Eckdaten:
Für die 92. Sitzung der 21. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 741 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße den neuen Kollegen herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Ich darf Ihnen sagen, dass ich immer darauf hinweise, dass man nicht auf der emotionalen, sondern auf der sachlichen Ebene diskutieren muss. Ich stehe diesbezüglich zum Beispiel – weil Sie Tschechien ansprechen – mit Außenminister Kavan in Kontakt und glaube, es ist mir trotz der schwierigen Lage – weil es ja noch einige ungelöste Fragen gibt – gelungen, die Diskussion auf die sachliche Ebene zu bringen. Ich denke, das ist mein Beitrag dazu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir alle wissen, dass wir in einer großen Europäischen Union nur durch Allianzbildung überhaupt handlungsfähig sind. Ich habe deshalb auch immer auf ähnliche Modelle in den Benelux-Staaten beziehungsweise in Schweden und in der nordischen Zusammenarbeit Bezug genommen. So etwas stelle ich mir auch für die Zukunft mit den Kandidatenländern vor. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: ... unqualifiziert!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Bundesministerin! Das ist kein Gegenstand der Vollziehung, aber ich überlasse es traditionell dem jeweils befragten Regierungsmitglied, ob es von sich aus eine Antwort geben will oder nicht. (Abg. Großruck: ... unqualifiziert!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Präsident! Ich gebe darauf eine kurze Antwort: Es gibt ein ganz klares Regierungsprogramm. Darin ist vorgesehen, dass wir den Erweiterungsprozess weiterführen können; ich halte mich daran und gehe davon aus, dass dies von beiden Seiten getan wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn dies aber nicht gelingt – da die USA ja derzeit eher einen anderen Kurs fahren –, dann wird die Europäische Union versuchen, auf eigene Initiative tätig zu werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Applaus! Wo ist der Applaus?
Ich erinnere auch an die letzte Erklärung der Europäischen Union von vergangenem Montag, in die solche Gedanken eingeflossen sind, zum Beispiel – auf meine Initiative hin – die Möglichkeit, internationale Experten in die Untersuchungskommission zur Affäre um das Schiff "Karine A" einzubringen. Wir alle haben ja keine Beweise gesehen. Es wäre gut, wenn wir internationale Beweise sehen könnten. (Abg. Mag. Kogler: Applaus! Wo ist der Applaus?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weiters darf ich sagen, dass die deutsch-tschechische Erklärung, die inzwischen abgegeben wurde, auch eine historisch andere Lage anspricht und ein völlig analoges Vorgehen daher nicht der richtige Weg ist. Die Tschechische Republik hat aber meiner Ansicht nach selbst Mittel und Wege zu finden, historisches Unrecht einzusehen, einzugestehen, dafür die moralische Verantwortung zu übernehmen und eine Weiteranwendung der Rechtsnormen, auf denen dieses Unrecht basiert, zu beenden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Frau Abgeordnete! Deshalb bemühe ich mich seit zwei Jahren, zusammen mit dem tschechischen Außenminister Kavan, der Historikerkonferenz und den Völkerrechtlern, die an diesem Problem arbeiten, diese Frage aufzuarbeiten, und zwar gelassen und in Ruhe aufzuarbeiten, und ich gehe davon aus, dass sie vor der Ratifikation des Beitrittes gelöst sein wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Abg. Mag. Schweitzer: Die Frage war schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie haben wir die Frage schon gehabt! Sie wurde schon beantwortet! – Abg. Dr. Ofner: Hören tut er auch schlecht!
Ich frage Sie, Frau Ministerin: Schließen Sie nunmehr im Zusammenhang mit den Beneš-Dekreten ein Veto der österreichischen Bundesregierung betreffend den Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union dezidiert aus? (Abg. Mag. Schweitzer: Die Frage war schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Irgendwie haben wir die Frage schon gehabt! Sie wurde schon beantwortet! – Abg. Dr. Ofner: Hören tut er auch schlecht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist öfter bei der SPÖ!
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Abgeordneter! Erstens stimmt der Wortlaut dessen, was ich selbst gesagt habe, nicht mit dem überein, was Sie jetzt zitiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist öfter bei der SPÖ!) Ich habe jetzt das Zitat nicht hier, aber ich kenne den Wortlaut sehr genau, und daher möchte ich noch einmal sagen: Ich hatte mich in meiner damaligen Wortmeldung auf die Entschließung des Nationalrates und auf die Entschließungen vieler Landtage bezogen, die besagen, dass in dieser Frage eine Lösung gefunden werden muss. Ich arbeite an dieser Lösung und bin zuversichtlich, dass sie kommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Herr Abgeordneter! Erstens stimmt der Wortlaut dessen, was ich selbst gesagt habe, nicht mit dem überein, was Sie jetzt zitiert haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist öfter bei der SPÖ!) Ich habe jetzt das Zitat nicht hier, aber ich kenne den Wortlaut sehr genau, und daher möchte ich noch einmal sagen: Ich hatte mich in meiner damaligen Wortmeldung auf die Entschließung des Nationalrates und auf die Entschließungen vieler Landtage bezogen, die besagen, dass in dieser Frage eine Lösung gefunden werden muss. Ich arbeite an dieser Lösung und bin zuversichtlich, dass sie kommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Bevor ich antworte, hätte ich gerne an dieser Stelle Herrn Abgeordnetem Schieder gratuliert. Ich glaube, es ist ein besonderer Tag, und ich möchte daher gerne gratulieren. (Allgemeiner Beifall.)
Neuerlicher allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Da die Fragestunde im Fernsehen übertragen wird, darf man hinzufügen, dass dem Kollegen Schieder gratuliert wurde, weil er einstimmig zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates gewählt wurde. Es handelt sich also nicht nur um einen Geburtstag oder so etwas. (Neuerlicher allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe außerdem betont, dass die österreichische Regierung diese Willensäußerung auch im Zusammenhang mit der bekannten österreichischen Position eines anzustrebenden Ausstiegs aus der Kernenergie sehe. Damit habe ich dieses Thema selbstverständlich klar thematisiert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Ich habe diese Frage schon klar beantwortet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz: ... Sie ein ordentliches Benehmen! Beantworten Sie die Fragen! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Frau Minister. (Abg. Dr. Pilz: ... Sie ein ordentliches Benehmen! Beantworten Sie die Fragen! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Also ich beurteile die Konferenz als wichtig und sehr erfolgreich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist jetzt auf Grund der Präsenz der internationalen Gemeinschaft, auf Grund des Willens, dort auch wirklich Aufbauhilfe zu leisten und dem Land zur Seite zu stehen, eine gute Chance gegeben, allerdings – das sage ich auch dazu – sind die Sicherheitsfragen auf lange Sicht noch nicht geklärt, und wir werden alle gemeinsam an diesen Sicherheitsfragen weiter arbeiten und sie weiter unterstützen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Frage!
Nun hat die Bundesregierung in den letzten Jahren ihren Beitrag für die Internationale Flüchtlingshilfe UNHCR gekürzt. Wir sind mit der Entwicklungshilfe auf einem absoluten Tiefstand. (Abg. Dr. Khol: Frage!) Gibt es zwischen Ihnen und dem Herrn Finanzminister schon eine Einigung darüber, dass Österreich seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechend bei der Entwicklungshilfe in absehbarer Zeit auf die 0,7 Prozent kommen wird?
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was die 0,7-Prozent-Grenze betrifft, wissen Sie, dass grundsätzlich das politische Commitment, das ja vor langer Zeit gegeben wurde, nicht aufgegeben wird, dass wir uns aber im Jahre 2003 auf 0,35 Prozent hinbewegen werden. Ich hoffe, dass wir das halten können, und natürlich hoffe ich auch, dass in Zukunft eine Steigerung dieser Mittel möglich sein wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Frau Bundesministerin! Der Wiederaufbau Afghanistans hat auch zu tun mit dem Umgang der Internationalen Friedenstruppe ISAF mit etwaigen Gefangenen. Wir wissen, dass die US-Streitkräfte diese Gefangenen weder als Kriegsgefangene anerkennen noch als normale Verbrecher behandeln. Sie haben uns im Hauptausschuss gesagt, dass sich, was die österreichischen Soldaten betrifft, alles im völkerrechtlichen Rahmen abspielt. (Rufe bei der ÖVP: Frage!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Frage verlesen!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Frau Ministerin! Ich hoffe, dass ich im Gegensatz zu meinen Vorrednerinnen aus meiner Fraktion eine Antwort von Ihnen bekomme, obwohl es lange Kontroversen über dieses Thema gab. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage verlesen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Mein sehr konkreter Beitrag war, dass ich in den letzten sechs Monaten vor allem bilateral mit sehr, sehr vielen Außen-, aber manchmal auch Verkehrsministern persönlich gesprochen habe, um um Verständnis für die spezifische österreichische Situation zu werben. Ich freue mich, sagen zu können, dass beim Europäischen Rat in Laeken dann auch eine Lösung zustande gekommen ist, die bedeutet, dass es eine Übergangsregelung geben wird. Wenn man jetzt nicht diese Situation thematisiert hätte, dann hätte das dazu geführt, dass das Transitprotokoll Ende 2003 ausgelaufen wäre. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Rahmen der auch dem Außenministerium zur Budgetkonsolidierung auferlegten Einsparungserfordernisse wird das ursprünglich als Abteilung eingerichtete Generalsekretariat per 1. Februar 2002 zu einem direkt dem Generalsekretär unterstellten Büro des Generalsekretärs umstrukturiert und zu einem Referat gemacht. Damit wurde eine Planstelle eingespart. Die inhaltlichen Zuständigkeiten sind davon unberührt, und von einer Eingliederung in das Ministerbüro oder von einer Abwertung kann nicht gesprochen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten Dr. Benita Ferrero-Waldner: Ich glaube, der neue Generalsekretär, Botschafter Dr. Hans Kyrle, ist ein ausgezeichneter Mann, und er wird beides tun können. Aber ich wollte jemanden, der sich auch verstärkt – vor allem im Hinblick auf die Herrengasse – mit dem Management des Hauses auseinander setzt, denn ich bin eben allein, ich habe keinen Staatssekretär, und ich reise natürlich sehr viel. Daher muss jemand da sein, der sich auch um das Haus kümmert, und das war traditionsgemäß immer die Aufgabe des Generalsekretärs. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Ich danke der Frau Bundesministerin und erkläre die – verlängerte – Fragestunde für beendet. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich eingangs feststellen, wir haben seit Antreten dieser blau-schwarzen Bundesregierung auf eine Zeit zurückzublicken, in der sich für die einzelnen Menschen in diesem Land vieles zum Schlechteren gewendet hat. (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben es mit einer finanziellen Belastungswelle zu tun, mit erhöhten Abgaben und Gebühren und mit der höchsten Steuerquote der letzten 30 Jahre. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Sie sind schon bei der Dringlichen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Sie sind schon bei der Dringlichen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich eingangs feststellen, wir haben seit Antreten dieser blau-schwarzen Bundesregierung auf eine Zeit zurückzublicken, in der sich für die einzelnen Menschen in diesem Land vieles zum Schlechteren gewendet hat. (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir haben es mit einer finanziellen Belastungswelle zu tun, mit erhöhten Abgaben und Gebühren und mit der höchsten Steuerquote der letzten 30 Jahre. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt! Sie sind schon bei der Dringlichen!)
Beifall bei der SPÖ.
Der Umgang mit dem autonomen Sport in Österreich ist daher ein höchst bemerkenswerter. Wie wir schon in den letzten Debatten festgestellt haben, ist es für uns sehr wichtig, festzuhalten, dass die Autonomie des Sportes auf alle Fälle erhaltenswert ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Sie hat noch immer nicht verstanden ...!
Im Jahr 2001, dem "Internationalen Jahr des Ehrenamtes", ist es dazu gekommen, dass das Vereinsgesetz und die Vereinsrichtlinien neu erarbeitet wurden. Daher gilt diesem Bereich unsere große Aufmerksamkeit und auch unsere Sorge. (Abg. Böhacker: Sie hat noch immer nicht verstanden ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich jedenfalls Folgendes bemerken: Trotz der Beschneidungs- und Einmischungstendenzen, die diese Bundesregierung in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft erkennen lässt, haben Sie, Frau Sportministerin, offensichtlich erkannt, dass die Autonomie des Sportes anzuerkennen ist und dass die ExpertInnen und gewählten VertreterInnen des Sportes und der Dachverbände in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen sind. Damit wird es gelingen, auch in Zukunft für die Sportlerinnen und Sportler in Österreich die entsprechend richtige Zielsetzung festzuschreiben und eine gemeinsame Sportausübung und eine Motivation zu mehr Sportausübung hier in unserem Land sicherzustellen. – Herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Sportministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! "Ein guter Tag beginnt mit Sport", darf ich abwandelnd den Herrn Finanzminister zitieren. Wir sind also unter neuer Führung von der mitternächtlichen "Mantschlerei" im Sektor Sportdebatten in eine frühe, frische Morgenstunde gerückt, und dafür vorweg schönen Dank! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht leicht, vor allem im Spitzensportbereich in diese teils durchaus egoistischen Köpfe einzudringen, und es ist Ihnen zuzuschreiben, dass Sie trotz der Verfilzung der politischen Ausgangssituation in diesem Bereich für eine deutliche Versachlichung und Entflechtung gesorgt haben. Danke vielmals! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Die rote Graf?
Sie sagen mir, dass in Österreich erstmals spürbar Sportpolitik betrieben wird. Das sagen auch jene Personen, die in dieser sinnvollen Einrichtung von "Top Sport Austria" untergebracht wurden. Ich nenne die Namen und habe die Befugnis dazu: Innauer, Graf (Abg. Mag. Schweitzer: Die rote Graf?), Lichtenegger, Seisenbacher, Giger – alles Exponenten des Österreich-Sports –, Martin Kessler, der Trainer des Sports, also Leute, die mit dieser Form des Managements des Spitzensportes Österreichs zufrieden und auch dankbar dafür sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sagen mir, dass in Österreich erstmals spürbar Sportpolitik betrieben wird. Das sagen auch jene Personen, die in dieser sinnvollen Einrichtung von "Top Sport Austria" untergebracht wurden. Ich nenne die Namen und habe die Befugnis dazu: Innauer, Graf (Abg. Mag. Schweitzer: Die rote Graf?), Lichtenegger, Seisenbacher, Giger – alles Exponenten des Österreich-Sports –, Martin Kessler, der Trainer des Sports, also Leute, die mit dieser Form des Managements des Spitzensportes Österreichs zufrieden und auch dankbar dafür sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben es nicht nur in der Regierungserklärung angekündigt, sondern Sie haben es auch umgesetzt, dass der durchaus kompetente sportwissenschaftliche Bereich Österreichs einbezogen wird. Das "Who is who" der österreichischen Sportwissenschaft, Holdhaus, Amesberger, Werner Nachbauer, Erich Müller, Schwarz, Haber, also die Exponenten der österreichischen Sportwissenschaft, finden sich im wissenschaftlichen Beirat von "Top Sport Austria". Mehr konnte man auf diesem Sektor wirklich nicht tun. Wir gratulieren auch dazu, Frau Vizekanzlerin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Versehrtensportler gibt es nicht mehr!
Am Finanzsektor gibt es die Rubbellosaktion, die für die behinderten Sportler in die Wege geleitet wurde. (Abg. Leikam: Versehrtensportler gibt es nicht mehr!) – Die gibt es sehr wohl. – Ziel ist es jedenfalls, dass der Behindertensportverband als ordentliches Mitglied – da kannst du mithelfen, Kollege Leikam – in die BSO aufgenommen wird und nicht als außerordentliches ohne finanzielle Zuwendung dasteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Am Finanzsektor gibt es die Rubbellosaktion, die für die behinderten Sportler in die Wege geleitet wurde. (Abg. Leikam: Versehrtensportler gibt es nicht mehr!) – Die gibt es sehr wohl. – Ziel ist es jedenfalls, dass der Behindertensportverband als ordentliches Mitglied – da kannst du mithelfen, Kollege Leikam – in die BSO aufgenommen wird und nicht als außerordentliches ohne finanzielle Zuwendung dasteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Wird passieren!
Da ist die Halbherzigkeit spürbar, deutlich spürbar. Setz dich dafür ein, Kollege Leikam, dass der Behindertensport, so wie es in unserem Antrag aus dem Jahr 1997 gefordert wird, mit einem Prozentanteil im 50 Jahre alten Verteilungsschlüssel bedacht wird und davon profitieren kann. Das wäre ein Schritt, den wir begrüßen würden. (Abg. Leikam: Wird passieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie haben blendende Mitarbeiter in Ihrem Ressort, mit denen es eine Freude ist, zusammenzuarbeiten. Der frische Wind, den Sie in den österreichischen Sport bringen, ist spürbar, und dafür möchte ich auch im Namen meiner Fraktion herzlich danken. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frauen und Mädchen sind auf fast allen Sportanlagen extrem benachteiligt. Fußballplätze werden fast ausschließlich von Männern und Burschen genutzt. Es gibt viel zu wenige qualifizierte Trainerinnen. Es fehlen adäquate sanitäre Einrichtungen. Mädchen und Frauen erhalten für dieselbe Leistung eine wesentlich geringere Abgeltung. Dies gilt auch und vor allem für den Spitzensport. Ich rege daher an, dass das Jahr 2003 zum "Jahr des Mädchen- und Frauensports" erklärt wird und sich alle Sportverantwortlichen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene besonders um diese Thematik kümmern müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Investitionen in den Sport zahlen sich also mehrfach aus. Ich denke, dass es daher sinnvoll ist, in der Zukunft dem Sport einen noch größeren Stellenwert einzuräumen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber belassen wir es dabei: Dieses Gesetz verdient unsere Zustimmung und wird sie bekommen. Ich hoffe aber auch, dass die Sportpolitik von der Inszenierung abgeht und vermehrt zu den Inhalten findet. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kogler ist in der Präsidiale!
Herrn Kollegen Brosz möchte ich nur sagen: Ich bin für die Erstellung der Tagesordnung dieses Hauses nicht zuständig, aber ich weiß, dass das die Präsidiale des Nationalrates macht, in der auch Ihre Fraktion einen Vertreter hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Kogler ist in der Präsidiale!) Und wenn Sie sich dafür einsetzen, dass Sportangelegenheiten immer an solch prominenter Stelle, nämlich zu Beginn der Tagesordnung behandelt werden, dann werde ich mich sehr darüber freuen, und Sie finden dafür selbstverständlich auch unsere Unterstützung.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Obwohl es nicht auf der heutigen Tagesordnung steht, möchte ich noch eine kleine Anmerkung zu dem machen, was Sie, Herr Kollege Brosz, am Schluss Ihrer Rede bezüglich der Ausländerregelung im österreichischen Fußball gesagt haben. Ich glaube nicht, dass es gerade angesichts der Nachwuchsprobleme, die wir im österreichischen Fußball haben, zweckmäßig ist, jetzt in die Richtung zu gehen, dass wir sagen, wir nehmen noch mehr ausländische Spieler in die österreichische Bundesliga. Ich meine, dass es der ÖFB, aber auch die Bundesligavereine erkannt haben, dass die Zukunft des österreichischen Fußballs nur dann gesichert werden und nur dann eine positive Entwicklung nehmen kann, wenn wir unsere jungen österreichischen Talente fördern und ihnen auch die Möglichkeit geben, in österreichischen Vereinen zu spielen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben das in der Praxis auch schon auf freiwilliger Basis mit der Errichtung des Salzburger Stadions umgesetzt. Ich möchte mich auch bei den Errichtern und Betreibern des Salzburger Stadions sehr herzlich dafür bedanken, dass sie uns dieses Pilotprojekt ermöglicht haben. Ich bin damals gefragt worden: Ist das nicht sozusagen ein Misstrauen gegenüber den Stadienerrichtern? – Wir haben im Laufe dieser Projekterstellung festgestellt – und zwar beide Seiten, Bund und Land und Stadt Salzburg –, dass alle davon profitiert haben, dass auch der Controlling-Beirat entsprechend positive Anregungen für das Projekt gemacht hat und dass wir es dadurch auch kostengünstiger errichten können, was für alle Seiten ein großer Vorteil ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben ein Projekt in Arbeit bezüglich der Errichtung von Ballsportschulen in Österreich, also nicht nur für Fußball, sondern auch für alle anderen Ballsportarten, und wollen damit das Erfolgsrezept der Wintersportarten, nämlich die Verbindung von beruflicher, schulischer und sportlicher Ausbildung, auch in diesem Bereich umsetzen. Ich bedanke mich bei den Bundesländern, die an diesem Projekt sehr engagiert mitarbeiten und dafür sorgen werden, dass das zu einer guten Umsetzung kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Leikam: Das war der Präsident des Schiverbandes! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gewonnen?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Herr Abgeordneter, keine Handys im Plenum. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Leikam: Das war der Präsident des Schiverbandes! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat gewonnen?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Bravo, Toni!
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer (fortsetzend): Ich wollte eigentlich etwas Positives zu Ihnen sagen, Herr Kollege Leikam, nämlich dass ich es sehr begrüße, dass Sie – ich habe Ihnen genau zugehört –, als Kollege Grollitsch gesagt hat, der Behindertensport müsste eigentlich in der BSO nicht nur außerordentliches, sondern ordentliches Mitglied und als solches mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet sein, gesagt haben: Ich war immer dafür, und das wird auch passieren. – Also ich nehme Sie jetzt beim Wort in dieser Frage, und ich hoffe auch, dass Sie Ihre Kollegen in der BSO davon überzeugen, dass das auch umgesetzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Bravo, Toni!) Vom Bekenntnis allein wird nicht sehr viel weitergehen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass das etwas ist, was wir alle aus vollem Herzen unterstützen können, weil die österreichischen Behindertensportler sowohl bei den Paralympischen Sommerspielen als auch bei den Winterspielen entsprechende Erfolge erzielt haben beziehungsweise erzielen werden, wofür wir ihnen auch alles Gute wünschen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Insofern bedanke ich mich auch für die Unterstützung für dieses Bundes-Sportförderungsgesetz, weil ich glaube, dass wir damit einen wesentlichen Schritt in Richtung Verbesserung des Sportstättenbaus in Österreich getan haben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pfeffer –: Kathi, das ist eine Sportministerin, die hat etwas zu sagen, weil sie etwas geleistet hat! Wittmann war immer ganz kurz!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Pfeffer. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pfeffer –: Kathi, das ist eine Sportministerin, die hat etwas zu sagen, weil sie etwas geleistet hat! Wittmann war immer ganz kurz!)
Beifall bei der SPÖ.
Wie gesagt: Ich freue mich darüber, dass dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland und dem Bundesministerium für Sport verwirklicht wurde, und ich bedanke mich dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Meine Vorrednerin, Kollegin Pfeffer, hat den Beirat zur begleitenden Kontrolle, der in diesem Gesetzeswerk vorkommt, erwähnt. Ich halte diesen Beirat für ein ganz entscheidendes Instrument. Es ist nämlich jenes Instrument, das dafür sorgt und darüber wacht, dass die Steuermittel entsprechend verwendet werden. Genau das ist ein wesentlicher Punkt bei Großinvestitionen der öffentlichen Hand, dass mit Steuermitteln entsprechend umzugehen ist. Es ist eine Verpflichtung gegenüber dem Steuerzahler, dies in jeder Phase zu garantieren. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Böhacker: Schausberger!
Die Frau Vizekanzlerin nannte das Beispiel Stadion Salzburg. Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind tatsächlich bereits in der Vorlaufphase, der Planungsphase, gravierende Mängel aufgetreten, was die Zahlen, was die Berechnungen anlangte. Erst durch den Eingriff der Experten des Ministeriums wurde dieser Missstand behoben. Man kann es letztlich auch als Zeichen der Anerkennung werten, dass sich Landeshauptmann Sausgruber, Entschuldigung, nicht Sausgruber (Abg. Böhacker: Schausberger!), sondern Schausberger – ein Freud’scher Versprecher (Ruf: "Schausgruber"!); jetzt haben wir dann den "Schausgruber" (Heiterkeit), jetzt wird es gefährlich –, dafür bedankt hat, da ihm damit geholfen wurde. Er hat gesehen, in welcher professionellen Art und Weise hier an die Themen herangegangen wird und in diesem Fall herangegangen wurde. (Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!)
Ruf: "Schausgruber"!
Die Frau Vizekanzlerin nannte das Beispiel Stadion Salzburg. Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind tatsächlich bereits in der Vorlaufphase, der Planungsphase, gravierende Mängel aufgetreten, was die Zahlen, was die Berechnungen anlangte. Erst durch den Eingriff der Experten des Ministeriums wurde dieser Missstand behoben. Man kann es letztlich auch als Zeichen der Anerkennung werten, dass sich Landeshauptmann Sausgruber, Entschuldigung, nicht Sausgruber (Abg. Böhacker: Schausberger!), sondern Schausberger – ein Freud’scher Versprecher (Ruf: "Schausgruber"!); jetzt haben wir dann den "Schausgruber" (Heiterkeit), jetzt wird es gefährlich –, dafür bedankt hat, da ihm damit geholfen wurde. Er hat gesehen, in welcher professionellen Art und Weise hier an die Themen herangegangen wird und in diesem Fall herangegangen wurde. (Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!)
Heiterkeit
Die Frau Vizekanzlerin nannte das Beispiel Stadion Salzburg. Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind tatsächlich bereits in der Vorlaufphase, der Planungsphase, gravierende Mängel aufgetreten, was die Zahlen, was die Berechnungen anlangte. Erst durch den Eingriff der Experten des Ministeriums wurde dieser Missstand behoben. Man kann es letztlich auch als Zeichen der Anerkennung werten, dass sich Landeshauptmann Sausgruber, Entschuldigung, nicht Sausgruber (Abg. Böhacker: Schausberger!), sondern Schausberger – ein Freud’scher Versprecher (Ruf: "Schausgruber"!); jetzt haben wir dann den "Schausgruber" (Heiterkeit), jetzt wird es gefährlich –, dafür bedankt hat, da ihm damit geholfen wurde. Er hat gesehen, in welcher professionellen Art und Weise hier an die Themen herangegangen wird und in diesem Fall herangegangen wurde. (Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!)
Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!
Die Frau Vizekanzlerin nannte das Beispiel Stadion Salzburg. Im Zusammenhang mit diesem Projekt sind tatsächlich bereits in der Vorlaufphase, der Planungsphase, gravierende Mängel aufgetreten, was die Zahlen, was die Berechnungen anlangte. Erst durch den Eingriff der Experten des Ministeriums wurde dieser Missstand behoben. Man kann es letztlich auch als Zeichen der Anerkennung werten, dass sich Landeshauptmann Sausgruber, Entschuldigung, nicht Sausgruber (Abg. Böhacker: Schausberger!), sondern Schausberger – ein Freud’scher Versprecher (Ruf: "Schausgruber"!); jetzt haben wir dann den "Schausgruber" (Heiterkeit), jetzt wird es gefährlich –, dafür bedankt hat, da ihm damit geholfen wurde. Er hat gesehen, in welcher professionellen Art und Weise hier an die Themen herangegangen wird und in diesem Fall herangegangen wurde. (Abg. Brosz: Wenn man bedenkt, was der Westenthaler alles verwechselt! – Abg. Mag. Kogler: Die "Verwestenthalerung" der FPÖ!)
Abg. Mag. Kogler: Spott oder Sport?
Es ging hier in der ersten Phase immerhin um eine förderungswürdige Summe von 25 Millionen €, ein Drittel davon wurde ja seitens des Ministeriums gefördert. (Abg. Mag. Kogler: Spott oder Sport?) Nun ist bei diesem Projekt bereits der Controlling-Beirat aktiv, der das Projekt "Stadion Salzburg" überwacht. Es wird auch im Interesse unserer Salzburger Freunde zu einem guten Ende kommen und ein erfolgreiches Projekt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ging hier in der ersten Phase immerhin um eine förderungswürdige Summe von 25 Millionen €, ein Drittel davon wurde ja seitens des Ministeriums gefördert. (Abg. Mag. Kogler: Spott oder Sport?) Nun ist bei diesem Projekt bereits der Controlling-Beirat aktiv, der das Projekt "Stadion Salzburg" überwacht. Es wird auch im Interesse unserer Salzburger Freunde zu einem guten Ende kommen und ein erfolgreiches Projekt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Sportpolitik hat durch die Politik unserer Vizekanzlerin in Österreich wieder einen sehr hohen Stellenwert bekommen. Die erfolgreiche Sportnation Österreich wird auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben, und darauf sind wir stolz. Wir begrüßen sehr begeistert diese Entwicklung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu diesem Gesetz kann man gratulieren. Und ich möchte mich dafür auch im Namen des Sportes herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Schon wieder der Kogler!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Böhacker: Schon wieder der Kogler!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte noch ein einzelnes Anliegen herausgreifen: Ich habe schon vor einem Jahr darüber gesprochen, dass die Förderung des Frauenfußballs in Österreich sehr, sehr zu wünschen übrig lässt, und zwar im Verhältnis zu anderen europäischen Nationen, und dass möglicherweise Sie als Frau und Sportministerin hier Positives bewirken könnten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Möglicherweise war es so, wie es ein Schreiben, das mir hier vorliegt, wiedergibt: dass Kollege Westenthaler endlich einmal eine wunderbare Sportdebatte auch im ORF haben wollte. Er wollte sie auch direkt übertragen lassen. Allerdings ist da, wie aus diesem Schreiben hervorgeht, bei der Intervention wieder einmal etwas schief gegangen. Auf die Nachfrage des Redakteurs, warum er denn schon wieder so drängle, hat er gesagt: Nein, es geht nicht um Sport, eigentlich geht es um Spott! – Und das wollte sich der ORF nicht bieten lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Grollitsch: Ist der Herr Van der Bellen auch da? – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Dass Herr Westenthaler jetzt wieder fehlt, ist wahrscheinlich damit erklärbar, dass er den verdienten Herrn Haigermoser bei seinem letzten Umtrunk unterstützt – in Westenthaler’scher Diktion ... (Abg. Dr. Grollitsch: Ist der Herr Van der Bellen auch da? – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Kollege Scheuch, Sie haben ja die Pointe noch gar nicht erraten. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Dass Herr Westenthaler jetzt wieder fehlt, ist wahrscheinlich damit erklärbar, dass er den verdienten Herrn Haigermoser bei seinem letzten Umtrunk unterstützt – in Westenthaler’scher Diktion ... (Abg. Dr. Grollitsch: Ist der Herr Van der Bellen auch da? – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Kollege Scheuch, Sie haben ja die Pointe noch gar nicht erraten. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich!
Kollege Scheuch! Westenthaler hätte an dieser Stelle gesagt (Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich!), er ist bei einem "Umstunk" und nicht bei einem Umtrunk. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Scheuch! Westenthaler hätte an dieser Stelle gesagt (Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich!), er ist bei einem "Umstunk" und nicht bei einem Umtrunk. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin und Sportministerin! Hohes Haus! Es ist nicht notwendig, auf die letzten Ausführungen des Kollegen Kogler einzugehen, absolut nicht. Er hat sich damit selbst disqualifiziert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Eine Bitte an Sie: Unterlassen Sie die Verunsicherung der Vereinsfunktionäre! Unterlassen Sie die Vernaderungsaktionen! Es ist unerträglich, mit welch unwahren Mitteln Sie Unfrieden bei den Sportfunktionären verbreiten! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es gibt keine Änderung im Bereich der Vereinsbesteuerung. Es gibt keine gesetzlichen Änderungen, es gibt keine neue Verordnung, und eine Richtlinie hat nur Erlasscharakter, und ein Erlass hat auf den bestehenden Gesetzen zu beruhen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie verunsichern mit Ihrer Gräuelpropaganda Tausende ehrenamtliche Funktionäre in den Sportvereinen, und das weise ich mit aller Entschiedenheit zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Schasching: Änderungen wird es aber doch geben!
Ich garantiere Ihnen: Es wird keine Regelung geben, die schlechter ist als die bisherige – es wird eine bessere Regelung. Die beiden Regierungsfraktionen und die Frau Bundesministerin sind Garanten dafür. (Abg. Schasching: Änderungen wird es aber doch geben!) Es gibt keine gesetzliche Änderung, es gibt keine neue Verordnung! Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! (Abg. Schasching: Zuerst haben Sie es aber gesagt!) Und eine Richtlinie hat auf bestehenden Gesetzen zu basieren.
Abg. Schasching: Zuerst haben Sie es aber gesagt!
Ich garantiere Ihnen: Es wird keine Regelung geben, die schlechter ist als die bisherige – es wird eine bessere Regelung. Die beiden Regierungsfraktionen und die Frau Bundesministerin sind Garanten dafür. (Abg. Schasching: Änderungen wird es aber doch geben!) Es gibt keine gesetzliche Änderung, es gibt keine neue Verordnung! Nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! (Abg. Schasching: Zuerst haben Sie es aber gesagt!) Und eine Richtlinie hat auf bestehenden Gesetzen zu basieren.
Abg. Schasching: Doch, schon!
Kennen Sie nicht den Unterschied zwischen Verordnung, Gesetz und Erlass? (Abg. Schasching: Doch, schon!) Ein Erlass kann nicht einem Gesetz widersprechen. Und wenn Sie nicht wissen, wie die bisherige Besteuerungspraxis war, dann lesen Sie nach!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe es Ihnen bereits im Sportausschuss gesagt: Das, was Sie hier machen, ist eine unglaubliche Verunsicherung der Sportfunktionäre. Sie schicken Schreiben aus, sammeln Unterschriften gegen etwas, was es gar nicht gibt. Lassen Sie die ehrenamtlichen Sportfunktionäre in Ruhe und Frieden arbeiten, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte die Gelegenheit aber auch nützen, mich bei der Frau Sportministerin und beim Herrn Finanzminister dafür zu bedanken, dass es auf Grund intensivster Verhandlungen und guter persönlicher Beziehungen gelungen ist, weiterhin Formel-1-Grand Prix in Österreich durchzuführen. Herzlichen Dank, Frau Bundesministerin! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abschließend: Wir alle sollten diese Sportdiskussion dazu nützen, den österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City unfallfreie Spiele und recht viel Erfolg zu wünschen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin, da Sie das Sportstättengesetz jetzt so sehr preisen, frage ich Sie: Haben Sie in diesem Sportstättengesetz auch die Barrierefreiheit von Sportstätten berücksichtigt? – Natürlich nicht. Jene Sportstätten, die in letzter Zeit errichtet wurden oder jetzt neu adaptiert werden, sind bei weitem nicht barrierefrei ausgestattet! Sie mögen behindertenfreundlich sein – das spreche ich nicht ab –, aber zwischen Freundlichkeit und Freiheit besteht ein großer Unterschied; und wir wollen Freiheit und nicht Freundlichkeit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe letzte Woche zufällig im Fernsehen gesehen, dass die österreichische Schimannschaft jetzt im Wert von 60 000 S pro Person eingekleidet wurde. Es sei ihnen gegönnt, sie sollen schön ausschauen, aber Folgendes: Wenn ein einziger Behindertensportler jemals die Chance hätte, auch nur die Hälfte davon im Jahr zu bekommen, dann würden wir schon ganz gut dastehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gerade im Jugendsport – ich denke da jetzt ganz konkret an den großen Boom des Skater-Sports, der hauptsächlich von Jugendlichen ausgeübt wird – ist es so, dass es für diesen Bereich, wenn nicht Einzelpersonen entsprechende Geräte auftreiben und finanzieren, überhaupt nichts gibt. Ich meine, da muss man sich etwas überlegen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Böhacker: Dann sagen wir die Rubbellos-Aktion auch gleich ab, oder wie?!
Es geht nicht darum, immer wieder zu versuchen, kurzfristig irgendwelche Geldmittel aus dem Boden zu stampfen, sondern es geht darum, den Sport – aus meiner Sicht vor allem den Behindertensport – langfristig abzusichern (Abg. Böhacker: Dann sagen wir die Rubbellos-Aktion auch gleich ab, oder wie?!), nicht durch Einzelaktionen. Das muss auch Ihr Ziel sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht nicht darum, immer wieder zu versuchen, kurzfristig irgendwelche Geldmittel aus dem Boden zu stampfen, sondern es geht darum, den Sport – aus meiner Sicht vor allem den Behindertensport – langfristig abzusichern (Abg. Böhacker: Dann sagen wir die Rubbellos-Aktion auch gleich ab, oder wie?!), nicht durch Einzelaktionen. Das muss auch Ihr Ziel sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte Sie, Frau Ministerin, heute schon darauf aufmerksam machen, dass von 29. August bis 1. September in Salzburg die Internationalen Rollstuhl-Tennis Open stattfinden, und ich hoffe, dass die Veranstalter dieses Sportereignisses nicht zu Ihnen betteln kommen müssen, sondern dass Sie sie mit einer entsprechenden, mit einer anständigen Förderung ausstatten, die sicherstellt, dass diese große Veranstaltung in Österreich ihren Platz bekommt, denn so gute Tennisspieler wie im Rollstuhlsport haben wir im so genannten Fußgehersport nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Dann schauen Sie einmal nach!
Ich bin wirklich ein bisschen erschüttert, Frau Kollegin Haidlmayr, dass Sie jedes Mal, wenn wir hier Fragen des Behindertensports diskutieren, dieselben unrichtigen Behauptungen hier aufstellen (Abg. Haidlmayr: Dann schauen Sie einmal nach!), aber jedes Mal weglassen, was an Positivem in diesem Bereich getan wurde.
Abg. Haidlmayr: Dann fragen Sie halt nach!
Ich möchte hier auch festhalten, dass das, was Sie hier sagen, überhaupt nicht mit dem übereinstimmt, was die Vertreter der Behindertensportverbände mir gegenüber artikulieren (Abg. Haidlmayr: Dann fragen Sie halt nach!), mit denen ich ständig im Gespräch bin. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte hier auch festhalten, dass das, was Sie hier sagen, überhaupt nicht mit dem übereinstimmt, was die Vertreter der Behindertensportverbände mir gegenüber artikulieren (Abg. Haidlmayr: Dann fragen Sie halt nach!), mit denen ich ständig im Gespräch bin. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Barrierefrei! Barrierefrei!
Erstens möchte ich festhalten, dass selbstverständlich alle Sportstätten, die gebaut werden, behindertengerecht gebaut werden. (Abg. Haidlmayr: Barrierefrei! Barrierefrei!) Das ist überhaupt keine Frage.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zweitens haben wir betreffend die Spitzensportförderung in Österreich, von der Behindertensportler früher ausgeschlossen waren – es war für Behindertensportler nicht möglich, Spitzensportförderung zu erhalten –, mit "Top Sport Austria" die Möglichkeit geschaffen, dass Behindertensportler gleichberechtigt – so wie jeder andere Sportler – hier Förderungen bekommen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben es zum ersten Mal – und das war erst vor zwei Wochen – ermöglicht, dass die Sporthilfe Prämien für die Medaillengewinner bei den Paralympischen Spielen in Sydney ausschüttet. Wir werden dasselbe auch für die Wintersport-Medaillengewinner bei den Paralympischen Spielen in Salt Lake City machen. – Das hat es auch noch nie gegeben, Frau Kollegin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie jetzt hier sagen: Die Rubbellos-Aktion ist ja ganz nett, aber etwas Besonderes ist das auch nicht!, dann möchte ich Ihnen sagen, dass es sich dabei um ein Volumen von immerhin 30 Millionen Schilling handelt. Das ist ein beträchtlicher Betrag für die Behindertensportler Österreichs; und dazu bekenne ich mich auch. Alle, die dazu beigetragen haben, sehen das durchaus als positive Initiative. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe in unzähligen Briefen und persönlichen Gesprächen mit den Vertretern der BSO darauf gedrungen, dass der Behindertensportverband als vollwertiges Mitglied der BSO anerkannt wird, und wenn Sie das auch tun, dann freue ich mich darüber, dass wir auf derselben Seite stehen, aber dann sagen Sie bitte nicht, dass das in meinem Einflussbereich liegt. – So ist es leider nicht. Könnte ich es beeinflussen, dann wäre der Behindertensportverband längst Vollmitglied der BSO. Das kann ich Ihnen garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, was mich wirklich erschüttert, ist Ihre Aussage, dass die Behindertensportler immer betteln kommen müssen. Ich kann Ihnen sagen: Kein Behindertensportler muss zu mir betteln kommen. Im Gegenteil: Es hat in Österreich noch nie – und das sage ich wirklich in Kenntnis der Fakten, die ich Ihnen belegen kann – einen für den Sport Zuständigen gegeben, der so viel für die Behindertensportler getan hat wie ich. Dafür brauche ich keinen Dank, sondern das tue ich aus vollster Überzeugung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen nun ein Beispiel für verfehlte Sport-, Freizeit- und Tourismuspolitik in Österreich drastisch vor Augen führen. (Der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der verschiedene Verkehrszeichen abgebildet sind.) Da heißt es: "Forststraße" – nämlich fahren verboten! "Gilt auch für Radfahrer", aber nicht für Privilegierte, für Jagdlimousinen, die sind bis 3,5 Tonnen zugelassen, wie hier steht. – Das, meine Damen und Herren, Frau Vizekanzlerin, ist Ihre Sportpolitik, die Sie hier in Österreich zu vertreten haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ist Radfahren im Gelände nicht eine ideale gesundheitspolitische Angelegenheit, optimal in der Rehabilitation? Dabei werden Geschicklichkeit und Gleichgewichtsvermögen geschult. – Ich fordere Sie auf: Geben Sie die Forstwege frei! – Das wäre eine gute Gesundheitspolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn sich die Frau Vizekanzlerin bei einer Mountainbike-WM in das Rampenlicht der Öffentlichkeit drängt, dann grenzt das hart an Zynismus. Die sportbegeisterte Jugend, Frau Vizekanzlerin, und die radfahrbegeisterte Bevölkerung wird Ihnen für diesen Zynismus bei den nächsten Wahlen die Rechnung präsentieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wege mit 1,5 Meter Breite sind Forstwege, meine Herrschaften, das sind jene Wege, die für die Holzbringung eine Zeit lang benötigt werden. Dorthin wollte in Wirklichkeit Kollege Kräuter die "Off-Road-Bikerei" forcieren, wie es von Extremisten verlangt wird. Doch da war unser Widerstand einfach klar: Wir sind für diesen Sport, wir sind für die Ausweitung des Mountainbike-Netzes, wir sind aber dagegen, dass man gegen die Grundbesitzer und gegen Regionalinteressen vorgeht! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Brosz: Im Ausschuss haben Experten etwas anderes gesagt!
Weil Sie Herrn Zadrobilek zitiert haben: Wir haben in der Zwischenzeit in mehreren Sitzungen auch von seiner Seite her volle Unterstützung für diese Vorgangsweise bekommen. Diese Sache ist in besten Händen, verlassen Sie sich darauf! (Abg. Brosz: Im Ausschuss haben Experten etwas anderes gesagt!)
Abg. Dr. Kräuter: Es ist überall in Europa erlaubt!
Eine eigenartige Rolle – wenn Sie schon dazwischenreden, Kollege Brosz, muss ich es Ihnen sagen – spielen Sie: Europaweit gibt es keine Grünen, die in dieser Frage so aggressiv für das Eindringen in Natur und Wald vorstellig werden, wie Sie es hier tun. (Abg. Dr. Kräuter: Es ist überall in Europa erlaubt!) Das gibt es ganz einfach nicht, aber das mag damit zusammenhängen, dass Sie im Sportbereich nicht wissen, wovon Sie reden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es werden noch einige Redner aus meiner Fraktion dazu Stellung nehmen. Ich möchte nur noch anmerken, dass wir mit der Lösung, die mit unserer Entschließung hier heute eingebracht wird, voll zufrieden sind. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Grollitsch: Na eh! Stellen Sie einen neuen Antrag!
Herr Kollege Grollitsch, wenn Sie konkrete Kritikpunkte darin finden – und da gebe ich Ihnen Recht: Es gibt einiges, wo auch wir glauben, da könnte man konkreter bestimmte Anliegen der Ökologie, den Wald betreffend, aber auch Rechte der Grundbesitzer, der Tourismusgemeinden auch noch integrieren (Abg. Dr. Grollitsch: Na eh! Stellen Sie einen neuen Antrag!) –, dann hätten Sie sie doch vorbringen können! Sie hätten doch im Ausschuss diese guten Vorschläge
Abg. Dr. Jarolim: Es gibt andere Extremisten!
Österreich lebt von diesem Tourismus, und unsere Gäste sind herzlich willkommen und wollen doch auch diese Natur genießen. Natürlich wollen auch unsere Bürgerinnen und Bürger diese Natur wahrnehmen. Sportlerinnen und Sportler haben einen grundsätzlich verantwortungsvollen Umgang mit dieser Natur. Wir sollten nicht unterstellen, dass das Extremisten sind, Herr Grollitsch! Diese Ihre Bezeichnung ist, meine ich, wirklich völlig danebengegriffen. Dabei handelt es sich nicht um Extremisten, sondern um sportinteressierte Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Dr. Jarolim: Es gibt andere Extremisten!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Noch ein Punkt – auch diesen hat der Kollege Kräuter schon erwähnt –, und zwar die Frage des Ausbaues der Forststraßen und die Frage der Finanzierung der Forststraßen. Der Ausbau der Forststraßen wird in Österreich seit Jahrzehnten von Bund und Ländern finanziert. Meine Damen und Herren! Da liegt der Knackpunkt! Wenn Sie Ökologie sozusagen in den Wald hineinbringen wollen – und damit wären wir einverstanden –, dann müssen Sie auf die Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Bau der Forststraßen Einfluss nehmen. Das ist wirklich der Knackpunkt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, geben Sie sich einen Ruck! Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und stimmen Sie diesem Initiativantrag zu, denn letztendlich ist er ein richtiges Signal an Tausende Österreicherinnen und Österreicher und auch an die österreichische Tourismuswirtschaft! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Mich hast du nicht überzeugt! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Du hast ja keine Berge im Burgenland!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Lexer. Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist wunschgemäß auf 6 Minuten eingestellt. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Mich hast du nicht überzeugt! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Du hast ja keine Berge im Burgenland!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Pirklhuber, ich bin sehr erstaunt darüber, dass man das Leben im Wald nicht wirklich sieht. Es geht nicht nur um den Traktor, der durch den Wald fährt, sondern es geht auch um das Wild, das darin lebt, und es ist eben ein Unterschied, ob da Hunderte Touristen durchfahren oder ob eine Nutzung durch die Landwirtschaft erfolgt. Daher glaube ich, dass diese Frage nicht allein von Seiten des Bundes zu lösen ist, sondern dass wir differenziert nach Regionen vorgehen sollten. Wir müssen gemeinsam mit den Gemeinden, mit den Ländern, mit den Verbänden eine Lösung finden. Zum Beispiel könnte man die breiteren Forststraßen freigeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann – eine Tafel in die Höhe haltend, auf welcher verschiedene Verkehrszeichen abgebildet sind –: Das ist Ihre Politik!
Als Sportpolitiker möchte ich auf Grund der steigenden Nachfrage natürlich erreichen, dass möglichst alle Forstwege geöffnet werden, aber als Sportpolitiker mit Grundsätzen möchte ich auf die Vorgangsweise achten. Eine rücksichtslose und wilde Öffnung der Forstwege kommt für die Regierungspartei ÖVP nicht in Frage! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann – eine Tafel in die Höhe haltend, auf welcher verschiedene Verkehrszeichen abgebildet sind –: Das ist Ihre Politik!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, dann steht einer Freigabe eines Weges natürlich nichts mehr entgegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unser gemeinsames Ziel sind möglichst viele geeignete, möglichst viele gekennzeichnete, möglichst viele zertifizierte und möglichst viele sichere Radwege für Sportlerinnen und Sportler und alle anderen bewegungsorientierten Mitbürgerinnen und Mitbürger. Mit partnerschaftlichen Konzepten, getragen vom Grundsatz "Freiheit in Verantwortung", sind diese auch erreichbar. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nur keine Aufregung! Nur keine Aufregung, meine Herren! – Abg. Mag. Schweitzer: Peter, kannst du Rad fahren? – Am Rednerpult angelangt, stellt Abg. Dr. Wittmann eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der verschiedene Verkehrszeichen abgebildet sind. – Abg. Gaugg: Ist die Tafel zweisprachig oder einsprachig?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nur keine Aufregung! Nur keine Aufregung, meine Herren! – Abg. Mag. Schweitzer: Peter, kannst du Rad fahren? – Am Rednerpult angelangt, stellt Abg. Dr. Wittmann eine Tafel vor sich auf das Rednerpult, auf der verschiedene Verkehrszeichen abgebildet sind. – Abg. Gaugg: Ist die Tafel zweisprachig oder einsprachig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schade, dass der Sportsprecher Fischl nicht mehr bei der Freiheitlichen Partei ist, denn der hat noch etwas von Sport verstanden. Das Niveau ist bei den Freiheitlichen wirklich gesunken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer?) Der Abgeordnete Fischl! Das war ein Sportsprecher, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Er hat sich wirklich für den Sport eingesetzt. (Abg. Dr. Krüger: Das hast du aber damals nicht gesagt!)
Abg. Dr. Krüger: Das hast du aber damals nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schade, dass der Sportsprecher Fischl nicht mehr bei der Freiheitlichen Partei ist, denn der hat noch etwas von Sport verstanden. Das Niveau ist bei den Freiheitlichen wirklich gesunken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wer?) Der Abgeordnete Fischl! Das war ein Sportsprecher, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Er hat sich wirklich für den Sport eingesetzt. (Abg. Dr. Krüger: Das hast du aber damals nicht gesagt!)
Abg. Miedl: Wie lange waren Sie für den Sport zuständig?
Sie dürfen nicht jenen Standard herstellen, der in Europa Status ist. Bayern, Südtirol, Schweiz, Slowenien, Italien: In all diesen Ländern darf man als Mountainbiker Forststraßen über 1,5 Meter Breite benützen. Ich bin selbst Mountainbiker. Kein Mensch will durch den Wald fahren, sondern nur diese Straßen benützen! (Abg. Miedl: Wie lange waren Sie für den Sport zuständig?)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer schüttelt verneinend den Kopf.
Es ist sachlich nicht gerechtfertigt, was Sie hier machen, und es ist schade, dass Sie nicht mehr Rückgrat bewiesen haben, denn auch Sie haben diese Meinung vertreten. Ich habe auch mit der Frau Vizekanzlerin gesprochen. Sie hat gesagt, sie wäre sofort dafür, gäbe es ihren Koalitionspartner nicht. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer schüttelt verneinend den Kopf.) Na dann springen Sie einmal über diesen Schatten!
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Die erste Sache ist, dass die Medaillenprämie für die Behinderten nicht Ihre Erfindung ist, die ist nämlich schon in Nagano ausgeschüttet worden. Damals – daran darf ich erinnern – war noch ich Sportstaatssekretär. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Das gibt es also schon wesentlich länger und ist nicht auf Ihre Fahnen zu heften. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die erste Sache ist, dass die Medaillenprämie für die Behinderten nicht Ihre Erfindung ist, die ist nämlich schon in Nagano ausgeschüttet worden. Damals – daran darf ich erinnern – war noch ich Sportstaatssekretär. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Das gibt es also schon wesentlich länger und ist nicht auf Ihre Fahnen zu heften. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweite Sache: Selbstverständlich sind wir dafür, dass der Behindertensportverband als Vollmitglied in die BSO kommt, aber es kann nicht so sein, dass man das zulasten der jetzigen Sportverbände macht und die Behindertenverbände dann sozusagen aus dem selben Topf speisen muss und die Behinderten und die Nichtbehinderten gegeneinander ausspielt. Das ist doch klar, dass eine zusätzliche Dotierung auch für die Behinderten gefordert werden muss und auch kommen muss! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!
Das heißt, man kann es sich nicht so einfach machen, zwar zu fordern, aber letztendlich dann die Behinderten gegen die Nichtbehinderten auszuspielen. (Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!) Das, finde ich, ist eine unfaire Argumentation. Das kann man nicht der BSO umhängen, denn das liegt in Ihrer Verantwortung, dass dafür auch das Geld aufgebracht wird, dass die Behindertenverbände auch dotiert werden, zusätzlich dotiert werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!
Das heißt, man kann es sich nicht so einfach machen, zwar zu fordern, aber letztendlich dann die Behinderten gegen die Nichtbehinderten auszuspielen. (Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!) Das, finde ich, ist eine unfaire Argumentation. Das kann man nicht der BSO umhängen, denn das liegt in Ihrer Verantwortung, dass dafür auch das Geld aufgebracht wird, dass die Behindertenverbände auch dotiert werden, zusätzlich dotiert werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag!)
Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag! Einen konstruktiven Vorschlag! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Weiters möchte ich sagen: Grundsätzlich ist diese Rubbelaktion als Vorschlag und als Finanzierungsmöglichkeit zu begrüßen, und ich stehe nicht an, mich auch hier im Namen der Behinderten zu bedanken. Da ist wirklich etwas geschehen, und da wird es Geld geben. Das ist grundsätzlich eine uneingeschränkt positive Aktion. (Abg. Mag. Schweitzer: Mach einen Vorschlag! Einen konstruktiven Vorschlag! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesministerin für öffentliche Leistung und Sport Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Verehrter Kollege Wittmann, ich habe extra Ihre Wortspende abgewartet, denn Sie motivieren mich immer so, besonders dann, wenn es um Sport geht. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich knüpfe da an, wo wir eigentlich bei jeder Diskussion mit Ihnen beginnen, nämlich bei dem Umstand, dass Sie die Zeit vor dem 4. Feber 2000 irgendwie aus Ihrem Gedächtnis gestrichen haben – absichtlich oder unabsichtlich. Manches war auch sehr schmerzhaft, deswegen verstehe ich das ja auch. Aber ich frage Sie jetzt schon: Wenn Ihnen das so ein ehrliches und aufrichtiges Anliegen mit den Forststraßen und der totalen Öffnung in diesem Bereich ist und wenn Sie den Mountainbikesport wirklich aus vollem Herzen unterstützen, wie das Kollege Kräuter immer sagt, warum haben Sie das dann nicht schon längst gemacht? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Er war dafür zuständig! (Vizekanzler Dr. Riess-Passer weist in Richtung SPÖ.) Der Herr Wittmann war dafür zuständig! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Warum haben Sie das nicht gemacht, Herr Kollege Wittmann?
Vizekanzler Dr. Riess-Passer weist in Richtung SPÖ.
Ich knüpfe da an, wo wir eigentlich bei jeder Diskussion mit Ihnen beginnen, nämlich bei dem Umstand, dass Sie die Zeit vor dem 4. Feber 2000 irgendwie aus Ihrem Gedächtnis gestrichen haben – absichtlich oder unabsichtlich. Manches war auch sehr schmerzhaft, deswegen verstehe ich das ja auch. Aber ich frage Sie jetzt schon: Wenn Ihnen das so ein ehrliches und aufrichtiges Anliegen mit den Forststraßen und der totalen Öffnung in diesem Bereich ist und wenn Sie den Mountainbikesport wirklich aus vollem Herzen unterstützen, wie das Kollege Kräuter immer sagt, warum haben Sie das dann nicht schon längst gemacht? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Er war dafür zuständig! (Vizekanzler Dr. Riess-Passer weist in Richtung SPÖ.) Der Herr Wittmann war dafür zuständig! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Warum haben Sie das nicht gemacht, Herr Kollege Wittmann?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich knüpfe da an, wo wir eigentlich bei jeder Diskussion mit Ihnen beginnen, nämlich bei dem Umstand, dass Sie die Zeit vor dem 4. Feber 2000 irgendwie aus Ihrem Gedächtnis gestrichen haben – absichtlich oder unabsichtlich. Manches war auch sehr schmerzhaft, deswegen verstehe ich das ja auch. Aber ich frage Sie jetzt schon: Wenn Ihnen das so ein ehrliches und aufrichtiges Anliegen mit den Forststraßen und der totalen Öffnung in diesem Bereich ist und wenn Sie den Mountainbikesport wirklich aus vollem Herzen unterstützen, wie das Kollege Kräuter immer sagt, warum haben Sie das dann nicht schon längst gemacht? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Er war dafür zuständig! (Vizekanzler Dr. Riess-Passer weist in Richtung SPÖ.) Der Herr Wittmann war dafür zuständig! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Warum haben Sie das nicht gemacht, Herr Kollege Wittmann?
Ruf bei der SPÖ: Zusperren wegen der Sicherheit!
Wenn Herr Kollege Wittmann sagt, er habe mit mir gesprochen und ich hätte gesagt, ich würde es ohnehin tun, aber der Koalitionspartner sei dagegen, so muss ich sagen: Das haben Sie geträumt! Ein Gespräch mit mir kann das jedenfalls nicht gewesen sein. Ich sage Ihnen auch meine Begründung, warum diese Diskussion keine ist, bei der man einfach so aus dem Ärmel schütteln beziehungsweise sagen kann, man ist für oder gegen Mountainbiker, wenn man über die Öffnung der Forststraßen redet, weil es da einfach auch noch andere Aspekte gibt. Es gibt den Aspekt der Natur und der Landschaft, das ist schon ausführlich diskutiert worden, es gibt aber auch einen wichtigen Aspekt, der bei Ihnen nie vorkommt, das ist der Aspekt der Sicherheit und der Haftungsfragen, die sich daraus ergeben. Das ist ein unglaublich wichtiger Aspekt. (Ruf bei der SPÖ: Zusperren wegen der Sicherheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Thema Sicherheit lasse ich aus dieser Debatte nicht heraußen. Dabei machen Sie es sich schon ein bisschen zu einfach. Die Unfälle, die in diesem Bereich passieren, sind ja nicht einfach irgendwelche Radunfälle, sondern Unfälle, die immer mit hochgradigen Verletzungen verbunden sind, oft auch mit Dauerschäden. In Anbetracht dessen muss ich schon sagen: Diese Frage müssen wir schon ein bisschen ernster nehmen, als Sie es tun. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Hören Sie doch auf! – Abg. Edlinger: Beleidigen Sie nicht den Bundeskanzler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Ing. Kurt Scheuch (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Liebe Frau Vizekanzlerin! – Jetzt muss ich zuerst das Rednerpult ein bisschen höher stellen, weil, wie auch seine Rede gezeigt hat, Herr Dr. Wittman nicht nur körperlich ein kleiner Mann ist. (Abg. Mag. Kogler: Hören Sie doch auf! – Abg. Edlinger: Beleidigen Sie nicht den Bundeskanzler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Befassen möchte ich mich jetzt mit dem Antrag des Genossen Kräuter, der praktisch zum Inhalt hat: Jeder Mann soll – unbeschadet der Bestimmungen – auf Forststraßen Rad fahren dürfen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) Das ist schon okay, Herr Genosse. Wir warten auch auf den Antrag, dass jedermann – unbeschadet der Besitzverhältnisse – in seines Nachbarn Pool springen und dort baden darf, eben als Trendsportart zum Beispiel. Ich sehe schon Zustimmung bei der linken grünen Seite; das scheint bei Ihnen also durchaus gewünscht zu sein.
Abg. Kiermaier: Sie sind nicht unser Genosse!
Überlegenswert wäre es vielleicht auch, Herr Genosse Kräuter (Abg. Kiermaier: Sie sind nicht unser Genosse!), das Auto des Nachbarn zu benutzen, weil das in Bezug auf die Umwelt ganz gut wäre. Da Sie auch von Zahlen gesprochen haben: Vielleicht laden unsere Freunde Genossen auch den einen oder anderen zum Gratis-Fernsehen zu sich nach Hause ein oder vielleicht gar zum Gratis-Wohnen, weil da immerhin auch öffentliche Wohnbauförderungsmittel eingesetzt wurden, lieber Genosse Kräuter. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Lei, lei! – Abg. Edlinger – den Kärntner Dialekt imitierend – Lei loossn, lieba Kollege!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Lei, lei! – Abg. Edlinger – den Kärntner Dialekt imitierend – Lei loossn, lieba Kollege!
Überlegenswert wäre es vielleicht auch, Herr Genosse Kräuter (Abg. Kiermaier: Sie sind nicht unser Genosse!), das Auto des Nachbarn zu benutzen, weil das in Bezug auf die Umwelt ganz gut wäre. Da Sie auch von Zahlen gesprochen haben: Vielleicht laden unsere Freunde Genossen auch den einen oder anderen zum Gratis-Fernsehen zu sich nach Hause ein oder vielleicht gar zum Gratis-Wohnen, weil da immerhin auch öffentliche Wohnbauförderungsmittel eingesetzt wurden, lieber Genosse Kräuter. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Lei, lei! – Abg. Edlinger – den Kärntner Dialekt imitierend – Lei loossn, lieba Kollege!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Letztendlich, Herr Genosse Kräuter, könnten Sie ja auch den Antrag stellen, dass jeder zu Ihnen nach Hause kommen darf, um dort die Mao-Bibel zu lesen, die wahrscheinlich auf Ihrem Nachtkästchen liegt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Aber, meine lieben Marxisten-Freunde, so einfach ist das alles nicht! (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Der Villacher Fasching ist vorbei! Lei, lei, lei, lei! Lei losssn!) Es gibt da nämlich auch die Interessen der Grundbesitzer, es gibt die Interessen der Jäger, der Holzwirtschaft, des Waldes, der Pflanzen und des Wildes.
Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Der Villacher Fasching ist vorbei! Lei, lei, lei, lei! Lei losssn!
Letztendlich, Herr Genosse Kräuter, könnten Sie ja auch den Antrag stellen, dass jeder zu Ihnen nach Hause kommen darf, um dort die Mao-Bibel zu lesen, die wahrscheinlich auf Ihrem Nachtkästchen liegt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Aber, meine lieben Marxisten-Freunde, so einfach ist das alles nicht! (Neuerliche ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der SPÖ: Der Villacher Fasching ist vorbei! Lei, lei, lei, lei! Lei losssn!) Es gibt da nämlich auch die Interessen der Grundbesitzer, es gibt die Interessen der Jäger, der Holzwirtschaft, des Waldes, der Pflanzen und des Wildes.
Abg. Mag. Kogler: Wir auch!
Lieber Herr Kollege Kogler, ich möchte gerne wissen, wie Sie das den Leuten erklären werden, die den Nationalpark Hohe Tauern führen – für den ich mich übrigens sehr eingesetzt habe (Abg. Mag. Kogler: Wir auch!) –, wenn es dort dann freies Mountainbiking geben wird. Darauf bin ich wirklich neugierig; aber darüber steht in Ihrem Antrag natürlich nichts.
Ruf bei der SPÖ: Für Sie wirklich nicht!
Ich sage dazu auch ganz klar und ehrlich: Es gibt natürlich auch ein Grundinteresse der Mountainbiker und des Tourismusbereichs. – Das müsste jetzt eigentlich Beifall bei Ihnen auslösen. (Ruf bei der SPÖ: Für Sie wirklich nicht!) Es gibt aber in diesem Zusammenhang noch etwas, und das nennt sich Vernunft – aber das haben manche Leute von der Opposition hier nicht; Sie, Herr Wittmann, sowieso nicht. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist doch ungeheuerlich! Ordnungsruf, Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist doch ungeheuerlich! Ordnungsruf, Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage dazu auch ganz klar und ehrlich: Es gibt natürlich auch ein Grundinteresse der Mountainbiker und des Tourismusbereichs. – Das müsste jetzt eigentlich Beifall bei Ihnen auslösen. (Ruf bei der SPÖ: Für Sie wirklich nicht!) Es gibt aber in diesem Zusammenhang noch etwas, und das nennt sich Vernunft – aber das haben manche Leute von der Opposition hier nicht; Sie, Herr Wittmann, sowieso nicht. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist doch ungeheuerlich! Ordnungsruf, Herr Präsident! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn –: Ordnungsruf, Herr Präsident! Das ist doch unmöglich!
Ich konstatiere aber durchaus Vernunft in Bezug auf eine SPÖ-Initiative im Oberösterreichischen Landtag. (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dipl.-Ing. Prinzhorn –: Ordnungsruf, Herr Präsident! Das ist doch unmöglich!)
Abg. Böhacker: Gescheit ist das!
Grabner trat bereits im Jahre 1997 dafür ein, sich mit den Forstbesitzern, den Gemeinden und den Tourismusvertretern an einen Tisch zu setzen und ein partnerschaftliches und für alle akzeptables Modell zu entwerfen. (Abg. Böhacker: Gescheit ist das!)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen. Oje! – Rufe bei der ÖVP: Sehr gut!
Abschließend an die Adresse der Grünen: Wissen Sie, ich bin ein leidenschaftlicher Jäger, und zwar von Kindesalter an. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen. Oje! – Rufe bei der ÖVP: Sehr gut!) Und mit Leidenschaft bin ich auch Bauer und Grundbesitzer sowie ein glühender Kämpfer für Eigentumsrechte. Und trotzdem: Die Mountainbike-WM in Oberkärnten, die sogenannte Lurnfelder "Eisenwadl"-WM, hat in meiner Jagd, hat auf meinem Grundbesitz stattgefunden, und zwar ohne dass ich auch nur einen einzigen Schilling dafür verlangt habe. Aber man hat mich eben vorher gefragt, hat meine Zustimmung dazu eingeholt und mich in die Entscheidung mit eingebunden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, ist der richtige Weg in diesem Bereich. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das war eine Aussage – und keine tatsächliche Berichtigung!
Offensichtlich hat die Frau Vizekanzlerin das gar nicht gelesen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Das war eine Aussage – und keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Ing. Scheuch: Die Haftungsfrage ...!
Da ich Ihnen genau zugehört habe, Herr Kollege Scheuch, muss ich sagen: Mir fehlt in Ihrer Argumentation eigentlich nur mehr die Begründung, was die Wanderer von den Radfahrern unterscheidet. (Abg. Ing. Scheuch: Die Haftungsfrage ...!) Warum sagen Sie bezüglich der Wanderer nicht genau dasselbe?
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Scheuch.
Haftungsfragen, Herr Kollege, haben Sie nicht argumentiert! Was hat denn das mit Ihrem "Argument" vom "in den Pool springen" zu tun, das Sie hier so wunderbar ausgebreitet haben? Das hat doch mit Haftungsfragen überhaupt nichts zu tun! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Scheuch. )
Abg. Ing. Scheuch: Es lebe der Marxismus! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Scheuch –: So ein Blödsinn!
Ihnen geht es doch darum, zu sagen: Wenn man in unseren Wald gehen will, dann muss dafür bezahlt werden! Das ist doch das, worauf Sie hinaus wollen – und das haben wir von den Grünen, ebenso die SPÖ, abgelehnt! So einfach ist das! So war die Diskussion, und das ist die Kernfrage, um die es gegangen ist. (Abg. Ing. Scheuch: Es lebe der Marxismus! – Abg. Edlinger – in Richtung des Abg. Ing. Scheuch –: So ein Blödsinn!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"Marxismus" ist bei Ihnen offensichtlich dann gegeben, wenn die Natur für die Menschen zugänglich sein soll; das ist bei Ihnen "Marxismus". Ihrer Ansicht nach sollte man am besten alles einkasteln, niemand darf das, was ihm nicht gehört, betreten. Das ist offensichtlich der besondere Begriff von Naturschutz in der FPÖ. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben dazu einen anderen Zugang. Man kann sagen: grundsätzlich Freigabe, mit der Überlegung, welcher Maßnahmen es bedarf, um zu einer sinnvollen Lösung zu kommen – oder eben das, das was Sie betrieben haben, wobei ich meine, dass es eine unbefriedigende Lösung ist, zu sagen: grundsätzlich Verbot, und Freigabe nur dann, wenn wir es wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter hält eine Tafel, auf der mehrere Verkehrszeichen abgebildet sind, in die Höhe.
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Brosz, das, was Sie soeben gesagt haben, stimmt nicht. Sie haben mir jetzt den Ball bestens aufgelegt. Erst vor kurzem war ich bei einem Mountainbike-Wettbewerb und habe mich dort mit diesen Sportlern unterhalten. Ich kann daher sagen: Diese Sportler sind mit dem Angebot sehr zufrieden. – Sie, Herr Kollege Kräuter, sehe ich ja nie bei solchen Veranstaltungen. (Abg. Dr. Kräuter hält eine Tafel, auf der mehrere Verkehrszeichen abgebildet sind, in die Höhe.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Geben Sie mir dann diese Tafel, und ich erkläre Ihnen, worum es dabei geht. Es geht dabei in erster Linie um Qualität vor Quantität, und daher verstehe ich weder die Grünen noch Sie, Herr Kollege Kräuter. Ich verstehe nicht, warum Sie sozusagen den Weg der uferlosen Quantität befürworten. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Kräuter hält neuerlich eine Tafel in die Höhe.
Herr Kollege Kräuter, geben Sie mir jetzt die Tafel her, ich erkläre Ihnen das! Ich möchte gerne Ihre Tafel haben, aber Sie geben sie mir ja wahrscheinlich nicht, denn ich würde Ihnen genau erklären, was der Hintergrund, was der Beweggrund dafür ist. Ich möchte auch ganz gerne, dass alle Abgeordneten diese Tafel sehen. (Abg. Dr. Kräuter hält neuerlich eine Tafel in die Höhe.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Dazu, meine Damen und Herren, folgende Geschichte. Dort gibt es ein allgemeines Fahrverbot mit dem Hinweis: Forststraße. Das allgemeine Fahrverbot gilt grundsätzlich für jeden, der dort mit einem Fahrzeug unterwegs ist. Das ist also ein Verbot. Darunter ist eine Tonnagebeschränkung angeführt: 3,5 Tonnen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) Die gibt es deshalb, Herr Kollege Kräuter, weil der Weg nicht mehr als ein Fahrzeug mit 3,5 Tonnen Gewicht aushält; der Unterbau würde das nicht aushalten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Dazu, meine Damen und Herren, folgende Geschichte. Dort gibt es ein allgemeines Fahrverbot mit dem Hinweis: Forststraße. Das allgemeine Fahrverbot gilt grundsätzlich für jeden, der dort mit einem Fahrzeug unterwegs ist. Das ist also ein Verbot. Darunter ist eine Tonnagebeschränkung angeführt: 3,5 Tonnen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) Die gibt es deshalb, Herr Kollege Kräuter, weil der Weg nicht mehr als ein Fahrzeug mit 3,5 Tonnen Gewicht aushält; der Unterbau würde das nicht aushalten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, diese Regelung macht Sinn! Ich bin daher dagegen, dass man hier polemisiert und die Hintergründe, warum es dazu gekommen ist, nicht erklärt. Das geschieht doch bitte auf Grund der geltenden Rechtsordnung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Sie waren dagegen! Der ÖAAB war dagegen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie, Herr Kollege Wittmann, polemisieren hier, kennen aber überhaupt nicht die Hintergründe. Da frage ich mich schon, wieso Sie damals als für den Sport zuständiger Staatssekretär nicht längst das getan haben, was Sie jetzt von anderen fordern! Da muss ich schon sagen: Sie sind als Staatssekretär nicht nur nicht glaubwürdig, sondern auch wenig erfolgreich gewesen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Sie waren dagegen! Der ÖAAB war dagegen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Wittmann, ich will Sie an Ihren Erfolgen messen, aber solche hatten Sie nicht! Jetzt tun Sie so, als ob Sie sozusagen die Weisheit mit dem Löffel gegessen hätten. Dem ist wirklich nicht so! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diesen Weg, den wir dabei zu gehen versuchen, nämlich den qualitativ hochwertigen Ausbau von Mountainbike-Strecken anzustreben, lade ich Sie mitzugehen ein, denn unser Weg ist der erfolgreiche. – Ihrer führt in die Irre! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Das alles weiß Scheuch nicht!
Dazu und auch zur Aufklärung des Kollegen Scheuch in puncto Geschichte stelle ich tatsächlich richtig: Die Freiheit der Nutzung des Waldes für die Allgemeinheit hat es bereits gegeben, als Karl Marx noch gar nicht geboren war. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edlinger: Das alles weiß Scheuch nicht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Offensichtlich ist bei diesem Argumentationsnotstand der ÖVP kein Argument zu tief. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Fragen darf man schon noch, oder?
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Frau Vizekanzlerin, wenn Sie ein Mann wären, hätte ich heute ein bisschen Aktionismus hier betrieben und Ihnen eine Waschschüssel überreicht, denn dann könnten Sie wie einst Pilatus Ihre Hände in Unschuld waschen. Das tun Sie ja besonders gern, und immer wieder versuchen Sie, bei allem auf die Vergangenheit hinzuweisen, so zum Beispiel auf den Kollegen Wittmann und so weiter. Ständig weisen Sie darauf hin, dass dies und jenes in der Vergangenheit nicht gemacht worden wäre. (Vizekanzlerin Dr. Riess-Passer: Fragen darf man schon noch, oder?) – Selbstverständlich.
Beifall bei der SPÖ.
In Wahrheit, Frau Vizekanzlerin, geben Sie nicht zu – auch Kollege Grollitsch nicht, der jetzt gerade nicht da ist –, woran Sie in diesem Punkt stets scheitern, nämlich an der ÖVP-Bauern-Lobby und letztlich auch an Ihrer freiheitlichen Minimalisten-Bauernlobby, etwa in Person des Kollegen Scheuch. So etwas hat ja die Welt noch nicht gehört! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Wir sind generell gegen Enteignungen, wenn es nicht im öffentlichen Interesse ist!
Lassen Sie mich aber noch einen anderen Zugang zu diesem Thema finden, der sehr aktuell ist. (Abg. Schwarzenberger: Wir sind generell gegen Enteignungen, wenn es nicht im öffentlichen Interesse ist!) – Herr Kollege Schwarzenberger, auf Sie komme ich dann auch noch zu sprechen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dagegen, Herr Schwarzenberger, ist jedoch die Bauern-Lobby, und diese fährt ganz schnell die schärfsten Geschütze auf, indem sie klagt: Enteignung von Grund und Boden!, so Scheuch. Rechtsunsicherheit, Haftungsverpflichtungen der Landwirte, und so weiter. – Darüber kann man doch nur lachen, da kann Sie doch wirklich niemand mehr verstehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auch die Jäger sind natürlich gegen das Mountainbiken; diese "unheimliche Bedrohung" der heimischen Wildarten durch die paar Radlfahrer, Herr Scheuch! Da kann ich mir ja das Lachen wirklich nicht verkneifen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ist also Ihr Resümee, Herr Scheuch? – Alle Mountainbike-Urlauber zurück in die Schweiz, nach Italien, nach Deutschland! Bei uns in Österreich sollen sie nur essen, trinken und fest zahlen – das ist offensichtlich Ihre Philosophie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Die so genannten Experten, die Sie eingeladen haben, haben auch nach dem Motto gearbeitet: Alles, was der Bauer nicht will, werden wir nicht machen! – Wahre Horrorszenarien wurden von diesen so genannten Experten vorgebracht. Die Straßenverkehrsordnung haben sie auf den Wald so umgelegt, dass die Holzstellen in der Nacht beleuchtet sein müssten, damit sie der Straßenverkehrsordnung entsprächen und als Gefahrenquelle erkannt werden könnten. Ein Experte meinte sogar, im Falle einer Auseinandersetzung zwischen einem Mountainbiker und einem Waldreh müsse die Rechtsregel angewendet werden. Das schlägt doch wirklich dem Fass den Boden aus! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Prinz: Zutiefst ist das, Herr Schuldirektor! – Abg. Schwarzenberger: Das ist Klassenkampf, was Sie da betreiben!
Die Frächter könnten das Holz nicht mehr aus dem Wald bringen, und die Forstarbeiter fühlten sich an Leib und Leben bedroht – so wurde argumentiert! Ich habe das alles mitgeschrieben. (Abg. Prinz: Zutiefst ist das, Herr Schuldirektor! – Abg. Schwarzenberger: Das ist Klassenkampf, was Sie da betreiben!) – Das ist kein Klassenkampf! Die Experten aus dem Justizministerium haben sich überhaupt nicht mehr ausgekannt.
Beifall bei der SPÖ.
Wir, liebe Freunde, haben auf die Ladung unserer Experten bewusst verzichtet, denn wir haben ein Expertengutachten gehabt. Uns ist klar – meine Kollegen haben es schon erläutert –, dass nur der gute Wille seitens ÖVP und FPÖ fehlt und letztlich beide Regierungspartner dem Druck der Bauern unterliegen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Österreich ist für die Mountainbiker die Entdeckung des neuen Jahrhunderts: Kaum anderswo ist man diesen Gesundheitssportlern gegenüber so aufgeschlossen, kaum anderswo ist man so gut für ihre Bedürfnisse gerüstet, und nirgendwo anders gibt es bessere Mountainbike-Strecken. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Kollege hat offensichtlich auch nicht den SPÖ-Antrag gelesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Diese Dinge gilt es anzukreiden. Wenn man an die Fremdenverkehrswirtschaft denkt, an die Volksgesundheit denkt, dann muss man hier die Hebel ansetzen und nicht mit Argumenten, die man eigentlich selbst nicht ehrlich meint, Scheingefechte führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher: Öffnen wir die Radwege! Versuchen wir auf diesem Weg, der Natur zu helfen, das Wild zu schonen und andererseits der Fremdenverkehrswirtschaft sowie auch der Volksgesundheit einen Dienst zu leisten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Untersuchungen zeigen, dass wir in Österreich überall entsprechend mountainbiken können, und die vertragliche Regelung – unser Entschließungsantrag zielt darauf ab – wird dafür sorgen, dass die notwendigen Verbindungen gegeben sind, dass wir Rundwege haben. Wir werden in Zukunft die zum Mountainbiken regional notwendigen Flächen auf vertraglicher Basis zur Verfügung haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Im Seewinkel!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Abgeordneter Schwarzenberger hat in seiner Rede behauptet, dass es im Burgenland keine natürlichen Ressourcen zum Mountainbiken gebe. (Abg. Schwarzenberger: Im Seewinkel!) – Das ist unrichtig!
Abg. Dr. Trinkl: Der einzige Schwemlein!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Vizekanzlerin! Meine Damen und Herren! Ich kann nur sagen: Wieder einmal typisch, der Verlauf dieser Debatte! Kein einziger Touristiker kommt ans Rednerpult! (Abg. Dr. Trinkl: Der einzige Schwemlein!) Es hat sich die Freiheitliche Partei von der Tourismuswirtschaft verabschiedet, es hat sich die ÖVP von der Tourismuswirtschaft verabschiedet. Wer war von der ÖVP am Rednerpult? – Landwirte! Landwirte, die natürlich auch davon betroffen sind.
Beifall bei der SPÖ.
Was mich an dieser Debatte stört, meine Damen und Herren, ist, dass Sie es zwar als eine Selbstverständlichkeit ansehen, dass die Freizeit- und Tourismuswirtschaft einen wesentlichen Stellenwert in Österreich hat, aber anstatt ihr zu helfen – was sie dringend bräuchte –, behindern Sie sie überall! Das möchte ich von dieser Stelle aus einmal klar und deutlich unterstreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Ihre Argumente betonen immer wieder die Möglichkeiten, die es bereits gibt. Ich darf Ihnen in Erinnerung rufen (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter ) – auch Ihnen, Frau Kollegin –, dass Österreichs Anteil am europäischen Tourismusmarkt von 9 Prozent auf 5 Prozent abgesunken ist, Tendenz weiter fallend. Ich frage Sie: Wohin wollen Sie diesen durchaus motivierten, aber angeschlagenen Wirtschaftsbereich noch treiben?
Beifall bei der SPÖ.
Das Entscheidende für den Erfolg der Freizeit- und Tourismuswirtschaft ist, dass das Angebot passt. Dem Gast – ob Mann oder Frau oder Kind –, der in Österreich seinen Sommerurlaub verbringt, ist es völlig egal, wem der Mountainbikeweg gehört. Was er aber haben möchte, ist die Möglichkeit der Nutzung. Der Gast will Vielfalt, aber Sie berauben ihn dieser Möglichkeiten, und das ist eine wirtschaftsfeindliche Einstellung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! In den letzten Jahren haben uns alle unsere Nachbarländer, die im Bereich der Freizeit- und Tourismuswirtschaft zulegen konnten, den Weg vorgegeben, wie man auch im Bereich des Mountainbikings vorzugehen hat. Was wir hier im österreichischen Parlament abliefern, die Bemühungen, die seitens der Sozialdemokratie seit Jahren in ehrlicher Art und Weise geführt werden, um zu einem Rechtszustand zu kommen, der auch der Tourismuswirtschaft hilft, werden von Ihnen unterwandert, werden von Ihnen behindert. Das soll der österreichischen Freizeit- und Tourismuswirtschaft von dieser Stelle aus auch gesagt werden. Diese Regierung ist dem Tourismus in Österreich gegenüber feindlich eingestellt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Glauben Sie mir, die SPÖ freut sich nicht über diese Problematik in der Telekom-Politik, sondern hat bereits mehrfach angeboten – und ich wiederhole das –, bei einem Neuanfang in der Telekom-Politik im Interesse der Bevölkerung unseres Landes mitzumachen. Greifen Sie daher unser Angebot einer konstruktiven Opposition auf und arbeiten Sie mit uns im Interesse Österreichs und seiner Bevölkerung! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben dieses Thema sicherlich nicht leichtfertig abgehandelt, haben ganz bewusst das Thema Mobilfunk-Petition mehr als einmal vertagt, weil es hier immer wieder einen neuen Erkenntnisstand gibt und weil uns – uns als Freiheitlichen und uns als Regierungsparteien – die Anliegen der Bevölkerung wirklich am Herzen liegen und wir mit diesem Gut nicht leichtfertig umgehen wollen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Sehr populistisch!
Meine Damen und Herren! Die GSM-Entwicklung hat im Jahr 1995/96 gestartet, da wurden keine Vorkehrungen getroffen, und da waren sozialdemokratische Minister am Ruder! Lassen wir doch einmal die Kirche im Dorf, und kommen Sie nicht immer mit der gleichen Leier! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Edlinger: Sehr populistisch!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin davon überzeugt, dass von allen beteiligten Ministerien entsprechende Bemühungen unternommen werden, sodass wir schließlich und endlich zu einer solchen Lösung kommen werden. Ich halte das für positiv im Sinne Österreichs und auch für positiv für den Standort Österreich, für den diese Frage auch sehr wichtig ist. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Einen darf ich allerdings seriöserweise ausnehmen: Der Kollege Firlinger hat diese Petition nie unterschrieben, und er hat vorher so gesprochen, wie er nachher spricht. Das muss man der Fairness halber festhalten. Aber diejenigen, die zuerst unterschrieben haben und dann dagegen stimmen, sind meines Erachtens keine würdigen Vertreter der Anliegen der Bevölkerung. Das ist einmal festzuhalten. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Wer von euch hat kein Handy?
Der österreichische Staat riskiert es, ohne das Risiko wissenschaftlich abgeklärt zu haben, eine eventuell risikobehaftete Technologie massiv zu forcieren und dafür auch noch Milliarden zu kassieren. Das ist auch der Vorwurf an die Vorgängerregierung, das muss man redlicherweise dazusagen. Das ist auch das Versäumnis sozialdemokratischer Minister, die die Tür für eine neue Technologie öffneten, ohne vorher abzuklären, inwieweit nicht doch gesundheitliche Bedenken anzumelden sind. Und da hakt auch die Petition ein, und hier wird immer wieder von meiner und unserer Seite der Finger in die offene Wunde der Bedürfnisse der Bevölkerung gelegt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Wer von euch hat kein Handy?)
Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!
Ich lasse mich zwar anrufen, sage aber sofort: Rufen Sie auf der Festnetzleitung zurück! (Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!) Ich sage es ganz ehrlich, ich war die letzte Abgeordnete der Grünen, die auf dieses Gerät zurückgegriffen hat, einfach deshalb, weil man im Prinzip durch diese Technologie nur Befehlsempfänger ist. Das sage ich Ihnen auch. Und das stammt nicht nur aus meinem Mund, sondern das habe ich auch schon den Bemerkungen anderer Abgeordneter entnommen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.
Ich lasse mich zwar anrufen, sage aber sofort: Rufen Sie auf der Festnetzleitung zurück! (Lebhafte Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!) Ich sage es ganz ehrlich, ich war die letzte Abgeordnete der Grünen, die auf dieses Gerät zurückgegriffen hat, einfach deshalb, weil man im Prinzip durch diese Technologie nur Befehlsempfänger ist. Das sage ich Ihnen auch. Und das stammt nicht nur aus meinem Mund, sondern das habe ich auch schon den Bemerkungen anderer Abgeordneter entnommen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Fragen Sie Herrn Mag. Weidlinger; ich habe kürzlich mit ihm darüber telefoniert! Ich verstehe nicht, dass man das Schaffen von Facts verhindern will, nur weil man die Steigbügel für eine Industrie hält, von der Sie, Herr Kollege Firlinger, sagen, das sei eine – ich zitiere – "Konjunkturlokomotive". Schauen Sie sich doch international die Bilanzen der ganzen Telekombranche an! Aus ist es mit der "Konjunkturlokomotive"! Im Gegenteil: Hoch verschuldet sind diese Unternehmen, und im Endeffekt sind die Investoren mit dieser Technologie nicht nur ein hohes Risiko eingegangen, sondern wahrscheinlich haben sie auch mit großen Verlusten zu rechnen. Das ist keine "Konjunkturlokomotive"! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wattaul: Wieso telefonieren Sie denn überhaupt noch mit einem Handy, wenn es so schädlich ist?
Wir gefährden auch keinerlei österreichische Arbeitsplätze, wenn wir hier Vorsicht walten lassen. Für diese Vorsicht plädiere ich, und deshalb sind wir auch immer wieder Unterstützer und Vorantreiber dieser Mobilfunk-Petition gewesen, wobei wir uns in bester Gesellschaft befinden – in Gesellschaft der Ärzte, in Gesellschaft des Obersten Sanitätsrates. Diesen kann ich Ihnen auch zitieren. (Abg. Wattaul: Wieso telefonieren Sie denn überhaupt noch mit einem Handy, wenn es so schädlich ist?) – Ich habe gesagt, ich lasse mich zurückrufen! Ich lege sofort auf und lasse mich immer zurückrufen. – Der Oberste Sanitätsrat hat am 18. November 2001 gesetzliche Maßnahmen gefordert, um die Betreiber zu einer Minimierung der elektromagnetischen Belastung anzuhalten.
Abg. Mag. Kukacka: Ich habe nicht unterschrieben!
Herr Kollege Kukacka, Sie haben sicherlich auch die "Österreichische Gemeinde-Zeitung" bekommen. (Die Rednerin hält eine Ausgabe der "Österreichischen Gemeinde-Zeitung" in die Höhe.) In dieser wird sehr seriös dargelegt, welche Bedenken bestehen und welche rechtlichen Schwierigkeiten und – das muss man wirklich sagen – Missstände und Lücken es gibt. Sie können immer wieder darauf hinweisen, dass das Sache der Bauordnung und somit Landesangelegenheit ist. Sie wissen aber genau, die gesundheitlichen Aspekte sind Bundesmaterie, und da haben wir hier im Nationalrat Handlungsbedarf. Aber Sie weisen das ab, Sie stimmen es nieder, obwohl Sie zum Beispiel unterschrieben haben. (Abg. Mag. Kukacka: Ich habe nicht unterschrieben!) Das ist eine Verhaltensweise, die ich in keiner Weise akzeptieren und dulden kann.
Beifall bei den Grünen.
Diese zwei Jahre sind für mich im Hinblick auf ein Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht einfach so abzuwarten, sondern sie sind für mich Handlungsspielraum, damit Rechtssicherheit für die AnrainerInnen einkehrt – und auch Rechtssicherheit für die Betreiber, denn sie wollen diese auch. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Dr. Graf!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Wir reden ja in den letzten zwei, drei Jahren wiederholt zu diesem Thema. Leider ist bisher niemand mit neuen Erkenntnissen zu diesem Thema hier vorgedrungen, allerdings haben einige ihre Meinung zu diesem Thema offensichtlich massiv geändert, zum Beispiel die sozialdemokratische Fraktion in diesem Haus. (Abg. Mag. Wurm: Dr. Graf!)
Abg. Dr. Moser: Es geht um die Sendemasten!
Da gebe ich Kollegen Parnigoni vollkommen Recht. Das wird sich wirklich nicht machen lassen, und deswegen ist der Antrag der Grünen ein Unfug und würde auch zum völligen Zusammenbruch der Mobilkommunikation führen. (Abg. Dr. Moser: Es geht um die Sendemasten!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.– Abg. Dr. Lichtenberger: Herr Kollege, Sie verwechseln doch auch nicht den Staubsauger mit der Steckdose!
Aber dass heute Kollege Eder das Gegenteil von dem sagt, was Kollege Parnigoni gesagt hat, und jetzt auf einmal diese Mobilfunk-Petition unterstützt, zeigt doch, dass Sie hier eine Wendepolitik betreiben, die nichts damit zu tun hat, was sachliche Notwendigkeit ist, sondern rein mit politischem Opportunismus zu tun hat, meine Damen und Herren. Das ist das Abdanken jeder sachlichen Politik. Das möchte ich in diesem Zusammenhang gesagt haben, Herr Kollege! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.– Abg. Dr. Lichtenberger: Herr Kollege, Sie verwechseln doch auch nicht den Staubsauger mit der Steckdose!)
Abg. Mag. Wurm: Wir nicht!
Es gibt über 2 000 Untersuchungen weltweit! Tun wir doch nicht so, als ob das ein österreichisches Problem wäre! Die ganze Welt forscht auf diesem Gebiet! (Abg. Mag. Wurm: Wir nicht!) Überall, in allen Ländern – von den USA über Australien bis Österreich –, bemüht man sich, eben weil es überall diese Ängste gibt, nachzuprüfen, ob diese berechtigt sind, und keine einzige Untersuchung konnte wirklich ganz konkrete oder überhaupt nur konkrete Nachweise erbringen.
Abg. Mag. Wurm: Ist das für Sie lächerlich?
Selbstverständlich: Es gibt Befindlichkeitsstörungen, die auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben. (Abg. Mag. Wurm: Ist das für Sie lächerlich?) Nein, das ist für uns überhaupt nicht lächerlich! Aber die Ursache für die Befindlichkeitsstörung ist die Angst vor der Telefonie, aber nicht die konkrete Auswirkung der Strahlung, meine Damen und Herren! Auch das haben diese Untersuchungen längst ergeben.
Abg. Parnigoni: Das sind vor allem ÖVP-Bürgermeister! Denen müssen Sie das sagen, nicht uns!
Und deshalb glauben wir, dass wir auch in Zukunft hier sachlich sein sollen und müssen, dass es aber selbstverständlich sinnvoll ist, wenn die Maßnahmen, die wir auch in unserem Entschließungsantrag fordern, durchgesetzt werden. Es machen es sich auch viele Bürgermeister zu leicht – auch das sage ich –, und es machen es sich auch die Länder viel zu leicht (Abg. Parnigoni: Das sind vor allem ÖVP-Bürgermeister! Denen müssen Sie das sagen, nicht uns!), denn wir haben hier die Möglichkeit schon längst geschaffen und die Länder auch aufgefordert, zum Beispiel dieses Site-Sharing wirklich durchzusetzen, nämlich die verschiedenen Anbieter zu zwingen, ihre Sendeanlagen tatsächlich auf einem Masten zu montieren. Da wird dann immer auf den Bund verwiesen, anstatt dass endlich in den Landesbauordnungen konkrete Maßnahmen getroffen würden und dieses Problem wirklich angegangen wird, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Moser: Und wenn die Betreiber nicht wollen?
Niemand in diesem Haus will den Wildwuchs dieser Handy-Masten – das ist überhaupt keine Frage! Selbstverständlich wollen wir auch, dass es hier entsprechende Anrainerrechte gibt. Natürlich will niemand, dass neben seinem Haus so ein Mast steht; auch ich würde das wahrscheinlich nicht wollen. Aber selbstverständlich ist es möglich, dass es hier zu einem Konsens, zu einer gemeinsamen Lösung kommt, dass die Bürger eingebunden werden, dass das mit der Gemeinde abgesprochen wird und eine gemeinsame Lösung gefunden wird. – Die gesetzlichen Voraussetzungen jedenfalls haben wir dafür geschaffen. Jetzt geht es darum, dass das auch mit entsprechendem politischen Mut auf Gemeindeebene durchgesetzt wird, meine Damen und Herren. Das ist es, was wir wollen, und diese Politik werden wir auch weiter betreiben. (Abg. Dr. Moser: Und wenn die Betreiber nicht wollen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Klar ist: Die jetzt bestehenden Regelungen sind Regelungen, die modern und zeitgemäß sind, die dem Standard der Europäischen Union entsprechen, die durch die EU-Richtlinien gedeckt sind und die auch den Normen der Weltgesundheitsorganisation entsprechen. Das ist unser Stand in Österreich, und es wäre völlig unvertretbar, für Österreich irgendwelche Sonderregelungen in diesem Bereich zu suchen. Man würde uns international in dieser Frage nur auslachen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht gehört!
Nun sind zwei Jahre vergangen, aber es ist in Wirklichkeit nichts passiert, es ist fast nichts passiert. Und das ist der Vorwurf, den ich Ihnen jetzt mache. Damals, als wir diese Enquete veranstalteten, hat Ihr Vorgänger, Herr Bundesminister Schmid, noch eine Grenzwerteverordnung angekündigt – sie wurde dann nicht erlassen. Die Bürgerinitiativen sind froh darüber, weil sie sagen, sie wäre grob fahrlässig, vielleicht auch verfassungswidrig gewesen. Das, was einheitlich gefordert wird, Frau Ministerin, ist Rechtssicherheit: Rechtssicherheit in Bezug auf die Parteienstellung der Anrainer, der Mieter und Mieterinnen. Andererseits gibt es große Bedenken in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen. Und hier sind Sie säumig: Hier sind Sie säumig als Ministerin für Innovation und Verkehr, und hier ist auch die Ministerin für Wissenschaft säumig. Wieso gibt es denn nicht die entsprechenden Forschungsaufträge, damit wir mehr Sicherheit und Aufschlüsse darüber bekommen, was denn die Langzeitauswirkungen dieser Strahlungen sind? (Abg. Gaugg: So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht gehört!) – Dann sollten Sie hinausgehen, so wie viele Ihrer Kollegen – es ist ja sehr leer in Ihren Reihen. (Abg. Zweytick: Da drüben ist es auch nicht besser!)
Abg. Zweytick: Da drüben ist es auch nicht besser!
Nun sind zwei Jahre vergangen, aber es ist in Wirklichkeit nichts passiert, es ist fast nichts passiert. Und das ist der Vorwurf, den ich Ihnen jetzt mache. Damals, als wir diese Enquete veranstalteten, hat Ihr Vorgänger, Herr Bundesminister Schmid, noch eine Grenzwerteverordnung angekündigt – sie wurde dann nicht erlassen. Die Bürgerinitiativen sind froh darüber, weil sie sagen, sie wäre grob fahrlässig, vielleicht auch verfassungswidrig gewesen. Das, was einheitlich gefordert wird, Frau Ministerin, ist Rechtssicherheit: Rechtssicherheit in Bezug auf die Parteienstellung der Anrainer, der Mieter und Mieterinnen. Andererseits gibt es große Bedenken in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen. Und hier sind Sie säumig: Hier sind Sie säumig als Ministerin für Innovation und Verkehr, und hier ist auch die Ministerin für Wissenschaft säumig. Wieso gibt es denn nicht die entsprechenden Forschungsaufträge, damit wir mehr Sicherheit und Aufschlüsse darüber bekommen, was denn die Langzeitauswirkungen dieser Strahlungen sind? (Abg. Gaugg: So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht gehört!) – Dann sollten Sie hinausgehen, so wie viele Ihrer Kollegen – es ist ja sehr leer in Ihren Reihen. (Abg. Zweytick: Da drüben ist es auch nicht besser!)
Abg. Gaugg: Haben Sie ein Handy, Frau Kollegin?
Ein anderes Faktum ist – Herr Kollege Eder hat schon darauf hingewiesen –, dass sehr viele Menschen einfach Probleme damit haben, wenn sie in der Früh aufwachen und ein so genannter Handy-Mast vor ihrer Tür steht. Das ist eine Abwertung! (Abg. Gaugg: Haben Sie ein Handy, Frau Kollegin?) Sie, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, haben sich heute über den Eingriff in Eigentumsrechte beim Mountainbiken alteriert. Ist das nicht auch ein Eingriff in die Eigentumsrechte, wenn vor meinem Haus am Nachbargrundstück ein Handy-Mast aufgestellt wird, ist das nicht eine Abwertung des Grundstückes? – Das ist eine massive Abwertung! Ob es gesundheitlich bedenklich ist oder nicht, wissen wir noch nicht. Auch dieser Aspekt ist zu bedenken. (Abg. Schwarzenberger: Der Grundbesitzer muss gefragt werden, wenn ein Handy-Mast aufgestellt wird!)
Abg. Schwarzenberger: Der Grundbesitzer muss gefragt werden, wenn ein Handy-Mast aufgestellt wird!
Ein anderes Faktum ist – Herr Kollege Eder hat schon darauf hingewiesen –, dass sehr viele Menschen einfach Probleme damit haben, wenn sie in der Früh aufwachen und ein so genannter Handy-Mast vor ihrer Tür steht. Das ist eine Abwertung! (Abg. Gaugg: Haben Sie ein Handy, Frau Kollegin?) Sie, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, haben sich heute über den Eingriff in Eigentumsrechte beim Mountainbiken alteriert. Ist das nicht auch ein Eingriff in die Eigentumsrechte, wenn vor meinem Haus am Nachbargrundstück ein Handy-Mast aufgestellt wird, ist das nicht eine Abwertung des Grundstückes? – Das ist eine massive Abwertung! Ob es gesundheitlich bedenklich ist oder nicht, wissen wir noch nicht. Auch dieser Aspekt ist zu bedenken. (Abg. Schwarzenberger: Der Grundbesitzer muss gefragt werden, wenn ein Handy-Mast aufgestellt wird!)
Abg. Wattaul – in Richtung Rednerin –: Gisi, warum telefonierst du so viel?
Ich glaube, dass das ernst zu nehmen ist. Ich meine, es ist notwendig, wieder Frieden in unsere Gemeinden zu bringen. Wir sollten nicht das tun, was Sie mit Ihrem Entschließungsantrag machen, sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien, und was Ihnen zum Beispiel auch die "Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt" konstatieren: Verzögern, verleugnen, verspotten. – So wird Ihre Politik in diesem Zusammenhang beschrieben. (Abg. Wattaul – in Richtung Rednerin –: Gisi, warum telefonierst du so viel?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Die SPÖ könnte mit gutem Beispiel vorangehen und alle Handys absammeln!
Nehmen Sie sich ein Herz, Frau Ministerin! Beginnen Sie zu handeln! Sie würden viel für die Bevölkerung in diesem Sinne machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Die SPÖ könnte mit gutem Beispiel vorangehen und alle Handys absammeln!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Firlinger hat gesagt, es sei notwendig, in der Diskussion das richtige Augenmaß zu bewahren. Ich stimme dieser Feststellung nicht nur im Hinblick auf diese Diskussion zu. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Das dauert!
Emotionale Themen können auf sachlicher Ebene nicht behandelt werden. Das heißt, es wird einen laufenden und weiteren Dialog dazu geben müssen. Dazu sind wir auch bereit. Es liegen alle rechtlichen Grundlagen vor. Es kann auch nicht sein, dass man nur für einen Teil einer Belastung eine Grenzwerteverordnung erlässt, sondern – und diese Aspekte sind sicherlich sehr positiv und heute auch schon mehrmals angesprochen worden – es ist sicherlich ein Weg in die richtige Richtung, ein bundeseinheitliches Immissionsschutzgesetz zu erlassen (Abg. Dr. Moser: Das dauert!), und dem werden wir auch folgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Emotionale Themen können auf sachlicher Ebene nicht behandelt werden. Das heißt, es wird einen laufenden und weiteren Dialog dazu geben müssen. Dazu sind wir auch bereit. Es liegen alle rechtlichen Grundlagen vor. Es kann auch nicht sein, dass man nur für einen Teil einer Belastung eine Grenzwerteverordnung erlässt, sondern – und diese Aspekte sind sicherlich sehr positiv und heute auch schon mehrmals angesprochen worden – es ist sicherlich ein Weg in die richtige Richtung, ein bundeseinheitliches Immissionsschutzgesetz zu erlassen (Abg. Dr. Moser: Das dauert!), und dem werden wir auch folgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner: Wo ist er überhaupt? – Abg. Schwarzenberger: Er telefoniert gerade mit dem Handy!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist, glaube ich, einiges anzumerken. Zum einen halte ich fest, dass Kollege Eder nicht populistisch ist, sondern sich große Sorgen macht, und zwar vor allem auch deshalb ... (Abg. Dr. Ofner: Wo ist er überhaupt? – Abg. Schwarzenberger: Er telefoniert gerade mit dem Handy!) – Ich komme darauf zurück. Er steht da. – Er macht sich große Sorgen, weil Sie im Besonderen eine sehr populistische Vorgangsweise gewählt haben. Wenn sogar Frau Riess-Passer die entsprechenden Petitionen mit unterschrieben hat und, wie Kollegin Moser gesagt hat, fast die gesamte FPÖ-Riege außer dem Kollegen Firlinger, der damals noch nicht in der FPÖ war und nicht unterschrieben hat (Abg. Mag. Firlinger: Es waren andere auch! Bitte genau nachlesen), dann sieht man ja ganz genau, wenn Sie einmal Blut geleckt haben, das heißt, die Macht gespürt haben, dann pfeifen Sie sich einfach nicht mehr um die Sorgen der Menschen.
Abg. Mag. Firlinger: Es waren andere auch! Bitte genau nachlesen
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist, glaube ich, einiges anzumerken. Zum einen halte ich fest, dass Kollege Eder nicht populistisch ist, sondern sich große Sorgen macht, und zwar vor allem auch deshalb ... (Abg. Dr. Ofner: Wo ist er überhaupt? – Abg. Schwarzenberger: Er telefoniert gerade mit dem Handy!) – Ich komme darauf zurück. Er steht da. – Er macht sich große Sorgen, weil Sie im Besonderen eine sehr populistische Vorgangsweise gewählt haben. Wenn sogar Frau Riess-Passer die entsprechenden Petitionen mit unterschrieben hat und, wie Kollegin Moser gesagt hat, fast die gesamte FPÖ-Riege außer dem Kollegen Firlinger, der damals noch nicht in der FPÖ war und nicht unterschrieben hat (Abg. Mag. Firlinger: Es waren andere auch! Bitte genau nachlesen), dann sieht man ja ganz genau, wenn Sie einmal Blut geleckt haben, das heißt, die Macht gespürt haben, dann pfeifen Sie sich einfach nicht mehr um die Sorgen der Menschen.
Abg. Mag. Firlinger: Der Blödsinn wird nicht wahrer, indem du den Blödsinn wiederholst, Parnigoni!
Ein Zweites ist auch festzuhalten, und das hat mich jetzt schon etwas erschüttert, Frau Bundesministerin. Da gibt es ja dieses Sprichwort: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bilde ich einen Arbeitskreis. Bei der FPÖ heißt es anders: Wenn ich mich nicht mehr aussiseh, dann schieb ich’s in ein Ministerium der ÖVP! – Das ist so die Linie, die die Frau Bundesministerin da geprägt hat, nämlich: Okay, jetzt brauchen wir irgendetwas, wo der Umweltminister zuständig ist. Pfui gack, das wollen wir nicht mehr! Das sollen jetzt die bösen Schwarzen erledigen. – So ist Ihre Politik, ganz genau so! (Abg. Mag. Firlinger: Der Blödsinn wird nicht wahrer, indem du den Blödsinn wiederholst, Parnigoni!)
Abg. Dr. Mertel: Wie heißt das oberösterreichisch?
Meine Damen und Herren! Was mich bei der ganzen Angelegenheit besonders erschüttert, ist, dass die Frau Bundesministerin so drüberschlenzt und so irgendwie meint, wir werden keine ... (Abg. Dr. Mertel: Wie heißt das oberösterreichisch?) Ich kann das nur niederösterreichisch sagen. Wie dies auf Oberösterreichisch heißt, darüber bin ich nicht informiert! (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Sagen Sie doch einmal etwas Konkretes! Das ist doch nur Polemik!)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Sagen Sie doch einmal etwas Konkretes! Das ist doch nur Polemik!
Meine Damen und Herren! Was mich bei der ganzen Angelegenheit besonders erschüttert, ist, dass die Frau Bundesministerin so drüberschlenzt und so irgendwie meint, wir werden keine ... (Abg. Dr. Mertel: Wie heißt das oberösterreichisch?) Ich kann das nur niederösterreichisch sagen. Wie dies auf Oberösterreichisch heißt, darüber bin ich nicht informiert! (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Sagen Sie doch einmal etwas Konkretes! Das ist doch nur Polemik!)
Abg. Mag. Firlinger: Du hast geglaubt, es werden 60 Milliarden werden!
Auf alle Fälle war sie der Meinung, dass die Rahmenbedingungen in Ordnung sind und dass sie in keinster Weise eine entsprechende Verordnung erlassen will. Und da möchte ich sie schon wirklich fragen, wie sie sich die Zukunft des Telekom-Marktes vorstellt. Jetzt hat Salzburg eine Verordnung mit den bekannten Grenzwerten erlassen. Andere Bundesländer werden ebenfalls entsprechende Möglichkeiten nutzen, auch irgendetwas zu erlassen, und dann sollen sich die Investoren, die 10 Milliarden, 11 Milliarden für die Konzessionen hingelegt haben, die 50, 60 Milliarden Schilling investieren sollen (Abg. Mag. Firlinger: Du hast geglaubt, es werden 60 Milliarden werden!) – schau, das soll man wirklich ernst abhandeln! –, in diesem Wirrwarr von rechtlichen Gegebenheiten orientieren. Und da, meine Damen und Herren, kann ich der
Beifall bei der SPÖ.
Frau Landespartei-Geschäftsführerin! Das können Sie alles fest mitschreiben. Berichten Sie das Ihrem Herrn Pröll! Er soll endlich Gas geben und etwas für periphere Regionen tun! Und Sie, Frau Minister, handeln Sie endlich, sodass die Industrie entsprechend ausbauen kann, damit wir in Österreich eine fortschrittliche Infrastruktur auch im Telekommunikationsbereich haben! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das trauen Sie sich aber nicht im Waldviertel zu erzählen! Das ist eine Frechheit, so etwas!
Abgeordnete Mag. Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Zum Kollegen Parnigoni: Ich glaube, Sie haben bis heute noch immer nicht begriffen, dass Generalverkehrsplan nicht Detailplan heißt. Sie sollten sich das meiner Ansicht nach noch einmal anschauen, und dann sollten Sie sich vielleicht einmal überlegen, was die Verländerung der Straßen für Niederösterreich, insbesondere fürs Waldviertel, heißt, denn da profitiert vor allem das Waldviertel. (Abg. Parnigoni: Das trauen Sie sich aber nicht im Waldviertel zu erzählen! Das ist eine Frechheit, so etwas!)
Abg. Mag. Firlinger: Schäm dich, Parnigoni!
Ich appelliere an die Opposition, an dieses Thema mit mehr Ernsthaftigkeit und weniger Polemik heranzugehen und endlich einmal einen konstruktiven Beitrag zu leisten, denn ich glaube, Angstmache, so wie sie Sie betreiben, kann wirklich krank machen. (Abg. Mag. Firlinger: Schäm dich, Parnigoni!) Und das kann wohl nicht in Ihrem Interesse sein, denn wir alle wissen, dass wir hier in einem sehr, sehr sensiblen Bereich agieren, wo es Emotionen und Sorgen gibt. Daher sollten wir diese Sorgen einfach ernst nehmen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf noch einmal an Herrn Parnigoni mein Wort richten, und zwar darf ich ihn an die frühere Position der SPÖ erinnern. Ich darf Sie nur daran erinnern, dass die SPÖ jahrelang gerade in diesem Bereich sehr zurückhaltend war, dass gerade in diesem Bereich zig SPÖ-Minister verantwortlich waren und dass hier jahrelang nichts gemacht worden ist, dass also im wahrsten Sinne des Wortes viel an Regelungsbedarf verschlafen worden ist. Das nur zur Erinnerung! Das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Der Bevölkerung einen Schmäh erzählen, das ist Ihre Aufgabe!
Es ist meiner Ansicht nach nicht die Aufgabe eines Politikers, der Bevölkerung Angst zu machen, sondern seine Aufgabe ist es, für die Bevölkerung nach konstruktiven Lösungen zu suchen. (Abg. Parnigoni: Der Bevölkerung einen Schmäh erzählen, das ist Ihre Aufgabe!) Gerade wir in Österreich – Sie sollten das wissen – halten uns an Richtlinien, die innerhalb der Europäischen Union gelten, die aber auch seitens der WHO kommen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gehen wir an dieses sensible Thema objektiv heran! Nehmen wir alle internationalen Studien zur Hand und versuchen wir, gemeinsame Regelungen zum Schutz der Bevölkerung, zum Schutz der Österreicher zu finden! Betreiben wir keine Panik, sondern arbeiten wir im Sinne Österreichs, im Sinne der Bevölkerung mit konstruktiven Beiträgen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Parnigoni! Du hast dich heute nicht ausgezeichnet!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Frau Bundesminister! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe mich deswegen noch einmal zu Wort gemeldet, weil mich Kollege Firlinger in meiner Seele getroffen und gemeint hat, ich hätte heute hier populistisch geredet und man sollte doch sachlich bleiben. (Abg. Mag. Firlinger: Parnigoni! Du hast dich heute nicht ausgezeichnet!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Das war ein "wichtiger" Beitrag! Schade um die Zeit!
Frau Bundesminister! Ich gratuliere Ihnen wirklich recht herzlich zu diesem Koalitionspartner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zweytick: Das war ein "wichtiger" Beitrag! Schade um die Zeit!)
Abg. Parnigoni: So wie Sie das bei Temelín geschürt haben, die Angst, Sie, die FPÖ!
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Strahlung, sei es ionisierende wie im Fall Temelin oder nichtionisierende wie jetzt im Fall der Mobilfunknetze, ist, wie man sieht, immer verbunden mit Emotion, mit Angst, mit Unsicherheit, mit Gefahr. (Abg. Parnigoni: So wie Sie das bei Temelín geschürt haben, die Angst, Sie, die FPÖ!) Wissen Sie, was das Thema Angst schüren am Rednerpult betrifft, könnte man heute viele Fraktionen gerade in dieser Richtung sehr angreifen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Strahlung, sei es ionisierende wie im Fall Temelin oder nichtionisierende wie jetzt im Fall der Mobilfunknetze, ist, wie man sieht, immer verbunden mit Emotion, mit Angst, mit Unsicherheit, mit Gefahr. (Abg. Parnigoni: So wie Sie das bei Temelín geschürt haben, die Angst, Sie, die FPÖ!) Wissen Sie, was das Thema Angst schüren am Rednerpult betrifft, könnte man heute viele Fraktionen gerade in dieser Richtung sehr angreifen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Meine Damen und Herren! Strahlen sind nämlich unsichtbar, ungreifbar und unfühlbar. Und wie es um das allgemeine Wissen darüber bestellt ist, das war heute auch hier am Rednerpult ganz besonders eindrucksvoll zu erkennen: Es sind Worte wie "Strahlensachen" und so weiter gefallen. Frau Abgeordnete! Strahlen sind keine Sachen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Frau Abgeordnete! Es ist mein Job, darüber Bescheid zu wissen. – Also das allgemeine Wissen darüber ist sehr gering. Und damit werden gerade diese Fälle, in denen allgemeines Wissen wichtig ist, auch sehr bald und sehr leicht zum Spielball von Emotionen.
Abg. Dr. Mertel: Ich zum Beispiel!
Wer von Ihnen hat keinen Fernseher? Haben Sie einen? Wer hat keinen Walkman? Wer hat kein Handy? Wer hat keinen Mikrowellenherd? (Abg. Dr. Mertel: Ich zum Beispiel!) Das heißt, ich bin gegen jede Form von Strahlenhysterie, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wer von Ihnen hat keinen Fernseher? Haben Sie einen? Wer hat keinen Walkman? Wer hat kein Handy? Wer hat keinen Mikrowellenherd? (Abg. Dr. Mertel: Ich zum Beispiel!) Das heißt, ich bin gegen jede Form von Strahlenhysterie, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: "Ärzte und Ärztinnen für eine gesunde Umwelt" sagen etwas anderes!
Im Gegensatz dazu – und das hat die Frau Ministerin bereits ganz genau ausgeführt – gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Studien und keine Beweise dafür, dass nichtionisierende Strahlung der Mobilfunknetze gesundheitsgefährdende Schäden verursacht. Man kennt Interaktionen mit technischen Geräten wie Herzschrittmachern oder technischen Geräten in den Krankenhäusern, aber keine gesundheitsgefährdenden Schädigungen oder Effekte. (Abg. Mag. Wurm: "Ärzte und Ärztinnen für eine gesunde Umwelt" sagen etwas anderes!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ganz wichtig ist, dass diese Forschungsmaßnahmen auch zu regelmäßigen Adaptierungen der gesetzlichen Maßnahmen in diesem Bereich führen. Und da sind besonders – das muss man ganz klar sagen – das Umweltministerium und Herr Minister Molterer gefordert. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der wichtigste Schutz vor einer Strahlenquelle aber ist – und das sage ich in jedem meiner Ausbildungskurse – der Abstand von der Strahlenquelle. Das heißt, benutzen Sie Ihr Handy dann, wenn es notwendig ist, nicht als Zeichen der Wichtigkeit, nicht als Zeichen der Unabkömmlichkeit, nicht als Zeichen der einzigen Kommunikation! Und das machen Sie als Vorbildwirkung auch für Ihre Kinder. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger
Was war für die Anrainer, für die Betroffenen, das Störende? Es war, wie sich herausstellt, lediglich der Sichtkontakt zur Sendeanlage (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger ) und die
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich denke, dass durch diese Vereinbarung die Voraussetzung beziehungsweise die Chance für ein partnerschaftliches Zusammenwirken aller Beteiligten gegeben ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!
Herr Kollege Parnigoni ist jetzt leider nicht da. (Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!) – Doch, er ist da. Das freut mich, da kann ich das gleich direkt übermitteln: Herr Kollege, es gab im Jahr 1998 einen Antrag von Ihnen (Abg. Parnigoni: Ja!) zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes, und da haben Sie nichts in dieser Richtung beantragt. Es gab nur eine kleine Novelle, mit der die Frage des Site-Sharing im Gesetz verankert wurde (Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!) – sicherlich, auch das ist ein wichtiger Schritt –, aber all das, was Sie heute hier gefordert oder kritisiert haben, haben Sie in diesem Antrag nicht formuliert. (Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!) Diese Wendigkeit, Herr Kollege, ist beachtlich! (Abg. Parnigoni: Wieso?)
Abg. Parnigoni: Ja!
Herr Kollege Parnigoni ist jetzt leider nicht da. (Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!) – Doch, er ist da. Das freut mich, da kann ich das gleich direkt übermitteln: Herr Kollege, es gab im Jahr 1998 einen Antrag von Ihnen (Abg. Parnigoni: Ja!) zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes, und da haben Sie nichts in dieser Richtung beantragt. Es gab nur eine kleine Novelle, mit der die Frage des Site-Sharing im Gesetz verankert wurde (Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!) – sicherlich, auch das ist ein wichtiger Schritt –, aber all das, was Sie heute hier gefordert oder kritisiert haben, haben Sie in diesem Antrag nicht formuliert. (Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!) Diese Wendigkeit, Herr Kollege, ist beachtlich! (Abg. Parnigoni: Wieso?)
Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!
Herr Kollege Parnigoni ist jetzt leider nicht da. (Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!) – Doch, er ist da. Das freut mich, da kann ich das gleich direkt übermitteln: Herr Kollege, es gab im Jahr 1998 einen Antrag von Ihnen (Abg. Parnigoni: Ja!) zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes, und da haben Sie nichts in dieser Richtung beantragt. Es gab nur eine kleine Novelle, mit der die Frage des Site-Sharing im Gesetz verankert wurde (Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!) – sicherlich, auch das ist ein wichtiger Schritt –, aber all das, was Sie heute hier gefordert oder kritisiert haben, haben Sie in diesem Antrag nicht formuliert. (Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!) Diese Wendigkeit, Herr Kollege, ist beachtlich! (Abg. Parnigoni: Wieso?)
Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!
Herr Kollege Parnigoni ist jetzt leider nicht da. (Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!) – Doch, er ist da. Das freut mich, da kann ich das gleich direkt übermitteln: Herr Kollege, es gab im Jahr 1998 einen Antrag von Ihnen (Abg. Parnigoni: Ja!) zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes, und da haben Sie nichts in dieser Richtung beantragt. Es gab nur eine kleine Novelle, mit der die Frage des Site-Sharing im Gesetz verankert wurde (Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!) – sicherlich, auch das ist ein wichtiger Schritt –, aber all das, was Sie heute hier gefordert oder kritisiert haben, haben Sie in diesem Antrag nicht formuliert. (Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!) Diese Wendigkeit, Herr Kollege, ist beachtlich! (Abg. Parnigoni: Wieso?)
Abg. Parnigoni: Wieso?
Herr Kollege Parnigoni ist jetzt leider nicht da. (Abg. Parnigoni – auf seinen Sitzplatz zurückkehrend –: Das ist ein Irrtum!) – Doch, er ist da. Das freut mich, da kann ich das gleich direkt übermitteln: Herr Kollege, es gab im Jahr 1998 einen Antrag von Ihnen (Abg. Parnigoni: Ja!) zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes, und da haben Sie nichts in dieser Richtung beantragt. Es gab nur eine kleine Novelle, mit der die Frage des Site-Sharing im Gesetz verankert wurde (Abg. Parnigoni: Hab’ ich ja gesagt!) – sicherlich, auch das ist ein wichtiger Schritt –, aber all das, was Sie heute hier gefordert oder kritisiert haben, haben Sie in diesem Antrag nicht formuliert. (Abg. Parnigoni: Ich habe nur die Verordnung verlangt ...!) Diese Wendigkeit, Herr Kollege, ist beachtlich! (Abg. Parnigoni: Wieso?)
Abg. Parnigoni: Wie?
Wir entwickeln mit der heutigen Entschließung die Sache im Sinne dieser Mobilfunk-Petition weiter. (Abg. Parnigoni: Wie?) Ich zitiere im Folgenden nur einige dieser fünf Punkte, die schon mehrfach angesprochen wurden:
Abg. Parnigoni: 1998!
Der Bund kann hier nur die Länder ersuchen, etwas zu tun, und das hat er auch schon gemacht. Es wurde nämlich (Abg. Parnigoni: 1998!) im Jahre 1998 – Herr Kollege Parnigoni weiß es, er hat das ja auch mit beantragt – dieser Beschluss gefasst (Abg. Parnigoni: Schauen Sie, was wir alles gemacht haben, im Gegensatz zu ...! Da sehen Sie, wie aktiv wir waren!), durch den die Landeshauptleute aufgefordert werden, in ihrem Bereich Regelungen zur Verbesserung der Anrainerrechte beziehungsweise im Bereich Landschaftsschutz, Natur- und Umweltbeeinträchtigung zu treffen. Nur ist leider nichts geschehen, Herr Kollege! Es ist nämlich nichts geschehen in dieser Richtung (Abg. Parnigoni: Zwei Jahre ...! Zwei Jahre! – Das war 1998!), und daher wird die Bundesregierung weiterhin daran arbeiten, um die Landeshauptleute davon zu überzeugen, dass hier etwas geschehen muss. (Abg. Parnigoni: Viel Spaß!)
Abg. Parnigoni: Schauen Sie, was wir alles gemacht haben, im Gegensatz zu ...! Da sehen Sie, wie aktiv wir waren!
Der Bund kann hier nur die Länder ersuchen, etwas zu tun, und das hat er auch schon gemacht. Es wurde nämlich (Abg. Parnigoni: 1998!) im Jahre 1998 – Herr Kollege Parnigoni weiß es, er hat das ja auch mit beantragt – dieser Beschluss gefasst (Abg. Parnigoni: Schauen Sie, was wir alles gemacht haben, im Gegensatz zu ...! Da sehen Sie, wie aktiv wir waren!), durch den die Landeshauptleute aufgefordert werden, in ihrem Bereich Regelungen zur Verbesserung der Anrainerrechte beziehungsweise im Bereich Landschaftsschutz, Natur- und Umweltbeeinträchtigung zu treffen. Nur ist leider nichts geschehen, Herr Kollege! Es ist nämlich nichts geschehen in dieser Richtung (Abg. Parnigoni: Zwei Jahre ...! Zwei Jahre! – Das war 1998!), und daher wird die Bundesregierung weiterhin daran arbeiten, um die Landeshauptleute davon zu überzeugen, dass hier etwas geschehen muss. (Abg. Parnigoni: Viel Spaß!)
Abg. Parnigoni: Zwei Jahre ...! Zwei Jahre! – Das war 1998!
Der Bund kann hier nur die Länder ersuchen, etwas zu tun, und das hat er auch schon gemacht. Es wurde nämlich (Abg. Parnigoni: 1998!) im Jahre 1998 – Herr Kollege Parnigoni weiß es, er hat das ja auch mit beantragt – dieser Beschluss gefasst (Abg. Parnigoni: Schauen Sie, was wir alles gemacht haben, im Gegensatz zu ...! Da sehen Sie, wie aktiv wir waren!), durch den die Landeshauptleute aufgefordert werden, in ihrem Bereich Regelungen zur Verbesserung der Anrainerrechte beziehungsweise im Bereich Landschaftsschutz, Natur- und Umweltbeeinträchtigung zu treffen. Nur ist leider nichts geschehen, Herr Kollege! Es ist nämlich nichts geschehen in dieser Richtung (Abg. Parnigoni: Zwei Jahre ...! Zwei Jahre! – Das war 1998!), und daher wird die Bundesregierung weiterhin daran arbeiten, um die Landeshauptleute davon zu überzeugen, dass hier etwas geschehen muss. (Abg. Parnigoni: Viel Spaß!)
Abg. Parnigoni: Viel Spaß!
Der Bund kann hier nur die Länder ersuchen, etwas zu tun, und das hat er auch schon gemacht. Es wurde nämlich (Abg. Parnigoni: 1998!) im Jahre 1998 – Herr Kollege Parnigoni weiß es, er hat das ja auch mit beantragt – dieser Beschluss gefasst (Abg. Parnigoni: Schauen Sie, was wir alles gemacht haben, im Gegensatz zu ...! Da sehen Sie, wie aktiv wir waren!), durch den die Landeshauptleute aufgefordert werden, in ihrem Bereich Regelungen zur Verbesserung der Anrainerrechte beziehungsweise im Bereich Landschaftsschutz, Natur- und Umweltbeeinträchtigung zu treffen. Nur ist leider nichts geschehen, Herr Kollege! Es ist nämlich nichts geschehen in dieser Richtung (Abg. Parnigoni: Zwei Jahre ...! Zwei Jahre! – Das war 1998!), und daher wird die Bundesregierung weiterhin daran arbeiten, um die Landeshauptleute davon zu überzeugen, dass hier etwas geschehen muss. (Abg. Parnigoni: Viel Spaß!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Man kann nicht dauernd kritisieren und dauernd an die Frau Bundesminister Forderungen stellen, wenn andere dafür zuständig sind, aber in dieser Angelegenheit nichts tun. Nehmen Sie das endlich zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Entschuldigung! Wieso gibt es sie in Salzburg?
Es ist also faktisch unmöglich, auf einem emotionalisierten Thema aufbauend andere Grenzwerte zu schaffen. Das ist nicht legitim. (Abg. Parnigoni: Entschuldigung! Wieso gibt es sie in Salzburg?) – Herr Parnigoni, wie Sie richtig bemerkt haben, so halte auch ich die Regelung, die in Salzburg aufrecht ist, für keine geeignete, schon gar nicht für ganz Österreich. Ich bin in
Beifall bei der ÖVP.
Genau so ist es immer gemacht worden, und ich bin froh darüber, dass all das einmal hinterfragt wurde und jetzt ein vernünftiger Generalverkehrswegeplan mit klaren Prioritäten auf dem Tisch liegt. Auch aus der Erfahrung meiner Tätigkeit in einem Verkehrsunternehmen, wo sich alle Verkehrsunternehmen im Schienenbereich immer kurzgeschlossen haben, kann ich sagen, dass jetzt im Schienenbereich alle Projekte von zentraler Wichtigkeit endlich enthalten sind und dass das vorher noch nie der Fall war. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich ersuche die Frau Bundesminister darum, in Bezug auf eine solche Wegekostenrichtlinie, wie sie auch von Frau Kommissarin de Palacio bereits in Aussicht gestellt wurde, unbedingt Einigung zu erzielen und entsprechend zu lobbyieren, bevor die Ökopunkte-Regelung ausläuft. Ich bin sicher, dass das zu schaffen sein wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Da hat sie Recht gehabt!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Meine Vorrednerin hat behauptet, dass in den SPÖ-Planungen und im Masterplan wesentliche Projekte nicht untergekommen sind, wie etwa Wien – St. Pölten. (Abg. Dr. Pumberger: Da hat sie Recht gehabt!)
Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!
Ich berichtige tatsächlich: Das stimmt nicht! Im Masterplan des Minister Einem waren alle Projekte vorhanden (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!), aber es hat die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ – auch in der Koalition, in der sich die ÖVP mit der SPÖ befunden hat – immer verhindert, dass die entsprechenden Geldmittel für die Gesamtprojekte zur Verfügung gestellt wurden. (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!) Ich bin froh darüber, dass es jetzt gelungen ist, dass Sie sich wenigstens auf das geeinigt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Das geht schon über eine "Tatsächliche" hinaus! Das war schon wieder zu viel des Guten!)
Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!
Ich berichtige tatsächlich: Das stimmt nicht! Im Masterplan des Minister Einem waren alle Projekte vorhanden (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!), aber es hat die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ – auch in der Koalition, in der sich die ÖVP mit der SPÖ befunden hat – immer verhindert, dass die entsprechenden Geldmittel für die Gesamtprojekte zur Verfügung gestellt wurden. (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!) Ich bin froh darüber, dass es jetzt gelungen ist, dass Sie sich wenigstens auf das geeinigt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Das geht schon über eine "Tatsächliche" hinaus! Das war schon wieder zu viel des Guten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Das geht schon über eine "Tatsächliche" hinaus! Das war schon wieder zu viel des Guten!
Ich berichtige tatsächlich: Das stimmt nicht! Im Masterplan des Minister Einem waren alle Projekte vorhanden (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!), aber es hat die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ – auch in der Koalition, in der sich die ÖVP mit der SPÖ befunden hat – immer verhindert, dass die entsprechenden Geldmittel für die Gesamtprojekte zur Verfügung gestellt wurden. (Abg. Mag. Hakl: ... nicht übertragen!) Ich bin froh darüber, dass es jetzt gelungen ist, dass Sie sich wenigstens auf das geeinigt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Das geht schon über eine "Tatsächliche" hinaus! Das war schon wieder zu viel des Guten!)
Beifall des Abg. Dr. Mitterlehner.
Abgeordneter Johannes Zweytick (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich komme wieder zur Sache zurück. (Beifall des Abg. Dr. Mitterlehner. ) Wir sprechen jetzt im Wesentlichen über die Mobilfunk-Petition, und ich möchte heute hier allen Folgendes ins Stammbuch schreiben – ich möchte Sie wirklich darum bitten, sich das auch zu merken –: Keiner will streiten, und am allerwenigsten die Bürgermeister in den Regionen mit ihren Bürgern! – Deshalb ist das ein Thema, das zwar emotional diskutiert wird, das aber gerade an uns die Forderung stellt, klare Richtlinien für die Zukunft zu schaffen – denn wir spielen hier den Ball zurück an die Basis. Die Basis aber erwartet sich zu Recht vom Gesetzgeber einen Rahmen, der es der Basis ermöglicht, einen Konsens mit den Mobilfunkbetreibern, mit den Bewohnern, mit den Interessenvertretern aller Art zu finden, der es ermöglicht, in Ruhe und Frieden und in Sicherheit zu leben. Um nichts anderes geht es!
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser
Mit diesem heute hier vorliegenden Entschließungsantrag wird den Menschen, den Betroffenen, ein bestimmtes Stück an Recht gegeben (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser ), das die Bevölkerung erwartet – nona! Natürlich ist das nicht das Gelbe vom Ei und noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wir wissen genau, dass wir, so glaube ich, in der Zeit liegen und uns damit auch am Stand der Technik befinden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte hier schon auch darauf hinweisen, weil mir das wichtig ist, dass wir uns fragen müssen, wie wir das den Österreicherinnen und Österreichern erklären wollen, wenn es nicht mehr überall Empfang gibt. – Gerade für die Bevölkerung in ländlichen Gebieten ist nämlich das Mobiltelefon eine große zusätzliche Chance und trägt zu einer Aufwertung dieses Raumes bei. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gibt dazu also so viele Meinungen! Es gibt eine so große technische Entwicklung, der wir nicht im Wege stehen müssen, sondern angesichts derer wir versuchen müssen, unsere Gesetze dahin gehend auszurichten, dass wir sowohl den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung tragen, als auch die Wirtschaft und die Allgemeinheit in die Lage versetzen, die damit verbundenen Chancen wahrzunehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit des Abg. Dr. Pumberger
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Als Erstes danke ich dafür, dass Sie auch hier herinnen für Lärmschutz sorgen (Heiterkeit des Abg. Dr. Pumberger ) – das ist manchmal auch notwendig. (Abg. Dr. Pumberger: Das ist aber lustig!)
Abg. Dr. Pumberger: Das ist aber lustig!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Als Erstes danke ich dafür, dass Sie auch hier herinnen für Lärmschutz sorgen (Heiterkeit des Abg. Dr. Pumberger ) – das ist manchmal auch notwendig. (Abg. Dr. Pumberger: Das ist aber lustig!)
Abg. Dr. Khol: Diesen Schlenker hättest du dir schenken können!
Wir freuen uns daher über diese Entschließung und hoffen, dass sie rasch umgesetzt wird. Im Gegensatz zu dem, was die Kollegen Khol und Schweisgut schon verkündet haben, steht diese Wand noch nicht. – Wir hoffen, dass sie bald errichtet werden wird. (Abg. Dr. Khol: Diesen Schlenker hättest du dir schenken können!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Anliegen bleibt natürlich ungeachtet der Errichtung der Lärmschutzwand aufrecht. Es bleibt auch das Anliegen aufrecht, dass es dringend notwendig ist, mit voller Kraft das Road-Pricing für LKW, für den Schwerverkehr umzusetzen, denn das ist letztlich die wirksamste Lärm- und Umweltschutzmaßnahme, die man gegen den Schwerverkehr treffen kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Es waren nicht 915 220 Unterschriften, es waren nur 138 Unterschriften, die die Petition Nummer 9 unterstützt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es waren die Unterschriften von 138 der wahlberechtigten Personen der Tiroler Gemeinde Erl, einer Gemeinde, die bekanntlich an der Grenze zu Deutschland situiert ist, die eine hundertjährige Passionsspiel-Tradition hat und die im kulturellen Bereich in den letzten Jahren besonders auch durch eine Reihe von wunderbaren Sommerkonzerten auf sich aufmerksam gemacht hat.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Heute freue ich mich jedoch. Ich freue mich wirklich, denn Frau Bundesministerin Monika Forstinger macht es möglich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Mit Rückendeckung beziehungsweise mit Unterstützung durch einen Vier-Parteien-Antrag im Verkehrsausschuss dieses Hauses – das ja der Gesetzgeber dieser Republik ist – kann jetzt diese Lärmschutzwand Realität werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist eine sehr gute Nachricht. Aber ich habe noch eine weitere gute Nachricht, die ich heute auch schriftlich aus dem Verkehrsministerium bekommen habe. Es kann nun definitiv mit einem Baubeginn Anfang 2004 gerechnet werden, und die kurze Verzögerung des ursprünglich geplanten Termins muss praktisch deshalb zustande kommen, weil es eine Qualitätsverbesserung dieser Wand geben wird. Die mit 2,5 Meter Höhe geplante Wand soll nun letztlich mit einer Höhe von 3,5 Metern errichtet werden, um auch die Situation der Bewohner der Häuser in Hanglage in der Ortschaft Erl zu verbessern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mein Dank gilt aber auch den österreichischen und deutschen Beamten sowie den Verantwortlichen in der ASFINAG für die bereits geleisteten Vorarbeiten. Mein Dank gilt nicht zuletzt meinen Kollegen hier im Hohen Haus, auch den Kollegen von der SPÖ, den Grünen und der ÖVP, die durch die Behandlung dieser Petition und durch ihre Zustimmung zu dieser Entschließung das Anliegen der Erler Bevölkerung unterstützt haben, was jetzt letztlich zu einem glücklichen Ende führen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne bedanke ich mich für diesen Entschließungsantrag, und ich hoffe, dass die Realisierung dieser Lärmschutzmauer nicht erst in zwei Jahren, wie von Frau Haller angekündigt, sondern vielleicht doch etwas früher stattfinden kann. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: ... allgemein abschaffen!
Sonst – und das kündige ich an – werden wir weitere Maßnahmen setzen müssen, nämlich genau im Bereich der Geschwindigkeitsbegrenzung, vor allem im Schwerverkehr, weil dieser lärmmäßig besonders stark durchschlägt. (Abg. Dr. Ofner: ... allgemein abschaffen!) Dann bin ich gespannt darauf, ob die Damen und Herren, die jetzt für die Lärmschutzwand als eine End-of-Pipe-Technologie gestimmt haben, mit der gleichen Begeisterung und noch immer im Interesse der Bevölkerung zur Entlastung von diesem Lärm auch Maßnahmen der Geschwindigkeitsbegrenzung – zumindest für den Schwerverkehr – zustimmen werden, weil das in diesem Bereich notwendig ist und weil das dann die einzige noch verbleibende Maßnahme ist, die man setzen kann. Sie, meine Damen und Herren, machen ja das Gegenteil! Im Wege Ihrer Kammerfunktionäre verlangen Sie zum Beispiel die Aufhebung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, die zum Zweck des Lärmschutzes festgelegt worden sind.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien und auch von den Sozialdemokraten – ich nehme Sie hier nicht aus! –: Ich fordere Sie auf, wenn es um Lärmschutz geht, wirklich Lärmschutzmaßnahmen zu befürworten, und sei es auch die Beschränkung der Geschwindigkeit, wenn sich zum Beispiel erweist, dass technische Lärmschutzmaßnahmen wie die Errichtung einer Lärmschutzwand nicht die Erfolge bringen, die wir brauchen, um der Bevölkerung zumindest wieder Nachtruhe und einen Teil der Tagesruhe zurückzugeben, die ihnen der Verkehr wegnimmt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Krüger: ... für die Anregung!
Abschließend möchte ich noch sagen, dass gerade für Österreich die guten Beziehungen außerordentlich wichtig sind, sowohl zu Ländern wie Kroatien und Slowenien als auch – und da sind die Beziehungen in letzter Zeit leider etwas gestört – zu Tschechien, weil es um gute Wirtschaftsbeziehungen geht. Ich möchte hier auch die Gelegenheit nützen, mich noch einmal massivst gegen die ständigen Provokationen des Kärntner Landeshauptmannes auszusprechen. (Abg. Dr. Krüger: ... für die Anregung!) Wenn ich zum Beispiel nur das "WirtschaftsBlatt" zitieren darf – es ist einfach notwendig –: Hier wird ungeheuer viel an Imageschaden angerichtet. Österreich hat gerade zu den ehemaligen osteuropäischen Länder ganz wichtige Handelsbeziehungen.
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Nur aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, muss ich zur Wirtschaftspartei ÖVP sagen: Wie lange sehen Sie hier zu? Wie lange machen Sie das noch mit? – Hier zeigt sich tatsächlich die christliche Tradition der ÖVP: Sie halten auch noch die zweite Wange hin, wenn Ihr Koalitionspartner Sie auf die eine schlägt. Ich denke, das muss baldigst beendet werden. Insofern bin ich jetzt auch neugierig auf den nächsten Tagesordnungspunkt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das sind genau die Rahmenbedingungen, die uns hoffen lassen, dass der Demokratisierungsprozess in der Republik Kroatien vorankommt, dass die Menschenrechtssituation auch dann, wenn es Probleme gibt, in einem normalen Dialog besprochen werden kann und dass das zu einer Entwicklung führt, wonach Kroatien gemäß einem Stufenplan tatsächlich auf einer Schiene in Richtung Europa steht. Das unterstützen wir nachdrücklich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.
Ich freue mich darüber und möchte auch in diesem Rahmen sagen, dass ich stolz darauf bin, dass sich im Rahmen des verkürzten Verfahrens alle Fraktionen so klar positiv für die rasche Ratifikation eingesetzt haben. Ich glaube, das ist auch ein sehr gutes Signal in Richtung einer Ausweitung von Stabilität und Frieden in Europa. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Bitte zwei Worte auf Kroatisch!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Bitte zwei Worte auf Kroatisch!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Khol.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch ich danke seitens der grünen Fraktion dafür, dass wir uns zu diesem symbolischen, aber über die Symbolik hinaus so wertvollen Schritt der Ratifikation entschlossen haben. – Danke herzlich! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Khol. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Weil Frau Kollegin Stoisits, mit der ich ausnahmsweise fast alles geteilt habe, was sie hier gesagt hat, am Schluss ihrer Rede die kritische Freundschaft angesprochen hat: Freundschaft auf jeden Fall, und ich glaube, Kroatien hat deutlich gemerkt, wie sehr Österreich sein Freund ist, gerade in den schwierigen Jahren, als – das muss man wirklich sagen – Bundesminister a. D. Mock wie ganz wenige in Europa die Entwicklung in Kroatien und am Balkan richtig erkannt und auch unterstützt hat – zu Zeiten, als man Österreich, auch von der linken Seite dieses Hauses, dafür heftig angefeindet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Abschluss noch ein Wort zur Frau Kollegin Jäger: Sie haben die unterschiedlichen Positionen meiner Fraktion zu Kroatien und zu Tschechien angesprochen. Eines sei Ihnen auch ins Stammbuch geschrieben: Im Gegensatz zu Tschechien mit den Beneš-Dekreten hat Kroatien nie ein Hehl daraus gemacht, dass die AVNOJ-Bestimmungen für Kroatien keine Gültigkeit mehr haben. – Und das ist ein wesentlicher Klassenunterschied, Frau Kollegin Jäger! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.
Diese Zahlen, meine sehr geehrten Damen und Herren, beweisen, dass das heute vorliegende Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, das ja auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Exporte und Investitionen zum Inhalt hat, für Österreich wirklich von ganz besonderem Interesse ist. Das Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen der EU mit Kroatien, über das wir heute eben hier sprechen und abstimmen, ist – das darf ich sagen – ein Meilenstein in unseren Beziehungen zu Kroatien. Ich freue mich darüber, dass es möglich war, und ich danke Ihnen allen für die Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Dr. Gusenbauer als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol: Danke! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir wollen Ihnen daher im Rahmen unserer Dringlichen Anfrage die Möglichkeit geben, das darzustellen. (Abg. Dr. Khol: Danke! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Herr Abgeordneter Stummvoll, Sie werden in der Debatte noch zu Wort kommen. Wir werden genügend Möglichkeit haben, uns in Heiterkeit an Ihren Worten zu erbauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen Ihnen daher im Rahmen unserer Dringlichen Anfrage die Möglichkeit geben, das darzustellen. (Abg. Dr. Khol: Danke! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Herr Abgeordneter Stummvoll, Sie werden in der Debatte noch zu Wort kommen. Wir werden genügend Möglichkeit haben, uns in Heiterkeit an Ihren Worten zu erbauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!
Kommen wir aber zu den Realitäten, die unser Land nun seit zwei Jahren charakterisieren, und diese Realitäten sind kein besonders guter Ausweis für die schwarz-blaue Bundesregierung. (Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!) – Den Champagner können sich immer weniger Österreicherinnen und Österreicher leisten – auf Grund Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!) Der Einzige, der sich noch Champagner leisten kann, ist der Finanzminister (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), der den Österreicherinnen und Österreichern 15 000 S pro Kopf und Jahr mehr an Steuern abnimmt als in der Vergangenheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!
Kommen wir aber zu den Realitäten, die unser Land nun seit zwei Jahren charakterisieren, und diese Realitäten sind kein besonders guter Ausweis für die schwarz-blaue Bundesregierung. (Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!) – Den Champagner können sich immer weniger Österreicherinnen und Österreicher leisten – auf Grund Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!) Der Einzige, der sich noch Champagner leisten kann, ist der Finanzminister (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), der den Österreicherinnen und Österreichern 15 000 S pro Kopf und Jahr mehr an Steuern abnimmt als in der Vergangenheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Kommen wir aber zu den Realitäten, die unser Land nun seit zwei Jahren charakterisieren, und diese Realitäten sind kein besonders guter Ausweis für die schwarz-blaue Bundesregierung. (Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!) – Den Champagner können sich immer weniger Österreicherinnen und Österreicher leisten – auf Grund Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!) Der Einzige, der sich noch Champagner leisten kann, ist der Finanzminister (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), der den Österreicherinnen und Österreichern 15 000 S pro Kopf und Jahr mehr an Steuern abnimmt als in der Vergangenheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kommen wir aber zu den Realitäten, die unser Land nun seit zwei Jahren charakterisieren, und diese Realitäten sind kein besonders guter Ausweis für die schwarz-blaue Bundesregierung. (Abg. Dr. Trinkl: Champagner trinken!) – Den Champagner können sich immer weniger Österreicherinnen und Österreicher leisten – auf Grund Ihrer Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie trinken ihn! – Abg. Schwarzenberger: Den Champagner trinken Sie ganz allein!) Der Einzige, der sich noch Champagner leisten kann, ist der Finanzminister (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP), der den Österreicherinnen und Österreichern 15 000 S pro Kopf und Jahr mehr an Steuern abnimmt als in der Vergangenheit, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wären froh gewesen, wenn Sie so eine Arbeitslosenrate gehabt hätten in Ihrer Regierung!
Das erste Mal seit zehn Jahren gibt es in Österreich keine steigende Anzahl an Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenrate steigt das erste Mal dramatisch an, und es gibt am Ende des Jahres 2001 um 50 000 Arbeitslose mehr als am Ende des Jahres 2000. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wären froh gewesen, wenn Sie so eine Arbeitslosenrate gehabt hätten in Ihrer Regierung!) Ich weiß, die Arbeitslosen sind Ihnen von der FPÖ völlig egal. Das kennzeichnet Ihre Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das erste Mal seit zehn Jahren gibt es in Österreich keine steigende Anzahl an Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenrate steigt das erste Mal dramatisch an, und es gibt am Ende des Jahres 2001 um 50 000 Arbeitslose mehr als am Ende des Jahres 2000. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wären froh gewesen, wenn Sie so eine Arbeitslosenrate gehabt hätten in Ihrer Regierung!) Ich weiß, die Arbeitslosen sind Ihnen von der FPÖ völlig egal. Das kennzeichnet Ihre Politik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Nettoeinkommen der Österreicherinnen und Österreicher sind nicht gestiegen – als einzigem Land in der Europäischen Union –, und das obwohl die Österreicherinnen und Österreicher auf Basis der ganz hohen Produktivitätsraten zu den fleißigsten Arbeitnehmern ganz Europas gehören. Wir wollen nicht einsehen, dass dieser Fleiß, diese Leistung der österreichischen Arbeitnehmer nicht belohnt wird und dass die Fleißigsten von ganz Europa das Allerwenigste davon bekommen, nur weil Sie die höchste Steuer- und Abgabenquote in der gesamten Geschichte unseres Landes veranlasst haben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht zu glauben! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum machst du dann eine Anfrage?
Ich weiß schon, was vom Herrn Bundeskanzler alles an Antworten kommen wird. Er wird darauf hinweisen, dass alles so ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht zu glauben! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum machst du dann eine Anfrage?) Ja, ja, es ist ziemlich leicht vorauszusagen, Herr Westenthaler! Die Art der Einfalt, die Sie immer wieder an den Tag legen, kann man leicht prognostizieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß schon, was vom Herrn Bundeskanzler alles an Antworten kommen wird. Er wird darauf hinweisen, dass alles so ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht zu glauben! – Abg. Mag. Schweitzer: Warum machst du dann eine Anfrage?) Ja, ja, es ist ziemlich leicht vorauszusagen, Herr Westenthaler! Die Art der Einfalt, die Sie immer wieder an den Tag legen, kann man leicht prognostizieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!
Sie werden sicherlich wieder darauf hinweisen, wie schwer Sie es haben auf Grund des Erbes, das Sie angetreten haben. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!) Und erneut müssen wir darauf hinweisen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Bis zum Jahr 1999 war Österreich ökonomisch und sozial auf der europäischen Überholspur, seit Sie aber an der Regierung sind, sind wir auf die europäische Kriechspur gewechselt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hier verwechseln Sie uns mit Deutschland!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hier verwechseln Sie uns mit Deutschland!
Sie werden sicherlich wieder darauf hinweisen, wie schwer Sie es haben auf Grund des Erbes, das Sie angetreten haben. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!) Und erneut müssen wir darauf hinweisen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Bis zum Jahr 1999 war Österreich ökonomisch und sozial auf der europäischen Überholspur, seit Sie aber an der Regierung sind, sind wir auf die europäische Kriechspur gewechselt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Hier verwechseln Sie uns mit Deutschland!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist nicht die Schuld der internationalen Konjunktur, das ist das Ergebnis der Politik der schwarz-blauen Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das war im Jahr 1998 unter Klima!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was ist das Schlimme daran? – Das Schlimme daran ist, dass es Betroffene gibt. Es gibt 50 000 mehr Arbeitslose und deren Familien. Es gibt nahezu 2 Millionen Rentner und Pensionisten, die eine Kürzung ihrer Pensionen und Renten im Realwert hinnehmen mussten. (Abg. Großruck: Das war im Jahr 1998 unter Klima!) Es gibt Hunderttausende Unfallrentner, deren Einkommen durch die Besteuerung der Unfallrenten gekürzt wurden. Es gibt Millionen von Patienten in Österreich, die durch die Ambulanzgebühren und die Erhöhung der Medikamentenpreise betroffen sind. Und es gibt 8 900 Betriebe, die auf Grund der Wirtschaftspolitik dieser Regierung im vergangenen Jahr leider insolvent geworden sind. (Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Es gibt Opfer der Politik dieser Bundesregierung, und das macht die Lage so dramatisch. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was ist das Schlimme daran? – Das Schlimme daran ist, dass es Betroffene gibt. Es gibt 50 000 mehr Arbeitslose und deren Familien. Es gibt nahezu 2 Millionen Rentner und Pensionisten, die eine Kürzung ihrer Pensionen und Renten im Realwert hinnehmen mussten. (Abg. Großruck: Das war im Jahr 1998 unter Klima!) Es gibt Hunderttausende Unfallrentner, deren Einkommen durch die Besteuerung der Unfallrenten gekürzt wurden. Es gibt Millionen von Patienten in Österreich, die durch die Ambulanzgebühren und die Erhöhung der Medikamentenpreise betroffen sind. Und es gibt 8 900 Betriebe, die auf Grund der Wirtschaftspolitik dieser Regierung im vergangenen Jahr leider insolvent geworden sind. (Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Es gibt Opfer der Politik dieser Bundesregierung, und das macht die Lage so dramatisch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was ist das Schlimme daran? – Das Schlimme daran ist, dass es Betroffene gibt. Es gibt 50 000 mehr Arbeitslose und deren Familien. Es gibt nahezu 2 Millionen Rentner und Pensionisten, die eine Kürzung ihrer Pensionen und Renten im Realwert hinnehmen mussten. (Abg. Großruck: Das war im Jahr 1998 unter Klima!) Es gibt Hunderttausende Unfallrentner, deren Einkommen durch die Besteuerung der Unfallrenten gekürzt wurden. Es gibt Millionen von Patienten in Österreich, die durch die Ambulanzgebühren und die Erhöhung der Medikamentenpreise betroffen sind. Und es gibt 8 900 Betriebe, die auf Grund der Wirtschaftspolitik dieser Regierung im vergangenen Jahr leider insolvent geworden sind. (Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Meine Damen und Herren! Es gibt Opfer der Politik dieser Bundesregierung, und das macht die Lage so dramatisch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, nach zwei Jahren ist es an der Zeit, dass Sie sich einmal die Frage stellen, ob Sie nicht Ihren Kurs korrigieren sollten, denn nach zwei Jahren wird es schön langsam unglaubwürdig und langweilig, wenn Sie immer sagen: Angesichts der Vergangenheit kann es nicht besser sein, die internationale Lage ist nicht besser, alle anderen Bedingungen sind nicht besser. Nach zwei Jahren sollten Sie doch endlich imstande sein, selbst die Verantwortung für das zu übernehmen, was Sie getan haben. Wenn die Resultate so schlecht sind, wie sie auf dem Papier ablesbar sind, meine Damen und Herren, dann ist es Zeit für einen Kurswechsel in Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dieser Kurswechsel, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat in einer anderen Wirtschafts-, Sozial- und Europapolitik zu bestehen, denn das sichert letztendlich die Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher. Ein Kurswechsel muss darin bestehen, endlich eine aktive Wirtschaftspolitik zu machen, die die Unternehmen zum Investieren motiviert und die Arbeitnehmer in Österreich für ihre Leistungen auch gerecht entlohnt. Das ist das, was dringend erforderlich ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Zweiten brauchen wir eine Standortpolitik, die den Wirtschaftsstandort Österreich verbessert. Es nützt aber nichts, wenn Frau Bundesminister Forstinger auf Infrastrukturprojekte verweist, die am Sankt-Nimmerleins-Tag realisiert werden, wozu selbst die ÖVP-Landeshauptfrau aus der Steiermark, Waltraud Klasnic, meint, sie wisse nicht, ob sie überhaupt noch eines der Projekte, die in dem Generalverkehrsplan enthalten sind, erleben werde. Mit dieser Art von Infrastrukturpolitik, meine Damen und Herren, wird man die Herausforderungen der Osterweiterung nicht wahrnehmen können, und das wird Österreich schaden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch notwendig, dass wir zu einer sozial gerechten Steuerpolitik kommen, meine Damen und Herren! 47 Prozent Steuer- und Abgabenquote und damit die höchsten Steuererhöhungen in ganz Europa sind keine befriedigende Situation, vor allem dann nicht, wenn der Bundeskanzler meint, im Jahr 2010 würden es ohnehin nur mehr 40 Prozent sein. Täglich die Steuern zu erhöhen und die Bevölkerung auf das Jahr 2010 zu vertrösten, das ist keine Motivation für Leistung – weder für die Wirtschaft noch für die Arbeitnehmer in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Applaus!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Kurswechsel ist auch in der Europapolitik notwendig (Abg. Großruck: Applaus!), denn es gibt in der Europapolitik einen tiefen Spalt, der durch diese Bundesregierung geht. Auf der einen Seite steht offensichtlich die ÖVP, in der es nach wie vor eine proeuropäische Orientierung auch in Richtung Erweiterung gibt, und auf der anderen Seite steht eine nationalpopulistische FPÖ (Abg. Wochesländer: Ha, ha!), die nach ihren Kampagnen in der Vergangenheit gegen den Beitritt zur EU, gegen die Einführung des Euro nun ihre Kampagne gegen die Erweiterung vorbereitet.
Abg. Wochesländer: Ha, ha!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Kurswechsel ist auch in der Europapolitik notwendig (Abg. Großruck: Applaus!), denn es gibt in der Europapolitik einen tiefen Spalt, der durch diese Bundesregierung geht. Auf der einen Seite steht offensichtlich die ÖVP, in der es nach wie vor eine proeuropäische Orientierung auch in Richtung Erweiterung gibt, und auf der anderen Seite steht eine nationalpopulistische FPÖ (Abg. Wochesländer: Ha, ha!), die nach ihren Kampagnen in der Vergangenheit gegen den Beitritt zur EU, gegen die Einführung des Euro nun ihre Kampagne gegen die Erweiterung vorbereitet.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt keine falschere These als die, die von der FPÖ vertreten wird, die da lautet: entweder EU-Erweiterung oder österreichische Interessen! Richtig ist nämlich vielmehr, dass die Erweiterung der Europäischen Union im ureigensten österreichischen Interesse steht. Und wer das nicht versteht, der arbeitet zum Schaden unseres Landes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Egghart – in einen Frack gekleidet – stellt eine Flasche Champagner auf das Rednerpult. – Allgemeine lebhafte Heiterkeit und Zwischenrufe. – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Österreich wird die Herausforderung der Erweiterung aber nur dann bewältigen, wenn es eine zweifelsfreie Linie der österreichischen Bundesregierung in der Erweiterung gibt. Die derzeitige Spaltung der Bundesregierung macht dieses Projekt für Österreich zu einem Problem. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Egghart – in einen Frack gekleidet – stellt eine Flasche Champagner auf das Rednerpult. – Allgemeine lebhafte Heiterkeit und Zwischenrufe. – Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Ja, genau! – Weitere Zwischenrufe.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Abgesehen davon, dass wir diese Flasche Champagner aufbewahren für den Tag, an dem die österreichische Bevölkerung diese Bundesregierung abwählen wird ... (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dietachmayr: Ja, genau! – Weitere Zwischenrufe.)
Neuerliche lebhafte Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Flasche wird vom Präsidenten konfisziert, Herr Klubsekretär Schnizer; sie kommt hier herauf. (Neuerliche lebhafte Heiterkeit.)
Abg. Dr. Ofner: Schmähtandler! Du bist ein Schmähtandler!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regierung hat aber nicht nur in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen versagt. Es gibt auch eine gefährliche Entwicklung auf dem Sektor der Demokratie. Ich möchte daran erinnern, dass die FPÖ vor zwei Jahren mit der Aussage begonnen hat, die Opposition gehöre ins Gefängnis. Sie hat weitergemacht mit der Ansage, es müsse Ordnung in den Redaktionsstuben geschaffen werden. (Abg. Dr. Ofner: Schmähtandler! Du bist ein Schmähtandler!) Sie haben in Bezug auf die Journalisten gemeint, die Hand, die einen füttert, beiße man nicht. Danach hat man die Beamten attackiert, die in der Spitzelaffäre ermittelt haben, und gemeint, das wäre ein "rotes Komplott". (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Spitzelaffäre? Wo ist das Ergebnis der Spitzelaffäre, Herr Kollege? Zusammengebrochen!) Und als Letztes ist jetzt der Verfassungsgerichtshof zum Ziel der Angriffe seitens der FPÖ geworden, indem Sie meinen, der Verfassungsgerichtshof wäre "politisch korrumpiert" und müsse daher "zurechtgestutzt" werden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Spitzelaffäre? Wo ist das Ergebnis der Spitzelaffäre, Herr Kollege? Zusammengebrochen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Diese Regierung hat aber nicht nur in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen versagt. Es gibt auch eine gefährliche Entwicklung auf dem Sektor der Demokratie. Ich möchte daran erinnern, dass die FPÖ vor zwei Jahren mit der Aussage begonnen hat, die Opposition gehöre ins Gefängnis. Sie hat weitergemacht mit der Ansage, es müsse Ordnung in den Redaktionsstuben geschaffen werden. (Abg. Dr. Ofner: Schmähtandler! Du bist ein Schmähtandler!) Sie haben in Bezug auf die Journalisten gemeint, die Hand, die einen füttert, beiße man nicht. Danach hat man die Beamten attackiert, die in der Spitzelaffäre ermittelt haben, und gemeint, das wäre ein "rotes Komplott". (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist die Spitzelaffäre? Wo ist das Ergebnis der Spitzelaffäre, Herr Kollege? Zusammengebrochen!) Und als Letztes ist jetzt der Verfassungsgerichtshof zum Ziel der Angriffe seitens der FPÖ geworden, indem Sie meinen, der Verfassungsgerichtshof wäre "politisch korrumpiert" und müsse daher "zurechtgestutzt" werden.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Herren von der ÖVP! Meine sehr verehrten Damen von der ÖVP! Das ist eine demokratiepolitische Gesinnung, mit der kein Staat zu machen ist. Das, was an antidemokratischen Attacken von Seiten der FPÖ ausgeht, ist einer westeuropäischen Demokratie nicht würdig! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wissen Sie, warum der gehen musste?
Herr Abgeordneter Khol! Lassen Sie sich von Ihrem ehemaligen Generalsekretär Michael Graff im "Format" dieser Woche Folgendes sagen (Abg. Ing. Westenthaler: Wer? Wissen Sie, warum der gehen musste?): "Die FPÖ ist die führende, aber nicht die alleinige Partei, die um die Verfassung einen Bogen macht. Vergleichen Sie nur die ÖVP-Linie in der Neutralitätspolitik. Da bewegt sich die ÖVP auch schon lange nicht mehr im Verfassungsbogen."
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer zitiert Graff! Sie wissen aber schon, warum er gehen musste!
Die mögliche Antwort von Andreas Khol auf diese Anklage eines seiner Parteikollegen wird wahrscheinlich sein: Auch der "Verfassungsbogen" ist eine Tochter der Zeit. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer zitiert Graff! Sie wissen aber schon, warum er gehen musste!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Lösungsvorschläge, Herr Kollege! Wo sind Ihre Lösungsvorschläge?
In der neuen Ausgabe des "trend" – bei weitem kein sozialdemokratisches Agitationsorgan – steht unter dem Titel "Blaues Blut", Herr Westenthaler (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre Lösungsvorschläge, Herr Kollege! Wo sind Ihre Lösungsvorschläge?), Folgendes geschrieben:
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
"Angetreten ist die ÖVP/FPÖ-Koalition mit dem Schlagwort ,Entpolitisierung‘. De facto hat sie das größte Köpferollen aller Zeiten gestartet. Anstelle von rotem ist nun blaues und schwarzes Blut gefragt. Bisweilen werden bei diesem Postenschacher neu nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks überschritten, sondern auch die Spielregeln des demokratischen Rechtsstaats missachtet." – Dem ist nichts hinzuzufügen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Du hast gar nichts gesagt, und die applaudieren! Das ist unglaublich!
Meine Damen und Herren! Im Jahr 2002 ist es in Österreich sozial kälter geworden, die Wirtschaft ist rezessiver, das Leben teurer geworden, für die Demokratie ist es enger und international ist Österreich leider unberechenbarer geworden. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Du hast gar nichts gesagt, und die applaudieren! Das ist unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst einmal: Wir verstehen heute vielleicht das Wort von der loyalen Opposition etwas besser, denn dass wir nicht einmal beantragen müssen, eine Rede zu halten, eine Erklärung abzugeben, sondern dass Sie mir von sich aus die Chance dazu geben, eine Bilanz unserer Arbeit zu ziehen, ist schon bemerkenswert. Ich danke Ihnen ausdrücklich dafür. Sie werden die Antworten bekommen, die Sie wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: In der SPÖ-Parteikasse!
Sie müssen ja selber schmunzeln, denn Sie wissen ganz genau, dass es in Österreich Gott sei Dank nicht so ist. Dieses Jammertal, das Sie wortreich beschrieben haben, das muss woanders liegen, in einem anderen Erdteil, in einem versunkenen Atlantis. (Abg. Mag. Schweitzer: In der SPÖ-Parteikasse!) Österreich steht Gott sei Dank viel, viel besser da, als Sie wissen oder jedenfalls hier dargestellt haben, Herr Abgeordneter. Und darauf können wir gemeinsam stolz sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie müssen ja selber schmunzeln, denn Sie wissen ganz genau, dass es in Österreich Gott sei Dank nicht so ist. Dieses Jammertal, das Sie wortreich beschrieben haben, das muss woanders liegen, in einem anderen Erdteil, in einem versunkenen Atlantis. (Abg. Mag. Schweitzer: In der SPÖ-Parteikasse!) Österreich steht Gott sei Dank viel, viel besser da, als Sie wissen oder jedenfalls hier dargestellt haben, Herr Abgeordneter. Und darauf können wir gemeinsam stolz sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: So ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aus dem Horrorlexikon!
Sie reden von einer wirtschaftlichen und sozialen Schadensbilanz, Kriechspur, Isolation, Schlingerkurs, Feindbilder, Sprechblasen, Uneinigkeit, Zerstrittenheit. (Abg. Dietachmayr: So ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aus dem Horrorlexikon!) Herr Abgeordneter – und jetzt ernst gesagt –, heute ist der 31. Jänner. Ich würde sehr nachdenklich sein, und lassen wir den Champagner einmal weg: Wo war denn bitte von Anfang an der Beitrag der SPÖ und Ihres Vorgängers, als es tatsächlich um die Begrenzung des Schadens für unser Land gegangen ist? Da waren Sie nicht zu sehen oder auf der falschen Seite. Wir dagegen sind gestanden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie reden von einer wirtschaftlichen und sozialen Schadensbilanz, Kriechspur, Isolation, Schlingerkurs, Feindbilder, Sprechblasen, Uneinigkeit, Zerstrittenheit. (Abg. Dietachmayr: So ist es! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aus dem Horrorlexikon!) Herr Abgeordneter – und jetzt ernst gesagt –, heute ist der 31. Jänner. Ich würde sehr nachdenklich sein, und lassen wir den Champagner einmal weg: Wo war denn bitte von Anfang an der Beitrag der SPÖ und Ihres Vorgängers, als es tatsächlich um die Begrenzung des Schadens für unser Land gegangen ist? Da waren Sie nicht zu sehen oder auf der falschen Seite. Wir dagegen sind gestanden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Wo ist Verzetnitsch?
Sie werfen uns einen Schlingerkurs vor? Dann erklären Sie einmal in drei einfachen Sätzen, die ein normaler Mensch versteht, Ihren Kurs in der Erweiterungsfrage. Der hieß nämlich am Anfang, man könne es wegen der verschiedenen Probleme, die das soziale Gefälle mit sich bringe, jetzt nicht machen, noch nicht oder nicht so. Manche bei Ihnen, wichtige Repräsentanten, haben sogar gesagt, eine Erweiterung könne es nicht geben, bevor nicht das Lohnniveau bei den Beitrittskandidaten auf 80 Prozent des österreichischen Lohnniveaus angestiegen sei. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Wo ist Verzetnitsch?) Und da erklären Sie mir, wir würden einen Schlingerkurs fahren? Kehren Sie vor der eigenen Stube! Fangen Sie dort an, erst dann sind Sie glaubwürdig, wenn Sie uns in diesem Punkt kritisieren, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie werfen uns einen Schlingerkurs vor? Dann erklären Sie einmal in drei einfachen Sätzen, die ein normaler Mensch versteht, Ihren Kurs in der Erweiterungsfrage. Der hieß nämlich am Anfang, man könne es wegen der verschiedenen Probleme, die das soziale Gefälle mit sich bringe, jetzt nicht machen, noch nicht oder nicht so. Manche bei Ihnen, wichtige Repräsentanten, haben sogar gesagt, eine Erweiterung könne es nicht geben, bevor nicht das Lohnniveau bei den Beitrittskandidaten auf 80 Prozent des österreichischen Lohnniveaus angestiegen sei. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Wo ist Verzetnitsch?) Und da erklären Sie mir, wir würden einen Schlingerkurs fahren? Kehren Sie vor der eigenen Stube! Fangen Sie dort an, erst dann sind Sie glaubwürdig, wenn Sie uns in diesem Punkt kritisieren, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ja!
Isolation, meinen Sie? Glauben Sie wirklich, dass Österreich isoliert ist (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!), obwohl es ja viele von Ihnen mit klammheimlicher Freude gerne sehen würden, wenn Österreich isoliert wäre? (Ruf bei der SPÖ: Nein!) Ich komme gerade zurück aus Moskau, war davor in London, in Washington, habe fast alle europäischen Partner entweder hier in Wien zu Besuch gehabt oder war in ihren Hauptstädten. Wir haben sehr viel in der arabischen Welt getan. Wir haben uns bemüht, den Iran und viele andere Staaten als Partner einzubinden. Wir haben ein Netzwerk geknüpft mit unseren Nachbar- und Partnerländern, um das Sie uns in Wahrheit beneiden. (Ruf bei der SPÖ: Zum Beispiel Tschechien!)
Ruf bei der SPÖ: Nein!
Isolation, meinen Sie? Glauben Sie wirklich, dass Österreich isoliert ist (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!), obwohl es ja viele von Ihnen mit klammheimlicher Freude gerne sehen würden, wenn Österreich isoliert wäre? (Ruf bei der SPÖ: Nein!) Ich komme gerade zurück aus Moskau, war davor in London, in Washington, habe fast alle europäischen Partner entweder hier in Wien zu Besuch gehabt oder war in ihren Hauptstädten. Wir haben sehr viel in der arabischen Welt getan. Wir haben uns bemüht, den Iran und viele andere Staaten als Partner einzubinden. Wir haben ein Netzwerk geknüpft mit unseren Nachbar- und Partnerländern, um das Sie uns in Wahrheit beneiden. (Ruf bei der SPÖ: Zum Beispiel Tschechien!)
Ruf bei der SPÖ: Zum Beispiel Tschechien!
Isolation, meinen Sie? Glauben Sie wirklich, dass Österreich isoliert ist (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!), obwohl es ja viele von Ihnen mit klammheimlicher Freude gerne sehen würden, wenn Österreich isoliert wäre? (Ruf bei der SPÖ: Nein!) Ich komme gerade zurück aus Moskau, war davor in London, in Washington, habe fast alle europäischen Partner entweder hier in Wien zu Besuch gehabt oder war in ihren Hauptstädten. Wir haben sehr viel in der arabischen Welt getan. Wir haben uns bemüht, den Iran und viele andere Staaten als Partner einzubinden. Wir haben ein Netzwerk geknüpft mit unseren Nachbar- und Partnerländern, um das Sie uns in Wahrheit beneiden. (Ruf bei der SPÖ: Zum Beispiel Tschechien!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Skepsis der Sozialdemokratie in der Europafrage – auch in der Erweiterungsfrage und in der Demokratiefrage – nach 1989 ist nicht vergessen, hier in Österreich nicht, aber auch nicht in den Kandidatenländern. Seien Sie daher vorsichtig mit solchen Worten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vergleichen Sie etwa die Reise- und Besuchstätigkeit von Bundeskanzler Vranitzky oder Bundeskanzler Klima in den ersten beiden Jahren mit meinen Besuchen oder Empfängen. Dann werden Sie draufkommen, dass ich jedem Vergleich standhalte, und darauf bin ich auch ein wenig stolz, denn das zeigt: Wir nehmen unsere Rolle wahr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wo liegt die Obergrenze?
Sie sagen, wir hätten keine Bündnispartner in Europa. – Erklären Sie mir: Warum hat denn mein Amtsvorgänger keine Verlängerung des Ökopunkte-Regimes zustande gebracht?! Aber wir, die Frau Vizekanzlerin, die Infrastrukturministerin, die Außenministerin und ich, haben nach sehr, sehr mühsamen Verhandlungen in Brüssel, nach Zustimmung des gesamten Europäischen Rats eine Verlängerung des Ökopunkte-Regimes zugestanden bekommen und dazu auch eine Unterstützung für das Weißbuch der Europäischen Kommission. Das ist ein Erfolg! Das ist eine Lösung und nicht bloß Kritik, wie Ihre Rede! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wo liegt die Obergrenze?)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das war schon vor Jahren! Das stimmt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist die Unwahrheit!
Oder denken Sie an das Thema der Kernkraftsicherheit! Wir brauchen uns nicht gegenseitig zu beweisen, dass wir alle Skeptiker der Kernkraft geworden sind. Die anderen zu überzeugen ist weit schwieriger. Wir waren die Ersten, die in einer Schlussfolgerung des Europäischen Rats die europäischen Sicherheitsstandards angesprochen haben. Vorgänger von Ihnen, auch anwesende Minister, haben dies in die Schlussfolgerungen eines Europäischen Rats bisher nicht so hineingebracht. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das war schon vor Jahren! Das stimmt nicht! – Abg. Mag. Prammer: Das ist die Unwahrheit!) Gestern hat die Europäische Kommission veröffentlicht, dass sie für die Stilllegung von Bohunice und Ignalina in den nächsten drei Jahren immerhin 305 Millionen € zur Verfügung stellen wird. Das ist eine konkrete Lösung und nicht bloß rhetorische Kritik!
Die Abgeordneten Marizzi, Dr. Gusenbauer und Dr. Cap: Westenthaler!
Isoliert sind wir? – Wer hat denn die Verlängerung von Wolfgang Petritsch als Koordinator für Bosnien durchgebracht? Das war Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Wer hat Erhard Busek als Stabilitätspaktkoordinator für den gesamten Balkanraum durchgesetzt? Das war diese österreichische Bundesregierung. (Die Abgeordneten Marizzi, Dr. Gusenbauer und Dr. Cap: Westenthaler!) Im Europarat stellen wir heute den Generalsekretär, und ich gratuliere Peter Schieder zu seinem großartigen Erfolg als Präsident der Parlamentarischen Versammlung. Ein großer Erfolg für uns alle! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Isoliert sind wir? – Wer hat denn die Verlängerung von Wolfgang Petritsch als Koordinator für Bosnien durchgebracht? Das war Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Wer hat Erhard Busek als Stabilitätspaktkoordinator für den gesamten Balkanraum durchgesetzt? Das war diese österreichische Bundesregierung. (Die Abgeordneten Marizzi, Dr. Gusenbauer und Dr. Cap: Westenthaler!) Im Europarat stellen wir heute den Generalsekretär, und ich gratuliere Peter Schieder zu seinem großartigen Erfolg als Präsident der Parlamentarischen Versammlung. Ein großer Erfolg für uns alle! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Gusenbauer irrt! – Abg. Auer: Das schaut nicht gut aus für Gusenbauer!
Oder denken Sie an die härtest umkämpfte Wahl in den Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen, in der Österreich gegen wichtigste Konkurrenz, sogar gegen die Amerikaner, gewonnen hat! Wir sind mit der zweithöchsten Stimmenzahl hineingewählt worden. Wichtige Positionen im Einsatz für die Menschenrechte, im Kampf gegen den Rassismus werden von Österreicherinnen und Österreichern eingenommen, und das erklärt, warum Kofi Annan in diesen Tagen gesagt hat: Musterland Österreich. – Es gibt also höchstes internationales Lob für uns, und das klingt ganz anders als Ihre Sätze, Alfred Gusenbauer. Ich finde, Kofi Annan hat Recht. Seien wir gemeinsam stolz auf dieses Land! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Gusenbauer irrt! – Abg. Auer: Das schaut nicht gut aus für Gusenbauer!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wie sieht es aus mit Tschechien?
Die regionale Partnerschaft wird bei Ihnen zu einer Sprechblase, so die Aussage. – Wiederum frage ich: Wissen Sie es nicht, müssen wir es Ihnen wirklich erklären, oder wollen Sie einfach nicht das unzweifelhaft Richtige einbekennen? (Abg. Dr. Gusenbauer: Wie sieht es aus mit Tschechien?) Das, was ich begonnen habe, was vor allem Benita Ferrero-Waldner konkret umgesetzt hat, regelmäßige Treffen mit den Ministern der Nachbarländer, lebendige Netzwerke, findet jedes Jahr auf vielen Ebenen statt; nicht nur bei den Außenministern, sondern etwa auch bei den Umweltministern, die jetzt, in diesen Wochen, wieder zusammen kommen. Die Umweltminister aller Kandidatenländer treffen sich mit unserem Willi Molterer. Die Landwirtschaftsminister, die Wirtschaftsminister, die Justizminister, die Gesundheitsverantwortlichen aus den EU-Ländern und den Kandidatenländern treffen sich in Österreich. Das ist gelebte regionale Partnerschaft! Wenn das eine Sprechblase ist, dann überprüfen Sie Ihre Redemanuskripte, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die regionale Partnerschaft wird bei Ihnen zu einer Sprechblase, so die Aussage. – Wiederum frage ich: Wissen Sie es nicht, müssen wir es Ihnen wirklich erklären, oder wollen Sie einfach nicht das unzweifelhaft Richtige einbekennen? (Abg. Dr. Gusenbauer: Wie sieht es aus mit Tschechien?) Das, was ich begonnen habe, was vor allem Benita Ferrero-Waldner konkret umgesetzt hat, regelmäßige Treffen mit den Ministern der Nachbarländer, lebendige Netzwerke, findet jedes Jahr auf vielen Ebenen statt; nicht nur bei den Außenministern, sondern etwa auch bei den Umweltministern, die jetzt, in diesen Wochen, wieder zusammen kommen. Die Umweltminister aller Kandidatenländer treffen sich mit unserem Willi Molterer. Die Landwirtschaftsminister, die Wirtschaftsminister, die Justizminister, die Gesundheitsverantwortlichen aus den EU-Ländern und den Kandidatenländern treffen sich in Österreich. Das ist gelebte regionale Partnerschaft! Wenn das eine Sprechblase ist, dann überprüfen Sie Ihre Redemanuskripte, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Gaßner: Und wie viele Konkurse? – Abg. Gradwohl: Schauen die so aus wie bei den Güterbeförderern und LKW-Frächtern?
Nun zur wirtschaftlichen und sozialen Schadensbilanz. Sie haben Recht, es gibt einige kritische Momente, die Konjunkturabschwächung trifft uns auch. Es wäre ja ganz absurd, würde man das nicht offen und ehrlich einbekennen. Aber man sollte den Österreichern auch die Hoffnungszeichen nicht verschweigen, wie Sie das perfekt getan haben. Jedes Jahr schreiben wir Unternehmensgründungsrekorde. Warum? Weil diese Bundesregierung angetreten ist, um nach dem One-Stop-Shop-Prinzip, also mit einer Stelle, die das überprüft, rasche Genehmigungsverfahren durchzusetzen, kostenfrei und ohne zusätzliche Belastung. Deswegen gibt es jetzt jedes Jahr Unternehmensgründungsrekorde. Letztes Jahr waren es 28 000 junge Unternehmer, die Arbeitsplätze geschaffen und den Familien Arbeit und Brot gegeben haben. (Abg. Mag. Gaßner: Und wie viele Konkurse? – Abg. Gradwohl: Schauen die so aus wie bei den Güterbeförderern und LKW-Frächtern?) Sind Sie darauf nicht stolz, Herr Abgeordneter? Wir schon! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nun zur wirtschaftlichen und sozialen Schadensbilanz. Sie haben Recht, es gibt einige kritische Momente, die Konjunkturabschwächung trifft uns auch. Es wäre ja ganz absurd, würde man das nicht offen und ehrlich einbekennen. Aber man sollte den Österreichern auch die Hoffnungszeichen nicht verschweigen, wie Sie das perfekt getan haben. Jedes Jahr schreiben wir Unternehmensgründungsrekorde. Warum? Weil diese Bundesregierung angetreten ist, um nach dem One-Stop-Shop-Prinzip, also mit einer Stelle, die das überprüft, rasche Genehmigungsverfahren durchzusetzen, kostenfrei und ohne zusätzliche Belastung. Deswegen gibt es jetzt jedes Jahr Unternehmensgründungsrekorde. Letztes Jahr waren es 28 000 junge Unternehmer, die Arbeitsplätze geschaffen und den Familien Arbeit und Brot gegeben haben. (Abg. Mag. Gaßner: Und wie viele Konkurse? – Abg. Gradwohl: Schauen die so aus wie bei den Güterbeförderern und LKW-Frächtern?) Sind Sie darauf nicht stolz, Herr Abgeordneter? Wir schon! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Und Wirtschaftsminister!
Sie wollen etwas wissen über die Arbeitsplatz-Bilanz? Gern! Nehmen wir den Vergleich mit dem letzten sozialistischen Kanzler, den letzten Arbeitsministern aus der SPÖ, den letzten Finanzministern. (Abg. Bures: Und Wirtschaftsminister!) Selbstverständlich auch, ja, selbstverständlich! Aber die Wahrheit gebietet, dass man alles nennt, und gerade das wurde ja verschwiegen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Den Anstieg der Arbeitslosigkeit müssen Sie sich anschauen, Herr Bundeskanzler!
Nehmen Sie bitte das Jahr 1999 zum Vergleich. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit betrug damals 221 000, heute sind es 203 000. Es gibt also 18 000 Arbeitslose weniger im Jahresschnitt als 1999. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Den Anstieg der Arbeitslosigkeit müssen Sie sich anschauen, Herr Bundeskanzler!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu dieser Erfolgsbilanz der neuen Regierung gehört, dass wir im Unterschied zu Ihnen die Arbeiter und die Angestellten gleichgestellt haben, alle Kinder und alle Eltern heute sozialrechtlich gleich behandelt werden und mit dem Kindergeld sogar zwölf Monate länger materiell vollkommen abgesichert sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dazu kommt, dass wir im Unterschied zu anderen, linken Regierungen Europas mit Pflegekarenz und Sterbebegleitung bewusst eine Alternative zur Sterbehilfe anbieten. Das sind konkrete Handlungen, die auch die Sozialbilanz in Österreich wesentlich verbessern werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Österreich!
Herr Abgeordneter! Sie haben gesagt, wir sollten uns die Statistiken und die Rankings anschauen. Gut, machen wir das. Wer ist weltweit die Nummer eins in Bezug auf Lebensqualität? (Abg. Dr. Khol: Österreich!) – Danke. Österreich! Sind Sie darauf nicht stolz? Wir schon! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Sie haben gesagt, wir sollten uns die Statistiken und die Rankings anschauen. Gut, machen wir das. Wer ist weltweit die Nummer eins in Bezug auf Lebensqualität? (Abg. Dr. Khol: Österreich!) – Danke. Österreich! Sind Sie darauf nicht stolz? Wir schon! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!
Wenn es um die Frage geht: Wo sind hoch qualifizierte Arbeitsplätze am besten verfügbar? – das ist für die Standortsicherung ungeheuer wichtig –, wer ist da auf dem ersten Platz? (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!) – Österreich! Wir sind stolz darauf, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn es um die Frage geht: Wo sind hoch qualifizierte Arbeitsplätze am besten verfügbar? – das ist für die Standortsicherung ungeheuer wichtig –, wer ist da auf dem ersten Platz? (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!) – Österreich! Wir sind stolz darauf, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!
Wenn es um die Frage der Umweltqualität, der erneuerbaren Energien geht, wer ist Erster? (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!) – Österreich! Sind wir stolz darauf, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Glauben Sie, was Sie da sagen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Glauben Sie, was Sie da sagen?
Wenn es um die Frage der Umweltqualität, der erneuerbaren Energien geht, wer ist Erster? (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!) – Österreich! Sind wir stolz darauf, liebe Freunde! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Bures: Glauben Sie, was Sie da sagen?)
Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!
Und wenn es um die Frage geht, wer am besten Wirtschaft und Umwelt in der Landwirtschaftspolitik, in der Agrarpolitik verbindet, wer am besten die Fonds der Europäischen Union anzapft, heißt die Antwort (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!): Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und wenn es um die Frage geht, wer am besten Wirtschaft und Umwelt in der Landwirtschaftspolitik, in der Agrarpolitik verbindet, wer am besten die Fonds der Europäischen Union anzapft, heißt die Antwort (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen: Österreich!): Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Sie tun nichts!
Herr Abgeordneter! Alles sagen, auch die Schwächen nennen! Wir müssen besser werden in der Forschung, wir müssen besser werden beim Nettozuwachs in verschiedenen Bereichen. Wir müssen mehr in die Infrastruktur investieren. Das sind aber auch genau eins zu eins jene Punkte, die sich diese Bundesregierung vorgenommen hat. (Abg. Bures: Sie tun nichts!) Sanieren, reformieren, und dann kann Österreich ernten. Wir sind auf dem besten Weg dazu. Weil Sie in diesen Fragen nichts anzubieten haben, machen wir es, und die Österreicherinnen und Österreicher machen sich dabei schon das richtige Bild. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Alles sagen, auch die Schwächen nennen! Wir müssen besser werden in der Forschung, wir müssen besser werden beim Nettozuwachs in verschiedenen Bereichen. Wir müssen mehr in die Infrastruktur investieren. Das sind aber auch genau eins zu eins jene Punkte, die sich diese Bundesregierung vorgenommen hat. (Abg. Bures: Sie tun nichts!) Sanieren, reformieren, und dann kann Österreich ernten. Wir sind auf dem besten Weg dazu. Weil Sie in diesen Fragen nichts anzubieten haben, machen wir es, und die Österreicherinnen und Österreicher machen sich dabei schon das richtige Bild. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie das nicht!
Die volle Antwort an Sie lautet daher: Wir sind bei weitem noch nicht perfekt. (Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie das nicht!) Wir sind noch nicht so gut, wie wir es uns vorgenommen haben. Aber Österreich steht heute wesentlich besser da als vor zwei Jahren. Wir haben keinen blauen Brief aus Brüssel bekommen, weil wir das Schlusslicht in der Budgetpolitik sind, wie Ihr Amtskollege oder Ihr Parteiführerkollege Gerhard Schröder. (Abg. Dr. Fekter: So ist es!) Wir haben rechtzeitig gegengesteuert, und darauf sind wir stolz. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: So ist es!
Die volle Antwort an Sie lautet daher: Wir sind bei weitem noch nicht perfekt. (Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie das nicht!) Wir sind noch nicht so gut, wie wir es uns vorgenommen haben. Aber Österreich steht heute wesentlich besser da als vor zwei Jahren. Wir haben keinen blauen Brief aus Brüssel bekommen, weil wir das Schlusslicht in der Budgetpolitik sind, wie Ihr Amtskollege oder Ihr Parteiführerkollege Gerhard Schröder. (Abg. Dr. Fekter: So ist es!) Wir haben rechtzeitig gegengesteuert, und darauf sind wir stolz. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die volle Antwort an Sie lautet daher: Wir sind bei weitem noch nicht perfekt. (Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie das nicht!) Wir sind noch nicht so gut, wie wir es uns vorgenommen haben. Aber Österreich steht heute wesentlich besser da als vor zwei Jahren. Wir haben keinen blauen Brief aus Brüssel bekommen, weil wir das Schlusslicht in der Budgetpolitik sind, wie Ihr Amtskollege oder Ihr Parteiführerkollege Gerhard Schröder. (Abg. Dr. Fekter: So ist es!) Wir haben rechtzeitig gegengesteuert, und darauf sind wir stolz. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Bures.
Was die Frage eins betrifft, die Arbeitsmarktdaten, habe ich schon darauf hingewiesen, wie wir tatsächlich stehen: im Jahresdurchschnitt besser, im Dezember, da haben Sie Recht, war für uns mit 50 000 Arbeitslosen mehr der Tiefpunkt der Talsohle erreicht. Daher haben wir auch ganz bewusst ein Konjunkturpaket beschlossen, das gewaltige Ausmaße hat. Ich darf es Ihnen kurz vorlesen: 1 Milliarde € wird ab Jänner dieses Jahres über das Kindergeld für junge Familien und für die Erhöhung der Pensionen, vor allem der niedrigen, eingesetzt. (Zwischenruf der Abg. Bures. ) Der richtige Impuls zur richtigen Zeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was die Frage eins betrifft, die Arbeitsmarktdaten, habe ich schon darauf hingewiesen, wie wir tatsächlich stehen: im Jahresdurchschnitt besser, im Dezember, da haben Sie Recht, war für uns mit 50 000 Arbeitslosen mehr der Tiefpunkt der Talsohle erreicht. Daher haben wir auch ganz bewusst ein Konjunkturpaket beschlossen, das gewaltige Ausmaße hat. Ich darf es Ihnen kurz vorlesen: 1 Milliarde € wird ab Jänner dieses Jahres über das Kindergeld für junge Familien und für die Erhöhung der Pensionen, vor allem der niedrigen, eingesetzt. (Zwischenruf der Abg. Bures. ) Der richtige Impuls zur richtigen Zeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
1 Milliarde € wird zur Einkommensentlastung für die Haushalte durch niedrigere Telefon-, Gas- und Stromtarife eingesetzt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Sie lachen? Ein Wiener Abgeordneter lacht? Darauf habe ich gewartet! Acht Bundesländer haben diese Preisverbesserungen zu den Haushalten durchgelassen. (Abg. Dr. Khol: Nur Wien nicht!) Fragen Sie einmal Ihren Parteifreund Michael Häupl, warum das in Wien nicht funktioniert! Das ist eine Schande, meine Damen und Herren Abgeordneten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Nur Wien nicht!
1 Milliarde € wird zur Einkommensentlastung für die Haushalte durch niedrigere Telefon-, Gas- und Stromtarife eingesetzt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Sie lachen? Ein Wiener Abgeordneter lacht? Darauf habe ich gewartet! Acht Bundesländer haben diese Preisverbesserungen zu den Haushalten durchgelassen. (Abg. Dr. Khol: Nur Wien nicht!) Fragen Sie einmal Ihren Parteifreund Michael Häupl, warum das in Wien nicht funktioniert! Das ist eine Schande, meine Damen und Herren Abgeordneten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
1 Milliarde € wird zur Einkommensentlastung für die Haushalte durch niedrigere Telefon-, Gas- und Stromtarife eingesetzt. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Sie lachen? Ein Wiener Abgeordneter lacht? Darauf habe ich gewartet! Acht Bundesländer haben diese Preisverbesserungen zu den Haushalten durchgelassen. (Abg. Dr. Khol: Nur Wien nicht!) Fragen Sie einmal Ihren Parteifreund Michael Häupl, warum das in Wien nicht funktioniert! Das ist eine Schande, meine Damen und Herren Abgeordneten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Ein Schmäh! Wo?
Wir stellen jetzt schon die Weichen und bahnen die Straßen für die Zukunft, indem wir im Unterschied zum letzten Finanzminister, Verkehrsminister und Bundeskanzler, der der SPÖ angehört hat, pro Jahr 600 Millionen € mehr in Schiene und Straße investieren. Allein mit diesen Programmen werden im nächsten Jahr und im übernächsten Jahr pro Jahr 8 000 bis 10 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Parnigoni: Ein Schmäh! Wo?) Das ist eine Lösung, nicht Rhetorik, wie Ihre Rede, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir stellen jetzt schon die Weichen und bahnen die Straßen für die Zukunft, indem wir im Unterschied zum letzten Finanzminister, Verkehrsminister und Bundeskanzler, der der SPÖ angehört hat, pro Jahr 600 Millionen € mehr in Schiene und Straße investieren. Allein mit diesen Programmen werden im nächsten Jahr und im übernächsten Jahr pro Jahr 8 000 bis 10 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Parnigoni: Ein Schmäh! Wo?) Das ist eine Lösung, nicht Rhetorik, wie Ihre Rede, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das bestimmen aber nicht Sie! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ihr Demokratieverständnis nähert sich schon sehr dem der FPÖ an! – Abg. Dr. Mertel: Diktatur!
Wir werden zusätzlich – und ich hoffe, das Hohe Haus wird das sehr bald beschließen, und ich bitte sehr um Ihre Stimme – Steuerimpulse zur Konjunkturbelebung, vor allem für die Bauwirtschaft, aber auch für die Familien, für die Betriebe, für Weiterbildung und Forschung, im Ausmaß von 750 Millionen € vorschlagen. Wenn Sie mitstimmen, dann nehmen wir Ihre Kritik ernst, wenn Sie aus politischen Gründen dagegen stimmen, stellen Sie sich nie wieder hierher und kritisieren Sie, dass diese Bundesregierung nichts mache! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Das bestimmen aber nicht Sie! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ihr Demokratieverständnis nähert sich schon sehr dem der FPÖ an! – Abg. Dr. Mertel: Diktatur!)
Abg. Bures: Frage 2 haben Sie vergessen!
Allerdings, selbst die Kommission sagt, dass der EU-Schnitt sinkt, aber jener Österreichs steigt. (Abg. Bures: Frage 2 haben Sie vergessen!) – Wir werden uns anstrengen, Herr Abgeordneter Gusenbauer, dass wir wesentlich besser werden, als es Ihre kritische Prognose war.
Rufe bei der ÖVP: Edlinger!
Sie beziffern die Steuerquote im Jahre 2001 mit 47 Prozent; Sie nehmen da wohl eine andere Statistik, denn die österreichische Statistik lautet auf 45,5 Prozent. Sie sagen, das sei die höchste überhaupt. – Das ist aber nicht wahr. Im Jahr 1997 betrug sie nämlich 46,5 Prozent (Rufe bei der ÖVP: Edlinger!), im Jahr 1998 47 Prozent und im Jahr 1999 46,5 Prozent; da war sie also deutlich höher.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!
Aber wiederum richtig ist, dass wir in den nächsten Jahren mit der Steuer- und Abgabenquote hinunterkommen müssen. Daher werden wir von der Regierung uns auch im nächsten Jahr eine Lohnnebenkostensenkung vornehmen. Dieser wurde wohl ursprünglich von Ihrer Seite zugestimmt, jetzt – wie ich höre – wird sie plötzlich wieder abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!) Ich bitte auch in dieser Frage nicht um einen Schlingerkurs, sondern um eine klare Antwort, ob die Entlastung der Arbeit nicht ein gemeinsames Anliegen sein könnte. (Abg. Edlinger: Wir sind für die Arbeitnehmer!) – Entschuldigung, Herr Abgeordneter! Lohnnebenkosten werden ja meistens von beiden bezahlt. Natürlich wird auch der Arbeitnehmer davon profitieren, und er soll ja auch davon profitieren, Herr Abgeordneter Edlinger. Ich hätte schon gedacht, dass Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Edlinger: Wir sind für die Arbeitnehmer!
Aber wiederum richtig ist, dass wir in den nächsten Jahren mit der Steuer- und Abgabenquote hinunterkommen müssen. Daher werden wir von der Regierung uns auch im nächsten Jahr eine Lohnnebenkostensenkung vornehmen. Dieser wurde wohl ursprünglich von Ihrer Seite zugestimmt, jetzt – wie ich höre – wird sie plötzlich wieder abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!) Ich bitte auch in dieser Frage nicht um einen Schlingerkurs, sondern um eine klare Antwort, ob die Entlastung der Arbeit nicht ein gemeinsames Anliegen sein könnte. (Abg. Edlinger: Wir sind für die Arbeitnehmer!) – Entschuldigung, Herr Abgeordneter! Lohnnebenkosten werden ja meistens von beiden bezahlt. Natürlich wird auch der Arbeitnehmer davon profitieren, und er soll ja auch davon profitieren, Herr Abgeordneter Edlinger. Ich hätte schon gedacht, dass Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Aber wiederum richtig ist, dass wir in den nächsten Jahren mit der Steuer- und Abgabenquote hinunterkommen müssen. Daher werden wir von der Regierung uns auch im nächsten Jahr eine Lohnnebenkostensenkung vornehmen. Dieser wurde wohl ursprünglich von Ihrer Seite zugestimmt, jetzt – wie ich höre – wird sie plötzlich wieder abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist immer so! – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das wollen Sie nicht!) Ich bitte auch in dieser Frage nicht um einen Schlingerkurs, sondern um eine klare Antwort, ob die Entlastung der Arbeit nicht ein gemeinsames Anliegen sein könnte. (Abg. Edlinger: Wir sind für die Arbeitnehmer!) – Entschuldigung, Herr Abgeordneter! Lohnnebenkosten werden ja meistens von beiden bezahlt. Natürlich wird auch der Arbeitnehmer davon profitieren, und er soll ja auch davon profitieren, Herr Abgeordneter Edlinger. Ich hätte schon gedacht, dass Sie das wissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Abg. Edlinger: 4 Milliarden kostet die Stadt Wien eure Budgetpolitik!
Mir ist aber nicht ganz klar, warum Wien nun eine Gebührenlawine lostritt. Der Fahrschein für die Straßenbahn wird teurer, die Müllgebühren werden teurer, die Preise für die öffentlichen Bäder werden teurer. – Was wird eigentlich mit diesen Einnahmen gemacht? Wird damit die Konjunktur belebt? Oder gilt Ihre Kritik, die Sie gegenüber dieser Bundesregierung aussprechen, gegenüber den eigenen Parteifreunden nicht? (Abg. Edlinger: 4 Milliarden kostet die Stadt Wien eure Budgetpolitik!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir haben da einen guten Weg gefunden. Mit den Belastungen ist Schluss. Wir haben saniert. Wir reformieren das Land weiter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer.
Die Zahlenreihen, die Sie nennen, liegen in dieser Form überhaupt nicht vor. (Heiterkeit der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Mag. Schweitzer. )
Abg. Edlinger: Sie reden davon!
Wir sind die Vorreiter bei der "Lissabonner-Strategie" durch die Liberalisierung auf den Energiemärkten. Wir leben den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Gerade erst sind wir – sehr im Unterschied zu Portugal und Deutschland, die beide linke Regierungen haben – ausdrücklich gelobt worden. Wir investieren in Forschung, Infrastruktur und in bestimmte Bereiche der Ausbildung. (Abg. Edlinger: Sie reden davon!)
Abg. Dr. Jarolim: Eine Peinlichkeit diese Rede! Eines Kanzlers unwürdig! – Abg. Dr. Trinkl: Zuhören, Jarolim!
Wir haben bei der Temelín-Vereinbarung – ich sage Ihnen das ganz offen – sehr mühsam in den Verhandlungen mit den Tschechen ein Sicherheitsprogramm herausverhandelt, das mittlerweile völkerrechtliche Verbindlichkeit hat und, publiziert im BGBl. III 266/2001, eine völkerrechtliche Verbindlichkeit der Tschechischen Republik beinhaltet. (Abg. Dr. Jarolim: Eine Peinlichkeit diese Rede! Eines Kanzlers unwürdig! – Abg. Dr. Trinkl: Zuhören, Jarolim!) Darin sind eine Überwachung beziehungsweise ein Monitoring, ein Fahrplan vorgesehen. Das wurde am 10. Dezember 2001 veröffentlicht. Wenn Sie das nicht haben sollten, Herr Abgeordneter, auf
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben bei uns begonnen, und nur so kann es funktionieren. Wir haben aber überdies auch die österreichischen Kriegsgefangenen, die in West und Ost interniert waren, entschädigt, denn auch sie haben Unrecht erlitten. Auch sie haben Monate oder Jahre ihres Lebens verloren. Ich halte es für eine enorme, wichtige symbolische Geste, dass diese Bundesregierung da als Erste seit Ende des Zweiten Weltkrieges wirklich etwas getan hat. Wir sind es diesen Menschen schuldig. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie hier mitgetan haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Homosexuelle ...!
Es gibt eine große Gruppe von Menschen, denen in der Stalinzeit, 1930 bis 1955, bitteres Unrecht geschehen ist. Davon waren Sozialdemokraten, Kommunisten, Schutzbündler, aber auch viele andere betroffen. (Abg. Mag. Wurm: Homosexuelle ...!) Wir haben mit den Russen vor fünf Jahren einen Vertrag ausgearbeitet, der erstmals deren Rehabilitierung vorsieht. Ich habe nun bei meinem Besuch bei Herrn Präsident Putin diesen Vertrag abgeschlossen. Damit haben wir 700 Österreichern ein Gesicht gegeben, ihre Ehre und Gerechtigkeit wiederhergestellt. Ich halte das für ganz, ganz wichtig! Putin hat auch den nächsten Schritt zugesagt, nämlich die Rehabilitierung jener, die interniert waren, aber niemals ein Urteil bekommen haben, vorzunehmen. Ich glaube, dass das eine sehr großzügige Geste ist, die wir auch ausdrücklich gemeinsam vom Parlament aus in Richtung Russland würdigen sollten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt eine große Gruppe von Menschen, denen in der Stalinzeit, 1930 bis 1955, bitteres Unrecht geschehen ist. Davon waren Sozialdemokraten, Kommunisten, Schutzbündler, aber auch viele andere betroffen. (Abg. Mag. Wurm: Homosexuelle ...!) Wir haben mit den Russen vor fünf Jahren einen Vertrag ausgearbeitet, der erstmals deren Rehabilitierung vorsieht. Ich habe nun bei meinem Besuch bei Herrn Präsident Putin diesen Vertrag abgeschlossen. Damit haben wir 700 Österreichern ein Gesicht gegeben, ihre Ehre und Gerechtigkeit wiederhergestellt. Ich halte das für ganz, ganz wichtig! Putin hat auch den nächsten Schritt zugesagt, nämlich die Rehabilitierung jener, die interniert waren, aber niemals ein Urteil bekommen haben, vorzunehmen. Ich glaube, dass das eine sehr großzügige Geste ist, die wir auch ausdrücklich gemeinsam vom Parlament aus in Richtung Russland würdigen sollten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist recht und billig, bis zum EU-Beitritt Tschechiens oder Sloweniens festzuhalten, dass dies nicht totes Recht sein darf, sondern bestenfalls totes Unrecht ist. Darauf sollten wir gemeinsam insistieren, weil wir das auch gemeinsam in einer Entschließung festgelegt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni – auf die Freiheitlichen weisend –: Sprechen Sie da hinüber!
Aber eines möchte ich ausdrücklich sagen: Zu einer voll entwickelten Demokratie gehört natürlich auch das Bekenntnis zum Rechtsstaat, zu einer unabhängigen Justiz und zu einem Höchstgericht, wie es etwa der Verfassungsgerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof oder der Oberste Gerichtshof sind (Abg. Parnigoni – auf die Freiheitlichen weisend –: Sprechen Sie da hinüber!), und dass man sich selbstverständlich auch nach Kräften darum bemüht. Das muss ein gemeinsames Bekenntnis aller Demokraten sein. So ist es auch in unserem gemeinsamen Regierungsprogramm festgelegt. (Abg. Dr. Kräuter zeigt auf die Reihen der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Schauen Sie dem Krüger in die Augen und sagen Sie ihm das!) Das erspart nicht eine inhaltliche Diskussion in der einen oder anderen Frage, aber die Prinzipien, die Eckpunkte des Rechtsstaates sind selbstverständlich in Österreich außer Streit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter zeigt auf die Reihen der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Schauen Sie dem Krüger in die Augen und sagen Sie ihm das!
Aber eines möchte ich ausdrücklich sagen: Zu einer voll entwickelten Demokratie gehört natürlich auch das Bekenntnis zum Rechtsstaat, zu einer unabhängigen Justiz und zu einem Höchstgericht, wie es etwa der Verfassungsgerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof oder der Oberste Gerichtshof sind (Abg. Parnigoni – auf die Freiheitlichen weisend –: Sprechen Sie da hinüber!), und dass man sich selbstverständlich auch nach Kräften darum bemüht. Das muss ein gemeinsames Bekenntnis aller Demokraten sein. So ist es auch in unserem gemeinsamen Regierungsprogramm festgelegt. (Abg. Dr. Kräuter zeigt auf die Reihen der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Schauen Sie dem Krüger in die Augen und sagen Sie ihm das!) Das erspart nicht eine inhaltliche Diskussion in der einen oder anderen Frage, aber die Prinzipien, die Eckpunkte des Rechtsstaates sind selbstverständlich in Österreich außer Streit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber eines möchte ich ausdrücklich sagen: Zu einer voll entwickelten Demokratie gehört natürlich auch das Bekenntnis zum Rechtsstaat, zu einer unabhängigen Justiz und zu einem Höchstgericht, wie es etwa der Verfassungsgerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof oder der Oberste Gerichtshof sind (Abg. Parnigoni – auf die Freiheitlichen weisend –: Sprechen Sie da hinüber!), und dass man sich selbstverständlich auch nach Kräften darum bemüht. Das muss ein gemeinsames Bekenntnis aller Demokraten sein. So ist es auch in unserem gemeinsamen Regierungsprogramm festgelegt. (Abg. Dr. Kräuter zeigt auf die Reihen der Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Schauen Sie dem Krüger in die Augen und sagen Sie ihm das!) Das erspart nicht eine inhaltliche Diskussion in der einen oder anderen Frage, aber die Prinzipien, die Eckpunkte des Rechtsstaates sind selbstverständlich in Österreich außer Streit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Da die Topographieverordnung angesprochen wurde – ich habe das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes selbstverständlich publiziert –, möchte ich im Besonderen die SPÖ auf Folgendes aufmerksam machen: Wenn man sich die Geschichte über dieses Volksgruppen- und Ortstafelgesetz ansieht, wird man draufkommen, dass manches geschehen ist und dass viele etwas sagen können, aber gerade die SPÖ sollte ein wenig vorsichtig sein. (Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Abg. Parnigoni: Oberlehrer!
Zweitens: Es hat damals eine Regierungsvorlage gegeben, die zur Begutachtung ausgeschickt wurde, und zwar am 30. Mai 1972. (Abg. Parnigoni: Oberlehrer!) – Nicht Oberlehrer, sondern erlauben Sie, dass ich das auch sagen darf, weil das nämlich das Parlament betrifft, Herr Abgeordneter Parnigoni! (Abg. Bures: Sie haben die Frage nicht beantwortet! – Abg. Dr. Fekter: Das ist schmerzhaft! Euer Versagen!)
Abg. Bures: Sie haben die Frage nicht beantwortet! – Abg. Dr. Fekter: Das ist schmerzhaft! Euer Versagen!
Zweitens: Es hat damals eine Regierungsvorlage gegeben, die zur Begutachtung ausgeschickt wurde, und zwar am 30. Mai 1972. (Abg. Parnigoni: Oberlehrer!) – Nicht Oberlehrer, sondern erlauben Sie, dass ich das auch sagen darf, weil das nämlich das Parlament betrifft, Herr Abgeordneter Parnigoni! (Abg. Bures: Sie haben die Frage nicht beantwortet! – Abg. Dr. Fekter: Das ist schmerzhaft! Euer Versagen!)
Abg. Dr. Khol: Ja, ja!
Am 30. Mai 1972 ist eine Regierungsvorlage eingebracht worden, aber noch vor Ablauf der Begutachtungsfrist haben sozialistische Abgeordnete einen Initiativantrag eingebracht (Abg. Dr. Khol: Ja, ja!), der mit Fristsetzung vom Plenum durchgepeitscht wurde, ohne dass der Ausschuss überhaupt die Möglichkeit hatte, darüber zu diskutieren. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Das hat ja auch dazu geführt, dass es zu einer solchen Aufschaukelung der Emotionen gekommen ist.
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Am 30. Mai 1972 ist eine Regierungsvorlage eingebracht worden, aber noch vor Ablauf der Begutachtungsfrist haben sozialistische Abgeordnete einen Initiativantrag eingebracht (Abg. Dr. Khol: Ja, ja!), der mit Fristsetzung vom Plenum durchgepeitscht wurde, ohne dass der Ausschuss überhaupt die Möglichkeit hatte, darüber zu diskutieren. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Das hat ja auch dazu geführt, dass es zu einer solchen Aufschaukelung der Emotionen gekommen ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Gusenbauer! Wenn wir es also besser machen wollen als 1972, dann machen wir das gemeinsam! Versuchen wir wirklich, einen parteiübergreifenden Konsens zu finden! Versuchen wir, in dieser Konsenskonferenz die Fakten auf den Tisch zu legen, alle politischen Kräfte einzubinden, natürlich auch die Volksgruppenvertreter der Slowenen und die Vertreter der Heimatverbände. Sie alle gehören an einen Tisch! Und dann versuchen wir, gemeinsam eine gute Lösung für Österreich und für Kärnten zu erarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Sie haben die Fragen nicht beantwortet!
Meine Damen und Herren! Ich danke für die Geduld. (Abg. Bures: Sie haben die Fragen nicht beantwortet!) Ich glaube, dass Sie viele Themen angesprochen haben, die eine Antwort verdienen. Zeitungskommentare sind jedoch – mit Verlaub – noch keine Angelegenheit der Vollziehung. Gerade Sie haben darauf hingewiesen, dass die Politik in den Redaktionsstuben nichts
ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! In Ihrer sehr oberflächlich gehaltenen Beantwortung der Dringlichen Anfrage (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) haben Sie festgestellt beziehungsweise falsch dargestellt, dass es in Ihrer Regierung der Fall gewesen wäre ... (Abg. Schwarzenberger: Zehn zu null für Schüssel! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Entgegnung! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Schwarzenberger: Zehn zu null für Schüssel! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Entgegnung! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! In Ihrer sehr oberflächlich gehaltenen Beantwortung der Dringlichen Anfrage (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen) haben Sie festgestellt beziehungsweise falsch dargestellt, dass es in Ihrer Regierung der Fall gewesen wäre ... (Abg. Schwarzenberger: Zehn zu null für Schüssel! – Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Entgegnung! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Die Stimmung nicht, die Frau Kollegin!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Prammer! Die Stimmung fällt leicht aus dem Rahmen (Abg. Mag. Kukacka: Die Stimmung nicht, die Frau Kollegin!), daher müssen wir uns ganz genau daran halten, den zu berichtigenden Sachverhalt und den tatsächlichen Sachverhalt darzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst auch nichts zu sagen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst auch nichts zu sagen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Prammer! Die Stimmung fällt leicht aus dem Rahmen (Abg. Mag. Kukacka: Die Stimmung nicht, die Frau Kollegin!), daher müssen wir uns ganz genau daran halten, den zu berichtigenden Sachverhalt und den tatsächlichen Sachverhalt darzustellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und sonst auch nichts zu sagen!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Angesprochen!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (fortsetzend): Herr Bundeskanzler! Sie haben in Ihren Ausführungen fälschlicherweise dargestellt, dass während Ihrer Regierungszeit als Bundeskanzler europäische Sicherheitsstandards eingeführt (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Angesprochen!) beziehungsweise in die Schlussfolgerungen aufgenommen worden wären. (Abg. Mag. Schweitzer: Wieder nicht aufgepasst! – Ruf bei der ÖVP: Nicht zugehört!)
Abg. Mag. Schweitzer: Wieder nicht aufgepasst! – Ruf bei der ÖVP: Nicht zugehört!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (fortsetzend): Herr Bundeskanzler! Sie haben in Ihren Ausführungen fälschlicherweise dargestellt, dass während Ihrer Regierungszeit als Bundeskanzler europäische Sicherheitsstandards eingeführt (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Angesprochen!) beziehungsweise in die Schlussfolgerungen aufgenommen worden wären. (Abg. Mag. Schweitzer: Wieder nicht aufgepasst! – Ruf bei der ÖVP: Nicht zugehört!)
Widerspruch bei der ÖVP.
Ich glaube, ich muss Ihrem Erinnerungsvermögen ein bisschen nachhelfen. (Widerspruch bei der ÖVP.) Die Wahrheit ist: Die Sicherheitsstandards sind beim Europäischen Rat in Köln in die Schlussfolgerungen aufgenommen worden, und zwar unter der Regierung Klima und nicht unter der Regierung Schüssel! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: So geht’s aber wirklich nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: So geht’s aber wirklich nicht!
Ich glaube, ich muss Ihrem Erinnerungsvermögen ein bisschen nachhelfen. (Widerspruch bei der ÖVP.) Die Wahrheit ist: Die Sicherheitsstandards sind beim Europäischen Rat in Köln in die Schlussfolgerungen aufgenommen worden, und zwar unter der Regierung Klima und nicht unter der Regierung Schüssel! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: So geht’s aber wirklich nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Das kannst du ja gar nicht alles sagen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das war eine matte Eröffnung der Debatte! Matt, matt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 9 Minuten. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Das kannst du ja gar nicht alles sagen! – Abg. Dr. Khol – in Richtung SPÖ –: Das war eine matte Eröffnung der Debatte! Matt, matt!) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Ich verstehe, dass Sie hier allein auf der Regierungsbank sitzen. Das ist auch die einzige Möglichkeit, wie diese Regierung mit einer Stimme vertreten werden kann! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Josef, sag den Leuten, was du besser machen willst!
Ich verstehe auch, dass jetzt in der Geschäftsordnung eine neue Form der Wortmeldung eingeführt werden muss: die so genannte Chormeldung, die heute hier dargeboten wurde. Das heißt, Sie brauchen gar keine einzelnen Redner mehr hinauszuschicken, sondern es geht jeweils der Dirigent hinaus, und alle anderen singen und applaudieren im Chor mit. Das ist eben das freie Mandat, das in der Verfassung festgelegt ist, wie Sie es verstehen! Auch eine Art, wie man Einheitlichkeit präsentieren kann! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Josef, sag den Leuten, was du besser machen willst!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Dass Sie bei der Beantwortung der Dringlichen Anfrage schon nach elf oder zwölf Fragen einen Schwächeanfall bekommen und dann gar nichts mehr beantwortet haben, kann ich mir nur dadurch erklären, dass Sie vor allem die Fragen 22 und 23 einfach verdrängt haben, in denen Anneliese Rohrer zitiert wird (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen):
Abg. Mag. Kukacka: Der wird immer schwächer!
In der Frage 23 steht ein sehr interessantes Zitat aus der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung", das den Satz enthält: "Diese Regierung schaut ganz schön alt aus." (Abg. Mag. Kukacka: Der wird immer schwächer!)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Da haben Sie sich gedacht: Das lasse ich bei der Beantwortung am besten aus. Ich sage nichts zu Temelín, ich sage nichts zur Regierungskrise, ich sage nicht, ob die Frau Vizekanzlerin mit Tschechien sprechen wird, ich sage nichts darüber, dass wir Schlusslicht sind, ich sage nicht, dass wir ein Minuswachstum haben, ich sage nichts dazu, dass wir fast 300 000 Arbeitslose haben, ich gehe auf gar nichts ein. Ich erzeuge mir ein Bild, das der Wirklichkeit entrückt ist, ein "verschüsseltes" Bild von Österreich. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Das ist Ihr Bild, das Sie dargestellt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wer hat ein Minuswachstum? – Rufe bei der ÖVP: Wir haben kein Minuswachstum!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wer hat ein Minuswachstum? – Rufe bei der ÖVP: Wir haben kein Minuswachstum!
Da haben Sie sich gedacht: Das lasse ich bei der Beantwortung am besten aus. Ich sage nichts zu Temelín, ich sage nichts zur Regierungskrise, ich sage nicht, ob die Frau Vizekanzlerin mit Tschechien sprechen wird, ich sage nichts darüber, dass wir Schlusslicht sind, ich sage nicht, dass wir ein Minuswachstum haben, ich sage nichts dazu, dass wir fast 300 000 Arbeitslose haben, ich gehe auf gar nichts ein. Ich erzeuge mir ein Bild, das der Wirklichkeit entrückt ist, ein "verschüsseltes" Bild von Österreich. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Das ist Ihr Bild, das Sie dargestellt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wer hat ein Minuswachstum? – Rufe bei der ÖVP: Wir haben kein Minuswachstum!)
Abg. Mag. Schweitzer: Die gibt es wirklich nicht! – Abg. Neudeck: Wer hat 23 Prozent Arbeitslose? – Abg. Amon: In der SPÖ-Zentrale gibt es die!
Wahrscheinlich sind Ihre Mitarbeiter auch beauftragt, Ihnen in der Früh nur jene Zeitungen zu zeigen, die Sie sehen wollen. Die Ausgabe des "Kurier" zum Beispiel, in der steht: "Jobs dringend gesucht. 23 Prozent mehr Arbeitslose", wurde Ihnen noch gar nicht vorgelegt, daher haben Sie sie noch nicht gesehen, daher gibt es diese 23 Prozent mehr Arbeitslose auch gar nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Die gibt es wirklich nicht! – Abg. Neudeck: Wer hat 23 Prozent Arbeitslose? – Abg. Amon: In der SPÖ-Zentrale gibt es die!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!
"Mitleid mit Riess-Passer" hat Landesrat Hirschmann aus der Steiermark. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!) Er sagt, er erwarte sich von Bundeskanzler Schüssel, dass er "die streichelnde Hand des Vaters ausstreckt" und "mit dem Koalitionspartner einen tiefgreifenden Diskussionsprozeß über die Bedeutung der EU-Osterweiterung führt". – Das heißt, wenn die Frau Vizekanzlerin einmal gestreichelt wird, ist es die väterliche Hand, und die beiden diskutieren gerade über die EU-Osterweiterung! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!
"Mitleid mit Riess-Passer" hat Landesrat Hirschmann aus der Steiermark. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Vorlesung oder eine Parlamentsdebatte? – Abg. Wochesländer: Der Vorleser! – Ruf bei der ÖVP: Er braucht eine Brille!) Er sagt, er erwarte sich von Bundeskanzler Schüssel, dass er "die streichelnde Hand des Vaters ausstreckt" und "mit dem Koalitionspartner einen tiefgreifenden Diskussionsprozeß über die Bedeutung der EU-Osterweiterung führt". – Das heißt, wenn die Frau Vizekanzlerin einmal gestreichelt wird, ist es die väterliche Hand, und die beiden diskutieren gerade über die EU-Osterweiterung! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Josef, du brauchst eine Brille! Die Arme werden bald nicht mehr lang genug sein! – Abg. Ing. Westenthaler – eine Ausgabe der "Neuen Freien Zeitung" in die Höhe haltend –: Josef, lies einmal etwas Gescheites! Lies die NFZ!)
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Ich frage mich nur eines (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) – ja genau, passt vom Drehbuch bestens! –: Was ist aber, wenn Klubobmann Westenthaler in der Erweiterungsfrage bockt? Tritt dann die Empfehlung von Harald Ofner ein, dass vielleicht eine "g’sunde Tachtel" weiterhilft (Heiterkeit bei der SPÖ), dass dann der Kurs in Richtung Erweiterung eingeschlagen wird? Ist es so? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!)
Heiterkeit bei der SPÖ
Ich frage mich nur eines (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) – ja genau, passt vom Drehbuch bestens! –: Was ist aber, wenn Klubobmann Westenthaler in der Erweiterungsfrage bockt? Tritt dann die Empfehlung von Harald Ofner ein, dass vielleicht eine "g’sunde Tachtel" weiterhilft (Heiterkeit bei der SPÖ), dass dann der Kurs in Richtung Erweiterung eingeschlagen wird? Ist es so? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!
Ich frage mich nur eines (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler) – ja genau, passt vom Drehbuch bestens! –: Was ist aber, wenn Klubobmann Westenthaler in der Erweiterungsfrage bockt? Tritt dann die Empfehlung von Harald Ofner ein, dass vielleicht eine "g’sunde Tachtel" weiterhilft (Heiterkeit bei der SPÖ), dass dann der Kurs in Richtung Erweiterung eingeschlagen wird? Ist es so? (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin froh, dass es so lustige Reden gibt!)
Abg. Mag. Kukacka: ... das Niveau vom Gusenbauer!
Jetzt komme ich dazu, wie Sie sich heute dargestellt haben. (Abg. Mag. Kukacka: ... das Niveau vom Gusenbauer!) Bernhard Görg, einer Ihrer engen Parteifreunde, sagt: "Das, was der
in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler
Was meint er damit? Sämtliche Körperfunktionen einstellen, dann ist er am besten? Oder sagt er in Wirklichkeit, nur das kann er, nur darin ist er wirklich ausgezeichnet? Na gut! Es gibt also ein eigenes "Verharmlosungswording": Das eine ist der Erregungskünstler aus Kärnten, den kennen wir, das ist der morgendliche Weckruf, der Adrenalinausstoßer aus den Karawanken! Das ist okay. Das haben Sie sich so ausgesucht. Das ist Ihr Liebling (in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler), Sie würden gerne Ihren Job aufgeben, nur damit er wieder unter uns weilt – ist in Ordnung, ist akzeptiert.
Abg. Schwarzenberger: Wir beide waren zu viert?
Wir beide sind am Tag danach zu viert zusammengesessen – die vier Klubobleute. (Abg. Schwarzenberger: Wir beide waren zu viert?) Sie waren so müde, so ermattet! Der Streit die ganze Nacht lang hat Sie einmal mehr körperlich völlig ausgepowert. Mich wundert nicht, dass Sie gar nicht mehr zu ordentlichen Regierungsvorlagen kommen, weil Sie ja kaum noch zum Arbeiten kommen. (Abg. Neudeck: "Wir beide sind zu viert zusammengesessen"?!)
Abg. Neudeck: "Wir beide sind zu viert zusammengesessen"?!
Wir beide sind am Tag danach zu viert zusammengesessen – die vier Klubobleute. (Abg. Schwarzenberger: Wir beide waren zu viert?) Sie waren so müde, so ermattet! Der Streit die ganze Nacht lang hat Sie einmal mehr körperlich völlig ausgepowert. Mich wundert nicht, dass Sie gar nicht mehr zu ordentlichen Regierungsvorlagen kommen, weil Sie ja kaum noch zum Arbeiten kommen. (Abg. Neudeck: "Wir beide sind zu viert zusammengesessen"?!)
Abg. Wochesländer: Das ist für einen Klubobmann zu wenig!
Daran muss ich mich gewöhnen. (Abg. Wochesländer: Das ist für einen Klubobmann zu wenig!) Für Bundeskanzler Schüssel ist dann wahrscheinlich ein Flugzeugcrash eine "unsanfte Landung in mehreren Flugzeugteilen" (Heiterkeit bei der SPÖ) – das ist dann seine Formulierung – oder eine Massenkarambolage ein "Buserer mit Publikumsbeteiligung". (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Daran muss ich mich gewöhnen. (Abg. Wochesländer: Das ist für einen Klubobmann zu wenig!) Für Bundeskanzler Schüssel ist dann wahrscheinlich ein Flugzeugcrash eine "unsanfte Landung in mehreren Flugzeugteilen" (Heiterkeit bei der SPÖ) – das ist dann seine Formulierung – oder eine Massenkarambolage ein "Buserer mit Publikumsbeteiligung". (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Daran muss ich mich gewöhnen. (Abg. Wochesländer: Das ist für einen Klubobmann zu wenig!) Für Bundeskanzler Schüssel ist dann wahrscheinlich ein Flugzeugcrash eine "unsanfte Landung in mehreren Flugzeugteilen" (Heiterkeit bei der SPÖ) – das ist dann seine Formulierung – oder eine Massenkarambolage ein "Buserer mit Publikumsbeteiligung". (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.
Das ist Wolfgang Schüssel in der Darstellung der harten Facts, und daher war es auch keine Überraschung, dass er gesagt hat, die Regierungskrise war eine Irritation in einer sehr spannenden Woche. (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) In einer "sehr spannenden Woche"! (Abg. Schwarzenberger: Heute ist aber nicht Fasching-Dienstag!)
Abg. Schwarzenberger: Heute ist aber nicht Fasching-Dienstag!
Das ist Wolfgang Schüssel in der Darstellung der harten Facts, und daher war es auch keine Überraschung, dass er gesagt hat, die Regierungskrise war eine Irritation in einer sehr spannenden Woche. (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) In einer "sehr spannenden Woche"! (Abg. Schwarzenberger: Heute ist aber nicht Fasching-Dienstag!)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Wochesländer: Der Zeman passt eh zu euch!
Im Moment kann von einer guten regionalen Partnerschaft ja wirklich nicht die Rede sein, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Oder wollen Sie behaupten, dass wir zu Tschechien momentan ein liebevolles Verhältnis haben? (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Wochesländer: Der Zeman passt eh zu euch!) Wollen Sie mir das jetzt wirklich erzählen? – Sie sagen ja selbst, dass es nicht so ist, und es ist auch klar: Das ist ja auch eine Folge dieser Politik, der wir hier ausgesetzt sind und die natürlich sehr stark mit Ihrem Koalitionspartner zusammenhängt.
Heiterkeit bei der SPÖ
Frau Mikl-Leitner sagt es! Sie bringt es jetzt in einer Aussendung auf den Punkt: Freiheitliches Dasein – philosophischer Denkansatz! – besteht aus Miesmachen und Nichtstun. Sie sagt: Null Initiativen, null Arbeit, null Lösungen, null Konzepte – das ist das Dasein der Freiheitlichen in Niederösterreich zum Beispiel. – Also, Sie haben ein herzhaftes Verhältnis zueinander (Heiterkeit bei der SPÖ), muss ich sagen, zum Beispiel in Niederösterreich.
Abg. Dr. Khol: Du brauchst eben Brillen, mein Lieber!
Abschließend: Herr Klubobmann Khol beweist uns ja immer wieder seine Belesenheit, indem er verschiedene Zitate bringt. Er hat das letzte Mal in der Herz-Schmerz-Pressekonferenz zum Beispiel Mark Twain zitiert: "Nachrichten von meinem Ableben sind stark übertrieben." – Na ja, aber ein bisschen tot ist auch tot. Ich glaube, darauf können wir uns schon einigen, denn die gemeinsame Grundlage dieser Regierung finde ich nicht mehr, in keinem Punkt! (Abg. Dr. Khol: Du brauchst eben Brillen, mein Lieber!) Erweiterung, Wirtschaft – eine einzige Katastrophe, ein einziges Desaster!
Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.
Aber wenn Sie schon Lust zur Selbstironie haben, hätte es auch noch andere Mark-Twain-Zitate gegeben, zum Beispiel: Wir "sind die Typen, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben". (Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.) Das wäre eine Selbstironie gewesen, die Sie hätten einbringen können! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Aber wenn Sie schon Lust zur Selbstironie haben, hätte es auch noch andere Mark-Twain-Zitate gegeben, zum Beispiel: Wir "sind die Typen, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben". (Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.) Das wäre eine Selbstironie gewesen, die Sie hätten einbringen können! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Ist das die Abschiedsrede?
Zum Wort gelangt nun Herr Klubobmann Ing. Westenthaler. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Nürnberger: Ist das die Abschiedsrede?)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach dieser ausgewiesenen Büttenrede, wie sie im zu Ende gehenden Fasching anscheinend üblich ist, sollte man doch ein bisschen auch zum Ernst der Sache kommen. Wobei ich noch eine Empfehlung abgeben möchte, Herr Nationalratspräsident Fischer: Wenn sich Herr Kollege Cap das nächste Mal zu Wort meldet und Sie ihn aufrufen, würde ich Ihnen vorschlagen, ihm nicht einfach das Wort zu erteilen, sondern ihn vielleicht mit einem schönen "Wolle’ ma ihn reinlasse?" begrüßen. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Und vielleicht kann die SPÖ-Fraktion als Faschingsgilde dann nicht mit Applaus zwischendurch, sondern mit einem "Helau!" oder "Lei, lei!" antworten. Das
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und auch Ihr Lied, Herr Kollege Gusenbauer, ist ständig dieselbe Leier. Sie spielen immer wieder dieselbe Platte mit dem Titel "Alles ist so schlecht, und ich weiß nicht, wie es besser geht"! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Im Moment ist gerade die Bewerbungsphase für den kommenden Song-Contest, wo solche Lieder gesungen werden. Herr Cap schreibt Ihnen den Text und dirigiert. Bewerben Sie sich mit dieser Leier! Vielleicht kommen Sie dort noch in einer Rolle unter. Das könnte sein, Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und auch Ihr Lied, Herr Kollege Gusenbauer, ist ständig dieselbe Leier. Sie spielen immer wieder dieselbe Platte mit dem Titel "Alles ist so schlecht, und ich weiß nicht, wie es besser geht"! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Im Moment ist gerade die Bewerbungsphase für den kommenden Song-Contest, wo solche Lieder gesungen werden. Herr Cap schreibt Ihnen den Text und dirigiert. Bewerben Sie sich mit dieser Leier! Vielleicht kommen Sie dort noch in einer Rolle unter. Das könnte sein, Herr Kollege Gusenbauer. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen ganz klipp und klar: Ihren Kurswechsel, den Kurswechsel, den Sie wollen, nämlich zurück zur Schuldenpolitik, zurück zum Privilegiensumpf, zurück zur Planwirtschaft, zu einer sozialistischen Politik – nein danke, den brauchen wir nicht! Den erleben nämlich im Moment die Wienerinnen und Wiener, die nach einer absoluten Mehrheit der SPÖ die höchste Teuerungswelle in der Geschichte erleben. (Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.) Das ist die Politik der SPÖ, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen ganz klipp und klar: Ihren Kurswechsel, den Kurswechsel, den Sie wollen, nämlich zurück zur Schuldenpolitik, zurück zum Privilegiensumpf, zurück zur Planwirtschaft, zu einer sozialistischen Politik – nein danke, den brauchen wir nicht! Den erleben nämlich im Moment die Wienerinnen und Wiener, die nach einer absoluten Mehrheit der SPÖ die höchste Teuerungswelle in der Geschichte erleben. (Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ.) Das ist die Politik der SPÖ, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Nein, nicht Österreich!
Das heißt, es findet hier die nächste Umkehr statt, genau wie bei den Sanktionen: Nicht die anderen, sondern die Sozialisten sagen, dass Österreich an diesem spannungsgeladenen Verhältnis schuld ist. (Abg. Edlinger: Nein, nicht Österreich!) Österreich ist schuld, sagt Gusenbauer, und schiebt die Schuld auf unser eigenes Land, ohne zu hinterfragen, wer denn der Auslöser dieser Krise war, wer denn der Auslöser der Drohungen war, wer denn der Auslöser der Polemiken war. Das war niemand anderer als der tschechische Premier Zeman, Herr Kollege Gusenbauer. Niemand anderer war das als der tschechische Premier! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das heißt, es findet hier die nächste Umkehr statt, genau wie bei den Sanktionen: Nicht die anderen, sondern die Sozialisten sagen, dass Österreich an diesem spannungsgeladenen Verhältnis schuld ist. (Abg. Edlinger: Nein, nicht Österreich!) Österreich ist schuld, sagt Gusenbauer, und schiebt die Schuld auf unser eigenes Land, ohne zu hinterfragen, wer denn der Auslöser dieser Krise war, wer denn der Auslöser der Drohungen war, wer denn der Auslöser der Polemiken war. Das war niemand anderer als der tschechische Premier Zeman, Herr Kollege Gusenbauer. Niemand anderer war das als der tschechische Premier! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich verstehe schon: Das ist ein Genosse, und Sie verteidigen den Genossen. Das ist ja einer der Ihren. Herr Zeman ist ja ein Genosse. Nur, Herr Kollege Gusenbauer, ich hätte mir von Ihnen wirklich erwartet, dass Sie, wenn Sie dieses Thema schon in einer Dringlichen Anfrage ansprechen und auch eine Rede dazu halten, auch ein Wort finden – ein einziges Wort! – zu den Aussagen, die Sudetendeutschen seien die Fünfte Kolonie Hitlers gewesen, Landesverräter, denen eigentlich die Todesstrafe gebührt hätte und nicht nur die Vertreibung. – Das war die Aussage Ihres Genossen Zeman, und es wäre Ihre Pflicht gewesen, in der Dringlichen Anfrage ein Wort der Distanzierung, ein Wort der Zurückweisung, ein Wort gegen diese Bedrohung und für den Schutz unserer österreichischen Landsleute sudetendeutscher Herkunft zu finden! Das wäre Ihre Aufgabe gewesen, Herr Kollege Gusenbauer, und nicht, Österreich zu beschimpfen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Unerhört!
Und da möchte ich einen kleinen, aber sehr ernsten Nachtrag zur gestrigen Sitzung machen, weil es genau hineinpasst und Sie sich immer so gern als Demokratiewächter und Hüter des Parlamentarismus aufspielen: Wir haben gestern hier meiner Meinung nach einen der wichtigsten Beschlüsse des Nationalrates, des Hohen Hauses, überhaupt gefasst, nämlich den Beschluss der Auszahlung des Pflegegeldes für die Opfer des Nationalsozialismus, die auch im Ausland leben. Einen der wichtigsten Beschlüsse! Ich bin froh darüber, dass das Parlament mit den Stimmen aller Parteien diesen Beschluss gefasst hat. Ich bin aber ebenso befremdet darüber – und ich erwarte mir hiezu eine Erklärung von Ihnen –, dass die Spitzen der beiden Oppositionsparteien – Parteichef Gusenbauer, Klubchef Cap und der Vorsitzende der Grünen Van der Bellen – an der Abstimmung, an dieser wichtigsten Abstimmung, die wir hier vorgenommen haben, einfach nicht teilgenommen haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Unerhört!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist nicht nur ein parlamentarischer Eklat, sondern das ist besonders unsensibel, und Sie sollten sich dafür in aller Form entschuldigen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Auch was die Grünen angeht, muss man die Demokratie-Frage ernsthaft stellen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! In welcher Partei wäre es denn möglich, ohne dass es die kritischen Medien hinterfragen – bei den Grünen wird es nicht hinterfragt –, dass bei einem Parteitag beschlossen wird, dass die stellvertretenden Parteivorsitzenden, die obersten Führungsorgane der Partei, nicht mehr von der Basis, nicht mehr von den gewählten Vertretern der Wähler und Funktionäre, sondern nur mehr von der Führung, vom Vorstand bestimmt und nicht mehr am Parteitag gewählt werden? – Das ist der Weg zur Führerpartei des Herrn Van der Bellen, und den werden Sie den Wählerinnen und Wählern erst erklären müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Helau! Lei, lei!
Ich bin gespannt, ob auch die Öffentlichkeit und die Medien das einmal aufgreifen, dass Sie keinen Wert auf die Basis mehr legen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen. (Abg. Öllinger: Helau! Lei, lei!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sie sind als gestaltende Kraft längst abgetreten, und Sie haben überhaupt keine Alternativen außer das Wort "kein": kein Kindergeld, kein Nulldefizit, keine Verwaltungsreform, keine ORF-Reform, kein Privat-TV-Gesetz, keine Behindertenmilliarde, keine Strommarktliberalisierung, keine Gewerbeordnungsreform, keine sicherheitspolitischen Maßnahmen. – Das ist die Alternative der SPÖ: Njet! Nein zu allem, was auf dem Tisch liegt. Und das wird zu wenig sein – auch bei den nächsten Wahlen, das kann ich Ihnen versprechen. Das werden Ihnen die Menschen nicht abnehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist das gemeinsame Credo der beiden Regierungsparteien. Das ist unsere gemeinsame Linie, und das ist auch das, was wir vertreten werden: gemeinsam und nicht gegeneinander in der Republik Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Martin Graf: Bislang steht’s 2 : 0 für die Regierung, gleich steht’s 3 : 0!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer zu Wort gemeldet. Ich bitte zunächst um den zu berichtigenden Sachverhalt und sodann um den tatsächlichen Sachverhalt. (Abg. Dr. Martin Graf: Bislang steht’s 2 : 0 für die Regierung, gleich steht’s 3 : 0!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Ing. Westenthaler hat behauptet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), ich hätte kein Wort gegen (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) ...
neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Ing. Westenthaler hat behauptet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), ich hätte kein Wort gegen (neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) ...
Abg. Mag. Schweitzer: Du hast 20 Minuten gezeigt, dass du nichts zu sagen hast!
Herr Kollege Schweitzer, darf man noch etwas sagen, oder glauben Sie, Sie müssen alle beim Reden stören? Es geht nur um eine tatsächliche Berichtigung. (Abg. Mag. Schweitzer: Du hast 20 Minuten gezeigt, dass du nichts zu sagen hast!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament! Hier!
Herr Ing. Westenthaler hat behauptet, ich hätte kein Wort gegen die unhaltbaren Äußerungen von Premier Zeman gewendet. (Abg. Ing. Westenthaler: Im Parlament! Hier!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Das nimmt Ihnen ja keiner ab!
Ich sage: Wahr ist, dass ich der erste österreichische Politiker war, der die Äußerungen Zemans ganz klar zurückgewiesen hat. Das ist die Wahrheit! Sie sagen die Unwahrheit, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das darf ja nicht wahr sein! Das nimmt Ihnen ja keiner ab!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist ein Antrag, der die Diskussion versachlicht und auf eine objektive Grundlage stellt, und ich lade Sie ein, diesem Antrag beizutreten. Vor allem aber wäre es günstig, wenn Sie dem Antrag, der im Rahmen des Demokratiepakets im Hause liegt, endlich zustimmen würden, denn dann kann es Gesetz werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Seit dem 4. Februar 2000 versuchen Sie erfolglos, gegen diese Bundesregierung anzurennen. Sie haben sich bis heute noch nicht mit dem Machtverlust abgefunden. Ich sage Ihnen: So, wie Sie gescheitert sind, als Sie im Rahmen der Sozialistischen Internationale diese Regierung wegbringen wollten, so werden Sie auch scheitern, wenn Sie mit derartigen Dringlichen Anfragen eine Bilanz ziehen wollen, die eine Phantombilanz ist. Sie sind gescheitert bei der Sozialistischen Internationale, und alles, was von Ihnen, Herr Gusenbauer, irgendwann einmal, in 15 Jahren vielleicht, im Geschichtsbuch angedeutet sein wird, ist, dass Sie mit den Gegnern Österreichs mit Champagner auf die Kuratel Österreichs durch die Sozialistische Internationale angestoßen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gusenbauer, Sie werden wahrscheinlich Kurt Tucholsky nicht so gut kennen wie ich. Kurt Tucholsky, ein ganz Linker der Zwischenkriegszeit, hat Sie genau beschrieben, denn er hat gesagt: "Sekt ist das Getränk der Arbeiterklasse, wenn es von ihren Funktionären getrunken wird." (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Lieber Herr Kollege Gusenbauer! Er hat Sie nicht ganz gekannt, denn Sie sind ein so feiner Pinkel, dass es bei Ihnen Champagner sein muss. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Gusenbauer, Sie werden wahrscheinlich Kurt Tucholsky nicht so gut kennen wie ich. Kurt Tucholsky, ein ganz Linker der Zwischenkriegszeit, hat Sie genau beschrieben, denn er hat gesagt: "Sekt ist das Getränk der Arbeiterklasse, wenn es von ihren Funktionären getrunken wird." (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Lieber Herr Kollege Gusenbauer! Er hat Sie nicht ganz gekannt, denn Sie sind ein so feiner Pinkel, dass es bei Ihnen Champagner sein muss. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auch die Demonstrationen, die Sie am 19. Februar 2000 gegen diese Regierung durchgeführt haben, fruchten ebenso wenig wie die Dringlichen Anfragen. Diese Regierung hat zu arbeiten begonnen, sie hat große Reformen bereits durchgeführt, und ich sage dazu nur ganz wenig: Es ist ein absoluter Paradigmenwechsel in diesem Land, dass die Familien heute Vorrang haben. Wir haben den Familien zusätzliche Mittel geistiger, aber auch materieller Natur zur Verfügung gestellt. Ab diesem Monat wird das Kindergeld für alle Mütter in diesem Land ausgezahlt. Sie haben es nicht verhindern können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ebenso stolz bin ich darauf, dass wir die Dinge nicht so behandeln, wie Ihr Innenminister Oskar Helmer seinerzeit gesagt hat: Die Dinge muss man in die Länge ziehen. – Wir haben die in die Länge gezogenen Dinge, nämlich die Restitution, die Entschädigung von Zwangsarbeitern und die Entschädigung von armen Menschen, die durch die nationalsozialistischen Verbrecher aus ihren Wohnungen getrieben wurden, zu Ende gebracht. Ich bin stolz auf die Restitutionsgesetzgebung! Ich bin stolz darauf, dass wir auch das damals nicht beschlossene siebente Wiedergutmachungsgesetz jetzt beschlossen haben. Ich bin stolz darauf, dass wir hier das Unsere getan haben. Es war diese Regierung, und Sie haben es nicht verhindern können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ein ganz wichtiger Grundsatz unserer Regierungspolitik und überhaupt der Politik ist die Nachhaltigkeit. Man muss auch für die kommenden Generationen nicht nur das Ökosystem, sondern auch das Sozialsystem sichern. Wir haben der Schuldenpolitik ein Ende bereitet – keine neue Schulden! –, denn die Schulden, das ist die verzehrte, die ausgegebene Zukunft unserer Kinder! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Sie phantasieren!
Wir haben die Sozialpartnerschaft, ein wichtiges Element dieser Republik, aus der Sklerose, aus der Erstarrung befreit. Sie ist wieder arbeitsfähig geworden. Ich freue mich darüber. Gemeinsame Vorschläge werden gemacht, und das braucht die Republik. Meine Damen und Herren! Die Sozialpartnerschaft hat diesen Gang der SPÖ in die Opposition gebraucht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Sie phantasieren!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Hochleistung und Khol, das ist ein Widerspruch!
Herr Gusenbauer! Kein einziges Wort haben Sie darüber gesagt, wohin Ihr Weg führen würde. Dazu möchte ich einmal Herrn Traxler vom "Standard" zitieren; der hat Sie wirklich aufgeblättert. Er hat gesagt, das neue Schlagwort von Herrn Gusenbauer sei die solidarische Hochleistungsgesellschaft – das könnte aber auch ein Andreas Khol gesagt haben! So wird Ihr Kurs beurteilt: Einmal so, und einmal so. (Abg. Dr. Gusenbauer: Hochleistung und Khol, das ist ein Widerspruch!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Haben Sie eigentlich schon mitbekommen, dass 250 000 Unterschriften unter das Volksbegehren Ihre Unterschriften sind, weil Sie Ihre Position nicht klargestellt haben? Sie haben das Unterschreiben freigestellt. Sie haben einen doppeldeutigen, mehrdeutigen Kurs gefahren, so wie immer. Bei Gusenbauer weiß man nicht, wie man dran ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Wien hat den höchsten Lebensstandard in Österreich!
Meine Damen und Herren! Aber man weiß sehr gut, wie man bei der SPÖ dran ist, denn dort, wo die SPÖ an der Macht ist, in Wien, gibt es die höchsten Arbeitslosenzahlen. Von den 290 000 österreichischen Arbeitslosen leben 90 000 in Wien. Wien hat die höchsten Belastungen. (Abg. Edlinger: Wien hat den höchsten Lebensstandard in Österreich!) Das ist ein Standortnachteil. Sie erhöhen die Preise für Wasser, für Strom, für die Müllabfuhr und damit den Preis für den Lebensstandard, für die Lebensqualität. Da zitiere ich Karl Kraus. Er meinte sinngemäß: Von einer Stadt erwarte ich Asphalt, Warmwasser, Müllabfuhr und Strom. "Gemütlich bin ich selbst!" – Also den Lebensstandard brauchen Sie nicht für sich in Anspruch zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Aber man weiß sehr gut, wie man bei der SPÖ dran ist, denn dort, wo die SPÖ an der Macht ist, in Wien, gibt es die höchsten Arbeitslosenzahlen. Von den 290 000 österreichischen Arbeitslosen leben 90 000 in Wien. Wien hat die höchsten Belastungen. (Abg. Edlinger: Wien hat den höchsten Lebensstandard in Österreich!) Das ist ein Standortnachteil. Sie erhöhen die Preise für Wasser, für Strom, für die Müllabfuhr und damit den Preis für den Lebensstandard, für die Lebensqualität. Da zitiere ich Karl Kraus. Er meinte sinngemäß: Von einer Stadt erwarte ich Asphalt, Warmwasser, Müllabfuhr und Strom. "Gemütlich bin ich selbst!" – Also den Lebensstandard brauchen Sie nicht für sich in Anspruch zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung, Herr Abgeordneter Khol!
Meine Damen und Herren! Wir lassen uns durch Ihre Versuche, gegen diese Regierung anzurennen, nicht aus dem Tritt bringen. Diese Regierung ist auf vier Jahre angelegt, um das Regierungsprogramm abzuarbeiten. Das werden wir tun, und dann werden wir vor die Wähler treten und um das Vertrauen für weitere vier Jahre bitten. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung, Herr Abgeordneter Khol!)
Abg. Parnigoni: Immer weniger!
Meine Damen und Herren! Wir haben ein Reformprojekt. Wir treten ein für eine Sache! Wir treten ein für ein Reformprojekt für dieses Land, das nicht von Stimmungen abhängig ist, das nicht von Zeitungsartikeln abhängig ist, sondern das vom Willen der Mandatare dieses Hauses abhängig ist. Und die stehen hinter dieser Regierung in ihrer Gänze, die stehen hinter dem Reformprogramm. (Abg. Parnigoni: Immer weniger!)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Während Sie versuchen, zu mäkeln, zu nagen, machen wir Österreich zu einem Land, das nicht mehr schuldenreich ist, sondern zukunftsreich und chancenreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Wie ist das mit der innerparteilichen Demokratie? Die wird abgeschafft!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Professor Van der Bellen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Van der Bellen –: Wie ist das mit der innerparteilichen Demokratie? Die wird abgeschafft!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns werden sie gewählt, die Stellvertreter, auf dem Parteitag werden sie gewählt!
Was den zweiten Punkt betrifft: Die Grünen als "Führerpartei" – das finde ich "echt gut", Ihr Schmäh ist wirklich beeindruckend, Herr Westenthaler! Aber ich empfehle Ihnen doch: Vergleichen Sie einmal die Statuten der Freiheitlichen Partei mit den Statuten der Grünen! Ich bin sicher, der Vergleich wird auch Sie sicher machen. Den Ruf der Führerpartei können wir Ihnen nicht streitig machen, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei uns werden sie gewählt, die Stellvertreter, auf dem Parteitag werden sie gewählt! ) Ja, ja. Es ist vielleicht empfehlenswert, dass Sie sich einmal Ihr ganzes Statut vor Augen halten. Ich habe das nämlich gemacht anlässlich Ihrer Regierungsbeteiligung.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie begründen Sie das? Begründen Sie das!
Das leistet sich eine Regierungspartei! Ein Kleinkind, das irrtümlich den Geschirrschrank aufmacht und die Teller zertrümmert, das kann nichts dafür, da kann man nichts machen. Ich meine, das unterliegt immer noch der Aufsichtspflicht der Eltern, und dem Kind ist überhaupt kein Vorwurf daraus zu machen. Aber in der Außenpolitik, möchte man meinen, hat man es mit erwachsenen Leuten zu tun. Aber wie Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, in der Frage der EU-Erweiterung vorgehen und was da an Potential zerschlagen wird, dafür kann ich wirklich keinen anderen Vergleich finden als den des verantwortungslosen Verhaltens eines Kleinkindes im Porzellanladen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie begründen Sie das? Begründen Sie das!)
Abg. Mag. Schweitzer: Begründen Sie das!
Herrn Kollegen Schweitzer werde ich heute ohnehin nicht überzeugen, aber nur zur Erinnerung: Die EU-Erweiterung ist ein historisches Projekt. (Abg. Mag. Schweitzer: Begründen Sie das!)
Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen Lehrer?
Ist Kollege Schweitzer nicht Lehrer? Hört er seinen Schülern so zu wie mir, der ich mich jetzt bemühe, mir Gehör zu verschaffen? – Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich auch reden, ja? – Danke. (Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen Lehrer?) – Ich bin ja auch Lehrer, ich habe überhaupt nichts gegen Lehrer. Ich frage mich nur, wie Kollege Schweitzer sich in der Schule verhält. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ist Kollege Schweitzer nicht Lehrer? Hört er seinen Schülern so zu wie mir, der ich mich jetzt bemühe, mir Gehör zu verschaffen? – Herr Kollege Schweitzer, lassen Sie mich auch reden, ja? – Danke. (Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen Lehrer?) – Ich bin ja auch Lehrer, ich habe überhaupt nichts gegen Lehrer. Ich frage mich nur, wie Kollege Schweitzer sich in der Schule verhält. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Also!
Die EU-Erweiterung ist ein historisches Projekt, ein Projekt von historischer Größenordnung. Da werden Mitteleuropa, Nordeuropa, Südeuropa zwölf Jahre nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums in die EU integriert. Ein Nachholbedarf von Jahrzehnten! Das ist ein sicherheitspolitisches Projekt, ein friedenspolitisches Projekt. Auch Kollege Khol wird nicht müde, das zu betonen, und es stimmt ja auch. Die wirtschaftspolitischen Interessen, Herr Kollege Schweitzer, die wirtschaftspolitischen Interessen Österreichs sprechen eindeutig für die Erweiterung der Union. Und last, but not least sind es auch umweltpolitische Interessen, die die Erweiterung angemessen, richtig und dringend notwendig erscheinen lassen. (Abg. Mag. Schweitzer: Also!) – Ja, also.
Abg. Mag. Schweitzer: Wir stehen zur Erweiterung!
Und wie haben Sie sich verhalten? (Abg. Mag. Schweitzer: Wir stehen zur Erweiterung!) – Ja, Sie sitzen vielleicht bei der Erweiterungsdebatte hier im Parlament! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Und wie haben Sie sich verhalten? (Abg. Mag. Schweitzer: Wir stehen zur Erweiterung!) – Ja, Sie sitzen vielleicht bei der Erweiterungsdebatte hier im Parlament! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was Neues! Nicht immer das Gleiche!
Sie beschließen diesen Antrag. Schüssel-Zeman-Abkommen, Schüssel-Zeman-Vereinbarung anschließend. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie einmal was Neues! Nicht immer das Gleiche!) Ja, und gleichzeitig inszeniert ein Teil der FPÖ ein Volksbegehren mit einem Text, der diesen Verhandlungsschritten, der diesen Bemühungen im Vorfeld der Erweiterung zentral, diametral zuwiderläuft, ein Veto-Volksbegehren, das in jeder Hinsicht kontraproduktiv ist.
Abg. Dr. Martin Graf: Das würden Sie den Grünen verbieten!
Draußen machen Sie die eine Sache, und hier drinnen unterschreiben Sie jedes Papier, das Ihnen Kollege Khol dann zur Unterschrift vorlegt. (Abg. Dr. Martin Graf: Das würden Sie den Grünen verbieten!) Doppelbödigkeit ist das Prinzip der Regierungspartei FPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Draußen machen Sie die eine Sache, und hier drinnen unterschreiben Sie jedes Papier, das Ihnen Kollege Khol dann zur Unterschrift vorlegt. (Abg. Dr. Martin Graf: Das würden Sie den Grünen verbieten!) Doppelbödigkeit ist das Prinzip der Regierungspartei FPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!
Deswegen vertraue ich auch nicht auf die Papiere, auf die Entschließungsanträge, die Sie beide heute wieder vorgelegt haben. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!) Ja, Papier! Wieder einmal etwas. Die FPÖ als Regierungspartei hat sich noch nie an das gehalten, was ... (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) – Okay, in außenpolitischen Fragen, in der Erweiterungsfrage, hält sie sich nicht an das (Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!), bei dem Sie hier so tun, als ob Sie in der Sache einig wären. (Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!) – Das stimmt!
Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!
Deswegen vertraue ich auch nicht auf die Papiere, auf die Entschließungsanträge, die Sie beide heute wieder vorgelegt haben. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!) Ja, Papier! Wieder einmal etwas. Die FPÖ als Regierungspartei hat sich noch nie an das gehalten, was ... (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) – Okay, in außenpolitischen Fragen, in der Erweiterungsfrage, hält sie sich nicht an das (Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!), bei dem Sie hier so tun, als ob Sie in der Sache einig wären. (Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!) – Das stimmt!
Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!
Deswegen vertraue ich auch nicht auf die Papiere, auf die Entschließungsanträge, die Sie beide heute wieder vorgelegt haben. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!) Ja, Papier! Wieder einmal etwas. Die FPÖ als Regierungspartei hat sich noch nie an das gehalten, was ... (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) – Okay, in außenpolitischen Fragen, in der Erweiterungsfrage, hält sie sich nicht an das (Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!), bei dem Sie hier so tun, als ob Sie in der Sache einig wären. (Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!) – Das stimmt!
Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!
Deswegen vertraue ich auch nicht auf die Papiere, auf die Entschließungsanträge, die Sie beide heute wieder vorgelegt haben. (Die Abgeordneten Dr. Khol und Ing. Westenthaler: Gute Anträge!) Ja, Papier! Wieder einmal etwas. Die FPÖ als Regierungspartei hat sich noch nie an das gehalten, was ... (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) – Okay, in außenpolitischen Fragen, in der Erweiterungsfrage, hält sie sich nicht an das (Abg. Dr. Khol: Auch das stimmt nicht!), bei dem Sie hier so tun, als ob Sie in der Sache einig wären. (Abg. Dr. Khol: Nein, das stimmt nicht!) – Das stimmt!
Beifall bei den Grünen.
Spätestens dann, wenn der Landeshauptmann von Kärnten draufkommt, was Sie hier wieder beschlossen haben, ist die Sache wieder anders. Aber das ist Ihr Problem, nicht unseres. Uns amüsiert das nur mäßig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie noch einen Satz zu Zeman! Bitte!
Die Äußerungen von ... (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie noch einen Satz zu Zeman! Bitte!) – Gerne.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Äußerungen von Ministerpräsident Zeman waren unter dem Strich inakzeptabel, aber sie waren eine Reaktion auf das, was Haider wöchentlich liefert – und nicht wie Ministerpräsident Zeman einmal im Jahr. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Kümmert!
Auf einen Wettbewerb dieser Art brauchen wir uns nicht einzulassen. Und wir sind die Letzten auf Grund eines Landeshauptmannes in Kärnten, der sich um diese Dinge nicht ... (Abg. Dr. Cap: Kümmert!) ... kümmert. Danke, Herr Kollege Cap. Fast hätte ich mich im Wort vergriffen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Auf einen Wettbewerb dieser Art brauchen wir uns nicht einzulassen. Und wir sind die Letzten auf Grund eines Landeshauptmannes in Kärnten, der sich um diese Dinge nicht ... (Abg. Dr. Cap: Kümmert!) ... kümmert. Danke, Herr Kollege Cap. Fast hätte ich mich im Wort vergriffen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens!
Wir hier in Österreich sind die Letzten, die sich über einen Ministerpräsident Zeman deswegen, wegen seiner Äußerungen, die nicht akzeptabel sind, echauffieren sollten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Edlinger. – Bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Aber!
Abgeordneter Rudolf Edlinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! In wenigen Tagen ist diese Bundesregierung zwei Jahre lang im Amt. Für viele Menschen ist das in der Tat kein Grund zum Feiern. (Abg. Dr. Khol: Aber!)
Abg. Böhacker: Das ist unfair! Sie vergleichen Äpfel mit Birnen!
Die Steuer- und Abgabenquote betrug im Jahr 1997 44,8 Prozent – nicht 46,5 Prozent, wie Sie gesagt haben –, später 44,5 Prozent, dann 43,6 Prozent, und jetzt haben wir nach der EU 47,1 Prozent. (Abg. Böhacker: Das ist unfair! Sie vergleichen Äpfel mit Birnen!) – Wir haben nach der eigenen Zählung 45,1 Prozent. (Abg. Böhacker: Das ist unfair!)
Abg. Böhacker: Das ist unfair!
Die Steuer- und Abgabenquote betrug im Jahr 1997 44,8 Prozent – nicht 46,5 Prozent, wie Sie gesagt haben –, später 44,5 Prozent, dann 43,6 Prozent, und jetzt haben wir nach der EU 47,1 Prozent. (Abg. Böhacker: Das ist unfair! Sie vergleichen Äpfel mit Birnen!) – Wir haben nach der eigenen Zählung 45,1 Prozent. (Abg. Böhacker: Das ist unfair!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das heißt, es ist richtig, dass wir jetzt die höchste Steuerquote in der Geschichte haben. Sie hätten, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Ihrer Übung treu bleiben und auch in dieser Frage nicht konkret antworten sollen, weil Sie ganz einfach die Fakten, die dieses Land in der Tat beschäftigen, nicht kennen. Das möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, kritisieren die Fakten betreffend die Stadt Wien. Wissen Sie – aber ich glaube, dass Sie das auch nicht wissen, daher sage ich es Ihnen –, dass diese Budgetkonsolidierung das Budget der Stadt Wien jährlich 5 Milliarden Schilling kostet? – Da diese Stadt nach wie vor zu einer der sozialsten Städte gehört, sind Nachjustierungen notwendig, weil Sie versuchen, die soziale Dimension nicht nur in Österreich, sondern auch in einer der sozialsten Städte Europas zu zerstören. Das möchte ich Ihnen auch in aller Deutlichkeit gesagt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben nicht nur die höchste Steuerquote, sondern betreiben auch massiven Sozialabbau. Die Arbeitslosigkeit steigt massiv. – Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Auf einen Punkt möchte ich auch aufmerksam machen: Erstmals seit 1993 geht die Zahl der Arbeitsplätze in Österreich zurück. Die Zahl der Beschäftigten sinkt nach den Prognosen, die wir für das Jahr 2002 haben. Das sind die Fakten! Das ist keine Phantombilanz, Herr Klubobmann Khol! Das ist ganz einfach eiskalte Politik, die Sie gegen die Interessen der Mehrheit der Menschen in diesem Lande betreiben. Und das ist Gegenstand der Debatte, die wir hier führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Zitieren Sie bitte richtig!
Es ist richtig – und kein Mensch macht Ihnen diesbezügliche Vorwürfe –, dass Sie im Hinblick auf die rezessiven Erscheinungen, die wir derzeit weltweit bemerken, nicht allein Schuld haben. Aber es ist interessant, dass überall, also nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten, gegengesteuert wird. Sie aber haben monatelang darüber diskutiert – ich zitiere verschiedene Aussagen von Ihnen –, ob es sich um ein "Flaute auf hohem Niveau" (Abg. Mag. Schweitzer: Zitieren Sie bitte richtig!), um eine "krisenhafte temporäre Erscheinung", was auch immer das sein möge, oder um eine "Wachstumsdelle" handelt.
Beifall bei der SPÖ.
Wahr ist, dass Sie zugeschaut haben. Man weiß bereits seit Mai, dass die wirtschaftliche Situation schlechter wird, und Sie haben nicht gegengesteuert. Und das werfe ich Ihnen extrem und massiv vor. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ihnen glaubt man nicht mehr!
Die Lohnabschlüsse waren moderat, daher ist auch das reale Einkommen in Österreich als einem der wenigen Länder in der Europäischen Union rückläufig. Die Beschäftigung stagniert. (Abg. Mag. Schweitzer: Ihnen glaubt man nicht mehr!) Die Arbeitslosigkeit steigt, und die Steuerquote beträgt 47,1 Prozent.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist die Qualifikation der Europäischen Union, meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist das Spiegelbild der unsozialen Politik, die Sie den Österreicherinnen und Österreichern verordnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich bitte Sie um Folgendes, sehr geehrter Herr Bundeskanzler: Machen Sie Ihren Einfluss, falls Sie einen solchen haben, auf Ihren Regierungspartner geltend, damit wir Österreich als jenes Land im Herzen Europas positionieren können, das ein Herz nicht nur für die Menschen in seinem Land, sondern darüber hinaus auch für andere hat, denn letztendlich werden die Erträge dieser Erweiterung gerade unserem Land im Herzen Europas in wesentlichem Maße zugute kommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!
Wahr ist vielmehr, dass Sie einerseits die österreichische Berechnungsmethode und andererseits hinsichtlich des Jahres 2001 die europäische Berechnungsmethode angewandt haben. Nach vergleichbarer österreichischer Berechnungsmethode beträgt die Steuer- und Abgabenquote im Jahr 2001 45,5 Prozent. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) Das ist nur ein "kleiner" Unterschied von1,5 Prozentpunkten oder 45 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) So weit zu Ihrer Genauigkeit in Ihrer Budgetpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! – Abg. Dietachmayr: Hast nicht aufgepasst! – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! Es ist trotzdem die höchste Quote!)
Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!
Wahr ist vielmehr, dass Sie einerseits die österreichische Berechnungsmethode und andererseits hinsichtlich des Jahres 2001 die europäische Berechnungsmethode angewandt haben. Nach vergleichbarer österreichischer Berechnungsmethode beträgt die Steuer- und Abgabenquote im Jahr 2001 45,5 Prozent. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) Das ist nur ein "kleiner" Unterschied von1,5 Prozentpunkten oder 45 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) So weit zu Ihrer Genauigkeit in Ihrer Budgetpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! – Abg. Dietachmayr: Hast nicht aufgepasst! – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! Es ist trotzdem die höchste Quote!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! – Abg. Dietachmayr: Hast nicht aufgepasst! – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! Es ist trotzdem die höchste Quote!
Wahr ist vielmehr, dass Sie einerseits die österreichische Berechnungsmethode und andererseits hinsichtlich des Jahres 2001 die europäische Berechnungsmethode angewandt haben. Nach vergleichbarer österreichischer Berechnungsmethode beträgt die Steuer- und Abgabenquote im Jahr 2001 45,5 Prozent. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) Das ist nur ein "kleiner" Unterschied von1,5 Prozentpunkten oder 45 Milliarden Schilling. (Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt!) So weit zu Ihrer Genauigkeit in Ihrer Budgetpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! – Abg. Dietachmayr: Hast nicht aufgepasst! – Abg. Edlinger: Das habe ich gesagt! Es ist trotzdem die höchste Quote!)
Abg. Dr. Cap: Das kann er!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dass Kollege Edlinger mit Zahlen nicht umgehen kann (Abg. Dr. Cap: Das kann er!), das hat er leider Gottes zum Schaden der österreichischen Bevölkerung bereits als Finanzminister bewiesen und das hat er mit seinen heutigen Ausführungen bewiesen.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!
Herr Kollege Edlinger! Es liegt mir ein Brief von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing vor (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!), gerichtet an unseren Klubobmann Peter Westenthaler. Darin schreibt der unterzeichnete Wolfgang Bachmayer unter dem Titel "Richtigstellung von OGM-Umfrage, in heutiger Parlamentsdebatte verwendet vom Abgeordneten Edlinger": In der heutigen Parlamentsdebatte wurde von Rudolf Edlinger eine im aktuellen "Format" publizierte OGM-Umfrage in folgender Form zitiert: 72 Prozent der Österreicher halten die blau-schwarze Wirtschaftspolitik für katastrophal. Wir, so Bachmayer, möchten die so verwendeten Zahlen richtig stellen. Die OGM-Umfrage sagt aus (Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!), dass – Herr Kollege Edlinger! – 44 Prozent der Österreicher mit der Wirtschaftspolitik sehr zufrieden sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Die von Nationalrat Edlinger zitierten Zahlen beziehen sich demnach nicht auf die Meinung der Sichtweise der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!)
Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!
Herr Kollege Edlinger! Es liegt mir ein Brief von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing vor (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!), gerichtet an unseren Klubobmann Peter Westenthaler. Darin schreibt der unterzeichnete Wolfgang Bachmayer unter dem Titel "Richtigstellung von OGM-Umfrage, in heutiger Parlamentsdebatte verwendet vom Abgeordneten Edlinger": In der heutigen Parlamentsdebatte wurde von Rudolf Edlinger eine im aktuellen "Format" publizierte OGM-Umfrage in folgender Form zitiert: 72 Prozent der Österreicher halten die blau-schwarze Wirtschaftspolitik für katastrophal. Wir, so Bachmayer, möchten die so verwendeten Zahlen richtig stellen. Die OGM-Umfrage sagt aus (Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!), dass – Herr Kollege Edlinger! – 44 Prozent der Österreicher mit der Wirtschaftspolitik sehr zufrieden sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Die von Nationalrat Edlinger zitierten Zahlen beziehen sich demnach nicht auf die Meinung der Sichtweise der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!)
Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Edlinger! Es liegt mir ein Brief von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing vor (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!), gerichtet an unseren Klubobmann Peter Westenthaler. Darin schreibt der unterzeichnete Wolfgang Bachmayer unter dem Titel "Richtigstellung von OGM-Umfrage, in heutiger Parlamentsdebatte verwendet vom Abgeordneten Edlinger": In der heutigen Parlamentsdebatte wurde von Rudolf Edlinger eine im aktuellen "Format" publizierte OGM-Umfrage in folgender Form zitiert: 72 Prozent der Österreicher halten die blau-schwarze Wirtschaftspolitik für katastrophal. Wir, so Bachmayer, möchten die so verwendeten Zahlen richtig stellen. Die OGM-Umfrage sagt aus (Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!), dass – Herr Kollege Edlinger! – 44 Prozent der Österreicher mit der Wirtschaftspolitik sehr zufrieden sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Die von Nationalrat Edlinger zitierten Zahlen beziehen sich demnach nicht auf die Meinung der Sichtweise der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!)
Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!
Herr Kollege Edlinger! Es liegt mir ein Brief von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing vor (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es gut!), gerichtet an unseren Klubobmann Peter Westenthaler. Darin schreibt der unterzeichnete Wolfgang Bachmayer unter dem Titel "Richtigstellung von OGM-Umfrage, in heutiger Parlamentsdebatte verwendet vom Abgeordneten Edlinger": In der heutigen Parlamentsdebatte wurde von Rudolf Edlinger eine im aktuellen "Format" publizierte OGM-Umfrage in folgender Form zitiert: 72 Prozent der Österreicher halten die blau-schwarze Wirtschaftspolitik für katastrophal. Wir, so Bachmayer, möchten die so verwendeten Zahlen richtig stellen. Die OGM-Umfrage sagt aus (Abg. Edlinger: Das waren nur die opinion leader!), dass – Herr Kollege Edlinger! – 44 Prozent der Österreicher mit der Wirtschaftspolitik sehr zufrieden sind. (Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.) Die von Nationalrat Edlinger zitierten Zahlen beziehen sich demnach nicht auf die Meinung der Sichtweise der österreichischen Bevölkerung. (Abg. Edlinger: Sagen Sie den zweiten Absatz des Briefes!)
Abg. Edlinger: Nein, nein!
Herr Kollege Edlinger! Da haben wir einmal mehr den Nachweis dafür, dass Sie es mit Zahlen nicht so genau nehmen (Abg. Edlinger: Nein, nein!), und leider Gottes hat das sehr viele Probleme für die österreichische Bevölkerung gebracht. (Abg. Edlinger: Warum lesen Sie den Brief nicht ganz vor, Herr Schweitzer? Den zweiten Absatz!) Ich bin – so wie die meisten Österreicher und Österreicherinnen – sehr froh darüber, dass Sie nicht mehr der Säckelwart der Nation sind. Sie haben ein viel zu großes Loch in diesem Säckel gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Edlinger: Warum lesen Sie den Brief nicht ganz vor, Herr Schweitzer? Den zweiten Absatz!
Herr Kollege Edlinger! Da haben wir einmal mehr den Nachweis dafür, dass Sie es mit Zahlen nicht so genau nehmen (Abg. Edlinger: Nein, nein!), und leider Gottes hat das sehr viele Probleme für die österreichische Bevölkerung gebracht. (Abg. Edlinger: Warum lesen Sie den Brief nicht ganz vor, Herr Schweitzer? Den zweiten Absatz!) Ich bin – so wie die meisten Österreicher und Österreicherinnen – sehr froh darüber, dass Sie nicht mehr der Säckelwart der Nation sind. Sie haben ein viel zu großes Loch in diesem Säckel gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Edlinger! Da haben wir einmal mehr den Nachweis dafür, dass Sie es mit Zahlen nicht so genau nehmen (Abg. Edlinger: Nein, nein!), und leider Gottes hat das sehr viele Probleme für die österreichische Bevölkerung gebracht. (Abg. Edlinger: Warum lesen Sie den Brief nicht ganz vor, Herr Schweitzer? Den zweiten Absatz!) Ich bin – so wie die meisten Österreicher und Österreicherinnen – sehr froh darüber, dass Sie nicht mehr der Säckelwart der Nation sind. Sie haben ein viel zu großes Loch in diesem Säckel gehabt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!
Herr Kollege Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!) Diese Bundesregierung hat trotz der Ausgangsposition, die Sie hinterlassen haben – und das war eine denkbar schlechte –, eine hervorragende Halbzeitbilanz vorzuweisen. Trotz der Prügel (Abg. Edlinger: Euphorisch!), die uns Ihr seinerzeitiger Parteivorsitzender Klima vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit Gusenbauer und Van der Bellen in der Zeit der Sanktionen zwischen die Beine geworfen hat, trotz der Terroranschläge, die es dann gegeben hat, trotz der BSE-Krise, trotz der schlechten internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir eine Halbzeitbilanz aufzuweisen, die nicht nur respektabel, sondern auch perfekt und herzeigenswert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Euphorisch!
Herr Kollege Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!) Diese Bundesregierung hat trotz der Ausgangsposition, die Sie hinterlassen haben – und das war eine denkbar schlechte –, eine hervorragende Halbzeitbilanz vorzuweisen. Trotz der Prügel (Abg. Edlinger: Euphorisch!), die uns Ihr seinerzeitiger Parteivorsitzender Klima vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit Gusenbauer und Van der Bellen in der Zeit der Sanktionen zwischen die Beine geworfen hat, trotz der Terroranschläge, die es dann gegeben hat, trotz der BSE-Krise, trotz der schlechten internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir eine Halbzeitbilanz aufzuweisen, die nicht nur respektabel, sondern auch perfekt und herzeigenswert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Edlinger! (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Unwahrheit gesagt!) Diese Bundesregierung hat trotz der Ausgangsposition, die Sie hinterlassen haben – und das war eine denkbar schlechte –, eine hervorragende Halbzeitbilanz vorzuweisen. Trotz der Prügel (Abg. Edlinger: Euphorisch!), die uns Ihr seinerzeitiger Parteivorsitzender Klima vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit Gusenbauer und Van der Bellen in der Zeit der Sanktionen zwischen die Beine geworfen hat, trotz der Terroranschläge, die es dann gegeben hat, trotz der BSE-Krise, trotz der schlechten internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir eine Halbzeitbilanz aufzuweisen, die nicht nur respektabel, sondern auch perfekt und herzeigenswert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Mit falschen Zahlen!
Sie erzählen Dinge, die nicht den Tatsachen entsprechen. Der Bundeskanzler hat Sie schon in vielen Fragen korrigiert. (Abg. Edlinger: Mit falschen Zahlen!) In Österreich hat es noch nie so viel arbeitende Menschen gegeben wie heute. Jeder sagt Österreich – auch in Zeiten, in denen die internationalen Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum nicht besonders gut sind – Wachstum voraus. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Voraussagen für das Jahr 2002 liegen zwischen 1,2 und 1,5 Prozent.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Edlinger! Wenn wir die Zahlen jener Zeit, in der Sie noch Verantwortung getragen haben, mit den Zahlen der Zeit, in der eine neue, eine Reformregierung Verantwortung trägt, vergleichen, können wir sagen: Die Zahlen sprechen eindeutig gegen Sie und eindeutig für diese Bundesregierung, und zwar egal, ob es sich dabei um den Vergleich des Bruttoinlandsproduktes handelt, ob es um den privaten Konsum geht, ob es um die Investitionen, um die Warenexporte, um die Masseneinkommen nach Steuern geht oder um Unternehmungsgründungen. Herr Kollege Edlinger! In jedem Bereich sprechen die Zahlen gegen Sie, in jedem Bereich sprechen die Zahlen für diese Bundesregierung. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Deshalb sollten wir froh darüber sein, dass es diese Reformregierung gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Reformregierung hat innerhalb kürzester Zeit Dinge erledigt, die Sie auf die lange Bank geschoben haben. Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Wir haben international herzeigbare Erfolge wie die Restitutions- und die Entschädigungszahlungen. International herzeigbar ist auch die Verwaltungsreform, die 21 Milliarden Schilling an Einsparungen bringen wird. International herzeigbar ist das seit 1. Jänner 2002 ausbezahlte Kindergeld, und international mehr als respektabel ist das sehr schnelle Erreichen des Nulldefizits auf Grund einer Finanzpolitik eines Finanzministers Grasser, der trotz der Ausgangsposition, die Sie ihm hinterlassen haben, innerhalb kürzester Zeit den Staatshaushalt in Ordnung bringen konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Bundesregierung hat größeren Schaden, der bei Fortsetzung Ihrer Politik entstanden wäre, abgewehrt. Deshalb muss ich Kollegen Gusenbauer, der schon rechtzeitig erkannt hat, dass diese Dringliche ein Schuss ins Knie wird, und deshalb den Saal verlassen hat, noch ein Zitat nachschicken – ich hoffe, er hört es. Offensichtlich ist er mit dem Motto angetreten – es stammt vom Fußballplatz, Kollege Edlinger –: Wenn wir hier schon nichts gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt! – Aber nicht einmal das ist Ihnen gelungen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Ruf: Dr. Cap hat sich zu Wort gemeldet!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Es steht jedermann frei, jedes Thema in der Präsidiale zur Sprache zu bringen. In der heutigen Sitzung wird selbstverständlich die geltende Geschäftsordnung angewendet, und nach dieser kommt jetzt Frau Dr. Rauch-Kallat zu Wort. (Ruf: Dr. Cap hat sich zu Wort gemeldet!) – Bitte entschuldigen Sie, das habe ich übersehen. Herr Klubobmann! Wollten Sie zur Geschäftsbehandlung das Wort? – Bitte, Herr Abgeordneter Cap! (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap will uns sagen, wo alle Abgeordneten sind!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap will uns sagen, wo alle Abgeordneten sind!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Westenthaler! Es steht jedermann frei, jedes Thema in der Präsidiale zur Sprache zu bringen. In der heutigen Sitzung wird selbstverständlich die geltende Geschäftsordnung angewendet, und nach dieser kommt jetzt Frau Dr. Rauch-Kallat zu Wort. (Ruf: Dr. Cap hat sich zu Wort gemeldet!) – Bitte entschuldigen Sie, das habe ich übersehen. Herr Klubobmann! Wollten Sie zur Geschäftsbehandlung das Wort? – Bitte, Herr Abgeordneter Cap! (Abg. Ing. Westenthaler: Kollege Cap will uns sagen, wo alle Abgeordneten sind!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist gerade hereingekommen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich wollte die Wortmeldung des Klubobmannes Westenthaler kurz relativieren. Wir können in der Präsidiale natürlich über alles reden, aber wie Sie selbst gemerkt haben, sitzt der Klubobmann hier. Er war die ganze Zeit über da. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist gerade hereingekommen!) Ich verstehe das nicht. Leiden Sie an Realitätsverlust, denn ich meine, mehr als anwesend kann man nicht sein? Das war eine überflüssige Wortmeldung Ihrerseits. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich wollte die Wortmeldung des Klubobmannes Westenthaler kurz relativieren. Wir können in der Präsidiale natürlich über alles reden, aber wie Sie selbst gemerkt haben, sitzt der Klubobmann hier. Er war die ganze Zeit über da. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist gerade hereingekommen!) Ich verstehe das nicht. Leiden Sie an Realitätsverlust, denn ich meine, mehr als anwesend kann man nicht sein? Das war eine überflüssige Wortmeldung Ihrerseits. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Leere Bankreihen bei der SPÖ!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Rauch-Kallat zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Leere Bankreihen bei der SPÖ!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Ich hoffe, es verraucht wieder!
Vor knapp einem Jahr hat es einen Aufschrei in diesem Land gegeben – völlig zu Recht –, als nach der Aschermittwochrede des Kärntner Landeshauptmannes eine Verballhornung des Namens von Ariel Muzicant bekannt geworden ist. Es ist eine Diskussion darüber geführt worden, dass das eine der subtilen Methoden des Nationalsozialismus sei. Herr Kollege Cap! Aber dass Sie als Klubobmann der SPÖ hier in diesem Haus von diesem Pult aus zum Bundeskanzler "Verschüsselung" sagen, dass die SPÖ dazu noch johlt und applaudiert, dass der sonst sehr gerechte und sensible Präsident des Nationalrates dafür keinen Ordnungsruf verhängt, das hat mich als sensible Nachgeborene sehr betroffen gemacht, Herr Kollege Cap! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pilz: Ich hoffe, es verraucht wieder!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Cap! Ich habe manchmal den Eindruck, auch bei den Medien – gut, dass Sie darauf hinweisen –, dass in diesem Land political correctness mit zweierlei Maß gemessen wird, und das haben wir nicht notwendig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Doch jetzt zu Ihrer Dringlichen Anfrage: Noch nie während meiner fast zwanzigjährigen parlamentarischen Erfahrung habe ich erlebt, dass eine Oppositionspartei einer Regierungspartei den Elfmeter so liebevoll aufgelegt und dann auch noch artig das Tor verlassen hat, wie Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, dies heute getan haben, um beim Fußball-Vergleich des Herrn Kollegen Schweitzer zu bleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Er zeigt dir den Rücken!
Herr Vorsitzender Gusenbauer! (Abg. Dr. Khol: Er zeigt dir den Rücken!) – Ja. Ich möchte mich auch bei Ihnen ganz artig bedanken, Herr Gusenbauer (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!), dass Sie mir die Gelegenheit geben (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), dem Hohen Haus, seinen Besuchern auf der Galerie und einer interessierten Öffentlichkeit – leider sind die Medienvertreter jetzt in die Redaktionen entschwunden, weil sie schrei
Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!
Herr Vorsitzender Gusenbauer! (Abg. Dr. Khol: Er zeigt dir den Rücken!) – Ja. Ich möchte mich auch bei Ihnen ganz artig bedanken, Herr Gusenbauer (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!), dass Sie mir die Gelegenheit geben (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), dem Hohen Haus, seinen Besuchern auf der Galerie und einer interessierten Öffentlichkeit – leider sind die Medienvertreter jetzt in die Redaktionen entschwunden, weil sie schrei
Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen
Herr Vorsitzender Gusenbauer! (Abg. Dr. Khol: Er zeigt dir den Rücken!) – Ja. Ich möchte mich auch bei Ihnen ganz artig bedanken, Herr Gusenbauer (Abg. Ing. Westenthaler: Gusenbauer! Ellmayer!), dass Sie mir die Gelegenheit geben (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), dem Hohen Haus, seinen Besuchern auf der Galerie und einer interessierten Öffentlichkeit – leider sind die Medienvertreter jetzt in die Redaktionen entschwunden, weil sie schrei
Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, richtig!
Hohes Haus! Dazu eine Frage: Hat es in den letzten 30 Jahren, also seit 1970, in Österreich Jahre mit echter Rezession gegeben, also Jahre, in denen ein Minus vor den Zahlen des BIP stand? – Sagen Sie bitte nicht, dass diese Frage unwichtig wäre, denn es geht dabei um die Beurteilung der Zuverlässigkeit der österreichischen Wirtschaftspolitik. (Abg. Dr. Gusenbauer: Ja, richtig!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Die falsche wahrscheinlich!
Ich gebe Ihnen sicherheitshalber auch gleich die Antwort auf diese Frage (Abg. Dr. Gusenbauer: Die falsche wahrscheinlich!): Ja, meine Damen und Herren, es hat seit 1970, also in den letzten 30 Jahren, dreimal ein negatives Wachstum gegeben, und zwar in den Jahren 1974, 1978 und 1981! Das waren – nicht ganz zufällig! – die Jahre der SPÖ-Alleinregierung unter Kreisky und Androsch.
Abg. Dr. Gusenbauer: Das schmerzt! So ein Blödsinn ist noch nicht gesagt worden!
Die letzten drei Rezessionen hat Österreich immer nur dann erlebt, wenn die SPÖ allein und ohne korrigierenden Partner Verantwortung für dieses Land getragen hat. Und damit Sie nicht nachzuschauen brauchen, meine Damen und Herren von der SPÖ ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Das schmerzt! So ein Blödsinn ist noch nicht gesagt worden!) Das ist nachzulesen, Herr Gusenbauer, ich weiß, dass es Sie schmerzt. Ich verstehe ja, dass es Sie schmerzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was Sie erzählen, ist ein Schwachsinn!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was Sie erzählen, ist ein Schwachsinn!
Die letzten drei Rezessionen hat Österreich immer nur dann erlebt, wenn die SPÖ allein und ohne korrigierenden Partner Verantwortung für dieses Land getragen hat. Und damit Sie nicht nachzuschauen brauchen, meine Damen und Herren von der SPÖ ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Das schmerzt! So ein Blödsinn ist noch nicht gesagt worden!) Das ist nachzulesen, Herr Gusenbauer, ich weiß, dass es Sie schmerzt. Ich verstehe ja, dass es Sie schmerzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Was Sie erzählen, ist ein Schwachsinn!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Unglaublicher Unsinn!
Damit Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, nicht nachzuschauen brauchen (Abg. Dr. Gusenbauer: Unglaublicher Unsinn!), ob dies damals globale Rezessionen waren, die Österreich mitgerissen haben, gebe ich Ihnen gleich auch auf diese Frage die Antwort: Nein, in diesen Jahren gab es keine internationalen Rezessionen. Diese Rezessionen waren in Österreich von der SPÖ hausgemacht. 1978 hatten wir in Österreich ein BIP von minus 0,4 Prozent, während unser Nachbar Deutschland ein sattes Wachstum von 3 Prozent verzeichnen konnte.
Beifall bei der ÖVP.
Das zu den sozialistischen Kreisky-Schuldenjahren, in denen alles angeblich so super war. Es ist daher mehr als eine Drohung, wenn sich Alfred Gusenbauer Bruno Kreisky zum Vorbild nimmt. Da kann ich nur frei nach Kreisky sagen: Lernen wir Geschichte, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: O ja!
Die Finanzen der SPÖ-Parteiorganisation weisen ja auch nicht gerade Überschüsse aus. (Abg. Dr. Gusenbauer: O ja!) 350 Millionen Schilling Schulden im Jahr 2000 (Abg. Murauer: Auch nicht gerade schwach!), sehr viel weniger werden es jetzt wohl auch nicht sein.
Abg. Murauer: Auch nicht gerade schwach!
Die Finanzen der SPÖ-Parteiorganisation weisen ja auch nicht gerade Überschüsse aus. (Abg. Dr. Gusenbauer: O ja!) 350 Millionen Schilling Schulden im Jahr 2000 (Abg. Murauer: Auch nicht gerade schwach!), sehr viel weniger werden es jetzt wohl auch nicht sein.
Abg. Dr. Gusenbauer: Gar nichts haben wir vergessen!
Oder: Haben Sie vielleicht schon vergessen, meine Damen und Herren von der SPÖ (Abg. Dr. Gusenbauer: Gar nichts haben wir vergessen!), dass es 1995 darum ging, dass wir Österreicher beim Euro mit dabei sind, und dass Ihnen die ÖVP damals – unter einem Finanzminister Staribacher – Neuwahlen aufzwingen musste, damit wir diese Jahrhundertchance für Österreich nicht verspielen?!
Abg. Edlinger: Der macht dieselbe Politik wie ihr! – Abg. Dr. Gusenbauer: Und der Stoiber verlangt eine höhere Verschuldung!
So schaut es aus mit der rot-grünen Wirtschaftskompetenz in Österreich und in Deutschland (Abg. Edlinger: Der macht dieselbe Politik wie ihr! – Abg. Dr. Gusenbauer: Und der Stoiber verlangt eine höhere Verschuldung!): Schulden machen, Schulden machen und noch einmal Schulden machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: So etwas Letztklassiges habe ich selten gehört!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: So etwas Letztklassiges habe ich selten gehört!
So schaut es aus mit der rot-grünen Wirtschaftskompetenz in Österreich und in Deutschland (Abg. Edlinger: Der macht dieselbe Politik wie ihr! – Abg. Dr. Gusenbauer: Und der Stoiber verlangt eine höhere Verschuldung!): Schulden machen, Schulden machen und noch einmal Schulden machen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: So etwas Letztklassiges habe ich selten gehört!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel
Es bleibt nur zu hoffen, meine Damen und Herren – damit komme ich schon zum Schluss –, dass die Österreicherinnen und Österreicher nicht auf den Ruf der SPÖ hören, die für Österreich einen großen Kurswechsel verlangt, denn der Kurswechsel der SPÖ bedeutet einen Zickzackkurs, ist ein Kurswechsel zurück zum Land der Schulden, ein Kurswechsel zu einer kalten Familienpolitik, die den Müttern und Vätern das Kindergeld nicht gönnt (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel ) – Frau Abgeordnete Mertel und Herr Gusenbauer haben es gerade überholt. Das ist soziale Kälte und ein Kurswechsel zurück zu einer Politik, die nicht den Mut hat zu reformieren, um damit den Menschen in diesem Land die notwendige Sicherheit für die Zukunft zu geben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dazu kann ich nur sagen: Rot-Grün für Österreich – nein, danke! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Donabauer: Sie ist eben gut! – Heiterkeit.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Schade, dass Frau Kollegin Rauch-Kallat jetzt mit Ihnen, Herr Präsident, beschäftigt ist, denn auch ich wollte meine Worte an sie richten. (Abg. Donabauer: Sie ist eben gut! – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Cap!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man von "political correctness" spricht – ich nenne es nicht "political correctness", sondern ich sage, es ist menschlicher Anstand, um den es sich hier handelt – und sagt, dass, wenn jemand wie Herr Abgeordneter Gusenbauer heute das Wort "verschüsseln" verwendet – das war offenkundig hier gemeint (Abg. Dr. Gusenbauer: Cap!) – Cap, nicht Gusenbauer, Entschuldigung –, mit zweierlei Maß gemessen wird – nämlich im Vergleich zu Haiders Ariel-Muzicant-Aussage –, und dann sagt, man sei zutiefst getroffen, dann muss ich dem Folgendes entgegenhalten:
Abg. Dr. Krüger: Darum hast du so gelacht ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin zutiefst betroffen (Abg. Dr. Krüger: Darum hast du so gelacht ...!) vom Verständnis der Generalsekretärin einer Partei, die heute hier durch diese Stellungnahme Aussagen des Landeshauptmannes von Kärnten, die antisemitisch waren, relativiert. Das, was der Herr Landeshauptmann von Kärnten in Bezug auf den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde gesagt hat, hat überhaupt nichts mit political correctness zu tun, sondern das war purer Antisemitismus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin zutiefst betroffen (Abg. Dr. Krüger: Darum hast du so gelacht ...!) vom Verständnis der Generalsekretärin einer Partei, die heute hier durch diese Stellungnahme Aussagen des Landeshauptmannes von Kärnten, die antisemitisch waren, relativiert. Das, was der Herr Landeshauptmann von Kärnten in Bezug auf den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde gesagt hat, hat überhaupt nichts mit political correctness zu tun, sondern das war purer Antisemitismus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Der ist immer da!
Ich komme jetzt zur Sache des heutigen Nachmittags. – Der Herr Bundeskanzler ist erfreulicherweise noch hier (Abg. Rauch-Kallat: Der ist immer da!), üblicherweise ist er ja, wenn ich in der zweiten Runde spreche, schon weg. Es freut mich, dass er hier ist und Herr Staatssekretär Morak nicht sozusagen als Träger der Botschaften fungieren muss.
Abg. Schwemlein: Untergrund!
Herr Bundeskanzler! Sie haben heute mehrfach davon gesprochen, wie wesentlich Ihnen die Leistungen, die die Regierung in den letzten beiden Jahren erbracht hat, sind. Erlauben Sie mir, meine Einschätzung, wenn man das in Neudeutsch sagt, der Performance der Bundesregierung darzulegen, zu sagen, wie ich sie zusammenfassen möchte: Vor fast genau zwei Jahren, am 4. Feber, war ich am Ballhausplatz und habe gehofft, Sie zu sehen, wenn Sie zum Herrn Bundespräsidenten gehen. Dieser Anblick war mir nicht vergönnt, denn Sie sind unterirdisch zum Herrn Bundespräsidenten gegangen. Ihre Regierungsperiode hat also unterirdisch begonnen. (Abg. Schwemlein: Untergrund!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Ich gebe zu: Sie sind letztes Jahr aufgetaucht. Das erste Jubiläum haben Sie wahrlich an der Oberfläche verbracht. Aber wenn ich heute, etwa um die Zeit des Zweijahresjubiläums, die Dinge betrachte, muss ich nach dem, was Sie heute in Ihrer über 30 Minuten langen Rede geboten haben, sagen: Sie haben sich wieder verkrochen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Sie haben sich wahrlich wieder verkrochen im Sinne dieses Wortes. (Abg. Mag. Kukacka: Selektive Wahrnehmung!) Das, was Sie, Herr Bundeskanzler, gesagt haben, hat alles gehabt, nur nicht Substanz.
Abg. Mag. Kukacka: Selektive Wahrnehmung!
Ich gebe zu: Sie sind letztes Jahr aufgetaucht. Das erste Jubiläum haben Sie wahrlich an der Oberfläche verbracht. Aber wenn ich heute, etwa um die Zeit des Zweijahresjubiläums, die Dinge betrachte, muss ich nach dem, was Sie heute in Ihrer über 30 Minuten langen Rede geboten haben, sagen: Sie haben sich wieder verkrochen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Sie haben sich wahrlich wieder verkrochen im Sinne dieses Wortes. (Abg. Mag. Kukacka: Selektive Wahrnehmung!) Das, was Sie, Herr Bundeskanzler, gesagt haben, hat alles gehabt, nur nicht Substanz.
Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!
Ich beziehe mich jetzt auf einen Teilbereich – ich kann in den paar Minuten nicht alles streifen (Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!) –, nämlich darauf, wie Sie heute zum Stichwort "Verteidigung des Rechtsstaates" Stellung genommen haben.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es kann doch niemand hier meinen, es wäre eine adäquate Antwort, wenn man sagt: Wir stehen zu unserem Verfassungsprinzip, wir sind für Gewaltentrennung und wir sind auch für die Verfassungsgerichtsbarkeit!, nämlich eine adäquate Antwort auf die Anwürfe, Diffamierungen, um es drastisch zu sagen, das In-Frage-Stellen und In-den-Dreck-Ziehen des Rechtsstaates der letzten Wochen, was durch namhafte Repräsentanten österreichischer Gebietskörperschaften geschehen ist. Herr Bundeskanzler! Es fehlt mir daher wahrlich das Verständnis dafür, dass Sie meinen, einen Anlass zu dieser Selbstbelobigung, wie wir sie heute gehört haben, zu haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Es ist unterirdisch, dann zu schweigen, wenn in dieser Republik von einem vorverlegten Faschingsscherz gesprochen wird, wenn es um ein Erkenntnis des Höchstgerichtes geht, wenn wiederholt die Forderung aufgestellt wird, den Verfassungsgerichtshof "zurechtzustutzen", wenn Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes diffamiert werden, wenn sie als "politisch korrumpiert" bezeichnet werden. Anders kann ich es nicht bezeichnen, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Gott sei Dank!
Mit den Freiheitlichen habe ich wenig gemeinsam (Ruf bei den Freiheitlichen: Gott sei Dank!), mit ihren Repräsentanten zum Teil noch weniger. Aber Sie, Herr Bundeskanzler – ich habe das schon oft gesagt –, sind auch mein Bundeskanzler, weil ich Bürgerin dieses Staates bin. (Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!) Jörg Haider ist, Gott sei Dank, nicht mein Landeshauptmann, da ich nicht Kärntnerin, sondern Burgenländerin bin. Ich bedauere die Kolleginnen und Kollegen speziell von der SPÖ, die Kärntner Abgeordnete sind. (Abg. Dr. Mertel: Genau! Danke!)
Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!
Mit den Freiheitlichen habe ich wenig gemeinsam (Ruf bei den Freiheitlichen: Gott sei Dank!), mit ihren Repräsentanten zum Teil noch weniger. Aber Sie, Herr Bundeskanzler – ich habe das schon oft gesagt –, sind auch mein Bundeskanzler, weil ich Bürgerin dieses Staates bin. (Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!) Jörg Haider ist, Gott sei Dank, nicht mein Landeshauptmann, da ich nicht Kärntnerin, sondern Burgenländerin bin. Ich bedauere die Kolleginnen und Kollegen speziell von der SPÖ, die Kärntner Abgeordnete sind. (Abg. Dr. Mertel: Genau! Danke!)
Abg. Dr. Mertel: Genau! Danke!
Mit den Freiheitlichen habe ich wenig gemeinsam (Ruf bei den Freiheitlichen: Gott sei Dank!), mit ihren Repräsentanten zum Teil noch weniger. Aber Sie, Herr Bundeskanzler – ich habe das schon oft gesagt –, sind auch mein Bundeskanzler, weil ich Bürgerin dieses Staates bin. (Abg. Mag. Kukacka: Sehr richtig!) Jörg Haider ist, Gott sei Dank, nicht mein Landeshauptmann, da ich nicht Kärntnerin, sondern Burgenländerin bin. Ich bedauere die Kolleginnen und Kollegen speziell von der SPÖ, die Kärntner Abgeordnete sind. (Abg. Dr. Mertel: Genau! Danke!)
Abg. Gaugg: Was geht Sie als Burgenländerin das an?! Was interessiert Sie das schöne Land Kärnten, wenn Sie im Burgenland zu Hause sind?!
Aber das ist nicht die einzige Crux hinsichtlich der politischen Diskussion betreffend Volksgruppen in Österreich. Es bestehen Topographieverordnungen für Kärnten – sie stammen aus dem Jahre 1976 und werden seit 1976 missachtet! Also nicht nur vom jetzigen Landeshauptmann (Abg. Gaugg: Was geht Sie als Burgenländerin das an?! Was interessiert Sie das schöne Land Kärnten, wenn Sie im Burgenland zu Hause sind?!), sondern auch von allen vorhergegangenen Landeshauptmännern in Kärnten, nicht nur von dieser Bundesregierung, die keine Schritte setzt, sondern auch von den vorhergegangenen Bundesregierungen.
Abg. Gaugg: Jetzt ist es aber genug!
Herr Bundeskanzler! Welche Aussagen haben Sie getroffen, als bekannt wurde, dass die Freiheitliche Partei in Kärnten pauschal gegen die Volksgruppe hetzt mit ihrer Kampagne für ein Volksbegehren in Kärnten (Abg. Gaugg: Jetzt ist es aber genug!), wo es um die Frage geht: Soll die Kärntner Landesregierung einer Ausweitung der Zahl zweisprachiger Ortstafeln auf Grundlage des Erkenntnisses zustimmen? – Wissen Sie, was das im Klartext heißt? Das ist ein Aufruf zum Gesetzesbruch!
Abg. Dr. Stummvoll: Redezeit!
Warum schweigen Sie dazu, Herr Bundeskanzler (Abg. Dr. Stummvoll: Redezeit!), wenn es Ihnen – und jetzt nehme ich Sie wieder wörtlich – um das Miteinander und – wie Sie heute hier gesagt haben – das Gemeinsame geht? Ich vermisse es, Herr Bundeskanzler! Sie sind nämlich im Gegensatz zu den Volksgruppenangehörigen kein einfacher Bürger dieses Landes, sondern Sie sind als Bundeskanzler dieses Landes Primus inter Pares, und deshalb: Sprechen Sie, bitte! Sprechen Sie zu jenen, die darauf warten, dass sie ihre Rechte nicht immer über Höchstgerichte einfordern, einklagen müssen, sondern die erwarten, dass ihre Vertreter sie auch umsetzen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Warum schweigen Sie dazu, Herr Bundeskanzler (Abg. Dr. Stummvoll: Redezeit!), wenn es Ihnen – und jetzt nehme ich Sie wieder wörtlich – um das Miteinander und – wie Sie heute hier gesagt haben – das Gemeinsame geht? Ich vermisse es, Herr Bundeskanzler! Sie sind nämlich im Gegensatz zu den Volksgruppenangehörigen kein einfacher Bürger dieses Landes, sondern Sie sind als Bundeskanzler dieses Landes Primus inter Pares, und deshalb: Sprechen Sie, bitte! Sprechen Sie zu jenen, die darauf warten, dass sie ihre Rechte nicht immer über Höchstgerichte einfordern, einklagen müssen, sondern die erwarten, dass ihre Vertreter sie auch umsetzen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: 1 700 Milliarden Schulden! 60 000 Arbeitsplätze vernichtet bei der verstaatlichten Industrie!
Zweitens haben Sie, Frau Kollegin, vergessen, dazuzusagen, welche Auswirkungen diese drei Rezessionen seit den siebziger Jahren in Österreich hatten und welche Auswirkungen die heutige Rezession hat. (Abg. Rauch-Kallat: 1 700 Milliarden Schulden! 60 000 Arbeitsplätze vernichtet bei der verstaatlichten Industrie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rauch-Kallat: 60 000 Arbeitsplätze vernichtet bei der verstaatlichten Industrie!
Damals hat es keinen eklatanten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, wie wir ihn heute haben, und damals ist die Inflationsrate nicht explodiert, wie das jedoch heute der Fall ist, Frau Kollegin, weil politisch gegengesteuert wurde. Heute wird nichts getan! Es werden nicht einmal Dringliche Anfragen in diesem Haus von diesem Bundeskanzler beantwortet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rauch-Kallat: 60 000 Arbeitsplätze vernichtet bei der verstaatlichten Industrie!)
Abg. Rauch-Kallat: 1 700 Milliarden Schilling Schulden!
Frau Kollegin Rauch-Kallat, Ihre Vergangenheits-Verliebtheit ist unerträglich. Und wissen Sie, warum diese Vergangenheits-Verliebtheit so unerträglich ist? (Abg. Rauch-Kallat: 1 700 Milliarden Schilling Schulden!) Weil sich die Bevölkerung von einer Regierung erwartet, dass sie die Fragen der Gegenwart und die Probleme der Gegenwart und der Zukunft löst (Abg. Rauch-Kallat: Endlich tut das eine Regierung!), dass sie Problemlösungen anbietet. Was machen Sie? – Es gibt keine einzige konkrete Problemlösung, Sie bescheren durch Ihre Politik der Be
Abg. Rauch-Kallat: Endlich tut das eine Regierung!
Frau Kollegin Rauch-Kallat, Ihre Vergangenheits-Verliebtheit ist unerträglich. Und wissen Sie, warum diese Vergangenheits-Verliebtheit so unerträglich ist? (Abg. Rauch-Kallat: 1 700 Milliarden Schilling Schulden!) Weil sich die Bevölkerung von einer Regierung erwartet, dass sie die Fragen der Gegenwart und die Probleme der Gegenwart und der Zukunft löst (Abg. Rauch-Kallat: Endlich tut das eine Regierung!), dass sie Problemlösungen anbietet. Was machen Sie? – Es gibt keine einzige konkrete Problemlösung, Sie bescheren durch Ihre Politik der Be
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben – das ist schon gesagt worden – dafür gesorgt, dass wir mit 47 Prozent Steuer- und Abgabenquote die höchste der Zweiten Republik haben, uns da im europäischen Schlusslicht befinden und daher auch von der Europäischen Union kritisiert werden. Sie haben zu verantworten, dass die Pensionisten in diesem Land nicht einmal die Inflationsrate abgegolten bekommen haben. Das ist Rentenklau, den Sie hier zu verantworten haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weil hier davon gesprochen wurde, sich für die Interessen der Familien einzusetzen: 50 689 Arbeitslose mehr in diesem Land sind 50 000 Familien, die davon betroffen sind! Das haben Sie zu verantworten, Herr Khol. Stellen Sie sich daher nicht so blauäugig hierher. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben mit dem Verschleudern der Bundeswohnungen an irgendwelche Immobilieninvestoren und nicht an die Mieter 100 000 Familien in die Situation gebracht, dass sie morgen nicht wissen, wie hoch ihre Miete in Zukunft sein wird und wie sich ihre Wohnsituation in Zukunft gestaltet. – Das ist die sozialpolitische Schadensbilanz dieser blau-schwarzen Koalition! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Diese Aufzählung lässt sich natürlich fortsetzen: Das, was Sie kranken Menschen, damit vor allem auch Familien mit Kindern, durch den Ausbau von Selbstbehalten angetan haben, nimmt ein unerträgliches Ausmaß an. Sie haben Ambulanzgebühren eingeführt, Sie haben – das ist völlig unsozial – Unfallrentenbesteuerungen eingeführt, und das sind Elemente einer Kranken- und Behindertensteuer. Das lehnt die Sozialdemokratie ab! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rauch-Kallat: Weil sie so dumm waren, die Fragen!
Man kann es kurz zusammenfassen, Frau Rauch-Kallat – ich halte es für keinen Zufall, dass der Herr Bundeskanzler auf die Fragen nicht eingegangen ist, er hätte sie wahrscheinlich auch nicht beantworten können (Abg. Rauch-Kallat: Weil sie so dumm waren, die Fragen!), vor allem nicht wahrheitsgetreu, wie man das eigentlich von einem Regierungsmitglied erwarten könnte. Aber diese Hoffnung haben viele ohnehin bereits aufgegeben.
Beifall bei der SPÖ.
In ganz entscheidenden Bereichen und in den entscheidenden Fragen, nämlich im Bereich der Wirtschaftspolitik, des Arbeitsmarktes, aber auch der sozialen Sicherheit, haben Sie in diesem Land den Menschen nur Schaden zugefügt. Ich denke, dass diese Regierung am Ende ist, ihr Ablaufdatum ist meiner Auffassung nach bereits überschritten, und ich sage Ihnen: Österreich wünscht sich diesen Kurswechsel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravo-Rufe bei der ÖVP.
Als hauptberuflicher Statistiker halte ich fest, dass die Arbeitslosigkeit damals einen Rekordwert von 9,7 Prozent und eine absolute Zahl von 280 000 erreicht hatte, und davon sind wir heute Gott sei Dank weit entfernt. (Beifall und Bravo-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Sie können sich nie erinnern, was Sie gesagt haben, Frau Abgeordnete Bures! Jetzt auch nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Tancsits hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Sie können sich nie erinnern, was Sie gesagt haben, Frau Abgeordnete Bures! Jetzt auch nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte daher Frau Kollegin Bures, von diesen geschäftsschädigenden Äußerungen gegenüber den Bundeswohnungsgesellschaften Abstand zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bures – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Er ist gar nicht da!
Ich bin sehr froh darüber, wenn Sie davon sprechen, dass wir eine demokratiepolitische Wertschätzung gegenüber dem Hohen Haus, gegenüber dem Parlament an den Tag legen sollen. Dass wir jetzt in Zeiten des Parlamentarismus leben, in welchen bei einer Debatte über eine Dringliche Anfrage der Herr Bundeskanzler zugegen ist (Abg. Bures – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Er ist gar nicht da!) und nicht wie in den vier Jahren der letzten SPÖ-Regierung lediglich der Staatssekretär Wittmann, der hier den steinernen Gast gespielt hat, beweist diese Wertschätzung. Ich glaube, ich habe es hier im Hohen Haus schon des Öfteren gesagt: Staatssekretär Morak ist um Quantensprünge besser, als es Kollege Wittmann war, der von der Regierungsbank aus tatsächlich niemals den Mund aufgebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin sehr froh darüber, wenn Sie davon sprechen, dass wir eine demokratiepolitische Wertschätzung gegenüber dem Hohen Haus, gegenüber dem Parlament an den Tag legen sollen. Dass wir jetzt in Zeiten des Parlamentarismus leben, in welchen bei einer Debatte über eine Dringliche Anfrage der Herr Bundeskanzler zugegen ist (Abg. Bures – in Richtung Regierungsbank zeigend –: Er ist gar nicht da!) und nicht wie in den vier Jahren der letzten SPÖ-Regierung lediglich der Staatssekretär Wittmann, der hier den steinernen Gast gespielt hat, beweist diese Wertschätzung. Ich glaube, ich habe es hier im Hohen Haus schon des Öfteren gesagt: Staatssekretär Morak ist um Quantensprünge besser, als es Kollege Wittmann war, der von der Regierungsbank aus tatsächlich niemals den Mund aufgebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herrn Cap als dem Fraktionsführer der SPÖ hier im Hohen Haus sei ins Stammbuch geschrieben: Er ist derjenige, der seinerzeit schon 70 000 Wähler, die ihm ihre Vorzugsstimme gaben, verraten hat. Er ist derjenige, der sich heute hier immer stärker als Klub-Kasperl aufführt. Ich möchte nicht sagen, dass das Hohe Haus ein Kasperltheater ist. Wir werden es vor derartigen ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Martin Graf (fortsetzend): Ich glaube, es hat hier schon wesentlich ärgere Qualifizierungen gegeben, als ich sie nun hier vorgenommen habe, aber ich nehme diese Bezeichnung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Wir alle machen uns ja ein Bild, auch das Publikum, das hier zusieht, wir wissen die Qualität des Kollegen Cap einzuschätzen, der nicht ganz so trocken ist wie sein Sitznachbar. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!
Nun zur zweiten Oppositionskraft, zu den Grünen. Zu ihrer Basisdemokratie ist von mir schon einiges gesagt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!) Es gibt eine Wahl der Stellvertreter durch Führungsnomenklatur. Das kennen wir von anderen Systemen her. Es erfolgte jüngst erst ein Aufblasen bei den Klubobleute-Stellvertretern, eine Erhöhung ihrer Zahl auf vier. Inklusive Klubobmann sind es jetzt fünf Führungsfunktionäre bei einer Fraktion von 15 Abgeordneten. Ein Drittel aller Abgeordneten der Grünen sind Spitzenfunktionäre. (Abg. Brosz: Wer sind diese vier?) Oder sind es gar nur 4 von 15? Das ist irrelevant, Hauptsache, sie haben den Posten, der Name ist Wurscht, sie gehen ohnehin nicht in die Geschichte ein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Wer sind diese vier?
Nun zur zweiten Oppositionskraft, zu den Grünen. Zu ihrer Basisdemokratie ist von mir schon einiges gesagt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!) Es gibt eine Wahl der Stellvertreter durch Führungsnomenklatur. Das kennen wir von anderen Systemen her. Es erfolgte jüngst erst ein Aufblasen bei den Klubobleute-Stellvertretern, eine Erhöhung ihrer Zahl auf vier. Inklusive Klubobmann sind es jetzt fünf Führungsfunktionäre bei einer Fraktion von 15 Abgeordneten. Ein Drittel aller Abgeordneten der Grünen sind Spitzenfunktionäre. (Abg. Brosz: Wer sind diese vier?) Oder sind es gar nur 4 von 15? Das ist irrelevant, Hauptsache, sie haben den Posten, der Name ist Wurscht, sie gehen ohnehin nicht in die Geschichte ein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun zur zweiten Oppositionskraft, zu den Grünen. Zu ihrer Basisdemokratie ist von mir schon einiges gesagt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Basis ist abgeschafft!) Es gibt eine Wahl der Stellvertreter durch Führungsnomenklatur. Das kennen wir von anderen Systemen her. Es erfolgte jüngst erst ein Aufblasen bei den Klubobleute-Stellvertretern, eine Erhöhung ihrer Zahl auf vier. Inklusive Klubobmann sind es jetzt fünf Führungsfunktionäre bei einer Fraktion von 15 Abgeordneten. Ein Drittel aller Abgeordneten der Grünen sind Spitzenfunktionäre. (Abg. Brosz: Wer sind diese vier?) Oder sind es gar nur 4 von 15? Das ist irrelevant, Hauptsache, sie haben den Posten, der Name ist Wurscht, sie gehen ohnehin nicht in die Geschichte ein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Bures: Ja!
Meine Damen und Herren! Was für mich beklemmend ist, ist Folgendes: Während der ganzen Debatte über diese Dringliche Anfrage, die unter dem Titel stand, dass diese Regierung dem Land Schaden zufüge (Abg. Bures: Ja!), entstand der Eindruck, dass jene Partei, die alles tut, um diesem Land Schaden zuzufügen, die große Oppositionspartei ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was für mich beklemmend ist, ist Folgendes: Während der ganzen Debatte über diese Dringliche Anfrage, die unter dem Titel stand, dass diese Regierung dem Land Schaden zufüge (Abg. Bures: Ja!), entstand der Eindruck, dass jene Partei, die alles tut, um diesem Land Schaden zuzufügen, die große Oppositionspartei ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Bures.
Der Geist aus der Sanktionszeit, als Sie bereit waren, mit Hilfe des Auslandes alles zu tun, um die Regierungsbildung zu verhindern, herrscht noch immer. Mein Eindruck ist folgender: Sie würden auch heute noch alles tun, um über die Mobilisation des Auslandes diese Regierung zu stürzen. Genau das war für mich beklemmend während dieser ganzen Debatte. (Zwischenruf der Abg. Bures. ) Frau Kollegin! Sie wären wieder bereit, mit Hilfe des Auslandes eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen. Das zog sich wie ein roter Faden durch diese ganze Debatte, und das ist beklemmend für einen, der sich zur parlamentarischen Demokratie bekennt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Geist aus der Sanktionszeit, als Sie bereit waren, mit Hilfe des Auslandes alles zu tun, um die Regierungsbildung zu verhindern, herrscht noch immer. Mein Eindruck ist folgender: Sie würden auch heute noch alles tun, um über die Mobilisation des Auslandes diese Regierung zu stürzen. Genau das war für mich beklemmend während dieser ganzen Debatte. (Zwischenruf der Abg. Bures. ) Frau Kollegin! Sie wären wieder bereit, mit Hilfe des Auslandes eine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen. Das zog sich wie ein roter Faden durch diese ganze Debatte, und das ist beklemmend für einen, der sich zur parlamentarischen Demokratie bekennt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.
Unser Verhältnis zu Russland war noch nie so optimal, wie es derzeit ist, und zwar sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Ich habe mit einigen Unternehmern gesprochen, die mit dabei waren. Die haben gesagt, sie hätten noch nie eine derart gute Wirtschaftsdelegation erlebt, wie sie jetzt in Russland war. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Folgendes möchte ich auch noch sagen – der Bundeskanzler hat es heute einmal kurz erwähnt –: Wenn heute ein Erhard Busek Koordinator für den Stabilitätspakt "Balkan" ist, wenn heute ein Christoph Leitl Präsident der Euro-Chambre der Europäischen Wirtschaftskammern wird, wenn ein Herr Paul Rübig Präsident des Europäischen Wirtschaftsbundes wird, wenn Ihr Abgeordneter Peter Schieder Präsident des Europarates ist, dann kann man doch sagen, meine Damen und Herren: Jetzt hat das Ansehen unseres Landes wohl einen höheren Stellenwert als zu jener Zeit, in der Kreisky Gaddafi geküsst hat und Gusenbauer den Moskauer Boden. Ich glaube, dass heute das Ansehen dieses Landes größer ist, als es damals war. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn diese Regierung aus einem Land der Schulden wieder ein Land der Chancen macht, so ist allein das eine historische Chance. Dieses Land wird bei dieser Regierung auch in den kommenden vier Jahren in guten Händen sein, und die Bevölkerung wird das zu schätzen wissen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: 1974, 1978 und 1981!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Abgeordnete Rauch-Kallat hat in ihrer Rede behauptet, dass sich die Rezessionsphasen in Österreich auf die Jahre 1971, 1975 und 1978 beschränkt haben und dabei Österreich schlechter als die Nachbarstaaten abgeschnitten hätte. (Abg. Kiss: 1974, 1978 und 1981!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich berichtige Herrn Abgeordneten Dr. Martin Graf noch in einem zweiten Punkt wie folgt: Er hat davon gesprochen, diese "Nomenklatura" stehe 15 Mitgliedern des Klubs vor. Diese seine Behauptung ist in doppelter Hinsicht falsch, denn wenn er sie auf die Stärke der Nationalratsfraktion gemünzt hat, dann berichtige ich ihn damit, dass diese aus 14 Mitgliedern besteht. Wenn er sie allerdings auf die gesamte Fraktion bezogen hat, dann möchte ich ihm mitteilen, dass diese aus 17 Mitgliedern besteht, nämlich zusätzlich zu den 14 Nationalratsabgeordneten aus einem Bundesrat, Herrn Stefan Schennach, und zwei Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Frau Mercedes Echerer und Herrn Johannes Voggenhuber. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
heftige Zwischenrufe bei der ÖVP – Abg. Zweytick: Ordnungsruf!
Wenn Sie es so hören wollen, Frau Abgeordnete Rauch-Kallat: Wir haben nicht die "Verhaiderung" der Republik, um wieder das Wortspiel zu machen, wir haben die Verluderung der Republik durch Ihre politischen Repräsentanten (heftige Zwischenrufe bei der ÖVP – Abg. Zweytick: Ordnungsruf!), und das ist sowohl Klubobmann Westenthaler als auch ein Klubobmann eines Salzburger Landtagsklubs.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie dermaßen mit politischen Repräsentanten umgehen, wenn Sie dermaßen politische Institutionen lächerlich machen, wenn Sie dermaßen Angriffe auf wichtige Institutionen – nicht auf politische Institutionen – machen, wie das Herr Klubobmann Westenthaler getan hat, der sich würdig in die Nachfolge des Herrn Kabas eingereiht hat, dann prägt das leider diese zwei Jahre wesentlich mehr als ein Wortspiel um den Herrn Bundeskanzler. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das ist eine erpresserische Haltung, die dieses Hauses unwürdig ist. Ein Klubobmann einer Partei hat andere Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen, als mit Erpressung, mit öffentlicher Erpressung gegenüber Journalisten, die eingeschüchtert werden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören auch dazu!
Meine Damen und Herren! Ich hätte mir gewünscht, dass auch ein Bundeskanzler und Parteiobmann einer Partei dann, wenn ein Klubobmann einer Partei über Journalisten sagt: Das sind ja nur ein paar Irre!, klare Worte dazu findet, weil ich mir denke, es geht auch um den Ton, in dem wir in diesem Haus verkehren. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie gehören auch dazu!) Es geht um den Ton, Herr Abgeordneter Westenthaler. Sie können gerne an uns Kritik üben, wenn Ihnen der Ton nicht gefällt, aber ich denke, zu derartigen Methoden greift in der politischen Öffentlichkeit in Österreich leider immer nur eine Partei.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Das Tragische an diesen zwei Jahren, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, ist doch, dass wir von der Opposition Sie an Ihre eigenen Versprechen erinnern müssen. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Das ist die Tragik dieser Republik.
Abg. Öllinger: Politische Erpressung!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich verlange die Erteilung eines Ordnungsrufes an den vorigen Redner Öllinger, der hier mehrfach vom Rednerpult aus behauptet hat, dass der Klubobmann der Freiheitlichen Partei ein Erpresser sei, der mit dem Mittel der Erpressung arbeitet. Das ist der Vorwurf einer strafbaren Handlung. Erpressung ist im Rechtssinn eine Nötigung mit Bereicherungsabsicht. Noch dazu ist das auch falsch. (Abg. Öllinger: Politische Erpressung!) Er hat weder das Wort "politisch" davor genannt noch sonst etwas. Daher ist das ein falscher Vorwurf und auch eine Verleumdung. Ich ersuche, ihm einen Ordnungsruf zu erteilen.
Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Austeilen, aber nicht einstecken können!
Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet hat sich Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé. – Restliche Redezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Nürnberger – in Richtung Freiheitliche –: Austeilen, aber nicht einstecken können!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Nein, es geht nicht ums "Austeilen" oder "Einstecken", Herr Abgeordneter Nürnberger, aber es sind in diesem Haus schon wegen anderer Sachen Ordnungsrufe erteilt worden. Und wenn jemand als Erpresser bezeichnet wird, wollen Sie das beschönigen? – Nein, so kann es sicher nicht sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edlinger: Das hat der Herr Bundeskanzler ja auch nicht gemacht!
Ich will nicht in den Geruch kommen, vergangenheitsverliebt zu sein, wie Frau Bures der Frau Abgeordneten Rauch-Kallat vorgeworfen hat, aber Ihr Gejammere, dass der Herr Bundeskanzler die Dringliche Anfrage nur bruchstückhaft beantwortet hat, veranlasst mich, einen Blick zurück in die Vergangenheit, in die der sozialistisch dominierten Koalition zu machen. Ich kann mich daran erinnern, dass der ehemalige Bundeskanzler Vranitzky dreimal bei Dringlichen Anfragen keine einzige Anfrage beantwortet hat, sondern auf den schriftlichen Weg verwiesen hat. (Abg. Edlinger: Das hat der Herr Bundeskanzler ja auch nicht gemacht!) Also bitte, bedenken Sie das, bevor Sie so wehleidig darüber klagen, dass der Herr Bundeskanzler heute nicht Ihre wirklich sehr polemischen Fragen beantwortet hat. (Abg. Edlinger: Ist das eine Ankündigung, dass der Herr Bundeskanzler schriftlich antwortet?)
Abg. Edlinger: Ist das eine Ankündigung, dass der Herr Bundeskanzler schriftlich antwortet?
Ich will nicht in den Geruch kommen, vergangenheitsverliebt zu sein, wie Frau Bures der Frau Abgeordneten Rauch-Kallat vorgeworfen hat, aber Ihr Gejammere, dass der Herr Bundeskanzler die Dringliche Anfrage nur bruchstückhaft beantwortet hat, veranlasst mich, einen Blick zurück in die Vergangenheit, in die der sozialistisch dominierten Koalition zu machen. Ich kann mich daran erinnern, dass der ehemalige Bundeskanzler Vranitzky dreimal bei Dringlichen Anfragen keine einzige Anfrage beantwortet hat, sondern auf den schriftlichen Weg verwiesen hat. (Abg. Edlinger: Das hat der Herr Bundeskanzler ja auch nicht gemacht!) Also bitte, bedenken Sie das, bevor Sie so wehleidig darüber klagen, dass der Herr Bundeskanzler heute nicht Ihre wirklich sehr polemischen Fragen beantwortet hat. (Abg. Edlinger: Ist das eine Ankündigung, dass der Herr Bundeskanzler schriftlich antwortet?)
Abg. Edlinger: Nein, bitte nicht!
Herr Abgeordneter Edlinger! Zu Ihnen komme ich schon noch (Abg. Edlinger: Nein, bitte nicht!) und zu Ihren falschen Daten, die Sie in der Öffentlichkeit bekannt gegeben haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, Sie sollten einmal zur Kenntnis nehmen, dass diese Regierung mit positiven Wirtschaftsdaten arbeitet. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es ist keine Rede davon, dass wir auf einer Kriechspur sind. Ganz im Gegenteil: Wir sind auf der Überholspur, nach Jahrzehnten eines defizitären Staatsbudgets ist endlich das Nulldefizit herbeigeführt worden!
Zwischenruf des Abg. Edlinger.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Der Schlusssatz: Herr Abgeordneter Edlinger hat beispielsweise bei den Daten, mit denen er verglichen hat, immer die für ihn positiveren dargestellt. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Selbstverständlich. Sie haben die Abgabenquote in Ihrer Zeit ... (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Der Schlusssatz: Herr Abgeordneter Edlinger hat beispielsweise bei den Daten, mit denen er verglichen hat, immer die für ihn positiveren dargestellt. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. ) Selbstverständlich. Sie haben die Abgabenquote in Ihrer Zeit ... (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Edlinger hat die Abgabenquote mit 45 Prozent in seiner Zeit angegeben ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Partik-Pablé.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Frau Abgeordnete, Ihre Redezeit ist wirklich beendet! (Beifall bei den Freiheitlichen für die das Rednerpult verlassende Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Lassen Sie mich zum Schluss noch eine Anmerkung zur Frau Abgeordneten Partik-Pablé machen. Frau Abgeordnete! Sie haben eine bemerkenswerte Leistung im Vortragen der Zahlen, die Sie hier verlesen haben, erbracht, Sie haben uns nämlich die Inflation als Leistung dieser Bundesregierung dargestellt. Dafür danke ich, so ist es nämlich auch! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Schauen Sie weiter, wonach ich gefragt habe in den Fragen 2, 3, 4, 5, 6! – Null Antwort des Herrn Finanzministers, was die Perspektiven anlangt, was die verschiedenen Studien anlangt, die im Hinblick auf die Konzeption dieser Agentur erstellt worden sind, was vor allem auch die Meinungen der Ministerien anlangt. Keine Antwort, weil wir uns noch in Verhandlungen befinden! Wir befinden uns in Verhandlungen über die finanzielle Basis dieser Agentur. – Sie wissen sehr genau, dass die finanzielle Basis gerade in den vergangenen Jahren der Pferdefuß des jetzt bestehenden Systems der Bundesanstalten war. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Dann ist die auf Grund einer existenziellen Verzweiflung nahe liegende Ausflucht jene, dass der Herr Dienststellenleiter drei Seiten über die Paläontologie schreibt, in einem Jahresbericht über die Lebensmittelsituation, weil seine durch Jahre hindurch wiederholten Appelle, personell besser gestellt zu werden, finanziell besser gestellt zu werden, antwortlos verhallen. Im Gegenteil, immer mehr wird gekürzt. Da bleibt ihm nur mehr dieser absurde Weg, diese Diskrepanz, diese Paradoxie der Situation durch eine paradoxe Darlegung klarzustellen, indem er sich in die Paläontologie flüchtet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sagt die EU! Ich habe kürzlich – es ist vielleicht eine halbe Stunde her – wieder mit EU-Stellen telefoniert, und sie sagen, eine Ausgliederung einer Lebensmittelkontrolle sozusagen in eine Agentur mit GesmbH-Form widerspricht der EU-Konzeption der Ernährungsagentur. Staatliche Kontrolle ist staatliche Kernaufgabe, und Sie verstoßen zweimal dagegen: einmal, indem Sie ausgliedern, und einmal, indem Sie sie finanziell aushungern! Und was bleibt übrig? Ein Milliardenschaden beim nächsten Lebensmittelskandal. Das ist unwirtschaftlich, Herr Staatssekretär! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mir wird schlecht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das, Herr Staatssekretär? Eine eindeutige Reduktion!
Die in Aussicht genommene Finanzausstattung, die zum Zeitpunkt der Anfrage noch in Diskussion war, sieht jetzt folgendermaßen aus: Für das Jahr 2002 – die Agentur nimmt ja mit 1. Juni 2002 ihre Arbeit auf – ist eine Ausstattung von 33,1 Millionen € vorgesehen. Die Regelausstattung ab dem Jahr 2003 sieht für das Jahr 2003 56,7 Millionen €, für das Jahr 2004 56,7 Millionen €, für das Jahr 2005 56,0 Millionen €, für das Jahr 2006 55,2 Millionen € und ab dem Jahr 2007 54,5 Millionen € vor. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das, Herr Staatssekretär? Eine eindeutige Reduktion!) – Ich komme gleich darauf zurück. Das ist die Saldoabgeltung.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum steht das nicht in der Anfragebeantwortung? – Abg. Achatz: Weil das jetzt erst ausverhandelt worden ist ...!
Für 2005 bis 2007 wird die Basisausstattung jährlich moderat um rund 0,73 Millionen € gekürzt, dem allerdings – und das ist ja Sinn und Zweck der Zusammenführung – ein beträchtliches Synergiepotenzial gegenübersteht, nämlich eines von mehr als 10 Millionen €, wodurch die Ernährungsagentur auf einen wirklich qualitativen, modernen Stand gebracht werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum steht das nicht in der Anfragebeantwortung? – Abg. Achatz: Weil das jetzt erst ausverhandelt worden ist ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte zur Ausgliederung noch etwas ergänzen: Es werden keine Hoheitsfunktionen ausgegliedert, es wird nur der operative Teil, die Untersuchungen, ausgegliedert. Die rein hoheitlichen Funktionen – da gebe ich Ihnen Recht, da gibt es Erkenntnisse vom Verfassungsgerichtshof, wonach er das zu den originären Aufgaben eines Staates zählt – bleiben so wie bisher in der mittelbaren Bundesverwaltung. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man sich die Situation der Lebensmittelsicherheit in Österreich ansieht, insbesondere im Kontrollbereich, im Bereich der Bundesanstalten, fällt eines auf: Junge Wissenschaftler kündigen, es werden Planstellen nicht mehr nachbesetzt. Wenn man mit den Experten redet, dann kommt folgendes Wort: Wir wissen nicht mehr, wie wir die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen können. – Herr Staatssekretär! Dafür sind Sie mitverantwortlich, weil Sie diese Aushungerungspolitik betreiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Überlegen Sie sich das ganz genau, ob Sie dieser Ausgliederung zustimmen! Synergieeffekte, Herr Staatssekretär, kann man auch gewinnen, wenn man eine nachgeordnete Bundesdienststelle schafft, in der Kontrollbefugnisse und -anstalten zusammengefasst werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Bilanz dieser Bundesregierung in Fragen der Lebensmittelsicherheit ist ein klares Nicht- genügend. Hinsichtlich der Schadensprognose, die man ja auch aufstellen muss, kann man sagen: Nulldefizit kontra Lebensmittelsicherheit. Die nächsten Lebensmittelskandale werden nicht ausbleiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Es stimmt ganz einfach nicht, dass da eine Ausgliederung und eine Privatisierung stattfinden. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) Nein, der Eigentümer dieser GesmbH bleibt selbstverständlich in der öffentlichen Hand, Herr Kollege Gradwohl. Du weißt das, willst es aber einfach nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es stimmt ganz einfach nicht, dass da eine Ausgliederung und eine Privatisierung stattfinden. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl. ) Nein, der Eigentümer dieser GesmbH bleibt selbstverständlich in der öffentlichen Hand, Herr Kollege Gradwohl. Du weißt das, willst es aber einfach nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Ohne Leute!? Ohne Einrichtung!?
Auch für eine ordentliche Finanzierung wird gesorgt werden. Der gesetzliche Auftrag muss erfüllt werden; das ist doch überhaupt keine Frage! (Abg. Gradwohl: Ohne Leute!? Ohne Einrichtung!?) Was heißt "ohne Leute und ohne Einrichtung"? – 31 Anstalten werden zusammengelegt, wodurch Synergieeffekte erzielt werden. Es wird dann eben nicht mehr vier- oder fünfmal kontrolliert. Personal wird eingespart, und es wird effizienter gearbeitet. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auch für eine ordentliche Finanzierung wird gesorgt werden. Der gesetzliche Auftrag muss erfüllt werden; das ist doch überhaupt keine Frage! (Abg. Gradwohl: Ohne Leute!? Ohne Einrichtung!?) Was heißt "ohne Leute und ohne Einrichtung"? – 31 Anstalten werden zusammengelegt, wodurch Synergieeffekte erzielt werden. Es wird dann eben nicht mehr vier- oder fünfmal kontrolliert. Personal wird eingespart, und es wird effizienter gearbeitet. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und Sie werden sehen: Wir werden Recht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Können Sie uns das erklären?
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Österreich hat – auch im internationalen Vergleich – dem Thema Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit immer hohen Stellenwert beigemessen. Beweis dafür, sehr geehrter Abgeordneter Gradwohl, ist, dass wir in Österreich zum Glück bisher nur einen einzigen BSE-Fall hatten – und das bei wirklich vielen Kontrollen! – und dass die Lebensmittelpolitik, Frau Abgeordnete Moser, in Österreich in Ordnung ist, dass nichts in Gefahr ist, aber: Wir wollen auch weiterhin Verbesserungen auf diesem Gebiet haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Können Sie uns das erklären?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dieser eine Fall konnte deshalb aufgedeckt werden, weil die Kontrollen in der Vergangenheit funktioniert haben und so Vorsorge geleistet werden konnte, Herr Abgeordneter Gradwohl. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn das Ihrer Meinung nach nicht funktioniert, dann sollten Sie bitte nach England, nach Frankreich oder nach Belgien schauen! Solche Beispiele gibt es ja genug in Europa. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dieser eine Fall konnte deshalb aufgedeckt werden, weil die Kontrollen in der Vergangenheit funktioniert haben und so Vorsorge geleistet werden konnte, Herr Abgeordneter Gradwohl. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wenn das Ihrer Meinung nach nicht funktioniert, dann sollten Sie bitte nach England, nach Frankreich oder nach Belgien schauen! Solche Beispiele gibt es ja genug in Europa. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Bürger als Konsumenten, die Verarbeitungsbetriebe, die Produzenten erwarten von der Politik Rahmenbedingungen, mit denen Vertrauen geschaffen wird, welche leistbar sind und mit denen Verantwortung klar geregelt wird. Österreich ist damit wieder einmal Vorbild für Europa. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Da war sie noch nicht bekannt!
Sie, Frau Kollegin Achatz, meinten, wir sollten uns einigen, was wir wollen. – Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Wir wollen sichere Lebensmittel, und wir wollen auch als Parlamentarier die Vorschläge und die Finanzierungskonzepte sehen. – Von Regierungsseite gab es zu diesem Thema eine Anfragebeantwortung, die mehr als dürftig ist. Das muss ich Ihnen dazu schon sagen. (Abg. Böhacker: Da war sie noch nicht bekannt!) Richten Sie dem Finanzminister einen schönen Gruß aus, aber: Dazu hätten wir uns schon mehr erwartet! (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie, Frau Kollegin Achatz, meinten, wir sollten uns einigen, was wir wollen. – Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Wir wollen sichere Lebensmittel, und wir wollen auch als Parlamentarier die Vorschläge und die Finanzierungskonzepte sehen. – Von Regierungsseite gab es zu diesem Thema eine Anfragebeantwortung, die mehr als dürftig ist. Das muss ich Ihnen dazu schon sagen. (Abg. Böhacker: Da war sie noch nicht bekannt!) Richten Sie dem Finanzminister einen schönen Gruß aus, aber: Dazu hätten wir uns schon mehr erwartet! (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Das steht nicht in der Anfragebeantwortung!
Zur Debatte über die Bilanz dieser Regierung am heutigen Tag: Gerade in diesem Bereich können wir klar aufzeigen, dass Sie keinerlei Konsequenzen aus den Skandalen der letzten eineinhalb, zwei Jahre gezogen haben. Zum Teil waren das aber auch europäische Skandale. In diesem Zusammenhang erinnere ich etwa an die BSE-Krise in Europa, an die Maul- und Klauenseuche, aber auch an den Schweineskandal in Österreich, meine Damen und Herren. Bei diesem – darüber haben wir ja schon mehrfach diskutiert – gab es Missstände nicht nur bei der Anwendung von Medikamenten, sondern auch bei der Kontrolle und Aufdeckung dieser Missstände. Das alles wissen wir aus einem EU-Kontrollbericht. (Abg. Böhacker: Das steht nicht in der Anfragebeantwortung!)
Abg. Böhacker: Da werden Sie in der Minderheit bleiben!
Und dafür soll diese Gesundheits- und Ernährungsagentur die Lösung sein?! – Nein, aus unserer Sicht keineswegs, und zwar aus mehreren Gründen nicht. (Abg. Böhacker: Da werden Sie in der Minderheit bleiben!) Herr Staatssekretär Finz, zwei Dinge, die nicht auf dem Tisch liegen: Es ist nicht klar, wie diese Agentur lebensfähig sein soll. Warum? – Deren Einnahmen werden nicht bei 20 Millionen Schilling bleiben, sondern werden sinken, weil die bakteriologisch-serologischen Bundesanstalten die Aufträge an Krankenhäuser verlieren werden. – Das ist der eine Punkt.
Beifall bei den Grünen.
Das ist doch unglaublich, meine Damen und Herren! Unglaublich, was diesbezüglich alles in Österreich geschah! Da wäre endlich etwas zu tun! Da müsste man endlich Maßnahmen setzen, Kontrolle implementieren – und nicht diese wackelige und halbherzige "Lebensmittelagentur"! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn es um Fragen der Bildungspolitik geht, dann handelt es sich nicht um trockene Zahlen, sondern – und das müssen wir uns immer vor Augen halten, wenn wir das hier im Hohen Haus diskutieren – dann geht es um die Zukunftschancen von jungen Menschen, für die wir hier die Weichen stellen, dann geht es um den Sockel für die Startchancen, für die Lebenschancen, die jemand zukünftig haben wird. Die Bildung, die Chancen, der Zugang zur Bildung sind doch ein maßgeblicher Faktor dafür, welche Berufschancen man einmal haben wird, welchen Beruf man ausüben kann und welches Einkommen man haben wird. Das heißt, Fragen der Bildungspolitik sind ein wesentlicher Schlüssel zur Frage der sozialen Gerechtigkeit, und vor diesem Hintergrund müssen wir diese Fragen auch im Hohen Haus diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Sie einladen, im Zuge der Behandlung dieses Volksbegehrens mit uns dafür zu sorgen, dass kein Stillstand erreicht wird, dass wir nicht zurückfallen und dass wir im Sinne einer positiven Zukunft für unsere Kinder und Jugendlichen das Ruder wieder herumreißen und die Bildungspolitik in die richtige Richtung weiterentwickeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl
Meine Damen und Herren! Das Budget dieser Bundesregierung für Bildungspolitik sieht für das Jahr 2002, Frau Kollegin Kuntzl, 8 Milliarden € vor. Das sind umgerechnet 110 Milliarden Schilling, und das ist großartig. Es ist damit innerhalb von nur drei Jahren blau-schwarzer Regierungsarbeit gelungen, um fast 500 Millionen € oder knapp 7 Milliarden Schilling mehr (Zwischenruf des Abg. Gradwohl ) – das dritte Budget, mit 2002 – für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Meine Damen und Herren! Das ist großartig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Budget dieser Bundesregierung für Bildungspolitik sieht für das Jahr 2002, Frau Kollegin Kuntzl, 8 Milliarden € vor. Das sind umgerechnet 110 Milliarden Schilling, und das ist großartig. Es ist damit innerhalb von nur drei Jahren blau-schwarzer Regierungsarbeit gelungen, um fast 500 Millionen € oder knapp 7 Milliarden Schilling mehr (Zwischenruf des Abg. Gradwohl ) – das dritte Budget, mit 2002 – für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Meine Damen und Herren! Das ist großartig! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ein Dank an Frau Minister Gehrer, aber auch ein Dank an Finanzminister Grasser, der es trotz Sanierungskurses geschafft hat, die Ausgaben für die Bildung zu steigern. Diese Investition wird sich rechnen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Kuntzl, lassen Sie mich zum Abschluss noch eines Ihrer Worte aufgreifen: Diskutieren wir wirklich gemeinsam über Reformen im Bildungsbereich! – Ich hoffe, dass diese Ihre Aussage ernst gemeint war. Ich hoffe, dass Sie wegkommen von Panikmache, ich hoffe, dass die Opposition zurückkommt zur konstruktiven Bildungspolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Wir sind aber bei der ersten Lesung schon auch dafür gewesen? Das war schon gemeinsam?
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir hatten ja gestern im Rahmen der Aktuellen Stunde, die wir von der Volkspartei beantragt haben, schon Gelegenheit, uns mit Fragen der Bildungspolitik zu beschäftigen. Es ist abermals die Bundesregierung beziehungsweise es sind abermals die Koalitionsparteien, die hier dieses Bildungs-Volksbegehren in eine erste Lesung nehmen, weil wir damit auch dokumentieren wollen, dass uns Bildungspolitik wichtig ist, dass uns Bildungspolitik ein Anliegen ist – durchaus in dem Sinne ... (Abg. Gradwohl: Wir sind aber bei der ersten Lesung schon auch dafür gewesen? Das war schon gemeinsam?)
Abg. Gradwohl: Ich wollte das nur festhalten!
Das macht ja nichts! Deswegen haben trotzdem wir diesen Antrag gestellt, um zu dokumentieren, dass uns das wichtig ist. Es ist immer schön, wenn einem die Opposition dabei folgt, und wir begrüßen das auch (Abg. Gradwohl: Ich wollte das nur festhalten!), dass die Opposition mit uns der Meinung war, dass es sinnvoll ist, dieses Bildungs-Volksbegehren in eine erste Lesung zu nehmen – das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Gradwohl: Mit Freuden!)
Abg. Gradwohl: Mit Freuden!
Das macht ja nichts! Deswegen haben trotzdem wir diesen Antrag gestellt, um zu dokumentieren, dass uns das wichtig ist. Es ist immer schön, wenn einem die Opposition dabei folgt, und wir begrüßen das auch (Abg. Gradwohl: Ich wollte das nur festhalten!), dass die Opposition mit uns der Meinung war, dass es sinnvoll ist, dieses Bildungs-Volksbegehren in eine erste Lesung zu nehmen – das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Gradwohl: Mit Freuden!)
Abg. Schasching: Sie leider nie! Das ist ja das Problem!
Was ich aber kritisieren möchte, ist Folgendes: Frau Kollegin Kuntzl hat gesagt, wir haben gestern über "Bildungsabbau", über "Kaputtsparen" diskutiert. – Da möchte ich Sie korrigieren: Sie haben darüber diskutiert, dass es einen Bildungsabbau gibt, dass kaputtgespart wird. (Abg. Schasching: Sie leider nie! Das ist ja das Problem!) Ich habe Ihnen gestern nachgewiesen, und ich werde nicht müde werden, Ihnen das weiter nachzuweisen – und die im Auftrag der Europäischen Kommission erstellte internationale PISA-Studie der OECD hat es Ihnen auch nachgewiesen –, dass es kein Land auf der Welt gibt, das pro Kopf so viel für Bildung ausgibt wie die Republik Österreich! Und das ist das Verdienst dieser Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was ich aber kritisieren möchte, ist Folgendes: Frau Kollegin Kuntzl hat gesagt, wir haben gestern über "Bildungsabbau", über "Kaputtsparen" diskutiert. – Da möchte ich Sie korrigieren: Sie haben darüber diskutiert, dass es einen Bildungsabbau gibt, dass kaputtgespart wird. (Abg. Schasching: Sie leider nie! Das ist ja das Problem!) Ich habe Ihnen gestern nachgewiesen, und ich werde nicht müde werden, Ihnen das weiter nachzuweisen – und die im Auftrag der Europäischen Kommission erstellte internationale PISA-Studie der OECD hat es Ihnen auch nachgewiesen –, dass es kein Land auf der Welt gibt, das pro Kopf so viel für Bildung ausgibt wie die Republik Österreich! Und das ist das Verdienst dieser Bundesregierung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schasching: 20 Prozent weniger Studierende!
Der erste Punkt war: "Gegen Studiengebühren und für einen unentgeltlichen Zugang zu Bildung und Schule!" – Sie wissen ja, ich habe, als wir die Studienbeiträge eingeführt haben, selbst eine durchaus kritische Haltung eingenommen. Ich denke aber, dass mittlerweile bewiesen ist, dass der Beitrag, den wir eingeführt haben, so sehr mit Augenmaß eingeführt worden ist, dass er auch leistbar ist. (Abg. Schasching: 20 Prozent weniger Studierende!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedauere, dass die ÖH-Vertreter seinerzeit an den Verhandlungen um das Universitätsbeihilfengesetz nicht teilgenommen haben, denn möglicherweise hätten sie dann besser informieren können. Wenn man bedenkt, dass wir für 25 Prozent aller Studierenden Beihilfen vorbereitet haben, dass aber nur etwa 19 Prozent der Studierenden um solche Beihilfen angesucht haben, so beweist das entweder, dass es diese Bedürftigkeit, die Sie sehen, und die Probleme bei der Finanzierbarkeit nicht gibt, oder aber, dass es nicht ausreichend Information gibt. Ein Beitrag zu mehr Information wäre, aus meiner Sicht jedenfalls, dass die ÖH auch verstärkt in die Beratung geht, denn das ist zweifelsohne auch eine der ureigensten Aufgaben der Österreichischen Hochschülerschaft. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Ich danke für den Applaus, der hier jedenfalls gerechtfertigt ist.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie sprechen sich weiters "für Reformen im Bildungsbereich" aus. – Da ist vor allem die SPÖ aufgerufen, sich an diesen Reformen doch bitte zu beteiligen, und zwar stärker zu beteiligen als bisher, denn bisher war Ihr Programm zur Bildungspolitik ein klares Nein zu allen Vorlagen, die wir geliefert haben. Die Gegenvorschläge sind ausgeblieben. Ich lade Sie aber ein, bei künftigen Reformen, etwa im Bereich der AHS-Oberstufen-Reform, die wir in nächster Zeit zu diskutieren haben werden, konstruktive Beiträge zu leisten, damit wir hier in einer Gemeinsamkeit auch die AHS-Oberstufe, gerade im Vergleich zu den berufsbildenden höheren Schulen, konkurrenzfähig machen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Schasching: Wissen Sie überhaupt, womit gearbeitet wird?
Ich komme zu den letzten drei Punkten des Volksbegehrens: "Schaffung einer bundesgesetzlichen Regelung für neue Formen der Kooperation zwischen den verschiedenen Schularten". – Dazu muss ich Ihnen sagen: Da werden wir natürlich eine heftige Auseinandersetzung führen, weil wir ein ganz klares Nein zu einer undifferenzierten Gesamtschule, wie Sie das in manchen Schulversuchen in Wien betreiben, sagen. Gerade die PISA-Studie zeigt auch, dass undifferenzierte Gesamtschulen am schlechtesten abschneiden. Eine horizontale Kooperation aus Hauptschule, die undifferenziert ist – Sie wissen, in vielen Wiener Bezirken haben wir in den Hauptschulen keine Leistungsgruppen mehr, also eine undifferenzierte Gesamtschule –, und der AHS-Unterstufe wird es also aus unserer Sicht mit Sicherheit nicht geben. (Abg. Schasching: Wissen Sie überhaupt, womit gearbeitet wird?)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Der letzte Punkt: die Frage der Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen. – Da muss man natürlich auch sehen, dass wir insgesamt rückläufige Schülerzahlen haben. (Zwischenruf des Abg. Brosz. ) Ich habe Ihnen das schon einmal vorgerechnet: In Österreich gibt es 41 500 Klassen. In 33 700 Klassen gibt es weniger als 25 Schüler, das heißt, in 7 800 Klassen gibt es mehr als 25 Schüler. Das muss man sich sicherlich im Detail anschauen, wie viele mehr wir denn dort haben, denn würden wir bei all diesen Klassen eine Vorgangsweise wählen, die darin besteht, dass wir neue Klassen eröffnen, dann würde das das Bildungsbudget mit 25 Milliarden Schilling belasten. (Widerspruch des Abg. Öllinger. )
Widerspruch des Abg. Öllinger.
Der letzte Punkt: die Frage der Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen. – Da muss man natürlich auch sehen, dass wir insgesamt rückläufige Schülerzahlen haben. (Zwischenruf des Abg. Brosz. ) Ich habe Ihnen das schon einmal vorgerechnet: In Österreich gibt es 41 500 Klassen. In 33 700 Klassen gibt es weniger als 25 Schüler, das heißt, in 7 800 Klassen gibt es mehr als 25 Schüler. Das muss man sich sicherlich im Detail anschauen, wie viele mehr wir denn dort haben, denn würden wir bei all diesen Klassen eine Vorgangsweise wählen, die darin besteht, dass wir neue Klassen eröffnen, dann würde das das Bildungsbudget mit 25 Milliarden Schilling belasten. (Widerspruch des Abg. Öllinger. )
Abg. Brosz: Eine Milchmädchenrechnung von Ihnen war das! Die Amon’sche Milchmädchenrechnung!
Sie können das gerne nachrechnen, ich habe es dem Kollegen Brosz auch im Ausschuss schon einmal vorgerechnet. (Abg. Brosz: Eine Milchmädchenrechnung von Ihnen war das! Die Amon’sche Milchmädchenrechnung!) Die Eröffnungskosten etwa für eine AHS-Klasse bewegen sich in dieser Größenordnung, und dann kommt man auf diese Summe.
Abg. Schwemlein: Da hättest du eine Matura machen müssen, dann könntest du das ausrechnen!
Aber ich bekenne mich dazu: Schauen wir uns das im Detail an! Vielleicht können wir in der Frage, wie wir das Problem der Klassenschülerhöchstzahlen in Zukunft handhaben, in Form eines Stufenplans zusammenfinden. (Abg. Schwemlein: Da hättest du eine Matura machen müssen, dann könntest du das ausrechnen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade aber dazu ein, dass wir in Bezug auf diese Fragen in einen konstruktiven Dialog eintreten, damit wir im Sinne einer sehr guten Ausbildung eine bestmögliche Bildungspolitik gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Zwei in einer Rede? – Alle Achtung!
Darüber hinaus haben Sie Herrn Klubobmann Westenthaler wörtlich gesagt, dass er mit Erpressung irgendwelcher Journalisten arbeitet. – Dafür erteile ich Ihnen einen weiteren Ordnungsruf. (Abg. Brosz: Zwei in einer Rede? – Alle Achtung!) – Sie können sich das Protokoll ruhig hier abholen.
Abg. Öllinger: Und die Repräsentanten, die verludern, die bekommen keinen Ordnungsruf!
Als nächstem Debattenredner erteile ich nun Herrn Abgeordnetem Brosz das Wort. (Abg. Öllinger: Und die Repräsentanten, die verludern, die bekommen keinen Ordnungsruf!)
Abg. Mag. Schender: Nicht ich, der "Standard" hat das gesagt!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kommen wir zunächst zum formalen Aspekt, den Herr Kollege Schender wieder ausgebreitet hat, der davon gesprochen hat, wenn ich es richtig im Kopf oder im Ohr habe, dass dieses Bildungs-Volksbegehren "gefloppt" hat. (Abg. Mag. Schender: Nicht ich, der "Standard" hat das gesagt!) – Der "Standard", okay.
Abg. Dr. Brinek: ... Lehrerbudget!
Das ist eine einfache Rechnung (Abg. Dr. Brinek: ... Lehrerbudget!): Wenn Sie nicht um 3 Milliarden Schilling jährlich erhöhen, dann müssen Sie irgendetwas einsparen, sonst funktioniert das System nicht mehr – ganz einfach! Da kommen noch die 1,5 Prozent, je nachdem, Lohnerhöhung dazu – eigentlich sind es also 4 bis 5 Prozent.
Abg. Amon: ... das bei den Lehrern einsparen?
Faktum ist, nach dieser Rechnung ... (Abg. Amon: ... das bei den Lehrern einsparen?) Schauen Sie die Zahlen des BIP an! Das ist ja relativ einfach: Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt ging in den letzten Jahren eklatant zurück, und insbesondere seit diese Regierung regiert, wie immer man das nennt ... (Abg. Amon: Wie ist das im internationalen Vergleich?) Das ist relativ einfach, die Rechnung lautet: Es fehlen in etwa 10 Milliarden Schilling allein in dieser Legislaturperiode im Vergleich zu den Ausgaben am Beginn, und das ist ganz klar begründbar. Man braucht es sich ja nur anzuschauen: Einsparungen im Bereich des Förderunterrichts, Einsparungen im Bereich von Freigegenständen an den Schulen, höhere Klassenschülerzahlen, die Teilungsziffern an den Schulen gehen hinauf. Das ist ja alles evident! – Ich verstehe nicht, dass Sie nicht sagen: Okay, wir stehen dazu, wir wollen einsparen, uns ist es egal, ob wir höhere Klassenschülerzahlen haben, ob da in großen Gruppen Sprachen unterrichtet werden oder nicht – wir glauben, es bringt die gleichen Ergebnisse! – Das wäre wenigstens fair und offen!
Abg. Amon: Wie ist das im internationalen Vergleich?
Faktum ist, nach dieser Rechnung ... (Abg. Amon: ... das bei den Lehrern einsparen?) Schauen Sie die Zahlen des BIP an! Das ist ja relativ einfach: Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt ging in den letzten Jahren eklatant zurück, und insbesondere seit diese Regierung regiert, wie immer man das nennt ... (Abg. Amon: Wie ist das im internationalen Vergleich?) Das ist relativ einfach, die Rechnung lautet: Es fehlen in etwa 10 Milliarden Schilling allein in dieser Legislaturperiode im Vergleich zu den Ausgaben am Beginn, und das ist ganz klar begründbar. Man braucht es sich ja nur anzuschauen: Einsparungen im Bereich des Förderunterrichts, Einsparungen im Bereich von Freigegenständen an den Schulen, höhere Klassenschülerzahlen, die Teilungsziffern an den Schulen gehen hinauf. Das ist ja alles evident! – Ich verstehe nicht, dass Sie nicht sagen: Okay, wir stehen dazu, wir wollen einsparen, uns ist es egal, ob wir höhere Klassenschülerzahlen haben, ob da in großen Gruppen Sprachen unterrichtet werden oder nicht – wir glauben, es bringt die gleichen Ergebnisse! – Das wäre wenigstens fair und offen!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Das ist typisch!
Aber zu sagen: Wir sparen nicht ein, das findet nicht statt!, das ist einfach eine Verkennung jeglicher Realität, und das ist massiv abzulehnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Das ist typisch!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Der Punkt ist nur: Heuer sitzen zum Beispiel rund 100 000 Schüler in Österreich in Klassen, die über der gesetzlichen Klassenschülerhöchstzahl liegen, und zwar deshalb, weil es diesbezüglich eine "Pufferzone" von 20 Prozent gibt. Das wissen Sie genauso gut wie ich. Speziell in den berufsbildenden mittleren Schulen und in den höheren Schulen, in den Gymnasien, gibt es sehr viele Klassen, welche die Schülerzahl von 30 überschreiten, die Höchstzahl von 36 ausschöpfen beziehungsweise teilweise sogar darüber hinausgehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. )
Abg. Mag. Schweitzer: Wann ist das Gesetz verabschiedet worden?
Wenn wir nur die im Gesetz genannten Klassenschülerzahlen einhalten könnten, dann wäre schon viel erreicht! (Abg. Mag. Schweitzer: Wann ist das Gesetz verabschiedet worden?) – Das brauchen Sie mich nicht zu fragen. Sie wissen genau, dass wir auch damals nicht Regierungsverantwortung hatten, wenn Sie darauf hinaus wollen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.
Wenn wir nur die im Gesetz genannten Klassenschülerzahlen einhalten könnten, dann wäre schon viel erreicht! (Abg. Mag. Schweitzer: Wann ist das Gesetz verabschiedet worden?) – Das brauchen Sie mich nicht zu fragen. Sie wissen genau, dass wir auch damals nicht Regierungsverantwortung hatten, wenn Sie darauf hinaus wollen. (Präsident Dr. Fasslabend übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt wird es besser!
Übrigens war aber die ÖVP sehr wohl seit langem in der Regierung und hat auch die Ministerin gestellt. Dass in der Vergangenheit alles optimal gelaufen ist, wird ja niemand behaupten, wird wahrscheinlich auch die SPÖ nicht behaupten. (Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt wird es besser!) Faktum ist: Jetzt wird es schlechter. Und darauf kommt es an! Jetzt gibt es wesentlich massivere Einsparungen, als es das in der Vergangenheit je gegeben hat. Das ist der Punkt. Sie reduzieren noch um wesentlich mehr, als das bis jetzt schon der Fall war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?) – Wenn Sie vorhin hier gewesen wären, dann hätten Sie es gehört. Ich werde es jetzt nicht wiederholen, nur weil Sie gerade erst hereingekommen sind. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?
Übrigens war aber die ÖVP sehr wohl seit langem in der Regierung und hat auch die Ministerin gestellt. Dass in der Vergangenheit alles optimal gelaufen ist, wird ja niemand behaupten, wird wahrscheinlich auch die SPÖ nicht behaupten. (Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt wird es besser!) Faktum ist: Jetzt wird es schlechter. Und darauf kommt es an! Jetzt gibt es wesentlich massivere Einsparungen, als es das in der Vergangenheit je gegeben hat. Das ist der Punkt. Sie reduzieren noch um wesentlich mehr, als das bis jetzt schon der Fall war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?) – Wenn Sie vorhin hier gewesen wären, dann hätten Sie es gehört. Ich werde es jetzt nicht wiederholen, nur weil Sie gerade erst hereingekommen sind. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Übrigens war aber die ÖVP sehr wohl seit langem in der Regierung und hat auch die Ministerin gestellt. Dass in der Vergangenheit alles optimal gelaufen ist, wird ja niemand behaupten, wird wahrscheinlich auch die SPÖ nicht behaupten. (Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt wird es besser!) Faktum ist: Jetzt wird es schlechter. Und darauf kommt es an! Jetzt gibt es wesentlich massivere Einsparungen, als es das in der Vergangenheit je gegeben hat. Das ist der Punkt. Sie reduzieren noch um wesentlich mehr, als das bis jetzt schon der Fall war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Wo denn?) – Wenn Sie vorhin hier gewesen wären, dann hätten Sie es gehört. Ich werde es jetzt nicht wiederholen, nur weil Sie gerade erst hereingekommen sind. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Wir haben ja schon einen Ausschusstermin!
Die Ankündigung allein ist allerdings etwas zu wenig. Ich hoffe wirklich, dass in diesem Fall auch Sie als diejenigen, welche die Mehrheiten setzen können, den Schritt ... (Abg. Amon: Wir haben ja schon einen Ausschusstermin!) – Ja, wir haben einen Ausschusstermin. Aber das ist ein bisschen wenig, um zu gestalten und ein Volksbegehren entsprechend zu behandeln. Sie sollten Ihre Mehrheit so wahrnehmen, dass Sie einen Schritt auf die Opposition zugehen und mit uns versuchen, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Sie haben die Mehrheit. Beschließen werden letztendlich Sie. Aber der Schritt in unsere Richtung sollte doch von Ihnen kommen. Bei der Enquete haben Sie das ja angekündigt, diesbezüglich ist jedoch bislang viel unterblieben. Daher hoffe ich, dass es in Zukunft besser wird! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Ankündigung allein ist allerdings etwas zu wenig. Ich hoffe wirklich, dass in diesem Fall auch Sie als diejenigen, welche die Mehrheiten setzen können, den Schritt ... (Abg. Amon: Wir haben ja schon einen Ausschusstermin!) – Ja, wir haben einen Ausschusstermin. Aber das ist ein bisschen wenig, um zu gestalten und ein Volksbegehren entsprechend zu behandeln. Sie sollten Ihre Mehrheit so wahrnehmen, dass Sie einen Schritt auf die Opposition zugehen und mit uns versuchen, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Sie haben die Mehrheit. Beschließen werden letztendlich Sie. Aber der Schritt in unsere Richtung sollte doch von Ihnen kommen. Bei der Enquete haben Sie das ja angekündigt, diesbezüglich ist jedoch bislang viel unterblieben. Daher hoffe ich, dass es in Zukunft besser wird! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Antoni –: Dieter! Könntest du am Anfang beurteilen, ob das Volksbegehren erfolgreich war oder nicht?
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Antoni. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Antoni –: Dieter! Könntest du am Anfang beurteilen, ob das Volksbegehren erfolgreich war oder nicht?)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien! Zum einen können Sie hier noch so oft behaupten, dass für Bildung mehr ausgegeben wird als vorher und als andere Regierungen ausgegeben haben: Das wird einfach nicht wahr! Ich kann mir das ausschließlich so erklären, dass Sie die permanent steigenden Bezüge der Lehrer da mit hinein rechnen, aber das hat doch keinen Einfluss auf die Arbeit in der Klasse oder vieles andere mehr! (Zwischenruf des Abg. Amon. )
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir Sozialdemokraten stehen als gesamte Partei dazu, dass Bildung in einer modernen, hoch entwickelten Industriegesellschaft einen enorm hohen Stellenwert hat, und das ist auch der Grund, warum wir wirklich bereit sind, für mehr Bildung in diesem Staat zu kämpfen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schender: Das war der Edlinger! Bei Edlinger war sie viel höher! Dafür war das Bildungsbudget viel geringer!
Ich möchte Ihnen das schon vor Augen führen: Sie treiben auf der einen Seite die Steuer- und Abgabenquote auf einen historischen Höchststand von 47 Prozent. (Abg. Mag. Schender: Das war der Edlinger! Bei Edlinger war sie viel höher! Dafür war das Bildungsbudget viel geringer!) Auf der anderen Seite reduzieren Sie permanent die staatlichen Angebote für die Bürgerinnen und Bürger – das geht ja weit über die Bildung hinaus, Kollege Schender! –, das heißt: weniger
Beifall bei der SPÖ.
Im Bereich der Bildung sieht es leider genauso aus: Leider wird in Österreich seit dem Antritt dieser schwarz-blauen Regierung in die Bildung nicht im erforderlichen Ausmaß investiert, sondern es wird gekürzt, und es wird tatsächlich – da stimme ich mit meiner Vorrednerin Kuntzl absolut überein – Bildungsabbau betrieben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Habt ihr die Geburtenjahrgänge nicht vorausgesehen? Habt ihr nicht vorausgesehen, dass sich da etwas ändern wird?
Es gibt einfach zu wenig Ausbildungsplätze im berufsbildenden höheren Schulwesen. All das ist bewiesen, das sind keine Horrorzahlen, die wir hier in die Diskussion werfen, sondern das stimmt! (Abg. Mag. Schweitzer: Habt ihr die Geburtenjahrgänge nicht vorausgesehen? Habt ihr nicht vorausgesehen, dass sich da etwas ändern wird?)
Abg. Mag. Schweitzer: War das Volksbegehren nun ein Erfolg?
Meine Damen und Herren! Wir sind froh, dass wir uns wenigstens dazu gefunden haben, einen gemeinsamen Unterausschuss einzurichten. Wir Sozialdemokraten werden massiv und intensiv daran mitarbeiten. Wir halten es für wichtig, das zu tun. Wir hoffen, dass wir ... (Abg. Mag. Schweitzer: War das Volksbegehren nun ein Erfolg?) – Ja! Es war ein Erfolg, und zwar insbesondere deshalb, weil es im Nationalrat – egal, ob es ein paar Unterschriften mehr oder weniger gegeben hat – diskutiert werden muss. Und wenn Sie wollen, dass es ein Erfolg wird, dann werden Sie es intensiv und ehrlich mit uns diskutieren. Allerdings sind wir über Ankündigungen wie: Darüber brauchen wir nicht zu reden, und darüber brauchen wir nicht zu reden, und das ist mit uns nicht zu machen!, nicht sehr froh.
Abg. Mag. Schender: In Finnland!
Nach wie vor bin ich allerdings froh über die Aussage des Herrn Kollegen Schender, die er gestern bei Debatte gemacht hat, als er gesagt hat, dass, wenn es in Schweden wirklich etwas gibt, was besser ist ... (Abg. Mag. Schender: In Finnland!) Richtig! Wenn es in Finnland wirklich etwas Besseres gibt, dann sollte man sich das anschauen und darüber diskutieren. Darauf hoffe ich! Ich möchte Sie auch einladen, im Rahmen des Unterrichtsausschusses einmal dort hinzufahren und sich das vor Ort anzuschauen. Da kann man gleich Schweden und ein paar nordische Staaten "mitnehmen". All diese Staaten haben interessante Schulsysteme, und Sie brauchen keine Angst davor zu haben, dass wir nach der Gesamtschule schreien! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nach wie vor bin ich allerdings froh über die Aussage des Herrn Kollegen Schender, die er gestern bei Debatte gemacht hat, als er gesagt hat, dass, wenn es in Schweden wirklich etwas gibt, was besser ist ... (Abg. Mag. Schender: In Finnland!) Richtig! Wenn es in Finnland wirklich etwas Besseres gibt, dann sollte man sich das anschauen und darüber diskutieren. Darauf hoffe ich! Ich möchte Sie auch einladen, im Rahmen des Unterrichtsausschusses einmal dort hinzufahren und sich das vor Ort anzuschauen. Da kann man gleich Schweden und ein paar nordische Staaten "mitnehmen". All diese Staaten haben interessante Schulsysteme, und Sie brauchen keine Angst davor zu haben, dass wir nach der Gesamtschule schreien! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: Wir haben ja nicht mit der Angst gearbeitet wie Sie!
Ich frage Sie gleichzeitig aber auch, ob Sie ähnliche Vorschläge auch bei weitaus erfolgreicheren Volksbegehren gemacht haben, etwa beim Volksbegehren "Österreich zuerst" mit mehr als doppelt so vielen Stimmen: Haben Sie damals auch vorgeschlagen, dass man einen Unterausschuss mit 20 Stunden Beratungszeit und Experten einrichtet? (Abg. Mag. Muttonen: Wir haben ja nicht mit der Angst gearbeitet wie Sie!)
Abg. Brosz: Gleich hinter dem Familien-Volksbegehren!
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Obwohl das Bildungs-Volksbegehren inhaltlich – von der Klassenschülerhöchstzahl bis zum Dienstrecht an den Unis – sehr breit angelegt war, konnten nur 173 596 Unterschriften erreicht werden, und es rangiert somit unter insgesamt 27 Volksbegehren an 22. Stelle, also im letzten Viertel. (Abg. Brosz: Gleich hinter dem Familien-Volksbegehren!)
Abg. Brosz: Haben Sie das selbst geschrieben?
Mit dem Bildungs-Volksbegehren wurde seitens der SPÖ versucht, das gute und international anerkannte österreichische Bildungssystem krank zu jammern. Parteivorsitzender Gusenbauer selbst und die gesamte Werbemaschinerie der SPÖ, unterstützt von der Arbeiterkammer bis zum Gewerkschaftsbund, unternahmen den Versuch, den Leuten vorzugaukeln, es gäbe Einsparungen im Schulbereich, welche zu einer Verknappung des Bildungsangebotes und zu einer Senkung des Niveaus an den Schulen führen würden. (Abg. Brosz: Haben Sie das selbst geschrieben?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Antoni: Es gibt um 20 Prozent weniger Studenten!
Dazu ist festzuhalten, dass genau das Gegenteil der Fall ist, nämlich: Noch nie wurde so viel Geld für Bildung ausgegeben, und noch nie ist in so kurzer Zeit ein so vielfältiges neues Bildungsangebot geschaffen worden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Antoni: Es gibt um 20 Prozent weniger Studenten!)
Abg. Dr. Antoni: Das ist ein Missbrauch der Statistik!
Das Bildungsbudget erreichte im Jahr 2002 den höchsten Anteil aller Ressorts, den es je gegeben hat, und zwar 13,7 Prozent. Jeder siebente Euro oder jeder siebente Schilling wurde für Bildung ausgegeben. (Abg. Dr. Antoni: Das ist ein Missbrauch der Statistik!) Im Budget 2001 standen dem Bildungsressort 109 Milliarden Schilling zur Verfügung. Das sind immerhin um 7 Milliarden Schilling mehr als im Jahr 1999.
Abg. Brosz: Wo?
Den Schulen stehen für den schulischen Aufwand nicht nur die gleichen Ressourcen – sprich: Schulbudgets – zur Verfügung, sondern es können durch die Mittel der "Computermilliarde" zusätzliche neue Schwerpunkte gesetzt werden. Weiters sind im Schulbereich zurzeit Baumaßnahmen mit einem Gesamtrahmen von 1,1 Milliarden Schilling beauftragt, die ebenso für die Setzung neuer Schwerpunkte im Ausbildungsangebot Verwendung finden. (Abg. Brosz: Wo?)
Beifall bei der ÖVP.
Es wird aber auch aufgezeigt, dass das wichtigste Element im Zuge der Bildung unsere Lehrer sind, und ich möchte von dieser Stelle aus allen engagierten Lehrerinnen und Lehrern ein herzliches Dankeschön sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich darf ebenfalls die Vertretung der Österreichischen Hochschülerschaft hier begrüßen. (Beifall bei den Grünen.) Ihre Anwesenheit freut mich sehr, denn Sie verstärken das Interesse!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich muss auch sagen: Die Unterstützung war so phänomenal nicht, wie Sie dauernd hier bekannt geben wollen! Es gab eine ideelle Unterstützung. Aber Studentinnen und Studenten haben einen Vorteil, wenn auch Parteien gelegentlich meinen könnten, es sei ein Nachteil: Sie wollen frei und im Wesentlichen unabhängig und nicht als "Blinddarm" oder – sagen wir es freundlicher – als "Appendix" einer Partei gesehen werden. Und sie haben es im Wesentlichen daher auch ohne diese geschafft! Das ist gut. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist jederzeit möglich! Ich werde es Ihnen erklären!
Bei diesem Ausschuss, der nun ins Leben gerufen werden soll, fehlt mir irgendetwas an der Optik, und das ist nicht ganz unentscheidend. Da in diesem Volksbegehren der sekundäre und der tertiäre Bereich der Bildung wirklich fifty-fifty gleich gewichtet sind, wäre es durchaus sinnvoll gewesen, einen gemischten Ausschuss zwischen dem Wissenschafts- und dem Unterrichtsausschuss zu machen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist jederzeit möglich! Ich werde es Ihnen erklären!) – Fein, wenn Sie mir etwas erklären wollen! Aber nicht alles, was Sie mir bis jetzt erklären wollten, habe ich verstanden, und daran ist, glaube ich, nicht meine Intelligenz schuld! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Bei diesem Ausschuss, der nun ins Leben gerufen werden soll, fehlt mir irgendetwas an der Optik, und das ist nicht ganz unentscheidend. Da in diesem Volksbegehren der sekundäre und der tertiäre Bereich der Bildung wirklich fifty-fifty gleich gewichtet sind, wäre es durchaus sinnvoll gewesen, einen gemischten Ausschuss zwischen dem Wissenschafts- und dem Unterrichtsausschuss zu machen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist jederzeit möglich! Ich werde es Ihnen erklären!) – Fein, wenn Sie mir etwas erklären wollen! Aber nicht alles, was Sie mir bis jetzt erklären wollten, habe ich verstanden, und daran ist, glaube ich, nicht meine Intelligenz schuld! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Muttonen: Wahnsinn!
Es gibt einen Rückgang der ErstinskribentInnen von 14 Prozent und einen Rückgang weiblicher Studierender um fast 20 Prozent. (Abg. Mag. Muttonen: Wahnsinn!) Wenn man in Anbetracht dessen sagt: Das macht nichts, das ist nichts, das ist nur eine Begradigung, die Eliminierung von faulen, desinteressierten Freikartensammlern!, so ist das eine Argumentation, die, wie ich meine, auch sehr, sehr schwer zu beweisen ist.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Wenn ich dann aber heute Sprüche wie diejenigen des Bundeskanzlers höre, der hier wirklich gesagt hat: Kommen Sie hier nicht mehr wieder heraus und kritisieren uns!, ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Ja! So ist das gesagt worden! Er hat zwar vorher gesagt: Kritisieren Sie uns nicht, wenn Sie nicht das und das erfüllen. – Das bedeutet, er stellt die Bedingungen, unter denen er bereit ist, sich vielleicht kritisieren zu lassen! Und das geht nicht. (Abg. Dr. Brinek: Nein, nein nein! So war das nicht!) – Ja, so war das! Lesen Sie es im Protokoll nach! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, nein nein! So war das nicht!
Wenn ich dann aber heute Sprüche wie diejenigen des Bundeskanzlers höre, der hier wirklich gesagt hat: Kommen Sie hier nicht mehr wieder heraus und kritisieren uns!, ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Ja! So ist das gesagt worden! Er hat zwar vorher gesagt: Kritisieren Sie uns nicht, wenn Sie nicht das und das erfüllen. – Das bedeutet, er stellt die Bedingungen, unter denen er bereit ist, sich vielleicht kritisieren zu lassen! Und das geht nicht. (Abg. Dr. Brinek: Nein, nein nein! So war das nicht!) – Ja, so war das! Lesen Sie es im Protokoll nach! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn ich dann aber heute Sprüche wie diejenigen des Bundeskanzlers höre, der hier wirklich gesagt hat: Kommen Sie hier nicht mehr wieder heraus und kritisieren uns!, ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Ja! So ist das gesagt worden! Er hat zwar vorher gesagt: Kritisieren Sie uns nicht, wenn Sie nicht das und das erfüllen. – Das bedeutet, er stellt die Bedingungen, unter denen er bereit ist, sich vielleicht kritisieren zu lassen! Und das geht nicht. (Abg. Dr. Brinek: Nein, nein nein! So war das nicht!) – Ja, so war das! Lesen Sie es im Protokoll nach! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Mir geht in dieser Debatte vieles ab, weil die Regierung wirklich ein sehr mechanistisches Denken pflegt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Frau Abgeordnete Brinek, Sie als Erziehungswissenschaftlerin sollten Interesse daran haben, über den Bildungsbegriff zu diskutieren! Da aber die Regierung ein sehr mechanistisches Denken hat, indem sie meint, man müsste nur die Struktur und die Organisation etwas ändern, und dann würden sich Inhalte, Motivation und alles von selbst ergeben, muss ich sagen: Das ist doch ein sehr simples, kurzsichtiges, nicht optimistisches, sondern äußert naives Denken! – Über Inhalte wurde wirklich nie gesprochen.
Abg. Dr. Brinek: Mein Gott!
Auch wenn mir hohe Beamte des Ministeriums, Beamte aus den Arbeitskreisen, die auch der Partei Gehrers angehören, sagen, dass es ihnen verboten worden sei, innerhalb des Ministeriums zu jenen, die nicht diesen Arbeitskreisen angehören, auch nur ein Wörtchen zu sagen, so finde ich das befremdlich! (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott!) – Sehr richtig, Frau Brinek! Auch ich sage: Mein Gott!, wenn ich so etwas höre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch wenn mir hohe Beamte des Ministeriums, Beamte aus den Arbeitskreisen, die auch der Partei Gehrers angehören, sagen, dass es ihnen verboten worden sei, innerhalb des Ministeriums zu jenen, die nicht diesen Arbeitskreisen angehören, auch nur ein Wörtchen zu sagen, so finde ich das befremdlich! (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott!) – Sehr richtig, Frau Brinek! Auch ich sage: Mein Gott!, wenn ich so etwas höre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Frau Kollegin Brinek! Auch Sie werden in Wien eine ausgesprochen gute Professorin für Wissenschaftstheorie, eine gelernte und promovierte Physikerin, kennen. Diese hat mir bestätigt, dass eine solche Diskussion im Ausland Stirnrunzeln hervorruft, etwa auch über die Homepage des Ministeriums, auf der vollmundig steht: "Weltklasse" – und das ohne ein Wort der Erklärung. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Ich entschuldige jetzt gar nichts. Ich entschuldige überhaupt nichts! Wir müssten uns bei den Betroffenen (Abg. Dr. Brinek: Diese Menschen können sich jetzt alle nicht verteidigen!)
Abg. Dr. Brinek: Diese Menschen können sich jetzt alle nicht verteidigen!
Frau Kollegin Brinek! Auch Sie werden in Wien eine ausgesprochen gute Professorin für Wissenschaftstheorie, eine gelernte und promovierte Physikerin, kennen. Diese hat mir bestätigt, dass eine solche Diskussion im Ausland Stirnrunzeln hervorruft, etwa auch über die Homepage des Ministeriums, auf der vollmundig steht: "Weltklasse" – und das ohne ein Wort der Erklärung. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. ) – Ich entschuldige jetzt gar nichts. Ich entschuldige überhaupt nichts! Wir müssten uns bei den Betroffenen (Abg. Dr. Brinek: Diese Menschen können sich jetzt alle nicht verteidigen!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Sie hat auch gesagt: Demokratie ist kein Qualitätsmerkmal! Sie hat auch klar gesagt, dass es nicht angeht, dass, wenn sich jemand bewirbt und eine Qualifikation beurteilt werden muss, darüber demokratisch abgestimmt wird. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek. )
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Brinek, Sie wissen genau, dass nicht Raumpflegerinnen über Qualifikationen an der Universität abstimmen. An der Universität herrscht akademische Vielfalt – und keine Einfalt! – Solche Diskussionen sind einfältig und einer Wissenschaft- und Bildungsdebatte schlichtweg unwürdig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Was hat er denn gemacht? Noch einmal, bitte! Ich habe gerade nicht aufgepasst!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte mich im Zusammenhang mit dieser ersten Lesung vor allen Dingen mit zwei Problemen beschäftigen. Das erste bezieht sich darauf, wie man wegen 4 j den Zugang zur universitären Bildung verwehrt bekommt. Zum Zweiten geht es darum, wie ein urlaubender Finanzminister Lehre und Patientenbetreuung an den Kliniken an den Rand des Chaos führt. Das könnte vielleicht Herrn Kollegen Schweitzer interessieren, weil es sich immerhin um "seinen" Finanzminister oder jenen seiner Partei handelt. (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat er denn gemacht? Noch einmal, bitte! Ich habe gerade nicht aufgepasst!) – Ich rede ungefähr fünf Minuten lang, so lange musst du eben zuhören. (Abg. Gaugg: Wiederholen, noch einmal!)
Abg. Gaugg: Wiederholen, noch einmal!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte mich im Zusammenhang mit dieser ersten Lesung vor allen Dingen mit zwei Problemen beschäftigen. Das erste bezieht sich darauf, wie man wegen 4 j den Zugang zur universitären Bildung verwehrt bekommt. Zum Zweiten geht es darum, wie ein urlaubender Finanzminister Lehre und Patientenbetreuung an den Kliniken an den Rand des Chaos führt. Das könnte vielleicht Herrn Kollegen Schweitzer interessieren, weil es sich immerhin um "seinen" Finanzminister oder jenen seiner Partei handelt. (Abg. Mag. Schweitzer: Was hat er denn gemacht? Noch einmal, bitte! Ich habe gerade nicht aufgepasst!) – Ich rede ungefähr fünf Minuten lang, so lange musst du eben zuhören. (Abg. Gaugg: Wiederholen, noch einmal!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Grünewald.
Ist das das hoch gelobte Bildungssystem, von dem wir hier von den Kollegen Amon, Schender oder Hornek gehört haben, wenn nicht einmal an den wissenschaftlichen Universitäten die Lehre aufrechterhalten werden kann? (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Schweitzer: Welches Problem?
Zwar gönne ich und gönnen wir alle einem Finanzminister den Urlaub. Das braucht man, und es ist seine Sache, wo immer er das tut. Aber es ist unzulässig, dass man in den Urlaub fährt, ein solch riesiges Problem unerledigt lässt und auch keinerlei Vorsorge dafür trifft, dass es in der Abwesenheit gelöst werden kann. Das ist eine Verantwortungslosigkeit, die wir hier wirklich anprangern müssen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Mag. Schweitzer: Welches Problem?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es ist ein geringer Trost – ich finde das beinahe eine Provokation –, wenn dann von Regierungsseite gesagt wird: Was wollt ihr denn? Ihr habt 30 Prozent Rückgang befürchtet; es sind ja nur 20 Prozent geworden, das ist eine ganz tolle Sache! – Zynismus ist das, Zynismus, den wir in dieser Form nachdrücklich zurückweisen, weil er sich auf dem Rücken der Studierenden abspielt! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Abg. Mag. Schweitzer: Du hast das gefordert!
Kollege Amon hat konkrete Beispiele gefordert. Dass wir die Studiengebühren ablehnen, ist schon ausgiebig diskutiert worden. (Abg. Mag. Schweitzer: Du hast das gefordert!) Aber es sind bis jetzt auch sämtliche zugesagten Verbesserungen ausgeblieben!
Abg. Dr. Brinek: Abschlussstipendium! Studienabschlussstipendium!
Kollegin Brinek, du hast gesagt, dass wir uns für die berufstätigen Studierenden etwas einfallen lassen müssen, weil klar ist, dass Leute, die berufstätig sind und daher auch länger studieren müssen, keine Stipendien bekommen. – Bitte, das ist völliger Unsinn! Berufstätige, die studieren, bekommen von ihren ... (Abg. Dr. Brinek: Abschlussstipendium! Studienabschlussstipendium!) Das Abschlussstipendium hat damit auch nichts zu tun. Sie studieren länger, sie studieren teilweise doppelt so lang und zahlen für die geringere Leistung nach wie vor 5 000 S in jedem Semester. Da besteht dringender Handlungsbedarf. Aber Sie haben bisher nichts getan!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das kann keine tolle Lösung sein! Es war nicht nur einer, dem es so ergangen ist, sondern es waren mehrere. Es waren ungefähr 100 in ganz Österreich, die an dieser übergroßen Härte der Regelung gescheitert sind und ein halbes Jahr ihres Studiums verloren haben. Da besteht dringender Handlungsbedarf, auch im Detail dieser Regelungen! Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Sie fragen immer nach Konzepten unsererseits. Die SPÖ hat ein sehr tolles Konzept vorgelegt, das unter dem Titel "Bildungsprämie" steht. Auch über dieses Konzept würden wir in den nächsten Monaten sehr gerne in Verhandlungen mit Ihnen treten, um für die Erwachsenenbildung ausreichende Mittel zu sichern und damit den Weg in die Wissensgesellschaft positiv bewältigen zu können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Abg. Dr. Niederwieser: ... die Regelung, die so etwas vorsieht!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Kollege Niederwieser! "Vier Euro fehlten: Von der Uni geflogen" – die Schuld liegt bei Brinek, Amon, Schender, Schweitzer! Auslandsüberweisung, Bankgebühr – schuld ist Amon, weil eine ausländische Bank für eine Überweisung Bankgebühr verlangt! (Abg. Dr. Niederwieser: ... die Regelung, die so etwas vorsieht!)
Abg. Dr. Antoni: Schwacher Beitrag!
Warum haben Sie es damals gefordert, und warum sind Sie heute dagegen? – Ich hätte mir jetzt erwartet, dass Sie hier erklären, welche Überlegungen zu diesem Meinungsschwenk bei Ihnen geführt haben. Tatsache ist: Am 2. Oktober 1997 sind Sie noch dafür eingetreten, und heute sind Sie dagegen. Wahrscheinlich hat das etwas mit dem Wechsel von einer Regierungspartei in eine Oppositionsrolle zu tun. (Abg. Dr. Antoni: Schwacher Beitrag!)
in Richtung des Abg. Dr. Antoni
Zuletzt noch kurz zu ein paar Zahlen. – Dieter (in Richtung des Abg. Dr. Antoni), , ihr habt euch herausgestellt und gesagt, Lehrer werden en masse entlassen werden, weil das neue Lehrer-Dienstrecht dazu führen wird. Ich habe es gestern schon gefragt, und ich frage es heute wieder: Lieber Dieter Antoni, wo sind denn die vielen Lehrer entlassen worden? In welchen Bundesländern haben diese Maßnahmen, die notwendig waren und sinnvoll sind, zu Entlassungen von Lehrern geführt, in einer Größenordnung von über 3 000, wie von euch hier immer wieder geunkt wurde? – Nirgendwo! In dem Bundesland, von dem ich die Zahlen etwas besser kenne, nämlich im Burgenland, wo deine sozialdemokratischen Freunde ebenfalls die Katastrophe an die Wand gemalt haben, wurde kein einziger Lehrer entlassen! Das möchte ich dir nur sagen, Kollege Antoni. (Abg. Dr. Brinek: Neue wurden eingestellt!)
Abg. Dr. Brinek: Neue wurden eingestellt!
Zuletzt noch kurz zu ein paar Zahlen. – Dieter (in Richtung des Abg. Dr. Antoni), , ihr habt euch herausgestellt und gesagt, Lehrer werden en masse entlassen werden, weil das neue Lehrer-Dienstrecht dazu führen wird. Ich habe es gestern schon gefragt, und ich frage es heute wieder: Lieber Dieter Antoni, wo sind denn die vielen Lehrer entlassen worden? In welchen Bundesländern haben diese Maßnahmen, die notwendig waren und sinnvoll sind, zu Entlassungen von Lehrern geführt, in einer Größenordnung von über 3 000, wie von euch hier immer wieder geunkt wurde? – Nirgendwo! In dem Bundesland, von dem ich die Zahlen etwas besser kenne, nämlich im Burgenland, wo deine sozialdemokratischen Freunde ebenfalls die Katastrophe an die Wand gemalt haben, wurde kein einziger Lehrer entlassen! Das möchte ich dir nur sagen, Kollege Antoni. (Abg. Dr. Brinek: Neue wurden eingestellt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich liegt auch beim Lehrer-Schüler-Verhältnis überall im Spitzenfeld. Österreich liegt bei der Stundenanzahl, die Schüler an Unterricht bekommen, im Spitzenfeld. Und Österreich liegt bei der Stundenanzahl, die Lehrer unterrichten müssen, am unteren Ende. Es bestehen daher beste Voraussetzungen für die Bildung unserer Jugend! – Hört auf zu jammern! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Amon: Das Kindergeld ist auch ohne Volksbegehren ...!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Das Bildungs-Volksbegehren, das uns alle heute beschäftigt, ist ein wichtiges Thema, sicherlich, in Zahlen gefasst, genauso wichtig wie das Familien-Volksbegehren, das ja immerhin das Kindergeld zur Folge hatte. Ich nehme an, mit der gleichen Ernsthaftigkeit und hoffentlich mit entsprechend intensiven Auswirkungen für die österreichische Jugend werden wir dieses Bildungs-Volksbegehren diskutieren und auch umsetzen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Amon: Das Kindergeld ist auch ohne Volksbegehren ...!)
Abg. Amon: Haben Sie die PISA-Studie gelesen?
Das Bildungs-Volksbegehren hat zudem jetzt ganz aktuell wieder die besondere Bestätigung erhalten, dass im Bildungssystem seitens der Bundesregierung gespart werden muss und musste, obwohl immer wieder betont wird, dass mehr Geld für Bildung ausgegeben wird. Herr Amon, ich muss Sie leider berichtigen – Sie sind offensichtlich ebenso wie Ihr Bundeskanzler ein Realitätsverweigerer –, es ist im Bereich der Bildung selbstverständlich gespart worden. Ich sage es nur noch einmal, vielleicht kann das dann in irgendeiner Form auch in Ihre Realität eindringen. (Abg. Amon: Haben Sie die PISA-Studie gelesen?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich bin allerdings sehr bestürzt darüber, dass jetzt auch 3 Prozent der Ermessensausgaben eingespart werden, was vor allem das österreichische Schulsystem massiv trifft und den Proponenten des Bildungs-Volksbegehrens leider dahin gehend Recht gibt, dass es keine Einsparungen, sondern Reformen geben soll. Dafür stehen wir! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich möchte Sie nur ganz kurz auf die leider bereits jetzt wirksam gewordenen Maßnahmen der Einsparpolitik dieser Bundesregierung hinweisen. Wir haben zum Beispiel im Raum St. Pölten gegenüber insgesamt drei Beratungslehrerinnen im Vorjahr heuer nur noch eine; an Heilstättenklassen im Vorjahr vier, heuer zwei; an Logopädinnen im Vorjahr sechs, jetzt drei. Heute gibt es keine einzige heilpädagogische Klasse mehr, im Vorjahr waren es drei. Das alles sind Zahlen, die jetzt auf dem Tisch liegen. Das alles kostet Schulqualität. Daher heißt es, dagegen anzukämpfen und sich dagegenzustellen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. )
Abg. Schasching: Das ist alt! – Abg. Schwemlein: Alter Hut!
Abgeordnete Dr. Sylvia Papházy, MBA (Freiheitliche): Herr Kollege Niederwieser – Sie sind jetzt nicht da! Nach einer Begrüßung des Herrn Präsidenten und der sehr geehrten Damen und Herren darf ich Ihnen von der SPÖ ins Gedächtnis zurückrufen, dass Ihnen Studiengebühren sehr wohl denkbar erschienen sind, als Sie noch auf eine Neuauflage der früheren Koalition gehofft haben. (Abg. Schasching: Das ist alt! – Abg. Schwemlein: Alter Hut!)
Abg. Dr. Grünewald: ... gemacht wie Sie!
Gesprächsverweigerung ist jetzt Ihre neue Devise, ist die neue Devise der Opposition. Gesprächsverweigerung in der Wissenschaft ist ein verzweifelter und auch untauglicher Versuch der Opposition, die hervorragende Arbeit der Regierungskoalition zu konterkarieren. Gesprächsverweigerung ist ein untauglicher und auch kindischer Versuch von Ihnen, Herr Dr. Grünewald, und von Herrn Dr. Niederwieser, die dringend notwendige Uni-Reform zu blockieren. Mit diesen kindischen, schlechten Sitten, etwa den Einladungen der Frau Bundesministerin Gehrer nicht zu folgen, hat ja die ÖH begonnen. (Abg. Dr. Grünewald: ... gemacht wie Sie!)
Abg. Silhavy: Das sei dieser Bundesregierung ...!
"Eine Diskussion ist unmöglich mit jemandem, der vorgibt, die Wahrheit nicht zu suchen, sondern sie schon zu besitzen". – Zitatende. (Abg. Silhavy: Das sei dieser Bundesregierung ...!)
Abg. Dr. Grünewald: Das finde ich auch gut!
Die Bundes-ÖH hat sich von der studentischen Vertretung in skandalöser Weise verabschiedet. Herr Dr. Grünewald, Sie haben ja Homepages hier angesprochen. Ich darf daher an die frühere Homepage der ÖH erinnern, auf der stand: Wir – also die ÖH – verstehen die ÖH nicht als Servicebetrieb, sondern als politisches Sprachrohr der Studierenden. (Abg. Dr. Grünewald: Das finde ich auch gut!)
Abg. Dr. Grünewald: Sollen sie ... verkaufen?
So sieht es auch aus! Es ist aber zu wenig, dass sich die ÖH an Podiumsdiskussionen über den Verfassungsgerichtshof beteiligt oder anlässlich der 100. Demo versprengter Regierungskritiker Gratulationsschreiben schickt (Abg. Dr. Grünewald: Sollen sie ... verkaufen?) und umgekehrt nur mit Aktionswochen und Fäkalbädern auf sich aufmerksam macht.
Abg. Dr. Antoni: Aber das Thema ist schon das Bildungs-Volksbegehren?
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass in der ersten Oktoberwoche empörte Studierende bei mir angerufen und gesagt haben: Das ist doch unerhört, die Studienrichtungsvertretung leistet keine Inskriptionsberatung, hat ihre Büros teilweise überhaupt geschlossen, dafür gibt es ominöse Fäkalbäder vor der Uni Wien! (Abg. Dr. Antoni: Aber das Thema ist schon das Bildungs-Volksbegehren?)
Abg. Silhavy: Da wären wir wieder einmal beim Thema! Das ist immer wieder das Thema!
Diese Gesprächsverweigerung hat auch die endgültige Nutzlosigkeit der Bundes-ÖH für die Studierenden bestätigt und ist ein Beweis mehr dafür, dass die Zwangsmitgliedschaft der ÖH – ich nenne es bewusst immer Zwangsmitgliedschaft und nicht Pflichtmitgliedschaft – einfach ausgedient hat. (Abg. Silhavy: Da wären wir wieder einmal beim Thema! Das ist immer wieder das Thema!) Es ist unseriös, dass die ÖH gegen Studiengebühren und für ein gerechtes Studienbeihilfensystem eintritt und umgekehrt nicht auf die ausgeweiteten Fördermöglichkeiten für Studierende aufmerksam macht.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit der Einrichtung eines parlamentarischen Unterausschusses wird jedenfalls auch die eingehende parlamentarische Behandlung dieses Bildungs-Volksbegehrens sichergestellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Von wem ist da jetzt die Rede?
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Papházy, dass Sie von "Gesprächsverweigerung" sprechen, sehe ich als typische Projektion Ihrerseits. Die Gespräche wurden ja immer von Ihrer Seite verweigert, oder es wurde einfach sehr autoritär drübergefahren. Dass die Zerstörungswut der FPÖ vor der Demokratie ... (Abg. Dr. Brinek: Von wem ist da jetzt die Rede?) Dass die Zerstörungswut der FPÖ in Richtung Demokratie auch vor der ÖH nicht Halt macht, ist leider ein Faktum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. ) Demokratie ist leider offensichtlich nicht Ihre Stärke.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Papházy, dass Sie von "Gesprächsverweigerung" sprechen, sehe ich als typische Projektion Ihrerseits. Die Gespräche wurden ja immer von Ihrer Seite verweigert, oder es wurde einfach sehr autoritär drübergefahren. Dass die Zerstörungswut der FPÖ vor der Demokratie ... (Abg. Dr. Brinek: Von wem ist da jetzt die Rede?) Dass die Zerstörungswut der FPÖ in Richtung Demokratie auch vor der ÖH nicht Halt macht, ist leider ein Faktum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. ) Demokratie ist leider offensichtlich nicht Ihre Stärke.
Abg. Dr. Brinek: Ja, Korea ganz besonders!
Wenn man sich anschaut, warum zum Beispiel Finnland und Korea weiter vorne als Österreich liegen, dann zeigt sich etwas, was Sie seit Jahren zu verhindern versuchen. Die Antwort ist einfach, dass diese Länder konsequent an der Chancengleichheit weiterarbeiten. (Abg. Dr. Brinek: Ja, Korea ganz besonders!) Das ist ein Punkt, den die Sozialdemokratie immer für einen der wichtigsten gehalten hat: gleicher und freier Zugang zur Bildung für alle! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amon: ... 50 Schüler in einer Klasse!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amon: ... 50 Schüler in einer Klasse!
Wenn man sich anschaut, warum zum Beispiel Finnland und Korea weiter vorne als Österreich liegen, dann zeigt sich etwas, was Sie seit Jahren zu verhindern versuchen. Die Antwort ist einfach, dass diese Länder konsequent an der Chancengleichheit weiterarbeiten. (Abg. Dr. Brinek: Ja, Korea ganz besonders!) Das ist ein Punkt, den die Sozialdemokratie immer für einen der wichtigsten gehalten hat: gleicher und freier Zugang zur Bildung für alle! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Amon: ... 50 Schüler in einer Klasse!)
Ruf bei den Freiheitlichen: ... keine Ahnung!
Zwei Punkte möchte ich noch erwähnen; das Land Kärnten, das derzeit unter Landeshauptmann Haider ver blüht – und nicht blüht, wie er glaubt –, ist davon besonders betroffen. (Ruf bei den Freiheitlichen: ... keine Ahnung!) Schulen, aber auch Universitäten, sind massiv von Kürzungen betroffen. Es gibt eine Reihe von Schulschließungen, Degradierungen zu Exposituren und Zusammenlegungen. Es sind davon auch zweisprachige Schulen betroffen, was eigentlich wiederum ein verfassungswidriger Eingriff ist. Und an der Universität Klagenfurt gibt es minus 25,9 Prozent Studierende und minus 29,7 Prozent Erstinskribierende.
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe das Gefühl, dass Bildung für Sie nicht wirklich wichtig ist, sondern dass sich die Worte "lebensbegleitendes Lernen" und "Chancengleichheit" in Rauch und Nebel auflösen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jung: Genau! Das ist es, was Ihr wollt!
Sie haben ebenso wie ich Ihren Blick nach Deutschland und in die Schweiz geworfen, wo die Ergebnisse dieser PISA-Studie in der Fachwelt nahezu einen Aufruhr hervorgerufen und in den Medien einen nachhaltigen Niederschlag gefunden haben, letztlich auch bei den Lehrerinnen und Lehrern. Da Kollegin Muttonen zuvor auch von Finnland gesprochen hat, möchte ich sagen: Es ließe sich schon vieles von unseren Nachbarn abschauen, beispielsweise die ganztägigen Schulformen, über die wir geredet haben, die auf der einen Seite der schulischen Entwicklung sehr entgegenkommen, aber auch der Veränderung in unserer Gesellschaft, vor allem den ... (Abg. Jung: Genau! Das ist es, was Ihr wollt!) Es gibt eben mehr allein erziehende Menschen in Österreich, die sich ganz allein um ihre Kinder kümmern müssen. Sie sehen das aus einem ganz anderen Blickwinkel, Herr Kollege Jung. Wir kennen Ihren Blickwinkel; der ist ja nicht neu! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben ebenso wie ich Ihren Blick nach Deutschland und in die Schweiz geworfen, wo die Ergebnisse dieser PISA-Studie in der Fachwelt nahezu einen Aufruhr hervorgerufen und in den Medien einen nachhaltigen Niederschlag gefunden haben, letztlich auch bei den Lehrerinnen und Lehrern. Da Kollegin Muttonen zuvor auch von Finnland gesprochen hat, möchte ich sagen: Es ließe sich schon vieles von unseren Nachbarn abschauen, beispielsweise die ganztägigen Schulformen, über die wir geredet haben, die auf der einen Seite der schulischen Entwicklung sehr entgegenkommen, aber auch der Veränderung in unserer Gesellschaft, vor allem den ... (Abg. Jung: Genau! Das ist es, was Ihr wollt!) Es gibt eben mehr allein erziehende Menschen in Österreich, die sich ganz allein um ihre Kinder kümmern müssen. Sie sehen das aus einem ganz anderen Blickwinkel, Herr Kollege Jung. Wir kennen Ihren Blickwinkel; der ist ja nicht neu! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Weil sie weniger Schüler in den Klassen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Amon, es muss einem auch zu denken geben, dass die Finnen – trotz tausend Stunden weniger Unterricht als bei uns in Österreich – wesentlich bessere Ergebnisse als wir erzielen. (Abg. Dr. Brinek: Weil sie weniger Schüler in den Klassen haben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Jung: Über die Direktorenposten in Wien sollten wir reden!
Ich glaube, liebe Kollegen von der ÖVP, Kollege Amon, der Zeitpunkt ist jetzt wirklich günstig. Nehmen wir doch das Bildungs-Volksbegehren zum Anlass, um wirklich ernsthaft über Veränderungen im Schulwesen zu reden! Kollege Amon, reden wir nicht über die "Rohrstaberl"! Reden wir auch nicht über die sinnlosen Prognoseverfahren und die Schülerevidenzen, die doch niemand aushält! Reden wir doch über die Reform der Kindergärten und der Grundschule! Herr Amon! Reden wir wirklich über ganztägige Schulformen und eine gemeinsame – ich sage bewusst: eine gemeinsame – Schule aller Schülerinnen und Schüler im Pflichtschulbereich. Reden Sie mit uns über eine schulische Orientierung und schulische Werte anstatt nur über reine Wissensvermittlung! (Abg. Jung: Über die Direktorenposten in Wien sollten wir reden!) Reden wir auch noch über viele andere Dinge, und zeigen Sie auch, dass Sie ernsthaft mit uns reden wollen, wenn wir uns nächste Woche im Unterausschuss zusammensetzen!
Abg. Dr. Pumberger: Bei "Vertreterinnen" sind die Vertreter auch dabei!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir sollten uns noch die paar Minuten Zeit nehmen, auch wenn es nur eine erste Lesung ist, über ein zumindest uns so wichtiges Thema zu reden, wiewohl ich zu Beginn doch auch festhalten möchte, dass sich auffallend wenige Rednerinnen und Redner von ÖVP und FPÖ zu diesem Thema zu Wort gemeldet haben. Im Gegensatz dazu ist es uns sehr wichtig, dazu zu reden, besonders auch auf Grund der Tatsache, dass heute VertreterInnen und Vertreter der Österreichischen Hochschülerschaft hier anwesend sind. (Abg. Dr. Pumberger: Bei "Vertreterinnen" sind die Vertreter auch dabei!) – Vertreterinnen sitzen auch oben, Sie sehen vielleicht schon schlecht, Herr Dr. Pumberger. Ich habe mir auch die Rede der Abgeordneten Papházy angehört, der wahrscheinlich irgendwelche Burschenschafter und schlagende Verbindungen in der ÖH lieber wären als die derzeitige rot-grüne ÖH, was mir wirklich sehr Leid tut. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir sollten uns noch die paar Minuten Zeit nehmen, auch wenn es nur eine erste Lesung ist, über ein zumindest uns so wichtiges Thema zu reden, wiewohl ich zu Beginn doch auch festhalten möchte, dass sich auffallend wenige Rednerinnen und Redner von ÖVP und FPÖ zu diesem Thema zu Wort gemeldet haben. Im Gegensatz dazu ist es uns sehr wichtig, dazu zu reden, besonders auch auf Grund der Tatsache, dass heute VertreterInnen und Vertreter der Österreichischen Hochschülerschaft hier anwesend sind. (Abg. Dr. Pumberger: Bei "Vertreterinnen" sind die Vertreter auch dabei!) – Vertreterinnen sitzen auch oben, Sie sehen vielleicht schon schlecht, Herr Dr. Pumberger. Ich habe mir auch die Rede der Abgeordneten Papházy angehört, der wahrscheinlich irgendwelche Burschenschafter und schlagende Verbindungen in der ÖH lieber wären als die derzeitige rot-grüne ÖH, was mir wirklich sehr Leid tut. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Und wie viel Bürger hat Österreich?
Sie dokumentieren mit Ihren Zwischenrufen ohnehin Desinteresse am Bildungs-Volksbegehren; das höre ich jetzt heraus. Sie dokumentieren Desinteresse an 173 596 Bürgerinnen und Bürgern. (Ruf bei der ÖVP: Und wie viel Bürger hat Österreich?) Ich sage Ihnen: Es gab ja nicht nur das Bildungs-Volksbegehren mit diesen vielen Unterschriften, sondern es wurden, seit Sie an der Regierung sind, auch unzählige Bürgerinitiativen und Petitionen zum Bildungsbereich eingebracht, wie das zuvor noch nie der Fall war. Und das spricht auch für sich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie dokumentieren mit Ihren Zwischenrufen ohnehin Desinteresse am Bildungs-Volksbegehren; das höre ich jetzt heraus. Sie dokumentieren Desinteresse an 173 596 Bürgerinnen und Bürgern. (Ruf bei der ÖVP: Und wie viel Bürger hat Österreich?) Ich sage Ihnen: Es gab ja nicht nur das Bildungs-Volksbegehren mit diesen vielen Unterschriften, sondern es wurden, seit Sie an der Regierung sind, auch unzählige Bürgerinitiativen und Petitionen zum Bildungsbereich eingebracht, wie das zuvor noch nie der Fall war. Und das spricht auch für sich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jung.
Und wenn Sie es noch genauer hören wollen ... (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Sie, Herr Kollege Jung, ignorieren die Wünsche und Anliegen der Jugend. Das behaupte ich hier – und jetzt beweisen Sie mir bitte einmal das Gegenteil! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Und wenn Sie es noch genauer hören wollen ... (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Sie, Herr Kollege Jung, ignorieren die Wünsche und Anliegen der Jugend. Das behaupte ich hier – und jetzt beweisen Sie mir bitte einmal das Gegenteil! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Welche zum Beispiel?
Wenn man die Ankündigungen von damals – meine Kollegin Muttonen hat das schon ausgeführt –, diesen blumigen Ausspruch des Herrn Bundeskanzlers bei seinem Regierungsantritt im Ohr hat: "Bildung als Rohstoff im Mittelpunkt des 21. Jahrhunderts", dann, muss ich sagen, orte ich zurzeit nur, dass Ihre Fraktionen im Kreis gehen, sich dem Mittelpunkt aber schon gar nicht nähern. Das war also eine Seifenblase, die zerplatzt ist. Ich orte überhaupt keine Verbesserungen; die Jugend sieht nichts, die Jugend spürt nichts davon. Die Jugend spürt nur Verschlechterungen im Bildungsbereich. Wir haben das heute ausreichend mit Zahlen, Daten und Fakten dokumentiert. Von den Menschen, um die es geht, von den jungen Menschen, reden Sie zum Beispiel überhaupt nicht, weil Sie mit modernen pädagogischen Inhalten offensichtlich überhaupt nichts am Hut haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Welche zum Beispiel?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!
Meinem Gefühl nach stürzen Sie heute inhaltlich genauso ab wie bei Ihrem Dringlichen Antrag betreffend "linke Bildungspolitik". (Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!) – In Ihrer Bildungspolitik – das sei Ihnen noch einmal vor Augen geführt – steht an Stelle der sozialen Integration, für die wir stehen, Herr Kollege Schweitzer, an Stelle der Förderung, für die wir stehen, an Stelle der Durchlässigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, wobei wir von den jungen Menschen ausgehen, die Sie überhaupt vergessen, nichts Vergleichbares. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!) Ihre Intention? Wissen Sie was Ihre Intention ist? – Verschärfen, individuelle Selektion, ausschließlich Leistungskriterien. Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!
Meinem Gefühl nach stürzen Sie heute inhaltlich genauso ab wie bei Ihrem Dringlichen Antrag betreffend "linke Bildungspolitik". (Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!) – In Ihrer Bildungspolitik – das sei Ihnen noch einmal vor Augen geführt – steht an Stelle der sozialen Integration, für die wir stehen, Herr Kollege Schweitzer, an Stelle der Förderung, für die wir stehen, an Stelle der Durchlässigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, wobei wir von den jungen Menschen ausgehen, die Sie überhaupt vergessen, nichts Vergleichbares. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!) Ihre Intention? Wissen Sie was Ihre Intention ist? – Verschärfen, individuelle Selektion, ausschließlich Leistungskriterien. Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!
Meinem Gefühl nach stürzen Sie heute inhaltlich genauso ab wie bei Ihrem Dringlichen Antrag betreffend "linke Bildungspolitik". (Abg. Mag. Schweitzer: Wir sind überhaupt nicht abgestürzt!) – In Ihrer Bildungspolitik – das sei Ihnen noch einmal vor Augen geführt – steht an Stelle der sozialen Integration, für die wir stehen, Herr Kollege Schweitzer, an Stelle der Förderung, für die wir stehen, an Stelle der Durchlässigkeit und Persönlichkeitsentwicklung, wobei wir von den jungen Menschen ausgehen, die Sie überhaupt vergessen, nichts Vergleichbares. (Abg. Ing. Westenthaler: Dreifacheinkommensbezieherin!) Ihre Intention? Wissen Sie was Ihre Intention ist? – Verschärfen, individuelle Selektion, ausschließlich Leistungskriterien. Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Drei Einkommen beziehen Sie aber schon!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist konstruktiv?
Ich bin also sehr gespannt auf den Dialog – ich möchte konstruktiv enden –, aber zu einem Dialog gehören nun einmal mindestens zwei oder auch mehrere Gruppen, und bisher habe ich nicht viel davon bemerkt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist konstruktiv?)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Sozusagen im Stakkato einige Richtigstellungen. Ich bin sehr verwundert darüber gewesen, dass sogar Nicht-Unterrichtsausschuss-Mitglieder – war das richtig, Frau Muttonen? – Korea ein Musterland für Schulentwicklung nennen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Wir haben das wirklich gehört. Ich finde das "toll"! Japan, Korea – hohe Schülerzahl, Drillschule sagt mein Kollege Karl Heinz Gruber, Vergleichende Erziehungswissenschaft, also eigentlich genau das, was wir alles nicht wollen. Wahrscheinlich hängt das mit einer falschen Diagnose zusammen, die auch andere Dimensionen betrifft. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Nordkorea nehme ich an! Oder?) Ja, so ganz genau wissen wir es nicht. Wahrscheinlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Also Nordkorea! – Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Mao-Bibel!)
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Nordkorea nehme ich an! Oder?
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Sozusagen im Stakkato einige Richtigstellungen. Ich bin sehr verwundert darüber gewesen, dass sogar Nicht-Unterrichtsausschuss-Mitglieder – war das richtig, Frau Muttonen? – Korea ein Musterland für Schulentwicklung nennen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Wir haben das wirklich gehört. Ich finde das "toll"! Japan, Korea – hohe Schülerzahl, Drillschule sagt mein Kollege Karl Heinz Gruber, Vergleichende Erziehungswissenschaft, also eigentlich genau das, was wir alles nicht wollen. Wahrscheinlich hängt das mit einer falschen Diagnose zusammen, die auch andere Dimensionen betrifft. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Nordkorea nehme ich an! Oder?) Ja, so ganz genau wissen wir es nicht. Wahrscheinlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Also Nordkorea! – Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Mao-Bibel!)
Abg. Mag. Schweitzer: Also Nordkorea! – Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Mao-Bibel!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Sozusagen im Stakkato einige Richtigstellungen. Ich bin sehr verwundert darüber gewesen, dass sogar Nicht-Unterrichtsausschuss-Mitglieder – war das richtig, Frau Muttonen? – Korea ein Musterland für Schulentwicklung nennen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Wir haben das wirklich gehört. Ich finde das "toll"! Japan, Korea – hohe Schülerzahl, Drillschule sagt mein Kollege Karl Heinz Gruber, Vergleichende Erziehungswissenschaft, also eigentlich genau das, was wir alles nicht wollen. Wahrscheinlich hängt das mit einer falschen Diagnose zusammen, die auch andere Dimensionen betrifft. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung SPÖ –: Nordkorea nehme ich an! Oder?) Ja, so ganz genau wissen wir es nicht. Wahrscheinlich. (Abg. Mag. Schweitzer: Also Nordkorea! – Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Mao-Bibel!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollege Grünewald, zu allerletzt: Ich bin einverstanden – ich sehe, er bewegt sich zwischen den Reihen –, dass wir hier nicht in drei Minuten eine Bildungsdiskussion führen. Ich kann nachdenken, vielleicht habe ich einen niedergelegten Gedanken, ein Gedankenexperiment oder eine Gedankenarbeit. Die stelle ich Ihnen dann gerne zur Verfügung. Im Rahmen der Behandlung des Bildungs-Volksbegehrens werden wir sicherlich in einem gemischten Ausschuss über grundsätzliche Definitionen von Bildung reden können. Das wollte ich Ihnen als alte Parlamentarierin noch sagen. Beschicken Sie ihren Ausschuss so, wie Sie das gerne möchten. – Ich sehe einer guten Diskussion entgegen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.
Der eine Punkt sind die Studiengebühren. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Studiengebühren in Wirklichkeit greifen. Im Wintersemester 2000/2001 gab es 241 000 Inskribierte, im Wintersemester 2001/2002, ein Jahr später also, 194 000 Inskribierte. Das bedeutet einen Rückgang von über 45 000 Studierenden, von fast 20 Prozent. Dass es sich hiebei nicht um eine Umverteilung handelt, dass es sich hiebei nicht um eine bessere Verteilung der Mittel handelt, zeigt sich auch allein an der Tatsache, dass es bei Erstsemestrigen einen Rückgang von 14 Prozent gegeben hat. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fasslabend gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist überhaupt nicht so! Der Frauenanteil ist angestiegen!
Es handelt sich also nicht nur um eine "Bereinigung von Karteileichen", wie diese Regierung immer wieder behauptet, sondern es gibt einen echten Rückgang, was die Zahl der Studierenden anlangt. Daher sind diese Studiengebühren in Wirklichkeit ein sozialer Numerus clausus. Sie wirken studienzeitverlängernd für jene, die dafür arbeiten müssen und die es sich daher nicht so leicht leisten können. Die Studiengebühren treffen vor allem Frauen und Berufstätige. (Abg. Dr. Brinek: Das ist überhaupt nicht so! Der Frauenanteil ist angestiegen!) In Wirklichkeit geht es nicht um eine bessere Universität, sondern um das Stopfen von Budgetlöchern. Das ist die ganze Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.
Es handelt sich also nicht nur um eine "Bereinigung von Karteileichen", wie diese Regierung immer wieder behauptet, sondern es gibt einen echten Rückgang, was die Zahl der Studierenden anlangt. Daher sind diese Studiengebühren in Wirklichkeit ein sozialer Numerus clausus. Sie wirken studienzeitverlängernd für jene, die dafür arbeiten müssen und die es sich daher nicht so leicht leisten können. Die Studiengebühren treffen vor allem Frauen und Berufstätige. (Abg. Dr. Brinek: Das ist überhaupt nicht so! Der Frauenanteil ist angestiegen!) In Wirklichkeit geht es nicht um eine bessere Universität, sondern um das Stopfen von Budgetlöchern. Das ist die ganze Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht! Die Gewerkschaft war eingebunden!
Der dritte Punkt ist das Uni-Dienstrecht. Dieses Uni-Dienstrecht wurde ohne die Einbindung der Betroffenen durchgesetzt. (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt überhaupt nicht! Die Gewerkschaft war eingebunden!) Es ist unattraktiv, weil eine durchgehende Karriere erschwert wird.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.
Von den anderen Untaten Ihrer Regierung, dem unseligen "Rohrstaberl-Erlass", dem Aufnahmetest, dem Prognoseverfahren, der Kürzung des Bildungsbudgets, den Abbau von Planstellen, der Kürzung der Mittel für die Erwachsenenbildung einmal ganz zu schweigen! Sie haben in Wirklichkeit den Bildungsbereich ausgehungert! Sie wollen eine gute Bildung nur für soziale Eliten, für Privilegierte. Ihnen geht es nicht um Offenheit, um Liberalität, um freien Zugang und um Chancengleichheit, sondern Sie von den Koalitionsparteien haben die Bildung in diesen zwei Jahren kaputtgespart. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz. )
Abg. Edlinger: Die Hebammen nicht!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Danke, Herr Präsident; das ist vollkommen ausreichend. – Meine Damen und Herren! Der Wunsch, die Hebammen sozusagen als blaulichtfähiges Einsatzfahrzeug zu deklarieren, ist meines Erachtens ... (Abg. Edlinger: Die Hebammen nicht!) Deren Autos natürlich! Ich denke, meine Damen und Herren, dass das ein berechtigtes Anliegen ist. Wir werden im Zuge der nächsten Novelle des Kraftfahrzeuggesetzes dieses Ansinnen positiv erledigen. Hiezu gibt es viele Argumente pro; ich kenne keine kontra. Wir werden uns aber auch überlegen müssen, welche anderen Organisationen oder anderen Dienste da noch mit einbezogen werden müssen. In diesem Sinne werden wir sicherlich zu einer sehr guten Einigung kommen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Blaulicht für Hebammen!
Kollege Maier, ich habe auch einen Antrag von dir gefunden: "Verordnung", mit der die Straßenverkehrsordnung geändert wird. Das soll der Nationalrat beschließen. – Das kann es wohl nicht sein, das wäre doch verfassungswidrig. Der Nationalrat kann keine Verordnung beschließen, sondern nur ein Gesetz. Das möchte ich nur zur Ergänzung beziehungsweise Richtigstellung anbringen. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Blaulicht für Hebammen!)
Abg. Mag. Schweitzer: Einen Hubschrauber vielleicht!
Abgeordneter Ernst Fink (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Wie bereits erwähnt: Das betrifft nur eine kleine Gruppe in Österreich, die Hebammen, und zwar die niedergelassenen beziehungsweise frei praktizierenden Hebammen. Ich habe mir das in meinem Bezirk angeschaut. Wir haben ein ausgezeichnetes Spital mit einer guten gynäkologische Abteilung. Im Bezirk Feldbach gibt es keine einzige niedergelassene Hebamme mehr, im Nachbarbezirk auch nicht. Das heißt, es ist das wirklich eine sehr kleine Gruppe. Das hat aber nichts zu besagen und soll nicht heißen, dass wir nicht auch unter Umständen dafür sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Einen Hubschrauber vielleicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir werden bezüglich dieses Blaulichtes noch reden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich dagegen hielte das für eine sinnvolle und interessante Regelung. Das sollten wir auch so betreiben. Ich habe natürlich auch mit unserem Gesundheitssprecher über dieses Thema geredet, und eines seiner Argumente hat mich ganz besonders überzeugt. Er hat mir nämlich gesagt: Wenn Herr Kollege Pumberger das Recht hat, Blaulicht zu führen, ja warum sollen das dann Hebammen nicht dürfen? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)