Eckdaten:
Für die 27. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 672 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Michael Ehmann und Rudolf Parnigoni
Petition betreffend „Mit Sicherheit mehr für Graz“ (Ordnungsnummer 12) (überreicht von den Abgeordneten Michael Ehmann und Rudolf Parnigoni)
überreicht von den Abgeordneten Mag. Gisela Wurm, DDr. Erwin Niederwieser, Gerhard Reheis, Hermann Gahr, Franz Hörl und Maria Grander
Petition betreffend „Für rasche und wirksame Maßnahmen gegen die Drogenszene und für die Sicherheit“ (Ordnungsnummer 13) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Gisela Wurm, DDr. Erwin Niederwieser, Gerhard Reheis, Hermann Gahr, Franz Hörl und Maria Grander)
überreicht von der Abgeordneten Mag. Gisela Wurm
Petition betreffend „Erklärung der österreichischen Bürger- und Bürgerinnenkonferenz“ (Ordnungsnummer 14) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Gisela Wurm)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier
Petition betreffend „Abbau der Doppelmaut im Lungau“ (Ordnungsnummer 15) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier
Petition betreffend „Um- und Ausbau des Hauptbahnhofes Salzburg“ (Ordnungsnummer 16) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich begrüße die neuen Abgeordneten sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein Taferl auf mit der Aufschrift „Mit einem Kanzler Gusenbauer Wird es die Eurofighter mit Sicherheit nicht geben“ „Alfred Gusenbauer im ‚Journal zu Gast‘ 26.09.2006“.
Als Erster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Klubobmann Ing. Westenthaler. Ich erteile es ihm und mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 10 Minuten beträgt. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Ing. Westenthaler begibt sich zum Rednerpult und stellt dort ein Taferl auf mit der Aufschrift „Mit einem Kanzler Gusenbauer Wird es die Eurofighter mit Sicherheit nicht geben“ „Alfred Gusenbauer im ‚Journal zu Gast‘ 26.09.2006“.)
Rufe bei der SPÖ: Na, na, na! – Abg. Riepl: Da ist ein Rechtschreibfehler drinnen! Auf dem Taferl ist ein Rechtschreibfehler! „Wird“ schreibt man klein – und nicht groß!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Es ist schon beachtlich und offenbar der neue Parlamentarismus, den die SPÖ immer wieder verspricht, dass erstmals bei einer Aktuellen Stunde, die an den Bundeskanzler gerichtet ist, nicht nur der Bundeskanzler selbst nicht anwesend ist, sondern auch sein Vertreter, der Herr Vizekanzler, nicht anwesend ist und plötzlich die dritte Garnitur – der Herr Staatssekretär – auf der Regierungsbank sitzt. (Rufe bei der SPÖ: Na, na, na! – Abg. Riepl: Da ist ein Rechtschreibfehler drinnen! Auf dem Taferl ist ein Rechtschreibfehler! „Wird“ schreibt man klein – und nicht groß!) Das ist schon etwas, was beachtlich ist.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Dschungel (Zwischenrufe bei der SPÖ), hat dort eine Mission. Verstehen Sie das jetzt nicht falsch: Wir drücken der österreichischen Bewerbung für die Olympischen Spiele alle Daumen, und ich hoffe, dass wir sie bekommen. Ob es allerdings eine gute Idee war, den Unglücksraben Gusenbauer dort hinzuschicken – sozusagen als Maskottchen –, wird man erst am Abend sehen, wenn ersichtlich ist, wie das ausgeht. Ich wünsche trotzdem alle Gute für Österreich und seine Bewerbung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dschungel (Zwischenrufe bei der SPÖ), hat dort eine Mission. Verstehen Sie das jetzt nicht falsch: Wir drücken der österreichischen Bewerbung für die Olympischen Spiele alle Daumen, und ich hoffe, dass wir sie bekommen. Ob es allerdings eine gute Idee war, den Unglücksraben Gusenbauer dort hinzuschicken – sozusagen als Maskottchen –, wird man erst am Abend sehen, wenn ersichtlich ist, wie das ausgeht. Ich wünsche trotzdem alle Gute für Österreich und seine Bewerbung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Gusenbauer hat viele andere Versprechungen gemacht, zum Beispiel auch, dass es keine Flexibilisierung der Arbeitszeit ohne vollen Lohnausgleich geben wird. – Wir haben in dieser Session jetzt die Debatte und den Antrag dazu auf der Tagesordnung. Es wird eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geben. Die Menschen werden mehr arbeiten müssen für weniger Geld. Das haben sie Ihrem Kanzler zu verdanken – und das lehnen wir entschieden ab, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Gusenbauer hat gesagt, er werde die Armut bekämpfen. – Wo ist das? Wir haben nach wie vor 500 000 Österreicher, die akut in Armut leben. Erst gestern hat es eine neue erschreckende Zahl gegeben: 113 000 Kinder in Österreich leben in Armut. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall beim BZÖ.
Man sollte eigentlich einen Spruch verwenden: Sollte Gusenbauer was versprechen, glaub’ es nicht, er wird es brechen! – Und das wird ihm bis zur nächsten Wahl bleiben. Das wird er nicht wegbekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Pfeffer: Peinlich sind Sie!
Gusenbauer ist ein Regierungschef, der gerne in Europa herumfährt: mit dem Herrn Barolo einen Barroso trinkt – oder umgekehrt. Er ist ein Regierungschef, der sich auf Ebene der Europäschen Union für Manschettenknöpfe kaufen lässt – es ist auch interessant, wie peinlich der Herr Kanzler in Europa auftritt. (Abg. Pfeffer: Peinlich sind Sie!) „Der Spiegel“, eines der renommiertesten Nachrichtenmagazine der Welt, berichtet vom letzten Gipfel Folgendes: Dort sind sich Herr Gusenbauer und der deutsche Außenminister Steinmeier gegenüber gesessen.
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie wurschtelt nur weiter, sie bringt nichts zustande. Daher sind wir der Meinung, dass es richtiger und besser wäre, bevor weitergewurschtelt wird, dass diese Regierung abtritt. Deswegen werden wir heute auch einen Neuwahlantrag einbringen, weil wir der Ansicht sind: Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende! Das ist auch für die Österreicher besser, die Sie dauernd belasten. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Faul: Westenthaler macht ...!
Das Hauptversprechen Ihres Herrn Bundeskanzlers war die soziale Wärme. (Abg. Faul: Westenthaler macht ...!) – Ich frage mich: Wo ist diese versprochene soziale Wärme? Wo ist denn die soziale Wärme für die Pendler und für die Hunderttausenden österreichischen Autofahrer, die seit Sonntag die teuersten Benzinpreise in der Republik Österreich zu zahlen haben? In alter Währung kostet der Liter Benzin über 20 S. Das ist doch moderne Wegelagerei, was Sie da betreiben! Sie belasten die Menschen, gerade jene, die das Auto brauchen. Die Pendler müssen tief in die Tasche greifen – Sie nicht! Das weiß ich schon. Die Regierung nicht. Die Regierung lässt sich auf der Tankstelle nicht blicken. Da fahren die Chauffeure hin tanken, denn würden Sie selbst zur Tankstelle hinfahren, könnten Sie sich von den Menschen etwas anhören, die dort schimpfend – und zwar zu Recht – tanken, weil sie auf das Auto angewiesen sind.
Beifall beim BZÖ.
diger Preis. – Das sind Sie den Österreichern auch schuldig, meine Damen und Herren von der Regierung! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Stimmt ja nicht!
Aber nicht nur das. Sie haben Gebühren und Abgaben erhöht – die Krankenversicherungsbeiträge zum Beispiel – und, wie ich es schon gesagt habe, das Pflegegeld gekürzt. Das ist „soziale Wärme“? Sie haben die Menschen in eine neue Armutsfalle mit 5 000 € Vermögensobergrenze gestürzt. Mehr darf man nicht haben, denn sonst bekommt man in diesem Land kein Pflegegeld und keine sozialen Leistungen. Das ist offenbar die Politik der SPÖ! (Abg. Mag. Lapp: Stimmt ja nicht!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Lapp: Das stimmt ja nicht! – Abg. Faul: Unwahrheit!
Der macht sich Sorgen. Der sitzt mit 23 Jahren im Rollstuhl, und Sie sagen ihm, dass er sein ganzes Leben lang nicht mehr als 5 000 € haben darf, denn sonst kriegt er kein Pflegegeld. – Das ist ein Skandal, ein wirklicher Sozialskandal in dieser Republik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Lapp: Das stimmt ja nicht! – Abg. Faul: Unwahrheit!)
Beifall beim BZÖ.
Daher sagen wir: Auch das ist sozial nicht ausgewogen. Wir wollen für die Menschen in einem Land, wo es einen Wirtschaftsaufschwung gibt, wo es eine florierende Konjunktur gibt, mehr Netto vom Brutto. Das hätten sich die Menschen verdient: höhere Löhne und nicht weniger Einkommen, und zwar durch die Bank! Dafür zu sorgen, das wäre die Aufgabe dieser Regierung! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Der kann nicht einmal lesen!
Beim Kindergeld nehmen Sie das Geld weg. Der Kündigungsschutz für Lehrlinge wird gelockert. Facharbeiter werden importiert. (Ruf bei der SPÖ: Der kann nicht einmal lesen!) Meine Sehr geehrten Damen und Herren! Sie sind eine richtige „Trittregierung“, muss man sagen. Eine „Trittregierung“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn: Zuerst ist die Regierung angetreten, um die großen Probleme des Landes zu lösen. Dann sind Sie den Österreichern mit Belastungen und Steuererhöhungen auf die Füße getreten. Dann sind Sie sich dauernd jeden Tag bis zum heutigen Tage selbst ans Schienbein getreten. Dann sind Sie völlig außer Tritt geraten. Und jetzt sind wir der Meinung: Sie sollten besser abtreten! Das wäre eine logische Folge. Und daher sagen wir: Ein Neuwahlantrag ist vonnöten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Beim Kindergeld nehmen Sie das Geld weg. Der Kündigungsschutz für Lehrlinge wird gelockert. Facharbeiter werden importiert. (Ruf bei der SPÖ: Der kann nicht einmal lesen!) Meine Sehr geehrten Damen und Herren! Sie sind eine richtige „Trittregierung“, muss man sagen. Eine „Trittregierung“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn: Zuerst ist die Regierung angetreten, um die großen Probleme des Landes zu lösen. Dann sind Sie den Österreichern mit Belastungen und Steuererhöhungen auf die Füße getreten. Dann sind Sie sich dauernd jeden Tag bis zum heutigen Tage selbst ans Schienbein getreten. Dann sind Sie völlig außer Tritt geraten. Und jetzt sind wir der Meinung: Sie sollten besser abtreten! Das wäre eine logische Folge. Und daher sagen wir: Ein Neuwahlantrag ist vonnöten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Der Redner lässt beim Verlassen des Rednerpults das Taferl stehen. – Rufe bei der ÖVP: Das Taferl! – Abg. Riepl: Auf dem Taferl ist ein Fehler auch noch drinnen! – Abg. Öllinger bringt Abg. Ing. Westenthaler das Taferl.
Sie von der Regierung hatten Ihre Chance. Sie haben sie vertan. Erlösen Sie das Land vom Stillstand, vom rot-schwarzen Postenschacher und auch von den Streitereien! Da wird auch das Kuscheln jetzt bei den Ausschüssen nichts nützen. Geben Sie den Österreichern die Möglichkeit, eine neue Regierung zu wählen und Sie in die Wüste zu schicken! Ich denke, das wäre der richtige und der faire Weg im Sinne der Demokratie in Österreich. (Beifall beim BZÖ. – Der Redner lässt beim Verlassen des Rednerpults das Taferl stehen. – Rufe bei der ÖVP: Das Taferl! – Abg. Riepl: Auf dem Taferl ist ein Fehler auch noch drinnen! – Abg. Öllinger bringt Abg. Ing. Westenthaler das Taferl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!
Feststellung Nummer eins: Als in Turin der Skandal mit den gefundenen Blutkonserven aufgetaucht ist, hat ein BZÖ-Staatssekretär genau nichts unternommen. Damit sind die Chancen Salzburgs, die Chancen Österreichs sehr gering geworden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!) Was macht die neue Bundesregierung? – Sie beschließt hier – und da gilt auch der Dank den Damen und Herren im Haus – eine scharfe Anti-Dopinggesetzgebung. Damit sind die Chancen Salzburgs wieder aufrecht. Danke in diesem Fall diesem Hohen Haus! Wir folgen dem Gebot: Handeln statt zuwarten! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?
Feststellung Nummer eins: Als in Turin der Skandal mit den gefundenen Blutkonserven aufgetaucht ist, hat ein BZÖ-Staatssekretär genau nichts unternommen. Damit sind die Chancen Salzburgs, die Chancen Österreichs sehr gering geworden. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir werden ja sehen heute am Abend!) Was macht die neue Bundesregierung? – Sie beschließt hier – und da gilt auch der Dank den Damen und Herren im Haus – eine scharfe Anti-Dopinggesetzgebung. Damit sind die Chancen Salzburgs wieder aufrecht. Danke in diesem Fall diesem Hohen Haus! Wir folgen dem Gebot: Handeln statt zuwarten! (Abg. Ing. Westenthaler: Warum sind Sie nicht dort?)
Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!
Der Bundeskanzler bemüht sich höchstpersönlich, aus diesem Nachteil, der entstanden ist, wieder die Chancen bis zur letzten Minute zu wahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!) Für die Russische Föderation ist Präsident Putin selbst nach Guatemala gegangen, um für diese Bewerbung zu kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!) Wir wollen, dass die Winterspiele 2014 von Österreich ausgerichtet werden. Wir sind das Land, das die besten Voraussetzungen dafür hat. Salzburg ist die Stadt und das Land, das die besten Voraussetzungen für die Winterspiele 2014 hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!
Der Bundeskanzler bemüht sich höchstpersönlich, aus diesem Nachteil, der entstanden ist, wieder die Chancen bis zur letzten Minute zu wahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!) Für die Russische Föderation ist Präsident Putin selbst nach Guatemala gegangen, um für diese Bewerbung zu kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!) Wir wollen, dass die Winterspiele 2014 von Österreich ausgerichtet werden. Wir sind das Land, das die besten Voraussetzungen dafür hat. Salzburg ist die Stadt und das Land, das die besten Voraussetzungen für die Winterspiele 2014 hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der Bundeskanzler bemüht sich höchstpersönlich, aus diesem Nachteil, der entstanden ist, wieder die Chancen bis zur letzten Minute zu wahren. (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll lieber arbeiten!) Für die Russische Föderation ist Präsident Putin selbst nach Guatemala gegangen, um für diese Bewerbung zu kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat auch nicht so eine Regierung wie der Gusenbauer!) Wir wollen, dass die Winterspiele 2014 von Österreich ausgerichtet werden. Wir sind das Land, das die besten Voraussetzungen dafür hat. Salzburg ist die Stadt und das Land, das die besten Voraussetzungen für die Winterspiele 2014 hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gibt es sie noch immer! Ihr wolltet sie doch abschaffen!
Es war eine Regierung unter Mitwirkung des BZÖ, die die Studiengebühren eingeführt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Und jetzt gibt es sie noch immer! Ihr wolltet sie doch abschaffen!) Wir haben in den Regierungsverhandlungen gekämpft darum, dass die Studiengebühren abgeschafft werden. Und diese Bundesregierung hat einen Kompromiss in ihrem Regierungsprogramm, der lautet: Erleichterungen für Studenten – ich erinnere an die bereits beschlossenen Verbesserungen im Bereich der Studienförderung –, zweitens, die Möglichkeit im Falle ehrenamtlichen Engagements im Bildungsbereich, dass die Studiengebühren entfallen können. Bundesminister Hahn wird diesbezügliche gesetzliche Vorhaben in Kürze diesem Haus zuleiten.
Abg. Haidlmayr: Nicht ab Pflegestufe 3, ab Pflegestufe 5!
habe, 225 € im Fall von Selbständigen zu übernehmen. (Abg. Haidlmayr: Nicht ab Pflegestufe 3, ab Pflegestufe 5!)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Bundesregierung handelt. Sie setzt die Dinge um, und sie sorgt dafür, dass legale Zustände in diesem Land herrschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Punkte?
Ich möchte an dieser Stelle gleich darauf verweisen, dass das Handeln dieser Regierung ja an der Fülle der erledigten Punkte deutlich sichtbar ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Punkte?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!
Wir haben die Mindestpensionen auf 726 € angehoben. Das ist ein aktiver Beitrag zur Armutsbekämpfung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!) Nein, ich kann da wiederum dem Abgeordneten Westenthaler helfen: Sehen Sie in das Stenographische Protokoll dieses Hauses! Es ist die XXIII. Gesetzgebungsperiode und nicht die XXII. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!
Wir haben die Mindestpensionen auf 726 € angehoben. Das ist ein aktiver Beitrag zur Armutsbekämpfung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war aber noch die alte Regierung!) Nein, ich kann da wiederum dem Abgeordneten Westenthaler helfen: Sehen Sie in das Stenographische Protokoll dieses Hauses! Es ist die XXIII. Gesetzgebungsperiode und nicht die XXII. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Aber noch die alte Regierung hat das vorbereitet!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben damit einen entscheidenden Schritt für Zigtausende Menschen in diesem Lande gesetzt. Ich gratuliere beiden Sozialpartnern, die bewiesen haben, dass sie auch im Sinne der Gerechtigkeit und der Armutsvermeidung so einen Schritt gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
40 Jahre gearbeitet haben, werden in dieser Gesetzgebungsperiode in die sogenannte Hacklerregelung fallen. Statt Kalorienzählen gerechte Pension für alle! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir setzen um, und spürbar ist es ja bereits: Das Wachstum ist deutlich angestiegen, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Dies ist eine erfolgreiche Bundesregierung unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer! – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da könnten Sie sich ein Beispiel nehmen!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Damen und Herren! Diese Aktuelle Stunde ist eine gute Gelegenheit, sich in Erinnerung zu rufen, was das BZÖ gemacht hat, als es in Regierungsverantwortung war und den Sozialminister und den Finanzminister gestellt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Da könnten Sie sich ein Beispiel nehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das in der BAWAG?
Zwischen 2000 und 2005 stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich um 35 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit ist sogar um 70 Prozent gestiegen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigungsplätze ist gesunken, und immer mehr Menschen waren in der Situation, mit einer atypischen Beschäftigung ihr Auslangen finden zu müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das in der BAWAG?)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt worden sind bei der Gewerkschaft: Weil Sie so einen Unsinn verzapfen!
Was macht die neue Bundesregierung? – Wir haben unter anderem zusätzlich 285 Millionen € für eine aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt worden sind bei der Gewerkschaft: Weil Sie so einen Unsinn verzapfen!) Wir haben mehr Geld für Forschung, Bildung und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Diese große Koalition hat der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Wir wollen gemeinsam die Jugendarbeitslosigkeit halbieren, denn jungen Menschen in Österreich brauchen eine Zukunft, und wir haben dazu unter anderem die Ausbildungsgarantie geschaffen, sehr geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was macht die neue Bundesregierung? – Wir haben unter anderem zusätzlich 285 Millionen € für eine aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt worden sind bei der Gewerkschaft: Weil Sie so einen Unsinn verzapfen!) Wir haben mehr Geld für Forschung, Bildung und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Diese große Koalition hat der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Wir wollen gemeinsam die Jugendarbeitslosigkeit halbieren, denn jungen Menschen in Österreich brauchen eine Zukunft, und wir haben dazu unter anderem die Ausbildungsgarantie geschaffen, sehr geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Am Montag haben die Sozialpartner verkündet, dass sie sich geeinigt haben, einen Mindestlohn von 1 000 € für alle Vollzeitbeschäftigten durchzusetzen. Davon werden Zigtausende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen profitieren. – Das ist wiederum ein wichtiger Punkt, der im Regierungsübereinkommen beinhaltet ist und damit auch realisiert wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind angetreten, Ihre sozialen Verfehlungen zu korrigieren. Wir stehen für eine soziale, gleichberechtigte und gerechte Politik. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Deshalb habt ihr die Souveränität aufgegeben mit der EU-Verfassung ohne Volksabstimmung!
Ich möchte Ihnen von einem sehr berührenden Gespräch mit einem älteren Mitbürger vor rund zehn Tagen im Generalsekretariat berichten, der den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat, der ein Mann der ersten Stunde in der ÖVP war, der mir das ÖVP-Grundsatzprogramm vom Juni 1945 überreicht hat und der uns ermutigt hat, hier eine klare Haltung, eine klare Linie in Fragen der Luftraumüberwachung einzunehmen. Er hat mir erzählt, dass es damals eigentlich nur ein Ziel gegeben hat: Österreich wieder zu einem freien, eigenständigen, souveränen Land zu machen! (Abg. Strache: Deshalb habt ihr die Souveränität aufgegeben mit der EU-Verfassung ohne Volksabstimmung!) – Herr Strache, zu Ihnen komme ich noch.
Beifall bei der ÖVP.
Warum, geschätzte Damen und Herren, erzähle ich das? – Weil wir unsere Entscheidungen genau in dieser Tradition entsprechend getroffen haben, weil sich für uns aus dieser damaligen Situation zwei sehr zentrale Werte entwickelt haben. Der erste Wert ist: Der Schutz und die Sicherheit der Menschen sind vorrangig. Der zweite Wert ist die Verteidigung der Souveränität unseres Landes. Und diese Werte, geschätzte Damen und Herren, sind für uns nicht disponibel! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke daher heute in dieser Stunde Wolfgang Schüssel und Willi Molterer ganz besonders, die sich beide um das Thema der Luftraumüberwachung und der Nachbeschaffung der Flugzeuge nicht herumgedrückt haben, sondern die da genau im Sinne dieser zwei Werte gehandelt haben, nämlich den Luftraum zu sichern und den besten Schutz für unsere Mitbürger zu organisieren und zu besorgen, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
lebhafte ironische Heiterkeit bei den Grünen und der FPÖ
Was ist das Ergebnis? – Das Ergebnis nach fünf Jahren ist: Die ÖVP hat eine blütenweiße Weste (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Grünen und der FPÖ), und dieser Vertrag ist gültig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das war nicht schlecht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das war nicht schlecht!
Was ist das Ergebnis? – Das Ergebnis nach fünf Jahren ist: Die ÖVP hat eine blütenweiße Weste (lebhafte ironische Heiterkeit bei den Grünen und der FPÖ), und dieser Vertrag ist gültig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das war nicht schlecht!)
Abg. Öllinger: Bei der ÖVP!
Kollege Öllinger, die Grünen haben ja in dieser ganzen Frage eine besonders merkwürdige Haltung eingenommen. Es ist genau das eingetreten, was wir von Anfang an beim Untersuchungsausschuss befürchtet haben: dass das ein parteipolitisches Spektakel von Herrn Pilz wird. Das ist dann auch nicht mehr gut angekommen (Abg. Öllinger: Bei der ÖVP!) bei der Bevölkerung, und es ist gut, dass dieser Untersuchungsausschuss zu Ende geführt worden ist.
Abg. Strache: Sie geben die Souveränität auf!
Ein Wort noch zum Herrn Strache, weil er vorhin auch einen Zwischenruf gemacht hat. (Abg. Strache: Sie geben die Souveränität auf!) Herr Strache, ich sage Ihnen eines: Sie haben als Heimat- und Sicherheitspartei abgedankt! (Abg. Strache: Ganz im Gegenteil!) Bei Ihnen passiert eine merkwürdige Gleichzeitigkeit zwischen einem großen Mundwerk und weichen Knie, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, Herr Strache. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Darüber werden wir dann noch reden!)
Abg. Strache: Ganz im Gegenteil!
Ein Wort noch zum Herrn Strache, weil er vorhin auch einen Zwischenruf gemacht hat. (Abg. Strache: Sie geben die Souveränität auf!) Herr Strache, ich sage Ihnen eines: Sie haben als Heimat- und Sicherheitspartei abgedankt! (Abg. Strache: Ganz im Gegenteil!) Bei Ihnen passiert eine merkwürdige Gleichzeitigkeit zwischen einem großen Mundwerk und weichen Knie, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, Herr Strache. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Darüber werden wir dann noch reden!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Darüber werden wir dann noch reden!
Ein Wort noch zum Herrn Strache, weil er vorhin auch einen Zwischenruf gemacht hat. (Abg. Strache: Sie geben die Souveränität auf!) Herr Strache, ich sage Ihnen eines: Sie haben als Heimat- und Sicherheitspartei abgedankt! (Abg. Strache: Ganz im Gegenteil!) Bei Ihnen passiert eine merkwürdige Gleichzeitigkeit zwischen einem großen Mundwerk und weichen Knie, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, Herr Strache. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Darüber werden wir dann noch reden!)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Es lohnt sich, Linie zu halten – ich sage das sehr offen –, auch wenn es Jahre dauert. Es lohnt sich, Linie zu halten, es lohnt sich, Kurs zu halten, und es lohnt sich, jene Versprechen einzuhalten, die wir den Menschen gegeben haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der SPÖ.
herausgekommen, um mit Ihnen die Debatte weiterzuführen über Manschettenknöpfe, das Weintrinken, die Auftritte auf europäischer Ebene oder dort, wo Sie den Dschungel vermuten. Wissen Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, bei manchen gibt es den Dschungel im Kopf – und das ist viel schlimmer! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das Problem der ÖVP wiederum – und das ist ein ernsthaftes Problem, Herr Abgeordneter Missethon –, das ist das Problem, dass Sie nur das für richtig halten, was Sie selbst beschlossen haben. Und das wird demokratiepolitisch ein Problem in Österreich: dass Sie jeden anderen Beschluss, den es hier herinnen in diesem Haus gibt, egal, ob die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, egal was, nicht für richtig halten und dass Sie mit allen Mitteln Beschlüsse, sofern sie in seltenen Minuten ohne die ÖVP zustande kommen, sofort zu hintertreiben versuchen, dass Sie sofort versuchen, das, was hier von einer Mehrheit im Parlament beschlossen wurde, de facto zu missachten. (Beifall bei den Grünen.) Demokratiepolitisch, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat die ÖVP schön langsam ein Problem, Herr Obmann Schüssel. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Sie haben ein Problem mit Mehrheiten!)
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Sie haben ein Problem mit Mehrheiten!
Das Problem der ÖVP wiederum – und das ist ein ernsthaftes Problem, Herr Abgeordneter Missethon –, das ist das Problem, dass Sie nur das für richtig halten, was Sie selbst beschlossen haben. Und das wird demokratiepolitisch ein Problem in Österreich: dass Sie jeden anderen Beschluss, den es hier herinnen in diesem Haus gibt, egal, ob die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, egal was, nicht für richtig halten und dass Sie mit allen Mitteln Beschlüsse, sofern sie in seltenen Minuten ohne die ÖVP zustande kommen, sofort zu hintertreiben versuchen, dass Sie sofort versuchen, das, was hier von einer Mehrheit im Parlament beschlossen wurde, de facto zu missachten. (Beifall bei den Grünen.) Demokratiepolitisch, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat die ÖVP schön langsam ein Problem, Herr Obmann Schüssel. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Sie haben ein Problem mit Mehrheiten!)
Beifall bei den Grünen
Wir hätten gerne, dass sich die ÖVP in dieser Frage im Interesse der Kinder und Jugendlichen in diesem Lande einmal bewegt (Beifall bei den Grünen), einmal zugunsten der Kinder und Jugendlichen Handlungen setzt, denn jeder Mensch versteht, alle Menschen in Österreich verstehen, dass hier etwas getan werden muss, egal, ob es um ganztätige Betreuung in den Schulen geht oder ob es um eine Verbesserung der Ausbildungsangebote, um einfachere Übergänge, um die Förderung von Schwachbegabten, aber auch um die Förderung von Hochbegabten in der Schule geht.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, für das, was wir brauchen in diesem Land – und ich nehme noch ein Beispiel heraus; und da brauchen wir eine andere Politik, nicht nur in Sachfragen, sondern auch in sehr grundsätzlichen Fragen –, also für das, was wir in Österreich brauchen, ist es zu wenig. Etwa beim Beispiel Pflege; ein heiß diskutiertes Thema. Ich sage Ihnen gleich: Auch wenn einzelne Punkte in dem, was Sie vorschlagen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), eine Verbesserung darstellen, solange Sie nicht die Frage einer besseren Verteilung und einer anderen Verteilung zwischen Arm und Reich in diesem Land angehen und sich der Frage stellen (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), was statt der Erbschaftsteuer und der Schenkungssteuer, die Sie jetzt abschaffen wollen, sonst noch kommen wird, um von den Reichen einen Beitrag zu erhalten, so lange sind Sie in der Verantwortung für dieses Land! Und solange Sie nichts tun ...
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, für das, was wir brauchen in diesem Land – und ich nehme noch ein Beispiel heraus; und da brauchen wir eine andere Politik, nicht nur in Sachfragen, sondern auch in sehr grundsätzlichen Fragen –, also für das, was wir in Österreich brauchen, ist es zu wenig. Etwa beim Beispiel Pflege; ein heiß diskutiertes Thema. Ich sage Ihnen gleich: Auch wenn einzelne Punkte in dem, was Sie vorschlagen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), eine Verbesserung darstellen, solange Sie nicht die Frage einer besseren Verteilung und einer anderen Verteilung zwischen Arm und Reich in diesem Land angehen und sich der Frage stellen (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), was statt der Erbschaftsteuer und der Schenkungssteuer, die Sie jetzt abschaffen wollen, sonst noch kommen wird, um von den Reichen einen Beitrag zu erhalten, so lange sind Sie in der Verantwortung für dieses Land! Und solange Sie nichts tun ...
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist zu Ende! (Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde diese Aktuelle Stunde insofern amüsant, als diese Aktuelle Stunde ja ein Spiegelbild auch in Richtung des Herrn Westenthaler, des Herrn Scheibner und des Herrn Haider bietet, denn genau das, was Sie heute hier der SPÖ zu Recht vorwerfen, haben Sie vorgelebt. Zwischen 2000 und 2006 haben Sie vorgelebt, ein willenloses Anhängsel, ein willenloser Umfaller der Nation zu sein, ein reiner Steigbügelhalter für die ÖVP. Genauso wie Sie leider Gottes auch recht haben, dass die SPÖ Sie in dieser Frage abgelöst hat. Da gebe ich Ihnen recht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich meine, all das haben ja die Menschen noch in Erinnerung. Und jetzt sind Sie nicht nur umgefallen, vielmehr meine ich, Sie können ja gar nicht mehr umfallen, denn Sie sind so tief eingegraben heute und damit beschäftigt, der ÖVP dienlich zu sein. Es hat sich ja nichts verändert seit dem 1. Oktober. Es regiert ja weiterhin die Österreichische Volkspartei in diesem Land. Sie haben in all diesen Fragen bewiesen, leider Gottes nichts verändert zu haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Aber ein paar Worte zur Österreichischen Volkspartei, zum Herrn Generalsekretär Missethon. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Schlusssatz: Also Souveränität und Neutralität, Herr Missethon, hat die Österreichische Volkspartei der Europäischen Union geopfert, ohne dass Sie eine Volksabstimmung möglich gemacht ha-
Beifall bei der FPÖ.
ben. Sie sind heute keine Heimat- und keine Sicherheitspartei mehr, und das haben die Österreicher erkannt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wir waren Realisten!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist schon lustig, dass sich Herr Strache und Herr Öllinger jetzt so über die große Koalition mokieren. Das war ja die Wunschkoalition von Ihnen beiden. (Abg. Strache: Wir waren Realisten!) Sie haben sich die große Koalition gewünscht. Das sind jetzt die Früchte auch Ihrer politischen Linie. (Beifall beim BZÖ.) Und dass Sie die fünf Jahre vergessen haben, in denen Sie noch kräftig interveniert haben, auch in der Regierung, das kennen wir auch schon. Aber soll sein.
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist schon lustig, dass sich Herr Strache und Herr Öllinger jetzt so über die große Koalition mokieren. Das war ja die Wunschkoalition von Ihnen beiden. (Abg. Strache: Wir waren Realisten!) Sie haben sich die große Koalition gewünscht. Das sind jetzt die Früchte auch Ihrer politischen Linie. (Beifall beim BZÖ.) Und dass Sie die fünf Jahre vergessen haben, in denen Sie noch kräftig interveniert haben, auch in der Regierung, das kennen wir auch schon. Aber soll sein.
Staatssekretär Dr. Matznetter: Der Kollege Stummvoll ...!
Jetzt läuft Matznetter wieder in die andere Richtung, weil da ist nämlich zuerst die ÖVP gestanden. Da ist irgendetwas interveniert und gestritten worden. Dann ist er dort hinübergelaufen: Dort steht die SPÖ. Und dann ist dort interveniert und gestritten worden. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Der Kollege Stummvoll ...!) Schön, jetzt haben Sie wieder Platz genommen, weil Kollege Stummvoll jetzt von der einen Seite auf die andere gegangen ist, um dem Kollegen Matznetter das ewige Hin-und-her-Laufen zu ersparen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt läuft Matznetter wieder in die andere Richtung, weil da ist nämlich zuerst die ÖVP gestanden. Da ist irgendetwas interveniert und gestritten worden. Dann ist er dort hinübergelaufen: Dort steht die SPÖ. Und dann ist dort interveniert und gestritten worden. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Der Kollege Stummvoll ...!) Schön, jetzt haben Sie wieder Platz genommen, weil Kollege Stummvoll jetzt von der einen Seite auf die andere gegangen ist, um dem Kollegen Matznetter das ewige Hin-und-her-Laufen zu ersparen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Staatssekretär Matznetter, mehr braucht man eigentlich über den Zustand dieser Bundesregierung gar nicht zu sagen. Bei einer Regierung, die sogar hier im Parlament ihre – wie ich höre, geht es um Personaldiskussionen in der Nationalbank – Personalstreitereien austrägt und nicht darüber nachdenkt, wie man das Land besser regieren kann, wie man für die Menschen etwas tun kann, kann man mit Peter Westenthaler wirklich nur eines sagen: Neuwahlantrag! Befreien Sie uns von dieser Schmach, von diesen Problemen und von dieser Last einer solchen Regierung! (Beifall beim BZÖ.)
Staatssekretär Dr. Matznetter: Pendlerpauschale ...!
Aber jetzt greifen Sie den Bürgern kräftig in die Tasche: Seit wenigen Tagen haben wir eine Mineralölsteuererhöhung hinzunehmen – Herr Kollege Matznetter, Sie sind ein Steuererhöhungs-Staatssekretär, aber nicht einer für Steuersenkungen! –, die jeden Österreicher und jede Österreicherin massiv belastet, vor allem die Pendler, ohne irgendwelche soziale Abfederungen zu machen, Herr Kollege Matznetter. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Pendlerpauschale ...!)
demonstrative Zustimmung des Abg. Dr. Cap
Es ist immer so nett, mit dem Kollegen Cap zu diskutieren (demonstrative Zustimmung des Abg. Dr. Cap) – selbstverständlich ist das nett, weil da kann man wirklich noch etwas lernen an Kommunikationstalenten –, allerdings mehr – Sie wissen das, sage ich auch immer – für die eigenen Parteiveranstaltungen, denn dort glaubt man Ihnen das noch. Die Bevölkerung durchschaut das natürlich, denn wenn man über Jahre hinweg sagt, man braucht keine Abfangjäger, weil es keine Bedrohung mehr gibt – und dann sind diese bösen Kampfflieger plötzlich „Neutralitätsflieger“ (Heiterkeit beim BZÖ), um einen Neutralitätsfall abzuwehren, den es ja gar nicht mehr gibt, wie der Kollege Cap und die SPÖ gesagt haben, nämlich einen militärischer Angriff von unseren friedlichen Nachbarländern!
Heiterkeit beim BZÖ
Es ist immer so nett, mit dem Kollegen Cap zu diskutieren (demonstrative Zustimmung des Abg. Dr. Cap) – selbstverständlich ist das nett, weil da kann man wirklich noch etwas lernen an Kommunikationstalenten –, allerdings mehr – Sie wissen das, sage ich auch immer – für die eigenen Parteiveranstaltungen, denn dort glaubt man Ihnen das noch. Die Bevölkerung durchschaut das natürlich, denn wenn man über Jahre hinweg sagt, man braucht keine Abfangjäger, weil es keine Bedrohung mehr gibt – und dann sind diese bösen Kampfflieger plötzlich „Neutralitätsflieger“ (Heiterkeit beim BZÖ), um einen Neutralitätsfall abzuwehren, den es ja gar nicht mehr gibt, wie der Kollege Cap und die SPÖ gesagt haben, nämlich einen militärischer Angriff von unseren friedlichen Nachbarländern!
Beifall bei BZÖ und ÖVP
Aber da tut man alles, um diese Umfaller zu kaschieren, weil man ganz einfach nicht zugeben will, dass man der Bevölkerung die Unwahrheit gesagt hat, vor der Wahl alles Mögliche versprochen hat, wissend, dass man das nicht einhalten kann. Und jetzt versucht man mit allen Mitteln, mit allen rhetorischen Finessen, das zu kaschieren. – Die Bevölkerung, meine Damen und Herren vor allem von der SPÖ, durchschaut das sehr genau. Das könnte uns als Opposition freuen – keine Frage, denn eine Regierung Gusenbauer II wird es nicht mehr geben –, aber es freut uns nicht. Es freut uns nicht, denn wir haben Ihnen in sieben Jahren konsequenter Reformpolitik einer positiven, einer guten, einer dynamischen Regierung ein gutes Erbe hinterlassen (Beifall bei BZÖ und ÖVP): Steigende Wirtschaftsdaten, sinkende Arbeitslosigkeit, Strukturreformen, die umgesetzt sind! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Und Sie verwirtschaften das! Sie verwirtschaften das zu Lasten der Österreicherinnen und Österreicher – nur damit Herr Bundeskanzler Gusenbauer seine Sandkastenträume erfüllen kann! (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Aber da tut man alles, um diese Umfaller zu kaschieren, weil man ganz einfach nicht zugeben will, dass man der Bevölkerung die Unwahrheit gesagt hat, vor der Wahl alles Mögliche versprochen hat, wissend, dass man das nicht einhalten kann. Und jetzt versucht man mit allen Mitteln, mit allen rhetorischen Finessen, das zu kaschieren. – Die Bevölkerung, meine Damen und Herren vor allem von der SPÖ, durchschaut das sehr genau. Das könnte uns als Opposition freuen – keine Frage, denn eine Regierung Gusenbauer II wird es nicht mehr geben –, aber es freut uns nicht. Es freut uns nicht, denn wir haben Ihnen in sieben Jahren konsequenter Reformpolitik einer positiven, einer guten, einer dynamischen Regierung ein gutes Erbe hinterlassen (Beifall bei BZÖ und ÖVP): Steigende Wirtschaftsdaten, sinkende Arbeitslosigkeit, Strukturreformen, die umgesetzt sind! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Und Sie verwirtschaften das! Sie verwirtschaften das zu Lasten der Österreicherinnen und Österreicher – nur damit Herr Bundeskanzler Gusenbauer seine Sandkastenträume erfüllen kann! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber da tut man alles, um diese Umfaller zu kaschieren, weil man ganz einfach nicht zugeben will, dass man der Bevölkerung die Unwahrheit gesagt hat, vor der Wahl alles Mögliche versprochen hat, wissend, dass man das nicht einhalten kann. Und jetzt versucht man mit allen Mitteln, mit allen rhetorischen Finessen, das zu kaschieren. – Die Bevölkerung, meine Damen und Herren vor allem von der SPÖ, durchschaut das sehr genau. Das könnte uns als Opposition freuen – keine Frage, denn eine Regierung Gusenbauer II wird es nicht mehr geben –, aber es freut uns nicht. Es freut uns nicht, denn wir haben Ihnen in sieben Jahren konsequenter Reformpolitik einer positiven, einer guten, einer dynamischen Regierung ein gutes Erbe hinterlassen (Beifall bei BZÖ und ÖVP): Steigende Wirtschaftsdaten, sinkende Arbeitslosigkeit, Strukturreformen, die umgesetzt sind! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Und Sie verwirtschaften das! Sie verwirtschaften das zu Lasten der Österreicherinnen und Österreicher – nur damit Herr Bundeskanzler Gusenbauer seine Sandkastenträume erfüllen kann! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Krainer, am besten hinlegen! Am besten im Liegen reden! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Natürlich, Kollege Westenthaler!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Krainer zu Wort. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler: Krainer, am besten hinlegen! Am besten im Liegen reden! – Abg. Krainer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Natürlich, Kollege Westenthaler!)
Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir gleich mit dem beginnen, womit Kollege Westenthaler begonnen hat, mit der Frage Eurofighter, dann stellt sich die Frage: Was ist Alfred Gusenbauer vorzuwerfen? (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Es ist ihm vorzuwerfen, dass er es nicht für möglich gehalten hat, dass die alte Regierung einen derart schlechten Vertrag aushandelt, dass selbst indirekte Bestechung nicht zur Auflösung des Vertrages reicht! (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Und das hat der Ausschuss bewiesen! Er hat indirekte Bestechung von Entscheidungsträgern bewiesen. Nur, der Vertrag, den diese Parteien ausverhandelt haben, war so schlecht, dass das kein Ausstiegsgrund war. Das kann man ihm vorwerfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deswegen habt ihr eineinhalb Seiten Bericht gemeinsam beschlossen!)
Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir gleich mit dem beginnen, womit Kollege Westenthaler begonnen hat, mit der Frage Eurofighter, dann stellt sich die Frage: Was ist Alfred Gusenbauer vorzuwerfen? (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Es ist ihm vorzuwerfen, dass er es nicht für möglich gehalten hat, dass die alte Regierung einen derart schlechten Vertrag aushandelt, dass selbst indirekte Bestechung nicht zur Auflösung des Vertrages reicht! (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Und das hat der Ausschuss bewiesen! Er hat indirekte Bestechung von Entscheidungsträgern bewiesen. Nur, der Vertrag, den diese Parteien ausverhandelt haben, war so schlecht, dass das kein Ausstiegsgrund war. Das kann man ihm vorwerfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deswegen habt ihr eineinhalb Seiten Bericht gemeinsam beschlossen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deswegen habt ihr eineinhalb Seiten Bericht gemeinsam beschlossen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir gleich mit dem beginnen, womit Kollege Westenthaler begonnen hat, mit der Frage Eurofighter, dann stellt sich die Frage: Was ist Alfred Gusenbauer vorzuwerfen? (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Es ist ihm vorzuwerfen, dass er es nicht für möglich gehalten hat, dass die alte Regierung einen derart schlechten Vertrag aushandelt, dass selbst indirekte Bestechung nicht zur Auflösung des Vertrages reicht! (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Und das hat der Ausschuss bewiesen! Er hat indirekte Bestechung von Entscheidungsträgern bewiesen. Nur, der Vertrag, den diese Parteien ausverhandelt haben, war so schlecht, dass das kein Ausstiegsgrund war. Das kann man ihm vorwerfen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deswegen habt ihr eineinhalb Seiten Bericht gemeinsam beschlossen!)
Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!
dieser Situation? (Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!) Und das, was er gemacht hat, mit dem Verteidigungsminister gemeinsam, ist, dass wir 5,5 Milliarden € einsparen (Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!) – 5,5 Milliarden Schilling, also 400 Millionen €! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist genauso viel, wie die alten 24 Draken gekostet haben. Das ist genau derselbe Betrag, und den konnten wir jetzt wenigstens noch einsparen. Dieses Geld kann man wesentlich sinnvoller ausgeben als für unnötige Kampfbomber! (Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!)
Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!
dieser Situation? (Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!) Und das, was er gemacht hat, mit dem Verteidigungsminister gemeinsam, ist, dass wir 5,5 Milliarden € einsparen (Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!) – 5,5 Milliarden Schilling, also 400 Millionen €! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist genauso viel, wie die alten 24 Draken gekostet haben. Das ist genau derselbe Betrag, und den konnten wir jetzt wenigstens noch einsparen. Dieses Geld kann man wesentlich sinnvoller ausgeben als für unnötige Kampfbomber! (Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
dieser Situation? (Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!) Und das, was er gemacht hat, mit dem Verteidigungsminister gemeinsam, ist, dass wir 5,5 Milliarden € einsparen (Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!) – 5,5 Milliarden Schilling, also 400 Millionen €! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist genauso viel, wie die alten 24 Draken gekostet haben. Das ist genau derselbe Betrag, und den konnten wir jetzt wenigstens noch einsparen. Dieses Geld kann man wesentlich sinnvoller ausgeben als für unnötige Kampfbomber! (Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!)
Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!
dieser Situation? (Abg. Dr. Graf: Zudecken! Zudrehen!) Und das, was er gemacht hat, mit dem Verteidigungsminister gemeinsam, ist, dass wir 5,5 Milliarden € einsparen (Abg. Dr. Schüssel: 5,5 Milliarden Euro?!) – 5,5 Milliarden Schilling, also 400 Millionen €! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann es sein, dass es Lire sind? – Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist genauso viel, wie die alten 24 Draken gekostet haben. Das ist genau derselbe Betrag, und den konnten wir jetzt wenigstens noch einsparen. Dieses Geld kann man wesentlich sinnvoller ausgeben als für unnötige Kampfbomber! (Abg. Strache: Jetzt landen die Kampfbomber! Die SPÖ-Kampfbomber landen!)
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen Erhöhung der Pendlerpauschale im gleichen Schritt um 10 Prozent und – auch etwas, was Ihnen völlig unbekannt war – für all jene, die besonders wenig verdienen, durch die fast Verdoppelung der Negativsteuer eine soziale Abfederung von 90 € im Jahr. Das ist der Unterschied! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben es versprochen!
Was die Steuerreform angeht, so ist es immer auch eine Frage, wann man die macht. (Abg. Scheibner: Sie haben es versprochen!) Und es wäre absolut verrückt, in einer Hochkonjunktur eine Steuerreform zu machen! Das macht man zu einem Zeitpunkt, zu dem es mit der Wirtschaft bergab geht, um Impulse zu geben. Das werden wir auch machen, und das bereiten wir auch vor. (Abg. Dr. Graf: Unter dieser Regierung geht es bergab?) Und es wird wesentlich sein, welche Inhalte diese Steuerreform hat. Und die Diskussion, die es im Moment gibt – im Regierungsprogramm ist das auch klar determiniert –: Es sollen die kleinen und mittleren Einkommen entlastet werden, genau jene Einkommen, die von der letzten – von Ihrer – Steuerreform nichts hatten. Und genau dort soll der Schwerpunkt sein.
Abg. Dr. Graf: Unter dieser Regierung geht es bergab?
Was die Steuerreform angeht, so ist es immer auch eine Frage, wann man die macht. (Abg. Scheibner: Sie haben es versprochen!) Und es wäre absolut verrückt, in einer Hochkonjunktur eine Steuerreform zu machen! Das macht man zu einem Zeitpunkt, zu dem es mit der Wirtschaft bergab geht, um Impulse zu geben. Das werden wir auch machen, und das bereiten wir auch vor. (Abg. Dr. Graf: Unter dieser Regierung geht es bergab?) Und es wird wesentlich sein, welche Inhalte diese Steuerreform hat. Und die Diskussion, die es im Moment gibt – im Regierungsprogramm ist das auch klar determiniert –: Es sollen die kleinen und mittleren Einkommen entlastet werden, genau jene Einkommen, die von der letzten – von Ihrer – Steuerreform nichts hatten. Und genau dort soll der Schwerpunkt sein.
Beifall bei der SPÖ.
Auf die Frage, was sich im sozialen Bereich noch getan hat, ist die Antwort relativ einfach. Wir brauchen uns nur zu erinnern, was in diesen wenigen Monaten passiert ist: Es sind die Mindestrenten erhöht worden um einen Rekordwert, den Sie nicht einmal kumulativ zusammengebracht haben in sieben Jahren. Der Mindestlohn von 1 000 € wird jetzt in zwei Schritten umgesetzt – etwas, was Sie auch in Ihrem alten Regierungsprogramm drinnen hatten, aber nie geschafft haben. Das schafft diese Regierung in wenigen Monaten! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (fortsetzend): Gusenbauer – es gilt das gebrochene Wort. – Das ist eher nicht das Thema, zu dem ich sprechen werde. Das gilt eher für die SPÖ, denn wir haben nichts versprochen, was wir nicht auch gehalten haben. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme eher zum zweiten Thema Stellung: Regierung der sozialen Kälte und steuerlichen Belastungen. Und da ist es mir wichtig, als ÖVP-Abgeordneter herauszustreichen, dass diese Regierung aufbauen kann auf die erfolgreichen letzten Jahre. Es wurde in der letzten Legislaturperiode eine gute, richtige und wichtige Politik gemacht, und das ist herauszustreichen. (Beifall bei der ÖVP.) Aufgrund dieser Politik ist es der jetzigen Koalition möglich, aufzubauen und diesen Erfolgsweg fortzusetzen. Das muss man an dieser Stelle auch erwähnen.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Es bestätigen uns ja die Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent, 4,4 Prozent laut Eurostat, liegen an vierter Stelle in der Europäischen Union – und das nicht erst seit Jänner dieses Jahres, meine sehr geehrten Damen und Herren, sondern wir haben seit 16 Monaten rückläufige Arbeitslosenzahlen. Das bestätigt, dass die Arbeitsmarktpakete, dass alles, was in der vorherigen Regierung und hier im Parlament beschlossen wurde, vollkommen richtig waren und im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Staatssekretär Dr. Matznetter: Jetzt!
Wir haben 20 000 Arbeitslose weniger im Vergleich zum Vorjahr. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Jetzt!) Wir haben einen Höchststand an Beschäftigten: 3 366 000 Beschäftigte, und es wurden 63 000 Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Strache: McJobs, Teilzeitjobs, wo man vier braucht, um leben zu können! 56 000 Österreicher sind in Umschulungsprogrammen!) – Herr Kollege Strache, warum regen Sie sich so auf? (Abg. Strache: Das sind die Tricksereien! 56 000 Menschen in Umschulungsprogrammen!) Sie wollten ja nicht in die Regierung, Sie haben sich ja geweigert, Regierungsverantwortung zu übernehmen in diesem Land! Sie brauchen sich also heute gar nicht so aufzuregen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 56 000 Menschen hat man einfach aus der Statistik herausgenommen!)
Abg. Strache: McJobs, Teilzeitjobs, wo man vier braucht, um leben zu können! 56 000 Österreicher sind in Umschulungsprogrammen!
Wir haben 20 000 Arbeitslose weniger im Vergleich zum Vorjahr. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Jetzt!) Wir haben einen Höchststand an Beschäftigten: 3 366 000 Beschäftigte, und es wurden 63 000 Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Strache: McJobs, Teilzeitjobs, wo man vier braucht, um leben zu können! 56 000 Österreicher sind in Umschulungsprogrammen!) – Herr Kollege Strache, warum regen Sie sich so auf? (Abg. Strache: Das sind die Tricksereien! 56 000 Menschen in Umschulungsprogrammen!) Sie wollten ja nicht in die Regierung, Sie haben sich ja geweigert, Regierungsverantwortung zu übernehmen in diesem Land! Sie brauchen sich also heute gar nicht so aufzuregen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 56 000 Menschen hat man einfach aus der Statistik herausgenommen!)
Abg. Strache: Das sind die Tricksereien! 56 000 Menschen in Umschulungsprogrammen!
Wir haben 20 000 Arbeitslose weniger im Vergleich zum Vorjahr. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Jetzt!) Wir haben einen Höchststand an Beschäftigten: 3 366 000 Beschäftigte, und es wurden 63 000 Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Strache: McJobs, Teilzeitjobs, wo man vier braucht, um leben zu können! 56 000 Österreicher sind in Umschulungsprogrammen!) – Herr Kollege Strache, warum regen Sie sich so auf? (Abg. Strache: Das sind die Tricksereien! 56 000 Menschen in Umschulungsprogrammen!) Sie wollten ja nicht in die Regierung, Sie haben sich ja geweigert, Regierungsverantwortung zu übernehmen in diesem Land! Sie brauchen sich also heute gar nicht so aufzuregen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 56 000 Menschen hat man einfach aus der Statistik herausgenommen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 56 000 Menschen hat man einfach aus der Statistik herausgenommen!
Wir haben 20 000 Arbeitslose weniger im Vergleich zum Vorjahr. (Staatssekretär Dr. Matznetter: Jetzt!) Wir haben einen Höchststand an Beschäftigten: 3 366 000 Beschäftigte, und es wurden 63 000 Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Strache: McJobs, Teilzeitjobs, wo man vier braucht, um leben zu können! 56 000 Österreicher sind in Umschulungsprogrammen!) – Herr Kollege Strache, warum regen Sie sich so auf? (Abg. Strache: Das sind die Tricksereien! 56 000 Menschen in Umschulungsprogrammen!) Sie wollten ja nicht in die Regierung, Sie haben sich ja geweigert, Regierungsverantwortung zu übernehmen in diesem Land! Sie brauchen sich also heute gar nicht so aufzuregen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: 56 000 Menschen hat man einfach aus der Statistik herausgenommen!)
Beifall bei der ÖVP
In fünf Bundesländern, meine sehr geehrte Damen und Herren, herrscht de facto Vollbeschäftigung. Ich darf Oberösterreich erwähnen, mein Heimatbundesland: 2,6 Prozent Arbeitslosenquote, wir haben de facto Vollbeschäftigung, aber wir werden uns auch um jene kümmern, die noch keinen Job haben (Beifall bei der ÖVP), denn das ist unsere Aufgabe.
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Von diesen fünf Bundesländern werden zufällig vier von der ÖVP regiert; sie haben die niedrigste Arbeitslosenquote. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Fünf Bezirke in Oberösterreich liegen unter den zehn besten Bezirken! Das sind die Themen, die uns in diesem Zusammenhang beschäftigen sollen.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben auch ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, und dieser Aufschwung bedeutet Wohlstand für alle. Das muss erwähnt werden. Die Maßnahmen der letzten Jahre greifen, und die ÖVP ist und bleibt Garant für diese positive Entwicklung in Österreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da kann man nicht einfach sagen: Es ist nichts passiert in dieser Regierung und in diesem Parlament. Das stimmt so nicht, und das lasse ich auch so nicht stehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Zwei Punkte möchte ich noch herausstreichen, neben den vielen anderen, die im Programm stehen: die Steuerreform und die Mitarbeiterbeteiligung. Die ÖVP wird diese Herausforderungen annehmen und auch lösen. Wir sind der Garant dafür, dass eine gute Politik im Sinne der Menschen in diesem Land gemacht wird! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist es: Mit christlich-sozial nichts mehr am Hut!
„Die Volkspartei sagt leider nicht offen, dass aus einer ehemals christlich orientierten Partei eine neoliberale geworden ist“. (Abg. Strache: Das ist es: Mit christlich-sozial nichts mehr am Hut!)
Beifall bei den Grünen.
Ja. Das ist es. Die ÖVP macht eine neoliberale Politik. Minimierung der Rolle des Staates zur Maximierung der Freiheit, Freiheit vor allem für die Reichen und Wohlhabenden, denn der große Rest ist vor allem frei von Unterstützung, frei von einem guten öffentlichen Bildungssystem, frei von öffentlichen Gesundheitssystemen und frei von fairen Löhnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und was die Pflege angeht: Pflegeregelung, Hausbetreuungsgesetz, die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte? – Miese Bezahlung, miese Rahmenbedingungen! Das ist überhaupt nicht fair! Vermögensverwertung bis zu 5 000 € für die alten Menschen, die zu pflegen sind! Fair wäre eine Vermögensbesteuerung, die einen gewissen Fixbetrag der Pflege widmet. Das wäre fair, das wäre solidarisch! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
„Neue Fairness braucht das Land“. – Dazu sage ich: Ja, wir brauchen das, aber wir brauchen das jetzt noch immer, obwohl Sie es uns versprochen haben, noch immer, fast ein Jahr nach dieser Wahl. Es braucht dringend mehr Fairness! Tun Sie etwas dafür, tun Sie bitte mehr dafür, tun Sie es bitte bald – nicht für uns, nicht für die Grünen, sondern für die Menschen, die das erwarten und denen Sie es auch versprochen haben! Bitte sorgen Sie für mehr Fairness! Wir Grüne sind sicher dabei. Wir sind sicher dabei! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie schaut die Lage aber im Generellen und überhaupt, über einen etwas längeren Zeitraum betrachtet, aus? Wie schaut die Lage der Arbeitnehmer aus? – In den letzten 15 Jahren – und da waren Sie bis auf die letzten sechs Jahre immer mit dabei, Sie waren überhaupt immer federführend – ist die Kaufkraft des unteren Einkommensfünftels um 17 Prozent gesunken. Das, was die Leute am Stammtisch beklagen, nämlich dass sie sich nichts mehr leisten können, wird vom WIFO bestätigt, und Sie können es in der APA nachlesen. Das untere Fünftel hat um 17 Prozent weniger Kaufkraft. Gleichzeitig sind die Managereinkommen – und das erzeugt natürlich zu Recht großen Frust beim Arbeitnehmer – massiv gestiegen. Tatsache ist –und das merkt der Arbeitnehmer auch –: Wohlstand ist ein Traum, der mit ehrlicher Arbeit nicht mehr zu verwirklichen ist, wobei ich hier betonen möchte, dass nicht nur hoch gebildete, sondern auch einfache Arbeit einen Wert hat. Im Hinblick darauf ist das ein verheerendes Ergebnis! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Neben den Menschen, die für harte Arbeit wenig Brot haben, gibt es aber noch andere, die umso bedauernswerter sind, nämlich diejenigen, die in den so genannten atypischen Arbeitsverhältnissen verharren müssen. Was ist – kurz gesprochen – ein atypisches Arbeitsverhältnis? Bei einem solchen Arbeitsverhältnis gibt es Geld nur mehr für tatsächlich geleistete Arbeit. Risiken wie Krankheit und Arbeitslosigkeit sind nicht mehr versichert. In solchen Fällen schreitet dann die Allgemeinheit – ich sage es jetzt, wie es ist – im Rahmen einer Art Armenfürsorge ein. Wissen Sie, was das ist? – Das ist das Wiederaufkommen des Taglöhnertums! Genau das ist das Prinzip des Taglöhners! Kein Wunder, dass das ein bisschen billiger ist! Das ist aber keine Lösung, weder für den Arbeitnehmer noch für eine gedeihliche Wirtschaftsentwicklung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das hat zwei enorme Nachteile: Erstens fehlen diese Leute im eigenen Land. Dorthin kommen dann noch ärmere Wanderarbeiter. Man kennt das von Polen, die nach Großbritannien gegangen sind, und in Polen stoßen jetzt die Ukrainer hinein. Dort fehlen dann Fachkräfte, und es gibt ja auch schon Rückholaktionen. Zweitens wird dadurch das Lohnniveau im Zielland nachhaltig beschädigt und zerstört. – Das sind die atypischen Beschäftigungsverhältnisse – vulgo: Taglöhnerverhältnisse – und die Bedingungen, unter denen so genannte Wanderarbeiter leben. Und Sie als Sozialdemokraten müssen sich vorwerfen lassen, dass Sie es zugelassen haben, dass eine solche neue Unterschicht entstanden ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen: Es geht hier nicht um Illusionen, sondern um Konzepte, um politische Ziele und die dahinterstehenden Ideale. All das haben Sie nicht. Sie werden die soziale Frage so nicht lösen. Dafür werden wir andere Leute brauchen! (Beifall bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Urlaubszeit beginnt allmählich, und ich darf allen Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen und vor allem auch der Frau Kollegin von den Grünen, die vorher gesprochen hat, die Einladung überbringen, das Tourismusland Kärnten in den Sommermonaten einmal aufzusuchen, sich dort ein wenig umzuhören und umzusehen, vor allem betreffend die soziale Politik unseres Landeshauptmannes (ironische Heiterkeit bei den Grünen), und sich zu erkundigen, wie vorbildlich Kärnten die Sozialpolitik ernst nimmt und somit ein Gegenmodell zur derzeitigen Bundesregierung darstellt! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Urlaubszeit beginnt allmählich, und ich darf allen Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen und vor allem auch der Frau Kollegin von den Grünen, die vorher gesprochen hat, die Einladung überbringen, das Tourismusland Kärnten in den Sommermonaten einmal aufzusuchen, sich dort ein wenig umzuhören und umzusehen, vor allem betreffend die soziale Politik unseres Landeshauptmannes (ironische Heiterkeit bei den Grünen), und sich zu erkundigen, wie vorbildlich Kärnten die Sozialpolitik ernst nimmt und somit ein Gegenmodell zur derzeitigen Bundesregierung darstellt! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Öllinger, ich erkläre Ihnen das gerne. Wir haben in Kärnten unter Landeshauptmann Jörg Haider eine Babyprämie, ein gratis Kindergartenjahr, ein Schulstartgeld und die Mütterpension eingeführt. In allen Lebensphasen gibt es eine soziale Absicherung. Das ist das absolut wirksame, ehrliche und verantwortungsbewusste Gegenmodell zu dieser Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
„Lügen“ darf man hier im Parlament ja nicht sagen, aber es ist zumindest eine Verdrängung der Wahrheit, wenn Kanzler Gusenbauer im Ausland so positiv über Österreich spricht. Das war nicht immer so. Wir haben auch schon Zeiten erlebt, in denen er im Ausland champagnisiert und über unser Land schlecht geredet hat! Aber wenn man im Ausland die Steuerreform nutzt, um Österreich gut dastehen zu lassen, und die Gruppenbesteuerung lobt, die wenige Wochen und Monate zuvor noch von Gusenbauer und von Matznetter, dem jetzigen Staatssekretär, als Instrument bezeichnet wurde, das man sofort nach Eintritt in die Regierung wieder abschaffen wollte, dann ist das schon ein Beispiel dafür, dass die SPÖ ihre Regierungspolitik zu wenig ernst nimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie müssen ganz einfach zugeben, dass die letzte Regierung eine sehr offensive Regierung war, die über den Zeithorizont von zehn Jahren hinaus gedacht hat. Wenn wir heute die Zeitungen aufschlagen und sehen, dass die Austrian Business Agency ein Wachstum von 34 Prozent bei Investitionsprojekten zu verzeichnen hat, dann ist das auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Schlagkraft der österreichischen Wirtschaft und des Steuersystems zurückzuführen: Hier wurden weitsichtige Entscheidungen hinsichtlich Gruppenbesteuerung und hinsichtlich Senkung der Körperschaftsteuer getroffen, die dafür verantwortlich sind, dass es der Wirtschaft so gut geht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir sehen also in dieser Bundesregierung und vor allem im Verantwortungsgefühl des Bundeskanzlers eine eklatante Schwäche und eine Schieflage: Diese Bundesregierung und dieser Bundeskanzler haben nicht nur vor allem auch betreffend Eurofighter ein zentrales Wahlversprechen gebrochen, sondern präsentieren uns jetzt auch noch diese Lösung mit den Eurofightern, nämlich alte Flieger für die Luftraumüberwachung anzuschaffen, die während ihrer Nutzungsdauer noch teurer werden! Meine Damen und Herren! Das ist nicht die intellektuelle Niederkunft eines Bundeskanzlers, die wir uns hier alle wünschen. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist der Demokratie und der Kontrolle in diesem Land jedoch abträglich, und das gilt es aufzuzeigen. Deshalb wollen wir die Absetzung dieser Punkte heute sicherstellen. Wir wollen sicherstellen, dass der neue Parlamentarismus wirklich gelebt wird. Das fordern wir ein, und deshalb haben wir heute auch diese Einwendungsdebatte beantragt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wir wollen sie am Freitag behandeln!
Ich möchte Ihnen nur sagen: Die Punkte, die Sie von der heutigen Debatte abgesetzt wissen wollen, sind in der Tat durchaus gewichtige und wichtige Punkte. (Abg. Strache: Wir wollen sie am Freitag behandeln!) Dass wir beispielsweise heute im Rahmen unserer Debatte über das Bundesvergabegesetz verhandeln werden, von dem der Verfassungsgerichtshof Teile aufgehoben hat, weshalb es notwendig ist, es rasch zu reparieren, und dass wir heute über das Handy-TV, eine neue Einrichtung, die weithin gewünscht und gefordert worden ist, sprechen werden, kann doch nicht gegen Ihre Interessen sein! (Abg. Strache: Was spricht dagegen, dass wir diese Punkte am Freitag behandeln?)
Abg. Strache: Was spricht dagegen, dass wir diese Punkte am Freitag behandeln?
Ich möchte Ihnen nur sagen: Die Punkte, die Sie von der heutigen Debatte abgesetzt wissen wollen, sind in der Tat durchaus gewichtige und wichtige Punkte. (Abg. Strache: Wir wollen sie am Freitag behandeln!) Dass wir beispielsweise heute im Rahmen unserer Debatte über das Bundesvergabegesetz verhandeln werden, von dem der Verfassungsgerichtshof Teile aufgehoben hat, weshalb es notwendig ist, es rasch zu reparieren, und dass wir heute über das Handy-TV, eine neue Einrichtung, die weithin gewünscht und gefordert worden ist, sprechen werden, kann doch nicht gegen Ihre Interessen sein! (Abg. Strache: Was spricht dagegen, dass wir diese Punkte am Freitag behandeln?)
Abg. Strache: Sie sind die Umfaller der Nation! Das ist das Problem!
Was spricht dagegen, dass wir heute auch über die Beamten-Dienstrechtsgesetz-Novelle 2007 sprechen, mit welcher nicht nur die schulfesten Stellen für Lehrer beseitigt werden, sondern in der eine Reihe von frauen- und familienfreundlichen Maßnahmen getroffen werden? (Abg. Strache: Sie sind die Umfaller der Nation! Das ist das Problem!)
Abg. Strache: Die SPÖ ist das neue BZÖ der Bundesregierung!
Herr Abgeordneter Strache, das Thema, das Sie gerne besprechen würden, wird besprochen werden! (Abg. Strache: Die SPÖ ist das neue BZÖ der Bundesregierung!) Sie wissen selbst, dass dieses Thema am Freitag drankommt. Was das dringende Interesse ist, dass es unbedingt heute an die Reihe kommen muss, konnten Sie vorhin in Ihrer Rede nicht wirklich dartun – und dass Sie für die englische Art eintreten und nicht für die österreichische, das wundert uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Strache, das Thema, das Sie gerne besprechen würden, wird besprochen werden! (Abg. Strache: Die SPÖ ist das neue BZÖ der Bundesregierung!) Sie wissen selbst, dass dieses Thema am Freitag drankommt. Was das dringende Interesse ist, dass es unbedingt heute an die Reihe kommen muss, konnten Sie vorhin in Ihrer Rede nicht wirklich dartun – und dass Sie für die englische Art eintreten und nicht für die österreichische, das wundert uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
ihrem Interesse, dass am Freitag mehr Zeit zur Verfügung steht, dass wir über die Arbeit des Banken-Untersuchungsausschusses diskutieren können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Aber wir begrüßen ausdrücklich diese Geschäftsordnungsdebatte, weil sie die Möglichkeit bietet, auf einen ausgesprochenen Skandal im Rahmen dieser Tagesordnungen der drei Sitzungstage hinzuweisen, nämlich dass die SPÖ und die ÖVP heute einen Fristsetzungsantrag einbringen werden. Für die Zuseher und Zuhörer, die nicht wissen, was es damit auf sich hat, sage ich dazu: Das heißt, dass die Arbeit des Banken-Untersuchungsausschusses per Freitag beendet und abgewürgt ist. Der Banken-Untersuchungsausschuss wird am Freitag dieser Woche von ÖVP und SPÖ abgewürgt! Und das ist der eigentliche Skandal! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Nach acht Monaten von einem „Abwürgen“ zu sprechen ...! – Gegenruf des Abg. Strache.
Trotzdem oder gerade deswegen – gerade deswegen, sollte man sagen – wird der Untersuchungsausschuss von SPÖ und ÖVP abgewürgt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Nach acht Monaten von einem „Abwürgen“ zu sprechen ...! – Gegenruf des Abg. Strache.) Das ist die Verantwortung der beiden Regierungsparteien (Abg. Strache: Bis heute sind nicht einmal alle Akten eingegangen! – weitere Zwischenrufe), die damit in beschämender Weise die Kontrollrechte des Nationalrates und des Parlaments unterlaufen und untergraben haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Bis heute sind nicht einmal alle Akten eingegangen! – weitere Zwischenrufe
Trotzdem oder gerade deswegen – gerade deswegen, sollte man sagen – wird der Untersuchungsausschuss von SPÖ und ÖVP abgewürgt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Nach acht Monaten von einem „Abwürgen“ zu sprechen ...! – Gegenruf des Abg. Strache.) Das ist die Verantwortung der beiden Regierungsparteien (Abg. Strache: Bis heute sind nicht einmal alle Akten eingegangen! – weitere Zwischenrufe), die damit in beschämender Weise die Kontrollrechte des Nationalrates und des Parlaments unterlaufen und untergraben haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Trotzdem oder gerade deswegen – gerade deswegen, sollte man sagen – wird der Untersuchungsausschuss von SPÖ und ÖVP abgewürgt. (Abg. Mag. Donnerbauer: Nach acht Monaten von einem „Abwürgen“ zu sprechen ...! – Gegenruf des Abg. Strache.) Das ist die Verantwortung der beiden Regierungsparteien (Abg. Strache: Bis heute sind nicht einmal alle Akten eingegangen! – weitere Zwischenrufe), die damit in beschämender Weise die Kontrollrechte des Nationalrates und des Parlaments unterlaufen und untergraben haben. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Monate!
Zweite Bemerkung: Böse sind sie jetzt! Van der Bellen und Strache sind jetzt böse auf die SPÖ, auf ihren Partner, mit dem sie acht Wochen lang gekuschelt haben (Ruf bei der SPÖ: Monate!), acht Monate gekuschelt (Abg. Strache: Wochen mit Monaten zu verwechseln, das passt zum Niveau!) und diese Farce von beiden Untersuchungsausschüssen durchgezogen haben.
Abg. Strache: Wochen mit Monaten zu verwechseln, das passt zum Niveau!
Zweite Bemerkung: Böse sind sie jetzt! Van der Bellen und Strache sind jetzt böse auf die SPÖ, auf ihren Partner, mit dem sie acht Wochen lang gekuschelt haben (Ruf bei der SPÖ: Monate!), acht Monate gekuschelt (Abg. Strache: Wochen mit Monaten zu verwechseln, das passt zum Niveau!) und diese Farce von beiden Untersuchungsausschüssen durchgezogen haben.
Abg. Strache: Da geht es um einen Prüfauftrag, Herr Westenthaler! Dass Sie von Kontrolle nichts wissen wollen, wissen wir eh!
Zuerst werden mit Bomben und Granaten und Trara zwei Untersuchungsausschüsse eingesetzt, und dann würgen Sie sie persönlich mit Ihren beiden Händen ab. So, abgewürgt, alle zwei! Und Ihre Partner sind plötzlich böse und wollen Sie nicht mehr. (Abg. Strache: Da geht es um einen Prüfauftrag, Herr Westenthaler! Dass Sie von Kontrolle nichts wissen wollen, wissen wir eh!) Aber das müsst ihr euch, die ihr da so schön sitzt, die Ausschusskoalition, selbst ausmachen. Ihr habt es geschafft, dass bei diesem Ausschuss nichts herauskommt, dass acht Monate lang Geld ausgegeben worden ist, aber kein Ergebnis da ist. Und jetzt seid ihr böse, weil ihr keinen gemeinsamen Antrag zusammengebracht habt. (Abg. Strache: Zudeckpartei! Kassiererpartei und Zudeckpartei!)
Abg. Strache: Zudeckpartei! Kassiererpartei und Zudeckpartei!
Zuerst werden mit Bomben und Granaten und Trara zwei Untersuchungsausschüsse eingesetzt, und dann würgen Sie sie persönlich mit Ihren beiden Händen ab. So, abgewürgt, alle zwei! Und Ihre Partner sind plötzlich böse und wollen Sie nicht mehr. (Abg. Strache: Da geht es um einen Prüfauftrag, Herr Westenthaler! Dass Sie von Kontrolle nichts wissen wollen, wissen wir eh!) Aber das müsst ihr euch, die ihr da so schön sitzt, die Ausschusskoalition, selbst ausmachen. Ihr habt es geschafft, dass bei diesem Ausschuss nichts herauskommt, dass acht Monate lang Geld ausgegeben worden ist, aber kein Ergebnis da ist. Und jetzt seid ihr böse, weil ihr keinen gemeinsamen Antrag zusammengebracht habt. (Abg. Strache: Zudeckpartei! Kassiererpartei und Zudeckpartei!)
Beifall beim BZÖ.
Es ist zum Genieren für die SPÖ, weil sie umgefallen ist, und es ist zum Genieren für euch beide, für Grüne und FPÖ, die ihr jetzt böse seid und ein Theater daraus macht, dass die SPÖ umgefallen ist. Diese Koalition ist jämmerlich – und jetzt Gott sei Dank wieder auseinandergebrochen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Weil Sie alles Mögliche andere untersucht haben!
Kollege Westenthaler hat vergessen, dass er selbst einen Antrag auf Untersuchung der BAWAG-Missstände eingebracht hat – und wir sind nicht fertig, Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Scheibner: Weil Sie alles Mögliche andere untersucht haben!) Da können Sie hier reden, wie Sie wollen, Sie sind genauso mit an Bord!
Beifall bei der FPÖ
Was spricht denn dafür, dass die Tagesordnung geändert wird? – Es ist ja nicht die Freiheitliche Partei, die sich gewünscht hat, dass die Tagesordnung geändert wird. Sie waren es in trauter Zweisamkeit! SPÖ und ÖVP mussten sie ändern! Warum? – Weil hinter den Kulissen miesester Postenschacher betrieben wird. Miesester Postenschacher (Beifall bei der FPÖ), für den Sie noch ein paar Tage Zeit gebraucht haben!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Sie setzen sogar das Mittel des Abdrehens des Untersuchungsausschusses oder beider Untersuchungsausschüsse dafür ein, um bis zuletzt zu verhandeln: Wer wird Präsident der Nationalbank? Ist Herr Nowotny fähig, soll er es machen oder nicht? Was bekommt die ÖVP dafür? Wer bekommt den Vorstand der Finanzmarktaufsicht?, und so weiter. Das sind die wahren Motive! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Strache: Das ist ein Chaos, von der Präsidentin bis zu den Regierungsparteien!
48 Stunden vorher soll das Thema der Aktuellen Stunde bekannt gegeben werden – die Tagesordnung ist erst gestern am Abend bekannt gegeben worden! (Abg. Strache: Das ist ein Chaos, von der Präsidentin bis zu den Regierungsparteien!) Das sind keine 48 Stunden!
Abg. Strache: Das ist die neue Methode!
Sie wollen eine Änderung der Tagesordnung, dazu brauchen Sie eine Zweidrittelmehrheit. Wenn das das neue Regieren ist (Abg. Strache: Das ist die neue Methode!): Zweidrittelmehrheit, über die Opposition und über die Minderheitsrechte drüberfahren – na dann danke! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie wollen eine Änderung der Tagesordnung, dazu brauchen Sie eine Zweidrittelmehrheit. Wenn das das neue Regieren ist (Abg. Strache: Das ist die neue Methode!): Zweidrittelmehrheit, über die Opposition und über die Minderheitsrechte drüberfahren – na dann danke! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Zur Handschlagqualität der SPÖ sage ich auch: Sie müssen sich erst qualifizieren. Sie sind nicht reif, in der Opposition zu sitzen, das haben wir bemerkt. Und ob Sie reif sind, in einer Regierung zu sitzen, werden wir noch feststellen, denn Postenschacher allein auf Kosten der Steuerzahler ist zu wenig! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr zögerlich!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die den Einwendungen Rechnung tragen wollen, das heißt, die Punkte 6, 7 und 8 von der Tagesordnung abzusetzen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr zögerlich!) Somit bleibt es bei der schriftlich mitgeteilten Tagesordnung für die heutige Sitzung.
Beifall bei den Grünen.
Diese Menschen machen einen sehr verantwortungsvollen Job, aber eine Lösung für das Problem Betreuung und Pflege von älteren und schwerbehinderten Menschen ist das mit Sicherheit nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.
Und wenn Sie noch am Ende des Inserats schreiben: „Gemeinsam gehen, Miteinander lösen, Ihr Sozialminister Erwin Buchinger“, na da kann ich nur sagen, schauen wir uns die letzten Monate in der Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Regierungsparteien an, was sie auf dem Pflegesektor weitergebracht haben im Interesse und zum Wohl der Pflegebedürftigen. Das ist erbärmlich, und das haben sich die Menschen ganz sicher nicht verdient – und vor allem die Pflegebedürftigen nicht! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Grünen haben in den letzten Wochen immer davon gesprochen, am besten wäre es, die Amnestieregelung zu verlängern, das heißt, sie wollten prekäre Verhältnisse, wo Menschen ohne gesetzlichen Schutz, ohne gesetzliche Regelung in unseren Haushalten arbeiten, beibehalten. – Dem haben wir eine Absage erteilt. Wir haben eine Lösung angeboten, dass gesetzliche Regelungen geschehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
15 Prozent der Menschen sind stationär untergebracht, das heißt, sie sind in Heimen untergebracht, wo auf die Würde, auf ein Altern der Menschen in Würde geachtet wird. Und 5 Prozent der pflegebedürftigen Menschen – so die Schätzungen – haben eine Betreuung zu Hause, die in den letzten Jahren immer sehr am Rande der Gesellschaft ohne Regelungen, ohne gesetzliche Maßnahmen die Pflege gemacht hat. Hier legen wir heute einen Lückenschluss vor. Und dass es eine Verbesserung gibt, dass nämlich auch Leute der Pflegegeldstufen 3 und 4 eingebunden werden, ist umso besser und das ist auch sehr wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ist das der nächste Inseratentext?
Walter B., dessen Frau demenzkrank ist, betreut seine Frau gemeinsam mit einer Heimhilfe aus einem Nachbarland, und er freut sich sehr, dass es jetzt diese Regelung gibt, denn er ist sich immer wieder sehr beobachtet vorgekommen. (Abg. Öllinger: Ist das der nächste Inseratentext?)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne ein Danke an die Expertinnen und Experten der Ministerien, die zu diesem Thema in den letzten Monaten sehr intensiv diskutiert, verhandelt und Vorschläge vorgelegt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bedanken möchte ich mich auch bei der grünen Fraktion für die Initiative von Kollegin Haidlmayr, die den Bericht der Behindertenanwaltschaft öffentlich machen wollte. Leider gab es im Zuge der Diskussion keine Einigung mit den Grünen, aber dafür mit den anderen Fraktionen, dass wir den Bericht der Behindertenanwaltschaft dem Bericht zur Lage der behinderten Menschen anschließen können. Ich denke, auch das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass Vielfalt statt Einfallslosigkeit unser Handeln prägt und dass Sicherheit und gesetzliche Lösungen der Rahmen für die Tätigkeit der Sozialdemokratischen Partei sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
nicht ausreichend angehört wurden. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe den Eindruck – und das hat auch die Debatte in den letzten Wochen und Monaten gezeigt –, dass bei den Koalitionspartnern ein Partner auf der Bremse und der andere auf dem Gaspedal steht. – Wer welche Rolle einnimmt, das überlasse ich Ihrer Phantasie, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Erinnern möchte ich nochmals daran, dass es ganz dringend notwendig ist, den Österreich-Konvent neu zu starten beziehungsweise zu einem Erfolg zu führen, denn wir in Österreich brauchen – im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland – für unsere Verwaltung um 3 Milliarden € mehr. Jetzt dürfen wir da nicht den Beamten die Schuld geben, denn: Schuld ist die Politik, die mit einer Gesetzes- und Regulierungsflut diesen Mehraufwand notwendig macht. Daher müssen wir alles daran setzen, da einzusparen, damit eben Geld für wichtige soziale Maßnahmen zur Verfügung steht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher nochmals: Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive. Wir brauchen auch das Berufsbild des Altenfachbetreuers, und wir brauchen auch zur Aufwertung der Pflegeberufe eine Berufsmatura. Das sind Maßnahmen, die wir angehen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Donabauer: ABGB ist das! Das geht nicht anders!
Unserer Auffassung nach ist Pflege eine staatliche Aufgabe, eine Aufgabe, die der Staat sicherzustellen hat, und zwar entweder durch die Zurverfügungstellung von Infrastruktur beziehungsweise durch das Bereitstellen finanzieller Mittel. Und daher meine ich auch, dass wir davon abkommen müssen, dass heute Kinder mit ihrem Einkommen für die Pflege der Eltern aufzukommen haben. Das ist für Eltern eine große Belastung, wenn sie wissen, dass ihre Kinder eines Tages, wenn sie pflegebedürftig werden, finanziell für diese Pflege aufkommen müssen. (Abg. Donabauer: ABGB ist das! Das geht nicht anders!) – Herr Kollege, wir sind hier im Nationalrat, und der Nationalrat kann Gesetze ändern! Das ist vielleicht eine völlig neue Erfahrung, zu der Sie da jetzt kommen, aber: Der Nationalrat ist dazu da, Gesetze zu ändern – und nicht dazu, etwas zu kommentieren.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Ich halte es also für notwendig, Eltern und Kinder aus dieser Zwickmühle zu befreien, denn: Wer Kinder großzieht, erbringt ja auch eine Leistung für die öffentliche Hand. Und wie wir wissen, können Kinder tatsächlich in die Armutsfalle rutschen, wenn sie für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Herr Kollege, ich habe Sie schlecht verstanden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sollen die Eltern auch keine Unterhaltspflichten mehr haben?) – Herr Kollege, Sie verwechseln da zwei Dinge! Aber gut: Sie sind offensichtlich dafür, dass die Kinder die Pflege der Eltern bezahlen; ich nehme das zur Kenntnis. Die Unterhaltsleistungen, die Eltern bezahlen, sind ja völlig unumstritten. Ich sagte ja, die Eltern erbringen ja eine Leistung für die öffentliche Hand, eben durch die Unterhaltspflichten für die Kinder. (Abg. Öllinger: In Vorarlberg sollen sogar die Enkelkinder zahlen laut ÖVP!) – Na bitte! (Abg. Mag. Donnerbauer: Mich wundert nur, dass die FPÖ jetzt sagt, alles staatlich ...!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sollen die Eltern auch keine Unterhaltspflichten mehr haben?
Ich halte es also für notwendig, Eltern und Kinder aus dieser Zwickmühle zu befreien, denn: Wer Kinder großzieht, erbringt ja auch eine Leistung für die öffentliche Hand. Und wie wir wissen, können Kinder tatsächlich in die Armutsfalle rutschen, wenn sie für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Herr Kollege, ich habe Sie schlecht verstanden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sollen die Eltern auch keine Unterhaltspflichten mehr haben?) – Herr Kollege, Sie verwechseln da zwei Dinge! Aber gut: Sie sind offensichtlich dafür, dass die Kinder die Pflege der Eltern bezahlen; ich nehme das zur Kenntnis. Die Unterhaltsleistungen, die Eltern bezahlen, sind ja völlig unumstritten. Ich sagte ja, die Eltern erbringen ja eine Leistung für die öffentliche Hand, eben durch die Unterhaltspflichten für die Kinder. (Abg. Öllinger: In Vorarlberg sollen sogar die Enkelkinder zahlen laut ÖVP!) – Na bitte! (Abg. Mag. Donnerbauer: Mich wundert nur, dass die FPÖ jetzt sagt, alles staatlich ...!)
Abg. Öllinger: In Vorarlberg sollen sogar die Enkelkinder zahlen laut ÖVP!
Ich halte es also für notwendig, Eltern und Kinder aus dieser Zwickmühle zu befreien, denn: Wer Kinder großzieht, erbringt ja auch eine Leistung für die öffentliche Hand. Und wie wir wissen, können Kinder tatsächlich in die Armutsfalle rutschen, wenn sie für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Herr Kollege, ich habe Sie schlecht verstanden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sollen die Eltern auch keine Unterhaltspflichten mehr haben?) – Herr Kollege, Sie verwechseln da zwei Dinge! Aber gut: Sie sind offensichtlich dafür, dass die Kinder die Pflege der Eltern bezahlen; ich nehme das zur Kenntnis. Die Unterhaltsleistungen, die Eltern bezahlen, sind ja völlig unumstritten. Ich sagte ja, die Eltern erbringen ja eine Leistung für die öffentliche Hand, eben durch die Unterhaltspflichten für die Kinder. (Abg. Öllinger: In Vorarlberg sollen sogar die Enkelkinder zahlen laut ÖVP!) – Na bitte! (Abg. Mag. Donnerbauer: Mich wundert nur, dass die FPÖ jetzt sagt, alles staatlich ...!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Mich wundert nur, dass die FPÖ jetzt sagt, alles staatlich ...!
Ich halte es also für notwendig, Eltern und Kinder aus dieser Zwickmühle zu befreien, denn: Wer Kinder großzieht, erbringt ja auch eine Leistung für die öffentliche Hand. Und wie wir wissen, können Kinder tatsächlich in die Armutsfalle rutschen, wenn sie für die Pflegekosten der Eltern aufzukommen haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Herr Kollege, ich habe Sie schlecht verstanden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sollen die Eltern auch keine Unterhaltspflichten mehr haben?) – Herr Kollege, Sie verwechseln da zwei Dinge! Aber gut: Sie sind offensichtlich dafür, dass die Kinder die Pflege der Eltern bezahlen; ich nehme das zur Kenntnis. Die Unterhaltsleistungen, die Eltern bezahlen, sind ja völlig unumstritten. Ich sagte ja, die Eltern erbringen ja eine Leistung für die öffentliche Hand, eben durch die Unterhaltspflichten für die Kinder. (Abg. Öllinger: In Vorarlberg sollen sogar die Enkelkinder zahlen laut ÖVP!) – Na bitte! (Abg. Mag. Donnerbauer: Mich wundert nur, dass die FPÖ jetzt sagt, alles staatlich ...!)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen. – Abg. Öllinger: Da kriegen Sie Applaus von mir!
Nein, Herr Kollege, das sagen wir nicht, aber die Pflege ist doch geradezu eine klassische staatliche Aufgabe. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen. – Abg. Öllinger: Da kriegen Sie Applaus von mir!) Sie aber wollen etwas anderes und sagen: Nein, die Kinder sollen bezahlen! – Gut, ist in Ordnung; ich nehme das zur Kenntnis.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, jetzt wird – Gott sei Dank! – diese Betreuungsmöglichkeit auch für die Pflegestufen 3 und 4 geöffnet. Ich würde aber vorschlagen, weiter zu gehen und die Betreuungsmöglichkeit völlig zu öffnen. Sie wissen, von den Stufen 5 bis 7 wird keine Bedarfsprüfung durchgeführt; bei den Stufen 3 und 4 hingegen sehr wohl. Daher könnten wir das auch öffnen für die Stufen darunter, eben mit Bedarfsprüfung, denn es kann durchaus sein, dass ein Kind, das sich in der Pflegestufe 2 befindet, aufgrund der Umstände – niedriges Alter und Pflegebedarf – eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung braucht. Daher wäre es gut, zu sagen: Abwärts von der Stufe 5 ist im Rahmen einer Bedarfsprüfung diese Leistung ebenfalls anzuerkennen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Da sind Sie ja dagegen! Das wollen Sie ja nicht!
Eigenverantwortung, Eigenvorsorge – da sind wir wieder einer Meinung –, das ist doch etwas Notwendiges. (Abg. Mag. Donnerbauer: Da sind Sie ja dagegen! Das wollen Sie ja nicht!) – Nein, Herr Kollege! Ich sage es Ihnen noch einmal: Es geht darum, die staatliche Aufgabe der Pflege sicherzustellen – man kann doch bitte niemanden umkommen lassen in unserem Land –, aber: In diesem Bereich ist es auch notwendig, Eigenvorsorge nicht zu bestrafen.
Beifall bei der FPÖ.
Ein letzter Satz noch, meine Damen und Herren. Herr Bundesminister Buchinger, die Informationskampagne, die Sie gestartet haben, hat aus meiner Sicht einen ganz besonders großen Haken, nämlich den, dass die Inserate mit sehr wenig Information ausgestattet sind. Sie sind einer jener Bundesminister, die über einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in Österreich verfügen, und ich möchte Sie daher bitten, bei den künftigen Inseraten auf das Foto zu verzichten und stattdessen Texte zu verwenden. (Beifall bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Reheis: Der war gut!
Darum bin ich eigentlich froh, dass wir heute dazu kommen, dass wir das, was in den Medien als „Molterer-Modell“ bekannt geworden ist (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Reheis: Der war gut!), im Grunde genommen nunmehr zur Umsetzung bringen, denn am Ende geht es darum, dass wir den Menschen gerade in einem so sensiblen
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Bereich wie dem Pflegebereich Sicherheit geben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Einem, auf diesen polemische Zwischenruf – wenn Sie fragen, ob das besser ist als das „Schüssel-Modell“ – gehe ich sehr gerne ein: Mir ist nicht bekannt, dass der Herr Bundeskanzler außer Dienst ein Modell zur Pflege vorgelegt hat; der Herr Vizekanzler und Finanzminister hat das aus den Ihnen bekannten Gründen getan – etwa aus dem Grund, dass in der Vorlage des Herrn Bundesminister Buchinger die Pflegestufen 3 und 4 nicht berücksichtigt waren. Das machen wir jetzt, das ist Bestandteil des „Molterer-Modells“, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollten beispielsweise nicht der Verunsicherung weiter das Wort reden, indem wir den Menschen, die pflegebedürftig sind, mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen die Verantwortung übertragen, dass sie jetzt plötzlich als Unternehmer tätig werden, also Pflegerinnen und Pfleger anstellen. Da bedarf es einer umfassenden – Herr Bundesminister, einer umfassenden! – Informationskampagne; und genau deshalb hat der Herr Vizekanzler und Finanzminister auch vorgeschlagen, die Pflegeamnestie um ein halbes Jahr zu verlängern, um den Menschen Sicherheit zu geben. Wir geben den Menschen damit Sicherheit, und das ist ein Erfolg dieser Koalition, meine Damen und Herren, und den sollte man auch nicht kleinreden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube also, wir sind auf dem richtigen Weg, und ich glaube, dass wir auf diesem Weg weitergehen sollten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister, aber auch sehr geehrte gesamte Regierung! Sorgen Sie dafür, dass die Menschen, die Pflege und Betreuung brauchen, in Zukunft keine Almosenempfänger sind, in Zukunft keine Bittsteller sind, sondern ein Recht haben, in Würde alt zu werden, nämlich dort, wo 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher das wollen: zu Hause! – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
im Sozialbereich – und das ist unbestritten – noch vieles zu verändern und noch vieles zu verbessern ist, aber eines – da kann der Sozialsprecher der ÖVP nörgeln, wie er möchte – ist klar erkennbar: dass nach sieben Jahren Stillstand in der Sozialpolitik nun unter Bundesminister Buchinger endlich wieder etwas weitergeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Endlich! – Abg. Haidlmayr: Leistbar ist sie nicht!
Aber es ist wichtig, dass diese Regelung, auch wenn sie rückwirkend mit 1. Juli in Kraft tritt, endlich eine leistbare und legale Betreuung daheim ermöglicht. (Abg. Öllinger: Endlich! – Abg. Haidlmayr: Leistbar ist sie nicht!) – Wir haben noch viel zu tun, das sage ich!
Abg. Öllinger: Nein, nein! Das ist höchstens ein Quantensprung!
Wir können in diesem Zusammenhang – davon bin ich überzeugt –, auch wenn es nur der erste Schritt in die richtige Richtung ist, trotzdem von einem sozialpolitischen Meilenstein sprechen (Abg. Öllinger: Nein, nein! Das ist höchstens ein Quantensprung!), weil von diesem Fördermodell viele Menschen profitieren werden. (Zwischenrufe der Abg. Haidlmayr.)
Zwischenrufe der Abg. Haidlmayr.
Wir können in diesem Zusammenhang – davon bin ich überzeugt –, auch wenn es nur der erste Schritt in die richtige Richtung ist, trotzdem von einem sozialpolitischen Meilenstein sprechen (Abg. Öllinger: Nein, nein! Das ist höchstens ein Quantensprung!), weil von diesem Fördermodell viele Menschen profitieren werden. (Zwischenrufe der Abg. Haidlmayr.)
Abg. Öllinger: Eben, ja!
Wir müssen in Zukunft noch über vieles reden, aber klar zutage getreten ist, was die weiteren Schritte sein sollen. – Du aber, lieber Kollege Öllinger, hast gesagt, die weiteren Schritte seien nicht erkennbar. Es ist aber vom Minister klar gesagt worden, dass auch der Ausbau der teilstationären Einrichtungen und die Ausweitung der Kurzzeitpflege zu forcieren sind. Ich glaube, da können wir alle die Ärmel hochkrempeln, denn da haben wir noch viel zu tun. (Abg. Öllinger: Eben, ja!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da Kollege Amon gesagt hat, dass es jetzt Wurst ist, ob dieser Vorschlag von Molterer oder von wem auch immer gekommen ist, möchte ich nur daran erinnern, dass sich der Finanzminister am 6. Juni sehr wohl noch gewehrt hat, die finanziellen Mittel für die Ausweitung auf die Pflegestufen 3 und 4 zur Verfügung zu stellen. Da müssen wir schon mit offenen Karten spielen und können nicht sagen: Wir wollen alles haben, aber es wird kein Geld dafür geben! Auch das müssen wir dann diskutieren. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Aber das hätte er alles aushandeln müssen!
Ich bin froh darüber, dass es Minister Buchinger gelungen ist, dass man sagen kann: Zumindest für das heurige Jahr kann man den Finanzierungsbedarf über den Bund sicherstellen (Abg. Steibl: Aber das hätte er alles aushandeln müssen!), sodass wir jetzt Zeit haben, mit den Finanzausgleichsverhandlungen die Restbeträge „auf die Beine zu stellen“. Mit den Ländern – davon bin ich überzeugt – wird es gute Lösungen geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin froh darüber, dass es Minister Buchinger gelungen ist, dass man sagen kann: Zumindest für das heurige Jahr kann man den Finanzierungsbedarf über den Bund sicherstellen (Abg. Steibl: Aber das hätte er alles aushandeln müssen!), sodass wir jetzt Zeit haben, mit den Finanzausgleichsverhandlungen die Restbeträge „auf die Beine zu stellen“. Mit den Ländern – davon bin ich überzeugt – wird es gute Lösungen geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
von dem verstehen, wozu man redet. – Glauben Sie mir: Von dem haben Sie relativ wenig Ahnung! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber das ist Ihr Problem, nicht meines – und ich werde das dann auch gleich begründen.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Frau Lapp hat auch gesagt, diese Lösung biete Sicherheit und sei eine gute gesetzliche Lösung. – Sicherheit ist das keine, das wissen Sie auch, weil es nämlich keinen Rechtsanspruch auf diese Zuschüsse gibt. Und solange es keinen Rechtsanspruch gibt, können Sie mir nicht erklären, dass das eine Sicherheit ist. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Hofer.
Es ist das keine Lösung, Herr Minister, es ist ein bisschen am Rad gedreht worden, aber Lösung haben wir noch lange keine. Ich bitte Sie, in diese Richtung wirklich etwas zu tun, damit die Unsicherheit der Menschen, die das betrifft, endlich aufhört. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit diesem Gesetz geben wir denen, die selbständige oder angestellte Betreuungsarbeit verrichten, einen maßvollen Zuschuss. Ich glaube, dass wir in der Situation doch etwas zufriedener sein sollten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
rekt behandelt, und wir legen Wert darauf, dass dieser Bericht eigenständig dem Minister vorgelegt und somit auch der Öffentlichkeit präsentiert wird, weil es uns ein Anliegen ist, zu wissen, wie das Leben, die Situation und die Befindlichkeit vieler Behinderter in diesem Land ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Danke!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Gestatten Sie mir, dass ich eingangs auf die Situation in meiner Heimatstadt Linz eingehe, die wirklich eine soziale Vorbildstadt ist. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Danke!)
Zwischenruf der Abg. Pfeffer.
Ich habe mir die Sendung „Help TV“ angesehen, in der der Herr Bundesminister dankenswerterweise auch zugegen war, obwohl er vorher gerade vom Herrn Landeshauptmann Pröll ziemlich schlimm behandelt worden war. (Zwischenruf der Abg. Pfeffer.) Er hat die Gelegenheit wahrgenommen und sich dort der Diskussion gestellt. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das tut man nicht!)
Abg. Königsberger-Ludwig: Das tut man nicht!
Ich habe mir die Sendung „Help TV“ angesehen, in der der Herr Bundesminister dankenswerterweise auch zugegen war, obwohl er vorher gerade vom Herrn Landeshauptmann Pröll ziemlich schlimm behandelt worden war. (Zwischenruf der Abg. Pfeffer.) Er hat die Gelegenheit wahrgenommen und sich dort der Diskussion gestellt. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das tut man nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn man gesehen hat, welche Angst diese Menschen dort hatten – mit Tränen in den Augen haben sie sich an den Herrn Bundesminister gewendet und haben ihn förmlich angefleht, er möge im Bereich der Pflege wirklich durchgreifen und Sicherheit schaffen –, dann ist einem schon klar, was die Menschen dieses Landes wirklich bewegt. Ich ersuche Sie an dieser Stelle wirklich, Herr Bundesminister: Haben Sie den Mut, machen Sie Gebrauch von einem vorliegenden Modell, das Fachexperten durchgerechnet haben! Machen Sie Gebrauch von diesem dänischen Modell, dann haben wir wirklich Sicherheit für die nächsten 25 Jahre. Das haben sich die Menschen in diesem Land wirklich verdient. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz zum Schluss möchte ich allen Menschen, die in Pflegeberufen tätig sind, und auch jenen Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, danken, denn ich denke, das ist ein wirklich unverzichtbarer und ganz wertvoller Beitrag für die Menschen im Alter. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Der Pflegenotstand, der ja in der Vergangenheit nur herbeigeredet worden ist ... (Zwischenrufe.) Das war vor der Nationalratswahl. Er ist dann herbeigeredet worden. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Geh bitte!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Geh bitte!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Der Pflegenotstand, der ja in der Vergangenheit nur herbeigeredet worden ist ... (Zwischenrufe.) Das war vor der Nationalratswahl. Er ist dann herbeigeredet worden. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Geh bitte!)
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Die Rechtssicherheit in diesem Bereich ist nicht gegeben. Das ist ebenfalls sehr bedauerlich. Ich hoffe, dass wir hier zu einer Lösung kommen, denn wir brauchen eine einmalige Erhöhung des Pflegegeldes um 10 Prozent. Wir wollten das in der letzten Gesetzgebungsperiode valorisieren, unser Koalitionspartner wollte jedoch nicht mitgehen. (Zwischenruf des Abg. Schopf.) – Setzen Sie sich doch durch! Unser Koalitionspartner wollte damals nicht mitgehen. Wir wollten das machen.
Beifall beim BZÖ.
Zu den Ausführungen von Kollegin Haidlmayr möchte ich noch kurz etwas sagen, und zwar, was den Behindertenanwalt betrifft. Ich bin sehr froh darüber, dass es uns in der letzten Gesetzgebungsperiode gelungen ist, einen Behindertenanwalt einzurichten, genauso wie mit 1. Jänner 2006 das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten ist. Der Behindertenanwalt, Mag. Herbert Haupt, leistet ausgezeichnete Arbeit. Es ist jetzt auch geregelt – es gibt einen Vier-Parteien-Antrag dazu –, dass die Tätigkeit des Behindertenanwaltes auch Inhalt der Sozialberichte sein wird, die alle zwei Jahre vorgelegt werden. Dann können Sie darüber nachlesen, welche Bedeutung der Behindertenanwalt hat, worauf er von Menschen mit Behinderung angesprochen wird und wie den Leuten aus der Erfahrung in der Vergangenheit in Zukunft geholfen werden kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
größeren Schwierigkeiten durch den Verfassungsgerichtshof judizieren lassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Einem: Stimmt, er sitzt nicht hier!
Was wird dann passieren? – Wollen wir wirklich, dass betreuende Personen wieder mit den Nerven so am Ende sind, dass die zu Betreuenden wieder darunter leiden und ein Skandal nach dem anderen entsteht? Ich glaube, es hat keinen Sinn, Probleme zu negieren. Es hat auch keinen Sinn, manche zu beschönigen. Wenn Schüssel recht hat und es keinen Pflegenotstand gibt, dann hat er auch damit recht, dass er heute nicht hier sitzt. (Abg. Dr. Einem: Stimmt, er sitzt nicht hier!) Aber er sollte sich das anhören, um an besseren Lösungen zu arbeiten, und sollte Ihnen (in Richtung SPÖ), die Sie bessere Gedanken haben mögen – und da bin ich heute sehr freundlich und liebenswürdig zu Ihnen –, sozusagen nicht immer Prügel vor die Füße werfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was wird dann passieren? – Wollen wir wirklich, dass betreuende Personen wieder mit den Nerven so am Ende sind, dass die zu Betreuenden wieder darunter leiden und ein Skandal nach dem anderen entsteht? Ich glaube, es hat keinen Sinn, Probleme zu negieren. Es hat auch keinen Sinn, manche zu beschönigen. Wenn Schüssel recht hat und es keinen Pflegenotstand gibt, dann hat er auch damit recht, dass er heute nicht hier sitzt. (Abg. Dr. Einem: Stimmt, er sitzt nicht hier!) Aber er sollte sich das anhören, um an besseren Lösungen zu arbeiten, und sollte Ihnen (in Richtung SPÖ), die Sie bessere Gedanken haben mögen – und da bin ich heute sehr freundlich und liebenswürdig zu Ihnen –, sozusagen nicht immer Prügel vor die Füße werfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Nein, die ÖVP hat sich durchgesetzt!
Ich bin wirklich sehr froh und dankbar, dass die ÖVP letztendlich ihren langen Widerstand aufgegeben (Abg. Öllinger: Nein, die ÖVP hat sich durchgesetzt!) und dem ursprünglichen SPÖ-Vorschlag nun zugestimmt hat, die Pflegestufen 3 und 4 in das neue Modell einzubeziehen. (Abg. Prinz: Jetzt haben Sie aber schon etwas verwechselt, Herr Kollege! Bei der Wahrheit bleiben!) Durch das erfolgreiche Überwinden dieser Blockade konnten nun auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Öllinger.) – Nein, schauen Sie sich die Protokolle und die ersten Aussagen unseres Sozialministers an!
Abg. Prinz: Jetzt haben Sie aber schon etwas verwechselt, Herr Kollege! Bei der Wahrheit bleiben!
Ich bin wirklich sehr froh und dankbar, dass die ÖVP letztendlich ihren langen Widerstand aufgegeben (Abg. Öllinger: Nein, die ÖVP hat sich durchgesetzt!) und dem ursprünglichen SPÖ-Vorschlag nun zugestimmt hat, die Pflegestufen 3 und 4 in das neue Modell einzubeziehen. (Abg. Prinz: Jetzt haben Sie aber schon etwas verwechselt, Herr Kollege! Bei der Wahrheit bleiben!) Durch das erfolgreiche Überwinden dieser Blockade konnten nun auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Öllinger.) – Nein, schauen Sie sich die Protokolle und die ersten Aussagen unseres Sozialministers an!
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Öllinger.
Ich bin wirklich sehr froh und dankbar, dass die ÖVP letztendlich ihren langen Widerstand aufgegeben (Abg. Öllinger: Nein, die ÖVP hat sich durchgesetzt!) und dem ursprünglichen SPÖ-Vorschlag nun zugestimmt hat, die Pflegestufen 3 und 4 in das neue Modell einzubeziehen. (Abg. Prinz: Jetzt haben Sie aber schon etwas verwechselt, Herr Kollege! Bei der Wahrheit bleiben!) Durch das erfolgreiche Überwinden dieser Blockade konnten nun auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Öllinger.) – Nein, schauen Sie sich die Protokolle und die ersten Aussagen unseres Sozialministers an!
Abg. Öllinger: Nur zu einem kleinen Teil!
Die jetzigen Neuregelungen sind daher aktuell dringend notwendige Schritte, denen aber auf weiterem Weg natürlich noch viele weitere Schritte werden folgen müssen. Jetzt ist es doch einmal wichtig, dass die Pflege daheim legal, leistbarer und qualitätsgesichert wird. Die Finanzierung ist nun gesichert, denn im laufenden Jahr übernimmt der Bund die gesamten Kosten für die Förderung. Danach sollten sich die Länder natürlich entsprechend beteiligen (Abg. Öllinger: Nur zu einem kleinen Teil!); das gehört auch entsprechend in den anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen abgesichert.
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Es ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber natürlich noch keine finale, keine endgültige Lösung. In den nächsten Jahren wird daher noch vieles zu tun und zu verbessern sein. Aber nach der Einigung bei der 24-Stunden-Betreuung werden wir mit dem Ausbau teilstationärer Einrichtungen und der Ausweitung der Kurzzeitpflege selbstverständlich weitere Maßnahmen setzen müssen. Wir von Seiten der SPÖ-Fraktion werden dabei sehr intensiv mitarbeiten und Sie, Herr Bundesminister, natürlich größtmöglich unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Es sollen sich auch die Gewerkschaftsvertreter der einzelnen Berufsgruppen zusammensetzen und im Sinne behinderter Menschen Rahmenbedingungen dafür schaffen, um die ganzheitliche Betreuung und Pflege zu Hause zu ermöglichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Damit stimmt die Richtung. Heute wird ein erster Schritt in Richtung der noch bestehenden Verbesserungsmöglichkeiten von dieser Regierung, auch in Abstimmung mit Ländern und Gemeinden – und das muss noch besser werden –, gesetzt. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Und es stimmt der Weg, denn das, was Sie heute hier beschließen an Vorlagen der beiden Gesetze der Bundesregierung, ist jener Weg, der in einem schwierigen Feld mit vielen unterschiedlichen Interessenlagen eine Möglichkeit eröffnet, auf Basis bestehenden Arbeitsrechtes – Hausangestelltengesetz –, auf Basis bestehender Mindestlohntarife, auf Basis ergänzter, klargestellter, präzisierter Bestimmungen in der Gewerbeordnung, auf unselbständiger oder selbständiger Basis diese Dienstleistung zu erbringen.
Abg. Öllinger: Kann sich niemand leisten!
Kollege Öllinger sagt beispielsweise, dass hier Billigarbeitskräfte eingesetzt werden. – Ja, es ist richtig, die Entgeltbedingungen, selbstständig oder unselbstständig, auf denen dieses Hausbetreuungsgesetz und das Bundespflegegeld fußen, sind nicht mittlere oder hohe Lohneinkommen, aber dies knüpft an bestehende arbeitsrechtliche Grundlagen an, und es sind die bestehenden Mindestlohntarife, die hier unselbstständig zur Anwendung kommen. (Abg. Öllinger: Kann sich niemand leisten!) Es wird eine gewerkschaftliche Entwicklung sein – entsprechende erste Anträge auf Mindestlohntarife liegen bereits vor –, das auch nach Möglichkeiten und Leistbarkeit zu verbessern.
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Inhaltlich, Kollege Öllinger, habe ich von Ihnen keine Verbesserungsvorschläge zum Hausbetreuungsgesetz oder zum Bundespflegegeldgesetz gehört. Ihr einziger Kritikpunkt war die Amnestieregelung, die ein halbes Jahr verlängert wird. Da habe ich bei Ihnen ein bisschen rausgehört, Sie wären dafür, das auch weiter hinaus zu verlängern. Darauf hat Ihnen auch Kollegin Lapp die richtige Antwort gegeben, denn in einem Sozial- und Rechtsstaat kann eine Amnestie bestehender Regelungen nur eine kurzfristige Übergangsregelung sein. Das kann nie eine Dauerregelung sein. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Das habe ich aber mit der neuen Regelung auch!
Das heißt, dass eine Strafe nach dem ASVG oder nach dem Arbeitszeitgesetz oder dann, wenn Arbeitsruhebestimmungen verletzt worden sind, dass die Verwaltungsstrafe nicht ausgesprochen werden muss, aber die zugrunde liegenden zivilrechtlichen, arbeitsrechtlichen Ansprüche sind sehr wohl auch von dieser Amnestieregelung nicht amnestiert, sondern die gibt es im Hintergrund. Das heißt, wer diese verlängerte Amnestieregelung nutzt, hat ein Risiko, dass die betroffenen Personen sozialversicherungsrechtlich auf Feststellung eines Beschäftigungsverhältnisses klagen und arbeitsrechtlich im Rahmen der Verjährungsfrist auf Auszahlung vorbehaltener Löhne. (Abg. Öllinger: Das habe ich aber mit der neuen Regelung auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist allen Betroffenen zu empfehlen, Herr Abgeordneter Öllinger – und ich bitte auch alle Damen und Herren Abgeordneten, es zu tun –, von dieser verlängerten Amnestieregelung nicht Gebrauch zu machen, sondern ihr Verhältnis, ob selbstständig oder unselbstständig, zu legalisieren, das heißt, einen Gewerbeschein zu lösen oder eine Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse vorzunehmen. Eine entsprechende Förderung ist seit 1. Juli dieses Jahres verfügbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Haidlmayr, wenn Sie 9 600 € jährlich für die Unselbstständigenförderung oder 2 890 € jährlich für das Selbstständigenmodell als ein „bisserl Zuschuss“ titulieren, dann, so meine ich, sind Sie von den Lebensrealitäten jener Menschen, die einen Bedarf an öffentlicher Förderungsleistung haben, weit weg. 9 600 € im Jahr sind mehr als ein „bisserl Zuschuss“. Das deckt etwa 70 Prozent bis 80 Prozent der Kosten der Sozialversicherung ab. Und wenn die betreffende Person, etwa weil Angehörige zuzahlen oder ein Einkommen vorliegt, das eine Steuerleistung indiziert, diese Kosten, diese nunmehr legal bezahlten Kosten für die 24-Stunden-Betreuung auch steuerrechtlich geltend macht – was ich jeder Person nur empfehlen kann –, dann kann es sogar sein, dass die Kosten für die legale Betreuung nunmehr niedriger sind als für die illegale Betreuung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend: Ich verstehe, wenn die Opposition hier im Hohen Hause an Gesetzesvorlagen der Regierung die kritischen Punkte sucht und diese aufzeigt. Das ist nicht nur das Recht der Opposition, sondern das ist die Pflicht der Opposition. Ich würde aber auch bitten, mit einem vielleicht nicht ganz so scharfen, aber doch ein bisschen geschärfteren Auge auch darauf zu schauen, was die beiden Regierungsparteien mit diesen beiden Gesetzesvorlagen an tatsächlichen, realen Verbesserungen für viele tausende Menschen in diesem Land schaffen. Sie sind auch eingeladen, an der Beschlussfassung mitzuwirken. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Unser Vizekanzler und Finanzminister Molterer wird zum Finanzausgleich das Seine beitragen – zum Wohle der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Finanzminister Molterer wird sich bemühen, in den Finanzausgleichsverhandlungen ein akzeptables Ergebnis zu erreichen. Der Weg mit diesen Anträgen ist richtig. Die Straße ist noch etwas holprig, der schwarze Asphalt fehlt noch, aber auch dieser wird kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Novellierung des Pflegegeldgesetzes in Bezug darauf notwendig ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite positive Punkt ist: Es gibt neue legale Modelle der 24-Stunden-Betreuung daheim. Diese Modelle bringen Vorteile, man kann zwischen selbstständigen und angestellten Betreuern wählen. Dazu gibt es auch finanzielle Förderungen. Das ist ein guter Anfang. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Richten Sie den Appell auch an die Landeshauptleute! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein ziemliches Dahinwurschteln!
Warum? – Ein Beispiel: Zwei Ehepaare. Eines davon macht ständig Urlaub, gibt das ganze Geld aus, muss sich später die Pflege nicht bezahlen. Das andere Ehepaar spart ein Leben lang, muss sich aber die Pflege dann doch mit dem eigenen Geld bezahlen. Herr Minister, ist das gerecht? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Richten Sie den Appell auch an die Landeshauptleute! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein ziemliches Dahinwurschteln!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin zuversichtlich: Wir werden diesem ersten guten Schritt noch weitere gute Schritte folgen lassen. Und, Herr Minister, wir wünschen uns noch eines: gute Informationen, die die Betroffenen auch erreichen und die so verständlich sind, dass jedermann damit umgehen kann. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Selten genug!
ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Selten genug!) Vielleicht können wir das demgemäß noch einmal gemeinsam angehen und überdenken.
Beifall bei der SPÖ.
Bedauerlicherweise fließt hier nichts zurück, Frau Kollegin, denn diese Beträge werden bereits bei der Budgetierung, bei der Anweisung in Abzug gebracht. Es sind in etwa 50 Millionen €, und die erspart sich, wenn Sie so wollen, der Finanzminister oder kommen zum Tragen beim Bundesvoranschlag bereits in der Auszahlung. Die Rechtsgrundlage dafür – weil Sie bezweifeln, dass das gesetzeskonform sei – liegt in der Artikel-15a-Vereinbarung aus dem Jahr 1993. Das war Teil des Gesamtpaketes. Das wurde vom Land Oberösterreich vor drei Jahren beim Verfassungsgerichtshof angefochten, es ist jedoch als verfassungskonform erkannt geworden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Das ist viel, das ist sehr viel, und das ist auch sehr anstrengend. Kollege Schopf hat dazu im Ausschuss gemeint, das betreffe ja nicht alle. Es sei ja nicht so, dass jetzt quasi alle sofort 60 Stunden arbeiten müssen. Ich muss sagen: Gott sei Dank ist es nicht so! Aber es werden viele sein, die das betreffen wird, denn Ihr Entwurf verändert ja auch die Regelungsebene, wo solche Bestimmungen künftig vorgenommen werden können. Man geht weg vom Kollektivvertrag, denn in Hinkunft ist es auch möglich, auf betrieblicher Ebene solche Regelungen zu treffen. (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Genau! Trotzdem: die betriebliche Ebene! Sie erhoffen sich dadurch eine Stärkung der betrieblichen Ebene – das kann ja sein –, aber zusätzlich ermöglichen Sie auch in all jenen Betrieben, wo es keine Betriebsratsstrukturen gibt, dass man in einem Einzelvertrag solche Regelungen trifft.
Beifall bei den Grünen.
Interessant dabei ist noch ein kleines Detail: Der ÖGB hat im Jänner noch gewusst, was das Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist, nämlich eine Arbeitszeitverkürzung, und hat das auf seinem Kongress auch beschlossen. Im Jänner wurde auf dem ÖGB-Kongress eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden beschlossen. Jetzt aber stimmt die Gewerkschaft diesem Paket zu. Ich finde, das ist ein interessanter Sinneswandel. Aber das ist eben der neue Geist der großkoalitionären Sozialpartnerschaft! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sagen, dieser 25-prozentige Zuschlag sei so ein großer Schritt, dann muss ich Ihnen sagen: Wenn es um die Benachteiligung von Frauen geht, dann bin ich einfach nicht bereit, jeden winzigkleinen Fortschritt als den großen Schritt zu akzeptieren! Leider nein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Könnten Sie uns das näher beschreiben?
Wir wollen eine Gleichstellung, und wir wollen sie offensiver als Sie auch in diesem Punkt (Abg. Scheibner: Könnten Sie uns das näher beschreiben?): Wir fordern einen 50-prozentigen Zuschlag auch für Teilzeitbeschäftigte, und wir wollen keinen Durchrechnungszeitraum von drei Monaten, der letzten Endes dazu führt, dass man den Zuschlag nie konkret monetär spüren wird. Wir wollen einen Durchrechnungszeitraum von einem Monat. Am Ende des Monats soll klar und deutlich abgerechnet werden. Das schiene uns eine faire Lösung zu sein.
Beifall bei den Grünen.
Auch wenn Sie dieser Abänderung zustimmen würden, wäre es so, dass der Inhalt dieses Arbeitszeitgesetzes trotzdem noch immer hauptsächlich auf die Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen würde. Schade ist, dass es dafür die Zustimmung der Gewerkschaft gibt, dass es ein Beschluss der SPÖ sein wird. Schade, schade, schade! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben uns in der Mitte geeinigt, und ich halte das für eine hervorragende Bestimmung, weil es zum ersten Mal gelungen ist, dass jetzt auch Teilzeitbeschäftigte, die über einen Beobachtungszeitraum von drei Monaten Überstunden oder Mehrstunden leisten, dann eben diese auch bezahlt bekommen. Das wird vor allem den Frauen helfen, die werden das in ihrem Geldbörsel spüren. Und es ist auch ein erster wichtiger, richtiger Schritt in die Richtung, dass nicht noch mehr Teilzeitarbeitsplätze entstehen und dass Vollzeitarbeitsplätze nicht noch mehr zergliedert und zerkleinert werden. Daher stehe ich zu dieser Vereinbarung und bin sehr stolz darauf. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
mer an die Gesetze gehalten haben. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl.
Rundum ist es, glaube ich, eine gute Vereinbarung, wo sehr viele Bestimmungen, die bisher schon in den einzelnen Betrieben gang und gäbe waren, einer gesetzlichen Norm zugeschrieben worden sind, und ich bedanke mich ganz herzlich bei den Sozialpartnern für die Arbeit. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl.)
Abg. Parnigoni: ... sind aber auch nur mehr die Hälfte!
Meine Damen und Herren, es hat ja hier im Hohen Haus auch Zeiten gegeben – ich gebe zu, sie sind schon etwas länger her –, in denen die SPÖ in ihrer formal starken Position, die sie ja hat – aber auch da wäre wahrscheinlich der Konjunktiv angebrachter: hätte –, auch mit einer inhaltlich starken Position ausgestattet gewesen ist und die SPÖ ein Schwergewicht war. Aber das hat sich zum Leichtgewicht gewandelt. Genauso hat es in diesem Hohen Haus ja auch Zeiten gegeben – und in der SPÖ Zeiten gegeben –, in denen die Gewerkschaft, die Arbeitnehmervertreter ihrerseits ein Schwergewicht waren. Aber auch sie sind in der Zwischenzeit zu einem Leichtgewicht zusammengestutzt worden. (Abg. Parnigoni: ... sind aber auch nur mehr die Hälfte!)
Beifall bei der FPÖ.
Da ändert es auch überhaupt nichts, meine Damen und Herren, wenn Sie den Begriff „Flexibilisierung“ jetzt „neudeutsch“ etwas anders formulieren und von „Flexicurity“ sprechen. Das ist ein neuer Name mit dem alten Inhalt, und wenn man es sich im Detail, was dieses vorliegende Gesetz betrifft, anschaut, so muss man sagen: Der Inhalt ist in Wahrheit reine „Flexi-“ – und zwar zu Lasten der Arbeitnehmer –; und die „‑curity“, also das, was von der „Security“ übrig geblieben ist, das ist der Anstrich, den Sie für den Verkauf benötigen, damit irgendjemand diese bittere Pille in Zukunft auch schluckt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Das ist mutlos, das ist kraftlos, das ist saftlos, was hier vorgelegt worden ist, und im Grunde genommen ist es eine Kapitulation vor dem Zeitgeist des Neoliberalismus (Beifall bei der FPÖ), und nicht das, was wir uns von Ihnen erwartet hätten, was sich die Österreicher von Ihnen erwartet hätten, dass Sie nämlich irgendwann einmal hergehen, sich hinstellen und sagen: Bis hierher und nicht weiter!, denn der Mensch ist auch noch etwas anderes als eine Arbeitsmaschine, er hat einen Wert in sich selbst. So sehen zumindest wir Freiheitlichen das. Es kann ja nicht so sein, dass man im Grunde genommen alles nur mehr den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen einiger weniger unterordnet und die Leute wie Marionetten hin- und hergeschoben werden sollen mit Flexibilisierungsmodellen, bei denen man heute nicht mehr weiß, was in drei Monaten auf einen zukommt, und so weiter. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist mutlos, das ist kraftlos, das ist saftlos, was hier vorgelegt worden ist, und im Grunde genommen ist es eine Kapitulation vor dem Zeitgeist des Neoliberalismus (Beifall bei der FPÖ), und nicht das, was wir uns von Ihnen erwartet hätten, was sich die Österreicher von Ihnen erwartet hätten, dass Sie nämlich irgendwann einmal hergehen, sich hinstellen und sagen: Bis hierher und nicht weiter!, denn der Mensch ist auch noch etwas anderes als eine Arbeitsmaschine, er hat einen Wert in sich selbst. So sehen zumindest wir Freiheitlichen das. Es kann ja nicht so sein, dass man im Grunde genommen alles nur mehr den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen einiger weniger unterordnet und die Leute wie Marionetten hin- und hergeschoben werden sollen mit Flexibilisierungsmodellen, bei denen man heute nicht mehr weiß, was in drei Monaten auf einen zukommt, und so weiter. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
„Sie sehen ..., daß eine Flexibilisierung eintritt, die eben nicht den Wünschen der Betreffenden entspricht, denn es entsteht ein Trend, daß Teilzeitarbeit zur Normalarbeit wird – mit weniger Einkommen, mit dem man in der Regel als alleinstehende Person nicht auskommen kann. (Beifall bei der SPÖ.)“
Abg. Schopf: Noch immer!
Es gibt auch einen zweiten Teil: Wir haben immer gedacht – und eigentlich spricht ja nichts dagegen, sich diesem Gedankenexperiment auch so zu nähern –, dass die SPÖ eine Partei gewesen ist, die für die Arbeitszeitverkürzung einsteht (Abg. Schopf: Noch immer!) – das war doch immer das Modell, dass man sagt: wenn wir Probleme mit der Arbeit haben, dann müssen wir die Arbeitszeit verkürzen (Abg. Schopf: Herr Kickl, noch immer!), damit wir Vollbeschäftigung haben –, für alle diese Dinge. Da habe ich auch einmal nachgeschaut, was da in der Vergangenheit der Fall war und was man gesagt hat, nämlich in dem Zusammenhang, als es um Maßnahmen gegangen ist, mit denen man versucht hat, die Beschäftigungszeiten auszuweiten. Damals sagte derselbe:
Abg. Schopf: Herr Kickl, noch immer!
Es gibt auch einen zweiten Teil: Wir haben immer gedacht – und eigentlich spricht ja nichts dagegen, sich diesem Gedankenexperiment auch so zu nähern –, dass die SPÖ eine Partei gewesen ist, die für die Arbeitszeitverkürzung einsteht (Abg. Schopf: Noch immer!) – das war doch immer das Modell, dass man sagt: wenn wir Probleme mit der Arbeit haben, dann müssen wir die Arbeitszeit verkürzen (Abg. Schopf: Herr Kickl, noch immer!), damit wir Vollbeschäftigung haben –, für alle diese Dinge. Da habe ich auch einmal nachgeschaut, was da in der Vergangenheit der Fall war und was man gesagt hat, nämlich in dem Zusammenhang, als es um Maßnahmen gegangen ist, mit denen man versucht hat, die Beschäftigungszeiten auszuweiten. Damals sagte derselbe:
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Eine gute Rede! Eine sehr gute Rede!
Unserem freiheitlichen Menschenbild entspricht das nicht, und deshalb gibt es von uns – was Sie nicht überraschen wird – auch keine Zustimmung dazu. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Graf: Eine gute Rede! Eine sehr gute Rede!)
Abg. Kickl: Aber die Möglichkeit!
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zu Beginn meiner Rede eine Klarstellung vornehmen. Die Klarstellung ist jene, dass durch diese Beschlussfassung keine Verlängerung der Arbeitszeit erfolgen wird (Abg. Kickl: Aber die Möglichkeit!), auch nicht die Möglichkeit einer Verlängerung der Arbeitszeit. – Es gibt eine gesetzliche Regelung, was die Arbeitszeit betrifft, und durch diese Novellierung gibt es keine Verlängerung.
Abg. Öllinger: Jeder versteht es!
Warum ich diese Klarstellung mache? – Weil aufgrund von verschiedenen Darstellungen immer wieder versucht wird, es medial so rüberzubringen, dass es der Wirtschaft gelungen sei (Abg. Öllinger: Jeder versteht es!), mit dieser Novellierung eine Verlängerung zu beschließen.
Abg. Rosenkranz: Ohne Überstunden!
Meine Damen und Herren! Es gibt mit dieser Novellierung die Möglichkeit, dass zusätzliche Flexibilisierungsmaßnahmen (Abg. Rosenkranz: Ohne Überstunden!) im Bereich der Arbeitszeit gesetzt werden können. Aber diese Flexibilisierungsmöglichkeiten gibt es nur dann – eine meiner Vorrednerinnen hat es ja richtigerweise gesagt –, wenn sich die Kollektivvertragsparteien über diese Möglichkeit einigen und, zum Zweiten, wenn darüber hinaus in jenen Betrieben, wo eine betriebsrätliche Organisation besteht, eine Einigung in Form einer Betriebsvereinbarung erfolgt. Nur in diesen Fällen gibt es dann die Möglichkeit, dass derartige neue Flexibilisierungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Abg. Kickl: Aber das ist immer noch billiger als der Überstundenzuschlag bei Vollzeitbeschäftigung!
Eine Vorrednerin, Kollegin Csörgits, hat über die Wichtigkeit und Bedeutung des Zuschlages von 25 Prozent für Teilzeitbeschäftigte, wenn der notwendige Zeitausgleich nicht möglich ist – das sage ich auch dazu, dann gibt es eben diesen Zuschlag –, gesprochen. (Abg. Kickl: Aber das ist immer noch billiger als der Überstundenzuschlag bei Vollzeitbeschäftigung!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind daher gemeinsam aufgefordert, dies genau zu beobachten. Und ich denke, wenn wir gemeinsam merken, wenn wir gemeinsam verspüren, dass hier Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinneninteressen unter die Räder kommen, dann sind wir aufgerufen, auch dieses Gesetz wieder zu novellieren. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Aber mit Überstundenzuschlag! Für mehr Geld!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Was die Novellierung des Arbeitszeitgesetzes, die Flexibilisierung der gesetzlichen Arbeitszeit betrifft: Herr Kollege von den Sozialdemokraten, wenn du jetzt hergehst und sagst, es ist keine Ausweitung der Arbeitszeit, so weise ich darauf hin: Es ist in einem kürzeren Rahmen eine längere Arbeitszeit möglich – das ist nun einmal so! Darüber kann man nicht hinwegtäuschen! Es ist möglich, in Zukunft auch zwischen 10 und 12 Stunden am Tag zu arbeiten (Abg. Riepl: Aber mit Überstundenzuschlag! Für mehr Geld!), und 60 Stunden in der Woche. Das war bisher nur mit einer Ausnahmegenehmigung bei der Dekadenarbeit möglich. So war es!
Abg. Schopf: ... 9 Stunden!
Und was die Viertagewoche betrifft, diese war bisher auch schon möglich, denn 10 Stunden am Tag hat man auch bisher bereits arbeiten können. Das war bisher auch möglich! (Abg. Schopf: ... 9 Stunden!) – Na selbstverständlich!
Beifall beim BZÖ.
Und was den 25-prozentigen Zuschlag bei der Teilzeitbeschäftigung betrifft, der von Ihnen so sehr hochgejubelt wird: Der ist Ihnen vonseiten der Wirtschaft billig abgekauft worden, muss ich Ihnen sagen – anders kann man das nicht interpretieren –, denn innerhalb eines Quartals, also von drei Monaten, kann man das ausgleichen. 25 Prozent für Mehrarbeit, das ist zwar etwas mehr, aber keiner wird etwas davon haben. Das ist die Tatsache! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Die Arbeiterkammer ist meines Wissens einer der Sozialpartner. – Die ist übergangen worden! (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Die Gewerkschaft ist nämlich mittlerweile so schwach, Herr Kollege, dass sie sich überhaupt nirgends mehr durchsetzt, dass sie schon im Liegen umfällt! Das ist die Wahrheit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Arbeiterkammer ist meines Wissens einer der Sozialpartner. – Die ist übergangen worden! (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Die Gewerkschaft ist nämlich mittlerweile so schwach, Herr Kollege, dass sie sich überhaupt nirgends mehr durchsetzt, dass sie schon im Liegen umfällt! Das ist die Wahrheit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben sich auch in diesem Bereich voll über den Tisch ziehen lassen! Das müssen Sie eben auch einmal eingestehen. Ich meine, es ist einfach ein Wahnsinn! Sie sollten sich vielmehr dafür einsetzen, dass die Kosten für den Faktor Arbeit gesenkt werden, dass die Überstundenzuschläge steuerfrei gestellt werden in einer Zeit der Hochkonjunktur, für die wir in unserer Verantwortung als Regierungspartei gesorgt haben. Jetzt sind Sie eben die Regierungspartei, aber Sie sorgen nicht dafür, dass die Leute auch etwas davon haben. Die Lohnzuwächse sind sehr, sehr gering – das steht in jeder Zeitung –, und die Unternehmergewinne sprudeln nur so über! Da müssen Sie den Hebel einmal ansetzen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da geht man her und macht einen Mindestlohn von 1 000 €. Ja, dass ich nicht lache! 1 000 € brutto, das sind 830 € netto, und nebenbei gibt es eine Mindestsicherung von 726 €, das ist ein Unterschied von 104 € – da geht ja keiner mehr arbeiten! (Beifall beim BZÖ.) Das ist die Wahrheit: Da geht keiner mehr arbeiten.
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Setzen Sie das einmal um, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt! (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Dafür sind die Sozialpartner da. Wenn ich mir diese Dinge bei der ganzen Mindestlohn-Geschichte anhöre: Leitl sagt, der Wirtschaft ist es nicht leichtgefallen. Hat er Tränen in den Augen gehabt? – Er hat sich eins heruntergelacht, das war alles! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Tu dich nicht so aufregen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Tu dich nicht so aufregen!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Setzen Sie das einmal um, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt! (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Dafür sind die Sozialpartner da. Wenn ich mir diese Dinge bei der ganzen Mindestlohn-Geschichte anhöre: Leitl sagt, der Wirtschaft ist es nicht leichtgefallen. Hat er Tränen in den Augen gehabt? – Er hat sich eins heruntergelacht, das war alles! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Tu dich nicht so aufregen!)
Beifall beim BZÖ.
Und Kalina, Ihr Kollege von der Gewerkschaft, sagt: ein weiterer Schritt, um niedrige Einkommen zu sichern. – Wenn die Gewerkschaft weiter so arbeitet, dann „Pfiat di Gott“ für die Arbeitnehmer! Dann werden wir ein bisschen stärker werden müssen, um uns gewichtiger für sie einzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dolinschek: Arbeit muss sich lohnen, Herr Bundesminister!
Lieber Kollege Dolinschek, ganz so ist es natürlich nicht. Wenn wir dann das Ziel einer Mindestsicherung von 726 € erreicht haben, dann heißt das erstens einmal: vor Sozialversicherungsbeiträgen. Und zum Zweiten heißt das natürlich auch, dass eine soziale Notlage eingetreten sein muss, soziale Bedürftigkeit: Ein Sozialfall kann dann diese Mindestsicherung beanspruchen. (Abg. Dolinschek: Arbeit muss sich lohnen, Herr Bundesminister!) Abgesehen davon, dass die Realität der Sozialhilfe in den Ländern zum Teil ja schon insgesamt diese 726 € pro Monat ergibt, aber eben nicht aufgrund einer einheitlichen Leistung, sondern da ist Geld und Kleidung und Wohnung oft zusammengeworfen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Aber man soll, denke ich, den Erfolg der Sozialpartnereinigung – 1 000 € Mindestlohn für die Österreicherinnen und Österreicher jedenfalls ab 1.1.2009 – nicht gering schätzen (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), vor allem auch deswegen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Wir haben es in Österreich auch durch die Verdienste von Verantwortungsträgern der letzten, ich sage fast, Jahrzehnte erreicht, dass wir uns eine deutsche Diskussion ersparen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In Wirklichkeit mussten wir deswegen auch die Diskussion „Mindestlohn durch Kollektivvertrags- und Sozialpartner oder durch Gesetz?“ nicht führen. Wir haben sie auf vernünftige Weise über die Kollektivvertrags- und Sozialpartner bekommen. Diese Einigung ist deswegen, wie gesagt, sehr, sehr im Sinne des Standortes Österreich. Ich möchte nicht jährlich eine Mindestlohndiskussion hier im Hohen Hause zu führen haben und hier über Prozentsätze feilschen. Das können die Sozialpartner allemal besser, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Ich glaube, dass es eine generelle Linie unseres Konzepts „Gute Arbeit“ sein muss, dass der unbefristete Vollzeitjob wiederum die Regel sein soll, die Regel vor allem für unsere jungen Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), aber dass dann, wenn es diesen unbefristeten Vollzeitjob gibt, man schon auch ein Stück Flexibilität der Arbeitnehmer verlangen kann, damit Betriebe auf Auftragsschwankungen reagieren können.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
flexibilisierung wirklich ein exzellentes Paket für den Standort Österreich, das sich europaweit sehen lassen kann! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Da muss man einmal einen Schritt zurück machen, um vorwärts zu kommen!
Ich möchte noch einmal erwähnen – was schon immer wieder angesprochen worden ist –, dass mit dieser Novellierung auch die Teilzeitbeschäftigung aufgewertet wird. Ich denke, dass das ein gutes Signal ist, auch in Richtung Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mütter wie für Väter, und dass das auch als Chance dafür gesehen werden muss, eine gewisse Zeit Teilzeit zu arbeiten. Wir alle plädieren dafür, dass danach getrachtet werden sollte, wieder in eine Vollbeschäftigung einzusteigen, um auch eine zeitgerechte Absicherung in Richtung Pension zu haben. (Abg. Dr. Graf: Da muss man einmal einen Schritt zurück machen, um vorwärts zu kommen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!
Ich denke, dass dieses Paket zur Arbeitszeitflexibilisierung ein Schritt ist, mit dem wir alle mitgehen können. Es verwundert mich, dass die Opposition, insbesondere die Grünen und das BZÖ, hier nicht mitgehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Wie soll er denn dort sitzen?
Okay, noch einmal zu Ihnen, Herr Bundesminister: Ich finde es interessant, Sie sitzen völlig entspannt da, man kann das beobachten. Das hat ja auch etwas für sich. (Abg. Dr. Mitterlehner: Wie soll er denn dort sitzen?) Der Wirtschaftsminister hat in diesem Fall wieder einmal über den Arbeitsminister gesiegt.
Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, und?
Der Arbeitsminister hätte eigentlich die Verpflichtung, die Anzahl der Arbeitsunfälle zu senken. Jetzt wissen Sie – es gibt ja auch eine entsprechende EU-Empfehlung, die irgendwann einmal umgesetzt werden soll –, bis zum Jahr 2015 oder 2012 soll die Anzahl der Arbeitsunfälle um 25 Prozent gesenkt werden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, und?) Nicht: Na und! – Na und, na und, Kollege Mitterlehner! Die Arbeitsunfälle sind in den letzten Jahren nicht zurückgegangen, obwohl sie eigentlich – na und! – hätten zurückgehen sollen, und zwar drastisch, weil das der Einsatz von modernen Technologien eigentlich ermöglicht. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das Meldeverhalten hat sich geändert!) Wir stagnieren, beziehungsweise bei den Arbeitsunfällen bleiben wir gleich.
Abg. Dr. Mitterlehner: Das Meldeverhalten hat sich geändert!
Der Arbeitsminister hätte eigentlich die Verpflichtung, die Anzahl der Arbeitsunfälle zu senken. Jetzt wissen Sie – es gibt ja auch eine entsprechende EU-Empfehlung, die irgendwann einmal umgesetzt werden soll –, bis zum Jahr 2015 oder 2012 soll die Anzahl der Arbeitsunfälle um 25 Prozent gesenkt werden. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ja, und?) Nicht: Na und! – Na und, na und, Kollege Mitterlehner! Die Arbeitsunfälle sind in den letzten Jahren nicht zurückgegangen, obwohl sie eigentlich – na und! – hätten zurückgehen sollen, und zwar drastisch, weil das der Einsatz von modernen Technologien eigentlich ermöglicht. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das Meldeverhalten hat sich geändert!) Wir stagnieren, beziehungsweise bei den Arbeitsunfällen bleiben wir gleich.
Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht ausgeweitet, flexibler werden sie!
25 Prozent Senkung, das ist eine Riesen-Anstrengung! Wenn auf der anderen Seite Arbeitszeiten ausgeweitet werden, dann ist das mit Sicherheit auch das sicherste Programm (Abg. Dr. Mitterlehner: Nicht ausgeweitet, flexibler werden sie!), dass die Arbeitsunfälle nicht weniger werden, sondern mehr werden müssen. Na selbstverständlich! Selbst dann, wenn es nur für einen befristeten Zeitraum gilt: Die Belastung der Menschen ist bei 8 Stunden anders, als sie bei 12 Stunden ist. Selbstverständlich, das weiß man, und darum hat man den Arbeitstag verkürzt! Das war ja der historische Erfolg der Arbeiterbewegung, dass man den Arbeitstag, auch im Interesse der Gesundheit der Menschen, reduziert hat.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb lehnen wir diese Vorlage ab. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
wesen, wo sehr oft keine Gewerkschaft im Unternehmen ist, und dort ist es jetzt auch möglich, diese Vereinbarungen zu treffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit diesem neuen Arbeitsgesetz machen wir sicherlich auch einen wunderbaren Schritt, zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, weil sehr flexibel und sehr individuell auf die Wünsche des Marktes eingegangen werden kann, und das, glaube ich, ist wichtig für die Zukunft in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit kommt dann unterm Strich heraus, dass sich die Situation für die arbeitende Bevölkerung in einer Zeit, in der die Wirtschaft wirklich boomt, in der die Unternehmen immer sattere Gewinne schreiben, und das finde ich ja positiv ... – Ich finde es ja gut, dass die Unternehmer Gewinne schreiben, so soll es ja sein, aber wir sollten auf der anderen Seite auch danach trachten, dass in diesem positiven wirtschaftlichen Umfeld auch die arbeitende Bevölkerung ihr Stück des Lohnes abbekommt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wirtschaft zu geben. Da das nicht der Fall ist, stimmen wir dieser Verschlechterung der Arbeitszeitregelung selbstverständlich nicht zu. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Anbetracht dieses sehr guten Berichts, in Anbetracht der steigenden Kontrollanforderungen und in Anbetracht dessen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Arbeitsinspektoraten, ständig auf der Seite der Beschäftigten stehend, keinem leichten Job nachgehen, ist es angebracht, dass wir uns von dieser Stelle aus dort einmal deutlich bedanken, denn ohne sie wäre diese Verbesserung, die wir jetzt haben, nicht möglich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohes Hauses! Ohne diese begleitenden Maßnahmen werden wir vom BZÖ diesem Arbeitszeitgesetz nicht unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend meine ich, wir sollten auch in Zukunft über die Flexibilisierung der Arbeitszeit noch mehr diskutieren. Ich möchte diesbezüglich noch einen Aspekt einbringen, nämlich das Zeitwertkonto. Es ist ein Vorschlag des ÖAAB Oberösterreich, wo darüber nachgedacht wird, ob man Zeit ansparen kann und sich diese Zeit dann zu einem späteren Zeitpunkt nehmen kann, ohne finanzielle Einbußen zu haben. Ich glaube, es wäre auch im Sinne der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, über eine solche Form der Flexibilisierung nachzudenken. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Frage eins an die SPÖ: Warum schwächen Sie die Betriebsratsebene? Ganz abgesehen davon, dass es sehr schwer werden wird für BetriebsrätInnen, auf betrieblicher Ebene Arbeitszeitfragen zu lösen – das wissen Sie und das wissen wir –, machen Sie noch ganz etwas anderes: Sie sagen, dass in betriebsratslosen Betrieben Arbeitszeitflexibilisierungen schriftlich mit dem einzelnen Arbeitnehmer/der einzelnen Arbeitnehmerin vereinbart werden können. Wissen Sie, wie das verstanden werden kann? – Das kann als ungewollte Aufforderung des Gesetzgebers an manche Arbeitgeber verstanden werden, Betriebsratskörperschaften zu verhindern oder bockige BetriebsrätInnen loszuwerden, damit dann die flexibilisierten Arbeitszeiten mit dem Schwächsten aller Verhandlungspartner, nämlich der einzelnen Arbeitnehmerin und dem einzelnen Arbeitnehmer ausverhandelt werden kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.)
Beifall bei den Grünen.
Wollen Sie das wirklich? Oder halten Sie es einfach nicht für möglich? Dann fragen Sie Ihre Kollegen in der Gewerkschaft! Die werden Ihnen bestätigen, dass die Verhinderung von Gründungen von Betriebsratskörperschaften immer wieder vorkommt. Ich erinnere Sie nur an den öffentlichen Konflikt mit dem Textilmarkt KiK, falls Sie den schon vergessen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frage drei: Eine Frage an die ÖVP, die selbst ernannte Familienpartei: Wer hat nach einem 12-Stunden-Tag die Kraft, sich noch mit seinen Kindern zu beschäftigen? Oder welche Betreuungseinrichtung soll während eines 12-Stunden-Tages die Betreuung übernehmen? Sie beweinen die ganze Zeit, dass es zu wenig Kinder gibt, dass zu wenig für die Familien getan wird. Wenn Sie etwas für kindergerechte Arbeitszeiten tun könnten, dann tun Sie nichts, weil Ihnen andere Interessen wichtiger sind. Deswegen sind Sie unglaubwürdig und lehnen wir das Gesetz ab. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend halte ich fest, dass dieses Bundesgesetz betreffend die Änderung des Arbeitszeit-, Arbeitsruhe- und Landarbeitsgesetzes in unserem Konzept sehr gut positioniert ist und daher unsere uneingeschränkte Zustimmung findet. Wir finden es gar nicht – wie die Kollegin Schatz sagt – „Schade, schade, schade“, sondern toll, dass wir das heute beschließen können. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Ich möchte bei der Rede des Herrn Abgeordneten Wöginger anschließen. Er hat zum Schluss die Zeitwertkonten erwähnt und gesagt, dass man auch hier zu einem Mehr an Flexibilisierung kommen sollte. Ich halte das für eine sehr, sehr gute Idee. Man sollte aber darauf achten, dass diese angesparte Arbeitszeit nicht nur für einen vorgezogenen Pensionsantritt in Anspruch genommen wird. Die angesparte Arbeitszeit soll vor allem auch für Weiterbildung, aber etwa auch, sofern ein zusätzlicher Bedarf besteht, für Kinderbetreuungszeiten genutzt werden. Insgesamt wäre eine solche Maßnahme daher sehr zu begrüßen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus juristischer Sicht liegt keine Benachteiligung vor. Man muss nämlich eines sehen: Diese bisherige Regelung, dass für die Mehrarbeit der Teilzeitbeschäftigten kein Überstundenzuschlag geleistet wird, ist ja nicht gesetzlich verankert, sondern ergibt sich aus der Judikatur. Der Oberste Gerichtshof hat dies immer damit begründet, dass die Arbeitnehmer nach der Leistung ihrer Normalarbeitszeit einer erhöhten Anspannung bedürfen, um weitere Arbeit zu leisten. Diese Erwägung gilt nach Auffassung des Obersten Gerichtshofes nicht für die Teilzeitbeschäftigten. Das heißt also, es gibt hier sehr wohl eine sachliche Rechtfertigung dafür, warum Teilzeitbeschäftigte und Vollzeitbeschäftigte im Hinblick auf die Überstundenzuschläge und Mehrarbeitszuschläge anders behandelt werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Zuschlag für Mehrarbeit bei Teilzeitkräften und die wesentliche Erhöhung der Strafrahmen bei Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz sind nur zwei der positiven Neuerungen in dieser Novelle. Letztlich ist das Miteinander von Unternehmer und Arbeitnehmer ausschlaggebend dafür, wie qualitätsvoll ein Gesetz ist und wie zufrieden die ArbeitnehmerInnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Arbeitssituation sind. Unsere ÖVP-Regierungsmitglieder, Wirtschaftsminister Bartenstein und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek, werden diese Arbeit in diesem Sinne sicherlich fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir verbessern für diese Ausnahmesituation die Rahmenbedingungen. Das ist heute von vielen sehr falsch interpretiert worden. Diese Verbesserung wird notwendig sein, weil es wichtig ist, dass wir in unserem Land erfolgreiche Unternehmen haben. Unternehmen sind immer dann erfolgreich, wenn sie Mitarbeiter haben, die im partnerschaftlichen Miteinander für den Betrieb gemeinsam arbeiten. All das ist notwenig, damit wir in der Wirtschaft erfolgreich bleiben und den Menschen Arbeitsplätze anbieten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist besonders bedauerlich, weil an vielerlei Orten über diese Thematik gesprochen wurde – zuletzt auch in einer sogenannten Konsenskonferenz beim Bundeskanzler –, aber der zuständige Ausschuss bis zum heutigen Tag kein einziges Mal die Möglichkeit hatte, als der zuständige Verfassungsgesetzgeber, der diese Lösung letztendlich zu beschließen hat, diese Problematik auch zu diskutieren. Es ist ein Armutszeugnis auch für den Parlamentarismus, dass es nicht möglich war, das zu diskutieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend nur noch das Positive: Die Problematik, die der VfGH mit seiner Aufhebung angesprochen hat, nämlich die Gebührenregelung, ist ordentlich gelöst, aber das hebt diese grundsätzliche Problematik, das völlige Fehlen von ökologischer Beschaffung auch im Vergabegesetz, nicht auf. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Ich wollte noch ganz kurz auf die Ausführungen von Frau Präsidentin Glawischnig zum Thema Verfassungsausschuss eingehen. Bundeskanzler Gusenbauer hat hier einen vernünftigen Vorschlag eingebracht, den wir durchaus hätten beschließen können. Es hat auch einen entsprechenden Antrag im Verfassungsausschuss gegeben, aber diesem Antrag ist leider nicht stattgegeben worden. Das tut mir leid, denn auch ich hätte es sehr begrüßt, wenn wir hier bis zum Sommer zu einer Lösung gekommen wären. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es sind sehr viele Anregungen der Städte, der Gemeinden, der Länder, der Sozialpartner eingearbeitet worden, sodass ich davon ausgehe, dass dem Praxisbezug ganz besondere Bedeutung zukommt. Ich glaube, man kann diesem Gesetzeswerk seine Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Damit der Ausschuss nicht darüber diskutieren kann!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vorweg auch eine Antwort an die Frau Dritte Präsidentin Glawischnig: Es stimmt nicht, dass der Verfassungsausschuss mit den Kärntner Ortstafeln überhaupt nie beschäftigt war. Am vergangenen Donnerstag gab es einen Antrag, und es wurde darüber abgestimmt, ob dieser Antrag auf die Tagesordnung kommen sollte. Und eine demokratische Mehrheit dieses Verfassungsausschusses hat abgewogen und festgestellt, dass die erforderliche Einigung aller Beteiligten nicht gegeben ist, und deswegen wurde es mit Mehrheit abgelehnt, diesen Antrag auf die Tagesordnung zu bringen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Damit der Ausschuss nicht darüber diskutieren kann!)
Beifall bei der FPÖ.
So wie Sie, meine Damen und Herren von der großen Koalition, beim Beamtendienstrecht unnötige Lehrerprivilegien nicht abschaffen, sondern auf fast alle Staatsdiener ausdehnen, haben Sie sich beim Bundesvergabegesetz nicht einmal die Mühe gemacht, wirksame Bestimmungen gegen ausländische Schwarzarbeit ins Gesetz zu schreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich nehme an, dass die Damen und Herren der Sozialdemokratischen Partei nunmehr zufrieden sind und daher der Empfehlung ihres Bundeskanzlers folgen und den Antrag mittragen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf am Rande auch noch betonen, dass das nicht irgendeine Lappalie ist. Für alle die, die sich mit der konkreten Materie nicht befasst haben: Eine Studie der Arbeiterkammer Wien vom 17. April 2007 kommt zum Schluss, dass im Wege der illegalen Beschäftigung von Ausländern der Republik Österreich zirka 300 Millionen € jährlich an Einnahmen entgehen. Das ist fast jene Summe, die ein Minister der Sozialdemokraten in letzter Zeit wie folgt bezeichnet: Das ist die größte Einsparung, die die Republik Österreich in der Zweiten Republik gemacht hat. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
nen wir Freiheitliche aufgrund der Zahnlosigkeit der Urfassung nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube aber, dass es wichtig ist – und das soll ein Entschließungsantrag, den wir auch im Verfassungsausschuss beschlossen haben, aufzeigen –, den öffentlichen Auftraggebern zu zeigen, dass sie viel mehr Spielräume haben, als sie oft meinen, weil oft nur der Preis als einziges Kriterium gesehen wird. Ich glaube, dass sehr wohl ökologische Aspekte, aber auch die Frage innovativer Leistungen, wie sie im Entschließungsantrag zum Ausdruck kommen, von den Auftraggebern viel mehr in die Vergabeverfahren mit aufgenommen werden sollen. Da kann nicht der Gesetzgeber tätig werden, sondern das ist Sache der öffentlichen Auftraggeber, und es soll hier auch ein entsprechender Appell an diese gerichtet werden. Das soll auch aus diesem Anlass passieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Zu den Ortstafeln. – Ich bin froh, wenn wir über diesen Antrag, wie er jetzt aussieht, in dem alles wieder neu aufgerollt wird – im vorigen Jahr waren wir schon wesentlich weiter –, einmal zu einer Einigung über die Ortstafelfrage in Kärnten kommen. Ich bin ja selbst einer aus dem gemischtsprachigem Gebiet. Ich kenne mich dort aus und weiß, die Bevölkerung selbst hat eigentlich überhaupt kein Problem damit, sondern das ist ein Problem der Funktionäre – und ein Problem der Politik. – Das dazu. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was den Abänderungsantrag der Kollegen von der FPÖ betrifft, so bin auch ich absolut der Meinung, dass Unternehmen, die Illegale beschäftigen, nicht nur eine Verwaltungsstrafe erhalten sollen, sondern auch von der Bundesvergabe ausgeschlossen sein sollen. Wir werden diesem Abänderungsantrag, so wie bereits im Ausschuss, jedenfalls zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir mit dieser Novellierung nicht nur die Verfassungskonformität herstellen und die EU-Regelungen entsprechend umsetzen, sondern die Bestimmungen in Zusammenarbeit mit den Ländern, das heißt mit der vollziehenden Ebene der Verwaltung, geschaffen wurden. Ich glaube, dass sie sich daher durch eine hohe Praktikabilität auszeichnen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stimmen dieser Gesetzesvorlage gerne zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Dennoch: Vielleicht können Sie sich auch dazu aufraffen, unserem Antrag, der ein bisschen weiter geht, zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
So kommen wir nicht nur einem Verlangen des Verfassungsgerichtshofes nach, sondern entsprechen auch den EU-Bestimmungen, den Lissabon-Zielen. Wir sind auf dem richtigen Weg, und wir glauben, dass wir gerade hier einen Beitrag leisten können, dass sich die Wirtschaft in Österreich positiv und engagiert entwickelt und somit Arbeitsplätze für uns alle und Wertschöpfung für unser Land sichert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich rechne damit, dass alle, die sich mit medienpolitischen Fragen beschäftigen, daran interessiert sind und die wir schon aus interessanten Diskussionen in der Vergangenheit kennen, auch von so manchem Scharmützel, sich dann daran beteiligen, weil das etwas ist, was es in anderen Ländern schon gibt und womit die weitere Entwicklung der österreichischen Medienlandschaft maßgeblich beeinflusst wird. Daher muss man hier wirklich mit Sorgfalt vorgehen, damit das dann eine Behörde ist, die ihrem Namen auch gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Mag. Kogler als Antragsteller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Frau Ministerin!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Frau Ministerin!) – Frau Ministerin! (Abg. Riepl: Das ist ein Unterschied!) Ja, deshalb ist sie auch gegangen. Das ist jetzt typisch für das Schicksal dieses Ausschusses, was sich hier abspielt. Der Dringliche Antrag hat außerdem einen eindeutigen Betreff, nämlich jenen: „ausständige Aktenübermittlung an den Untersuchungsausschuss betreffend ...“, und so weiter. Meines Erachtens ist das eindeutig.
Abg. Riepl: Das ist ein Unterschied!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Frau Ministerin!) – Frau Ministerin! (Abg. Riepl: Das ist ein Unterschied!) Ja, deshalb ist sie auch gegangen. Das ist jetzt typisch für das Schicksal dieses Ausschusses, was sich hier abspielt. Der Dringliche Antrag hat außerdem einen eindeutigen Betreff, nämlich jenen: „ausständige Aktenübermittlung an den Untersuchungsausschuss betreffend ...“, und so weiter. Meines Erachtens ist das eindeutig.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich füge hinzu, dass selbst das Präsidialprotokoll bei der Übermittlung der Akten an den Untersuchungsausschuss Kampfflugzeuge unter der arabischen Ziffer 3b davon ausgeht, dass hier Regelfassungen über die Geheimhaltung von sensiblen Akten dem Parlament übermittelt werden. – Es ist also aus der Sicht die Diktion völlig einheitlich. Hier wird ja gerade so getan, als ob geheime Akten für den Untersuchungsausschuss oben in der Säulenhalle kistenweise abgestellt würden, um sie dann den vorbeiziehenden Touristen auszuhändigen. Das ist doch völlig absurd, was Sie hier aufführen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Zeugen sind nicht Untersuchungsgegenstand!
Wenn Sie annoncieren, am besten mit Plakat auf den Ring hinaus, dass am 2. Juli Schluss ist, dann tragen Sie die Verantwortung dafür, dass Zeugen, die eigentlich laut Antrag Untersuchungsgegenstand sind (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Zeugen sind nicht Untersuchungsgegenstand!), Schlaff, Wallner und so weiter, einfach nicht mehr kommen! (Abg. Mag. Donnerbauer: Das sind Auskunftspersonen!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das sind Auskunftspersonen!
Wenn Sie annoncieren, am besten mit Plakat auf den Ring hinaus, dass am 2. Juli Schluss ist, dann tragen Sie die Verantwortung dafür, dass Zeugen, die eigentlich laut Antrag Untersuchungsgegenstand sind (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Zeugen sind nicht Untersuchungsgegenstand!), Schlaff, Wallner und so weiter, einfach nicht mehr kommen! (Abg. Mag. Donnerbauer: Das sind Auskunftspersonen!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Es ist eindeutig eine Erkenntnis dieses Untersuchungsausschusses, dass offensichtlich der Mag. Schlaff zu jenen Minderbegüterten in dieser Republik gehört, die sich nur Last-Minute-Urlaube leisten können. Eine erste Erkenntnis dieses Untersuchungsausschusses. Meine Damen und Herren, das ist eine Chuzpe, die hier veranstaltet wird! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Erste Erkenntnis dieses Untersuchungsausschusses: Die Medienlandschaft in Österreich und deren Eigentümerstrukturen müssen entflochten werden. Das hat hier heraußen schon lange niemand mehr gesagt, und der Kollege Cap ist auch schon lange davon abgewichen. Das ist eine Erkenntnis dieses Ausschusses. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich bin der Meinung, dass es längst dem Bankenplatz besser tun würde, hier reinen Tisch zu machen und nicht immer jene, die auf diese Wunde hinweisen oder in diese den Finger legen, dafür verantwortlich zu machen, dass hier irgendetwas nicht stimmt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mayerhofer: Wow!
Diese Namen können genannt werden: Dr. Taus. (Abg. Mayerhofer: Wow!) Ja, so ist es! (Ruf bei der ÖVP: Unfug!) Das ist alles aus den Akten herauslesbar, die Sie nicht anschauen wollen, weil Sie sie dort einsperren. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage Ihnen, weil das auch im Protokoll des Plenums des Nationalrates nicht unerwähnt bleiben soll: Die Untersuchungen werden ja auch deshalb unterminiert, weil man gerade noch so tut, als ob man untersuchen würde. Es geht ja nicht nur um die nicht übermittelten Akten. Es geht ja auch um die Akten, die buchstäblich in letzter Sekunde übermittelt wurden, die unter Kopierverbot sind. Und es handelt sich in diesem Fall, was Geldwäsche, organisierte Kriminalität, politische Interventionen betrifft, nur um österreichische Banken. 15 000 Seiten sind in den letzten Tagen übermittelt worden.
Ruf bei der ÖVP: Unfug!
Diese Namen können genannt werden: Dr. Taus. (Abg. Mayerhofer: Wow!) Ja, so ist es! (Ruf bei der ÖVP: Unfug!) Das ist alles aus den Akten herauslesbar, die Sie nicht anschauen wollen, weil Sie sie dort einsperren. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage Ihnen, weil das auch im Protokoll des Plenums des Nationalrates nicht unerwähnt bleiben soll: Die Untersuchungen werden ja auch deshalb unterminiert, weil man gerade noch so tut, als ob man untersuchen würde. Es geht ja nicht nur um die nicht übermittelten Akten. Es geht ja auch um die Akten, die buchstäblich in letzter Sekunde übermittelt wurden, die unter Kopierverbot sind. Und es handelt sich in diesem Fall, was Geldwäsche, organisierte Kriminalität, politische Interventionen betrifft, nur um österreichische Banken. 15 000 Seiten sind in den letzten Tagen übermittelt worden.
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Diese Namen können genannt werden: Dr. Taus. (Abg. Mayerhofer: Wow!) Ja, so ist es! (Ruf bei der ÖVP: Unfug!) Das ist alles aus den Akten herauslesbar, die Sie nicht anschauen wollen, weil Sie sie dort einsperren. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich sage Ihnen, weil das auch im Protokoll des Plenums des Nationalrates nicht unerwähnt bleiben soll: Die Untersuchungen werden ja auch deshalb unterminiert, weil man gerade noch so tut, als ob man untersuchen würde. Es geht ja nicht nur um die nicht übermittelten Akten. Es geht ja auch um die Akten, die buchstäblich in letzter Sekunde übermittelt wurden, die unter Kopierverbot sind. Und es handelt sich in diesem Fall, was Geldwäsche, organisierte Kriminalität, politische Interventionen betrifft, nur um österreichische Banken. 15 000 Seiten sind in den letzten Tagen übermittelt worden.
Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?
Die Zeugen Schlaff und Wallner sind nicht erschienen – aus guten Gründen. (Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?) – Herr Bundeskanzler außer Dienst, erklären Sie lieber, warum Sie sich von diesen Kreisen Gratisflüge nach Sofia zahlen lassen und was Sie dann dort gemacht haben – und keppeln Sie nicht dauernd dazwischen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lentsch: Geh, bitte! – Abg. Steibl: Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lentsch: Geh, bitte! – Abg. Steibl: Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Zeugen Schlaff und Wallner sind nicht erschienen – aus guten Gründen. (Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?) – Herr Bundeskanzler außer Dienst, erklären Sie lieber, warum Sie sich von diesen Kreisen Gratisflüge nach Sofia zahlen lassen und was Sie dann dort gemacht haben – und keppeln Sie nicht dauernd dazwischen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lentsch: Geh, bitte! – Abg. Steibl: Letztklassig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.
behelligt von den österreichischen Behörden gefuhrwerkt hat, um die Bulgaren zu täuschen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) – Und mit Hilfe der Gewerkschaftsbank, da haben Sie völlig recht. (Abg. Dr. Schüssel: ÖGB-Akten, habe ich gesagt!) – Aber Dr. Schüssel, Sie glauben ja nicht, dass Elsner in diesem ganzen Komplex der einzige Gauner ist – oder wollen Sie uns das weismachen? – Spätestens am Ende des Prozesses werden wir das sehen! (Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?)
Abg. Dr. Schüssel: ÖGB-Akten, habe ich gesagt!
behelligt von den österreichischen Behörden gefuhrwerkt hat, um die Bulgaren zu täuschen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) – Und mit Hilfe der Gewerkschaftsbank, da haben Sie völlig recht. (Abg. Dr. Schüssel: ÖGB-Akten, habe ich gesagt!) – Aber Dr. Schüssel, Sie glauben ja nicht, dass Elsner in diesem ganzen Komplex der einzige Gauner ist – oder wollen Sie uns das weismachen? – Spätestens am Ende des Prozesses werden wir das sehen! (Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?)
Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?
behelligt von den österreichischen Behörden gefuhrwerkt hat, um die Bulgaren zu täuschen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) – Und mit Hilfe der Gewerkschaftsbank, da haben Sie völlig recht. (Abg. Dr. Schüssel: ÖGB-Akten, habe ich gesagt!) – Aber Dr. Schüssel, Sie glauben ja nicht, dass Elsner in diesem ganzen Komplex der einzige Gauner ist – oder wollen Sie uns das weismachen? – Spätestens am Ende des Prozesses werden wir das sehen! (Abg. Dr. Schüssel: Was hat das mit dem Dringlichen Antrag zu tun?)
Abg. Dr. Schüssel: Wir reden über die Steuerakten!
Aber es ist unser Auftrag, die politischen Netzwerke und die wirtschaftskriminellen Deckungshandlungen zu untersuchen. (Abg. Dr. Schüssel: Wir reden über die Steuerakten!) Das Strafrecht wird woanders geübt und praktiziert, da haben Sie völlig recht. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Aber es ist unser Auftrag, die politischen Netzwerke und die wirtschaftskriminellen Deckungshandlungen zu untersuchen. (Abg. Dr. Schüssel: Wir reden über die Steuerakten!) Das Strafrecht wird woanders geübt und praktiziert, da haben Sie völlig recht. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Zusammenhang mit dem Dringlichen Antrag?
Auf Basis dieser Hintergrund-Info im SIS – einem Teil des Schengen-Abkommens, Herr Dr. Schüssel, auf das Sie immer so Wert legen – besteht eine Ausschreibung in Frankreich: Gefährlichkeit und Zugehörigkeit zur russischen Großkriminalität. (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Zusammenhang mit dem Dringlichen Antrag?) – Ich sage Ihnen den Zusammenhang, nachdem ich Ihnen noch erklärt habe, dass in der Schweiz ein Verdacht wegen Geldwäsche besteht (Abg. Dr. Stummvoll: Sehr dringlich ist das nicht!), dort ermittelt wird und dass die Verfahren offen sind und dass in Berlin in Verdachtsfällen wegen Geldwäsche ermittelt wird – warum nicht in Wien und in Österreich? –, und das noch vor dem Hintergrund, dass sich Folgendes zugetragen hat (Ruf bei der ÖVP: Geschichtenerzähler!):
Abg. Dr. Stummvoll: Sehr dringlich ist das nicht!
Auf Basis dieser Hintergrund-Info im SIS – einem Teil des Schengen-Abkommens, Herr Dr. Schüssel, auf das Sie immer so Wert legen – besteht eine Ausschreibung in Frankreich: Gefährlichkeit und Zugehörigkeit zur russischen Großkriminalität. (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Zusammenhang mit dem Dringlichen Antrag?) – Ich sage Ihnen den Zusammenhang, nachdem ich Ihnen noch erklärt habe, dass in der Schweiz ein Verdacht wegen Geldwäsche besteht (Abg. Dr. Stummvoll: Sehr dringlich ist das nicht!), dort ermittelt wird und dass die Verfahren offen sind und dass in Berlin in Verdachtsfällen wegen Geldwäsche ermittelt wird – warum nicht in Wien und in Österreich? –, und das noch vor dem Hintergrund, dass sich Folgendes zugetragen hat (Ruf bei der ÖVP: Geschichtenerzähler!):
Ruf bei der ÖVP: Geschichtenerzähler!
Auf Basis dieser Hintergrund-Info im SIS – einem Teil des Schengen-Abkommens, Herr Dr. Schüssel, auf das Sie immer so Wert legen – besteht eine Ausschreibung in Frankreich: Gefährlichkeit und Zugehörigkeit zur russischen Großkriminalität. (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Zusammenhang mit dem Dringlichen Antrag?) – Ich sage Ihnen den Zusammenhang, nachdem ich Ihnen noch erklärt habe, dass in der Schweiz ein Verdacht wegen Geldwäsche besteht (Abg. Dr. Stummvoll: Sehr dringlich ist das nicht!), dort ermittelt wird und dass die Verfahren offen sind und dass in Berlin in Verdachtsfällen wegen Geldwäsche ermittelt wird – warum nicht in Wien und in Österreich? –, und das noch vor dem Hintergrund, dass sich Folgendes zugetragen hat (Ruf bei der ÖVP: Geschichtenerzähler!):
Abg. Mag. Donnerbauer: Kein Beweis, hat er gesagt! Erzähl da keine Geschichten!
Am 10. März 2000 wurde in Perchtoldsdorf, Niederösterreich, der Vater des seit dem Verkauf der Anteile an der bulgarischen MobilTel in Österreich lebenden Krassimir Stoichev von bislang unbekannten Tätern ermordet. Es ist davon auszugehen, dass der Mordanschlag Krassimir Stoichev galt, dem Sohn, und irrtümlich seinen zu diesem Zeitpunkt auf Besuch weilenden Vater traf. (Abg. Mag. Donnerbauer: Kein Beweis, hat er gesagt! Erzähl da keine Geschichten!)
Abg. Mag. Donnerbauer: ... hat gesagt, es gibt keinen Funken eines Beweises!
Ich zitiere jetzt eine Auskunftsperson, die gerade noch den Ausschuss geschafft hat, sozusagen „darennt“ hat, aus dem soeben zur Verfügung gestellten Protokoll der vertraulichen Sitzung. (Abg. Mag. Donnerbauer: ... hat gesagt, es gibt keinen Funken eines Beweises!) Und ich bedanke mich bei der Parlamentsdirektion, dass das noch möglich war, weil man ja sonst nicht immer mit der Arbeit hier gut vorankommt und unterstützt wird.
Abg. Mag. Donnerbauer: Keine Beweise!
Die Auskunftsperson – ich will den Namen nicht nennen, es ist sicher im Interesse dieser Person – sagt, zu diesem Vorgang befragt (Abg. Mag. Donnerbauer: Keine Beweise!) – hören Sie auf zum Zwischenkeppeln, hätten Sie sich im Ausschuss engagiert, Sie Zudecker! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ) –, dass Chernoy dahinter steht. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ
Die Auskunftsperson – ich will den Namen nicht nennen, es ist sicher im Interesse dieser Person – sagt, zu diesem Vorgang befragt (Abg. Mag. Donnerbauer: Keine Beweise!) – hören Sie auf zum Zwischenkeppeln, hätten Sie sich im Ausschuss engagiert, Sie Zudecker! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ) –, dass Chernoy dahinter steht. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.
Die Auskunftsperson – ich will den Namen nicht nennen, es ist sicher im Interesse dieser Person – sagt, zu diesem Vorgang befragt (Abg. Mag. Donnerbauer: Keine Beweise!) – hören Sie auf zum Zwischenkeppeln, hätten Sie sich im Ausschuss engagiert, Sie Zudecker! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ) –, dass Chernoy dahinter steht. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Rädler: Ich war im Ausschuss dabei!
Die ÖVP-Fraktion hat keinen einzigen Akt gelesen und fängt jetzt an, hysterisch zu schreien. (Abg. Rädler: Ich war im Ausschuss dabei!) Wissen Sie was? – Legen Sie Ihre zusätzlichen Verdienste offen, das ist auch ein Ergebnis dieses Ausschusses, damit man einmal weiß, wer hier für wen lobbyiert, so wie das in entwickelten Demokratien der Fall ist! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Die ÖVP-Fraktion hat keinen einzigen Akt gelesen und fängt jetzt an, hysterisch zu schreien. (Abg. Rädler: Ich war im Ausschuss dabei!) Wissen Sie was? – Legen Sie Ihre zusätzlichen Verdienste offen, das ist auch ein Ergebnis dieses Ausschusses, damit man einmal weiß, wer hier für wen lobbyiert, so wie das in entwickelten Demokratien der Fall ist! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Und am Schluss stehen 1,6 Milliarden, gekauft und bezahlt von der österreichischen Telekom, an der der öffentliche Anteilsnehmer ÖIAG mehr als die Sperrminorität gehalten hat. Und jetzt sagen Sie: Das geht uns alles nichts an!, oder was? (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Das ist deshalb interessant, weil die Ermittlungen der Behörden ständig behindert werden, und das ist unser Untersuchungsgegenstand! (Abg. Mag. Donnerbauer: ... nicht der Funken eines Beweises!)
Abg. Mag. Donnerbauer: ... nicht der Funken eines Beweises!
Und am Schluss stehen 1,6 Milliarden, gekauft und bezahlt von der österreichischen Telekom, an der der öffentliche Anteilsnehmer ÖIAG mehr als die Sperrminorität gehalten hat. Und jetzt sagen Sie: Das geht uns alles nichts an!, oder was? (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Das ist deshalb interessant, weil die Ermittlungen der Behörden ständig behindert werden, und das ist unser Untersuchungsgegenstand! (Abg. Mag. Donnerbauer: ... nicht der Funken eines Beweises!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.
Es ist den Beamten des Kriminalamtes gelungen, in zahlreichen Aktenvermerken festzuhalten, wie die Vorgänge waren. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Donnerbauer.) Es ist in der Folge gelungen, die Visa-Erteilung an Herrn Chernoy zu verhindern, aber es ist in mehreren Fällen gelungen.
Oh-Rufe bei der FPÖ
Ich lese Ihnen jetzt zwischenzeitig, damit Sie aufhören dazwischenzuschreien – vielleicht gibt es noch Hoffnung –, aus einem anderen Aktenvermerk vor, bevor ich weiter aus dem Protokoll zitiere: Es gibt hier einen Aktenvermerk, aus dem klar hervorgeht, dass das Außenministerium erfolgreich für diesen Chernoy interveniert hat (Oh-Rufe bei der FPÖ), von der Frau Außenministerin, und es gibt Aktenvermerke, dass immer Mag. Schlaff dahinter stand. Es gibt Aktenvermerke, dass alle Schreiben und Faxe, die hier verfasst wurden, geradezu deckungsgleich sind und dass nur Mag. Schlaff dahinter vermutet werden kann.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Und jetzt zur SPÖ: Es ist ja ein völliges polit-physiognomisches Wunder, wie es möglich ist, dass man es mit so wenig Rückgrat immer noch „dersteht“ (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), der ÖVP die Räuberleiter zu machen, wenn es darum geht, aus der Verantwortung für die parlamentarische Untersuchung und in das Zudecken zu flüchten, das hier praktiziert wird. Es war ...
Abg. Mag. Kogler: Mein Schlusssatz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kogler! (Abg. Mag. Kogler: Mein Schlusssatz!) – Ihr Schlusssatz ist bereits gesagt. Es tut mir leid, es müssen die Regeln für alle gleich gelten.
Beifall bei den Grünen und der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
(Beifall bei den Grünen und der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Dr. Schüssel: Sehr richtig!
Es gibt zwei Anträge auf Aktenübermittlung an das BMF. Beide sind in dem Dringlichen Antrag angeführt. Der eine stammt vom 20. Juni, der andere vom 25. Juni. In beiden Fällen hat das Bundesministerium für Finanzen innerhalb von zwei Tagen – einmal mit Schreiben vom 22. Juni, einmal mit Schreiben vom 28. Juni – um die Darlegung des Zusammenhangs der angeforderten Akten mit dem Untersuchungsgegenstand ersucht. (Abg. Dr. Schüssel: Sehr richtig!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Bis morgen!
Ich will das einfach so sachlich hier mitteilen, zusätzlich damit aber dem interessierten Ausschuss sozusagen den Hinweis geben, dass selbstverständlich, wenn die US-Behörden – und ich schaue den Vorsitzenden an –, die ja meistens unproblematisch in der Erteilung von Zustimmung sind, keinen Einwand dagegen erheben, dann einer Vorlage für den Ausschuss nichts im Wege stünde. (Abg. Dr. Van der Bellen: Bis morgen!) – Das betrifft den Teil 1, was die grundsätzliche Vorlage der Akten betrifft. (Abg. Sburny: Blöderweise gibt es keinen Aktenbeschluss mehr!)
Abg. Sburny: Blöderweise gibt es keinen Aktenbeschluss mehr!
Ich will das einfach so sachlich hier mitteilen, zusätzlich damit aber dem interessierten Ausschuss sozusagen den Hinweis geben, dass selbstverständlich, wenn die US-Behörden – und ich schaue den Vorsitzenden an –, die ja meistens unproblematisch in der Erteilung von Zustimmung sind, keinen Einwand dagegen erheben, dann einer Vorlage für den Ausschuss nichts im Wege stünde. (Abg. Dr. Van der Bellen: Bis morgen!) – Das betrifft den Teil 1, was die grundsätzliche Vorlage der Akten betrifft. (Abg. Sburny: Blöderweise gibt es keinen Aktenbeschluss mehr!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Was?
Erlauben Sie, meine Damen und Herren, da der wesentliche Teil der Stellungnahme des Abgeordneten Kogler ein anderes Themengebiet rundherum betroffen hat, Folgendes zu sagen: Ich wurde an sich informiert, dass man in der Präsidiale ausgemacht hat, dass nur jeweils 3 Minuten für die Stellungnahme zur Verfügung stehen. Jetzt war das doch etwas länger, und ich möchte es nicht ganz so stehen lassen (Abg. Dr. Van der Bellen: Was?), weil darin natürlich Vorwürfe waren, die österreichische Bundesregierung würde eine Aufklärung zu einem Gegenstand bewusst verhindern. Ich möchte wie folgt dazu Stellung nehmen:
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Teil 1: Aufgabe parlamentarischer Untersuchungsausschüsse ist es – und ich habe als Abgeordneter hier in diesem Plenum selber für die Einsetzung gestimmt –, zwei Dinge zu erheben. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Erstens: die Frage der ordnungsgemäßen Verwaltung, also das, was in der Exekutive abgelaufen ist, ob die Vorgänge ordnungsgemäß erfolgt sind. Zweitens: die Frage einer allfälligen politischen Verantwortlichkeit der zuständigen Regierungsmitglieder. Das ist die Aufgabenstellung eines Untersuchungsausschusses. Er ist kein Ersatz für die Justiz, das kann er auch nicht sein. Und an der Aufgabenstellung ist zu messen, ob der Untersuchungsausschuss seine Pflicht erfüllen konnte.
Abg. Mag. Darmann: Vor allem der Bericht der SPÖ!
Ich darf in diesem Zusammenhang durchaus als Kompliment für alle Mitglieder dieses Ausschusses, nämlich wirklich für alle, feststellen, es war eine Heidenarbeit. (Abg. Mag. Darmann: Vor allem der Bericht der SPÖ!) Beide Ausschüsse, aber vor allem der Banken-Ausschuss – hunderte Stunden! Wir wissen selbst, dass die Damen und Herren Abgeordneten bis tief in die Nacht hinein ihren Aufgaben nachgekommen sind. Das ist eine Aufgabe, die es wert ist, auch darüber zu diskutieren, was die Konsequenzen sind. In diesem Sinne gehe ich kurz auf das ein, was der Abgeordnete Kogler gesagt hat.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.
Das, was aus diesen Ausschüssen auf dem Tisch liegt – in dem Fall aus dem Banken-Ausschuss –, ist ausreichend, um klarzumachen, dass Zeit zum Handeln ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Wir müssen das, was hervorgekommen ist, durch Änderungen im Bereich der Gesetzgebung, im Bereich der Organisation sofort beheben. (Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) Österreich als Finanzstandort kann es sich nicht leisten, dass auch nur ein Schatten des Zweifels darüber besteht, dass die Überwachungsbehörden ordnungsgemäß allen Pflichten nachkommen. Ich finde es richtig und gut, wenn nach acht Monaten eine dichte Fülle an Dingen bekannt geworden ist, die dieses Handeln erzwingen, dass man zum Handeln schreitet und – bei aller Liebe und Lust an der Forensik – nicht noch drei oder vier Monate untersucht und bis ins Jahr 2008 mit der Reform zuwartet.
Ruf bei der ÖVP: Jawohl!
Das, was aus diesen Ausschüssen auf dem Tisch liegt – in dem Fall aus dem Banken-Ausschuss –, ist ausreichend, um klarzumachen, dass Zeit zum Handeln ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Wir müssen das, was hervorgekommen ist, durch Änderungen im Bereich der Gesetzgebung, im Bereich der Organisation sofort beheben. (Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) Österreich als Finanzstandort kann es sich nicht leisten, dass auch nur ein Schatten des Zweifels darüber besteht, dass die Überwachungsbehörden ordnungsgemäß allen Pflichten nachkommen. Ich finde es richtig und gut, wenn nach acht Monaten eine dichte Fülle an Dingen bekannt geworden ist, die dieses Handeln erzwingen, dass man zum Handeln schreitet und – bei aller Liebe und Lust an der Forensik – nicht noch drei oder vier Monate untersucht und bis ins Jahr 2008 mit der Reform zuwartet.
Abg. Mag. Kogler: Falsch!
Soweit ich die Debatte hier mitverfolgen konnte, sind das alles Angelegenheiten der Strafbehörden, Herr Abgeordneter Kogler, an deren Stelle das Parlament nicht treten kann und darf. (Abg. Mag. Kogler: Falsch!) Angelegenheiten der Strafbehörden können grundsätzlich nicht überprüft werden, soweit sie unabhängige Gerichte betreffen. Das heißt, nur das Vorgehen der Sicherheitsbehörden und der Staatsanwaltschaft ist überprüfbar, nicht aber jenes der unabhängigen Gerichtsbarkeit. Daher muss das Zusammenspiel funktionieren. Die Wahrnehmungen, die da sind, weisen darauf hin, dass sie funktionieren.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, in diesem Sinne kann ich nur die Zusicherung des BMF geben, bei der Beantwortung der Anforderung der Konkretisierung umgehend und schnell die gesamte Übermittlung durchzuführen, mit dem Hinweis auf die Problematik des Non-Papers, und im Übrigen sagen: Handeln, wenn man es feststellt, ist möglicherweise besser, als noch ein paar Monate zu examinieren. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Matznetter, wenn Sie jetzt am Schluss gesagt haben, Sie warten auf die Konkretisierung im Hinblick auf die beiden Akten, die wir angefordert haben, und werden dann die Zustellung veranlassen, wenn die Konkretisierung ausreichend begründet ist, und wir gleichzeitig wissen, dass im Anschluss an diese Debatte über einen Fristsetzungsantrag abgestimmt wird, mit dem dieser Ausschuss beendet werden soll, dann wissen wir, woran wir bei Ihnen sind! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.)
Abg. Krainer: Falsch!
Aber erlauben Sie mir, dass ich mich mit diesem Akt ein bisschen näher auseinandersetze. Es war im Dezember 2005, als die US-amerikanische Botschaft eine Depesche – nennen wir sie einmal eine Depesche – an die Finanzmarktaufsicht herangetragen hat. Die für Geldwäsche beauftragte Bedienstete der Finanzmarktaufsicht ist zur Ansicht gekommen (Abg. Krainer: Falsch!), dass sich aus dieser Depesche, aus diesem Geheimpapier – bitte, lesen Sie das in den Akten nach, Herr Kollege, in den Unterlagen, das steht dort so drinnen! – Verdachtsmomente FMA ... (Abg. Krainer: Im Dezember ist es ans BMF gegangen! ...! Das war erst im Jänner!) – Zuerst FMA und später BMF, Herr Kollege! (Abg. Krainer: Umgekehrt!) Jedenfalls wurden Verdachtsmomente im Zusammenhang mit Geldwäsche betreffend die Banken RZB und BA-CA geäußert. Das hat die Bedienstete für Geldwäscheangelegenheiten in dem Ausschuss eindeutig ausgesagt.
Abg. Krainer: Im Dezember ist es ans BMF gegangen! ...! Das war erst im Jänner!
Aber erlauben Sie mir, dass ich mich mit diesem Akt ein bisschen näher auseinandersetze. Es war im Dezember 2005, als die US-amerikanische Botschaft eine Depesche – nennen wir sie einmal eine Depesche – an die Finanzmarktaufsicht herangetragen hat. Die für Geldwäsche beauftragte Bedienstete der Finanzmarktaufsicht ist zur Ansicht gekommen (Abg. Krainer: Falsch!), dass sich aus dieser Depesche, aus diesem Geheimpapier – bitte, lesen Sie das in den Akten nach, Herr Kollege, in den Unterlagen, das steht dort so drinnen! – Verdachtsmomente FMA ... (Abg. Krainer: Im Dezember ist es ans BMF gegangen! ...! Das war erst im Jänner!) – Zuerst FMA und später BMF, Herr Kollege! (Abg. Krainer: Umgekehrt!) Jedenfalls wurden Verdachtsmomente im Zusammenhang mit Geldwäsche betreffend die Banken RZB und BA-CA geäußert. Das hat die Bedienstete für Geldwäscheangelegenheiten in dem Ausschuss eindeutig ausgesagt.
Abg. Krainer: Umgekehrt!
Aber erlauben Sie mir, dass ich mich mit diesem Akt ein bisschen näher auseinandersetze. Es war im Dezember 2005, als die US-amerikanische Botschaft eine Depesche – nennen wir sie einmal eine Depesche – an die Finanzmarktaufsicht herangetragen hat. Die für Geldwäsche beauftragte Bedienstete der Finanzmarktaufsicht ist zur Ansicht gekommen (Abg. Krainer: Falsch!), dass sich aus dieser Depesche, aus diesem Geheimpapier – bitte, lesen Sie das in den Akten nach, Herr Kollege, in den Unterlagen, das steht dort so drinnen! – Verdachtsmomente FMA ... (Abg. Krainer: Im Dezember ist es ans BMF gegangen! ...! Das war erst im Jänner!) – Zuerst FMA und später BMF, Herr Kollege! (Abg. Krainer: Umgekehrt!) Jedenfalls wurden Verdachtsmomente im Zusammenhang mit Geldwäsche betreffend die Banken RZB und BA-CA geäußert. Das hat die Bedienstete für Geldwäscheangelegenheiten in dem Ausschuss eindeutig ausgesagt.
Heiterkeit bei den Grünen.
Es wird also weiters gesagt, es sei ein Non-Paper. In diesem Zusammenhang werden die „Salzburger Nachrichten“ vom 31. März 2006 zitiert. In einem Rechtsgutachten der Finanzprokuratur werden die Finanznachrichten zitiert! Ja, nicht einmal die Zitierweise, Herr Staatssekretär, ist richtig, denn nicht einmal die Anführungszeichen sind angegeben. Man weiß ja nicht einmal, wo dieses Zitat beginnt und wo dieses Zitat endet. Aber enden tut es jedenfalls mit dem Satz – ich zitiere jetzt –: Zwar werde ein Non-Paper entgegengenommen, in Wahrheit aber existiere es gar nicht. – Zitatende. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ausschuss wichtige Beweismittel im Zusammenhang mit Geldwäschefragen vorenthalten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das gilt aber ebenso für die Parteienfinanzierung. Denn auch die ÖGB-Steuerakten samt dazugehörigen Fraktionen und Stiftungen et cetera – was da alles dazugehört – sind ja dem Ausschuss ebenfalls nicht übermittelt worden. Die Begründungen, die geliefert wurden? – Sie waren wiederum extrem fadenscheinig. Wir wurden wiederum ersucht, klarzustellen, was der Untersuchungsgegenstand mit dem Akt zu tun hat und umgekehrt. Na ja, wenn es um Parteienfinanzierung geht, da ist es halt naheliegend – und da sind sich offensichtlich beide Parteien einig, die Damen und Herren von der ÖVP und die Damen und Herren von der SPÖ –, da ist es allemal gut, wenn Sie sich zusammentun und der Vertuschung und der Verschleierung Vorschub leisten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Jawohl!
Wenn Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP – und Herr Missethon hat ja heute schon von einer blütenweißen Weste gesprochen (Abg. Rädler: Jawohl!) –, eine blütenweiße Weste haben und wenn das auch für Ihre Banken in Ihrem Bereich gilt, dann verstehe ich nicht, warum diese Akten dem Ausschuss vorenthalten werden. Dann verstehe ich aber auch nicht, warum Zeugen nicht befragt werden können, die zwar vom Ausschuss einstimmig beantragt worden sind, die aber aufgrund des Zeitdrucks keine Mehrheit mehr gefunden haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Die haben nicht die Steuerakten des ÖGB!)
Abg. Dr. Stummvoll: Die haben nicht die Steuerakten des ÖGB!
Wenn Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP – und Herr Missethon hat ja heute schon von einer blütenweißen Weste gesprochen (Abg. Rädler: Jawohl!) –, eine blütenweiße Weste haben und wenn das auch für Ihre Banken in Ihrem Bereich gilt, dann verstehe ich nicht, warum diese Akten dem Ausschuss vorenthalten werden. Dann verstehe ich aber auch nicht, warum Zeugen nicht befragt werden können, die zwar vom Ausschuss einstimmig beantragt worden sind, die aber aufgrund des Zeitdrucks keine Mehrheit mehr gefunden haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Die haben nicht die Steuerakten des ÖGB!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden über die Steuerakten!
Also: Dr. Herbert Stepic oder Dr. Walter Rothensteiner, wo sind diese Herren? Warum erscheinen sie nicht vor dem Ausschuss, wie andere Generaldirektoren dieses Landes bei anderen Banken das auch getan haben? (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden über die Steuerakten!) – Herr Kollege Stummvoll, Sie wissen ganz genau, wir hatten die beiden Direktoren von der Hypo Alpe-Adria da, den Vorgänger Kulterer und den Herrn Berlin. Wir hatten alle heute unter Anklage gestellten Direktoren von der BAWAG da. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir hatten auch den jetzigen Generaldirektor der BAWAG da. Und hier kann ich nur darauf hinweisen: Es wird abgedreht, vertuscht und verschleiert. (Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Also: Dr. Herbert Stepic oder Dr. Walter Rothensteiner, wo sind diese Herren? Warum erscheinen sie nicht vor dem Ausschuss, wie andere Generaldirektoren dieses Landes bei anderen Banken das auch getan haben? (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden über die Steuerakten!) – Herr Kollege Stummvoll, Sie wissen ganz genau, wir hatten die beiden Direktoren von der Hypo Alpe-Adria da, den Vorgänger Kulterer und den Herrn Berlin. Wir hatten alle heute unter Anklage gestellten Direktoren von der BAWAG da. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir hatten auch den jetzigen Generaldirektor der BAWAG da. Und hier kann ich nur darauf hinweisen: Es wird abgedreht, vertuscht und verschleiert. (Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Also: Dr. Herbert Stepic oder Dr. Walter Rothensteiner, wo sind diese Herren? Warum erscheinen sie nicht vor dem Ausschuss, wie andere Generaldirektoren dieses Landes bei anderen Banken das auch getan haben? (Abg. Dr. Stummvoll: Wir reden über die Steuerakten!) – Herr Kollege Stummvoll, Sie wissen ganz genau, wir hatten die beiden Direktoren von der Hypo Alpe-Adria da, den Vorgänger Kulterer und den Herrn Berlin. Wir hatten alle heute unter Anklage gestellten Direktoren von der BAWAG da. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir hatten auch den jetzigen Generaldirektor der BAWAG da. Und hier kann ich nur darauf hinweisen: Es wird abgedreht, vertuscht und verschleiert. (Beifall und Bravorufe bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: Warum ist er dann auf der Tagesordnung? – Abg. Dr. Bösch: Warum wurde er dann aufgerufen?
der Präsidentin hier folgen, dass wir hier in Wahrheit über einen Antrag sprechen, der gar nicht vorliegt, weil er an und für sich nicht rechtskonform, sondern rechtswidrig ist. (Abg. Strache: Warum ist er dann auf der Tagesordnung? – Abg. Dr. Bösch: Warum wurde er dann aufgerufen?)
Abg. Dr. Graf: Das waren schon mehr als zwei Sätze!
Ich darf zum Inhalt nichtsdestotrotz zwei Sätze sagen. Das Erste ist: Ja, es gab Probleme im Ausschuss mit der Aktenvorlage. Ja, es hat sich im Jänner mit der neuen Regierung gebessert, weil dann wesentlich zügiger und umfangreicher Beweismittelanträge beantwortet worden sind. (Abg. Dr. Graf: Das waren schon mehr als zwei Sätze!) Und ich kann auch zu dem vorliegenden Bereich der ÖGB-Akten sagen: Ja, wir haben im Prinzip nichts dagegen, dass sie vorgelegt werden. Nur, was ich auch bereits letzte Woche im Ausschuss gesagt habe: Es liegen von allen Tochterunternehmungen und verbundenen Unternehmungen die Bilanzen im Datenraum. Und wenn jemand glaubt, er sieht in der Steuererklärung mehr als in der Bilanz, dann kann das nur damit zusammenhängen, dass er eine Bilanz nicht lesen kann. Dann stellt sich aber die Frage, ob er imstande ist, eine Steuererklärung zu lesen. (Abg. Mag. Kogler: So viel Unwissenheit ist unglaublich! Und so was ist Finanzsprecher!) Insofern ist mir das nicht ganz klar.
Abg. Mag. Kogler: So viel Unwissenheit ist unglaublich! Und so was ist Finanzsprecher!
Ich darf zum Inhalt nichtsdestotrotz zwei Sätze sagen. Das Erste ist: Ja, es gab Probleme im Ausschuss mit der Aktenvorlage. Ja, es hat sich im Jänner mit der neuen Regierung gebessert, weil dann wesentlich zügiger und umfangreicher Beweismittelanträge beantwortet worden sind. (Abg. Dr. Graf: Das waren schon mehr als zwei Sätze!) Und ich kann auch zu dem vorliegenden Bereich der ÖGB-Akten sagen: Ja, wir haben im Prinzip nichts dagegen, dass sie vorgelegt werden. Nur, was ich auch bereits letzte Woche im Ausschuss gesagt habe: Es liegen von allen Tochterunternehmungen und verbundenen Unternehmungen die Bilanzen im Datenraum. Und wenn jemand glaubt, er sieht in der Steuererklärung mehr als in der Bilanz, dann kann das nur damit zusammenhängen, dass er eine Bilanz nicht lesen kann. Dann stellt sich aber die Frage, ob er imstande ist, eine Steuererklärung zu lesen. (Abg. Mag. Kogler: So viel Unwissenheit ist unglaublich! Und so was ist Finanzsprecher!) Insofern ist mir das nicht ganz klar.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ja, das ist eh so einfach! – Zwischenruf des Abg. Strache.
Wir haben dem zugestimmt, aber ich sage auch ganz ehrlich: Wenn der Ausschuss zu Ende ist, dann werden wir auch keine neuen Akten mehr anfordern. Viel mehr ist dazu nicht zu sagen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ja, das ist eh so einfach! – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, wir können in diese Diskussion ein bisschen Ruhe und Sachlichkeit hereinbringen. Ich glaube, das würde durchaus nottun, Herr Öllinger. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch!
Aber es sind nicht nur formale Gründe, ich glaube, auch inhaltlich ist dieser Antrag äußerst bedenklich. Es sind hier nämlich verfassungsrechtlich geschützte Rechte, also auch das Recht auf Datenschutz, betroffen. Nun wundern wir uns bei den Grünen ja nicht mehr, dass ihnen die Vertraulichkeit, die ein gesetzlicher Anspruch und ein gesetzlicher Auftrag im Untersuchungsausschuss war, nichts wert ist – das haben sie ja mehrfach bewiesen. Herr Kollege Pilz ist von einem Gericht sogar dafür verurteilt worden, dass er diese gesetzlich vorgeschriebene Vertraulichkeit bricht; das steht in einer gerichtlichen Entscheidung ausdrücklich drinnen. (Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch!)
Abg. Mag. Kogler: Von Lobbyisten!
Aber nicht nur das! Nun versuchen Sie es auch über einen anderen Weg: Sie versuchen, private Umstände der Bürgerinnen und Bürger (Abg. Mag. Kogler: Von Lobbyisten!), Unterlagen, die berechtigterweise verfassungsrechtlich geschützt sind, in die Öffentlichkeit, hier in das Plenum zu bringen und damit bedenkenlos zu öffnen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Unterstellung!
setzlicher Verfolgung zu schützen. Dann sind sie immer aufgestanden und haben (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Unterstellung!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (fortsetzend): Abschließend, meine sehr geehrten Damen und Herren, darf ich die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land beruhigen: Wir, die Österreichische Volkspartei, werden sie auch in Zukunft vor solchen Versuchen von Schnüffelaktionen der grünen Fraktion schützen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Wir erleben heute – wenn in Folge ein Fristsetzungsantrag der großen Koalition eingebracht wird, mit dem man den Untersuchungsausschuss abdrehen will – ein Negativbeispiel demokratischer Verhaltensweise. Wir erleben ein Negativbeispiel von Parlamentarismus, wir erleben ein Negativbeispiel im Bereich der Kontrolle. Eigentlich sind Sie angetreten, um es anders zu machen; dabei machen Sie es heute schlimmer, als es die letzten Jahre in diesem Hohen Haus gelebt wurde! Sie müssen ein schlechtes Gewissen haben, Herr Dr. Cap! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich verstehe schon, wenn die Redner von der Österreichischen Volkspartei und der Sozialdemokratie hierher ans Rednerpult kommen und es gerade eine Minute lang der Mühe wert finden, Stellung zu beziehen. Das zeigt insgesamt dieses schlechte Gewissen, wenn sogar Ihren eigenen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ die Spucke wegbleibt und nichts mehr dazu einfällt. Das ist bezeichnend genug. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Wenn wir bedenken, dass es für 18 Punkte im Bereich der Finanzmarktaufsicht – Bankenbereiche, Atomic, et cetera – einen Auftrag des Hohen Hauses gibt, diese zu überprüfen, und drei dieser 18 Punkte im Untersuchungsausschuss bis heute nicht einmal Behandlung gefunden haben – weil Sie von Schwarz und Rot das bis heute behindert haben, weil Sie bis heute behindert haben, dass der Banken-Untersuchungsausschuss ausreichend Termine zugesprochen bekommt, weil Sie heute hergehen und nicht nur behindern, sondern sogar zudrehen, diesen Prüfungsauftrag zu erfüllen –, dann ist das ein demokratiepolitischer und kontrollpolitischer Skandal, den Sie heute zum Besten geben! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Meinl Bank! – Abg. Öllinger: Richtig!
nanzmarktaufsicht aufgrund eines persönlichen Nahe- oder Abhängigkeitsverhältnisses zu involvierten Personen oder Entscheidungsträgern von Banken bzw. Kreditinstituten“ (Abg. Mag. Kogler: Meinl Bank! – Abg. Öllinger: Richtig!) „oder aufgrund anderer aufzuklärender Umstände diesen Banken bzw. Kreditinstituten insbesondere hinsichtlich seiner Aufsichts- und Kontrollpflichten begünstigt oder ihnen Vorteile verschafft hat.“ (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
nanzmarktaufsicht aufgrund eines persönlichen Nahe- oder Abhängigkeitsverhältnisses zu involvierten Personen oder Entscheidungsträgern von Banken bzw. Kreditinstituten“ (Abg. Mag. Kogler: Meinl Bank! – Abg. Öllinger: Richtig!) „oder aufgrund anderer aufzuklärender Umstände diesen Banken bzw. Kreditinstituten insbesondere hinsichtlich seiner Aufsichts- und Kontrollpflichten begünstigt oder ihnen Vorteile verschafft hat.“ (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Großruck: Von wem ist das?
Da muss man schon eines festmachen. Es gibt ein schönes Zitat: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht!“ (Abg. Großruck: Von wem ist das?) – Das hat einmal der amerikanische Präsident Abraham Lincoln gesagt und damit Recht gehabt. Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht, dann siehst du, wie er mit der Macht umgeht.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Sie von der SPÖ gehen mit der Macht, die Sie heute haben, leider nicht anders um als die Österreichische Volkspartei. Die Österreichische Volkspartei hat in den letzten Jahren ihrer Kanzlerschaft unter dem ehemaligen – und abgewählten – Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel eine Politik betrieben, für die sie zu Recht abgewählt wurde. Und Sie von der SPÖ spielen heute keine andere Rolle als das BZÖ. Sie spielen das neue BZÖ in der Bundesregierung, das der ÖVP-Politik willfährig dient, überall umfällt und mitspielt. Es ist traurig. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist richtig! – Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Erst als der Bundeskanzler außer Dienst Dr. Schüssel auf den Plan getreten ist und gesagt hat, so kann und darf man das nicht sehen, ist bei der SPÖ Bewegung zustande gekommen, und plötzlich hat die SPÖ ihn nicht mehr als geschäftsordnungskonform gesehen. Vom BZÖ ist sowieso keine Rede, denn wenn Herr Schüssel heute mit den Fingern schnippt, ist das BZÖ dort automatisch dabei; vollkommen gleichgültig, welche Inhalte dahinter stehen. (Abg. Öllinger: Das ist richtig! – Beifall bei der FPÖ und den Grünen.) – Man hat sofort keine geschäftsordnungskonformen Inhalte mehr erkennen wollen!
Ruf bei der ÖVP: Aber hallo!
Ich komme zum Schluss. Wir erleben, dass Sie auch die Frechheit besitzen (Ruf bei der ÖVP: Aber hallo!) – ich sage das deutlich –, zu sagen, es sei korrekt, einen Ausschuss abzudrehen, obwohl man drei Prüfungspunkte nicht behandelt hat, und dann dem Ausschussvorsitzenden zumuten wollen, innerhalb von zwei Tagen einen regulären, korrekten und nachvollziehbaren Bericht zu erstellen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Vielleicht noch ganz kurz auch die zwei anderen Punkte, die man nicht vergessen sollte: Auf der einen Seite die Casino-Jericho-Angelegenheit, wo über 100 Millionen € in den Sand gesetzt wurden beziehungsweise wo man durch falsche Wertberichtigungen tätig geworden ist. Auch das ist bis dato nicht überprüft worden! Auch die eventuell vorhandenen Finanzflüsse in Richtung Parteienförderung haben wir bis heute nicht überprüfen können. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Ich komme zum Schlusssatz: All das ist nicht die Art und Weise, wie man mit einem Kontrollorgan, das das Parlament selbst eingesetzt hat, umgehen kann. Man muss einfach festmachen: Sie gefährden Demokratie und Kontrolle in diesem Land – und da können und werden wir nicht zusehen! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Strache: Das war nur eine Randnotiz!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Strache, der Sie auch das BZÖ angesprochen haben! (Abg. Strache: Das war nur eine Randnotiz!) Ich gebe Ihnen auch eine elegante Antwort darauf. Bei aller Konzilianz natürlich sage ich Ihnen: Beraten Sie sich mit Ihrem Herrn Graf, dem Vorsitzenden, darüber, welche Rolle das BZÖ in den acht Monaten im Untersuchungsausschuss eingenommen hat! Wir haben sehr konstruktiv mit allen im Parlament vertretenen Parteien mitgearbeitet. Wir haben – sowohl was die Beweismittelanträge als auch die Vorladungen anlangt – immer mitgestimmt und uns konstruktiv eingebracht.
Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Einzelmeinung!
Zum Schluss, als wir gesehen haben, dass es nicht vernünftig ist, ein Ultimatum oder einen Schlussakt zu setzen und diesen mit 2. Juli zu terminisieren, haben wir gesagt, das ist grundweg unvernünftig. – Das war unsere persönliche Haltung. Sie werden es uns ja nicht absprechen wollen, wenn wir eine eigene Meinung zum Vorgehen des Ausschusses haben. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Einzelmeinung!) – Das ist keine Einzelmeinung, das ist unsere Meinung. Wir haben als Fraktion auch die Aufgabe – und hoffentlich auch das Einsehen von allen –, eine eigene Meinung zu haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Schluss, als wir gesehen haben, dass es nicht vernünftig ist, ein Ultimatum oder einen Schlussakt zu setzen und diesen mit 2. Juli zu terminisieren, haben wir gesagt, das ist grundweg unvernünftig. – Das war unsere persönliche Haltung. Sie werden es uns ja nicht absprechen wollen, wenn wir eine eigene Meinung zum Vorgehen des Ausschusses haben. (Ruf bei der FPÖ: Das ist eine Einzelmeinung!) – Das ist keine Einzelmeinung, das ist unsere Meinung. Wir haben als Fraktion auch die Aufgabe – und hoffentlich auch das Einsehen von allen –, eine eigene Meinung zu haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Der ist immer nur unterbrochen worden! Der ist auch heute unterbrochen!
Da haben wir gesagt, das machen wir nicht, das ist nicht gescheit. Wenn Sie die Presseaussendungen der letzten vier Monate von mir lesen, dann sehen Sie, dass ich gesagt habe: Unterbrechen wir den Ausschuss. (Abg. Strache: Der ist immer nur unterbrochen worden! Der ist auch heute unterbrochen!) Das wäre die vernünftigste, die intelligenteste Lösung gewesen. Vor drei, vier Monaten habe ich das vorgeschlagen. (Abg. Strache: Aber der Westenthaler sagt etwas anderes!) Das wäre gescheit gewesen!
Abg. Strache: Aber der Westenthaler sagt etwas anderes!
Da haben wir gesagt, das machen wir nicht, das ist nicht gescheit. Wenn Sie die Presseaussendungen der letzten vier Monate von mir lesen, dann sehen Sie, dass ich gesagt habe: Unterbrechen wir den Ausschuss. (Abg. Strache: Der ist immer nur unterbrochen worden! Der ist auch heute unterbrochen!) Das wäre die vernünftigste, die intelligenteste Lösung gewesen. Vor drei, vier Monaten habe ich das vorgeschlagen. (Abg. Strache: Aber der Westenthaler sagt etwas anderes!) Das wäre gescheit gewesen!
Abg. Dr. Graf: Das gehört untersucht!
ist, dass die SPÖ plötzlich den Untersuchungsausschuss abdreht. Wir wissen es nicht, wir vermuten es. (Abg. Dr. Graf: Das gehört untersucht!) – Das gehört auch untersucht, Herr Kollege Graf! Natürlich vermuten wir alles Mögliche, aber wir finden keine bestätigten Aussagen zu all diesen Verdachtsmomenten.
Beifall beim BZÖ
Wir werden diesem Dringlichen Antrag der Grünen deshalb auch nicht zustimmen, obwohl wir die größte Sympathie dafür haben, Kollege Kogler! Wir haben im Ausschuss auch zugestimmt, dass wir diese Beweismittel beschaffen und erhalten, aber auch, dass wir sie vertraulich behandeln, wenn wir sie im Hohen Haus haben. Das sollte unsere Aufgabe und Pflicht sein (Beifall beim BZÖ) – nicht, dass wir Abgeordnete und womöglich auch die Parlamentsmitarbeiter damit an die Öffentlichkeit gehen. Damit erweisen wir der Republik keinen guten Dienst. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Jetzt hat sich Westenthaler doch wieder durchgesetzt! – Abg. Dr. Graf: Ich gelobe, dass ich die Akten so vertraulich behandeln werde wie der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du dich aber anstrengen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Jetzt hat sich Westenthaler doch wieder durchgesetzt! – Abg. Dr. Graf: Ich gelobe, dass ich die Akten so vertraulich behandeln werde wie der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du dich aber anstrengen!
Wir werden diesem Dringlichen Antrag der Grünen deshalb auch nicht zustimmen, obwohl wir die größte Sympathie dafür haben, Kollege Kogler! Wir haben im Ausschuss auch zugestimmt, dass wir diese Beweismittel beschaffen und erhalten, aber auch, dass wir sie vertraulich behandeln, wenn wir sie im Hohen Haus haben. Das sollte unsere Aufgabe und Pflicht sein (Beifall beim BZÖ) – nicht, dass wir Abgeordnete und womöglich auch die Parlamentsmitarbeiter damit an die Öffentlichkeit gehen. Damit erweisen wir der Republik keinen guten Dienst. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger: Jetzt hat sich Westenthaler doch wieder durchgesetzt! – Abg. Dr. Graf: Ich gelobe, dass ich die Akten so vertraulich behandeln werde wie der Westenthaler! – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du dich aber anstrengen!)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Es geht ja gar nicht anders, als diese Akten dem Parlament zuzumitteln, weil die Präsidentin entscheiden muss, mit welcher Art von Vertraulichkeit sie dann dem Untersuchungsausschuss diese Akten übergibt. Das ist laut Geschäftsordnung eine Aufgabe der Präsidentin und nicht des Ausschussobmanns oder der Ausschussobfrau, und die Frau Präsidentin hat diese Aufgabe immer zur Zufriedenheit – zumindest unseres Untersuchungsausschusses – wahrgenommen. Deshalb ersuche ich die ÖVP, die SPÖ und das BZÖ, hier der Rechtsansicht der Präsidentin beizutreten. Wir brauchen Rechtssicherheit in diesem Haus, und diese sollte von der großen Koalition nicht gestört werden. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Kontakte des informellen Mitarbeiters Landgraf wurden später genützt, um im Umbruch in Osteuropa Geschäfte zu machen. Diese Geschäfte wären ohne Unterstützung der BAWAG und ohne Unterstützung insbesondere von Politikern der Österreichischen Volkspartei und des BZÖ nicht möglich gewesen. Es hat einen entscheidenden Besuch von Bundeskanzler Schüssel in Sofia gegeben, offiziell, um dort die Qualität von Bösendorfer-Klavieren vorzustellen. Und wer kann besser Bösendorfer-Klaviere vorstellen als der Bundeskanzler? Was wäre das Bösendorfer-Klavier ohne den Altbundeskanzler? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Die Reise wurde von Martin Schlaff gezahlt. (Abg. Kößl: Eine Märchenstunde des Pilz!)
Abg. Kößl: Eine Märchenstunde des Pilz!
Die Kontakte des informellen Mitarbeiters Landgraf wurden später genützt, um im Umbruch in Osteuropa Geschäfte zu machen. Diese Geschäfte wären ohne Unterstützung der BAWAG und ohne Unterstützung insbesondere von Politikern der Österreichischen Volkspartei und des BZÖ nicht möglich gewesen. Es hat einen entscheidenden Besuch von Bundeskanzler Schüssel in Sofia gegeben, offiziell, um dort die Qualität von Bösendorfer-Klavieren vorzustellen. Und wer kann besser Bösendorfer-Klaviere vorstellen als der Bundeskanzler? Was wäre das Bösendorfer-Klavier ohne den Altbundeskanzler? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Die Reise wurde von Martin Schlaff gezahlt. (Abg. Kößl: Eine Märchenstunde des Pilz!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine Verschwörungstheorie! – Abg. Kößl: Die Märchenstunde des Peter Pilz!
Das entscheidende Gespräch fand mit bulgarischen Regierungsmitgliedern statt, das Thema war: Das Geschäft MobilTel Bulgarien an Schlaff und seine Gruppe muss durchgeführt werden. Es stand die Drohung im Raum, dass Österreich ein Veto gegen den EU-Beitritt Bulgariens einlegt, wenn es nicht zu diesem Deal kommt. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine Verschwörungstheorie! – Abg. Kößl: Die Märchenstunde des Peter Pilz!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Eine ähnliche Intervention gab es durch den Vizekanzler und Infrastrukturminister Gorbach, eine vergleichbare Intervention gab es in Belgrad. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist in diesem Zusammenhang sogar durch Akten detailliert dokumentiert.
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll
Worum ging es in Sofia? – Um eine relativ einfache Geschichte: Es gab einen Plan der Schlaff-Gruppe des ehemaligen informellen Mitarbeiters Landgraf, mit dem Geld der BAWAG, ohne Eigenkapital, strategische Anteile letzten Endes an der Telekom Austria zu erwerben, indem man Spekulationsgeschäfte, möglicherweise mit Hilfe des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Telekom Austria (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), so in Szene gesetzt hat, dass man dann in einem weiteren Schritt die Spekulationsgewinne, die mit der Telekom Austria gemeinsam realisiert werden konnten, zugunsten der Schlaff-Gruppe in Aktien der Telekom umwandelt. Das war der Plan. (Abg. Kößl: Wenn du das noch einmal sagst, dann glaubst du es!)
Abg. Kößl: Wenn du das noch einmal sagst, dann glaubst du es!
Worum ging es in Sofia? – Um eine relativ einfache Geschichte: Es gab einen Plan der Schlaff-Gruppe des ehemaligen informellen Mitarbeiters Landgraf, mit dem Geld der BAWAG, ohne Eigenkapital, strategische Anteile letzten Endes an der Telekom Austria zu erwerben, indem man Spekulationsgeschäfte, möglicherweise mit Hilfe des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Telekom Austria (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll), so in Szene gesetzt hat, dass man dann in einem weiteren Schritt die Spekulationsgewinne, die mit der Telekom Austria gemeinsam realisiert werden konnten, zugunsten der Schlaff-Gruppe in Aktien der Telekom umwandelt. Das war der Plan. (Abg. Kößl: Wenn du das noch einmal sagst, dann glaubst du es!)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Dieser Plan konnte in der ersten Etappe in Sofia realisiert werden, trotz Widerstands der bulgarischen Regierung, die genau wusste, dass ein international gesuchter russischer Mafioso namens Chernoy der Partner von Schlaff war und dass der Hintergrund die osteuropäische und russische Mafia war. (Zwischenruf des Abg. Strache.)
Ruf bei der ÖVP: Ist es möglich, dass du zur Sache kommst?
Überraschenderweise hat Telekom nicht selbst über eine Tochterfirma, über eine GmbH mit beschränktem gesellschaftsrechtlichem Risiko MobilTel gekauft, sondern hat gesagt: Nein, da muss ein Dritter her! (Ruf bei der ÖVP: Ist es möglich, dass du zur Sache kommst?) Das kauft jetzt billig die Schlaff-Gruppe mit BAWAG-Geldern, mit Unterstützung von Elsner (Abg. Mag. Kogler: Ohne Sicherung!) – ohne Sicherung –, und kurze Zeit später sagt Telekom: Ja, jetzt, wo es uns um 1 Milliarde € teurer angeboten wird, ist aus dem Ganzen ein Schnäppchen geworden, jetzt investieren wir und jetzt kaufen wir.
Abg. Mag. Kogler: Ohne Sicherung!
Überraschenderweise hat Telekom nicht selbst über eine Tochterfirma, über eine GmbH mit beschränktem gesellschaftsrechtlichem Risiko MobilTel gekauft, sondern hat gesagt: Nein, da muss ein Dritter her! (Ruf bei der ÖVP: Ist es möglich, dass du zur Sache kommst?) Das kauft jetzt billig die Schlaff-Gruppe mit BAWAG-Geldern, mit Unterstützung von Elsner (Abg. Mag. Kogler: Ohne Sicherung!) – ohne Sicherung –, und kurze Zeit später sagt Telekom: Ja, jetzt, wo es uns um 1 Milliarde € teurer angeboten wird, ist aus dem Ganzen ein Schnäppchen geworden, jetzt investieren wir und jetzt kaufen wir.
Ruf bei der ÖVP: Eine bodenlose Unterstellung! Unglaublich! – Abg. Dr. Stummvoll: Kein Erfolg bei Eurofighter – jetzt beschmutzt er alle anderen!
Ohne etwas geleistet zu haben, hat die Landgraf/Schlaff/Taus/Cordt/Elsner-Gruppe 1 Milliarde € mit einem einzigen Schnitt verdient – mit Unterstützung des damaligen Bundeskanzlers, mit Unterstützung des damaligen Infrastrukturministers. (Ruf bei der ÖVP: Eine bodenlose Unterstellung! Unglaublich! – Abg. Dr. Stummvoll: Kein Erfolg bei Eurofighter – jetzt beschmutzt er alle anderen!)
Abg. Kößl: Das ist eine Unterstellung! Eine Gemeinheit sondergleichen!
Das Ganze ist nur gescheitert, weil der serbische Staat seine Interessen wahrgenommen, ein Bieterverfahren durchgeführt und eine norwegische Firma der Telekom dieses Unternehmen kurzfristig vor der Nase weggekauft hat. (Abg. Kößl: Das ist eine Unterstellung! Eine Gemeinheit sondergleichen!) Trotzdem konnte auch in diesem Zusammenhang die Schlaff-Gruppe Hunderte Millionen Euro Profit machen – mit Unterstützung von Teilen der österreichischen Bundesregierung, mit Unterstützung des Vizekanzlers und anderer Mitglieder der Regierung Schüssel. (Abg. Kößl: Die Märchenstunde ist vorbei!)
Abg. Kößl: Die Märchenstunde ist vorbei!
Das Ganze ist nur gescheitert, weil der serbische Staat seine Interessen wahrgenommen, ein Bieterverfahren durchgeführt und eine norwegische Firma der Telekom dieses Unternehmen kurzfristig vor der Nase weggekauft hat. (Abg. Kößl: Das ist eine Unterstellung! Eine Gemeinheit sondergleichen!) Trotzdem konnte auch in diesem Zusammenhang die Schlaff-Gruppe Hunderte Millionen Euro Profit machen – mit Unterstützung von Teilen der österreichischen Bundesregierung, mit Unterstützung des Vizekanzlers und anderer Mitglieder der Regierung Schüssel. (Abg. Kößl: Die Märchenstunde ist vorbei!)
Abg. Dr. Stummvoll: Eine bodenlose Unterstellung, lieber Freund! – Abg. Kößl: Die Märchenstunde ist vorbei!
Weil es jetzt um Gorbach und weil es um Schüssel und weil es um ÖVP und weil es um BZÖ geht, wird dieser Untersuchungsausschuss abgewürgt; abgewürgt von einer ÖVP, die nicht will, dass der lange Weg von Sofia und von Osteuropa bis in die Parteizentrale der Österreichischen Volkspartei von einem Untersuchungsausschuss nachgezeichnet und nachvollzogen wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Eine bodenlose Unterstellung, lieber Freund! – Abg. Kößl: Die Märchenstunde ist vorbei!)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Das einzig Seltsame ist die Unterstützung der SPÖ. Jammernd neben der ÖVP zu liegen und ihr im Liegen die Stange zu halten ist zwar akrobatisch bewundernswert, aber politisch lächerlich und jämmerlich. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.) Und es ist eine Schande für die SPÖ, dass ihr Staatssekretär hier nicht die Interessen des Finanzplatzes Österreich vertritt, weil der Finanzplatz Österreich nur dann erfolgreich sein kann, wenn er sauber ist und wenn wir jeden politischen Schutz für Geldwäscher, für Bilanzfälscher und für die russische Mafia und ihre Hintermänner in Österreich verhindern. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Das einzig Seltsame ist die Unterstützung der SPÖ. Jammernd neben der ÖVP zu liegen und ihr im Liegen die Stange zu halten ist zwar akrobatisch bewundernswert, aber politisch lächerlich und jämmerlich. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.) Und es ist eine Schande für die SPÖ, dass ihr Staatssekretär hier nicht die Interessen des Finanzplatzes Österreich vertritt, weil der Finanzplatz Österreich nur dann erfolgreich sein kann, wenn er sauber ist und wenn wir jeden politischen Schutz für Geldwäscher, für Bilanzfälscher und für die russische Mafia und ihre Hintermänner in Österreich verhindern. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zur Geschäftsordnung, bitte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Dr. Graf zu Wort gemeldet. (Abg. Dr. Stummvoll: Zur Geschäftsordnung, bitte!) – Pardon, einen Moment noch!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Zudecker!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin, ich ersuche Sie, vom Stenographendienst die Rede des Herrn Pilz auszuheben und diese durchzuschauen. Darin war eine Reihe von Formulierungen, die meines Erachtens einen Ordnungsruf bedeuten. Ich bitte Sie, das Protokoll durchzusehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Zudecker!)
Abg. Dr. Stummvoll: Nein, so habe ich es nicht gesagt!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Am 20. Juni 2007 ist Dr. Günter Stummvoll im Banken-Untersuchungsausschuss zu mir zum Vorsitzsessel gekommen und hat gesagt: Herr Dr. Graf, tragen Sie diesen Antrag mit, damit decken wir jetzt die Finanzierung der SPÖ auf, wie die damals im Schlamassel war! – Ich lese Ihnen diesen Antrag vor. (Abg. Dr. Stummvoll: Nein, so habe ich es nicht gesagt!)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ und den Grünen
Bundesministerium für Finanzen ist der Adressat, und der Antrag lautet: sämtliche Steuerakten inklusive aller Aktenvermerke, Beilagen, Belege und sonstige damit zusammenhängende Akten und Unterlagen über die Jahre 1994 bis 2006 betreffend den Österreichischen Gewerkschaftsbund, aller Fraktionen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes – das haben wir dann geändert, wenn Sie sich erinnern, denn Sie wollten nur die roten Teilgewerkschaften, nicht die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ und den Grünen) – und Unternehmungen, Betriebe, Stiftungen und Körperschaften, denen die vorher Genannten wirtschaftlich zuzuordnen sind.
Abg. Dr. Stummvoll: Haben wir gemacht!
Herr Dr. Günter Stummvoll, Sie sind zu mir gekommen. Ich habe Ihnen gesagt: Herr Dr. Stummvoll, wenn damit der Punkt 15 des Untersuchungsauftrages aufgeklärt werden kann oder ein Beitrag dazu geleistet werden kann, bin ich selbstverständlich mit an Bord. Aber es müssen alle Teilgewerkschaften und nicht nur die roten drankommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben wir gemacht!) – Haben wir gemacht. Ich danke, dass Sie das nicht vergessen haben. Es war ein geschäftsordnungskonformer Antrag, der dann nach langer Diskussion mit der SPÖ einstimmig durchgegangen ist. (Abg. Rädler: Wo ist Ihr Problem!)
Abg. Rädler: Wo ist Ihr Problem!
Herr Dr. Günter Stummvoll, Sie sind zu mir gekommen. Ich habe Ihnen gesagt: Herr Dr. Stummvoll, wenn damit der Punkt 15 des Untersuchungsauftrages aufgeklärt werden kann oder ein Beitrag dazu geleistet werden kann, bin ich selbstverständlich mit an Bord. Aber es müssen alle Teilgewerkschaften und nicht nur die roten drankommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben wir gemacht!) – Haben wir gemacht. Ich danke, dass Sie das nicht vergessen haben. Es war ein geschäftsordnungskonformer Antrag, der dann nach langer Diskussion mit der SPÖ einstimmig durchgegangen ist. (Abg. Rädler: Wo ist Ihr Problem!)
Heiterkeit bei der FPÖ und den Grünen.
Ein wortidenter Antrag – plötzlich geschäftsordnungswidrig. (Heiterkeit bei der FPÖ und den Grünen.) – Geschäftsordnungswidrig. Es hat sich etwas geändert in diesem Land. (Abg. Dr. Stummvoll: Der Ausschuss ist zu Ende – das hat sich geändert!) Und das ist genau das, was den gesamten Untersuchungsausschuss aus Sicht der ÖVP gekennzeichnet hat: Wenn die ÖVP es will, dann hat es zu geschehen und muss es gut sein. Wenn die ÖVP es nicht will, dann darf es nicht sein in dieser Republik. – Genau das war das Kennzeichen. Wenn Sie einen Antrag initiieren, wortident, ist das in Ordnung, dann müssen ihn alle mittragen, noch mit der Begründung: Damit decken wir den Punkt 15 hinsichtlich der Parteienfinanzierung der SPÖ auf! – Also wir sind am Untersuchungsgegenstand.
Abg. Dr. Stummvoll: Der Ausschuss ist zu Ende – das hat sich geändert!
Ein wortidenter Antrag – plötzlich geschäftsordnungswidrig. (Heiterkeit bei der FPÖ und den Grünen.) – Geschäftsordnungswidrig. Es hat sich etwas geändert in diesem Land. (Abg. Dr. Stummvoll: Der Ausschuss ist zu Ende – das hat sich geändert!) Und das ist genau das, was den gesamten Untersuchungsausschuss aus Sicht der ÖVP gekennzeichnet hat: Wenn die ÖVP es will, dann hat es zu geschehen und muss es gut sein. Wenn die ÖVP es nicht will, dann darf es nicht sein in dieser Republik. – Genau das war das Kennzeichen. Wenn Sie einen Antrag initiieren, wortident, ist das in Ordnung, dann müssen ihn alle mittragen, noch mit der Begründung: Damit decken wir den Punkt 15 hinsichtlich der Parteienfinanzierung der SPÖ auf! – Also wir sind am Untersuchungsgegenstand.
Heiterkeit bei der FPÖ und den Grünen.
Dass die SPÖ jetzt mitspielt, lässt einen Beigeschmack übrig. Am Ende wird man eine Charakteristik feststellen können: Die ersten zweieinhalb Monate dieses Untersuchungsausschusses waren geprägt davon, Bundesminister Grasser zu desavouieren, abzuschießen seitens der SPÖ, um vielleicht den Fraktionsführer bei Koalitionsverhandlungen auf dessen Platz zu setzen. Es ist so ausgegangen wie immer: Den Grasser gibt es nicht, aber die ÖVP hat Sie nicht rangelassen; Matznetter ist nur Staatssekretär geworden. (Heiterkeit bei der FPÖ und den Grünen.)
Staatssekretär Dr. Matznetter: Und, will er?
Die letzten Monate ist das ganze Thema so weiterbetrieben worden: Man muss die FMA zerstören, die Vorstände müssen dort weg. Nicht einmal haben wir es von Krainer gehört. Ich habe ihn immer gefragt: Wollen Sie jetzt Vorstand der FMA werden oder etwas Ähnliches? Ist das das Ziel? (Staatssekretär Dr. Matznetter: Und, will er?) – Jetzt gibt es das Paket, es wird so ausgehen wie immer: Der Krainer wird es nicht werden, aber einer der Ihren wird dabei sein – aber als zweiter Mann hinter einem Schwarzen. So wie es in dieser Republik immer ausgehen wird. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.) Dafür pokern Sie wahrscheinlich um die Nationalbank. Da wollen Sie den guten Mann Nowotny hinsetzen, der schon in der Kuba-Krise ganz schön ordentlich agiert hat.
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Die letzten Monate ist das ganze Thema so weiterbetrieben worden: Man muss die FMA zerstören, die Vorstände müssen dort weg. Nicht einmal haben wir es von Krainer gehört. Ich habe ihn immer gefragt: Wollen Sie jetzt Vorstand der FMA werden oder etwas Ähnliches? Ist das das Ziel? (Staatssekretär Dr. Matznetter: Und, will er?) – Jetzt gibt es das Paket, es wird so ausgehen wie immer: Der Krainer wird es nicht werden, aber einer der Ihren wird dabei sein – aber als zweiter Mann hinter einem Schwarzen. So wie es in dieser Republik immer ausgehen wird. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.) Dafür pokern Sie wahrscheinlich um die Nationalbank. Da wollen Sie den guten Mann Nowotny hinsetzen, der schon in der Kuba-Krise ganz schön ordentlich agiert hat.
Heiterkeit bei der FPÖ.
Wir diskutieren heute, und es ist bemerkenswert, wenn Herr Staatssekretär Matznetter – der ja ganz schnell die Fronten gewechselt hat, nicht mehr hier im Hohen Haus sitzt, sondern jetzt auf der Regierungsbank – majestätisch schon von der Regierungsbank spricht, wenn er sich selbst meint. Das ist gut, das unterstütze ich – und das ist ganz gut gewesen mit dem Zitat: „Gebt den Leuten Macht in die Hand ...“; das gefällt mir gut. Matznetter sagt: Handeln kann man erst, wenn Untersuchungsausschüsse zu Ende sind. – Wo steht denn das, außer im Regierungsprogramm? (Heiterkeit bei der FPÖ.) – Und das Regierungsprogramm bindet die Regierungsparteien, aber nicht das Parlament! Ich darf Sie daran erinnern, Herr Kollege Stummvoll. Auch wenn Sie da wenig Unterscheidung sehen, ich versuche es. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Wir diskutieren heute, und es ist bemerkenswert, wenn Herr Staatssekretär Matznetter – der ja ganz schnell die Fronten gewechselt hat, nicht mehr hier im Hohen Haus sitzt, sondern jetzt auf der Regierungsbank – majestätisch schon von der Regierungsbank spricht, wenn er sich selbst meint. Das ist gut, das unterstütze ich – und das ist ganz gut gewesen mit dem Zitat: „Gebt den Leuten Macht in die Hand ...“; das gefällt mir gut. Matznetter sagt: Handeln kann man erst, wenn Untersuchungsausschüsse zu Ende sind. – Wo steht denn das, außer im Regierungsprogramm? (Heiterkeit bei der FPÖ.) – Und das Regierungsprogramm bindet die Regierungsparteien, aber nicht das Parlament! Ich darf Sie daran erinnern, Herr Kollege Stummvoll. Auch wenn Sie da wenig Unterscheidung sehen, ich versuche es. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ich?
Handeln darf man erst, wenn Untersuchungsausschüsse beendet sind. Erst dann dürfen wir Reformen einleiten. Und Untersuchungsausschüsse dürfen nur eingesetzt werden, wenn Strafgerichte ein Verfahren abgeschlossen haben – Diktion ÖVP. Das heißt also, jetzt müssen wir die Strafurteile abwarten, dann müssen wir Untersuchungsausschuss-Ergebnisse abwarten, und erst dann darf eine Regierung zu handeln beginnen. – Das kann es doch wohl nicht sein! Man muss doch auch regieren können, wenn ein Untersuchungsausschuss tagt. Sie haben ja selbst schon neun Untersuchungsausschüsse von 16 in der Zweiten Republik eingesetzt. Haben Sie da nicht regiert? (Abg. Dr. Stummvoll: Ich?) – Nicht Sie persönlich, die ÖVP. Aber ich weiß, mit Geschichte haben Sie wenig am Hut, oder Sie wollen auch immer den Teil der Geschichte wegstreichen, der Ihnen nicht passt.
Abg. Dr. Stummvoll: Beschmutzen Sie eine erfolgreiche Bank, ja!
So weit wäre ich nicht gegangen. Ihr Parteigänger und Parteifreund Treichl geht so weit. Aber wenn er selbst korruptes Verhalten in der Bankenlandschaft sieht, dann muss es untersucht werden, wenn die Eigentümersituation verflochten ist. Dass er selbst im Glashaus sitzt, habe ich ihm geschrieben. Ich danke dem Herrn Kollegen von der ÖVP, dass er mich daran erinnert hat, dass ich Treichl einen offenen Brief schreiben kann – ich habe es getan, Sie haben ihn gesehen; ich hoffe, er gefällt Ihnen –, sonst hätte ich das mit der Zeit vergessen. Er selbst ist Stiftungsvorstand der Erste österreichische Spar-Casse Privatstiftung, und diese ist Mehrheitseigentümer von wem? – Von der Erste Bank. Mehrheitseigentümer der Erste Bank. Eigentümervertreter ist er dort auch noch. (Abg. Dr. Stummvoll: Beschmutzen Sie eine erfolgreiche Bank, ja!) Er sagt: Wenn Verflechtungen zwischen Eigentümer und Management vorkommen, dann sind Korruption Tür und Tor geöffnet. – Seine Worte, nicht meine! Er hat eine Verflechtung.
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll
Wenn dann ein Ausschussvorsitzender am 21. Juni dieses Jahres den Antrag zur Einsetzung eines Unterausschusses zur Verfassung eines Berichtsentwurfes einbringt und dieser abgelehnt wird, dann ist man nicht interessiert, einen Bericht zu haben. Ich habe auch vorgeschlagen, dass man bereits parallel, so wie im Eurofighter-Ausschuss, einen Bericht verfasst (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll) – Sie haben dagegen gestimmt. Ich finde, so geht man mit Abgeordneten nicht um!
Abg. Dr. Stummvoll: Wir waren acht Monate ganz schön aktiv!
Dann sage ich noch eines: Untersuchungsausschüsse in der derzeitigen Form, mit dieser Einstellung, wie sie SPÖ und ÖVP haben, sind tot und auch in Zukunft tot, denn was nützt ein Minderheitsrecht – wir haben heute schon ein Minderheitsrecht –, wenn die Mehrheit es der Minderheit geschäftsordnungstrickmäßig abspricht?! (Abg. Dr. Stummvoll: Wir waren acht Monate ganz schön aktiv!) – Acht Monate! Herr Kollege, nachdem Ihre Abgeordneten 400 Stunden im Ausschuss geschlafen haben, reden Sie heute nur – na ja, sagen wir einmal – wenig Sinnvolles zum Thema. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Dann sage ich noch eines: Untersuchungsausschüsse in der derzeitigen Form, mit dieser Einstellung, wie sie SPÖ und ÖVP haben, sind tot und auch in Zukunft tot, denn was nützt ein Minderheitsrecht – wir haben heute schon ein Minderheitsrecht –, wenn die Mehrheit es der Minderheit geschäftsordnungstrickmäßig abspricht?! (Abg. Dr. Stummvoll: Wir waren acht Monate ganz schön aktiv!) – Acht Monate! Herr Kollege, nachdem Ihre Abgeordneten 400 Stunden im Ausschuss geschlafen haben, reden Sie heute nur – na ja, sagen wir einmal – wenig Sinnvolles zum Thema. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das werden die Gerichte klären!
Warum wollen Sie verhindern, dass wir aufklären, warum mit den Tätern aus der BAWAG-Affäre nach wie vor schonend umgegangen wird? Warum gibt es keine Gesamtverantwortung eines BAWAG-Vorstandes, wenn er 20 Milliarden Schilling in den Sand setzt? Warum ist ein Herr Dr. Koren immer noch dort und führt die Geschäfte, obwohl er mitverantwortlich war und es auch genehmigt hat, dass an Refco 438 Millionen € überwiesen werden? Warum sitzen die Leute noch dort? – Das ist das Interessante für die Republik. (Abg. Dr. Stummvoll: Das werden die Gerichte klären!) – Das klären die Gerichte eben nicht, er ist ja nicht einmal angeklagt, Herr Kollege!
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Warum geht ein Herr Zwettler, letzter Generaldirektor, mit einer Pension von 500 000 € bis zum heutigen Tag spazieren? Warum unternimmt man da nichts? – Der Untersuchungsausschuss hat das alles zutage gefördert und noch viel mehr, aber bevor man in die rechte Reichshälfte eingebogen ist und die ganzen Intervenierer auf Ihrer Seite endlich überprüft hat, haben Sie sich durchgesetzt bei Ihrem Koalitionspartner und diesen Untersuchungsausschuss abgewürgt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie hier von „Schnüffelei“ reden, dann muss ich die Frage stellen: Haben Sie überhaupt verstanden, wozu dieser Ausschuss da war? Sie haben es offenbar nicht verstanden. Aber Sie gehen her und beschimpfen die Leute, die wirklich diesen Auftrag ernst nehmen. Das ist das Bild, das Sie von der ÖVP abgeben, liebe Herrschaften! Und das ist nicht das Bild, das wir von diesem Parlament haben wollen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
pe um Tilo Berlin geht, 150 Millionen € verschleudert wurden, sondern wir sind auch draufgekommen, dass innerhalb kurzer Zeit 1,4 Milliarden € deshalb in den Sand gesetzt wurden, weil ein großer Betrieb, ein Aushängeschild Kärntens, unter dem Preis verkauft worden ist. Das ist in Summe ein Verlust für Kärnten von ungefähr 2 Milliarden €. Dieser Betrag geht der Kärntner Wirtschaft und uns allen ab. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Ruf bei der ÖVP: Sie kriminalisieren!
Meine Herrschaften, wenn Sie nun hergehen und diesen Ausschuss abdrehen, dann machen Sie sich mitschuldig, wenn diese Dinge zugedeckt bleiben. (Ruf bei der ÖVP: Sie kriminalisieren!) Sie sind dafür verantwortlich, dass keine Aufklärung erfolgen kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Herrschaften, wenn Sie nun hergehen und diesen Ausschuss abdrehen, dann machen Sie sich mitschuldig, wenn diese Dinge zugedeckt bleiben. (Ruf bei der ÖVP: Sie kriminalisieren!) Sie sind dafür verantwortlich, dass keine Aufklärung erfolgen kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Und ich kann nur eines sagen: Wenn das das Bild der ÖVP-SPÖ-Koalition in Zukunft sein soll – Herr Cap, ich bitte wirklich um Antwort von Ihrer Seite –, dann gute Nacht für diese Republik! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben den Bericht verhindert, indem Sie die Sitzung unterbrochen haben! Wir wollten einen Bericht diskutieren, aber der Obmann Graf hat die Sitzung unterbrochen!
Ich habe schon erwähnt, dass unser Antrag, einen Unterausschuss einzusetzen, den es bei allen anderen 15 Untersuchungsausschüssen in der Zweiten Republik gab, so wie es die Geschäftsordnung vorsieht, abgelehnt wurde. Wir wollten einen Unterausschuss einsetzen, um parallel gegen Ende des Ausschusses – und wir befinden uns gegen Ende des Ausschusses; in einem spannenden Ende zugegebenermaßen – die parlamentarischen Rechte zu wahren, einen Bericht gemeinsam zu erstellen, um auch, wenn es keinen gemeinsamen Bericht gibt, sondern nur einen Mehrheitsbericht, die Minderheitsrechte ausreichend zu wahren und einen Minderheitsbericht auf Basis dieses Mehrheitsberichtes erstellen zu lassen und um auch das singuläre Abgeordnetenrecht zu wahren, auf das Sie keinen Wert legen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben den Bericht verhindert, indem Sie die Sitzung unterbrochen haben! Wir wollten einen Bericht diskutieren, aber der Obmann Graf hat die Sitzung unterbrochen!)
heftige Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Kollege Donnerbauer, an dieser Stelle dezidiert an Sie die Frage: Nach 395 Stunden Schlaf im Ausschuss (heftige Zwischenrufe bei der ÖVP), welche persönliche abweichende Stellungnahme werden Sie zu meinem Bericht abgeben? – Gar keine! (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben keine Minute mehr gesagt im Ausschuss als ich!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben keine Minute mehr gesagt im Ausschuss als ich!
Herr Kollege Donnerbauer, an dieser Stelle dezidiert an Sie die Frage: Nach 395 Stunden Schlaf im Ausschuss (heftige Zwischenrufe bei der ÖVP), welche persönliche abweichende Stellungnahme werden Sie zu meinem Bericht abgeben? – Gar keine! (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben keine Minute mehr gesagt im Ausschuss als ich!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Man könnte in diesem Unterausschuss trefflich darüber streiten, ob genug Anhörungspersonen geladen worden sind oder nicht, ob man trotz alledem einen Bericht macht, ob man sich zur Lücke bekennt oder nicht. Das ist dann eine politische Entscheidung. Aber diese Chance nicht einmal zu gewähren, ist einmalig in dieser Republik! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen sowie des Abg. Broukal.
Das ist ein schlechter Dienst am Parlamentarismus, den Sie in diesen Tagen hier leisten! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen sowie des Abg. Broukal.)
Abg. Dr. Graf: Ich habe mir ein Beispiel am Fischer genommen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich bleibe dabei: Es war sinnvoll, dass es diesen Untersuchungsausschuss gegeben hat! Ich glaube auch, dass er eine sehr wichtige Arbeit geleistet hat. Und ich bleibe auch dabei, dass der Vorsitzende seine Tätigkeit als Vorsitzender sehr gut und sehr objektiv verrichtet hat. Trotzdem sage ich aber: Am Schluss ist er leicht verführt, hier die Grenzziehung zwischen objektiver Vorsitzführung und dem Agieren eines Oppositionspolitikers, mit einem leichten Anflug eines Staatsanwaltes hin und wieder (Abg. Dr. Graf: Ich habe mir ein Beispiel am Fischer genommen!), nicht genau und sauber zu ziehen. Aber trotzdem finde ich, dass das insgesamt richtig war. Und die viele Öffentlichkeit, die die Ergebnisse dieses Untersuchungsausschusses bisher gebracht hat, war gut und richtig.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
meinen, dass nach einer Reform künftig nicht mehr Abgeordnete die Vorsitzführung in einem Untersuchungsausschuss innehaben sollen. Ich bleibe aber dabei: Es sollen künftig weiterhin Abgeordnete, und zwar von der Opposition, den Vorsitz in den Untersuchungsausschüssen innehaben. Und ich bleibe auch weiter dabei, dass wir im Geschäftsordnungsausschuss dafür zu sorgen haben, dass es ein Minderheitsrecht gibt zur Durchführung und Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, um das einmal vorauszuschicken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Die ÖVP hat blockiert!
Es wurde viel Zeit verloren, unter anderem bei der Causa Atomic. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP hat blockiert!) Die ÖVP hat am Anfang verzögert, das ist richtig. Aber trotzdem sind, glaube ich, auch das Zeitmanagement und die Art und Weise, wie man das gestaltet hat, mitverantwortlich, dass man jetzt hier steht und sagt: Jetzt gibt es diese Akten und das und das und das! Und das ist leider die Wahrheit.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Dr. Haimbuchner.
Es wäre schön gewesen, wenn ein schriftlicher Bericht möglich gewesen wäre – das muss ich dazusagen –, aber es dürfen die Gegensätze, die zwischen den verschiedenen Gruppen vorhanden waren, nicht unterschätzt werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Dr. Haimbuchner.)
Abg. Strache: Kampfbomber da und ... dort!
Daher wären wir alle gut beraten, nach einer Struktur, aber auch nach einer geeigneten Besetzung zu suchen, die nicht – was der Abgeordnete Strache vermutet hat – bloß ein Postenschacher und eine Herumschieberei ist, sondern in Wirklichkeit die verantwortungsvolle Suche nach einer Lösung im Interesse der Sparerinnen und Sparer. (Abg. Strache: Kampfbomber da und ... dort!) So gesehen bin ich nach wie vor der Meinung: Es war richtig, dass es diesen Ausschuss gegeben hat, und er hat erfolgreich gearbeitet! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher wären wir alle gut beraten, nach einer Struktur, aber auch nach einer geeigneten Besetzung zu suchen, die nicht – was der Abgeordnete Strache vermutet hat – bloß ein Postenschacher und eine Herumschieberei ist, sondern in Wirklichkeit die verantwortungsvolle Suche nach einer Lösung im Interesse der Sparerinnen und Sparer. (Abg. Strache: Kampfbomber da und ... dort!) So gesehen bin ich nach wie vor der Meinung: Es war richtig, dass es diesen Ausschuss gegeben hat, und er hat erfolgreich gearbeitet! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Hat sich ja bei Hypo Alpe-Adria bestätigt! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gestehe, ich kann das Wehklagen der Opposition über das Ende des Ausschusses wirklich nicht verstehen. Warum nicht? – Dieser Ausschuss wurde bekanntlich von vier Fraktionen gegen die Stimmen der ÖVP eingesetzt. Wir waren dagegen, weil wir gesagt haben: Allein der Punkt 12, der Vorwurf, dass unsere in Mittel- und Osteuropa so erfolgreichen Banken in groß angelegte Geldwäsche verwickelt seien, bedeutet eine Kriminalisierung des Finanzplatzes Österreich! (Abg. Strache: Hat sich ja bei Hypo Alpe-Adria bestätigt! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Dr. Graf: Die Akten sind ja nicht da gewesen!
Ich nenne als Beispiel die Landung von Dr. Taus: Der Dr. Taus hat im Vorjahr selbst öffentlich erklärt, er möchte noch vor Weihnachten geladen werden. (Abg. Dr. Graf: Die Akten sind ja nicht da gewesen!) Als ich dann im neuen Jahr zwei Mal diesen Antrag gestellt habe, Dr. Taus zu laden, wurde der Antrag gar nicht zur Abstimmung gebracht, Herr Kollege! (Abg. Dr. Graf: Die Akten waren doch nicht da!)
Abg. Dr. Graf: Die Akten waren doch nicht da!
Ich nenne als Beispiel die Landung von Dr. Taus: Der Dr. Taus hat im Vorjahr selbst öffentlich erklärt, er möchte noch vor Weihnachten geladen werden. (Abg. Dr. Graf: Die Akten sind ja nicht da gewesen!) Als ich dann im neuen Jahr zwei Mal diesen Antrag gestellt habe, Dr. Taus zu laden, wurde der Antrag gar nicht zur Abstimmung gebracht, Herr Kollege! (Abg. Dr. Graf: Die Akten waren doch nicht da!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Der Dr. Taus hat sich doch erst erinnern können, dass er politisch interveniert hat, als wir ihm das Aktenstück vorgehalten haben!
Ich will jetzt bewusst den Ausdruck „scheinheilig“ nicht verwenden, denn das könnte mir einen Ordnungsruf einbringen, aber es ist schon sehr eigenartig, heute zu argumentieren: Die wirklich wichtigen Leute waren noch gar nicht da!, wenn man acht Monate lang die Zeit und die Mehrheit hat, diese Personen vorzuziehen. Ja, hätten Sie es doch gemacht, Herr Dr. Graf! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Der Dr. Taus hat sich doch erst erinnern können, dass er politisch interveniert hat, als wir ihm das Aktenstück vorgehalten haben!)
Abg. Murauer: Das war nicht schwer!
und Ganzen den Ausschuss fair geleitet – natürlich auch in Relation zum Kollegen Pilz. (Abg. Murauer: Das war nicht schwer!) Im Vergleich zu dem, was ich diesbezüglich gehört habe, war Ihre Vorsitzführung zweifellos wesentlich objektiver, gar keine Frage. (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie etwas zur Fristsetzung!)
Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie etwas zur Fristsetzung!
und Ganzen den Ausschuss fair geleitet – natürlich auch in Relation zum Kollegen Pilz. (Abg. Murauer: Das war nicht schwer!) Im Vergleich zu dem, was ich diesbezüglich gehört habe, war Ihre Vorsitzführung zweifellos wesentlich objektiver, gar keine Frage. (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie etwas zur Fristsetzung!)
Abg. Dr. Graf: Am 8. November haben Sie das schon behauptet!
Aber einen Vorwurf habe ich immer erhoben, und da stimme ich mit dem Kollegen Cap überein: Sie haben die zeitlichen Zügel schleifen lassen (Abg. Dr. Graf: Am 8. November haben Sie das schon behauptet!), und Sie haben die Mehrheit, die Sie gehabt haben, nicht dazu verwendet, jene Personen schon im Februar oder März vorzuladen, von denen Sie jetzt sagen: Das waren die Allerwichtigsten, die kommen jetzt nicht mehr dran! (Abg. Dr. Graf: Ich habe keine Mehrheit gehabt!)
Abg. Dr. Graf: Ich habe keine Mehrheit gehabt!
Aber einen Vorwurf habe ich immer erhoben, und da stimme ich mit dem Kollegen Cap überein: Sie haben die zeitlichen Zügel schleifen lassen (Abg. Dr. Graf: Am 8. November haben Sie das schon behauptet!), und Sie haben die Mehrheit, die Sie gehabt haben, nicht dazu verwendet, jene Personen schon im Februar oder März vorzuladen, von denen Sie jetzt sagen: Das waren die Allerwichtigsten, die kommen jetzt nicht mehr dran! (Abg. Dr. Graf: Ich habe keine Mehrheit gehabt!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Den Mund voll haben Sie, Herr Stummvoll, aber mehr nicht!
Also, Herr Kollege Cap! – Entschuldigung, ich wollte niemanden beleidigen. Herr Kollege Graf, das ist wirklich nicht ehrlich, wenn Sie jetzt so argumentieren! Sie hätten jederzeit diese Möglichkeit gehabt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Den Mund voll haben Sie, Herr Stummvoll, aber mehr nicht!)
Ironische Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Zudecken, verdecken, das ist Ihre Linie!
Folgendes muss ich auch sagen: Bei aller Gemeinsamkeit der Regierungstätigkeit: Herr Kollege Cap, wir werden die FMA reformieren, gar keine Frage. Es besteht Reformbedarf. Aber eines möchte ich schon sagen: Wir haben als Volkspartei immer eine klare Linie gehabt, und es stellt sich jetzt heraus ... (Ironische Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Zudecken, verdecken, das ist Ihre Linie!)
Ruf bei der FPÖ: Das ist richtig!
Ja, Linie halten ist immer etwas Gutes, Herr Kollege! (Ruf bei der FPÖ: Das ist richtig!) – Herr Kollege Strache, Sie werden auch draufkommen, dass Linie halten immer etwas Gutes und ein Zickzackkurs immer etwas Schlechtes ist. Herr Kollege Cap, wir sind nicht für einen Zickzackkurs, sondern wir sind für Linie halten. (Abg. Strache: Zudecken, nicht aufdecken! Zudecken statt aufdecken, das ist Ihre Linie!)
Abg. Strache: Zudecken, nicht aufdecken! Zudecken statt aufdecken, das ist Ihre Linie!
Ja, Linie halten ist immer etwas Gutes, Herr Kollege! (Ruf bei der FPÖ: Das ist richtig!) – Herr Kollege Strache, Sie werden auch draufkommen, dass Linie halten immer etwas Gutes und ein Zickzackkurs immer etwas Schlechtes ist. Herr Kollege Cap, wir sind nicht für einen Zickzackkurs, sondern wir sind für Linie halten. (Abg. Strache: Zudecken, nicht aufdecken! Zudecken statt aufdecken, das ist Ihre Linie!)
Abg. Dr. Graf: Haben Sie gewusst, dass Taus und Ferrero-Waldner interveniert haben? – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Ich sage Ihnen Folgendes: Weisen Sie mir nach, was dieser Untersuchungsausschuss für die Reform der FMA neu aufgedeckt hat. (Abg. Dr. Graf: Haben Sie gewusst, dass Taus und Ferrero-Waldner interveniert haben? – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: So eine Unterstellung! – Abg. Dr. Graf: Am 8. November hat er schon gesagt, ich verzögere den Ausschuss! Er hat nie eine andere Rede gehalten!
Herr Kollege Cap, daher werden wir diese Reform in Angriff nehmen, aber noch einmal: Nicht wegen des Untersuchungsausschusses, sondern weil wir es im Regierungspakt schon so verankert haben, wir es uns gegenseitig zugesagt haben und das, was im Regierungspakt steht, vom Rechnungshof voll bestätigt wurde. Deshalb wird diese Reform der Finanzmarktaufsicht erfolgen, aber nicht wegen des Untersuchungsausschusses, der das Ziel hatte, den Finanzplatz Österreich zu kriminalisieren, was wir hiermit beenden, weil der Ausschuss zu Ende ist! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: So eine Unterstellung! – Abg. Dr. Graf: Am 8. November hat er schon gesagt, ich verzögere den Ausschuss! Er hat nie eine andere Rede gehalten!)
Abg. Dr. Stummvoll: Punkt 12!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Das passt ja wieder ins Bild, dass der Untersuchungsausschuss offensichtlich einen Auftrag gehabt habe, den Bankenplatz zu kriminalisieren. – Das muss man ja nur noch einmal wiederholen, was Sie gesagt haben, und das passt dann auch zu Ihrer Linie. (Abg. Dr. Stummvoll: Punkt 12!)
Beifall bei den Grünen.
Es passt auch zur ÖVP-Linie, die Sie tatsächlich immer halten: dass es nicht um Untersuchungen geht. – Das wollen Sie nicht, deswegen haben Sie ja auch dagegengestimmt, das ist klar. Das hat aber nichts mit klarer Haltung im Parlament zu tun, sondern einfach damit, dass Sie diese Bänke hier als verlängerte Werkbank der Regierung betrachten und in dem Sinn auch missbrauchen, erst recht als verlängerte Werkbänke der Parteizentralen. – Das ist das Faktum! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Und Jericho!
Es ist doch so, dass noch sechs Untersuchungspunkte offen sind! – Darum geht es, und die müssen untersucht werden! Es sind jene Punkte, die die SPÖ eingebracht hat. Sowohl der Bulgariendeal als auch die Raiffeisen Investment AG- und RosUkrEnergo-Geschichte (Abg. Dr. Graf: Und Jericho!) sind vor allem von der SPÖ in diesen Antrag hineinreklamiert worden, muss man fast sagen, und zwar zu Recht.
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Jetzt geht es nicht darum, dass bloß die Strafgerichte untersuchen – das haben wir erörtert –, sondern darum, dass auch die politische Verantwortung dafür untersucht wird und weiter untersucht werden können sollte, warum systematisch bestimmte kriminelle Machenschaften ganz offenkundig von bestimmten Ministerien begünstigt werden und warum die letzten aufrichtigen Beamten, die noch dagegen kämpfen, es so schwierig haben. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Stummvoll: 6 000 Seiten!
Sie sollten die Protokolle des Ausschusses lesen, die Aussagen der wenigen Zeugen, die wir dazu gehabt haben. (Abg. Dr. Stummvoll: 6 000 Seiten!) Da gibt der Bundeskriminalbeamte bekannt, dass er sich bemüht hat, mit der Telekom in Kontakt zu treten. Wissen Sie, wie das verlaufen ist? – Bei der Besprechung im Büro des Generaldirektors Sundt hat dieser 15 Minuten auf seine Schuhspitzen geschaut und dann die Beamten hinauskomplimentiert. Und der sagt: Sehen Sie, und so geht es uns immer, wenn wir Wirtschaftskriminalität erheben wollen! (Abg. Dr. Graf: Weil der Sundt und der Schlaff ...!)
Abg. Dr. Graf: Weil der Sundt und der Schlaff ...!
Sie sollten die Protokolle des Ausschusses lesen, die Aussagen der wenigen Zeugen, die wir dazu gehabt haben. (Abg. Dr. Stummvoll: 6 000 Seiten!) Da gibt der Bundeskriminalbeamte bekannt, dass er sich bemüht hat, mit der Telekom in Kontakt zu treten. Wissen Sie, wie das verlaufen ist? – Bei der Besprechung im Büro des Generaldirektors Sundt hat dieser 15 Minuten auf seine Schuhspitzen geschaut und dann die Beamten hinauskomplimentiert. Und der sagt: Sehen Sie, und so geht es uns immer, wenn wir Wirtschaftskriminalität erheben wollen! (Abg. Dr. Graf: Weil der Sundt und der Schlaff ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Eingegraben!
Das ist der Zustand in diesem Land, den Sie zudecken wollen, und das hat eins zu eins mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun, weil es um Geldwäsche geht, die ja begrifflich nur dann Sinn macht, wenn es ein Vordelikt gibt, wenn es eben kriminelle Handlungen gibt. Wir sind mitten auf den Kern dieser Handlungen gestoßen, und deshalb muss jetzt abgedreht werden – bei Ihnen konsistent, bei Ihnen verbogen wie immer. Man muss sich ja schon fragen, wie man so flach liegend immer noch umfallen kann. Sie sind ja schon auf der Minus-eins-Ebene angelangt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Eingegraben!)
Beifall bei den Grünen und der FPÖ.
Herr Kollege Cap, Sie haben sich ja vorgenommen, im Herbst als Retter der U-Ausschüsse durch die Gänge zu wandeln. Sie wollen das als Minderheitsrecht und so weiter verhandeln. Ja, Sie sind jetzt der personifizierte Nachweis dafür, dass die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen ein Minderheitsrecht werden muss, denn wenn Sie jetzt auf offener Strecke derart die Fronten wechseln, wo man es jetzt noch mit der Mehrheit in der Hand hätte, den Prüfauftrag der Mehrheit abzuwickeln, bei dessen Beschluss Sie selbst dabei waren, und wenn Sie jetzt mitten im Fluss alles auslassen, dann gibt es keinen besseren Beweis dafür, dass die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen zum Minderheitsrecht werden muss – samt Beweismitteln und Zeugenanträgen selbstverständlich. – Das ist Ihnen gelungen, immerhin! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn Sie von der ÖVP, obwohl unser Untersuchungsausschussobmann Dr. Graf immer einen Konsens gesucht hat, seit Monaten permanent alle Terminvorgaben und Termine, die alle anderen Fraktionen positiv sehen, behindern beziehungsweise nicht wollen, dann wird augenscheinlich, dass man in Wirklichkeit die Österreicher vor der Scheinheiligkeit der ÖVP beschützen muss, denn das, was Sie da zum Besten gegeben haben, ist Scheinheiligkeit pur. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Morak: ... wertvolle Arbeit geleistet!
Was würde sich denn ändern, wenn die Opposition nicht in den letzen Monaten Druck gemacht hätte? (Abg. Morak: ... wertvolle Arbeit geleistet!) Sie und der Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser haben ja selbst noch davon gesprochen, dass die FMA eine Finanzpolizei sei, wie man sie sich nur wünschen kann. – Und jetzt haben wir gerade gehört, dass dies nicht so ist? (Rufe bei der ÖVP: Die FMA! – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die FMA!)
Rufe bei der ÖVP: Die FMA! – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die FMA!
Was würde sich denn ändern, wenn die Opposition nicht in den letzen Monaten Druck gemacht hätte? (Abg. Morak: ... wertvolle Arbeit geleistet!) Sie und der Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser haben ja selbst noch davon gesprochen, dass die FMA eine Finanzpolizei sei, wie man sie sich nur wünschen kann. – Und jetzt haben wir gerade gehört, dass dies nicht so ist? (Rufe bei der ÖVP: Die FMA! – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die FMA!)
Abg. Dr. Schüssel: Wer ist das „Mafia-Kartell“?
Jetzt geben Sie ja zu, dass dieses offensichtliche Mafia-Kartell, das bei dieser Malversationsentwicklung zugeschaut hat, die ja möglich geworden ist, eine tolle Finanzpolizei darstellen soll, wenn ein Mafia-Kartell tätig werden kann, ohne dass eine Aufdeckung stattfinden kann? (Abg. Dr. Schüssel: Wer ist das „Mafia-Kartell“?)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Also bitte, das zeigt ja, dass es notwendig ist, dieser Entwicklung gegenzusteuern, mit der Sie einfach weitermachen wollen. Sie sollten sich in Wirklichkeit schämen! Sie sind Blockierer, Sie sind Zudecker, Sie sind jene, die in Wirklichkeit Oligarchen und Wirtschaftskriminelle, wie heute besprochen, schützen wollen, und Sie sind jene, die das nicht aufdecken wollen! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Wahrscheinlich wird – und das ist Ihr Ziel! – das genauso dünn enden, wie beim Eurofighter-Untersuchungsausschuss, wo Sie zwei Viertelseiten formuliert haben. Wahrscheinlich wird das Ergebnis von Ihrer Seite beim Untersuchungsausschuss im Bankenbereich eine Viertelseite umfassen. – Das ist mir schon klar, aber es spricht auch Bände dafür, was die Bevölkerung von Ihnen erwarten kann. (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Was soll man denn machen, wenn die Regierung organisierte Kriminalität schützt? Wie soll man das bezeichnen?
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Meine Damen und Herren, ich möchte alle Redner ersuchen, in ihrer Wortwahl entsprechend sorgfältig zu sein. Es fallen Ausdrücke, die sonst mit einem Ordnungsruf zu bedenken sind. (Abg. Mag. Kogler: Was soll man denn machen, wenn die Regierung organisierte Kriminalität schützt? Wie soll man das bezeichnen?)
Abg. Dr. Graf: Das schaffen wir! Bis Ende November schaffen wir das!
Wir haben gerade beim vorhergehenden Tagesordnungspunkt darüber diskutiert, und ich habe unsere Meinung ganz klar kundgetan. Es ist natürlich schon dasselbe, was jetzt die SPÖ und die ÖVP machen: eine Fristsetzung. Herr Kollege Graf, bei einer Fristsetzung gibt es eben auch wieder dasselbe Dilemma, dass wir nicht wissen, ob wir bis dahin fertig werden, ob die Zeugen kommen, die wir laden wollen, et cetera. (Abg. Dr. Graf: Das schaffen wir! Bis Ende November schaffen wir das!)
Abg. Dr. Graf: Das kann man ja immer noch! Das ist kein Widerspruch!
Wir bleiben jedenfalls bei unserer Darstellung und bei unserem Vorschlag. – Sie haben wahrscheinlich auch nichts anderes erwartet: Wir unterbrechen den Ausschuss und fahren am 1. November fort. (Abg. Dr. Graf: Das kann man ja immer noch! Das ist kein Widerspruch!) Dann sind die ordentlichen Gerichte fertig mit den Untersuchungen und mit den Urteilen. Wir wissen mehr, es gibt keine Entschlagungsrechte mehr von den Auskunftspersonen, und wir haben freie Fahrt für die Untersuchung.
Beifall beim BZÖ.
Eine effizientere Sitzungsführung wäre also anzuraten, dann sind wir auch wieder mit im Boot. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Frau Minister! Kolleginnen und Kollegen! Ich habe draußen eine Verabredung mit dem Filmproduzenten Helmut Grasser gehabt, und irgendwie habe ich daran gedacht: Ich werde ihm den Abgeordneten Pilz empfehlen, der uns hier den Inhalt von mindestens fünf Drehbüchern erzählt hat! – Ich glaube, dem österreichischen Film würde es ganz gut tun, wenn Sie auf dieser Plattform einmal arbeiten würden, Kollege Pilz! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schüssel: Schon wieder eine Verschwörungstheorie!
Natürlich sehe ich, muss ich sagen, seit dieser Diskussion das ganze Mobil-Fernsehen unter einem anderen Blickwinkel, denn vielleicht ist gar nicht die Europameisterschaft daran schuld, dass wir in solch eine Eile geraten – wofür übrigens auch der ORF die Rechte noch nicht hat, ich sage das noch einmal –, sondern vielleicht stecken Martin Schlaff, Taus, Cordt, und wie sie alle heißen, dahinter, und deswegen wurde die Frau Minister so unter Druck gesetzt, dass wir das noch im letzten Abdruck, in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause hier über die Bühne bringen! (Abg. Dr. Schüssel: Schon wieder eine Verschwörungstheorie!)
Abg. Dr. Schüssel: Mit zwei „f“?
Bei diesen vielen Verschwörungstheoretikern, die hier umgehen – und taxfrei sage ich jetzt einmal, dass ich den Kollegen Pilz zum Lordsiegelbewahrer aller denkbaren Verschwörungen in diesem Hause erkläre; Sie machen das wirklich gut!; bei Anzengruber heißt der Dusterer und kommt im „G’wissenswurm“ vor –, bleibt natürlich zu hinterfragen, ob das ganze Handy-TV nicht irgendwie doch eine Aktion ist, die in Tschetschenien landen wird, mit einer NGO, mit Blutschokolade bezahlt werden wird und gleichzeitig aber auch noch Schlafes Bruder nutzt. (Abg. Dr. Schüssel: Mit zwei „f“?) – In diesem Fall natürlich mit zwei „f“.
Heiterkeit des Abg. Mag. Kukacka
Ich glaube aber, dass all das, was wir guten Gewissens hier in Angriff genommen haben, unter unserer Wahrnehmung, weit davon entfernt ist, sondern ganz einfach Handy-TV ist. Und ich glaube, das, was wir als Glücksfall sehen sollten und was wir nach einer Verhandlungsrunde von 15 Stunden – so viel, würde ich sagen, haben wir miteinander verbracht; das war doch irgendwie eine schöne Zeit! (Heiterkeit des Abg. Mag. Kukacka) – als Ergebnis nach Hause gebracht haben, ist nicht nur in Bezug auf Handy-TV zu sehen, sondern auch dahin gehend, dass wir hier ein akkordiertes Bekenntnis haben, dass wir den Anschluss an Europa finden, was die Medienbehörde betrifft.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und in diesem Sinne, möchte ich schon sagen, war es die Anstrengung wert. Es waren spannende Verhandlungen – kontrovers, aber im Endeffekt: Ende gut, alles gut. Handy-TV ist da! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht verstanden, Herr Brosz!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Wenn wir nach dieser etwas abenteuerlichen Rede des Kollegen Morak (Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht verstanden, Herr Brosz!), bei der mir übrigens aufgefallen ist, dass es, glaube ich, eine Geschäftsordnungsbestimmung gibt, dass man vom Rednerpult hier frei sprechen darf – er hat uns ja in den letzten Jahren immer mit vorgelesenen Reden von der Regierungsbank beglückt; seitdem er da unten ist, ist er offenbar freier geworden und darf das sagen, was ihm gerade einfällt; also zumindest von der Redeart her ein deutlicher Fortschritt beim Kollegen Morak (Abg. Mag. Kukacka: Jessas! Geh, lassen S’ doch diese dummen Belehrungen! Sie haben das notwendig!) –, zum Gesetz zurückkommen, so ist es wohl klar, dass das Handy-TV in Österreich kommen wird.
Abg. Mag. Kukacka: Jessas! Geh, lassen S’ doch diese dummen Belehrungen! Sie haben das notwendig!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Wenn wir nach dieser etwas abenteuerlichen Rede des Kollegen Morak (Ruf bei der ÖVP: Sie haben sie nicht verstanden, Herr Brosz!), bei der mir übrigens aufgefallen ist, dass es, glaube ich, eine Geschäftsordnungsbestimmung gibt, dass man vom Rednerpult hier frei sprechen darf – er hat uns ja in den letzten Jahren immer mit vorgelesenen Reden von der Regierungsbank beglückt; seitdem er da unten ist, ist er offenbar freier geworden und darf das sagen, was ihm gerade einfällt; also zumindest von der Redeart her ein deutlicher Fortschritt beim Kollegen Morak (Abg. Mag. Kukacka: Jessas! Geh, lassen S’ doch diese dummen Belehrungen! Sie haben das notwendig!) –, zum Gesetz zurückkommen, so ist es wohl klar, dass das Handy-TV in Österreich kommen wird.
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne hoffen wir zumindest, dass es tatsächlich zu Gesprächen kommen wird und dass es bei diesem wichtigen Vorhaben der unabhängigen Medienbehörde – wo wir immer gesagt haben, dass wir das unterstützen und mittragen – so sein wird, dass es nicht zum Schluss mit einem Abänderungsantrag im letzten Moment auf den Tisch kommt, sondern dass es eine seriöse Phase der Vorbereitung geben wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Brosz.
Es ist doch auch möglich, Mehrheiten im Hohen Haus zu bilden, ohne derart unverblümt die Existenz von Nicht-Koalitionsparteien im parlamentarischen Geschehen wegzucamouflieren! Das ist doch auch ein Fall der parlamentarischen und demokratischen Hygiene, auf solche Unverhohlenheiten verzichten zu können. Ich verstehe nicht, dass man so einen Stil für den richtigen hält. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Brosz.)
Beifall bei der FPÖ.
Ungeachtet dessen: Zu diesem Gesetz wird es selbstverständlich auch hier unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Etwas, was mich dabei ein bisschen stört, ist, dass man bei dieser Gelegenheit nicht eines bedenkt: Die Konsumenten, die ORF über Satellit empfangen und keine ORF-Digitalkarte haben, sehen praktisch das erste und zweite Programm nicht, sind aber genauso verpflichtet, die GIS-Gebühren zu bezahlen, weil das einfach aufgrund des Erwerbs eines Endgerätes schon so geregelt ist. Ich glaube, dass man sich da schon einiges überlegen sollte, wie man in Zukunft damit umgeht, denn für sehr viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die zwar oft von den diversen GIS-Gebühren befreit sind und gemäß § 51 Abs. 2 der Fernmeldegebührenordnung die Gebührenbefreiung auf fünf Jahre befristet haben, ist oft gelebte Praxis, dass diese Befreiung nur auf ein oder zwei Jahre befristet wird und oft fast alljährlich neu angesucht werden muss. Zudem wird seitens der GIS auch mit allen Mitteln versucht, diese Befreiung abzulehnen. Da sollten wir schon etwas umdenken, nämlich dahin gehend, dass man die Personen, die uns in diesem Zusammenhang bekannt sind – es sind mehr als 100 Personen, die wir da kennen, die einen erhöhten Betreuungsbedarf haben, auch Familie haben und es im Leben nicht so leicht haben –, von dieser Gebühr befreit, weil sie ja auch vom Programm nicht alles sehen können. Zumindest die Nachrichtensendungen sollten, wenn wir schon das Behindertengleichstellungsgesetz haben – da sind wir doch auch einiges schuldig –, auch in Gebärdensprache übertragen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich denke, Sie sollten diesem Entschließungsantrag Ihre Zustimmung geben, denn es betrifft vor allem Menschen, die es im Leben nicht so leicht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich bei allen, die an diesem Prozess und den Diskussionen teilgenommen haben, sehr bedanken. Ich glaube, es ist ein positiver Schritt, den dieses Parlament heute mit der einhelligen Zustimmung setzen wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die ganze Sache ist also höchst erfreulich, und wir stimmen daher gerne zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb sind wir froh darüber, dass es in zähen Verhandlungen – und dafür möchte ich vor allem Franz Morak danken – gelungen ist, dieser Novelle die Zähne der Einseitigkeit zu ziehen und aus einer weitgehenden ORF-Wunschliste eine medienpolitische Ordnung in Richtung einer zukunftsorientierten und vor allem fairen dualen Ordnung zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb braucht der ORF in Zukunft auch ein neues Selbstverständnis, eine neue Rolle. Diese kann nicht darin bestehen, einfach mehr Kommerz und Unterhaltung zu bieten, um sich gegen private Anbieter zu wehren, sondern er muss weiter seinen öffentlich-rechtlichen Status ausbauen und sich in diesem Bereich ganz besonders profilieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die vorige Führung wurde ja unter anderem deshalb abgelöst, weil sie diesem Anspruch angeblich nicht gerecht geworden ist. Nun, die neue Führung unter Wrabetz hat zwar großartig angekündigt, dass sie im ORF mehr öffentlich-rechtlichen Mehrwert schaffen wird. Allerdings, meine Damen und Herren, Peter Rabl und viele andere, Armin Thurnher etwa im „Falter“, haben geschrieben, was das geworden ist: Aus der angeblich größten Programmreform aller Zeiten wurde der größte Bauchfleck der ORF-Geschichte. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir meinen deshalb – und das haben wir ja auch in unserer Ausschussfeststellung gefordert –, eine unabhängige Medienbehörde soll auch die Aufgabe haben, die Gebühren auf ihre Plausibilität zu prüfen und dabei festzustellen, ob und wie der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt. Denn wer immer mehr kommerzielles Unterhaltungsfernsehen macht, aber dabei keine erfolgreichen österreichischen Unterhaltungsproduktionen zustande bringt, kann sicher keinen Anspruch auf Gebührenerhöhung erheben. Deshalb wird der ORF sicher noch einige bisher versäumte Hausaufgaben zu machen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man in der Lage ist, Handy-TV zu machen, sollte man auch in der Lage sein, zeitgemäße Befragungen durchzuführen, um eine wahre Kostenverteilung der privaten Konkurrenten untereinander zu gewährleisten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Diese Ausführung erinnert mich daran, dass wir es hier ja mit einem sagenhaften Privileg zu tun haben, das sonstigen Dienstnehmern in der Republik kaum zur Verfügung steht und in einem engen Zusammenhang mit dem berühmten Sabbatical steht, das bisher auch nur Lehrern zur Verfügung gestanden ist. Ein Mensch in der Republik, dessen Namen ich leider vergessen habe – es war aber ein gescheiter Mensch –, hat gesagt: Gegen die Lehrergewerkschaft ist die Gewerkschaft der Eisenbahner eine Gruppe von Ballett-Elevinnen. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Wo ist denn Haberzettl?
Die Wahrheit dieses Aussagesatzes kann an der Neuordnung, die wir in der Dienstrechts-Novelle 2007 antreffen (Abg. Neugebauer: Wo ist denn Haberzettl?) – er ist leider nicht da, aber es würde ihn wahrscheinlich sehr freuen –, erwiesen werden. Zu großen Teilen ist nämlich diese Dienstrechts-Novelle, ich würde sagen, eine Art ausgleichende Bilanz der Privilegien zwischen den Beamtengruppen. Es werden also die schulfesten Stellen von den Lehrern laut dieser Diktion noch erhalten, teilweise erhalten; in der anderen Diktion aufgegeben, aufgelassen – das ist der gute Teil.
Beifall bei der FPÖ.
Aus diesem Grund können wir uns nicht entschließen, dieser Gesetzesvorlage unsere Zustimmung zu geben. – Danke vielmals. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mich etwas amüsiert, als ich das gelesen habe, weil ich mir gedacht habe: Was heißt da „konnte durchgesetzt werden“? Die Dinge sind sachlich in Ordnung, aber wenn ich hier Dr. Schüssel sehe und da Kollegen Neugebauer, dann hat dieses Durchsetzen ja die Vorgeschichte, dass diese Hacklerregelung unter Bundeskanzler Schüssel abgeschafft wurde. Dann, in den Koalitionsverhandlungen, war es gar nicht leicht, nämlich für uns nicht leicht, dieses Versprechen durchzusetzen: 45 beziehungsweise 40 Jahre sind genug! Wir wollten der Pensionsreform die Giftzähne ziehen. Das ist auch gelungen, und das ist hier der letzte Schritt, aber durchgesetzt hat diese Regelung in den Koalitionsverhandlungen die SPÖ, und ich glaube, da haben alle etwas davon. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Schule ist ja die große Ausnahme, wo wir für das nächste Schuljahr rund 1 500 Lehrerinnen und Lehrer in Österreich mehr haben werden, damit die Qualität steigern und damit auch besser auf jedes einzelne Kind eingehen können. Die Bildung ist auch Gewinnerin dieser Dienstrechts-Novelle, und ich möchte klar feststellen, dass es ein gutes Ergebnis ist, und den Verhandlern – Ministerin Bures, Kollegem Neugebauer und ihren Teams – kann man zu diesem Ergebnis nur gratulieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiterer Punkt, und der ist ganz entscheidend, ist die Gleichstellung von Master- und Diplomstudien-Abschlüssen von Fachhochschulen und Universitäten im öffentlichen Dienst. Dieses Thema begleitet uns seit der Schaffung der Fachhochschul-Studiengänge Mitte der neunziger Jahre und wird jetzt endlich geregelt. Auch hier gratuliere ich Ministerin Bures, die diesen Schritt geschafft hat, auf den wir viele, viele Jahre hingearbeitet haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt noch eine Reihe von anderen Punkten, auf die die Kolleginnen und Kollegen noch eingehen werden: Pflegefreistellung bei Lebensgemeinschaften, bessere Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen, und so weiter. Eines ist diesen Gesetzen und Maßnahmen gemeinsam, das Gesetz vermittelt eine klare Botschaft, nämlich: Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sind wieder bessere Zeiten angebrochen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich finde es darüber hinaus sehr gut, dass Ansätze für eine stärkere Berücksichtigung unserer Frauen im öffentlichen Dienst vorhanden sind: Ausschreibungsgesetz, verpflichtende Besetzung mit einer Frau, Wertsicherung der Beitragsgrundlagen für Kindererziehungszeiten und dergleichen mehr. Wir führen Rechtsmaterien, die es im ASVG bereits gibt, fort, die bereits zitierte Hacklerregelung – zum Glück haben wir diesen irreführenden Begriff jetzt endlich durch den Rechtstitel „Langzeitversicherter“ weggebracht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
weil die Posten entsprechend bewertet sind, aber das Studium hat letztendlich die Gleichwertigkeit, und ich halte das für einen ganz, ganz wichtigen Aspekt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Aus jüngst gegebenem Anlass ist zum Beispiel von Regierungsmitgliedern beider Parteien die absolute Spitzenleistung im E-Government, die wir in Österreich erreicht haben, groß gefeiert worden. Das ist eine hervorragende Initialzündung der Politik. Hier haben die Verantwortlichen gut gearbeitet, aber ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre es nicht gegangen, daher darf ich auch hinzufügen: Bei aller Kritik, die man da und dort üben kann: Österreich kann sich auf seine öffentlichen Dienste in einem hohen Maß verlassen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich denke, dass mit dieser Novelle in vielen Bereichen auch ein kleiner „Dank“ zum Ausdruck kommt im Sinne einer sozialpolitischen Weiterentwicklung. Der öffentliche Dienst ist ein wichtiger Parameter für den Wirtschaftsstandort Österreich, und ich bedanke mich bei dir, Frau Bundesministerin, dass wir nach sehr harten, guten Diskussionen letztendlich ein Paket schnüren konnten, das eine breite Zustimmung erfährt. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Neugebauer: So ist es!
Allerdings sind ein paar positive Punkte in dieser Novelle enthalten, die ich jetzt explizit nicht als Privilegien beschreiben möchte, sondern die auch notwendig sind und wo, denke ich, auch andere Berufsgruppen folgen sollten, zum Beispiel die Anerkennung von Patchworkfamilien und Lebensgemeinschaften. (Abg. Neugebauer: So ist es!)
Beifall bei den Grünen und der ÖVP.
Sehr positiv ist selbstverständlich auch die Ausdehnung des Sabbatical-Modells. Da kann ich jetzt nur zustimmen, dass die Erfahrungen sehr positiv sind. Letztendlich ist das unbezahlter Urlaub. Wenn man das als Privileg sehen will, kann man das, aber es ist ein sehr vernünftiges und sinnvolles Instrument für vielerlei Zielsetzungen. Die Menschen können sich weiterbilden – Stichwort lebenslanges Lernen –, man kann eine Horizonterweiterung vornehmen in dieser Phase, man kann letztendlich in dieser Zeit auch für das Gesundheitssystem notwendige Entlastungen erzielen; Burn-out-Syndromen zum Beispiel wird maßgeblich auch durch Sabbaticals vorgebeugt. Es macht also insgesamt, auch makroökonomisch gesehen, durchaus Sinn, das zu machen. Deshalb ist das Wort „Privileg“ hier der falsche Ausdruck. (Beifall bei den Grünen und der ÖVP.)
Ruf: Stimmt!
Wo wir uns allerdings etwas mehr Mut gewünscht hätten und wo wahrscheinlich das jetzt transparentere Verfahren nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein wird, das ist die sogenannte gläserne Decke für Frauen im öffentlichen Dienst, und ich möchte Ihnen da vor allem hinsichtlich der Spitzenpositionen eine Datenlage nahebringen, die wirklich sehr, sehr traurig ist. Es handelt sich um die Sektionschefs in den österreichischen Ministerien: Also, wir haben hier im Jahr 1989, das ist jetzt mittlerweile 18 Jahre her ... – Wie viel? (Ruf: Stimmt!) – Stimmt? Danke, denn beim Rechnen bin ich meistens ein bisschen schwach.
Beifall bei den Grünen.
Damals gab es 80 Sektionsleiterposten, und davon waren 78 Männer. Im Jahre 2007 haben wir jetzt von 69 Sektionsleiterposten ganze acht Frauen. Wenn wir mit demselben Tempo weitermachen – und diese Rechnung habe jetzt nicht ich angestellt, sondern das hat Brigid Weinzinger, unsere Frauensprecherin, schon einmal durchgerechnet –, dann dauert es bis zum Jahr 2149, bis wir eine 50:50-Quote bei den Spitzenpositionen in der Verwaltung haben. Und ich denke, das ist eine Zeitspanne, die keine Frau in Österreich abwarten will oder auch abwarten kann. Also, Frau Bundesministerin, ein bisschen mehr Tempo in dieser Frage wäre schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist vor allem vor dem Hintergrund der bildungspolitischen Debatte notwendig, in der wir, glaube ich, immer gemeinsam feststellen: Es braucht mehr Unterrichtsqualität. Und für mehr Unterrichtsqualität braucht man auch ausreichend Personal. Vor diesem Hintergrund ist dieser Entschließungsantrag zu verstehen, und ich freue mich auf eine Zustimmung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schopf: Die Abschläge?!
Die Verbesserungen im Pensionsrecht, dass dasselbe gilt, was für andere auch gilt, finde ich okay. Interessant ist nur, dass man hier diese Verlängerung der Hacklerregelung vornimmt. Die Hacklerregelung läuft ja im Prinzip bis 2017, ist von uns geschaffen worden. Sie ist von der SPÖ, solange sie in Opposition war, verteufelt worden und wird jetzt immer lieber auch von der SPÖ übernommen. (Abg. Schopf: Die Abschläge?!)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege, Sie haben im Jahr 2000 einen Haufen Arbeitslose hinterlassen! Als wir in der Regierungsverantwortung waren, war halt nicht so viel Geld da. Dafür haben wir eine Pensionssicherungskommission geschaffen, die das beurteilt. (Beifall beim BZÖ.) Es wäre jetzt locker möglich, die Hacklerregelung unbefristet weiterlaufen zu lassen. Wieso beschränken wir das aber auf 2010? Machen wir es unbefristet – unbefristet wäre die Sache, Herr Kollege! Unbefristet – das wäre in Ordnung.
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Stimmen Sie diesem Abänderungsantrag zu! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Präsidentin Glawischnig! Der politische Wille meinerseits steht da, so glaube ich, außer Zweifel. Mir geht es darum, wirklich mehr Frauen an die Spitze zu bringen, und das, wie gesagt, als Vorbildwirkung auch im öffentlichen Dienst. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Mir ist es als zweites Instrument, um Frauen im öffentlichen Dienst in Spitzenfunktionen zu bringen, ganz wichtig gewesen, dass wir in die Begutachtungskommission Personen entsenden, die dafür sorgen, dass Geschlechtergerechtigkeit nicht unter den Tisch fällt. Daher werde ich eine Halbe-Halbe-Regelung bei der Besetzung der Begutachtungskommission vornehmen. Rein männlich besetzte Begutachtungskommissionen – so wie es sie bisher gegeben hat – werden somit der Vergangenheit angehören. Ich halte das für einen frauenpolitisch ganz wesentlichen Schritt. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
gilt: Bildungspolitische Maßnahmen sind Schwerpunkt dieser neuen Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich freue mich über das gemeinsame Verhandlungsergebnis, bedanke mich auch bei allen Beteiligten dafür und glaube, es ist wirklich eine Novelle, die insgesamt dem öffentlichen Dienst mehr Qualität geben wird und damit den Bürgerinnen und Bürgern in Österreich zugute kommen wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, wir sollten das so sehen, wenn wir viele, viele – ich will nicht sagen – Verschlechterungen in den letzten Jahren miterlebt haben. Ich selbst habe ja jahrelang aufseiten der Interessenvertretung mit verhandelt, und ich stehe dazu, dass der Dienstgebervertreter und die Gewerkschaftsbewegung diese so wichtigen Fragen ausverhandeln. Sie werden parlamentarisch begleitet, sie werden dann im zuständigen Ausschuss schlussendlich nicht nur debattiert und beschlossen. Eines aber, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, haben wir immer gemacht, wenn Beamtenthemen auf der Tagesordnung gestanden sind: dass wir unseren Kolleginnen und Kollegen, den öffentlich Bediensteten für ihre erstklassige Leistung im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher und der Republik einen herzlichen Dank sagen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Da dies die letzte Plenarwoche vor der Sommerpause ist: Ich darf persönlich und namens meiner Fraktion speziell auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Parlamentsdirektion sehr herzlich danken – für uns ist ja alles eine Selbstverständlichkeit, egal, wie spät es in der Nacht ist, am Samstag und Montag und Mittwoch! –: Liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlichen Dank für eure Dienstleistung, wir wissen diese wirklich zu schätzen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend, Frau Bundesminister und alle Kolleginnen und Kollegen, die daran beteiligt waren, noch einmal herzlichen Dank im Interesse unserer Bediensteten. Ich freue mich, dass wir das heute für die Kollegen mit großer Mehrheit beschließen werden. – Und ich freue mich schon auf die Diskussion, Frau Ministerin, die die Herbst-Novelle mit sich bringen wird. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch von ÖVP-Warte sei ganz klar betont, dass das Bild der Beamtenschaft nicht verfälscht werden darf, dass die Beamten nicht einem unfairen Vergleich mit anderen Berufsgruppen ausgesetzt werden dürfen. Das Freijahr ist kein Ausflugsjahr, sondern es ist eine selbstfinanzierte Dienstfreistellung mit dem Anspruch, das dadurch entstehende Potenzial gezielt und nachhaltig für das gesamte System wieder einzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wahr ist vielmehr, dass der Kollektivvertrag der Journalisten seit Langem das Institut eines Sabbaticals kennt, und es gibt bekanntlich keine beim Staat angestellten Journalisten, wenn man von wenigen Redakteuren der „Wiener Zeitung“ absieht. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich finde es sehr erfreulich, dass diese Dienstrechts-Novelle noch vor dem Sommer beschlossen wird. Ich denke, das ist der erste große Erfolg, Frau Bundesministerin, den Sie als für die Beamten zuständige Ministerin haben, und ich freue mich sehr darüber! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Mit einem Wort: Eine sehr wichtige Novelle mit positiven Neuerungen – und daher ein großer Erfolg auch für Sie, Frau Bundesministerin. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Verehrte Damen und Herren, daraus sind zwar keine unmittelbaren beschäftigungspolitischen Intentionen ableitbar, aber die Verwaltungsreform ist doch ein Stück weitergekommen. – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss, meine sehr geschätzten Damen und Herren: Wir hätten uns für diese Novelle auch etwas in Bezug auf Amtstitel überlegen können. Amtstitel sind doch heute geradezu völlig anachronistisch. Es ist kein Zeichen von besonderer Qualität, ob jemand ein Lehrer oder ein Oberlehrer ist, ob jemand ein Regierungsrat oder ein Oberregierungsrat ist. Daher sollte man sich in Vorbereitung einer nächsten Dienstrechts-Novelle auch einmal intensiv mit diesen Amtstiteln befassen, denn: Das ist nicht wirklich das Motivierende für einen Beamten, ob er beispielsweise ein „Ober-“ davor hat oder nicht, sondern wesentlich sind sein Dienstplatz und seine Aufgabenstellung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Etwas Wesentliches noch: Die Fachhochschulen – das ist der Dank auch für die Arbeit, die dort geleistet wird – haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie sowohl hinsichtlich des Ausbildungsteiles, wenn man das so trennen kann, als auch hinsichtlich des Forschungs- und Wissenschaftsteiles durchaus an das Niveau, an die Arbeit der Universitäten angeschlossen haben und damit die Absolventinnen und Absolventen „anschlussfähig“ im Sinne des studienmäßigen Anschließens auch an das Doktoratsstudium sind. Was die AbsolventInnen- und Studierenden-Chancen angeht, wird damit eine Gleichstellung erreicht, auch dank der guten vorangegangenen Diskussion und dank der großen Zustimmung – und ich möchte an dieser Stelle auch all jenen Dank sagen, die bisher an diesen Fachhochschulen gewirkt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Abgeordneter Dr. Peter Sonnberger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Mit dieser Dienstrechts-Novelle werden zum Beispiel die Langzeitversichertenregelung und die Halbierung des Abschlages bei der Korridor-Pension, wie im Übrigen im ASVG bereits in diesem Hause beschlossen, umgesetzt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Sonnberger begibt sich zur Regierungsbank und reicht der dort sitzenden Bundesministerin Bures die Hand.
Wichtig ist mir, Frau Bundesministerin, dass Sie auch in Zukunft mit den Sozialpartnern so konstruktiv zusammenarbeiten, denn dabei kommen Lösungen heraus, die sich durchaus sehen lassen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Sonnberger begibt sich zur Regierungsbank und reicht der dort sitzenden Bundesministerin Bures die Hand.)
Abg. Neugebauer: Wir sorgen schon dafür!
Kollege Pendl hat noch etwas gesagt, und zwar etwas, was mich ein bisschen hoffen lässt – ich nehme den Kollegen Pendl ja ernst –, als er nämlich gemeint hat, dass er sich schon auf eine weitere Novelle im Herbst freue. Da hoffen wir natürlich, dass noch weitere wichtige Punkte beschlossen werden können; vielleicht auch einmal eine Gesamtreform des Beamten-Dienstrechtes, auf die wir schon so lange warten. – Kollege Neugebauer schaut schon ganz verschmitzt. – Wir haben ja in der vergangenen Legislaturperiode einige Sitzungen gehabt, sehr gute Sitzungen, in denen wir eine Gesamtreform des Beamten-Dienstrechtes diskutiert haben, aber man hat das, durchaus geschickt, ein bisschen in die Länge gezogen; aber jetzt, glaube ich, ist der Druck nicht mehr so stark gegeben, das umzusetzen. (Abg. Neugebauer: Wir sorgen schon dafür!)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden jedenfalls dafür sorgen, dass dieses Thema auf der Tagesordnung bleibt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Interessant ist, dass mittlerweile nicht einmal mehr die Wirtschaftskammer glaubt, dass das so eindeutig ist. Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass die Wirtschaftskammer in ihrer Stellungnahme zu diesem Gesetz ganz lapidar die Argumente pro und contra dieses Gesetz aufzählt. Sie sagt, was die Argumente für eine Liberalisierung sind, was die Argumente gegen eine Liberalisierung sind, und stellt fest, dass sowohl auf KonsumentInnenseite als auch auf der Seite der Handelsbetriebe sehr unterschiedliche Positionen vorhanden sind, und insgesamt sagt sie so irgendwie: Nutzt es nichts, schadet es nichts, machen wir es halt! So nach diesem Motto. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Und drittens gibt es nicht einmal die Möglichkeit, zur Arbeit zu kommen, wenn sich nicht der Betrieb selbst bereit erklärt, die Leute zur Arbeitsstelle und wieder zurück zu karren. Ich finde das, gelinde gesagt, eine Katastrophe und wirklich auch – wie soll ich das jetzt sagen, ohne dass ich einen Ordnungsruf bekomme?, es fällt mir wirklich schwer – beschämend, dass der ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie meinen, es macht nichts. Gut, dann sage ich: Ich finde es eine Sauerei, dass hier nichts geschehen ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ordnungsruf!
Und drittens gibt es nicht einmal die Möglichkeit, zur Arbeit zu kommen, wenn sich nicht der Betrieb selbst bereit erklärt, die Leute zur Arbeitsstelle und wieder zurück zu karren. Ich finde das, gelinde gesagt, eine Katastrophe und wirklich auch – wie soll ich das jetzt sagen, ohne dass ich einen Ordnungsruf bekomme?, es fällt mir wirklich schwer – beschämend, dass der ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie meinen, es macht nichts. Gut, dann sage ich: Ich finde es eine Sauerei, dass hier nichts geschehen ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Ordnungsruf!)
Beifall bei den Grünen.
Also was jetzt? – Natürlich müssen wir, aber nein, doch nicht. – Ich finde, wir müssen, und es wäre höchst an der Zeit, dass sich die ÖVP auch darum kümmert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt frage ich Sie, liebe Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ: Was hat sich denn so großartig geändert an all diesen Punkten, dass Sie heute auf einmal nicht nur zustimmen, sondern fest dabei sind, wenn die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten hier beschlossen werden? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Es ist eines!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn Frau Kollegin Sburny hier Déjà-vu-Erlebnisse schildert (Abg. Sburny: Es ist eines!), kann ich ihr in einem recht geben: Es ist richtig, dass das Thema Ladenöffnungszeiten eines der umstrittensten Themen ist, die es überhaupt gibt, und es wird auch immer ein Thema sein, das nie endgültig erledigt werden kann, sondern es wird sich fortsetzen.
Abg. Sburny: Wo? Was ist denn entwickelt worden?
Das, was wir im Jahr 2003 angesprochen haben, war alles richtig, auch die Frage, was die öffentlichen Verkehrsmittel und so weiter anlangt, und wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess. (Abg. Sburny: Wo? Was ist denn entwickelt worden?)
Beifall der Abg. Steibl
Was ist schlecht daran? – Der Gesetzgeber macht Rahmenbedingungen, die ein Weiterentwickeln ermöglichen, auf der anderen Seite schützt er bestimmte Bereiche. Wir schützen sehr wohl den Sonntag, der bleibt unberührt – das sehe ich einmal als großen Vorteil, auch aus der Sicht der Arbeitnehmer (Beifall der Abg. Steibl) –, und zweitens ermöglichen wir etwas, was Österreich auch ist, nämlich als einheitlicher Wirtschaftsraum gesehen zu werden.
Abg. Sburny: Wo sind die Kinderbetreuungseinrichtungen? Das ist so etwas von wurst! Es ist Ihnen wurst, ob die Frauen das schaffen oder nicht!
her so schön begleitet wird wie dieses. (Abg. Sburny: Wo sind die Kinderbetreuungseinrichtungen? Das ist so etwas von wurst! Es ist Ihnen wurst, ob die Frauen das schaffen oder nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Amen!
Daher: eine gute Lösung, ein guter Schritt in eine wettbewerbsfähige Zukunft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Amen!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Lieber Reinhold Mitterlehner, fest steht aber sicher, dass die ÖVP die kleineren selbständigen Handelsbetriebe im Regen stehen lässt – das steht fest! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Pfeiffer hält sich daran, ja. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Lieber Reinhold Mitterlehner, fest steht aber sicher, dass die ÖVP die kleineren selbständigen Handelsbetriebe im Regen stehen lässt – das steht fest! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Pfeiffer hält sich daran, ja. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ und den Grünen.
Zur SPÖ möchte ich sagen – Frau Abgeordnete Sburny hat es ja schon ausgeführt –: Sie sind den Handelsangestellten gewaltig in den Rücken gefallen! (Beifall bei der FPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Es stellt sich jetzt wirklich die Frage: Warum macht man es dann eigentlich? Warum diese Gesetzesänderung? Wer veranlasst, wer fordert das – es muss ja einen Hintergrund geben –, wenn es nicht der Handel ist, wenn es nicht die Handelsangestellten sind, wenn es nicht die Konsumenten sind? – Ich weiß in der Zwischenzeit, warum das so ist: Der Handelsverband hat das so gefordert! Und hinter dem Handelsverband stehen, das muss man wissen, zirka 150 der größten Handelsunternehmungen Österreichs. Da weiß man dann, woher das kommt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Mag. Gaßner: Und was haben Sie für eine Antwort bekommen?
Ich habe vorige Woche eine Bürgermeisterkonferenz in Linz besucht. Bei dieser haben die Bürgermeister flehentlich gebeten, man solle doch etwas unternehmen, dass diese Zentren der kleineren Städte und Bezirksstädte nicht aussterben. Ich befürchte, jetzt forcieren wir die Großen an den Stadträndern, und in Kürze müssen wir viel Geld in die Hand nehmen, um die Ortszentren wieder zu beleben. (Abg. Mag. Gaßner: Und was haben Sie für eine Antwort bekommen?)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Himmlisch! Wieso höllisch? Himmlisch!
Ich glaube, das ist der nächste Schritt in Richtung Aufsperren am Sonntag. Und wir müssen höllisch aufpassen, dass das nicht passiert! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Himmlisch! Wieso höllisch? Himmlisch!) – Himmlisch, höllisch, wie immer Sie meinen, Herr Minister, ganz egal, es darf auf keinen Fall passieren.
Beifall bei der FPÖ.
Die FPÖ steht eindeutig auf der Seite der Handelsbetriebe, eindeutig auf der Seite der Selbständigen und auch auf der Seite der Handelsangestellten. Wir sind deshalb gegen diesen Gesetzentwurf. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es war nicht leicht, dieses Ergebnis zu erreichen, ich sage das sehr deutlich, die Diskussion war sehr heftig – emotional wie immer in solchen Bereichen –, aber ich glaube, dass man der Lösungskompetenz der Sozialpartner doch ein gewisses Vertrauen entgegenbringen soll, und deshalb haben wir uns auch letztlich dieser Vorgangsweise angeschlossen. Ich bin auch überzeugt, im Interesse aller eine Ausgewogenheit gefunden zu haben, die herzeigbar ist und die eine gute Grundlage dafür ist, weitere Verbesserungen im Rahmen von Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen zu treffen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Du hast es noch immer nicht kapiert!
Tatsache ist, dass die 56 Stunden kaum in Anspruch genommen werden, und jetzt besteht nach geltendem Recht die Möglichkeit, von 5 Uhr bis 21 Uhr täglich von Montag bis Freitag ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Du hast es noch immer nicht kapiert!) – Du kapierst es eh nicht; dir kann man es 20 Mal sagen. Du kapierst ja nicht einmal das, was die kleinen Gewerbetreibenden da belastet. Dazu gibt es nämlich unterschiedliche Meinungen in der Wirtschaftskammer. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Tatsache ist, dass die 56 Stunden kaum in Anspruch genommen werden, und jetzt besteht nach geltendem Recht die Möglichkeit, von 5 Uhr bis 21 Uhr täglich von Montag bis Freitag ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Du hast es noch immer nicht kapiert!) – Du kapierst es eh nicht; dir kann man es 20 Mal sagen. Du kapierst ja nicht einmal das, was die kleinen Gewerbetreibenden da belastet. Dazu gibt es nämlich unterschiedliche Meinungen in der Wirtschaftskammer. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Parnigoni: Schrei nicht so!
Schon jetzt kann man in touristischen Gebieten mit einer Verordnung des Landeshauptmannes die Ladenöffnungszeiten individuell gestalten und den Bedarf entsprechend anpassen. In Wahrheit kann dort jeder Montag bis Freitag von 5 Uhr bis 21 Uhr und am Samstag von 5 Uhr bis 18 Uhr aufsperren. Und nach der neuen Regelung ist das erst ab 6 Uhr möglich. (Abg. Parnigoni: Schrei nicht so!) Da sind wieder jene Betriebe betroffen, Herr Kollege Parnigoni, die viele Pendler als Kundschaften haben. Das wird jetzt eingeschränkt und ist eigentlich eine Verschlechterung gegenüber der gegenständlichen Regelung. Außerdem schränkt es den Spielraum und die Flexibilität, die heute gegeben ist, ein.
Beifall beim BZÖ.
Nahversorger sind ebenfalls benachteiligt. Begünstigt sind natürlich, wie heute schon gesagt worden ist, Handelsketten. Keine Frage, die können dann einen Schichtbetrieb einführen, und dort geht es flott dahin. Das sind auch die größten Befürworter. Nur ich frage mich: Wo fängt das an und wo hört das auf? Im Prinzip will man ja von 0 Uhr bis 24 Uhr, rund um die Uhr, offen halten. Ob das im Sinne der Familien ist, bezweifle ich, denn die Rahmenbedingungen dafür sind noch nicht geschaffen, etwa dass man die Kinderbetreuungseinrichtungen länger offen hält. Diese Rahmenbedingungen haben Sie noch nicht geschaffen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Sonntags auch, gell?
Für Österreich als Tourismusland muss man eigentlich das Optimum herausholen, nämlich dass dort, wo es notwendig ist, zu diesem Zeitpunkt offen gehalten wird – und sonst ist eben geschlossen. Wieso? In touristischen Zentren gibt es die Möglichkeit, am Abend länger offen zu halten. Wir haben diese Möglichkeit in Kärnten geschaffen – alle sind zufrieden, gar keine Frage. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Sonntags auch, gell?)
Beifall beim BZÖ.
Diese heutige Novelle ist zum Nachteil der kleinen Gewerbetreibenden, das ist keine Frage. Wenn die notwendigen Rahmenbedingungen für die Familien, für die Arbeitnehmer fehlen und die entsprechenden Voraussetzungen nicht vorher geschaffen werden, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Gesetzesänderung ist für sämtliche eine Verschlechterung! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Sburny: Sagt die Wirtschaftskammer, nicht wir!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Nachdem Frau Abgeordnete Schatz beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung vom neuen Geist der großkoalitionären Sozialpartnerschaft gesprochen hat, hat Frau Sburny formuliert: Nutzt es nichts, schadet es nichts! Machen wir es halt! (Abg. Sburny: Sagt die Wirtschaftskammer, nicht wir!) Ich zitiere Sie, sehr geehrte Frau Abgeordnete! – Also so negativ ist Ihre Kritik denn doch nicht. Denn wenn Sie sagen, schadet es nichts (Abg. Sburny: Das sage nicht ich! Ich habe gesagt, das sagt die Wirtschaftskammer!), so entspricht das einmal einer Perspektive des ganzen Themas, dass wir mit diesem Ladenöffnungsliberalisierungsgesetz Möglichkeiten schaffen, aber ganz sicherlich niemandem schaden wollen, weder den Arbeitnehmern im Handel noch den Arbeitgebern. Das wäre sicherlich nicht unser Interesse.
Abg. Sburny: Das sage nicht ich! Ich habe gesagt, das sagt die Wirtschaftskammer!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Nachdem Frau Abgeordnete Schatz beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung vom neuen Geist der großkoalitionären Sozialpartnerschaft gesprochen hat, hat Frau Sburny formuliert: Nutzt es nichts, schadet es nichts! Machen wir es halt! (Abg. Sburny: Sagt die Wirtschaftskammer, nicht wir!) Ich zitiere Sie, sehr geehrte Frau Abgeordnete! – Also so negativ ist Ihre Kritik denn doch nicht. Denn wenn Sie sagen, schadet es nichts (Abg. Sburny: Das sage nicht ich! Ich habe gesagt, das sagt die Wirtschaftskammer!), so entspricht das einmal einer Perspektive des ganzen Themas, dass wir mit diesem Ladenöffnungsliberalisierungsgesetz Möglichkeiten schaffen, aber ganz sicherlich niemandem schaden wollen, weder den Arbeitnehmern im Handel noch den Arbeitgebern. Das wäre sicherlich nicht unser Interesse.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Danke auch für den Konsens und die gute Zusammenarbeit auf der Sozialpartner- und auf der Koalitionspartnerebene. Ich glaube, es macht auch Sinn, das Ganze mit einer entsprechenden Verzögerung zum 1. Jänner 2008 in Kraft treten zu lassen. Und wie es denn so ausschaut, wenn die Koalitionspartner jetzt eine Reihe von Konsensentscheidungen hier im Hohen Hause fällen respektive zu einem Ende bringen, kann man schon in der auflagenstärksten Zeitung Österreichs nachlesen: Dort ist bereits heute wieder von einem Kuschelkurs die Rede. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Landeshauptmann kann nach Anhörung der gesetzlichen Interessenvertreter den Interessen der vorher angeführten Branchen, aber auch den Bedürfnissen der Konsumenten entsprechen und die Öffnungszeiten in Bereichen mit besonderen regionalen und örtlichen Gegebenheiten per Verordnung festlegen. Aber auch als Vertreter der klein- und mittelständischen Wirtschaft muss ich ganz eindeutig feststellen, dass ich sehr froh bin, dass der Sonntag nicht angerührt wird und an diesem Tag weiterhin geschlossen bleibt. (Beifall bei der ÖVP.) Die kleinen Einzelhändler, aber auch die vielen Handelsangestellten, welche überwiegend Frauen sind, brauchen den freien Sonntag ganz dringend für ihre Familien.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wir sollten das Bewusstsein der Konsumenten dahin gehend beeinflussen, dass sie wieder verstärkt bei den Einzelhändlern, bei den kleineren Händlern einkaufen sollten. Das wäre die beste Hilfe, die wir ihnen angedeihen lassen können. Vielleicht können wir als Abgeordnete hier mit gutem Beispiel vorangehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Ist eh nicht schlecht, oder?
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Untertitel zu diesem Gesetz könnte wohl lauten: Der Kunde ist König! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ist eh nicht schlecht, oder?), und zwar von frühmorgens bis spätabends, mancherorts aber nur bis 18 oder 19 Uhr, hier und da aber auch bis 20 oder 21 Uhr. Das Ganze ist ein bisschen undurchsichtig für den Konsumenten, das stimmt (Abg. Rädler: Du verwechselst das mit den Wirtshäusern!), ein Öffnungszeiten-Fleckerlteppich, der hier entsteht oder dem zumindest die Möglichkeit geboten wird, zu entstehen.
Abg. Rädler: Du verwechselst das mit den Wirtshäusern!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Untertitel zu diesem Gesetz könnte wohl lauten: Der Kunde ist König! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ist eh nicht schlecht, oder?), und zwar von frühmorgens bis spätabends, mancherorts aber nur bis 18 oder 19 Uhr, hier und da aber auch bis 20 oder 21 Uhr. Das Ganze ist ein bisschen undurchsichtig für den Konsumenten, das stimmt (Abg. Rädler: Du verwechselst das mit den Wirtshäusern!), ein Öffnungszeiten-Fleckerlteppich, der hier entsteht oder dem zumindest die Möglichkeit geboten wird, zu entstehen.
Beifall bei der FPÖ.
der Woche gar nicht mehr sieht, vielleicht noch am Sonntag, aber der wird auch irgendwann fallen; da haben wir ja schon einen Fünfjahresplan in diese Richtung, aber darauf komme ich später noch zurück. Ich muss der Frau Kollegin Sburny hier jetzt wirklich sekundieren: Das ist tatsächlich eine Sauerei, auch aus der Sicht der Handelsangestellten! (Beifall bei der FPÖ.) Ein Familienleben ist fast nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner
Auch ein öffentliches Stimmungsbild wird nicht eingearbeitet in die Vorlage. Das gesunde Volksempfinden, wie man es so schön landläufig nennt (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), kostet Sie nur ein Lächeln, Herr Mitterlehner. – Es gibt eine Umfrage, die Sie vielleicht kennen, wenn nicht, dann schade, und ich möchte Ihnen daraus ein bisschen etwas vorlesen.
Abg. Rädler: Das ist eine deutsche Umfrage?! – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Und zur philosophischen Frage, dass das mehr Umsatz bringen würde: Wird mehr Geld ausgegeben? – Es sagen 30 Prozent ja. Das ist ein sehr niedriger Wert. Dazu passt, dass in Bayern im November 2006 die dortige Flexibilisierungsrichtlinie hinterfragt wurde und tatsächlich nur 13 Prozent steigende Umsätze feststellen konnten. (Abg. Rädler: Das ist eine deutsche Umfrage?! – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Deutlich zu erkennen: ÖVP, eine Lobby für Großkonzerne. Einzelunternehmen und Familienunternehmen lässt man quasi an die Wand fahren.
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen als soziale Heimatpartei werden da sicher nicht dabei sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte Sie, diese Novellierung zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Der vorliegende Gesetzentwurf zur Änderung der Öffnungszeiten zeigt eigentlich ganz klar die Politik der neuen Koalitionsregierung in Sachen Wirtschaftspolitik auf. Es geht darum, nach wie vor die Großbetriebe, die Großkonzerne zu unterstützen – und das alles auf dem Rücken der Kleinen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir im Herbst, bei der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses, die Mitteilung machen könnten, dass dieser Punkt erledigt ist, weil Sie mit den Schweizer Behörden in der Zwischenzeit Kontakt aufgenommen haben, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Redeverbot?!
den ist, nämlich Ex-BILLA-Chef Veit Schalle, der sich ja noch, als er in aktiver Position bei der Firma BILLA gewesen ist (Ruf bei der ÖVP: Redeverbot?!), besonders für eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten eingesetzt hat und sicherlich jemand ist, der ein Offenhalten von 96 Stunden und noch mehr gefordert hätte, jetzt auf einmal von der Rednerliste gestrichen wurde! Das ist wirklich bestürzend. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
den ist, nämlich Ex-BILLA-Chef Veit Schalle, der sich ja noch, als er in aktiver Position bei der Firma BILLA gewesen ist (Ruf bei der ÖVP: Redeverbot?!), besonders für eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten eingesetzt hat und sicherlich jemand ist, der ein Offenhalten von 96 Stunden und noch mehr gefordert hätte, jetzt auf einmal von der Rednerliste gestrichen wurde! Das ist wirklich bestürzend. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, der Grund dafür, warum viele hier in der Opposition sind, ist der, dass sie von Wirtschaftspolitik einfach nichts verstehen – egal, ob sie für oder gegen eine Regelung sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny. – Oh-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Kollegin Tamandl, ich darf Ihnen sagen: Die Wiener Linien, die Wiener Kindergärten sind, glaube ich, Vorbild für ganz Österreich! Das sollte man einmal klar und deutlich hier sagen. So lange Betriebszeiten, so kurze Intervalle und so günstige Kindergärtenplätze wie in Wien gibt es in ganz Österreich nicht! Das muss auch einmal gesagt werden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny. – Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber nochmals: Wir von der SPÖ-Fraktion stimmen dieser Vorlage zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein sehr wichtiger Faktor bei den Klein- und Mittelbetrieben ist auch die soziale Kompetenz. Im ländlichen Raum geht es natürlich auch darum, den Einkauf im kleinen Handel zu tätigen, aber es ist auch so, dass der Klein- und Mittelbetrieb, dass der Familienbetrieb sehr viel an Kommunikationsmöglichkeiten bietet und damit das Leben in der Gemeinde mitbestimmt und auch Anteil nimmt am Geschehen in der Gemeinde. Und das können wir uns nur wünschen: für uns und für den ländlichen Raum. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine Lösung in Bezug auf die Ladenöffnungszeiten ist natürlich immer umstritten gewesen und wird eine ewige Diskussion bleiben. Auch wir haben emotionale Diskussionen in unserem Klub geführt, und ich glaube, wir haben dieses Mal eine gute Lösung herbeigeführt, der wir gerne zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Es gibt bei uns in der Steiermark, im Mariazeller Raum, ein Sprichwort, das da heißt: Du sollst die Schafe scheren, wenn sie da sind! – Daher sage ich als Touristikerin: Wenn die Touristen da sind, dann müssen wir sie „scheren“! Es hilft nichts! Wir müssen schauen, dass wir sie in unsere Geschäfte reinbekommen, dass wir Umsätze machen, dass wir gute Geschäfte machen, so wie die Italiener uns das vorzeigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, endgültig entscheiden, ob die Öffnungszeiten angenommen werden, wird der Konsument – und dann liegt es an uns, ob wir das so machen oder nicht. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz wichtig, Frau Sburny, ist es, dass wir auch die Bundesländer ins Boot nehmen. Es gibt einen Brief des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers an die Landeshauptleutekonferenz vom April, dass die zusätzlichen Einnahmen aus der Mineralölsteuer zweckgebunden werden sollen. Das heißt, die Länder sind gefordert, endlich Zusagen zu machen, damit die zusätzlichen Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr lockergemacht werden können. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke, alles in allem haben wir mit unserer Arbeit, mit der Arbeit der Unternehmer und Unternehmerinnen und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auch unseren Wohlstand erarbeitet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wir von der Allianz für einen offenen Sonntag, „offenhaltenduerfen.at“, haben uns dafür eingesetzt, vor allem den Sonntag zu öffnen. In dieser Hinsicht ist nichts in diesem Gesetz vorhanden. Nicht einmal acht Sonntage im Jahr sind möglich; Weihnachten oder auch rund um die Fußball-EM – keine Rede davon. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) Herr Mitterlehner, selbst einen Kompromissvorschlag, für den sich auch Ver-
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zur Wirtschaftskammer. – Die Wirtschaftskammer – und das ist für mich das skurrilste Beispiel: Eine Interessenvertretung der Gewerbetreibenden, die gegen ihre eigenen Mitglieder agiert und diesen verbietet, ihr Geschäft zu öffnen, selbst dann, wenn sie selbst drinstehen – führt sich selbst ad absurdum. Sie werden mich hier als Kammerjäger erleben, der massiv gegen die Zwangsmitgliedschaft auftritt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Es freut mich, dass Sie sich da so aufregen, aber liberale Politik und eine liberale Öffnungszeitenregelung sehen anders aus. Daher wird es von mir hier keine Zustimmung geben. – Danke. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin froh, dass ich Mitglied der Österreichischen Volkspartei bin, denn bei uns darf jeder reden. Bei uns ist es nicht so, dass der einzige Experte hier im Parlament, Herr Veit Schalle, Redeverbot bekommt. Bei uns geht das nicht, wir dürfen alle reden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sehe aufgrund dieser gesetzlichen Regelung auch, dass es gut ist, dass bei unserem bewährten Bundesminister Bartenstein Arbeit und Wirtschaft in einer Hand sind, und dass wir damit auch eine ausgewogene gesetzliche Regelung im Interesse unserer Arbeiter und der Wirtschaft dieses Landes haben. – Ich bedanke mich beim Bundesminister. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei ÖVP und BZÖ.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schalle. (Beifall und Bravorufe bei ÖVP und BZÖ.) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Das zeigt wieder, dass es in unserer Partei keinen Zwang gibt – und das gibt es nur beim BZÖ. Da können Sie sich alle an der Nase nehmen, das gibt es nur bei uns! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Das zeigt wieder, dass es in unserer Partei keinen Zwang gibt – und das gibt es nur beim BZÖ. Da können Sie sich alle an der Nase nehmen, das gibt es nur bei uns! (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Meine Damen und Herren! Ich war 40 Jahre lang im Handel tätig, und ich muss sagen, wir sind in Österreich noch immer Schlusslicht, was die Geschäftsöffnungszeiten betrifft. Meine Damen und Herren, weil gerade von der grünen Seite ... (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz
Abgeordneter Veit Schalle (fortsetzend): ..., weil gerade von der Seite wahnsinnig viel Kritik kam: Wir haben bei „Merkur“ vor vier, fünf Jahren eine Umfrage bei den Mitarbeitern gemacht, und als ich – auch ich war an einem Samstag Nachmittag oder auch an einem Sonntag im Büro – die Umfrageergebnisse gesehen habe, habe ich geglaubt, da sei ein Fehler aufgetreten. Der Großteil der Mitarbeiter, fast 80 Prozent der normalen Angestellten (Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz) – nein; die war extern, wirklich ganz neutral gemacht, weil es mich persönlich interessiert hat –, war dafür. (Abg. Dr. Bauer: Für was?) Für längere Öffnungszeiten, und zwar deshalb, weil sie dadurch einen größeren Rahmen haben, sich ihre Arbeit einzuteilen.
Abg. Dr. Bauer: Für was?
Abgeordneter Veit Schalle (fortsetzend): ..., weil gerade von der Seite wahnsinnig viel Kritik kam: Wir haben bei „Merkur“ vor vier, fünf Jahren eine Umfrage bei den Mitarbeitern gemacht, und als ich – auch ich war an einem Samstag Nachmittag oder auch an einem Sonntag im Büro – die Umfrageergebnisse gesehen habe, habe ich geglaubt, da sei ein Fehler aufgetreten. Der Großteil der Mitarbeiter, fast 80 Prozent der normalen Angestellten (Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz) – nein; die war extern, wirklich ganz neutral gemacht, weil es mich persönlich interessiert hat –, war dafür. (Abg. Dr. Bauer: Für was?) Für längere Öffnungszeiten, und zwar deshalb, weil sie dadurch einen größeren Rahmen haben, sich ihre Arbeit einzuteilen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist auch deshalb ganz wichtig, weil die Mitarbeiter da wirklich Geld verdienen. 100 Prozent Zuschlag plus einen Tag frei! – Sie dürfen nicht vergessen, was das für einen normalen Angestellten bedeutet. Das ist viel Geld. Ich habe auch einmal wenig verdient und weiß, was das heißt. Es gibt genug Leute auf der Liste, die am Sonntag beim „Billa“ am Praterstern oder am Flughafen arbeiten wollen. Glauben Sie mir das! – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ
Abgeordneter Franz Kirchgatterer (SPÖ): Werte Frau Präsidentin! Werter Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich bin sehr froh darüber, dass sich die Meinungen, Ansichten und Vorschläge von Grasser, Prinzhorn, Schalle, Alexander Zach zu diesem Thema nicht durchgesetzt haben (Beifall bei der SPÖ), dass die Sonntagsöffnung, was der frühere Finanzminister für sinnvoll hielt, nicht kommt, dass nicht das kommt, was die Philosophie von Prinzhorn war, nämlich rund um die Uhr offen zu haben.
Beifall bei der SPÖ.
Im Gegensatz zur alten Bundesregierung setzt diese neue Bundesregierung auf die Stärkung der Inlandskaufkraft. Ganz wichtiges Ziel der Steuerreform – und das ist heute von Staatssekretär Christoph Matznetter ausdrücklich erwähnt worden – ist neben der Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Steuergerechtigkeit für die Klein- und Mittelbetriebe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, Herr Minister, das ist ein guter Regierungsentwurf, mit dem können wir leben. Die Österreicher werden sicherlich mit großer Mehrheit hinter diesem Entwurf stehen. Österreich ist bekannt als liberales und gutes Wirtschaftsstandortland für den Tourismus über die Grenzen hinaus. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben schon bei der letzten Novelle 2003 sehr deutlich erkannt, dass sich der Markt in einem bestimmten Ausmaß ohnehin selbst reguliert. Ich möchte ein Wort noch dazu sagen: Die Öffnungszeiten haben auf die Nahversorgung noch keinerlei Einfluss, denn die Nahversorgung wurde durch andere Maßnahmen beeinflusst und nicht durch die Öffnungszeiten. Und für eine gesicherte Nahversorgung wäre es viel wichtiger, dass wir uns im Herbst im Rahmen der Bundesstaatsreform einmal darüber unterhalten, dass wir eine Rahmenrichtlinie für die Raumordnung bekommen und dass wir einen interkommunalen Finanzausgleich bekommen, der genau das tut, nämlich diesen Wettbewerb zwischen den Gemeinden zu beenden. Dann haben wir alle etwas erreicht, und dann wird die Ladenöffnung überhaupt keine Rolle mehr spielen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es freut mich und spricht auch für unsere Tourismussprecherin, Frau Abgeordnete Mag. Melitta Trunk, dass sie sich hartnäckig mit Hilfe der Opposition durchgesetzt hat, das Motto „Neu regieren“ durchgesetzt und tatsächlich diesen Antrag auch auf die Tagesordnung gebracht hat und dort die ÖVP – dafür sei jenen gedankt, die ihren Beitrag dazu geleistet haben – wieder auf Linie gebracht hat, nämlich gemeinsam für den Tourismus zu kämpfen. Das ist, glaube ich, die Hauptherausforderung, die wir haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Die gesamten Nebeneffekte kann ich jetzt nicht aufzählen, weil das Licht hier leider schon leuchtet. (Heiterkeit.) Es ist wirklich eindrucksvoll, was geschehen kann, wenn es gelingt, über solche Modellregionen die Menschen zu begeistern, sie dazu zu bringen, neue Ideen zu entwickeln, und ihnen Ziele und Unterstützung zu geben in ihrem Bemühen, den künftigen Herausforderungen tatsächlich Herr zu werden.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin überzeugt, wenn es uns gelingt, diese Modellregionen Österreichs so zu situieren, dass sie diesen neuen Input geben, dann werden wir jenen Wachstumsschub, den wir auch im Tourismus brauchen, damit erreichen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin trotzdem froh und glücklich, dass es uns gelungen ist, einen Fünf-Parteien-Antrag zustande zu bringen, dass die Argumente, die wir vorgebracht haben, auch aufgenommen wurden, etwa das Argument, dass wir den Tourismus nicht allein mit Geld in Schwung bringen können, sondern schauen müssen, dass wir wieder reformieren, dass wir analysieren, dass die Doppelgleisigkeiten und Dreigleisigkeiten zwischen Regionen, Ländern und der ÖW beseitigt werden, dass die Aufgaben klar definiert werden, wenn wir hinaus auf den Markt gehen, und dadurch auch ordentlich Mittel einsparen und noch stärker auf dem Markt draußen auftreten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein typisches Beispiel für diese Doppel- und Dreigleisigkeit, die wir beseitigen müssen – das sage ich ganz klar –, gibt es bei der Bewerbung um die Europameisterschaft. Da gibt es Österreich am Ball, dann gibt es Kärnten am Ball, und dann gibt es die Host Cities am Ball. Die Kärnten-Werbung ist in Deutschland auf dem Markt unterwegs, auch die Österreich Werbung ist in Deutschland auf dem Markt unterwegs, und da wird zu wenig koordiniert. Aber ich glaube, dass es das Interesse der politisch Verantwortlichen, also unser Interesse sein muss, dieses Geld sozusagen zu bündeln, damit es effizient und so gut wie möglich im Sinne des Tourismus für unser Land eingesetzt wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Zweytick: Na geh!
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Ja, die Fakten liegen auf dem Tisch: Herr Minister, die Tourismusbranche spricht Ihnen als dem Wirtschaftsminister eigentlich durch ihre Forderungen, durch ihre Kritik, durch ihre berechtigten Klagen eigentlich Ihre Kompetenz ab! (Abg. Zweytick: Na geh!) Sie sollten doch endlich wahrnehmen, was bereits bei der Hoteliertagung im Jänner gefordert worden ist, nämlich, dass wir eine strategische Ausrichtung brauchen, dass wir bessere Kooperationen
Abg. Zweytick: Sehr sinnvoll!
Herr Minister, wir wissen es ja, der Bereich Tourismus fällt in die Zuständigkeit der Bundesländer. Wir kennen das in anderen Gebieten Ihres Tätigkeitsbereiches auch: neun Bauordnungen – Sie sind auch für Bauten zuständig. Aber es hat sich an den neun Bauordnungen nichts geändert, nicht einmal eine Artikel-15a-Vereinbarung haben wir zustande gebracht. Im Tourismus wird es womöglich genauso sein: kein Masterplan, sondern heute eine Allparteieneinigung auf Minimalniveau. Minimalniveau heißt, der Herr Minister wird Vereinbarungen mit den Bundesländern schließen, wird Verhandlungen führen im Hinblick auf eine strategische Weiterentwicklung. (Abg. Zweytick: Sehr sinnvoll!) Ich habe mir gedacht: Stimmen wir zu, vielleicht macht er es wirklich, denn notwendig ist es!
Abg. Zweytick: Man muss den Level vergleichen!
Herr Kollege Zweytick, darf ich Ihnen die Zahlen einmal nennen: Es gibt weltweit zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2006 Gästeankünfte, die durchschnittlich um 3,4 Prozent gestiegen sind. In Österreich sind es 2,2 Prozent. Warum in Österreich weniger? – Die Hoteliervereinigung sagt, dass das daran liegt, dass wir nicht koordiniert und akkordiert vorgehen, daran, dass wir unsere Potentiale nicht synergetisch nutzen, daran, dass es einen Kantönligeist gibt. (Abg. Zweytick: Man muss den Level vergleichen!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister, es besteht Handlungsbedarf! Tun Sie etwas für den Tourismus! Wir wollen, dass Österreich in diesem Bereich wächst, weil er arbeitsplatzintensiv ist und meines Erachtens auch noch vergleichsweise ökologisch vertretbar ist, wenn die Verkehrsmittelwahl passt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Zweytick: Das kann man nicht sagen!
Da hat es schon mehr oder weniger Druck gebraucht, und da hat es schon Irritationen gegeben. Das ist aus meiner Sicht wirklich gänzlich unverständlich. Da sieht man einfach, dass in vielen Bereichen einzig und allein die Parteipolitik im Vordergrund steht und das Gemeinwohl, das touristische Wohl et cetera im Hintergrund. – Das bedauere ich sehr. (Abg. Zweytick: Das kann man nicht sagen!)
Zwischenruf des Abg. Obernosterer.
Jetzt weiß man, dass starke Kernmärkte stagnieren und wir natürlich auf starke Wachstumsmärkte ausweichen müssen, die einfach eines zusätzlichen Budgets bedürfen. Kollege Obernosterer! Somit war es naheliegend, schon im Jahr 2008 dafür zu sorgen, dass die österreichische Tourismuswerbung mehr Geld bekommt. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.)
Abg. Zweytick: Na, na, na!
Bitte glaube mir eines: Deine Argumentation ist wirklich an Scheinheiligkeit – und das sage ich heute bewusst: an Scheinheiligkeit! – nicht zu überbieten. (Abg. Zweytick: Na, na, na!) Jetzt stehst du hier vorne und sagst, mit Geld alleine kann man nichts tun, also sind wir gegen diese Budgeterhöhung für 2008. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.)
Zwischenruf des Abg. Obernosterer.
Bitte glaube mir eines: Deine Argumentation ist wirklich an Scheinheiligkeit – und das sage ich heute bewusst: an Scheinheiligkeit! – nicht zu überbieten. (Abg. Zweytick: Na, na, na!) Jetzt stehst du hier vorne und sagst, mit Geld alleine kann man nichts tun, also sind wir gegen diese Budgeterhöhung für 2008. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.)
Abg. Obernosterer: Ein beschlossenes Budget!
Was hält uns aber zurück, bereits im Jahr 2008 nach Rücksprache mit der Frau Dr. Stolba, die uns im Ausschuss und bei persönlichen Gesprächen erklärt hat, dass sie logischerweise mehr Geld braucht, um diese steigenden Herausforderungen annehmen zu können, dieses Budget höher zu dotieren (Abg. Obernosterer: Ein beschlossenes Budget!), nachdem wir in diesem gemeinsamen Antrag auch die Formulierung der ÖVP mit hineingenommen, die Formulierung der ÖVP für diesen Antrag mit übernommen und auch die Argumentation wiedergeben haben, damit die ÖVP diesen Antrag unterstützen kann?
Abg. Zweytick: Das gibt es ja eh, die 6 Millionen!
In diesem Sachverhalt ist es, muss ich ganz ehrlich sagen, unterm Strich aus meiner Sicht wirklich eine vergebene Chance für die österreichische Tourismuswirtschaft. Die Opposition hätte mitgeholfen, der Österreich Werbung bereits im nächsten Jahr ein höheres Budget zu dotieren. Wir hätten uns im Tourismusausschuss sogar über das Vorgehen einigen können. Wir hätten sogar sagen können, es gibt 6 Millionen € mehr für die EURO 2008, also damit wir auf die 10 Millionen € kommen, geben wir möglicherweise noch die 4 Millionen € dazu. (Abg. Zweytick: Das gibt es ja eh, die 6 Millionen!)
Beifall bei der FPÖ.
da zukünftig tatsächlich ein zusätzliches Erfolgserlebnis herausschaut und bitte darum. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Hauser: Das muss ich berichtigen!
Ich berichtige: Es war nicht so. Der Finanzminister der Republik Österreich hat Besseres zu tun, als mit einem kleinen Abgeordneten des Zillertales zu sprechen. – Danke. (Abg. Mag. Hauser: Das muss ich berichtigen!)
Beifall beim BZÖ.
Als Vorsitzender bin ich bestrebt, dass wir diese Kooperation hochhalten und dass wir vor allem auch diesen Konsens wahren, den wir uns vorgenommen haben, weil ja von Anfang an alle Fraktionssprecher gesagt haben, wir ziehen an einem Strang, wir wollen nicht auf dem Rücken der in den letzten Jahren sicher schwer gebeutelten Tourismuswirtschaft auch noch Parteipolitik betreiben. Ich glaube, man kann mir nicht unterstellen, dass ich nicht von Anfang bemüht war, da einen Konsens zustande zu bringen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher auch mein Mut zum Optimismus, dass die Österreich Werbung zukünftig finanziell besser gestellt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.
Ich bitte um Kenntnisnahme, dass daran auch Entschließungsanträge – da bin ich ganz beim Herrn Finanzminister – kurzfristig nichts ändern können, denn sonst wä- re die Konsistenz unseres Budgets gefährdet, und das können auch Abgeordnete der Opposition nicht wirklich wollen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Gemeinsam können wir dem entgegenwirken, und ich appelliere dahin gehend, dass vom Freizeit- und Tourismusausschuss die Chance einer entsprechenden Vorgangsweise auch tatsächlich genützt wird. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser
Zum Kollegen Hauser darf ich noch Folgendes sagen: Auch ich bin dafür, dass die Österreich Werbung 10 Millionen € mehr bekommt, weil wir natürlich das Geld auch brauchen. Aber wir haben immer die Meinung vertreten, dass wir nicht Budgets, die wir gerade beschlossen haben, vor Ablauf dieses Doppelbudgets wieder aufschnüren können. Es war immer von 2009 die Rede (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser), denn gerade wir von der Wirtschaft können überhaupt kein Interesse daran haben, ein Budget aufzuschnüren, weil ich mir vorstellen kann, dass es auch andere Gruppen in diesem Haus gibt, von denen dann jede versucht, aus diesem Budget das Beste für sich herauszuholen. Das kann nicht im Interesse der Wirtschaft und nicht unser Interesse sein.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch noch ganz klar und deutlich dem Abgeordneten Mayer entgegenhalten, dass dieses unser Vorhaben ausdrücklich kein Misstrauensantrag an unseren Bundesminister ist und dass ich mich als Touristiker in seinem Ministerium, auch mit seiner Sektionschefin Udolf-Strobl, gut aufgehoben fühle. Ich glaube, dass wir da einen Hort haben, wo man uns gut begleitet und sehr viel hilft. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Sie wissen, dass der Tourismus für die Wirtschaft ein sehr wichtiger Faktor ist. Über 700 000 Arbeitnehmer in Österreich sind direkt oder indirekt im Tourismus beschäftigt, das heißt, jeder fünfte Arbeitsplatz in Österreich lebt direkt oder indirekt vom Tourismus. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.
Jetzt komme ich zu Ihnen, Herr Obernosterer, und erkläre Ihnen, warum das Geld so wichtig wäre: Wissen Sie, jede Kleinfirma und jeder Betrieb weiß heute, wenn er ein neues Kundensegment oder ein neues Marktsegment bearbeitet, dann kostet das in erster Linie Geld, bis dort der Bekanntheitsgrad aufgebaut ist, bis das Produkt bekannt wird, und dann erst kann Geld zurückfließen. Und dafür würden diese 10 Millionen € der Österreich Werbung sehr gut tun! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Wissen Sie, es ist schon schlimm, wenn man über 700 000 Arbeitsplätze in Österreich einfach negiert, wenn man 16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes negiert, das die Tourismuswirtschaft beisteuert, wenn man weiß, dass Tausende von Familienbetrieben, Klein- und Mittelbetrieben davon betroffen sind und hauptsächlich von dieser Werbung leben. Und wenn es uns nicht gelingt, die „Dachmarke Österreich“ mit zusätzlichen finanziellen Mitteln zu stärken, dann sage ich Ihnen eines, Herr Bundesminister: Dann wird es Ihnen so ergehen wie im letzten Jahr unserem Bundesland Vorarlberg. Im Bundesland Vorarlberg hat man auf diverse Region-Destinationen gesetzt und nicht auf die Dachmarke Vorarlberg. Und mein Kollege Elmar Mayer wird mir recht geben: Das Bundesland Vorarlberg war im letzten Jahr das einzige Bundesland in Österreich, das im Tourismusbereich Negativzahlen geschrieben hat im Vergleich zu den Vorjahreszahlen. (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) – Selbstverständlich! Schauen Sie doch nach! Fragen Sie den Kollegen Mayer von der SPÖ, der wird mir recht geben!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.
Sie werden wahrscheinlich zuerst die Negativzahlen spüren müssen, bis Sie endlich merken, dass Sie auch bei der Österreich Werbung und im Tourismusbereich umdenken müssen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Mag. Hauser.
Der Ausschuss, Herr Bundesminister, steht Ihnen als Kooperationspartner zur Verfügung. Wir erwarten von Ihnen aber auch Taten – nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern Taten: was den Masterplan Tourismus betrifft, die Entwicklung von Modellregionen, aber auch, was die Finanzierung der Österreich Werbung betrifft. Ich glaube, das ist auch das Recht der Abgeordneten in diesem Haus. Und ich denke, es ist auch notwendig im Sinne einer positiven Entwicklung des Tourismus in Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Mag. Hauser.)
Beifall des Abg. Hörl.
Herr Abgeordneter Hauser, weil du gesagt hast, die Frau Geschäftsführerin Stolba von der Österreich Werbung hätte gesagt, sie wolle mehr Geld: Wenn ich mich richtig erinnere, hat sie gesagt, ich habe ein bestimmtes Budget zur Verfügung und meine Aufgabe als Geschäftsführerin ist, mit diesem Geld auszukommen. – Das war der eine Punkt. (Beifall des Abg. Hörl.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Noch einmal herzlichen Dank an alle, die sich für die Tourismuswirtschaft einsetzen! Mein Dank gilt natürlich in erster Linie den Betrieben, den Mitarbeitern vor Ort, die vor Ort sensibel agieren und auch direkt auf den Markt reagieren können. Denn ich glaube, alles, was wir von oben herunter verordnen, dauert viel zu lange. Wenn die Betriebe vor Ort die Probleme erkennen, finden sie auch sofort einen Lösungsansatz. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Als was?
Den Menschen, vor allem unseren Kindern und Jugendlichen, wird die Natur auf eine Art und Weise präsentiert, die prägend für ihr ganzes Leben ist. Unsere Nationalparks schützen und erforschen die Natur, informieren und bieten noch dazu Erholung. Der Lebensraum von seltener, teilweise vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenwelt wird erhalten, die Natur wird zum Erlebnis gemacht. Auch die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Tourismusbetrieben ist auf eine gute Basis gestellt und belebt die angrenzenden Regionen. Ich weiß, meine Damen und Herren, wovon ich spreche, ich wohne im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. (Abg. Großruck: Als was?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Hauser.
Nationale und internationale Anerkennung ist zwar sehr wichtig, trotzdem müssen wir weiterhin diesen Institutionen, in meinem Fall den Nationalparks, unsere vollste Unterstützung – auch finanziell – zukommen lassen. Ich freue mich daher, dass die Tourismus- und Freizeitwirtschaft uns allen ein großes Anliegen ist, und hoffe sehr, dass dieser heutige Antrag erfolgreich umgesetzt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Hauser.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sehen ganz einfach, Tourismus funktioniert anders. Er hat sehr viel mit Emotionen zu tun, vor allem aber auch mit Eigenverantwortung, Eigenverantwortung der touristischen Betriebe der Regionen und der dortigen Verantwortlichen. Wir können uns nur wünschen, dass wir viele Menschen finden, die mit großem Herzen an unserem Tourismusland hängen, und dies auch dahin gehend unterstützen und fördern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir dürfen auch nicht übersehen, wie wichtig die Vernetzung in Kultur, Natur, Lebensart und Genussspezialitäten ist. Ich denke mir, dass wir es auch in Zukunft schaffen, tolle touristische Angebote für Österreich zu entwickeln. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, es liegt nun an Ihnen, ob Österreichs Tourismus- und Freizeitwirtschaft die neuen Herausforderungen am Reisemarkt annehmen kann und sie vor allem zur Chancenverbesserung wird nutzen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Tourismus in Österreich ist eine Erfolgsgeschichte – eine Erfolgsgeschichte, die auf die Gastfreundschaft in unserem Land, auf die umfassenden ganzjährigen Angebote, aber zweifellos auch vor allem auf die engagierten Betriebe zurückzuführen ist. Danke für diese engagierte Arbeit! Dank auch an den dafür zuständigen Bundesminister Bartenstein, der immer ein Partner der Tourismuswirtschaft in Österreich ist und garantiert auch zukünftig sein wird! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich auch darüber, dass bei unserem Abgeordnetenkollegen Hans Rädler in Bad Erlach eine Therme entstehen wird, die in der Region zweifellos große Wirkungen haben wird. (Beifall bei der ÖVP.) Ich freue mich auf diesen Erfolgskurs und bin zuversichtlich, dass die österreichische Tourismuswirtschaft weiter erfolgreich zum Wohle
Beifall bei der ÖVP.
der Bürger, aber vor allem auch zum Wohle unserer Gäste wirken kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Man hört nichts mehr! – Abg. Steibl: Man hört nichts! Tun S’ die anderen Mikros auch noch runter! – weitere Zwischenrufe
Denn eines ist völlig klar: Wenn ich in unser Nachbarland Deutschland schaue – dort hat die WM 2006 einen ganz enormen Aufschwung mit sich gebracht (Ruf bei der ÖVP: Man hört nichts mehr! – Abg. Steibl: Man hört nichts! Tun S’ die anderen Mikros auch noch runter! – weitere Zwischenrufe) –, dann denke ich mir, allein die Aussage der Deutschen Zentrale für Tourismus berichtet über die Erfahrungen mit der Fußball-WM 2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Man hört überhaupt nichts!): Neben dem Tourismus profitierten auch Verkehrsunternehmen, und die Marke Deutschland gewann enorm an Sympathie.
Abg. Ing. Westenthaler: Man hört überhaupt nichts!
Denn eines ist völlig klar: Wenn ich in unser Nachbarland Deutschland schaue – dort hat die WM 2006 einen ganz enormen Aufschwung mit sich gebracht (Ruf bei der ÖVP: Man hört nichts mehr! – Abg. Steibl: Man hört nichts! Tun S’ die anderen Mikros auch noch runter! – weitere Zwischenrufe) –, dann denke ich mir, allein die Aussage der Deutschen Zentrale für Tourismus berichtet über die Erfahrungen mit der Fußball-WM 2006 (Abg. Ing. Westenthaler: Man hört überhaupt nichts!): Neben dem Tourismus profitierten auch Verkehrsunternehmen, und die Marke Deutschland gewann enorm an Sympathie.
Abg. Steibl: Was ist das jetzt? Ist das eine Wahlwerbungsrede?
Das alles im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Masterplan zu sehen, ist oberste Kategorie und oberstes Ziel. Daher wäre es notwendig, jetzt als erste Maßnahme sofort einen Krisengipfel gemeinsam mit der Österreich-Werbung anzudenken, Herr Bundesminister, gemeinsam mit dem Tourismusausschuss, mit den Ländern, den Host Citys, um hier noch einmal ganz, ganz deutlich klarzumachen (Abg. Steibl: Was ist das jetzt? Ist das eine Wahlwerbungsrede?), dass die sportliche Bewerbung unseres Lan-
Beifall bei der SPÖ.
des auch einen enormen Effekt auf die Hotellerie, die Gastronomie und die gesamte österreichische Tourismuswirtschaft hat. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Nein, die Akustik war immer gut! Wir haben alles verstanden! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich dem vorläufig letzten Redner zu diesem Tagesordnungspunkt das Wort erteile, ersuche ich um etwas mehr Ruhe, da es offensichtlich in den letzten Bänken einerseits wirklich sehr laut ist und man andererseits dort am schlechtesten hört. Die Akustik des Saales ist nicht die beste, das wissen wir, und daher braucht es ein wenig Disziplin. (Abg. Steibl: Nein, die Akustik war immer gut! Wir haben alles verstanden! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Kainz: Erfolgsgeschichte!
Natürlich und Gott sei Dank, Herr Minister, ist der Tourismus in Österreich an sich (Abg. Kainz: Erfolgsgeschichte!) eine Erfolgsgeschichte, so ist es, das gebe ich Ihnen auch zu. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Darüber sind wir ja alle froh, bitte! Es ist auch unsere Aufgabe, zu schauen, dass es so bleibt.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Natürlich und Gott sei Dank, Herr Minister, ist der Tourismus in Österreich an sich (Abg. Kainz: Erfolgsgeschichte!) eine Erfolgsgeschichte, so ist es, das gebe ich Ihnen auch zu. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Darüber sind wir ja alle froh, bitte! Es ist auch unsere Aufgabe, zu schauen, dass es so bleibt.
Abg. Hörl: Das ist falsch!
Wenn Sie nun sagen, Kollege Hörl, dass es intern im Tourismusausschuss nicht besprochen war, bereits ab dem Jahr 2008 zusätzliche Mittel (Abg. Hörl: Das ist falsch!) in Richtung österreichische Tourismuswerbung fließen zu lassen, so muss ich sagen: Das ist wirklich unrichtig! Die Kollegen von den anderen Fraktionen, die hier sitzen – mir tut es wirklich leid, dass Kollegin Trunk nicht hier ist; auch Sie weiß das –, wissen das. Natürlich haben wir über 2008 gesprochen! Du warst ja mit mir und mit Kollegin Trunk bei Frau Dr. Stolba, und wir haben zu dritt mit ihr im Rahmen eines privaten Gespräches auch die Wichtigkeit dieser Budgeterhöhung besprochen. – Ich möchte die Frau Doktor nicht kompromittieren, weil sie uns sonst nichts mehr erzählt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie nun sagen, Kollege Hörl, dass es intern im Tourismusausschuss nicht besprochen war, bereits ab dem Jahr 2008 zusätzliche Mittel (Abg. Hörl: Das ist falsch!) in Richtung österreichische Tourismuswerbung fließen zu lassen, so muss ich sagen: Das ist wirklich unrichtig! Die Kollegen von den anderen Fraktionen, die hier sitzen – mir tut es wirklich leid, dass Kollegin Trunk nicht hier ist; auch Sie weiß das –, wissen das. Natürlich haben wir über 2008 gesprochen! Du warst ja mit mir und mit Kollegin Trunk bei Frau Dr. Stolba, und wir haben zu dritt mit ihr im Rahmen eines privaten Gespräches auch die Wichtigkeit dieser Budgeterhöhung besprochen. – Ich möchte die Frau Doktor nicht kompromittieren, weil sie uns sonst nichts mehr erzählt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Zweytick: 6 Millionen für die Förderung ...!
hung zuzugestehen. Das wäre auch wichtig und notwendig gewesen, und das haben die Vorredner hinlänglich argumentiert. Da brauche ich doch nicht weiter diese Argumente zu wiederholen (Abg. Zweytick: 6 Millionen für die Förderung ...!), das ist ja nicht notwendig.
Ruf bei der ÖVP: Bravo!
Wenn heute Kollege Hörl feststellt, dass man wieder zurück auf den Weg des Konsenses kommen sollte, so ist mir und uns das absolut recht. Lieber Franz, ich schaue mir das an, wie wir weitergehen, und bin schon gespannt, ob es uns gelingt, gemeinsam für die österreichischen Nationalparks zusätzliche Marketingmittel zu gewinnen. Das ist ja auch das, was du immer wieder wolltest. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Ausschusssitzungen im Herbst. Unterm Strich denke ich, dass diese Aussprache heute erforderlich war. Das war schon eine vergebene Chance. Ich bin aber auch der Meinung, dass wir mit Minister Bartenstein letztendlich jemanden haben, mit dem wir auch wichtige Sachen für die Tourismuswirtschaft bereden können. Und deswegen, als positiv denkender Mensch, gebe ich aus meiner Sicht dem Tourismusausschuss noch einmal die Chance, gemeinsam etwas zuwege zu bringen. (Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Was ist jetzt mit der Gleichstellung?
Wichtig ist nur, liebe Freunde von der ÖVP: Ihr müsst zu dem stehen, was wir intern besprechen, auch wenn dann und wann einmal ein scharfer, kalter Wind auch aus den eigenen Reihen bläst. Da müsst ihr euch eine Anleihe bei der SPÖ nehmen. Die Melitta Trunk ist stehen geblieben – eine Frau, die hier also Männerstärke bewiesen hat. (Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Was ist jetzt mit der Gleichstellung?) Nehmt euch ein Beispiel an der Melitta Trunk. Dann werden wir für den österreichischen Tourismus zukünftig mehr erledigen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wichtig ist nur, liebe Freunde von der ÖVP: Ihr müsst zu dem stehen, was wir intern besprechen, auch wenn dann und wann einmal ein scharfer, kalter Wind auch aus den eigenen Reihen bläst. Da müsst ihr euch eine Anleihe bei der SPÖ nehmen. Die Melitta Trunk ist stehen geblieben – eine Frau, die hier also Männerstärke bewiesen hat. (Abg. Steibl – in Richtung SPÖ –: Was ist jetzt mit der Gleichstellung?) Nehmt euch ein Beispiel an der Melitta Trunk. Dann werden wir für den österreichischen Tourismus zukünftig mehr erledigen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Aspöck: Das war jetzt aber keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Die Worte von Herrn Hauser qualifizieren sich von selbst. Ich möchte aber die Berichtigung machen, weil immer vom Jahr 2008 gesprochen wird. Ich habe hier den Antrag vom Abgeordneten Josef Bucher, dem Vorsitzenden des Tourismusausschusses, und mit diesem Antrag sind wir in die Diskussion gegangen, und in diesem Antrag steht ganz klar drinnen: Eine Erhöhung des Budgets der Österreich Werbung um jährlich 10 Millionen € ab dem Budgetjahr 2009 gewährleistet. – Weiter möchte ich nicht lesen. Schwarz auf weiß ist das der Antrag vom Vorsitzenden des Tourismusausschusses, Seppi Bucher. Frau Abgeordnete Trunk und Herr Abgeordneter Hauser haben mündlich „2008“ hineinreklamiert, und da sind wir nicht mitgegangen, und unterschrieben wurde auch nichts. – Danke für die Berichtigung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Aspöck: Das war jetzt aber keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: In Zukunft wäre es ganz gut, noch einmal genau auf den zu berichtigenden Sachverhalt Bezug zu nehmen, Herr Abgeordneter, damit man den Vergleich hat, was genau berichtigt wurde. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Gewichtung sollte jedoch unserer Ansicht nach richtig vorgenommen werden. Es müsste heißen: Österreich zuerst! Mittel sollten erst dann ins Ausland fließen, wenn die Voraussetzungen stimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nach der Überzeugung von uns Freiheitlichen muss die Entwicklungszusammenarbeit auf neue Beine gestellt werden. Wir werden deshalb dieser Verlängerung der Abkommen nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steibl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Glaser –: Eine Minute!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Glaser zu Wort. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Steibl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Glaser –: Eine Minute!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne bitte ich um Unterstützung für diese drei Regierungsvorlagen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Einem: Zwei Minuten reichen auch!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Bayr. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Einem: Zwei Minuten reichen auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Oder: Stichwort Bekämpfung von armutsbedingten Krankheiten, vor allem HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria. Auch da ist es wichtig, zum Beispiel wieder bei TRIPS, darauf zu schauen, dass es erschwingliche Medikamente gibt, dass es keine Lizenzzahlungen gerade für HIV/Aids-Medikamente mehr geben darf und dass es okay sein muss, Generika zu produzieren und Generika zu verwenden, um den Ärmsten der Armen wirklich die Möglichkeit zu geben, auch zu einer zeitgemäßen, effektiven medizinischen und gesundheitlichen Behandlung zu kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem stehen wir vor einer Menge an Herausforderungen, bis wir es schaffen werden, in einer entwickelten, wohlhabenden und gleichberechtigten Welt in Gesundheit und gebildet zu leben. Und diese drei Vorlagen, aber vor allem die politischen Konsequenzen, die wir daraus zu ziehen haben werden, sind, denke ich mir, ein sehr notwendiger Schritt in diese Richtung. Und als SPÖ werden wir diese drei Abkommen unterstützen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
werden! Sie müssen Vorrang geben für regionale Produktion, für Ernährungssicherung für die armen Bevölkerungen und dürfen nicht die Öffnung der Märkte auf Druck der europäischen Staaten für die eigenen hoch subventionierten landwirtschaftlichen Produkte forcieren, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Letztes noch, da meine Zeit schon um ist und ich und meine Kollegen und Sie alle – so denke ich – diese Zeit heute nicht überstrapazieren wollen: Wir stimmen dem zu, obwohl wir für die Zukunft, wie schon erwähnt, eine stärkere Einbindung sowohl des Europaparlaments als auch der nationalen Parlamente für den EEF wollen. Und wir fordern, dass es eine stärkere Fokussierung auf die ländliche Entwicklung gibt, auf die Landwirtschaft, auf die arme Bevölkerung in den afrikanischen Staaten, denn ohne das wird es die Erreichung der Millenniumsziele nicht geben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich bin froh, dass ich heute einmal nach der Frau Abgeordneten Lunacek sprechen kann. Im Ausschuss redet sie immer nach mir und wirft mir dann immer vor, wenn ich mich für die Erhöhung der Mittel der Entwicklungszusammenarbeit ausspreche, warum wir das nicht in der Zeit der Regierungsbeteiligung gemacht haben. – Na da gibt es wenigstens einen Unterschied: Wir konnten etwas bewegen, wenn nicht alles, was wir wollten. Das wird Ihnen wahrscheinlich nicht gelingen. Sie können hier herausgehen und nur fordern – das ist der Unterschied – und dann kritisieren, dass wir nicht noch mehr gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lunacek: Kein frisches Geld!
Wir sind stolz darauf, dass wenigstens dieses Prinzip, dass Entwicklungszusammenarbeit wichtig ist und dass man schrittweise die Mittel dafür erhöhen soll und muss, umgesetzt werden konnte. (Abg. Mag. Lunacek: Kein frisches Geld!) Und wir werden uns auch in Zukunft dafür aussprechen, ob Ihnen das jetzt in Ihr politisches Konzept passt oder nicht – das überlasse ich Ihnen. Ich werde mich auch weiterhin von Ihnen nicht beirren lassen und mich dafür aussprechen, dass die Schuldentilgungen oder die Kreditrückstellungen nicht in die Entwicklungszusammenarbeit mit einbezogen werden sollten, sondern dass es um frisches Geld gehen sollte.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Da sind wir einen Schritt weitergekommen, aber noch lange nicht dort, wo wir hinkommen sollten. Immerhin ist es aber ein Schritt, weitere werden folgen. Wir werden diesen Vorlagen zustimmen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Letztlich ist es, denke ich, eine moralische Verantwortung der reicheren Länder – und wir haben die Verantwortung! –, dass wir den Ländern, die das nötig haben, auch entsprechend helfen. Dazu bekennen wir uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir bekennen uns zu den Zielen, die wir uns gesetzt haben. Diese Ziele sind Ziele, die diese Bundesregierung auch in ihrem Programm festgeschrieben hat. Wir werden sie erreichen, dafür werden wir uns einsetzen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gebe Ihnen also recht, wenn Sie sagen, wir müssen insgesamt mehr Geld für Landwirtschaftsprojekte einsetzen, insbesondere dort, wo es nicht viele andere Wirtschaftszweige gibt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich sage aber gleichzeitig, es muss nicht Österreich sein, das seinen Schwerpunkt auf die Landwirtschaft legt, wenn wir in den einzelnen Ländern im Medizinbereich oder im Bildungsbereich innerhalb der Europäischen Union koordiniert vorgehen.
Beifall bei der ÖVP.
Aus diesem Grund bin ich sicher, dass wir auch weiterhin die Qualität der europäischen Entwicklungszusammenarbeit verbessern werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Ich hoffe, dass noch 30 Sekunden für mich übrig bleiben. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich darf ganz kurz erwähnen: Es ist eine Frage der Betrachtungsweise, ob der Horizont eine Grenze ist oder vielleicht ein Tor, eine Chance zur Weiterentwicklung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin sehr froh, dass 550 Millionen € seitens Österreich bis 2013 dafür zur Verfügung gestellt werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Das ist zwar nicht meine „Wunschredezeit“, aber ich nehme es zur Kenntnis. Danke. (Heiterkeit.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Danke, meine Damen und Herren. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
nicht im Freien spielen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jedenfalls ist es positiv, dass das auch von Seiten der ÖVP so gesehen wird, und positiv ist auch, dass es dieses Moratorium schon geben soll. Was uns jedoch noch fehlt, und das ist auch im Initiativantrag vom Kollegen Einem, der diesem Parlament vorliegt, nicht drinnen, ist die Forderung, dass auch das österreichische Bundesheer die Bestände, die es an Streubomben und Streumunition hat, vernichtet; zerstört und vernichtet, damit sie nicht mehr verwendet werden können und auch nicht im Lager verrotten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Streubomben und Streumunition sind menschenverachtende Waffen, die vor allem in Nichtkriegszeiten, in Nachkriegszeiten massives Leid unter der Zivilbevölkerung auslösen, und als solche sind sie zu ächten und zu vernichten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen haben deshalb schon im November vergangenen Jahres einen Entschließungsantrag hier im Hohen Haus eingebracht. Bisher ist aber die Regierung in diesem Zusammenhang untätig geworden. Wir Freiheitlichen fordern deshalb die Regierung auf, dass auch die Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg, nämlich explosive Kampfmittelrückstände aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich auf österreichischem Grund und Boden befinden, auf Kosten der Allgemeinheit entschärft werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Aber nicht wieder die gleiche Rede wie vorher!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. 3 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Aber nicht wieder die gleiche Rede wie vorher!)
Heiterkeit beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Lieber Herr Kollege Jarolim, Sie verstehen von dieser Sache gar nichts – und von anderen Dingen wenig. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Von der Geschäftsordnung hat er auch keine Ahnung!
Aber die Zwischenrufe haben wir zu jedem Tagesordnungspunkt, das kennen wir auch schon. (Abg. Ing. Westenthaler: Von der Geschäftsordnung hat er auch keine Ahnung!) – Ja, das sowieso nicht. Und tatsächliche Berichtigungen kennen wir auch. Aber Hauptsache, er setzt sich in Szene! Das ist auch eine Funktion für einen Abgeordneten: gut bezahlt als Zwischenrufer – auch nicht schlecht.
Abg. Eder: Immer dasselbe, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Es geht jetzt aber um andere Dinge, die durchaus wichtig sind. Drei Tagesordnungspunkte, wir werden diesen Tagesordnungspunkten zustimmen. (Abg. Eder: Immer dasselbe, Herr Kollege!) Sollen wir dagegen sein? Seid froh, wenn wir einmal dafür sind, wenn ihr etwas vorlegt! Das ist wenigstens etwas Gescheites. Die internationalen Protokolle sind ja etwas Gescheites, dem kann man zustimmen. Die Regierungsvorlagen, die ihr hier bringt, sind weniger gescheit, da kann man weniger zustimmen. Nehmt euch ein Beispiel an den internationalen Vorlagen, dann gibt es eine größere Mehrheit.
Beifall beim BZÖ.
Also Gesprächsbereitschaft ja, aber man soll nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Aber diesen drei Protokollen geben auch wir unsere Zustimmung. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es geht im Wesentlichen um die explosiven Kampfmittelrückstände, die die Zivilbevölkerung ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Richtig! Hoffentlich merken Sie es sich. Bei Ihnen dauert es immer ein bisschen länger, daher ist es gut, wenn man ein paar Mal etwas sagt.
Beifall bei der ÖVP.
Es geht also darum, dass die Zivilbevölkerung geschützt wird. Es sind fast immer Kinder, es sind die Bewohner entsprechender Gebiete betroffen. 32 Staaten haben bereits unterzeichnet. Es wäre wichtig, dass sich auch jene Staaten, die solche Kampfmittelrückstände noch zuhauf zu bereinigen hätten, hier anschließen. Ziel kann es nur sein, die zivile Bevölkerung zu schützen. Es kann aber nicht – zumindest noch nicht – Ziel sein, auf Munition zu verzichten. Es wird leider Gottes auch in Zukunft notwendig sein, dass wir und auch viele andere Munition besitzen, um Sicherheit für die Länder zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Energiegemeinschaft ist eine internationale Organisation, deren Ziel es ist, erstens in Südeuropa einen verbindlichen Rechtsrahmen für stabile Regulierungsbedingungen für einen integrierten Energiemarkt für Gas und Strom zu schaffen, zweitens die Versorgungssicherheit zu stärken, drittens Umweltstandards und Energieeffizienz zu verbessern und viertens den Energieaustausch zu fördern. (Abg. Ing. Westenthaler: Falsche Rede!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese Ziele stehen im Einklang mit den Maßnahmen der EU zum Klimaschutz. Gerade in Ländern, die ein starkes Wachstumspotential haben, ist die Entkoppelung des Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch und von den Emissionen von Treibhausgasen wichtig. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Hören Sie zu, Herr Westenthaler, vielleicht kapieren Sie es auch! Ich komme schon noch drauf. Hören Sie einfach zu! Herr Ingenieur, Sie werden es schon noch kapieren!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Morak.
lich geregelt – Herr Westenthaler, aufgepasst! –, und gerade weil Österreich sich aktiv an den Einsätzen der Vereinten Nationen beteiligt und das auch in Zukunft so sein soll, ist die Erweiterung des Schutzes von Personal und damit auch von österreichischen Teilnehmern an diesen Einsätzen so wichtig. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Morak.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit diesem Abkommen wird die ganz, ganz wichtige Rolle Österreichs als Amtssitz internationaler Organisationen weiter gestärkt. Eine vernünftige und zukunftsorientierte Ausrichtung, die sicherlich breite Zustimmung finden wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, das ist sehr positiv und man kann dazu nur gratulieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Somit ist Frau Dr. Gertrude Brinek zur Schriftführerin gewählt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mir ist der Interessenkonflikt durchaus bewusst, und ich kenne auch die Argumentation der Mineralwasserhersteller. Nichtsdestotrotz halte ich es für unerlässlich, dass ein Grenzwert für Uran in der österreichischen Mineral- und Quellwasserverordnung festgelegt wird. Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass Eltern, die Mineralwasser kaufen, dies vor allem deshalb tun, weil sie das Beste für ihre Kinder wollen. Und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass sie das Beste und auch das Sicherste für ihre Kinder bekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neugebauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Zeig deiner Vorrednerin, was eine erste Lesung ist!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort. Wunschredezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Neugebauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Zeig deiner Vorrednerin, was eine erste Lesung ist!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich selbst meine, dass eine Grundsatzentscheidung in Guatemala fallen wird: ob das Kapital siegt oder eine sportpolitische Bewerbung wie von Salzburg. Wenn es zu einer Entscheidung kommt, wo das Kapital obsiegt, wird man, Hohes Haus, über den olympischen Gedanken nachdenken müssen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen alle: Ein bisschen Uran ist wahrscheinlich ungefährlich, denn das kommt in der Natur vor, viel Uran ist schlecht. Und ich glaube, da irgendwo in der Mitte wird wahrscheinlich der Grenzwert liegen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, es ist aber immer noch das Beste, wenn es um Säuglingsnahrung geht, in der Regel auf unser gutes Leitungswasser zurückzugreifen. In den meisten Fällen ist es hervorragend dafür geeignet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden sicherlich noch genügend Zeit haben, im Ausschuss darüber zu debattieren, auch hier im Plenum zu debattieren, wie man und ob man diesbezüglich kennzeichnen kann. Ich für meine Fraktion sage: Wir wollen, dass gerade im Bereich Säuglingsernährung alles getan wird, um jedes Risiko und jede Gefährdung zu vermeiden und jedes Risiko auszuschalten. Daher müssen wir auch in dieser Frage etwas tun. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Würgeantrag!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir kommen nunmehr zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Cap, Dkfm. Dr. Stummvoll, Kolleginnen und Kollegen, dem Untersuchungsausschuss Banken eine Frist bis 5. Juli 2007 zu setzen. (Abg. Mag. Kogler: Würgeantrag!)