Eckdaten:
Für die 128. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 798 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Michael Pock
Petition betreffend „Prüfung der Möglichkeit und Konsequenzen der Entkriminalisierung von assistiertem Suizid“ (Ordnungsnummer 73) (überreicht vom Abgeordneten Michael Pock)
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „Erhalt des Postamtes Zell am Ziller“ (Ordnungsnummer 75) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Wir haben das Thema „Aktionsplan ,Sicheres Österreich‘ – Maßnahmen zur Stärkung der inneren Sicherheit“ gewählt, um es hier in der Aktuellen Stunde zu debattieren, weil neben der Sorge um den Arbeitsplatz und die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zweifelsohne die Frage der inneren Sicherheit – und zwar nicht nur der objektiven Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher, sondern auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Österreicherinnen und Österreicher – von ganz besonderer Bedeutung ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte Ihnen, Herr Bundesminister, sehr herzlich dazu gratulieren, dass es Ihnen innerhalb sehr kurzer Zeit – wir leben ja in einer wahrlich rasanten Zeit, in der es auch eine Fülle von personellen Veränderungen gibt; Sie sind ja jetzt erst etwa einen Monat im Amt (Bundesminister Sobotka: Drei Wochen!), ja, rund einen Monat, und Sie haben dieses Problem unmittelbar angepackt, sind zu unseren Nachbarn gefahren, haben ihnen auch die Situation vor Ort gezeigt – gelungen ist, eine sehr, sehr gute europäische Lösung nach Hause zu bringen, nämlich dass jetzt auch unser Nachbarstaat Italien seine Aufgaben im Hinblick auf den Schengenraum ordentlich erfüllen wird. Und dazu möchte ich Ihnen, Herr Bundesminister, gratulieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb war es, glaube ich, Herr Bundesminister, nicht nur vom Zeitpunkt her, sondern auch von den Inhalten her absolut richtig, gemeinsam mit dem Herrn Justizminister der Öffentlichkeit ein Maßnahmenpaket zu präsentieren, das diesen Anforderungen auch gerecht wird. Es kann nämlich nicht so sein, dass jemand, der nach Österreich kommt, um Schutz vor Gewalttaten zu haben, hier im Lande kriminell und gewalttätig wird. Das ist abzulehnen, meine Damen und Herren, und auch mit allen Konsequenzen, die der Rechtsstaat ermöglicht, zu ahnden! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb war das Maßnahmenpaket, das Sie, Herr Bundesminister, präsentiert haben, glaube ich, richtig. Im Follow-up zu dieser Präsentation wird es notwendig sein, hier im Hause eine ausführliche Debatte darüber zu führen und mit entsprechenden legistischen, also gesetzlichen Maßnahmen darauf einzugehen – etwa wenn es um die Frage, um die Möglichkeit geht, über Asylwerber, wenn es entsprechende Erhebungen gibt, insbesondere bei Straffälligkeiten von Asylwerbern, die Schubhaft zu verhängen. In Zukunft sollen durch eine Normierung der Meldepflicht, insbesondere bei Sexualdelikten, Maßnahmen möglich sein, indem wir im Sicherheitspolizeigesetz ähnliche Maßnahmen schaffen, wie wir sie etwa für Hooligans bereits eingeführt haben. Es stellt sich natürlich die Frage, wie wir damit umgehen, wenn jemand in diesem Bereich straffällig wird. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
All das, meine Damen und Herren, sind Maßnahmen, die nicht nur die objektive Sicherheit verbessern, sondern auch die subjektive Sicherheit der Österreicher sicherstellen sollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, glaube ich, dass die Maßnahmen, die der Herr Bundesminister für Inneres gemeinsam mit dem Herrn Justizminister vorgestellt und vorgeschlagen hat, wohl ausgewogen sind, aber der schwierigen Situation entsprechend und angemessen. In diesem Sinne hoffe ich auf eine konstruktive Debatte im Interesse der Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Team Stronach.
Als vierte Säule ist ganz wesentlich, dass die Verfahren beschleunigt werden, wofür wir auch einen klaren Ansprechpartner bei der Justiz brauchen. Sie kennen alle den tragischen Fall, wo ein Kenianer am Brunnenmarkt eine Straftat begangen hat, der bereits ein Register von Straftaten hatte, aber nie aus dem Verkehr gezogen, also quasi nie eingesperrt wurde. Somit hatten wir nicht mehr die Möglichkeit, das in der Prävention entsprechend zu erkennen. Die Nachschärfungen sind daher für uns auf gesetzlicher Basis ganz entscheidend, um vor allem zu einer schnelleren Abwicklung der Strafverfahren zu kommen, denn sehr viele, die in erster Instanz verurteilt werden und in Rekurs gehen, tauchen dann unter. Um das zu verhindern und straffällig Gewordene auch in Schubhaft nehmen zu können, soll das Fremdenpolizeigesetz im Herbst entsprechend adaptiert werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Es kann ja nicht sein, dass wir stillschweigend akzeptieren, dass Leute, die – wenn auch nur in erster Instanz und somit noch nicht rechtskräftig – verurteilt sind, ganz einfach untertauchen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Rückführungen können nur dann stattfinden, und das wissen Sie alle, wenn wir die nötigen Heimreisezertifikate haben. Und ich bitte alle, dabei behilflich zu sein, dass wir die Heimreisezertifikate bekommen. Ich nehme gerne jede Initiative aus jeder Fraktion, jeder Partei entgegen, die uns dabei hilft, die Heimreisezertifikate zu bekommen. Sie sind herzlichst eingeladen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Sie können sich auch zu Wort melden.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Vavrik.
Dazu kommt ein Zweites: dass etwa 46 Prozent der Insassen in unseren Gefängnissen österreichische Staatsbürger sind, während 54 Prozent nicht österreichische Staatsbürger sind. 21 Prozent kommen aus dem EU-Ausland, während 33 Prozent nicht aus dem EU-Ausland kommen. Und da geht die Initiative auch des Justizministers dahin, auch diese Damen und Herren mit polizeilichen Maßnahmen in die Ursprungsländer zurückzubringen, damit sie dort ihre Reststrafe verbüßen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Vavrik.) Dann wird es auch wieder möglich sein, Leute verstärkt hereinzunehmen und den Verurteilungsdruck auch wieder zu erhöhen.
Lebhafter Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, die Sicherheit hat keine politische Farbe, sondern die Sicherheit hat nur eine Intention, und die heißt Österreich. In diesem Sinne sind wir alle verpflichtet, für die Sicherheit unserer Landsleute unseren Beitrag zu leisten. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn wir uns die Entwicklung ansehen, dann ist es, wie ich meine, richtig, dass wir die Themen aufgreifen und versuchen, diese gemeinsam mit den betroffenen Ressorts, nämlich Inneres und Justiz, auch zu lösen. Und ich sage Ihnen, die Österreicherinnen und Österreicher, wir alle haben überhaupt kein Verständnis, wenn jemand zu uns kommt, unsere solidarische Hilfe in Anspruch nimmt und dann hier straffällig wird. Das ist mit aller Deutlichkeit abzulehnen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Wir alle wissen, dass man nicht alles verhindern kann; aber man muss, glaube ich, mit gutem Gewissen sagen können: Wir haben für die Arbeit der Polizei die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Deliktszahlen in den letzten zehn Jahren rückläufig waren, und mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihre erstklassige Arbeit bedanken. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten ihnen immer wieder danken, auch bei solchen Diskussionen; ich tue das wirklich sehr gerne. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Wir alle wissen, dass man nicht alles verhindern kann; aber man muss, glaube ich, mit gutem Gewissen sagen können: Wir haben für die Arbeit der Polizei die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Deliktszahlen in den letzten zehn Jahren rückläufig waren, und mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihre erstklassige Arbeit bedanken. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten ihnen immer wieder danken, auch bei solchen Diskussionen; ich tue das wirklich sehr gerne. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Pilz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluss kommend möchte ich sagen, ich lade Sie wirklich alle ein: Versuchen wir im Interesse unserer Bevölkerung und des Staates, die Diskussion, die jetzt auf uns zukommt, Herr Minister, sehr sachlich und zielorientiert zu führen, denn ich meine, die Menschen werden es den Politikerinnen und Politikern auch danken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Pilz.)
Beifall bei der ÖVP.
Unbedingt notwendig ist, dass straffällig gewordene Fremde abgeschoben werden können. Niemand, auch kein Schutz suchender Flüchtling, kann sich Unterstützung und Aufnahme in Österreich erwarten, wenn er sich nicht an die Gesetze, insbesondere nicht an die Strafgesetze hält. Da gilt es, klar abzugrenzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Ziel ist, dass Straffällige im Sicherheitsnetz der Behörden fest erfasst sind und nicht durchschlüpfen können. Wir brauchen daher eine bessere Vernetzung unserer Behörden. Und seien Sie sicher: Alles, was notwendig ist, werden wir hier umsetzen! Ich denke, jeder von Ihnen sollte bereit sein, diese Verschärfungen und Maßnahmen zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht ans Umsetzen, ans Gestalten. Sie alle sollten mit dabei sein! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (FPÖ): Frau Präsident! Werter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Geschätzte Kollegen von SPÖ und ÖVP, bei allem gebotenen persönlichen Respekt, aber dass Sie sich tatsächlich noch erhobenen Hauptes hier an das Rednerpult zu treten trauen, um der österreichischen Bevölkerung nunmehr das zu verkaufen, was seit Jahr und Tag von den Freiheitlichen und von der eigenen Bevölkerung eingefordert und von Ihnen mit dem Ausdruck Hetze in den Wind geschlagen wurde, das schlägt doch dem Fass den Boden aus! (Beifall bei der FPÖ.)
Hallo-Rufe bei der ÖVP
Werte Kollegen, Sie müssen sich doch selbst eines eingestehen – (ein Mitarbeiter steht bei Bundesminister Sobotka an der Regierungsbank) Herr Bundesminister Sobotka, ich darf Sie da direkt ansprechen und kurz um Ihre Aufmerksamkeit ersuchen (Bundesminister Sobotka deutet mit einer Hand in Richtung seines Ohrs) –: Ist es nicht ein haarsträubender Aktionismus seitens Ihrer Fraktion (Hallo-Rufe bei der ÖVP), nunmehr mit diesen Themenstellungen hier ins Hohe Haus zu kommen, nach zwölf Monaten absolut mitverschuldetem und grundlegend verschuldetem Asylchaos in Österreich, bei rund einer Million illegal und unkontrolliert ins Land geschleusten Migranten, die noch dazu mit der Hilfe des nunmehrigen Bundeskanzlers mittels ÖBB durch Österreich geschleust und geschleppt wurden, bei 90 000 Asylwerbern im letzten Jahr, 20 000 im heurigen Jahr – wir werden heuer wieder 90 000 erreichen, haben den Familiennachzug noch nicht dazugezählt (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, bei neuen Formen der Migrantenkriminalität, die uns tagtäglich erschüttern!?
Zwischenrufe bei der SPÖ
Werte Kollegen, Sie müssen sich doch selbst eines eingestehen – (ein Mitarbeiter steht bei Bundesminister Sobotka an der Regierungsbank) Herr Bundesminister Sobotka, ich darf Sie da direkt ansprechen und kurz um Ihre Aufmerksamkeit ersuchen (Bundesminister Sobotka deutet mit einer Hand in Richtung seines Ohrs) –: Ist es nicht ein haarsträubender Aktionismus seitens Ihrer Fraktion (Hallo-Rufe bei der ÖVP), nunmehr mit diesen Themenstellungen hier ins Hohe Haus zu kommen, nach zwölf Monaten absolut mitverschuldetem und grundlegend verschuldetem Asylchaos in Österreich, bei rund einer Million illegal und unkontrolliert ins Land geschleusten Migranten, die noch dazu mit der Hilfe des nunmehrigen Bundeskanzlers mittels ÖBB durch Österreich geschleust und geschleppt wurden, bei 90 000 Asylwerbern im letzten Jahr, 20 000 im heurigen Jahr – wir werden heuer wieder 90 000 erreichen, haben den Familiennachzug noch nicht dazugezählt (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, bei neuen Formen der Migrantenkriminalität, die uns tagtäglich erschüttern!?
Beifall bei der FPÖ.
Während hier herinnen weiterhin Ihre Parolen geschwungen werden, werden draußen vor dem Hohen Haus quer durch Österreich Frauen vergewaltigt, sexuell belästigt, gehören Mord und Totschlag, Bandenkriminalität, Messerstechereien zum täglichen Geschehen in Österreich – und hier gibt es erneut Versprechungen, die wir seit Jahr und Tag, vermehrt insbesondere seit wenigen Monaten, vonseiten der SPÖ und der ÖVP hören, aber umgesetzt wurde noch nichts. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
schon genug über die sogenannte objektive und subjektive Sicherheit diskutiert, Herr Kollege Amon, diskutiert wurde ausreichend, über die Maßen, aber umgesetzt wurde bis jetzt nichts. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Umgesetzt wurde bis jetzt absolut gar nichts!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.
Es geht nicht darum, unsere schöne Heimat Österreich schlechtzureden, sondern darum, die Probleme, die es gibt, anzusprechen, zu analysieren und zu handeln. Die Probleme sind jedoch seit vielen, vielen Monaten bekannt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) Ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen, heute hier eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema vom Zaun zu brechen, wenn der Herr Bundesminister in seinen einleitenden Worten selbst sagt: Na ja, neun von zehn Österreichern fühlen sich sicher! Es passiert ohnehin nichts in Österreich, das passt schon so! (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Es geht nicht darum, unsere schöne Heimat Österreich schlechtzureden, sondern darum, die Probleme, die es gibt, anzusprechen, zu analysieren und zu handeln. Die Probleme sind jedoch seit vielen, vielen Monaten bekannt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) Ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen, heute hier eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema vom Zaun zu brechen, wenn der Herr Bundesminister in seinen einleitenden Worten selbst sagt: Na ja, neun von zehn Österreichern fühlen sich sicher! Es passiert ohnehin nichts in Österreich, das passt schon so! (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der FPÖ.
Wofür braucht man denn eine Aktuelle Stunde zu einem Maßnahmenplan zur Stärkung der inneren Sicherheit, Herr Kollege Amon? (Beifall bei der FPÖ.) Natürlich ist es notwendig, hier endlich zu handeln und Maßnahmen zu setzen, aber das wäre schon seit über einem Jahr notwendig gewesen, um diesen ganzen illegalen Aktivitäten, insbesondere durch die unkontrollierte Massenzuwanderung, die unter dem Deckmantel des Asyls über Österreich hereingebrochen ist, ein Ende zu setzen, um dieser Kriminalität auch entschieden entgegenzutreten!
Abg. Neubauer: Eh „alles paletti“!
Mit leeren Worten, mit leeren Versprechungen wird man diesbezüglich gar nichts bewegen, das haben wir schon beim Asylgesetz gesehen, das vor wenigen Wochen auch hier beschlossen wurde. Nach diesem ganzen Theater über was weiß ich, wie viel Polizeinotwendigkeit – 5 000 Polizeieinsätze in Asylquartieren und rund um Asylquartiere und auch Verteilerzentren, 13 500 Beamte, die Tag und Nacht im Einsatz waren, Polizeiposten, die quer durch Österreich geschlossen werden, auf der anderen Seite Asylquartiere, die quer durch Österreich aufgemacht werden –, bei diesen ganzen Entwicklungen sich hier herzustellen und zu sagen: Na ja, wir werden das jetzt diskutieren; ich lade ein zur Diskussion, und dann werden wir es schon irgendwann umsetzen! (Abg. Neubauer: Eh „alles paletti“!), damit vergeuden wir wieder tagtäglich jene Zeit, die man bräuchte, um endlich auch diese Personen, diese Gestalten aus Österreich abzuschieben, die schon seit Jahr und Tag – seit vielen Jahren! – nichts mehr in Österreich verloren haben, weil sie unberechtigt hier aufhältig sind.
Zwischenruf des Abg. Amon.
Durch die Untätigkeit dieser Bundesregierung werden darüber hinaus auch jene Personen weiter vom Steuerzahler durchgefüttert, die hier gegenüber unserer eigenen Bevölkerung kriminell aktiv werden. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Man muss sich einmal überlegen, was hier tatsächlich gespielt wird, was hier los ist.
Abg. Amon: Aber uns auch!
Dafür ist uns unsere Heimat zu wichtig! (Abg. Amon: Aber uns auch!) Dafür ist auch die innere Sicherheit der österreichischen Bevölkerung zu wichtig (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Frau Präsident –, und die österreichische Bevölkerung wird es Ihnen wohl auch bei jeder Gelegenheit, wenn Sie in den Bundesländern unterwegs sind, ausrichten, dass es längst an der Zeit ist, zu handeln, und dass diese Regierung das Vertrauen der Bevölkerung schon längst verloren hat. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Dafür ist uns unsere Heimat zu wichtig! (Abg. Amon: Aber uns auch!) Dafür ist auch die innere Sicherheit der österreichischen Bevölkerung zu wichtig (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Frau Präsident –, und die österreichische Bevölkerung wird es Ihnen wohl auch bei jeder Gelegenheit, wenn Sie in den Bundesländern unterwegs sind, ausrichten, dass es längst an der Zeit ist, zu handeln, und dass diese Regierung das Vertrauen der Bevölkerung schon längst verloren hat. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dafür ist uns unsere Heimat zu wichtig! (Abg. Amon: Aber uns auch!) Dafür ist auch die innere Sicherheit der österreichischen Bevölkerung zu wichtig (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Frau Präsident –, und die österreichische Bevölkerung wird es Ihnen wohl auch bei jeder Gelegenheit, wenn Sie in den Bundesländern unterwegs sind, ausrichten, dass es längst an der Zeit ist, zu handeln, und dass diese Regierung das Vertrauen der Bevölkerung schon längst verloren hat. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Darmann: Und die Grünen verteidigen wieder die Regierung!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Kollege Darmann sich in Wien so fürchtet (Abg. Darmann: Und die Grünen verteidigen wieder die Regierung!), wenn er meint, dass Wien wirklich eine derart unsichere Stadt ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?), dann soll er Belege vorlegen. Und dann fragen wir die Frauen, und dann fragen wir das Innenministerium, und dann reden wir einmal offen über das, was am Brunnenmarkt passiert ist. (Abg. Hafenecker: In der Schickeria ist alles in Ordnung, das glaube ich Ihnen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Kollege Darmann sich in Wien so fürchtet (Abg. Darmann: Und die Grünen verteidigen wieder die Regierung!), wenn er meint, dass Wien wirklich eine derart unsichere Stadt ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?), dann soll er Belege vorlegen. Und dann fragen wir die Frauen, und dann fragen wir das Innenministerium, und dann reden wir einmal offen über das, was am Brunnenmarkt passiert ist. (Abg. Hafenecker: In der Schickeria ist alles in Ordnung, das glaube ich Ihnen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Hafenecker: In der Schickeria ist alles in Ordnung, das glaube ich Ihnen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Wahnsinn!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn Kollege Darmann sich in Wien so fürchtet (Abg. Darmann: Und die Grünen verteidigen wieder die Regierung!), wenn er meint, dass Wien wirklich eine derart unsichere Stadt ist (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ist es ja! – Abg. Darmann: Fragen Sie die Frauen, bitte! Was ist denn los mit Ihnen?), dann soll er Belege vorlegen. Und dann fragen wir die Frauen, und dann fragen wir das Innenministerium, und dann reden wir einmal offen über das, was am Brunnenmarkt passiert ist. (Abg. Hafenecker: In der Schickeria ist alles in Ordnung, das glaube ich Ihnen! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Rädler: Pilz ist am linken Auge blind!
Seit Jahren weiß die Polizei und weiß der Staatsanwalt, dass sich ein gefährlicher, Menschen bedrohender Mann zunehmend verwahrlost durch die Straßen Ottakrings treibt. (Abg. Rädler: Pilz ist am linken Auge blind!) Der war längst da! Sie können an den Grenzen Zäune errichten, so viele Sie wollen, der war längst da!
Abg. Darmann: Diese Person hätte längst abgeschoben werden müssen!
Hätten Polizei und Staatsanwaltschaft das getan, was ihre Pflichten sind, dann hätten sie diese Frau geschützt vor jemandem, der offensichtlich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit war. (Abg. Darmann: Diese Person hätte längst abgeschoben werden müssen!) Da erwarte ich mir von Innen- und Justizminister, dass sie uns erklären, warum Menschen in Wien vor offensichtlich gefährlichen und in dem Fall völlig verwahrlosten und zum Teil im Stich gelassenen Menschen nicht geschützt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?) Wir haben ein Recht, das zu erfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?
Hätten Polizei und Staatsanwaltschaft das getan, was ihre Pflichten sind, dann hätten sie diese Frau geschützt vor jemandem, der offensichtlich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit war. (Abg. Darmann: Diese Person hätte längst abgeschoben werden müssen!) Da erwarte ich mir von Innen- und Justizminister, dass sie uns erklären, warum Menschen in Wien vor offensichtlich gefährlichen und in dem Fall völlig verwahrlosten und zum Teil im Stich gelassenen Menschen nicht geschützt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?) Wir haben ein Recht, das zu erfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Hätten Polizei und Staatsanwaltschaft das getan, was ihre Pflichten sind, dann hätten sie diese Frau geschützt vor jemandem, der offensichtlich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit war. (Abg. Darmann: Diese Person hätte längst abgeschoben werden müssen!) Da erwarte ich mir von Innen- und Justizminister, dass sie uns erklären, warum Menschen in Wien vor offensichtlich gefährlichen und in dem Fall völlig verwahrlosten und zum Teil im Stich gelassenen Menschen nicht geschützt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie reden schon wieder ein …! – Abg. Darmann: Jetzt sind sie „im Stich gelassen“?) Wir haben ein Recht, das zu erfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Und wir haben auch ein Recht, zu erfahren, warum zwar das Innenministerium wahrscheinlich zu Recht sagt, die Zahl der Vergewaltigungen ist in den letzten Jahren nicht gestiegen, aber sie ist nach wie vor auf einem besorgniserregend hohen Stand. Man kann, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, nicht einerseits zu Recht die Übergriffe vonseiten einzelner Flüchtlinge und Asylwerber verurteilen und hier scharfe Maßnahmen fordern, und andererseits dann, wenn – und die Mehrheit der Opfer findet sich nach wie vor im familiären und beruflichen Umfeld und nicht im Bereich von Asylwerbern – zum Schutz der Frauen Frauenhäuser gebaut werden, auftreten und verlangen, dass es keine öffentlichen Unterstützungen für diese wichtigen Schutzeinrichtungen für bedrängte und misshandelte Frauen gibt. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Das finde ich schäbig, das finde ich menschlich und politisch schäbig!
Abg. Darmann: Jetzt hören Sie aber auf! Das ist ja ein Wahnsinn, was Sie da sagen!
Wären Sie eine Inländerpartei, dann würden Sie sich auch um die inländischen Opfer, um die Frauen kümmern. Das sind Sie nicht. Sie sind nur eine Antiausländerpartei, aber keine Inländerpartei. (Abg. Darmann: Jetzt hören Sie aber auf! Das ist ja ein Wahnsinn, was Sie da sagen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Darmann: … SPÖ! Das ist ja eine Peinlichkeit!
Wir schützen alle Opfer, egal, von wem sie angegriffen werden. Schreiben Sie sich das einmal in Ihr blaues Stammbuch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Darmann: … SPÖ! Das ist ja eine Peinlichkeit!) Und wenn der nächste Täter sich zuerst mit seinen Freunden betrinkt und dann – und das ist gerichtsnotorisch – erklärt: „Jetzt brenn i an ane auf“, das Kleinkalibergewehr holt, auf eine 13-jährige Schülerin schießt, die schwer verletzt zusammenbricht und noch heute gesundheitliche Schäden hat, dann wird der zu Recht vor Gericht gestellt, zu Recht verurteilt. Aber den können wir nicht abschieben; der war damals ein freiheitlicher Gemeinderat und kein Asylwerber – und das macht den Unterschied aus. (Zwischenruf des Abg. Mölzer.)
Zwischenruf des Abg. Mölzer.
Wir schützen alle Opfer, egal, von wem sie angegriffen werden. Schreiben Sie sich das einmal in Ihr blaues Stammbuch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Darmann: … SPÖ! Das ist ja eine Peinlichkeit!) Und wenn der nächste Täter sich zuerst mit seinen Freunden betrinkt und dann – und das ist gerichtsnotorisch – erklärt: „Jetzt brenn i an ane auf“, das Kleinkalibergewehr holt, auf eine 13-jährige Schülerin schießt, die schwer verletzt zusammenbricht und noch heute gesundheitliche Schäden hat, dann wird der zu Recht vor Gericht gestellt, zu Recht verurteilt. Aber den können wir nicht abschieben; der war damals ein freiheitlicher Gemeinderat und kein Asylwerber – und das macht den Unterschied aus. (Zwischenruf des Abg. Mölzer.)
Abg. Darmann: … ist Ihnen das nicht peinlich? – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Vor dem Gesetz sind alle gleich, und bei derartigen Straftaten verlangen wir ein scharfes, klares und rigoroses Vorgehen der Strafjustiz. (Abg. Darmann: … ist Ihnen das nicht peinlich? – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.) Da gibt es doch überhaupt keine Frage!
Abg. Darmann: Es werden die meisten auf freiem Fuß angezeigt, die sind nicht einmal in Untersuchungshaft!
Wenn Asylwerber und Flüchtlinge zu uns kommen und unseren Rechtsstaat nicht akzeptieren und die Rechte der Frauen nicht akzeptieren, dann hat der Rechtsstaat darauf klare Antworten. Da soll sich niemand Illusionen machen, da gibt es keine Spezialnachsicht, da gibt es die Klarheit und die Strenge des Rechtsstaats, und keine Religion und keine Herkunft und kein Fluchtgrund ist da eine Entschuldigung. (Abg. Darmann: Es werden die meisten auf freiem Fuß angezeigt, die sind nicht einmal in Untersuchungshaft!) Aber wenn wir vorbeugen wollen, dann müssen wir wissen, wer diese oft jungen Männer sind, die zu uns kommen – schwer traumatisiert, ohne Traumabehandlung, im Stich gelassen, tickende Zeitbomben.
Abg. Darmann: … ist eine Täter-Opfer-Umkehr! Reden Sie einmal über die Opfer, nicht über die Täter! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … kann man alles entschuldigen!
Wir müssen aufpassen, wenn die schon da sind, dass nichts passiert, und uns rechtzeitig darum kümmern: um den – jetzt – Täter am Brunnenmarkt, um manche schwer traumatisierten jungen Männer, die aus Kriegsgebieten kommen. (Abg. Darmann: … ist eine Täter-Opfer-Umkehr! Reden Sie einmal über die Opfer, nicht über die Täter! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: … kann man alles entschuldigen!) – Das entschuldigt deren Taten überhaupt nicht. Ich will, dass sie alle vor Gericht gestellt werden, dass sie, wenn es der Rechtsstaat so vorsieht, verurteilt werden, ihre Strafe verbüßen und dann abgeschoben werden – und mir tut es leid, dass es manche gibt, bei denen der letzte Schritt nicht möglich ist.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Prävention ist das Allerwichtigste (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), und wenn wir das nicht schaffen – trotz Freiheitlicher Partei – und wenn wir nicht den Schutz aller Frauen schaffen – trotz und gegen die Freiheitliche Partei –, dann lassen wir nicht nur den Rechtsstaat, sondern auch die Menschen im Stich. Dazu sind aber wir Grüne mit Sicherheit nicht bereit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ein Bärendienst für Van der Bellen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ein Bärendienst für Van der Bellen!
Prävention ist das Allerwichtigste (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), und wenn wir das nicht schaffen – trotz Freiheitlicher Partei – und wenn wir nicht den Schutz aller Frauen schaffen – trotz und gegen die Freiheitliche Partei –, dann lassen wir nicht nur den Rechtsstaat, sondern auch die Menschen im Stich. Dazu sind aber wir Grüne mit Sicherheit nicht bereit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ein Bärendienst für Van der Bellen!)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Damit wird auch von der ÖVP eine direkte Kausalität zwischen Schutzsuchenden und Kriminalität hergestellt, wie wir das ja auch von anderen Seiten immer wieder hören. Basis dieser Behauptungen sind Rohdaten, es gibt keine gesicherte Statistik dazu. Im Steigen ist die Zahl der Delikte, die bestenfalls in den Bereich der Kleinkriminalität fallen, und Sie wissen, dass Gewaltverbrechen … (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) – Sie haben keine Daten dazu, Sie haben keine präsentiert, auf jeden Fall haben Sie keine veröffentlicht. Gerade schwere Verbrechen nehmen nach der Statistik des letzten Jahres nämlich ab.
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Die Ideen, die Sie jetzt im Aktionsplan „Sicheres Österreich“ haben, betreffen eigentlich nur Verschärfungen, strengere Gesetze, strengere Strafbestimmungen, und es ist nicht davon auszugehen, dass das irgendeinen Erfolg zeitigen wird. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Prävention wäre da schon wesentlich sinnvoller, doch das, was Sie als Prävention bezeichnen, sind in erster Linie Überwachungsmaßnahmen – sehen Sie sich das Polizeiliche Staatsschutzgesetz an. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Zwischenruf der Abg. Steinacker.
Die Ideen, die Sie jetzt im Aktionsplan „Sicheres Österreich“ haben, betreffen eigentlich nur Verschärfungen, strengere Gesetze, strengere Strafbestimmungen, und es ist nicht davon auszugehen, dass das irgendeinen Erfolg zeitigen wird. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Prävention wäre da schon wesentlich sinnvoller, doch das, was Sie als Prävention bezeichnen, sind in erster Linie Überwachungsmaßnahmen – sehen Sie sich das Polizeiliche Staatsschutzgesetz an. (Zwischenruf der Abg. Steinacker.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
An den U-Bahn-Linien U4 und U6 sind im Jahr 2015 160 neue Überwachungskameras installiert worden. Die Kriminalität dort hat zugenommen. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Nach den Überlegungen zur Statistik, die Sie hier ausführen, müsste ja sozusagen das Abmontieren von diesen Überwachungskameras dazu führen, dass die Kriminalität abnimmt, wenn sie steigt, wenn Sie neue Kameras montieren – also genau das Gegenteil ist der Fall.
Zwischenruf des Abg. El Habbassi
Letztendlich ist Überwachung ja keine Präventionsmaßnahme, sondern eine Maßnahme, die der Aufklärungsarbeit zuträglich ist (Zwischenruf des Abg. El Habbassi), und die Frage ist, ob das überhaupt noch als Prävention bezeichnet werden kann. Anlasslose Massenüberwachung greift jedenfalls in Grundrechte ein, und wir sollten hier nicht den Weg gehen, in Grundrechte einzugreifen, sondern dort ansetzen, wo Präventionsarbeit wirklich sinnvoll ist: wenn Menschen mit Menschen arbeiten.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Und wenn da Asylwerbende eine gewisse Disposition haben, dann erfordert das auch dort, dass wir den Einsatz von Sozialarbeit in Kooperation mit der Polizei stärken, dass wir uns darauf fokussieren, gesicherte Daten, gesicherte Statistiken zu erhalten (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), dass wir eine verstärkte Kooperation von Polizei und Justiz haben, wie auch der Fall am Yppenplatz zeigt.
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Mag. Nikolaus Alm (fortsetzend): Eine Verschärfung des Tons, die eine Verschärfung der Gesetze nach sich zieht, das wollen wir sicher nicht. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
In Richtung ÖVP sei Folgendes gesagt: Ja, es ist notwendig – und zwar dringend notwendig! –, dass wir einen Aktionsplan machen, denn Österreich ist schon lange nicht mehr so sicher, wie es uns vorgemacht wird. Kollege Amon hat hier vom subjektiven Sicherheitsgefühl gesprochen, das gestärkt werden soll. Meine Damen und Herren, nicht das Gefühl sollten wir stärken, sondern wir sollten die Sicherheit stärken! Wir sollten die Sicherheitsbeamten stärken, wir sollten schauen, dass die Exekutive wieder mehr Rechte hat, damit sie ihren Job auch ordentlich machen kann und dort auch von der Politik geschützt wird. Meine Damen und Herren, das wäre der richtige Weg! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Deswegen fordere ich schon lange Wartecamps in Nordafrika, wohin wir solche Leute, die nichts mehr in Österreich zu suchen haben, die hier straffällig geworden sind, bringen können, von wo sie dann selbständig nach Hause in ihr Heimatland gehen können oder wo sie verharren können, bis sie ihr Heimatstaat zurücknimmt – und das hat seinen Grund! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Herr Minister, Sie haben vorhin angesprochen, dass wir Ihnen Tipps geben sollen. Ich gebe Ihnen einen Tipp. Marokko verhandelt seit 14 Jahren mit Österreich um die Rücknahme von aus Österreich Ausgewiesenen, in Libyen haben wir nicht einmal einen Ansprechpartner – das sind Aussagen des Herrn Außenministers –, also ich glaube, da wäre es notwendig, dass wir mit diesen Wartecamps genau diese Maßnahmen setzen. Das wäre ein richtiger Schritt, das können wir mit wenig finanziellen Mitteln günstig betreuen, und so wäre es möglich, dass wir diese Menschen wegbringen und die Österreicherinnen und Österreich vor ihnen schützen. Das wäre der richtige Weg. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was für mich immer sehr spannend klingt, ist, dass man Straftäter jetzt in Asylwerber und Asylberechtigte unterscheiden möchte. – Straftäter aller Nationen, die sich hier in Österreich befinden, sollen gemäß dem Rechtsstaat verurteilt werden! Ich denke, das ist eine Aussage, bei der alle zustimmen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Loacker
Nichtsdestotrotz kann ich unterstreichen, Österreich ist ein sicheres Land, das darf man nicht vergessen, und es hängt auch davon ab, wie wir über diese Dinge hier im Parlament reden, wie wir sie ausdiskutieren und wie wir sie präsentieren. Den Herrn Außenminister möchte ich dann auch noch in die Pflicht nehmen – wirklich in die Pflicht nehmen! (Beifall des Abg. Loacker) –, denn er ist zuständig für Rücknahmeübereinkommen, die er zusätzlich diskutieren und verhandeln muss, weil in der Europäischen Union in den nächsten Jahren sicherlich kein entsprechendes Ziel da ist.
Beifall bei der SPÖ.
jene Menschen, die jetzt bereits in Österreich sind, eine Beschäftigung darstellen. Ich unterstütze die Präventionsarbeit und vor allen Dingen die freiwillige Rückreise, was aber beides damals in dieser Pressekonferenz leider noch kein Thema war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht polemisch!
Abgeordneter Rouven Ertlschweiger, MSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben es heute schon gehört – Kollege Pendl und Kollege Amon haben das sehr gut ausgeführt –: Wir müssen bemüht sein, eine sachliche Diskussion zu führen. Wenn sich dann Herr Kollege Darmann von der FPÖ hier herstellt und etwas in einer derart polemischen Art und Weise skizziert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht polemisch!), dann ist es meiner Meinung nach schon aufklärungsbedürftig. (Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh!)
Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh!
Abgeordneter Rouven Ertlschweiger, MSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Werter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben es heute schon gehört – Kollege Pendl und Kollege Amon haben das sehr gut ausgeführt –: Wir müssen bemüht sein, eine sachliche Diskussion zu führen. Wenn sich dann Herr Kollege Darmann von der FPÖ hier herstellt und etwas in einer derart polemischen Art und Weise skizziert (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war nicht polemisch!), dann ist es meiner Meinung nach schon aufklärungsbedürftig. (Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Darmann, wo war denn die FPÖ im vergangenen Monat, als es darum ging, das schärfste Asylgesetz Europas zu beschließen? Wo war die FPÖ? – Die FPÖ hat nicht mitgestimmt! Ich habe es damals schon gesagt: Laut zu schreien und immer nur dagegen zu sein, ist zu wenig. Was wir brauchen, sind konstruktive Vorschläge, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Wendehals!
Der italienische Schriftsteller Lampedusa hat es gesagt: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.“ – So weit würde ich nicht gehen, aber ich gehe so weit, dass wir sagen, mit neuen zeitgemäßen gesetzlichen Regelungen müssen wir verantwortungsvoll auf die veränderte Sicherheitslage reagieren. (Abg. Neubauer: Wendehals!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!
Es macht Sinn für mich – Kollege Darmann, Sie können ruhig hierbleiben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!) –, wenn Herr Innenminister Sobotka vorschlägt, dass Personen künftig bei einer erstinstanzlichen Verurteilung in Schubhaft genommen werden. Das macht Sinn! (Abg. Walter Rosenkranz: Das müsst ihr aber der SPÖ sagen!) Es macht Sinn für mich, wenn er vorschlägt, dass bei Sexualdelikten eine Meldeverpflichtung für Verdächtige eingeführt werden soll und auch DNA-Proben genommen werden. Das macht Sinn, Kollege Darmann! Es macht auch Sinn, wenn er vorschlägt, dass die Abschiebeintensität hinsichtlich Menschen ohne Bleiberecht erhöht werden soll oder dass Straftäter aus EU-Staaten ihre Haft in der Heimat verbüßen sollen. (Abg. Darmann: Darüber reden macht keinen Sinn! Handeln! Redets nicht so viel, tuts handeln!)
Abg. Walter Rosenkranz: Das müsst ihr aber der SPÖ sagen!
Es macht Sinn für mich – Kollege Darmann, Sie können ruhig hierbleiben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!) –, wenn Herr Innenminister Sobotka vorschlägt, dass Personen künftig bei einer erstinstanzlichen Verurteilung in Schubhaft genommen werden. Das macht Sinn! (Abg. Walter Rosenkranz: Das müsst ihr aber der SPÖ sagen!) Es macht Sinn für mich, wenn er vorschlägt, dass bei Sexualdelikten eine Meldeverpflichtung für Verdächtige eingeführt werden soll und auch DNA-Proben genommen werden. Das macht Sinn, Kollege Darmann! Es macht auch Sinn, wenn er vorschlägt, dass die Abschiebeintensität hinsichtlich Menschen ohne Bleiberecht erhöht werden soll oder dass Straftäter aus EU-Staaten ihre Haft in der Heimat verbüßen sollen. (Abg. Darmann: Darüber reden macht keinen Sinn! Handeln! Redets nicht so viel, tuts handeln!)
Abg. Darmann: Darüber reden macht keinen Sinn! Handeln! Redets nicht so viel, tuts handeln!
Es macht Sinn für mich – Kollege Darmann, Sie können ruhig hierbleiben! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Er bleibt eh da!) –, wenn Herr Innenminister Sobotka vorschlägt, dass Personen künftig bei einer erstinstanzlichen Verurteilung in Schubhaft genommen werden. Das macht Sinn! (Abg. Walter Rosenkranz: Das müsst ihr aber der SPÖ sagen!) Es macht Sinn für mich, wenn er vorschlägt, dass bei Sexualdelikten eine Meldeverpflichtung für Verdächtige eingeführt werden soll und auch DNA-Proben genommen werden. Das macht Sinn, Kollege Darmann! Es macht auch Sinn, wenn er vorschlägt, dass die Abschiebeintensität hinsichtlich Menschen ohne Bleiberecht erhöht werden soll oder dass Straftäter aus EU-Staaten ihre Haft in der Heimat verbüßen sollen. (Abg. Darmann: Darüber reden macht keinen Sinn! Handeln! Redets nicht so viel, tuts handeln!)
Abg. Darmann: Ihr lehnt die ganze Zeit unsere Anträge ab oder vertagt die Anträge!
Die Kriminalität fremder Tatverdächtiger ist gestiegen, insbesondere der Asylwerber (Abg. Darmann: Ihr lehnt die ganze Zeit unsere Anträge ab oder vertagt die Anträge!), das haben wir heute schon gehört, nur: Wir müssen etwas Konstruktives beitragen, Herr Darmann, nicht nur schreien, Lösungen anbieten! Wir, unsere Herren Bundesminister Brandstetter und Sobotka, bieten Lösungen an.
Abg. Darmann: Im Team Stronach hat sich das aber noch ein bisschen anders angehört!
Das sind die Fakten, meine Damen und Herren, und diesen Fakten müssen wir mit allen Mitteln, die uns der Rechtsstaat gibt, entgegenwirken. Deswegen ist auch seitens der Justiz und seitens des Innenministeriums ein Bündel an Maßnahmen notwendig, sowohl in der Vollziehung als auch in der Gesetzgebung. (Abg. Darmann: Im Team Stronach hat sich das aber noch ein bisschen anders angehört!)
Beifall bei der ÖVP.
Integrationswillige Menschen sind voll und ganz zu unterstützen, das ist eine Tatsache, und sie verdienen unsere Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Darmann: Dann macht es endlich!
Gegen all diese Kriminellen müssen wir aber weiterhin kompromisslos vorgehen und alle Mittel des Rechtsstaats ausschöpfen. (Abg. Darmann: Dann macht es endlich!) Die Integration, Kollege Darmann, wird nur gelingen, wenn die Angst vor dem Fremden abgebaut werden kann. Und diese Angst kann nur dann abgebaut werden, wenn die kriminellen Erscheinungsformen des Fremden nicht geduldet werden. Genau das ist es, genau das ist die Antwort einer seriösen Politik, und genau das machen wir! Unsere Polizei leistet unter schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit. Wenn Sie jetzt sagen, das haben wir alles schon gewusst, dann sage ich: Das stimmt nicht. Die Qualität der Straftaten ist eine andere als in den vergangenen Jahren. (Abg. Neubauer: Hört, hört!) Das erfordert ein nationales Umdenken und auch ein Umdenken in der Gesetzgebung – und nichts anderes geschieht hier.
Abg. Neubauer: Hört, hört!
Gegen all diese Kriminellen müssen wir aber weiterhin kompromisslos vorgehen und alle Mittel des Rechtsstaats ausschöpfen. (Abg. Darmann: Dann macht es endlich!) Die Integration, Kollege Darmann, wird nur gelingen, wenn die Angst vor dem Fremden abgebaut werden kann. Und diese Angst kann nur dann abgebaut werden, wenn die kriminellen Erscheinungsformen des Fremden nicht geduldet werden. Genau das ist es, genau das ist die Antwort einer seriösen Politik, und genau das machen wir! Unsere Polizei leistet unter schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit. Wenn Sie jetzt sagen, das haben wir alles schon gewusst, dann sage ich: Das stimmt nicht. Die Qualität der Straftaten ist eine andere als in den vergangenen Jahren. (Abg. Neubauer: Hört, hört!) Das erfordert ein nationales Umdenken und auch ein Umdenken in der Gesetzgebung – und nichts anderes geschieht hier.
Abg. Neubauer – eine lange Nase zeigend –: Da wäre Ihre so lang!
Gerade deswegen appelliere ich auch an Sie – das hat auch der Herr Innenminister gesagt –: Sicherheit hat keine politische Farbe, Sicherheit hat Vorrang in Österreich! Wir müssen uns da alle bei der Nase nehmen – alle im Parlament vertretenen Parteien – und gemeinsam sachlich über dieses Thema diskutieren. (Abg. Neubauer – eine lange Nase zeigend –: Da wäre Ihre so lang!) Bei aller Unterschiedlichkeit der Programme und der inhaltlichen Schwerpunkte: Das sind wir der Bevölkerung schuldig, denn nur in einem sicheren Österreich wird es möglich sein, ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Daher appelliere ich an alle Abgeordneten, den eingeschlagenen Weg in der Sicherheits- und Asylpolitik wirklich konsequent weiterzugehen. Ich sage es noch einmal: Sicherheit hat keine politische Farbe, Sicherheit hat Vorrang in Österreich. – Danke schön. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister Sobotka – ich muss immer schauen, denn er sitzt so rechts außen! Zunächst darf ich die vierte Klasse der Mary-Ward-Volksschule aus Krems und die Schülerinnen und Schüler der Volksschule St. Thekla aus Wien-Wieden begrüßen – beide Volksschulklassen sind durch eine Brieffreundschaft verbunden und besuchen heute das Parlament. (Allgemeiner Beifall.) Ebenso begrüße ich eine Gruppe des Rings Freiheitlicher Jugend aus Eferding. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, NEOS und Team Stronach.) Herzlich willkommen – Politik live, man kann nicht früh genug damit beginnen, sich politisch zu interessieren, noch dazu bei einer so interessanten Debatte, nämlich zu Fragen der Sicherheit!
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, NEOS und Team Stronach.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister Sobotka – ich muss immer schauen, denn er sitzt so rechts außen! Zunächst darf ich die vierte Klasse der Mary-Ward-Volksschule aus Krems und die Schülerinnen und Schüler der Volksschule St. Thekla aus Wien-Wieden begrüßen – beide Volksschulklassen sind durch eine Brieffreundschaft verbunden und besuchen heute das Parlament. (Allgemeiner Beifall.) Ebenso begrüße ich eine Gruppe des Rings Freiheitlicher Jugend aus Eferding. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, NEOS und Team Stronach.) Herzlich willkommen – Politik live, man kann nicht früh genug damit beginnen, sich politisch zu interessieren, noch dazu bei einer so interessanten Debatte, nämlich zu Fragen der Sicherheit!
in Richtung des Teams Stronach weisend
Zunächst zu meinem Vorredner: Bei Kollegen Ertlschweiger sieht man, wie sehr sich der Standpunkt dem Standort annähert. Als er noch dort (in Richtung des Teams Stronach weisend) gesessen ist, ist es ihm nicht schnell genug gegangen. Jetzt ist alles bestens. Zu freiheitlichen Vorschlägen kann ich nur eines sagen: Das ist wie beim Fußball – wir Freiheitlichen liefern immer die Steilvorlage, und die anderen müssen laufen, damit sie in den Strafraum kommen und dort vielleicht ein Tor schießen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zunächst zu meinem Vorredner: Bei Kollegen Ertlschweiger sieht man, wie sehr sich der Standpunkt dem Standort annähert. Als er noch dort (in Richtung des Teams Stronach weisend) gesessen ist, ist es ihm nicht schnell genug gegangen. Jetzt ist alles bestens. Zu freiheitlichen Vorschlägen kann ich nur eines sagen: Das ist wie beim Fußball – wir Freiheitlichen liefern immer die Steilvorlage, und die anderen müssen laufen, damit sie in den Strafraum kommen und dort vielleicht ein Tor schießen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zu Kollegen Pilz: Er hat von traumatisierten Flüchtlingen gesprochen, von jungen Männern, die hier sind und ein Trauma haben. Er weiß, wovon er spricht, denn er ist selbst auch mit einem Trauma behaftet. Das Trauma heißt: 22. Mai, ein freiheitlicher Bundespräsident, und nicht sein Sascha Van der Bellen – neben vielen anderen Traumata, die er hier bereits zu bewältigen gehabt hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Zu dem einen Trauma, das die FPÖ betrifft: Er hat da irgendetwas von Frauenhäusern gesagt, zur Linie der FPÖ. – Ich möchte nur ein bisschen an Entschließungsanträge der Freiheitlichen erinnern, allesamt von den Kolleginnen Schimanek beziehungsweise Mühlberghuber. Ein Entschließungsantrag betrifft die Erhöhung der Förderung für Frauenhäuser, ein anderer mehrjährige Förderungsverträge für Frauenhäuser und Sozialvereine. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) – So schaut die Wirklichkeit aus, Kollege Pilz! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist die Wahrheit!
Zu dem einen Trauma, das die FPÖ betrifft: Er hat da irgendetwas von Frauenhäusern gesagt, zur Linie der FPÖ. – Ich möchte nur ein bisschen an Entschließungsanträge der Freiheitlichen erinnern, allesamt von den Kolleginnen Schimanek beziehungsweise Mühlberghuber. Ein Entschließungsantrag betrifft die Erhöhung der Förderung für Frauenhäuser, ein anderer mehrjährige Förderungsverträge für Frauenhäuser und Sozialvereine. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) – So schaut die Wirklichkeit aus, Kollege Pilz! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Das ist die Wahrheit!)
Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Wasser predigen und Wein trinken!
Das ist die eine Seite, und jetzt zeige ich Ihnen noch ein anderes Beispiel der Wirklichkeit zum Thema Sicherheit von Frauen. Linzer Frauenhaus: Das gesamte Personal wurde gekündigt und mit schlechteren Verträgen neu eingestellt. Wer ist politisch dafür verantwortlich? – Die grüne Stadträtin Schobesberger. (Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Höbart: Wasser predigen und Wein trinken!) So schaut die Realität aus, und da kann man sich vom Trauma vielleicht ein wenig mehr lösen.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister für Inneres, mich würde interessieren: Was ist wenig Kriminalität? Was ist ein bisschen Kriminalität? (Beifall bei der FPÖ.) Ich kenne nur Kriminalität, da gibt es nur Schwarz oder Weiß und sonst überhaupt nichts.
Abg. Darmann – mit verstellter Stimme –: Hetzer! Hetze, Hetze!
Zu den Beispielen, die Sie gebracht haben: Man muss einmal hinschauen. Das tun wir Freiheitlichen schon seit Jahr und Tag in diesem Land: hinschauen; daher haben wir die Beispiele, und wir haben auch immer diesbezügliche Anträge eingebracht. Würden aber wir hier stehen und sagen, Asylwerber, Asylberechtigte erhöhen die Kriminalitätsstatistik, was würde da passieren? (Abg. Darmann – mit verstellter Stimme –: Hetzer! Hetze, Hetze!) – Zwischenrufe: Hetze, Hetze!
Beifall bei der FPÖ.
Daher ist es sehr schön, da schließt sich zum Schluss wieder der Kreis, dass Herr Kollege Ertlschweiger gesagt hat, die Polizisten leisten hervorragende Arbeit unter schwierigsten Bedingungen. Warum schwierigste Bedingungen? – Weil das Innenministerium bis jetzt zu wenig dafür getan hat, dass die Bedingungen besser werden, und da müsste man ansetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es genügt nicht, dass jede Innenministerin oder jeder Innenminister 2 000 neue Polizisten verspricht, und das bei jedem Amtsantritt. – Das wären bis jetzt schon, seit ich das miterlebe – drei mal 2 000 –, 6 000 neue Polizisten. Tatsächlich ist noch kein einziger da. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hübner – demonstrativ Beifall spendend –: Richtig!
Worthülsen, Sprechblasen, symbolische Politik – das sind genau die Dinge, die die Bürgerinnen und Bürger im Land nicht mehr hören können. (Abg. Hübner – demonstrativ Beifall spendend –: Richtig!) Insofern nehme ich die Rede vom neuen Kanzler Kern auch sehr ernst. Und ich hätte gerne, dass auch wir hier im Parlament diese Worte ernst nehmen und entsprechend Politik machen. (Abg. Hübner: Sehr richtig!)
Abg. Hübner: Sehr richtig!
Worthülsen, Sprechblasen, symbolische Politik – das sind genau die Dinge, die die Bürgerinnen und Bürger im Land nicht mehr hören können. (Abg. Hübner – demonstrativ Beifall spendend –: Richtig!) Insofern nehme ich die Rede vom neuen Kanzler Kern auch sehr ernst. Und ich hätte gerne, dass auch wir hier im Parlament diese Worte ernst nehmen und entsprechend Politik machen. (Abg. Hübner: Sehr richtig!)
Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Höbart: In welchen Bezirken?
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Darmann: Was soll das jetzt?
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Österreich ist ein sicheres Land, das sage ich nicht nur als gewählte Parlamentarierin (Ruf: Es war ein sicheres Land, es war!), das sage ich vor allem als Frau, die oft in der Nacht allein auf Wiens Straßen unterwegs ist, die ständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und die auch sehr viel zu Fuß geht, auch in der Nacht. (Abg. Höbart: In welchen Bezirken?) Es ist leider in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich, dass eine Frau mitten in der Nacht allein nach Hause fährt oder nach Hause geht und sicher ist. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: In Wien auch nicht mehr!) Das ist ein Zustand, den wir Frauen, aber nicht nur wir (Abg. Darmann: Was soll das jetzt?), auf jeden Fall beibehalten und schützen möchten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Darmann: Die Frauen in Wien müssen mittlerweile auf Taxis ausweichen!
Ich hoffe, dass wir da alle einer Meinung sind, egal, was die … (Abg. Darmann: Die Frauen in Wien müssen mittlerweile auf Taxis ausweichen!) – Herr Kollege, ich habe gerade von Wertschätzung gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!) und davon, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Ich glaube, genau diese Umgangsweise miteinander, dass man ständig dazwischenplärrt und dass man versucht, den anderen niederzumachen, genau das ist der falsche Weg. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Darmann: Parlamentarismus! Parlamentarischer Diskurs!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!
Ich hoffe, dass wir da alle einer Meinung sind, egal, was die … (Abg. Darmann: Die Frauen in Wien müssen mittlerweile auf Taxis ausweichen!) – Herr Kollege, ich habe gerade von Wertschätzung gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!) und davon, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Ich glaube, genau diese Umgangsweise miteinander, dass man ständig dazwischenplärrt und dass man versucht, den anderen niederzumachen, genau das ist der falsche Weg. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Darmann: Parlamentarismus! Parlamentarischer Diskurs!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Darmann: Parlamentarismus! Parlamentarischer Diskurs!
Ich hoffe, dass wir da alle einer Meinung sind, egal, was die … (Abg. Darmann: Die Frauen in Wien müssen mittlerweile auf Taxis ausweichen!) – Herr Kollege, ich habe gerade von Wertschätzung gesprochen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann schätzen Sie auch die Frauen, die Angst haben!) und davon, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Ich glaube, genau diese Umgangsweise miteinander, dass man ständig dazwischenplärrt und dass man versucht, den anderen niederzumachen, genau das ist der falsche Weg. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Darmann: Parlamentarismus! Parlamentarischer Diskurs!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind sie jetzt schon nicht!
Es hat Zeiten gegeben, in denen Sicherheit auch sehr stark als soziale Sicherheit begriffen wurde, in denen es vielen Justizpolitikern und -politikerinnen, aber auch Kommunalpolitikern und -politikerinnen bewusst war, wenn es massive Verarmung gibt, wenn die Reallöhne über Jahre nicht wachsen, dann kann und wird über kurz oder lang vor allem die Kleinkriminalität wachsen, dann sind Omas auf der Straße vor einem Taschenraub nicht mehr sicher (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind sie jetzt schon nicht!), weil viel Kleinkriminalität da ist beziehungsweise da sein wird. Umso wichtiger ist es, in Prävention, aber auch in soziale Sicherheit zu investieren. (Abg. Darmann: In welcher Welt leben Sie?)
Abg. Darmann: In welcher Welt leben Sie?
Es hat Zeiten gegeben, in denen Sicherheit auch sehr stark als soziale Sicherheit begriffen wurde, in denen es vielen Justizpolitikern und -politikerinnen, aber auch Kommunalpolitikern und -politikerinnen bewusst war, wenn es massive Verarmung gibt, wenn die Reallöhne über Jahre nicht wachsen, dann kann und wird über kurz oder lang vor allem die Kleinkriminalität wachsen, dann sind Omas auf der Straße vor einem Taschenraub nicht mehr sicher (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das sind sie jetzt schon nicht!), weil viel Kleinkriminalität da ist beziehungsweise da sein wird. Umso wichtiger ist es, in Prävention, aber auch in soziale Sicherheit zu investieren. (Abg. Darmann: In welcher Welt leben Sie?)
Beifall bei den Grünen – Zwischenruf des Abg. Darmann
Weil auch über Großkriminalität nicht geschwiegen werden darf: Wir haben alle vor ein paar Wochen von den Panama-Leaks gelesen, wie in großem Maßstab Steuern hinterzogen werden, wie internationale Konzerne, aber auch einzelne reiche Menschen ihr Vermögen so lange zwischen den Cayman Islands und irgendwelchen anderen Ländern und Briefkastenfirmen hin- und herschieben, bis sie keine Steuern mehr zahlen müssen. Wir müssen sowohl über die Kleinkriminalität als auch über die Großkriminalität reden (Beifall bei den Grünen – Zwischenruf des Abg. Darmann), denn wenn alle ihren fairen Beitrag dazu leisten würden, dass wir unser Gemeinwesen gemeinsam und gerecht finanzieren und gestalten, dann wäre auch umso weniger Platz für Klein- oder Großkriminalität.
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne: Danke für Ihre Aufmerksamkeit und danke für die Zusammenarbeit. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Darmann
Ich habe es übrigens gleichzeitig (Zwischenruf des Abg. Darmann) – warten Sie ganz kurz! – nicht sehr sinnvoll gefunden, als Herr Kollege Pilz Ihnen zum 128. Mal vorwarf, welche Straftäter es aus Ihren Reihen gegeben hat. Ich halte beides nicht für einen sachlichen und sinnvollen Diskurs, ich glaube, es wäre gut, wenn wir uns damit auseinandersetzen würden, was der Innenminister und der Justizminister vorgeschlagen haben, uns anschauen, ob das konkret etwas hilft, ob es vielleicht doch nur symbolisch ist oder ein Marketinggag. Ich denke, das sollten wir hier in diesem Parlament machen und aufhören, uns andauernd nur irgendwelche Unnettigkeiten auszurichten, sondern uns konkret mit den Themen befassen.
Beifall bei NEOS, SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Darmann, beziehungsweise Herr Kollege Rosenkranz hat es angesprochen: Auch das habe ich bei Kollegin Lueger so empfunden, sie hat an dem von ÖVP-Seite Vorgeschlagenen, an einigen Punkten berechtigte Kritik geäußert und gesagt: Diskutieren wir das! – Das ist für mich parlamentarischer Diskurs, und das ist das, was wir hier drinnen machen sollten: nicht sofort herauskommen und alles, was vorgeschlagen wird, verteufeln, sondern uns gemeinsam überlegen, wie wir das sinnvoll verbessern können, was wir an den Vorschlägen gut finden, was sinnvoll ist, was Lösungen bringt. Das sollten wir machen, dafür sind wir gewählt worden, und das erwarten sich die Leute draußen auch – nicht, dass sich die Leute hier herstellen und sich nur Bösartigkeiten ausrichten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Es gibt Probleme, insbesondere wie dieser Fall am Brunnenmarkt. Da ist die Frage, was bei dieser Sonderkommission herauskommen wird. Ich glaube, dass wir (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich komme gleich zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – da mit teilweise jetzt schon bestehenden rechtlichen Möglichkeiten das Auslangen gefunden hätten. Das heißt, wir schauen uns einmal an, was da passiert ist, und dann diskutieren wir sachlich und schauen, dass wir sinnvolle Lösungen finden, damit wir die Probleme auch entsprechend in den Griff bekommen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.
Es gibt Probleme, insbesondere wie dieser Fall am Brunnenmarkt. Da ist die Frage, was bei dieser Sonderkommission herauskommen wird. Ich glaube, dass wir (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich komme gleich zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – da mit teilweise jetzt schon bestehenden rechtlichen Möglichkeiten das Auslangen gefunden hätten. Das heißt, wir schauen uns einmal an, was da passiert ist, und dann diskutieren wir sachlich und schauen, dass wir sinnvolle Lösungen finden, damit wir die Probleme auch entsprechend in den Griff bekommen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Langsam! …!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Hohes Haus! Frau Alev Korun von den Grünen hat uns heute als Beweis für die falsche Politik der Grünen und als Beweis dafür, dass die Politik doch eine richtige war, angeführt, dass sie sich unbehelligt auf Wiens Straßen bewegen kann, dass sie noch nicht Opfer eines Verbrechens wurde. – Das ist natürlich sehr positiv, da freue ich mich sehr. Aber es gibt Leute, die nicht so viel Glück hatten wie Sie, und ich hoffe, dass es bei Ihnen so bleibt, dass Sie weiterhin so viel Glück haben und nicht Opfer eines Verbrechens werden. Wenn man sich aber die Statistik ansieht, dann spricht diese eine ganz andere Sprache. (Abg. Pirklhuber: Langsam! …!)
Abg. Darmann: So schaut es aus!
Wenn man sich anschaut, woher diese Probleme kommen, dann sind Sie von den Grünen auch mit schuld an dieser Misere – Sie von den Grünen in erster Linie und auch die SPÖ, die von Anfang an bei dieser Willkommenskultur mitgemacht haben, die von Anfang an dabei mitgemacht haben, dass jeder, egal, wer vor unseren Grenzen gestanden ist, einfach hereingelassen wurde. (Abg. Darmann: So schaut es aus!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es war in den Medien immer zu hören, das seien ja Schutzsuchende. Auch Sie haben immer gesagt, das seien ja Schutzsuchende, auch die SPÖ. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Aber es wusste niemand, niemand konnte das wissen. Woher haben Sie gewusst, dass jeder, der vor unserer Tür steht, ein Schutzsuchender ist, wo doch die Konfliktherde Tausende Kilometer entfernt sind?
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!
Wenn man sich die Welt so ansieht, hat man den Eindruck, Sie wollen die Brutalität, die in der Welt herrscht, die Konflikte, die in der Welt herrschen, gerecht auf alle Länder verteilen – diesen Eindruck habe ich –, indem Sie einfach ungezügelt alle hereinlassen, die hereinwollen. Wir haben nun einmal leider eine brutale Welt. Wir haben eine Welt, wo über hundert bewaffnete Konflikte stattfinden. Wir haben eine Welt, wo der politische Islam nach der Weltherrschaft greift. So schaut es nämlich aus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Genau!)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Da gibt es einen politischen Islam, der die Weltherrschaft an sich reißen will und dem alle Mittel recht sind: Mord, Totschlag, Vergewaltigung, alles. Und solche Menschen lassen Sie herein, unkontrolliert?! Haben Sie schon einmal nachgefragt? Gibt es einen Psychotest für Menschen, die hierbleiben wollen? Ich habe gerade einen Waffenschein für eine Waffenbesitzkarte machen müssen, weil ich mich auch selbst nicht mehr sicher fühle. Da wird man auf Herz und Nieren kontrolliert. Da muss man über Stunden einen Psychotest machen. Haben Sie das schon einmal bei Ihren Freunden gemacht, die da kommen? (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Abg. Schieder: Und?
Haben Sie das schon einmal gemacht angesichts dessen, wie die denken, wie die zu den Frauenrechten stehen, wie die dazu stehen, dass wir eine Trennung zwischen Religion und Staat haben? Haben Sie die schon einmal gefragt (Abg. Schieder: Und?), ob die den österreichischen Staat überhaupt akzeptieren, ob die uns überhaupt als Parlament akzeptieren oder ob deren Recht vor unserem Recht gilt? (Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Zwischenruf des Abg. Pendl.
Haben Sie das schon einmal gemacht angesichts dessen, wie die denken, wie die zu den Frauenrechten stehen, wie die dazu stehen, dass wir eine Trennung zwischen Religion und Staat haben? Haben Sie die schon einmal gefragt (Abg. Schieder: Und?), ob die den österreichischen Staat überhaupt akzeptieren, ob die uns überhaupt als Parlament akzeptieren oder ob deren Recht vor unserem Recht gilt? (Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Diese Fragen sollten Sie einmal stellen, nicht in irgendwelchen Kreisen zusammensitzen und sich gegenseitig die Hand reichen und glauben, dann wird alles besser. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Prävention heißt, die Menschen, die hier nichts verloren haben, außer Landes zu bringen. Das wäre der erste Schritt, und den erwarte ich mir von der neuen Regierung. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich begrüße die Abgeordneten zum Europäischen Parlament in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Aber jetzt ist das auf eine schiefe Ebene gestellt, und in Wirklichkeit wird mit diesem Abkommen die Totalabrissbirne gegen ganz vernünftige Wirtschaftsprinzipien in Stellung gebracht. Es geht also um die Frage, welches Wirtschaftssystem wir eigentlich global organisieren wollen, und nicht darum, ob jetzt – das sei auch anderen Kampfpostern ins Stammbuch geschrieben – böse Verschwörungstheoretiker da wieder die böse Ostküste am Werken sehen. Damit haben wir nichts zu tun. Das sage ich gleich dazu. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Weninger.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir Grünen dafür sorgen, sondern wir wollen in Wirklichkeit schon seit 2014 diese Agenda mitbestimmen; bis vor Kurzem wurden Transparenz und Mitbestimmung nicht zugelassen, aber jetzt wird es anders werden müssen, sonst werden Sie in Österreich nämlich nicht weit kommen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Weninger.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Zu den Investitionsgerichtshöfen, wie sie jetzt heißen: Trotz Verbesserung bleibt völlig unbestritten, dass es um privilegierte Zugänge für Großkonzerne zum Rechtssystem geht. Das sagen nicht nur wir, das sagt auch der Deutsche Richterbund – ich habe hier die Stellungnahme vom Februar dieses Jahres, 2016, mitgebracht –, da steht, es habe überhaupt keine vernünftige Grundlage, es sei in zivilisierten Staaten nicht sinnvoll – genauso wie wir –, und in der Zusammenfassung heißt es wortwörtlich, es sei „der falsche Weg“, Sondergerichte für einzelne Gruppen zu schaffen. (Zwischenruf bei den Grünen.) – Wenn ihr applaudieren wollt … (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) – Das ist immerhin der Deutsche Richterbund.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Zu den Investitionsgerichtshöfen, wie sie jetzt heißen: Trotz Verbesserung bleibt völlig unbestritten, dass es um privilegierte Zugänge für Großkonzerne zum Rechtssystem geht. Das sagen nicht nur wir, das sagt auch der Deutsche Richterbund – ich habe hier die Stellungnahme vom Februar dieses Jahres, 2016, mitgebracht –, da steht, es habe überhaupt keine vernünftige Grundlage, es sei in zivilisierten Staaten nicht sinnvoll – genauso wie wir –, und in der Zusammenfassung heißt es wortwörtlich, es sei „der falsche Weg“, Sondergerichte für einzelne Gruppen zu schaffen. (Zwischenruf bei den Grünen.) – Wenn ihr applaudieren wollt … (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) – Das ist immerhin der Deutsche Richterbund.
Zwischenruf bei der ÖVP
Es ist aber auch deshalb der falsche Weg, weil die Unabhängigkeit der Richter und Richterinnen nicht gewährleistet ist (Zwischenruf bei der ÖVP), sowohl im Bestellverfahren als auch in der Stellung im Amt. Das hat mit einem normalen Gericht noch immer nichts zu tun, es wird aber versucht, das zu suggerieren – von der Kommission, von Frau Malmström, und ich glaube, Sie haben sich da auch noch nicht ganz emanzipiert. Ich muss da allerdings hinzufügen, erstens, dass wir in den letzten Monaten nachweislich in einer vernünftigen Art und Weise debattieren können – das beziehe ich jetzt aber nur auf Ihre Person –, und zweitens, dass Sie in den entsprechenden Räten immer wieder anmerken, dass es in Österreich besondere Schwierigkeiten gibt. Das will ich nicht verschweigen, das wäre nicht seriös. Trotzdem bleiben die großen Fragen, und sie sind bisher entweder unbeantwortet, oder es werden falsche Antworten gegeben.
Beifall bei den Grünen.
Warum sollen wir nicht dafür kämpfen, dass es ein Leben, ein Wirtschaften und einen Handel gibt, ohne dass die Gentechnik durch die Hintertür reinkommt, denn das ist nämlich damit beabsichtigt. Stellen Sie sich vor, wir würden mit diesen Prinzipien die AKW-Frage behandeln! Ja, sie ist eh immer so behandelt worden, und genauso ist sie auch ausgegangen! Das Gleiche gilt für Gentechnik und anderes, deshalb muss man hier schon sagen: Wehret den Anfängen! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auch Ihrer Partei, allen voran, und die Landeshauptleute wehren sich an dieser Stelle zu Recht. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Bures gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Kommen wir also zum Schluss noch einmal zu dieser Abfolge von Zustimmungsereignissen: Sie können da nicht ohne Weiteres gegen das Parlament, gegen die Landeshauptleute und gegen die Bundesregierung – wenn sie sich denn endlich äußert, morgen werden wir es hören – zustimmen, deshalb: Raus aus diesen Verhandlungen, Abbruch der TTIP-Verhandlungen! Wir sehen, wo das hingeht, meine NachrednerInnen werden das noch erklären; das ist die völlig falsche Richtung. (Präsidentin Bures gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Die CETA-Frage ist abzulehnen und die vorläufige Anwendung, um die es da geht, sowieso; das folgt daraus. Das ist ein klarer Fahrplan. Bitte, bekennen Sie sich dazu! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Es wurde ja angesprochen, aber es begeistert mich eher weniger, sondern es beunruhigt mich, wenn bis zu Gemeinden trojanische Pferde stehen und dort mit Plakaten verkündet wird, die Gemeinde so und so müsse TTIP-frei gestellt werden – wie wenn die Invasion vom Mars oder mit irgendwelchen Flüssigkeiten käme. Darüber muss und möchte ich mich gar nicht lustig machen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), denn es ist eine Befindlichkeit in der österreichischen Bevölkerung, sondern ich möchte eher darauf eingehen, was eigentlich die Ursache dafür sein könnte.
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Kogler und Hübner.
Ich glaube schon, dass man da einmal sagen muss, dass wir nicht eine Albanien-Politik machen sollten; ich möchte Albanien nicht beleidigen, sondern möchte an diese Politik vor ungefähr 40 Jahren erinnern, als Enver Hoxha gemeint hat, man müsste eine Art isolierte Autarkie betreiben, denn damit wäre man bessergestellt, wenn man all das produziert, was man im Land braucht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Kogler und Hübner.) Das Ergebnis war furchtbar, was den Wohlstand im Land anbelangt, man hat erkannt, was man in Österreich schon länger erkannt hatte, dass man bei einem Land, das auf Export ausgerichtet ist, eigentlich nur Erfolg haben kann, wenn man auch handelt.
Ruf bei der FPÖ: Welche?
Es ist wahrscheinlich auch Ihnen, Herr Kollege, nicht verborgen geblieben, dass man dazu auch Spielregeln braucht (Ruf bei der FPÖ: Welche?), und da waren und sind Freihandelsabkommen übliche Konstellationen. Wir haben, glaube ich, über hundert derartige Abkommen, und von all diesen Abkommen hat Österreich immer profitiert. Jetzt
Abg. Pirklhuber: Die Standards sind unterschiedlich in den USA und Europa!
Zum Ersten: Glauben Sie wirklich, dass die amerikanischen Großkonzerne oder die europäischen Großkonzerne so ausgerichtet sind, dass sie die Freihandelsabkommen jetzt wirklich brauchen? Ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass sämtliche Unternehmen, die größere Strukturen haben, wie Siemens oder VW oder die Voest oder umgekehrt General Motors oder Coca-Cola, schon längst in Österreich und in Europa europäische Firmen haben und nach diesen Prinzipien agieren? (Abg. Pirklhuber: Die Standards sind unterschiedlich in den USA und Europa!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Schimanek.
Zum Zweiten: Glauben Sie wirklich, dass Länder, wie die Vereinigten Staaten oder Kanada, ihre Bürger Gefährdungen im gesundheitlichen oder in einem anderen Bereich aussetzen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Schimanek.) Ist Ihnen zufälligerweise im gerade von Ihnen so oft strapazierten Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz aufgefallen, welche Probleme VW derzeit hat (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pock), weil die Amerikaner von VW die Einhaltung der Abgaswerte nicht nur am Papier, sondern in der Realität einfordern? (Abg. Neubauer: Dann sagen Sie doch, was Sie wollen!) Glauben Sie daher auch wirklich, dass das alles pauschal so stimmt?
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pock
Zum Zweiten: Glauben Sie wirklich, dass Länder, wie die Vereinigten Staaten oder Kanada, ihre Bürger Gefährdungen im gesundheitlichen oder in einem anderen Bereich aussetzen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Schimanek.) Ist Ihnen zufälligerweise im gerade von Ihnen so oft strapazierten Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz aufgefallen, welche Probleme VW derzeit hat (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pock), weil die Amerikaner von VW die Einhaltung der Abgaswerte nicht nur am Papier, sondern in der Realität einfordern? (Abg. Neubauer: Dann sagen Sie doch, was Sie wollen!) Glauben Sie daher auch wirklich, dass das alles pauschal so stimmt?
Abg. Neubauer: Dann sagen Sie doch, was Sie wollen!
Zum Zweiten: Glauben Sie wirklich, dass Länder, wie die Vereinigten Staaten oder Kanada, ihre Bürger Gefährdungen im gesundheitlichen oder in einem anderen Bereich aussetzen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Schimanek.) Ist Ihnen zufälligerweise im gerade von Ihnen so oft strapazierten Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz aufgefallen, welche Probleme VW derzeit hat (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pock), weil die Amerikaner von VW die Einhaltung der Abgaswerte nicht nur am Papier, sondern in der Realität einfordern? (Abg. Neubauer: Dann sagen Sie doch, was Sie wollen!) Glauben Sie daher auch wirklich, dass das alles pauschal so stimmt?
Abg. Pirklhuber: Ja!
Und zum Dritten: Sie sagen immer, die Landwirtschaft sei so gefährdet und so weiter; wir werden darüber diskutieren. Haben Sie gestern zufälligerweise gehört, dass die Milchpreise dramatisch abgesunken sind (Abg. Pirklhuber: Ja!) und dass man das mit den Sanktionen in Russland begründet? Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass man, wenn die österreichische Landwirtschaft teilweise ein Vielfaches von dem, was wir in Österreich brauchen, produziert, irgendwie auf den Export angewiesen ist? Ich kenne Firmen, die beispielsweise Speck oder anderes produzieren, ihre Produkte über das Internet vertreiben wollten und in Amerika aufgefordert worden sind, bei der Food and Drug Administration entsprechende Zertifizierungen, die Millionen Dollar kosten, zu erwerben, weil man sonst nicht exportieren kann. (Abg. Hübner: Das ist aber umgekehrt auch …!)
Abg. Hübner: Das ist aber umgekehrt auch …!
Und zum Dritten: Sie sagen immer, die Landwirtschaft sei so gefährdet und so weiter; wir werden darüber diskutieren. Haben Sie gestern zufälligerweise gehört, dass die Milchpreise dramatisch abgesunken sind (Abg. Pirklhuber: Ja!) und dass man das mit den Sanktionen in Russland begründet? Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass man, wenn die österreichische Landwirtschaft teilweise ein Vielfaches von dem, was wir in Österreich brauchen, produziert, irgendwie auf den Export angewiesen ist? Ich kenne Firmen, die beispielsweise Speck oder anderes produzieren, ihre Produkte über das Internet vertreiben wollten und in Amerika aufgefordert worden sind, bei der Food and Drug Administration entsprechende Zertifizierungen, die Millionen Dollar kosten, zu erwerben, weil man sonst nicht exportieren kann. (Abg. Hübner: Das ist aber umgekehrt auch …!)
Zwischenruf des Abg. Hübner.
Das sind Kleinbetriebe. Herr Kollege, glauben Sie wirklich, dass die großen amerikanischen Konzerne ausgerechnet das kleine Österreich im Visier haben? (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Ich glaube weniger (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich sage Ihnen schon, was natürlich klar ist: Schauen Sie, ein Freihandelsabkommen eröffnet beiden Teilen Chancen, wenn es gut gemacht ist. Klar ist, dass nicht jeder automatisch profitiert, und klar ist, dass natürlich nicht alles so bleibt, wie es ist. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wenn Sie den Handel ansprechen: Es werden sich neue Chancen, aber möglicherweise auch neue Konkurrenten ergeben.
weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Das sind Kleinbetriebe. Herr Kollege, glauben Sie wirklich, dass die großen amerikanischen Konzerne ausgerechnet das kleine Österreich im Visier haben? (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Ich glaube weniger (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich sage Ihnen schon, was natürlich klar ist: Schauen Sie, ein Freihandelsabkommen eröffnet beiden Teilen Chancen, wenn es gut gemacht ist. Klar ist, dass nicht jeder automatisch profitiert, und klar ist, dass natürlich nicht alles so bleibt, wie es ist. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wenn Sie den Handel ansprechen: Es werden sich neue Chancen, aber möglicherweise auch neue Konkurrenten ergeben.
Zwischenruf des Abg. Deimek.
Das sind Kleinbetriebe. Herr Kollege, glauben Sie wirklich, dass die großen amerikanischen Konzerne ausgerechnet das kleine Österreich im Visier haben? (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Ich glaube weniger (weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich sage Ihnen schon, was natürlich klar ist: Schauen Sie, ein Freihandelsabkommen eröffnet beiden Teilen Chancen, wenn es gut gemacht ist. Klar ist, dass nicht jeder automatisch profitiert, und klar ist, dass natürlich nicht alles so bleibt, wie es ist. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Wenn Sie den Handel ansprechen: Es werden sich neue Chancen, aber möglicherweise auch neue Konkurrenten ergeben.
Zwischenruf der Abg. Schimanek
Ich glaube, meine Damen und Herren – und ich komme zum Schluss beziehungsweise zur Überleitung –, beide Positionen lassen sich miteinander vereinbaren. Wir brauchen ein gut gemachtes Abkommen. Ein gut gemachtes Abkommen heißt, glaube ich, auch, dass die EU (Zwischenruf der Abg. Schimanek), was Transparenz anbelangt, was die Darstellung der Standards und den Investitionsschutz anbelangt, da anders hätte vorgehen sollen. Das haben wir auch oft genug angemerkt, die Transparenz wurde zumindest verbessert, unter anderem auf unser Bemühen hin.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bei den Standards, Herr Kollege Kogler, haben wir das „right to regulate“, und das „right to regulate“ bedeutet, jeder Staat kann im Prinzip die Standards im Gesundheitsbereich, im Sozialbereich, wo auch immer, so festlegen, wie er will. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Selbst bei den oft zitierten Produkten – sei es Tiroler Speck, seien es Wachauer Marillen oder sonst etwas – können Sie gerne mit mir den Weg gehen, eine Kennzeichnungsverordnung zu machen, dann soll in österreichischen Produkten auch wirklich das drinnen sein, was behauptet wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist, wie ich glaube, ein guter und ehrlicher Vorschlag, nichts anderes, und auch den Weg können wir gerne gehen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bei den Standards, Herr Kollege Kogler, haben wir das „right to regulate“, und das „right to regulate“ bedeutet, jeder Staat kann im Prinzip die Standards im Gesundheitsbereich, im Sozialbereich, wo auch immer, so festlegen, wie er will. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Selbst bei den oft zitierten Produkten – sei es Tiroler Speck, seien es Wachauer Marillen oder sonst etwas – können Sie gerne mit mir den Weg gehen, eine Kennzeichnungsverordnung zu machen, dann soll in österreichischen Produkten auch wirklich das drinnen sein, was behauptet wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist, wie ich glaube, ein guter und ehrlicher Vorschlag, nichts anderes, und auch den Weg können wir gerne gehen.
Abg. Pirklhuber: Der Vertrag ist fertig!
Damit komme ich jetzt eigentlich zu dem Punkt, der aus meiner Sicht entscheidend ist: Sie lehnen immer etwas ab, bevor es überhaupt fertig ist. Das ist natürlich auch ein Teil der Diskussion oder ein Problem an sich, denn da kann man natürlich immer etwas behaupten. Ich sage, die amerikanische Position bei den Verhandlungen ist die und die. – Ja glauben Sie, die kann ich oder die EU ablehnen? Die EU kann nur hergehen und bei Verhandlungen sicherstellen (Abg. Pirklhuber: Der Vertrag ist fertig!), dass das, was wir wollen, was im Verhandlungsmandat drinnen steht, auch entsprechend erreicht wird.
Abg. Kogler: Das kennen wir ja schon!
Ich würde Sie im gesamten Prozess schon um eines bitten: zuerst einmal fertigstellen, was die Verhandlungen anbelangt, dann entsprechend anschauen, was drinnen steht – und dann können Sie entscheiden, und dann müssen Sie ablehnen, wenn das, was ich Ihnen gesagt habe, nicht stimmen sollte! Das ist ein ganz einfacher Vorgang: nicht etwas ablehnen, bevor das Ergebnis feststeht (Abg. Kogler: Das kennen wir ja schon!), sondern sich dem stellen, weil uns ein gut gemachtes Abkommen nutzt. Ich sage es Ihnen noch einmal: Ich bin – neben einigen anderen – derjenige, der für Transparenz, für Standards und auch für einen ordentlichen Investitionsschutz kämpft.
Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist keine Taktik, das ist …!
Jetzt kommen wir zu CETA: CETA ist ein etwas spezifischeres Problem. Eines muss ich ganz ehrlich sagen, Herr Kollege Kogler: Ich verstehe irgendwie Ihre Taktik – oder auch die von anderen –, zu sagen, CETA sei eigentlich der kleinere Bruder von TTIP, über die Hintertür führt man jetzt TTIP ein. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist keine Taktik, das ist …!) Es könnte aber auch sein, dass CETA eigentlich ein ganz gutes Abkommen ist und dass man dann bei der Einführung versteht, dass das Abkommen doch etwas beiden Teilen Positives Bringendes ist; daher sollte man sich das auch anschauen. (Abg. Kogler: Genau!)
Abg. Kogler: Genau!
Jetzt kommen wir zu CETA: CETA ist ein etwas spezifischeres Problem. Eines muss ich ganz ehrlich sagen, Herr Kollege Kogler: Ich verstehe irgendwie Ihre Taktik – oder auch die von anderen –, zu sagen, CETA sei eigentlich der kleinere Bruder von TTIP, über die Hintertür führt man jetzt TTIP ein. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist keine Taktik, das ist …!) Es könnte aber auch sein, dass CETA eigentlich ein ganz gutes Abkommen ist und dass man dann bei der Einführung versteht, dass das Abkommen doch etwas beiden Teilen Positives Bringendes ist; daher sollte man sich das auch anschauen. (Abg. Kogler: Genau!)
Abg. Kogler: Die haben wir ja sowieso!
Jetzt sage ich Ihnen, und das war auch Teil der Diskussion, es gibt ja nicht nur die österreichische Wirklichkeit, sondern leider – aus Ihrer Sicht; aus meiner Sicht ist die Welt halt etwas größer – auch die europäische. Da waren 27 andere Mitgliedstaaten, die, was das Abkommen anbelangt, das ja vorliegt, dass Sie ja auch studiert haben, sagen – auch Sozialisten –: Das ist eines der besten Abkommen. Da sind für Klein- und Mittelbetriebe entsprechende Fortschritte drinnen. Da sind die Kernstandards der ILO entsprechend festgehalten, was Arbeitsstandards anbelangt. Da ist, was den öffentlichen Beschaffungsmarkt anbelangt, vieles geöffnet und ergibt Chancen für österreichische Unternehmen. (Abg. Kogler: Die haben wir ja sowieso!)
Abg. Brosz: … gegen Ungarn spielen!
Ich übertrage es auf den Fußballbereich: Das ist ungefähr so, als würde ich sagen: Österreich hat Eröffnungsspiel gegen Deutschland bei der Europameisterschaft nicht gewonnen. (Abg. Brosz: … gegen Ungarn spielen!) Das ist richtig, aber es war kein Eröffnungsspiel gegen Deutschland und es wird keines sein. Genau dasselbe gilt auch da: Es war keine Abstimmung, sondern eine Information über den Sachstand, und daher kann ich dort auch nicht dagegenstimmen. Das ist, glaube ich, nachvollziehbar.
Abg. Kogler: Richtig! Haben wir ja!
Das Zweite: Ich lasse mir auch nicht gerne unterstellen, ich würde die Beschlüsse des Parlamentes oder auch die Ergebnisse der Landeshauptleutekonferenz nicht respektieren. Ich habe es im Protokoll – Sie haben es irgendwo versteckt eh angemerkt –: Ich habe das selbstverständlich angemerkt, dass in Österreich eine sehr kritische Haltung vorherrscht und dass in Österreich auch gegen die vorläufige Anwendung Bedenken bestehen (Abg. Kogler: Richtig! Haben wir ja!) – das ist eins zu eins im Protokoll nachlesbar.
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Jetzt sage ich Ihnen den weiteren Vorgang, und ich würde Sie einfach einladen: Nehmen Sie es unspektakulär! Schauen Sie es sich einfach an und sagen Sie mir dann, ob ich verzögere oder nicht! Ich habe dort nämlich gar keine Kompetenz, die Kompetenz ist ja woanders. Die Kompetenz wird wahrscheinlich bei einem anderen Rat liegen, oder wie auch immer. Das wird erst geklärt. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Kogler: Ja eh! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Die Vorgangsweise ist wie folgt: Die Kommission wird jetzt die übersetzten Texte vorlegen. Die Kommission wird Mitte Juni darstellen, wie das Abkommen zu bewerten ist – vermutlich ein gemischtes Abkommen. Dann wird im Herbst der Rat entscheiden – welcher ist eben noch nicht klar –, und dann kommt es ins Europäische Parlament, und dann werden nach unserer Auffassung die nationalen Parlamente, also Sie, entscheiden. – Ja? (Abg. Kogler: Ja eh! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Sie entscheiden!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Jetzt muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Das ist … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Geh, bitte! Das ist irgendwie Hosenträger und Gürtel und Sicherheitsriemen und Ähnliches – mehr an Befassungsmöglichkeiten in dem Zusammenhang und damit an korrekter Vorgangsweise gibt es kaum. Daher: Aus meiner Sicht ist das eine ganz klare Vorgangsweise. (Abg. Pirklhuber: Wie setzen Sie die Beschlüsse der Landeshauptleute um?) Unterstellen Sie mir nicht, ich wolle Zeit gewinnen, ich würde österreichische Beschlüsse oder sonst etwas nicht respektieren! Das ist einmal klar festzuhalten.
Abg. Pirklhuber: Wie setzen Sie die Beschlüsse der Landeshauptleute um?
Jetzt muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Das ist … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Geh, bitte! Das ist irgendwie Hosenträger und Gürtel und Sicherheitsriemen und Ähnliches – mehr an Befassungsmöglichkeiten in dem Zusammenhang und damit an korrekter Vorgangsweise gibt es kaum. Daher: Aus meiner Sicht ist das eine ganz klare Vorgangsweise. (Abg. Pirklhuber: Wie setzen Sie die Beschlüsse der Landeshauptleute um?) Unterstellen Sie mir nicht, ich wolle Zeit gewinnen, ich würde österreichische Beschlüsse oder sonst etwas nicht respektieren! Das ist einmal klar festzuhalten.
Abg. Glawischnig-Piesczek: Ja!
Zum anderen: Frau Glawischnig, Sie sagen, bei TTIP und so weiter müsste ein Verhandlungsstopp beschlossen werden und das ginge so einfach. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Ja!) Da darf ich wiederum das Fußballbeispiel zitieren: Das ist ungefähr so, wie wenn Sie ein Fußballspiel bei der Europameisterschaft laufen haben und dann von den Zuschauerrängen „Freiwurf“ oder „Ippon“ hineinschreien, weil gerade eine Auseinandersetzung ist. Dann werden die sagen: Bitte halten Sie sich irgendwie an die Regeln! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären! Ich bin mit einem Ex-Profi verheiratet, Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären!)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären! Ich bin mit einem Ex-Profi verheiratet, Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären!
Zum anderen: Frau Glawischnig, Sie sagen, bei TTIP und so weiter müsste ein Verhandlungsstopp beschlossen werden und das ginge so einfach. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Ja!) Da darf ich wiederum das Fußballbeispiel zitieren: Das ist ungefähr so, wie wenn Sie ein Fußballspiel bei der Europameisterschaft laufen haben und dann von den Zuschauerrängen „Freiwurf“ oder „Ippon“ hineinschreien, weil gerade eine Auseinandersetzung ist. Dann werden die sagen: Bitte halten Sie sich irgendwie an die Regeln! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären! Ich bin mit einem Ex-Profi verheiratet, Sie brauchen mir beim Fußball nichts zu erklären!)
Zwischenrufe bei den Grünen
sen. Jetzt will ich Sie nicht belehren (Zwischenrufe bei den Grünen), aber einladen, ganz einfach einladen: Sie sind die qualifizierte Unterstützung in dem Bereich, auch in der Öffentlichkeit. Gehen wir doch eher diesen sachlichen Weg! Gehen Sie doch den Weg, dass Sie einmal von Pathos und Emotion weggehen! Schauen Sie sich das differenziert an! (Abg. Kogler: Viel fader als Sie kann man das nicht machen!) Wir haben bei ein paar Punkten beinahe schon so einen Weg gefunden. Und wenn Sie diesen dann einmal gefunden haben, dann reden wir auch über die einzelnen Inhalte.
Abg. Kogler: Viel fader als Sie kann man das nicht machen!
sen. Jetzt will ich Sie nicht belehren (Zwischenrufe bei den Grünen), aber einladen, ganz einfach einladen: Sie sind die qualifizierte Unterstützung in dem Bereich, auch in der Öffentlichkeit. Gehen wir doch eher diesen sachlichen Weg! Gehen Sie doch den Weg, dass Sie einmal von Pathos und Emotion weggehen! Schauen Sie sich das differenziert an! (Abg. Kogler: Viel fader als Sie kann man das nicht machen!) Wir haben bei ein paar Punkten beinahe schon so einen Weg gefunden. Und wenn Sie diesen dann einmal gefunden haben, dann reden wir auch über die einzelnen Inhalte.
Abg. Kogler: Das sagt ja kein Mensch!
Alles andere, das sage ich Ihnen, ist eigentlich ein grobes Umgehen mit den Chancen der österreichischen Bevölkerung. Ich würde mir schwertun, ganz einfach zu sagen: Ist nix, brauchen wir nicht! (Abg. Kogler: Das sagt ja kein Mensch!) Das würde allen Erfahrungen zum Trotz, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, die Möglichkeit ausschließen, auch etwas Gutes herauszuholen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Demgegenüber ist unsere Auffassung, unsere Vorgangsweise, transparent und offen, was die Standards betrifft, vorzugehen. Das müssen wir absichern, so wie einen vernünftigen, die Rechtsstaatlichkeit wahrenden Investitionsschutz. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Wenn wir das machen, werden wir am Ende vielleicht auch zusammenkommen. Alles andere halte ich für eine nicht weiterführende Diskussion. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Demgegenüber ist unsere Auffassung, unsere Vorgangsweise, transparent und offen, was die Standards betrifft, vorzugehen. Das müssen wir absichern, so wie einen vernünftigen, die Rechtsstaatlichkeit wahrenden Investitionsschutz. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Wenn wir das machen, werden wir am Ende vielleicht auch zusammenkommen. Alles andere halte ich für eine nicht weiterführende Diskussion. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.
Da ist der erste Zweifel anzubringen, denn die Frage ist, ob wir nicht sowieso schon eine Welt haben, auf der Freihandel, Export und all diese Dinge möglich sind, und ob es nicht wesentlich sinnvoller wäre, in den Details, bei denen es noch Handelshemmnisse gibt, die störend sind, diese zu beseitigen, anstatt den Weg über ein gesamtes, so allumfassendes Abkommen zu gehen. Oder um bei den vom Herrn Vizekanzler heute so geschätzten Fußballvergleichen zu bleiben: Es gilt die Frage zu beantworten, ob uns eine Zusammenlegung europäischer Fußballligen mit der amerikanischen Fußballliga wirklich mehr bringt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.) Würden wir zu FC Barcelona, Bayern München und allen Vereinen, die wir haben, auch noch die New York Red Bulls dazubekommen, ist die Frage, ob das jetzt den Fußballzuschauer wirklich vom Sessel haut vor lauter Qualität – weiß ich nicht. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.
Da ist der erste Zweifel anzubringen, denn die Frage ist, ob wir nicht sowieso schon eine Welt haben, auf der Freihandel, Export und all diese Dinge möglich sind, und ob es nicht wesentlich sinnvoller wäre, in den Details, bei denen es noch Handelshemmnisse gibt, die störend sind, diese zu beseitigen, anstatt den Weg über ein gesamtes, so allumfassendes Abkommen zu gehen. Oder um bei den vom Herrn Vizekanzler heute so geschätzten Fußballvergleichen zu bleiben: Es gilt die Frage zu beantworten, ob uns eine Zusammenlegung europäischer Fußballligen mit der amerikanischen Fußballliga wirklich mehr bringt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.) Würden wir zu FC Barcelona, Bayern München und allen Vereinen, die wir haben, auch noch die New York Red Bulls dazubekommen, ist die Frage, ob das jetzt den Fußballzuschauer wirklich vom Sessel haut vor lauter Qualität – weiß ich nicht. (Zwischenruf der Abg. Gisela Wurm.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Die Aufgabe wird folgende sein: Entweder gelingt es bei TTIP, diese Standards so hineinzuverhandeln, dass es klar ist, dass unser hohes Niveau, im weltweiten Vergleich einzigartig hohes Niveau dort auch bestehen bleibt. Wenn das nicht gelingt, dann muss man die Frage auch, glaube ich, wesentlich kritischer bis ablehnend betrachten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Lugar.
Leider haben die letzten zwei Wochen auch vieles gezeigt: TTIP-Leaks, die Verhandlungsdokumente, die an Öffentlichkeit gelangt sind, oder auch die Aussagen der stellvertretenden US-Handelsbeauftragten Darci Vetter, die das Landwirtschaftskapitel verhandelt, die im Interview sagt, Europa müsse Chlorhuhn und Hormonfleisch zulassen. Egal, wie wir zum Chlorhuhn stehen: Ich glaube, das kann nicht der Weg sein, wie wir uns den Schutz unserer Standards vorstellen. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Jetzt ist es den Amerikanern, da haben Sie recht, natürlich unbelassen, ihre Standards zu definieren. Unsere europäische Antwort darauf muss sein: Wir werden das keinesfalls zulassen!
Beifall bei der SPÖ.
Wenn das nicht gewährleistet ist, werden wir uns dazu negativ stellen. Wenn es noch gelingt, diese Dinge zu schützen, dann soll es mir auch recht sein. Bis jetzt ist es leider noch nicht gelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kogler: Dass seit dreieinhalb Monaten …!
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Kolleginnen und Kollegen! Ja, ich finde es mutig von den Grünen, heute eine Debatte über Handelsabkommen zu initiieren, wo doch alle hier im Haus wissen, dass wir seit dreieinhalb Monaten den Leseraum von TTIP geöffnet haben, und noch kein einziger grüner Abgeordneter hat es der Mühe wert befunden, sich über diese Dokumente zu informieren, sich einzulesen und diese durchzuarbeiten. (Abg. Kogler: Dass seit dreieinhalb Monaten …!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Darüber waren auch die NGOs am 13. April im EU-Unterausschuss äußerst erstaunt, dass die Grünen das noch nicht gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Kogler: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Öllinger
Apropos NGOs: Ich gratuliere Greenpeace zur perfekten Marketingkampagne TTIP-Leaks (Abg. Kogler: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Öllinger), da können US-Konzerne noch lernen, nämlich wie man Verhandlungsvorschläge mit überschaubarem Überraschungseffekt und wenig Neuheiten so perfekt vermarktet, denn jeder, der in der Wirtschaft tätig ist – das sind leider wenige von Ihnen –, weiß, dass man mit Maximalpositionen in Verhandlungen geht und dass Verhandlungspositionen, Verhandlungsvorschläge mit Sicherheit nie ein Verhandlungsergebnis sind. (Abg. Kogler: Tun Sie lieber etwas gegen diese Käfighaltung für frei gewählte Abgeordnete!)
Abg. Kogler: Tun Sie lieber etwas gegen diese Käfighaltung für frei gewählte Abgeordnete!
Apropos NGOs: Ich gratuliere Greenpeace zur perfekten Marketingkampagne TTIP-Leaks (Abg. Kogler: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Öllinger), da können US-Konzerne noch lernen, nämlich wie man Verhandlungsvorschläge mit überschaubarem Überraschungseffekt und wenig Neuheiten so perfekt vermarktet, denn jeder, der in der Wirtschaft tätig ist – das sind leider wenige von Ihnen –, weiß, dass man mit Maximalpositionen in Verhandlungen geht und dass Verhandlungspositionen, Verhandlungsvorschläge mit Sicherheit nie ein Verhandlungsergebnis sind. (Abg. Kogler: Tun Sie lieber etwas gegen diese Käfighaltung für frei gewählte Abgeordnete!)
Abg. Pirklhuber: … sagen Sie ihm das persönlich nicht! – Zwischenruf der Abg. Fekter.
Oder aber, wie Alexander Zens in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ schreibt: Es darf nicht übersehen werden, dass auch NGOs wie Greenpeace Eigeninteressen haben, mit vermeintlich spektakulären Veröffentlichungen bleibt man interessant für Spender. – Ja, die einen wollen interessant sein, die anderen wollen ablenken, so wie zum Beispiel Dr. Drexel von SPAR, der mit einer Anti-TTIP-Kampagne hervorragend von einem Urteil wegen Preisabsprachen bei Milchprodukten und einer damit verbundenen Kartellstrafe in der Höhe von 30 Millionen € – eine der höchsten Kartellstrafen, die in Österreich je verhängt wurde – ablenken kann. (Abg. Pirklhuber: … sagen Sie ihm das persönlich nicht! – Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Abg. Kogler: Ja genau!
Aber die Konsequenz daraus kann doch nicht sein, dass wir Verhandlungen abbrechen. Wir hätten doch in der Vergangenheit viel mehr verhandeln sollen, wir hätten uns viel erspart, und wir sollten auch in der Zukunft mehr verhandeln, um Wirtschaftskriege auszuschließen. Sich auszutauschen ist doch immer die beste Lösung! (Abg. Kogler: Ja genau!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, leben Sie doch nicht in einer Seifenblase! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Europa kann sich doch nicht vor der Globalisierung drücken. Ich bin ein Verfechter von Regionalität, von regionalen Produkten und Dienstleistungen, aber Herr Dr. Eder hat das doch in der „ZIB 2“ letzte Woche ganz klar aufgezeigt: Er und die Voest brauchen TTIP nicht, aber seine mittelständischen Zulieferer aus Europa hätten eine große Chance. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, leben Sie doch nicht in einer Seifenblase! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Europa kann sich doch nicht vor der Globalisierung drücken. Ich bin ein Verfechter von Regionalität, von regionalen Produkten und Dienstleistungen, aber Herr Dr. Eder hat das doch in der „ZIB 2“ letzte Woche ganz klar aufgezeigt: Er und die Voest brauchen TTIP nicht, aber seine mittelständischen Zulieferer aus Europa hätten eine große Chance. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.
Genauso, wie wir uns der Digitalisierung aktiv stellen müssen, müssen wir auch der Herausforderung Globalisierung aktiv begegnen und sie als Chance nutzen. Die nächste Generation hat ein Recht darauf, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken und andere für uns gestalten lassen, sondern dass wir das Heft selbst in die Hand nehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.)
Zwischenruf des Abg. Rasinger.
Präsident Karlheinz Kopf: Nun gelangt Herr Vilimsky, Mitglied des Europäischen Parlaments, zu Wort. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rasinger.)
Abg. Fekter: Tun wir ja!
Mitglied des Europäischen Parlaments Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon interessant, hier den Ausführungen der Redner der ÖVP lauschen zu dürfen, die aus meiner Sicht wirklich die letzten Apologeten eines untergehenden EU-Systems sind. Ungeachtet dessen, wie viel sie bei Wahlen verlieren, wie viele Menschen ihnen abhandenkommen bei demokratischen Willensbildungen, sie gehen unbeirrt den Weg weiter, anstatt vielleicht innezuhalten und nachzudenken, ob ihre Positionen nicht, wenn man sie einer kritischen Betrachtung unterzöge, nachjustiert werden müssen und sie nicht all das, was von der Europäischen Union kommt, blind nachhüpfen müssen, sondern sich selbstbewusst und mit einer rot-weiß-roten Polung für die Interessen ihres eigenen Landes einsetzen sollten. (Abg. Fekter: Tun wir ja!) – Tun Sie nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mitglied des Europäischen Parlaments Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist schon interessant, hier den Ausführungen der Redner der ÖVP lauschen zu dürfen, die aus meiner Sicht wirklich die letzten Apologeten eines untergehenden EU-Systems sind. Ungeachtet dessen, wie viel sie bei Wahlen verlieren, wie viele Menschen ihnen abhandenkommen bei demokratischen Willensbildungen, sie gehen unbeirrt den Weg weiter, anstatt vielleicht innezuhalten und nachzudenken, ob ihre Positionen nicht, wenn man sie einer kritischen Betrachtung unterzöge, nachjustiert werden müssen und sie nicht all das, was von der Europäischen Union kommt, blind nachhüpfen müssen, sondern sich selbstbewusst und mit einer rot-weiß-roten Polung für die Interessen ihres eigenen Landes einsetzen sollten. (Abg. Fekter: Tun wir ja!) – Tun Sie nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.
Frau Bundesminister außer Dienst Fekter, fangen wir gleich mit einem Beispiel an. Es war Ihr Vertreter, damaliger Landwirtschaftsminister, späterer EU-Kommissar, Fischler, der eines versprochen hat – so wie vieles versprochen wurde von der damaligen rot-schwarzen Regierung –, nämlich dass der Schilling nicht abgeschafft wird und auf keinen Fall eine gemeinsame Währung kommt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.) Alles hat nicht den Fakten entsprochen. Die Tausend Euro, die von der Frau Ederer versprochen wurden, das Versprechen wurde ebenfalls nicht eingehalten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Weninger, Schieder und Fekter.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Weninger, Schieder und Fekter.
Frau Bundesminister außer Dienst Fekter, fangen wir gleich mit einem Beispiel an. Es war Ihr Vertreter, damaliger Landwirtschaftsminister, späterer EU-Kommissar, Fischler, der eines versprochen hat – so wie vieles versprochen wurde von der damaligen rot-schwarzen Regierung –, nämlich dass der Schilling nicht abgeschafft wird und auf keinen Fall eine gemeinsame Währung kommt. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.) Alles hat nicht den Fakten entsprochen. Die Tausend Euro, die von der Frau Ederer versprochen wurden, das Versprechen wurde ebenfalls nicht eingehalten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Weninger, Schieder und Fekter.)
Abg. Neubauer: Arbeitslosigkeit!
Jetzt bin ich beim Fischler und auch bei Ihrer Partei: Österreich bleibt der Feinkostladen Europas! – Erinnern Sie sich an diese Versprechungen, die damals von der ÖVP der Bevölkerung gegeben wurden? – Das ist genauso wenig wert wie die Ansagen, dass der Schilling erhalten bleibt, dass die Menschen sich etwas ersparen, dass das Pensionssystem abgesichert wird, dass der Arbeitsmarkt vitalisiert wird und so weiter und so fort. (Abg. Neubauer: Arbeitslosigkeit!)
Abg. Brosz: So ein Holler! – Abg. Moser: Sie lügen wie gedruckt!
Jetzt bin ich bei TTIP: Ich bin froh, dass wir wenige Tage vor einer bedeutsamen Wahl diese Frage im österreichischen Nationalrat mit Beteiligung der Fernsehzuseher noch einmal erörtern können, da es da zwei Kandidaten gibt. Der eine Kandidat, der grüne Kandidat hat sich zirka vor einem halben Jahr – nachzulesen in allen Tageszeitungen – sehr positiv zu TTIP ausgesprochen und prinzipiell nichts dagegen gehabt. (Abg. Brosz: So ein Holler! – Abg. Moser: Sie lügen wie gedruckt!) Dann wird es wahrscheinlich Parteistrategen gegeben haben, die gesagt haben: Du kannst ja vor der Wahl nicht so eine Position vertreten, justiere das nach! Mittlerweile hat er es nachjustiert, ist auch ein bisschen dagegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!) Die österreichische Bevölkerung wird sich ihr Bild machen müssen, ob sie einer solchen Meinungs-Indifferenz Glauben schenken kann oder auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!
Jetzt bin ich bei TTIP: Ich bin froh, dass wir wenige Tage vor einer bedeutsamen Wahl diese Frage im österreichischen Nationalrat mit Beteiligung der Fernsehzuseher noch einmal erörtern können, da es da zwei Kandidaten gibt. Der eine Kandidat, der grüne Kandidat hat sich zirka vor einem halben Jahr – nachzulesen in allen Tageszeitungen – sehr positiv zu TTIP ausgesprochen und prinzipiell nichts dagegen gehabt. (Abg. Brosz: So ein Holler! – Abg. Moser: Sie lügen wie gedruckt!) Dann wird es wahrscheinlich Parteistrategen gegeben haben, die gesagt haben: Du kannst ja vor der Wahl nicht so eine Position vertreten, justiere das nach! Mittlerweile hat er es nachjustiert, ist auch ein bisschen dagegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!) Die österreichische Bevölkerung wird sich ihr Bild machen müssen, ob sie einer solchen Meinungs-Indifferenz Glauben schenken kann oder auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt bin ich bei TTIP: Ich bin froh, dass wir wenige Tage vor einer bedeutsamen Wahl diese Frage im österreichischen Nationalrat mit Beteiligung der Fernsehzuseher noch einmal erörtern können, da es da zwei Kandidaten gibt. Der eine Kandidat, der grüne Kandidat hat sich zirka vor einem halben Jahr – nachzulesen in allen Tageszeitungen – sehr positiv zu TTIP ausgesprochen und prinzipiell nichts dagegen gehabt. (Abg. Brosz: So ein Holler! – Abg. Moser: Sie lügen wie gedruckt!) Dann wird es wahrscheinlich Parteistrategen gegeben haben, die gesagt haben: Du kannst ja vor der Wahl nicht so eine Position vertreten, justiere das nach! Mittlerweile hat er es nachjustiert, ist auch ein bisschen dagegen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ein bisschen!) Die österreichische Bevölkerung wird sich ihr Bild machen müssen, ob sie einer solchen Meinungs-Indifferenz Glauben schenken kann oder auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kogler: Geh bitte! Geh Herr Kollege! Ihr habt’s das doch jahrelang verschnarcht!
Der Zweite ist jemand, der dazu seit Jahren ein klares, ein unmissverständliches Meinungsbild hat, und das ist der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer (Abg. Kogler: Geh bitte! Geh Herr Kollege! Ihr habt’s das doch jahrelang verschnarcht!), der gesagt hat, er wird seine Unterschrift – und er wird der zuständige Mann in der Hofburg sein – nicht unter einen solchen Vertrag setzen, ohne – und da bin ich bei etwas ganz Zentralem – die Bevölkerung vorher zu fragen. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Der Zweite ist jemand, der dazu seit Jahren ein klares, ein unmissverständliches Meinungsbild hat, und das ist der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer (Abg. Kogler: Geh bitte! Geh Herr Kollege! Ihr habt’s das doch jahrelang verschnarcht!), der gesagt hat, er wird seine Unterschrift – und er wird der zuständige Mann in der Hofburg sein – nicht unter einen solchen Vertrag setzen, ohne – und da bin ich bei etwas ganz Zentralem – die Bevölkerung vorher zu fragen. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Ich glaube, genau das ist eigentlich der Schlüssel, wie Demokratie, wie Politik, wie auch eine europäische Einigung künftig besser funktionieren kann: die Bevölkerung abzuholen, die Bevölkerung einzubinden, die Bevölkerung zu fragen und sich daran zu orientieren, was die Bevölkerung wünscht (Beifall bei der FPÖ) – und nicht gewählte Volksvertreter, wie Sie es sind, wie ich es auf europäischer Ebene bin, in irgendwelchen geheimen Räumen unter ganz besonderen Auflagen in irgendwelche Zettel hineinschauen zu lassen, die von Firmenvertretern, von Lobbyisten, von Bürokraten, von Eurokraten verhandelt wurden.
Abg. Schimanek: Milchpreis! Wasser billiger …!
Europaweit gibt es massiven Widerstand gegen dieses Abkommen. Ich verstehe auch, warum: weil – und da bin ich bei dem Versprechen der ÖVP – wir der Feinkostladen Europas hätten bleiben sollen – was wir nicht und jetzt wahrscheinlich noch weniger sind, mit all diesen europäischen Unionsentwicklungen. (Abg. Schimanek: Milchpreis! Wasser billiger …!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, ich will dieses Abkommen nicht haben, ich will die österreichische Landwirtschaft schützen, ich will, dass die Qualität der österreichischen Lebensmittel entsprechend gewahrt wird. Und ich bin froh, dass es einen Kandidaten wie Norbert Hofer gibt, der klar und unmissverständlich gesagt hat, hier seine Entscheidung ohne Einbindung der Bevölkerung nicht zu treffen. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Fekter: Die Grünen waren noch nie dort!
Das heißt, es kommt zu einer vorläufigen Anwendung von CETA, es kommt dann zu einer Beschlussfassung von CETA, TTIP wird weiterverhandelt, unter den Bedingungen, unter denen es jetzt verhandelt wird, nämlich der absoluten Geheimniskrämerei, dass man diese „Gefängniszelle“ drüben im Wirtschaftsministerium für zwei Stunden aufsuchen, sich zwei Dokumente anschauen und niemanden mitnehmen darf. (Abg. Fekter: Die Grünen waren noch nie dort!) – Es sind 14 Dokumente, Frau Kollegin Fekter! Da muss ich siebenmal hingehen, damit ich alle Dokumente anschauen kann. Ich finde, das ist entwürdigend und das ist einem Parlamentarismus in keiner Weise würdig. Ich glaube, da sind wir uns einig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, es kommt zu einer vorläufigen Anwendung von CETA, es kommt dann zu einer Beschlussfassung von CETA, TTIP wird weiterverhandelt, unter den Bedingungen, unter denen es jetzt verhandelt wird, nämlich der absoluten Geheimniskrämerei, dass man diese „Gefängniszelle“ drüben im Wirtschaftsministerium für zwei Stunden aufsuchen, sich zwei Dokumente anschauen und niemanden mitnehmen darf. (Abg. Fekter: Die Grünen waren noch nie dort!) – Es sind 14 Dokumente, Frau Kollegin Fekter! Da muss ich siebenmal hingehen, damit ich alle Dokumente anschauen kann. Ich finde, das ist entwürdigend und das ist einem Parlamentarismus in keiner Weise würdig. Ich glaube, da sind wir uns einig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen, das ist ziemlich absurd. Ich möchte Folgendes: Ich möchte, dass dieser Wirtschaftsminister gemeinsam mit dem neuen Bundeskanzler die Verhandlungen zu TTIP sofort abbricht. Das System ist dermaßen schief aufgesetzt, es ist nicht mehr zu retten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Peter Wurm: Die Grünen werden wieder umfallen, wie gewohnt!
Ich möchte hier auch eine klare neue Positionierung. Sie haben vorhin Fußballvergleiche bemüht. Im Moment ist es bei CETA, bei dem Abkommen mit Kanada so … (Abg. Peter Wurm: Die Grünen werden wieder umfallen, wie gewohnt!) – Sie kommen gleich dran! – Im Moment ist es so, als würde man ein Fußballspiel nach der ersten Halbzeit bereits als endgültiges Ergebnis für den Aufstieg oder Abstieg einer Mannschaft bewerten. Genau so ist es. (Vizekanzler Mitterlehner: So sehen Sie es!)
Vizekanzler Mitterlehner: So sehen Sie es!
Ich möchte hier auch eine klare neue Positionierung. Sie haben vorhin Fußballvergleiche bemüht. Im Moment ist es bei CETA, bei dem Abkommen mit Kanada so … (Abg. Peter Wurm: Die Grünen werden wieder umfallen, wie gewohnt!) – Sie kommen gleich dran! – Im Moment ist es so, als würde man ein Fußballspiel nach der ersten Halbzeit bereits als endgültiges Ergebnis für den Aufstieg oder Abstieg einer Mannschaft bewerten. Genau so ist es. (Vizekanzler Mitterlehner: So sehen Sie es!)
Beifall bei den Grünen.
Kollegen von den Freiheitlichen, diese Broschüre (eine solche in die Höhe haltend) ist aus dem Jahr 2014. Das sage ich deswegen, denn das war zu einer Zeit, als Sie noch nicht einmal gewusst haben, wie man TTIP buchstabiert. Aber das ist eine wichtige Frage und immer schon unser vordringlichstes Anliegen gewesen, in diesem Bereich genauer hinzuschauen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen nicht den Weg in eine agrarindustrielle Landwirtschaft gehen, und mit TTIP ist der Weg dahin vorprogrammiert. Es ist vorprogrammiert, dass wir mit Billigware überschwemmt werden, dass die österreichischen Bauern weiter unter Druck geraten werden und dass wir sukzessive unsere Standards absenken müssen. Da werden Sie dann argumentieren, sonst sind wir, unsere Landwirtschaft, unsere Landwirte nicht mehr wettbewerbsfähig. Das darf einfach nicht passieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Entwicklung ist eine kulturelle Frage, und da kann man auch eine klare Bewertung – und das ist keine Befindlichkeit, Herr Wirtschaftsminister – treffen, nämlich dass wir eine andere Form der Wirtschaft, der Landwirtschaft haben wollen, eine, die auf Nachhaltigkeit setzt, die auf Vorsorgeprinzip setzt. Ich will nicht, dass Mütter beweisen müssen, dass der Schnuller fürs Baby giftig war, weil bereits ein Kind dadurch vergiftet worden ist. Ich glaube, damit ist das Vorsorgeprinzip ausreichend erklärt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und NEOS
Wenn ich mich um Sachlichkeit bemühe, dann muss ich auch danken, dann muss ich auch einmal anerkennende Worte für den Herrn Vizekanzler finden (Beifall bei ÖVP und NEOS), weil er sich – offensichtlich erst seit gestern – zu klaren Worten bekannt hat. Das muss sich aber erst auf der Regierungsbank durchsprechen, denn der Minister Rupprechter ist noch nicht so dafür; Präsident Schultes ist schon dafür.
Abg. Kogler: CETA liegt seit 2014 vor!
terer Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Kennst du die Ergebnisse? – Nein, wir kennen sie nicht. Ich habe kein Handzeichen bekommen. (Abg. Kogler: CETA liegt seit 2014 vor!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir können darüber abstimmen. Ja, wir haben die Möglichkeit. Ja, wir haben das Prozedere. Und ich glaube, es steht dafür, dass wir sachlich diskutieren, wenn die Ergebnisse am Tisch liegen. Dann können wir sachlich diskutieren – aber nicht vorher im reinen Populismus nur Schreckgespenster an die Wand malen! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Wenn hier der Kollege Kogler von einem anderen Wirtschaftssystem spricht: Wissen Sie, wie mein Wirtschaftsverständnis ausschaut? – Es heißt Sicherung von Arbeitsplätzen und Schaffung von Arbeitsplätzen. Das ifo wurde heute bereits zitiert: Knapp 50 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe – mein Betrieb zählt auch zu den Klein- und Mittelbetrieben, wenn auch im touristischen Bereich, aber es gibt Tausende in Österreich, die davon profitieren würden – würden von einem Wegfall von nichttarifären Handelsbarrieren profitieren. Und gerade darum geht es! Es geht um die Sicherung der Arbeitsplätze, und es geht vor allem darum, dass wir die Wirtschaft weiterentwickeln. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich würde mir wünschen, dass die Regierung ganz stark ist, die Europäische Union in ihrem Verhandlungsmandat ganz stark unterstützt, sodass die Standards gehoben und nicht, wie die Kollegin Glawischnig immer sagt, nach unten nivelliert werden. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.) Nein, wir haben die Chance, sie zu heben. Und das zeigen ja Ihre Leaks, dass Sie so nervös sind, dass das alles doch nicht so ist, wie Sie sagen.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meiner Ansicht nach zeigen die TTIP-Leaks eines: Europa hat hier ein starkes Mandat, und das nutzt es auch aus – und das sollten wir dementsprechend unterstützen. Dann, wenn das Ergebnis vorliegt, können wir darüber diskutieren. Hören Sie auf, in Ihrem Populismus zu verharren, nach dem 22. Mai gibt es auch noch einen Tag! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Der Begriff Freihandelsabkommen ist, muss ich ehrlich zugeben, marketingtechnisch schon einmal sehr, sehr hochintelligent gewählt worden. Freier Handel, das wollen wir natürlich alle. Gerade in der momentanen Situation will natürlich jeder alles probieren, um die Wirtschaft anzukurbeln. Nur, was hinter diesen Freihandelsabkommen steht, ist leider doch eine Mogelpackung, bei der der Preis für die Bevölkerung sehr, sehr hoch sein könnte. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Durch NAFTA haben natürlich die Exporte zugenommen. Die Frage ist nur: Welche? – Klar ist, das Lohnniveau ist vor allem in Mexiko ganz stark gesunken. Der Anteil der an der Armutsgrenze Lebenden ist gestiegen, denn der hoch subventionierte US-Mais bedeutete den Ruin vieler, vieler Kleinbauern. Gewinner waren – dreimal dürfen Sie raten – die großen Konzerne, die da ihren Exportanteil ausbauen konnten. Also unter fairem Handel stellen wir uns hier in Österreich etwas anderes vor. (Beifall beim Team Stronach.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte auch noch kurz zu „keine Senkung der Standards“ ein paar Zahlen nennen. Hinsichtlich der Rückstände von Pestiziden und anderen Chemikalien hat man sich auf den Codex-Alimentarius-Richtwert geeinigt, und ich kann Ihnen sagen, der ist leider viel, viel laxer, als wir ihn in der EU vorgeschrieben haben. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach.
Und ein letzter Satz noch: Die deutsche „Welt“ hat unlängst über Untersuchungen berichtet, bei denen herausgekommen ist, dass es wirtschaftlich durchaus verkraftbar wäre, wenn wir TTIP klar ablehnen. Es wäre ein rein politischer Schaden. – Denken Sie darüber nach! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Peter Wurm: Da wundern Sie sich, Frau Kollegin?
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Sie sollten sich einmal im Internet die Seiten der Europäischen Kommission anschauen, denn dort findet man zu CETA einen ganz erhellenden Satz. Da schreibt die Kommission, dass CETA das umfassendste Handelsabkommen ist, „das die EU bisher abgeschlossen hat“ – „abgeschlossen hat“! Also für die Kommission scheint dieses Abkommen bereits fix und durchgegangen zu sein, also schon vor dem Ratsbeschluss, vor der Abstimmung im Europäischen Parlament und noch bevor das Abkommen auch nur einem einzigen nationalen Parlament vorgelegt worden ist. (Abg. Peter Wurm: Da wundern Sie sich, Frau Kollegin?)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Abkommen zwischen der EU und Kanada hätte sehr viel positives Potenzial, würde man den Mut haben und sich die Zeit nehmen, es sich ausführlich und genau anzuschauen und zu diskutieren – etwa im Rahmen der angedachten Enquete –, damit es nämlich kein reines Handelsabkommen wird, sondern auch ein Verbraucherschutzabkommen, ein Umweltschutzabkommen und ein Anti-Sozialdumpingabkommen. Diese Chance wurde aber bisher vertan, und darum werden wir CETA in dieser Form nicht mittragen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Aber ohne Schiedsgerichte!
Aus meiner Sicht sind sie bei CETA gerade durch die Abänderungen hinsichtlich der Schiedsgerichte, aber auch darüber hinaus erfüllt. Offen ist, ob es ein gemischtes Übereinkommen ist oder nicht. Der österreichische Nationalrat, Österreich geht davon aus, dass es ein gemischtes Übereinkommen ist. Bei TTIP sind die Verhandlungen noch im Gange. Die Bedingungen des Nationalrates, die Bedingungen des Europäischen Parlaments, die Bedingungen des Rates für ein derartiges Abkommen liegen auf dem Tisch, noch nicht aber die Verhandlungsergebnisse. Daher möchte ich schon sehr deutlich sagen: Wenn wir alle – und ich hoffe, alle – einen faireren Handel wollen, dann müssen wir den faireren Handel verhandeln. (Abg. Pirklhuber: Aber ohne Schiedsgerichte!) Ohne Verhandlungen gibt es keine Rahmenbedingungen zur Regelung der Globalisierung – und wir wollen die Globalisierung regeln, denn wenn wir sie nicht regeln, gewinnt im Regelfall derjenige, der das Recht nicht einhält, der niedrigere Standards hat, niedrigere Löhne zahlt, gegenüber demjenigen, der höhere Standards hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus meiner Sicht sind sie bei CETA gerade durch die Abänderungen hinsichtlich der Schiedsgerichte, aber auch darüber hinaus erfüllt. Offen ist, ob es ein gemischtes Übereinkommen ist oder nicht. Der österreichische Nationalrat, Österreich geht davon aus, dass es ein gemischtes Übereinkommen ist. Bei TTIP sind die Verhandlungen noch im Gange. Die Bedingungen des Nationalrates, die Bedingungen des Europäischen Parlaments, die Bedingungen des Rates für ein derartiges Abkommen liegen auf dem Tisch, noch nicht aber die Verhandlungsergebnisse. Daher möchte ich schon sehr deutlich sagen: Wenn wir alle – und ich hoffe, alle – einen faireren Handel wollen, dann müssen wir den faireren Handel verhandeln. (Abg. Pirklhuber: Aber ohne Schiedsgerichte!) Ohne Verhandlungen gibt es keine Rahmenbedingungen zur Regelung der Globalisierung – und wir wollen die Globalisierung regeln, denn wenn wir sie nicht regeln, gewinnt im Regelfall derjenige, der das Recht nicht einhält, der niedrigere Standards hat, niedrigere Löhne zahlt, gegenüber demjenigen, der höhere Standards hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Stefan: Oder vor der Bevölkerung?
Ich frage mich die ganze Zeit – und da schließe ich an Frau Glawischnig an –: Warum soll am Ende eine Volksabstimmung stehen? Ich sage das ganz trocken: Vor wem fürchten wir uns eigentlich? – Fürchten wir uns vor uns Politikern, die wir sowohl im Europäischen Parlament als auch im nationalen Parlament das letzte Wort haben? (Abg. Stefan: Oder vor der Bevölkerung?) Fürchten wir uns vor unseren Bedingungen, die wir an die Verhandler gestellt haben? Fürchten wir uns vor unserer Qualität? Fürchten wir uns vor unseren Stärken? – Nein, davor fürchte ich mich nicht! Ich möchte die parlamentarische Demokratie stärken und nicht aushöhlen. Daher bin ich froh, dass das Europaparlament seit dem Lissabon-Vertrag mit in den Entscheidungsprozess eingebunden ist.
Beifall bei ÖVP und NEOS.
denn wir sind Exportweltmeister und wissen, was der freie Handel für die österreichische Wirtschaft bedeutet: Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit! (Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzter Kollege Karas, eine Frage kann ich Ihnen gleich beantworten, nämlich die Frage, wovor Sie sich fürchten. Sie haben gesagt, wovor Sie sich nicht fürchten, Sie haben aber nicht gesagt, wovor Sie sich fürchten. Das ist aber einfach zu beantworten, denn – Sie haben es nicht erwähnt – das ist eine Entscheidung des Volkes, eine Entscheidung der Bevölkerung (Beifall bei der FPÖ), die gegen die Nomenklatura und gegen abgehobene Leute ist, die Dinge aus ideologischen Gründen einfach durchsetzen, egal, ob es für die Bevölkerung gut oder schlecht ist, und egal, ob es die Bevölkerung will oder nicht will. Das ist aber eine Politik, die Sie eigentlich nicht mittragen sollten, die Sie nicht vertreten sollten und die wir nicht nur nicht mittragen, sondern die wir aktiv bekämpfen werden. Wir sind der Ansicht, Demokratie und Artikel 1 unserer Verfassung, dass das Recht vom Volk ausgeht, sind keine leeren Phrasen, sondern das sind Grundsteine unseres Handelns, das ist der zentrale Auftrag, den wir von der Verfassung, von den Wählern bekommen haben. Das, Herr Kollege Karas, gilt genauso für den jetzt leider nicht mehr anwesenden Herrn Minister Mitterlehner! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzter Kollege Karas, eine Frage kann ich Ihnen gleich beantworten, nämlich die Frage, wovor Sie sich fürchten. Sie haben gesagt, wovor Sie sich nicht fürchten, Sie haben aber nicht gesagt, wovor Sie sich fürchten. Das ist aber einfach zu beantworten, denn – Sie haben es nicht erwähnt – das ist eine Entscheidung des Volkes, eine Entscheidung der Bevölkerung (Beifall bei der FPÖ), die gegen die Nomenklatura und gegen abgehobene Leute ist, die Dinge aus ideologischen Gründen einfach durchsetzen, egal, ob es für die Bevölkerung gut oder schlecht ist, und egal, ob es die Bevölkerung will oder nicht will. Das ist aber eine Politik, die Sie eigentlich nicht mittragen sollten, die Sie nicht vertreten sollten und die wir nicht nur nicht mittragen, sondern die wir aktiv bekämpfen werden. Wir sind der Ansicht, Demokratie und Artikel 1 unserer Verfassung, dass das Recht vom Volk ausgeht, sind keine leeren Phrasen, sondern das sind Grundsteine unseres Handelns, das ist der zentrale Auftrag, den wir von der Verfassung, von den Wählern bekommen haben. Das, Herr Kollege Karas, gilt genauso für den jetzt leider nicht mehr anwesenden Herrn Minister Mitterlehner! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Das sind alles gescheiterte Systeme, und man kann sich diese gescheiterten Systeme am lebenden Modell in Nordamerika anschauen. Es gibt dieses nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA; das gibt es ja. Das Resultat war, dass in Mexiko sehr wohl ungefähr 90 000 Arbeitsplätze in der Montageindustrie, speziell von den großen amerikanischen Automobil- und Maschinenkonzernen, geschaffen worden sind, aber gleichzeitig sind die Existenzen von ungefähr 1,25 Millionen kleinbäuerlichen Maisproduzenten zerstört worden; die sind heute arbeitslos und leben in den Slums. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum Schluss. Wenn Kommissionspräsident Juncker sagt, machen wir einmal etwas, und wenn es keinen Aufschrei gibt, weil die Leute gar nicht verstehen, worum es geht, dann machen wir so lange weiter, bis es keinen Schritt zurück gibt. So darf das nicht unsere Politik sein, sondern wir müssen jetzt Nein zu den vorliegenden Ergebnissen sagen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Stefan: Sie wollen ja eine Regulierung! – Abg. Neubauer: Das wichtigste Problem in Österreich: der Traktorensitz! Unglaublich!
lament die Zulassung von Traktorensitzen regulieren? – Bei 440 000 Arbeitslosen in Österreich wollen Sie sich um Traktorensitze kümmern?! Das ist ein völliger Blödsinn! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Stefan: Sie wollen ja eine Regulierung! – Abg. Neubauer: Das wichtigste Problem in Österreich: der Traktorensitz! Unglaublich!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist das, was TTIP macht. Sie werden keinen Standard in Österreich mehr heben können, weil Sie dadurch in der Konkurrenzsituation die österreichische Wirtschaft benachteiligen. Das Recht zu regulieren werden Sie haben, nur nutzen werden Sie es nicht mehr können. – Das ist TTIP! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
nicht im Verhandlungsmandat, und deswegen ist das abzubrechen – abzubrechen, so wie der jetzige Verhandlungsstand ist, weil der Auftrag schlecht ist. Wenn Sie sich als Parlament ernst nehmen, dann erteilen Sie neue Verhandlungsaufträge für eine gemeinsame Gesetzgebung, für gemeinsame Regulierungen, für gemeinsame hohe Standards, die man tatsächlich nach oben schrauben kann, ohne die Wirtschaft in einen selbstmörderischen Wettbewerb um niedrigere Standards zu treiben! Dann kann man ein solches Abkommen machen, aber nicht so, wie es jetzt beauftragt ist. Das ist nicht zu retten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Als Allerletztes: Der Investitionsschutz geht in genau diese Richtung. Es wird nicht irgendetwas von den Gerichten weggelegt. Sie werden verklagt dafür, dass Sie in diesem Nationalrat Gesetze erlassen, wenn dieser Investitionsschutz kommt. Wir erleben das bis jetzt nur mit Dritte-Welt-Ländern, die auch von österreichischen Konzernen verklagt werden. Wir sollten nicht zulassen, dass gegen Sie als Nationalrat geklagt wird, weil Sie einen Standard heben, einen Umweltschutzstandard nach oben schrauben, einen Sozialstandard nach oben schrauben oder sonst etwas. Das sollten Sie sich als österreichischer Nationalrat nicht wegnehmen lassen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Lugar: Aber Sie könnten etwas Sachliches sagen! Was halten Sie davon?
All dies bewirkt, dass ich mit einem Déjà-vu kämpfe, nämlich: Beim EU-Beitritt vor gut 20 Jahren hatten wir eine ähnliche Situation. Was war damals Gegenstand der Debatte? – Angst vor Blutschokolade, Farbstoffen aus Läusen und Gentechnik. Wenn wir zurückblicken, dann sehen wir, dass sich die Standards nicht gesenkt haben und auch der viel prognostizierte Untergang des Abendlandes nicht eingetreten ist. (Abg. Lugar: Aber Sie könnten etwas Sachliches sagen! Was halten Sie davon?)
Abg. Lugar: Sagen Sie etwas Sachliches zum Thema!
Das Problem bei dieser Art der Diskussion ist die völlige Emotionalisierung und das bewusste Schüren von Aggression (Abg. Lugar: Sagen Sie etwas Sachliches zum Thema!) – Aggression, die dazu führt, dass sich die BefürworterInnen und deren GegnerInnen in einer Diskussion gegenseitig tatsächlich extrem angreifen. (Abg. Lugar: Sagen Sie etwas zum Thema!)
Abg. Lugar: Sagen Sie etwas zum Thema!
Das Problem bei dieser Art der Diskussion ist die völlige Emotionalisierung und das bewusste Schüren von Aggression (Abg. Lugar: Sagen Sie etwas Sachliches zum Thema!) – Aggression, die dazu führt, dass sich die BefürworterInnen und deren GegnerInnen in einer Diskussion gegenseitig tatsächlich extrem angreifen. (Abg. Lugar: Sagen Sie etwas zum Thema!)
Abg. Lugar: Na sagen Sie einmal etwas Vernünftiges!
Ich war vergangene Woche bei einer Debatte zu diesem Thema, und die Emotionen sind dort fast übergekocht. Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erzählte mir von Morddrohungen, die sie bekommt. Der Wut- und Aggressionsspiegel nimmt beängstigende Ausmaße an. Ein vernünftiger Austausch von Argumenten und Meinungen findet tatsächlich kaum mehr statt. (Abg. Lugar: Na sagen Sie einmal etwas Vernünftiges!) Wir leben in Zeiten von massiver sprachlicher Gewaltanwendung, und ich sage Ihnen, meine Kolleginnen und Kollegen, dass das nicht sein kann. Wir reden von einem Freihandelsabkommen! Dass man da knapp bis an die Schwelle der sprachlichen und tatsächlichen Gewalt kommt, ist eine Sache, die wir gemeinsam einbremsen müssen.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich wünsche uns allen noch einen konstruktiven Austausch. Hvala lepa! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit einer Fotografie eines Bauernhofes auf, vor welchem ein Schild mit der Aufschrift „Wegen US-Konkurrenz geschlossen“ steht. – Ruf bei der ÖVP: Oje! – Abg. Fekter: Haben wir wieder das Palmöl?
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Steinbichler gelangt als Nächster zu Wort. – Bitte. (Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit einer Fotografie eines Bauernhofes auf, vor welchem ein Schild mit der Aufschrift „Wegen US-Konkurrenz geschlossen“ steht. – Ruf bei der ÖVP: Oje! – Abg. Fekter: Haben wir wieder das Palmöl?)
Beifall bei Team Stronach, FPÖ, Grünen und NEOS.
Ich darf heute mit Freude eine Gruppe des Bauernmarktes Regau unter Obmann Schwarz begrüßen, die sich diese Diskussion auf der Galerie mit Interesse anhört. (Beifall bei Team Stronach, FPÖ, Grünen und NEOS.) Auf dem Regauer Bauernmarkt bieten über 40 Aussteller aus dieser Region ihre Produkte an. Nur: Hier sieht man (auf die auf dem Rednerpult stehende Tafel zeigend), wie aggressiv derzeit der Markt umworben wird. Hier auf dieser Preisliste mit der Überschrift „Steak-Weltmeister“ sind sieben Gebiete angeführt: Japan, Europa, Südamerika, Nordamerika, Afrika, Australien und Asien, und auf der Speisekarte steht dann meistens – Herr Präsident Schultes, du wirst ja heute noch zu diesem Thema sprechen –: Produkte aus der Region, erzeugt nach heimischen Grundsätzen, nachhaltig und im Einklang mit der Natur. – Das ist das Problem, das unsere Betriebe, unsere kleinen Gewerbebetriebe, unsere Arbeitnehmer haben!
Beifall bei Team Stronach, FPÖ und Grünen. – Abg. Schieder: Nein …!
Sind das die Arbeitnehmerstandards, die Sie in Österreich einführen wollen? Ist das die Politik, die wir unterstützen wollen? (Beifall bei Team Stronach, FPÖ und Grünen. – Abg. Schieder: Nein …!) – Danke, Herr Kollege Schieder.
Zwischenruf des Abg. Auer.
Und zu diesen berühmten roten Linien: Hermann Schultes, vielleicht kannst du heute Nachmittag einmal klarstellen, was diese rote Linien sind, oder Präsident Jakob Auer; das wäre interessant. Diese roten Linien müssen etwas ganz Gefährliches sein. Ich weiß nicht, hat das schon etwas mit der Vorahnung zu tun gehabt, dass es einen neuen Bundeskanzler geben wird? (Zwischenruf des Abg. Auer.) Ich habe keine Ahnung, aber die roten Linien sind gefährdet. Vielleicht kann es Elisabeth Köstinger erklären. Die will ohnehin Ministerin werden, dann haben wir einen Ansprechpartner in Österreich. Das wäre interessant.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Definiert bitte einmal, was die roten Linien sind! Wir wissen ja gar nicht, was da bei CETA, TTIP und Co verhandelt wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ja das Problem! (Beifall beim Team Stronach.) Und dann heißt es: Gehts ins Wirtschaftsministerium und schauts euch die Akten an, aber aufschreiben dürft ihr nichts, fotografieren dürft ihr nichts!
Beifall beim Team Stronach.
Definiert bitte einmal, was die roten Linien sind! Wir wissen ja gar nicht, was da bei CETA, TTIP und Co verhandelt wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ja das Problem! (Beifall beim Team Stronach.) Und dann heißt es: Gehts ins Wirtschaftsministerium und schauts euch die Akten an, aber aufschreiben dürft ihr nichts, fotografieren dürft ihr nichts!
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Und jetzt komme ich zu einem weiteren Punkt: Kommissar Hogan war hier in diesem Haus. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Ja, Präsident Eßl, du bist ja der Beste: Du hast angeblich die Militärmusik gerettet, hast aber gar nicht gewusst, dass du dagegen gestimmt hast! Dir glaube ich besonders viel. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Und jetzt komme ich zu einem weiteren Punkt: Kommissar Hogan war hier in diesem Haus. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Ja, Präsident Eßl, du bist ja der Beste: Du hast angeblich die Militärmusik gerettet, hast aber gar nicht gewusst, dass du dagegen gestimmt hast! Dir glaube ich besonders viel. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir gehen ungeschützt in diese Globalisierung. Wir gehen ungeschützt in diesen Markt. Wir dürfen unsere Landwirtschaft, unsere Konsumenten, unsere regionalen Arbeitsplätze, unsere Firmen nicht dieser Globalisierung opfern. Das ist das Entscheidende! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Steinbichler holt seine noch auf dem Rednerpult stehenden Tafeln.
Mitglied des Europäischen Parlaments Karoline Graswander-Hainz (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! – Oh, Sie haben etwas vergessen, Herr Abgeordneter! (Abg. Steinbichler holt seine noch auf dem Rednerpult stehenden Tafeln.) – Bitte schön, nehmen Sie sie gerne mit!
Zwischenruf bei der ÖVP.
Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Werte Abgeordnete! Ich möchte mich für die Möglichkeit bedanken, hier zu diesem Thema zu sprechen. Es ist, so scheint es uns allen, sehr wichtig. Ich möchte mich aber besonders bei den Abgeordneten der grünen Parlamentsfraktion dafür bedanken, dass sie eine Debatte über dieses Thema hier in diesem Haus überhaupt ermöglicht haben. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Erstens stelle ich mich vehement gegen den Investorenschutz. Investorenschutzinstrumente sind nur für ausländische Unternehmen und nicht für Bürgerinnen und Bürger oder inländische Unternehmen möglich. Ich will keine Zweiklassengesellschaft und auch keine Zweiklassengerichtsbarkeit in Europa. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Einen letzten Satz lassen Sie mich noch sagen: Ja, Handelspolitik ist wichtig, aber sie muss fair sein, sie muss nachhaltig sein, sie muss sozial gerecht sein, und es braucht auch den Rückhalt der nationalen Parlamente, damit wir in eine Zukunft gehen können, die sicher ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum Vorsorgeprinzip und zur Gentechnik!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren im Hohen Haus! (Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum Vorsorgeprinzip und zur Gentechnik!) Zuerst einmal sage ich etwas zu den Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Ich freue mich, dass ich sie hier im Haus begrüßen darf. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren im Hohen Haus! (Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum Vorsorgeprinzip und zur Gentechnik!) Zuerst einmal sage ich etwas zu den Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Ich freue mich, dass ich sie hier im Haus begrüßen darf. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Marktöffnung bedeutet, sehr genau zu wissen, was wir zu schützen haben. Wir brauchen jedes Mal die Verhandlung über Quoten und darüber, wie sie funktionieren. Sie alle wollen, dass wir in schwierigen Zeiten Sicherheit haben, daher ist es wichtig, Stärke und Zucker zum Beispiel zu schützen – nicht nur die Industrie, sondern auch, dass es bei uns auf den Äckern wächst. In der Krise hat man nur das, was auf dem Acker draußen wächst. Deswegen ist es wichtig, da sehr genau zu sein und darauf zu achten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie können sich einer Sache sicher sein: Wenn dieses Abkommen, TTIP zustande kommt, worüber ich große Zweifel hege, und wenn es dann hierher ins Haus kommt, dann werden wir darauf achten, dass es für die Landwirtschaft passt. Wir spielen kein Theater, wir reden dort, wo es notwendig ist, und wir reden dann, wenn es notwendig ist. Dafür bedanke ich mich bei meinen Kollegen, denn die stehen eisern dazu und wissen ganz genau, was sie wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht darum (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), die unverhandelbaren Positionen klarzustellen. Das haben wir getan.
Beifall bei der ÖVP.
Wir bitten Sie nur: Kaufen Sie das auch, damit Sie etwas davon haben! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Geh bitte!
Das Gleiche hätte gegolten für Dinge wie ESM, wie Bargeldverbot (Abg. Kogler: Geh bitte!), wie EU-Grenzmanagement, Türkei-Deal, Beitritt der Türkei et cetera. Es muss uns bewusst sein: Mit den Vereinigten Staaten von Europa wird das in Brüssel entschieden, und wir haben da nichts mitzureden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Gleiche hätte gegolten für Dinge wie ESM, wie Bargeldverbot (Abg. Kogler: Geh bitte!), wie EU-Grenzmanagement, Türkei-Deal, Beitritt der Türkei et cetera. Es muss uns bewusst sein: Mit den Vereinigten Staaten von Europa wird das in Brüssel entschieden, und wir haben da nichts mitzureden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Obernosterer: Was war das jetzt?
Das ist nicht unser Zugang zu Demokratie – Demokratie, die Macht des Volkes. Das ist nicht unser Zugang, wenn demokratische Mitbestimmung in solchen Vereinigten Staaten von Europa darauf reduziert wird, dass wir alle fünf Jahre ein Kreuzerl machen dürfen und wählen können zwischen Juncker oder Schulz oder Karas – alles übrigens Unterstützer von Van der Bellen. (Abg. Obernosterer: Was war das jetzt?)
Beifall bei der FPÖ.
Noch einmal: Das ist nicht unser Zugang zu Demokratie, wenn wir darauf beschränkt werden, alle fünf Jahre ein Kreuzerl machen zu dürfen. Wir Freiheitliche wollen das nicht, deswegen sind wir dem gegenüber sehr kritisch. Wir Freiheitliche sind der Meinung, dass das Recht vom Volk ausgeht und dass in elementaren Dingen, die das Zusammenleben regeln, die Letztentscheidung beim Volk zu liegen hat. Die Vereinigten Staaten von Europa wären das genaue Gegenteil davon. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
An dieser Stelle ein Dank an die Europa-Abgeordneten für ihre Arbeit, dass wir auch hier stärker zusammenarbeiten, dass wir die Diskussion führen, parlamentarisch führen, demokratisch führen – das ist die Herausforderung: das Primat der Politik! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Das ist lächerlich!
Schauen wir uns doch die Fakten an! Was sagen denn Ihre Ökonomen, sozusagen die Apologeten dieses Weges? – 0,04 Prozent zusätzliches BIP, zusätzliches Wachstum soll es bringen. 0,04 Prozent jährlich – und das möglicherweise erst in zehn Jahren! Und wie viele Arbeitsplätze? – Kommissarin Malmström hat es hier im Hause bei der Aussprache gesagt: für Österreich ungefähr 25 000 Arbeitsplätze. (Abg. Kogler: Das ist lächerlich!) Ja, aber da ist noch nicht gegengerechnet, wie viele Bäuerinnen und Bauern aufhören müssen, wie viele kleine und mittlere Unternehmen aufgrund dieser Veränderungen werden aufhören müssen, das ist die Realität. – Also kaum Effekte!
Abg. Kogler: Genau! Das ist in CETA auch drinnen!
Die Konzerne wollen eines: Beschleunigung der Zulassung von Gentechnikkonstrukten, und sie wollen diesen Klagemechanismus einführen. Sie wollen ganz einfach diese Rechte durchsetzen, und das heißt: politische Macht erringen! (Abg. Kogler: Genau! Das ist in CETA auch drinnen!) Wenn man Staaten klagen kann, wenn man auf die Regulation und auf Gesetze direkten Zugriff hat, dann bedeutet das mehr Macht für die Konzerne, weniger Macht für die Parlamente. Und dagegen gilt es offen und klar aufzutreten, meine Damen und Herren!
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Und wenn die Kommission dann hergeht und Broschüren herausgibt – mein Kollege Walser hat das sehr gut aufgezeigt – und Broschüren in den Schulen verteilt werden, die klipp und klar die Unwahrheit erzählen, und das mit europäischen Steuergeldern finanziert wird, dann sage ich: Stopp, Herr Minister! Da muss die Regierung ein klares Stopp sagen, und ich hoffe, dass die neue Bildungsministerin solche Pamphlete in Kürze abstellen wird. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich komme zum Schluss, meine Damen und Herren: Wir müssen ganz klar CETA hier im Parlament stoppen, denn das ist eine Blaupause für TTIP, und wir müssen auch der EU-Kommission das Verhandlungsmandat entziehen. Das wird die Herausforderung der nächsten Wochen und Monate sein. Und als Basis dafür – das ist das Letzte, was ich noch sage, Herr Präsident – müssen wir die parlamentarische Enquete mit der Zivilgesellschaft, die meine Kollegin Glawischnig in der Präsidiale schon positiv eingefordert hat, umgehend auf den Weg bringen. Das ist der Punkt! Da können wir dann als Abgeordnete persönlich dazu beitragen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: Brauchst ein Taschentuch? – Ich hätt’ eines!
Ich verstehe gerade das, was vonseiten der freiheitlichen und der grünen Fraktion vorgetragen wurde, tatsächlich weitestgehend nicht, denn es hört sich für mich sehr Mitleid erweckend an, es hört sich sehr klein an, es hört sich sehr schwach an. Es hört sich so an, als wären wir nicht Kraft in Österreich und wären wir nicht Kraft in Europa. Mir kommen manchmal wirklich fast die Tränen, wenn ich Ihnen zuhöre – allerdings weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. (Abg. Neubauer: Brauchst ein Taschentuch? – Ich hätt’ eines!)
Beifall bei den NEOS.
riger, Jahre dauernder Prozess. Ich kann Ihnen nur sagen, hier im Parlament und für Europa: Mehr Selbstvertrauen! Das ist das, was ich mir wünsche. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Sie sagen, eine weitere Vertiefung der Kooperation – und ein Freihandel ist per se nur eine weitere Vertiefung von Kooperation, die Verhandlungsergebnisse stehen nicht fest, aber es geht um Kooperation –, das wünschen Sie sich nicht. Sie wünschen, das Ergebnis nicht abzuwarten, sondern abzulehnen. Hätte dieses Verständnis nach dem Zweiten Weltkrieg geherrscht, dann hätte es das Europa, das wir heute erleben, niemals gegeben. Dann hätte es den Wohlstand, den wir heute haben, nicht gegeben, und dann hätten viele Staaten in Süd- und Mittelamerika, die sich auf dem Weg zum Wohlstand befinden, diesen Weg nicht beschreiten können – mit all den Abrisskanten, die es in der Geschichte gegeben hat, aber es ist ein Weg nach vorne. Und über die Spielregeln verhandeln wir im Moment. Die kennen wir noch nicht im Detail, und deswegen können wir sie auch nicht ablehnen. Also: Mehr Mut und mehr Visionen sowohl für Österreich wie auch für Europa! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Ich wünsche mir, dass jene konstruktiven Kräfte, die auch das Ergebnis sehen wollen, bevor sie darüber abstimmen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Ich glaube, 70 Prozent Ablehnung ist kein Grund, sofort die Verhandlungen abzubrechen, aber 70 Prozent Ablehnung ist ein klarer Arbeitsauftrag, um in einen Dialog einzutreten und eine ernsthafte Arbeit zu machen. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
Schlusssatz: TTIP fördert ganz sicher den ungezügelten Raubtierkapitalismus und ist der Sargnagel der Sozialdemokratie. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Steuerreform bezahlen sich die Menschen wieder selbst. Das ist genau so, wie wir es Ihnen im Vorjahr schon gesagt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kommen wir zum zweiten Punkt. Da schreiben Sie: „Zusätzliche Impulse in den Bereichen innere und äußere Sicherheit und Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingssituation“. – Ich halte diesen Euphemismus „Flüchtlingssituation“ für höchst unangebracht, denn es handelt sich hierbei um eine von der Bundesregierung grob fahrlässig herbeigeführte Krise durch die Grenzöffnung für Migranten aus aller Welt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Fekter: Die Gesundheitsreform verschlafen!
Die Sozial-, die Pensions- und die Gesundheitskosten fliegen uns um die Ohren, die Staatsschulden erreichen schwindelerregende Höhen, die Bürokratie ufert immer mehr aus, und bei den Förderungen sind wir Weltmeister. Bei den Förderungen sind wir Weltmeister. (Abg. Fekter: Die Gesundheitsreform verschlafen!) Zusätzlich leisten wir uns einen Föderalismus, der teuer und ineffizient ist.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Fekter.
Es tut mir leid, aber echte, nachhaltige Strukturreformen hier in Österreich durch diese Bundesregierung kann ich nicht erkennen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Fekter.) Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir brauchen uns nur die Transparenzdatenbank anzuschauen, wo die Bundesländer überhaupt noch keine Daten einfüttern. Das heißt: Reformen werden verschleppt, bis davon überhaupt nichts mehr übrig ist.
Beifall bei der FPÖ.
Insgesamt lässt sich also leider feststellen, dass das kein zukunftsweisender Finanzplan ist, wie wir ihn dringend nötig hätten. Auch im Finanz- und Budgetbereich scheint also das Motto dieser Regierung zu sein: Reformblockade und Stillstand um jeden Preis. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haider.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Haider, es ist jedes Jahr dasselbe. Man könnte sagen: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. (Zwischenruf des Abg. Haider.) Jedes Jahr hat die Opposition bei der Erstellung des Budgets, bei der Erstellung des Bundesfinanzrahmens gesagt: Das Ergebnis wird nicht halten, die Einnahmen werden nicht so kommen, wie sie budgetiert sind. – Und jedes Mal liegen wir besser. Die Budgetgebarung des Jahres 2015 wurde im Budgetausschuss bereits beschlossen, und wir erkennen, dass wir wesentlich besser liegen, dass wir bereits im Jahr 2015 das strukturelle Nulldefizit erreicht haben, und nicht erst im Jahr 2016 und in den Folgejahren. Wir liegen also besser, als wir uns das vorgestellt haben.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Der Herr Bundesminister hat jetzt wieder einen Schritt gesetzt, zu dem ich sehr herzlich gratulieren möchte: Er hat eine Grundsatzeinigung zustande gebracht, was diese wirklich exorbitante HETA-Geschichte betrifft. Die Freiheitlichen, die sich immer herausstellen und dann das Budget kritisieren und sagen, dass der Finanzrahmen nicht passt, hätten sich durchaus einmal bei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern dafür entschuldigen können, was sie ihnen mit den Haftungen in Kärnten und der Politik für die Hypo Alpe-Adria angetan haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Der Herr Finanzminister arbeitet immer daran, diesbezüglich eine Lösung zustande zu bringen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend möchte ich mich sehr herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Budgetsektion und bei der neuen Sektionschefin, Frau Mag. Berger, bedanken. Sie hat uns umfassend bei unseren Vorbereitungen zum Budgetausschuss unterstützt. Ich möchte mich aber auch beim Budgetdienst bedanken, der mit seiner Analyse den Abgeordneten immer eine sehr breite und gute Grundlage für die parlamentarische Arbeit hier in diesem Haus bietet. Nicht zuletzt möchte ich mich bei den Kolleginnen und Kollegen, die im Budgetausschuss zwar sehr kontroversiell, sehr heftig, aber doch sehr konstruktiv diskutiert haben, bedanken. Ich denke, der Budgetausschuss ist ein gutes Beispiel dafür, wie man unterschiedliche Meinungen austauschen, aber letztendlich wertschätzend miteinander umgehen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Moser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rossmann –: Wertschätzend, bitte!
Präsident Karlheinz Kopf: Nun gelangt Herr Abgeordneter Mag. Rossmann zu Wort. – Bitte. (Abg. Moser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rossmann –: Wertschätzend, bitte!)
Zwischenruf des Abg. Haider.
stellen, was man mit diesen 2 Milliarden € an Flüchtlingskosten nicht alles hätte machen können, so möchte ich zwei Punkte anmerken: Erstens hätten Sie die Flüchtlinge und Asylwerber offensichtlich im Regen stehen lassen, sie ihrem Elend überlassen. Das ist Punkt eins. (Zwischenruf des Abg. Haider.) Punkt zwei: Es stellt sich schon die Frage, was man denn mit den bisher mehr als 5 Milliarden €, die für die Hypo in den Sand gesetzt worden sind, nicht alles hätte machen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haider: Mit den Stimmen der Grünen …!) Es wird nicht bei diesen 5 Milliarden € bleiben. Und wer hat denn das zu verantworten? – Die FPÖ in Kärnten! So schaut es aus, Herr Kollege. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haider: Mit den Stimmen der Grünen …!
stellen, was man mit diesen 2 Milliarden € an Flüchtlingskosten nicht alles hätte machen können, so möchte ich zwei Punkte anmerken: Erstens hätten Sie die Flüchtlinge und Asylwerber offensichtlich im Regen stehen lassen, sie ihrem Elend überlassen. Das ist Punkt eins. (Zwischenruf des Abg. Haider.) Punkt zwei: Es stellt sich schon die Frage, was man denn mit den bisher mehr als 5 Milliarden €, die für die Hypo in den Sand gesetzt worden sind, nicht alles hätte machen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haider: Mit den Stimmen der Grünen …!) Es wird nicht bei diesen 5 Milliarden € bleiben. Und wer hat denn das zu verantworten? – Die FPÖ in Kärnten! So schaut es aus, Herr Kollege. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider.
stellen, was man mit diesen 2 Milliarden € an Flüchtlingskosten nicht alles hätte machen können, so möchte ich zwei Punkte anmerken: Erstens hätten Sie die Flüchtlinge und Asylwerber offensichtlich im Regen stehen lassen, sie ihrem Elend überlassen. Das ist Punkt eins. (Zwischenruf des Abg. Haider.) Punkt zwei: Es stellt sich schon die Frage, was man denn mit den bisher mehr als 5 Milliarden €, die für die Hypo in den Sand gesetzt worden sind, nicht alles hätte machen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haider: Mit den Stimmen der Grünen …!) Es wird nicht bei diesen 5 Milliarden € bleiben. Und wer hat denn das zu verantworten? – Die FPÖ in Kärnten! So schaut es aus, Herr Kollege. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Was ist dann? Keine Integrationsnotwendigkeiten mehr? – Ich sage Ihnen, Herr Finanzminister, meine Damen und Herren von der SPÖ und von der ÖVP: Die Integration braucht einen langen Atem und endet nicht Ende des Jahres 2017. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Die Experten haben uns beim Hearing im Ausschuss gesagt: Das Problem liegt zum einen in Brüssel, in einer zu restriktiven Budgetierung, das heißt überzogenen Sparpaketen, zum anderen aber auch in fehlenden Investitionen – auch darauf haben die Experten hingewiesen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Der Juncker-Plan ist doch nichts anderes als ein Rohrkrepierer. Beginnen wir doch in diesem Land und in der Europäischen Union zu investieren! Bedarf gibt es genug, vom Wohnbereich angefangen bis zur Ökologisierung der Wirtschaft. Darüber hinaus braucht es natürlich andere Instrumente, etwa die Ausweitung der Mittel für die Arbeitsmarktförderung. Es braucht aber auch eine Arbeitszeitverkürzung als Instrument, denn sonst sehe ich nicht, wie wir das Problem der Arbeitslosigkeit, das viele Menschen in den nächsten Jahren in Armut stürzt, werden lösen können. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Was den Finanzausgleich und den Föderalismus betrifft, kann ich Ihnen heute schon sagen: Das wird nichts werden, weil die Landesfürsten blockieren. Bildungsreform: Ja, her damit! Wo ist sie? – Verwaltungsreformen: Sie finden nicht statt. Steuerstrukturreformen haben wir im Ausschuss ausgiebig debattiert – aber wo sind sie? Wo ist eine Ökologisierung des Steuersystems zur Entlastung des Faktors Arbeit? – Die 1 Milliarde €, die Frau Kollegin Tamandl erwähnt hat, ist doch ein Tropfen auf den heißen Stein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Steuern auf Vermögen rauf, Steuern auf ökologische Aspekte rauf und Entlastung des Faktors Arbeit mit dem Schwerpunkt der Entlastung der unteren Einkommen – das muss her. Ebenso braucht es eine Intensivierung der Steuerbetrugsbekämpfung, der aggressiven Steuerplanung. Es kann nicht sein, dass die Großen es sich richten und die Kleinen brav ihre Steuern zahlen. Damit muss Schluss sein! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Peter Wurm.
Noch ein Wort am Ende, Herr Finanzminister: Hören Sie doch bitte endlich auf, im Bereich der Pensionen Horrorszenarien zu zeichnen! Die langfristigen Berechnungen, die Sie in Ihrem Stabilitätsprogramm vorlegen, zeigen ganz eindeutig, dass wir mit stabilen Kosten für die Finanzierung der Pensionen zwischen 14 und 15 Prozent des BIP zu rechnen haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Peter Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie weiterhin Ihre Pensionsreformen einfordern werden, dann droht uns das, was es in Deutschland ohnehin schon gibt, nämlich ein Pensionssystem mit Altersarmut. Das wollen wir nicht haben, das brauchen wir nicht. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kassegger: Ein bissi die Kommunalkredit auch! Ein bissi die Kommunalkredit auch!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Bundesfinanzrahmengesetz gibt es drei große Rahmenbedingungen für diesen Finanzrahmen. Der erste Teil sind einfach noch immer die Auswirkungen der Finanzkrise und damit verbunden die Kosten für die Banken. Mein Vorredner Bruno Rossmann hat vollkommen zu Recht darauf hingewiesen, wie viel Geld uns die Banken noch immer kosten, und da nicht nur, aber vor allem die Kärntner Hypo. (Abg. Kassegger: Ein bissi die Kommunalkredit auch! Ein bissi die Kommunalkredit auch!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich darf die Gelegenheit gleich dazu nutzen, wie das auch Kollegin Tamandl gemacht hat, Ihnen – nicht nur Ihnen, sondern natürlich auch der Kärntner Landesregierung – zu gratulieren. Ich sage einmal, wir gratulieren dann im Oktober, wenn es in trockenen Tüchern ist, aber jetzt gratuliere ich jedenfalls betreffend den Meilenstein, dass es so aussieht, als ob man eine Einigung mit den Gläubigern der Landeshaftungen finden könnte und dass es endlich die Möglichkeit gibt, aus diesen Landeshaftungen herauszukommen. Wenn das gelingt, dann ist das wirklich ein ganz großer Erfolg, und dazu jedenfalls von meiner Seite an Sie und auch an die Kärntner Landesregierung eine Gratulation. Zumindest schaut es sehr gut aus für Ihre Bemühungen in dieser Frage. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haider: Bei Ihnen glaubt man manchmal, Sie wären gar nicht im Hypo-Ausschuss! – Zwischenruf des Abg. Kassegger
Da sieht man leider diesen Mangel an politischer Verantwortung bei den Freiheitlichen (Abg. Haider: Bei Ihnen glaubt man manchmal, Sie wären gar nicht im Hypo-Ausschuss! – Zwischenruf des Abg. Kassegger), da Sie nicht imstande sind, herauszugehen und zu sagen: Ja, wir tragen die politische Verantwortung für diese Kosten, ja, wir tragen die politische Verantwortung dafür, dass das Land Kärnten, aber auch alle Österreicherinnen und Österreicher für diese Fehler, die wir gemacht haben, zahlen müssen. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Haider und Kassegger.)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Haider und Kassegger.
Da sieht man leider diesen Mangel an politischer Verantwortung bei den Freiheitlichen (Abg. Haider: Bei Ihnen glaubt man manchmal, Sie wären gar nicht im Hypo-Ausschuss! – Zwischenruf des Abg. Kassegger), da Sie nicht imstande sind, herauszugehen und zu sagen: Ja, wir tragen die politische Verantwortung für diese Kosten, ja, wir tragen die politische Verantwortung dafür, dass das Land Kärnten, aber auch alle Österreicherinnen und Österreicher für diese Fehler, die wir gemacht haben, zahlen müssen. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Haider und Kassegger.)
Abg. Haider: Verstaatlichung ohne Not! – Zwischenrufe der Abgeordneten Tamandl und Fekter. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Das würde Ihnen gut anstehen, denn das würde dazu führen, dass Sie zumindest in die Nähe davon kommen, was Regierungsfähigkeit bedeutet, nämlich auch die Verantwortung zu tragen und zur Verantwortung zu stehen. Das sind Sie noch schuldig. (Abg. Haider: Verstaatlichung ohne Not! – Zwischenrufe der Abgeordneten Tamandl und Fekter. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Da bleibt wirklich noch viel zu tun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Rossmann: System Altersarmut!
Sie denn?) – Ich wünsche mir eine Reform, damit sich auch meine Kinder auf das System verlassen können. (Abg. Rossmann: System Altersarmut!) Diese bleibt nach wie vor aus. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rossmann: Aber Ihr System drängt in Altersarmut rein!) – Über Altersarmut müssen wir reden. Deswegen brauchen wir natürlich eine Reform. Schon die heutige Generation unter 45 wird bei einer Pension von ungefähr 1 100 € landen, wenn nicht weniger, und das legt die Brücke Richtung Altersarmut. Da müssen wir eben über die erste, zweite und dritte Säule reden. Das verweigern Sie als Grüne, und das halte ich ebenso für verantwortungslos. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rossmann: Aber Ihr System drängt in Altersarmut rein!
Sie denn?) – Ich wünsche mir eine Reform, damit sich auch meine Kinder auf das System verlassen können. (Abg. Rossmann: System Altersarmut!) Diese bleibt nach wie vor aus. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rossmann: Aber Ihr System drängt in Altersarmut rein!) – Über Altersarmut müssen wir reden. Deswegen brauchen wir natürlich eine Reform. Schon die heutige Generation unter 45 wird bei einer Pension von ungefähr 1 100 € landen, wenn nicht weniger, und das legt die Brücke Richtung Altersarmut. Da müssen wir eben über die erste, zweite und dritte Säule reden. Das verweigern Sie als Grüne, und das halte ich ebenso für verantwortungslos. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Sie denn?) – Ich wünsche mir eine Reform, damit sich auch meine Kinder auf das System verlassen können. (Abg. Rossmann: System Altersarmut!) Diese bleibt nach wie vor aus. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rossmann: Aber Ihr System drängt in Altersarmut rein!) – Über Altersarmut müssen wir reden. Deswegen brauchen wir natürlich eine Reform. Schon die heutige Generation unter 45 wird bei einer Pension von ungefähr 1 100 € landen, wenn nicht weniger, und das legt die Brücke Richtung Altersarmut. Da müssen wir eben über die erste, zweite und dritte Säule reden. Das verweigern Sie als Grüne, und das halte ich ebenso für verantwortungslos. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Beifall bei den NEOS.
Die hemmungslosen Besitzstandswahrer sind einerseits die historisch hochverdienten, aber heute leider nicht mehr zu gebrauchenden Sozialpartner. Sie sind zunehmend ein echter Schadensfall für dieses Land, weil sie alles an Bewegung und Reform, was wir brauchen, ausbremsen. Und es sind natürlich die Landeshauptleute, die in einer Egozentrik, die ihresgleichen sucht, alles an Bewegung ausbremsen, was dieses Land braucht, und die jedem, der hier Reformen will, Fußfesseln anlegt, sodass sich auch ein Herr Minister Schelling leider nicht mehr bewegen konnte. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Hanger: Das stimmt ja nicht!
Wir hätten, da jetzt der Steuerzahler das alles zahlt (Abg. Hanger: Das stimmt ja nicht!), sagen können: Wenn wir das schon machen, dann wollen wir im Gegenzug eine Föderalismusreform. Dieses Fenster, Herr Finanzminister, wird sich nie mehr wieder öffnen, und dass Sie heute nicht durchgestiegen sind, sondern dieses einfach so auf Kosten der Steuerzahler schließen, das verstehe ich nicht. Das legt einmal mehr den Verdacht nahe: Wahrscheinlich war die Schattenregierung der Besitzstandswahrer wieder stärker als der Reformwille.
Beifall bei den NEOS.
Deswegen glaube ich eben – und das werden wir morgen diskutieren –: Es ist kein Problem mit den einzelnen Personen – ich schätze dich –, es ist ein systemisches Problem, dass diese große Koalition für Österreich einfach nicht mehr funktional ist; die liefert nicht, die wird zunehmend zu einem Schadensfall. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Lugar: Vorher habt ihr es verursacht!
Man denke an das Pensionssystem, das ist der größte Ausgabenposten im Budget überhaupt. Die Pensionsaufwendungen steigen zwar diesmal langsamer als befürchtet, aber das Geld brauchen wir ja trotzdem, in dem Fall für die Stärkung unserer Polizei und unseres Bundesheeres. Diese Mehrausgaben begrüße ich sehr, denn es ist die allererste Aufgabe des Staates, für die Unversehrtheit seiner Bürger, der Menschen im Land zu sorgen (Abg. Lugar: Vorher habt ihr es verursacht!), das sind wir den Bürgern dieses Landes schuldig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Zuerst verursachen und dann bekämpfen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Zuerst verursachen und dann bekämpfen!
Man denke an das Pensionssystem, das ist der größte Ausgabenposten im Budget überhaupt. Die Pensionsaufwendungen steigen zwar diesmal langsamer als befürchtet, aber das Geld brauchen wir ja trotzdem, in dem Fall für die Stärkung unserer Polizei und unseres Bundesheeres. Diese Mehrausgaben begrüße ich sehr, denn es ist die allererste Aufgabe des Staates, für die Unversehrtheit seiner Bürger, der Menschen im Land zu sorgen (Abg. Lugar: Vorher habt ihr es verursacht!), das sind wir den Bürgern dieses Landes schuldig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Zuerst verursachen und dann bekämpfen!)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm
Wir sind es den Bürgern dieses Landes auch schuldig, endlich diesen wirtschaftsfeindlichen Kurs des früheren Bundeskanzlers zu beenden. Laut letzter EU-Wirtschaftsprognose liegt Österreich jetzt nur mehr auf Platz 21 von 28 beim BIP-Wachstum, und die Rekordarbeitslosigkeit wird auch 2017 entgegen dem Trend aller anderen EU-Staaten weiter steigen. Wir müssen dringend etwas für die Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze in unserem Land tun. Wir dürfen die Unternehmer nicht durch Vorschriften ersticken. Ich habe beim letzten Plenum schon ein paar Beispiele erwähnt, wie es so manchem Unternehmer durch das Arbeitsinspektorat geht (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), und jetzt habe ich noch ein Beispiel: In einem Produktionsbetrieb in Niederösterreich gibt es einen vorschriftsgemäßen Notausgang, dieser liegt zufällig in der Einflugschneise eines Flughafens. Jetzt kommt tatsächlich der Arbeitsinspektor auf Kontrollbesuch und verlangt vom Unternehmer, dass umgebaut und der Notausgang verlegt wird, denn es könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass im Produktionsbetrieb ein Feuer ausbricht, die Mitarbeiter durch den Notausgang die Flucht ergreifen und just in diesem Moment ein Flugzeug genau über dem Notausgang abstürzt. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.) Das klingt zwar recht lustig, ist aber nicht lustig, wenn man der Unternehmer ist. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Da wird so viel Zeit und Energie verplempert, viel gescheiter wäre es, wenn man sich auf das Geschäft konzentrieren könnte. Es sind nämlich letztlich das Geschäft, die Wirtschaft und die hart arbeitenden Menschen, die unseren großzügigen Sozialstaat finanzieren. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.
Wir sind es den Bürgern dieses Landes auch schuldig, endlich diesen wirtschaftsfeindlichen Kurs des früheren Bundeskanzlers zu beenden. Laut letzter EU-Wirtschaftsprognose liegt Österreich jetzt nur mehr auf Platz 21 von 28 beim BIP-Wachstum, und die Rekordarbeitslosigkeit wird auch 2017 entgegen dem Trend aller anderen EU-Staaten weiter steigen. Wir müssen dringend etwas für die Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze in unserem Land tun. Wir dürfen die Unternehmer nicht durch Vorschriften ersticken. Ich habe beim letzten Plenum schon ein paar Beispiele erwähnt, wie es so manchem Unternehmer durch das Arbeitsinspektorat geht (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), und jetzt habe ich noch ein Beispiel: In einem Produktionsbetrieb in Niederösterreich gibt es einen vorschriftsgemäßen Notausgang, dieser liegt zufällig in der Einflugschneise eines Flughafens. Jetzt kommt tatsächlich der Arbeitsinspektor auf Kontrollbesuch und verlangt vom Unternehmer, dass umgebaut und der Notausgang verlegt wird, denn es könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass im Produktionsbetrieb ein Feuer ausbricht, die Mitarbeiter durch den Notausgang die Flucht ergreifen und just in diesem Moment ein Flugzeug genau über dem Notausgang abstürzt. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.) Das klingt zwar recht lustig, ist aber nicht lustig, wenn man der Unternehmer ist. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Da wird so viel Zeit und Energie verplempert, viel gescheiter wäre es, wenn man sich auf das Geschäft konzentrieren könnte. Es sind nämlich letztlich das Geschäft, die Wirtschaft und die hart arbeitenden Menschen, die unseren großzügigen Sozialstaat finanzieren. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Zwischenruf des Abg. Lugar.
Wir sind es den Bürgern dieses Landes auch schuldig, endlich diesen wirtschaftsfeindlichen Kurs des früheren Bundeskanzlers zu beenden. Laut letzter EU-Wirtschaftsprognose liegt Österreich jetzt nur mehr auf Platz 21 von 28 beim BIP-Wachstum, und die Rekordarbeitslosigkeit wird auch 2017 entgegen dem Trend aller anderen EU-Staaten weiter steigen. Wir müssen dringend etwas für die Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze in unserem Land tun. Wir dürfen die Unternehmer nicht durch Vorschriften ersticken. Ich habe beim letzten Plenum schon ein paar Beispiele erwähnt, wie es so manchem Unternehmer durch das Arbeitsinspektorat geht (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), und jetzt habe ich noch ein Beispiel: In einem Produktionsbetrieb in Niederösterreich gibt es einen vorschriftsgemäßen Notausgang, dieser liegt zufällig in der Einflugschneise eines Flughafens. Jetzt kommt tatsächlich der Arbeitsinspektor auf Kontrollbesuch und verlangt vom Unternehmer, dass umgebaut und der Notausgang verlegt wird, denn es könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass im Produktionsbetrieb ein Feuer ausbricht, die Mitarbeiter durch den Notausgang die Flucht ergreifen und just in diesem Moment ein Flugzeug genau über dem Notausgang abstürzt. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.) Das klingt zwar recht lustig, ist aber nicht lustig, wenn man der Unternehmer ist. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Da wird so viel Zeit und Energie verplempert, viel gescheiter wäre es, wenn man sich auf das Geschäft konzentrieren könnte. Es sind nämlich letztlich das Geschäft, die Wirtschaft und die hart arbeitenden Menschen, die unseren großzügigen Sozialstaat finanzieren. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Wir sind es den Bürgern dieses Landes auch schuldig, endlich diesen wirtschaftsfeindlichen Kurs des früheren Bundeskanzlers zu beenden. Laut letzter EU-Wirtschaftsprognose liegt Österreich jetzt nur mehr auf Platz 21 von 28 beim BIP-Wachstum, und die Rekordarbeitslosigkeit wird auch 2017 entgegen dem Trend aller anderen EU-Staaten weiter steigen. Wir müssen dringend etwas für die Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze in unserem Land tun. Wir dürfen die Unternehmer nicht durch Vorschriften ersticken. Ich habe beim letzten Plenum schon ein paar Beispiele erwähnt, wie es so manchem Unternehmer durch das Arbeitsinspektorat geht (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), und jetzt habe ich noch ein Beispiel: In einem Produktionsbetrieb in Niederösterreich gibt es einen vorschriftsgemäßen Notausgang, dieser liegt zufällig in der Einflugschneise eines Flughafens. Jetzt kommt tatsächlich der Arbeitsinspektor auf Kontrollbesuch und verlangt vom Unternehmer, dass umgebaut und der Notausgang verlegt wird, denn es könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass im Produktionsbetrieb ein Feuer ausbricht, die Mitarbeiter durch den Notausgang die Flucht ergreifen und just in diesem Moment ein Flugzeug genau über dem Notausgang abstürzt. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.) Das klingt zwar recht lustig, ist aber nicht lustig, wenn man der Unternehmer ist. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Da wird so viel Zeit und Energie verplempert, viel gescheiter wäre es, wenn man sich auf das Geschäft konzentrieren könnte. Es sind nämlich letztlich das Geschäft, die Wirtschaft und die hart arbeitenden Menschen, die unseren großzügigen Sozialstaat finanzieren. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lugar.
Das erste Pressegespräch des neuen Bundeskanzlers stimmt mich optimistisch, er sagt, er setzt auf Ankurbelung der Wirtschaft, auf Daten und Analysen. Das ist es, was wir brauchen: mehr Daten, Analysen, weniger Ideologie. Ich hoffe, dass die SPÖ unter Herrn Bundeskanzler Kern und seinem durchaus vielversprechenden neuen Team jetzt für echte Strukturreformen mit der ÖVP zu haben ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lugar.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluss, sehr geehrter Herr Finanzminister, gratuliere ich Ihnen sehr, sehr herzlich, dass es Ihnen gelungen ist, den Hypo-Alpe-Adria-Albtraum zu einem außergerichtlichen Ende zu bringen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Hohes Haus! Vielleicht am Anfang ganz kurz zu Frau Nachbaur: Frau Nachbaur, wenn Sie alles Mögliche ankreiden, haben Sie wahrscheinlich vergessen, dass Sie in der ÖVP sind und die ÖVP Teil einer Koalition, einer Regierung ist. (Beifall beim Team Stronach.) Und wenn Sie ein Problem mit dem Wirtschaftsminister haben, dann reden Sie doch persönlich mit dem Wirtschaftsminister oder mit dem Finanzminister oder vielleicht mit dem Kanzler von der SPÖ, wer auch immer das sein mag. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Dann reden Sie doch bitte intern und belästigen Sie uns hier nicht mit Ihrer Oppositionskritik aus der Regierungsarbeit heraus. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Nachbaur.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Hohes Haus! Vielleicht am Anfang ganz kurz zu Frau Nachbaur: Frau Nachbaur, wenn Sie alles Mögliche ankreiden, haben Sie wahrscheinlich vergessen, dass Sie in der ÖVP sind und die ÖVP Teil einer Koalition, einer Regierung ist. (Beifall beim Team Stronach.) Und wenn Sie ein Problem mit dem Wirtschaftsminister haben, dann reden Sie doch persönlich mit dem Wirtschaftsminister oder mit dem Finanzminister oder vielleicht mit dem Kanzler von der SPÖ, wer auch immer das sein mag. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Dann reden Sie doch bitte intern und belästigen Sie uns hier nicht mit Ihrer Oppositionskritik aus der Regierungsarbeit heraus. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Fekter.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Hohes Haus! Vielleicht am Anfang ganz kurz zu Frau Nachbaur: Frau Nachbaur, wenn Sie alles Mögliche ankreiden, haben Sie wahrscheinlich vergessen, dass Sie in der ÖVP sind und die ÖVP Teil einer Koalition, einer Regierung ist. (Beifall beim Team Stronach.) Und wenn Sie ein Problem mit dem Wirtschaftsminister haben, dann reden Sie doch persönlich mit dem Wirtschaftsminister oder mit dem Finanzminister oder vielleicht mit dem Kanzler von der SPÖ, wer auch immer das sein mag. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Dann reden Sie doch bitte intern und belästigen Sie uns hier nicht mit Ihrer Oppositionskritik aus der Regierungsarbeit heraus. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Warum sagen Sie nicht: Die Obergrenze ist erreicht!, auch Sie Herr Finanzminister, Sie sind ja derjenige, der das zahlen muss? Und es gibt jetzt dieses Gesetz, es wurde auch mit unserer Hilfe beschlossen. Warum ist der Notstand noch nicht ausgerufen? Was fehlt Ihnen noch? – Schlagen Sie einmal die Zeitungen auf, ich habe „Österreich“ hier liegen, ich habe die „Kronen Zeitung“ hier liegen, schlagen Sie sie einmal auf! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Jeden Tag lesen wir von allen möglichen kriminellen Machenschaften, von Vergewaltigung bis Körperverletzung, richtige Straßenschlachten liefern sich mittlerweile diese Kulturbereicherer in Österreich.
Abg. Öllinger: Und Sie sind aus der Vergangenheit!
Und was machen Sie? – Sie investieren Geld in zusätzliche Sicherheit, anstatt dass Sie die Probleme lösen. Das ist mein Kritikpunkt. Wenn Sie sagen, das geht Sie alles nichts an, Sie haben einfach dafür zu sorgen, dass Geld fließt, dann ist das nicht richtig. Sie sind nicht der Buchhalter der Republik, Sie sind der Finanzminister! (Abg. Öllinger: Und Sie sind aus der Vergangenheit!) Ein kluger Finanzminister hat einmal gesagt, die Finanzpolitik ist die in Zahlen gegossene Politik. Genau das ist der Punkt, das heißt, Sie können mit der Gestaltung der Finanzpolitik unglaublich viel Einfluss nehmen, aber das tun Sie nicht oder wollen es nicht.
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb, Herr Finanzminister, seien Sie ein bisschen mutiger! Ich weiß, es ist schwierig bei der ÖVP, da gibt es ganz viele Einflüsterer, da gibt es viele Einflussbereiche, da gibt es unglaublich viel Beton, den man erst entfernen muss, bevor man etwas bewegen kann; das weiß ich natürlich. Sie sind auch schon seit einiger Zeit im Amt und es wird immer mühsamer, das weiß ich auch. Aber jetzt könnte es sein, dass ein neuer Kanzler Ihnen ein bisschen Mut einflößt. Ich hoffe, dass Herr Kern Ihnen den Enthusiasmus zurückbringt, den Sie am Anfang hatten, denn wir haben am Anfang viel von Ihnen gehalten – das tun wir mittlerweile immer noch –, aber leider ist in den Mühen der Ebenen einiges verloren gegangen. Deshalb: Finden Sie diesen Mut wieder! Ich hoffe, dass Ihnen der neue Kanzler ein bisschen Nachhilfe gibt. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Strolz: Aber faktisch schon!
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Nur eine kurze Bemerkung zur HETA, Herr Klubobmann Strolz: Selbstverständlich übernimmt der Bund keinerlei Haftungen für keines der Bundesländer und auch nicht für Kärnten; das sei zur Klarstellung gesagt. (Abg. Strolz: Aber faktisch schon!) – Überhaupt nicht faktisch, und auch nicht in der Tatsache: Wie das abgewickelt wird, lesen Sie dann, wenn das vorliegt, und dann bilden Sie sich ein Urteil! Urteilen Sie nicht, bevor Sie überhaupt wissen, was in diesem Memorandum of Understanding vereinbart wurde!
Abg. Lugar: Die wurden auch unter der Hand verkauft!
Das Zweite ist – wenn Sie, Herr Klubobmann Lugar, sagen, hier wird gehandelt –: Ja, von den 11 Milliarden € wird 1 Milliarde € auf dem Markt gehandelt – von 11 Milliarden € eine! Alle anderen sind nicht auf dem Markt, sind bei fixen Investoren. (Abg. Lugar: Die wurden auch unter der Hand verkauft!) Und wenn Sie sich anschauen, wie das Cash-Angebot ausschaut – und es muss niemand diese Anleihe nehmen, die wir mit angeboten haben, es ist niemand dazu verpflichtet –, dann bleibt das Angebot, wie mit Ihnen, allen anderen schon vielfach besprochen, bei dem 75 Prozent-Cash-Angebot; das ist der Beitrag, den die Gläubiger zu leisten haben.
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Strolz.
Und weil Sie immer von dieser Bildungslücke sprechen, schauen Sie sich bitte die Tatsache an, dass wir das teuerste System mit dem geringsten Output haben! Seit Jahren wird von den Bildungsministerinnen in allen möglichen Sidelettern unterschrieben, dass Reformen gemacht werden. Ich bin nicht bereit, Mittel zu budgetieren, ohne dass diese Reformanstrengungen jetzt umgesetzt werden. Ich hoffe, die neue Bildungsministerin wird in diese Richtung gehen und sicherstellen, dass die notwendigen Reformen gemacht werden, denn eines kann ja nicht sein – und das, glaube ich, will auch niemand, der von dieser budgetären Lücke spricht –, nämlich dass Geld in der Verwaltung statt bei den Kindern ankommt. Wir alle wollen, dass das Geld in der Schule bei den Kindern ankommt, und dann wird das Bildungssystem besser. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Strolz.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.
Die Förderungen, die angesprochen wurden, habe ich auch beim letzten Mal schon erwähnt. Ich bin jetzt mit den Ländern übereingekommen, dass die Förderungen in zwei Bereichen, nämlich Energie und Umwelt, transparent in die Datenbank eingestellt werden, sodass wir daraus ersehen können, ob Fördermaßnahmen tatsächlich die Wirkung erzielen, die man mit der Förderung vorhat. Ich kann Ihnen garantieren, wenn dieses Instrument für die Steuerung von Förderungen geeignet ist, dann werde ich die Bundesländer mit großer Sicherheit davon überzeugen, dass alle Daten eingespeist werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.)
Abg. Lugar: Verhindern Sie es!
Herr Abgeordneter Klubobmann Lugar, wenn Sie gerne wissen möchten, wie die Förderungen ausgegeben werden, empfehle ich Ihnen, einmal die Landesförderberichte zu lesen. Ich tue das nämlich und bin in vielen Fällen äußerst verwundert, was alles und wie und wo gefördert wird. (Abg. Lugar: Verhindern Sie es!) Dass das verändert werden muss, da bin ich völlig bei Ihnen, das ist gar kein Thema. Daher glaube ich, dass wir den ersten Schritt mit der Transparenzdatenbank gut gesetzt haben.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben noch den Arbeitsmarkt erwähnt – und damit schließe ich dieses Thema –: Ja, das ist im Moment ein großes, schwerwiegendes Kapitel. Wir geben noch mehr Geld in die aktive Arbeitsmarktpolitik, und daher verlange ich auch vom Sozialminister und vom AMS, dass sie den Nachweis erbringen, dass die Mittel, die da investiert werden, zu mehr Beschäftigung und nicht zur Verwaltung der Arbeitslosigkeit führen. Das ist ein Auftrag, den ich erteilt habe. Wir sind als Finanzministerium selbst im Verwaltungsrat des AMS und werden dort diesen Antrag auch umsetzen. Daher glaube ich, dass alle Ministerien aufgefordert sind, die Mittel so einzusetzen, dass das Ergebnis, das man sich durch den Einsatz dieser Mittel erwartet, auch sichergestellt ist. Und falls es nicht so ist, dann bitte ich nicht nur auf der Länderebene, sondern auch auf der Bundesebene um Verständnis, dass der Finanzminister nicht bereit sein wird, zusätzliche Mittel zu investieren, wenn das Problem dadurch nicht gelöst, sondern nur verlagert wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Loacker.
nämlich mehr als 300 Millionen €. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Vor allem Langzeitarbeitslose werden durch Qualifizierungsmaßnahmen eine Chance erhalten, am Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können. Weiters liegt ein besonderer Schwerpunkt in der Verbesserung der Ausbildungsqualität, gerade für junge Menschen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Werte Damen und Herren, es ist unbestritten, dass große Herausforderungen und schwierige Aufgaben vor uns liegen, dennoch haben wir wirklich gute Gründe, mit Optimismus und positiver Grundhaltung unsere Zukunft zu gestalten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Ist da nicht ein Doktor zu wenig?! – Abg. Fuchs – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist der, der Ihnen fehlt, Herr Kollege Krainer! – Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der FPÖ.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter MMag. DDr. Fuchs. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Ist da nicht ein Doktor zu wenig?! – Abg. Fuchs – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist der, der Ihnen fehlt, Herr Kollege Krainer! – Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zahlreiche Mitgliedstaaten der EU und der Vorsitzende des ECOFIN-Rates, der niederländische Finanzminister Dijsselbloem, unterstützen diesen Vorschlag der EU-Kommission. Welche Meinung vertritt unser Finanzminister dazu? – Herr Schelling blockiert die EU-Transparenz von Großkonzernen mit fadenscheinigen Argumenten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Finanzminister, Sie haben schon recht, das Risiko für die betroffenen Unternehmen wäre groß, dass die österreichischen Steuerzahler endlich wissen würden, wie wenig Steuern die Großkonzerne tatsächlich bezahlen. Sie stellen sich schützend vor die Großkonzerne und „sackeln“ ungeniert die heimischen Klein- und Mittelbetriebe sowie die Arbeitnehmer aus, die noch immer auf die Abschaffung der kalten Progression warten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Von einem Finanzminister erwarte ich mir, dass er als Schutzpatron der fleißigen Steuerzahler und nicht als Anwalt der Großkonzerne auftritt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Ich warte auf den Zeitpunkt, an dem ich Ihren Steuerakt veröffentlichen darf!
Ich fordere Sie auf, Herr Finanzminister, beenden Sie endlichen Ihren Widerstand gegen die Steuertransparenz von Großkonzernen! Setzen Sie sich endlich für Steuerfairness im Inland und in der EU ein! (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Ich warte auf den Zeitpunkt, an dem ich Ihren Steuerakt veröffentlichen darf!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer sagt das?! – Zwischenruf des Abg. Fuchs.
Großkonzerne so einfach „hinzuschimpfen“, das klingt vielleicht ein bisschen populistisch, gemeint ist aber die Veröffentlichung aller Steuerakte. Und dass da unser Finanzminister sensibel ist, das halte ich für richtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer sagt das?! – Zwischenruf des Abg. Fuchs.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt hier im Haus Konsens darüber, dass wir den jungen Menschen die Kultur näherbringen müssen; und daher, sehr geehrter Herr Minister, ist es gut angelegtes Geld, wenn der Museumsbesuch für Jugendliche gratis ist, denn ich weiß Folgendes: Kultur kostet, aber Unkultur kostet noch viel mehr. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und NEOS.
Ich finde, das ist jedenfalls keine gerechte Lastenverteilung, und ich glaube auch, dass mehr möglich gewesen wäre. Aber ich fürchte, die NEOS-Fraktion, die sich ja vermutlich auch noch äußern wird, hat da recht – mit uns –, dass hier auch die Landeshauptleute, weil sie selber ein bisschen mehr hätten beitragen müssen, bei Ihnen ein entsprechendes Korsett mit angeschnallt haben, dem Sie offensichtlich auch nicht ohneweiters entkommen können. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Lichtenecker.
Wenn wir heute in vielen Kollektivverträgen innovative Lösungen verabschiedet haben, wenn wir heute in Österreich Jahr für Jahr einen Exportrekord erzielen, weil die Beschäftigten in diesem Land und die Arbeitgeber gemeinsam sinnvolle Lösungen auf betrieblicher und kollektivvertraglicher Ebene zusammenbringen, dann weise ich diese Anschuldigung wirklich auf das Vehementeste zurück! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Lichtenecker.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Finanzminister! Ja, Herr Kollege Vogl, was Ihr Abschlussplädoyer bezüglich der Sozialpartnerschaft betrifft, glaube ich, es mag schon richtig sein, nur: Sie ist nicht im neuen Jahrhundert angekommen! Sie sind noch immer dort, wo Sie sind, und Sie haben noch immer Ihr altes Gedankengut. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Vergessen Sie die Worte Ihres neuen Bundeskanzlers nicht! Vergessen Sie nicht, was er gestern gesagt hat: dass alles, was in den letzten Jahren passiert ist, ohne Wirkung war, und dass alles, was in den letzten Jahren passiert ist, auch vonseiten der Sozialdemokratie, eine Blockadepolitik war. Er setzt sich für die Wirtschaft ein und er setzt sich für ein Leistungsprinzip ein. Insofern ist die Sozialpartnerschaft nicht unbedingt ein Leistungsprinzip gewohnt, weil sie einen Schutzmechanismus ausübt und sonst gar nichts. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Insofern sollte das von besonderer Wichtigkeit sein. Nehmen wir alle es ernst, und sagen wir: Stauben wir einmal diesen Laden aus und machen wir ihn fit, damit wir wieder wettbewerbsfähig sind! – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, das ist für unseren Bereich ein guter Rahmen. Ich wünsche mir, dass man ihn bis zum Maximum erfüllt und dort, wo es geht, auch noch Nachbesserungen erreicht. Dann tun wir etwas ganz Wichtiges und Zentrales für die Zukunft unseres Landes. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Das administrative oder das Defizit nach Maastricht? Oder welches? – Weitere Zwischenrufe.
Eines ist jedenfalls klar: Wir werden weiterhin Schulden machen, und zwar erhebliche Schulden. Wir sind – das ist ja ein Vierjahresplan – auch von der strategischen Perspektive her weit weg von dem Ziel, das an sich angebracht wäre, nämlich mittelfristig ein ausgeglichenes Budget zu erwirtschaften. Da meine ich jetzt nicht diese Schwindelkennzahl vom strukturellen Nulldefizit, mit der man sich etwas gesund- und schönrechnen kann, sondern das faktische Defizit. Also das faktische Budget sollte ausgeglichen sein – das sehe ich hier überhaupt nicht! (Abg. Krainer: Das administrative oder das Defizit nach Maastricht? Oder welches? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rossmann: … die Zahlen! – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Das administrative oder das Maastricht-Defizit, fragt der Kollege Krainer. Ich bin da relativ einfach gestrickt, ich gehe her und sage: Was geben oder was zahlen wir aus? Was nehmen wir ein? – Das vergleiche ich dann, und wenn wir mehr auszahlen als einnehmen, dann machen wir ein Defizit. Das ist relativ einfach. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rossmann: … die Zahlen! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Krainer: … gesagt, das ist falsch!
Im Übrigen: 2015 (Abg. Krainer: … gesagt, das ist falsch!) Vorzieheffekte in Höhe von 1,2 Milliarden € durch die Erhöhung der Kapitalertragsteuer! Da ist es natürlich keine große Kunst, sozusagen im Budgetvollzug erfolgreich zu sein.
Beifall bei der FPÖ.
Kollege Haider hat zu Beginn seiner Rede die Kosten der Migration angesprochen, sie betragen 2 Milliarden €. Nur zum Vergleich und zum Nachdenken: Für die Grundlagenforschung geben wir in Österreich 200 Millionen € aus. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geben wir den Kommunen daher die Mittel, die sie brauchen, um ihre Aufgaben entsprechend zu erfüllen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrte Damen und Herren, auch von ÖVP und SPÖ: Wenn Sie Ihre eigenen, von Ihnen mitbeschlossenen Ziele ernst nehmen, dann ist es auch an der Zeit, genau diesen wichtigen Zukunftsbereich in der Forschung entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Wieso? Die zahlen ja!
Zum Finanzrahmen 2017–2020: Ich denke, die Umfeldbedingungen, unter denen ein solcher Finanzrahmen zu erstellen ist, sind ja nicht die einfachsten. Alle – alle Gebietskörperschaften, alle Fachministerien – wollen mehr Geld. (Abg. Kogler: Wieso? Die zahlen ja!) Wir haben ein relativ geringes Wirtschaftswachstum, das heißt natürlich, die Steuereinnahmen steigen nicht so, wie wir uns das wünschen würden, und wir haben die Flüchtlingskrise zu bewältigen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, wir sollten viel mehr über die Chancen sprechen, die uns die Digitalisierung auch in Österreich bringt. Mit der Breitbandmilliarde haben wir in der Infrastruktur hervorragende Voraussetzungen dafür. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lichtenecker: „Subjektives Finanzgefühl“ ist ein netter Begriff!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Hanger hat ein gutes Gefühl – und darum scheint es mir beim Finanzrahmen ja auch zu gehen! Wir haben heute Früh das subjektive Sicherheitsgefühl diskutiert, jetzt diskutieren wir das subjektive Finanzgefühl, und das subjektive Finanzgefühl bei der Bundesregierung ist gut. – Das ist schön! (Abg. Lichtenecker: „Subjektives Finanzgefühl“ ist ein netter Begriff!)
Ruf bei den Grünen: Falsch!
sionsausgaben am Gesamtbudget steigt vom Antritt der Regierung 2013 bis 2020 von 23,7 Prozent auf 28,5 Prozent, das heißt wir sind auf gutem Wege, dass bald ein Drittel des Budgets für Pensionen, für ein schrottreifes Pensionssystem draufgeht. (Ruf bei den Grünen: Falsch!)
Beifall bei den NEOS.
Meine Aufforderung ergeht also an die Bundesregierung und an die Abgeordneten von SPÖ und ÖVP: Lösen Sie sich von Ihrem subjektiven Finanzgefühl und wenden Sie sich den objektiven Tatsachen zu! – Diese sind leider erschreckend. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, die österreichische Sozialpartnerschaft hat Österreich zu einem der besten Ländern der Welt gemacht. Die Sozialpartnerschaft hat sich international sehr hoch bewährt und ist auch europaweit und darüber hinaus Vorbild. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Ja, genau!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident, Herr Nationalratspräsident – Sie mögen es noch eine Zeit lang bleiben! (Ruf bei der SPÖ: Ja, genau!) Herr Minister! Hohes Haus! Die Budgetsituation in der Untergliederung 30, Bildung, ist nicht erfreulich. Das freut uns alle nicht.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scherak: Ganz super! – Zwischenruf des Abg. Schellhorn.
reich, die mehr als nur reformbedürftig ist – im Gegensatz zu dem, was die Kollegen von den NEOS leider immer wieder wiederholen: Diese Struktur ist schrottreif. Die Struktur des Pensionssystems so krankzureden, wie das von Ihrer Seite jeweils gemacht worden ist, das halte ich hingegen, gelinde gesagt, für verantwortungslos. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scherak: Ganz super! – Zwischenruf des Abg. Schellhorn.)
Beifall bei den Grünen.
Über all das kann man reden, aber im Bereich einer großen Lösung, und bitte nicht wieder als Hauruck-Aktion, die so sicher wie das Amen im Gebet im Herbst kommen wird. Wir müssen in die Infrastruktur investieren, und die beste Infrastruktur ist immer noch Bildung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Und schließlich geht es auch um zeitgemäßes Wohnen unserer Präsenzdiener und Soldaten, das heißt, 100 Millionen € werden allein in den Ausbau, die Renovierung und Neugestaltung von Kasernen fließen. Das bedeutet auch Lebensqualität und Wohnqualität für die Präsenzdiener und ist daher eine sehr, sehr positive Maßnahme. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Dabei ist der Weg relativ klar: Wir brauchen mehr öffentliche Gelder, wir brauchen mehr private Gelder, wir brauchen aber auch nachgelagerte Studiengebühren. Wir brauchen mehr kompetitiv vergebene Forschungsgelder. Wir brauchen auch eine Studienplatzfinanzierung mit Zugangsbeschränkungen. Da hat die uniko schon vorgerechnet, was das kosten würde: 1,5 Milliarden € von 2019 bis 2021. Diese 500 Millionen € mehr pro Jahr sind notwendig, um den Betrieb gerade einmal in der Art und Weise am Leben zu erhalten, wie man ihn eigentlich als Minimalvariante bezeichnen würde. Ich glaube, wir werden uns in ein paar Jahren alle anschauen und merken, wenn der letzte junge Physiker nach Amerika ausgewandert ist und der letzte engagierte Rektor dann seinen Job an den Nagel gehängt hat, dass man mit Luft, Liebe und Kreisky-Nostalgie einfach keine Wissenschaftspolitik machen kann. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Schellhorn.
Meine Damen und Herren, als Tourismussprecher möchte ich ganz klar die Bedeutung des Tourismus hervorheben. Diese Wertschöpfung trägt nämlich ganz erheblich dazu bei, dass Österreich auf Kurs bleibt, vor allem haben sich die Arbeitsplätze im Tourismus als krisensicher erwiesen. (Zwischenruf des Abg. Schellhorn.) Wir haben 2014 15,5 Milliarden € an Einnahmen im Tourismus erwirtschaftet, und 2015 war ein noch stärkeres, besseres Jahr. Auch die Eigenkapitalausstattung hat sich in den Betrieben prinzipiell verbessert, vor allem aber glaube ich – und das müssen wir wirklich betonen –, dass nur der Tourismus dort Arbeitsplätze schafft, wo sonst keine Wertschöpfung existieren könnte.
Abg. Schellhorn: Zulasten des Tourismus!
Übrigens – und das ist ganz wichtig und darf man nie vergessen – hat die Steuerreform über 5 Milliarden € für sechs Millionen Österreicher gebracht, wobei 90 Prozent davon den Klein- und Mittelverdienern zugutekommen. (Abg. Schellhorn: Zulasten des Tourismus!) Das ist Budgetverantwortung, wie ich sie verstehe.
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss möchte ich Willy Brandt, den ehemaligen deutschen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger, zitieren: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Also, es ist nicht nur eine Umweltschutzfrage, eine Klimaschutzfrage, sondern vor allem auch eine standort- und arbeitsmarktpolitische Frage. Ich halte diesen Finanzrahmen nicht für zukunftsfähig. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Von der Bundesregierung habe ich noch keinen Vorschlag zur Umsetzung des Klimavertrags wahrgenommen. Das erwarte ich mir so schnell wie möglich. Wir sind bereit, konstruktiv zusammenzuarbeiten. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Einen Tipp habe ich an die neue Bundesregierung noch: Österreich braucht dringend ein eigenständiges, starkes und engagiertes Klima-, Energie- und Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das war ein bisschen zur Ausgangslage. Es ist aber nicht nur das Bundesland Salzburg, das solche Beschlüsse gefasst hat, meine Damen und Herren, sondern selbstverständlich auch das Bundesland Wien, nämlich auf unserer Initiative hin gemeinsam mit der SPÖ. Auch das Land Vorarlberg hat bereits einen ganz klaren, einstimmigen Beschluss zum Vorsorgeprinzip und zur Garantie des Vorsorgeprinzips gefasst, und der Kärntner Ausschuss für Nachhaltigkeit hat auch einstimmig das Verbot von Glyphosat gefordert. Das ist die aktuelle Faktenlage in Österreich und nicht uninteressant! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Moser: Was steht da drinnen?
Meine Damen und Herren: Wo ist die? Haben Sie die schon einmal gesehen? (Abg. Moser: Was steht da drinnen?) – Ich habe sie bis heute nicht gesehen. Ich habe sie auf der Homepage der AGES gesucht: keine Ahnung, keine Antwort, weder hier noch bei der Anfragebeantwortung. Sie verweisen auch nicht in irgendeiner Art und Weise auf dieses Schreiben. Sie haben es uns im Landwirtschaftsausschuss nicht zur Verfügung gestellt. Nirgendwo kann man diese Stellungnahme finden. Also was ist jetzt mit dem Interpellationsrecht?
Abg. Moser: Wissen ja gar nicht einmal …!
Bis heute hat kein Abgeordneter dieses Schreiben erhalten (Abg. Moser: Wissen ja gar nicht einmal …!), wissen gar nicht einmal, was die Forderungen sind, die Sie wirklich gestellt haben. Sie hätten mit dieser Anfragebeantwortung die Möglichkeit gehabt, all das ausführlich darzulegen – und Sie enthalten das den Kolleginnen und Kollegen vor. Sie wissen: Anfragebesprechungen sind für das gesamte Haus da. Die dienen ja nicht zu meiner Information, sondern zur Information aller Abgeordneten dieses Hauses. Herr Minister, in Zukunft erwarte ich mir und in Ihrem Eigeninteresse ersuche ich Sie: Geben Sie ausführliche und vollständige Antworten!
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren, das ist eine klare Stellungnahme Frankreichs. Ich würde mir von Ihnen genauso Klarheit wünschen, Herr Minister. Heute haben Sie noch einmal die Möglichkeit, all die Fragen, die Sie nicht beantwortet haben, ehrlich und offen zu beantworten, wie zum Beispiel meine Frage, wie Sie das einschätzen, dass 96 WissenschaftlerInnen weltweit an die EFSA herantreten (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich bin gleich fertig, Frau Präsidentin – und kritisieren, dass die Richtlinien der EFSA unzureichend sind. Sie haben keine Antwort gegeben, Sie haben sich nur auf die EFSA hinausgeredet. Sie haben heute noch einmal die Gelegenheit, Ihre Position darzulegen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, das ist eine klare Stellungnahme Frankreichs. Ich würde mir von Ihnen genauso Klarheit wünschen, Herr Minister. Heute haben Sie noch einmal die Möglichkeit, all die Fragen, die Sie nicht beantwortet haben, ehrlich und offen zu beantworten, wie zum Beispiel meine Frage, wie Sie das einschätzen, dass 96 WissenschaftlerInnen weltweit an die EFSA herantreten (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen) – ich bin gleich fertig, Frau Präsidentin – und kritisieren, dass die Richtlinien der EFSA unzureichend sind. Sie haben keine Antwort gegeben, Sie haben sich nur auf die EFSA hinausgeredet. Sie haben heute noch einmal die Gelegenheit, Ihre Position darzulegen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
in Richtung des Abg. Pirklhuber
Ob Glyphosat als genehmigter Wirkstoff in der Union letztlich gelistet bleibt, hängt von der weiteren Vorgangsweise auf EU-Ebene ab. Heute und morgen – Sie (in Richtung des Abg. Pirklhuber) haben es richtig gesagt – findet eine weitere Beratung im zuständigen Ausschuss in Brüssel statt. Der Vertreter der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz AGES, wird dem Kommissionsvorschlag jedenfalls nicht zustimmen können, wenn die strengen österreichischen Forderungen, die ich vorhin angeführt habe, nicht berücksichtigt werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Werden Sie die Forderungen …?
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie wissen sehr gut, dass die Experten der AGES dem Vorsorgeprinzip dem Gesetzesauftrag nach entsprechen müssen und diesem verpflichtet sind, daher bedarf es diesbezüglich keiner eigenständigen Weisung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Werden Sie die Forderungen …?)
Abg. Pirklhuber: … französische Ministerin!
Abgeordnete Cornelia Ecker (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt einen gewichtigen Grund, Glyphosat zu verbieten, das ist die Demokratie. Heute oder morgen wird, wie gesagt, in der Europäischen Union die Richtungsentscheidung getroffen, wobei es ja nicht nur um ein Unkrautvernichtungsmittel geht, sondern auch darum, wer in der Union künftig das Sagen hat: die Menschen oder die Konzerne. Seit Jahren wird gestritten, ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht; immerhin geht es ja um das am meisten verwendete Unkrautvernichtungsmittel dieser Welt. Fachzeitschriften, NGOs, Politiker und viele Leute zerbrechen sich den Kopf und liefern sich einen Schlagabtausch. Aus der politischen Perspektive geht es aber auch um eine klare Haltung. Für mich selbst ist es ganz klar: Wenn nur die geringste Möglichkeit einer Gesundheitsschädigung vorhanden ist oder eine krebserregende Substanz drinnen ist, dann ist es ganz klar, dass hier eine ablehnende Haltung eingenommen werden muss. (Abg. Pirklhuber: … französische Ministerin!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Abschließend möchte ich noch einen Punkt anführen, der meiner Meinung nach bestätigt, wie umstritten das Thema ist und wie unterschiedlich sich ja auch die Menschen dazu verhalten. Kurz bevor die Abstimmung über Glyphosat stattgefunden hat, ist eine Studie hervorgezaubert worden, welche die Unbedenklichkeit bescheinigt. Niemand wird in dieser kurzen Zeit diese Studie überprüfen können – ich selbst natürlich auch nicht –, zudem wird der Chef der Arbeitsgruppe, welche die Studie herausgegeben hat, verdächtigt, in einem massiven Interessenkonflikt zu stehen. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Und deshalb sagt auch mein Bauchgefühl Nein zu Glyphosat, weil es einfach zu viele Zweifel gibt.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abschließend möchte ich dem Landwirtschaftsminister also die dringende Empfehlung mitgeben, sich das Abstimmungsverhalten ganz klar zu überlegen, denn die Verantwortung in unserem Land haben Sie, sehr geschätzter Herr Minister, und die Menschen in unserem Land haben leider das schlechte Gefühl. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Brunner: Nein! Entscheiden tun noch immer die Politiker!
Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Bauchgefühl in allen Ehren, aber am Ende des Tages sollten es doch die Experten und die Fachleute sein, die entscheiden, auf die wir uns auch in anderem Zusammenhang immer wieder berufen, was auch absolut richtig und wesentlich ist. (Abg. Brunner: Nein! Entscheiden tun noch immer die Politiker!)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Fachexperten beim Thema Glyphosat – bei parlamentarischen Reden haben wir schon oft genug erlebt, dass nicht einmal der Begriff richtig ausgesprochen wird – dürfen wir uns alle nicht nennen. Da bin ich sehr froh, dass wir in Österreich Institutionen haben, die das auch perfekt analysieren können. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Lieber Leo Steinbichler, du weißt es wie ich: Die österreichische Landwirtschaft und speziell der Ackerbau sind sehr vielfältig, das ist durch die verschiedensten Bodenstrukturen bedingt, aber auch durch die verschiedensten klimatischen Bedingungen in den einzelnen Regionen Österreichs. Daher ist es ja nur naheliegend, dass wir auch die verschiedensten Bearbeitungsmechanismen brauchen und hier auch der Landwirtschaft alles Mögliche zur Verfügung stellen sollten.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte auf einen Bereich eingehen, das ist speziell die Frage der Sonderkulturen, bei denen Glyphosat auch zur Anwendung kommt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Aber wir dürfen eines nicht vergessen – und da ist die Panikmache von Menschen, die sich nicht mehr trauen, Paradeiser zu essen oder mit ihren Haustieren durch Felder und Wiesen zu gehen, nicht ganz so berechtigt –: Die Frage ist schon, wohin wir mit dieser
Abg. Pirklhuber: Es gibt ja andere Pestizide auch!
Aber auch ein ganz wesentliches Thema – und das sollten Sie auch einmal betrachten – ist die Frage der Saatgutproduktion in Österreich, wozu wir eine phytosanitäre Sauberkeit auf den Äckern brauchen, um bestmögliches Saatgut produzieren zu können; da darf es keine Beikräuter geben. (Abg. Pirklhuber: Es gibt ja andere Pestizide auch!) Und wenn Sie beim Thema Glyphosat Richtung Monsanto zielen, dann erfüllen Sie ihnen hier nur einen Dienst, dann sind Sie ihr Gehilfe, denn wenn wir selbst keine Saatgutproduktion mehr haben, dann sind wir erst recht diesen Konzernen ausgeliefert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber auch ein ganz wesentliches Thema – und das sollten Sie auch einmal betrachten – ist die Frage der Saatgutproduktion in Österreich, wozu wir eine phytosanitäre Sauberkeit auf den Äckern brauchen, um bestmögliches Saatgut produzieren zu können; da darf es keine Beikräuter geben. (Abg. Pirklhuber: Es gibt ja andere Pestizide auch!) Und wenn Sie beim Thema Glyphosat Richtung Monsanto zielen, dann erfüllen Sie ihnen hier nur einen Dienst, dann sind Sie ihr Gehilfe, denn wenn wir selbst keine Saatgutproduktion mehr haben, dann sind wir erst recht diesen Konzernen ausgeliefert. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht!
Wenn wir diese Nichtregierungsorganisationen in ihrer Tätigkeit betrachten, ist aber schon erstaunlich, wie da eine Schablone über das eine oder andere Thema darübergelegt wird. Vor zwei Jahren waren es die Neonics, ein wesentlicher, toller Erfolg, heute haben wir ja so wesentlich viel mehr Bienen. (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!) Wir haben ja auch jetzt viele Kulturen, bei denen wir um einiges mehr an Pestizideinsatz haben, als wir es mit dem erfolgreicheren Mittel gehabt haben – soweit zum Thema Glyphosat. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Wenn wir diese Nichtregierungsorganisationen in ihrer Tätigkeit betrachten, ist aber schon erstaunlich, wie da eine Schablone über das eine oder andere Thema darübergelegt wird. Vor zwei Jahren waren es die Neonics, ein wesentlicher, toller Erfolg, heute haben wir ja so wesentlich viel mehr Bienen. (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!) Wir haben ja auch jetzt viele Kulturen, bei denen wir um einiges mehr an Pestizideinsatz haben, als wir es mit dem erfolgreicheren Mittel gehabt haben – soweit zum Thema Glyphosat. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben in Österreich solide Rahmen, wir haben fundierte Erkenntnisse und Fachleute. Die Landwirtschaft muss Sachkundenachweise erbringen, die Applikationsgeräte müssen überprüft werden. Also das schaue ich mir einmal in einer anderen Branche an, dass so viel erbracht wird! Und das gibt die Sicherheit für die österreichische Bevölkerung. Hier sollten wir nicht verunsichern, sondern darauf verweisen, dass wir rechtliche Rahmen haben, die wirklich fundiert sind. Ich möchte dem Ministerium und vor allem auch der AGES danken, denn wir haben Fachleute in Österreich, die kontrollieren, dass wir auch wirklich nur hochqualitative, beste Lebensmittel aus österreichischer Produktion auf den Teller bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Also ich sage: Den Aspekt der Gesundheit sollte man nicht außer Acht lassen, und man sollte vernünftig neue Produktionen planen und durchführen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich noch einmal die Frage, warum wir ausgerechnet bei so einem Unkrautbekämpfungsmittel, das als wahrscheinlich krebserregend gilt, bei dem die hormonellen Wirkungen noch nicht einmal geprüft sind, jetzt überhaupt darüber reden, dass es zugelassen werden könnte. Das ist ein klassischer Fall für das Vorsorgeprinzip, das wir heute Vormittag rund um das Thema TTIP schon diskutiert haben. Unsere Klubobfrau Glawischnig hat gesagt: Na ja, eine Mutter soll nicht nachträglich beweisen müssen, dass der Schnuller fürs Baby giftig war. Wenn ein Verdacht besteht, dass ein Schnuller fürs Baby giftig ist – nur ein Verdacht –, darf er nach dem Vorsorgeprinzip nicht in Umlauf geraten. Das Gleiche gilt für dieses Unkrautbekämpfungsmittel. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ob das jetzt stattfindet oder nicht, ist eine politische Entscheidung. Natürlich gibt es Meinungen von Expertinnen und Experten, die müssen selbstverständlich die Basis unserer Entscheidung sein. Und im Übrigen würde ich mir wünschen, wenn bei vielen anderen Themenbereichen auch so auf die Einschätzungen von Expertinnen und Experten gehört wird, zum Beispiel beim Klimaschutz. Dann hätten nämlich hier im Parlament schon ganz andere Entscheidungen getroffen werden müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Österreich ein eigenständiges, starkes und engagiertes Klimaschutz-, Energie- und Umweltministerium braucht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Dann trinken Sie es einmal! Ob das nicht giftiger ist als Salz, schauen wir uns an!
Wenn man zum Beispiel eine Ratte umbringen will, dann braucht man eine geringere Menge Salz als Glyphosat. Kollege Riemer hat gesagt: Das Glyphosat kommt auch ins Wasser, und dann trinken wir es auch. Sie haben ja sicher auch verfolgt, dass die Deutschen diese Debatte um das Bier geführt haben. Sie müssen an einem Tag 1 000 Liter Bier trinken, damit das gesundheitsschädlich wird. (Abg. Pirklhuber: Dann trinken Sie es einmal! Ob das nicht giftiger ist als Salz, schauen wir uns an!)
Abg. Pirklhuber: Das ist Lobbyismus der übelsten Art!
Was man in den Studien der IARC auch lesen kann: Die Mengen, mit denen die Tierversuche gemacht worden sind, entsprachen einer sehr hohen Glyphosatkonzentration, und zwar einer so hohen, die in der Praxis nicht realistisch eingesetzt wird. (Abg. Pirklhuber: Das ist Lobbyismus der übelsten Art!) Und dadurch ist die Aussagekraft der Studien begrenzt.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die konventionelle Landwirtschaft wird weiterhin mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, ob uns das jetzt freut oder nicht. Von den Produkten, die da im Einsatz sind, gibt es einige, die viel bedenklicher als Glyphosat sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Sinnvoll allerdings ist die Einschränkung im privaten Bereich, da es keinen Sinn ergibt, dass ich im landwirtschaftlichen Bereich Beschränkungen auferlege und der Private in den Baumarkt geht, sich Roundup kauft und es in einer beliebigen Menge dorthin, wo er gerade will, schüttet. Da könnte Österreich dem holländischen Beispiel folgen und für den Privatbereich enge Beschränkungen vorsehen, aber für den landwirtschaftlichen Bereich eine andere Regelung vorsehen. (Ruf bei den Grünen: … wenn du es trinken kannst, dann ist es ungefährlich!)
Ruf bei den Grünen: … wenn du es trinken kannst, dann ist es ungefährlich!
Die konventionelle Landwirtschaft wird weiterhin mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, ob uns das jetzt freut oder nicht. Von den Produkten, die da im Einsatz sind, gibt es einige, die viel bedenklicher als Glyphosat sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Sinnvoll allerdings ist die Einschränkung im privaten Bereich, da es keinen Sinn ergibt, dass ich im landwirtschaftlichen Bereich Beschränkungen auferlege und der Private in den Baumarkt geht, sich Roundup kauft und es in einer beliebigen Menge dorthin, wo er gerade will, schüttet. Da könnte Österreich dem holländischen Beispiel folgen und für den Privatbereich enge Beschränkungen vorsehen, aber für den landwirtschaftlichen Bereich eine andere Regelung vorsehen. (Ruf bei den Grünen: … wenn du es trinken kannst, dann ist es ungefährlich!)
Abg. Pirklhuber: Aber Monsanto hat schon Institutionen bezahlt, damit sie Studien fälschen!
Was auch ein schlechtes Bild auf die Geschichte wirft, ist, wenn die Firma Monsanto in die Debatte hineingezogen wird, es gibt nämlich Hundert Hersteller dieses Produktes. (Abg. Pirklhuber: Aber Monsanto hat schon Institutionen bezahlt, damit sie Studien fälschen!) Das heißt auch, dass mit der Gleichsetzung von Glyphosat und Monsanto keine Sachdebatte, sondern eine Kampagne gefahren wird – und das schädigt die sachliche Auseinandersetzung.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesminister, Sie haben diese unsachliche Auseinandersetzung nicht verursacht, aber Sie könnten einen Beitrag zur Versachlichung liefern, indem Sie in die Ausschüsse für Gesundheit und für Landwirtschaft Experten für ein Hearing einladen. Ich glaube, dass das der unsachlichen Kritik viel Wind aus den Segeln nehmen und uns inhaltlich weiterbringen würde. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf, auf der ein Balkendiagramm mit der Überschrift „Produktion von Palmöl weltweit in den Jahren 2002/3 bis 2015/16 (in Millionen Tonnen
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf, auf der ein Balkendiagramm mit der Überschrift „Produktion von Palmöl weltweit in den Jahren 2002/3 bis 2015/16 (in Millionen Tonnen)“ zu sehen ist. Über den Balken steht „2x“, um die Verdoppelung der Produktionsmenge zu kennzeichnen. – Abg. Rossmann: Mal zwei, doppelte Dosis! – Abg. Moser: Glyphosat, keine Tabelle! – Abg. Höfinger: Es ist verkehrt! Umdrehen!)
Zwischenruf bei den Grünen.
Kolleginnen und Kollegen, warum reden wir nicht vom täglichen Essen? (Zwischenruf bei den Grünen.) Jetzt wird man sich fragen: Wird da auch schon Glyphosat gespritzt? – Da wird es verfüttert! Wir diskutieren – und das ist das Traurige – das in Wirklichkeit nicht. Professor Don Huber von der Purdue University in Amerika hat in seinen Studien die schädigende Wirkung von Glyphosat an Ratten bewiesen, hat die schädigende Wirkung von Glyphosat bewiesen und hat in Österreich Vorträge gehalten. Wenn er von Experten von Mästerorganisationen beschimpft wird, er soll nach Hause fahren, dann wissen wir, dass manche Leute das wirklich nicht ernst nehmen. Hier reden wir immer noch von der Tierfütterung.
Abg. Obernosterer: Warst du nicht dort?
Wir füttern unsere Konsumentinnen und Konsumenten täglich mit Palmöl, also mit Glyphosat. Deshalb habe ich diese Tabelle noch einmal mitgenommen, die bestätigt, dass sich die Glyphosatproduktion in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat, im selben Ausmaß wie diese unsinnige, wahnwitzige Rodung des Regenwaldes. Es ist interessant, dass man das nicht beim Klimagipfel in Paris diskutiert hat. Ich weiß nicht, was da noch wichtiger war. (Abg. Obernosterer: Warst du nicht dort?)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Ich weiß nicht, wer auf eine Position bei Monsanto wartet, weil diese Konzerne hier noch unterstützt werden. Jawohl, die sind das Übel dieser ganzen Problematik, das kostet nämlich auch unserer Landwirtschaft, unserer gesunden Produktion tatsächlich die Grundlage. Das sind die Konkurrenten, die eine regionale Kreislaufwirtschaft umbringen und abhängig machen. Kolleginnen und Kollegen, wir sollten mit einer Kreislaufwirtschaft, mit einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion, mit einer regionalen Produktion, mit der wir uns von internationalen Importen ganz wesentlich unterscheiden, triumphieren und damit unseren Kollegen imponieren. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!
Das ist die Alternative, wenn wir immer billiger und günstiger sein wollen und wir verleugnen, wo das Produkt herkommt. (Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!) – Wir können jederzeit zu dir nach Hause fahren, dann schauen wir uns an, wie viel Palmöl du in deinem Betrieb hast. Das ist die Realität. Wir müssen diskutieren, was Sache ist. Wir müssen von diesen Showthemen wegkommen, wir müssen von diesen Showbildern wegkommen, von dieser heilen Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, warum wollen wir uns denn etwas vormachen, das es nicht gibt? (Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?) – Es ist für dich ein wesentliches Thema! Wo das Palmöl ist? – In 70 Prozent aller Lebensmittel. Du als Vertreter der Konsumenten solltest dieses Thema viel wichtiger nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Das ist wirklich auf das Strengste zurückzuweisen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Das ist die Alternative, wenn wir immer billiger und günstiger sein wollen und wir verleugnen, wo das Produkt herkommt. (Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!) – Wir können jederzeit zu dir nach Hause fahren, dann schauen wir uns an, wie viel Palmöl du in deinem Betrieb hast. Das ist die Realität. Wir müssen diskutieren, was Sache ist. Wir müssen von diesen Showthemen wegkommen, wir müssen von diesen Showbildern wegkommen, von dieser heilen Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, warum wollen wir uns denn etwas vormachen, das es nicht gibt? (Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?) – Es ist für dich ein wesentliches Thema! Wo das Palmöl ist? – In 70 Prozent aller Lebensmittel. Du als Vertreter der Konsumenten solltest dieses Thema viel wichtiger nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Das ist wirklich auf das Strengste zurückzuweisen. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?
Das ist die Alternative, wenn wir immer billiger und günstiger sein wollen und wir verleugnen, wo das Produkt herkommt. (Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!) – Wir können jederzeit zu dir nach Hause fahren, dann schauen wir uns an, wie viel Palmöl du in deinem Betrieb hast. Das ist die Realität. Wir müssen diskutieren, was Sache ist. Wir müssen von diesen Showthemen wegkommen, wir müssen von diesen Showbildern wegkommen, von dieser heilen Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, warum wollen wir uns denn etwas vormachen, das es nicht gibt? (Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?) – Es ist für dich ein wesentliches Thema! Wo das Palmöl ist? – In 70 Prozent aller Lebensmittel. Du als Vertreter der Konsumenten solltest dieses Thema viel wichtiger nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Das ist wirklich auf das Strengste zurückzuweisen. (Beifall beim Team Stronach.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Das ist die Alternative, wenn wir immer billiger und günstiger sein wollen und wir verleugnen, wo das Produkt herkommt. (Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!) – Wir können jederzeit zu dir nach Hause fahren, dann schauen wir uns an, wie viel Palmöl du in deinem Betrieb hast. Das ist die Realität. Wir müssen diskutieren, was Sache ist. Wir müssen von diesen Showthemen wegkommen, wir müssen von diesen Showbildern wegkommen, von dieser heilen Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, warum wollen wir uns denn etwas vormachen, das es nicht gibt? (Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?) – Es ist für dich ein wesentliches Thema! Wo das Palmöl ist? – In 70 Prozent aller Lebensmittel. Du als Vertreter der Konsumenten solltest dieses Thema viel wichtiger nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Das ist wirklich auf das Strengste zurückzuweisen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Das ist die Alternative, wenn wir immer billiger und günstiger sein wollen und wir verleugnen, wo das Produkt herkommt. (Abg. Obernosterer: Was hast du jetzt gesagt?!) – Wir können jederzeit zu dir nach Hause fahren, dann schauen wir uns an, wie viel Palmöl du in deinem Betrieb hast. Das ist die Realität. Wir müssen diskutieren, was Sache ist. Wir müssen von diesen Showthemen wegkommen, wir müssen von diesen Showbildern wegkommen, von dieser heilen Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, warum wollen wir uns denn etwas vormachen, das es nicht gibt? (Abg. Matznetter: Wo ist das Palmöl?) – Es ist für dich ein wesentliches Thema! Wo das Palmöl ist? – In 70 Prozent aller Lebensmittel. Du als Vertreter der Konsumenten solltest dieses Thema viel wichtiger nehmen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter.) – Das ist wirklich auf das Strengste zurückzuweisen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte etwas zurückweisen, Kollege Loacker: Das ist keine Gefühlsdiskussion. Wenn du zwei nahe Familienangehörige an den Krebs verloren hast, dann weißt du, dass Gesundheit das höchste Gut ist, und wenn so ein Spritzmittel Krebs verursacht oder nur in den Nahbereich kommt, Krebs zu verursachen, dann ist es zu verbieten! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Wir haben es verstanden! – Ruf bei der ÖVP: Taferl! Leo, nimm dein Taferl mit! – Abg. Obernosterer: Das war das falsche Taferl!
Abgeordneter Leopold Steinbichler (fortsetzend): Ich bin bereits am Ende meiner Ausführungen; ich möchte den Satz nur fertig ausführen. Glyphosat ist nicht wieder für 15 Jahre zuzulassen, sondern wie ein Versicherungsvertrag zu prolongieren: Es wird bis auf Weiteres, solange es kein Ersatzmittel gibt, zugelassen, aber sobald es vernünftige Ersatzlösungen gibt, verboten. Das wäre ein gangbarer Weg. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Wir haben es verstanden! – Ruf bei der ÖVP: Taferl! Leo, nimm dein Taferl mit! – Abg. Obernosterer: Das war das falsche Taferl!)
Allgemeiner Beifall.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, in Zeiten wie diesen ist es nicht selbstverständlich, politische Verantwortung zu übernehmen. Ich ziehe vor jedem und jeder meinen Hut, der beziehungsweise die in den heutigen Zeiten noch politische Verantwortung übernimmt, sei es auf bundespolitischer, landespolitischer oder kommunalpolitischer Ebene; das sei hier wirklich angemerkt. Ich glaube, dass man sich das nicht einfach macht, aber ich bin froh, dass es noch viele Menschen gibt, die sich für das Allgemeinwohl im Sinne der Bevölkerung einsetzen, und ich bin der festen Überzeugung, dass es niemand – und das sei jetzt überfraktionell gesagt – böse meint oder niemand Böses will. Wir alle haben unterschiedliche Zugänge zu Lösungsansätzen und Zielen, aber das Ziel ist insgesamt, glaube ich, dasselbe: das Bestmögliche für die Bevölkerung herauszuholen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Abschließend möchte ich selbstverständlich dem neuen Team unter Bundeskanzler Christian Kern schon jetzt alles Gute für den weiteren Verlauf wünschen, für die anstrengenden Herausforderungen, die noch da sind. Ich glaube, alles, Kolleginnen und Kollegen, wird hier gemeistert werden, und das wird noch ein guter Weg für die Republik werden. In diesem Sinne darf ich mich heute an dieser Stelle verabschieden. – Danke schön. (Allgemeiner Beifall.)
Ruf bei der SPÖ: Supervorschlag!
(Ruf bei der SPÖ: Supervorschlag!) – Danke, danke, es freut mich, dass hier Lob von ungewohnter, unerwarteter Seite kommt. Ich bin sicher, Sie werden nachher noch etwas mehr dazu sagen. (Abg. Neubauer: Das ist eh nicht ernst gemeint!)
Abg. Neubauer: Das ist eh nicht ernst gemeint!
(Ruf bei der SPÖ: Supervorschlag!) – Danke, danke, es freut mich, dass hier Lob von ungewohnter, unerwarteter Seite kommt. Ich bin sicher, Sie werden nachher noch etwas mehr dazu sagen. (Abg. Neubauer: Das ist eh nicht ernst gemeint!)
Beifall bei den NEOS.
Wenn wir dauerhaft mehr Beschäftigung wollen, dann müssen wir den Unternehmen mehr Luft lassen, um diese Beschäftigung zu schaffen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Rossmann: Ihr habt unserem Antrag nicht zugestimmt!
Ist einem von euch aufgefallen, dass man, wenn man die Zeitung aufschlägt, permanent von Panama-Leaks, Lux-Leaks, und wie sie alle heißen, liest, und dass diese Konzerne gar keine Steuer mehr zahlen? (Abg. Rossmann: Ihr habt unserem Antrag nicht zugestimmt!) Und dann ist die Antwort darauf: Dann senken wir doch die Steuersätze bei uns! (Zwischenruf des Abg. Alm.)
Zwischenruf des Abg. Alm.
Ist einem von euch aufgefallen, dass man, wenn man die Zeitung aufschlägt, permanent von Panama-Leaks, Lux-Leaks, und wie sie alle heißen, liest, und dass diese Konzerne gar keine Steuer mehr zahlen? (Abg. Rossmann: Ihr habt unserem Antrag nicht zugestimmt!) Und dann ist die Antwort darauf: Dann senken wir doch die Steuersätze bei uns! (Zwischenruf des Abg. Alm.)
Abg. Schellhorn: Auf das habe ich gewartet! – Abg. Scherak: In welchem Personenkomitee waren Sie? – Zwischenruf des Abg. Strolz.
Kollege Alm, vielleicht könnt ihr wenigstens hineinschreiben: für die ersten 100 000 oder 200 000; dann wäre schon etwas gewonnen – aber nein, gleich für alle! Es ist doch kein Zufall, wer den Wahlkampf der NEOS finanziert hat, oder, Herr Kollege Strolz? (Abg. Schellhorn: Auf das habe ich gewartet! – Abg. Scherak: In welchem Personenkomitee waren Sie? – Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Abg. Rossmann: Aber heuer könntet ihr euch die Finger verbrennen!
Bei uns schaffen es manche Oppositionsabgeordnete jedes Jahr zu erklären, warum die Budgets nicht halten. Wann spüren Sie die Finger? – Das ist ein Blödsinn! In diesem Land mit dieser Regierung hält ein Budget nach dem anderen. Ihre Prognose, wir erreichen kein strukturelles Nulldefizit 2017, hören wir schon seit 2014. (Abg. Rossmann: Aber heuer könntet ihr euch die Finger verbrennen!) – Aber bitte! Bitte! Reicht das die letzten Jahre? (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Zwischenruf des Abg. Strolz.
Bei uns schaffen es manche Oppositionsabgeordnete jedes Jahr zu erklären, warum die Budgets nicht halten. Wann spüren Sie die Finger? – Das ist ein Blödsinn! In diesem Land mit dieser Regierung hält ein Budget nach dem anderen. Ihre Prognose, wir erreichen kein strukturelles Nulldefizit 2017, hören wir schon seit 2014. (Abg. Rossmann: Aber heuer könntet ihr euch die Finger verbrennen!) – Aber bitte! Bitte! Reicht das die letzten Jahre? (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Ruf bei der SPÖ: Genau!
Ich finde, den Beamten in der Budgetsektion gebührt ein Dankeschön, danke auch für den Vollzug in allen Ministerien. Lasst euch etwas anderes einfallen! (Ruf bei der SPÖ: Genau!) Vielleicht haben wir dann schon einiges gewonnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich finde, den Beamten in der Budgetsektion gebührt ein Dankeschön, danke auch für den Vollzug in allen Ministerien. Lasst euch etwas anderes einfallen! (Ruf bei der SPÖ: Genau!) Vielleicht haben wir dann schon einiges gewonnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Lausch
Das hat Jörg Haider gemacht (Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Lausch) – und ich glaube, dass es kein Zufall war, dass er nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann, das sage ich auch, nach einer Flasche Tequila im Stadtkrämer und dann sehr schneller Fahrt –, nur so viel sei ihm ins Stammbuch geschrieben. Und da sitzen Sie und zeigen mit dem Finger auf die, die mühsam die Kastanien aus dem Feuer holen! (Abg. Lausch: Sie nicht …!)
Abg. Lausch: Sie nicht …!
Das hat Jörg Haider gemacht (Zwischenrufe der Abgeordneten Angerer und Lausch) – und ich glaube, dass es kein Zufall war, dass er nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann, das sage ich auch, nach einer Flasche Tequila im Stadtkrämer und dann sehr schneller Fahrt –, nur so viel sei ihm ins Stammbuch geschrieben. Und da sitzen Sie und zeigen mit dem Finger auf die, die mühsam die Kastanien aus dem Feuer holen! (Abg. Lausch: Sie nicht …!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Lausch.
Wir werden das Thema abschließen, aber ich finde: Sie sollten dazu stehen. So viel Anstand würde auch den Blauen sehr guttun. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Lausch.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, eine stärkere Erhöhung ist angebracht, nämlich weit mehr als 15 Millionen € im Jahr, um den Menschen vor Ort tatsächlich zu helfen. Es ist unsere Verpflichtung, gerade angesichts der Schnelllebigkeit der Globalisierung und der Ausbeutung von Mensch und Natur, hier einzugreifen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da die ÖVP in diesem Bereich in den letzten Jahren offensichtlich kein ernsthaftes Engagement gezeigt hat, hoffe ich, dass sich vielleicht der neue Kanzler stärker in diesem Bereich einsetzen wird und die Mittel im Bereich Wissenschaft und Forschung, im Bereich der Universitäten und Fachhochschulen vielleicht doch noch erhöht werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Solange sie keine legalen Wege für höchstbedrängte und in Not befindliche Flüchtlinge nach kanadischem Vorbild auch nach Österreich öffnen, haben sie moralisch nicht das Recht, auf diese Art und Weise Flüchtlinge, Familien, Kinder zu bekämpfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich halte es politisch, menschlich und auch aus Vernunftgründen, Herr Finanzminister, für nicht verantwortbar, dass Sie auf diese Art und Weise eine falsche Sicherheitspolitik des Innenministeriums mit den Visegrád-Verbündeten unterstützen. Tut mir leid, das ist der falsche Weg. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Sicherheit ist wichtig, Sicherheit kostet Geld, Sicherheit ist aber ein hohes Gut, und dafür sollten, nein, dafür müssen wir uns einsetzen und kämpfen – in Österreich, in der Europäischen Union und darüber hinaus. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich den Worten meines Kollegen Michael Ehmann anschließen, auch für mich endet die Zeit hier im Hohen Haus (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nach fast achtjähriger Tätigkeit, mit einem kurzen Intermezzo, das alle kennen; ich bin dann im September wieder hier eingezogen. Ich werde nun dieses Haus wieder verlassen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), und zwar mit einem sehr guten Gefühl, weil ich weiß, dass wir Abgeordnete, auch wenn viele, viele Diskussionen sehr kontroversiell geführt werden, letztendlich dem österreichischen Volk, den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich den Worten meines Kollegen Michael Ehmann anschließen, auch für mich endet die Zeit hier im Hohen Haus (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nach fast achtjähriger Tätigkeit, mit einem kurzen Intermezzo, das alle kennen; ich bin dann im September wieder hier eingezogen. Ich werde nun dieses Haus wieder verlassen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), und zwar mit einem sehr guten Gefühl, weil ich weiß, dass wir Abgeordnete, auch wenn viele, viele Diskussionen sehr kontroversiell geführt werden, letztendlich dem österreichischen Volk, den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind.
Allgemeiner Beifall.
blick für die Entscheidungen und die Verantwortung, die sie tragen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Erfolg und ein herzliches Glückauf! – Ich danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Frau Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Im vorliegenden Gesetzentwurf geht es um die Bereitstellung von Nachtsichtferngläsern für Mazedonien, das sich, um seine Grenzsicherung weiterhin aufrechterhalten zu können, an Österreich und andere Staaten um Hilfe gewandt hat. Mit der Bereitstellung dieser Nachtsichtgeräte wird jetzt diesem Wunsch entsprochen. Neben dem materiellen Hilfsaspekt ist dabei die Geste wichtig, dass wir damit einen Staat unterstützen, der die Grenzsicherung ernst nimmt. Wir werden daher diesem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gleichzeitig ist es uns aber besonders wichtig, dass die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres durch diese Maßnahme in keiner Art und Weise eingeschränkt wird und für unser eigenes Bundesheer Ersatzgeräte bereitgestellt werden. Gerade in Zeiten wie diesen muss ja die Bereitschaft des Bundesheeres, für Sicherheit zu sorgen, gestärkt werden und darf nicht geschwächt werden. Wir werden daher ganz genau darauf achten, dass dem Bundesheer endlich die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die es zur Erfüllung seiner Aufgaben auch wirklich braucht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Abg. Pirklhuber: Das ist es!
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Beifall bei den NEOS.
Aber im Endeffekt ist das keine Versicherung, und das ist der springende Punkt. Sagen wir, was uns die Landwirte wert sind, sagen wir und bringen wir transparent dar, was wir für die Ernteausfälle zurücklegen beziehungsweise ihnen zuführen! Und dann ist das keine Versicherung, sondern eine Förderung. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Nicht vergessen möchte ich bei dieser Gelegenheit den ehemaligen Bundesminister Hundstorfer, mit dem ich bei den Koalitionsverhandlungen dieses Thema, den erweiterten Versicherungsschutz, letztlich fixieren konnte. Ich möchte daher auch ihm Anerkennung aussprechen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
(Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Brunner.
Die Erhebung wird schwierig genug sein. Wichtig ist aber nicht, was schwierig ist, wichtig war und ist, wie wir den Bäuerinnen und Bauern Hoffnung geben. Mit diesem Gesetz und der Abänderung sowie der Sicherung der zusätzlichen Mittel aus dem Katastrophenfonds können diese bäuerlichen Familienbetriebe, glaube ich, wieder an Österreich glauben. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Brunner.)
Abg. Fekter: Die werden immer weniger!
So etwas kann natürlich immer nur ein Anlauf sein. Es geht ja darum, dass, wenn genug Landwirte eine derartige Versicherung abschließen (Abg. Fekter: Die werden immer weniger!) – ja, aber die Betriebe werden dafür größer –, wenn also möglichst 100 Prozent dabei sind, diese den Schaden auch immer selbst zahlen können.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Darauf muss man dann wahrscheinlich bei den Richtlinien achten, dass es da nicht zu einer negativen, sage ich einmal, Anreizwirkung kommt. Aber im Prinzip sind wir als Sozialdemokratie Freunde von solidarischen Sicherungssystemen, was ohnehin nicht ganz unbekannt ist, und insofern unterstützen wir das auch. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Kofinanziert von den Ländern!
Jetzt komme ich zum Abänderungsantrag. 50 Millionen € sind im Endeffekt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mehr ist das nicht. (Abg. Pirklhuber: Kofinanziert von den Ländern!) Absolut, ja, kofinanziert von den Ländern, 50 Millionen €. Wir werden diesem Antrag auch zustimmen. Es ist trotzdem ein Tropfen auf dem heißen Stein. (Beifall bei der FPÖ.) Denn die 50 Millionen €, die von den Ländern zugeschossen werden, sind natürlich auch eine Maßnahme, die unterstützend wirkt, aber wir reden von Gesamtschäden von über 200 Millionen € in einer Region, die weder mit Arbeitsplätzen gesegnet ist noch von den in der Landwirtschaft erzielten Einkommen zurzeit überhaupt leben kann, etwa im Obstbereich, wo die Bauern ein Jahr oder mehr als zwölf Monate später erst ihre Margen erhalten, ihr Salär.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt komme ich zum Abänderungsantrag. 50 Millionen € sind im Endeffekt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mehr ist das nicht. (Abg. Pirklhuber: Kofinanziert von den Ländern!) Absolut, ja, kofinanziert von den Ländern, 50 Millionen €. Wir werden diesem Antrag auch zustimmen. Es ist trotzdem ein Tropfen auf dem heißen Stein. (Beifall bei der FPÖ.) Denn die 50 Millionen €, die von den Ländern zugeschossen werden, sind natürlich auch eine Maßnahme, die unterstützend wirkt, aber wir reden von Gesamtschäden von über 200 Millionen € in einer Region, die weder mit Arbeitsplätzen gesegnet ist noch von den in der Landwirtschaft erzielten Einkommen zurzeit überhaupt leben kann, etwa im Obstbereich, wo die Bauern ein Jahr oder mehr als zwölf Monate später erst ihre Margen erhalten, ihr Salär.
Abg. Pirklhuber: Eigene Weinbauern!
Es ist also wirklich höchste Zeit, den Landwirten zeitnah, unbürokratisch zu helfen und diese auch zu unterstützen, denn ein wichtiger Faktor für uns in der Südoststeiermark, Oststeiermark, in der Steiermark generell, im ländlichen Bereich ist natürlich auch der Tourismus. Wir leben davon, dass unsere Region ein Bild zeichnet, das es sonst in Österreich in der Form auch nicht gibt. Viele von Ihnen hier im Haus besuchen unsere Regionen, sind dort bei den Buschenschenken, sind in den Weingegenden. (Abg. Pirklhuber: Eigene Weinbauern!) Es gibt hier eigene Weinbauern von der ÖVP, auch von der SPÖ-Seite. Es ist wirklich ein Gebot der Stunde, unbürokratisch und so schnell wie möglich zu helfen.
Beifall bei der FPÖ.
ten, die sie haben, zu finanzieren, ob das die Sozialversicherung ist, ob das ihre Kredite sind, und, und, und. Denn hier ist es wirklich höchst an der Zeit, eine Unterstützung zu gewähren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir müssen hier in die Gänge kommen. In vielen Ländern geschieht schon sehr viel. Es wäre schön, wenn wir den Neustart der Bundesregierung dafür nützten, auch da zusammenzuarbeiten und den Klimavertrag von Paris auch umzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine Anmerkung zum Schluss: Ich bin überzeugt davon, Österreich braucht dafür ein eigenständiges, starkes und engagiertes Klimaschutz-, Energie- und Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Fuchs.
Viele Menschen haben geholfen: Feuerwehren, private Personen, Bürger, Freunde, Nachbarn sind gekommen, auch in Niederösterreich. Ich war in einigen dieser Gebiete und habe gesehen, was sich da abgespielt hat. Ich habe mit den Menschen nach den Katastrophennächten gesprochen. Und da habe ich auf der einen Seite eine sehr große Resignation gespürt: Wieso schon wieder?, auf der anderen Seite aber auch die Dankbarkeit, dass Menschen gekommen sind und in der Nacht geholfen haben, Strohballen anzuzünden, Wachskerzen auszuteilen und viele andere Maßnahmen zu setzen, um der Natur Widerstand zu leisten, wie das Bauern eben tun. Viele Menschen haben geholfen, und bei diesen Menschen will ich mich heute bedanken. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Fuchs.)
Beifall bei der ÖVP.
die überhaupt noch etwas leisten wollen, und denen die Anerkennung zukommen lässt, die sich heute noch plagen. Das ist heute ein gutes Zeichen dafür, und dafür bedanke ich mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, dies ist ein gutes Gesetz. Für die 50 Millionen € kann man nur Danke sagen und hoffen, dass diese Menschen ihren Weg weitergehen und dafür sorgen werden, dass wir auch in den nächsten Jahren gesundes Obst haben werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Selbstverständlich werden wir auch dem Abänderungsantrag hier unsere Zustimmung geben, das ist eine richtige Entscheidung. Es wäre auch in dem einen oder anderen Bereich darüber hinaus sinnvoll, nicht nur bei solch dramatischen Situationen, dass wir uns in dieser Art und Weise zu gemeinsamen Entschließungen durchringen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Ich war im Jänner dieses Jahres in Weiz, in Gersdorf, in Gschmaier und habe dort Diskussionen geführt mit jungen Bauern, die mit Zuversicht in die Zukunft blicken, die dort in kleinbäuerlichen Strukturen leben und wirtschaften, im Obstbau, im Weinbau, die investiert haben, die mir aber damals auch gesagt haben, diese Marktsituation ist eine sehr kritische, eine existenzbedrohende – und zwei Monate später dann diese Frostschäden, diese Schneeschäden. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Da bitte ich sie wirklich, nicht in einen ideologischen, parteipolitischen Kleinkrieg zu verfallen! Da geht es um Familien, da geht es um Arbeitsplätze, da geht es um eine sichere Ernährung in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Selbstverständlich muss parallel dazu intensiv an den Ursachen für die Wetterextreme gearbeitet werden, es sollten also nicht nur die Symptome bekämpft werden. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark haben das bereits getan, leider das Bundesland Burgenland noch nicht. Es ist wichtig, dass sowohl der Bund als auch die Länder ihren Beitrag leisten, denn wenn ein Bundesland das nicht tut, dann fließt in dem Bundesland auch nicht Bundesgeld, und ich sehe nicht ein, dass burgenländische Bauern schlechtergestellt werden als oberösterreichische, steirische und niederösterreichische. Daher appelliere ich von hier aus an die burgenländische Landesregierung, gleichfalls diese Beiträge zu leisten, damit die Bauern Wettbewerbsgleichheit haben und in diesem Sinne eine echte Katastrophenvorsorge machen können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und deponiert dort ein Foto, auf dem vier Personen in einer Art primitiver Schutzbekleidung zu sehen sind. – Abg. Obernosterer: Das haben wir schon gesehen!
Präsident Karlheinz Kopf: Nun gelangt Herr Abgeordneter Steinbichler zu Wort. – Bitte. (Abg. Steinbichler begibt sich zum Rednerpult und deponiert dort ein Foto, auf dem vier Personen in einer Art primitiver Schutzbekleidung zu sehen sind. – Abg. Obernosterer: Das haben wir schon gesehen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Warum möchte ich das sagen? – Ich habe heute ein Muster mitgenommen (eine Flasche in die Höhe haltend), weil das eine typische heimische Frucht ist, und der Baum, der diese Frucht trägt, dieser Orangenbaum, wächst in der Werbung auf der Schipiste im Rauch-Tal. Ist es notwendig, dass wir beim Marathon in Wien (eine Banane in die Höhe haltend) 17 Tonnen Bananen verspeisen – das ist ja wunderbar! –, und die steirischen Bauern kämpfen ums Überleben?! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Gusenbauer-Jäger.
Kollege Grillitsch hat diese jungen, hoffnungsvollen Unternehmerinnen und Unternehmer angesprochen, die bereit sind, dieses Risiko einzugehen und diese Betriebe auch unter diesen von uns selbst verursachten katastrophalen Klimabedingungen zu führen: Die können nicht mehr, auch wenn sie wollen, denn hier reden wir nicht von Einkommen, sondern hier reden wir von Betriebserhaltung. Hier reden wir nur von Betriebserhaltung! (Zwischenruf der Abg. Gusenbauer-Jäger.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.
Stronach, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Auer.) Wir brauchen in allen Sparten kostendeckende Preise, damit unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren können, damit wir die Produktion erhalten, sonst können wir gar nicht mehr darüber diskutieren, wie produziert wird, sondern nur mehr darüber, wie importiert wird. Und da haben wir auch keine Chance mehr, uns auszusuchen, ob es Qualität ist oder industrielle No-Name-Ware. Ich glaube, das ist das ganz Wesentliche. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.)
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Herr Präsident! Hohes Haus! Bei zukünftige Reden des Abgeordneten Steinbichler wird eingeblendet: Diese Rede enthält Produktplatzierungen. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) – Ja, das ist Vorschrift.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Schlussendlich, meine geschätzten Damen und Herren, ist selbstverständlich vereinbart, dass wir mit Oktober 2018 evaluieren, wie viel dieser Anreiz, sich zu versichern, wirklich gebracht hat und wie viel sozusagen nicht versichert worden ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Mit dieser neuen Versicherung ist es auch erstmals möglich, unterschiedliche Versicherungen in Anspruch zu nehmen, auch jene, die bisher nicht versicherungsfähig waren.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
werden, ihre Betriebe aufrechterhalten können und in Zukunft wieder entsprechend erfolgreich Produkte aus Österreich produzieren können. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Dieses verwaltungsintensive Gesetz zum Handwerkerbonus ist ein reines Placebogesetz und kostet in der Gesamtbetrachtung mehr, als es bringt. Wir werden dieser Novelle ganz sicher nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Für den Finanzminister sind vier verschiedene Kontrollinstanzen eine Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung! – Da kann man nur sagen: Gute Nacht, Verwaltungsreform! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Das ist wirklich unglaublich, diese …!
Bei den parlamentarischen Budgetverhandlungen im Herbst 2015 hat der Finanzminister noch erklärt, dass der Handwerkerbonus nicht verlängert wird. Der Handwerkerbonus hat sich aufgrund der Mitnahmeeffekte nicht bewährt, meinte damals der Herr Finanzminister. Und ein halbes Jahr später schlägt dieser Finanzminister die Verlängerung vor. Warum der Gesinnungswandel, Herr Finanzminister? – Offenbar benötigt der Herr Finanzminister nach den vielen unternehmerfeindlichen Maßnahmen durch die Steuerreform und das Registrierkassendebakel eine wirtschaftspolitische Nebelgranate (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling), damit er wieder um teures Steuergeld inserieren kann, was er alles für die Wirtschaft getan hat, wohl wissend, dass diese Maßnahme für die Wirtschaft überhaupt nichts bringt. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Das ist wirklich unglaublich, diese …!)
Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Das ist wirklich unglaublich!
Herr Finanzminister, für die Unternehmer – insbesondere für die kleinen Unternehmer und für die Tourismusbetriebe – haben Sie ohnehin schon längst jede Glaubwürdigkeit verloren. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Schelling: Das ist wirklich unglaublich!)
Abg. Peter Wurm: Genau! Das ist aber nicht der Fall, Herr Kollege!
Lassen Sie mich damit beginnen: Die letzte Steuerreform, die wir hier gemeinsam beschlossen haben, wurde mit 5,2 Milliarden € so durchgesetzt, dass der einzelne Bürger mehr Einkommen hatte, und mit diesem Mehreinkommen sollte der Konsum angekurbelt werden. (Abg. Peter Wurm: Genau! Das ist aber nicht der Fall, Herr Kollege!)
Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal nach, wer das spürt!
Es bestand die Möglichkeit, mehr Wirtschaftswachstum zu schaffen, mehr Steuereinnahmen zu lukrieren (Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal nach, wer das spürt!), und dementsprechend wurde das hier mit großer Mehrheit beschlossen – und viele wollten es so, auch die Freiheitlichen wollten, dass das Geld dem einzelnen Bürger zurückgegeben wird. (Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal in Österreich …! – Abg. Matznetter: Bitte nur vom Sitzplatz, Herr Kollege! – Abg. Peter Wurm: Geh! Da sind die Kindergartengebühren höher …!)
Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal in Österreich …! – Abg. Matznetter: Bitte nur vom Sitzplatz, Herr Kollege! – Abg. Peter Wurm: Geh! Da sind die Kindergartengebühren höher …!
Es bestand die Möglichkeit, mehr Wirtschaftswachstum zu schaffen, mehr Steuereinnahmen zu lukrieren (Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal nach, wer das spürt!), und dementsprechend wurde das hier mit großer Mehrheit beschlossen – und viele wollten es so, auch die Freiheitlichen wollten, dass das Geld dem einzelnen Bürger zurückgegeben wird. (Abg. Peter Wurm: Fragen Sie einmal in Österreich …! – Abg. Matznetter: Bitte nur vom Sitzplatz, Herr Kollege! – Abg. Peter Wurm: Geh! Da sind die Kindergartengebühren höher …!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Betriebe wollen es, die Konsumenten können wirklich Förderungen abholen, wenn sie es brauchen, und damit ist es genau das richtige Mittel zum richtigen Zeitpunkt. Ich danke für die budgetmäßige Freigabe! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Loacker.
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Kollege Groiß, jetzt wundert mich gar nichts mehr! Wenn man Geschenke als Steuerreform bezeichnet, ist es kein Wunder, dass in der Republik nichts weitergeht und keine gescheite Steuerreform zustande kommt. Das hast du jetzt eindrücklich belegt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Loacker.)
Zwischenruf der Abg. Winzig.
sowie Unternehmungen, die sich in sehr neuen Branchen bewegen, kämpfen mit der Finanzierung. (Zwischenruf der Abg. Winzig.) – Da braucht es zum Beispiel Risikokapital, Frau Kollegin! Das sind Dinge, die wirklich notwendig sind; selbstverständlich auch die längst überfällige Reform des Steuerrechts. Wir wissen, es gibt mehr als 500 Ausnahmen im Steuerrecht. Da braucht es eine Vereinfachung, denn das würde den Unternehmerinnen und Unternehmern tatsächlich helfen – und nicht ein Instrument wie der Handwerkerbonus, der Mitnahmeeffekte hat und de facto lediglich wie eine Gießkanne wirkt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.
sowie Unternehmungen, die sich in sehr neuen Branchen bewegen, kämpfen mit der Finanzierung. (Zwischenruf der Abg. Winzig.) – Da braucht es zum Beispiel Risikokapital, Frau Kollegin! Das sind Dinge, die wirklich notwendig sind; selbstverständlich auch die längst überfällige Reform des Steuerrechts. Wir wissen, es gibt mehr als 500 Ausnahmen im Steuerrecht. Da braucht es eine Vereinfachung, denn das würde den Unternehmerinnen und Unternehmern tatsächlich helfen – und nicht ein Instrument wie der Handwerkerbonus, der Mitnahmeeffekte hat und de facto lediglich wie eine Gießkanne wirkt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Lichtenecker: Die da wären?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Dr. Lichtenecker, liebe Ruperta, es gibt viele Regulierungen, und es gibt einige darunter, die auch von vielen Funktionärinnen und Funktionären deiner Partei intensiv betrieben wurden. (Abg. Lichtenecker: Die da wären?) – Nein, das geht so weit, dass man Wirten vorschreiben will (Abg. Lichtenecker: Beispiel!), dass sie keine Terrassenheizung verwenden dürfen – um nur ein Beispiel zu nennen –, während gleichzeitig deine Klubobfrau Eva Glawischnig in vorderster Front war, als es darum ging, dass das Rauchen im Lokal verboten wird und alle Raucher hinausgehen müssen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Lichtenecker. – Zwischenruf der Abg. Korun.)
Abg. Lichtenecker: Beispiel!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Dr. Lichtenecker, liebe Ruperta, es gibt viele Regulierungen, und es gibt einige darunter, die auch von vielen Funktionärinnen und Funktionären deiner Partei intensiv betrieben wurden. (Abg. Lichtenecker: Die da wären?) – Nein, das geht so weit, dass man Wirten vorschreiben will (Abg. Lichtenecker: Beispiel!), dass sie keine Terrassenheizung verwenden dürfen – um nur ein Beispiel zu nennen –, während gleichzeitig deine Klubobfrau Eva Glawischnig in vorderster Front war, als es darum ging, dass das Rauchen im Lokal verboten wird und alle Raucher hinausgehen müssen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Lichtenecker. – Zwischenruf der Abg. Korun.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Lichtenecker. – Zwischenruf der Abg. Korun.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Dr. Lichtenecker, liebe Ruperta, es gibt viele Regulierungen, und es gibt einige darunter, die auch von vielen Funktionärinnen und Funktionären deiner Partei intensiv betrieben wurden. (Abg. Lichtenecker: Die da wären?) – Nein, das geht so weit, dass man Wirten vorschreiben will (Abg. Lichtenecker: Beispiel!), dass sie keine Terrassenheizung verwenden dürfen – um nur ein Beispiel zu nennen –, während gleichzeitig deine Klubobfrau Eva Glawischnig in vorderster Front war, als es darum ging, dass das Rauchen im Lokal verboten wird und alle Raucher hinausgehen müssen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Lichtenecker. – Zwischenruf der Abg. Korun.)
Abg. Lichtenecker: Das erzähl der Gesundheitsministerin …!
Da einen Mittelweg zu finden, wird nicht so einfach sein. Wir können gerne einmal … (Abg. Lichtenecker: Das erzähl der Gesundheitsministerin …!) – Meine Einladung, Frau Wirtschaftssprecherin: Wir setzen uns zusammen, gehen die Gewerbeordnung durch – (in Richtung des Abg. Haubner) gell, Peter? – und schauen uns an, welche Vorschriften es da drinnen gibt. Reden wir einmal über das Entrümpeln, Kollegin Lichtenecker (Abg. Lichtenecker: Ja, gerne!), und du wirst sehen, dass du bei mehreren Dingen mehr Probleme hast als alle anderen!
in Richtung des Abg. Haubner
Da einen Mittelweg zu finden, wird nicht so einfach sein. Wir können gerne einmal … (Abg. Lichtenecker: Das erzähl der Gesundheitsministerin …!) – Meine Einladung, Frau Wirtschaftssprecherin: Wir setzen uns zusammen, gehen die Gewerbeordnung durch – (in Richtung des Abg. Haubner) gell, Peter? – und schauen uns an, welche Vorschriften es da drinnen gibt. Reden wir einmal über das Entrümpeln, Kollegin Lichtenecker (Abg. Lichtenecker: Ja, gerne!), und du wirst sehen, dass du bei mehreren Dingen mehr Probleme hast als alle anderen!
Abg. Lichtenecker: Ja, gerne!
Da einen Mittelweg zu finden, wird nicht so einfach sein. Wir können gerne einmal … (Abg. Lichtenecker: Das erzähl der Gesundheitsministerin …!) – Meine Einladung, Frau Wirtschaftssprecherin: Wir setzen uns zusammen, gehen die Gewerbeordnung durch – (in Richtung des Abg. Haubner) gell, Peter? – und schauen uns an, welche Vorschriften es da drinnen gibt. Reden wir einmal über das Entrümpeln, Kollegin Lichtenecker (Abg. Lichtenecker: Ja, gerne!), und du wirst sehen, dass du bei mehreren Dingen mehr Probleme hast als alle anderen!
Abg. Lichtenecker: Das ist verständlich!
Zurück zum Handwerkerbonus: Meine Handwerksbetriebe in der Kammer freuen sich, keine Frage. (Abg. Lichtenecker: Das ist verständlich!) Das ist gut angelegt, selbst wenn man es nur temporär macht. Warum? – Wenn man das nicht temporär macht, dann heißt es: Das habe ich eh immer!, und damit erzielt man nicht den Effekt einer konjunkturellen Steuerung.
Demonstrativer Beifall des Abg. Fuchs.
Ich gebe zu, es ist das nicht die intelligenteste Maßnahme in diesem Bereich. (Demonstrativer Beifall des Abg. Fuchs.) Wir haben diese Regelung quasi von der Bundesrepublik Deutschland kopiert – und haben das jetzt neuerlich aktiviert. Das kann uns doch aber bitte nicht daran hindern, darüber nachzudenken, welche weiteren Maßnahmen wir setzen können, zum Beispiel stärker in Richtung thermische Sanierung, mit dem Blickpunkt auch auf die Regelungen in Paris. Und was die Umsetzung anlangt: Reden wir darüber!
Abg. Lichtenecker: Über das reden wir ja!
Ich halte zum Beispiel total viel von dem Modell, dass man einkommensschwachen Haushalten eine Kreditfinanzierung ermöglicht; viele können sich nämlich nicht einmal eine neue Therme leisten, und sie konnten auch nie mit dem Handwerkerbonus arbeiten, weil sie das gar nicht finanzieren können. (Abg. Lichtenecker: Über das reden wir ja!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne ist meine Einladung zu verstehen, das weiterzuentwickeln. Jetzt ist der Handwerkerbonus jedenfalls eine gute Maßnahme, wir brauchen jetzt Konjunkturförderung – und ich bin froh, dass wir wenigstens etwas haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Vergegenwärtigen Sie sich, da das Beispiel mit dem Installateur gefallen ist, was ein Installateur kostet, wenn er zu Ihnen kommt: Sie zahlen alleine schon fürs „Grüß Gott!“ über 70 €, er sieht davon aber nur 23 €. Das ist eben ein enormes Problem, das zeigt, dass die Mitarbeiter zu viel kosten, aber zu wenig verdienen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei den NEOS.
Daher: Sagen Sie mir, wie das eigentlich sein kann, dass wir es nicht schaffen, die Lohnnebenkosten drastisch zu senken und die Gewerbeordnung auszuholzen! Am besten wäre es doch, in die Gewerbeordnung einmal so richtig hineinzufahren, aber nicht mit dem Rasenmäher, sondern mit dem Fichtenmoped. Die gehört richtig ausgeholzt, das ist es! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Peter Wurm: Nein, das ist der falsche Weg! Das ist der falsche Weg, Herr Kollege!
Und das schaue ich mir jetzt an! Das ist jetzt ganz wichtig für euch, dass ihr da jetzt aufpasst – und wir passen auf, wer aufsteht und wer sitzen bleibt. Da geht es auch generell um die Gastronomiebetriebe ab 2018, denn jeder, der dann ab 12 Uhr draußen steht, ist dem freien Abschuss ausgeliefert und darf dann zurücktreten. (Abg. Peter Wurm: Nein, das ist der falsche Weg! Das ist der falsche Weg, Herr Kollege!) – Nein, das ist der richtige Weg. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Peter Wurm: Da belasten Sie die Anrainer!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Peter Wurm: Da belasten Sie die Anrainer!
Und das schaue ich mir jetzt an! Das ist jetzt ganz wichtig für euch, dass ihr da jetzt aufpasst – und wir passen auf, wer aufsteht und wer sitzen bleibt. Da geht es auch generell um die Gastronomiebetriebe ab 2018, denn jeder, der dann ab 12 Uhr draußen steht, ist dem freien Abschuss ausgeliefert und darf dann zurücktreten. (Abg. Peter Wurm: Nein, das ist der falsche Weg! Das ist der falsche Weg, Herr Kollege!) – Nein, das ist der richtige Weg. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Peter Wurm: Da belasten Sie die Anrainer!)
Abg. Lichtenecker: Geh nein, das ist Ihnen jetzt aber im …!
Wenn ich auf den Vergleich mit Deutschland eingehe, den Herr Kollege Fuchs gebracht hat, dann muss ich sagen, dass man Deutschland und Österreich diesbezüglich überhaupt nicht miteinander vergleichen kann, denn beim deutschen Handwerkerbonus werden auch gesetzliche Pflichtleistungen wie zum Beispiel Überprüfungen oder Wartungsarbeiten gefördert. – Das tun wir nicht, denn das ist zu 100 Prozent ein Mitnahmeeffekt. Wir fördern die echte Handwerksleistung, und das ist eine klassische Win-win-Situation, einerseits für den Handwerker und andererseits für den Konsumenten. An und für sich müsste er ja „Konsumentenbonus“ heißen, weil der Konsument ja etwas davon hat. (Abg. Lichtenecker: Geh nein, das ist Ihnen jetzt aber im …!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Matznetter und ich werden uns erlauben, vielleicht einmal die ganzen Umweltauflagen für die Betriebe aufzulisten und auch mit den Grünen darüber zu reden, wie wir der Wirtschaft in diesem Bereich einiges erleichtern können, wenn wir da mit einigen Dingen – auf Deutsch gesagt – abfahren. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Matznetter: Palminsel statt Palmöl!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Matznetter: Palminsel statt Palmöl!)
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb ist jede Maßnahme gescheit, auch abseits des Handwerkerbonus, aber wenn die Rahmenbedingungen fehlen, dann ist das leider nur eine kosmetische Wirkung. Deshalb fordern wir auch die nötigen Rahmenbedingungen wie Bürokratieabbau und Senkung der Lohnnebenkosten ein. Wir haben immerhin 10 Prozent Nachteil gegenüber europäischen Mitbewerbern. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Somit ist das eine gute Maßnahme, die wir hier beschließen. – Gratulation, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich schließe mit Matznetter: „es ist das nicht die intelligenteste Maßnahme“. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Lichtenecker in Richtung ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist wiederum die Mehrheit und somit auch in dritter Lesung angenommen. (Zwischenruf der Abg. Lichtenecker in Richtung ÖVP.) – Frau Abgeordnete, Sie sollten nicht die Abstimmung stören. (Abg. Lichtenecker: Ich habe nur darauf aufmerksam gemacht, dass der Klubobmann sitzt!) – Es war trotzdem die Mehrheit.
Abg. Lichtenecker: Ich habe nur darauf aufmerksam gemacht, dass der Klubobmann sitzt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist wiederum die Mehrheit und somit auch in dritter Lesung angenommen. (Zwischenruf der Abg. Lichtenecker in Richtung ÖVP.) – Frau Abgeordnete, Sie sollten nicht die Abstimmung stören. (Abg. Lichtenecker: Ich habe nur darauf aufmerksam gemacht, dass der Klubobmann sitzt!) – Es war trotzdem die Mehrheit.
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind der Meinung, dass angesichts der drei Beurteilungskriterien, die ich vorhin angeführt habe, diese 380 Millionen €, die wir ohnehin schon leisten, ein durchaus ausreichender Beitrag der Republik Österreich in diesem Zusammenhang sind. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haider.
Herr Haider, diese Aussendung, die Sie heute rausgelassen haben, hätten Sie sich sparen können. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Haider.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Köchl.
Kärnten hat beim Verkauf 800 Millionen € bekommen, zirka 160 Millionen € an Haftungsprovisionen; das ist eine Einnahme von knapp einer Milliarde Euro. 1,2 Milliarden € gibt jetzt Kärnten dazu, und jetzt können wir uns ausrechnen, wo der große Schaden ist. Das Problem von Kärnten ist nur, dass diese 960 Millionen € leider nicht mehr vorhanden sind und wir das jetzt über Reformen wieder in den Griff bekommen müssen, weil das Geld von 1999 bis 2013, unter freiheitlicher Verantwortung, verschwunden ist, wohin auch immer. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Köchl.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen sowie Heiterkeit des Bundesministers Schelling.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Finanzminister! Ja, es ist natürlich schon ein mutiger Spagat, dass ausgerechnet ein Abgeordneter aus dem Landeswahlkreis Kärnten bei einem Tagesordnungspunkt, bei dem es eigentlich um Entwicklungszusammenarbeit und die Republik Kirgisien geht, die zugegeben großen Kärntner Probleme strapaziert. Wir hätten uns das nicht erlauben dürfen. (Bundesminister Schelling: … beim Bundesfinanzrahmen auch gemacht!) – Ja, beim Bundesfinanzrahmen hat es ja dazugepasst; aber es geht ja nicht um den Bundesfinanzrahmen der Republik Kirgisien. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen sowie Heiterkeit des Bundesministers Schelling.)
Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Beim Bundesfinanzrahmen hat es genau dazugepasst, weil wir da ja auf vier, fünf Jahre 2,5 Milliarden € eingestellt haben. (Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Im Übrigen höre ich, und ich möchte das durchaus auch öffentlich verlautbaren, dass morgen die Möglichkeit der Aussprache besteht, zu welchem Zeitpunkt auch immer, damit man das diskutieren und, wie ich es heute schon gemacht habe, zum Teil auch hinterfragen kann.
Zwischenruf des Abg. Obernosterer
ler (Zwischenruf des Abg. Obernosterer), nicht nur unsere Feinde, netto letztlich auch Kärnten, ein bisschen etwas von den anderen Bundesländern, die jetzt zwar besser aussteigen, und natürlich und in erster Linie der Bundessteuerzahler –, dann kommt man alles in allem sicher auf einen Beitrag der öffentlichen Hände von 15 Milliarden € aufwärts. Da ist diese Gläubigerbeteiligung von rund einer Milliarde Euro also eher nicht so groß, sagen wir es einmal so. Die deutschen Banken freuen sich, sie haben ja de facto eine Vorschreibung von der EZB bekommen, auf die Hälfte abzuwerten; sie machen jetzt zumindest im Buch wieder Supergewinne, andere auch. Wir werden es uns anschauen.
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen: Macht euch keine Sorgen, wir wissen auch sonst relativ gut, was da vorgeht, nicht erst seitdem das Ganze geleakt wurde! Also zukünftig können wir uns diese Schleifen ersparen, ich wollte das nur noch einmal fürs Protokoll hier festhalten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall der Abg. Pfurtscheller. – Abg. Kogler: Ein Auswärtstor! – Bundesminister Schelling: Zählt doppelt!
Präsident Karlheinz Kopf: Eins zu eins bei der Abweichung vom eigentlichen Thema? (Beifall der Abg. Pfurtscheller. – Abg. Kogler: Ein Auswärtstor! – Bundesminister Schelling: Zählt doppelt!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.
Was ich sagen will, ist: Ich denke, es ist nicht statthaft, solche Musterübereinkommen zu haben, und hoffe sehr, dass wir es bald angehen, diese Musterübereinkommen – zum Beispiel auch was Doppelbesteuerungsabkommen betrifft – zu überarbeiten und gerade im Lichte der Agenda 2030, der Sustainable Development Goals – wir haben den UNO-Generalsekretär vor ein paar Wochen hier dazu gehört –, so umzusetzen, dass sie zu einer kohärenten Entwicklungspolitik für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der betroffenen Menschen beitragen. Natürlich sollen sie unsere Investitionen schützen, keine Frage, aber zu fairen Bedingungen und auf Augenhöhe. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.)
Beifall bei den Grünen.
Entwicklungszusammenarbeit ist in erster Linie für Armutsbekämpfung da, das ist klar, das ist international unumstritten, die Frage ist, ob jene Gelder, die jetzt aufgestockt werden, auch tatsächlich für die betroffenen Regionen, die sogenannten Least Developed Countries, eingesetzt werden. Das werden wir genau beobachten, da werden wir natürlich sehr lästig sein und genau schauen, ob es nur um Rückführungen geht und nur darum, den Migrationsdruck zu senken, oder ob es tatsächlich darum geht, armutsbetroffene Regionen wieder zukunftsfit zu machen, darum, dass Menschen dort, wo sie beheimatet sind, und dort, wo sie und ihre Familien leben, eine Lebensperspektive haben. Darum geht es bei der Entwicklungszusammenarbeit, nicht ausschließlich darum, den Migrationsdruck zu lindern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich vergleiche das, Herr Bundesminister, mit einem 100-Meter-Lauf: 100 Meter, das ist eine Strecke von diesem Pult bis zu einem Punkt irgendwo draußen im Volksgarten – und wir sind (der Redner macht einen großen Schritt nach links) so weit gekommen. Es ist also noch ein langer Weg, und ich glaube, Herr Bundesminister, wir müssen uns noch 80 Mal hier treffen, bevor wir diese Lücke geschlossen haben. So oft wird es nicht sein, und so oft werden wir Ihnen nicht dazu gratulieren, daher ist meine Bitte an Sie – vor fast einem Jahr haben Sie den Stufenplan des Außenministers zur Erreichung dieser 0,7 Prozent bekommen –, dass der nächste Schritt, die nächste Stufe vielleicht ein bisschen größer, ein bisschen höher ausfällt. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Vavrik – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: 1,20 Meter!
Präsident Karlheinz Kopf: Für das Protokoll: Wie viel war das? Ein Meter? (Abg. Vavrik – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: 1,20 Meter!) – 1,20 Meter; für die Stenographen. (Heiterkeit bei den NEOS.)
Heiterkeit bei den NEOS.
Präsident Karlheinz Kopf: Für das Protokoll: Wie viel war das? Ein Meter? (Abg. Vavrik – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: 1,20 Meter!) – 1,20 Meter; für die Stenographen. (Heiterkeit bei den NEOS.)
Abg. Zanger: -unwesen!
Unsere Debatten hier in diesem Hohen Haus haben sich in den letzten Monaten und Wochen sehr stark um die Herausforderungen im Flüchtlings- und Asylwesen gedreht. (Abg. Zanger: -unwesen!) Die Migrationsbewegungen fordern unser Land. Wir haben sehr viel darüber diskutiert, und das ist auch wichtig und richtig. Wir dürfen uns aber nicht nur auf diese Innensicht beschränken und die uns wirklich sehr nahe liegenden Herausforderungen diskutieren, sondern es ist absolut notwendig, dass wir auch verstärkt über Strategien nachdenken, wie wir den Menschen vor Ort helfen können, damit sie es gar nicht notwendig haben, ihre Heimat zu verlassen.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Damit Bewegungen in der momentanen Intensität gar nicht stattfinden müssen, ist es unerlässlich, dass alle wohlhabenden Staaten dieser Welt einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen in ärmeren Ländern die Chance bekommen, in ihrer Heimat ein menschenwürdiges Leben zu führen. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte die verbleibende Zeit noch ganz kurz nutzen, um Ihr Augenmerk, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, auf Äthiopien zu lenken. Aufgrund einer massiven Dürre werden noch in diesem Jahr zirka 10 Millionen Menschen auf fremde Nahrungsmittel, auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein. Wir müssen gemeinsam dieses Thema ins Bewusstsein aller bringen und für Hilfsbereitschaft und Hilfe sorgen. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass sich auch die Menschen in Äthiopien gezwungen sehen, sich in Richtung Europa zu bewegen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Doch zurück zum Abkommen mit der Kirgisischen Republik: Es geht beim vorliegenden Abkommen um die Sicherung von Umwelt- und Arbeitnehmerschutz und um mögliche Entschädigungen für Verluste im Fall eines bewaffneten Konflikts, Notstandes, einer Revolution bis hin zu zivilen Unruhen. Und vor allen Dingen, das ist ganz wichtig, geht es bei diesem Abkommen um ein Abkommen zwischen zwei gänzlich unterschiedlich entwickelten Rechtsstaaten, nämlich Österreich und Kirgisistan. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn wir einmal mehr Zeit haben, Herr Finanzminister, diskutieren wir das doch einmal hier in dem Rahmen aus, was für einen Beitrag dann auch ein Land wie Österreich leisten kann – auch in unserem Interesse! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Firmen, die in Österreich ordentlich arbeiten, die ihre Mitarbeiter ordentlich anmelden, sind irrsinnig oft betroffen. Wenn österreichische Unternehmen, die mit Stammpersonal arbeiten – also da gibt es keine Leiharbeiter, da gibt es keine Subfirmen, sondern die arbeiten mit Stammpersonal –, auch nur eine Unterlage vergessen haben, dann schlägt das Gesetz gnadenlos zu. Da gehört auch eine gewisse Flexibilität her, denn es kann ja wohl nicht sein, dass bei einer Firma, die ohnehin ihr Stammpersonal ordentlich zwölf Monate im Jahr anmeldet, wegen Kleinigkeiten sofort die Falle zuschnappt. Getroffen werden mit dem Gesetz wieder jene, die gut arbeiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen ganz ehrlich, man muss sich auch überlegen, dass man vielleicht Unternehmen, die nur Stammpersonal haben, einmal von jenen trennt, die permanent nur mit Subfirmen, mit entsendeten Arbeitnehmern aus den anderen europäischen Ländern arbeiten. Denn: 138 000 entsendete Arbeitnehmer im Jahr 2015 sollten uns allen zu denken geben! Das kann der heimische Arbeitsmarkt so nicht mehr verkraften. Da gehört der Hebel angesetzt. Herr Bundesminister, da sind Sie auch gefordert, das auf europäischer Ebene endlich einmal neu zu verhandeln. So kann es nicht funktionieren, und so wird sich der österreichische Arbeitsmarkt auch nicht erholen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Hoffentlich machen sie das!
wesentlich stärker ins Visier nehmen. Wir wissen, dass jede vierte Firma aus dem Ausland im Baubereich Unterentlohnung betreibt. Aus diesem Grund sind gerade die Kontrollorgane der Bauarbeiter-Urlaubs- und -Abfertigungskasse schwerpunktmäßig auf diese Firmen abgestellt und nicht auf die österreichischen Firmen, denn dort haben wir bei der Unterentlohnung eine Trefferquote von unter 1 Prozent und nicht eine von 25 Prozent wie bei den ausländischen Firmen. Ich denke, dort müssen die Kontrollbehörden in allen Bereichen stärker ansetzen. (Abg. Peter Wurm: Hoffentlich machen sie das!) – Das machen wir schon, Herr Kollege Wurm!
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Ich bedanke mich abschließend bei den Bau-Sozialpartnern, ich weiß, es war keine leichte Entscheidung, da mitzugehen. Ich bedanke mich bei den Experten im Sozialministerium, die diesen politischen Willen auch in dieses Gesetz gegossen haben, und letztendlich auch bei allen politischen Parteien, die heute diesem Gesetz zustimmen werden, bei der Österreichischen Volkspartei, bei den Grünen und natürlich bei meiner SPÖ. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Loacker: Haben Sie es angezeigt?
Oder: Die Arbeiter in den Geschossen, wo Wände eingerissen oder Zwischendecken entfernt werden, haben keine Schutzhelme. Sie haben auch keine Arbeitskleidung, sie haben Jogginganzüge an. (Abg. Loacker: Haben Sie es angezeigt?) Oder: Jene, die fräsen, die bohren, mit Schlagbohrern bohren – sie haben keinen Gehörschutz.
Abg. Loacker: Haben Sie das angezeigt?
ob das nicht noch ein Kind ist. Die turnten dort mit Farbkübeln herum und machten Ausbesserungsarbeiten. Mir ist ganz sonderbar geworden, als ich das gesehen habe. (Abg. Loacker: Haben Sie das angezeigt?)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt tatsächlich Menschen, die heute hier in Österreich so arbeiten, nicht vor 150 Jahren, und ich sage klar und deutlich: Ich will das nicht, wir Grüne wollen das sicher nicht! (Beifall bei den Grünen.) Deshalb bin ich sehr froh, dass wir gerade mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz seit einigen Jahren erstmals einen Hebel haben, um da ansetzen zu können. (Abg. Peter Wurm: Aber wenn Sie die Bauarbeiter letzte Woche noch gesehen haben, dann wirkt das Gesetz nicht!) – Nein, das gelingt nicht von heute auf morgen, nein, ganz sicher nicht. (Abg. Kitzmüller: Seit 2011 gibt es das Gesetz!) Das gelingt nicht von heute auf morgen, weil es – Kollege Muchitsch hat es angesprochen – österreichische Hausbesitzer und österreichische Auftraggeberfirmen gibt, die genau zu solchen Bedingungen entweder ausländische Firmen oder ausländische Arbeiter beschäftigen. Am anfälligsten, auch das hat Kollege Muchitsch erwähnt, ist sicher die Bauwirtschaft, aber auch im Tourismus, in der Landwirtschaft, teilweise bei den sozialen Dienstleistungen, in der Pflege, gibt es definitiv mehr als nur die immer zitierten paar schwarzen Schafe.
Abg. Peter Wurm: Aber wenn Sie die Bauarbeiter letzte Woche noch gesehen haben, dann wirkt das Gesetz nicht!
Es gibt tatsächlich Menschen, die heute hier in Österreich so arbeiten, nicht vor 150 Jahren, und ich sage klar und deutlich: Ich will das nicht, wir Grüne wollen das sicher nicht! (Beifall bei den Grünen.) Deshalb bin ich sehr froh, dass wir gerade mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz seit einigen Jahren erstmals einen Hebel haben, um da ansetzen zu können. (Abg. Peter Wurm: Aber wenn Sie die Bauarbeiter letzte Woche noch gesehen haben, dann wirkt das Gesetz nicht!) – Nein, das gelingt nicht von heute auf morgen, nein, ganz sicher nicht. (Abg. Kitzmüller: Seit 2011 gibt es das Gesetz!) Das gelingt nicht von heute auf morgen, weil es – Kollege Muchitsch hat es angesprochen – österreichische Hausbesitzer und österreichische Auftraggeberfirmen gibt, die genau zu solchen Bedingungen entweder ausländische Firmen oder ausländische Arbeiter beschäftigen. Am anfälligsten, auch das hat Kollege Muchitsch erwähnt, ist sicher die Bauwirtschaft, aber auch im Tourismus, in der Landwirtschaft, teilweise bei den sozialen Dienstleistungen, in der Pflege, gibt es definitiv mehr als nur die immer zitierten paar schwarzen Schafe.
Abg. Kitzmüller: Seit 2011 gibt es das Gesetz!
Es gibt tatsächlich Menschen, die heute hier in Österreich so arbeiten, nicht vor 150 Jahren, und ich sage klar und deutlich: Ich will das nicht, wir Grüne wollen das sicher nicht! (Beifall bei den Grünen.) Deshalb bin ich sehr froh, dass wir gerade mit dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz seit einigen Jahren erstmals einen Hebel haben, um da ansetzen zu können. (Abg. Peter Wurm: Aber wenn Sie die Bauarbeiter letzte Woche noch gesehen haben, dann wirkt das Gesetz nicht!) – Nein, das gelingt nicht von heute auf morgen, nein, ganz sicher nicht. (Abg. Kitzmüller: Seit 2011 gibt es das Gesetz!) Das gelingt nicht von heute auf morgen, weil es – Kollege Muchitsch hat es angesprochen – österreichische Hausbesitzer und österreichische Auftraggeberfirmen gibt, die genau zu solchen Bedingungen entweder ausländische Firmen oder ausländische Arbeiter beschäftigen. Am anfälligsten, auch das hat Kollege Muchitsch erwähnt, ist sicher die Bauwirtschaft, aber auch im Tourismus, in der Landwirtschaft, teilweise bei den sozialen Dienstleistungen, in der Pflege, gibt es definitiv mehr als nur die immer zitierten paar schwarzen Schafe.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ich bin davon überzeugt, dass die heute hier zu beratende Regierungsvorlage uns im Kampf um faire Arbeit weiterbringt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie nützt den betroffenen Arbeitern, sie nützt auch den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, weil sie eben vor Dumping schützt, und – vor allem an die ÖVP gerichtet – sie nützt auch jenen österreichischen Klein- und Mittelbetrieben, die fair und gesetzeskonform ihre Leute beschäftigen. (Abg. Wöginger: Sehr gut!) Genau, und das muss man wirklich betonen: Dieses Gesetz unterstützt faire österreichische Unternehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Wöginger: Bravo!)
Abg. Wöginger: Sehr gut!
Meine Damen und Herren, ich bin davon überzeugt, dass die heute hier zu beratende Regierungsvorlage uns im Kampf um faire Arbeit weiterbringt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie nützt den betroffenen Arbeitern, sie nützt auch den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, weil sie eben vor Dumping schützt, und – vor allem an die ÖVP gerichtet – sie nützt auch jenen österreichischen Klein- und Mittelbetrieben, die fair und gesetzeskonform ihre Leute beschäftigen. (Abg. Wöginger: Sehr gut!) Genau, und das muss man wirklich betonen: Dieses Gesetz unterstützt faire österreichische Unternehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Wöginger: Bravo!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Wöginger: Bravo!
Meine Damen und Herren, ich bin davon überzeugt, dass die heute hier zu beratende Regierungsvorlage uns im Kampf um faire Arbeit weiterbringt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie nützt den betroffenen Arbeitern, sie nützt auch den österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, weil sie eben vor Dumping schützt, und – vor allem an die ÖVP gerichtet – sie nützt auch jenen österreichischen Klein- und Mittelbetrieben, die fair und gesetzeskonform ihre Leute beschäftigen. (Abg. Wöginger: Sehr gut!) Genau, und das muss man wirklich betonen: Dieses Gesetz unterstützt faire österreichische Unternehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Wöginger: Bravo!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist das, was wir wollen, uns Grünen wäre das ein großes Anliegen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Es gibt auch Punkte, die uns sicherlich trennen oder über die wir noch diskutieren; zum einen etwa den Bereich der Deckelung. Ich möchte darauf verweisen, dass es seit gestern auch vom Arbeits- und Sozialrechtsexperten Professor Dr. Mazal eine Expertise gibt, wonach eine Deckelung beim Geldbetrag möglich ist. Wir haben ja diese 1 500 € vorgeschlagen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Weil es da natürlich unterschiedliche Auffassungen gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber es ist gar nicht auf der Tagesordnung!) Ich weiß, dass es nicht auf der Tagesordnung steht, aber es war trotzdem ein wesentlicher Bereich im Sozialausschuss, und ich möchte es ansprechen, weil es aktuell ist, weil es erst gestern vorgestellt wurde.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber es ist gar nicht auf der Tagesordnung!
Es gibt auch Punkte, die uns sicherlich trennen oder über die wir noch diskutieren; zum einen etwa den Bereich der Deckelung. Ich möchte darauf verweisen, dass es seit gestern auch vom Arbeits- und Sozialrechtsexperten Professor Dr. Mazal eine Expertise gibt, wonach eine Deckelung beim Geldbetrag möglich ist. Wir haben ja diese 1 500 € vorgeschlagen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) – Weil es da natürlich unterschiedliche Auffassungen gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber es ist gar nicht auf der Tagesordnung!) Ich weiß, dass es nicht auf der Tagesordnung steht, aber es war trotzdem ein wesentlicher Bereich im Sozialausschuss, und ich möchte es ansprechen, weil es aktuell ist, weil es erst gestern vorgestellt wurde.
Beifall bei der ÖVP.
wiesen sind, auch weiterhin gewährleistet ist! Das ist unsere Forderung und unsere Bitte in diesem Bereich. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Meine Vorredner haben davon gesprochen, dass der Arbeitsmarkt – und das kann man durchaus bestätigen – mit fast 500 000 Arbeitslosen belastet ist, aber eines steht klar fest: dass die Verschärfung dieses Gesetzes den Arbeitsmarkt nicht entlastet! Das ist einmal ganz logisch zu sehen. Das Grundproblem dafür, dass wir eine so hohe Arbeitslosigkeit haben, ist nämlich, dass die Mitarbeiter zu viel kosten und zu wenig verdienen; sie kosten grundsätzlich zu viel. Vor allem in diesem Bereich muss es eine Entlastung geben, neben einer Entbürokratisierung und neben einem Ausholzen der Gewerbeordnung, damit der Arbeitsmarkt angekurbelt werden kann. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den NEOS.
Ich möchte aber schon auch noch die Chance nutzen und der Kollegin Schatz ein bisschen etwas mitgeben. Ich gehe davon aus, dass Sie in Wien durch die Stadt gegangen sind und nicht in Temeswar, und ich glaube auch, dass das in Wien so ist, aber ich verwahre mich gegen die Pauschalierung, dass die Unternehmer, die in Wien ein Gerüst aufbauen, unfair arbeiten. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Schatz: Habe ich das gesagt? Habe ich pauschaliert?
Ich verwahre mich gegen die Pauschalierung, dass wir ein ausbeuterisches System haben. Damit tun Sie den Unternehmen in diesem Land einfach keinen Gefallen, und das stimmt auch nicht! (Abg. Schatz: Habe ich das gesagt? Habe ich pauschaliert?) Nur weil irgendein grüner Gemeinderatsabgeordneter vielleicht unfair ist, sage ich auch nicht pauschal, die Grünen seien unfair. Das tut man nicht, das gehört sich nicht, und ich will das auch nicht, ich möchte das klar zurückweisen. (Abg. Schatz: Ich habe nicht pauschaliert! Haben Sie nicht zugehört? Ich habe gesagt, immer mehr! Schauen Sie bitte im Protokoll nach!) Sie haben nur hagere Menschen gesehen. Sie haben gesagt, Sie sahen nur mehr hagere Menschen. (Abg. Schatz: Immer mehr, habe ich gesagt! Haben Sie sich das Gesetz überhaupt einmal angeschaut? Sie wissen gar nicht, was Sie reden!)
Abg. Schatz: Ich habe nicht pauschaliert! Haben Sie nicht zugehört? Ich habe gesagt, immer mehr! Schauen Sie bitte im Protokoll nach!
Ich verwahre mich gegen die Pauschalierung, dass wir ein ausbeuterisches System haben. Damit tun Sie den Unternehmen in diesem Land einfach keinen Gefallen, und das stimmt auch nicht! (Abg. Schatz: Habe ich das gesagt? Habe ich pauschaliert?) Nur weil irgendein grüner Gemeinderatsabgeordneter vielleicht unfair ist, sage ich auch nicht pauschal, die Grünen seien unfair. Das tut man nicht, das gehört sich nicht, und ich will das auch nicht, ich möchte das klar zurückweisen. (Abg. Schatz: Ich habe nicht pauschaliert! Haben Sie nicht zugehört? Ich habe gesagt, immer mehr! Schauen Sie bitte im Protokoll nach!) Sie haben nur hagere Menschen gesehen. Sie haben gesagt, Sie sahen nur mehr hagere Menschen. (Abg. Schatz: Immer mehr, habe ich gesagt! Haben Sie sich das Gesetz überhaupt einmal angeschaut? Sie wissen gar nicht, was Sie reden!)
Abg. Schatz: Immer mehr, habe ich gesagt! Haben Sie sich das Gesetz überhaupt einmal angeschaut? Sie wissen gar nicht, was Sie reden!
Ich verwahre mich gegen die Pauschalierung, dass wir ein ausbeuterisches System haben. Damit tun Sie den Unternehmen in diesem Land einfach keinen Gefallen, und das stimmt auch nicht! (Abg. Schatz: Habe ich das gesagt? Habe ich pauschaliert?) Nur weil irgendein grüner Gemeinderatsabgeordneter vielleicht unfair ist, sage ich auch nicht pauschal, die Grünen seien unfair. Das tut man nicht, das gehört sich nicht, und ich will das auch nicht, ich möchte das klar zurückweisen. (Abg. Schatz: Ich habe nicht pauschaliert! Haben Sie nicht zugehört? Ich habe gesagt, immer mehr! Schauen Sie bitte im Protokoll nach!) Sie haben nur hagere Menschen gesehen. Sie haben gesagt, Sie sahen nur mehr hagere Menschen. (Abg. Schatz: Immer mehr, habe ich gesagt! Haben Sie sich das Gesetz überhaupt einmal angeschaut? Sie wissen gar nicht, was Sie reden!)
Beifall bei den NEOS.
In dieser Zwickmühle befinden wir uns jetzt: dass Unternehmer immer mehr mit Strafen rechnen und wir immer mehr mit einem unternehmerfeindlichen Gesinnungsbild wie dem Ihren konfrontiert sind und viele Unternehmen dann wirklich keine Lust mehr haben, in Österreich zu bleiben, und, wie es Frau Abgeordnete Belakowitsch gesagt hat, zum Beispiel in die Slowakei gehen. Das ist die Folge davon! Und die Folge davon ist auch, dass bei uns in Österreich Arbeitsplätze verlorengehen. Und daher bin ich so dagegen, dass das noch einmal verschärft wird. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Schellhorn spricht mit Abg. Schatz.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Kollege Schellhorn, ich meine, dass ein fairer Wettbewerb nicht per se unternehmerfeindlich sein muss. (Abg. Schellhorn spricht mit Abg. Schatz.) Leider hört er jetzt gerade nicht zu!
Abg. Peter Wurm: Ein besseres!
Ich finde es schade, dass die Freiheitlichen diesem Gesetz nicht zustimmen. Ich kann diese Entscheidung nicht ganz nachvollziehen, und ich kann auch die Argumente, die die Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein hier vorgebracht hat, nicht wirklich verstehen. Denn – und ich frage Sie das ganz ehrlich, Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei –: Was wäre denn die Alternative, wenn wir dieses Gesetz nicht beschließen würden? (Abg. Peter Wurm: Ein besseres!) Das hätte zur Folge, dass wir kein Mittel gegen Lohn- und Sozialdumping hätten. Und dann hätten wir auch kein Mittel, um für einen fairen Wettbewerb für die Unternehmerinnen und Unternehmer zu sorgen. Und dass wäre, finde ich, wenn ich es so sagen darf, verantwortungslos. (Abg. Peter Wurm: Das war jetzt untergriffig! Da war der Muchitsch besser!)
Abg. Peter Wurm: Das war jetzt untergriffig! Da war der Muchitsch besser!
Ich finde es schade, dass die Freiheitlichen diesem Gesetz nicht zustimmen. Ich kann diese Entscheidung nicht ganz nachvollziehen, und ich kann auch die Argumente, die die Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein hier vorgebracht hat, nicht wirklich verstehen. Denn – und ich frage Sie das ganz ehrlich, Kolleginnen und Kollegen von der Freiheitlichen Partei –: Was wäre denn die Alternative, wenn wir dieses Gesetz nicht beschließen würden? (Abg. Peter Wurm: Ein besseres!) Das hätte zur Folge, dass wir kein Mittel gegen Lohn- und Sozialdumping hätten. Und dann hätten wir auch kein Mittel, um für einen fairen Wettbewerb für die Unternehmerinnen und Unternehmer zu sorgen. Und dass wäre, finde ich, wenn ich es so sagen darf, verantwortungslos. (Abg. Peter Wurm: Das war jetzt untergriffig! Da war der Muchitsch besser!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Da war der Herr Muchitsch ehrlicher!
Verantwortungsvolle Politik ist, nicht nur einfach Probleme anzusprechen, so wie sie das immer tun, sondern die Probleme auch zu lösen, so wie es Bundesminister Stöger tut. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Da war der Herr Muchitsch ehrlicher!)
Beifall beim Team Stronach.
Abgeordnete Ing. Waltraud Dietrich (STRONACH): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Am 15. Mai hatten wir in Österreich 424 697 Arbeitslose, und das ist, glaube ich, eine Zahl, die uns allen zu denken geben sollte. Es ist höchst an der Zeit, gemeinsam Maßnahmen zu setzen, damit diese arbeitslosen Menschen die Chance haben, wieder in den Arbeitsprozess hineinzukommen und Arbeit zu finden. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Auch das ist eine Logik des Gesetzes: Wenn immer wieder billig angeboten wird und die einheimischen Firmen keine Aufträge mehr erhalten, dann werden sich die Sozialstandards nach unten bewegen. Ich glaube, wir alle wollen das nicht, und deshalb müssen wir Sorge tragen, dass fairer Wettbewerb herrscht und das jene Firmen, die fair und korrekt handeln, auch die Chance haben, Jobs zu erhalten und Aufträge zu bekommen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn ich die Registrierkassenverordnung, die angeblich 72 Seiten umfassen soll, hernehme, dann muss ich sagen: Wir reden zwar immer von Bürokratieabbau, aber in Wirklichkeit werden Unmengen von Bürokratie produziert. Wir müssen das, wozu wir uns verbal bekennen, auch umsetzen. Wir müssen wirklich bei der Bürokratie herunterfahren. Wir müssen die Lohnnebenkosten senken. Die Lohnnebenkosten sind mittlerweile schon zu Lohnhauptkosten geworden und vielfach der Grund, warum Unternehmen niemanden mehr einstellen. Das heißt, wir müssen alles unternehmen, um ein unternehmerfreundliches Klima zu schaffen. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist etwas zu holen!
Meine geschätzten Damen und Herren, erlauben Sie mir noch ein paar Worte zur Finanzpolizei! Natürlich brauchen Gesetze Kontrollen, aber es kann nicht sein, dass heimische Firmen laut Statistik 13 Mal so oft kontrolliert werden wie ausländische Firmen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es ist etwas zu holen!)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn es zur Aufstockung bei der Finanzpolizei käme, dann würden wir vom Team Stronach nur dann zustimmen, wenn es eine ganz klare Vorgabe gibt, nämlich dass die Finanzpolizei gezielt ausländische Firmen kontrolliert, denn wir sind der Meinung, dass unsere heimischen Firmen schon so viele Prügel zwischen den Beinen haben, dass unsere heimischen Firmen schon so in die Enge getrieben und kriminalisiert werden – Stichwort „Schurkenstaat“, das wir vonseiten der Grünen hören mussten –, dass man nicht mehr davon sprechen kann, dass unsere heimischen Firmen ein unternehmerfreundliches Umfeld vorfinden. Wir vom Team Stronach wollen jedoch ein unternehmerfreundliches Umfeld, damit eben Arbeitsplätze geschaffen werden und damit sich Österreich auf gutem Wege entwickeln kann. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich lade sie ein: Stimmen Sie diesem Gesetz zu, es stärkt den österreichischen Arbeitsmarkt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Die Arbeitswelt hat sich dramatisch verändert, darauf müssen wir uns einstellen und daher die schon vereinbarten Reformen jetzt rasch umsetzen. Aus meiner Sicht bietet der Wechsel am Ballhausplatz eine große Chance – die Chance, wieder mehr Tempo aufzunehmen. Der neue Bundeskanzler hat gesagt, er will einen neuen Stil in die Politik mitbringen: weniger Hickhack, gemeinsame gute Lösungen. Wir sind dabei. Ich freue mich darauf. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne ersuche ich Sie um Annahme des Tagesordnungspunkts 13 und um Unterstützung unseres Antrags zur rechtlichen Sicherstellung des 13. und 14. Monatsgehalts für die Arbeitnehmer in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Seid ihr gegen Arbeitnehmerrechte oder was? – Abg. Neubauer: Wer macht jetzt Angst?
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Lieber Herr Neubauer, wir werden Ihrem Antrag nicht folgen. Das wird Sie wahrscheinlich nicht überraschen, aber mich wundert immer wieder, was Ihnen alles einfällt, um Angst zu erzeugen. (Abg. Peter Wurm: Seid ihr gegen Arbeitnehmerrechte oder was? – Abg. Neubauer: Wer macht jetzt Angst?)
Abg. Neubauer: Wer macht jetzt Angst?
Sie machen Angst vor Migranten, Sie machen Angst vor Flüchtlingen, Sie machen Angst vor Verbrechen – da geht es um die Sicherheit –, und jetzt müssen das 13. und 14. Monatsgehalt, also Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, auch noch herhalten, um Angst zu machen. (Abg. Neubauer: Wer macht jetzt Angst?) Sie sind die Angstmacherpartei, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie machen Angst vor Migranten, Sie machen Angst vor Flüchtlingen, Sie machen Angst vor Verbrechen – da geht es um die Sicherheit –, und jetzt müssen das 13. und 14. Monatsgehalt, also Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, auch noch herhalten, um Angst zu machen. (Abg. Neubauer: Wer macht jetzt Angst?) Sie sind die Angstmacherpartei, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Das hat man jetzt eh gesehen! Eingegangen sind sie wie ein Lercherl! Wo ist der Betriebsrat beim Fernsehsender?
Erstens einmal, Herr Neubauer: Arbeitnehmer und Arbeitgeber, also die Sozialpartner, haben diese Sonderzahlungen ins Leben gerufen, in den Kollektivverträgen festgeschrieben, und es braucht sich niemand zu fürchten. Wir haben starke Gewerkschaften (Abg. Neubauer: Das hat man jetzt eh gesehen! Eingegangen sind sie wie ein Lercherl! Wo ist der Betriebsrat beim Fernsehsender?), wir haben starke Kollektivverträge, wir haben eine Kollektivvertragsabdeckung von mehr als 96 Prozent. Herr Neubauer, das müssen Sie einfach zur Kenntnis nehmen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Wir sind die Arbeitnehmerpartei, Herr Kollege! Die Arbeitnehmer sind schon alle bei uns! Die habt ihr schon lang verloren, die Arbeitnehmer!
Kolleginnen und Kollegen! Kollektivverträge sind oftmals stärker als gesetzliche Regelungen. Das haben wir in der Krise gesehen, denn hätten zum Beispiel die Iren, Herr Neubauer, starke Kollektivverträge gehabt, dann hätte man nicht über Notverordnungen die Mindestlöhne herabsetzen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: Wir sind die Arbeitnehmerpartei, Herr Kollege! Die Arbeitnehmer sind schon alle bei uns! Die habt ihr schon lang verloren, die Arbeitnehmer!)
Abg. Neubauer: Wo war denn die Gewerkschaft bei simpliTV? Wo war denn da die Gewerkschaft?
In Spanien ganz genau dasselbe, auch in Tschechien: Hätten die starke Kollektivverträge gehabt, dann hätten die nicht vier Jahre die Mindestlohnerhöhung aussetzen können. (Abg. Neubauer: Wo war denn die Gewerkschaft bei simpliTV? Wo war denn da die Gewerkschaft?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen hinter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und die wissen das auch. Darum werden wir diesen Antrag ablehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Hat eh niemand behauptet!
Die Geschichte hat damit zu tun, dass wir im Ausschuss eine Abstimmungspanne hatten. Meine Kollegen Birgit Schatz und Karl Öllinger und ich haben falsch abgestimmt. In dem Moment, als ich es gesehen und erkannt habe, habe ich mich zu Wort gemeldet – dafür sind alle Kolleginnen und Kollegen, die im Ausschuss waren, meine Zeugen und Zeuginnen und werden das bestätigen. Und auch Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat gemeint: Ach, kein Problem!, weil ich nämlich gesagt habe: Oje, das tut mir leid, uns ist eine Abstimmungspanne passiert, wir werden aber natürlich im Plenum zustimmen – weil wir nie etwas gegen das 13. und 14. Monatsgehalt hatten (Abg. Neubauer: Hat eh niemand behauptet!), im Gegenteil, im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Mindestlohn haben wir mehrfach auch Anträge dazu eingebracht. (Abg. Neubauer: Hat niemand behauptet!) – Hat niemand behauptet?
Abg. Neubauer: Hat niemand behauptet!
Die Geschichte hat damit zu tun, dass wir im Ausschuss eine Abstimmungspanne hatten. Meine Kollegen Birgit Schatz und Karl Öllinger und ich haben falsch abgestimmt. In dem Moment, als ich es gesehen und erkannt habe, habe ich mich zu Wort gemeldet – dafür sind alle Kolleginnen und Kollegen, die im Ausschuss waren, meine Zeugen und Zeuginnen und werden das bestätigen. Und auch Kollegin Belakowitsch-Jenewein hat gemeint: Ach, kein Problem!, weil ich nämlich gesagt habe: Oje, das tut mir leid, uns ist eine Abstimmungspanne passiert, wir werden aber natürlich im Plenum zustimmen – weil wir nie etwas gegen das 13. und 14. Monatsgehalt hatten (Abg. Neubauer: Hat eh niemand behauptet!), im Gegenteil, im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Mindestlohn haben wir mehrfach auch Anträge dazu eingebracht. (Abg. Neubauer: Hat niemand behauptet!) – Hat niemand behauptet?
Abg. Neubauer: Das ist ja ein Überparteilicher!
Was dann passiert ist: Vorgestern gab es auf „unszensuriert.at“ – das ist Ihr Medium, Ihre Kommunikationsplattform, die relativ fleißig von FPÖlern, von Menschen aus Ihrem Umkreis geteilt wird – eine Nachricht – und das ist dann auch auf der Seite des Herrn Präsidenten Hofer aufgetaucht, das ist auf der Seite des Herrn Strache aufgetaucht, soweit ich weiß, auf jeden Fall hat es weite Kreise gezogen –, und in dieser Nachricht stand: „Grüne stimmen gegen gesetzliche Garantie des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Bestimmt Van der Bellens TTIP-Kurs das Abstimmungsverhalten der Grünen gegen die Garantie von Arbeitnehmerrechten?“ (Abg. Neubauer: Das ist ja ein Überparteilicher!)
Abg. Neubauer: Ah, sagen Sie jetzt auch schon, er ist …? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was ist überparteilich? (Abg. Neubauer: Ah, sagen Sie jetzt auch schon, er ist …? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die „unszensuriert.at“-Seite? Oder was ist über-
Beifall bei Grünen und SPÖ.
parteilich? Ich frage Sie: Wie kommt diese Nachricht aus dem Ausschuss auf die „unszensuriert.at“-Seite, mit einer kompletten Unwahrheit? (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien Sie nicht so aggressiv!
Und ich fragen Sie: Was ist das für ein Stil? Was ist das für ein schlechter Stil? Was ist das für ein letztklassiger Stil für Politik, die wir hier im Parlament machen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien Sie nicht so aggressiv!) Ist das Ihr Stil, parlamentarische Politik zu machen? – Gott behüte, echt! Ich „gratuliere“ Ihnen dazu! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und ich fragen Sie: Was ist das für ein Stil? Was ist das für ein schlechter Stil? Was ist das für ein letztklassiger Stil für Politik, die wir hier im Parlament machen? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Seien Sie nicht so aggressiv!) Ist das Ihr Stil, parlamentarische Politik zu machen? – Gott behüte, echt! Ich „gratuliere“ Ihnen dazu! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Wie heißt die Seite noch einmal? Wo findet man das?
Diese Nachricht, die jetzt im Netz kursiert, immer mehr und mehr, strotzt vor Falschmeldungen. (Abg. Peter Wurm: Wie heißt die Seite noch einmal? Wo findet man das?) Und ich sage Ihnen auch noch die Pointe: Da wird behauptet, es sei ein Antrag des Kollegen Kickl – das ist der Antrag von Ihnen, Herr Neubauer, also es ist nicht einmal das richtig –, und es wird offensichtlich behauptet, der Sozialsprecher, Kollege Kickl, weiß Bescheid, war offensichtlich im Ausschuss anwesend. – Das war er nicht (Abg. Königsberger-Ludwig: Genau!), und ich habe den Sozialsprecher Kickl schon sehr, sehr, sehr lange nicht im Sozialausschuss gesehen. (Abg. Loacker: Wo ist er heute eigentlich?) Wo ist er heute eigentlich, wenn es hier um die Sozialthemen geht? – Ganz eigenartig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Genau!
Diese Nachricht, die jetzt im Netz kursiert, immer mehr und mehr, strotzt vor Falschmeldungen. (Abg. Peter Wurm: Wie heißt die Seite noch einmal? Wo findet man das?) Und ich sage Ihnen auch noch die Pointe: Da wird behauptet, es sei ein Antrag des Kollegen Kickl – das ist der Antrag von Ihnen, Herr Neubauer, also es ist nicht einmal das richtig –, und es wird offensichtlich behauptet, der Sozialsprecher, Kollege Kickl, weiß Bescheid, war offensichtlich im Ausschuss anwesend. – Das war er nicht (Abg. Königsberger-Ludwig: Genau!), und ich habe den Sozialsprecher Kickl schon sehr, sehr, sehr lange nicht im Sozialausschuss gesehen. (Abg. Loacker: Wo ist er heute eigentlich?) Wo ist er heute eigentlich, wenn es hier um die Sozialthemen geht? – Ganz eigenartig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Abg. Loacker: Wo ist er heute eigentlich?
Diese Nachricht, die jetzt im Netz kursiert, immer mehr und mehr, strotzt vor Falschmeldungen. (Abg. Peter Wurm: Wie heißt die Seite noch einmal? Wo findet man das?) Und ich sage Ihnen auch noch die Pointe: Da wird behauptet, es sei ein Antrag des Kollegen Kickl – das ist der Antrag von Ihnen, Herr Neubauer, also es ist nicht einmal das richtig –, und es wird offensichtlich behauptet, der Sozialsprecher, Kollege Kickl, weiß Bescheid, war offensichtlich im Ausschuss anwesend. – Das war er nicht (Abg. Königsberger-Ludwig: Genau!), und ich habe den Sozialsprecher Kickl schon sehr, sehr, sehr lange nicht im Sozialausschuss gesehen. (Abg. Loacker: Wo ist er heute eigentlich?) Wo ist er heute eigentlich, wenn es hier um die Sozialthemen geht? – Ganz eigenartig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.
Diese Nachricht, die jetzt im Netz kursiert, immer mehr und mehr, strotzt vor Falschmeldungen. (Abg. Peter Wurm: Wie heißt die Seite noch einmal? Wo findet man das?) Und ich sage Ihnen auch noch die Pointe: Da wird behauptet, es sei ein Antrag des Kollegen Kickl – das ist der Antrag von Ihnen, Herr Neubauer, also es ist nicht einmal das richtig –, und es wird offensichtlich behauptet, der Sozialsprecher, Kollege Kickl, weiß Bescheid, war offensichtlich im Ausschuss anwesend. – Das war er nicht (Abg. Königsberger-Ludwig: Genau!), und ich habe den Sozialsprecher Kickl schon sehr, sehr, sehr lange nicht im Sozialausschuss gesehen. (Abg. Loacker: Wo ist er heute eigentlich?) Wo ist er heute eigentlich, wenn es hier um die Sozialthemen geht? – Ganz eigenartig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.
Ich halte diese Art, mit einem Fehler umzugehen, den man eingesteht – wir haben gesagt, wir werden im Plenum anders stimmen –, wirklich für einen ganz miesen Stil, und ich bitte Sie, damit aufzuhören. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abg. Dietrich.
Zu Tagesordnungspunkt 10, dem Antrag der Grünen: Frau Kollegin Schatz, Sie beantragen, dass verstärkte Lohnkontrollen stattfinden sollen, um dem Lohn- und Sozialdumping Herr zu werden, und damit verbunden auch eine personelle Aufstockung der Finanzpolizei. Weil Sie an uns, die ÖVP, die Bitte gerichtet haben, beim Finanzminister mit darauf hinzuwirken, den Personalstand aufzustocken, damit es mehr Prüfer gibt, sage ich Ihnen wirklich aus der Praxis als Unternehmer: Prüfer hat dieser Staat, hat dieses Land mehr als genug! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abg. Dietrich.)
Abg. Peter Wurm – demonstrativen Beifall spendend –: Nach zwei Jahren wird es einmal Zeit! Nach zwei Jahren!
Herr Bundesminister, wir haben letzte Woche am Ende der Sozialausschusssitzung über ein schon lange diskutiertes Thema noch ein Vieraugengespräch geführt, damit wir noch vor dem Sommer in die Umsetzung kommen, was die freiwillige Mithilfe der engsten Familienangehörigen im Familienbetrieb betrifft. (Abg. Peter Wurm – demonstrativen Beifall spendend –: Nach zwei Jahren wird es einmal Zeit! Nach zwei Jahren!) – Ich muss eines sagen, Herr Kollege von der Freiheitlichen Partei: Ich würde an Ihrer Stelle nicht so laut reden, denn wenn wir Ihren Antrag angenommen hätten, würden wir mit diesem Gesetz von vorne anfangen.
Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!
Und ich sage es hier von diesem Rednerpult aus: Ich werde aus diesem Hohen Haus in meiner Funktion nicht hinausgehen (Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!), bevor wir diese Rechtssicherheit für die Betriebe haben. Vor dem Sommer werden wir das machen (Abg. Peter Wurm: Ist das ein Versprechen jetzt? Ein Versprechen? Garantiert?), Herr Bundesminister, ich glaube, da sind wir uns einig. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!)
Abg. Peter Wurm: Ist das ein Versprechen jetzt? Ein Versprechen? Garantiert?
Und ich sage es hier von diesem Rednerpult aus: Ich werde aus diesem Hohen Haus in meiner Funktion nicht hinausgehen (Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!), bevor wir diese Rechtssicherheit für die Betriebe haben. Vor dem Sommer werden wir das machen (Abg. Peter Wurm: Ist das ein Versprechen jetzt? Ein Versprechen? Garantiert?), Herr Bundesminister, ich glaube, da sind wir uns einig. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!
Und ich sage es hier von diesem Rednerpult aus: Ich werde aus diesem Hohen Haus in meiner Funktion nicht hinausgehen (Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!), bevor wir diese Rechtssicherheit für die Betriebe haben. Vor dem Sommer werden wir das machen (Abg. Peter Wurm: Ist das ein Versprechen jetzt? Ein Versprechen? Garantiert?), Herr Bundesminister, ich glaube, da sind wir uns einig. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Karlsböck: Das entscheidet der Wähler!)
Abg. Peter Wurm – in Richtung SPÖ –: „National gewordenen Sozialdemokraten“ – habt ihr das registriert?
Sie setzen damit einfach den grenzüberschreitenden Handel und die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung aus. Das ist Ihr Ziel: eine Abschottung des österreichischen Marktes. Das ist für das, was früher einmal eine Europapartei war, superpeinlich. Ich würde mich genieren, wenn ich in den schwarzen Reihen säße. Bei den ziemlich national gewordenen Sozialdemokraten ist das wurscht, das ist mir klar. Und da (in Richtung FPÖ weisend) ist es sowieso wurscht, das ist mir auch klar. (Abg. Peter Wurm – in Richtung SPÖ –: „National gewordenen Sozialdemokraten“ – habt ihr das registriert?)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Neubauer: Ein Hohn ist das! Ein Hohn!
Wenn ich dann von ÖVP-Seite das Wort „Entbürokratisierung“ höre, dann wird mir wirklich schlecht. Sie schmeißen so ein Gesetz hin und reden von Entbürokratisierung?! Das ist wirklich Unfähigkeit auf Ihrer Seite! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Neubauer: Ein Hohn ist das! Ein Hohn!)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, die Punkte, die aus diesen beiden Anträgen übrig bleiben, werden nach der Zuweisung an den Verfassungsausschuss dort zu behandeln sein. Ich denke, dass man dort auch zu einer Einigung kommen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Keck: Ist das jetzt ehrlich gemeint?
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher zu Hause! Zuerst einmal, Herr Minister Stöger, bin ich froh, dass Sie nach wie vor Sozialminister sind; letzte Woche hat es ja kurzfristig ein bisschen anders ausgeschaut. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Keck: Ist das jetzt ehrlich gemeint?) – Das ist ehrlich gemeint. Ich meine es immer ehrlich, wenn ich hier stehe. Es freut mich. Vor allem muss ich sagen: Es hätte mich doch erschüttert, wenn ich nach zweieinhalb Jahren im Nationalrat bereits den dritten Sozialminister erlebt hätte. So gesehen ist mir die Kontinuität lieber. (Abg. Königsberger-Ludwig: Die Kompetenz ist super!) – Kompetenz sowieso!
Abg. Königsberger-Ludwig: Die Kompetenz ist super!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher zu Hause! Zuerst einmal, Herr Minister Stöger, bin ich froh, dass Sie nach wie vor Sozialminister sind; letzte Woche hat es ja kurzfristig ein bisschen anders ausgeschaut. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Keck: Ist das jetzt ehrlich gemeint?) – Das ist ehrlich gemeint. Ich meine es immer ehrlich, wenn ich hier stehe. Es freut mich. Vor allem muss ich sagen: Es hätte mich doch erschüttert, wenn ich nach zweieinhalb Jahren im Nationalrat bereits den dritten Sozialminister erlebt hätte. So gesehen ist mir die Kontinuität lieber. (Abg. Königsberger-Ludwig: Die Kompetenz ist super!) – Kompetenz sowieso!
Abg. Königsberger-Ludwig: Die Begründung war nicht gut! – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Ich habe im Ausschuss auch versucht, eine Entschuldigung von den anderen Parteien zu bekommen – die Grünen ausgenommen –, was mir nicht gelungen ist. Das werde ich heute hier nicht wiederholen, weil ich glaube, dass die Entschuldigung von diesen Parteien leider nicht kommen wird. (Abg. Königsberger-Ludwig: Die Begründung war nicht gut! – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Zwischenruf des Abg. Loacker
Für die, die es nicht wissen, auch noch einmal kurz erklärt: Sie können auch als Asylwerber (Zwischenruf des Abg. Loacker) – Herr Loacker, wir haben es oft diskutiert – nach drei Monaten selbständig werden – vollkommen klar. Selbständigkeit steht auch Asylwerbern offen. Es sind auch bereits acht Lehrberufe für Asylwerber offen, und Asylwerber könnten auch in 25 Mangelberufen arbeiten.
Abg. Loacker: Das stimmt ja nicht!
Langsam kommt die ÖVP mit dem Deckel von 1 500 € in die Gänge. Aber hier (in Richtung SPÖ) sehe ich überhaupt kein Einlenken, und ich darf schon noch einmal wiederholen: Wir haben über 300 000 Mindestsicherungsbezieher in Österreich. Ich sage es noch einmal: über 300 000. Die zählen Sie einfach zu den 500 000 Arbeitslosen dazu, dann wissen Sie, wovon wir hier reden. (Abg. Loacker: Das stimmt ja nicht!) Ich sage auch dazu – das wissen wir aus Anfragen, damit habe ich Ihren Vorgänger jedes Quartal bombardiert –: In Tirol sind aktuell knapp 50 Prozent der Mindestsicherungsbezieher keine österreichischen Staatsbürger, Tendenz weiterhin stark steigend.
Abg. Loacker: Sie schließt jetzt die Lehre ab?
Das Problem von Frau Jenewein ist: Sie ist jetzt 23 Jahre alt, wird im Juni 24. Sobald sie 24 ist, wird die Familienbeihilfe gestrichen. Die Lehrlingsentschädigung beträgt 420 € netto. (Abg. Loacker: Sie schließt jetzt die Lehre ab?) Damit kann Frau Jenewein mit 24 Jahren ihren Lebensunterhalt natürlich nicht bestreiten. Frau Jenewein wurde geraten, die Mindestsicherung zu beantragen. Jetzt lese ich Ihnen den Bescheid vom Sozialamt in Innsbruck vor:
Abg. Loacker: … kriegt jeder Student Mindestsicherung!
Und ich sage Ihnen etwas: Frau Jenewein war mit Sicherheit keine FPÖ-Wählerin, aber was diese Fälle draußen betrifft, die Sie hier nicht abstellen (Abg. Loacker: … kriegt jeder Student Mindestsicherung!) und die Sie seit Jahren nicht sehen wollen: Immer mehr Österreicher kommen drauf, dass sie an der Nase herumgeführt werden. Das alles sind Fälle, die belegbar sind. Das können Sie keinem vernünftigen Menschen in Österreich erklären. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und ich sage Ihnen etwas: Frau Jenewein war mit Sicherheit keine FPÖ-Wählerin, aber was diese Fälle draußen betrifft, die Sie hier nicht abstellen (Abg. Loacker: … kriegt jeder Student Mindestsicherung!) und die Sie seit Jahren nicht sehen wollen: Immer mehr Österreicher kommen drauf, dass sie an der Nase herumgeführt werden. Das alles sind Fälle, die belegbar sind. Das können Sie keinem vernünftigen Menschen in Österreich erklären. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Loacker: Es gäbe viel zu replizieren!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Spindelberger. – Bitte. (Abg. Loacker: Es gäbe viel zu replizieren!)
Abg. Peter Wurm: Wenn wir Kanzler sind, werden wir das ändern!
Aber, Kollege Wurm, Ihre Ansicht ist schon ein bisschen eigenartig: Es werden Bezieher von Mindestsicherung als Sozialschmarotzer dargestellt, und auf der anderen Seite rührt ihr keinen Finger, wenn es darum geht, dass am Finanzminister vorbei Milliarden auf Offshore-Konten in der Karibik geparkt werden. Diese Diskussion halte ich wirklich nicht mehr aus! (Abg. Peter Wurm: Wenn wir Kanzler sind, werden wir das ändern!)
Abg. Peter Wurm: Was sagen Sie zu diesem Fall? Was sagen Sie der Dame?
Aber ich werde zu einem anderen Antrag von Kollegen Kickl, der heute fast den ganzen Tag durch Abwesenheit glänzt, Stellung beziehen, in dem er Sozialminister Stöger aufgefordert hat, dafür Sorge zu tragen, dass der Arbeitsmarkt für Asylwerber in Österreich weiterhin geschlossen bleibt. (Abg. Peter Wurm: Was sagen Sie zu diesem Fall? Was sagen Sie der Dame?) – Kommen Sie noch einmal ans Rednerpult, wenn Sie etwas zu sagen haben!
Abg. Schimanek: Wo ist der Herr Schieder?
Dem Antragsteller Kickl dürfte jedoch entgangen sein (Abg. Schimanek: Wo ist der Herr Schieder?), dass Asylwerber gar nicht vom Arbeitsmarktzugang ausgeschlossen sind. Fakt ist – und das vergesst ihr auch immer wieder zu sagen –, dass diese Menschen laut Gesetz ab drei Monaten nach Zulassung zum Asylverfahren (Abg. Peter Wurm: Haben Sie nicht zugehört? Das habe ich gesagt!) nach genauer Arbeitsmarktprüfung und mit einhelliger Zustimmung des Regionalbeirats sehr wohl Beschäftigungsbewilligungen bekommen können.
Abg. Peter Wurm: Haben Sie nicht zugehört? Das habe ich gesagt!
Dem Antragsteller Kickl dürfte jedoch entgangen sein (Abg. Schimanek: Wo ist der Herr Schieder?), dass Asylwerber gar nicht vom Arbeitsmarktzugang ausgeschlossen sind. Fakt ist – und das vergesst ihr auch immer wieder zu sagen –, dass diese Menschen laut Gesetz ab drei Monaten nach Zulassung zum Asylverfahren (Abg. Peter Wurm: Haben Sie nicht zugehört? Das habe ich gesagt!) nach genauer Arbeitsmarktprüfung und mit einhelliger Zustimmung des Regionalbeirats sehr wohl Beschäftigungsbewilligungen bekommen können.
Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!
Das ist auch nichts Neues, so wie ihr das immer darstellt, denn 2004, als ihr noch in der Regierung gesessen seid (Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!), hat der damalige Wirtschaftsminister Bartenstein (Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!) – genau – einen Erlass herausgegeben, der Bewilligungsmöglichkeiten sehr wohl eingeschränkt zulässt, nämlich befristete Saisonbeschäftigung im Tourismus beziehungsweise in der Landwirtschaft.
Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!
Das ist auch nichts Neues, so wie ihr das immer darstellt, denn 2004, als ihr noch in der Regierung gesessen seid (Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!), hat der damalige Wirtschaftsminister Bartenstein (Abg. Peter Wurm: Bartenstein-Erlass!) – genau – einen Erlass herausgegeben, der Bewilligungsmöglichkeiten sehr wohl eingeschränkt zulässt, nämlich befristete Saisonbeschäftigung im Tourismus beziehungsweise in der Landwirtschaft.
Abg. Peter Wurm: Acht Lehrberufe!
Darüber hinaus besteht seit vier Jahren – und das finde ich vollkommen korrekt –, auch per Erlass, eine Aufforderung an das Arbeitsmarktservice, jugendlichen Asylwerbern Beschäftigungsbewilligungen für jene Lehrstellen (Abg. Peter Wurm: Acht Lehrberufe!) zu ermöglichen, bei denen es einen regionalen und einen bundesweiten Lehrlingsmangel gibt.
Abg. Peter Wurm: Das war die Fragestellung!
Das ist an und für sich nichts Schlechtes, und an diesem Status quo soll eben nichts verändert werden, auch in absehbarer Zeit nicht (Abg. Peter Wurm: Das war die Fragestellung!), weshalb mir Ihre ständige Angstmache schon wirklich auf den Wecker geht – weil Sie nichts anderes tun, als die Bevölkerung ständig zu verunsichern. (Zwi-
Zwischenrufe bei der FPÖ.
schenruf des Abg. Peter Wurm.) Und das untermauere ich mit Fakten, um Ihre hetzerische Art auch einmal aufzuzeigen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Hübner: Die sind ja da! Die haben sich nicht in Luft aufgelöst! – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Peter Wurm.
In Ihrem Antrag, den Kollege Kickl eingebracht hat, zählen Sie nämlich wieder sämtliche Asylwerber seit 1999 zusammen und gaukeln den Österreicherinnen und Österreichern vor, dass Österreich von Asylwerbern überschwemmt wird, denn Sie geben an: 337 000 Asylwerber sind in Österreich. (Abg. Hübner: Die sind ja da! Die haben sich nicht in Luft aufgelöst! – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Peter Wurm.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Sie wissen ganz genau, dass diese Zahlen mehr als unsinnig sind, weil der Großteil jener Asylwerber, die in den letzten 16 Jahren um Asyl angesucht haben, entweder als Flüchtling anerkannt wurde und dann sowieso einen freien Arbeitsmarktzugang hat, oder ihre Asylanträge wurden abgelehnt und sie sind schon lange nicht mehr in Österreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Peter Wurm: Entkräften Sie meine Fakten!
Kollege Wimmer hat es ja schon auf den Punkt gebracht: Ihnen geht es nicht um Fakten, sondern Ihnen geht es ständig darum, Ängste zu schüren und Panik zu verbreiten. (Abg. Peter Wurm: Entkräften Sie meine Fakten!) Die Art, die Sie an den Tag legen, ist mehr als fies.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Da halte ich es lieber mit dem neuen Bundeskanzler Kern, der gestern gesagt hat: Wir sollten Hoffnung nähren und nicht Ängste und Sorgen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: War das eine rhetorische Frage?
Es wundert mich natürlich, warum im Unterschied zu 1995 oder 1999 – ich weiß nicht mehr genau, welches von diesen zwei Enden der Legislaturperioden es war – die Freiheitliche Partei nicht dabei ist. Es wundert mich aber eigentlich auch nicht. Ich sage Ihnen, warum (Abg. Peter Wurm: War das eine rhetorische Frage?): Herr Hofer wird Bescheid wissen. Jetzt kann man natürlich sagen: Möglicherweise liegt es am Titel des Gesetzes: LSD-BG. (Heiterkeit bei Grünen und SPÖ.)
Heiterkeit bei Grünen und SPÖ.
Es wundert mich natürlich, warum im Unterschied zu 1995 oder 1999 – ich weiß nicht mehr genau, welches von diesen zwei Enden der Legislaturperioden es war – die Freiheitliche Partei nicht dabei ist. Es wundert mich aber eigentlich auch nicht. Ich sage Ihnen, warum (Abg. Peter Wurm: War das eine rhetorische Frage?): Herr Hofer wird Bescheid wissen. Jetzt kann man natürlich sagen: Möglicherweise liegt es am Titel des Gesetzes: LSD-BG. (Heiterkeit bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie brauchen sich nicht zu fürchten, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Es hat nichts mit Rauschgift zu tun, sondern es ist ein Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Es könnte auch sein, dass Sie sich irritiert fühlen, weil Sie sich denken: Dann ist es nicht mehr so leicht möglich, in der Republika Srpska Plakate für Herrn Hofer zu drucken. (Heiterkeit bei den Grünen.) Ich kann Ihnen sagen: Sie dürfen weiterhin die Plakate drucken. Ob Sie es politisch verantworten wollen, dass Sie unter der Parole „Österreich zuerst“ und so weiter Ihre Plakate für Herrn Hofer in der Republika Srpska drucken lassen, ist Ihre Angelegenheit. Das ist das Zweite.
Abg. Peter Wurm: Sie haben nicht zugehört, Herr Öllinger!
Das Dritte ist aber – und da ist Herr Hofer dann wirklich selbst zuständig – die Auflösung der Frage, warum Sie gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz stimmen: Diese steht im „Handbuch freiheitlicher Politik“. (Abg. Peter Wurm: Sie haben nicht zugehört, Herr Öllinger!) – Oh ja! Ich habe das „Handbuch freiheitlicher Politik“ genau gelesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Deimek.) Die Auflösung steht da drinnen. Im „Handbuch freiheitlicher Politik“ sagt Herr Hofer, der ja für dieses Handbuch verantwortlich ist: Streichung der Arbeitslosenversicherung für alle ausländisch Beschäftigten – das ist Punkt eins. (Abg. Peter Wurm: … ganz schwach!) Punkt zwei ist, dass er sagt: eigene Sozialversicherung für alle Ausländer – also jenseits der Streichung der Arbeitslosenversicherung.
Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Deimek.
Das Dritte ist aber – und da ist Herr Hofer dann wirklich selbst zuständig – die Auflösung der Frage, warum Sie gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz stimmen: Diese steht im „Handbuch freiheitlicher Politik“. (Abg. Peter Wurm: Sie haben nicht zugehört, Herr Öllinger!) – Oh ja! Ich habe das „Handbuch freiheitlicher Politik“ genau gelesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Deimek.) Die Auflösung steht da drinnen. Im „Handbuch freiheitlicher Politik“ sagt Herr Hofer, der ja für dieses Handbuch verantwortlich ist: Streichung der Arbeitslosenversicherung für alle ausländisch Beschäftigten – das ist Punkt eins. (Abg. Peter Wurm: … ganz schwach!) Punkt zwei ist, dass er sagt: eigene Sozialversicherung für alle Ausländer – also jenseits der Streichung der Arbeitslosenversicherung.
Abg. Peter Wurm: … ganz schwach!
Das Dritte ist aber – und da ist Herr Hofer dann wirklich selbst zuständig – die Auflösung der Frage, warum Sie gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz stimmen: Diese steht im „Handbuch freiheitlicher Politik“. (Abg. Peter Wurm: Sie haben nicht zugehört, Herr Öllinger!) – Oh ja! Ich habe das „Handbuch freiheitlicher Politik“ genau gelesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lausch und Deimek.) Die Auflösung steht da drinnen. Im „Handbuch freiheitlicher Politik“ sagt Herr Hofer, der ja für dieses Handbuch verantwortlich ist: Streichung der Arbeitslosenversicherung für alle ausländisch Beschäftigten – das ist Punkt eins. (Abg. Peter Wurm: … ganz schwach!) Punkt zwei ist, dass er sagt: eigene Sozialversicherung für alle Ausländer – also jenseits der Streichung der Arbeitslosenversicherung.
Abg. Pirklhuber: Dumping!
Jetzt frage ich alle auch nur einigermaßen mäßig begabten wirtschaftlich Interessierten und mäßig wirtschaftlich Begabten: Was bedeutet das, wenn ich die Arbeitslosenversicherung streiche, wenn ich eine eigene Sozialversicherung mache, die natürlich kostengünstiger sein soll, mit der man bei der Pensionsversicherung Beiträge senken kann? Was bedeutet das, wenn eine bestimmte Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt billiger wird als die inländisch Beschäftigten? (Abg. Pirklhuber: Dumping!) – Lohn- und Sozialdumping ist das, Lohn- und Sozialdumping auf einem sehr schlimmen Niveau! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Jetzt frage ich alle auch nur einigermaßen mäßig begabten wirtschaftlich Interessierten und mäßig wirtschaftlich Begabten: Was bedeutet das, wenn ich die Arbeitslosenversicherung streiche, wenn ich eine eigene Sozialversicherung mache, die natürlich kostengünstiger sein soll, mit der man bei der Pensionsversicherung Beiträge senken kann? Was bedeutet das, wenn eine bestimmte Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt billiger wird als die inländisch Beschäftigten? (Abg. Pirklhuber: Dumping!) – Lohn- und Sozialdumping ist das, Lohn- und Sozialdumping auf einem sehr schlimmen Niveau! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Pirklhuber: Arbeiten zu jeder Kondition!
So, jetzt kommt aber noch eine besondere Regelung dieses „Handbuchs freiheitlicher Politik“ zum Tragen: Wenn nämlich der oder die ausländisch Beschäftigte arbeitslos wird, dann fliegt er oder sie aus dem Land, dann gibt es keine Arbeitslosenversicherung mehr; das ist ja der Sinn der Streichung der Arbeitslosenversicherung. Was wird daher jeder ausländisch Beschäftigte, jeder Arbeitsmigrant, der hier im Land tätig ist, versuchen? (Abg. Pirklhuber: Arbeiten zu jeder Kondition!) – Arbeiten um jeden Preis!
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Jarolim: Sehr gute Rede, sehr aufklärend!
Das ist das System, das Modell, das die Freiheitlichen praktizieren, und darum sind sie gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz. So schaut es aus, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, mit Ihrer Parole, dass Österreicher zuerst kommen! (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Jarolim: Sehr gute Rede, sehr aufklärend!)
Beifall bei der SPÖ.
Für uns, geschätzte Damen und Herren, und für die Sozialdemokratie ist klar: Lohn- und Sozialdumping soll und darf kein lohnendes Geschäft sein. Lohn- und Sozialdumping gehört wirksam bekämpft; dies soll allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den gerechten Lohn sicherstellen und der heimischen Wirtschaft einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Deshalb sind wir für diese Maßnahmen, auch wenn sie manchmal sehr schwierig zu vollziehen sind. Ich verstehe die FPÖ überhaupt nicht, denn wenn es dieses Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz nicht geben würde, dann gäbe es auch diese Maßnahmen nicht, damit es einen fairen Wettbewerb gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Peter Wurm.
Oberstes Gebot der Bundesregierung hat die Sicherheit zu sein, und dazu gehört auch, Arbeitsplätze für die österreichische Bevölkerung sicherzustellen. Der Politik offener Grenzen sowie eines freien Arbeitsmarktzuganges für Asylwerber ist eine klare Absage zu erteilen. – Danke. (Beifall des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Peter Wurm: Wir stehen bereit, Markus!
Das zu unterstützen, diese Menschen quasi zu begleiten, das finden wir wichtig. Darum haben wir den Antrag der Freiheitlichen vertagt, da wir sagen: Das ist ein guter Antrag, den wir genauer prüfen möchten. (Abg. Peter Wurm: Wir stehen bereit, Markus!) Ich hoffe, dass wir da auch Mittel zur Verfügung stellen können, um dieses Stipendium in Zukunft wieder anzubieten.
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen sind wir beim Thema Neuorientierung im Beruf dabei, aber wir sehen keine Notwendigkeit eines Kassasturzes. Natürlich braucht es aber eine ständige Diskussion darüber, wie wir die Mittel im AMS vernünftig einsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Walser: Gehen Sie auf Argumente ein!
Herr Öllinger, Sie haben in keinem Satz auf Zahlen, Daten, Fakten repliziert. Sie haben nur alte Geschichten aus den neunziger Jahren erzählt. Die helfen der Bevölkerung in Österreich im Jahr 2016 nicht weiter, Herr Öllinger! (Abg. Walser: Gehen Sie auf Argumente ein!)
Abg. Krainer: Das liegt aber an Ihnen und nicht an den Grünen!
Es ist zwar ein zarter Versuch von Ihnen, vielleicht wieder die Bedürfnisse der Arbeitnehmer in Österreich zu entdecken; wenn es um Arbeitnehmer geht, habe ich das aber in den letzten zweieinhalb Jahren bei Ihren Kolleginnen und Kollegen von den Grünen nicht entdeckt. (Abg. Krainer: Das liegt aber an Ihnen und nicht an den Grünen!)
Beifall bei der FPÖ.
Die Arbeitnehmer in Österreich, und zwar nicht nur die Österreicher – zu Ihrem Erstaunen, Herr Öllinger –, auch die Neo-Österreicher und sogar die Nicht-Österreicher, alle arbeitenden Leute in Österreich wissen mittlerweile, wer auf sie und ihre Probleme schaut, und das ist die Freiheitliche Partei. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundsätzlich möchte ich noch einmal festhalten, dass wir bei Verkehrsleistungsausschreibungen nicht nur auf den Preis schauen dürfen, sondern auch auf Sozialkriterien achten müssen; sonst bleiben meist die MitarbeiterInnen auf der Strecke. In vielen Fällen wird dann zusätzlich bei Ausbildung und Sicherheit gespart, und das wollen wir alle nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Daneben muss man aber zugutehalten, dass die Politik damals auch die richtigen Schritte gesetzt hat. Man muss auch in Betracht ziehen, dass es in dieser Hinsicht darum geht, dass wir mit Klimawandel und Klimaveränderungen leben wollen und leben müssen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch die Landwirte und die Weinbauern müssen damit leben. Deshalb ist es bemerkenswert, dass es Topwinzern gelungen ist, dass zum Beispiel schon im Jahr 2001 der Syrah angebaut worden ist, obwohl er noch nicht zugelassen war. Das sind heute Anekdoten, und bis heute gibt es noch gewisse Weingärten, die offiziell nicht vorhanden sind; also insofern ist das sehr bemerkenswert.
Beifall bei den NEOS.
Deshalb erwarte ich mir von der Agrarpolitik schon auch einen gewissen Mut, nämlich den Mut, den damals die Weinbauern gezeigt haben, und nicht nur den Mut, die Tradition des Uhudlers zu bewahren, sondern auch den Mut, Neuerungen zuzulassen. Das wäre einfach ein guter Schritt, um eine Absicherung des österreichischen Weinbaus herbeizuführen. Bei aller Liebe für diesen Uhudler – es ist alles recht nett und schön –, aber auch auf eine andere Weise reüssieren wir beim Wein. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Besorgniserregend sind für mich aber viel eher Signale der anderen agrarischen Märkte, wo wir diese Einigkeit leider nicht so oft haben und wo die landwirtschaftlichen Betriebe auch sehr, sehr stark um die Anerkennung durch die politischen Vertreter der verschiedensten Gruppen kämpfen müssen. Gerade dort müssen wir aber zu einer Gesamtregelung kommen, denn es hilft uns nicht, wenn wir da als Einzelkämpfer unterwegs sind, egal, ob es eine Kammer ist, ob es ein Bauernbund ist, ob es die Biosparte ist, ob es Themen wie TTIP, der Export oder die Frage der Brüsseler Rahmenbedingungen sind. Da müssen wir verstärkt Maßnahmen ergreifen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wir müssen auch erkennen, dass wir in die Märkte eingreifen können. (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!)
Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!
Besorgniserregend sind für mich aber viel eher Signale der anderen agrarischen Märkte, wo wir diese Einigkeit leider nicht so oft haben und wo die landwirtschaftlichen Betriebe auch sehr, sehr stark um die Anerkennung durch die politischen Vertreter der verschiedensten Gruppen kämpfen müssen. Gerade dort müssen wir aber zu einer Gesamtregelung kommen, denn es hilft uns nicht, wenn wir da als Einzelkämpfer unterwegs sind, egal, ob es eine Kammer ist, ob es ein Bauernbund ist, ob es die Biosparte ist, ob es Themen wie TTIP, der Export oder die Frage der Brüsseler Rahmenbedingungen sind. Da müssen wir verstärkt Maßnahmen ergreifen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wir müssen auch erkennen, dass wir in die Märkte eingreifen können. (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!)
Abg. Pirklhuber: Richtig …!
Dazu wurde auch vom Minister schon einiges vorgelegt. Wir müssen in diesem Haus darauf achten, dass wir an Tempo gewinnen, denn Folgendes sehen wir ganz deutlich: Die Landwirtschaft ist ein heikler Wirtschaftsorganismus, und wenn wir da nicht entsprechend regulierend eingreifen, so wie wir das beim Wein auch getan haben, dann zerstören wir Wertschöpfung für Österreich. (Abg. Pirklhuber: Richtig …!) Wir sehen das momentan: Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden, den wir durch den Frost in großen Teilen Österreichs haben, ist noch gar nicht abzuschätzen. Der Schaden für die Landwirtschaft ist enorm, und die Folgeschäden werden wir erst in den nächsten Jahren sehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu wurde auch vom Minister schon einiges vorgelegt. Wir müssen in diesem Haus darauf achten, dass wir an Tempo gewinnen, denn Folgendes sehen wir ganz deutlich: Die Landwirtschaft ist ein heikler Wirtschaftsorganismus, und wenn wir da nicht entsprechend regulierend eingreifen, so wie wir das beim Wein auch getan haben, dann zerstören wir Wertschöpfung für Österreich. (Abg. Pirklhuber: Richtig …!) Wir sehen das momentan: Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden, den wir durch den Frost in großen Teilen Österreichs haben, ist noch gar nicht abzuschätzen. Der Schaden für die Landwirtschaft ist enorm, und die Folgeschäden werden wir erst in den nächsten Jahren sehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Der Redner stellt eine Flasche Uhudler auf das Rednerpult. – Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Erwin Preiner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! (Der Redner stellt eine Flasche Uhudler auf das Rednerpult. – Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich möchte auch die Besucher aus dem Burgenland sehr herzlich im Plenarsaal begrüßen und willkommen heißen! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Erwin Preiner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! (Der Redner stellt eine Flasche Uhudler auf das Rednerpult. – Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich möchte auch die Besucher aus dem Burgenland sehr herzlich im Plenarsaal begrüßen und willkommen heißen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Wichtig ist mir auch, dass man für Spätlesen und Auslesen bereits ab dem 1. Jänner des darauffolgenden Jahres eine entsprechende Prüfnummer beantragen kann. Es wurde auch schon gesagt, dass eine neue Verordnung besagt, dass der Terminus Ausbruch nicht mehr in Verwendung ist, sondern nur der Terminus Ruster Ausbruch. Das möchte ich als Burgenländer auch dezidiert sagen. Das neue Weingesetz besagt weiters, dass die Uhudler-Trauben, die der Art Vitis vinifera angehören, jetzt auch in die Kategorie Obstwein aufgenommen werden. Dadurch können diese Trauben auch offiziell in den Verkehr gebracht werden. Es war die Agrarlandesrätin des Burgenlandes, Verena Dunst, die die neun Uhudler-Rebsorten in die klassische Weinschiene gebracht hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und möchte uns allen noch in Erinnerung rufen, dass wir im März vergangenen Jahres einhellig einen Entschließungsantrag beschlossen haben, der an den Landwirtschaftsminister gerichtet lautet, alles zu tun, damit der Uhudler auch über das Jahr 2030 hinaus gesichert ist. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich hoffe, Sie sind entsprechend tätig geworden, Herr Minister.
Ruf bei der FPÖ: Brauchst einen Korkenzieher?! Jetzt trinken wir einen Roten!
Ich wünsche den Landwirten – egal, in welcher Produktionssparte – trotz des herausfordernden Jahres 2016 noch ein gutes Arbeitsjahr. (Ruf bei der FPÖ: Brauchst einen Korkenzieher?! Jetzt trinken wir einen Roten!) – Herr Kollege, Sie können herauskommen, sobald ich fertig bin.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Preiner überreicht Bundesminister Rupprechter die mitgebrachte Flasche Uhudler. – Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Ich danke für das Zuhören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Preiner überreicht Bundesminister Rupprechter die mitgebrachte Flasche Uhudler. – Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Heiterkeit.
Ich bitte den Herrn Minister, die Flasche nicht auszutrinken. (Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Welche Dinge wurden noch nicht besprochen? – Natürlich sind es die Trockenbeerenauslese mit mindestens 30 Grad Klosterneuburger Mostwaage und der Begriff Ausbruch ausdrücklich für Prädikatsweine aus Rust – ja, eine gute Marke. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Preiner.
Es gibt noch einen Punkt, der vielleicht erstaunlich stimmt: Spätlesen und Auslesen dürfen nicht vor dem 1. Jänner, sonstige Prädikatsweine nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden. Früher war es der 1. Mai. Das ist für mich nicht ganz erklärlich, aber vielleicht hat man da den Wunsch von bestimmten Bauern und Weinvertrieben berücksichtigt. Das war mir nicht ganz klar. (Zwischenruf des Abg. Preiner.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Frost, Schnee (Zwischenrufe bei den Grünen), dann kommt etwas, das viele vergessen haben: Darauf folgend waren heiße Tage, das ist ganz schlimm! Manche Landstriche wurden dann noch von Hagel getroffen, wobei dort natürlich gesagt wurde: Der Hagel war dann schon egal, weil ohnedies alles kaputt war.
Beifall bei der FPÖ.
Gestatten Sie mir vielleicht folgenden Abschlusssatz – das haben mir viele Weinbauern gesagt, nicht, um eine Seite gegen die andere auszuspielen –: Wie viele Millionen sind für integrative Maßnahmen für Flüchtlinge sofort möglich gewesen! Und uns lasst ihr jetzt im Regen stehen? – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Auer: Aber zu 99 Prozent!
Wir waren im Ausschuss noch ein bisschen kritisch. Ganz davon überzeugt, sage ich ehrlich, bin ich auch heute noch nicht. (Abg. Auer: Aber zu 99 Prozent!) Wir werden aber zustimmen. Das Unklare ist, dass in dem Gesetz noch irgendwie Formulierungen drinnen sind, wo man hinterfragen kann, ob sie EU-rechtlich in Ordnung sind. Was für mich auch noch offen ist, ist die Frage: Wie verhält sich das zu burgenländischen Lösungen? Also was bedeutet das auch für Bauern, wenn sie Rebsorten anpflanzen, die in beides fallen? (Abg. Pirklhuber: Es ist ja doch ein Wein …!)
Abg. Pirklhuber: Es ist ja doch ein Wein …!
Wir waren im Ausschuss noch ein bisschen kritisch. Ganz davon überzeugt, sage ich ehrlich, bin ich auch heute noch nicht. (Abg. Auer: Aber zu 99 Prozent!) Wir werden aber zustimmen. Das Unklare ist, dass in dem Gesetz noch irgendwie Formulierungen drinnen sind, wo man hinterfragen kann, ob sie EU-rechtlich in Ordnung sind. Was für mich auch noch offen ist, ist die Frage: Wie verhält sich das zu burgenländischen Lösungen? Also was bedeutet das auch für Bauern, wenn sie Rebsorten anpflanzen, die in beides fallen? (Abg. Pirklhuber: Es ist ja doch ein Wein …!)
Beifall bei den Grünen.
Diese Zusammenarbeit haben wir bei dem, was da zustande gekommen ist, nicht gesehen, wenn wir jetzt ehrlich sind. Es gibt die rote Lösung im Burgenland und die schwar- ze Lösung im Bund. Es ist irgendwie ein Hin-und-her-Gezerre. Ehrlich gesagt hätte ich mir schon erwartet, dass zumindest beim Uhudler die Parteipolitik hintangehalten werden kann und wir zu einer gemeinsamen Lösung kommen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das nächste Mal nehme ich wieder eine Flasche mit. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steinbichler hat eine großformatige Fotografie bei sich, die Abg. Schultes und eine zweite Person zeigt, und stellt diese auf das Rednerpult. – Abg. Auer: Aber da ist jetzt die Redezeit …! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Steinbichler hat eine großformatige Fotografie bei sich, die Abg. Schultes und eine zweite Person zeigt, und stellt diese auf das Rednerpult. – Abg. Auer: Aber da ist jetzt die Redezeit …! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir bitten im Sinne der Zukunft aller Sparten, Herr Kollege Schmuckenschlager, um Unterstützung, damit wir dieses wundervolle Land nachhaltig absichern. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit vor allem auch dem Herrn Abgeordneten Schmuckenschlager für die vorbildliche Bewirtschaftung dieser Branche danken, die in der Zwischenzeit wirklich ein Vorbild für andere Sektoren in der Landwirtschaft geworden ist. Da hat eine Branche tatsächlich ihre Hausaufgaben gemacht. Herzliche Gratulation den österreichischen Weinbauern und dem österreichischen Weinhandel! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brunner macht sich von ihrem Sitzplatz aus durch Handzeichen bemerkbar
Ich bedanke mich auch bei Frau Abgeordneter Brunner, sie hat uns jetzt schon verlassen (Abg. Brunner macht sich von ihrem Sitzplatz aus durch Handzeichen bemerkbar) – nein, sie ist hier –, die ja angekündigt hat, dass Sie von den Grünen diese Änderungen in der Zwischenzeit auch mittragen können. Ich glaube, das ist auch ein Zeichen der Zusammenarbeit hier im Hohen Haus für diesen Sektor insgesamt.
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben ja im Rahmen des Tagesordnungspunktes 3 bereits die Novellierung des Katastrophenfondsgesetzes beschlossen und mit dem Abänderungsantrag zur Novelle auch die Dotierung des Katastrophenfonds vorgesehen. Ich spreche allen, die hier mitgewirkt haben, Finanzminister Schelling, der sofort tätig und initiativ geworden ist, und natürlich auch allen Fraktionen, die daran mitgewirkt haben, wirklich meinen herzlichen Dank für diese konstruktive Arbeit, die hier geleistet wurde, aus. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Bäuerinnen und Bauern, dass bei solchen Katastrophen eben auch rasch geholfen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es unterstreicht auch einerseits das Unternehmertum unserer Landwirte, unserer Bäuerinnen und Bauern, und ist auf der anderen Seite auch ein klares Zeichen dafür, dass wir hier einen Beitrag zur Klimawandelanpassungsstrategie leisten; es sind bis 2020 immerhin 76 Millionen €, die wir hier für die Bezuschussung der Vorsorge eben auch an öffentlichen Mitteln bereitgestellt haben. Ich denke, das ist schon auch ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Bäuerinnen und Bauern. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.
Wir Österreicher haben gemeinsam mit Partnern gesagt, dass wir das nicht wollen. Wir wollen, dass nur in bestimmten Regionen Wein angepflanzt wird, damit wir diesen Qualitätsweg nicht gefährden. Das ist gelungen. Gleichzeitig sagt aber die Europäische Union: Wir wollen die Direktträgersorten, die sich um den Uhudler ranken, nicht. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Brunner
Trotzdem ist es aber wichtig, den Uhudler abzusichern, denn er ist mehr als Wein oder ein Getränk. Er symbolisiert ein bisschen eine Region, die ums Überleben kämpft: das Südburgenland, das strukturschwach ist, das eine enorme Abwanderung hat und wo es wenig Arbeitsplätze gibt. Daher ist es richtig (Zwischenruf der Abg. Brunner), dass der Einsatz so war, damit es eine Unterstützung in der Region gibt. (Abg. Pirklhuber: Jetzt ist es schon viel besser!) Die Winzer haben dadurch eine enorme Qualitätssteigerung erreicht und sich einen Markt erobert.
Abg. Pirklhuber: Jetzt ist es schon viel besser!
Trotzdem ist es aber wichtig, den Uhudler abzusichern, denn er ist mehr als Wein oder ein Getränk. Er symbolisiert ein bisschen eine Region, die ums Überleben kämpft: das Südburgenland, das strukturschwach ist, das eine enorme Abwanderung hat und wo es wenig Arbeitsplätze gibt. Daher ist es richtig (Zwischenruf der Abg. Brunner), dass der Einsatz so war, damit es eine Unterstützung in der Region gibt. (Abg. Pirklhuber: Jetzt ist es schon viel besser!) Die Winzer haben dadurch eine enorme Qualitätssteigerung erreicht und sich einen Markt erobert.
Abg. Brunner: Ich habe gesagt …!
Frau Kollegin Brunner, Sie haben gesagt, die Regelungen des Weingesetzes könnte vielleicht EU-rechtswidrig sein. – Es ist umgekehrt. Experten aus Klosterneuburg sagen, dass die Weinbauverordnung des Burgenlands unter Umständen vielleicht nicht dem EU-Recht entspricht. (Abg. Brunner: Ich habe gesagt …!) – Hören Sie sich die Experten an! Daher ist es umso wichtiger, dass es ein Sicherheitsnetz gibt. Was wir hier heute beschließen, ist ein solches. Dieses Weingesetz bedeutet, Wein als Obstwein deklarieren zu können, damit aus der EU-Weinmarktordnung zu kommen und eine Absicherung zu haben.
Abg. Preiner: Kollege, Sie haben …!
Ein letztes Wort noch zur finanziellen Dotierung der zitierten Katastrophenvorsorge und Ernteversicherung: Wir haben es heute beschlossen; Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich haben es auch gemacht, das Burgenland noch nicht. Es ist schade, dass die burgenländische Landesregierung das noch nicht beschlossen hat, denn dadurch sind burgenländische Bauern schlechter gestellt als die Bauern in anderen Bundesländern. Ich hoffe, dass die burgenländische Landesregierung das ebenfalls beschließt, um eine Gleichstellung unter den landwirtschaftlichen Betrieben zu gewährleisten. (Abg. Preiner: Kollege, Sie haben …!) – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein letztes Wort noch zur finanziellen Dotierung der zitierten Katastrophenvorsorge und Ernteversicherung: Wir haben es heute beschlossen; Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich haben es auch gemacht, das Burgenland noch nicht. Es ist schade, dass die burgenländische Landesregierung das noch nicht beschlossen hat, denn dadurch sind burgenländische Bauern schlechter gestellt als die Bauern in anderen Bundesländern. Ich hoffe, dass die burgenländische Landesregierung das ebenfalls beschließt, um eine Gleichstellung unter den landwirtschaftlichen Betrieben zu gewährleisten. (Abg. Preiner: Kollege, Sie haben …!) – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Winzer Rechtssicherheit, eine wirtschaftlich gesicherte Zukunft. Das heißt aber auch, dass die burgenländischen Winzer in Bezug auf die neun Rebsorten, die klassifiziert wurden zum ersten Mal einen Qualitätswein produzieren können und ihn als solchen auch verkaufen dürfen. Das heißt auch, dass die Marken Uhudler und Südburgenland noch besser bewertet und beworben werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Berlakovich: Weil es auch das Problem nicht gegeben hat!
Lassen Sie mich noch ein paar Worte über das Zustandekommen dieser Uhudler-Rettung und über meinen Vorredner, den ehemaligen Landwirtschaftsminister, Kollegen Berlakovich sagen! Interessanterweise gab es im Burgenland 60 Jahre lang einen ÖVP Landesrat. Auch Kollege Berlakovich war dort Landesrat, später war er Landwirtschaftsminister, und es gab keine Uhudler-Lösung und keine Rettung. (Abg. Berlakovich: Weil es auch das Problem nicht gegeben hat!) – Ja, es hat das Problem schon immer gegeben, Sie haben es nicht gesehen! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Schönegger: Ist das der neue Stil? – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Schönegger: Ist das der neue Stil? – Heiterkeit bei der FPÖ.
Lassen Sie mich noch ein paar Worte über das Zustandekommen dieser Uhudler-Rettung und über meinen Vorredner, den ehemaligen Landwirtschaftsminister, Kollegen Berlakovich sagen! Interessanterweise gab es im Burgenland 60 Jahre lang einen ÖVP Landesrat. Auch Kollege Berlakovich war dort Landesrat, später war er Landwirtschaftsminister, und es gab keine Uhudler-Lösung und keine Rettung. (Abg. Berlakovich: Weil es auch das Problem nicht gegeben hat!) – Ja, es hat das Problem schon immer gegeben, Sie haben es nicht gesehen! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Schönegger: Ist das der neue Stil? – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Es brauchte wahrscheinlich eine sozialdemokratische Landesrätin (Beifall bei der FPÖ), damit die burgenländischen Uhudler-Winzer Rechtsicherheit erlangen und jetzt einen qualitativ hochwertigen Uhudler-Wein produzieren können. (Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!) Es wäre schon viel früher möglich gewesen, diese Lösung herbeizuführen, aber es war keine Notwendigkeit gegeben, so wie das Herr Kollege Berlakovich ausführt. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!)
Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!
Es brauchte wahrscheinlich eine sozialdemokratische Landesrätin (Beifall bei der FPÖ), damit die burgenländischen Uhudler-Winzer Rechtsicherheit erlangen und jetzt einen qualitativ hochwertigen Uhudler-Wein produzieren können. (Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!) Es wäre schon viel früher möglich gewesen, diese Lösung herbeizuführen, aber es war keine Notwendigkeit gegeben, so wie das Herr Kollege Berlakovich ausführt. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!
Es brauchte wahrscheinlich eine sozialdemokratische Landesrätin (Beifall bei der FPÖ), damit die burgenländischen Uhudler-Winzer Rechtsicherheit erlangen und jetzt einen qualitativ hochwertigen Uhudler-Wein produzieren können. (Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!) Es wäre schon viel früher möglich gewesen, diese Lösung herbeizuführen, aber es war keine Notwendigkeit gegeben, so wie das Herr Kollege Berlakovich ausführt. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Berlakovich: Jetzt ist das Problem aufgetreten!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Koalition Neu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zusammenfassend: Der Uhudler ist durch die Aufnahme in die burgenländische Weinbauverordnung gerettet. Alle nicht klassifizierten Rebsorten können als Obstwein deklariert werden. Diese Maßnahmen als zusätzliche Absicherung der Winzer im Südburgenland werde ich natürlich auch inhaltlich unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Koalition Neu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Schönegger: Bravo!
Abgeordnete Edith Mühlberghuber (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Wir können zu Recht auf die Leistungen unserer Weinbauern und unserer Weinwirtschaft stolz sein. (Abg. Schönegger: Bravo!) Für das Jahr 2015 wurde laut Statistik Austria eine Weinernte von 2,3 Millionen Hektoliter ermittelt, davon alleine in Niederösterreich 1,4 Millionen. Insgesamt wurden 49 Millionen Liter im Wert von 144 Millionen € ins Ausland exportiert.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
digen Landesstellen geführt wird. Alles in allem ist das neue Weingesetz eine solide Grundlage für die österreichische Weinwirtschaft, eine erfolgreiche Ernte, delikate Qualitätsweine und eine weitere Erhöhung der Weinexporte. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pendl.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Vorredner, insbesondere der österreichische Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager, haben die Inhalte des Weinbaugesetzes eingehend ausgeführt. Ich darf vielleicht noch ergänzen, dass auch in Oberösterreich auf knapp 68 Hektar von 39 Weinbauern hervorragende Qualität produziert wird und wir in Oberösterreich mittlerweile auch einen Weinbauverband haben. (Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Es geht aber nicht nur um die Existenz derer, die Ende April durch den Frost geschädigt wurden, sondern in Wirklichkeit sind viele bäuerliche Familien durch die Preissituation in ihrer Existenz gefährdet, beispielsweise im Milchbereich. Auch im Rinderbereich geht es bergab, das Schweinefleisch ist sozusagen schon lange in der Talsohle. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Auch die politischen Rahmenbedingungen!
Nüchtern betrachtet: Was brauchen die bäuerlichen Familien? Sie brauchen einerseits faire Partnerschaften mit den Be- und Verarbeitungsbetrieben, faire Partnerschaft mit den Handelsketten, die diese Lebensmittel großteils vertreiben, faire Partnerschaft mit den Konsumentinnen und Konsumenten (Abg. Pirklhuber: Auch die politischen Rahmenbedingungen!), aber auch faire Partnerschaft dort, wo es um politische Rahmenbedingungen geht, also zum Beispiel faire Partnerschaften mit allen politischen Parteien, die hier in diesem Hause Verantwortung tragen.
Ruf bei der SPÖ: Bravo!
Ist das Wertschätzung gegenüber den bäuerlichen Produkten, wenn ein Liter Milch nicht einmal einen Euro kosten darf und ein Liter eines Energydrinks zum Beispiel fünf, sechs Euro kostet? – Ich glaube nicht. Da sollten wir nachdenken. (Ruf bei der SPÖ: Bravo!) Wir müssen darüber nachdenken, wie es mit den Standards aussieht. Wenn wir Standards auf diesem Niveau vorgeben, dann muss uns auch klar sein, dass von woanders nur etwas mit dem Niveau zu uns kommen darf.
Beifall bei der ÖVP.
Da sind wir alle zu mehr fairer Partnerschaft aufgerufen. Dazu fordere ich auf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Schwachsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Minister! Lieber Herr Kollege Prinz! (In Richtung der ÖVP-Reihen blickend:) Ist er noch hier? Ist er nicht? Er hat zuvor erläutert, was in der Landwirtschaft alles schlecht ist und hat gesagt, dass wir uns überlegen müssen, was wir in der Landwirtschaft machen. Bitte, seit 30 Jahren macht die ÖVP Agrarpolitik, deswegen haben wir so niedrige Preise, deswegen haben wir diese Entwicklung bei den Betrieben. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Schwachsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Kollege Prinz hier ans Rednerpult geht und sagt, das ist alles so schlecht, muss man sich fragen, was er hier gemacht hat. Er hat eine Oppositionsrede gehalten, gesagt, wie schlecht alles ist, er hätte aber dem Minister sagen können, dass man endlich etwas machen muss. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Milchmarkt ist wirklich eine Katastrophe, und das ist keine Naturkatastrophe, sondern dafür, dass wir solche Preise haben, die die Milchbauern an den Rand der Existenz treiben, sind Sie, Herr Minister Rupprechter, mit der Europäischen Union verantwortlich. Das ist keine Übertreibung. In Deutschland liegen die Preise bei 20 Cent, wir haben Preise von 30 Cent, und das ist wirtschaftlich für Landwirte in Österreich nicht mehr zu machen. Das war Ihr Versagen und auch das Versagen des Bauernbundes. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir Freiheitlichen haben schon seit Jahren davor gewarnt, die Milchkontingente abzuschaffen. Es war unserer Ansicht nach ein kapitaler Fehler der Agrarpolitik, die Kontingente abzuschaffen. Im Übrigen, Herr Minister, haben Sie gesagt, Sie weinen den Kontingenten bei der Milch keine Träne nach. Ich verstehe nicht, warum Sie gerade im Zuckerrübenbereich ein krasser Befürworter der Quotenregelung sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist besser, Milchkontingente einzuführen und darüber die Preise zu regeln, als den Landwirten immer nur Förderungen auszuzahlen – mehr oder weniger als Imageschädigung auch in der nicht-bäuerlichen Bevölkerung – und zu versuchen, den nicht auszugleichenden Verlust mit Förderungen auszugleichen. Wir fordern daher ganz klar eine Wiedereinführung der Milchquote. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Find’ ich eh toll!
Das, was jetzt passiert, ist eine massive Schädigung des Standortes der Milchbauern in Österreich. Alle, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, wissen, ein Milchbetrieb, der seine Produktion einstellt, kommt zu 99,9 Prozent nicht mehr dazu, Milch zu produzieren. (Abg. Pirklhuber: Find’ ich eh toll!) Es wird einfach keine Milch mehr produziert, und damit betreibt man eigentlich das, was wir Freiheitliche für die Bauern in Österreich nicht wollen: eine Verlagerung der Milchproduktion in Gunstlagen, aber nicht in Gunstlagen in Österreich, sondern in europäische Gunstlagen. Das können wir nicht wollen! Das hat auch mit der Ernährungssouveränität in Österreich zu tun, wir wollen die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft im Berggebiet erhalten. Hier geht es um wesentlich mehr als um die reine Milchproduktion. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das, was jetzt passiert, ist eine massive Schädigung des Standortes der Milchbauern in Österreich. Alle, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, wissen, ein Milchbetrieb, der seine Produktion einstellt, kommt zu 99,9 Prozent nicht mehr dazu, Milch zu produzieren. (Abg. Pirklhuber: Find’ ich eh toll!) Es wird einfach keine Milch mehr produziert, und damit betreibt man eigentlich das, was wir Freiheitliche für die Bauern in Österreich nicht wollen: eine Verlagerung der Milchproduktion in Gunstlagen, aber nicht in Gunstlagen in Österreich, sondern in europäische Gunstlagen. Das können wir nicht wollen! Das hat auch mit der Ernährungssouveränität in Österreich zu tun, wir wollen die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft im Berggebiet erhalten. Hier geht es um wesentlich mehr als um die reine Milchproduktion. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt brennt der Hut, wir fordern also eine Wiedereinführung der Milchquote. Wir fordern diesen Milchdialog, bei dem wir uns ernsthaft mit diesen Sachen und mit der Krise am Milchmarkt auseinandersetzen. Und was wir als Freiheitliche auch fordern, und das fordern wir eigentlich schon, seit es sie gibt: ein Ende dieser unsäglichen Russland-Sanktionen! Die Russland-Sanktionen sind in Wahrheit eine Katastrophe, und zwar nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für die ganze österreichische Wirtschaft. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wöginger: … weil es nichts kostet! – Abg. Haider: … unglaublich! Er hat ja niemanden beleidigt! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Also bitte, was soll denn das?! Das ist doch wirklich nicht zu fassen! – Anhaltende Zwischenrufe.
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Jannach, ich weiß nicht, warum Sie darauf so bestehen, aber ich erteile Ihnen für den Ausdruck „Heuchelei“ einen Ordnungsruf. Und ich würde Sie ersuchen, das nicht zu wiederholen. (Abg. Wöginger: … weil es nichts kostet! – Abg. Haider: … unglaublich! Er hat ja niemanden beleidigt! – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Also bitte, was soll denn das?! Das ist doch wirklich nicht zu fassen! – Anhaltende Zwischenrufe.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Zanger: … aber Sie können doch nicht … ! Lächerlich!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Jannach, ich teile Ihnen jetzt noch einmal mit, dass die Vorsitzführung bei der Ausdrucksweise entscheidet, ob – so wie das die Geschäftsordnung vorsieht – diese eine Verletzung des Anstandes und der Würde dieses Hauses ist, und dieser Ausdruck gehört dazu, und daher erteile ich Ihnen dafür einen zweiten Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Zanger: … aber Sie können doch nicht … ! Lächerlich!)
Beifall bei der FPÖ.
Im Übrigen möchte ich auch daran erinnern, dass Österreich ein neutrales Land ist, sich eigentlich nach der Verfassung an die Neutralität halten müsste und sich nicht gemeinsam mit der Europäischen Union vor den Karren der USA spannen lassen sollte. Deswegen fordern wir ganz klipp und klar ein Ende der Russland-Sanktionen, nicht nur für die heimische Landwirtschaft, sondern für die ganze Wirtschaft in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
und jetzt gäbe es eigentlich die Chance, mit dem neuen Bundeskanzler und dem neuen Stil, der Einzug hält, in diese bestehenden Strukturen einmal hineinzuschneiden und zu schauen, ob dort nicht Einsparungspotenziale auch im Interesse der heimischen Landwirtschaft gehoben werden können. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Jeder Tag, an dem wir und die österreichische Agrarpolitik hier untätig bleiben, ist ein verlorener Tag für die heimische Landwirtschaft. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Abg. Schimanek: Nur nicht überheblich werden!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Danke für den Anfangsapplaus. (Abg. Schimanek: Nur nicht überheblich werden!) Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lausch: Nicht immer so überheblich! … Wahlergebnisse!) Ja, Herr Kollege Jannach, wir haben wirkliche Probleme im Milchbereich. Wir haben aber auch in anderen Sektoren Probleme, das ist unbestritten. Da stimme ich Ihnen zu. Auch ich habe keine Freude mit den Russland-Sanktionen. Auch da stimme ich Ihnen zu. (Abg. Zanger: Das schau ich mir an!)
Abg. Lausch: Nicht immer so überheblich! … Wahlergebnisse!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Danke für den Anfangsapplaus. (Abg. Schimanek: Nur nicht überheblich werden!) Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lausch: Nicht immer so überheblich! … Wahlergebnisse!) Ja, Herr Kollege Jannach, wir haben wirkliche Probleme im Milchbereich. Wir haben aber auch in anderen Sektoren Probleme, das ist unbestritten. Da stimme ich Ihnen zu. Auch ich habe keine Freude mit den Russland-Sanktionen. Auch da stimme ich Ihnen zu. (Abg. Zanger: Das schau ich mir an!)
Abg. Zanger: Das schau ich mir an!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Danke für den Anfangsapplaus. (Abg. Schimanek: Nur nicht überheblich werden!) Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lausch: Nicht immer so überheblich! … Wahlergebnisse!) Ja, Herr Kollege Jannach, wir haben wirkliche Probleme im Milchbereich. Wir haben aber auch in anderen Sektoren Probleme, das ist unbestritten. Da stimme ich Ihnen zu. Auch ich habe keine Freude mit den Russland-Sanktionen. Auch da stimme ich Ihnen zu. (Abg. Zanger: Das schau ich mir an!)
Abg. Deimek: Wenn der Bauernbund nichts nützt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Aber, meine Damen und Herren, es ist schon spannend, wenn Kollege Jannach hier herausgeht und für alles – Gott sei Dank noch nicht fürs Wetter und für den Schneedruck und für den Hagel – den Bauernbund und die Agrarpolitik verantwortlich macht. (Abg. Deimek: Wenn der Bauernbund nichts nützt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bekanntermaßen gibt es in Deutschland keinen Bauernbund. Bekanntermaßen gibt es in Europa in vielen Ländern keinen Bauernbund, und wenn Sie einen Milchpreisvergleich machen wollen, meine Damen und Herren, dann haben wir in Österreich immer noch einen besseren als in Deutschland oder sonst wo. So schlecht kann die Agrarpolitik also offensichtlich nicht sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lausch: Ordnungsruf! – Abg. Haider: Das ist der Würde des Hauses zuträglich, Frau Präsidentin?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Aber Sie kommen mir vor, Herr Kollege Jannach, wie ein Kritiker und ein Eunuche. Wissen Sie, da gibt es keinen Unterschied: Beide wissen, wie es geht, können aber nicht, und Sie können auch nicht. (Abg. Lausch: Ordnungsruf! – Abg. Haider: Das ist der Würde des Hauses zuträglich, Frau Präsidentin?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Lausch: Und Sie bei der Wortwahl! Auch wenn die Frau Präsidentin …!
Meine Damen und Herren, Sie sollten schon ein bisschen bei der Realität bleiben. (Abg. Lausch: Und Sie bei der Wortwahl! Auch wenn die Frau Präsidentin …!)
Beifall bei der ÖVP.
delsketten in Österreich, sozusagen derer drei an der Zahl, rund 87 Prozent Marktmacht haben. Ich frage mich manches Mal: Wo bleibt denn da die Wettbewerbsbehörde, um auch einmal für ein Gegengewicht zu sorgen? (Beifall bei der ÖVP.) Bei der Molkerei ist man schnell bei der Sache.
Beifall bei der ÖVP.
Wir könnten noch besser sein, das ist unbestritten. Aber wenn Sie so tun, als ob Sie das Allheilmittel wüssten, dann würde ich Sie einmal bitten, in Ihren Bereichen dafür Sorge zu tragen – Sie haben Gelegenheit dazu, sorgen Sie dafür –, dass also in vielen anderen Bereichen, wo Sie eine sehr große politische Nähe zu Konzernen und Verantwortlichen haben, dafür gesorgt wird, dass die Bauern zu gerechteren Preisen kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Der Redner schenkt sich ein Glas aus einer Packung „A faire Milch“ ein. – Unruhe im Sitzungssaal. – Ruf bei der ÖVP: Schauspieler! – Abg. Deimek: Ist das wirklich wahr, Frau Präsidentin, dass für das Wort Eunuch …?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Frau Präsidentin! (Der Redner schenkt sich ein Glas aus einer Packung „A faire Milch“ ein. – Unruhe im Sitzungssaal. – Ruf bei der ÖVP: Schauspieler! – Abg. Deimek: Ist das wirklich wahr, Frau Präsidentin, dass für das Wort Eunuch …?) Vielleicht sollte man sich die Wogen erst einmal glätten lassen in diesem Infight zwischen FPÖ und Bauernbund. Aber eines hat Kollege Jannach, glaube ich, schon ganz konkret angesprochen, wo ich mir Unterstützung vom Kollegen Auer erwartet hätte. In einem Punkt gibt es nämlich unmissverständlich Klarheit: Die europäische Agrarpolitik ist am Milchsektor gescheitert, auf der ganzen Linie gescheitert, Kollege Auer, und ich ersuche dich, hierzubleiben, diese Diskussion ist wichtig. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Frau Präsidentin! (Der Redner schenkt sich ein Glas aus einer Packung „A faire Milch“ ein. – Unruhe im Sitzungssaal. – Ruf bei der ÖVP: Schauspieler! – Abg. Deimek: Ist das wirklich wahr, Frau Präsidentin, dass für das Wort Eunuch …?) Vielleicht sollte man sich die Wogen erst einmal glätten lassen in diesem Infight zwischen FPÖ und Bauernbund. Aber eines hat Kollege Jannach, glaube ich, schon ganz konkret angesprochen, wo ich mir Unterstützung vom Kollegen Auer erwartet hätte. In einem Punkt gibt es nämlich unmissverständlich Klarheit: Die europäische Agrarpolitik ist am Milchsektor gescheitert, auf der ganzen Linie gescheitert, Kollege Auer, und ich ersuche dich, hierzubleiben, diese Diskussion ist wichtig. (Beifall bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Steinbichler.
Diese Diskussion ist wichtig. Es braucht für den Milchmarkt nämlich auch eine europäische Lösung, die tatsächlich das Angebot und die Nachfrage zusammenführt. Und das war der wesentliche Inhalt des Antrags, den wir, die Opposition, gemeinsam eingebracht haben: Anpassung, Kollege Auer, der Produktion an die Nachfrage von 500 Millionen KonsumentInnen in Europa. Ja, wir Bäuerinnen und Bauern wollen für die europäischen KonsumentInnen produzieren. Aber wir wollen eines nicht: Milchpulver nach Afrika liefern und dort die Landwirtschaft ruinieren, Milchpulver nach China liefern oder sonst wohin in die Welt zu Dumpingpreisen. Das bringt nichts, für keinen bäuerlichen Arbeitsplatz hier in diesem Land. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Steinbichler.)
Abg. Rädler: Van der Bellen wird das machen!
Jawohl, meine Damen und Herren, wir brauchen eine Wende in der europäischen Agrarpolitik, wir brauchen diese Wende dringender denn je, weil wir die bäuerlichen Arbeitsplätze retten müssen im Interesse der Natur, im Interesse der KonsumentInnen, im Interesse des Arbeitsmarktes. Diese ökologische und soziale Wende können wir nur erreichen, wenn mindestens ein Land vorangeht, und ich erwarte mir, dass dieses Land Österreich ist (Abg. Rädler: Van der Bellen wird das machen!), so, wie wir auch beim Biolandbau voranschreiten mit einer Zukunftsstrategie, mit einer positiven marktorientierten Zukunftsstrategie.
Abg. Prinz: Du hast es noch nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Rädler und Prinz.
Wenn wir also von Partnerschaft reden, Kollege Prinz, müssen wir den Handel mit ins Boot nehmen, da bin ich bei dir. (Abg. Prinz: Du hast es noch nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Rädler und Prinz.) Aber wir müssen auch sehen, dass die Genossenschaften ihren Mitgliedern ordentliche Preise zahlen müssen. Und daher bin ich schon sehr neugierig, was dieser Runde Tisch bringt. Wir werden uns dort sehr aktiv und direkt einbringen. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Prinz: Null verstanden!)
Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Prinz: Null verstanden!
Wenn wir also von Partnerschaft reden, Kollege Prinz, müssen wir den Handel mit ins Boot nehmen, da bin ich bei dir. (Abg. Prinz: Du hast es noch nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Rädler und Prinz.) Aber wir müssen auch sehen, dass die Genossenschaften ihren Mitgliedern ordentliche Preise zahlen müssen. Und daher bin ich schon sehr neugierig, was dieser Runde Tisch bringt. Wir werden uns dort sehr aktiv und direkt einbringen. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Prinz: Null verstanden!)
Abg. Pirklhuber – auf sein „Milch-Manifest“-Plakat deutend –: Gibt Vorschläge!
Aus dieser Verantwortung heraus werde ich – im Gegensatz zum Kollegen Jannach – es jetzt unterlassen, hier einen politischen Schlagabtausch zu starten, ganz einfach deswegen, weil es in der jetzigen Situation nichts nützt und weil wir uns den Tatsachen so rasch wie möglich und sofort stellen müssen. Die Bäuerinnen und Bauern haben eine Lösung verdient und keinen Streit. Und daher lade ich jetzt alle in diesem Saal ein: Lasst uns hier zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden. (Abg. Pirklhuber – auf sein „Milch-Manifest“-Plakat deutend –: Gibt Vorschläge!)
Abg. Pirklhuber: Über 40 Prozent!
Bio funktioniert, und das sage ich nicht, weil ich selber beruflich in diesem Segment tätig bin, das sage ich auch als Salzburger Abgeordnete, wo wir die größte Dichte an Biobauern und Biobäuerinnen vorfinden (Abg. Pirklhuber: Über 40 Prozent!) – stimmt, über 40 Prozent, Kollege Pirklhuber –, das sage ich wirklich aus tiefster Überzeugung und weil ich hier auch diese tollen Erfolge sehe. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Der Preis von Biomilch hält sich bei knapp 50 Cent, was den Forderungen der IG-Milch nahekommt.
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Bio funktioniert, und das sage ich nicht, weil ich selber beruflich in diesem Segment tätig bin, das sage ich auch als Salzburger Abgeordnete, wo wir die größte Dichte an Biobauern und Biobäuerinnen vorfinden (Abg. Pirklhuber: Über 40 Prozent!) – stimmt, über 40 Prozent, Kollege Pirklhuber –, das sage ich wirklich aus tiefster Überzeugung und weil ich hier auch diese tollen Erfolge sehe. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Der Preis von Biomilch hält sich bei knapp 50 Cent, was den Forderungen der IG-Milch nahekommt.
Beifall bei der SPÖ.
Das, was es weiterhin braucht, ist eine zielgerechte Unterstützung. Damit tun wir nicht nur den Menschen einen Gefallen, sondern vor allem auch der Natur. Wir brauchen also eine klare Strategie zur Diversifizierung besonders auch im Vertrieb. Und der Fokus kann nicht auf Massenproduktion liegen, der Fokus muss in Richtung Bio- und Heumilch gehen, denn dort funktioniert es bereits. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wie gesagt, es geht um eine klare und langfristige Perspektive für unsere Landwirtinnen und Landwirte, und das alsbald und möglichst rasch. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Freut mich!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsident! Geschätzter Herr Minister! Ich habe selten so etwas Gescheites gehört, wenn es um die Milch gegangen ist, wie vom Kollegen Pirklhuber, das muss ich einmal klar und deutlich sagen. (Abg. Pirklhuber: Freut mich!) Und es hat auch Format und Inhalt.
Ruf bei der ÖVP: Was hat der gesagt?
Wenn wir uns vergegenwärtigen (Ruf bei der ÖVP: Was hat der gesagt?), worum es hier geht, dann – ich will jetzt nicht sagen, der Bauernbund, aber die ÖVP-Seite (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber) – müssen Sie sich einmal damit abfinden, dass das Quotensystem nicht mehr kommt, auch wenn Sie es immer wieder fordern. Wenn Phil Hogan das sagt, und auch wenn der Landwirtschaftsminister hier die Russland-Sanktionen eigenhändig zurücknehmen könnte, würde es auch nicht mehr viel helfen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber
Wenn wir uns vergegenwärtigen (Ruf bei der ÖVP: Was hat der gesagt?), worum es hier geht, dann – ich will jetzt nicht sagen, der Bauernbund, aber die ÖVP-Seite (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber) – müssen Sie sich einmal damit abfinden, dass das Quotensystem nicht mehr kommt, auch wenn Sie es immer wieder fordern. Wenn Phil Hogan das sagt, und auch wenn der Landwirtschaftsminister hier die Russland-Sanktionen eigenhändig zurücknehmen könnte, würde es auch nicht mehr viel helfen.
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Das Problem liegt, glaube ich, ganz woanders. Im Ausschuss wurde mir letztes Jahr nach meiner Forderung nach einer freiwilligen Branchenvereinbarung vom Kollegen Sieber ökonomischer Unsinn vorgeworfen. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Aber welchen Vorschlag hat er gehabt? Welchen Vorschlag hat er gehabt? – Gar keinen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Das Problem ist, dass gerade bei Ihnen zum Beispiel im Allgäu der Bauer mehr für die Milch bekommt, im Supermarkt ist sie aber billiger.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Sieber.
Das Problem liegt, glaube ich, ganz woanders. Im Ausschuss wurde mir letztes Jahr nach meiner Forderung nach einer freiwilligen Branchenvereinbarung vom Kollegen Sieber ökonomischer Unsinn vorgeworfen. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Aber welchen Vorschlag hat er gehabt? Welchen Vorschlag hat er gehabt? – Gar keinen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Das Problem ist, dass gerade bei Ihnen zum Beispiel im Allgäu der Bauer mehr für die Milch bekommt, im Supermarkt ist sie aber billiger.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
An was liegt es jetzt? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die einzige Reaktion vom Herrn Auer war: Wir brauchen hier eine neue Behörde. – Ist ja klar! Eine Unterbehörde der AMA, die dann die Preise irgendwie reguliert und alles neu macht.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Also Bürokratieaufbau hoch drei, wobei (Zwischenrufe bei der ÖVP) auch vonseiten des Rechnungshofes angemerkt wurde, dass das ein bisschen zu viel des Guten ist, wenn wir noch einmal den Bürokratieaufbau haben. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Ja, du darfst dann eh noch reden. Ich kann mich einfach nur noch daran erinnern, dass der Rechnungshof nicht empfohlen hat, die AMA weiter auszubauen, sondern eher ein bisschen zu verschlanken. Das hat er empfohlen.
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Also Bürokratieaufbau hoch drei, wobei (Zwischenrufe bei der ÖVP) auch vonseiten des Rechnungshofes angemerkt wurde, dass das ein bisschen zu viel des Guten ist, wenn wir noch einmal den Bürokratieaufbau haben. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Ja, du darfst dann eh noch reden. Ich kann mich einfach nur noch daran erinnern, dass der Rechnungshof nicht empfohlen hat, die AMA weiter auszubauen, sondern eher ein bisschen zu verschlanken. Das hat er empfohlen.
Abg. Pirklhuber: Sehr gut!
Ich glaube, alle sollten dabei mitgehen. (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, alle sollten dabei mitgehen. (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig: konkrete Forderungen!
Wir haben deswegen auch im letzten Landwirtschaftsausschuss der Diskussion um dieses Thema viel Zeit und Raum gewidmet, und sind – um das Gute voranzustellen – übereingekommen, dass wir einen gemeinsamen Milchdialog starten werden. Der Dialog, meine Damen und Herren, ist natürlich sehr wichtig, aber wir sollten darauf achten, dass wir bei diesem Dialog nicht nur Wünsche ans Christkind formulieren. (Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig: konkrete Forderungen!) Eine europäische Quote ist durchaus wünschenswert, aber natürlich sind Mehrheiten für so eine Quote nirgends zu entdecken.
Abg. Pirklhuber: Aber das wird ja beabsichtigt! – Abg. Steinbichler: Das war ein Geständnis …!
Eines muss man natürlich auch dazu sagen – ich wiederhole, was Herr Jakob Auer gesagt hat –: Die Quote hat in ihrem Bestand nicht verhindert, dass auch damals preisliche Talsohlen durchschritten werden mussten. Die Quote hat auch dazu geführt, dass viele Betriebe extreme Kosten für Quotenkauf oder auch Quotenleasing zu tragen hatten. (Abg. Pirklhuber: Aber das wird ja beabsichtigt! – Abg. Steinbichler: Das war ein Geständnis …!)
Abg. Pirklhuber: Guter Antrag!
Meine Damen und Herren, wir werden viele verschiedene Themen in diesem Dialog diskutieren: den Markt, den Lebensmittelhandel, die gewerblichen Abnehmer, die internationale Milch- und auch Preissituation. Wir werden aber auch nicht daran vorbeikommen, die Bäuerinnen und Bauern noch stärker als bisher zu ermutigen, marktkonformes Entscheiden in den Mittelpunkt der betrieblichen Überlegungen zu stellen. (Abg. Pirklhuber: Guter Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Lesen Sie die Entschließung!
Eine Frage wird in Zukunft für jeden Betrieb immer mehr ins Zentrum rücken: Welche Milch produziere ich? (Abg. Pirklhuber: Lesen Sie die Entschließung!) – Produziere ich gentechnikfreie, konventionelle Qualitätsmilch, produziere ich Heumilch oder entscheide ich mich für die biologische Produktionsweise? (Abg. Steinbichler: Ist das eine Volksschulforderung?)
Abg. Steinbichler: Ist das eine Volksschulforderung?
Eine Frage wird in Zukunft für jeden Betrieb immer mehr ins Zentrum rücken: Welche Milch produziere ich? (Abg. Pirklhuber: Lesen Sie die Entschließung!) – Produziere ich gentechnikfreie, konventionelle Qualitätsmilch, produziere ich Heumilch oder entscheide ich mich für die biologische Produktionsweise? (Abg. Steinbichler: Ist das eine Volksschulforderung?)
Abg. Steinbichler: … ein Wunderbauer!
Weil Herr Steinbichler gerade wieder so hereinruft, sage ich Ihnen, was ich nicht tue (Abg. Steinbichler: … ein Wunderbauer!): Ich pfeife nicht auf gentechnikfreie Produktion, produziere auf Teufel komm raus und liefere meine Milch nach Deutschland. Das tue ich nicht! (Abg. Steinbichler: Was denn?) – Ich habe meine Produktion abgestockt (Abg. Steinbichler: Ich werde dir das gleich erklären), habe die Intensität der Produktion heruntergefahren und bin seit 1. Jänner Umstellungsbetrieb auf biologische Wirtschaftsweise. Das habe ich getan. Was Sie getan haben, das werden Sie uns nachher erzählen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinbichler: Was denn?
Weil Herr Steinbichler gerade wieder so hereinruft, sage ich Ihnen, was ich nicht tue (Abg. Steinbichler: … ein Wunderbauer!): Ich pfeife nicht auf gentechnikfreie Produktion, produziere auf Teufel komm raus und liefere meine Milch nach Deutschland. Das tue ich nicht! (Abg. Steinbichler: Was denn?) – Ich habe meine Produktion abgestockt (Abg. Steinbichler: Ich werde dir das gleich erklären), habe die Intensität der Produktion heruntergefahren und bin seit 1. Jänner Umstellungsbetrieb auf biologische Wirtschaftsweise. Das habe ich getan. Was Sie getan haben, das werden Sie uns nachher erzählen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinbichler: Ich werde dir das gleich erklären
Weil Herr Steinbichler gerade wieder so hereinruft, sage ich Ihnen, was ich nicht tue (Abg. Steinbichler: … ein Wunderbauer!): Ich pfeife nicht auf gentechnikfreie Produktion, produziere auf Teufel komm raus und liefere meine Milch nach Deutschland. Das tue ich nicht! (Abg. Steinbichler: Was denn?) – Ich habe meine Produktion abgestockt (Abg. Steinbichler: Ich werde dir das gleich erklären), habe die Intensität der Produktion heruntergefahren und bin seit 1. Jänner Umstellungsbetrieb auf biologische Wirtschaftsweise. Das habe ich getan. Was Sie getan haben, das werden Sie uns nachher erzählen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weil Herr Steinbichler gerade wieder so hereinruft, sage ich Ihnen, was ich nicht tue (Abg. Steinbichler: … ein Wunderbauer!): Ich pfeife nicht auf gentechnikfreie Produktion, produziere auf Teufel komm raus und liefere meine Milch nach Deutschland. Das tue ich nicht! (Abg. Steinbichler: Was denn?) – Ich habe meine Produktion abgestockt (Abg. Steinbichler: Ich werde dir das gleich erklären), habe die Intensität der Produktion heruntergefahren und bin seit 1. Jänner Umstellungsbetrieb auf biologische Wirtschaftsweise. Das habe ich getan. Was Sie getan haben, das werden Sie uns nachher erzählen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, den gemeinsamen Antrag sämtlicher Oppositionsparteien lehnen wir aus voller Überzeugung ab, denn die Botschaft, die von ihm ausgeht, ist eine recht einfache: Liebe Bäuerinnen und Bauern, zahlt euch euren Schmarrn selber! Noch dazu zielt er eindeutig auf die nachhaltige Beschädigung der bäuerlichen Verarbeitungsgenossenschaften ab, und dafür sind wir nicht zu haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Ein in dieser Hinsicht wichtiger Vorschlag, den ich ausdrücklich begrüße und den ich hervorheben möchte, kommt von unserem Bauernbund-Präsidenten Jakob Auer. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Er fordert die Aussetzung eines Quartalsbeitrages zur bäuerlichen Sozialversicherung. Das wäre schnelle und unbürokratische Hilfe, die die bäuerlichen Betriebe jetzt dringend brauchen. (Abg. Pirklhuber: Ist auch beschlossen!) Vor-
Abg. Pirklhuber: Ist auch beschlossen!
Ein in dieser Hinsicht wichtiger Vorschlag, den ich ausdrücklich begrüße und den ich hervorheben möchte, kommt von unserem Bauernbund-Präsidenten Jakob Auer. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Er fordert die Aussetzung eines Quartalsbeitrages zur bäuerlichen Sozialversicherung. Das wäre schnelle und unbürokratische Hilfe, die die bäuerlichen Betriebe jetzt dringend brauchen. (Abg. Pirklhuber: Ist auch beschlossen!) Vor-
Abg. Pirklhuber: … noch nicht umgesetzt!
schläge von solcher Qualität sind jetzt gefragt. (Abg. Pirklhuber: … noch nicht umgesetzt!)
Beifall bei der ÖVP.
Schuldzuweisungen sind überflüssig. Jetzt gilt es, im gemeinsamen Dialog Lösungen für unsere Bäuerinnen und Bauern zu erarbeiten. Wir sind dazu gerne bereit und gehen auch voran. (Beifall bei der ÖVP.)
Der Redner stellt ein Schild mit einem Aufdruck der Raiffeisenbank auf das Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Geschätzte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseher auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Der Redner stellt ein Schild mit einem Aufdruck der Raiffeisenbank auf das Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!
Mir ist völlig klar, dass da die Nerven blank liegen. Wenn ich jahrzehntelang in Anspruch nehme: Ich bin der Anwalt des ländlichen Raumes … (Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!) – Selbstverständlich, bis ich hinausgeschmissen worden bin, weil ich das Gebet nicht gelernt habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Mein lieber Freund, aber das macht nichts, man muss nicht alles wissen.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Mir ist völlig klar, dass da die Nerven blank liegen. Wenn ich jahrzehntelang in Anspruch nehme: Ich bin der Anwalt des ländlichen Raumes … (Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!) – Selbstverständlich, bis ich hinausgeschmissen worden bin, weil ich das Gebet nicht gelernt habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Mein lieber Freund, aber das macht nichts, man muss nicht alles wissen.
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Aber ich darf vielleicht, Kollege Sieber, mit dem ehemaligen Agrar-Landesrat Toni Steixner beginnen, das ist ein bisschen in deiner Nähe. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Der hat gesagt: Die Propheten der IG-Milch sollen nach Hause fahren, die brauchen wir nicht, die Heiligen Drei Könige, das macht schon die Agrarpolitik. – Dann ist er als Agrar-Landesrat hinausgeflogen – der hat auch manches Mal die Wahrheit gesagt –, und am nächsten Tag hat er nach Südtirol geliefert.
Abg. Auer: … der Bauernbund!
Übrigens, Herr Präsident Auer: In Deutschland gibt es schon einen Bauernbund, dort heißt er Bauernverband, und die sind um nichts besser. (Abg. Auer: … der Bauernbund!) Die sind um nichts besser, das ist richtig, aber es heißt anders. Das ist der Etikettenschwindel, aber zu dem komme ich dann, bitte sehr, später. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Pirklhuber.
Übrigens, Herr Präsident Auer: In Deutschland gibt es schon einen Bauernbund, dort heißt er Bauernverband, und die sind um nichts besser. (Abg. Auer: … der Bauernbund!) Die sind um nichts besser, das ist richtig, aber es heißt anders. Das ist der Etikettenschwindel, aber zu dem komme ich dann, bitte sehr, später. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!
Aber, ich kann in aller Deutlichkeit sagen, Herr Kollege Sieber: derselbe Tankzug, der vom Betrieb Steinbichler in Aurach am Hongar die Milch nach Bayern fährt um 29 Cent, fährt dann nach Gmunden zur bäuerlichen Genossenschaft, holt die Spotmilch um 16 Cent und fährt dann nach Bayern. (Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Sieber.
Das ist die Zerstörung der Milchwirtschaft, lieber Kollege Sieber. Erkundige dich, bevor du dich da herstellst und glaubst, du kennst dich ein bisschen in der Milchwirtschaft aus! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Sieber.) Und predige nicht scheinheilig, dass du so ein ganz ein Braver bist, der sich so beschränkt, denn ich gehe nicht um vier Uhr in der Früh in den Stall, damit ich mir dann da ein Märchen erzählen lasse!
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Eines sage ich dir, Herr Kollege: Die Milchviehhaltung ist die Formel 1 der Tierhaltung. Das heißt: 365 Tage im Jahr, den ganzen Tag, 24 Stunden, Bereitschaft und Einsatz, und das gehört nicht lächerlich gemacht. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Ich ziehe den Hut, ich habe höchsten Respekt vor jedem Viehzüchter, vor jedem Tierhalter, vor jedem Schweinehalter, der sich das zu diesen Preisen überhaupt antut.
Abg. Pirklhuber: Ja!
Ich darf in aller Klarheit darauf verweisen: Es wird immer wieder der Weltmarkt erwähnt, der wurde jahrelang strapaziert – ich habe bewusst keine Fachlektüre mitgenommen –, in Bauernzeitungen, Landwirtschaftszeitungen, Fachzeitungen und Expertenmeinungen hieß es, wie super sich alles entwickelt, wie toll die Chance ist, wenn wir das Kontingent bekommen. Herr Minister, du bist den größten Spekulanten aufgesessen. Jene Kolleginnen und Kollegen, die gesagt haben, die Dummen, die nach Kontingent kaufen, sollen Deppensteuer zahlen (Abg. Pirklhuber: Ja!), ich gebe mein Kontingent her, verkaufe es meinem Kollegen und spekuliere darauf, dass das Kontingent fällt, haben dir die letzten zwei Jahre die Türe eingerannt, du sollst das Kontingent abschaffen, und du hast ihnen geglaubt.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Ich bin überzeugt davon – so überzeugt, wie ihr Agrarpolitik macht (Zwischenrufe bei der ÖVP): Wenn das verarbeitet ist, ist überall das gültige und richtige Qualitätssiegel drauf. Ich darf jetzt einen Preis nennen, der mich eigentlich sehr betroffen macht. Das (auf das zuvor gezeigte Plakat deutend), Herr Kollege Prinz, ist ein Käse, den eine österreichische Genossenschaft produziert, im Handel um 2,69 € pro Kilogramm erhältlich. – Jetzt haben wir es geschafft! Jetzt sind wir bei Käse und bei Butter am Palmölpreis – Kunstkäsepreis und Palmölfettpreis. So (eine Packung mit der Aufschrift „Phase Professional, wie Butter zu verwenden“ in die Höhe haltend) schaut Palmölbutter aus.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Köchl.
Jetzt haben wir dieses Preisniveau erreicht, obwohl das immer bestritten wurde. Ich habe immer darauf hingewiesen, dass wir dort landen werden: 2,69 € ein Kilogramm Käse! Jeder hier im Saal, der rechnen kann, möge sich das ausrechnen: Das bedeutet einen Milchpreis von 7 bis 8 Cent. Genau dort sind wir jetzt, und da braucht mir niemand etwas zu erklären. Weil Herr Kollege Prinz von Partnerschaften geredet hat: Ja, was haben denn die Milchbauern? – 99 Prozent bäuerliche Genossenschaften! Der liebe Gründer, Herr Raiffeisen, würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, was aus seiner wertvollen Idee gemacht wurde. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Köchl.)
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Ich habe es mir bewusst bis zum Schluss aufgehoben: Das (eine Packung mit der Aufschrift „SENNA Linea Verde Bio Universal“ in Richtung ÖVP haltend) ist das Produkt. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Bitte nicht, Herr Kollege Sieber! Ein bisschen auseinanderdividieren, und dann sind wir eh gute Heubauern, dann sind wir welche, die sich beschränken. – Ich sage dir eines: Dass dich halt nicht die Tierschützer packen, wenn du deine Kühe nicht gescheit fütterst, weil du ihnen kein Kraftfutter mehr gibst: Wenn du eine leistungsgerechte Kuh hast, musst du sie auch dementsprechend leistungsgerecht füttern, und wenn du willst, dann lerne ich dir das noch heute, das sage ich dir, weil ich tu es seit 47 Jahren. (Beifall beim Team Stronach.) Streuen wir den Leuten da herinnen nicht Sand in die Augen!
Beifall beim Team Stronach.
Ich habe es mir bewusst bis zum Schluss aufgehoben: Das (eine Packung mit der Aufschrift „SENNA Linea Verde Bio Universal“ in Richtung ÖVP haltend) ist das Produkt. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) – Bitte nicht, Herr Kollege Sieber! Ein bisschen auseinanderdividieren, und dann sind wir eh gute Heubauern, dann sind wir welche, die sich beschränken. – Ich sage dir eines: Dass dich halt nicht die Tierschützer packen, wenn du deine Kühe nicht gescheit fütterst, weil du ihnen kein Kraftfutter mehr gibst: Wenn du eine leistungsgerechte Kuh hast, musst du sie auch dementsprechend leistungsgerecht füttern, und wenn du willst, dann lerne ich dir das noch heute, das sage ich dir, weil ich tu es seit 47 Jahren. (Beifall beim Team Stronach.) Streuen wir den Leuten da herinnen nicht Sand in die Augen!
Abg. Rädler: Genau, Kern!
Kolleginnen und Kollegen, das ist die Kernfrage (Abg. Rädler: Genau, Kern!): Wie lange wollen wir Konzernpolitik machen? Wann beschließen wir den seit 2009 eingebrachten Fünf-Parteien-Antrag zum österreichischen Qualitätsgütesiegel-Gesetz? – Ich weiß nicht, das fürchtet man so wie der Teufel den Weihbrunnen.
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bitte, diesen Antrag endlich zu unterstützen. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
108/AB XXV. GP (Steinbichler an Berlakovich, BA durch Rupprechter
„In Österreich gibt es derzeit im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung nur das AMA- Gütesiegel und das AMA – Biozeichen sowie in diesem Bereich auch die Zeichen BOS, SUS und OVUM, welche rechtlich relevant sind. Alle anderen Auslobungen auf Lebensmitteln sind reine Wort-Bildmarken, die keine rechtlich verbindliche Güteaussage treffen. Es gibt kein Instrument, mit dem die AMA die Verwendung von anderen Wort-Bildmarken unterbinden könnte. Die Auslobung unwahrer Angaben ist allenfalls nach patentrechtlichen oder strafrechtlichen Vorschriften zu beurteilen“ (108/AB XXV. GP (Steinbichler an Berlakovich, BA durch Rupprechter)).
Abg. Pirklhuber: Es ist nicht nur Russland …, der chinesische Markt und andere Märkte auch!
Ich glaube, in der Diskussion und der Aussprache, die wir im Landwirtschaftsausschuss dazu hatten, war diese Einschätzung ja ungeteilt. Eine der Hauptursachen – ich glaube, auch das ist unbestritten – ist sicherlich das Russland-Embargo. Dass uns im Milchsektor im Sommer 2014 etwa ein Drittel der Käseexporte weggebrochen sind, davon kann sich ein Sektor wie die europäische Milchwirtschaft nicht innerhalb eines Jahres erholen, das ist völlig unbestritten. Auch bei anderen Sektoren ist eine Entspannung nicht wirklich absehbar, wie etwa beim Schweinefleisch, das bereits angesprochen wurde, das schon im fünften Jahr im Preistief ist. (Abg. Pirklhuber: Es ist nicht nur Russland …, der chinesische Markt und andere Märkte auch!)
Abg. Pirklhuber: Aber wir in Österreich haben es vorher gehabt!
Dass der Milchsektor jetzt mit dem Wegfall der Quote noch zusätzlich mit einer massiven Anlieferungsausweitung in nördlichen Mitgliedstaaten konfrontiert ist – in Irland, in Norddeutschland, in den Niederlanden oder in Dänemark gibt es zweistellige Zuwachsraten –, bringt natürlich zusätzlichen Preisdruck, zusätzlichen Druck auf die Märkte. (Abg. Pirklhuber: Aber wir in Österreich haben es vorher gehabt!)
Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!
Die österreichische Mehranlieferung von Jänner des Vorjahres bis heuer ist bei 5,3 Prozent durchaus maßvoll und etwa in der Größenordnung der Ausweitung der Quoten vor dem gänzlichen Auslaufen der Quote. Das muss man auch einmal dazusagen. Auch dazusagen muss man, dass die österreichischen Milchpreise – wie das Jakob Auer völlig richtig gesagt hat – nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. (Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!) Natürlich ist es schmerzvoll, wenn die Milchpreise unter 30 Eurocent fallen. Das ist völlig unbestritten, dass das schmerzvoll für die Produzenten ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Auch anzumerken ist aber: Wir sind bei den europäischen Milchpreisen noch immer im oberen Viertel. Das ist auch unseren Verarbeitungsbetrieben, unseren genossenschaftlichen Betrieben zu verdanken, die da wirklich auch im Wettbewerb Bestand haben. (Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!)
Zwischenruf des Abg. Jannach.
Die österreichische Mehranlieferung von Jänner des Vorjahres bis heuer ist bei 5,3 Prozent durchaus maßvoll und etwa in der Größenordnung der Ausweitung der Quoten vor dem gänzlichen Auslaufen der Quote. Das muss man auch einmal dazusagen. Auch dazusagen muss man, dass die österreichischen Milchpreise – wie das Jakob Auer völlig richtig gesagt hat – nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. (Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!) Natürlich ist es schmerzvoll, wenn die Milchpreise unter 30 Eurocent fallen. Das ist völlig unbestritten, dass das schmerzvoll für die Produzenten ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Auch anzumerken ist aber: Wir sind bei den europäischen Milchpreisen noch immer im oberen Viertel. Das ist auch unseren Verarbeitungsbetrieben, unseren genossenschaftlichen Betrieben zu verdanken, die da wirklich auch im Wettbewerb Bestand haben. (Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!)
Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!
Die österreichische Mehranlieferung von Jänner des Vorjahres bis heuer ist bei 5,3 Prozent durchaus maßvoll und etwa in der Größenordnung der Ausweitung der Quoten vor dem gänzlichen Auslaufen der Quote. Das muss man auch einmal dazusagen. Auch dazusagen muss man, dass die österreichischen Milchpreise – wie das Jakob Auer völlig richtig gesagt hat – nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. (Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!) Natürlich ist es schmerzvoll, wenn die Milchpreise unter 30 Eurocent fallen. Das ist völlig unbestritten, dass das schmerzvoll für die Produzenten ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Auch anzumerken ist aber: Wir sind bei den europäischen Milchpreisen noch immer im oberen Viertel. Das ist auch unseren Verarbeitungsbetrieben, unseren genossenschaftlichen Betrieben zu verdanken, die da wirklich auch im Wettbewerb Bestand haben. (Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
milch, für Almmilch gibt es tatsächlich steigende Milchpreise. – Auch das muss man in der kritischen Analyse anmerken. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Abg. Pirklhuber: 2015!
Was nun die Milchquote als solches anbelangt: Herr Abgeordneter Steinbichler, Herr Abgeordneter Jannach: Bei der Fischler Reform 2003 wurde letztmalig die Verlängerung der europäischen Milchquote beschlossen, und zwar bis zum 1. April 2014 im Vorjahr (Abg. Pirklhuber: 2015!) – Verzeihung, bis zum 1. April 2015 im Vorjahr.
Abg. Pirklhuber: Das steht nicht in unserem Programm, Herr Minister! Sie müssen es lesen! Das steht nicht im Antrag!
Wir wussten daher seit 2003, dass die Quote auslaufen wird, und ich glaube, die österreichischen Milchbauern haben sich auch sehr gut auf dieses Auslaufen vorbereitet. Wenn nun in Ihrem 10-Punkte-Maßnahmenplan vorgeschlagen wird, nationale Quoten einzuführen, so ist dafür einerseits im EU-Recht keine Möglichkeit gegeben, und ich finde es überdies auch ökonomisch und agrarpolitisch keinesfalls sinnvoll, nationale beschränkende Maßnahmen einzuführen. (Abg. Pirklhuber: Das steht nicht in unserem Programm, Herr Minister! Sie müssen es lesen! Das steht nicht im Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Das ist Agrarpolitik!
Deswegen habe ich mich gestern beim Agrarministerrat in Brüssel dafür starkgemacht, dass es auch finanzielle Anreize geben soll. Wir werden sehen, ob Kommissar Hogan im Rat im Juni dieses Jahres entsprechende Initiativen setzen wird. Eine Mehrheit von Mitgliedstaaten hat sich dafür ausgesprochen. (Abg. Pirklhuber: Das ist Agrarpolitik!)
Zwischenruf des Abg. Hübner.
Wir haben – das ist ja im Ausschuss auch so beschlossen worden, und der Entschließungsantrag findet ja eine breite Mehrheit – uns dafür ausgesprochen, dass wir einen Milchdialog einsetzen werden. Wir haben die entsprechenden Vorbereitungen und Koordinationsgespräche schon geführt. Wir wollen einen solchen Termin noch vor dem Sommer intensiv vorbereiten und diesen Milchdialog führen, um eben dann entsprechende Maßnahmen, möglicherweise auch in legistischer Hinsicht, im Herbst treffen zu können, um entsprechende Begleitprogramme und -maßnahmen für den Sektor und für die heimischen Milchbäuerinnen und Milchbauern setzen zu können, denn wir sind es den österreichischen Milchbäuerinnen und -bauern einfach schuldig, ihnen diese Wertschätzung entgegenzubringen, weil sie beste Qualität, gentechnikfreie Milch und viele Spezialmilchen liefern, die wirklich auch einen Markt haben. (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Damit sie in Zukunft wieder einen sinnvollen und vernünftigen Preis erhalten können, müssen wir den Sektor entsprechend unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben – das ist ja im Ausschuss auch so beschlossen worden, und der Entschließungsantrag findet ja eine breite Mehrheit – uns dafür ausgesprochen, dass wir einen Milchdialog einsetzen werden. Wir haben die entsprechenden Vorbereitungen und Koordinationsgespräche schon geführt. Wir wollen einen solchen Termin noch vor dem Sommer intensiv vorbereiten und diesen Milchdialog führen, um eben dann entsprechende Maßnahmen, möglicherweise auch in legistischer Hinsicht, im Herbst treffen zu können, um entsprechende Begleitprogramme und -maßnahmen für den Sektor und für die heimischen Milchbäuerinnen und Milchbauern setzen zu können, denn wir sind es den österreichischen Milchbäuerinnen und -bauern einfach schuldig, ihnen diese Wertschätzung entgegenzubringen, weil sie beste Qualität, gentechnikfreie Milch und viele Spezialmilchen liefern, die wirklich auch einen Markt haben. (Zwischenruf des Abg. Hübner.) Damit sie in Zukunft wieder einen sinnvollen und vernünftigen Preis erhalten können, müssen wir den Sektor entsprechend unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Loacker.
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Die Situation auf dem Milchmarkt ist dramatisch, das haben bereits einige Vorrednerinnen und Vorredner sehr deutlich ausgeführt. In Deutschland – und das ist nicht uninteressant – ist in den letzten Tagen der Milchpreis zum ersten Mal auf unter 20 Cent pro Liter gefallen. In Österreich liegt er noch deutlich darüber, zurzeit zwischen circa 27 und 30 Cent pro Liter. (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das ist deutlich mehr als in Deutschland, aber natürlich noch nicht genug, um die Erzeugungskosten abzudecken. Was für den ländlichen Raum und vor allem für die Bäuerinnen und Bauern wichtig ist: Mit diesem Preis ist das Einkommen nicht zu sichern, geschweige denn zu steigern, was volkswirtschaftlich für den ländlichen Raum von größter Bedeutung wäre.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend: Wir brauchen innovative Lösungen, keine simplen. Eine Wiedereinführung der Quote steht derzeit nicht zur Debatte, und einfach noch höhere Subventionen sind auch keine Lösung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Die Opposition hat in ihren Anträgen auch andere Modelle mit Mindestpreis und so weiter vorgeschlagen. Heute ist sie offensichtlich bereits wieder davon abgewichen, sie hat zumindest nichts mehr davon gesagt. Sie sind auch nicht praxistauglich. Ein gesplitteter Preis wäre möglich, aber nicht vom Staat verordnet, sondern wenn es die Marktkonformität der Molkereien erfordert. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich könnte mir auch eine Übernahme der Transportkosten aus entlegenen Gebieten und von entlegenen Gehöften vorstellen. Ich erwarte mir eine spannenden Diskussion beim Milchdialog. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt – und das wird mir immer bestätigt – keine einfache Lösung, deswegen brauchen wir schnell die besten Köpfe. Der erste Schritt ist mit Sicherheit der Milchdialog. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich lade alle ein: Setzen wir auf unseren heimischen Standort! Wir können alle etwas dazu beitragen, wir alle stehen ja oft in anderer Verantwortung in den Gemeinden oder im Land. Auch der heimische Markt muss gezielt bearbeitet werden; und ich glaube, heimisch zu kaufen, fair zu kaufen, regional zu kaufen, Qualität zu kaufen, das sollte für uns ein Prinzip der Stunde sein. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Hübner: Das ist der Erfolg Ihrer Agrarpolitik!
Ich habe da ein ganz konkretes Beispiel: Ein Freund von mir, der sich intensiv mit der Milchwirtschaft beschäftigt hat – er hat einen der besten Betriebe in Österreich mit hundert Kühen und einer Million Liter Milch, er hat keine Einkommenskombinationsmöglichkeit –, hat mich vor einem Monat angerufen und gesagt: Fritz, ich muss leider mit der Milchproduktion aufhören, denn ich zahle im Monat 4 000 € bis 5 000 € dazu. Ich bin 58 Jahre alt, die Frau meines Sohnes geht arbeiten, der Sohn ist alleine zu Hause. Wir müssen extensivieren, denn ich will nicht mit 62 oder 63 Jahren den Betrieb übergeben und dann 500 000 € Schulden haben, weil man mit der Milchwirtschaft nichts mehr verdienen kann. (Abg. Hübner: Das ist der Erfolg Ihrer Agrarpolitik!)
Abg. Pirklhuber: Die Dumpingregel! Machen wir etwas!
Aber wir haben noch ein Problem. Wir haben mit den Handelsketten eine Konzentration im Handel, meine Damen und Herren! (Abg. Pirklhuber: Die Dumpingregel! Machen wir etwas!) Drei Handelsketten haben einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent, und das Problem ist, dass da mittendrin auf Kosten der Bauern, auf Kosten der Arbeitnehmer und zulasten der Konsumenten Umsatzmaximierung und Gewinnmaximierung stattfinden. Das Problem müssen wir einmal orten.
Abg. Pirklhuber: Damals hast du gesagt, das ist eine gewerkschaftliche Aktion! Die hat das bestimmt!
Da glaube ich, ist es wichtig, in Zukunft in Österreich wieder Aktionismus zu starten. Wir haben Aktionen gemacht, wie „Geschmack der Heimat“, „So schmeckt Österreich“, „Heimisch kaufen sichert Jobs“. Auch das ist eine wesentliche Aktion, mit der wir auch nachweisen können, wie viele Arbeitsplätze da gesichert werden können, wenn man 10 Prozent mehr österreichische Lebensmittel kauft. (Abg. Pirklhuber: Damals hast du gesagt, das ist eine gewerkschaftliche Aktion! Die hat das bestimmt!) Da brauchen wir wieder den entsprechenden Aktionismus.
Beifall bei der ÖVP.
Packen wir das Problem wirklich beim Schopf. Schauen wir uns diese Machtkonzentration an! Und da, glaube ich, sind die Bauern und die Konsumenten wahre Verbündete. Da haben wir viel zu tun, auch bei der Bewusstseinsbildungen bei den Konsumenten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Kannst du auf den Knopf drücken?
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Wenn man sich die Debatte – besonders jetzt gerade Kollegen Grillitsch – anhört, dann kommt man zu dem Schluss, man kann ohnehin nichts machen. Bei den Preisen kann man nichts machen. (Abg. Grillitsch: Kannst du auf den Knopf drücken?) Man kann bei den Sanktionen Russlands nichts machen, das betrifft die EU, da kann man nichts machen. Bei der Mengenregulierung kann man nichts machen. Bei den Chinaexporten – der Minister war zwar mit einer großen Delegation dort –, da kann man nichts machen. Da frage ich mich, wo das politische Eunuchentum daheim ist, nämlich auf dieser Seite und nicht bei uns, muss ich sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Wenn man sich die Debatte – besonders jetzt gerade Kollegen Grillitsch – anhört, dann kommt man zu dem Schluss, man kann ohnehin nichts machen. Bei den Preisen kann man nichts machen. (Abg. Grillitsch: Kannst du auf den Knopf drücken?) Man kann bei den Sanktionen Russlands nichts machen, das betrifft die EU, da kann man nichts machen. Bei der Mengenregulierung kann man nichts machen. Bei den Chinaexporten – der Minister war zwar mit einer großen Delegation dort –, da kann man nichts machen. Da frage ich mich, wo das politische Eunuchentum daheim ist, nämlich auf dieser Seite und nicht bei uns, muss ich sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Auer: Habe ich nicht!
Im Übrigen, um noch einmal darauf zurückzukommen: Wir können hier eine harte politische Auseinandersetzung über die Agrarpolitik führen, das ist kein Problem. Aber lieber Präsident des Bauernbundes Auer, hier einen Abgeordnetenkollegen einfach als „Eunuchen“ zu bezeichnen … (Abg. Auer: Habe ich nicht!)
Abg. Pirklhuber: Es ist schon da!
Wenn das Stenographische Protokoll hier ist, dann werde ich darüber eine Entscheidung treffen. (Abg. Pirklhuber: Es ist schon da!) – Das Stenographische Protokoll ist da. Sie sind seit vielen Jahren Abgeordneter, und ich ersuche Sie, bei Ihrer Rede darauf zu achten, dass Sie die Würde des Hauses nicht verletzen und keine verunglimpfenden Aussagen tätigen.
Abg. Hübner: Er verletzt sie ja nicht, wenn er sich über die Verletzung aufregt!
Bitte, Sie sind am Wort, Herr Abgeordneter. (Abg. Hübner: Er verletzt sie ja nicht, wenn er sich über die Verletzung aufregt!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Immer in der Opferrolle!
Abgeordneter Harald Jannach (fortsetzend): Frau Präsidentin, es ist absolut klar, dass Sie das Stenographische Protokoll anfordern. Ich wundere mich nur noch über die gefühlte Ungleichbehandlung meiner Person. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Immer in der Opferrolle!) Es haben alle Abgeordneten hier gehört, dass Kollege Auer „Eunuch“ zu mir gesagt hat. (Abg. Auer: Nein!)
Abg. Auer: Nein!
Abgeordneter Harald Jannach (fortsetzend): Frau Präsidentin, es ist absolut klar, dass Sie das Stenographische Protokoll anfordern. Ich wundere mich nur noch über die gefühlte Ungleichbehandlung meiner Person. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Immer in der Opferrolle!) Es haben alle Abgeordneten hier gehört, dass Kollege Auer „Eunuch“ zu mir gesagt hat. (Abg. Auer: Nein!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Jannach (fortsetzend): Frau Präsidentin, ich stelle nur fest, dass ich mich gegen solche Ausdrucksweisen einfach zur Wehr setze und es nicht toleriere, auch von Ihnen nicht, dass Sie so eine Wortwahl durchgehen lassen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Was hat er mit? – Ruf bei der ÖVP: Leo, nimm etwas mit!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Was hat er mit? – Ruf bei der ÖVP: Leo, nimm etwas mit!)
Abg. Eßl: Was tust du mit der Butter?
Wenn du sagst, da kann man nichts machen, dann muss ich dich daran erinnern, dass während deiner Amtszeit der Agrardiesel abgeschafft wurde (Bundesminister Rupprechter: Das stimmt ja nicht!), dass unter deinem neuen Förderprogramm die Mutterkuhprämie abgeschafft wurde, dass die Einheitswerte massivst erhöht wurden, dass die Sozialversicherungsgebühren massivst erhöht wurden, dass die Kommunalsteuer massivst erhöht wurde, und dass die Bäuerinnen und Bauern sich das nicht mehr leisten können. (Abg. Eßl: Was tust du mit der Butter?)
Abg. Eßl: Wie viel kostet jetzt die faire Milch?
Ich möchte mich ganz gezielt an den Abgeordneten und Präsidenten Eßl – ich nenne dich nicht beim Kosenamen – richten: Wenn du noch einmal versuchst, mir zu unterstellen, ich hätte im Entferntesten etwas mit der „Freien Milch“ zu tun, dann lerne Agrarpolitik. Wolfgang Pirklhuber hat das richtige Packerl mitgehabt, nämlich A faire Milch. (Abg. Eßl: Wie viel kostet jetzt die faire Milch?) Hör endlich auf, mit Unterstellungen bewusst zu verwechseln! Das ist doch deiner nicht würdig, was du da machst. Das musst du einmal deinen Salzburger Milchbauern und Milchbäuerinnen sagen. Mich wundert es nicht, dass die Salzburger immer öfter bei mir anrufen. Darüber musst du nachdenken, nicht ich. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich möchte mich ganz gezielt an den Abgeordneten und Präsidenten Eßl – ich nenne dich nicht beim Kosenamen – richten: Wenn du noch einmal versuchst, mir zu unterstellen, ich hätte im Entferntesten etwas mit der „Freien Milch“ zu tun, dann lerne Agrarpolitik. Wolfgang Pirklhuber hat das richtige Packerl mitgehabt, nämlich A faire Milch. (Abg. Eßl: Wie viel kostet jetzt die faire Milch?) Hör endlich auf, mit Unterstellungen bewusst zu verwechseln! Das ist doch deiner nicht würdig, was du da machst. Das musst du einmal deinen Salzburger Milchbauern und Milchbäuerinnen sagen. Mich wundert es nicht, dass die Salzburger immer öfter bei mir anrufen. Darüber musst du nachdenken, nicht ich. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Eßl: Was kostet sie? 20 Cent oder weniger?
Ich darf Folgendes sagen: Wenn sich hier herinnen jemand erlaubt, vom Überschuss, vom Butterberg und vom Milchsee zu sprechen, dann fordere ich ihn auf, er möge mir die Beweise herbringen, wie es in den Milchregalen ausschaut. (Abg. Eßl: Was kostet sie? 20 Cent oder weniger?) – Da kannst du noch so laut dazwischenschreien. Melde dich bitte zu Wort! (Abg. Eßl: Zahlt ihr mehr als 20 Cent oder weniger?)
Abg. Eßl: Zahlt ihr mehr als 20 Cent oder weniger?
Ich darf Folgendes sagen: Wenn sich hier herinnen jemand erlaubt, vom Überschuss, vom Butterberg und vom Milchsee zu sprechen, dann fordere ich ihn auf, er möge mir die Beweise herbringen, wie es in den Milchregalen ausschaut. (Abg. Eßl: Was kostet sie? 20 Cent oder weniger?) – Da kannst du noch so laut dazwischenschreien. Melde dich bitte zu Wort! (Abg. Eßl: Zahlt ihr mehr als 20 Cent oder weniger?)
Abg. Eßl: Und wie viel zahlt ihr für die Milch? – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Herr Minister, bitte schau dir deine Exportpreise an. Du selber hast mir in einer schriftlichen Anfragebeantwortung mitgeteilt, dass wir beim Weltmeisterkäse Exportpreise von 1,73 € bis 3,80 € pro Kilogramm haben. (Abg. Eßl: Und wie viel zahlt ihr für die Milch? – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) – Lauter, Herr Präsident Eßl, du hast gesagt, ich weiß es. Ich glaube, du weißt viel mehr, aber du bringst es hier vorne nie heraus. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Herr Minister, bitte schau dir deine Exportpreise an. Du selber hast mir in einer schriftlichen Anfragebeantwortung mitgeteilt, dass wir beim Weltmeisterkäse Exportpreise von 1,73 € bis 3,80 € pro Kilogramm haben. (Abg. Eßl: Und wie viel zahlt ihr für die Milch? – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) – Lauter, Herr Präsident Eßl, du hast gesagt, ich weiß es. Ich glaube, du weißt viel mehr, aber du bringst es hier vorne nie heraus. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Dafür sind wir zu haben, dafür treten wir ein: Für unsere Bürgerinnen und Bürger und für eine zukunftsträchtige Landwirtschaft! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Präsidentin Doris Bures: Nach Beschaffung des Stenographischen Protokolls und dem Nachlesen Ihrer Aussage, Herr Abgeordneter Auer, erteile ich Ihnen für den Ausdruck „Eunuch“ einen Ordnungsruf. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jannach: Das war nicht richtig, was er gesagt hat!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Präsidentin! Zu schon etwas fortgeschrittener Stunde gehen die Emotionen hoch. Sie gehen zu Recht hoch, weil es um Hunderttausende Bäuerinnen und Bauern in Europa geht. Wir haben in der Europäischen Union noch 13 Millionen Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Meine Damen und Herren, es gibt eine tiefe Krise der Agrarpolitik. Herr Kollege Auer, es geht nicht darum, persönlich beleidigt zu sein, sondern darum, die politischen Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um den Bauern und Bäuerinnen Zukunft zu geben. (Abg. Jannach: Das war nicht richtig, was er gesagt hat!) Meine Damen und Herren, es geht nicht darum, sich in kleinlichen, persönlichen Scharmützeln zu verlieren. Ernsthaft, das ist so wesentlich!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, wobei das in Österreich geschieht: In den letzten Jahren waren die Kammern in Österreich auch beratend tätig und haben einen Haufen Geld für den Beratervertrag et cetera bekommen. Kollege Schultes, als oberster Sprecher der Landwirtschaftskammer in Österreich sind Sie verantwortlich: Was haben die Kammern in Österreich geraten? – Aufstocken, Stall bauen, den Betrieb vergrößern. Das sind teilweise jene Betriebe, die heute vor dem Konkurs stehen. Jawohl! 500 000, 600 000 € für einen neuen Stall bei einem Milchpreis von 25 Cent, von 27 Cent. Es ist völlig unmöglich, das in der Milchbranche zu erlösen und zu erwirtschaften. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, es liegt an uns, daraus etwas zu machen. Ich ersuche Sie an dieser Stelle, Herr Bundesminister, selbstverständlich auch die Initiatoren dieses Milch-Manifestes zu diesem Milchdialog einzuladen und dies auch rasch umzusetzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Kommt jetzt die Entschuldigung?
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Auer. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: Kommt jetzt die Entschuldigung?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wöginger: Ganz genau!
Zum Ersten, meine Damen und Herren, ist es so, wie es Kollege Pirklhuber gesagt hat: Wir sollten dem österreichischen Konsumenten dankbar sein, dass er zur österreichischen Qualität greift. Das ist im Wesentlichen das Entscheidende am Absatzmarkt, weil der Konsument in Österreich auch weiß, dass er hervorragende Qualität und ein Produkt aus bäuerlicher Hand bekommt. – Das ist das eine. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wöginger: Ganz genau!)
Beifall bei der ÖVP.
Und zum Fünften, den Einheitswert betreffend: Vielleicht hat man vergessen, dass der VfGH in verschiedensten Fällen den Einheitswert als nicht mehr kompatibel angesehen hat. Es war also notwendig, zu reparieren. Wäre da nicht repariert worden, wäre er mit 1. Jänner 2015 ausgelaufen und Sie hätten seit damals, meine Damen und Herren, andere steuerliche Bedingungen. Kollege Steinbichler, wenn du diesen unbedingt fortführen willst, kannst du das ja machen. Mach eine freiwillige Buchhaltung, dann hast du die lästige Pauschalierung nicht mehr zu beachten, das steht dir vollkommen frei. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den anderen Parteien
Das war ein erster Erfolg diesbezüglich und war natürlich aufgebaut auf dem Antrag unseres Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. Er hat schon damals, vor zwei Jahren (Beifall bei der FPÖ – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den anderen Parteien), in weiser Voraussicht gesehen, dass dieses Thema wichtig für Österreich ist. Er ist auch der einzige wahrzunehmende Kandidat. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Ich verste-
Zwischenruf der Abg. Brunner.
Das war ein erster Erfolg diesbezüglich und war natürlich aufgebaut auf dem Antrag unseres Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. Er hat schon damals, vor zwei Jahren (Beifall bei der FPÖ – Heiterkeit und Zwischenrufe bei den anderen Parteien), in weiser Voraussicht gesehen, dass dieses Thema wichtig für Österreich ist. Er ist auch der einzige wahrzunehmende Kandidat. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Ich verste-
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Entscheidend ist für uns, dass unser Präsidentschaftskandidat in weiser Voraussicht schon vor zwei Jahren gesehen hat, dass es ein wichtiges Thema ist, und nicht nur das, sondern auch dementsprechend … (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) – Absolut, ich verstehe schon.
Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
In diesem Sinne: Einen Antrag, der auch noch eingebracht wurde, nämlich vom Kollegen Pirklhuber, werden wir auch unterstützen. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) In diesem Antrag geht es (Ruf bei der ÖVP: Auch in weiser Voraussicht!) – auch in weiser Voraussicht, vielleicht für die nächsten Jahre –, um die Kennzeichnung tierischer Lebensmittel, die von Tieren stammen, welche mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ernährt wurden. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Absolut, sehr gut! (Allgemeine Heiterkeit.)
Ruf bei der ÖVP: Auch in weiser Voraussicht!
In diesem Sinne: Einen Antrag, der auch noch eingebracht wurde, nämlich vom Kollegen Pirklhuber, werden wir auch unterstützen. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) In diesem Antrag geht es (Ruf bei der ÖVP: Auch in weiser Voraussicht!) – auch in weiser Voraussicht, vielleicht für die nächsten Jahre –, um die Kennzeichnung tierischer Lebensmittel, die von Tieren stammen, welche mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ernährt wurden. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Absolut, sehr gut! (Allgemeine Heiterkeit.)
Zwischenruf der Abg. Brunner.
In diesem Sinne: Einen Antrag, der auch noch eingebracht wurde, nämlich vom Kollegen Pirklhuber, werden wir auch unterstützen. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) In diesem Antrag geht es (Ruf bei der ÖVP: Auch in weiser Voraussicht!) – auch in weiser Voraussicht, vielleicht für die nächsten Jahre –, um die Kennzeichnung tierischer Lebensmittel, die von Tieren stammen, welche mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ernährt wurden. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Absolut, sehr gut! (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
In diesem Sinne: Einen Antrag, der auch noch eingebracht wurde, nämlich vom Kollegen Pirklhuber, werden wir auch unterstützen. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.) In diesem Antrag geht es (Ruf bei der ÖVP: Auch in weiser Voraussicht!) – auch in weiser Voraussicht, vielleicht für die nächsten Jahre –, um die Kennzeichnung tierischer Lebensmittel, die von Tieren stammen, welche mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ernährt wurden. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) – Absolut, sehr gut! (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne: Unser Kandidat für die Bundespräsidentschaft ist dementsprechend Norbert Hofer für Sie. Es freut uns, dass wir eine breite Unterstützung hier im Haus haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scherak: Wie heißt der noch einmal? – Ruf bei der FPÖ: Ihr habt keine mehr!
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gefühlte 99 Mal wurde jetzt der Name eures Kandidaten genannt. (Abg. Scherak: Wie heißt der noch einmal? – Ruf bei der FPÖ: Ihr habt keine mehr!) Ihr lasst ja keine Gelegenheit aus, um das mit allen Themen zu verknüpfen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Im Sinne des Umweltschutzes kann ich Sie nur bitten, auch hier im Plenum diesem gemeinsamen Antrag Ihre Zustimmung zu geben. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Höfinger: … Antrag!
Aber, Kollege Höfinger, wenn du hier sagst, das hat alles nichts mit TTIP und CETA zu tun, dann kann ich dir nicht zustimmen. Warum? Wir haben zwar keinen Gentechnikanbau, aber wir haben Gentechnikfuttermittel. Die müssen gekennzeichnet werden, selbstverständlich, in Österreich, in der Europäischen Union. (Abg. Höfinger: … Antrag!) – Ja, ja.
Abg. Weninger: Auf uns ist Verlass!
Herr Bundesminister, das ist nicht nur eine Unsicherheit, sondern schlicht und einfach ein Lapsus, den wir rasch beseitigen müssen, weil damit Konsumententäuschung verbunden ist. Ich hoffe hier auf die Unterstützung auch der Sozialdemokraten, da ich weiß, nicht nur der VKI, sondern auch die Arbeiterkammer kritisiert das. (Abg. Weninger: Auf uns ist Verlass!) Dazu gab es wirklich gute Stellungnahmen. Vielleicht können wir diesbezüglich, Kollege Weninger, einen Schulterschluss machen.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, Sie sehen, gerade in diesem Bereich haben wir noch einige Aufgaben vor uns. Aber heute ist es schon spät. Ich hoffe, dass Sie diesem Antrag trotzdem Ihre Zustimmung geben werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, spät am Abend wird so manche Gute-Nacht-Geschichte erzählt. Kollege Pirklhuber hat beklagt, dass Anträge zum Thema Klimaschutz vertagt wurden – was richtig ist –, hat aber vergessen, dazuzusagen, dass auf Initiative von Kollegen Höfinger und mir vereinbart wurde, noch vor dem Sommer eine große parlamentarische Enquete zum Thema Klimaschutz zu veranstalten, zu der wir alle Player ins Parlament einladen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lausch: Subjektiv …!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir zum Thema Widerstand gegen die Freisetzung von GVO-Pflanzen nun einen klaren parlamentarischen Konsens gefunden haben. Der Antrag ist nicht sehr ausführlich, aber er ist ein deutliches politisches Signal. Das stärkt die Bundesregierung, besonders den Landwirtschaftsminister und die Gesundheitsministerin – und ist auch ein klares Signal in Richtung Europäische Union, dass wir in Österreich, so wie wir gegen Atomenergie sind, auch gegen Gentechnik geschlossen auftreten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lausch: Subjektiv …!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abschließend möchte ich mich persönlich sowie im Namen der Mitglieder des Umweltausschusses beim Kollegen Klaus Uwe Feichtinger für zweieinhalb Jahre sehr engagiertes Mitwirken und Mitgestalten im Umweltausschuss bedanken, wünsche dir ebenso wie dem Kollegen Hannes Fazekas und dem Kollegen Michi Ehmann für eure private, berufliche und politische Zukunft alles, alles Gute. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Nochmals: Das ist ein Thema, wo wir sehr, sehr vorsichtig sein müssen, eben gerade im Hinblick auf TTIP und CETA. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall des Abg. Weninger. – Abg. Weninger: Das geht auf deine Redezeit!
Ich möchte zwei Punkte erwähnen, zwei Dinge, die im Umweltausschuss passiert sind, die normalerweise in Ausschüssen nicht passieren: Es sind sich alle Parlamentsfraktionen in einer Grundhaltung einig geworden und haben einen gemeinsamen Entschließungsantrag eingebracht, eine gemeinsame Entschließung gefasst, die weit über das hinausgegangen ist, was ursprünglich zur Debatte stand. Ursprünglich ging es um eine Maissorte, die Maissorte 1507, deren Anbau verhindert werden sollte, und jetzt sprechen wir von allen Anbaupflanzen. Das ist ein Erfolg. (Beifall des Abg. Weninger. – Abg. Weninger: Das geht auf deine Redezeit!)
Abg. Brunner: … gar nichts vorangegangen!
Der zweite Erfolg ist, dass wir beim Thema Klimakonferenz und Umsetzungsmaßnahmen vorangekommen sind. Es wird eine Enquete geben, das Datum steht noch nicht exakt fest (Abg. Brunner: … gar nichts vorangegangen!), aber sie wird im Juni stattfinden. Es werden sowohl die Fraktionen als auch Expertinnen und Experten eingeladen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.
Und wenn aus der Sicht der Grünen nichts vorangeht, Frau Brunner, dann muss ich sagen, Sie möchten halt Beschlüsse fassen, bevor Sie diskutieren, und das ist für uns etwas zu schnell, wir hätten gerne alle Ideen auf dem Tisch. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Rufe bei der FPÖ: Hofer!
Da meine Redezeit gleich wieder vorbei ist und die grüne Fraktion um diese Uhrzeit etwas laut wird, möchte ich schon noch eines sagen: Von außen betrachtet, muss man sagen, kann so ein Ausschuss durchaus mitunter den Eindruck erwecken, als wäre es ein Kindergarten. Das muss man schon so festhalten, denn die Geschichte, wie der Antrag entstanden ist, war folgende: Die freiheitliche Fraktion hat einen Antrag eingebracht, dieser war von einem Kandidaten bei der Bundespräsidentschaftswahl, nennen wir ihn einmal Norbert H. (Rufe bei der FPÖ: Hofer!), der eine Maissorte verbieten woll-
Beifall bei NEOS, SPÖ und ÖVP.
Ich würde mir hier im Haus mehr Kooperation und weniger Kindereien wünschen. – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Nunmehr steht die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens CETA im Raum. Es kann davon ausgegangen werden, dass mit diesem Freihandelsabkommen dem Import gentechnisch veränderter Sorten Tür und Tor geöffnet werden. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.) Wenngleich das TTIP-Abkommen derzeit als strittig zu bezeichnen ist, werden Konzerne mit Niederlassungen in Kanada CETA entsprechend nutzen.
Abg. Höfinger: Das war leider inhaltlich falsch, Herr Kollege!
Einem Anbau- und Einfuhrverbot von Gentechnik-Mais ist somit aus meiner Sicht zuzustimmen. – Danke. (Abg. Höfinger: Das war leider inhaltlich falsch, Herr Kollege!)
Abg. Pirklhuber: Auch für unsere Konsumenten, Herr Minister!
Ich denke, es ist für die österreichische Landwirtschaft einfach auch gut und richtig, weil wir mit diesem Anbauverbot ein Alleinstellungsmerkmal haben, das vor allem auch im Export extrem wichtig (Abg. Pirklhuber: Auch für unsere Konsumenten, Herr Minister!) und für die bäuerliche Landwirtschaft eine richtige Ausrichtung ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, es ist für die österreichische Landwirtschaft einfach auch gut und richtig, weil wir mit diesem Anbauverbot ein Alleinstellungsmerkmal haben, das vor allem auch im Export extrem wichtig (Abg. Pirklhuber: Auch für unsere Konsumenten, Herr Minister!) und für die bäuerliche Landwirtschaft eine richtige Ausrichtung ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Somit ist der vorliegende Antrag in Wirklichkeit nur ein kleiner Teil, um das bestehende Vertrauen weiter auszubauen, denn wir haben schon im Juli 2015 ein Selbstbestimmungsrecht für uns beschlossen. Das bedeutet, wir wollen keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf österreichischen Böden haben. Diese Haltung, dieses Selbstbestimmungsrecht werden wir in den nationalen Diskussionen, in den europäischen Diskussionen und in den internationalen Diskussionen mit aller Vehemenz vertreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Gemeinsam sind wir stark!
Es ist ein schönes Zeichen, dass auch ein kleines Land wie Österreich in einem sehr internationalen Bereich, um nicht zu sagen, in einer globalisierten Welt, seine Rechte durchsetzen kann. (Abg. Pirklhuber: Gemeinsam sind wir stark!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir österreichischen Bäuerinnen und Bauern liefern das, was Sie täglich brauchen. Und ich möchte Sie wirklich ersuchen: Halten Sie uns die Treue! Kaufen Sie österreichische Lebensmittel, denn das ist gut für die bäuerlichen Strukturen und den ländlichen Raum, das ist gut für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze! Bitte, halten Sie uns die Treue, wir alle werden davon profitieren! – Danke schön und alles Gute. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Ich war auch dort!
Was können wir bewirken? – Mit einem kritischen Konsumverhalten ist einiges zu erreichen und können wir dazu beitragen, Gentechnik bei Lebensmitteln hintanzuhalten. Genauso wichtig sind aber verschiedene Maßnahmen, beispielsweise internationale Konferenzen, die dazu beitragen können, den Informationsaustausch auf internationaler Ebene zu fördern, und die auch dazu beitragen, beispielsweise Kennzeichnungsstandards für gentechnikfreie Produkte zu vereinheitlichen. Es hat heuer im April in Wien eine derartige Konferenz unter dem Ehrenschutz von Ministerin Sabine Oberhauser und Minister Rupprechter stattgefunden. Da hat man auch eine Deklaration unterzeichnet. (Abg. Pirklhuber: Ich war auch dort!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Nehmen wir unsere Verantwortung hinsichtlich Gentechnik im Allgemeinen und gentechnisch veränderter Organismen im Speziellen weiterhin so einhellig und deutlich wahr, wie es uns fraktionsübergreifend mit einem eindeutigen Nein gegen Atomkraft schon gelungen ist! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist schon angesprochen worden, dass sich dieser Tagesordnungspunkt vom Antrag der FPÖ unterscheidet, der sich mit der Genmaissorte 1507 von der Firma Pioneer beschäftigt hat, welcher aber jetzt eigentlich überholt ist, und dass wir hier einen gemeinsamen Antrag gestellt haben. Ich denke, das ist ein tolles Signal. Dieser ist auf alle Pflanzen erweitert worden und stellt fest, dass wir keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf unseren Feldern wollen. Es ist ein Signal für unsere Bauern und Bäuerinnen, dass sie in Zukunft von keinem Saatgut oder Pflanzenschutzmittel abhängig sein werden, und gibt uns die Sicherheit, dass wir eine gentechnikfreie Landwirtschaft haben, die den Konsumenten und Konsumentinnen auch in Zukunft sicherere und gute Lebensmittel in Österreich garantiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weninger – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Plessl –: Bravo, Rudi!
Ich hoffe, dass heute diesen Antrag, der gemeinsam von allen Parteien eingebracht wurde, auch alle unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weninger – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Plessl –: Bravo, Rudi!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich will noch ein Wort an den Kollegen Feichtinger richten, der mit mir gemeinsam im Untersuchungsausschuss und auch im Umweltausschuss sitzt. Ich will ihm einfach alles Gute für die Zukunft wünschen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Beteiligte Länder waren Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Slowenien und Österreich. Ab Ende 2016 kommen Ungarn, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Belgien dazu. Ziel ist es, eine EU-weite Vergleichbarkeit der Standards bei gentechnikfreien Lebensmitteln einzuführen. Österreich war bei diesem Thema immer eine treibende Kraft in Europa. Hervorzuheben ist die besonders gute Zusammenarbeit zwischen Bundesminister Rupprechter und Bundesministerin Oberhauser. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben ebenso wie die übrigen Staaten der Europäischen Union das Bio-Gütesiegel, das wirklich ganz toll die Qualität der österreichischen Nahrungs- und Lebensmittel ausweist. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein konkreter Anlassfall, um die Thematik wieder genauer zu verfolgen, waren die Zulassung der Maissorte 1507 auf EU-Ebene und deren Folgen für Österreich. Wir haben jetzt im Umweltausschuss einstimmig einen Entschließungsantrag beschlossen, der zum Ziel hat, die Gentechnikfreiheit auf unseren Feldern zu gewährleisten. Nicht nur auf Mais begrenzt, sondern auch auf alle zukünftig zugelassenen Produkte erweitert wird die Gentechnikfreiheit in Österreich sichergestellt. Mich freut diese Geschlossenheit bei dieser Thematik sehr, und ich denke, dass in Sachen Gentechnik diese strenge Linie weiterhin beibehalten werden muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass wir uns vielleicht in dieser oder anderer Zusammensetzung wieder begegnen, wie und wo und bei welcher Gelegenheit auch immer, und uns dann in guter Tradition bei einem burgenländischen Uhudler, einem steirischen Achterl, einem niederösterreichischen Glaserl Veltliner oder auch bei einem wunderbaren Wiener Wasser, das ja zum Teil auch aus der Steiermark kommt, wieder zusammenstellen werden. Ich wünsche Ihnen, ich wünsche uns alles Gute, viel Gesundheit und darf mich mit einem steirischen Glückauf verabschieden. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Korun: Gerne, danke für das Vertrauen!
Ich frage die Gewählte, ob sie die Wahl annimmt. (Abg. Korun: Gerne, danke für das Vertrauen!)
Allgemeiner Beifall.
Danke vielmals, Frau Abgeordnete! Ich gratuliere Ihnen. (Allgemeiner Beifall.)