Eckdaten:
Für die 100. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 804 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „Ausweitung des Schon- und Schutzgebiets für den Tiefbrunnen ,Salche‘ der Gemeindewerke Telfs“ (Ordnungsnummer 58) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr
Petition betreffend „Für die Errichtung einer (Filial-)Apotheke in Oberperfuss“ (Ordnungsnummer 59) (überreicht vom Abgeordneten Hermann Gahr)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Doris Bures: Ich begrüße den neuen Abgeordneten sehr herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Brunner: Und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie jetzt daraus?
Daher hier diese Übersicht für euch: Diese flache Kurve in den letzten tausend Jahren beginnt in den letzten 130 Jahren massiv zu steigen. Diese flache Kurve könnte man noch 20 000 Jahre zurückverfolgen, also nichts mit Eiszeit und großräumiger Wetter- und Klimaverschiebung. Nein, diese Kurve bleibt 20 000 Jahre zurück flach. Nur in den letzten 130 Jahren steigt durch unseren massiven Eingriff der Industrialisierung diese Erderwärmung drastisch an. (Abg. Brunner: Und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie jetzt daraus?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.
Diesen CO2-Ausstoß zu verringern, dazu sind wir alle gefordert. Jeder kann einen Beitrag leisten – Private, Unternehmen, Gemeinden, Bund und Länder. Und es bewegt sich etwas. Vorgestern wurde der Österreichische Klimaschutzpreis verliehen. Ich darf allen Preisträgern nochmals ganz herzlich gratulieren. Ihr seid damit ein Vorbild und zeigt, dass es möglich ist, diese Veränderung herbeizuführen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne, Herr Bundesminister, herzlichen Dank für deinen Einsatz und alles Gute für Paris! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Brunner: Was ist Ihr Beitrag?
Wir dürfen auch nicht übersehen, dass der Klimawandel für verschiedene Länder auch eine unterschiedliche Bedeutung hat. Für die Entwicklungsländer, für die am wenigsten entwickelten Länder, vor allem auch für die Inselstaaten, die ganz besonders betroffen sind, hat der Kampf gegen den Klimawandel auch eine andere Dimension. Deswegen ist die COP21 in Paris eine große Chance, aber auch eine Verpflichtung, diese Verhandlungen zu einem Erfolg zu bringen. Und heute können wir tatsächlich, wenn auch mit etwas Vorsicht, optimistisch sein, denn die Vorzeichen, ein Abkommen zu erreichen, stehen gut. (Abg. Brunner: Was ist Ihr Beitrag?)
Abg. Brunner: Aber nicht von Österreich …!
Einer der Knackpunkte ist natürlich auch die Klimafinanzierung. Deswegen ist es gut und richtig, dass sich gestern die Finanzminister der Europäischen Union auf eine gemeinsame Position festgelegt haben. Auch im Zusammenhang mit dem Green Climate Fund, den Sie sicher ansprechen werden, ist es immerhin bemerkenswert, dass die Hälfte der Dotierung des Green Climate Fund aus der Europäischen Union kommen wird. (Abg. Brunner: Aber nicht von Österreich …!)
Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.
Wir sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, Hohes Haus, auch in der österreichischen Klimapolitik gut aufgestellt. (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Mit dem Emissionshandel und dem Klimaschutzgesetz haben wir wirksame Instrumente. Die Emissionen sind seit 2005 rückläufig, und wir sind auf Zielpfad gegenüber 2020. (Abg. Brunner: Das stimmt nicht!) Wir haben 2013 die Obergrenzen um fast 3 Millionen Tonnen unterschritten, und auch für 2014 erwarten wir nach der Treibhausgasinventur ein ähnliches Ergebnis. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Abg. Brunner: Das stimmt nicht!
Wir sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, Hohes Haus, auch in der österreichischen Klimapolitik gut aufgestellt. (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Mit dem Emissionshandel und dem Klimaschutzgesetz haben wir wirksame Instrumente. Die Emissionen sind seit 2005 rückläufig, und wir sind auf Zielpfad gegenüber 2020. (Abg. Brunner: Das stimmt nicht!) Wir haben 2013 die Obergrenzen um fast 3 Millionen Tonnen unterschritten, und auch für 2014 erwarten wir nach der Treibhausgasinventur ein ähnliches Ergebnis. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.
Wir sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, Hohes Haus, auch in der österreichischen Klimapolitik gut aufgestellt. (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Mit dem Emissionshandel und dem Klimaschutzgesetz haben wir wirksame Instrumente. Die Emissionen sind seit 2005 rückläufig, und wir sind auf Zielpfad gegenüber 2020. (Abg. Brunner: Das stimmt nicht!) Wir haben 2013 die Obergrenzen um fast 3 Millionen Tonnen unterschritten, und auch für 2014 erwarten wir nach der Treibhausgasinventur ein ähnliches Ergebnis. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.
Wir müssen unsere Leistungen hier nicht kleinreden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.) Ich habe heute eine Verhandlung mit den Klimaschutzreferenten der Bundesländer, in der wir das Bund/Länder-Maßnahmenprogramm bis 2018 und entsprechende Maßnahmen für die Zeit nach der bestehenden Legislaturperiode, bis 2020, festschreiben werden. Und ich bin zuversichtlich – es ist mein Ehrgeiz –, dass wir unsere Ziele bis 2020 ohne Zukauf von Verschmutzungszertifikaten erreichen können. (Abg. Neubauer: Welche Ziele sind das?) Das kann nur in einer gemeinsamen Anstrengung im Rahmen einer Energie-, Klimaschutz- und Mobilitätsstrategie gelingen, wo die Energiewende, und zwar hin zu erneuerbaren Energieträgern und zu alternativen Antriebssystemen bei unseren Verkehrssystemen, im Mittelpunkt stehen wird.
Abg. Neubauer: Welche Ziele sind das?
Wir müssen unsere Leistungen hier nicht kleinreden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.) Ich habe heute eine Verhandlung mit den Klimaschutzreferenten der Bundesländer, in der wir das Bund/Länder-Maßnahmenprogramm bis 2018 und entsprechende Maßnahmen für die Zeit nach der bestehenden Legislaturperiode, bis 2020, festschreiben werden. Und ich bin zuversichtlich – es ist mein Ehrgeiz –, dass wir unsere Ziele bis 2020 ohne Zukauf von Verschmutzungszertifikaten erreichen können. (Abg. Neubauer: Welche Ziele sind das?) Das kann nur in einer gemeinsamen Anstrengung im Rahmen einer Energie-, Klimaschutz- und Mobilitätsstrategie gelingen, wo die Energiewende, und zwar hin zu erneuerbaren Energieträgern und zu alternativen Antriebssystemen bei unseren Verkehrssystemen, im Mittelpunkt stehen wird.
Zwischenruf der Abg. Brunner.
Auch im Zusammenhang mit der internationalen Klimafinanzierung brauchen wir unsere Leistungen nicht kleinzureden. Denn: Österreich leistet 130 Millionen € jährlich in verschiedenen Ressorts, im Rahmen bilateraler und multilateraler Projekte. Wir müssen in Bezug auf unsere Leistungen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) 25 Millionen US-Dollar haben wir für die Erstfinanzierung des Green Climate Fund bereits in Lima – Sie waren dabei, Frau Abgeordnete Brunner – dotiert. Wir sind in Gesprächen mit den Ländern, und dieses Thema wird auch Gegenstand der Finanzausgleichsverhandlungen sein. Und ich bin darüber hinaus in Verhandlungen, dass wir für 2016 noch eine deutliche Nachbesserung unserer Dotierung zuwege bringen werden.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Alles das zeigt: Wir sind nicht untätig! Wir haben eine ambitionierte Klimaschutzpolitik in diesem Land. Und die Menschen in diesem Land leisten sehr viel für die Bekämpfung des Klimawandels. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz.
Ich bin überzeugt davon, dass die COP21 ein Erfolg werden wird. Ich lade auch Sie ein, Frau Abgeordnete Brunner, mitzukommen. Und ich lade Sie, geschätzte Abgeordnete der Regierungsfraktionen, die ja Mitglieder der Delegation sein werden, ein: Gehen wir gemeinsam nach Paris, um diese COP21 zu einem Erfolg zu machen, denn das sind wir unseren Kindern und Enkelkindern schuldig! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich ist daher gefordert, in diesem Rahmen auch eine erfolgreiche Umweltaußenpolitik zu machen. Die Sozialdemokratie wird das nicht nur unterstützen, sondern auch gemeinsam vorantreiben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die Energiegewinnung durch Wind, Photovoltaik und Kleinkraftwerke ist ein wesentlicher Aspekt, den wir in Österreich forcieren sollten. Ich hebe an dieser Stelle eine Firma aus meinem Wahlkreis hervor, die W.E.B, die mit dem Klimapreis ausgezeichnet wurde. Warum hebe ich sie hervor? – Sie bekam nicht nur einen Klimapreis, sondern sie schafft unterschiedliche Punkte, die wir zur Anwendung bringen müssen. Auf der einen Seite verwendet sie neue Technologien, hat aber auf der anderen Seite alternative Finanzierungsformen eingesetzt, und durch diese Kombination wird die Wertschöpfung von der Produktion bis hin zur Verzinsung im Land, in der Region gehalten. Und dafür gebührt diesem Betrieb wirklich größter Dank und Anerkennung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen solche Beispiele aufgreifen, müssen solche Beispiele massivst unterstützen – und zwar insofern massiv unterstützen, als es nicht nur einen Lizenzverkauf ins Ausland gibt, sondern die Wertschöpfung bei uns in Österreich bleibt, dass in Österreich Arbeitsplätze geschaffen werden und gleichzeitig die Klimapolitik weltweit – bei solch einem Patent – positiv beeinflusst werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dass wir die internationalen Bemühungen im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen, muss eine Selbstverständlichkeit sein, und, lieber Herr Minister Rupprechter, ich hoffe, dass du mit deinen Kollegen aus der EU diesen Klimagipfel zu einem erfolgreichen Abschluss bringst, damit wir gemeinsam etwas für unsere Kinder tun können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Höfinger: ... Walther von der Vogelweide! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Lieber Kollege Höfinger, den Klimawandel, den gibt es schon seit jeher, und wir als Menschen haben damit leben gelernt. (Abg. Höfinger: ... Walther von der Vogelweide! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das, was wir uns wirklich fragen müssen, ist: Wie ist unsere Industrie in der EU und in Österreich aufgestellt und wie ist beispielsweise die vom Kollegen Weninger schon zitierte Industrie in China oder in Indien aufgestellt? Was machen diese Länder, was macht Österreich, was macht die Europäische Union?
Abg. Pirklhuber: Wir wissen, wie das derzeit ausschaut!
Wir haben bei uns – und da ist Österreich Spitzenreiter – beste Filtertechnologie, wir haben Vermeidungstechnologien, wir haben alles das, was uns an die Spitze dieser modernen Technologien stellt, bei uns in Österreich in Betrieb, und da stellt sich jetzt die Frage, wie man damit umgeht: Betreibt man Voodoo-Politik mit Kristallkugelmentalität und deindustrialisiert weite Strecken Europas, oder geht man verantwortungsvoll damit um? – Mehr ist es nicht (Abg. Pirklhuber: Wir wissen, wie das derzeit ausschaut!): Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang damit!
Abg. Weninger: Hast du vielleicht schon einmal etwas von Elektrostahl gehört?
Ich zitiere da auch den Chef der voestalpine, den Herrn Eder, der nicht nur für die weltweite Stahlindustrie, sondern vor allem auch für die österreichische Grundstoffindustrie spricht, wenn er sagt, wir haben genau diese besten Technologien, und eine Reduktion im Bereich von CO2 in dieser Grundstoffindustrie ist bei uns nicht mehr möglich, eine Folge von Reduktion von CO2 wäre eine Deindustrialisierung. (Abg. Weninger: Hast du vielleicht schon einmal etwas von Elektrostahl gehört?)
Abg. Weninger: Das kann man mit erneuerbaren Energien genauso!
Kurze Zwischenbemerkung, weil du in deinem Zwischenruf von Elektrostahl sprichst: Elektrostahl braucht genauso seinen Koks- oder seinen Kohleinput wie der Hochofen oder wie der LD-Konverter. (Abg. Weninger: Das kann man mit erneuerbaren Energien genauso!)
Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!
Der Punkt ist nur: Wie geht man damit um? – Wir in Oberösterreich haben das auch wirklich mustergültig vorgezeigt. Unsere Forderungen in Oberösterreich, und zwar bei den jetzigen Verhandlungen betreffend die neue Landesregierung, waren eine Überarbeitung der Energiezukunft und eine Totalreform im Förderwesen. (Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!) Das wurde entsprechend berücksichtigt, die Anschober’sche Energiewende in Oberösterreich ist abgesagt (Abg. Brunner: Das ist Ihr Beitrag zum ...?) – diesbezüglich danke ich vor allem auch den verantwortungsvollen Verhandlern von der ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Brunner: Das ist Ihr Beitrag zum ...?
Der Punkt ist nur: Wie geht man damit um? – Wir in Oberösterreich haben das auch wirklich mustergültig vorgezeigt. Unsere Forderungen in Oberösterreich, und zwar bei den jetzigen Verhandlungen betreffend die neue Landesregierung, waren eine Überarbeitung der Energiezukunft und eine Totalreform im Förderwesen. (Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!) Das wurde entsprechend berücksichtigt, die Anschober’sche Energiewende in Oberösterreich ist abgesagt (Abg. Brunner: Das ist Ihr Beitrag zum ...?) – diesbezüglich danke ich vor allem auch den verantwortungsvollen Verhandlern von der ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Punkt ist nur: Wie geht man damit um? – Wir in Oberösterreich haben das auch wirklich mustergültig vorgezeigt. Unsere Forderungen in Oberösterreich, und zwar bei den jetzigen Verhandlungen betreffend die neue Landesregierung, waren eine Überarbeitung der Energiezukunft und eine Totalreform im Förderwesen. (Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!) Das wurde entsprechend berücksichtigt, die Anschober’sche Energiewende in Oberösterreich ist abgesagt (Abg. Brunner: Das ist Ihr Beitrag zum ...?) – diesbezüglich danke ich vor allem auch den verantwortungsvollen Verhandlern von der ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Eine Retro-Umweltpolitik ist das, was ihr macht, keine Zukunftspolitik! – Abg. Moser: Darum müssen wir beim Verkehr ansetzen!
Wir haben eine neue Energiestrategie, die auch die Energie und die Industrie berücksichtigt (Abg. Pirklhuber: Eine Retro-Umweltpolitik ist das, was ihr macht, keine Zukunftspolitik! – Abg. Moser: Darum müssen wir beim Verkehr ansetzen!), das muss man auch einmal sagen, denn wir können nicht davon ausgehen, dass in anderen Ländern, wie beispielsweise in China, in Indien oder auch teilweise in den USA, sich konsequente Deindustrialisierung durchsetzt. Das werden wir vor diesen Ländern weder verantworten können noch von diesen verlangen können. (Abg. Moser: Reden Sie bitte vom Verkehr!)
Abg. Moser: Reden Sie bitte vom Verkehr!
Wir haben eine neue Energiestrategie, die auch die Energie und die Industrie berücksichtigt (Abg. Pirklhuber: Eine Retro-Umweltpolitik ist das, was ihr macht, keine Zukunftspolitik! – Abg. Moser: Darum müssen wir beim Verkehr ansetzen!), das muss man auch einmal sagen, denn wir können nicht davon ausgehen, dass in anderen Ländern, wie beispielsweise in China, in Indien oder auch teilweise in den USA, sich konsequente Deindustrialisierung durchsetzt. Das werden wir vor diesen Ländern weder verantworten können noch von diesen verlangen können. (Abg. Moser: Reden Sie bitte vom Verkehr!)
Abg. Weninger: Wir müssen das österreichische Klima ...!
umgehen. (Abg. Weninger: Wir müssen das österreichische Klima ...!) – Wir müssen natürlich auch auf das österreichische Klima achten, aber eines ist ganz sicher: Mit einer klaren Deindustrialisierung werden wir Österreich nicht weiter in das nächste Jahrhundert bringen. (Abg. Weninger: Wir werden einen Klimazaun errichten!)
Abg. Weninger: Wir werden einen Klimazaun errichten!
umgehen. (Abg. Weninger: Wir müssen das österreichische Klima ...!) – Wir müssen natürlich auch auf das österreichische Klima achten, aber eines ist ganz sicher: Mit einer klaren Deindustrialisierung werden wir Österreich nicht weiter in das nächste Jahrhundert bringen. (Abg. Weninger: Wir werden einen Klimazaun errichten!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Weninger.
Herr Bundesminister, mit dem, was Sie vorsichtig skizziert haben, bin ich im ersten Ansatz einmal nicht unzufrieden. Schauen Sie, dass Österreich nicht alleine ein Vorreiter ist, sondern dass wir im Gesamtverband der industrialisierten Länder unterwegs sind, und schauen Sie, dass wir uns vor allem mit allen österreichischen Regelungen – ohne irgendwelche internationale Strafzahlungen, sondern rein auf Österreich bezogen – entsprechend unseren bisherigen Fortschritten weiterentwickeln können. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Weninger.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten Sie zuhören sollen, dann hätten sie es vielleicht verstanden!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mein Vorredner jetzt den Klimawandel geleugnet hat oder nicht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten Sie zuhören sollen, dann hätten sie es vielleicht verstanden!), aber eines ist sicher: dass er die positive Entwicklung, die ein ganz wesentlicher Industrie- und Wirtschaftszweig in Österreich genommen hat, nämlich den Bereich „grüne Arbeitsplätze“ und Ökoindustrie, die zu den wenigen zählten, die in den Krisenjahren nicht nur stabil geblieben, sondern gewachsen sind, schlechtgeredet hat. Und Sie haben gerade dazu applaudiert, dass Sie das jetzt in Oberösterreich abschaffen wollen. Das ist Faktum und ist sehr bedauerlich! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mein Vorredner jetzt den Klimawandel geleugnet hat oder nicht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Dann hätten Sie zuhören sollen, dann hätten sie es vielleicht verstanden!), aber eines ist sicher: dass er die positive Entwicklung, die ein ganz wesentlicher Industrie- und Wirtschaftszweig in Österreich genommen hat, nämlich den Bereich „grüne Arbeitsplätze“ und Ökoindustrie, die zu den wenigen zählten, die in den Krisenjahren nicht nur stabil geblieben, sondern gewachsen sind, schlechtgeredet hat. Und Sie haben gerade dazu applaudiert, dass Sie das jetzt in Oberösterreich abschaffen wollen. Das ist Faktum und ist sehr bedauerlich! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die schlechte Nachricht allerdings ist, dass Österreich zu den Staaten gehört, die genau diesen positiven Abschluss gefährden, und zwar aufgrund von drei sehr konkreten Problemen – und es ist bedauerlich, dass sich der Herr Umweltminister nicht konkret mit den Punkten auseinandersetzt, über die wir jetzt eine Diskussion zu führen haben, nämlich was das Budget betrifft, was die Klimaschutzinstrumente betrifft, auch was das Wahrnehmen der Verantwortung Österreichs im Rahmen des Klimafonds, der Klimafinanzierung gegenüber den Entwicklungsländern betrifft, und dass Österreich in all diesen Punkten ein Problemland ist. Wir wollen das nicht akzeptieren und wollen mit Ihnen über diese Punkte heute auch in aller Eindringlichkeit reden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Das Zweite ist, dass Österreich jetzt zu den vier Ländern in der Europäischen Union gehört, die gerügt worden sind, die von der Europäischen Umweltagentur jetzt vor der Klimakonferenz von Paris nachweislich noch einmal eindeutig darauf hingewiesen worden sind: Wir sind nicht bei den Ländern, die das nächste Ziel bis 2020 erreichen werden – und das ist wirklich blamabel! Wir bewegen uns seit den Neunzigerjahren auf ungefähr demselben Niveau. Seit 30 Jahren, Herr Umweltminister – seit 30 Jahren! – gibt es keine relevanten Fortschritte (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und dann legen Sie als Bundesregierung noch dazu ein Budget vor mit der Ankündigung: Wir kürzen in den nächsten fünf Jahren 8 000 Arbeitsplätze weg, wir investieren eine halbe Milliarde weniger im Bereich der Klimaschutzinstrumente! – Würde das ein Unternehmen machen, gäbe es einen Aufschrei der Sozialpartner, gäbe es einen Aufschrei in der Politik, und wir würden alles daransetzen, das zu verhindern. Aber das ist im Moment im Budget der Fall! (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Das Zweite ist, dass Österreich jetzt zu den vier Ländern in der Europäischen Union gehört, die gerügt worden sind, die von der Europäischen Umweltagentur jetzt vor der Klimakonferenz von Paris nachweislich noch einmal eindeutig darauf hingewiesen worden sind: Wir sind nicht bei den Ländern, die das nächste Ziel bis 2020 erreichen werden – und das ist wirklich blamabel! Wir bewegen uns seit den Neunzigerjahren auf ungefähr demselben Niveau. Seit 30 Jahren, Herr Umweltminister – seit 30 Jahren! – gibt es keine relevanten Fortschritte (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und dann legen Sie als Bundesregierung noch dazu ein Budget vor mit der Ankündigung: Wir kürzen in den nächsten fünf Jahren 8 000 Arbeitsplätze weg, wir investieren eine halbe Milliarde weniger im Bereich der Klimaschutzinstrumente! – Würde das ein Unternehmen machen, gäbe es einen Aufschrei der Sozialpartner, gäbe es einen Aufschrei in der Politik, und wir würden alles daransetzen, das zu verhindern. Aber das ist im Moment im Budget der Fall! (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Peinlich!
Zum letzten Punkt, das ist die Glaubwürdigkeit, was die Verlässlichkeit Österreichs betrifft, wenn etwas zugesagt worden ist: Es gibt Länder, die nehmen die Problematik, vor der viele Teile der Welt jetzt stehen, sehr, sehr ernst. Auch wir sollten das tun, wenn es darum geht, dass bis Ende des Jahrhunderts über 200 Millionen Menschen – über 200 Millionen Menschen! – gefährdet sind durch Dürre, durch Überschwemmungen, durch Hunger und letztendlich dann kriegerische Konflikte und Flucht, denn das sind dann die Folgen. Wenn es dann Versprechungen der Industrieländer gibt, wo Österreich sagt: Ja, wir beteiligen uns, wir helfen euch! – 2009 wurde das zugesagt –, und dann ist Österreich mit 25 Millionen Dollar auf fünf Jahre dabei (Abg. Pirklhuber: Peinlich!), wohingegen andere Länder wie zum Beispiel Luxemburg 140 Millionen im Jahr Dollar bereitstellen, wo Länder wie Spanien 160 Millionen Dollar im Jahr bereitstellen, dann ist das, so glaube ich, keine Summe, auf die wir stolz sein können. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Zum letzten Punkt, das ist die Glaubwürdigkeit, was die Verlässlichkeit Österreichs betrifft, wenn etwas zugesagt worden ist: Es gibt Länder, die nehmen die Problematik, vor der viele Teile der Welt jetzt stehen, sehr, sehr ernst. Auch wir sollten das tun, wenn es darum geht, dass bis Ende des Jahrhunderts über 200 Millionen Menschen – über 200 Millionen Menschen! – gefährdet sind durch Dürre, durch Überschwemmungen, durch Hunger und letztendlich dann kriegerische Konflikte und Flucht, denn das sind dann die Folgen. Wenn es dann Versprechungen der Industrieländer gibt, wo Österreich sagt: Ja, wir beteiligen uns, wir helfen euch! – 2009 wurde das zugesagt –, und dann ist Österreich mit 25 Millionen Dollar auf fünf Jahre dabei (Abg. Pirklhuber: Peinlich!), wohingegen andere Länder wie zum Beispiel Luxemburg 140 Millionen im Jahr Dollar bereitstellen, wo Länder wie Spanien 160 Millionen Dollar im Jahr bereitstellen, dann ist das, so glaube ich, keine Summe, auf die wir stolz sein können. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein letzter Satz noch: Das Geld wäre im Umweltministerium vorhanden. Sie nehmen 200 Millionen € im Jahr aus dem Erlös von Klimazertifikaten ein, nur lassen Sie sich diese Seite des Hauses, das Umwelthaus, ausräumen und investieren es nicht in den Klimaschutz, und das ist absolut bedauerlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brunner: Was ist die österreichische Position?
Ich habe großes Vertrauen in die österreichische Linie, was die COP21 betrifft, was die Verhandlungsposition in Paris betrifft. Warum? – Weil Österreich einige Fortschritte gemacht hat. (Abg. Brunner: Was ist die österreichische Position?) Ich möchte ein Beispiel nennen, Frau Kollegin Brunner, bevor Sie hereinschreien: Beispielsweise ist es uns gelungen, dass wir das Wirtschaftswachstum vom Emissionsausstoß entkoppelt haben. Das ist die Grundlage dafür, dass unsere Wirtschaft florieren kann und wir gleichzeitig auf das Klima achten können. Gleichzeitig sind wir auf Pfad, unsere Ziele für 2020 zu erreichen, und die Vorschläge für 2030 lassen sich auch gut an. – Das sind die positiven Dinge.
Beifall bei den NEOS.
Letzter Appell – und der ist meiner Überzeugung nach tatsächlich wichtig –: Umweltpolitik ist nicht nur die Lösung von Problemen, die wir heute haben, Umweltpolitik ist, darüber nachzudenken, wie die Welt von morgen ausschaut, und die Probleme zu lösen, bevor sie überhaupt entstehen. Und das fordere ich von der österreichischen Regierung. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir haben das Problem, dass die USA, China, Russland, Saudi-Arabien und diese Player in Wirklichkeit nicht wollen, dass sie ihr gutes Geschäft, das ihnen jedes Jahr Hunderte Milliarden an Gewinn bringt, einbüßen, und deshalb wird alles getan, um Konkurrenz auszuschalten – wir wissen ja, wie das funktioniert. (Beifall beim Team Stronach.)
Ruf bei der ÖVP: … bei welcher Partei?
Da gibt es ein gutes Beispiel: Ich war im Parlament vor fünf Jahren Umweltsprecher (Ruf bei der ÖVP: … bei welcher Partei?), und da ist der VERBUND an mich herangetreten und hat gesagt, er wolle eine Kapitalerhöhung von 1 Milliarde € machen, davon solle eine halbe Milliarde der Steuerzahler blechen. Ich habe damals zum VERBUND gesagt, wenn wir da zustimmen sollen, dann sagen Sie mir, was Sie mit dem Geld machen wollen. Der VERBUND hat gesagt: Wir bauen ein großes Gaskraftwerk, denn das ist die Zukunft!
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Ich habe gefragt: Warum machen wir nicht dezentrale Biomasse mit Kraft-Wärme-Kopplung? Das wäre zukunftsträchtig, wir würden die Wertschöpfung in Österreich behalten, wir würden hier Arbeitsplätze schaffen, und das hätte Zukunft. Der VERBUND hat gesagt: Wenn wir das machen würden, dann würden wir wahrscheinlich einen zweistelligen Millionenbetrag an Gewinnen einbüßen. – Das ist das Problem: Der Verbund würde Gewinne einbüßen – aber wir als Volkswirtschaft, wir als Parlament, wir als österreichisches Volk würden von den Arbeitsplätzen, von der Zukunftssicherheit und von der Unabhängigkeit profitieren –, und deshalb hat man es nicht gemacht. In der Rückschau sieht man, dass diese 500 Millionen € ein Grab waren. Mittlerweile ist dieses Gaskraftwerk stillgelegt, es ist nicht wirtschaftlich. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der ÖVP: Na, na, na!
Genau so funktioniert das in diesem Land: Die Regierung kümmert sich einen Dreck darum, was gut für Österreich und für die Menschen ist. (Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der ÖVP: Na, na, na!)
Abg. Moser: Gott sei Dank …! Aber zwei S-Bahnen …!
Lassen Sie mich bei den Bundesländern bleiben: Raumordnung, Gebäudesanierungen, Nahverkehr. Beim Verkehr beispielsweise wird ein Einsparungspotenzial an CO2-Emissionen von 21,7 Millionen Tonnen angesetzt; das ist eine beträchtliche Menge. Da darf ich eine der zahlreichen Maßnahmen nennen – ich bringe ein Beispiel aus der Steiermark –: Dort werden im nächsten Jahr zwei neue S-Bahn-Linien in Betrieb genommen werden. Das heißt: Verkehr weg von der Straße auf die Schiene, Stärkung des Wirtschaftsstandorts und Attraktivität für die Region. (Abg. Moser: Gott sei Dank …! Aber zwei S-Bahnen …!)
Beifall der Abgeordneten Schieder und Weninger.
Erlauben Sie mir, abschließend einen Blick auf die Gemeindeebene zu werfen, wo es ja zahlreiche Initiativen gibt, die Österreich dem angestrebten Klimaziel näher bringen: E-Mobility-Initiativen, E-Carsharing, Leihrädermodelle oder Fernwärmeanschlüsse mit regionalen Betreibern. (Beifall der Abgeordneten Schieder und Weninger.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn es gelingt, von der großen internationalen Poli- tik bis hin zu unseren Gemeinden entschlossen und konsequent nachhaltige Energiepolitik zu betreiben, dann können wir die definierten Klimaschutzziele erreichen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Brunner: Das ist mehr als zynisch!
Indien wächst auf 1,3 Milliarden Einwohner, das durchschnittliche Einkommen in China beträgt derzeit 300 € pro Monat, und auch diese Länder streben an, unseren Wohlstand, unseren Standard zu erreichen. Leider setzen sie bei ihrer Wirtschaftsentwicklung auf ganz andere Maßnahmen, weniger auf erneuerbare Energie, mehr auf Nuklearenergie und vor allem auch auf einen massiven Kohleabbau. (Abg. Brunner: Das ist mehr als zynisch!) Man rechnet damit, dass Kohlevorkommen für noch 1 300 Jahre zur Verfügung stehen, aber auch die USA verfügen noch über genügend Öl- und Schiefergasressourcen. Gerade diese Staaten gehören in einem Weltklimavertrag verpflichtet.
Zwischenruf des Abg. Lugar.
Herr Kollege Lugar, Sie sind offensichtlich schlecht informiert, denn in Österreich sind in den letzten zehn Jahren – mit Ausnahme des Jahres 2010 – die Treibhausgasemissionen kontinuierlich gesunken. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Ein Minus von 13,9 Prozent bei einem Wirtschaftswachstum von 11,1 Prozent zeigt, dass unsere Klimaschutzmaßnahmen Wirkung zeigen. Österreichische Betriebe sind vorbildlich bei Energieeffizienz, bei Umweltschutz, und auch die Hunderten Einreichungen beim Klimaschutzpreis beweisen, dass sich unsere Wirtschaft durchaus der Verantwortung bewusst ist.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Die Reindustrialisierung in Europa sowie der Ausbau der Industrie in Österreich setzen eine sichere und kostengünstige Versorgung voraus. Auch wenn Kollegin Glawischnig-Piesczek von den Grünen angeführt hat, dass die Green Jobs alles ersetzen werden: Das stimmt nicht! Eine Studie in Oberösterreich zeigt, dass mit Green Jobs der Verlust von Industriearbeitsplätzen nicht ausgeglichen werden kann. Darum ist es wichtig, dass wir die energieintensive Industrie nicht aus Österreich verjagen, denn diese Abwanderungen lösen nicht das Problem (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), sondern stellen uns vor weitere, noch schwierigere Herausforderungen.
Beifall bei der ÖVP.
Unsere Betriebe sind sich der Verantwortung bewusst, sie erwarten aber Unterstützung und Anerkennung statt Bestrafung. Na klar, ein internationales Klimaabkommen ist wichtig, aber mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Staaten, damit ein fairer Wettbewerb gesichert werden kann. The Road to Paris muss von allen Staaten auf gleichem Level beschritten werden. In diesem Sinne: Alles Gute, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Abgeordneter Walter Rauch (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Den Klimaschutz hat es immer schon gegeben, wie auch den Klimawandel. Die mittlerweile alljährlich stattfindende UN-Klimakonferenz ist dieses Jahr in Paris; letztes Jahr war sie in Lima, die Jahre davor in Warschau, Cancún, Kopenhagen, Bali, Nairobi, und, und, und. Die Ergebnisse kann man suchen, nur: Man wird sie nicht finden! Bereits vergangene Konferenzen haben gezeigt, dass lediglich viel geredet wurde, aber nichts Vernünftiges dabei herausgekommen ist. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall bei der FPÖ.
Spannend sind ja auch die Teilnehmer dieser Klimakonferenz. Dieses Jahr nimmt Präsident Putin teil. Einerseits verhängt die Europäische Union Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Auftrag der USA, andererseits ist Österreich bei den EU-Sanktionen an vorderster Front. Die innerstaatliche Wirtschaft und Landwirtschaft leiden – das hat massive Folgen – und haben gleichzeitig auch Milliardenverluste. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Zusammenhang gab es vergangenen Montag in der Hofburg in Wien, von der OMV eingeladen, die OMV-Energiegespräche, die Generaldirektor Seele mit Altkanzler Schröder geführt hat. Generaldirektor Seele hat einheitliche, weltweite Energiestandards gefordert – dem kann man ja zustimmen – und dachte bei Nichteinhaltung finanzielle Sanktionen für die Wirtschaft an – finanzielle Sanktionen in Form von höheren Steuern. Wir lehnen eine Sanktionspolitik, woher immer sie auch kommt, strikt ab. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Freiheitliche Umweltpolitik statt einer Fortführung des bisherigen Weges mit finanziellen Belastungen heißt: Wir wollen konkrete Ziele bei erneuerbaren Energien und eine Entlastung, indem wir bei erneuerbaren Energieträgern den halben Mehrwertsteuersatz fordern. (Beifall bei der FPÖ.) Der halbe Mehrwertsteuersatz soll dazu dienen, dass Anreize geschaffen werden, um es dem Bürger schmackhaft zu machen, auf Photovoltaik, auf Windkraftwerke, auf Solarthermie umzusteigen, und dadurch eine Energieautarkie im Sinne des Klimaschutzes zu erwirken und gleichzeitig den Einsatz von fossilen Brennstoffen und Treibstoffen zu vermeiden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Freiheitliche Umweltpolitik statt einer Fortführung des bisherigen Weges mit finanziellen Belastungen heißt: Wir wollen konkrete Ziele bei erneuerbaren Energien und eine Entlastung, indem wir bei erneuerbaren Energieträgern den halben Mehrwertsteuersatz fordern. (Beifall bei der FPÖ.) Der halbe Mehrwertsteuersatz soll dazu dienen, dass Anreize geschaffen werden, um es dem Bürger schmackhaft zu machen, auf Photovoltaik, auf Windkraftwerke, auf Solarthermie umzusteigen, und dadurch eine Energieautarkie im Sinne des Klimaschutzes zu erwirken und gleichzeitig den Einsatz von fossilen Brennstoffen und Treibstoffen zu vermeiden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir lehnen den globalen Emissionshandel und die Finanzierung von sogenannten Umweltförderungen im Ausland ab. Neue internationale Abkommen stellen eine faktische Umverteilung erheblicher Geldmittel und eine versteckte Auslandshilfe ohne entsprechende Kontrollmöglichkeit dar. Umweltschutz ist Heimatschutz! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Umweltminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Das Thema der heutigen Aktuellen Stunde ist „Road to Paris – am Weg zu einem internationalen Klimaabkommen“ in Paris. Ich habe mir gedacht, dass wir darüber reden können, wie dieser Weg ausschaut, was der österreichische Beitrag dazu sein kann und wie die Chancen für ein Abkommen in Paris sind. Viel habe ich, ehrlich gesagt, in dieser Debatte dazu noch nicht gehört. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich werde jetzt versuchen, trotzdem darauf einzugehen.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es heißt „Aktuelle Stunde“, also was ist die aktuelle Situation? – Wir erleben aktuell (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass viele Menschen auf der Flucht sind, wir erleben – das ist geschildert worden – Hitzerekorde, Rekorde an Extremwetterereignissen, und wir wissen, wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel einzudämmen, werden in nicht allzu ferner Zukunft noch viele, viele, viele Menschen mehr auf der Flucht sein müssen.
Beifall bei den Grünen.
Wir wissen auch, wir sind die letzte Generation, die es noch schaffen kann, diesen Klimawandel einzudämmen. Das ist eine große Herausforderung, das ist eine große Verantwortung, auch von uns allen hier im Haus, diese Herausforderung anzugehen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Herr Minister, schauen Sie sich die Zahlen Ihrer eigenen Institutionen einmal ehrlich an! Dann werden Sie sehen, wo die österreichische Klimabilanz steht! Wir sind am Tiefpunkt der österreichischen Klimapolitik angelangt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei den Grünen.
Wo stehen wir aktuell in der Frage der Klimafinanzierung? – Ich habe es erwähnt: Die entscheidende Frage für Paris ist, dass Österreich 25 Millionen € in vier Jahren zugesagt hat. Damit wurden wir bei der letzten Klimakonferenz mit dem Negativpreis ausgezeichnet. Wenn sich diesbezüglich in den nächsten zwei Wochen nicht schleunigst etwas ändert, dann zählt Österreich zu den Ländern, die das Signal aussenden: Es ist uns egal, ob es dieses Abkommen gibt oder nicht! – Das ist inakzeptabel! Wir Grüne werden auch mit dem Finanzminister reden. Herr Bundesminister! Herr Umweltminister! Kämpfen Sie mit uns gemeinsam, den Finanzminister zu überzeugen, in diesem Zusammenhang auch einen Beitrag zu leisten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Wir werden uns dafür einsetzen, dass Paris gelingt! Die Wahrscheinlichkeit ist so groß wie selten zuvor. Ich werde optimistisch dorthin fahren, und ich hoffe, dass wir, wenn wir zurückkommen, darüber diskutieren, wie wir die österreichische Klimaschutzpolitik wieder auf Vordermann bringen. Aber dazu brauchen wir ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umwelt-, Klima- und Energieministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
All das ist jetzt vielleicht überspitzt formuliert, aber ich glaube, diese Beispiele sind notwendig, damit man sich auch dessen bewusst wird, was auf einen selbst zukommen wird. Diesbezüglich müssen wir etwas tun. Das ist unsere Verantwortung. Wir können nicht alles gut machen, aber fangen wir an! (Beifall bei den NEOS.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Ulrike Weigerstorfer (STRONACH): Frau Präsidentin! Herr Minister! Wertes Hohes Haus! An dieser Stelle möchte ich ganz besonders eine Gruppe junger Schülerinnen und Schüler begrüßen, die den Weg hierher ins Parlament gefunden haben. Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
2015 einigte man sich beim G7-Gipfel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken. Laut Faktencheck des Klimafonds – dessen Mittel übrigens auch um ungefähr ein Drittel gestrichen wurden – bedeutet das, 80 Prozent der Kohlereserven und ein Drittel der weltweiten Ölreserven ungenützt zu lassen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach.
Das, was wir hierfür brauchen, ist ein wirklich fundierter Plan. Die Schritte, die bislang gesetzt wurden, sind gut, aber der Weg ist – wie gesagt – noch sehr, sehr lang. Ich bitte, im Hinblick auf die junge Bevölkerung wirklich sehr vorsichtig zu agieren, und ich wünsche uns allen eine erfolgreiche Klimakonferenz in Paris. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Allgemeiner Beifall.
Folgende Mitglieder des Europäischen Parlaments wurden für die Teilnahme an der Aktuellen Europastunde nominiert: Sozialdemokraten: Eugen Freund, ÖVP: Mag. Othmar Karas, FPÖ: Harald Vilimsky, Grüner Klub: Michel Reimon, Klub von NEOS: Dr. Angelika Mlinar. – Ich begrüße auch die Abgeordneten zum Europäischen Parlament in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf des Abg. Hübner.
In Österreich wurden im heurigen Jahr, im Jahr 2015, bisher rund 65 000 Asylanträge gestellt. Diese werden bearbeitet, und vermutlich wird nicht jeder Antragsteller auch tatsächlich Asyl bekommen, aber doch ein Gutteil davon. 440 000 Menschen sind durch Österreich durchgereist und in andere Länder weitergereist, nämlich dorthin, wo ihre Familien sind, wie zum Beispiel nach Deutschland oder Schweden. (Zwischenruf des Abg. Hübner.)
Beifall bei der SPÖ.
Um das Ganze einmal in einem größeren Rahmen beziehungsweise auch in einem Vergleichsrahmen zu betrachten: Während der Ungarn-Krise 1956 sind 180 000 Menschen nach Österreich gekommen und wurden damals von Österreich auch aufgenommen, obwohl Österreich sowohl politisch als auch wirtschaftlich in einer weit schlechteren Situation war als heute. Nicht nur, dass wir ärmer waren, es bestand natürlich auch die große Angst, dass dieses politische Engagement im Zusammenhang mit der Ungarn-Krise im Hinblick auf den Staatsvertrag für Österreichs Neutralität und dergleichen eine schwierige Belastung darstellt, weil es sich ja um Flüchtlinge aus dem Ostblock handelte. Dennoch wurden diese ein Jahr nach Erlangen des Staatsvertrages von uns aufgenommen, weil wir uns damals so wie auch heute entschieden haben, dass Menschenrechte für uns große Bedeutung haben und für uns ein absoluter Grund sind, dass Leute bei uns aufgenommen werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt auch rot-blau!
Ich sage das, weil es unabhängig von der Parteipolitik ist. In all den Bundesländern haben wir unterschiedliche Koalitionsformen: schwarz-grün, schwarz-rot, rot-schwarz, mehrfach, schwarz-blau – alle Varianten, die es gibt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt auch rot-blau!)
Rufe bei FPÖ und ÖVP: Es gibt auch rot-blau!
Es sind aber Österreichs Bundesländer auch aufgefordert, dringend so mitzuhelfen, dass wir auch ausreichend … (Rufe bei FPÖ und ÖVP: Es gibt auch rot-blau!) – Ich weiß nicht, vielleicht wissen Sie nicht, wo Sie mitregieren, dann können Sie sich nachher erkundigen. (Ruf bei der FPÖ: Sie wissen es nicht!) Es sind hier die Bundesländer aufgefordert, auch einmal mitzumachen, sodass wir ausreichend Quartiere haben.
Ruf bei der FPÖ: Sie wissen es nicht!
Es sind aber Österreichs Bundesländer auch aufgefordert, dringend so mitzuhelfen, dass wir auch ausreichend … (Rufe bei FPÖ und ÖVP: Es gibt auch rot-blau!) – Ich weiß nicht, vielleicht wissen Sie nicht, wo Sie mitregieren, dann können Sie sich nachher erkundigen. (Ruf bei der FPÖ: Sie wissen es nicht!) Es sind hier die Bundesländer aufgefordert, auch einmal mitzumachen, sodass wir ausreichend Quartiere haben.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Korun.
Sprachkurse und Integrationschancen eröffnen und nicht erst nach Abschluss des Verfahrens! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Korun.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen eine faire Quotenverteilung zwischen allen Ländern der Europäischen Union, auch auf Basis von humanrechtlichen sicheren Standards. Und ich glaube, wir müssen uns auch ernsthaft damit auseinandersetzen, dass das Dublin-System, so wie es bisher gelaufen ist, nicht die optimalen Antworten bringt und wir daher auch ein Nachfolgesystem brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Wenn wir jetzt, sehr geehrte Damen und Herren, in der nächsten Stunde über die Herausforderungen, den Umgang, die große Zahl an Schutzsuchenden diskutieren und debattieren, wenn wir über Festungen, Boote, Routen und all diese Fragen reden, sollten wir aber eines nicht vergessen: Wir reden hier über Menschen! Wir reden hier über Menschen in Not, und daher würde ich mich auch freuen, wenn wir die Debatte möglichst sachlich abführen könnten, denn es geht ja am Schluss um Menschen, und das sollten wir nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist natürlich zu Recht der Schwerpunkt, wie es eben auch Klubvorsitzender Andreas Schieder gesagt hat, auf folgende Frage zu legen: Welche Leistungen können wir erbringen?, und auch selbstkritisch zu sagen, dass in Fragen von Entwicklungshilfe und politischem Engagement Österreich in einigen Beispielen positiv ist, aber in anderen noch einiges an Hausaufgaben nachzuholen hat. Daher ist diese Ursachenbeseitigung die einzige wirklich richtige und nachhaltige Antwort. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Wissen wir ja eh, Herr Bundeskanzler!
Wenn man die europäischen Außengrenzen nicht sichert, dann wird man in Europa im Inneren mehr als 10 000 Kilometer Stacheldraht benötigen, damit sich jeder richtig einzäunen kann. Dann wird es einen Wettbewerb im Zaunbau geben, der auch einfach zu beschreiben ist, wenn man ihn durchdenkt: Der Zaun muss etwas höher sein als der vom Nachbarn, damit, wenn es sich jemand aussucht, dieser lieber beim Nachbarn drüber geht. Nachdem aber das Zäune bauen und der Stacheldraht nicht ausreichen werden, müsste er gewaltbereit verteidigt werden. (Abg. Pirklhuber: Wissen wir ja eh, Herr Bundeskanzler!)
Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS sowie der Abg. Pfurtscheller. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ihnen ist das nicht so wichtig, aber ich will nicht, dass dieses Europa sich zu einem Europa von Stacheldrähten entwickelt, in Richtung Gewaltbereitschaft, Nachbarschaftsfeindlichkeiten und letztendlich Hass. Ich möchte ein Europa, das die Außengrenzen schützt, und nicht Zäune im Inneren Europas. (Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS sowie der Abg. Pfurtscheller. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ
Das finden einige zum Lachen, weil sie schon das politische Kleingeld mitrechnen bei den Wahlen, aber ich sage Ihnen (neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ): Die für Ordnung und Menschlichkeit eintreten, werden die Stärkeren in Europa sein! Darauf verlasse ich mich. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Pfurtscheller. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Pfurtscheller. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das finden einige zum Lachen, weil sie schon das politische Kleingeld mitrechnen bei den Wahlen, aber ich sage Ihnen (neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ): Die für Ordnung und Menschlichkeit eintreten, werden die Stärkeren in Europa sein! Darauf verlasse ich mich. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Pfurtscheller. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr verehrte Abgeordnete! Verehrte Mitglieder der Regierung! Ich sage das, weil das eine gemeinsame Aufgabe ist, wo ich sehr genau weiß, dass ich erstens das aufzuzeigen und zweitens in der Umsetzung mit Ihnen allen gemeinsam etwas zu leisten habe: Dass wir von der Europäischen Union verlangen, dass sie das Tempo erhöht, ist richtig, ich bitte Sie aber auch um Unterstützung, dass wir das Tempo erhöhen für Quartierschaffungen in Österreich! (Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Korun.
Mitglied des Europäischen Parlaments Eugen Freund (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Abgeordnete! Ich begrüße ganz besonders auch die vielen jungen Menschen auf der Besuchergalerie, aber natürlich auch die Älteren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Korun.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Ich erwähne das deshalb, weil wir oft vergessen, dass hinter den Flüchtlingsmassen und Flüchtlingsströmen Individuen stecken, Individuen mit Namen, Alter, Beruf und einem Vorleben. Das sind Männer, Frauen und Kinder, die keine Möglichkeit mehr gesehen haben, in ihrer Heimat zu überleben. Kinder, die nachts von Geschossen aus dem Schlaf gerissen wurden. Frauen, die versklavt, Männer, die gefangen genommen, gefoltert werden oder der Gefahr ausgesetzt sind, einer Armee zu dienen, die ihre eigenen Landsleute umbringt. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden die jetzige Problematik, meine Damen und Herren, nicht mit der linken Hand lösen können, aber mit rechten Parolen schon gar nicht. Das sei auch einmal deutlich gesagt! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie des Abg. Hagen.
Ich bin froh, dass hier in Wien ein wichtiger Anfang zur Beendigung dieses Krieges gemacht wird, aber man wird hier wohl auch noch etwas anderes besprechen müssen, meine Damen und Herren, nämlich dass sich auch die USA ihrer Verantwortung für diesen Krieg bewusst sein müssen und mehr Flüchtlinge in ihrem Land werden aufnehmen müssen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie des Abg. Hagen.)
Ruf bei der FPÖ: … Erdoğan! – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Wir können – das sagen uns viele Experten – aus den und mit den vielen Menschen Kapital schlagen. Aber es gibt hier in diesem Hause zu viele, die daraus nur politisches Kleingeld schlagen wollen. Dabei ist Integration kein unüberwindbares Hindernis – fragen Sie Attila Doğudan, den Gründer von Do & Co! Fragen Sie Atıl Kutoğlu, den Modeschöpfer! Fragen Sie den Herzspezialisten Shapour Djavan!! Fragen Sie Sohyi Kim, die TV-Köchin! Um nur einige zu nennen. (Ruf bei der FPÖ: … Erdoğan! – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ja, meine Damen und Herren, Europa steht vor großen Herausforderungen. Ja, wir haben noch viel Arbeit vor uns, nicht nur gegenüber den Hilfesuchenden, sondern auch gegenüber den Landsleuten, die überfordert sind von dem, was auf sie zukommt. Ja, wir werden die Probleme nicht auf der Stelle und nicht von heute auf morgen lösen können. Ja, wenn in Europa alle endlich die Größe der Verantwortung erkennen, dann finden wir auch einen Weg. Und: Nein, Europa darf an diesem Problem nicht scheitern! Es wird nicht scheitern! Das sind wir auch Hussein Khalid schuldig. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erste Priorität muss das haben, was Rechtslage ist. Und Rechtslage ist, die EU-Außengrenzen zu schützen, die EU-Außengrenzen zu sichern. Nur dann, wenn das gelingt, kann das Projekt Europäische Union, wie es mit den Schengen-Regelungen vorgesehen ist, als eine Union, in der es im Inneren keine Grenzen gibt, aufrechterhalten werden. Das ist der entscheidende Punkt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
„Der Staat muss auf seine Souveränität achten, daher brauchen wir mehr Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen an den Grenzen. Auch Österreich muss jetzt entsprechende Vorkehrungen treffen.“ (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Heinzl: … Schlauchboot versenken?
Griechenland ist ein NATO-Staat. Griechenland hat bis heute ein gutes Militärbudget, hat eine Mannstärke von 20 000 Soldaten bei den Seestreitkräften, 30 000 Soldaten insgesamt. Ich habe bei der Hellenic Navy nachgelesen, 120 Schiffe stehen der griechischen Armee zur Verfügung. Meines Erachtens sind die einzusetzen, um die EU-Außengrenze zu sichern und damit den Willen zu zeigen, dass man die EU-Außengrenzen sichern möchte. (Abg. Heinzl: … Schlauchboot versenken?) Und ich bitte Sie, wenn Sie in Malta zusammenkommen, wirklich auch Griechenland an seine Verpflichtung zu erinnern, die EU-Außengrenzen zu schützen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Wovor?)
Abg. Königsberger-Ludwig: Wovor?
Griechenland ist ein NATO-Staat. Griechenland hat bis heute ein gutes Militärbudget, hat eine Mannstärke von 20 000 Soldaten bei den Seestreitkräften, 30 000 Soldaten insgesamt. Ich habe bei der Hellenic Navy nachgelesen, 120 Schiffe stehen der griechischen Armee zur Verfügung. Meines Erachtens sind die einzusetzen, um die EU-Außengrenze zu sichern und damit den Willen zu zeigen, dass man die EU-Außengrenzen sichern möchte. (Abg. Heinzl: … Schlauchboot versenken?) Und ich bitte Sie, wenn Sie in Malta zusammenkommen, wirklich auch Griechenland an seine Verpflichtung zu erinnern, die EU-Außengrenzen zu schützen. (Abg. Königsberger-Ludwig: Wovor?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir waren mit Griechenland solidarisch, als Griechenland unsere Hilfe benötigt hat, ich erwarte mir jetzt auch von Griechenland diese Solidarität den anderen europäischen Staaten gegenüber! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Mitglied des Europäischen Parlaments Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man hier die Ausführungen der politischen rot-schwarzen EU-Lobbyisten gehört hat, insbesondere die Ausführungen des österreichischen Bundeskanzlers, kann man nur sagen: Gute Nacht, Österreich!, denn Ihre Rufe nach mehr Europa und noch mehr Europa und mehr EU und noch mehr EU stellen eigentlich genau das Problem der aktuellen Misere dar. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Treten Sie zurück, Sie sind kein würdiger Europaabgeordneter!
Sie müssen endlich einmal erkennen und zur Kenntnis nehmen, dass die Politik der Europäischen Union nicht die Lösung der Probleme, sondern die Ursache der Probleme ist! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Treten Sie zurück, Sie sind kein würdiger Europaabgeordneter!)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, nicht mehr Europa ist hier die Lösung, sondern die Rückentwicklung einer europäischen Kooperation in Richtung einer europäischen Gemeinschaft, die wir einmal hatten und die auch bestens funktioniert hat. Das jetzige Modell, in Zahlen, Daten und Fakten betrachtet, funktioniert nicht! Und Sie sollten das endlich einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Das wäre günstig!
Der Nachfolger des Herrn Faymann, Herr Kern, Ihr künftiger Möglicherweise-Kanzler, der aus Humanitätsgründen gesagt hat: Ja, ich transportiere alle!, stellt jetzt 15 000 € dem österreichischen Steuerzahler (Zwischenrufe bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Das wäre günstig!), 15 Millionen €, Entschuldigung, 15 Millionen € dem österreichischen Steuerzahler in Rechnung. Und ich frage mich, ob Personen, die bis zu 10 000 € an Schlepper bezahlen, um den Weg nach Europa zu finden, nicht auch noch die 20 € für die Zugkarte hätten bezahlen müssen. Das war und ist Ihnen alles egal! Es war der Herr Kern, der gesagt hat, wir transportieren sie, und jetzt auf einmal muss der Steuerzahler dafür in die Verantwortung genommen werden. (Abg. Kogler: Das sind die wirklichen Sorgen, ja!)
Abg. Kogler: Das sind die wirklichen Sorgen, ja!
Der Nachfolger des Herrn Faymann, Herr Kern, Ihr künftiger Möglicherweise-Kanzler, der aus Humanitätsgründen gesagt hat: Ja, ich transportiere alle!, stellt jetzt 15 000 € dem österreichischen Steuerzahler (Zwischenrufe bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Das wäre günstig!), 15 Millionen €, Entschuldigung, 15 Millionen € dem österreichischen Steuerzahler in Rechnung. Und ich frage mich, ob Personen, die bis zu 10 000 € an Schlepper bezahlen, um den Weg nach Europa zu finden, nicht auch noch die 20 € für die Zugkarte hätten bezahlen müssen. Das war und ist Ihnen alles egal! Es war der Herr Kern, der gesagt hat, wir transportieren sie, und jetzt auf einmal muss der Steuerzahler dafür in die Verantwortung genommen werden. (Abg. Kogler: Das sind die wirklichen Sorgen, ja!)
Beifall bei der FPÖ.
Es funktioniert an allen Ecken und Enden nicht, und das muss auch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kogler: Auf die wir jetzt warten!
Es gäbe ja eine europäische Lösung, die Sinn hätte machen können (Abg. Kogler: Auf die wir jetzt warten!), eine Lösung europäischer Staaten, die … (Abg. Kogler: Jetzt haben Sie nicht mehr viel Zeit! Was ist die Lösung?) – Ja, hören Sie zu! – Das war ja schon Thema beginnend bei de Maizière bis hin zu Mikl-Leitner, die versprochen hat, dass direkt in der Region ein Erstaufnahmezentrum gemacht wird, mit UNHCR-Stan-
Abg. Kogler: Jetzt haben Sie nicht mehr viel Zeit! Was ist die Lösung?
Es gäbe ja eine europäische Lösung, die Sinn hätte machen können (Abg. Kogler: Auf die wir jetzt warten!), eine Lösung europäischer Staaten, die … (Abg. Kogler: Jetzt haben Sie nicht mehr viel Zeit! Was ist die Lösung?) – Ja, hören Sie zu! – Das war ja schon Thema beginnend bei de Maizière bis hin zu Mikl-Leitner, die versprochen hat, dass direkt in der Region ein Erstaufnahmezentrum gemacht wird, mit UNHCR-Stan-
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
dards, um abzuklären, wer überhaupt nach der Genfer Konvention Fluchtgründe namhaft machen kann und wer nicht. Die Europäische Union muss in der Region selbst eine befriedete Zone schaffen, damit die Menschen dort entsprechend Schutz finden, aber man kann doch nicht das Geld kürzen, wenn es darum geht, dass die Menschen vor Ort entsprechend Geld und medizinische Versorgung haben. Es kann doch keine Lösung sein, alle nach Europa zu holen, so wie Sie von den Grünen und von der Sozialdemokratie das wollen. Das kann nicht funktionieren, und es funktioniert auch nicht. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Aus meiner Sicht besteht nur die Möglichkeit, den Weg zu gehen, die Menschen in der Region zu halten, den abendländischen Charakter Europas zu bewahren und damit aufzuhören, weitere Millionen von Menschen von der Arabischen Halbinsel und von Nordafrika in Richtung Europa einzuladen, obwohl weder die Arbeitsplätze noch die Logistik noch sonst die Voraussetzungen dafür zur Verfügung stehen. Das kann nicht funktionieren, es funktioniert nicht, und es muss beendet werden! – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Stimmt ja nicht!
Der Herr Bundeskanzler hat gesagt: Man muss unten vor Ort helfen, man muss Hilfe dorthin bringen, das ist aber nicht so leicht, da gibt es keine leichten Lösungen. – Das stimmt ja nicht, es gibt ganz leichte Lösungen, auf Knopfdruck. Es gibt ein Welternährungsprogramm der UNO, im Rahmen dessen dort unten für Essenskarten Nahrungsmittel verteilt werden. Österreich hat in diesem Jahr bis September keinen Cent in dieses Programm eingezahlt. (Ruf bei der ÖVP: Stimmt ja nicht!) Auf Knopfdruck hätten wir dort unten helfen können, völlig unkompliziert, wir hätten nur das überweisen müssen, was von österreichischer Seite zugesagt war. Hätte das Österreich gemacht und hätten das einige andere Nationen auch gemacht, dann wäre in diesem Jahr diese Flüchtlingskrise nicht in diesem Ausmaß ausgebrochen. Es beginnt nämlich mit diesem Versagen österreichischer, europäischer, nationalstaatlicher Politik, dass es in diesem Jahr zu dieser Flüchtlingskrise gekommen ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Herr Bundeskanzler hat gesagt: Man muss unten vor Ort helfen, man muss Hilfe dorthin bringen, das ist aber nicht so leicht, da gibt es keine leichten Lösungen. – Das stimmt ja nicht, es gibt ganz leichte Lösungen, auf Knopfdruck. Es gibt ein Welternährungsprogramm der UNO, im Rahmen dessen dort unten für Essenskarten Nahrungsmittel verteilt werden. Österreich hat in diesem Jahr bis September keinen Cent in dieses Programm eingezahlt. (Ruf bei der ÖVP: Stimmt ja nicht!) Auf Knopfdruck hätten wir dort unten helfen können, völlig unkompliziert, wir hätten nur das überweisen müssen, was von österreichischer Seite zugesagt war. Hätte das Österreich gemacht und hätten das einige andere Nationen auch gemacht, dann wäre in diesem Jahr diese Flüchtlingskrise nicht in diesem Ausmaß ausgebrochen. Es beginnt nämlich mit diesem Versagen österreichischer, europäischer, nationalstaatlicher Politik, dass es in diesem Jahr zu dieser Flüchtlingskrise gekommen ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Von der SPÖ! Das passt schon!
Ich würde mir wünschen, dass den Worten hier Taten folgen, dass solch eine Politik, die angekündigt wurde, tatsächlich gemacht wird. Aber die sozialdemokratische Politik ist doch nicht das, was heute hier in drei Reden gesagt wurde. Die sozialdemokratische Politik ist doch vielmehr das, was wir draußen sehen. So stehen zum Beispiel in Linz GenossInnen und halten Schilder mit der Aufschrift: Nicken Sie, wenn Sie gegen Flüchtlinge sind!, hoch. (Abg. Neubauer: Von der SPÖ! Das passt schon!) In Eberau im Burgenland wird ein Wahlkampf gegen Flüchtlingslager geführt. Beim letzten Dutzend an Verschärfungen des Asyl- und Fremdenrechts haben Sie immer mitgestimmt, sogar dann, wenn es nicht notwendig war, eine Mehrheit von Schwarz-Blau zu unterstützen.
Abg. Lopatka: Über die Türkei gekommen sind 600 000, habe ich gesagt! Zuhören!
Ich verstehe die Konservativen und die Nationalisten in dieser Debatte nicht. Haben Sie überhaupt keinen Stolz, keinen Nationalstolz? Es sind eine Million Flüchtlinge nach Europa gekommen. Übrigens, Kollege Lopatka, Ihre Zahl ist um 300 Prozent falsch, denn die Türkei versorgt nicht 600 000, sondern 2 Millionen Flüchtlinge. Die Türkei versorgt 2 Millionen Flüchtlinge! (Abg. Lopatka: Über die Türkei gekommen sind 600 000, habe ich gesagt! Zuhören!) Wenn dieses Jahr eine Million gekommen ist und nächstes Jahr eine Million in die gesamte Union kommen wird, dann leistet die gesamte Union das, was die Türkei leistet. Haben Sie keinen Stolz zu sagen: Wir können das, wir schaffen das, wir sind so leistungsfähig!? Sie, die Leistungsbewussten, die Könner, Sie glauben, dass Österreich das nicht schafft und Österreich das nicht hinbringt? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich verstehe die Konservativen und die Nationalisten in dieser Debatte nicht. Haben Sie überhaupt keinen Stolz, keinen Nationalstolz? Es sind eine Million Flüchtlinge nach Europa gekommen. Übrigens, Kollege Lopatka, Ihre Zahl ist um 300 Prozent falsch, denn die Türkei versorgt nicht 600 000, sondern 2 Millionen Flüchtlinge. Die Türkei versorgt 2 Millionen Flüchtlinge! (Abg. Lopatka: Über die Türkei gekommen sind 600 000, habe ich gesagt! Zuhören!) Wenn dieses Jahr eine Million gekommen ist und nächstes Jahr eine Million in die gesamte Union kommen wird, dann leistet die gesamte Union das, was die Türkei leistet. Haben Sie keinen Stolz zu sagen: Wir können das, wir schaffen das, wir sind so leistungsfähig!? Sie, die Leistungsbewussten, die Könner, Sie glauben, dass Österreich das nicht schafft und Österreich das nicht hinbringt? (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Was ist Ihre Lösung?
Jetzt fahren Sie zu einem Gipfel, zu einem europäischen Gipfel, wo die Verteilungspolitik besprochen werden soll, Herr Bundeskanzler. Dort wird das Problem fortgesetzt, das ist eine Krise der Nationalstaaten. Eine Landeshauptleutekonferenz mit 28 Landeshauptleuten, die sich nicht darauf einigen kann, wie dieses Problem gelöst werden soll, wird wieder keine Lösung zustande bringen, weil sie nicht wollen und alle 28 nur eines egoistisch wollen: möglichst wenig selbst leisten in dieser Frage. Ich würde mehr Leistungsbewusstsein … (Ruf bei der FPÖ: Was ist Ihre Lösung?)
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Lösung? – Meine Lösung ist, Menschen, die kurz vor dem Ersaufen sind, zu retten. Das ist meine Lösung. Ich würde jeden einzelnen Menschen retten. Punkt. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich nehme Ihre Angst zur Kenntnis, ich würde trotzdem jeden Menschen retten.
Beifall bei den Grünen. – MEP Reimon überreicht Bundeskanzler Faymann einen Bolzenschneider.
Herr Bundeskanzler, Sie gehen jetzt zu diesem Treffen, um die Zaunfrage zu verhandeln. Ein Zaun – und ich sage das als Burgenländer am Eisernen Vorhang – ist ein Symbol der Unfreiheit. Wir brauchen ein Symbol der Freiheit. Wenn Sie zu dieser Zaunverhandlung gehen, setzen Sie sich dafür ein, dass das nicht kommt! Verhindern Sie einen Zaun in Europa, sperren Sie uns nicht in einen Käfig, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen. – MEP Reimon überreicht Bundeskanzler Faymann einen Bolzenschneider.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend nur noch ein Zitat von dem gestern verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, das wir uns alle, jeder Einzelne von uns, in unser Stammbuch schreiben sollten: „In der Krise beweist sich der Charakter.“ – Hvala lepa. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schieder und Kogler.
Wenn man aber jetzt zum Beispiel Pakistan ansieht, dann frage ich mich, warum wir mit Pakistan solidarisch sein müssen. Ist Pakistan mit uns solidarisch? Hat Pakistan jemals etwas für uns gemacht? – Ganz im Gegenteil: Pakistan hat jetzt beschlossen, die Grenzen für all jene zuzumachen, die wir wieder dorthin zurückschicken wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schieder und Kogler.) Das heißt, wenn Menschen aus Pakistan zu uns kommen, die bei uns ja keinen Asylgrund haben, und wir diese nach Pakistan zurückschicken, dann sagen die Pakistani Nein und schließen den Flughafen für Menschen, die in die Heimat zurückgebracht werden. Und da frage ich mich, Herr Bundeskanzler: Warum sprechen Sie da nicht die Solidarität an? (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn man aber jetzt zum Beispiel Pakistan ansieht, dann frage ich mich, warum wir mit Pakistan solidarisch sein müssen. Ist Pakistan mit uns solidarisch? Hat Pakistan jemals etwas für uns gemacht? – Ganz im Gegenteil: Pakistan hat jetzt beschlossen, die Grenzen für all jene zuzumachen, die wir wieder dorthin zurückschicken wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schieder und Kogler.) Das heißt, wenn Menschen aus Pakistan zu uns kommen, die bei uns ja keinen Asylgrund haben, und wir diese nach Pakistan zurückschicken, dann sagen die Pakistani Nein und schließen den Flughafen für Menschen, die in die Heimat zurückgebracht werden. Und da frage ich mich, Herr Bundeskanzler: Warum sprechen Sie da nicht die Solidarität an? (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Kogler.
Ich frage mich, seit wann Somalia, Pakistan oder Ägypten an unser Land angrenzen, sodass wir Menschen aus diesen Ländern aufnehmen müssen. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) Warum? Seit wann? Seit wann ist das so? Warum müssen wir mit all jenen solidarisch sein? Warum ist es unsere Pflicht, alle, die zu uns wollen, auch aufzunehmen? Warum? Kann mir das jemand hier herinnen erklären? Warum muss sich jemand auf den Weg machen und 2 000 Kilometer oder noch mehr zurücklegen, um in Sicherheit zu sein? – Dafür gibt es keinen Grund. Und es gibt auch keinen vernünftigen Grund dafür, dass wir diese Menschen hier aufnehmen, denn sie wären in ihrer Region viel besser aufgehoben, und wir würden damit auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Beifall beim Team Stronach
Was wir tun müssen, ist, all jene, die wir aufgreifen, sofort zurückzuschicken, dorthin zurückzuschicken, wo sie bleiben können und bleiben sollen, nämlich in der Region. Das ist ja der Sinn der Genfer Flüchtlingskonvention. Der Sinn ist, dass all jene, die flüchten, ins Nachbarland flüchten, sofern das Nachbarland halbwegs stabil ist. Und das trifft auf die Türkei und auf viele andere Länder in der Region zu. Dorthin müssen wir sie zurückschicken, und genau dort haben sie auch ihren Platz (Beifall beim Team Stronach), damit sie letztlich dann wieder in ihre Heimat zurückkehren und Syrien und wie die Länder auch heißen mögen wieder aufbauen können. Wollen Sie allen Ernstes Syrien entvölkern und alle hier bei uns einquartieren? Welchen Sinn macht denn das? – Das macht überhaupt keinen Sinn!
Beifall beim Team Stronach.
Schauen Sie, Herr Bundeskanzler, wenn Sie schon jemanden suchen, dem gegenüber Sie solidarisch sein können und wollen, dann schlage ich Ihnen einfach einmal die 37 000 österreichischen Obdachlosen vor. Seien Sie da einmal solidarisch! Habe ich das von Ihnen gehört? 37 000 Menschen in Österreich sind obdachlos. Dazu habe ich von Ihnen noch nichts gehört. Es geht immer um die Flüchtlinge, es geht um Pakistani, es geht um Syrer, es geht um alle, die hier herwollen, aber um jene, die hier sind, kümmert sich niemand. Also seien Sie einmal mit denen solidarisch! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Kogler: Richtig!
Sehr geehrte Damen und Herren, so schaut die augenblickliche Beziehung der EU zu Afrika aus. (Abg. Kogler: Richtig!) Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich die Menschen, deren Umwelt wir mit zerstören und deren Arbeitsplätze wir mit zerstören, auf den Weg zu uns machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren, so schaut die augenblickliche Beziehung der EU zu Afrika aus. (Abg. Kogler: Richtig!) Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich die Menschen, deren Umwelt wir mit zerstören und deren Arbeitsplätze wir mit zerstören, auf den Weg zu uns machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
deutlicher auftreten müssen, und wir werden ihnen klarmachen müssen, dass Solidarität in der EU keine Einbahnstraße ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Hübner: Ja, aber was ist die Konsequenz ...?
Spielen wir diese Menschen nicht gegeneinander aus! Jeder von ihnen hat seine Würde und verdient unseren Respekt. (Abg. Hübner: Ja, aber was ist die Konsequenz ...?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es geht um die Einhaltung von Regeln, Beschlüssen, Zusagen. Das Recht und unsere Werte sind unsere Handlungsanleitung, nicht Umfragen, wahl- oder parteitaktische Überlegungen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, der Staat, die Europäische Union und die UNO sind als Schutz-, Ordnungs-, Rechts-, Werte- und Solidaritätsgemeinschaft gefordert, und ja, viele sind auch überfordert. Es geht, und ich sage das ganz bewusst, auch um das erfolgreiche Zusammenwirken von Recht, Gerechtigkeit, Sicherheit und Barmherzigkeit. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich fordere Sie daher dazu auf, mitzuhelfen, dass das oft beschämende Spiel der parteitaktischen Schuldzuweisungen, der Mangel an Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit zu vieler beendet wird. Ich fordere Sie dazu auf, den Nationalegoismus zu überwinden – er bringt uns nicht weiter! –, manche Wortwahl zu überdenken.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen
Ich sage, der Streit in der Regierung um die unterschiedlichen Modelle für das Flüchtlingsmanagement an unseren Grenzen ist lächerlich. Es geht nämlich um Verantwortung (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen), es geht um gemeinsames, entschlossenes Handeln. (Abg. Bösch: Handeln Sie noch heute! Handeln Sie endlich!) Die Herausforderungen sind eine Bewährungsprobe historischen Ausmaßes für die Europäische Union und die internationale Staatengemeinschaft. Wir Politiker – jeder von uns – stehen auf dem Prüfstand, weltweit und gegenüber unseren Mitmenschen. Ja, es gibt zu wenig Europäische Union, das heißt, zu wenig gemeinsames Handeln, und auch wenn wir heute schon viel weiter sind als am Beginn des Jahres, die Taten hinken den Zielen hinterher.
Abg. Bösch: Handeln Sie noch heute! Handeln Sie endlich!
Ich sage, der Streit in der Regierung um die unterschiedlichen Modelle für das Flüchtlingsmanagement an unseren Grenzen ist lächerlich. Es geht nämlich um Verantwortung (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen), es geht um gemeinsames, entschlossenes Handeln. (Abg. Bösch: Handeln Sie noch heute! Handeln Sie endlich!) Die Herausforderungen sind eine Bewährungsprobe historischen Ausmaßes für die Europäische Union und die internationale Staatengemeinschaft. Wir Politiker – jeder von uns – stehen auf dem Prüfstand, weltweit und gegenüber unseren Mitmenschen. Ja, es gibt zu wenig Europäische Union, das heißt, zu wenig gemeinsames Handeln, und auch wenn wir heute schon viel weiter sind als am Beginn des Jahres, die Taten hinken den Zielen hinterher.
Zwischenrufe bei der FPÖ
Ich komme zum Schluss. Machen wir den Menschen nichts vor: Es gibt keine kurzfristige Lösung (Zwischenrufe bei der FPÖ), keine Einzelmaßnahme, sondern nur gemeinsame Anstrengungen zur Ursachenbekämpfung! Grenzsicherung, eine legale Zuwanderungspolitik, eine europaweite Verteilung, eine gemeinsame Asylpolitik, gemeinsame soziale Grundversorgung sowie Integrationspolitik sind die Instrumente, die wir benötigen, um die Herausforderung gemeinsam bewältigen zu können.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ja, wir können das – und wir müssen es schaffen, wenn wir den Grundsatz beherzigen: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin Steßl! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage, es ist schon mutig, für diese Europastunde heute den Titel „Aktuelle Herausforderungen der Flüchtlingsfrage erfordern europäische Lösungen“ zu wählen. – Ja, großartig, aber diese europäischen Lösungen gibt es nicht. Es gibt ein realpolitisches Versagen der Europäischen Union, und zwar seit über vier Jahren (Beifall bei der FPÖ), und dennoch stellen wir uns heute hier her und reden von den europäischen Lösungen, die es braucht. Seit vier Jahren gibt es ein unglaubliches Versagen, und man hat es vonseiten der Europäischen Union bis heute nicht geschafft, irgendetwas dagegenzuhalten – nichts dergleichen!
Beifall bei der FPÖ.
Diese Europäische Union hat sich realpolitisch längst abgeschafft, aber Sie stellen sich hier her und ergänzen diese Europastunde nicht – wie es eigentlich sein sollte – dahin gehend, dass, solange diese Europäische Union weiter versagt, es natürlich notwendig und in Ihrer Verantwortung ist, dass es Ihre Aufgabe ist, Herr Kanzler Faymann, dafür Sorge zu tragen, dass die staatliche Verantwortung Österreichs, die Verantwortung dafür, dass österreichische Gesetze eingehalten werden, wahrgenommen wird, anstatt wieder irgendwie mit dem Finger in Richtung Europa zu zeigen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir erleben ein Chaos, das natürlich auch Ihren Namen trägt, Herr Faymann! Sie tragen die Verantwortung für das Chaos. Natürlich nimmt es anderswo den Ausgangspunkt, und natürlich ist das alles richtig, was heute gesagt worden ist: Vor Ort ist das Problem zu lösen!, aber wer hat denn dabei zugesehen, dass zehn-, zwanzig-, dreißigtausend bestialische Mörder und Unmenschen vor Ort die ganze Welt aus den Angeln heben? Wer hat die gewähren lassen und nichts dagegen unternommen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage daher, es braucht eine handlungsfähige österreichische Regierung und nicht eine, die permanent das Versagen der Europäischen Union aufzeigt, selbst aber auch permanent versagt und letztlich nicht bereit ist, Handlungsfähigkeit an den Tag zu legen! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Natürlich müssen wir Gesetze einhalten, das ist die Verpflichtung, die wir gegenüber unseren Staatsbürgern haben. Es geht darum, die Sicherheit, Ruhe und Ordnung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. – Das habe ich heute überhaupt nicht gehört. Das wäre unsere Verantwortung, aber die wird nicht gelebt. Und wenn dann irgendwelche internen Berichte des Innenministeriums durch Zufall ans Licht der Öffentlichkeit geraten, in denen steht, dass Sicherheit, Ruhe und Ordnung für die österreichische Bevölkerung angesichts dieses Versagens der Regierung nicht mehr gegeben sind, dann wird das in Abrede gestellt! Und wenn dann ein weiteres internes Papier, und zwar aus dem Finanzministerium, ans Licht der Öffentlichkeit gerät, dass man allein für die nächsten vier Jahre mit 12,5 Milliarden € an zusätzlichen Kosten rechnen muss, dann wird das auch wieder in Abrede gestellt, weil die Kosten ja der Österreicher zu tragen haben wird, bei dem man sich dann wieder mit Steuererhöhungen entsprechend abputzen wird. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Fenster aus, damit jeder Unbefugte in die Wohnung oder ins Haus gelangen kann. Natürlich ist das notwendig, um auch illegale Einreise zu verhindern, und dafür müssen wir letztlich alles sicherstellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte leere Regierungsbank! Geschätzte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist ziemlich verhaltensoriginell, europäische Lösungen bei anstehenden Herausforderungen als sogenannten EU-Lobbyismus abzutun, wie das der EU-Parlamentarier Harald Vilimsky von der FPÖ vorhin getan hat, und dann von eben dieser EU die Lösungen für diese Herausforderungen zu verlangen. Insgesamt geht sich das ein bisserl nicht aus, sehr geehrter Herr Strache! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Lopatka: Nicht gegen Flüchtlinge!
Zurück zum eigentlichen Thema: Es war einmal ein Europa, das wollte ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts sein, und zwar für alle Menschen, die in diesem Europa leben oder die sich in diesem Europa befinden. Dank nationalistischer Politik von so manchen Regierungsparteien, wie Herr Klubobmann Lopatka gerade in seiner Rede von sich gegeben hat, müssen wir uns inzwischen mit Ideen beschäftigen, die da lauten: Es sollen Kriegsschiffe von der griechischen Marine gegen Flüchtlinge eingesetzt werden. (Abg. Lopatka: Nicht gegen Flüchtlinge!) – Ich nehme Sie ernst, Herr Kollege Lopatka, und ich möchte Ihren Gedanken fortführen. (Abg. Lopatka: Gegen die Schlepperei!)
Abg. Lopatka: Gegen die Schlepperei!
Zurück zum eigentlichen Thema: Es war einmal ein Europa, das wollte ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts sein, und zwar für alle Menschen, die in diesem Europa leben oder die sich in diesem Europa befinden. Dank nationalistischer Politik von so manchen Regierungsparteien, wie Herr Klubobmann Lopatka gerade in seiner Rede von sich gegeben hat, müssen wir uns inzwischen mit Ideen beschäftigen, die da lauten: Es sollen Kriegsschiffe von der griechischen Marine gegen Flüchtlinge eingesetzt werden. (Abg. Lopatka: Nicht gegen Flüchtlinge!) – Ich nehme Sie ernst, Herr Kollege Lopatka, und ich möchte Ihren Gedanken fortführen. (Abg. Lopatka: Gegen die Schlepperei!)
Abg. Lopatka: Ja, ich nehme den Kampf gegen Schlepper ernst!
Wenn griechische Kriegsschiffe von der griechischen Marine, wie Sie das gefordert haben, im Mittelmeer zum Einsatz kommen, um die Einreise von Flüchtlingen zu behindern – und wir kennen alle die Bilder von den Booten mit vielen Kindern, mit Säuglingen, mit Jung und Alt –, wenn diese Kriegsmarine des griechischen Staates zum Einsatz kommt, was wäre die Konsequenz, wenn man diese Boote nicht stoppen kann? Auf Flüchtlinge schießen? Ist das Ihr Vorschlag? Nehmen Sie Ihren eigenen Vorschlag ernst? (Abg. Lopatka: Ja, ich nehme den Kampf gegen Schlepper ernst!)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Wenn wir also sagen, wir wollen keine erzwungene Migration, wir wollen, dass Menschen dort, wo sie leben, bleiben können, weil sie dort eine Lebensperspektive haben, dann geht es um eine zusammenhängende Politik, dann geht es auch um faire Handelsbeziehungen, dann geht es darum, dass wir als Teil der EU – und das sind wir (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen) – endlich aufhören, afrikanische Länder mit einer unfairen, ungerechten Handelspolitik auszubeuten. Dann hätten wir auch weniger Menschen, die zu uns kommen müssen, weil sie dort, wo sie gelebt haben, überhaupt keine Perspektive mehr haben. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir also sagen, wir wollen keine erzwungene Migration, wir wollen, dass Menschen dort, wo sie leben, bleiben können, weil sie dort eine Lebensperspektive haben, dann geht es um eine zusammenhängende Politik, dann geht es auch um faire Handelsbeziehungen, dann geht es darum, dass wir als Teil der EU – und das sind wir (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen) – endlich aufhören, afrikanische Länder mit einer unfairen, ungerechten Handelspolitik auszubeuten. Dann hätten wir auch weniger Menschen, die zu uns kommen müssen, weil sie dort, wo sie gelebt haben, überhaupt keine Perspektive mehr haben. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Walter Rosenkranz: Und Sie wollen das?
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Wir sprechen heute in dieser Aktuellen Europastunde über die Herausforderungen in der Flüchtlingsthematik und über europäische Lösungen, und ich möchte einen Punkt vorausschicken, den als Faktum voranzustellen mir wichtig ist: Zuwanderung in großem Stil wird stattfinden. – Das ist ein Faktum, das wir uns nicht werden aussuchen können. (Abg. Walter Rosenkranz: Und Sie wollen das?) Es wird im großen Stil Zuwanderung stattfinden, weil die Menschen heute überall auf der Welt mobiler sind, weil wir vernetzter sind, weil wir global zusammenwachsen, weil die Krisen zahlreich sind, weil Kriege toben, weil das Wohlstandsgefälle auf diesem Planeten sehr, sehr groß ist, weil Armut und Perspektivenlosigkeit in vielen Teilen dieser Welt wuchern.
Abg. Lugar: Muss aber nicht!
Das heißt, Faktum ist und bleibt, Zuwanderung wird stattfinden, und zwar in einem größeren Ausmaß, als wir das in den letzten Jahrzehnten gekannt haben. (Abg. Lugar: Muss aber nicht!)
Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ein Rechtsbruch, was Sie da schildern!
Das heißt, was wir im Moment machen, ist, dass jeder versucht, sich am Nachbarland abzuputzen, und deswegen müssen wir rasch in neue Folgeregelungen zu Dublin kommen. Die sind aber nicht in Aussicht, und solange die nicht in Aussicht sind, ist alles andere den Leuten Sand in die Augen streuen, weil sich eigentlich jedes Land abputzen will, und wir machen da munter mit. Und das ist natürlich unwürdig. (Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ein Rechtsbruch, was Sie da schildern!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Walter Rosenkranz: Also Rechtsbruch?!
Es geht vor allem um Menschlichkeit, und es geht um Ehrlichkeit. Wir sollten es ehrlich so sagen, wie es ist: Wir wollen sie nicht registrieren, und deswegen werden sie nicht registriert! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Walter Rosenkranz: Also Rechtsbruch?!) – Meinen Punkt habe ich klargemacht. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Nein, haben Sie nicht!)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Nein, haben Sie nicht!
Es geht vor allem um Menschlichkeit, und es geht um Ehrlichkeit. Wir sollten es ehrlich so sagen, wie es ist: Wir wollen sie nicht registrieren, und deswegen werden sie nicht registriert! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Walter Rosenkranz: Also Rechtsbruch?!) – Meinen Punkt habe ich klargemacht. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Nein, haben Sie nicht!)
Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, die Ausgangslage für Lösungen wird nicht einfacher, sie wird komplexer, und deswegen will ich zu Lösungen kommen, im Großen wie im Kleinen. Im Kleinen zeigt Sepp Schellhorn vor, wie man es macht. Er hat im Kleinen Großes geleistet. Und hier ein Appell an alle, die christlich-soziale Werte hochhalten, die dann am Weihnachtsabend wieder beim Krippenspiel knien und „Herbergssuche“ sagen, aber davor Flüchtlingsheime zugedreht haben, die optimal und als Best Practice funktioniert haben: Das ist schandhaft! Das ist schandhaft! (Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Im Großen brauchen wir Lösungen, im Zuge derer wir einfach auch Anleihe bei jenen Dingen nehmen müssen, die funktioniert haben. Wir haben fast zehn Jahre lang einen Stabilitätspakt für Südosteuropa gehabt, mit großartigen Beiträgen auch von Österreich. Versuchen wir, so etwas multilateral für den Nahen Osten aufzustellen, einen Stabilitätspakt für den Nahen Osten, wo wir in Infrastrukturprojekte gehen, in Bildungsprojekte, um so später in den Bereich der Politik zu kommen! Beginnen wir damit, miteinander zu tun! Versuchen wir gemeinsam mit der Afrikanischen Union, zu Lösungen zu kommen! (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Schlusssatz: So wie heute in Malta, das sind Dinge, die wöchentlich stattfinden müssten, und zwar mit Lösungsorientierung – und nicht als ein Termin für ein gemeinsames Abendessen! Das wird zu wenig sein. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Er ist offiziell entschuldigt! – Staatssekretärin Steßl: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
taucht ist, ich hätte ihm das gern persönlich gesagt, aber gut. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Er ist offiziell entschuldigt! – Staatssekretärin Steßl: Das ist unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Das werden schon noch 150 000 werden dieses Jahr!
Heute habe ich in den Frühnachrichten eine interessante Meldung gehört: Österreich ist bisher immer von 86 000 Asylanträgen in diesem Jahr ausgegangen – heute ist diese Zahl auf 95 000 angehoben worden. (Abg. Strache: Das werden schon noch 150 000 werden dieses Jahr!) Ein Schelm, der hier etwas Schlechtes denkt, aber es ist eigenartig, dass das just zu dem Zeitpunkt kommt, wo Deutschland Dublin III wieder vollzieht. Das klingt schon ein bisschen anrüchig.
Beifall beim Team Stronach.
Man sieht jetzt, wie einfach das zu kontrollieren wäre: Die Fähren haben vier Tage gestreikt, und es sind kaum Flüchtlinge gekommen. Das heißt, es wäre ein Leichtes für die Griechen, diese Registrierungen beim Zutritt auf die Fähre durchzuführen. Wenn man das an einem Flughafen machen kann, ist es leicht machbar, meine Damen und Herren. (Beifall beim Team Stronach.) Ich glaube, das wäre der richtige Weg. Da geht es nur um den Willen.
Ruf bei der ÖVP: Das ist Populismus!
Jetzt muss mir jemand erklären, wieso wir Geld nach Griechenland hinunterschicken, wenn die ihre Hausaufgaben nicht machen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist Populismus!) – Nein, das ist nicht Populismus, sondern das sind Tatsachen, Herr Kollege, und die muss man den Menschen auch einmal sagen! Und von Griechenland muss man einfordern, dass sie die europäischen Regeln einhalten, bevor wir einen Haufen Geld hinunterschicken, uns alles aufbürden lassen und alles tun, nur damit sie ihre Aufgaben nicht erfüllen müssen. Das muss man sich schon anschauen, meine Damen und Herren. Ich glaube, das wäre der richtige Schritt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Jetzt muss mir jemand erklären, wieso wir Geld nach Griechenland hinunterschicken, wenn die ihre Hausaufgaben nicht machen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist Populismus!) – Nein, das ist nicht Populismus, sondern das sind Tatsachen, Herr Kollege, und die muss man den Menschen auch einmal sagen! Und von Griechenland muss man einfordern, dass sie die europäischen Regeln einhalten, bevor wir einen Haufen Geld hinunterschicken, uns alles aufbürden lassen und alles tun, nur damit sie ihre Aufgaben nicht erfüllen müssen. Das muss man sich schon anschauen, meine Damen und Herren. Ich glaube, das wäre der richtige Schritt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Abgeordneter Christoph Hagen (fortsetzend): Schlusssatz: Der luxemburgische Außenminister hat es ja deutlich gesagt: Wenn wir das Problem nicht in den Griff bekommen, dann wird es militärische Konflikte am Balkan geben – und das mit unserem Bundesheer, das wir zu Tode gespart haben. Das möchte ich bitte nicht erleben. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Kogler: Weil die Nationalstaaten da Prügel in den Weg schmeißen!
Der zweite Punkt ist: Wer daran interessiert ist, dass sich die Europäische Union weiterentwickelt, der muss auch Mut zu Kritik haben. Ich finde, zu kritisieren ist, dass die Europäische Union nicht auf die Auswirkungen der Finanzkrise vorbereitet war, nicht auf die Auswirkungen der Eurokrise vorbereitet war, nicht auf die Griechenlandkrise vorbereitet war und nicht auf die Flüchtlingsproblematik vorbereitet war. (Abg. Kogler: Weil die Nationalstaaten da Prügel in den Weg schmeißen!) Das sollte man einmal in aller Deutlichkeit feststellen.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Team Stronach
Nächster Punkt: Was mich verwundert, ist, dass zwei NATO-Länder wie Griechenland und die Türkei das nicht in den Griff kriegen. Da stimmt doch etwas nicht! Ich glaube, die Griechen wollen erreichen, dass man bei ihnen nachlässt, dass sie ihre Sparprogramme anders organisieren können. Die Türken wollen Geld dafür haben, dass sie überhaupt dafür sorgen, dass die Wanderungsbewegungen dort nicht so einsetzen, klar, und sie wollen möglichst rasch in die Europäische Union. Davor kann ich nur warnen! Die Türkei hat in der Europäischen Union gar nichts verloren! Das muss man einmal eindeutig feststellen (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Team Stronach), weil wir dann urplötzlich neue Grenzen haben und urplötzlich jeder, der in die Türkei kommt, gleich in der Europäischen Union ist.
Abg. Lugar: Sagen Sie das Ihrem Kanzler! Sie reden, als wären Sie in der Opposition!
Und was noch dazukommt, ist, dass wir jetzt natürlich diese Rücknahmeverträge machen müssen. Und in La Valletta werden einzelne afrikanische Länder möglicherweise sagen, dass sie für die Rücknahme auch Geld haben wollen. Pakistan ist so ein Beispiel: Jetzt sagt es Nein dazu, aber vielleicht sagt es doch einmal Ja. Die Türkei sagt einmal Nein, dann sagt sie vielleicht Ja. Und so geht das dann weiter. Bei diesen Rücknahmeverträgen, die wir jetzt machen müssen, weil wir in einer fast erpressbaren Situation sind, müssen wir aufpassen, dass dann nicht auch noch die Falschen das Geld kriegen, die dafür sorgen, dass dort weiterhin ungerechte Verhältnisse herrschen und es dort weiterhin Wanderungsbewegungen gibt! Also da gibt es einiges, wo man, glaube ich, wirklich etwas unternehmen muss. (Abg. Lugar: Sagen Sie das Ihrem Kanzler! Sie reden, als wären Sie in der Opposition!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und Team Stronach.
Ich sage das jetzt einmal zugespitzt – auch als Parlamentarier in dem Rahmen –, weil mich das so ärgert, dass sich die da herstellen und jetzt die Europäische Union und uns alle auch noch zu erpressen beginnen! Und da, finde ich, muss man auch eindeutig Kante zeigen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ist das ein kluger Satz! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Cap –: War das doch ein interessanter Klubobmann!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Amon. – Bitte. (Abg. Strache – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Cap –: War das doch ein interessanter Klubobmann!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Cap hebt ironisch mahnend den Zeigefinger. – Abg. Strache: Aufpassen, das ist ein „Hetzer“!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Ein wirklich sehr zu unterstützender Beitrag, geschätzter Kollege Cap – in weiten Teilen interessanterweise große Übereinstimmung mit der Rede des Premierministers Viktor Orbán am EVP-Kongress. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Cap hebt ironisch mahnend den Zeigefinger. – Abg. Strache: Aufpassen, das ist ein „Hetzer“!) Orbán hat nämlich auch davon gesprochen, dass sich die Europäische Union mit ihren Maßnahmen nicht in die Abhängigkeit von der Türkei begeben soll, um ihr nicht gänzlich ausgeliefert zu sein.
Abg. Strache: Wir werden alle Gartenzäune ausreißen!
Meine Damen und Herren – und das ist mir sehr wichtig –: Ich wünsche mir kein Europa der Zäune. Ich brauche hier kein Bekenntnis zu Europa und zu dieser Europäischen Union abzulegen, ich habe Zeit meiner politischen Arbeit für dieses gemeinsame Europa gekämpft, gearbeitet und argumentiert. Das Letzte, was ich will, ist ein Europa, das um seine Nationalstaaten Zäune errichtet. Das will ich nicht. (Abg. Strache: Wir werden alle Gartenzäune ausreißen!) Aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unserer eigenen Bevölkerung. (Abg. Strache: Und die Bürger wollen welche, die wollen Grenzschutzzäune! Nur weil Sie es nicht wollen! Die Bürger wollen Grenzschutzzäune!) Und wenn es der Europäischen Union nicht gelingt, die Außengrenze in dem Sinne zu schützen, dann müssen wir hier handeln.
Abg. Strache: Und die Bürger wollen welche, die wollen Grenzschutzzäune! Nur weil Sie es nicht wollen! Die Bürger wollen Grenzschutzzäune!
Meine Damen und Herren – und das ist mir sehr wichtig –: Ich wünsche mir kein Europa der Zäune. Ich brauche hier kein Bekenntnis zu Europa und zu dieser Europäischen Union abzulegen, ich habe Zeit meiner politischen Arbeit für dieses gemeinsame Europa gekämpft, gearbeitet und argumentiert. Das Letzte, was ich will, ist ein Europa, das um seine Nationalstaaten Zäune errichtet. Das will ich nicht. (Abg. Strache: Wir werden alle Gartenzäune ausreißen!) Aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unserer eigenen Bevölkerung. (Abg. Strache: Und die Bürger wollen welche, die wollen Grenzschutzzäune! Nur weil Sie es nicht wollen! Die Bürger wollen Grenzschutzzäune!) Und wenn es der Europäischen Union nicht gelingt, die Außengrenze in dem Sinne zu schützen, dann müssen wir hier handeln.
Abg. Walser – in Richtung des Abg. Lopatka zeigend –: Er hat das gesagt! – Zwischenruf der Abg. Korun.
Frau Kollegin Korun, die Kritik an unserem Klubobmann geht da völlig ins Leere, weil es nicht darum geht, mit Kriegsschiffen, wie Sie es gesagt haben, aufzufahren. Das sind Boote der griechischen Marine. (Abg. Walser – in Richtung des Abg. Lopatka zeigend –: Er hat das gesagt! – Zwischenruf der Abg. Korun.)
Abg. Strache: Das machen Sie gerade!
dern die Behörden!) Um diese Unterscheidung, Frau Kollegin Korun, geht es, denn wenn wir jedem ermöglichen, ohne jede Form der Kontrolle in dieses Europa einzureisen und einzuwandern (Abg. Strache: Das machen Sie gerade!), dann nehmen wir jenen, die wirklich Asyl brauchen, die Möglichkeit, in ein sicheres Land zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
dern die Behörden!) Um diese Unterscheidung, Frau Kollegin Korun, geht es, denn wenn wir jedem ermöglichen, ohne jede Form der Kontrolle in dieses Europa einzureisen und einzuwandern (Abg. Strache: Das machen Sie gerade!), dann nehmen wir jenen, die wirklich Asyl brauchen, die Möglichkeit, in ein sicheres Land zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das unterscheidet unsere beiden Positionen sehr deutlich. Sie sagen: Jeder soll kommen, auch wenn es sich ausschließlich um wirtschaftliche Interessen handelt. Und wir sagen, dass das Asylrecht nicht ausgehöhlt werden darf. Das ist ein deutlicher Unterschied zwischen Ihnen und uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kogler: Nicht einmal das ist richtig! – Abg. Strache: Das ist schon richtig, und das waren wirklich Ärzte!
Deshalb, meine Damen und Herren, sind auch Vergleiche mit der Ungarn-Krise, mit dem Prager Frühling, mit dem Jugoslawien-Krieg nicht angebracht, denn die, die da gekommen sind, das waren Asylwerber. Das waren wirklich Leute, die politisch verfolgt waren, die vor einem Regime geflüchtet sind, und sie haben im ersten sicheren Land um Asyl angesucht. Das, meine Damen und Herren, ist der Unterschied zwischen Ihrer und unserer Position. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Kogler: Nicht einmal das ist richtig! – Abg. Strache: Das ist schon richtig, und das waren wirklich Ärzte!)
Abg. Schönegger: Das waren jetzt zwei sehr gute Reden!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Amon! (Abg. Schönegger: Das waren jetzt zwei sehr gute Reden!) – Da gebe ich Ihnen sogar recht. Eines war sehr gut beim Kollegen Amon: Er hat als Erster aus den Reihen der ÖVP in diesem Hause gesagt, dass auch die österreichische Bevölkerung ihre Interessen hat und dass auch diese Interessen zu wahren sind. Das habe ich bisher nie gehört. Und er hat erstmals in diesem Hause gesagt – auch das habe ich von der ÖVP bis jetzt nicht gehört –, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen der jetzigen Masseneinwanderung aus der Dritten Welt und der Ungarn-, Tschechien- oder Polen-Krise besteht. Auch das habe ich bis jetzt nicht gehört. Insoweit war die Rede des Kollegen Amon tatsächlich gut, neu und erfrischend. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Amon! (Abg. Schönegger: Das waren jetzt zwei sehr gute Reden!) – Da gebe ich Ihnen sogar recht. Eines war sehr gut beim Kollegen Amon: Er hat als Erster aus den Reihen der ÖVP in diesem Hause gesagt, dass auch die österreichische Bevölkerung ihre Interessen hat und dass auch diese Interessen zu wahren sind. Das habe ich bisher nie gehört. Und er hat erstmals in diesem Hause gesagt – auch das habe ich von der ÖVP bis jetzt nicht gehört –, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen der jetzigen Masseneinwanderung aus der Dritten Welt und der Ungarn-, Tschechien- oder Polen-Krise besteht. Auch das habe ich bis jetzt nicht gehört. Insoweit war die Rede des Kollegen Amon tatsächlich gut, neu und erfrischend. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Wenn es von mir kommt oder wenn es Klubobmann Strache sagt, verstehe ich es. Wir sitzen nicht in der Regierung. Aber warum sagt sich die Regierung selbst, dass sie ihre Hausaufgaben machen muss? (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Schauen wir einmal, was die Regierung an Hausaufgaben gemacht hat oder nicht: Einwanderung – da gebe ich einigen Vorrednern recht – wird immer erfolgen, aber illegale Masseneinwanderung passiert nur dann und dort, wo man sie zulässt. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Wenn Sie die Interessen der Bevölkerung wahren wollen, wenn Sie das ernst meinen, was Sie heute gesagt haben, dann erwarten wir, dass Sie nicht in zwei Wochen, nicht in vier Wochen und nicht in einem Jahr, sondern sofort Maßnahmen ergreifen, um die illegale Masseneinwanderung nach Österreich zu stoppen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.
Das heißt aber nicht, dass das legitim ist! Wenn ich, aus Gambia kommend, in Österreich leben will, heißt das nicht, dass Österreich sagt: Refugee, you are welcome!, sondern dass Österreich sich anschaut: Wer ist der? Wollen wir den? Brauchen wir den? Lassen wir den zu? (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Wenn Österreich das nicht tut, wenn Österreich – so wie Ihr Klubobmann und Koalitionspartner Schieder in seinem Eingangsstatement – sich damit brüstet, dass es 440 000 Personen illegal durch Österreich in ein anderes Schengen-Land geschleust hat, und wenn das Ganze von einer Regierungspartei wortlos, schweigend hingenommen wird, dann erwarte ich, dass Sie deutlichere Worte finden als heute. Dann erwarte ich: Mea culpa! Dann erwarte ich zumindest, dass Sie sagen: Das war unsere Schuld, wir tragen hier Verantwortung, wir haben diese Katastrophe, wir haben diesen Zustand, wir haben diese Milliardenkosten, die auf uns zukommen, mit zu verantworten. – Das höre ich aber nicht. Und das erwarte, glaube ich, nicht nur ich, sondern das erwartet ein Großteil der Österreicher und auch ein Großteil Ihrer Wähler – so viel nur aufgrund der Aufforderung, Ihre Rede positiv zu bewerten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Das kann man sich wünschen – aber das ist ein Wunsch für unsere Großenkelgeneration und nicht für uns. Deswegen erwarte ich auch von den Sozialdemokraten als Regierungspartei: Realismus, Beachtung der österreichischen Interessen und kein Sand-in-die-Augen-der-Zuschauer-und-Wähler-Streuen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei den Grünen.
Aber das Ganze ist, entgegen dem, was immer gerne behauptet wird und was man heute hier wieder mehrheitlich hören konnte – von einer Seite hört man es eh nie anders, darauf gehe ich gar nicht mehr ein –, eine Krise der individuellen, fast, Eitelkeiten, jedenfalls unsolidarischen Verhaltensweisen und Bedürfnisse der Mitgliedstaaten und nicht der Union, zumindest nicht in erster Linie. Genau deshalb stellt sich die Frage nach dem zukünftigen Europa: Soll das jetzt eines sein, wo die Schlagbäume heruntergeschlagen werden und die Stacheldrahtzäune hochgezogen werden, mit allen wirtschaftlichen Schäden im Übrigen – dies sei nebenbei bemerkt, Herr Lopatka von der Wirtschaftspartei –, oder geht es weiter darum, dass wir das verteidigen, wenn hier schon vom Verteidigen gesprochen wird, was vor allem auch die Prinzipien und die Werte sind? Da geht es um fundamentale Dinge. Da geht es schon darum, dass wir in Wahrheit von Kriegsflüchtlingen reden, weil dort Krieg ist. Wenn man Ihnen zuhört, glaubt man immer, bei uns ist Krieg, angesichts der Maßnahmen, die Sie fordern. Dort ist Krieg, wo die herkommen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hübner: Was heißt „das da anhören“?
Wissen Sie, dass diese Menschen, wenn man das verfolgen wollte – ich bleibe jetzt natürlich in erster Linie bei Syrien, das sage ich schon dazu; ich komme dann noch, wenn es sich ausgeht, auf Afrika zu sprechen –, dort an Leib und Leben und mit Folter bedroht werden? Wovon reden wir denn hier in unserer warmen Stube? Das ist ja unfassbar, wenn man da zuhören muss. Die internationale Kommission, die untersuchen musste, ob und wie vor Jahren in Syrien Giftgasangriffe zustande gekommen sind, konnte den Vortrag vor der Öffentlichkeit nicht machen, ohne dass alle Mitglieder zu weinen begonnen haben – haben Sie das nie verfolgt? –, weil dort auf den Videos zu sehen war, wie die Kinder elendiglich verrecken – man kann es nicht anders sagen. Und dann muss man sich das da anhören?! (Abg. Hübner: Was heißt „das da anhören“?) Wo sind wir denn! – So ist es auch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hübner: Was ist „das da“?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hübner: Was ist „das da“?
Wissen Sie, dass diese Menschen, wenn man das verfolgen wollte – ich bleibe jetzt natürlich in erster Linie bei Syrien, das sage ich schon dazu; ich komme dann noch, wenn es sich ausgeht, auf Afrika zu sprechen –, dort an Leib und Leben und mit Folter bedroht werden? Wovon reden wir denn hier in unserer warmen Stube? Das ist ja unfassbar, wenn man da zuhören muss. Die internationale Kommission, die untersuchen musste, ob und wie vor Jahren in Syrien Giftgasangriffe zustande gekommen sind, konnte den Vortrag vor der Öffentlichkeit nicht machen, ohne dass alle Mitglieder zu weinen begonnen haben – haben Sie das nie verfolgt? –, weil dort auf den Videos zu sehen war, wie die Kinder elendiglich verrecken – man kann es nicht anders sagen. Und dann muss man sich das da anhören?! (Abg. Hübner: Was heißt „das da anhören“?) Wo sind wir denn! – So ist es auch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hübner: Was ist „das da“?)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Würden wir nicht nur 5 Milliarden – es wird ja schon um die Hälfte, 2 bis 3, peinlich gefeilscht –, sondern sogar 50 Milliarden zur Verfügung stellen, wissen Sie, was man mit 50 Milliarden machen könnte? Das sind weniger als 30 Cent pro EuropäerIn und Tag. Wenn das nicht möglich ist, dann stimmt grundsätzlich etwas nicht. Das geht eben auf diese falsche Linie der Mitgliedstaaten zurück, und dort muss man ansetzen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) – Danke, Herr Präsident.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt haben wir immer Eliten, die entweder führen oder sich fürchten. Ich plädiere dafür, dass man die Zukunft nicht einfach erleiden will. – Dieses Zitat habe ich mir auch ausgeborgt, wenn schon Helmut Schmidt hier zitiert wurde. – Man muss die Zukunft gestalten wollen! Wir Europäer könnten, wenn wir wollten. Und dann würden wir Europäer etwas schaffen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und Grünen.
gibt, wird jeder Flüchtling natürlich in jenes Land gehen, wo die Anerkennungsquote höher ist. Und wenn die Anerkennungsquoten momentan zwischen ungefähr 4 Prozent in der Slowakei, 40 Prozent in Österreich und um die 80 Prozent in Schweden betragen, ist es nur ganz logisch, dass sich die Flüchtlinge immer auf den Weg machen werden. Und deswegen brauchen wir gemeinsame europäische Regeln, sonst werden wir das auch nicht in den Griff bekommen. (Beifall bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Setzen Sie sich hin, lösen Sie die Probleme – versuchen Sie, sie zu lösen –, und lassen Sie dieses Klein-Klein, das da seit Wochen zwischen den Regierungsparteien stattfindet! Das bringt nichts. Das hilft niemandem. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Lösungsansatz wäre, darüber nachzudenken, ein dem australischen Modell „No way“ nachempfundenes Grenzschutzprogramm einzuführen. Dieses Modell hat sich bisher bewährt und keine Zigtausenden Toten im Meer verursacht. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein weiteres großes Problem ist der Einsatz der Polizei: Sie leistet Großartiges, nur sind die Tatsachen so, dass sie an ihrer Leistungsgrenze angelangt ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich denke, es ist wichtig – das ist auch angesprochen worden –, dass die EU-Außengrenzen gesichert werden müssen. Nur glaube ich, es ist genauso wichtig, dass die heimischen Grenzen sicher sind. Aber noch eines ist wichtig, meine sehr verehrten Damen und Herren: Asyl ist ein Schutz auf Zeit und nicht unbegrenzt. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ebenso wäre es aber auch sinnvoll gewesen, Frau Bundesminister, wenn auch Sie bei der Aktuellen Europastunde mit dieser Themenstellung anwesend gewesen wären, denn immerhin hat es wesentlichen Einfluss auf die innere Sicherheit der Republik Österreich, wenn die Europäische Union Versäumnisse in diesem Bereich zu verantworten hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In Wirklichkeit müssten viele weitere Plätze und Planstellen für Exekutivbeamte geschaffen werden, denn eines ist auch klar, Frau Bundesminister: Im Hinterland, im Land hinter der Grenze leidet die Bevölkerung gleichfalls an einer zurückgehenden Sicherheit, denn vor Ort werden die Polizisten abgezogen, um an der Grenze Dienst zu versehen – was natürlich auch notwendig ist. Aber wenn heute die Mitteilung kommt, dass beispielsweise im Land Kärnten an den Grenzübergängen zu Slowenien die Polizei und das Bundesheer abgezogen werden, dann frage ich mich: Was ist das für eine gelebte Verantwortung gegenüber der eigenen österreichischen Bevölkerung? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
und heute auch die Möglichkeit, Nägel mit Köpfen zu machen und im Sinne der österreichischen Bevölkerung endlich den Auftrag in Richtung Bundesregierung zu geben, diese Grenzsicherungsmaßnahmen auch umzusetzen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Darmann, Sie haben ein eigenartiges Demokratieverständnis: Wenn man um Positionen ringt und vielleicht auch eine öffentliche Debatte über unterschiedliche Zugänge stattfindet, dann tun Sie das als Streit ab – das ist eine Tendenz, die man in den Medien bedauerlicherweise feststellt, da haben wir halt eine vielleicht zu geringe Kultur –, aber ich weiß nicht, warum Sie das als Pflanzerei an der Bevölkerung abtun. Was ist denn dann der Streit zwischen uns? Pflanzen Sie auch die Bevölkerung, wenn Sie anderer Meinung sind als wir? (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist ein komischer Zugang. Ich sage Ihnen, das ist ein solch wichtiges Thema, dass es legitim ist, dass sich Abgeordnete, die einen gewissen Verantwortungsbereich haben, selbstverständlich in die Debatte einmischen, auch wenn sie zufällig einmal nicht die gleiche Meinung wie der Regierungspartner haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist ein ganz eigenartiges Demokratieverständnis, Herr Kollege Darmann, wenn Sie so etwas ins Lächerliche ziehen. Ich verstehe es nicht, das möchte ich Ihnen sagen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sehen wir, wie glaubwürdig Sie sind! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Im Übrigen: Herr Kollege Darmann, ich brauche von Ihnen keine Ratschläge, wo ich zuzustimmen habe und wo nicht, das werde ich mir schon selbst überlegen. Das möchte ich Ihnen auch gesagt haben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Da sehen wir, wie glaubwürdig Sie sind! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Über Glaubwürdigkeit würde ich mich mit der FPÖ gerne unterhalten. Wie Sie bei Frau Kollegin Winter entschieden haben, das habe ich sehr in Ordnung gefunden, aber Sie haben auch andere in Ihren Reihen, wie Herrn Kollegen – wie heißt er? – Höbart – heißt der so? –, der da zu Flüchtlingsbooten „nett“ postet: „Eine Seefahrt, die ist lustig/eine Seefahrt, die ist schön“. Das hat bei Ihnen Platz?! – Schreiben Sie mir nicht vor, ich soll glaubwürdig sein! Schauen Sie auf Ihre Glaubwürdigkeit! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
nisterin, Danke der österreichischen Exekutive, dass Sie durch Ihren Einsatz Österreich ein Stück sicherer gemacht haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist aber nicht nur die Zahl der Anzeigen zurückgegangen, sondern auch die Aufklärungsquote von 43,1 Prozent ist zum dritten Mal in Folge der beste Wert, den wir haben. Auch dazu möchte ich der österreichischen Exekutive herzlich gratulieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
All diese Maßnahmen, auch die Sonderkommissionen, Frau Bundesministerin, die Sie eingesetzt haben, haben sich bewährt, das kann man insgesamt sagen. Wir sind da auf einem sehr, sehr guten Weg. Ich würde meinen, dass wir diesen fortsetzen sollten, und das tun wir, Herr Kollege Darmann, gemeinsam in dieser Koalition, weil uns – jenseits aller populistischen Anwandlungen – die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher ein großes Anliegen ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
Ich frage Sie: Was tun Sie überhaupt? – Sie sind die Innenministerin, die vor einem Jahr davor gewarnt hat, dass große Zahlen an Flüchtlingen, nicht nur aus Syrien, nach Österreich kommen werden. Sie haben rechtzeitig gewarnt, und Sie haben recht gehabt, zu warnen. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Und was ist geschehen? – Es sind keine Vorkehrungen getroffen worden, es sind keine Fluchtgründe beseitigt worden, weder Polizei noch Bundesheer sind seriös auf die Eskalation der Situation vorbereitet worden. Sie agieren mit einem Zaun, mit Zaunpfählen vor dem Kopf, und beschäftigen sich Tag und Nacht damit, wie die Innenministerin dem Verteidigungsminister und wie möglichst der Verteidigungsminister der Innenministerin ein Bein stellen kann. Das ist das Einzige, das man derzeit sicherheitspolitisch vonseiten der Bundesregierung wahrnimmt, und das ist unverantwortlich gegenüber der österreichischen Bevölkerung und gegenüber den Opfern, die auf der Flucht sind. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf: Dann zahlen Sie es!
Es kostet 1 Dollar pro Tag in Jordanien oder im Libanon. (Ruf: Dann zahlen Sie es!) Es kostet nach unmenschlichem Leid auf der Flucht mindestens 20 € pro Tag. Und das ist eine unfassbare Kombination aus Unmenschlichkeit und politischer Dummheit und der Unfähigkeit, überhaupt ökonomisch zu begreifen, was machbar ist und was nicht, die zu dieser Situation führt.
Abg. Rädler: Haben Sie gespendet auch?
Noch etwas Zweites, Frau Innenministerin, und dafür sind Sie persönlich verantwortlich: Ich war in Nickelsdorf und ich war in Spielfeld, und ich habe mit sehr vielen Beamtinnen und Beamten gesprochen (Abg. Rädler: Haben Sie gespendet auch?) – es ist ganz, ganz wichtig, dass wir die Beamtinnen und Beamten gerade des Innenministeriums dort jetzt nicht im Stich lassen –, und die müssen sich anhören und sehen, sie müssen dabei zuschauen, dass es an der Grenze fast keine Beamten oder viel zu wenige Beamte gibt, dass es aber dann, wenn Herr Mensdorff-Pouilly zu einem Wildschweingemetzel im Burgenland lädt, plötzlich Beamte in Hülle und Fülle gibt!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe mir ein Video angeschaut, das zeigt, wie sich Herr Mensdorff-Pouilly in seinem Jagdwagen zum Wildschweingemetzel chauffieren lässt und hinter ihm vollbemannte Polizeiautos eine Riesen-Eskorte bilden, damit ja Millimeter für Millimeter der Jagdgrenze gegen Proteste abgedichtet wird, damit ungestört Wildschweinjagd betrieben werden kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dafür haben wir Beamte und Beamtinnen! Für den Schutz des ÖVP-Grafen und seiner Jagdfreunde gibt es Polizistinnen und Polizisten in Hülle und Fülle – aber nicht für die Arbeit an der Grenze, für die Fragen: Wie gehen wir mit Flüchtlingen um? Wie schützen wir die eigene Bevölkerung? Was tun wir gegen die erschreckend niedrige Aufklärungsquote von Verbrechen, ins-
Beifall bei den Grünen.
Erst auf dieser Basis, fürchte ich, wird es wieder einmal einen vernünftigen Sicherheitsbericht geben können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen und auf der Galerie! Hohes Haus! Ich werde versuchen, zum Sicherheitsbericht einiges zu sagen; der geschätzte Kollege Amon hat ja schon versucht, den ganzen Sicherheitsbericht korrekt darzustellen. Aber lassen Sie mich eingangs, da wir uns jetzt in einer nicht einfachen Situation befinden, mich bei allen Österreicherinnen und Österreichern sehr herzlich bedanken, bei allen Sicherheitskräften, ob PolizistInnen, Soldaten, Justizwache, bei allen, die im Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger sind. Sie verstehen, dass ich mich auch bei allen NGOs sehr herzlich bedanke, die sich für unser Land, für unsere Österreicherinnen und Österreicher seit Wochen voll einbringen: Meinen persönlichen Dank und Respekt, aber auch jenen meiner Fraktion! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pilz.
Ich lade Sie alle dazu ein, gemeinsam für unsere geliebte Heimat, für alle Österreicherinnen und Österreicher das Beste zu machen. – Alles Gute. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pilz.)
Abg. Pendl: Da sind eh die Blauen auch dabei!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte zuerst einmal aus einem Schreiben der Polizeigewerkschaft vom 5. November 2015 zitieren – zur Erklärung: Das sind die schwarze und blaue Gewerkschaft gemeinsam; sorry, nicht die blaue, die rote! Schwarze und rote, also die Regierungsparteien. (Abg. Pendl: Da sind eh die Blauen auch dabei!) Da ist bei der Forderung nach Personal unter anderem zu lesen:
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir haben den Sicherheitsbericht 2014 vorliegen – man kann mit Zahlen immer jonglieren, jeder Bericht ist so gut, wie man ihn gestaltet, man kann damit tricksen, das wissen wir alle –, aber die Sicherheit ist nicht wirklich so hoch, wie wir immer glauben, und die Beamten sind am Limit. Deswegen brauchen wir mehr Exekutivbedienstete und ein echtes Exekutivdienstgesetz, das den Beamten wirklich entgegenkommt, damit wir ausgeruhte, gut funktionierende Polizisten haben, die über unsere Sicherheit wachen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Lugar: Er sagt die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
cheres Land ist. (Abg. Lugar: Er sagt die Wahrheit! – Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Das zeigt auch dieser Sicherheitsbericht, der die Sicherheitslage recht gut reflektiert und generell in eine positive Richtung zeigt. Wir würden uns nur wünschen, dass dieser Sicherheitsbericht etwas früher ins Parlament käme.
Beifall bei den NEOS.
Bitte lassen Sie uns diese Gesamtrechnung anstellen, bestehende und neue Methoden evaluieren, unnötige Befugnisse auch wieder abschaffen und keine neuen Gesetze, von denen wir jetzt schon wissen, dass sie einen überzogenen Eingriff in die Grundrechte darstellen, beschließen. – Winter is coming. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Hable und Lintl.
artiges Engagement und für ihre Kompetenz herzlich bedanken. Daher möchte ich an dieser Stelle mein herzliches Dankeschön ausdrücken. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Hable und Lintl.)
Beifall bei der ÖVP.
An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Danke sagen für die große Unterstützung durch die Hilfsorganisationen – Caritas, Diakonie, dem Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund –, für die wirklich tolle Leistung der letzten Monate und der letzten Wochen im Bereich der Fremden, der Asylantragsteller oder jener, die bei uns durchgereist sind. Ich richte meinen Dank aber nicht nur an diese Hilfsorganisationen, sondern an den gesamten Bereich der Verwaltung – allen voran das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl – und natürlich an die Polizei, denn jeder Fremde muss von der Verwaltung und von der Polizei behandelt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, unser Verfassungsschutz braucht einfach die entsprechenden Instrumentarien zur Hand, und Sie haben es in der Hand, diese so schnell als möglich zu be-schließen, damit dort weiter gute Arbeit geleistet werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In Summe kann man sagen – vor allem dann, wenn man sich an die Zahlen, Daten und Fakten des Sicherheitsberichtes hält –, dass die Polizei enorm gute Arbeit geleistet hat und dass sie vor allem gefordert ist, auch in Zukunft gute Arbeit zu leisten. Es wurde ja schon angesprochen: Ja, die Polizei ist an der Grenze ihrer Belastbarkeit, doch die Bundesregierung hat sich auch darauf verständigt, dass es zusätzlich 2 000 neue Polizistinnen und Polizisten geben wird, und wir bilden jetzt, im Jänner, bereits 200 Personen zu Grenzpolizisten aus, damit die Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Dienst an der Grenze auch tatsächlich unterstützt werden können. Das heißt, die Bundesregierung, die Koalition war hier schneller als die Gewerkschaft. Ich stimme der Gewerkschaft zu, dass es mehr Personal braucht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne spreche ich noch einmal ein herzliches Danke dem gesamten Innenministerium und vor allem den Polizistinnen und Polizisten aus. Mein Dank gebührt auch den Sicherheitssprechern Otto Pendl und Werner Amon, die immer wieder für eine konstruktive Diskussion, für eine positive Auseinandersetzung zur Verfügung stehen, wenn es darum geht, die Dinge weiterzuentwickeln – sei es im Asylsystem, im Fremdensystem, im Fremdenbereich, im Bereich der Cyberkriminalität oder auch beim Staatsschutz –, und dafür gilt den beiden genannten Herren auch ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
fer Flüchtlingskonvention bei Gott nichts entnehmen. Wir sind gegen illegale Zuwanderung unter dem Titel des Asyls. Das sage ich einmal zur Klarstellung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Wir haben auch vom Mitglied des Europäischen Parlaments Reimon gehört, dass sein Interesse an der Flüchtlingspolitik darin besteht, dass Menschen, vor allem auch Kinder, vor dem Ertrinken aus dem Mittelmeer gerettet werden – ja! –, aber offensichtlich hat seine Kollegin Korun gleich die Einschränkung gemacht, dass sie aber nicht von einem griechischen Militärschiff gerettet werden dürfen, denn das wäre unter Umständen etwas anderes. Doch Kriegsschiffe sind natürlich nicht nur dazu da, zu schießen – wie dies Frau Korun unterstellt –, sondern auch dazu, Grenzen zu sichern und vor allem auch Menschen vor dem Ertrinken im Wasser zu retten, denn das macht nämlich jedes Schiff und jede Schiffsbesatzung. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Schatz: Wir können es auch zusammenfassen …!
Das Recht auf Asyl beinhaltet in Österreich auch nicht das Recht, sich auszusuchen, ob das Kind von einer Lehrerin unterrichtet wird oder ob der Kranke von einer Ärztin untersucht und behandelt wird. (Abg. Schatz: Wir können es auch zusammenfassen …!)
Zwischenruf bei den Grünen.
Frau Kollegin Schatz, Sie dürfen sich nachher melden, ich verstehe Sie nämlich sehr schlecht. Ich habe ein Mikrophon, und Sie haben leider Gottes eine leise Stimme, darum habe ich das jetzt nicht gehört, was Sie gesagt haben. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Und das Recht auf Asyl bedeutet auch nicht ein Recht, das Religionsrecht, über staatliches Verfassungsrecht, Grundrecht oder die Rechtsordnung des laizistischen Staates zu stellen. (Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Beifall bei der FPÖ.
All das darf es nicht geben, das erwarten sich die Menschen, es muss die entsprechende Sicherheit dafür geben. Es gibt manche Fraktionen in diesem Haus, die das nämlich nicht genau so sehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir von Sicherheit sprechen, dann sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei, der Justiz, des Bundesheeres eng damit verbunden. In den letzten Monaten wurde vielerorts schier Unmögliches geleistet, und unsere Sicherheitskräfte gingen bis an die Grenze der Belastbarkeit. Auch ich möchte – wie heute schon vielfach getan – Dank aussprechen. Es muss uns allen allerdings klar sein, dass Sicherheit auch Geld kostet und eine entsprechende Dotierung erforderlich ist. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Walter Rosenkranz: Lasst der seine Träume schon vom Öllinger schreiben?
Seither hat sich zwar die Zahl der Straftaten der FPÖ in diesem Zusammenhang nicht verringert – ganz im Gegenteil, wir haben fast täglich irgendwelche sogenannten Einzelfälle, die im Zusammenhang mit FPÖ-Funktionärinnen und ‑Funktionären stehen, teilweise werden sie aus ihren Reihen geschmissen, teilweise müssen sie austreten, wie auch immer –, aber das Gefahrenpotenzial, das hat massiv zugenommen. (Abg. Walter Rosenkranz: Lasst der seine Träume schon vom Öllinger schreiben?)
Abg. Walter Rosenkranz: Haben da die Grünen etwas dazu getan?
Kollege Singer hat zuvor politische Straftaten angesprochen, da sind die Jubelberichte leider nicht ganz so erfreulich. Rechtsextremistische Tathandlungen: plus 30 Prozent im letzten Jahr, die Zahl der angezeigten Personen in Zusammenhang mit Rechtsextremismus: plus 24 Prozent. (Abg. Walter Rosenkranz: Haben da die Grünen etwas dazu getan?)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Es wäre dringend notwendig – Herr Kollege Rosenkranz, Sie werden bei diesem Thema immer nervös, ich weiß es –, in Österreich wieder einen Rechtsextremismusbericht erstellen zu lassen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Ich habe in diesem Zusammenhang einen Bericht des Hamburger Verfassungsschutzes für das Jahr 2014 zugespielt bekommen oder gelesen. Es ist insofern interessant – für Österreich normalerweise nicht von ganz großer Relevanz –, als der Hamburger Verfassungsschutz über die Zustände in den Burschenschaften berichtet.
Ruf bei der FPÖ: Sie kennen sich nicht aus!
Der Hamburger Verfassungsschutz berichtet, dass es seit der Übernahme der Deutschen Burschenschaft durch die Wiener akademische Burschenschaft Teutonia eine ganze Reihe von Vorfällen skandalöser Natur gegeben hat, dass es eine Rekordzahl von Austritten aus der Burschenschaft gegeben hat. (Ruf bei der FPÖ: Sie kennen sich nicht aus!)
Abg. Walter Rosenkranz: Bravo!
Also ich möchte es so sagen: Burschenschaften gelten nicht gerade unbedingt als links, sie gelten nicht einmal als liberal, sie gelten als stramm deutschnational. (Abg. Walter Rosenkranz: Bravo!) Diese Burschenschaften, die sich aber auf dem Boden des Rechtsstaates befinden, treten aus der deutschen Burschenschaft aus, weil die österreichischen Burschenschaften – ich glaube, Sie sind auch Mitglied einer solchen Burschenschaft (Abg. Walter Rosenkranz: Gott sei Dank!) – dort zunehmend die Führung übernommen haben. Da muss ich sagen: Inzwischen stellen die Österreicher ein Drittel aller Mitglieder; bei der noch weiter rechts stehenden Allianz Burschenschaftliche Gemeinschaft ist es sogar die Hälfte.
Abg. Walter Rosenkranz: Gott sei Dank!
Also ich möchte es so sagen: Burschenschaften gelten nicht gerade unbedingt als links, sie gelten nicht einmal als liberal, sie gelten als stramm deutschnational. (Abg. Walter Rosenkranz: Bravo!) Diese Burschenschaften, die sich aber auf dem Boden des Rechtsstaates befinden, treten aus der deutschen Burschenschaft aus, weil die österreichischen Burschenschaften – ich glaube, Sie sind auch Mitglied einer solchen Burschenschaft (Abg. Walter Rosenkranz: Gott sei Dank!) – dort zunehmend die Führung übernommen haben. Da muss ich sagen: Inzwischen stellen die Österreicher ein Drittel aller Mitglieder; bei der noch weiter rechts stehenden Allianz Burschenschaftliche Gemeinschaft ist es sogar die Hälfte.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht die FPÖ-Wien, die das organisiert! Wissen Sie das noch immer nicht?
Es wäre dringend an der Zeit, einen solchen Rechtsextremismusbericht wieder einzuführen. Es wäre dringend an der Zeit, dass man sich das große europäische Vernetzungstreffen des Rechtsextremismus, das alljährlich von Ihnen organisiert wird – zumindest aus Ihrem Dunstkreis kommt, nämlich das der Rechtswalzer in der Hofburg ‑, anschaut, denn das sind Stammgäste des gesamten europäischen Rechtsextremismus. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: … nicht die FPÖ-Wien, die das organisiert! Wissen Sie das noch immer nicht?)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Da sind beispielsweise Leute – die man auf Fotos mit Hitlergruß sieht – wie Kevin Hauer, der sich mit einem Hitlerporträt abbilden lässt, Dauergast, das sind Leute wie Fred Duswald aus Oberösterreich. Sie kennen sie alle, ich muss sie nicht weiter anführen. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: Der hat das Drehbuch seiner Alpträume schon beim Öllinger schreiben lassen!
Frau Ministerin, es geht nicht nur um Kriminalitätsbekämpfung, sondern es geht auch um Prävention; da wäre Aufklärung geboten. Ich ersuche Sie daher dringend, diesbezüglich aktiv zu werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: Der hat das Drehbuch seiner Alpträume schon beim Öllinger schreiben lassen!)
Abg. Darmann: Zahlen! Zuhören!
Das ist ein legitimes Recht. Aber die Redner, die sich zu diesem Bericht gemeldet haben, haben zum Bericht überhaupt nichts gesagt und die Situation eigentlich nur genützt (Abg. Darmann: Zahlen! Zuhören!), die schwierige politische Situation, die wir in Bezug auf die Menschen, welche vor Krieg und Mord flüchten, haben, noch einmal aufzuzeigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Das ist ein legitimes Recht. Aber die Redner, die sich zu diesem Bericht gemeldet haben, haben zum Bericht überhaupt nichts gesagt und die Situation eigentlich nur genützt (Abg. Darmann: Zahlen! Zuhören!), die schwierige politische Situation, die wir in Bezug auf die Menschen, welche vor Krieg und Mord flüchten, haben, noch einmal aufzuzeigen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Peter Wurm: Die Schlüsse sind ja eindeutig!
schenruf des Abg. Peter Wurm.) Ich empfinde es aber als Wahnsinn, dass man sich illegal Schusswaffen besorgt und meint, damit sicherer zu sein. Daher bitte ich Sie, Frau Innenministerin, daraus Ihre Schlüsse zu ziehen und dagegen aufzutreten. (Abg. Peter Wurm: Die Schlüsse sind ja eindeutig!) Das Thema Cybercrime haben wir schon besprochen; Wirtschaftskriminalität auch.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Nichtsdestotrotz auch ein Dankeschön an die Frau Ministerin. Exekutive aufstocken: Ja, vielen Dank, aber mit guter Ausbildung und mit guter Ausrüstung. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Lausch-Angriff! – Heiterkeit.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Lausch. – Bitte. (Abg. Rädler: Lausch-Angriff! – Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.
Da Sie hier den Akademikerball so flapsig erwähnen: An diesem Abend findet die Kriminalität nicht in der Hofburg statt, da findet sie ganz woanders statt, da findet sie in den Straßen von Wien statt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.) Und da sind noch Abgeordnete Ihrer Fraktion maßgeblich dabei, ungute Stimmung zu machen.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das macht der Polizei Angst, wenn mit Pflastersteinen auf Polizisten, die tagtäglich ihren Dienst versehen – und diesen auch trotz dieser Bundesregierung gut machen –, geworfen wird. Das macht Angst, und das macht auch der Bevölkerung Angst. Reden Sie einmal mit den Geschäftsleuten am Graben, dann werden Sie erfahren, wie sehr dort die linken Demonstranten Angst gemacht haben! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Verkehren Sie nicht alles und stellen Sie Angehörige Ihrer Couleur nicht immer als die Unschuldslämmer der Nation dar! (Zwischenruf des Abg. Walser.) Da müsste man schon beide Seiten beleuchten, da kann man sich nicht einfach hier herstellen und nicht einmal ein Wort über den Sicherheitsbericht verlieren. Sie haben nicht einmal ein Wort über den Bericht verloren, weil Sie ihn sich nicht angeschaut haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Verkehren Sie nicht alles und stellen Sie Angehörige Ihrer Couleur nicht immer als die Unschuldslämmer der Nation dar! (Zwischenruf des Abg. Walser.) Da müsste man schon beide Seiten beleuchten, da kann man sich nicht einfach hier herstellen und nicht einmal ein Wort über den Sicherheitsbericht verlieren. Sie haben nicht einmal ein Wort über den Bericht verloren, weil Sie ihn sich nicht angeschaut haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Walser: … steht eh im Bericht!
Das ist Ihr Problem, Kollege Walser, dass Sie immer nur die polemische Keule schlagen, aber über den Bericht – da muss ich Kollegin Lueger schon recht geben – haben Sie nicht einmal ein Sterbenswörtchen verloren. Gar nichts! (Abg. Walser: … steht eh im Bericht!)
Abg. Walser: Mach’ ich täglich!
Ich muss Ihnen sagen, sich hier herzustellen, das zu sagen und zu verlangen – aber das ist bezeichnend für Ihre Politik, die Sie machen –, ist fast beschämend! Reden Sie mit den Polizisten darüber, was ihnen Angst macht! Das würde Ihnen gut anstehen, Herr Walser, wenn Sie das einmal machen würden. (Abg. Walser: Mach’ ich täglich!)
Zwischenruf des Abg. Gerstl
Kollege Gerstl, Sie finden das lustig, das freut mich, aber es sind immer Vertreter Ihrer Couleur (Zwischenruf des Abg. Gerstl), die sich hier herstellen und bedanken. Dann aber werden Planstellen gekürzt! Abschließend, Frau Bundesminister: Sie sagen hier, es sind wieder 2 000 Polizisten mehr angedacht und die Bundesregierung wird das durchsetzen, und so weiter und so fort. Schaut man sich nur die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäusern und der Diebstähle von Hab und Gut an, dann muss man schon sagen, dazu haben Sie mit der Schließung von Polizeidienststellen maßgeblich beigetragen. Das vergisst man in Zeiten wie diesen.
Beifall bei der FPÖ.
klar und deutlich sagen. Und da kann man nicht immer so tun, als wäre alles in Ordnung. Wir leben in einem sicheren Land. Das ist gut so. Das soll auch so bleiben, trotz dieser Bundesregierung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Darmann: Aber geh!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Herr Kollege Lausch, Sie widersprechen sich bei jeder Ausführung, die Sie machen. (Abg. Darmann: Aber geh!) Auf der einen Seite beklagen Sie und auf der anderen Seite sagen Sie im Schlusssatz: Wir leben in einem sicheren Land. – Also dann gibt es nichts mehr zu beklagen, Herr Kollege Lausch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Ja, und das trotz dieser Bundesregierung! Sie verstehen es nicht! – Abg. Darmann: Sie setzen diese Sicherheit aufs Spiel!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Ja, und das trotz dieser Bundesregierung! Sie verstehen es nicht! – Abg. Darmann: Sie setzen diese Sicherheit aufs Spiel!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Herr Kollege Lausch, Sie widersprechen sich bei jeder Ausführung, die Sie machen. (Abg. Darmann: Aber geh!) Auf der einen Seite beklagen Sie und auf der anderen Seite sagen Sie im Schlusssatz: Wir leben in einem sicheren Land. – Also dann gibt es nichts mehr zu beklagen, Herr Kollege Lausch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Ja, und das trotz dieser Bundesregierung! Sie verstehen es nicht! – Abg. Darmann: Sie setzen diese Sicherheit aufs Spiel!)
Beifall bei der ÖVP.
Folgendes darf ich den Kollegen von der FPÖ und von den Grünen noch ins Stammbuch schreiben: Liebe Kolleginnen und Kollegen von FPÖ und Grünen, bei der Sicherheit geht es nicht um Parteipolitik, bei der Sicherheit geht es um alle Österreicherinnen und Österreicher. Daher unterscheiden Sie nicht immer zwischen Linksextremismus und Rechtsextremismus, sondern schauen Sie, dass wir für Sicherheit in Österreich kämpfen! Da ist dieser Sicherheitsbericht ein Vorbild, ein Vorbild, bei dem beides gleichmäßig behandelt wird. Es geht nicht darum, dass man auf dem einen oder auf dem anderen Auge blind ist, sondern es geht darum, für alle Österreicherinnen und Österreicher die besten Maßnahmen für die Sicherheit Österreichs zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Herr Kollege Rosenkranz, weil Sie zuvor vom Sicherheitsbedürfnis der Menschen gesprochen haben (Zwischenruf bei der FPÖ): Es gibt meines Erachtens ein Beispiel, das in den letzten Tagen aus dem Innenministerium veröffentlicht worden ist, das wirklich beispielgebend dafür ist, dass sich das Innenministerium mit seinen Beamtinnen und Beamten vorbildlich um die Sicherheit Österreichs kümmert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Beamten, ja!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Beamten, ja!
Herr Kollege Rosenkranz, weil Sie zuvor vom Sicherheitsbedürfnis der Menschen gesprochen haben (Zwischenruf bei der FPÖ): Es gibt meines Erachtens ein Beispiel, das in den letzten Tagen aus dem Innenministerium veröffentlicht worden ist, das wirklich beispielgebend dafür ist, dass sich das Innenministerium mit seinen Beamtinnen und Beamten vorbildlich um die Sicherheit Österreichs kümmert. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Beamten, ja!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.
Nehmen Sie die Sonderkommission KFZ her: Es ist ziemlich genau sechs Jahre her, dass die SOKO KFZ im Bundeskriminalamt gegründet wurde. Seit diesem Zeitpunkt wurden Autos im Wert von 14 Millionen € sichergestellt, wurden über 500 Verdächtige ausgeforscht, 250 Personen festgenommen, und – das Wichtigste – seit diesem Zeitpunkt ist die Zahl der KFZ-Diebstähle um zwei Drittel zurückgegangen. Meine Damen und Herren, das verdient einen Applaus für alle Beamtinnen und Beamten, die sichergestellt haben, dass die Sicherung Österreichs fortgeschritten, ja fast perfekt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Aha!
Daher, meine Damen und Herren, unterstützen Sie bitte die Innenministerin bei der Schaffung eines neuen Staatsschutzgesetzes, unterstützen Sie die Innenministerin bei der Schaffung von neuen Personalstellen, unterstützen Sie die Innenministerin – die Kollegin Lueger hat es gesagt – auch bei der Ausstattung! Body-Worn Cameras sind der nächste Punkt, den wir unbedingt brauchen. Auch das versteckt sich schon in einem Entwurf für das neue Staatsschutzgesetz. Daher bitte ich Sie um Ihre Unterstützung, um mehr Unterstützung für die Innenministerin, dann braucht uns um die Sicherheit Österreichs nicht bange zu sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lausch: Aha!)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie so etwas hören und sich dann hier herstellen und sagen, es ist alles besser geworden, dann lade ich Sie gerne ein: Spazieren Sie mit mir einmal durch die engen Gassen Wiens, durch die engen Gassen eines Wiener Außenbezirks und dann stellen Sie sich nochmals hier her und sagen Sie: Es ist alles besser! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pendl: Das glaube ich auch!
Ich möchte die Diskussion um die Sicherheitslage im Land noch mit einigen weiteren Daten und Fakten anreichern. So hat erst vor Kurzem die Statistik Austria die Studie „Wie geht‘s Österreich?“ veröffentlicht, und diese Studie zeigt, dass die Lebensqualität hierzulande sehr, sehr hoch ist. (Abg. Pendl: Das glaube ich auch!) Die allgemeine Lebenszufriedenheit auf einer Skala von null, also gar nicht zufrieden, bis zehn, sehr zufrieden, ist in Österreich mit durchschnittlich 7,8 bewertet worden. International, im EU-Vergleich, sind wir bei 7,1 Punkten.
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass Rechtsstaatlichkeit, Stabilität und öffentliche Ordnung durch gezielte Kontrollen auch in der Zukunft entsprechend erhalten bleiben, und ich denke, das ist für alle im Parlament vertretenen Parteien ein gemeinsamer Auftrag. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Die Einsatzkräfte sind derzeit zeittechnisch, physisch und emotional bis ans Limit gefordert. Dieser Missstand gehört sofort behoben. Ebenso wird das Sicherheitsgefühl nicht verstärkt, wenn die Österreicher mitansehen müssen, wie die Bundesregierung laufend Gesetze bricht – EU-Normen wie auch österreichische Gesetze und vor allem das Fremdenpolizeigesetz – beziehungsweise nicht vollzieht. Aus diesem Grund ist dem Entschließungsantrag der Kollegen Darmann und Strache, der verlangt, die Staatsgrenzen effizient zu schützen, zuzustimmen. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde heute schon öfter gedankt. Ich glaube, wir sollten allen Menschen dankbar sein, die für die Sicherheit arbeiten, auch unserer Frau Bundesminister Mikl-Leitner und unserem Herrn Bundesminister Brandstetter dafür, dass die Kooperation funktioniert und damit die Sicherheit weiterentwickelt und im Sinne der Bevölkerung ausgebaut werden kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Musiol beziehungsweise den Schriftführer Gahr werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Wahlurne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Musiol beziehungsweise den Schriftführer Gahr werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Wahlurne.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Gerhard Schmid.
Grenzkontrollen sind keine Grenzkontrollen, Grenzzäune dürfen keine Grenzzäune sein, Flüchtlinge sind keine Flüchtlinge, die Gemeinden wurden zu Befehlsempfängern und die Regierung ist alles andere als eine Regierung, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Gerhard Schmid.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, Sie müssen eines schon wahrnehmen, und ich glaube, dass das auch der Anspruch der österreichischen Bevölkerung ist, nämlich nicht Probleme schönzureden und nicht jene Menschen in Österreich, die quer durch das Land nachvollziehbar Ärger mit dieser österreichischen Bundesregierung haben, die nachvollziehbar besorgt sind sowie Zukunftsängste erleben, mit dem Hetzen, mit einem angeblichen Hetzen zu diffamieren. Das ist kein Zugang, werte Kolleginnen und Kollegen, insbesondere von SPÖ und ÖVP, aber auch vonseiten der Grünen, denn die österreichische Bevölkerung hat es sich sehr wohl verdient, dass alle politischen Verantwortungsträger hier im Land, aber insbesondere die Regierungsfraktionen SPÖ und ÖVP verantwortungsbewusst mit deren Sorgen umgehen, selber die Probleme richtig erkennen, analysieren und danach auch jene Maßnahmen setzen, die es braucht, um für Sicherheit in Österreich zu sorgen, werte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Heute hat wiederum ein Gipfel betreffend Zaun stattgefunden, der wieder gescheitert ist. Die Bevölkerung muss sich ja zu Recht fragen: Was ist denn hier los? Was sind das für Verantwortungsträger, die sich an der Macht festklammern und nicht den Weg freigeben, damit man endlich auch im Sinne der Bevölkerung in diesem Land arbeiten kann, werte Damen und Herren? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Wenn wir knapp 100 000 Anträge haben, aber nur 35 000 bearbeiten können, ist es längst an der Zeit – und ich frage mich, wieso dieser Schritt nicht gesetzt wird –, in aller Verantwortung für Österreich eine Höchstzahl für Asylverfahren in Österreich einzuführen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieser Schritt ist längst überfällig, genauso wie das auch das leidige Problem der Quoten, die die Bundesländer und die Gemeinden zu erfüllen haben, lösen würde. Diese sind mittlerweile in einer Situation verfangen, so wie ich es eingangs gesagt habe, nur noch Befehlsempfänger zu sein, keinerlei Einfluss auf die Asyl- und Fremdenpolitik der Bundesregierung zu haben und ständig den Quotennotwendigkeiten hinterherzuhinken, denn selbst wenn man schon 99,99 Prozent der Quote erfüllt hat und es kommen über Nacht wieder 15 000 neue Personen nach Österreich, die es zu verteilen gibt, rutscht man von einem Tag auf den anderen wieder auf 90, 95 Prozent Quotenerfüllung zurück und bekommt von Ihnen, Frau Bundesminister, ausgerichtet, man sei nicht fähig und willens, den Asylwerbern zu helfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Handeln Sie! Der Worte sind genug gesprochen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Darmann.
Die Innenministerin ist es immer gewesen, die bereits frühzeitig auf die Entwicklungen hingewiesen hat – das wurde heute in der Aktuellen Europastunde und in der Debatte über den Sicherheitsbericht von allen Parteien so gesehen –, sie hat auch entsprechende Maßnahmen vorgeschlagen und gesetzt, Herr Kollege Darmann, und sie ist auch jetzt in der aktuellen Entwicklungslage immer wieder drauf und dran, Vorschläge zu machen und entsprechende Umsetzungen voranzutreiben. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben auch den heutigen Gipfel angesprochen, wo es darum ging, durch geordnete Lenkung an der Grenze in Spielfeld eine Lösung zu finden. Dafür wirklich ein herzlicher Dank! Danken möchte ich auch für die gesetzten Maßnahmen und für die Bemühungen, stets neue Vorschläge zu unterbreiten, die geeignet sind, diese Probleme zu lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau wird da gemacht?
Es wurden und werden Grenzkontrollen gemacht, sowohl damals im Burgenland als auch jetzt in Spielfeld, und zwar im Rahmen der internationalen Möglichkeiten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was genau wird da gemacht?) Natürlich ist man dabei, das technisch noch zu verbessern, aber im Rahmen der Möglichkeiten wird das gemacht und ist auch entsprechend umgesetzt worden.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Die Forderung nach Einführung einer Obergrenze für Flüchtlinge ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, aber nur im gesamteuropäischen Kontext sinnvoll, und zwar mit einer entsprechenden Verteilungsquote für die einzelnen EU-Staaten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich für meine Fraktion sagen: Wir sind bemüht – und wir werden auch weiterhin diese Linie vertreten –, die Asylfrage mit Anstand und Hausverstand zu lösen. Alle anderen Fraktionen sind gut beraten, hier Teil der Lösung zu sein, anstatt populistisch zu agieren, und die Innenministerin in ihrem beherzten Bestreben massiv zu unterstützen, denn Sie ist auf dem richtigen Weg. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe: Sie ist nicht da!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun. – Bitte. (Rufe: Sie ist nicht da!) – Sie ist gerade nicht da. (Abg. Hagen: Sie ist „geflüchtet“, die Frau Korun!)
Abg. Hagen: Sie ist „geflüchtet“, die Frau Korun!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun. – Bitte. (Rufe: Sie ist nicht da!) – Sie ist gerade nicht da. (Abg. Hagen: Sie ist „geflüchtet“, die Frau Korun!)
Abg. Hagen: Das ist kein billiger Populismus!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Die größte Flüchtlingswelle, die Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt, stellt die Politik wie auch die Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen. Das kann und darf auch nicht geleugnet werden. Aber billiger Populismus auf Kosten von Menschen, die bereits alles verloren haben, ist auch, wie ich meine, fehl am Platz. Daher lehne ich die drei Anträge des Teams Stronach – das sind die Tagesordnungspunkte 6 bis 8 – ab. (Abg. Hagen: Das ist kein billiger Populismus!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Auch in meiner Heimatstadt St. Pölten hat sich eine Privatinitiative gegründet, die nennt sich „Guarantee on Tomorrow“, die Abend für Abend Menschen auf der Durchreise einen privaten Schlafplatz vermittelt. Fast jede Nacht, sehr geehrte Damen und Herren, müssen dort auch Familien mit Kindern untergebracht werden. Deshalb meine ich, wir brauchen noch mehr Menschen, die Ängste, die es gibt, nicht in Gehässigkeit, sondern in Menschlichkeit umwandeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Strache: Österreich liefert sicherlich nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren von der FPÖ, Herr Abgeordneter Strache, vielleicht sind wir da einer Meinung: Solange der Westen gut an den Waffenlieferungen in die Kriegsländer verdient, so lange werden Krieg, Flucht und Leid traurige Realität sein. (Abg. Strache: Österreich liefert sicherlich nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, Integration ist angesagt! Gelungene Integration ist harte Arbeit für alle Seiten, aber der Gewinn, den die Gesellschaft und jeder Einzelne daraus ziehen kann, ist es, glaube ich, wert. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Noch kurz zu Anträgen des Teams Stronach. Bei dem einem bin ich gespannt, was Kollege Ertlschweiger sagen wird, aber angeblich ist der darin enthaltene Vorschlag schon umgesetzt, und deswegen wird nichts geschehen. (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Abg. Kogler: Richtig!
Zweitens: Herr Kollege Hagen, es wäre mir wirklich wichtig, dass das auch bei Ihnen einmal ankommt: Ja, es ist richtig, es wird einmal die Situation geben, in der wir faktisch ein Problem haben werden, alle Menschen, die nach Österreich kommen und hier Schutz suchen, zu versorgen. Aber es kann keine Obergrenze für ein Menschenrecht geben, und das Recht, Asyl zu beantragen, ist ein Menschenrecht! (Abg. Kogler: Richtig!) Dafür kann es keine Obergrenze geben. Und es wäre mir wirklich sehr recht, dass das auch bei Ihnen irgendwann einmal ankommt. Dann müsste man diese Diskussion nicht jedes Mal hier vorne führen. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Zweitens: Herr Kollege Hagen, es wäre mir wirklich wichtig, dass das auch bei Ihnen einmal ankommt: Ja, es ist richtig, es wird einmal die Situation geben, in der wir faktisch ein Problem haben werden, alle Menschen, die nach Österreich kommen und hier Schutz suchen, zu versorgen. Aber es kann keine Obergrenze für ein Menschenrecht geben, und das Recht, Asyl zu beantragen, ist ein Menschenrecht! (Abg. Kogler: Richtig!) Dafür kann es keine Obergrenze geben. Und es wäre mir wirklich sehr recht, dass das auch bei Ihnen irgendwann einmal ankommt. Dann müsste man diese Diskussion nicht jedes Mal hier vorne führen. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf mich an dieser Stelle bei allen, die da gemeinsam gearbeitet haben, da zusammengestanden sind, herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Korun.
Eine weitere Maßnahme, die wir auf den Weg gebracht haben, ist „Asyl auf Zeit“. Und wir verschärfen den Familiennachzug, vor allem für subsidiär Schutzberechtigte, wovon vor allem afghanische Asylantragsteller betroffen sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scherak und Korun.)
Beifall bei der ÖVP
Bis all diese Maßnahmen umgesetzt sind, bis es vor allem zur Sicherung der europäischen Außengrenze kommt, sind wir verantwortlich dafür, dass nationale Maßnahmen gesetzt werden (Beifall bei der ÖVP) – nationale Maßnahmen, wie etwa temporäre Grenzkontrollen. Vor allem aber haben wir Konzepte zu überlegen: Wie schaffen wir es, an unseren Grenzübergängen weiterhin die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu garantieren, wie schaffen wir einen kontrollierten Zutritt in unsere Republik?
Beifall bei der ÖVP.
Da geht es nicht um eine politische Entscheidung, sondern da geht es um eine inhaltliche Entscheidung. Es geht um eine inhaltliche Entscheidung, die sich die Bevölkerung auch von uns erwartet, nämlich die Sicherung unserer Grenzen, um einen kontrollierten Zutritt zu garantieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lichtenecker: Dann müssen wir mal ins Lesachtal fahren! – Ruf bei der ÖVP: Ihr müssts einfach nur zu die Leut’ gehen!
Wenn ich zu Hause bin, kommen die älteren Leute zu mir und sagen: Gabriel, wir haben Angst! Wann fährst du denn wieder einmal nach Wien? Bitte schön, macht etwas! (Abg. Lichtenecker: Dann müssen wir mal ins Lesachtal fahren! – Ruf bei der ÖVP: Ihr müssts einfach nur zu die Leut’ gehen!) – Ich möchte damit einfach nur sagen, so wie es auch die Frau Bundesministerin gesagt hat: Es geht darum, den Menschen Sicherheiten zu geben, klare Aussagen zu tätigen, damit man mit diesem Thema, dem Thema Asyl – das in der Generation eigentlich neu ist –, zurechtkommt.
Beifall bei der ÖVP.
Auf der anderen Seite braucht auch nicht Weihnachten vor der Tür zu stehen: Die ÖVP steht dafür, dort, wo zu helfen ist, ist zu helfen. (Beifall bei der ÖVP.) Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass diese Hilfsbereitschaft von vielen ausgenützt wird, für die sie eigentlich nicht gedacht ist. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Dort wird man die nötige Härte zeigen müssen, damit man auch das in den Griff kriegt und weiterhin denjenigen helfen kann, die es auch wirklich notwendig haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Auf der anderen Seite braucht auch nicht Weihnachten vor der Tür zu stehen: Die ÖVP steht dafür, dort, wo zu helfen ist, ist zu helfen. (Beifall bei der ÖVP.) Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass diese Hilfsbereitschaft von vielen ausgenützt wird, für die sie eigentlich nicht gedacht ist. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Dort wird man die nötige Härte zeigen müssen, damit man auch das in den Griff kriegt und weiterhin denjenigen helfen kann, die es auch wirklich notwendig haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf der anderen Seite braucht auch nicht Weihnachten vor der Tür zu stehen: Die ÖVP steht dafür, dort, wo zu helfen ist, ist zu helfen. (Beifall bei der ÖVP.) Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass diese Hilfsbereitschaft von vielen ausgenützt wird, für die sie eigentlich nicht gedacht ist. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Dort wird man die nötige Härte zeigen müssen, damit man auch das in den Griff kriegt und weiterhin denjenigen helfen kann, die es auch wirklich notwendig haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir tragen sie vielleicht mit!
Unsere Frau Bundesministerin hat in dieser Situation mit Ihrem Team etwas geleistet. Sie hat schon vieles an Vorschlägen auf den Tisch gebracht, die zum Teil auch vom Koalitionspartner nicht mitgetragen wurden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir tragen sie vielleicht mit!) Sie hat Lösungsansätze auf den Tisch gebracht – wir kennen das (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig) –: Asyl auf Zeit, Erschwernis des
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig
Unsere Frau Bundesministerin hat in dieser Situation mit Ihrem Team etwas geleistet. Sie hat schon vieles an Vorschlägen auf den Tisch gebracht, die zum Teil auch vom Koalitionspartner nicht mitgetragen wurden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber wir tragen sie vielleicht mit!) Sie hat Lösungsansätze auf den Tisch gebracht – wir kennen das (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig) –: Asyl auf Zeit, Erschwernis des
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochkonjunktur 2008!
Familienzuzuges, Sachleistungen statt Geldleistungen. Wir wissen, dass die Mindestsicherung in einer Zeit eingeführt wurde, in der wir Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung hatten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochkonjunktur 2008!), und dass das mit der heutigen Situation, in der wir jetzt sind, überhaupt nichts zu tun hat. Auch damals bei den Flüchtlingsströmen – sofern sie Asyl kriegen und zu diesen Leistungen kommen – haben wir überhaupt noch nichts gemacht, und deshalb sind diese Sachen auch ganz klar zu korrigieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Darmann.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Darmann.
Familienzuzuges, Sachleistungen statt Geldleistungen. Wir wissen, dass die Mindestsicherung in einer Zeit eingeführt wurde, in der wir Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung hatten (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hochkonjunktur 2008!), und dass das mit der heutigen Situation, in der wir jetzt sind, überhaupt nichts zu tun hat. Auch damals bei den Flüchtlingsströmen – sofern sie Asyl kriegen und zu diesen Leistungen kommen – haben wir überhaupt noch nichts gemacht, und deshalb sind diese Sachen auch ganz klar zu korrigieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Darmann.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!
Es kommt nicht von ungefähr, dass in der Europäischen Union Österreich nach Schweden die zweithöchste Anzahl von Anträgen auf Asyl hat und auch – pro Kopf gerechnet – die zweithöchste Anzahl an Asylanten hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!) Man wird auch da den Mut haben müssen, unsere Sozialleistungen dem europäischen Mittelfeld anzupassen. Wir müssen nicht die schlechtesten sein, aber wir dürfen auch nicht die besten sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?) Und dass das nicht von heute auf morgen geht, glaube ich, ist klar, aber es ist sehr wohl in unserem Verantwortungsbewusstsein, dass wir das auch mit diesen Rahmenbedingungen in den Griff bekommen müssen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?
Es kommt nicht von ungefähr, dass in der Europäischen Union Österreich nach Schweden die zweithöchste Anzahl von Anträgen auf Asyl hat und auch – pro Kopf gerechnet – die zweithöchste Anzahl an Asylanten hat. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oder auch nicht!) Man wird auch da den Mut haben müssen, unsere Sozialleistungen dem europäischen Mittelfeld anzupassen. Wir müssen nicht die schlechtesten sein, aber wir dürfen auch nicht die besten sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was soll denn das?) Und dass das nicht von heute auf morgen geht, glaube ich, ist klar, aber es ist sehr wohl in unserem Verantwortungsbewusstsein, dass wir das auch mit diesen Rahmenbedingungen in den Griff bekommen müssen.
Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich sage das, was die Menschen draußen sagen, und, wie gesagt, ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft, das durchzustehen. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Eines ist auch ganz klar: In jeder Krise, wie sie auch ist, so wie eine Familie zusammenzustehen hat und das dann wieder schafft, so hat in diesem Fall auch eine Regierung zusammenzustehen, inklusive aller Oppositionsparteien, denn da geht es nicht um Politik, da geht es um unser Österreich und um die Sicherheit von Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hagen.
Abschließend zu den Punkten 3 bis 8, ob das jetzt die Grenzkontrollen sind, ob das die Quote für Asylanten ist: Wir wissen, wir haben im Ausschuss darüber diskutiert. Viele dieser Punkte haben auch hundertprozentig Berechtigung, werden zum Teil auch schon umgesetzt oder sind in der Geraden für die Umsetzung. Meine Zeit ist jetzt zu kurz, um diese acht Punkte durchzunehmen. Es gab die nötige Zeit der Diskussion im Ausschuss, und ihr kennt die Argumentationen, warum man bei gewissen Punkten nicht mitgeht, aber viele dieser Punkte sind zum Teil schon im Programm drinnen, das die Regierung umsetzt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Hagen.)
Heiterkeit und Beifall beim Team Stronach.
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Nein, es ist eben im Ausschuss nicht alles so besprochen worden, Herr Kollege Obernosterer, dass die Punkte schlüssig sind. Ich möchte gleich einmal mit dem TOP 6 beginnen. Ich habe schon verzweifelt den Kollegen Rouven Ertlschweiger auf der Rednerliste gesucht, weil er ja der Antragsteller bei TOP 6 ist. Er ist ja bekanntlich Team Stronach-Wirtschaftsflüchtling zur ÖVP, der Schlepper sitzt da (in Richtung ÖVP blickend), aber ... (Heiterkeit und Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Auer.
Ich muss das ganz klar sagen: Ich erwarte mir, dass Ertlschweiger seinem Antrag zustimmt. Herrn Kollegen Hammer, der vor einiger Zeit hier gesprochen hat und uns klarmachen wollte, dass die temporären Grenzkontrollen ja schon stattfinden, muss ich sagen: Herr Kollege Hammer, gar nichts findet statt. Wir wissen – wir haben es heute Vormittag diskutiert –: Die Polizisten, die Militärs werden an den Grenzen überrannt. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Es gibt null Kontrolle, es wird bei keinem die Identität festgestellt, es wird keiner kontrolliert. Es sind also keine temporären Grenzkontrollen, sondern es ist ein Durchwinken. – Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Auer: Zwei sind durchgeschleppt worden!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Auer: Zwei sind durchgeschleppt worden!
Ich muss das ganz klar sagen: Ich erwarte mir, dass Ertlschweiger seinem Antrag zustimmt. Herrn Kollegen Hammer, der vor einiger Zeit hier gesprochen hat und uns klarmachen wollte, dass die temporären Grenzkontrollen ja schon stattfinden, muss ich sagen: Herr Kollege Hammer, gar nichts findet statt. Wir wissen – wir haben es heute Vormittag diskutiert –: Die Polizisten, die Militärs werden an den Grenzen überrannt. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Es gibt null Kontrolle, es wird bei keinem die Identität festgestellt, es wird keiner kontrolliert. Es sind also keine temporären Grenzkontrollen, sondern es ist ein Durchwinken. – Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren! (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Auer: Zwei sind durchgeschleppt worden!)
Abg. Peter Wurm: Jeder Vierte!
Es stimmt mich dann schon bedenklich, wenn ich in der „Kronen Zeitung“ lese, dass jeder zehnte Flüchtling straffällig wird. (Abg. Peter Wurm: Jeder Vierte!) – Das ist in Deutschland, ich rede jetzt von Deutschland. (Abg. Peter Wurm: In Österreich jeder Vierte!) – Und wenn man dann dem Ganzen auf den Grund geht, so lesen wir in diesem Artikel:
Abg. Peter Wurm: In Österreich jeder Vierte!
Es stimmt mich dann schon bedenklich, wenn ich in der „Kronen Zeitung“ lese, dass jeder zehnte Flüchtling straffällig wird. (Abg. Peter Wurm: Jeder Vierte!) – Das ist in Deutschland, ich rede jetzt von Deutschland. (Abg. Peter Wurm: In Österreich jeder Vierte!) – Und wenn man dann dem Ganzen auf den Grund geht, so lesen wir in diesem Artikel:
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Diese Männer sind in der Regel in ihren Heimatländern schon mit Straftaten aufgefallen. Das sind keine wirklichen Flüchtlinge, das sind Flüchtlinge vor der Strafjustiz, meine Damen und Herren, die Sie unkontrolliert in unser Österreich gelassen haben und die wir wieder zurückbekommen und die wir nicht mehr loswerden, wenn die Länder die nicht mehr zurücknehmen. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Beifall beim Team Stronach.
Das wissen wir, da wir die Abschiebezahlen sehen. Das ist Tatsache, und deswegen brauchen wir diese temporären Grenzkontrollen wirklich und wirkliche Kontrollen, bei denen diese Menschen auch kontrolliert werden: wie sie heißen, woher sie einreisen, und aus welchem Staat sie sind, und dann können wir schauen, welche Menschen wirklich Flüchtlinge sind. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist auch schon was!
Ich gestehe Ihnen zu – und Sie haben es ja selber im Ausschuss gesagt –: Sie sind bemüht, dass hier etwas vorwärtsgeht. Sie haben ja selber gesagt, Sie stocken die Polizei auf, weil die Kriminalität aufgrund der starken Einwanderung vermutlich zunimmt. Das haben Sie wortwörtlich im Ausschuss gesagt, und das ist auch so, da gebe ich Ihnen absolut recht. Sie haben die vollste Unterstützung vom Team Stronach, das kann ich Ihnen versichern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das ist auch schon was!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 120 00? 130 000?
Auch dieser Antrag hat seine ganz klare Berechtigung und sollte heute die Zustimmung bekommen, denn wenn man jetzt schaut: Zuerst ist von 68 000 Asylwerbern oder Asylanträgen in Österreich gesprochen worden, dann waren es 86 000 und jetzt sind wir bei 95 000. Wo hört das auf? (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 120 00? 130 000?)
Beifall und Bravorufe beim Team Stronach. – Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Ich kann Sie nur auffordern, Frau Bundesminister: Setzen Sie wirklich die richtigen Maßnahmen und schauen Sie, dass Ihre Fraktionen in der Regierung diesen Anträgen, die absolut ihre Berechtigung haben, auch wirklich zustimmen! – Danke. (Beifall und Bravorufe beim Team Stronach. – Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Abg. Wöginger – in Richtung des Abg. Hagen –: Du bist auch ein Wirtschaftsflüchtling, drei Mal schon!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Königsberger-Ludwig. – Bitte. (Abg. Wöginger – in Richtung des Abg. Hagen –: Du bist auch ein Wirtschaftsflüchtling, drei Mal schon!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Hagen, Steinbichler, Wöginger und Auer.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Kollege Hagen! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Hagen, Steinbichler, Wöginger und Auer.)
Abg. Wöginger: Aber nein, wir sind schon friedlich!
Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Wöginger: Aber nein, wir sind schon friedlich!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Aber Herr Kollege Hagen, der Unterschied zu Ihrer Partei und zu meiner Partei ist der, dass wir angetreten sind, um diese Ängste zu nehmen, und Sie anscheinend angetreten sind, um diese Ängste immer noch ein Stück zu schüren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Ich denke, die Verantwortung der Politik liegt im Folgenden: Ängste auf beiden Seiten zu nehmen und eine verantwortungsvolle Politik auch im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik zu machen. (Zwischenruf des Abg. Hagen.) Das sehe ich zumindest so, und ich bin überzeugt davon, dass es ein richtiger und wichtiger Weg ist, in diese Richtung weiterzuarbeiten.
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Zu den Anträgen, die heute von uns abgelehnt werden – Kollege Scherak hat es in aller Kürze angesprochen –: Sie haben verlangt, dass AsylwerberInnen auch schon im Zulassungsverfahren in privaten Unterkünften untergebracht werden könnten. – Das lehnen wir auch deswegen ab, weil wir im Moment Wohnraum für viele asylberechtigte Menschen brauchen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Ich möchte aber noch ein paar Gedanken zu den unbestritten großen Herausforderungen im Bereich der Flüchtlingsbewegungen, im Bereich von schutzsuchenden Menschen und den Umgang damit anführen. Ich bin überzeugt davon: Wir müssen diese Herausforderungen lösen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Für mich sind zwei Momente dabei ganz wichtig: nämlich dass wir diese Herausforderungen auf Basis der Menschenrechte lösen, Herr Kollege (in Richtung des Abg. Peter Wurm), und auf Basis des Rechtsstaates.
in Richtung des Abg. Peter Wurm
Ich möchte aber noch ein paar Gedanken zu den unbestritten großen Herausforderungen im Bereich der Flüchtlingsbewegungen, im Bereich von schutzsuchenden Menschen und den Umgang damit anführen. Ich bin überzeugt davon: Wir müssen diese Herausforderungen lösen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Für mich sind zwei Momente dabei ganz wichtig: nämlich dass wir diese Herausforderungen auf Basis der Menschenrechte lösen, Herr Kollege (in Richtung des Abg. Peter Wurm), und auf Basis des Rechtsstaates.
Abg. Peter Wurm: Genau!
Ja, das sage ich auch als Sozialdemokratin, weil ich auch davon überzeugt bin, dass es das braucht. Aber es braucht auch, Herr Kollege der Freiheitlichen, aus meiner Sicht viele Ebenen (Abg. Peter Wurm: Genau!), die dazu beitragen, diese Herausforderungen zu lösen. Wir haben es heute schon gehört.
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte einmal mehr daran erinnern, dass ein Aufnahmekriterium für Staaten in die Europäische Union die Ratifizierung der Europäische Menschenrechtskonvention ist. Das sollten wir in der ganzen Debatte auch nicht vergessen! Das sollten wir diesen Staaten, die sich im Moment weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, auch immer wieder einmal mit auf den Weg geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mindestens!
Abgeordneter Mag. Günther Kumpitsch (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Kolleginnen und Kollegen! Nur noch einmal zur Veranschaulichung: Im Jahre 2013 wurden in Österreich 17 000 Asylanträge gestellt. Im Vorjahr waren es 28 000, und wie wir heute hörten, nach den neuesten Prognosen, erwarten wir heuer noch – bis Ende des Jahres – 95 000 Anträge. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Mindestens!) – Mindestens, und das in einem Land von 8,4 Millionen Einwohnern! Beinahe täglich drängen Tausende Menschen in Spielfeld über die Grenze mit dem Ziel, noch nach Deutschland zu gelangen oder nach Schweden oder in andere nordische Länder.
Abg. Darmann: Wahnsinn!
Ich denke dabei konkret an die vielen Fälle in Österreich, die man so abhandeln könnte, nämlich Fälle, wo bei der Ersteinvernahme schon feststeht, dass der Asylwerber beispielsweise mit falschen Papier eingereist ist, dass er offenkundig falsche Angaben macht, die nicht mit den örtlichen Gegebenheiten übereinstimmen, denn durch den enormen Flüchtlingsandrang ist es so, dass ein Asylwerber oft monatelang – sogar bis zu einem Jahr! – warten muss, bis er überhaupt ein Verfahren bekommt. (Abg. Darmann: Wahnsinn!) – Ja, schneller ist das nicht zu bewältigen.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Sie, Frau Bundesminister, haben es in der Hand, diese Maßnahmen umzusetzen, wenn Sie es nur wollen und nicht von Haus aus schon davon ausgehen, dass man sowieso niemanden abschieben kann und dass sowieso alle hier bleiben, auch wenn sie illegal ins Land eingereist sind. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Beifall der Abg. Ylmaz
Wenn ich die Reden des heutigen Tages zum Bereich Sicherheit genauso wie Asyl und Flüchtlinge Revue passieren lasse, dann denke ich, es gibt in diesem Hause sehr viele kluge Menschen. Die Frage ist nur, ob diese klugen Menschen auch alle daheim in ihrer Region, in der eigenen Heimatgemeinde tatsächlich etwas machen (Beifall der Abg. Ylmaz), damit man die Situation positiv bewältigt. Ich bitte schön: In den Spiegel schauen, nachdenken und zu Hause handeln! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich die Reden des heutigen Tages zum Bereich Sicherheit genauso wie Asyl und Flüchtlinge Revue passieren lasse, dann denke ich, es gibt in diesem Hause sehr viele kluge Menschen. Die Frage ist nur, ob diese klugen Menschen auch alle daheim in ihrer Region, in der eigenen Heimatgemeinde tatsächlich etwas machen (Beifall der Abg. Ylmaz), damit man die Situation positiv bewältigt. Ich bitte schön: In den Spiegel schauen, nachdenken und zu Hause handeln! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Darmann: Nicht der FPÖ und mir! Den Menschen in Österreich wird Hetze vorgeworfen!
Einen Gedanken zum Kollegen Darmann, der sich beschwert hat, dass der FPÖ Hetze vorgeworfen wird (Abg. Darmann: Nicht der FPÖ und mir! Den Menschen in Österreich wird Hetze vorgeworfen!): Ich sage gar nicht, dass in der FPÖ alle hetzen, aber ich glaube, es ist schon wichtig, dass man manchmal darüber nachdenkt, wer etwas sagt. Es macht ein Unterschied – wenn ich das so ganz direkt sagen darf –, ob das der kleine Maxi in Hintertupfing sagt oder Abgeordnete des Parlaments, des Bundesrates, des Europäischen Parlaments oder eines Landtages, und zwar egal, ob das die Frau Kollegin Winter ist, wo man konsequent gehandelt hat – die persönliche Konsequenz fehlt leider, aber das ist eine Charakterfrage –, oder sonst wer. Und es ist tatsächlich so – das hat der Kollege Werner Amon sehr deutlich gesagt –, was den Kollegen Höbart betrifft, muss man wirklich vorsichtig sein und auch in der FPÖ vielleicht nachdenken, wie man in der Zukunft damit umgeht.
Abg. Darmann: Ihr habt heute gerade gegen eure eigene Forderung gestimmt!
Asylwerber, die Flüchtlinge tatsächlich unterbringen, dann muss ich sagen: Es war die FPÖ in Oberösterreich dazu leider nicht bereit. (Abg. Darmann: Ihr habt heute gerade gegen eure eigene Forderung gestimmt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Darmann: Ihr habt dagegen gestimmt!
Genau das wünschte ich mir: dass man auch zeigt: Wir machen es besser! – Ich bitte also recht schön, in der Zukunft ein bisschen mehr Mut zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Darmann: Ihr habt dagegen gestimmt!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1968, nicht 1986!
Nun zu unseren Themen. Damit wir die aktuellen Geschehnisse richtig in die Geschichte einordnen können – weil vorhin auch von Zahlen die Rede war –: 1956/57 hat Österreich 180 000 Ungarn-Flüchtlinge aufgenommen, 1986 aus der damaligen Tschechoslowakei 162 000 Menschen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: 1968, nicht 1986!), in den Neunzigerjahren waren es etwas über 90 000 Menschen, hauptsächlich aus Bosnien, die wegen der Jugoslawienkrise gekommen sind.
Abg. Auer: Ich war nicht da, er war immer da! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Obernosterer, der jetzt leider ... Ach, Sie sind wieder da! Danke, das freut mich. (Abg. Auer: Ich war nicht da, er war immer da! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) – Der Kollege war nicht immer im Saal. Ich habe geglaubt, jetzt ist er noch nicht da, aber Sie sind da. – Danke, das hätten wir jetzt geklärt.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die Angst zu ...!
Jetzt weiß ich schon, dass man meistens Angst vor Dingen oder Leuten oder Phänomenen hat, die man überhaupt nicht kennt, weil man mit diesen Phänomenen, mit diesen Leuten, mit dieser Sache noch gar nicht in Berührung gekommen ist. Unsere Aufgabe als Politiker und Politikerinnen ist es meiner Meinung nach, nicht mit Angst zu arbeiten und diese Angst zu vergrößern (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nein, die Angst zu ...!), sondern Ängste abzubauen zwischen Menschen, auch zwischen Menschengruppen, und für Verständigung und für gute Nachbarschaft zu sorgen. So verstehe ich meine Aufgabe als gewählte Mandatarin dieses Hohen Hauses.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!
Immer mit der Angst zu kommen als Argument dafür, dass man dieses und jenes nicht machen will, weil der oder die Angst hat, das ist ein Vorschützen von Behauptungen. Ja, es gibt Menschen, die Angst haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!), ja, es gibt Menschen, die an den Bahnhöfen stehen, die ankommende Flüchtlingsfamilien willkommen geheißen und sie mit Essen und warmer Kleidung versorgt haben. Ich war selber am Westbahnhof, am Hauptbahnhof (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!),
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!
Immer mit der Angst zu kommen als Argument dafür, dass man dieses und jenes nicht machen will, weil der oder die Angst hat, das ist ein Vorschützen von Behauptungen. Ja, es gibt Menschen, die Angst haben (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Viele!), ja, es gibt Menschen, die an den Bahnhöfen stehen, die ankommende Flüchtlingsfamilien willkommen geheißen und sie mit Essen und warmer Kleidung versorgt haben. Ich war selber am Westbahnhof, am Hauptbahnhof (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Oberlaa!),
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sie dann verbrennen! – Die Rednerin macht eine Pause und blickt in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit tut manchmal weh! – Abg. Darmann: Steht schon im Protokoll!
habe auch ältere Damen und Herrschaften getroffen, die sowohl Geldspenden vorbeigebracht haben als auch die alte Kleidung von ihren Enkelkindern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die sie dann verbrennen! – Die Rednerin macht eine Pause und blickt in Richtung der Abg. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit tut manchmal weh! – Abg. Darmann: Steht schon im Protokoll!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?
Hetze ist immer viel einfacher. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?) Menschen gegeneinander aufzubringen, ist immer viel einfacher. Konkrete Arbeit vor Ort zu machen, frierende Kinder zu versorgen, ist viel schwieriger, sehr geehrte Frau Sozialsprecherin Ihrer Fraktion. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Hetze ist immer viel einfacher. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wieso „Hetze“? – Abg. Darmann: Die Wahrheit tut weh! Was für eine Hetze?) Menschen gegeneinander aufzubringen, ist immer viel einfacher. Konkrete Arbeit vor Ort zu machen, frierende Kinder zu versorgen, ist viel schwieriger, sehr geehrte Frau Sozialsprecherin Ihrer Fraktion. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne: Gemeinsam können wir es schaffen, wenn wir es wollen! Und ein herzliches Dankeschön an all jene, die meist unbezahlt Flüchtlingen helfen, sie willkommen heißen und versuchen, dort einzuspringen, wo der Staat teilweise leider bis heute versagt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eines hat diese schwierige Situation in den letzten Wochen und Monaten aber auch gezeigt: Wir können uns auf verschiedenste Gruppen in unserem Land verlassen. Ich denke da an meine Kollegen von der Polizei, die in einem sehr schwierigen Umfeld sehr professionell und mit sehr großem Einsatz agiert haben und im Dienst bis an die Leistungsgrenze gegangen sind. Auch das Bundesheer, die Rettungsorganisationen und die vielen freiwilligen Helfer leisten Großartiges. Ihnen gebührt all unser Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Darmann: Ihr bekommt ja nicht einmal einen Schulterschluss zwischen Rot und Schwarz zusammen!
Man sollte ehrlich zu den Leuten sein und ihnen nicht etwas einreden, was nicht umsetzbar ist. Gerade in dieser jetzigen Situation fordere ich in unserem Land einen Schulterschluss aller Parteien. Sachpolitik und ein gemeinsames europäisches Vorgehen sind das Gebot der Stunde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Darmann: Ihr bekommt ja nicht einmal einen Schulterschluss zwischen Rot und Schwarz zusammen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das andere – und wo es dann ausartet – ist, dass wir ein System der föderalistischen Obdachlosigkeit haben. Das haben wir mittlerweile geschaffen. Es gibt mutlose Bürgermeister, mutlose Landeshauptleute, mutlose Landesrätinnen. Sie verhindern und boykottieren durch Kleinkrämerei, durch Feigheit eine menschenwürdige Unterbringung von Asylwerbern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Ruf bei der ÖVP: Wer?
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Ruf bei der ÖVP: Hallo?!
Sie alle von dieser christlich-sozialen Partei werden, glaube ich, an mich denken: Sie werden an mich denken, wenn Sie im Kreise Ihrer Familie dieses Adventlied schön leise ansingen: „Wer klopfet an?“ (Ruf bei der ÖVP: Hallo?!) Sie werden an mich denken und Sie werden über diese Schande nachdenken, die Ihr Bürgermeister mit Ihrem Landeshauptmann und mit dieser Landesrätin fabriziert hat. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da werden Sie Haltung und Anstand beweisen müssen. Das ist Ihre Moral!
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie alle von dieser christlich-sozialen Partei werden, glaube ich, an mich denken: Sie werden an mich denken, wenn Sie im Kreise Ihrer Familie dieses Adventlied schön leise ansingen: „Wer klopfet an?“ (Ruf bei der ÖVP: Hallo?!) Sie werden an mich denken und Sie werden über diese Schande nachdenken, die Ihr Bürgermeister mit Ihrem Landeshauptmann und mit dieser Landesrätin fabriziert hat. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da werden Sie Haltung und Anstand beweisen müssen. Das ist Ihre Moral!
Abg. Rädler: Warum nicht?
Herr Rädler, Sie können mir gerne Geldmacherei vorwerfen. Sie wissen, dass es nicht so ist. Das ist ein falsches Instrument. (Abg. Rädler: Warum nicht?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
jektes. – Darüber müssen Sie sich im Klaren sein! Darüber müssen Sie sich im Klaren sein in Ihrer Verantwortung als christlich-soziale Partei. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Darmann.
Die Obdachlosigkeit ist evident. Sie wissen es: Gestern hatten Sie 400 Unterbringungsplätze zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Die brauchen wir, und da muss angesetzt werden. Gleichzeitig drehen Sie mit 30. November ein Projekt ab, das bestens funktioniert. Das wissen Sie, das ist Ihre Verantwortung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Obdachlosigkeit ist evident. Sie wissen es: Gestern hatten Sie 400 Unterbringungsplätze zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Die brauchen wir, und da muss angesetzt werden. Gleichzeitig drehen Sie mit 30. November ein Projekt ab, das bestens funktioniert. Das wissen Sie, das ist Ihre Verantwortung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Landesrätin in Salzburg hätte alle Macht. Sie hätte alle Macht, diese Flüchtlingsunterbringung weiter zu gewährleisten – Sie hätte alle Macht dazu, und das wissen Sie alle zusammen. Sie alle sollten in Ihrer Verantwortung dazu stehen – auch liebe grüne Mitglieder im Nationalrat –, die Landesrätin dabei zu unterstützen, dass sie endlich einmal Mut beweist. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Ruf bei der ÖVP: Quote!
Und es geht nicht an, dass Sie mir hier herunten sagen, ich mache Geschäfte. – Wenn das Schule macht – wenn das Schule macht! –, dann sagt ab morgen jeder Bürgermeister: Du schickst mir keine Asylwerber! – Fakt ist nämlich, und das wird mir auch ... (Ruf bei der ÖVP: Quote!) – Die Quote, ja genau: Das Land Salzburg erfüllt die Quote nicht, es unterschreitet sie mit 8 Prozent, und das ist genau der Punkt. Eine Gemeinde hat kein Recht, sich auf die Quote zu berufen. (Zwischenruf der Abg. Schatz.) – Nein! Das wissen Sie! Sie wissen, dass das falsch ist. Nein, nein, nein! (Abg. Schatz: ...1,5 Prozent!)
Zwischenruf der Abg. Schatz.
Und es geht nicht an, dass Sie mir hier herunten sagen, ich mache Geschäfte. – Wenn das Schule macht – wenn das Schule macht! –, dann sagt ab morgen jeder Bürgermeister: Du schickst mir keine Asylwerber! – Fakt ist nämlich, und das wird mir auch ... (Ruf bei der ÖVP: Quote!) – Die Quote, ja genau: Das Land Salzburg erfüllt die Quote nicht, es unterschreitet sie mit 8 Prozent, und das ist genau der Punkt. Eine Gemeinde hat kein Recht, sich auf die Quote zu berufen. (Zwischenruf der Abg. Schatz.) – Nein! Das wissen Sie! Sie wissen, dass das falsch ist. Nein, nein, nein! (Abg. Schatz: ...1,5 Prozent!)
Abg. Schatz: ...1,5 Prozent!
Und es geht nicht an, dass Sie mir hier herunten sagen, ich mache Geschäfte. – Wenn das Schule macht – wenn das Schule macht! –, dann sagt ab morgen jeder Bürgermeister: Du schickst mir keine Asylwerber! – Fakt ist nämlich, und das wird mir auch ... (Ruf bei der ÖVP: Quote!) – Die Quote, ja genau: Das Land Salzburg erfüllt die Quote nicht, es unterschreitet sie mit 8 Prozent, und das ist genau der Punkt. Eine Gemeinde hat kein Recht, sich auf die Quote zu berufen. (Zwischenruf der Abg. Schatz.) – Nein! Das wissen Sie! Sie wissen, dass das falsch ist. Nein, nein, nein! (Abg. Schatz: ...1,5 Prozent!)
Abg. Schatz: Sie wissen, dass das falsch ist!
Bei uns geht es darum, dass betreffend diese Menschen nach dem 1. Dezember der Geschäftsführer der Caritas Salzburg sagt, sie werden in der Obdachlosigkeit landen, denn sie haben jetzt schon zu wenig Plätze. (Abg. Schatz: Sie wissen, dass das falsch ist!) – Sie wissen, dass das nicht falsch ist, Sie wissen, dass das richtig ist, und ich verstehe hier Ihre Argumentation nicht.
Beifall bei den NEOS.
Unterstützen Sie lieber Ihre Landesrätin bezüglich Mut und nicht bezüglich Feigheit! – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Doppler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das genügt! – Ruf bei der ÖVP: Der bringt alles unter!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Doppler zu Wort gemeldet. Bis zur Unterbrechung sind es nur noch eineinhalb Minuten. Herr Abgeordneter, wollen Sie diese kurze Redezeit? (Abg. Doppler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das genügt! – Ruf bei der ÖVP: Der bringt alles unter!) – Um 15.43 Uhr werde ich für den Aufruf der Dringlichen Anfrage unterbrechen. – Bitte.
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich möchte die Delegation der Polizei Bergheim herzlich begrüßen, die heute hier anwesend ist! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!
Wir haben in dieser Anfrage eine ganz wichtige Frage gestellt: Wo ist Kanzler Faymann? Uns geht es natürlich nicht darum, dass er heute nicht hier ist. Das ist ein Schönheitsfehler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!) Diese Information ist uns leider nicht zugegangen. Man hat es nicht geschafft, uns rechtzeitig darüber zu informieren, so wie das im Parlament üblich ist. Herr Faymann hat es nicht einmal zustande gebracht, alle Parteien im Hohen Haus darüber zu informieren, dass er nicht anwesend ist. Aber das soll so sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wir haben in dieser Anfrage eine ganz wichtige Frage gestellt: Wo ist Kanzler Faymann? Uns geht es natürlich nicht darum, dass er heute nicht hier ist. Das ist ein Schönheitsfehler. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: So schön ist er auch wieder nicht!) Diese Information ist uns leider nicht zugegangen. Man hat es nicht geschafft, uns rechtzeitig darüber zu informieren, so wie das im Parlament üblich ist. Herr Faymann hat es nicht einmal zustande gebracht, alle Parteien im Hohen Haus darüber zu informieren, dass er nicht anwesend ist. Aber das soll so sein. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Darmann: Da kannst dir nur an den Kopf greifen!
Wir haben einen Kanzler, der es gewohnt ist, sich wegzuducken, die Probleme auszusitzen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Es wird aber nicht besser. Gerade jetzt in der Flüchtlingsproblematik sieht man, dass es von alleine nicht besser wird. Die Bundesregierung schafft es nicht einmal – und dafür ist sicher der Kanzler hauptverantwortlich –, sich darauf zu einigen, ob wir einen Grenzzaun bekommen oder doch – Originalton Faymann – eine „Tür mit Seitenteilen“. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Der Kanzler will keinen Grenzzaun, er will eine „Tür mit Seitenteilen“. (Abg. Darmann: Da kannst dir nur an den Kopf greifen!) Wem fällt so etwas ein? – Da fragt man sich ja wirklich! Die ehemalige Frau Finanzministerin Fekter schüttelt ja auch schon den Kopf, aber zu Recht! (Der Redner blickt in Richtung der Abg. Fekter. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Der Redner blickt in Richtung der Abg. Fekter. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben einen Kanzler, der es gewohnt ist, sich wegzuducken, die Probleme auszusitzen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Es wird aber nicht besser. Gerade jetzt in der Flüchtlingsproblematik sieht man, dass es von alleine nicht besser wird. Die Bundesregierung schafft es nicht einmal – und dafür ist sicher der Kanzler hauptverantwortlich –, sich darauf zu einigen, ob wir einen Grenzzaun bekommen oder doch – Originalton Faymann – eine „Tür mit Seitenteilen“. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Der Kanzler will keinen Grenzzaun, er will eine „Tür mit Seitenteilen“. (Abg. Darmann: Da kannst dir nur an den Kopf greifen!) Wem fällt so etwas ein? – Da fragt man sich ja wirklich! Die ehemalige Frau Finanzministerin Fekter schüttelt ja auch schon den Kopf, aber zu Recht! (Der Redner blickt in Richtung der Abg. Fekter. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich bin kein großer Freund des Zauns, aber bezüglich Sicherungsmaßnahmen werden wir irgendetwas machen müssen. Wenn wir tatsächlich alle an der Grenze registrieren wollen, werden wir etwas machen müssen. Ich bin kein großer Freund eines Grenzzauns, weil ich ihn für nicht sehr sinnvoll erachte, weil er immer umgangen werden kann. Man muss sich aber einmal vorstellen, dass sich dann einer hinstellt – und das ist der Kanzler unserer Republik! – und sagt: Nein, wir wollen eine „Tür mit Seitenteilen“. Wenn ihm das selbst nicht zu blöd ist, dann fragt man sich ja wirklich: Wo sind wir hier angekommen? (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Darmann: Ergebnislos abgebrochen!
Sind es tatsächlich solche Aussagen, die wir uns von einem Kanzler in so einer heiklen Frage erwarten? Heute haben wir auch nichts gehört, obwohl es ja für heute angekündigt war. Haben wir etwas gehört? Gibt es einen Grenzzaun? Gibt es keinen Grenzzaun? (Abg. Darmann: Ergebnislos abgebrochen!)
Ruf bei der FPÖ: Kommunistisch!
Der Kanzler ist überhaupt ein sehr entspannter Kanzler, außer wenn es um die Griechen geht; da wird er hyperaktiv. Können Sie sich noch erinnern, wie hyperaktiv er war, als es um die Griechen gegangen ist? Da hat es ganz viele Reisen und Besprechungen gegeben. Da war er voll dabei, wenn er seinem sozialistischen Freund helfen kann. (Ruf bei der FPÖ: Kommunistisch!) – Oder seinem kommunistischen Freund, noch schlimmer. Da war er hyperaktiv.
Ruf bei der FPÖ: Da schweigt ja der Bundespräsident auch dazu!
Wenn es aber darum geht, die Probleme in Österreich zu lösen, ist plötzlich absolute Arbeitsverweigerung angesagt. Das ist das Problem, das wir ansprechen sollten. Wir sollten den Kanzler gemeinsam als Nationalrat dazu ermahnen, dass er endlich in die Gänge kommen sollte, denn wir haben Probleme in diesem Land. (Ruf bei der FPÖ: Da schweigt ja der Bundespräsident auch dazu!)
Ruf bei der SPÖ: Das ist Blödsinn!
Ich weiß, dass die Sozialdemokraten natürlich lieber Arbeitsplätze bei der Arbeiterkammer, bei der Gewerkschaft oder vielleicht in Wien in der Verwaltung schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Das ist Blödsinn!) Ich meine, sogar den Kollegen von der Gewerkschaft leuchtet ein, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann. Was wir brauchen, ist freies Unternehmertum, möglichst unbehindert von der Gewerkschaft. Ich weiß, dass das nicht immer funktioniert.
Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn!
Sie haben ja auch eine „rühmliche“ Vergangenheit, gerade was zum Beispiel die Mitarbeiterbeteiligung betrifft. Die Gewerkschaft hat sich ja zehn Jahre gegen die Mitarbeiterbeteiligung bei der Voest gewehrt – so lange, bis sie sie nicht mehr verhindern konnte. Das ist das Problem. Schauen Sie sich die Voest jetzt an! Haben Sie gewusst, dass die Voest Österreich höchstwahrscheinlich verlassen wird? (Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn!) 2018, wenn die Hochöfen erneuert werden müssen, wird die Voest Österreich höchstwahrscheinlich verlassen. Hört man da etwas von der SPÖ? Hört man da etwas? (Zwischenruf des Abg. Krist. – Ruf bei der SPÖ: Nur vom Stronach!)
Zwischenruf des Abg. Krist. – Ruf bei der SPÖ: Nur vom Stronach!
Sie haben ja auch eine „rühmliche“ Vergangenheit, gerade was zum Beispiel die Mitarbeiterbeteiligung betrifft. Die Gewerkschaft hat sich ja zehn Jahre gegen die Mitarbeiterbeteiligung bei der Voest gewehrt – so lange, bis sie sie nicht mehr verhindern konnte. Das ist das Problem. Schauen Sie sich die Voest jetzt an! Haben Sie gewusst, dass die Voest Österreich höchstwahrscheinlich verlassen wird? (Ruf bei der SPÖ: So ein Blödsinn!) 2018, wenn die Hochöfen erneuert werden müssen, wird die Voest Österreich höchstwahrscheinlich verlassen. Hört man da etwas von der SPÖ? Hört man da etwas? (Zwischenruf des Abg. Krist. – Ruf bei der SPÖ: Nur vom Stronach!)
Abg. Matznetter: Aber wofür?
Lesen Sie einmal, schauen Sie sich einmal die Studien an! Schauen Sie sich einmal an, was die Voest jetzt schon in den USA investiert! (Abg. Matznetter: Aber wofür?) Schauen Sie sich einmal an, wie die Entwicklung ... (Abg. Matznetter: Sie haben ja keine Ahnung!) – Die SPÖ hat ein großes Problem. (Abg. Matznetter: Auf welchen Hochseehafen ...!) – Ich glaube schon, dass es Einzelne bei der SPÖ gibt, wie Sie zum Beispiel, die es mittlerweile schon verstanden haben.
Abg. Matznetter: Sie haben ja keine Ahnung!
Lesen Sie einmal, schauen Sie sich einmal die Studien an! Schauen Sie sich einmal an, was die Voest jetzt schon in den USA investiert! (Abg. Matznetter: Aber wofür?) Schauen Sie sich einmal an, wie die Entwicklung ... (Abg. Matznetter: Sie haben ja keine Ahnung!) – Die SPÖ hat ein großes Problem. (Abg. Matznetter: Auf welchen Hochseehafen ...!) – Ich glaube schon, dass es Einzelne bei der SPÖ gibt, wie Sie zum Beispiel, die es mittlerweile schon verstanden haben.
Abg. Matznetter: Auf welchen Hochseehafen ...!
Lesen Sie einmal, schauen Sie sich einmal die Studien an! Schauen Sie sich einmal an, was die Voest jetzt schon in den USA investiert! (Abg. Matznetter: Aber wofür?) Schauen Sie sich einmal an, wie die Entwicklung ... (Abg. Matznetter: Sie haben ja keine Ahnung!) – Die SPÖ hat ein großes Problem. (Abg. Matznetter: Auf welchen Hochseehafen ...!) – Ich glaube schon, dass es Einzelne bei der SPÖ gibt, wie Sie zum Beispiel, die es mittlerweile schon verstanden haben.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: ... Hochseehafen! Er versteht es nicht!
Das Problem ist nur, dass die SPÖ nicht frei ist. Die SPÖ ist von der Gewerkschaft in Geiselhaft genommen. Wenn die Gewerkschaft nicht will, stehen alle Räder still, wie wir wissen. Genau so funktioniert es bei der SPÖ. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: ... Hochseehafen! Er versteht es nicht!) – Mag schon sein, dass Sie es schon begriffen haben, Herr Matznetter! Leider gilt das aber noch nicht für alle bei der SPÖ.
Abg. Wöginger: Sagen wir dir dann! – Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Aber auch bei der ÖVP geht nicht viel weiter. Gerade was die Wirtschaftsbelebung betrifft, höre ich auch von Ihrer Seite nichts. Sie reden sich immer aus: Mit der SPÖ bringen wir nichts weiter. Wo sind aber Ihre Vorschläge? Wo sind Ihre Vorschläge? (Abg. Wöginger: Sagen wir dir dann! – Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) – Ja, da bin ich schon gespannt. (Abg. Wöginger: Wirst ja nicht fertig da!)
Abg. Wöginger: Wirst ja nicht fertig da!
Aber auch bei der ÖVP geht nicht viel weiter. Gerade was die Wirtschaftsbelebung betrifft, höre ich auch von Ihrer Seite nichts. Sie reden sich immer aus: Mit der SPÖ bringen wir nichts weiter. Wo sind aber Ihre Vorschläge? Wo sind Ihre Vorschläge? (Abg. Wöginger: Sagen wir dir dann! – Heiterkeit bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) – Ja, da bin ich schon gespannt. (Abg. Wöginger: Wirst ja nicht fertig da!)
Abg. Wöginger: Am Sonntag, das muss unbedingt sein! Dass du zum Kika gehen kannst mit den Kindern!
Zum Beispiel Ladenöffnung: Es kann doch keiner bei der ÖVP die Realität so stark verweigern, dass er nicht erkennt, dass die Bestimmungen zur Ladenöffnung längst geändert gehören. (Abg. Wöginger: Am Sonntag, das muss unbedingt sein! Dass du zum Kika gehen kannst mit den Kindern!) Schauen Sie: Es braucht neue Arbeitsplätze, und die fallen nicht vom Himmel. (Abg. Wöginger: Da müssen wir am Sonntag aufmachen!) Wenn wir die Ladenöffnung liberalisieren, haben wir auf einen Schlag 10 000 neue Arbeitsplätze. Wollen Sie das nicht? (Abg. Wöginger: Ja! Werden wir am Sonntag aufmachen ...!) Sie wollen nicht, weil Sie leider mit Ihrer christlich-sozialen Vergangenheit auch in Geiselhaft sind. Das ist das Problem. (Abg. Matznetter – die Schublade seines Pultes in die Höhe haltend –: Herr Kollege, die Laden aufmachen ...!)
Abg. Wöginger: Da müssen wir am Sonntag aufmachen!
Zum Beispiel Ladenöffnung: Es kann doch keiner bei der ÖVP die Realität so stark verweigern, dass er nicht erkennt, dass die Bestimmungen zur Ladenöffnung längst geändert gehören. (Abg. Wöginger: Am Sonntag, das muss unbedingt sein! Dass du zum Kika gehen kannst mit den Kindern!) Schauen Sie: Es braucht neue Arbeitsplätze, und die fallen nicht vom Himmel. (Abg. Wöginger: Da müssen wir am Sonntag aufmachen!) Wenn wir die Ladenöffnung liberalisieren, haben wir auf einen Schlag 10 000 neue Arbeitsplätze. Wollen Sie das nicht? (Abg. Wöginger: Ja! Werden wir am Sonntag aufmachen ...!) Sie wollen nicht, weil Sie leider mit Ihrer christlich-sozialen Vergangenheit auch in Geiselhaft sind. Das ist das Problem. (Abg. Matznetter – die Schublade seines Pultes in die Höhe haltend –: Herr Kollege, die Laden aufmachen ...!)
Abg. Wöginger: Ja! Werden wir am Sonntag aufmachen ...!
Zum Beispiel Ladenöffnung: Es kann doch keiner bei der ÖVP die Realität so stark verweigern, dass er nicht erkennt, dass die Bestimmungen zur Ladenöffnung längst geändert gehören. (Abg. Wöginger: Am Sonntag, das muss unbedingt sein! Dass du zum Kika gehen kannst mit den Kindern!) Schauen Sie: Es braucht neue Arbeitsplätze, und die fallen nicht vom Himmel. (Abg. Wöginger: Da müssen wir am Sonntag aufmachen!) Wenn wir die Ladenöffnung liberalisieren, haben wir auf einen Schlag 10 000 neue Arbeitsplätze. Wollen Sie das nicht? (Abg. Wöginger: Ja! Werden wir am Sonntag aufmachen ...!) Sie wollen nicht, weil Sie leider mit Ihrer christlich-sozialen Vergangenheit auch in Geiselhaft sind. Das ist das Problem. (Abg. Matznetter – die Schublade seines Pultes in die Höhe haltend –: Herr Kollege, die Laden aufmachen ...!)
Abg. Matznetter – die Schublade seines Pultes in die Höhe haltend –: Herr Kollege, die Laden aufmachen ...!
Zum Beispiel Ladenöffnung: Es kann doch keiner bei der ÖVP die Realität so stark verweigern, dass er nicht erkennt, dass die Bestimmungen zur Ladenöffnung längst geändert gehören. (Abg. Wöginger: Am Sonntag, das muss unbedingt sein! Dass du zum Kika gehen kannst mit den Kindern!) Schauen Sie: Es braucht neue Arbeitsplätze, und die fallen nicht vom Himmel. (Abg. Wöginger: Da müssen wir am Sonntag aufmachen!) Wenn wir die Ladenöffnung liberalisieren, haben wir auf einen Schlag 10 000 neue Arbeitsplätze. Wollen Sie das nicht? (Abg. Wöginger: Ja! Werden wir am Sonntag aufmachen ...!) Sie wollen nicht, weil Sie leider mit Ihrer christlich-sozialen Vergangenheit auch in Geiselhaft sind. Das ist das Problem. (Abg. Matznetter – die Schublade seines Pultes in die Höhe haltend –: Herr Kollege, die Laden aufmachen ...!)
Abg. Matznetter: ... die Lade aufmachen!
Das Lustige ist, dass ich immer Folgendes höre: Wenn die ÖVP Vorschläge macht, dann kommt immer: Sparen wir bei den ÖBB. (Abg. Matznetter: ... die Lade aufmachen!) Wenn die Sozialisten Vorschläge machen, heißt es immer: Sparen wir bei den Beamten und bei den Bauern.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, zurücktreten!
Genau so wird der Ball hin und her gespielt. So kann das nicht funktionieren. Das heißt: Da Sie in dieser Zwangsehe verhaftet sind, sollten Sie endlich langsam in die Gänge kommen! Vor allem der Herr Bundeskanzler muss endlich etwas tun. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, zurücktreten!) Er kann sich nicht weiter wegducken.
Ruf bei der FPÖ: Noch weniger!
Schauen wir uns noch einmal die Flüchtlingsfrage an. Wir haben das Problem, dass 87 Prozent der Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, maximal einen Pflichtschulabschluss haben. 87 Prozent. (Ruf bei der FPÖ: Noch weniger!) – Das sind die offiziellen Zahlen. Ich hoffe, dass das Innenministerium dem Budgetdienst keine falschen Zahlen geliefert hat. Das sind offizielle Zahlen: 87 Prozent.
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Jetzt erklären Sie einmal: Wie wollen Sie diese Menschen am Arbeitsmarkt integrieren? Sie wollen bis 2020 60 000 neue Arbeitsplätze schaffen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Dass Ihnen das nicht zu blöd ist, wundert mich wirklich. Oder hat bei Ihnen noch nie jemand einen Taschenrechner benutzt? Sie sagen auf der einen Seite: Hurra, 60 000 neue Arbeitsplätze bis 2020! Auf der anderen Seite kommen alleine heuer 95 000 Zuwanderer. (Ruf bei der FPÖ: Illegale!) Verstehen Sie die Rechnung, dass sich das nicht ausgeht? Können Sie mir vorrechnen, wie das gehen soll?
Ruf bei der FPÖ: Illegale!
Jetzt erklären Sie einmal: Wie wollen Sie diese Menschen am Arbeitsmarkt integrieren? Sie wollen bis 2020 60 000 neue Arbeitsplätze schaffen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Dass Ihnen das nicht zu blöd ist, wundert mich wirklich. Oder hat bei Ihnen noch nie jemand einen Taschenrechner benutzt? Sie sagen auf der einen Seite: Hurra, 60 000 neue Arbeitsplätze bis 2020! Auf der anderen Seite kommen alleine heuer 95 000 Zuwanderer. (Ruf bei der FPÖ: Illegale!) Verstehen Sie die Rechnung, dass sich das nicht ausgeht? Können Sie mir vorrechnen, wie das gehen soll?
Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!
Das Gleiche gilt zum Beispiel im Wohnbau: Wir haben 40 000 Wohnungen zu wenig. Deshalb gibt es kein leistbares Wohnen, gerade in den Ballungsregionen. Fragen Sie einmal in Wien, wie das mit dem leistbaren Wohnen aussieht! Das liegt daran, dass wir 40 000 Wohnungen zu wenig haben. (Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!) Jetzt brauchen wir noch mindestens 40 000 zusätzliche Wohnungen, weil die Flüchtlinge kommen. Ich spreche jetzt nur von heuer, nicht vom nächsten Jahr. Sie wissen ja, dass Sie so schnell nicht bauen können. Und was wollen Sie? – 10 000 neue Wohnungen bauen. (Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!) Das schreiben Sie dann ganz groß, in einer Hochglanz-Broschüre: Die SPÖ will 10 000 neue Wohnungen schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!) – Entschuldigen Sie, haben Sie noch nie einen Taschenrechner benutzt? (Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!) – Okay, die ÖVP bietet mehr, 30 000 Wohnungen. (Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!)
Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!
Das Gleiche gilt zum Beispiel im Wohnbau: Wir haben 40 000 Wohnungen zu wenig. Deshalb gibt es kein leistbares Wohnen, gerade in den Ballungsregionen. Fragen Sie einmal in Wien, wie das mit dem leistbaren Wohnen aussieht! Das liegt daran, dass wir 40 000 Wohnungen zu wenig haben. (Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!) Jetzt brauchen wir noch mindestens 40 000 zusätzliche Wohnungen, weil die Flüchtlinge kommen. Ich spreche jetzt nur von heuer, nicht vom nächsten Jahr. Sie wissen ja, dass Sie so schnell nicht bauen können. Und was wollen Sie? – 10 000 neue Wohnungen bauen. (Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!) Das schreiben Sie dann ganz groß, in einer Hochglanz-Broschüre: Die SPÖ will 10 000 neue Wohnungen schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!) – Entschuldigen Sie, haben Sie noch nie einen Taschenrechner benutzt? (Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!) – Okay, die ÖVP bietet mehr, 30 000 Wohnungen. (Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!)
Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!
Das Gleiche gilt zum Beispiel im Wohnbau: Wir haben 40 000 Wohnungen zu wenig. Deshalb gibt es kein leistbares Wohnen, gerade in den Ballungsregionen. Fragen Sie einmal in Wien, wie das mit dem leistbaren Wohnen aussieht! Das liegt daran, dass wir 40 000 Wohnungen zu wenig haben. (Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!) Jetzt brauchen wir noch mindestens 40 000 zusätzliche Wohnungen, weil die Flüchtlinge kommen. Ich spreche jetzt nur von heuer, nicht vom nächsten Jahr. Sie wissen ja, dass Sie so schnell nicht bauen können. Und was wollen Sie? – 10 000 neue Wohnungen bauen. (Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!) Das schreiben Sie dann ganz groß, in einer Hochglanz-Broschüre: Die SPÖ will 10 000 neue Wohnungen schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!) – Entschuldigen Sie, haben Sie noch nie einen Taschenrechner benutzt? (Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!) – Okay, die ÖVP bietet mehr, 30 000 Wohnungen. (Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!)
Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!
Das Gleiche gilt zum Beispiel im Wohnbau: Wir haben 40 000 Wohnungen zu wenig. Deshalb gibt es kein leistbares Wohnen, gerade in den Ballungsregionen. Fragen Sie einmal in Wien, wie das mit dem leistbaren Wohnen aussieht! Das liegt daran, dass wir 40 000 Wohnungen zu wenig haben. (Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!) Jetzt brauchen wir noch mindestens 40 000 zusätzliche Wohnungen, weil die Flüchtlinge kommen. Ich spreche jetzt nur von heuer, nicht vom nächsten Jahr. Sie wissen ja, dass Sie so schnell nicht bauen können. Und was wollen Sie? – 10 000 neue Wohnungen bauen. (Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!) Das schreiben Sie dann ganz groß, in einer Hochglanz-Broschüre: Die SPÖ will 10 000 neue Wohnungen schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!) – Entschuldigen Sie, haben Sie noch nie einen Taschenrechner benutzt? (Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!) – Okay, die ÖVP bietet mehr, 30 000 Wohnungen. (Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!)
Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!
Das Gleiche gilt zum Beispiel im Wohnbau: Wir haben 40 000 Wohnungen zu wenig. Deshalb gibt es kein leistbares Wohnen, gerade in den Ballungsregionen. Fragen Sie einmal in Wien, wie das mit dem leistbaren Wohnen aussieht! Das liegt daran, dass wir 40 000 Wohnungen zu wenig haben. (Abg. Matznetter: Wir bauen ja in Wien wieder Gemeindewohnungen!) Jetzt brauchen wir noch mindestens 40 000 zusätzliche Wohnungen, weil die Flüchtlinge kommen. Ich spreche jetzt nur von heuer, nicht vom nächsten Jahr. Sie wissen ja, dass Sie so schnell nicht bauen können. Und was wollen Sie? – 10 000 neue Wohnungen bauen. (Ruf bei der FPÖ: Familiennachzug!) Das schreiben Sie dann ganz groß, in einer Hochglanz-Broschüre: Die SPÖ will 10 000 neue Wohnungen schaffen. (Ruf bei der SPÖ: Zusätzlich!) – Entschuldigen Sie, haben Sie noch nie einen Taschenrechner benutzt? (Abg. Wöginger: 30 000, nicht 10 000!) – Okay, die ÖVP bietet mehr, 30 000 Wohnungen. (Abg. Wöginger: Na, das steht ja da drinnen! Du sollst ja ...!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Warum erzählst du die Unwahrheit?
Da schaffen wir es ja nicht einmal, den Rückstand abzubauen. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich das nicht ausgeht? (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Warum erzählst du die Unwahrheit?) – Ich erzähle Ihnen genau das, was in Ihren Unterlagen steht. Ich hoffe, dass die stimmen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Da schaffen wir es ja nicht einmal, den Rückstand abzubauen. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich das nicht ausgeht? (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Warum erzählst du die Unwahrheit?) – Ich erzähle Ihnen genau das, was in Ihren Unterlagen steht. Ich hoffe, dass die stimmen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Schauen Sie: In der Flüchtlingsfrage ist ja die Lösung ganz einfach. Die Lösung ist extrem einfach: Wir brauchen nur konsequent alles, das zu uns kommt, wieder zurückzubringen – ganz konsequent. Wissen Sie, was dann passiert? (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Haben Sie gewusst, dass ein Flüchtling zwischen 6 000 und 10 000 € bezahlt, bis er hier bei uns ankommt? Er bezahlt nämlich nicht für die gesamte Reise, er bezahlt immer abschnittsweise. Das heißt, für den ersten Abschnitt bezahlt er ein paar Tausender, für den zweiten, für den dritten, für den vierten und irgendwann einmal summiert sich das auf 10 000 €. Dann ist er bei uns.
Ruf bei der SPÖ: Nein, der riskiert zwei- oder dreimal sein Leben!
schickt. Oft wird das nicht geschehen. Glauben Sie, dass einer zweimal oder dreimal 10 000 € dafür bezahlt, nach Österreich zu kommen, wenn wir ihn postwendend wieder zurückschicken? – Sicher nicht. (Ruf bei der SPÖ: Nein, der riskiert zwei- oder dreimal sein Leben!) – Das ist genau Ihre Politik! Das ist Ihre Politik. Sie verführen mit Ihrer Einladungspolitik die Menschen, in überfüllte Boote zu steigen und ihr Leben zu riskieren. Das ist Ihre Einladungspolitik. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist diffus!) Das ist nicht meine Politik. Ich würde den Menschen ganz klar sagen: Geht in die Nachbarschaft, bleibt in der Region, kommt nicht zu uns!
Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist diffus!
schickt. Oft wird das nicht geschehen. Glauben Sie, dass einer zweimal oder dreimal 10 000 € dafür bezahlt, nach Österreich zu kommen, wenn wir ihn postwendend wieder zurückschicken? – Sicher nicht. (Ruf bei der SPÖ: Nein, der riskiert zwei- oder dreimal sein Leben!) – Das ist genau Ihre Politik! Das ist Ihre Politik. Sie verführen mit Ihrer Einladungspolitik die Menschen, in überfüllte Boote zu steigen und ihr Leben zu riskieren. Das ist Ihre Einladungspolitik. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist diffus!) Das ist nicht meine Politik. Ich würde den Menschen ganz klar sagen: Geht in die Nachbarschaft, bleibt in der Region, kommt nicht zu uns!
Abg. Krainer: Ihre Rede ist …! – Zwischenruf des Abg. Matznetter
Sie machen das Gegenteil, Sie und Frau Merkel; und der Herr Kanzler hilft fest mit. Sie sagen: Kommt, liebe Leute, wir nehmen euch alle auf, es ist für alle Platz! Und Sie wissen, dass das eine Lüge ist; Sie wissen es. Sie wissen, dass es eine Lüge ist, es ist nicht für alle Platz (Abg. Krainer: Ihre Rede ist …! – Zwischenruf des Abg. Matznetter), aber Sie suggerieren das den Leuten – und die sind ja auch nicht dumm: Sie haben Handys, sie haben Internet, sie haben alles. Sie sitzen in einem Flüchtlingslager – natürlich ist es dort nicht sehr komfortabel, und natürlich muss man die Flüchtlingslager unterstützen, natürlich muss man den Menschen vor Ort helfen – und sehen im Internet: Hoppala, die Deutschen und die Österreicher sagen: Hallo, Refugees Welcome! – Natürlich kommen sie. Ich würde auch kommen, wenn ich ein Flüchtling wäre, na sicher.
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Wenn es eine Mehrheit dafür gibt, dann bin ich sofort dafür; ich bin ein aufrechter Demokrat. Na, machen wir doch eine Volksbefragung! Fragen wir doch die Bevölkerung, mit wie vielen Flüchtlingen sie wie viel von ihrem so übermäßigen Wohlstand teilen will! Fragen wir sie einfach! Legen wir die Karten auf den Tisch! – Aber das tun wir nicht; wir legen die Karten nicht auf den Tisch, sondern wir ziehen die Menschen über den Tisch. So schaut’s aus! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wir verordnen den Menschen: Du hast gefälligst deinen Wohlstand zu teilen, und wir sagen dir, mit wem! (Zwischenruf des Abg. Hagen.) Genau das ist es: Die Regierung sagt uns ja, wer Flüchtling ist und wer nicht. (Abg. Matznetter: Nein …!)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Wenn es eine Mehrheit dafür gibt, dann bin ich sofort dafür; ich bin ein aufrechter Demokrat. Na, machen wir doch eine Volksbefragung! Fragen wir doch die Bevölkerung, mit wie vielen Flüchtlingen sie wie viel von ihrem so übermäßigen Wohlstand teilen will! Fragen wir sie einfach! Legen wir die Karten auf den Tisch! – Aber das tun wir nicht; wir legen die Karten nicht auf den Tisch, sondern wir ziehen die Menschen über den Tisch. So schaut’s aus! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wir verordnen den Menschen: Du hast gefälligst deinen Wohlstand zu teilen, und wir sagen dir, mit wem! (Zwischenruf des Abg. Hagen.) Genau das ist es: Die Regierung sagt uns ja, wer Flüchtling ist und wer nicht. (Abg. Matznetter: Nein …!)
Abg. Matznetter: Nein …!
Wenn es eine Mehrheit dafür gibt, dann bin ich sofort dafür; ich bin ein aufrechter Demokrat. Na, machen wir doch eine Volksbefragung! Fragen wir doch die Bevölkerung, mit wie vielen Flüchtlingen sie wie viel von ihrem so übermäßigen Wohlstand teilen will! Fragen wir sie einfach! Legen wir die Karten auf den Tisch! – Aber das tun wir nicht; wir legen die Karten nicht auf den Tisch, sondern wir ziehen die Menschen über den Tisch. So schaut’s aus! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Wir verordnen den Menschen: Du hast gefälligst deinen Wohlstand zu teilen, und wir sagen dir, mit wem! (Zwischenruf des Abg. Hagen.) Genau das ist es: Die Regierung sagt uns ja, wer Flüchtling ist und wer nicht. (Abg. Matznetter: Nein …!)
Abg. Darmann: … Fehlinformationen! – Gegenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Immer, wenn ich in den Nachrichten höre, dass wieder 6 000 Schutzbedürftige gekommen sind, frage ich mich: Wer kann das wissen? Wer kann das wissen? Welche Menschen sind das? Niemand weiß das! (Abg. Darmann: … Fehlinformationen! – Gegenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Solange man diese Menschen nicht registriert, wissen wir gar nichts. Wir wissen nichts über diese Menschen. (Abg. Matznetter: Sie haben aber geglaubt …!) Das können Drogenschmuggler sein, können Deserteure sein, das können IS-Kämpfer sein, das kann sein, wer will. (Abg. Matznetter: Sie wissen …!) Wir wissen es nicht. Wir wissen es dann, wenn diese Menschen in Deutschland im System aufschlagen, wenn diese Menschen sich dann in Deutschland registrieren, dann wissen wir es.
Abg. Matznetter: Sie haben aber geglaubt …!
Immer, wenn ich in den Nachrichten höre, dass wieder 6 000 Schutzbedürftige gekommen sind, frage ich mich: Wer kann das wissen? Wer kann das wissen? Welche Menschen sind das? Niemand weiß das! (Abg. Darmann: … Fehlinformationen! – Gegenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Solange man diese Menschen nicht registriert, wissen wir gar nichts. Wir wissen nichts über diese Menschen. (Abg. Matznetter: Sie haben aber geglaubt …!) Das können Drogenschmuggler sein, können Deserteure sein, das können IS-Kämpfer sein, das kann sein, wer will. (Abg. Matznetter: Sie wissen …!) Wir wissen es nicht. Wir wissen es dann, wenn diese Menschen in Deutschland im System aufschlagen, wenn diese Menschen sich dann in Deutschland registrieren, dann wissen wir es.
Abg. Matznetter: Sie wissen …!
Immer, wenn ich in den Nachrichten höre, dass wieder 6 000 Schutzbedürftige gekommen sind, frage ich mich: Wer kann das wissen? Wer kann das wissen? Welche Menschen sind das? Niemand weiß das! (Abg. Darmann: … Fehlinformationen! – Gegenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Solange man diese Menschen nicht registriert, wissen wir gar nichts. Wir wissen nichts über diese Menschen. (Abg. Matznetter: Sie haben aber geglaubt …!) Das können Drogenschmuggler sein, können Deserteure sein, das können IS-Kämpfer sein, das kann sein, wer will. (Abg. Matznetter: Sie wissen …!) Wir wissen es nicht. Wir wissen es dann, wenn diese Menschen in Deutschland im System aufschlagen, wenn diese Menschen sich dann in Deutschland registrieren, dann wissen wir es.
Beifall beim Team Stronach.
Wenn wir dann die deutschen Statistiken ansehen, dann sieht die Welt wieder ganz anders aus. Da sieht es dann so aus, dass drei Viertel von denen, die kommen, gar keinen Asylgrund haben. Deshalb dürften der ORF, wenn er es genau nimmt, und auch Sie nicht von Menschen sprechen, die Schutz brauchen, sondern Sie müssten davon sprechen, dass einige von denen, die kommen, Schutz brauchen. Das wäre ehrlich. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Yilmaz.
Ich habe es heute schon einmal gesagt, wir haben heute schon eine Diskussion gehabt: Das Problem ist, bei den Sozialisten gibt es keine Grenzen. Für einen Sozialisten gibt es kein Österreich, kein Slowenien, kein Griechenland. Das gibt’s für einen Sozialisten nicht. Die Grenze im sozialistischen Kopf läuft zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen den Ausbeutern und den Ausgebeuteten – das heißt, ein Arbeitnehmer in Syrien ist Ihnen mehr wert als ein Unternehmer in Österreich. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Yilmaz.)
Zwischenruf des Abg. Wittmann
Das ist die Realität Ihrer Politik, und deshalb wollen Sie die Not möglichst auf der ganzen Welt lindern – was ja ein guter Anspruch ist (Zwischenruf des Abg. Wittmann); also ich finde das ja großartig. (Abg. Heinzl: Sagen Sie einmal …!) Ich finde es großartig, dass Sie sagen, Sie wollen die Not auf der ganzen Welt lindern, indem Sie alle Menschen zu uns einladen. Das ist ja großartig, nur die Frage ist – wenn Sie das wollen –: Haben wir die Menschen dazu befragt? Wollen das auch die Österreicher, die Sie ja angeblich vertreten sollen? (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Heinzl: Sagen Sie einmal …!
Das ist die Realität Ihrer Politik, und deshalb wollen Sie die Not möglichst auf der ganzen Welt lindern – was ja ein guter Anspruch ist (Zwischenruf des Abg. Wittmann); also ich finde das ja großartig. (Abg. Heinzl: Sagen Sie einmal …!) Ich finde es großartig, dass Sie sagen, Sie wollen die Not auf der ganzen Welt lindern, indem Sie alle Menschen zu uns einladen. Das ist ja großartig, nur die Frage ist – wenn Sie das wollen –: Haben wir die Menschen dazu befragt? Wollen das auch die Österreicher, die Sie ja angeblich vertreten sollen? (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Das ist die Realität Ihrer Politik, und deshalb wollen Sie die Not möglichst auf der ganzen Welt lindern – was ja ein guter Anspruch ist (Zwischenruf des Abg. Wittmann); also ich finde das ja großartig. (Abg. Heinzl: Sagen Sie einmal …!) Ich finde es großartig, dass Sie sagen, Sie wollen die Not auf der ganzen Welt lindern, indem Sie alle Menschen zu uns einladen. Das ist ja großartig, nur die Frage ist – wenn Sie das wollen –: Haben wir die Menschen dazu befragt? Wollen das auch die Österreicher, die Sie ja angeblich vertreten sollen? (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der SPÖ: Faschingsbeginn! – Abg. Matznetter: Kurios war es allemal!
Herr Faymann ist ja nicht syrischer Kanzler oder griechischer Kanzler – oder was er sonst alles verzapft –, er ist österreichischer Kanzler. Und deshalb sollte sich Herr Faymann nicht weiter verstecken, sondern er soll endlich in die Gänge kommen, endlich das tun, was von ihm erwartet wird – oder er soll abtreten und für jemanden Platz machen, der dazu bereit ist. (Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der SPÖ: Faschingsbeginn! – Abg. Matznetter: Kurios war es allemal!)
Abg. Lugar: Hätte genauso später fliegen können und das Abendessen auslassen …!
Dass dieser Gipfel stattfinden wird, meine geschätzten Damen und Herren, wurde im April 2015 beschlossen. Seit damals steht fest, dass auch der österreichische Bundeskanzler an diesem Gipfel teilnimmt, daher hätte auch für das Team Stronach seit mehreren Monaten – und spätestens nach der heutigen Aktuellen Europastunde – klar sein müssen, dass der Bundeskanzler an diesem Tag zu dieser Zeit die Anfrage nicht persönlich wird beantworten können. (Abg. Lugar: Hätte genauso später fliegen können und das Abendessen auslassen …!) Selbstverständlich nehme ich aber meine Funktion als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt wahr und beantworte gerne diese Dringliche Anfrage. Ich werde die Gelegenheit auch dazu nützen, einige Dinge richtig- und klarzustellen.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Auer und Wöginger.
Bevor ich auf Ihre Fragen eingehe, erlauben Sie mir noch einige grundsätzliche Bemerkungen: Die Regierungen unter Bundeskanzler Werner Faymann haben unsere Republik seit Ende 2008 so durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geführt, dass Österreich nach wie vor zu den stabilsten Ländern dieser Welt zählt. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Auer und Wöginger.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Österreich ist lebenswert, wirtschaftlich stark, und es gibt einen sozialen Zusammenhalt (Zwischenruf bei der FPÖ), wie es ihn sonst kaum noch gibt. (Abg. Lugar: Nicht mehr lange!) Auch der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt die Stärke Österreichs (ironische Heiterkeit des Abg. Lugar – Ruf bei der FPÖ: Auweh!), nämlich wie wir unsere Menschlichkeit und Grundwerte leben auf der einen Seite und für Ordnung und Sicherheit im Sinne aller Beteiligten – der Bevölkerung, der Einsatzkräfte, der Freiwilligen und auch der Flüchtlinge – sorgen auf der anderen Seite. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Lugar: Nicht mehr lange!
Österreich ist lebenswert, wirtschaftlich stark, und es gibt einen sozialen Zusammenhalt (Zwischenruf bei der FPÖ), wie es ihn sonst kaum noch gibt. (Abg. Lugar: Nicht mehr lange!) Auch der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt die Stärke Österreichs (ironische Heiterkeit des Abg. Lugar – Ruf bei der FPÖ: Auweh!), nämlich wie wir unsere Menschlichkeit und Grundwerte leben auf der einen Seite und für Ordnung und Sicherheit im Sinne aller Beteiligten – der Bevölkerung, der Einsatzkräfte, der Freiwilligen und auch der Flüchtlinge – sorgen auf der anderen Seite. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit des Abg. Lugar – Ruf bei der FPÖ: Auweh!
Österreich ist lebenswert, wirtschaftlich stark, und es gibt einen sozialen Zusammenhalt (Zwischenruf bei der FPÖ), wie es ihn sonst kaum noch gibt. (Abg. Lugar: Nicht mehr lange!) Auch der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt die Stärke Österreichs (ironische Heiterkeit des Abg. Lugar – Ruf bei der FPÖ: Auweh!), nämlich wie wir unsere Menschlichkeit und Grundwerte leben auf der einen Seite und für Ordnung und Sicherheit im Sinne aller Beteiligten – der Bevölkerung, der Einsatzkräfte, der Freiwilligen und auch der Flüchtlinge – sorgen auf der anderen Seite. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich ist lebenswert, wirtschaftlich stark, und es gibt einen sozialen Zusammenhalt (Zwischenruf bei der FPÖ), wie es ihn sonst kaum noch gibt. (Abg. Lugar: Nicht mehr lange!) Auch der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation zeigt die Stärke Österreichs (ironische Heiterkeit des Abg. Lugar – Ruf bei der FPÖ: Auweh!), nämlich wie wir unsere Menschlichkeit und Grundwerte leben auf der einen Seite und für Ordnung und Sicherheit im Sinne aller Beteiligten – der Bevölkerung, der Einsatzkräfte, der Freiwilligen und auch der Flüchtlinge – sorgen auf der anderen Seite. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Wöginger.
Sie sehen also, meine geschätzten Damen und Herren Abgeordneten, dass die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit gesetzt werden und dass es Österreich im europäischen Vergleich schafft, gut durch die Krise zu kommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Wöginger.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war jetzt aber ein Scherz!
Klar ist auch, dass die internationale Wirtschaftskrise noch nicht überstanden ist, deshalb setzt die Regierung laufend Maßnahmen zur Gegensteuerung. Als Beispiele seien erwähnt: die Lohnnebenkostensenkung, die Wohnbauoffensive und – das sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt – die Steuerreform zur Konsum-Ankurbelung. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war jetzt aber ein Scherz!)
Abg. Lugar: Warum hören Sie dann nicht auf damit? – Zwischenruf bei der FPÖ.
Wie die vergangenen, werden wir auch die aktuellen und kommenden Herausforderungen angehen – mit umsichtiger Planung, Steuerung und der notwendigen Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Im Gegensatz dazu, Herr Kollege Lugar, lösen weder Alarmismus noch Polemik noch Worthülsen irgendwelche Probleme. (Abg. Lugar: Warum hören Sie dann nicht auf damit? – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Frau Staatssekretärin, …!
Für jugendliche Asylwerber soll etwa weiter die Möglichkeit bestehen, in Berufen mit Lehrlingsmangel eine Lehre zu absolvieren. Es ist ja bekannt, dass in den westlichen Bundesländern in manchen Branchen händeringend Lehrlinge gesucht werden. (Abg. Peter Wurm: Frau Staatssekretärin, …!) Aktuell sind bereits an die 20 000 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte beim AMS vorgemerkt; im Laufe des nächsten Jahres werden es an die 30 000 sein. Diese Personen haben unbeschränkten Arbeitsmarktzugang. Das AMS versucht, sie mit Sprachkursen, Kompetenzchecks, weiterführenden Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen so rasch wie möglich jobfit zu machen, und auch so werden die Sozialbudgets entlastet.
Zwischenruf des Abg. Lugar.
Zur Gewerbeordnung an sich: Kaum eine österreichische Rechtsmaterie ist – aufgrund von EU-Vorgaben und Judikatur – so im Fluss wie die Gewerbeordnung. (Zwischenruf des Abg. Lugar.) Allein seit Beginn dieser Regierungsperiode gab es vier Novellen, die fünfte war soeben in Begutachtung und wird demnächst den Ministerrat passieren.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch die Gelegenheit dazu nutzen, mich bei allen Mitgliedern von Polizei und Bundesheer, den öffentlich Bediensteten bei den betroffenen Verwaltungseinheiten sowie bei den NGOs, freiwilligen Helfern und Rettungskräften zu bedanken, denn sie haben in den letzten Wochen und Monaten Großartiges geleistet und sie leisten immer noch sehr, sehr wertvolle Arbeit, und dem kann man gar nicht genug Respekt beimessen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wer wird es machen?
Folgendes darf ich hier auch nochmals klar ausdrücken: Das Einzäunen eines jeden europäischen Staates mit Stacheldraht wollen wir nicht. Eine Politik des Abgrenzens oder irgendwelche staatlichen Alleingänge lösen sicherlich keine Probleme. Die Sicherung der EU-Außengrenze ist jedenfalls prioritär. Darüber hinaus benötigen wir auch eine rasche Etablierung von Hotspots in Griechenland und Italien. Dort soll entschieden werden, wer zu einem Asylverfahren zugelassen wird, und all jene, die nicht zu einem Asylverfahren zugelassen werden können, müssen in ihre Heimatländer zurückkehren. Jene, die zugelassen werden, müssen gerecht und fair auf alle Länder in der Europäischen Union verteilt werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und wer wird es machen?) Bezüglich Schutzzonen in Syrien ist die Diskussion international im Gange.
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Die Bundesregierung hat in diesem Jahr wesentliche Reformen auf den Weg gebracht. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Dazu zählt die Steuerreform, die mit 1. Jänner 2016 eine Entlastung von 5 Milliarden € bringt. Sie ist sowohl absolut wie auch in Relation zur Wirtschaftsleistung gerechnet die größte Steuerentlastung für die Menschen in Österreich seit Jahrzehnten. Der Schwerpunkt liegt bei der Entlastung von kleineren und mittleren Einkommen.
Abg. Lugar: Die Ministerin hat es gerade verschoben! Noch nicht aufgefallen?!
Am 17. November 2015 wird die Bundesregierung die Bildungsreform präsentieren. Auch das ist seit dem 24. März des heurigen Jahres festgelegt, bekannt und seit damals in allen Zeitungen auch nachzulesen. (Abg. Lugar: Die Ministerin hat es gerade verschoben! Noch nicht aufgefallen?!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie demonstrativer Beifall – in Richtung SPÖ – des Abg. Peter Wurm.
Weitere Neuerungen sind automatische Anträge bei Geburt und Übersiedlung, die automatische Abstimmung mit den Informationen auf help.gv.at, die Zusammenführung des Unternehmensserviceportales usp.gv.at mit anderen staatlichen Portalen, der Entfall der Vorlagepflicht von Dokumenten und Nachweisen nach Erstvorlage und einheitliche Regelungen für elektronische Zustellungen. Weiters darf ich auf Vereinfachungen im Vergaberecht verweisen, auf die Reform der Abwicklung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung oder die Plattform data.gv.at. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie demonstrativer Beifall – in Richtung SPÖ – des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Pendl: Das ist jetzt nötig! Seit 9 in der Früh …! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Ing. Waltraud Dietrich (STRONACH): Geschätzte Frau Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Frau Staatssekretär, selbstverständlich haben wir gewusst und wir haben auch damit gerechnet, dass der Herr Bundeskanzler, so wie des Öfteren schon, keine Zeit für die Parlamentarier hat. Genau aus diesem Grund haben wir die Dringliche heute gestellt, um auf diese Problematik hinzuweisen. (Abg. Pendl: Das ist jetzt nötig! Seit 9 in der Früh …! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Lugar.
Künstlerkreisen auch schon thematisiert wird, und auch im Mittelalter hatte man schon den Hofnarren, der darauf hingewiesen hat, was nicht in Ordnung ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Abg. Heinzl: Habts ihr schon einmal was gehört von „Zeit fürs Wesentliche“? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Geschätzte Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler ist nicht hier, wir haben dieses Thema thematisiert, und wir glauben, es ist gut und richtig, dass wir es so anfassen. (Abg. Heinzl: Habts ihr schon einmal was gehört von „Zeit fürs Wesentliche“? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Was ist das denn für ein Niveau?!
In diesem Artikel des Satiremagazins geht es noch weiter, und ich möchte einmal darauf hinweisen, liebe Kollegen von der SPÖ, was zum Beispiel auf Facebook steht: „Angebliche Beweise“ gibt es ja schon, dass der Bundeskanzler doch noch da ist. Eine Putzfrau hat die Inschrift gelesen: Sind die Flüchtlinge schon weg? Kann ich schon herauskommen? (Abg. Königsberger-Ludwig: Was ist das denn für ein Niveau?!) – Also denken Sie einmal darüber nach, was Künstler aufgrund der Beobachtung der Situation in der Bundesregierung schreiben! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
In diesem Artikel des Satiremagazins geht es noch weiter, und ich möchte einmal darauf hinweisen, liebe Kollegen von der SPÖ, was zum Beispiel auf Facebook steht: „Angebliche Beweise“ gibt es ja schon, dass der Bundeskanzler doch noch da ist. Eine Putzfrau hat die Inschrift gelesen: Sind die Flüchtlinge schon weg? Kann ich schon herauskommen? (Abg. Königsberger-Ludwig: Was ist das denn für ein Niveau?!) – Also denken Sie einmal darüber nach, was Künstler aufgrund der Beobachtung der Situation in der Bundesregierung schreiben! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Schopf: … Ihre Meinung!
Gestern im Hauptausschuss habe ich den Bundeskanzler gefragt: Wo ist die Grenze, wie viel kann Österreich aufnehmen? – Wir wissen, Schweden hat auf 1 000 Einwohner 7,6 Asylwerber, Österreich hat 6,6, Deutschland hat 3,4. Wo ist die Grenze? Schweden hat jetzt gesagt: Wir können nicht mehr! Es reicht! Wo liegt unsere Grenze? – Das wollen die Menschen wissen! Die Menschen wollen von jemandem an vorderster Stelle wissen, wie hoch die Belastbarkeit ist, wie er es einschätzt. (Abg. Schopf: … Ihre Meinung!) Die Antwort des Bundeskanzlers war: Na ja, noch hat alles funktioniert! Die Grenze ist erreicht, wenn alles zusammenbricht!
Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Lintl.
Ich sage Ihnen: Diese Antwort ist mir zu wenig! Das ist so, wie wenn ein Lkw-Unternehmer sagt: Na ja, lade einmal auf, so lange, bis der Lkw zusammenbricht. – Das kann es doch nicht sein! Von einem Bundeskanzler erwarte ich mir, dass er eine ganz klare Aussage trifft, diesen Themenbereich eingrenzen kann und vor allem den Schutz der eigenen Bevölkerung in den Vordergrund stellt. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Lintl.)
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Genau das ist die Angst, die die Leute draußen spüren. Sie haben das Gefühl, da kommen jetzt so viele und wir wissen nicht, wo das Ende der Fahnenstange ist. Wenn wir jemanden in der Regierung hätten, der sagt: Das ist die Zielvorgabe! So schaut der Masterplan aus!, dann könnten wir damit etwas anfangen, egal ob es 100 000 oder 200 000 sind. Wir hören Zahlen von 60 Millionen, die unterwegs sind, und das macht zu Recht Angst und Schrecken. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine geschätzten Damen und Herren, die Bevölkerung liest im Internet, dass zum Beispiel in Bremen und in Hamburg Wohnungseigentum beschlagnahmt werden kann, und die Menschen fragen sich: Kommt das auch auf uns zu? – Und da gibt es keine Antwort von der Bundesregierung. Da würden wir uns eine klare Positionierung und eine klare Antwort auf die vielen, vielen Fragen erwarten, die die Menschen in diesem Land haben. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Steinbichler: … längere Arbeitszeiten!
Österreich hat – und da teile ich nicht Ihre Meinung, Frau Staatssekretärin, wir sind lange nicht mehr der Musterschüler – so viele Probleme: Wir haben die höchste Arbeitslosigkeit seit 60 Jahren! Seit 60 Jahren! Wir wissen nicht, wie wir das Pensionssystem finanzieren sollen, und wir haben nicht diesen Reichtum. Die Frauen haben eine Durchschnittspension von 890 €! 890 €! (Abg. Steinbichler: … längere Arbeitszeiten!) Viele, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, die Kinder großgezogen haben, die etwas zu diesem Sozialstaat beigetragen haben, müssen heute, am Ende des Tages, wirklich mit wenig auskommen. Wir haben viele, viele Hausaufgaben, die die Bundesregierung endlich in Angriff nehmen muss und auch endlich lösen muss. Und Solidarität, unsere Solidarität muss vor allem der eigenen Bevölkerung gelten.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Diese Bundesregierung hat versagt, weil sie die Probleme nicht erkannt hat, nicht angesprochen hat und auch keine Lösungen gebracht hat! (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Lintl.
In diesem Sinn wünsche ich mir von der Bundesregierung, dass sie sich in Zukunft besser verhält, dass sie die Interessen der eigenen Bürger in den Vordergrund stellt, denn nur so wird es gelingen, den sozialen Frieden in Österreich, der uns allen, jedem Einzelnen hier, so wichtig ist, aufrechtzuerhalten und diese Herausforderung, vor der wir gemeinsam stehen, auch zu lösen. – Glück auf! (Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Lintl.)
Heiterkeit und Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Bitte wandern Sie nicht aus, es ist nicht so tragisch, wie es hier bisher seitens des Kollegen Lugar und seitens der Frau Dietrich dargestellt wurde! (Heiterkeit und Zwischenrufe der Abgeordneten Peter Wurm und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Lugar: Haben wir nicht gewusst!
Ich muss sagen: Ich finde es irrsinnig peinlich. Ich finde es nicht fair, hier über jemanden derart herzuziehen, wo man ganz genau gewusst hat, dass der Bundeskanzler heute nicht hier sein wird. (Abg. Lugar: Haben wir nicht gewusst!) Er hat den Termin in Malta auch nicht koordiniert oder gemacht, und deswegen ist es nicht fair gegenüber einem anderen Menschen, das so zu nutzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Peter Wurm: Aber der Sozialminister Hundstorfer könnte da sein oder …!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Peter Wurm: Aber der Sozialminister Hundstorfer könnte da sein oder …!
Ich muss sagen: Ich finde es irrsinnig peinlich. Ich finde es nicht fair, hier über jemanden derart herzuziehen, wo man ganz genau gewusst hat, dass der Bundeskanzler heute nicht hier sein wird. (Abg. Lugar: Haben wir nicht gewusst!) Er hat den Termin in Malta auch nicht koordiniert oder gemacht, und deswegen ist es nicht fair gegenüber einem anderen Menschen, das so zu nutzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Peter Wurm: Aber der Sozialminister Hundstorfer könnte da sein oder …!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Meiner Ansicht nach noch peinlicher ist es, dass ihr im vorigen Redebeitrag zugegeben habt, genau deshalb heute diese Dringliche Anfrage gestellt zu haben. – Und das ist wirklich eine Sauerei! Das macht man nicht, das ist der Politik nicht würdig! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Lugar.)
Abg. Lugar: 20 waren es!
Zum Inhalt: Gewisse Dinge muss man, glaube ich, klarstellen, wenn etwa der Herr Lugar hier herunterkommt – und bitte vergessen Sie die 10 Minuten des Herrn Lugar (Abg. Lugar: 20 waren es!), denn das war wirklich peinlich! – und sagt: Was machen wir mit 95 000 Menschen, die in Zukunft in Österreich dann am Arbeitsmarkt sind? – Herr Lugar, bitte kommen Sie hierher, Sie haben eh noch eine Redezeit, und erklären Sie einmal den Menschen den Unterschied zwischen Asylberechtigten und Asylwerbern! Asylwerber sind nicht Menschen am Arbeitsmarkt, die zur Verfügung stehen, sondern das sind Asylberechtigte. Und zwischen 95 000 und derzeit 12 500 und im nächsten Jahr 30 000 ist ein Riesenunterschied! (Abg. Lugar: Ja, das stimmt!)
Abg. Lugar: Ja, das stimmt!
Zum Inhalt: Gewisse Dinge muss man, glaube ich, klarstellen, wenn etwa der Herr Lugar hier herunterkommt – und bitte vergessen Sie die 10 Minuten des Herrn Lugar (Abg. Lugar: 20 waren es!), denn das war wirklich peinlich! – und sagt: Was machen wir mit 95 000 Menschen, die in Zukunft in Österreich dann am Arbeitsmarkt sind? – Herr Lugar, bitte kommen Sie hierher, Sie haben eh noch eine Redezeit, und erklären Sie einmal den Menschen den Unterschied zwischen Asylberechtigten und Asylwerbern! Asylwerber sind nicht Menschen am Arbeitsmarkt, die zur Verfügung stehen, sondern das sind Asylberechtigte. Und zwischen 95 000 und derzeit 12 500 und im nächsten Jahr 30 000 ist ein Riesenunterschied! (Abg. Lugar: Ja, das stimmt!)
Abg. Lugar: Ich habe es Ihnen eh gesagt, was Sie machen sollen! Aufpassen!
Abgesehen davon: Wir haben riesige Herausforderungen zu lösen. Der Unterschied ist, Sie kommen hierher, reden dieses Land schlecht, reden das ganze System schlecht, haben keine Lösungen mit, sondern machen in Wirklichkeit eine Rufschädigung an unserem Österreich! (Abg. Lugar: Ich habe es Ihnen eh gesagt, was Sie machen sollen! Aufpassen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim Team Stronach.
Hören Sie mit diesem Schwachsinn auf! Das brauchen wir nicht, das beschädigt den Wirtschaftsstandort Österreich. Das verunsichert alle Menschen, dementsprechend hier auch zu investieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim Team Stronach.)
Abg. Peter Wurm: 60 000 Asylberechtigte in Österreich haben wir!
Fakt ist eines: Wir haben 32 000 offene Stellen. Herr Lugar, holen Sie den Taschenrechner heraus! (Abg. Peter Wurm: 60 000 Asylberechtigte in Österreich haben wir!) Wir haben 32 000 offene Stellen, und wir wissen nicht, wie wir es derzeit schaffen, diese Jobs zu vermitteln. Das ist eine Chance, das ist eine Herausforderung, und genau daran muss man arbeiten!
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Loacker.
Wir haben eine steigende Beschäftigung, wir haben aber auch eine steigende Arbeitslosigkeit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Loacker.) Deswegen ist unsere Meinung hier ganz klar: Wir müssen uns aus dieser Krise herausinvestieren und dürfen nicht mit dem Sparstift versuchen da durchzutauchen! Deswegen hat diese Bundesregierung Maßnahmen gesetzt – und nicht erst jetzt im Jahr 2015, sondern Sie wissen ganz genau: 2008/2009 im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat kein anderes Land in Europa diese Krise so gut bewältigt wie diese Koalition unter Bundeskanzler Werner Faymann! Deshalb kann man da nicht einfach gewisse Dinge schlechtreden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben eine steigende Beschäftigung, wir haben aber auch eine steigende Arbeitslosigkeit. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Loacker.) Deswegen ist unsere Meinung hier ganz klar: Wir müssen uns aus dieser Krise herausinvestieren und dürfen nicht mit dem Sparstift versuchen da durchzutauchen! Deswegen hat diese Bundesregierung Maßnahmen gesetzt – und nicht erst jetzt im Jahr 2015, sondern Sie wissen ganz genau: 2008/2009 im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat kein anderes Land in Europa diese Krise so gut bewältigt wie diese Koalition unter Bundeskanzler Werner Faymann! Deshalb kann man da nicht einfach gewisse Dinge schlechtreden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Schönreden nützt uns auch nichts!
Mein Appell geht wirklich an alle politischen Vertreter: Reden wir dieses Land nicht so schlecht, reden wir es nicht hinunter, sondern arbeiten wir gemeinsam an Lösungen! Das ist in Wirklichkeit der Auftrag an die Politik. Und es liegt nicht allein in der Verantwortung der Bundesregierung, an Lösungen zu arbeiten, sondern auch in jener der Opposition. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber Schönreden nützt uns auch nichts!)
Abg. Peter Wurm: Das verstehe ich auch nicht!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich verstehe nicht, warum man bei diesen Debatten nicht die Daten- und Faktenlage so nehmen kann, wie sie ist. (Abg. Peter Wurm: Das verstehe ich auch nicht!) Ich verstehe es auch nicht, wenn man alles tut, um unser Land schlechtzureden (Abg. Lugar: Jetzt kommt der auch noch mit dem Blödsinn daher!) – nein, ich komme nicht mit dem –, aber ich halte es auch für falsch, Herr Kollege Lugar, wenn man sagt, dass alles super ist. (Abg. Peter Wurm: Nein, Tatsachen bitte!) Nein, ist es nicht! (Abg. Peter Wurm: Eben!) Wir haben große Herausforderungen zu bewältigen, aber ich bitte darum, sich an den Daten und Fakten zu orientieren!
Abg. Lugar: Jetzt kommt der auch noch mit dem Blödsinn daher!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich verstehe nicht, warum man bei diesen Debatten nicht die Daten- und Faktenlage so nehmen kann, wie sie ist. (Abg. Peter Wurm: Das verstehe ich auch nicht!) Ich verstehe es auch nicht, wenn man alles tut, um unser Land schlechtzureden (Abg. Lugar: Jetzt kommt der auch noch mit dem Blödsinn daher!) – nein, ich komme nicht mit dem –, aber ich halte es auch für falsch, Herr Kollege Lugar, wenn man sagt, dass alles super ist. (Abg. Peter Wurm: Nein, Tatsachen bitte!) Nein, ist es nicht! (Abg. Peter Wurm: Eben!) Wir haben große Herausforderungen zu bewältigen, aber ich bitte darum, sich an den Daten und Fakten zu orientieren!
Abg. Peter Wurm: Nein, Tatsachen bitte!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich verstehe nicht, warum man bei diesen Debatten nicht die Daten- und Faktenlage so nehmen kann, wie sie ist. (Abg. Peter Wurm: Das verstehe ich auch nicht!) Ich verstehe es auch nicht, wenn man alles tut, um unser Land schlechtzureden (Abg. Lugar: Jetzt kommt der auch noch mit dem Blödsinn daher!) – nein, ich komme nicht mit dem –, aber ich halte es auch für falsch, Herr Kollege Lugar, wenn man sagt, dass alles super ist. (Abg. Peter Wurm: Nein, Tatsachen bitte!) Nein, ist es nicht! (Abg. Peter Wurm: Eben!) Wir haben große Herausforderungen zu bewältigen, aber ich bitte darum, sich an den Daten und Fakten zu orientieren!
Abg. Peter Wurm: Eben!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich verstehe nicht, warum man bei diesen Debatten nicht die Daten- und Faktenlage so nehmen kann, wie sie ist. (Abg. Peter Wurm: Das verstehe ich auch nicht!) Ich verstehe es auch nicht, wenn man alles tut, um unser Land schlechtzureden (Abg. Lugar: Jetzt kommt der auch noch mit dem Blödsinn daher!) – nein, ich komme nicht mit dem –, aber ich halte es auch für falsch, Herr Kollege Lugar, wenn man sagt, dass alles super ist. (Abg. Peter Wurm: Nein, Tatsachen bitte!) Nein, ist es nicht! (Abg. Peter Wurm: Eben!) Wir haben große Herausforderungen zu bewältigen, aber ich bitte darum, sich an den Daten und Fakten zu orientieren!
Abg. Peter Wurm: Wie viel haben wir? Was hatten wir 2014? 0,4 Prozent! Die Prognose war 1,7 Prozent!
Wachstum 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. Das ist die Herbstprognose betreffend das Wirtschaftswachstum. (Abg. Peter Wurm: Wie viel haben wir? Was hatten wir 2014? 0,4 Prozent! Die Prognose war 1,7 Prozent!) 2014: 0,4 Prozent; 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. (Abg. Peter Wurm: Vergessen Sie die Prognosen! Schauen Sie auf die Realität! Stimmen die Prognosen? Haben die einmal gestimmt?) – Wenn sich alle darin einig sind, dass die Prognose für nächstes Jahr Gott sei Dank besser ist, was hindert uns dann daran, das auch so zu nehmen, wie es ist? (Abg. Peter Wurm: Würden wir alle gerne glauben, aber das ist nicht die Realität!)
Abg. Peter Wurm: Vergessen Sie die Prognosen! Schauen Sie auf die Realität! Stimmen die Prognosen? Haben die einmal gestimmt?
Wachstum 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. Das ist die Herbstprognose betreffend das Wirtschaftswachstum. (Abg. Peter Wurm: Wie viel haben wir? Was hatten wir 2014? 0,4 Prozent! Die Prognose war 1,7 Prozent!) 2014: 0,4 Prozent; 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. (Abg. Peter Wurm: Vergessen Sie die Prognosen! Schauen Sie auf die Realität! Stimmen die Prognosen? Haben die einmal gestimmt?) – Wenn sich alle darin einig sind, dass die Prognose für nächstes Jahr Gott sei Dank besser ist, was hindert uns dann daran, das auch so zu nehmen, wie es ist? (Abg. Peter Wurm: Würden wir alle gerne glauben, aber das ist nicht die Realität!)
Abg. Peter Wurm: Würden wir alle gerne glauben, aber das ist nicht die Realität!
Wachstum 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. Das ist die Herbstprognose betreffend das Wirtschaftswachstum. (Abg. Peter Wurm: Wie viel haben wir? Was hatten wir 2014? 0,4 Prozent! Die Prognose war 1,7 Prozent!) 2014: 0,4 Prozent; 2015: 0,6 Prozent; 2016: 1,5 Prozent; 2017: 1,4 Prozent. (Abg. Peter Wurm: Vergessen Sie die Prognosen! Schauen Sie auf die Realität! Stimmen die Prognosen? Haben die einmal gestimmt?) – Wenn sich alle darin einig sind, dass die Prognose für nächstes Jahr Gott sei Dank besser ist, was hindert uns dann daran, das auch so zu nehmen, wie es ist? (Abg. Peter Wurm: Würden wir alle gerne glauben, aber das ist nicht die Realität!)
Abg. Peter Wurm: Siebente Stelle mittlerweile!
Das Zweite ist der Arbeitsmarkt. Wir haben eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent – die steigt, ja, es steigt aber auch die Beschäftigung. Wir liegen damit derzeit an vierter oder fünfter Stelle in der Europäischen Union, bei der Jugendarbeitslosigkeit an zweiter Stelle. (Abg. Peter Wurm: Siebente Stelle mittlerweile!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?
Warum man hier heraußen aber kein einziges Wort über jene Maßnahmen verliert, die gesetzt wurden, deren Umsetzung aber auch nicht ganz einfach war und ist, meine Damen und Herren, weiß ich nicht. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Welche?)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler
Nehmen wir die Steuerreform her, ein Paket im Umfang von 5 Milliarden €: Ich bin jetzt 13 Jahre in diesem Haus, und ich kann mich nicht erinnern – wir haben mit dieser Seite (in Richtung FPÖ) regiert, und wir regieren die letzten Jahre mit der Seite (in Richtung SPÖ) –, dass es in all den Jahren eine Steuerreform mit diesem Volumen gegeben hat. Es hat zwar Steuerreformen gegeben, aber nicht mit diesem Ausmaß (Zwischenruf des Abg. Steinbichler), mit über 5 Milliarden € Entlastung!
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Bei einem Bruttoeinkommen – Bruttoeinkommen! – von 2 500 € bedeutet das, dass ein Tausender mehr pro Jahr übrig bleibt. Warum erwähnen Sie das nicht? Warum wird es schlechtgeredet, wenn wir den Menschen Geld zurückgeben? Aus meiner Sicht ist das eine konjunkturbelebende Maßnahme, hilft das mit, dass die Wirtschaft angekurbelt wird. Das sollte uns alle eigentlich positiver stimmen und dazu führen, dass endlich einmal mit diesem ewigen Pessimismus in diesen Reihen aufgehört wird! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das ist das Papier, in dem sich die Regierung auf ein weitreichendes Arbeitsmarkt- und Konjunkturpaket geeinigt hat. Nehmen Sie das einfach einmal, wie es ist, und stellen Sie die Dinge nicht immer schlechter dar! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Das sind Kraftpakete, die hier über die Bühne gebracht werden und mit Höchstanstrengungen umgesetzt werden. Und das wird den Menschen in diesem Land, unserer Wirtschaft und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: „An und für sich“!
Ich lebe an der bayrischen Grenze, wir haben diese Flüchtlingsströme. Die Übernahmen funktionieren an und für sich gut (Abg. Belakowitsch-Jenewein: „An und für sich“!), aber wir müssen uns darauf einstellen – und da sind wir alle gefordert, meine Damen und Herren – und auch auf nationaler Ebene die richtigen Maßnahmen in diesem Bereich setzen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit Hetzerei werden wir das Problem nicht lösen, und wir werden es auch nicht mit einer übertriebenen Willkommenskultur lösen können, aber wir müssen es gemeinsam lösen, meine Damen und Herren. Und das ist gerade bei diesem Thema der wichtigste Punkt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lugar: Weil er der Chef ist!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Frau Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Nur ein Wort zu den Anfragestellern dieser Dringlichen Anfrage: Mir ist nicht ganz klar, warum Sie diese Anfrage an Kanzler Faymann gestellt haben. (Abg. Lugar: Weil er der Chef ist!) Wenn es um Arbeitsplätze oder um die Arbeitsmarktpolitik geht, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen,
Abg. Lugar: Der Faymann soll ja angeblich der Chef sein! Angeblich!
die Anfrage an den Arbeitsminister zu stellen. (Abg. Lugar: Der Faymann soll ja angeblich der Chef sein! Angeblich!) Der Minister hätte vielleicht heute auch Zeit gehabt.
Abg. Lopatka: Nein! Lesen Sie die Stellungnahmen!
Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich habe mir wirklich am Montag gedacht: Ist das jetzt ein Justamentstandpunkt der ÖVP oder ist das deshalb so, weil die ÖVP nur mehr für die Großindustrie Politik macht? (Abg. Lopatka: Nein! Lesen Sie die Stellungnahmen!) Es kann nichts anderes mehr sein. (Abg. Lopatka: Lesen Sie die Stellungnahmen!)
Abg. Lopatka: Lesen Sie die Stellungnahmen!
Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich habe mir wirklich am Montag gedacht: Ist das jetzt ein Justamentstandpunkt der ÖVP oder ist das deshalb so, weil die ÖVP nur mehr für die Großindustrie Politik macht? (Abg. Lopatka: Nein! Lesen Sie die Stellungnahmen!) Es kann nichts anderes mehr sein. (Abg. Lopatka: Lesen Sie die Stellungnahmen!)
Abg. Lopatka: Na geh, das ist überraschend!
Ich sage Ihnen auch ganz ehrlich: Mein heutiger Eindruck von dieser Bundesregierung ist kein besonders guter, daher habe ich größte Bedenken … (Abg. Lopatka: Na geh, das ist überraschend!) – Kollege Lopatka, Sie können das jetzt schon ins Lächerliche ziehen, aber nach dem, was Sie heute hier geboten haben (Abg. Lopatka: Haben Sie
Abg. Königsberger-Ludwig: Das stimmt nicht!
schon jemals einen guten Eindruck gehabt von dieser Bundesregierung?), nach diesem permanenten gegenseitigen Anecken, wenn der Bundeskanzler spricht, dreht sich die ÖVP demonstrativ weg und applaudiert nicht, wenn die Innenministerin spricht, wird von der SPÖ demonstrativ nicht applaudiert (Abg. Königsberger-Ludwig: Das stimmt nicht!), nach all dem habe ich größte Bedenken, dass es wirklich am 3. Dezember noch zu einer Beschlussfassung kommen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
schon jemals einen guten Eindruck gehabt von dieser Bundesregierung?), nach diesem permanenten gegenseitigen Anecken, wenn der Bundeskanzler spricht, dreht sich die ÖVP demonstrativ weg und applaudiert nicht, wenn die Innenministerin spricht, wird von der SPÖ demonstrativ nicht applaudiert (Abg. Königsberger-Ludwig: Das stimmt nicht!), nach all dem habe ich größte Bedenken, dass es wirklich am 3. Dezember noch zu einer Beschlussfassung kommen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Asylwerber, die auf den Arbeitsmarkt drängen: die nächste Problematik, die uns jetzt ins Haus stehen wird. Es gibt ja derzeit für Asylwerber bis 25 Jahre die Möglichkeit einer Lehre, eines Lehrberufs. Frau Staatssekretärin, Sie haben ja dankenswerterweise erwähnt, wie großartig das ist, nur, Sie haben vergessen dazuzusagen, dass mehr als 50 Prozent dieser Asylwerber die Lehre abbrechen. Das heißt, in Wirklichkeit produzieren wir damit Lehrabbrecher. Dieses Modell ist meines Erachtens gescheitert, das ist definitiv kein Erfolgsmodell, bei den nicht einmal 300, die das gemacht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Stimmt!
Aber wir haben die Probleme ja schon seit längerer Zeit, also unabhängig von den Asylwerbern. Diese Probleme sind auch hausgemacht. Durch die Ostöffnung haben wir natürlich einen Zuzug von Billigstarbeitern aus dem Osten gehabt. Und ich weiß, jetzt wird dann wieder das Argument kommen: Ja, die böse FPÖ hat beim Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz nicht mitgestimmt! (Abg. Königsberger-Ludwig: Stimmt!) – Ja, stimmt, Frau Kollegin Königsberger-Ludwig, aber aus gutem Grund haben wir nicht zugestimmt.
Beifall bei der FPÖ.
Aber das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz – und jetzt komme ich zurück zum Bundesvergabegesetz; Sie werden mir da recht geben – macht überhaupt nur dann Sinn, wenn man es in Kombination mit anderen Mitteln, etwa in Kombination beispielsweise mit dem Bestbieterprinzip, hat. Dann hätte es einen Vorteil gebracht. Jetzt ist es halt leider so, dass wegen der ÖVP, ehemals Wirtschaftspartei für kleinere und mittlere Unternehmen, jetzt nur noch für die Großindustrie, vor zwei Tagen im Verfassungsausschuss ein Konjunkturpaket für den österreichischen Arbeitsmarkt nicht beschlossen werden konnte. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Lugar: Er war Migrant, da haben wir nichts dagegen!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Werte Damen und Herren! Herr Klubobmann Lugar, Frau Abgeordnete Dietrich, eine Frage: Was oder wer war Franz Strohsack, als er als 22-Jähriger in Kanada angekommen ist, und das im Jahr 1954? (Abg. Lugar: Er war Migrant, da haben wir nichts dagegen!) – Er war Wirtschaftsflüchtling. (Abg. Lugar: Nein, Wirtschaftsflüchtling war er keiner!)
Abg. Lugar: Nein, Wirtschaftsflüchtling war er keiner!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Werte Damen und Herren! Herr Klubobmann Lugar, Frau Abgeordnete Dietrich, eine Frage: Was oder wer war Franz Strohsack, als er als 22-Jähriger in Kanada angekommen ist, und das im Jahr 1954? (Abg. Lugar: Er war Migrant, da haben wir nichts dagegen!) – Er war Wirtschaftsflüchtling. (Abg. Lugar: Nein, Wirtschaftsflüchtling war er keiner!)
Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland, das ist ein Unterschied!
Frank Stronach, wie er sich später dann genannt hat, war nichts anderes als ein Arbeiter, der seine Zukunft ob der hohen Arbeitslosigkeit und der Probleme nicht in der Steiermark gesehen hat (Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland, das ist ein Unterschied!), er war ein Wirtschaftsflüchtling. (Abg. Lugar: Blödsinn!) Wie er dem Stadtmagazin „biber“ in einem Interview bekannt gegeben hat, ist er mit einem kleinen Koffer, 200 Dollar in der Tasche, einer Jeans, zwei Hemden, einem Paar Unterhosen und einem One-Way-Ticket aufgebrochen.
Abg. Lugar: Blödsinn!
Frank Stronach, wie er sich später dann genannt hat, war nichts anderes als ein Arbeiter, der seine Zukunft ob der hohen Arbeitslosigkeit und der Probleme nicht in der Steiermark gesehen hat (Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland, das ist ein Unterschied!), er war ein Wirtschaftsflüchtling. (Abg. Lugar: Blödsinn!) Wie er dem Stadtmagazin „biber“ in einem Interview bekannt gegeben hat, ist er mit einem kleinen Koffer, 200 Dollar in der Tasche, einer Jeans, zwei Hemden, einem Paar Unterhosen und einem One-Way-Ticket aufgebrochen.
Abg. Peter Wurm – in Richtung Team Stronach –: Er ist aber nicht illegal eingereist, oder?
Ja, und was ist er geworden? – Er ist ein erfolgreicher Unternehmer geworden in einem Land, Kanada (Abg. Peter Wurm – in Richtung Team Stronach –: Er ist aber nicht illegal eingereist, oder?), von dem wir wissen, dass es ein offenes Land ist, ein Land, das Chancen bietet. (Abg. Peter Wurm: Ist der Stronach illegal eingereist? – Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland!)
Abg. Peter Wurm: Ist der Stronach illegal eingereist? – Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland!
Ja, und was ist er geworden? – Er ist ein erfolgreicher Unternehmer geworden in einem Land, Kanada (Abg. Peter Wurm – in Richtung Team Stronach –: Er ist aber nicht illegal eingereist, oder?), von dem wir wissen, dass es ein offenes Land ist, ein Land, das Chancen bietet. (Abg. Peter Wurm: Ist der Stronach illegal eingereist? – Abg. Lugar: Kanada war ein Einwanderungsland!)
Abg. Peter Wurm: Eine andere Schallplatte!
Und offen gesagt: Es ist schon sehr billig, die heutige Debatte auf dem Rücken von Menschen zu führen, die vor Krieg, Not und Verfolgung geflüchtet sind. (Abg. Peter Wurm: Eine andere Schallplatte!) Es ist auch eine große Schwierigkeit, wenn man die großen Probleme, die wir auf dem Arbeitsmarkt, im Wirtschaftsbereich haben, genau auf dem Rücken von diesen Menschen austrägt, und es ist vor allem auch schäbig. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Und offen gesagt: Es ist schon sehr billig, die heutige Debatte auf dem Rücken von Menschen zu führen, die vor Krieg, Not und Verfolgung geflüchtet sind. (Abg. Peter Wurm: Eine andere Schallplatte!) Es ist auch eine große Schwierigkeit, wenn man die großen Probleme, die wir auf dem Arbeitsmarkt, im Wirtschaftsbereich haben, genau auf dem Rücken von diesen Menschen austrägt, und es ist vor allem auch schäbig. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Lopatka: Nicht schlecht!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (fortsetzend): Die Debatte erfordert heute klare und scharfe Worte. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Lopatka: Nicht schlecht!)
Abg. Steinbichler: Warum denn nicht? Warum denn nicht?
Zum Bereich Wirtschaft und Flüchtlinge: Letztendlich bietet das auch eine große Chance. In Österreich gibt es viele Bereiche, den Pflegebereich, die Gastronomie, wo wir genau wissen, dass diese Arbeit ohne Migranten nicht mehr zu schaffen wäre. (Abg. Steinbichler: Warum denn nicht? Warum denn nicht?) Also insofern ist es auch da ein großer und wichtiger Beitrag, den die Migration leistet. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Zum Bereich Wirtschaft und Flüchtlinge: Letztendlich bietet das auch eine große Chance. In Österreich gibt es viele Bereiche, den Pflegebereich, die Gastronomie, wo wir genau wissen, dass diese Arbeit ohne Migranten nicht mehr zu schaffen wäre. (Abg. Steinbichler: Warum denn nicht? Warum denn nicht?) Also insofern ist es auch da ein großer und wichtiger Beitrag, den die Migration leistet. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Peter Wurm: Sie verhöhnen die Arbeitslosen in Österreich! Schauen Sie, wie viele Arbeitslose wir in der Gastronomie und im Pflegebereich haben! 55 000 Arbeitslose!
Ich sage Ihnen, auch hier sind die Ansätze zu suchen, Entsprechendes zu leisten. Es gibt in den Niederlanden, in Deutschland, in der Schweiz Unterstützungsprogramme für Migranten, die sich im unternehmerischen Sektor selbständig machen wollen. Da geht es durchaus auch um das Thema niederschwelliger Zugang, es geht um die Reformierung der Gewerbeordnung, es geht um Mikrokredite. Es wird eine Vielzahl von Bündeln geben müssen, um das tatsächlich auch so in dieser Form leisten zu können. Aber es ist möglich, wir sehen und kennen die Beispiele. (Abg. Peter Wurm: Sie verhöhnen die Arbeitslosen in Österreich! Schauen Sie, wie viele Arbeitslose wir in der Gastronomie und im Pflegebereich haben! 55 000 Arbeitslose!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Peter Wurm: Den Arbeitslosen sollten Sie helfen!
Schauen Sie sich einmal an, wie viele Stellen nicht besetzt werden können! Schauen Sie sich bitte die Lehrstellen an, die in Tirol offen sind, und wie viele Stellen besetzt werden können! Genau das sollten Sie sich anschauen, anstatt irgendwelche Dinge zu verbreiten, die in dieser Form nicht stimmen. Bleiben Sie bei den Tatsachen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Peter Wurm: Den Arbeitslosen sollten Sie helfen!)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.
Dass wir Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt haben, das ist klar. Aber das ist völlig unabhängig von den Menschen, die hier in diesem Land Schutz suchen. Genau den werden wir auch hier gewähren. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Peter Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Staatssekretärin, Sie sind auch mit dem Thema Registrierkassen betraut. Sosehr deren Einführung berechtigt ist, gibt es nichtsdestotrotz unglaublich viele Unsicherheiten und Fragen zu diesem ganzen Thema von ganz vielen kleinen und Kleinstunternehmen. Diese ganzen Fragen sind heute noch nicht gelöst. Das halte ich für einen schweren Fehler, dass die Bundesregierung nicht für Rechts- und Planungssicherheit sorgt und auch nicht für eine entsprechende Stütze für die Kleinstunternehmungen. Genau das ist nämlich notwendig, um da voranzukommen. Und genau das sind die Faktoren, sehr geehrte Damen und Herren, die wir brauchen, um den Arbeitsmarkt tatsächlich zu stärken, zu unterstützen und die Wirtschaft zu beleben und Migration ganz klar auch als Chance zu sehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Ihre Barmherzigkeit – Herr Karas hat auch von Barmherzigkeit und christlichsozialen Werten gesprochen – endet wohl bei Ihren ÖVP-Wählern und bei Ihren Kirchengängern. Das ist erschreckend. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Strolz – in Richtung des Abg. Rädler –: Gib eine Ruhe! Das ist letztklassig! Das ist unwürdig!
Nun, ich habe lange überlegt, wie ich meine Ausführungen gestalte, vor allem was das jetzt betrifft. Ich habe auch ganz lange … (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Strolz – in Richtung des Abg. Rädler –: Gib eine Ruhe! Das ist letztklassig! Das ist unwürdig!)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Das lässt für mich den Schluss zu, dass Sie überhaupt kein Interesse mehr daran haben, dass in diesem Land noch etwas besser wird. Es lässt für mich den Schluss zu, Sie beide warten als Koalitionspartner eigentlich nur mehr auf Ihren Tod, auf sonst gar nichts mehr. Es ist der Stillstand in diesem Land, den Sie fördern. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Oh-Rufe beim Team Stronach.
Abgeordnete Martina Schenk (STRONACH): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich muss kurz auf die Ausführungen von zwei Vorrednern eingehen. Kollegen Muchitsch von der SPÖ muss man nachsehen, dass er sich mit „kleinen Leuten“, mit Leuten, die wenig verdienen, vielleicht nicht ganz so assoziieren kann, hat er doch lange in einem Sozialbau gelebt und als Abgeordneter 258,99 € für seine Wohnung bezahlt und auch in einem Interview gesagt, er habe eine Frau und drei Kinder, er bezahle nicht 1 000 € für eine Wohnung. (Oh-Rufe beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, jetzt sagen Sie das einmal Ihren Wählerinnen und Wählern und den Mindestverdienern, den Leuten in Österreich, die sehr wenig verdienen, die sich keine Wohnung leisten können, kein Abgeordnetengehalt zur Verfügung haben! So viel sei an Ihre Adresse gerichtet. Da sollte man die Kirche schon im Dorf lassen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei den NEOS.
Ich möchte nun zum Inhalt der Dringlichen kommen, die sehr ausführlich begründet wurde und die die Probleme auch offen angesprochen hat, die hier auch präsentiert wurden. Die Probleme sind unendlich groß. Wir haben, und ich muss es wiederholen, die höchste Arbeitslosigkeit seit 60 Jahren. Die Frau Staatssekretärin hat in Beantwortung der Dringlichen Anfrage von der Erfolgsgeschichte der Regierung Faymann berichtet. Na wo bleibt denn da die Erfolgsgeschichte? (Beifall bei den NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Im Bildungssystem lässt eine Reform lange auf sich warten. Am 17. November wird jetzt, glaube ich, dieses Bildungsprogramm, die Bildungsreform präsentiert. Wenn man sich vor Augen führt, dass jetzt schon 25 Prozent der Schulabgänger nicht sinnerfassend lesen können und im Rechnen Probleme haben, dann, meine sehr geehrten Damen und Herren, kann man das nur als Versagen dieser Regierung und auch Ihrer Ministerin werten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, wischen Sie diese Probleme nicht einfach vom Tisch! Setzen Sie sich damit auseinander und nehmen Sie die Probleme, die wir hier vorbringen und die nicht nur unsere sind, sondern die Probleme der Österreicherinnen und Österreicher, ernst, denn wir, Sie vertreten die Österreicherinnen und Österreicher. Dafür sind wir, sind Sie alle gewählt. (Beifall beim Team Stronach.) Und das ist Ihre Verantwortung, der Sie nicht nachkommen.
Beifall beim Team Stronach.
Die Österreicher fühlen sich nicht mehr sicher, die Einbruchszahlen steigen, das haben wir heute auch gehört bei der Debatte über den Sicherheitsbericht. Und das sind Fakten, die Sie nicht vom Tisch wischen können. Ihre Politik ist da gescheitert. Es muss an Lösungen gearbeitet werden, aber an wirklichen und richtigen und an keinen leeren Versprechungen und Plattitüden. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei den Grünen
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Ich lese mir Dringliche Anfragen der Oppositionsparteien wirklich immer sehr genau durch, wenn ich dazu sprechen darf, und das habe ich auch heute gemacht. Herr Kollege Lugar, ich habe mir allerdings wirklich sehr schwergetan, irgendwie einen roten Faden bei Ihrer Anfrage zu finden (Beifall bei den Grünen), weil dies sehr diffus ist, weil es von Negativausdrücken nur so strotzt, von Anschuldigungen, die ich nicht gerechtfertigt finde. Und auch die Redebeiträge Ihrer Kolleginnen und Kollegen machen es mir sehr schwer, eine ernsthafte Debatte – bei Ihnen nämlich – zu erkennen.
Abg. Lugar: Warum machen Sie dann nichts?
Kollege Wöginger hat es in seiner Rede schon angesprochen, natürlich gibt es in Österreich Herausforderungen, wir wissen das. Wir haben Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, wir haben Herausforderungen bei der Flüchtlingsproblematik. (Abg. Lugar: Warum machen Sie dann nichts?) Natürlich gibt es Herausforderungen, aber so, wie Sie es darstellen, Herr Kollege Lugar, und auch die Kolleginnen und Kollegen Ihrer Partei, dass überhaupt nichts passiert, so ist es einfach nicht. Wenn man eine ernsthafte Debatte führen möchte, nämlich wirklich im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dann könnte man doch auf beiden Seiten das Glas einmal halb voll sehen und nicht immer nur halb leer, so wie Sie es tun, oder überhaupt schon ausgeschüttet. (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer!) – Nein, es ist sogar mehr passiert, Herr Kollege von den Freiheitlichen, wirklich! (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer, habe ich gesagt!) Nein, auch das nicht, aus meiner Sicht halt nicht.
Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer!
Kollege Wöginger hat es in seiner Rede schon angesprochen, natürlich gibt es in Österreich Herausforderungen, wir wissen das. Wir haben Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, wir haben Herausforderungen bei der Flüchtlingsproblematik. (Abg. Lugar: Warum machen Sie dann nichts?) Natürlich gibt es Herausforderungen, aber so, wie Sie es darstellen, Herr Kollege Lugar, und auch die Kolleginnen und Kollegen Ihrer Partei, dass überhaupt nichts passiert, so ist es einfach nicht. Wenn man eine ernsthafte Debatte führen möchte, nämlich wirklich im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dann könnte man doch auf beiden Seiten das Glas einmal halb voll sehen und nicht immer nur halb leer, so wie Sie es tun, oder überhaupt schon ausgeschüttet. (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer!) – Nein, es ist sogar mehr passiert, Herr Kollege von den Freiheitlichen, wirklich! (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer, habe ich gesagt!) Nein, auch das nicht, aus meiner Sicht halt nicht.
Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer, habe ich gesagt!
Kollege Wöginger hat es in seiner Rede schon angesprochen, natürlich gibt es in Österreich Herausforderungen, wir wissen das. Wir haben Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, wir haben Herausforderungen bei der Flüchtlingsproblematik. (Abg. Lugar: Warum machen Sie dann nichts?) Natürlich gibt es Herausforderungen, aber so, wie Sie es darstellen, Herr Kollege Lugar, und auch die Kolleginnen und Kollegen Ihrer Partei, dass überhaupt nichts passiert, so ist es einfach nicht. Wenn man eine ernsthafte Debatte führen möchte, nämlich wirklich im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dann könnte man doch auf beiden Seiten das Glas einmal halb voll sehen und nicht immer nur halb leer, so wie Sie es tun, oder überhaupt schon ausgeschüttet. (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer!) – Nein, es ist sogar mehr passiert, Herr Kollege von den Freiheitlichen, wirklich! (Abg. Peter Wurm: Dreiviertel leer, habe ich gesagt!) Nein, auch das nicht, aus meiner Sicht halt nicht.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin überzeugt davon, dass die Steuerreform – auch wenn sie noch so kleingeredet wird von manchen hier in diesem Haus – dazu beitragen wird, dass die Konjunktur angekurbelt wird, weil ein Großteil dieser 5-Milliarden-Entlastung wirklich bei den Verdienern, bei den Verdienerinnen, beim Kleinverdiener und auch beim Mittelverdiener, ankommen und weil dieses Geld, das wissen wir alle, in den sogenannten Wirtschaftskreislauf zurückgehen wird. Deswegen wird mit der Steuerreform die Konjunktur – davon bin ich überzeugt – angekurbelt werden, und es wird auch jeder und jede Einzelne davon profitieren, wie wir heute auch schon ein paarmal gehört haben. Deswegen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, lassen wir uns diese Steuerreform auch nicht kleinreden! Und reden wir auch unsere Erfolge nicht klein, darum würde ich wirklich von dieser Stelle aus bitten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das glaube ich auch! – Abg. Lugar: Das wird sich bald ändern!
Ich bin froh, Herr Kollege Lugar, dass Bundeskanzler Faymann das Regierungsschiff lenkt, und ich bin froh, dass nicht Sie dieser Mensch sind oder Ihre Partei, sonst würde ganz Österreich in eine Depression verfallen. Gott sei Dank sieht Österreich das anders, denn die Zufriedenheit der Österreicherinnen und Österreicher ist eine sehr hohe. Wir haben es heute schon gehört, wir liegen an vierter Stelle in der Europäischen Union. Und das ist schon ein Verdienst auch der österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das glaube ich auch! – Abg. Lugar: Das wird sich bald ändern!)
Abg. Krainer steht an der Regierungsbank und spricht mit Staatssekretärin Steßl – Abg. Lugar: Herr Präsident! Das geht aber wirklich nicht, dass sich der Krainer da hinstellt! – Abg. Königsberger-Ludwig: Der Herr Krainer!
Abgeordnete Brigitte Jank (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört (Abg. Krainer steht an der Regierungsbank und spricht mit Staatssekretärin Steßl – Abg. Lugar: Herr Präsident! Das geht aber wirklich nicht, dass sich der Krainer da hinstellt! – Abg. Königsberger-Ludwig: Der Herr Krainer!), Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört, alles sei fürchterlich, alles sei schlecht (Abg. Lugar: Alles nicht!), und ich muss sagen, irgendwie habe ich den Eindruck, diese Weltuntergangsstimmung, die du da verbreitest, hat sich jetzt manifestiert, aber sie kommt offensichtlich aus der eigenen Partei heraus. Wahrscheinlich ist das die innere Befindlichkeit, die du so hast, und deshalb musst du uns heute hier alle in die Pflicht nehmen, damit wir dir bei deren Bewältigung helfen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Lugar: Alles nicht!
Abgeordnete Brigitte Jank (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört (Abg. Krainer steht an der Regierungsbank und spricht mit Staatssekretärin Steßl – Abg. Lugar: Herr Präsident! Das geht aber wirklich nicht, dass sich der Krainer da hinstellt! – Abg. Königsberger-Ludwig: Der Herr Krainer!), Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört, alles sei fürchterlich, alles sei schlecht (Abg. Lugar: Alles nicht!), und ich muss sagen, irgendwie habe ich den Eindruck, diese Weltuntergangsstimmung, die du da verbreitest, hat sich jetzt manifestiert, aber sie kommt offensichtlich aus der eigenen Partei heraus. Wahrscheinlich ist das die innere Befindlichkeit, die du so hast, und deshalb musst du uns heute hier alle in die Pflicht nehmen, damit wir dir bei deren Bewältigung helfen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Brigitte Jank (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört (Abg. Krainer steht an der Regierungsbank und spricht mit Staatssekretärin Steßl – Abg. Lugar: Herr Präsident! Das geht aber wirklich nicht, dass sich der Krainer da hinstellt! – Abg. Königsberger-Ludwig: Der Herr Krainer!), Kollege Lugar, ich habe mir deine Ausführungen heute angehört, alles sei fürchterlich, alles sei schlecht (Abg. Lugar: Alles nicht!), und ich muss sagen, irgendwie habe ich den Eindruck, diese Weltuntergangsstimmung, die du da verbreitest, hat sich jetzt manifestiert, aber sie kommt offensichtlich aus der eigenen Partei heraus. Wahrscheinlich ist das die innere Befindlichkeit, die du so hast, und deshalb musst du uns heute hier alle in die Pflicht nehmen, damit wir dir bei deren Bewältigung helfen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Prognose!
Das Wifo hat aktuell (Abg. Peter Wurm: Prognose!) die Ergebnisse des dritten Quartals vorgestellt. Und natürlich geht das alles nicht so rasant hinauf, aber es hat das Exportgeschäft zugenommen, und wir alle wissen, wir verdienen mehr als die Hälfte unseres Vermögens, unserer Wirtschaftsleistung, im Export.
Beifall bei der ÖVP.
Vertrauen ist es, was wir als Verantwortliche auszustrahlen haben. Und Vertrauen ist in der Wirtschaft eine der Grundlagen dafür, dass man etwas tut. Wer nicht vertraut, wird nichts investieren, wird sich nicht bewegen. Vertrauen ist aber ein zartes Pflänzchen, und das, Kollege Lugar, was du heute mit deinem Antrag getan hast, trägt nicht dazu bei, dieses Pflänzchen zum Wachsen zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Wir haben heute über die Migrationsproblematik gesprochen. Wir leben in einem Land, das nicht in der Lage ist, seine Grenzen zu schützen – nicht mehr und nicht weniger. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Klubobmann Lopatka hat heute das Beispiel gebracht, die Griechen wären aufgrund der materiellen und personellen Voraussetzungen ohne Weiteres in der Lage, mit ihren Booten et cetera die Grenzen entsprechend zu sichern, und dann ausgeführt: Wir werden das auf europäischer Ebene von den Griechen einfordern! Da fehlt mir und auch der österreichischen Bevölkerung aber der Glaube, dass dieses Einfordern erstens mit der notwendigen Dringlichkeit vorgebracht und dass dieses Einfordern zweitens zu einer Verhaltensänderung Griechenlands führen wird. Das wird nicht stattfinden. Die Griechen werden sagen: Schönen Tag noch, Herr Lopatka, und wir wünschen Ihnen noch eine schöne Woche! – Das wird nicht stattfinden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn ich jetzt „Wohlstand“ sage, dann meine ich nicht die Millionäre, sondern wenn ich Wohlstand sage, dann meine ich das Sozialsystem, das funktionierende Sozialsystem, das ja auch Geld kostet, dann meine ich die Bezieher von geringem Einkommen, die Pensionisten, das Gesundheitssystem et cetera. Die trifft es nämlich als Erste; Privilegierte trifft es nicht. Und es ist meines Erachtens nicht in Ordnung, aus einer privilegierten Position sozusagen diese Leute im Regen stehen zu lassen mit ihren Ängsten und Sorgen und nichts zu tun, denn de facto tut die Bundesregierung nichts. Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dafür stehen wir Freiheitlichen nicht! Unsere Standpunkte und Konzepte sind ja hinlänglich bekannt, mit uns ist das in dieser Art und Weise nicht zu machen. Unsere Aufgabe als Abgeordnete hier im österreichischen Parlament sehen wir prioritär darin, uns einzusetzen für die österreichische Bevölkerung, für den österreichischen Arbeitsmarkt, für das österreichische Sozialsystem im Rahmen eines sich verändernden globalen Kontexts. Das ist klar, und das sind hier die Herausforderungen. Man darf aber das wesentliche Ziel nicht aus den Augen lassen: Wir sind prioritär für unsere Landsleute da, und das sind die Österreicherinnen und Österreicher! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Und ganz herzlich und besonders möchte ich begrüßen unsere jungen Zuseher und Zuseherinnen hier auf der Galerie. Herzlich willkommen im Hohen Haus! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Ja, wir sollten uns in aller Form und in aller Höflichkeit miteinander austauschen, wer die besten Ideen hat und wie wir gemeinsam diese besten Ideen umsetzen können. Aber so, wie diese sogenannte Dringliche Anfrage formuliert ist, wie in dieser Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarktpolitik, die sogenannte Flüchtlingskrise, die im Großen und Ganzen eine Verantwortungskrise auf europäischem Niveau ist, wie das alles vermanscht wird, ist es leider nicht möglich, gemeinsam Dinge im Detail und in die Tiefe gehend zu diskutieren und uns wirklich auszutauschen. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei den Grünen: „Nestbeschmutzer“!
Ich muss sagen, ich bin auch immer wieder frustriert von der Sprache, die hier in diesem Haus gesprochen wird – und damit meine ich nicht Deutsch, Vorsicht!, weil der Vorwurf wahrscheinlich von einer Seite jetzt gleich kommen wird –, einer Sprache, die irrsinnig wenig Respekt erkennen lässt für die Mitkollegen und Mitkolleginnen. Was ist vorhin gefallen? – Verräter? Wo der Herr Präsident gesagt hat, er ... (Rufe bei den Grünen: „Nestbeschmutzer“!) – Nestbeschmutzer, genau! Das ist nicht gerade die Sprache, mit der man einander gewinnend begegnen kann. (Abg. Hagen: Aber Sie haben es sinngemäß schon verstanden?)
Abg. Hagen: Aber Sie haben es sinngemäß schon verstanden?
Ich muss sagen, ich bin auch immer wieder frustriert von der Sprache, die hier in diesem Haus gesprochen wird – und damit meine ich nicht Deutsch, Vorsicht!, weil der Vorwurf wahrscheinlich von einer Seite jetzt gleich kommen wird –, einer Sprache, die irrsinnig wenig Respekt erkennen lässt für die Mitkollegen und Mitkolleginnen. Was ist vorhin gefallen? – Verräter? Wo der Herr Präsident gesagt hat, er ... (Rufe bei den Grünen: „Nestbeschmutzer“!) – Nestbeschmutzer, genau! Das ist nicht gerade die Sprache, mit der man einander gewinnend begegnen kann. (Abg. Hagen: Aber Sie haben es sinngemäß schon verstanden?)
Abg. Lugar: Was genau ist eine Kopfwäsche?
Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung von jungen Leuten, auch von Schülern und Schülerinnen: Ich habe den Fernseher eingeschaltet, habe mir die Debatte im Parlament angeschaut und wie die Abgeordneten miteinander umgehen! Wenn wir das in der Schule täten, würden wir eine ganz schöne Kopfwäsche von unseren Lehrern und Lehrerinnen kriegen! – Das stimmt, und das gilt für uns alle! (Abg. Lugar: Was genau ist eine Kopfwäsche?)
Abg. Steinbichler: Sie können nicht Kraut und Rüben zusammenmischen!
Wir sollten uns, wenn das schon zum Thema gemacht wird, gemeinsam überlegen: Sind unsere Systeme robust genug, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen? Ist zum Beispiel das föderale System, das wir derzeit haben, nicht vielmehr ein Hindernis, wie es derzeit ausschaut, um beispielsweise die Herausforderung von ungefähr 80 000 bis 90 000 Flüchtlingen in Österreich gemeinsam anzunehmen? Ist es nicht vielmehr ein Hindernis, wie es derzeit funktioniert oder eben nicht funktioniert, dass Bund, Länder, Gemeinden nicht zusammen, sondern leider oft gegeneinander arbeiten? 180 000 ungarische Flüchtlinge, von denen ich in meiner Rede vor zwei Stunden gesprochen habe, hat Österreich 1956/57 aufgenommen und ihnen ein Dach über dem Kopf gegeben, 180 000 Flüchtlinge. Wir erwarten heuer 80 000 bis 95 000. Und ist es nicht so, dass unsere Systeme großteils schwer reformbedürftig sind, reformiert werden müssen, damit wir diese Herausforderungen meistern können? (Abg. Steinbichler: Sie können nicht Kraut und Rüben zusammenmischen!)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Ich wünsche mir nicht nur als Politikerin … (Zwischenruf des Abg. Hagen.) – Ich weiß, Herr Kollege, Sie müssen immer zwischenrufen, weil es so schwer ist, einander zuzuhören. (Abg. Hagen: Das müssen Sie aber nicht sagen, denn Sie schreien dauernd herein! Da müssen Sie sich selbst an der Nase nehmen, Frau Kollegin!) Es tut mir leid, dass da jetzt so konkret ein Beispiel kommt für das, was ich vorhin genannt habe.
Abg. Hagen: Das müssen Sie aber nicht sagen, denn Sie schreien dauernd herein! Da müssen Sie sich selbst an der Nase nehmen, Frau Kollegin!
Ich wünsche mir nicht nur als Politikerin … (Zwischenruf des Abg. Hagen.) – Ich weiß, Herr Kollege, Sie müssen immer zwischenrufen, weil es so schwer ist, einander zuzuhören. (Abg. Hagen: Das müssen Sie aber nicht sagen, denn Sie schreien dauernd herein! Da müssen Sie sich selbst an der Nase nehmen, Frau Kollegin!) Es tut mir leid, dass da jetzt so konkret ein Beispiel kommt für das, was ich vorhin genannt habe.
Beifall bei den Grünen.
Ich hätte gerne, dass wir zusammenarbeiten, dass wir Zuversicht nicht nur signalisieren, sondern leben, dass wir vorleben, dass wir Vertrauen haben in die demokratischen Strukturen dieses Landes; die sind wahnsinnig viel wert. Wir haben das Privileg, in einem Land zu leben, wo Demokratie herrscht und wo der Rechtsstaat funktioniert. Das haben unglaublich viele Länder auf dieser Erde und Milliarden von Bürgerinnen und Bürgern nicht. Und ich wünsche mir, dass wir gemeinsam Schluss machen mit dieser Angstmache-Politik, damit, dass wir die Dinge schwarzmalen und sagen: Alles ist schrecklich, die Bürgerinnen und Bürger müssen Angst haben! – Wir sind doch gewählt, um die Probleme anzugehen und zu lösen! Wir sind doch gewählt, die Gründe für Angst abzuschaffen! Wir sind gewählt, um Zuversicht zu ermöglichen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hagen: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! – Abg. Steinbichler: Das stimmt! Das stimmt!
Jetzt wird sicher die Kritik kommen, sie hat ja gar nicht zum Thema geredet, sie hat gar keine konkreten Vorschläge für die Arbeitsmarktreform und so weiter gemacht. (Abg. Hagen: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! – Abg. Steinbichler: Das stimmt! Das stimmt!) – Stimmt, sagt Herr Kollege Steinbichler vom Team Stronach; nichts anderes habe ich erwartet, leider. Aber ich denke, von Zeit zu Zeit macht es Sinn, uns selber anzuschauen, um zu sehen, was für ein Bild wir abgeben. – Sie lachen, sehr geehrte Kollegen. Mit „uns“ meine ich wirklich uns, die 183 Abgeordneten, die hier sitzen. Ich meine nicht nur Sie, Sie, Sie, ich meine uns alle zusammen. Und vielleicht könnten wir uns ein Beispiel nehmen an den Rückmeldungen von vielen jungen Leuten, die sagen: So, wie ihr im Parlament diskutiert, das wollen wir uns gar nicht anschauen! – Ich glaube, das sollte uns sehr zu denken geben!
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne auf eine konstruktive gemeinsame inhaltliche Debatte in den nächsten Tagen, Wochen und Jahren. – Danke vielmals für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinzl: War das nicht der Sobotka? Das war der Sobotka, gell?
Ja, also angesichts dieser Art und Weise darf man sich nicht wundern … (Abg. Heinzl: War das nicht der Sobotka? Das war der Sobotka, gell?) – Ja, genau, der hat das gesagt! – Angesichts dieser Art und Weise dürfen Sie sich nicht wundern, dass diesen Maßnahmen wenig Ernsthaftigkeit angedeiht.
Beifall bei den NEOS.
Es gibt aber gute Beispiele in anderen Ländern, wie zum Beispiel in den Niederlanden, wo man über Rahmenvereinbarungen mit einzelnen Branchen den Plattformbetreibern die Verantwortung für diese Steuer- und Haftungsfragen überträgt. Da sollten wir uns etwas abschauen. Da ist eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen, sondern nützen sollten. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich glaube, wir müssen das viel kompakter sehen, und dann bekommen wir vielleicht wieder einmal eine Situation, wo die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Unternehmer gemeinsam eine gute Grundstimmung haben und bereit sind, wieder zu investieren, bereit sind, dieses Land Österreich – ich komme dann noch auf eine Studie zu sprechen – wieder vorwärtszubringen. Ich glaube, das wäre ganz wesentlich. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb, Kolleginnen und Kollegen: Gehen wir es wirklich gemeinsam an! Die Situation ist ernst, aber sehr hoffnungsvoll. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Lugar: Was? Was steht denn Bedenkliches drin?
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Zu der Dringlichen Anfrage sei einiges gesagt: Wenn man diese Anfrage genau liest, so stellt man doch fest, dass hier vonseiten des Teams Stronach leider, leider ein Rundumschlag durchgeführt worden ist, mit einer Wortwahl und mit einer Sprache, die sehr bedenklich sind. (Abg. Lugar: Was? Was steht denn Bedenkliches drin?) Ich möchte jetzt trotzdem versuchen, mich mit den Themenbereichen, die ebenfalls in dieser Anfrage zitiert worden sind, sachlich auseinanderzusetzen. (Abg. Lugar: Was steht denn Bedenkliches in unserer Anfrage? Behaupten Sie nichts, was Sie nicht …!)
Abg. Lugar: Was steht denn Bedenkliches in unserer Anfrage? Behaupten Sie nichts, was Sie nicht …!
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Zu der Dringlichen Anfrage sei einiges gesagt: Wenn man diese Anfrage genau liest, so stellt man doch fest, dass hier vonseiten des Teams Stronach leider, leider ein Rundumschlag durchgeführt worden ist, mit einer Wortwahl und mit einer Sprache, die sehr bedenklich sind. (Abg. Lugar: Was? Was steht denn Bedenkliches drin?) Ich möchte jetzt trotzdem versuchen, mich mit den Themenbereichen, die ebenfalls in dieser Anfrage zitiert worden sind, sachlich auseinanderzusetzen. (Abg. Lugar: Was steht denn Bedenkliches in unserer Anfrage? Behaupten Sie nichts, was Sie nicht …!)
Abg. Lugar: Na, was steht da Bedenkliches?
Es sind dies der Themenbereich Sozialversicherung und auch das Thema Arbeitsmarkt. (Abg. Lugar: Na, was steht da Bedenkliches?) Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit beim Herrn Bundeskanzler, aber auch bei der gesamten Bundesregierung und bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die sich bereits heute mit diesen Themen ebenfalls sachlich auseinandergesetzt haben und sich auch in Zukunft damit auseinandersetzen werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lugar: Wo ist da die Reform?
Meine Damen und Herren, die Wahrheit sieht völlig anders aus. Alle Menschen – und das ist einzigartig nicht nur in Europa, sondern einzigartig in der Welt –, die in der Republik Österreich ihren ordentlichen Wohnsitz haben, sind sozial krankenversichert. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind stolz darauf, dass jemand, wenn er hier wohnt, auch sozial krankenversichert ist. Das ist, wie gesagt, europaweit einzigartig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lugar: Wo ist da die Reform?)
Abg. Matznetter: 2,7!
Vor wenigen Tagen hat der Österreichische Rundfunk sogar berichtet, dass der Verwaltungsaufwand im Bereich der Sozial- und Krankenversicherung nicht einmal 3 Prozent beträgt. (Abg. Matznetter: 2,7!) Er beträgt 2,7 Prozent, richtig. (Abg. Loacker: Das können Sie noch so oft sagen, es ist nicht wahr!)
Abg. Loacker: Das können Sie noch so oft sagen, es ist nicht wahr!
Vor wenigen Tagen hat der Österreichische Rundfunk sogar berichtet, dass der Verwaltungsaufwand im Bereich der Sozial- und Krankenversicherung nicht einmal 3 Prozent beträgt. (Abg. Matznetter: 2,7!) Er beträgt 2,7 Prozent, richtig. (Abg. Loacker: Das können Sie noch so oft sagen, es ist nicht wahr!)
Abg. Steinbichler: Was ist mit der Stufe 3? Die zahlen wir nicht!
Der Leistungskatalog der Krankenkassa wird ständig verbessert. Wir haben ein aktuelles Beispiel: Vor Kurzem haben wir hier mehrheitlich beschlossen, dass es in unse- rer Republik die Gratis-Zahnspange gibt. Immerhin profitieren von diesem Beschluss 30 000 Kinder und Jugendliche pro Jahr. 80 Millionen € werden dafür verwendet. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen, aber vor allem auch für deren Familien ist das ein ganz, ganz wichtiger Punkt, meine Damen und Herren! (Abg. Steinbichler: Was ist mit der Stufe 3? Die zahlen wir nicht!)
Abg. Lugar: Was redest du da?
Meine Damen und Herren! Herr Lugar! (Abg. Lugar: Was redest du da?) Erklären Sie uns bitte konkret, wie eine gebäudelose Krankenkasse in Österreich funktioniert! (Abg. Lugar: … die falsche Anfrage! Zeigen Sie einmal, was Sie da haben! Das ist nicht
Abg. Lugar: Haben Sie da die Hausordnung von der …? Oder was haben Sie da?
unsere Anfrage!) Sie wollen die Gebäude der Krankenkasse verkaufen. Sie wollen Zahnambulatorien oder was immer verkaufen. Das ist Ihr Vorschlag zur Reform der österreichischen Krankenversicherung. (Abg. Lugar: Haben Sie da die Hausordnung von der …? Oder was haben Sie da?)
Abg. Lugar: Was haben Sie denn da? Das „Kommunistische Manifest“, oder was haben Sie da?
Für das Team Stronach ist das natürlich – so meint man in dieser Anfrage, in der das nachzulesen ist – „absurd“, „lächerlich“. Unmöglich! (Abg. Lugar: Was haben Sie denn da? Das „Kommunistische Manifest“, oder was haben Sie da?)
Beifall bei der SPÖ
Ein wichtiger Bereich ist der private Konsum. Es war ganz, ganz entscheidend, dass vor wenigen Tagen im Bereich der Metallindustrie ein ganz toller Kollektivvertragsabschluss – man muss sagen, unter der Führung von Rainer Wimmer; Rainer, herzlichste Gratulation! (Beifall bei der SPÖ) – mit 1,5 Prozent erzielt worden ist. Das war ganz, ganz wichtig.
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, es ist wichtig – und einige RednerInnen haben das auch gesagt –, auch offen zu sagen, welche großartigen Schritte in dieser Republik gelungen sind. Und diese Steuerreform, die bekanntlich ab 1. Jänner in Kraft tritt, ist so ein Punkt, der ganz, ganz wichtig wird. Ich möchte an dieser Stelle jenen danken, die daran beteiligt waren – insbesondere die Gewerkschaften, die Arbeiterkammer, natürlich gemeinsam mit der Bundesregierung –, dass diese Steuerreform verwirklicht wird, die jetzt am 1. Jänner 2016 letztendlich in Kraft treten wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die bäuerlichen Familien investieren jeden Euro, den sie verdienen, wieder in die regionale Wirtschaft. Und dass diese regionale Wirtschaft oder dieser Kreislauf der regionalen Wirtschaft funktioniert und intakt ist, ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass auch der ländliche Raum in Zukunft stabil ist und funktioniert. Diesen Kreislauf gilt es am Leben zu erhalten, und zwar in der Form, dass wir unsere Bäuerinnen und Bauern durch den Kauf ihrer Produkte unterstützen. Die Lage schlechtzureden, ohne zu handeln, schafft keinen einzigen Arbeitsplatz hier bei uns in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Was wir gleichfalls fordern – die Zahlen legen dies eindeutig nahe –, ist eine sektorale Schließung des Arbeitsmarktes in Österreich. Das wäre rechtlich sehr wohl durchführbar. Minister Hundstorfer bestreitet das immer, aber in Wirklichkeit weiß er, dass es möglich ist. Es wäre hierzu einfach der politische Wille wichtig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt möchte ich noch einen Schlusssatz anführen, der für Österreich passend erscheint: Wir haben in Österreich die Berufsunfähigkeitspension. Ich würde der Regierung wirklich anraten, diese Berufsunfähigkeitspension in Anspruch zu nehmen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Lugar: Ladenöffnungszeiten …!
zum Problem des Küssens im Arbeitsrecht war alles dabei. (Abg. Lugar: Ladenöffnungszeiten …!) – Nein, doch, diese zwei Begriffe waren auch dabei – ganz sicher. Ich finde, das ist ein sehr interessantes, breites Spektrum. Unmittelbar kann ich daran nicht anschließen. Ich versuche, mich an die Überschriften zu halten, und würde Ihnen ja sogar – ich habe es geschafft! – bei einem Punkt zustimmen: Ich bin auch nicht zufrieden mit der Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik dieser Regierung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
zum Problem des Küssens im Arbeitsrecht war alles dabei. (Abg. Lugar: Ladenöffnungszeiten …!) – Nein, doch, diese zwei Begriffe waren auch dabei – ganz sicher. Ich finde, das ist ein sehr interessantes, breites Spektrum. Unmittelbar kann ich daran nicht anschließen. Ich versuche, mich an die Überschriften zu halten, und würde Ihnen ja sogar – ich habe es geschafft! – bei einem Punkt zustimmen: Ich bin auch nicht zufrieden mit der Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik dieser Regierung. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Das heißt, über – unter Anführungszeichen – „unser“ Vergaberecht werden Unternehmen, Firmen, Vereine mit älteren ArbeitnehmerInnen benachteiligt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Meine Damen und Herren, das kann es nicht sein: Unsere Gesetzeslage hat negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaft!
Abg. Peter Wurm: Sie wissen, warum …!
Dann gab es diese Regierungsvorlage im Juni, die in die richtige Richtung geht. Sie ist nicht perfekt, aber sie geht in die richtige Richtung. Jetzt ist es so, dass wir sie im Nationalrat beschließen hätten müssen, wobei die Länder ein Zustimmungsrecht haben. Nur dann würde sie wirksam. Es waren zähe Verhandlungen, wie ich gehört habe, aber eigentlich könnte man annehmen: Weg von diesem Billigstbieterprinzip hin zur Stärkung der regionalen Wirtschaft, hin zu besserer Beschäftigung – das müsste doch auch im Interesse der Länder sein. (Abg. Peter Wurm: Sie wissen, warum …!) Aber zwei Tage vor der Beschlussfassung legt das Wirtschaftsressort der Tiroler Landesregierung ein Veto ein. Ich weiß auch, warum.
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein! Es kann nicht am Widerstand einiger konservativer Beamter liegen, dass diese gute Novelle verhindert wird. Das kann es nicht sein. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Ich appelliere an alle Abgeordneten, die Einfluss in Tirol haben: Schauen Sie, dass das noch auf Schiene kommt – dieser erste Teil, der für den Bau im Wesentlichen wirksam wird –, und dass dann die zweite Novelle gleichfalls in Kraft treten kann, die in die sozialen Dienstleistungen, in den öffentlichen Verkehr und auch in die Lebensmittelbeschaffung – das war ein wichtiger Punkt für die ÖVP – hineinwirkt. Bitte, bringen wir das noch auf den Weg! Ich appelliere an Sie. Das ist wichtig für den Arbeitsmarkt, wichtig für die Stärkung der regionalen Wirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein! Es kann nicht am Widerstand einiger konservativer Beamter liegen, dass diese gute Novelle verhindert wird. Das kann es nicht sein. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Ich appelliere an alle Abgeordneten, die Einfluss in Tirol haben: Schauen Sie, dass das noch auf Schiene kommt – dieser erste Teil, der für den Bau im Wesentlichen wirksam wird –, und dass dann die zweite Novelle gleichfalls in Kraft treten kann, die in die sozialen Dienstleistungen, in den öffentlichen Verkehr und auch in die Lebensmittelbeschaffung – das war ein wichtiger Punkt für die ÖVP – hineinwirkt. Bitte, bringen wir das noch auf den Weg! Ich appelliere an Sie. Das ist wichtig für den Arbeitsmarkt, wichtig für die Stärkung der regionalen Wirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Weiters schreiben Sie in der Anfrage, dass die Sozialversicherungen 2,5 Milliarden € als Reingewinn ausgewiesen haben, der hauptsächlich in teuren Verwaltungsgebäuden gebunden ist. Also wie Sie den Reingewinn ausweisen und dann in Verwaltungsgebäuden binden, wie Sie das betriebswirtschaftlich vorhüpfen, weiß ich nicht. 2,5 Milliarden € an Rücklagen gibt es, die man den Versicherten aus der Tasche gezogen hat. Da könnte man etwas tun. Für eine Lohnnebenkostensenkung wäre viel Luft da, aber man müsste die Möglichkeiten nützen, und Sie müssten halt Ihren roten und schwarzen Parteifreunden auch einmal ein bisschen zu Leibe rücken. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun ist es leider so, Herr Klubobmann Lugar: Als die Erste Republik gegründet wurde, haben wir de facto schon keinen Hochseehafen mehr gehabt, weil Triest seit 1918 nicht mehr in Österreich liegt. Wir werden auch kaum das Militär ausschicken können, um einen Hochseehafen zu bekommen. Daher wird die Investition nicht im Inland stattfinden. Vielleicht könnten Sie zumindest diese Banalitäten zur Kenntnis nehmen. Den Rest zu erklären habe ich schon aufgegeben, denn Sie wiederholen dann Sachen, die längst klargestellt sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hören Sie auf, jedes Mal mit irgendeiner Geschichte zu kommen, wie schlecht das alles sei. Sie können konstruktive Vorschläge machen. Da ist jedenfalls leider keiner dabei. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Abgeordnete Dr. Kathrin Nachbaur (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Vertreter auf der Regierungsbank! Liebe Kollegen im Hohen Haus! Sehr geehrte Steuerzahler! Die Dringliche Anfrage beschäftigt sich mit der Frage: Wo ist der Herr Bundeskanzler, und was macht er? (Zwischenruf des Abg. Weninger.) – Eine kurze Recherche zeigt: Heute ist er auf Malta. Gestern war er beim Gewerkschaftstag der Privatangestellten, und was hat er dort gemacht? – Er hat wieder einmal in der guten
Abg. Rossmann: Sozialistisch!
alten Klassenkampf-Mottenkiste herumgewühlt und siehe da (Abg. Rossmann: Sozialistisch!): Heraus kam die Forderung nach einer neuen Wertschöpfungsabgabe, auch bekannt unter dem Titel Maschinensteuer. (Abg. Matznetter: Wenn die Abschreibung nicht dabei war …!)
Abg. Matznetter: Wenn die Abschreibung nicht dabei war …!
alten Klassenkampf-Mottenkiste herumgewühlt und siehe da (Abg. Rossmann: Sozialistisch!): Heraus kam die Forderung nach einer neuen Wertschöpfungsabgabe, auch bekannt unter dem Titel Maschinensteuer. (Abg. Matznetter: Wenn die Abschreibung nicht dabei war …!)
Abg. Matznetter: Nein, die werden entlastet!
In Zeiten der Rekordarbeitslosigkeit will also unser Herr Bundeskanzler Unternehmer bestrafen, die in moderne Technologien investieren. (Abg. Matznetter: Nein, die werden entlastet!) Glauben Sie ernsthaft, sehr geehrte Genossen, dass Sie den technischen Fortschritt mit einer neuen Besteuerung einbremsen können? Glauben Sie auch allen Ernstes, dass das Aufhalten oder Einbremsen des technischen Fortschrittes auch nur einen einzigen Arbeitsplatz in diesem Land sichert?
Zwischenruf des Abg. Matznetter
Wenn man sich die Daten der Statistik Austria anschaut, dann sieht man Folgendes: Die Nettoinvestitionsquote ist in den letzten 15 Jahren um 60 Prozent eingebrochen. Das ist keine momentane konjunkturelle Schwäche, sondern ein langes und klares Zeichen dafür, dass der österreichische Wirtschaftsstandort an Attraktivität verloren hat (Zwischenruf des Abg. Matznetter), insbesondere seit 2007, also seit der Regentschaft von Herrn Bundeskanzler Faymann.
Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Lugar.
Auch die Direktinvestitionen sind seither deutlich zurückgegangen. Nicht einmal die künstliche Niedrigzinspolitik vermag Investitionen hervorzurufen, weil die Banken aufgrund dieses superbürokratischen Basel-III-Regulariums Unternehmen, insbesondere Jungunternehmen, keinen Kredit gewähren, keinen Kredit gewähren dürfen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Lugar.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Lugar.
Wir haben also viele Arbeitslose, hohe Steuern, hohe Schulden, wenig Investitionen, dafür aber eine schikanöse Bürokratie. Also was soll man tun? (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Lugar.) – Herr Katzian beispielsweise meint, man soll die Arbeitszeit verkürzen, man soll den Mindestlohn erhöhen, und man soll auch den Mindestsicherungsbeziehern noch einen Urlaubsmonat bezahlen, anstatt zu schauen, dass man die Menschen in Beschäftigung bringt.
Abg. Matznetter: … Reduktion! – Abg. Schieder: … Lohnnebenkosten!
Herr Matznetter, Sie denken jetzt – Sie haben das in Ihrer Rede gerade vor mir gesagt – über eine neue Steuer nach italienischem Modell nach, weil Italien wirtschaftlich eh so gut dasteht, oder wie? (Abg. Matznetter: … Reduktion! – Abg. Schieder: … Lohnnebenkosten!)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Matznetter.
Nein, sehr geehrte Damen und Herren, das Problem in diesem Land ist, dass viele in der sozialistischen Fraktion tatsächlich glauben, in den meisten Unternehmen fliegen gebratene Tauben herum. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar und Matznetter.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Heinzl und Lugar.
Nein, sehr geehrte Damen und Herren, in den Unternehmen fliegen keine gebratenen Tauben herum, die Menschen arbeiten hart, viele von ihnen Tag und Nacht, das ist nämlich ein bisschen anders als im geschützten Bereich, und trotzdem steht vielen KMUs das Wasser mittlerweile bis zum Hals, aufgrund der hohen Steuerlast, aufgrund der hohen Arbeitskosten und aufgrund der Bürokratie. (Zwischenrufe der Abgeordneten Heinzl und Lugar.)
Beifall bei der ÖVP
lich an Optimismus, dass nämlich die Sozialisten eines Tages aufwachen und erkennen, dass man die Kuh, die man melken will, nicht vorher umbringen darf (Beifall bei der ÖVP), dass es weniger Steuern braucht statt mehr, dass es weniger Bürokratie braucht statt mehr, dass es Leistungsgerechtigkeit braucht und dass man nicht nur ans Umverteilen denken kann, denn zuerst muss man einmal etwas schaffen. (Abg. Pirklhuber: Umverteilung, jawohl!)
Abg. Pirklhuber: Umverteilung, jawohl!
lich an Optimismus, dass nämlich die Sozialisten eines Tages aufwachen und erkennen, dass man die Kuh, die man melken will, nicht vorher umbringen darf (Beifall bei der ÖVP), dass es weniger Steuern braucht statt mehr, dass es weniger Bürokratie braucht statt mehr, dass es Leistungsgerechtigkeit braucht und dass man nicht nur ans Umverteilen denken kann, denn zuerst muss man einmal etwas schaffen. (Abg. Pirklhuber: Umverteilung, jawohl!)
Zwischenruf des Abg. Lugar
Würden Sie in einem Land investieren, wo Investitionen bestraft werden, wo Leistung bestraft wird, wo ein meterlanges Steuergesetz (Zwischenruf des Abg. Lugar), wenn man diese Kodizes alle hintereinander aufbaut, jederzeit noch dazu zu Ihren Ungunsten interpretiert werden kann, wo der Bundeskanzler über eine Investitionsstrafsteuer nachdenkt? (Abg. Rossmann: Wissen Sie, wer als Erster darüber nachgedacht hat? Das war Engelbert Dollfuß 1933! … ein bisschen Geschichte lernen!)
Abg. Rossmann: Wissen Sie, wer als Erster darüber nachgedacht hat? Das war Engelbert Dollfuß 1933! … ein bisschen Geschichte lernen!
Würden Sie in einem Land investieren, wo Investitionen bestraft werden, wo Leistung bestraft wird, wo ein meterlanges Steuergesetz (Zwischenruf des Abg. Lugar), wenn man diese Kodizes alle hintereinander aufbaut, jederzeit noch dazu zu Ihren Ungunsten interpretiert werden kann, wo der Bundeskanzler über eine Investitionsstrafsteuer nachdenkt? (Abg. Rossmann: Wissen Sie, wer als Erster darüber nachgedacht hat? Das war Engelbert Dollfuß 1933! … ein bisschen Geschichte lernen!)
Beifall bei der ÖVP.
An dieser Stelle danke ich allen Unternehmern, die trotzdem in diesem Land investieren, die an dieses Land glauben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl
Ein Schlusswort noch zum Thema Flüchtlinge und illegale Einwanderung, denn in der heutigen Dringlichen kann man ja eigentlich alles unterbringen: Ich unterstütze Frau Minister Johanna Mikl-Leitner bei ihrem konstruktiven Einsatz. Der Flüchtlingsstrom muss rasch gedämpft werden (Zwischenruf des Abg. Heinzl), wir dürfen die Bürger und das Sozialsystem nicht überlasten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Schlusswort noch zum Thema Flüchtlinge und illegale Einwanderung, denn in der heutigen Dringlichen kann man ja eigentlich alles unterbringen: Ich unterstütze Frau Minister Johanna Mikl-Leitner bei ihrem konstruktiven Einsatz. Der Flüchtlingsstrom muss rasch gedämpft werden (Zwischenruf des Abg. Heinzl), wir dürfen die Bürger und das Sozialsystem nicht überlasten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und Team Stronach
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Nachbaur, Sie wissen aber schon, dass Sie in der Zwischenzeit einer Regierungspartei angehören (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und Team Stronach) und damit indirekt eigentlich mitverantwortlich sind für diesen Scherbenhaufen, den Sie hier hinterlassen haben?! Darüber müssen Sie sich schon im Klaren sein! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach.
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Nachbaur, Sie wissen aber schon, dass Sie in der Zwischenzeit einer Regierungspartei angehören (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und Team Stronach) und damit indirekt eigentlich mitverantwortlich sind für diesen Scherbenhaufen, den Sie hier hinterlassen haben?! Darüber müssen Sie sich schon im Klaren sein! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!
Von dem berühmten Tausender, den Herr Wöginger heute wieder angesprochen hat, wird nicht mehr viel übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!) Ich erinnere mich übrigens an den Tausender, bei dem mir der Name Ederer in den Sinn kommt. Wir haben den Ederer-Tausender ja auch im Zuge des EU-Beitritts versprochen bekommen, auf den wir … (Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!) – Ja, aber es war ein Tausender und auf den warten wir heute noch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!)
Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!
Von dem berühmten Tausender, den Herr Wöginger heute wieder angesprochen hat, wird nicht mehr viel übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!) Ich erinnere mich übrigens an den Tausender, bei dem mir der Name Ederer in den Sinn kommt. Wir haben den Ederer-Tausender ja auch im Zuge des EU-Beitritts versprochen bekommen, auf den wir … (Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!) – Ja, aber es war ein Tausender und auf den warten wir heute noch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!
Von dem berühmten Tausender, den Herr Wöginger heute wieder angesprochen hat, wird nicht mehr viel übrig bleiben. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!) Ich erinnere mich übrigens an den Tausender, bei dem mir der Name Ederer in den Sinn kommt. Wir haben den Ederer-Tausender ja auch im Zuge des EU-Beitritts versprochen bekommen, auf den wir … (Abg. Wöginger: Das waren aber Schilling!) – Ja, aber es war ein Tausender und auf den warten wir heute noch. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Den haben wir auch nicht gesehen!)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Herr Kollege Wöginger, was Sie nicht dazusagen, ist (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), dass im Zuge dieser Steuerreform der Normalbürger in Zukunft Personenversicherungen – sprich Prämien für die Unfallversicherung, für die Krankenversicherung, für die Lebensversicherung – steuerlich nicht mehr absetzen kann.
Abg. Wöginger: Das waren sie vorher auch!
Abgeordneter Bernhard Themessl (fortsetzend): Der Schlusssatz: Alle Personenversicherungsverträge, die ab 1. Jänner 2016 abgeschlossen werden, sind nicht mehr steuerabzugsfähig. Ich berichtige, sie geht ja erst in Kraft mit 1. Jänner 2016. (Abg. Wöginger: Das waren sie vorher auch!) Das heißt, von den 1 000 €, die Sie der Bevölkerung versprechen, haben Sie ihr 500 € schon wieder weggenommen. „Gratuliere“! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Wieso?!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Wieso?!
Abgeordneter Bernhard Themessl (fortsetzend): Der Schlusssatz: Alle Personenversicherungsverträge, die ab 1. Jänner 2016 abgeschlossen werden, sind nicht mehr steuerabzugsfähig. Ich berichtige, sie geht ja erst in Kraft mit 1. Jänner 2016. (Abg. Wöginger: Das waren sie vorher auch!) Das heißt, von den 1 000 €, die Sie der Bevölkerung versprechen, haben Sie ihr 500 € schon wieder weggenommen. „Gratuliere“! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Wieso?!)
Ruf bei der ÖVP: Was noch?
Die Frau Staatssekretär hat zuerst gesagt – ich habe ganz genau zugehört, Frau Staatssekretär, Sie haben das gesagt –: Diese Bundesregierung hat Österreich sehr gut durch die Wirtschaftskrise geführt. Ich sage, meine sehr verehrten Damen und Herren: Die vielen fleißigen Klein- und Mittelbetriebe, die vielen fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Österreich durch diese Wirtschaftskrise geführt! Das ist so. Und als Dank dafür werden die Betriebe zusätzlich noch mit Belastungen, Verordnungen, Allergenverordnungen, Registrierkassenpflicht, mit … (Ruf bei der ÖVP: Was noch?), mit Belastungen behaftet.
Beifall.
Heute schon öfter angesprochen: die Arbeitslosigkeit. Ich glaube, da haben wir ein sehr großes Problem. Die Arbeitslosigkeit ist schon enorm hoch und zusätzlich sollen jetzt noch die Asylwerber dem Arbeitsmarkt zugeführt werden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist eine Entwicklung, die ich entschieden ablehne. – Herzlichen Dank. (Beifall.)
Abg. Strolz: Da ist der Van der Bellen anderer Meinung, gell?
Erstens haben wir einen europäischen Binnenmarkt, und zweitens haben wir ganz große globale Herausforderungen. Und da kommt für mich ein Punkt, den ich ganz zentral ansprechen möchte: das Transatlantische Investitions- und Freihandelsabkommen. Das ist die Gefahr, die droht, für viele ArbeitnehmerInnen und für viele Klein- und Mittelbetriebe, die jetzt ihre Steuern zahlen, die jetzt ihre Innovation tätigen. (Abg. Strolz: Da ist der Van der Bellen anderer Meinung, gell?) – Das ist mir wurscht, Kollege Strolz! Die Frage ist ja, in welchen Sektoren die Gefahren drohen. Und die Gefahr droht sehr wohl! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Erstens haben wir einen europäischen Binnenmarkt, und zweitens haben wir ganz große globale Herausforderungen. Und da kommt für mich ein Punkt, den ich ganz zentral ansprechen möchte: das Transatlantische Investitions- und Freihandelsabkommen. Das ist die Gefahr, die droht, für viele ArbeitnehmerInnen und für viele Klein- und Mittelbetriebe, die jetzt ihre Steuern zahlen, die jetzt ihre Innovation tätigen. (Abg. Strolz: Da ist der Van der Bellen anderer Meinung, gell?) – Das ist mir wurscht, Kollege Strolz! Die Frage ist ja, in welchen Sektoren die Gefahren drohen. Und die Gefahr droht sehr wohl! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Und mit einem italienischen Philosophen und Politiker, mit Antonio Gramsci, würde ich diese Situation, in der wir als Politiker, als Menschen und als Gesellschaft stehen, so beschreiben: Das Alte stirbt, aber das Neue kann noch nicht geboren werden. Und zwar, meine Damen und Herren, weil vieles den Blick auf die Lösungen verstellt: wachsender Nationalismus und Populismus – das sind die Strategien des 19. Jahrhunderts, für das 21. Jahrhundert nicht geeignet –, einfache Lösungen bei globalen Konfliktlagen – leider nicht möglich –, die Frage globaler Umverteilung und Gerechtigkeit – auch das ist eine Frage, die massiv mit internationaler Verantwortung und europäischer Politik zusammenhängt –, und schlussendlich reden wir viel von regionaler Wirtschaft, viel von Beschaffungswesen, aber wir müssen das endlich auch wirklich umsetzen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, das könnte ein wichtiger Teil sein: das öffentliche Beschaffungswesen zu ökologisieren und zu regionalisieren. Das wäre ein wichtiger Schritt, um Arbeitsplätze in den Regionen zu stärken und Nachhaltigkeit auch tatsächlich umzusetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Team Stronach.
Man muss ja auch noch dazusagen, dass sogar eine aus Ihren Reihen mittlerweile verstanden hat, dass diese Regierung nicht optimal arbeitet, dass noch viele Probleme da sind, die nicht gelöst werden. Dafür spreche ich auch herzlichen Dank an die mutige Abgeordnete aus Ihren Reihen aus, die das hier so mutig angesprochen und eben aufgezeigt hat, dass es sehr wohl riesige Probleme gibt und dass da eben nichts geschieht und dass wir deshalb auch nicht Applaus stiften können. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Haubner.
bracht in der Hoffnung, dass die Bürger dann Applaus spenden. Es gibt keinen Applaus! (Zwischenruf des Abg. Haubner.) Es gibt solange keinen Applaus, so lange Sie nicht das tun, was von Ihnen erwartet wird. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.
bracht in der Hoffnung, dass die Bürger dann Applaus spenden. Es gibt keinen Applaus! (Zwischenruf des Abg. Haubner.) Es gibt solange keinen Applaus, so lange Sie nicht das tun, was von Ihnen erwartet wird. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen
Wenn man uns vorwirft, das, was wir angesprochen haben, war Kraut und Rüben, es war viel zu breit angelegt, dann sage ich Ihnen, dass wir nicht mehr und nicht weniger getan haben, als all die Versäumnisse dieser Regierung anzusprechen. Mehr haben wir nicht getan. Wir haben einfach eine lange Auflistung all dessen gemacht, von dem wir erwarten, dass es diese Regierung in Angriff nimmt. Darum geht es. Und wenn Herr Faymann nicht endlich in die Gänge kommt (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen), dann muss er sich letztlich die Frage stellen lassen: Wo war seine Leistung? (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Die Funktionäre Ihrer Partei müssen sich fragen: Was woar mei’ Leistung?!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Die Funktionäre Ihrer Partei müssen sich fragen: Was woar mei’ Leistung?!
Wenn man uns vorwirft, das, was wir angesprochen haben, war Kraut und Rüben, es war viel zu breit angelegt, dann sage ich Ihnen, dass wir nicht mehr und nicht weniger getan haben, als all die Versäumnisse dieser Regierung anzusprechen. Mehr haben wir nicht getan. Wir haben einfach eine lange Auflistung all dessen gemacht, von dem wir erwarten, dass es diese Regierung in Angriff nimmt. Darum geht es. Und wenn Herr Faymann nicht endlich in die Gänge kommt (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen), dann muss er sich letztlich die Frage stellen lassen: Wo war seine Leistung? (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Matznetter: Die Funktionäre Ihrer Partei müssen sich fragen: Was woar mei’ Leistung?!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja und, das ist eine Privatmeinung!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Pro Jahr gehen ungefähr 150 000 Österreicherinnen und Österreicher auf Kur, und Sie erinnern sich, vor etwas mehr als zwei Monaten hat Peter McDonald – damals noch in seiner Funktion als Obmann des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger – gemeint, das System der Kuren sei nicht mehr zeitgemäß. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja und, das ist eine Privatmeinung!) Damit hat er vielen aus dem Herzen gesprochen. Ob er das heute als ÖVP-Generalsekretär noch so sieht, wird sich noch weisen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu haben wir sie dann wirklich?!
Es war vielleicht die Intention von Peter McDonald, dass er eine Debatte darüber haben wollte, aber er hat es sehr unsubstanziiert gemacht. Er hat nämlich nicht gewusst, von welchen Zahlen er ausgeht. Der Obmann des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hat nicht gewusst, was die Zahlen sind. Wir haben nämlich hier eine sehr umfangreiche Anfragebeantwortung bekommen. Das Spannende ist aber gar nicht so sehr, was da drinsteht (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wozu haben wir sie dann wirklich?!), sondern spannend ist vielmehr, was alles nicht drinsteht, denn die Fragen 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 15, 16 und 19 sind nicht beantwortet worden. Darin geht es zum Beispiel darum, wie alt die Antragsteller sind, welche Diagnosen bei den Menschen, die auf einen Kuraufenthalt geschickt wurden, festgestellt worden sind, wie viele Personen öfter auf Kur geschickt werden und ob die wegen derselben Diagnose oder wegen unterschiedlicher Diagnosen öfter auf Kur geschickt werden. Etwas, das wir auch nicht wissen, ist, was das Unterfangen, dieses Kursystem in Österreich, das knapp 150 000 Personen im Jahr in Anspruch nehmen, kostet.
Zwischenruf bei der ÖVP.
In der Zwischenzeit hat sich aufgrund der Anfragebeantwortung eine mediale Diskussion entspannt, in der es auch darum geht, inwiefern es eine Lotterie ist, in welchem Bundesland man wohnt, weil nicht jeder – speziell die Krankenversicherungsträger – mit der Genehmigung von Kuren gleich umgeht. Bei der Gebietskrankenkasse in Kärnten kommt eine Kur auf 90 000 Versicherte. In Vorarlberg kommt eine Kur auf 1 000 GKK-Versicherte und in Oberösterreich auf 177 GKK-Versicherte. Das ist doch ein substanzieller Unterschied. Es bezahlen aber alle dieselben Beiträge, aber bekommen ganz unterschiedliche Leistungen; und die fahren auch woandershin. Wenn man in Niederösterreich eine Kur bekommt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man im Ausland eine Kur machen darf, viel höher, dort gehen nämlich fast 15 Prozent ins Ausland, während das in anderen Bundesländern gar nicht vorkommt. Bei der Wiener Gebietskrankenkasse bekommt man nämlich überhaupt gar keine Kur. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Mückstein.
Wir glauben, dass die Gesundheitsreform, die die Frau Bundesministerin betreibt – und die sie gar nicht in dem Tempo betreibt, wie ich mir das wünschen würde –, mit den Primärversorgungszentren eine gute Möglichkeit bieten würde, Dinge auch in den ambulanten Bereich zu verlegen, die jetzt im stationären Bereich gemacht werden, denn, wenn man jemanden wegen Bluthochdrucks auf Kur schickt und der dort alle möglichen Behandlungen erfährt, dann wird das nichts nützen, wenn der drei Wochen in einem Kurzentrum kaserniert ist, sondern das, was man erreichen muss, ist, dass so jemand seine Lebensgewohnheiten ändert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Mückstein.) Das geht leichter, wenn man ihn regelmäßig im ambulanten Bereich bestellt. Das gilt sicher auch für viele andere Leiden zum Beispiel des Bewegungsapparates und so weiter.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Ihnen ja gefallen, wenn die Wirtschaft floriert!
Der Grund, warum trotzdem nichts passiert, ist natürlich auch ein Wirtschaftsfaktor. Da gibt es den ÖVP-dominierten Verband der Heilbäder und Kurorte. Die wollen natürlich ihre Heilbäder und ihre Kurzentren voll haben, und die sind darauf angewiesen, dass die Sozialversicherungsträger jedes Jahr eine Mindestzahl an Personen auf Kur schicken. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das muss Ihnen ja gefallen, wenn die Wirtschaft floriert!) Die Sozialversicherungsträger haben natürlich auch eine Menge Geld in eigenen Einrichtungen verlocht, die als Kurzentren herumstehen, die aber auch gefüllt sein wollen.
Beifall bei den NEOS.
Da schaut man sich also ganz viele Dinge bewusst nicht an, weil man da etwas tun müsste; und dann, wenn Sie sich das genau anschauen würden, könnten Sie auch mehr Antworten geben und müssten das Nicht-Wissen nicht in diesem großen Konvolut verstecken. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Mückstein.
Eines, wobei ich Ihnen Recht gebe und wobei ich auch glaube, dass man wirklich daran arbeiten muss, ist die Frage, ob es vom Bundesland abhängig sein muss, ob man auf Kur fahren kann, ob es weiterhin eine freiwillige Leistung sein muss oder ob man versuchen muss, diese Leistungen unabhängig davon zu machen, in welchem Bundesland man wohnt. Die Frage der gleichen Leistung über die Grenzen der Bundesländer hinweg ist eines jener Themen, die wir uns vorgenommen haben. In dieser Frage, wie gesagt, würde Stillstand Rückschritt bedeuten. Das heißt, es gibt bereits einige Projekte, die sich in dieser Frage auch weiterentwickeln. Es ist auch weiter auf unserer Agenda – auch in Gesprächen mit dem Hauptverband –, in der Frage möglichst Gleichstellung zu erreichen. Ich würde aber bitte wirklich dringend davor warnen, dass man Menschen, die Kur- oder Rehab-Aufenthalte brauchen, mit einem Sternchen versieht – so nach dem Motto: Zusatzurlauber und nicht gebraucht. So ist das nämlich wirklich nicht. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Mückstein.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich werde es sicherlich nicht zulassen, dass Arbeitnehmerrechte ständig mit Füßen getreten werden! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
So eine Gesundheitspolitik, meine Damen und Herren, wird es mit uns von der SPÖ sicherlich nicht geben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen, dass jeder, der einen Kuraufenthalt benötigt, diesen auch bewilligt bekommt, und dass sich niemand in Österreich – aber schon gar niemand – die Frage stellen muss, ob er sich krank sein noch leisten kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Eigene Vorschläge sind durchaus erlaubt, denn wir alle sollten uns überlegen, vielleicht kommen wir alle auch einmal in die Situation, eine Kur zu brauchen, und dann sollten wir sie haben, wenn wir sie brauchen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scherak: Das hat er so nicht gesagt!
Sie stellen sich hier her und sagen: Ja, und die Leute im öffentlichen Dienst! – Im öffentlichen Dienst – die Frau Bundesminister hat schon ein paar Sachen gesagt, mir sind beispielsweise auch die Feuerwehrleute in Wien eingefallen – machen Leute schwerste körperliche Arbeit. Denen wollen Sie keine Kur gönnen?! Also das verstehe ich nicht ganz. (Abg. Scherak: Das hat er so nicht gesagt!) – Na net, Sie tun dann immer so! Wissen Sie, was Sie damit machen? – Sie versuchen hier, ein Bild zu zeichnen, dass Leute, die auf Kur gehen, Leute sind, die ohnehin nichts arbeiten, die nur einen Zusatzurlaub machen wollen!
Beifall bei der FPÖ.
Ich würde auch sagen, wir brauchen keine Harmonisierung, sondern legen wir die Krankenkassen zusammen! Das kommt für mich wirklich aus dieser Anfragebeantwortung heraus, und insofern war es gut, dass wir heute darüber gesprochen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja gefragt!
Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sind ja hier eigentlich bei einer Anfragebesprechung, und in Bezug auf die Anfragebeantwortung gebe ich meinem Kollegen Loacker recht, da, finde ich, gibt es schon einiges zu beanstanden. Ich finde auch, dass diese Anfrage – wenn man es freundlich ausdrückt – eher defensiv beantwortet ist, und ich finde es eigentlich auch nicht so toll für uns, wenn wir auf 200 Seiten einen Bericht des Hauptverbandes kopiert bekommen, wo man dann erst recht wieder selbst die Daten herausanalysieren müsste. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das hat er ja gefragt!)
Beifall bei den Grünen.
Zur Kur generell: Da vertrete ich einen ganz anderen Standpunkt als du, lieber Kollege Loacker. Ich finde, wir müssen froh sein, wenn möglichst viele Menschen Kuren in Anspruch nehmen, weil es wirklich für viele, viele Menschen – und das sage ich auch aus meinen Erfahrungen in der psychotherapeutischen und psychologischen Praxis – die einzige Möglichkeit ist, in einem System, in dem sie gut betreut werden, Gesundheitskompetenz zu erwerben. In diesem Zusammenhang macht Kur wirklich sehr viel Sinn und ist für die Prävention und Gesundheitserhaltung sehr, sehr wichtig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sparen, finde ich, sollten wir woanders: bei der Zusammenlegung der Krankenkassen, bei der Stärkung der Bundeskompetenz im Gesundheitswesen – das wäre ganz wichtig – und bei der bundeseinheitlichen Planungs- und Versorgungsverantwortung; auch die Finanzierung aus einem Topf wurde ganz oft besprochen. Das wären die wesentlichen Zielsetzungen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS.
Dort, wo es wirklich um die Gesundheit geht, dort, wo es wirklich um Krankheiten geht, da muss man dem Menschen natürlich helfen, wieder arbeitsfähig zu werden. Das auseinanderzuhalten, die Gesundheit, die Gesundheitsförderung, die Rehabilitation vom Wellnessurlaub auseinanderzuhalten, das unterstelle ich unserem System, dass es das nicht kann. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Ich würde mir noch wünschen, dass man bei diesen Durchreisenden offensiv Österreich-Werbung betreibt und offensiv sagt, man baut jetzt einen Stand auf. Die Industriellenvereinigung war immer wieder auch bei uns auf der Suche nach Fachkräften, die sie ausbilden kann. Das ist nämlich schon das Thema. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Warum schafft man es nicht, an den Bahnhöfen Österreich-Werbung in diesem Sinne zu betreiben und zu sagen: Wer in Österreich bleibt, bekommt klare Konditionen, bekommt eine Art Praktikum, bekommt eine Ausbildung? – So hat man dann auch die Fachkräfte, die dringend benötigt werden.
Beifall bei den Grünen.
Auch was die private Unterkunft betrifft, wünsche ich mir, dass wir die Gründe suchen, warum es geht, und nicht laufend Gründe suchen, warum es nicht geht. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Frau Bundesminister, ich sage nicht, dass Sie schuld sind, aber Sie müssen schauen, dass genau das nicht passiert, dass man nicht die Gesellschaft spaltet und dass man nicht versucht, Leute, die Angst haben, mundtot zu machen, dass sie sich nicht mehr zu äußern trauen. Das sind alte Leute, das sind oftmals Leute, die sich ihr ganzes Leben nichts haben zuschulden kommen lassen, und die werden jetzt eingeschüchtert. Die autochthone Bevölkerung wird sozusagen in eine innere Isolation getrieben. Das ist abzulehnen! Das sind die linken findigen Anwälte … (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Warum regen Sie sich denn so auf, Herr Kollege Pirklhuber? Das müssen Sie doch auch ablehnen. – Die sind da schon auf den Plan getreten, um all jene Menschen einzuschüchtern, die berechtigte Ängste äußern. Da bitte ich Sie schon, sehen Sie sich vor! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, ich sage nicht, dass Sie schuld sind, aber Sie müssen schauen, dass genau das nicht passiert, dass man nicht die Gesellschaft spaltet und dass man nicht versucht, Leute, die Angst haben, mundtot zu machen, dass sie sich nicht mehr zu äußern trauen. Das sind alte Leute, das sind oftmals Leute, die sich ihr ganzes Leben nichts haben zuschulden kommen lassen, und die werden jetzt eingeschüchtert. Die autochthone Bevölkerung wird sozusagen in eine innere Isolation getrieben. Das ist abzulehnen! Das sind die linken findigen Anwälte … (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Warum regen Sie sich denn so auf, Herr Kollege Pirklhuber? Das müssen Sie doch auch ablehnen. – Die sind da schon auf den Plan getreten, um all jene Menschen einzuschüchtern, die berechtigte Ängste äußern. Da bitte ich Sie schon, sehen Sie sich vor! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hagen: Was ist mit dem Ertlschweiger?
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich angenommen. (Abg. Hagen: Was ist mit dem Ertlschweiger?)
Beifall bei der ÖVP.
In Summe, so glaube ich, keine spektakuläre Regelung, aufgrund von EU-Vorgaben aber notwendig und daher eine sinnvolle Regelung. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch zu erwähnen sind die neu eingearbeiteten Datenschutzbestimmungen – das ist in diesem Sprengmittelgesetz jetzt neu drinnen –, weil es natürlich mit der Europäischen Union, mit der Kommission, mit diversen Behörden und Stellen auch Datenaustausch geben muss. Das ist auch wichtig, weil es ein spezieller Sicherheitsaspekt ist und dazu beiträgt, dass sich die Wirtschaftsakteure darauf verlassen können, dass ordnungsgemäß Handel betrieben wird, dass ordnungsgemäß gearbeitet wird, aber auch zum Schutz der Bevölkerung beiträgt. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Krainer: Ich weiß, aber es ist eh einstimmig!
Herr Kollege Krainer, Sie stehen nicht auf dem richtigen Platz. (Abg. Krainer: Ich weiß, aber es ist eh einstimmig!) Na ja, gehen Sie hinüber, bitte, seien Sie so nett! (Heiterkeit. – Abg. Krainer – sich in Richtung seines Sitzplatzes begebend –: Geht das?) Das ist fast perfekt.
Heiterkeit. – Abg. Krainer – sich in Richtung seines Sitzplatzes begebend –: Geht das?
Herr Kollege Krainer, Sie stehen nicht auf dem richtigen Platz. (Abg. Krainer: Ich weiß, aber es ist eh einstimmig!) Na ja, gehen Sie hinüber, bitte, seien Sie so nett! (Heiterkeit. – Abg. Krainer – sich in Richtung seines Sitzplatzes begebend –: Geht das?) Das ist fast perfekt.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte dafür um Ihre Zustimmung. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
len gestrichen. Ich werde alles unternehmen, damit diese 25 Planstellen wieder unserem Bezirk zugeteilt werden, denn wir brauchen mehr Personal im Grenzbereich, um unsere Aufgaben wahrnehmen zu können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht nicht darum, wie es heute schon angesprochen wurde, von Kriegsschiffen aus auf Flüchtlinge zu schießen. Eine solche extreme Interpretation ist einer sachlichen Debatte sicherlich nicht zuträglich. Es geht vielmehr darum, Menschen aufzunehmen und in Hotspots an den Außengrenzen zu registrieren. Und wenn dies mit der Polizei allein nicht möglich ist, dann soll das Militär dabei unterstützen. Nichts anderes ist gemeint. Niemand will die Gewaltanwendung – schon gar nicht Flüchtlingen gegenüber! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
lage dann wieder monatelang gemeinsam mit unzähligen Experten in einer Enquete-Kommission jedes Detail der direkten Demokratie durchleuchtet wurde. Sie haben sogar extra acht Bürger eingeladen und ihnen Rederecht gegeben, um Bürgerbeteiligung gleich einmal plakativ zu leben. Zuerst hat es bei dieser Enquete-Kommission nach einem guten Beginn ausgeschaut, doch jetzt wissen wir, Sie wollten nur so tun als ob. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Verabschieden Sie sich endlich von dieser Kultur der Bevormundung der Bevölkerung! Setzen Sie endlich die direkte Demokratie mit einer dreistufigen Volksgesetzgebung, das heißt, mit einer verbindlichen Volksabstimmung am Ende, wenn das Parlament nicht im Sinne der Initiative abstimmt, um – mit Veto-Volksabstimmungen, mit niedrigeren Hürden und auch ohne Themenbegrenzungen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber wenn man sich die aktuelle Lage in Österreich, an den österreichischen Grenzen anschaut, unter anderem in Spielfeld, dann kann man klar und deutlich erkennen, warum Sie die direkte Demokratie in Österreich nicht umsetzen wollen. Dies deshalb, weil Sie genau wissen, dass Ihre Entscheidungen da draußen in der österreichischen Bevölkerung schon lange nicht mehr mehrheitsfähig sind, dass die Bevölkerung mit echter Mitsprache bezüglich Ihrer Vorgangsweise, wo es keine Kontrollen an den Grenzen gibt, keine Passkontrollen, keine Waffenkontrollen, wo es keine Registrierung gibt, wo Sie nicht einmal wissen, wer überhaupt in unser Land kommt, schon längst die Reißleine gezogen hätte. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber wenn Sie schon schielen müssen, dann schielen Sie doch bitte einmal Richtung Schweiz, denn – und das betrifft beide Themen – die Schweiz beweist seit Jahren, dass eine parlamentarische Demokratie, gepaart mit einer stark ausgeprägten direkten Demokratie, ausgezeichnet funktionieren kann, dass das keine Schwächung des Parlaments bedeutet, sondern eine Stärkung. Es bedeutet eine größere Informiertheit der Bevölkerung, ein größeres Interesse, und vor allem bedeutet es eine bessere und gescheitere Politik als in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage: Errichten wir diese Zäune, bevor es zu spät ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kitzmüller: Ein gelungener!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Liebe Kollegin Steger, das war jetzt ein Versuch einer sehr deftigen Oppositionsrede. (Abg. Kitzmüller: Ein gelungener!) Allerdings werden sich die Bürger und Bürgerinnen, die zusehen, die Frage stellen: Wie können wir wirklich mehr am Gesetzwerdungsprozess mitwirken? Und da spielt der Informationsfaktor eine große Rolle. Und da spielt auch der Zeitpunkt eine große Rolle: Ab wann bin ich dabei?
Abg. Kitzmüller: Sie unterschätzen die Bevölkerung aber schon sehr stark!
In der Schweiz wird sogar darüber abgestimmt, wie der Zugfahrplan ist. Stellen Sie sich vor, ich mache dort 17 Abstimmungen in 17 Gemeinden, dann fahren die Züge einander entgegen und nicht nacheinander! Also das ist etwas, was ich schon gar nicht nachvollziehen kann. (Abg. Kitzmüller: Sie unterschätzen die Bevölkerung aber schon sehr stark!) – Es sei mir gestattet, ein wenig zu übertreiben, Ihre Kollegin hat ja auch gerade übertrieben. Jetzt steht es unentschieden. Jetzt übertreibe ich nicht mehr. Aber einmal habe ich übertrieben.
Abg. Steger: Wir alle!
Wir haben gesucht, wir haben gekämpft und gerungen. Wir haben sogar einen gemeinsamen Antrag eingebracht, der die Grundlage für diese Enquete-Kommission war. Also wir waren da ja schon sehr weit. Aber wir haben uns auf kein Modell einigen können. Das war ein wirkliches Problem, obwohl wir uns wirklich bemüht haben. (Abg. Steger: Wir alle!)
Zwischenruf der Abg. Moser.
Die Enquete-Kommission war wirklich gut. Es sind Bürgerinnen und Bürger dort gewesen, es sind Experten dort gewesen. Wir haben uns dort hingesetzt, wir haben dort zugehört, wir haben gerungen darum, und es ist uns irgendwo nicht gelungen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir wollen über das nachdenken. (Zwischenruf der Abg. Moser.)
in Richtung des Abg. Kassegger
Weil Sie mich gerade so skeptisch mit Sorgenfalten auf der Stirn anschauen, Herr Kollege (in Richtung des Abg. Kassegger), Sie waren ja auch einmal in der Regierung. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie, als Sie in der Regierung waren, plötzlich gesagt haben: Wir müssen die direkte Demokratie ganz massiv und effizient ausbauen. – Ich kann mich nicht daran erinnern! (Abg. Steger: Im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Steger: Im Gegensatz zu Ihnen!
Weil Sie mich gerade so skeptisch mit Sorgenfalten auf der Stirn anschauen, Herr Kollege (in Richtung des Abg. Kassegger), Sie waren ja auch einmal in der Regierung. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie, als Sie in der Regierung waren, plötzlich gesagt haben: Wir müssen die direkte Demokratie ganz massiv und effizient ausbauen. – Ich kann mich nicht daran erinnern! (Abg. Steger: Im Gegensatz zu Ihnen!)
Zwischenruf des Abg. Riemer.
Ich habe jetzt gerade nachgedacht, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass es während der schwarz-blauen Zeit so eine Initiative gegeben hat. Jetzt, in der Opposition, jetzt beginnen sie das wieder zu entdecken. (Zwischenruf des Abg. Riemer.) Frage: Warum jetzt und warum nicht früher?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie uns also den Dialog fortführen! Wir wollen diese Diskussion wirklich weiterführen, deswegen haben wir auch gesagt: Interessant! Den Minderheitenbericht, den wollen wir uns wirklich genauer ansehen! – Der Mehrheitsbericht hat aber tatsächlich die Zustimmung auch von Teilen der Opposition gefunden, als man dann gesagt hat: Machen wir auf der Basis weiter, das ist ein echter Fortschritt! – Ich bitte darum, das auch anzuerkennen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Herr Kollege Cap, Sie haben mich nicht enttäuscht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich war mir ganz sicher: Wenn Sie vor mir reden, geben Sie mir genügend Stoff, um darauf antworten zu können. Sie haben das jetzt wirklich eingehalten. Zumindest darauf ist Verlass.
Beifall bei den Grünen.
rekte Demokratie, und das sind die Menschenrechte, und die ganze Frage der Flüchtlinge, der Asylsuchenden ist eine Menschenrechtsfrage und sonst nichts. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Musiol: Erstmals Nein!
Daher ist das heute nur etwas „more of the same“, also etwas mehr von dem, was wir schon gehabt haben, denn die vereinigte Opposition hat nochmals denselben Antrag eingebracht, den wir schon vor zwei Monaten hier behandelt haben. Das Hohe Haus hat sich schon mehrheitlich für etwas anderes entschieden, und daher brauchen wir das heute eigentlich gar nicht. Wir haben es aber ganz ehrlich gemacht, damit wir das auch offenlegen und sagen: Ja, Sie haben es noch einmal eingebracht, wir sagen daher nochmals Nein (Abg. Musiol: Erstmals Nein!), aber in Wirklichkeit ist das, dass wir darüber nochmals diskutieren, verlorene Liebesmüh. Die Zuseherinnen und Zuseher haben auch nichts davon, wenn sie einen Antrag dreimal, viermal, fünfmal einbringen, denn es bleibt beim gleichen Ergebnis. (Zwischenruf des Abg. Zinggl.)
Zwischenruf des Abg. Zinggl.
Daher ist das heute nur etwas „more of the same“, also etwas mehr von dem, was wir schon gehabt haben, denn die vereinigte Opposition hat nochmals denselben Antrag eingebracht, den wir schon vor zwei Monaten hier behandelt haben. Das Hohe Haus hat sich schon mehrheitlich für etwas anderes entschieden, und daher brauchen wir das heute eigentlich gar nicht. Wir haben es aber ganz ehrlich gemacht, damit wir das auch offenlegen und sagen: Ja, Sie haben es noch einmal eingebracht, wir sagen daher nochmals Nein (Abg. Musiol: Erstmals Nein!), aber in Wirklichkeit ist das, dass wir darüber nochmals diskutieren, verlorene Liebesmüh. Die Zuseherinnen und Zuseher haben auch nichts davon, wenn sie einen Antrag dreimal, viermal, fünfmal einbringen, denn es bleibt beim gleichen Ergebnis. (Zwischenruf des Abg. Zinggl.)
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Ich muss Ihnen schon sagen, Frau Kollegin Musiol, dass ich Ihnen sogar dankbar bin, dass Sie den Antrag eingebracht haben – im Unterschied zur Frau Kollegin Steger –, weil ich nämlich so klar sagen kann, dass wir im Geschäftsordnungskomitee beschlossen haben, dass das, was in der direkten Demokratie fortgeführt wird, der Rechts-, Legislativ- und Wissenschaftliche Dienst des Parlamentes nun prüft, wie die Vorschläge, die wir hier mehrheitlich beschlossen haben, alle umgesetzt werden können. (Zwischenruf des Abg. Scherak.)
Abg. Cap: Ein starkes Mittel!
Es geht ganz konkret darum, dass die Bürgerinnen und Bürger verstärkt in den Gesetzgebungsprozess miteingebunden werden, schon bevor wir ihn überhaupt einleiten. Auf Regierungsebene wird zuvor eingeleitet ... (Abg. Cap: Ein starkes Mittel!) – Das ist ein starkes Mittel, sagt mein Kollege Cap. Das ist es, das hat es vorher nicht gegeben. Es geht weiter, dass wir das auf Landes- und Gemeindeebene auch dorthin führen können, dass dort auch Veto-Referenden durchgeführt werden. Also das sind große Dinge.
Abg. Musiol: Gern geschehen!
Ich bin auch sehr froh, dass Sie das Gutachten vom Kollegen Merli eingeholt haben, Frau Kollegin Musiol (Abg. Musiol: Gern geschehen!), denn Sie haben nämlich vor Kurzem noch gesagt, das geht gar nicht anders, außer mit einer Volksabstimmung. – Jetzt haben Sie selbst ein Gutachten eingeholt, das sagt: Das kann man schon machen. (Abg. Musiol: ... dreistufig!) Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir das sehr, sehr bald im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umsetzen können. Mehr direkte Demokratie ist Teil dieses Regierungsprogrammes und wird von uns umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.)
Abg. Musiol: ... dreistufig!
Ich bin auch sehr froh, dass Sie das Gutachten vom Kollegen Merli eingeholt haben, Frau Kollegin Musiol (Abg. Musiol: Gern geschehen!), denn Sie haben nämlich vor Kurzem noch gesagt, das geht gar nicht anders, außer mit einer Volksabstimmung. – Jetzt haben Sie selbst ein Gutachten eingeholt, das sagt: Das kann man schon machen. (Abg. Musiol: ... dreistufig!) Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir das sehr, sehr bald im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umsetzen können. Mehr direkte Demokratie ist Teil dieses Regierungsprogrammes und wird von uns umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.
Ich bin auch sehr froh, dass Sie das Gutachten vom Kollegen Merli eingeholt haben, Frau Kollegin Musiol (Abg. Musiol: Gern geschehen!), denn Sie haben nämlich vor Kurzem noch gesagt, das geht gar nicht anders, außer mit einer Volksabstimmung. – Jetzt haben Sie selbst ein Gutachten eingeholt, das sagt: Das kann man schon machen. (Abg. Musiol: ... dreistufig!) Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir das sehr, sehr bald im Sinne der Bürgerinnen und Bürger umsetzen können. Mehr direkte Demokratie ist Teil dieses Regierungsprogrammes und wird von uns umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Cap: Mein junger Freund!
Ja, wir behandeln jetzt im Geschäftsordnungskomitee und darüber hinaus die Maßnahmen, die notwendig sind, die in der Geschäftsordnung geregelt gehören, für eine Stärkung der Demokratie. Aber für die direktdemokratischen Mittel gibt es eben hier wieder keine großen Schritte allein aus dem Mehrheitsbericht, da steht nicht viel drinnen, deswegen beantragen wir das und sind einfach der Meinung, dass wir hier als Opposition geschlossen vorangehen müssen. Genauso wie die Bürgerinnen und Bürger in der Enquete das gefordert haben: nämlich die dreistufige Volksgesetzgebung. Deswegen hier der Antrag von uns. Es wäre sinnvoll, wenn Sie sich da einen Ruck geben und vielleicht einen Schritt weiter gehen als das, was Sie in Ihrem Mehrheitsbericht vorgeschlagen haben. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Cap: Mein junger Freund!)
Abg. Hagen tritt ans Rednerpult.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Troch. – Bitte. (Abg. Hagen tritt ans Rednerpult.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich glaube, was da drinnen steht, ist ein wahres Wort. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Cap.
Meine Damen und Herren, das kann ich eins zu eins unterschreiben. Ein sehr kluger Mann, der Tassilo Wallentin. Wenn Sie den Artikel lesen, werden Sie sehen, was in Österreich alles falsch läuft, weil die Politik nicht mehr auf das Volk hört. In der Schweiz ist es umgekehrt, und damit fährt die Schweiz auch sehr gut. (Zwischenruf des Abg. Cap.) – Das wäre wünschenswert, das wäre direkte Demokratie, die in der Schweiz gelebt wird.
Boah-Rufe bei der SPÖ.
Es gibt noch einen klugen Kopf, der sich sehr stark für direkte Demokratie in Österreich eingesetzt hat. Sie kennen ihn alle, er ist hier im Nationalrat gesessen: Frank Stronach. (Boah-Rufe bei der SPÖ.) Sie kennen seine Forderung nach unabhängigen Bürgervertretern im Parlament. Er sagt da ganz klar: „Als Gegengewicht zu den Abgeordneten, die durch Listenbildung ins Parlament kommen, braucht es unabhängige Bürgervertreter.“ Er ist für eine Reform des politischen Systems.
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Das ist ein guter Ansatz. Das wären dann 150 Abgeordnete hier im Nationalrat. Das ist auch eine Sparmaßnahme. Ich glaube, das ist eine vernünftige Aussage. Wenn Sie sich den Artikel von Dr. Wallentin anschauen und das Programm des Teams Stronach zur direkten Demokratie, dann können Sie das nur eins zu eins unterschreiben. Ich fordere Sie dazu auf, hier in diese Richtung zu gehen und für die Bürger, direkte Demokratie, direkte Politik zu machen. – Das wäre der richtige Schritt. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
in Richtung des Abg. Hagen
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Troch zu Wort. Ich darf mich entschuldigen. Sie waren angekündigt, der Herr Abgeordnete Hagen hat sich vorgedrängt (in Richtung des Abg. Hagen), aber wir nehmen es Ihnen, glaube ich, nicht übel.
Abg. Hagen: Entschuldigung! – Ruf aus der SPÖ: So ist er!
Bitte, Herr Abgeordneter Dr. Troch. (Abg. Hagen: Entschuldigung! – Ruf aus der SPÖ: So ist er!)
Abg. Peter Wurm: Das hoffen wir auch!
hält man aus. Am Ende wird ja die Wahrheit siegen und nicht die Schnelligkeit. (Abg. Peter Wurm: Das hoffen wir auch!)
Abg. Moser: ... Schneckentempo?
nen suchen in dem System die Mehrheit, und im Idealfall suchen wir sogar den Kompromiss und den Konsens. In diesem Sinn, glaube ich, arbeiten die Regierungsparteien in der Frage der Stärkung der Demokratie an einem Ergebnis mit Qualität (Abg. Moser: ... Schneckentempo?), und das wird es ganz einfach auch in diesem Fall bei der Stärkung der Demokratie geben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
nen suchen in dem System die Mehrheit, und im Idealfall suchen wir sogar den Kompromiss und den Konsens. In diesem Sinn, glaube ich, arbeiten die Regierungsparteien in der Frage der Stärkung der Demokratie an einem Ergebnis mit Qualität (Abg. Moser: ... Schneckentempo?), und das wird es ganz einfach auch in diesem Fall bei der Stärkung der Demokratie geben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jarolim: Bitte sachlich bleiben!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Freiheitliche Partei hat einen Antrag eingebracht, dass eine Anklage beim Verfassungsgerichtshof gegen den Bundeskanzler Werner Faymann und die Innenministerin Mikl-Leitner eingeleitet wird. Dazu ist eine Mehrheit hier im Parlament erforderlich, und ich will jetzt kurz erläutern, worum es da geht, damit wahrscheinlich jeder am Schluss versteht, dass das eine völlig logische Konsequenz ist und daher die Abstimmung, wenn es mit rechten Dingen zugeht, jedenfalls so ausgehen muss, dass der Antrag angenommen wird. (Abg. Jarolim: Bitte sachlich bleiben!)
Beifall bei der FPÖ.
Das Fremdenpolizeigesetz kennt einige Kann-Bestimmungen und weichere Formulierungen, es hat aber auch eindeutige Muss-Bestimmungen. Eine dieser Muss-Bestimmungen ist § 120 Fremdenpolizeigesetz, der auch eine Strafe vorsieht, wenn man diesbezüglich nicht dem Gesetz entsprechend handelt. Es ist auch eine Strafe von 1 000 € bis 5 000 € vorgesehen, wenn man „wissentlich die rechtswidrige Einreise oder Durchreise eines Fremden in oder durch einen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Nachbarstaat Österreichs fördert“ oder eben einfach nur zulässt. Das ist also eine ganz eindeutige Bestimmung, und gegen diese eindeutige Bestimmung ist schlicht und einfach verstoßen worden, und zwar in zigtausendfacher Art und Weise. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Dann wird argumentiert werden: Na ja, die FPÖ schlägt politisches Kapital aus diesem Antrag! – Mit Verlaub gesagt, das politische Kapital brauchen wir nicht aus diesem Antrag zu schlagen, das liefert uns die Regierung jeden Tag (Beifall bei der FPÖ) – auch gestern wieder mit dem Hickhack und dass sie nicht mehr weiß, wo es langgeht, mit unterschiedlichen Formulierungen und vor allem einfach damit, dass man dieser Situation nicht Herr wird, sondern das immer noch weiter laufen lässt und damit unsere Republik weiterhin schwer gefährdet.
Beifall bei der FPÖ.
recht gibt das nicht her, das ist ganz eindeutig. Es ist hier die Befehlsstruktur von oben nach unten ganz klar zu beachten, und außerdem reden wir nicht über den Beamten an der Grenze, sondern wir reden hier eben über die Regierungsmitglieder. Und wenn diese bewusst Gesetze brechen, ist genau dafür die Ministeranklage gedacht – und genau dafür sind wir da! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir von der Freiheitlichen Partei akzeptieren das jedenfalls nicht und werden weiterhin darauf bestehen, dass unser Rechtsstaat und unsere Republik Österreich an den Grenzen gesichert wird und dass die innere Sicherheit gewährleistet ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Denken Sie auch daran! Sie wissen genau, was in den Medien steht, und Sie wissen auch ganz genau, wie sehr die Bevölkerung mittlerweile verunsichert ist, weil die Menschen merken, dass sich auch die Regierung nicht an die Gesetze hält. Lassen Sie das doch nicht im Raum stehen! Geben Sie dem Verfassungsgerichtshof die Möglichkeit, das zu prüfen, und danach werden wir genau sehen, wie es wirklich ist: ob das rechtswidrig ist oder nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass Sie mit uns gemeinsam hier diesen Weg gehen und damit letztlich auch dem Parlament einen Dienst erweisen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist aber grundsätzlich auch einmal festzuhalten, dass es hierbei um eine Rechtsgüterabwägung geht und dass dabei eine äußerst sensible Vorgangsweise zugrunde zu legen ist, wenn das Rechtsgut des Lebens und der Gesundheit, das sicherlich als das höherrangige, wenn nicht das höchstrangige gilt, zu bewerten ist. Daher stellt sich auch die Frage, ob man nicht zynisch, menschenverachtend und auch außerhalb des europäischen Grundrechtsverständnisses agiert, wenn man das bezweifeln möchte. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
„Gemäß Art. 5 Abs. 4 lit. c des Schengener Grenzkodex kann ein Mitgliedstaat Drittstaatsangehörigen, die eine oder mehrere Einreisevoraussetzungen (u.a. Besitz eines Reisepasses, Besitz eines Visums) nicht erfüllen, die Einreise in sein Hoheitsgebiet u.a.“ – also unter anderem – „aus humanitären Gründen gestatten.“ (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Hunderttausende?!
„Der Grenzkodex wurde als Verordnung der EU erlassen und ist daher unmittelbar anwendbar. Wenn nicht ohnehin davon ausgegangen wird, dass er daher der nationalen Regelung vorgeht, scheint die Regelung durchaus auch im Einklang mit den Bestimmungen des § 15 Fremdenpolizeigesetz“ – (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Hunderttausende?!) – „zu stehen, wenn dort auf internationale Vereinbarungen oder wie hinsichtlich der Visumspflicht überhaupt auf EU-Recht verwiesen wird.“ (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Zwischenruf des Abg. Darmann.
„Der Grenzkodex wurde als Verordnung der EU erlassen und ist daher unmittelbar anwendbar. Wenn nicht ohnehin davon ausgegangen wird, dass er daher der nationalen Regelung vorgeht, scheint die Regelung durchaus auch im Einklang mit den Bestimmungen des § 15 Fremdenpolizeigesetz“ – (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Für Hunderttausende?!) – „zu stehen, wenn dort auf internationale Vereinbarungen oder wie hinsichtlich der Visumspflicht überhaupt auf EU-Recht verwiesen wird.“ (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Walter Rosenkranz: Ich werde in den Stenographischen Protokollen Ihre Erhellung nachlesen und beim nächsten Schlepperprozess ...!
Wenn Sie vielleicht zuhören, dann würden Sie eine rechtspolitische Erhellung erfahren (Abg. Walter Rosenkranz: Ich werde in den Stenographischen Protokollen Ihre Erhellung nachlesen und beim nächsten Schlepperprozess ...!) und Ihr Verhalten vielleicht auch auf Basis einer juristischen Abwägung überdenken können – sofern Sie das überhaupt wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie vielleicht zuhören, dann würden Sie eine rechtspolitische Erhellung erfahren (Abg. Walter Rosenkranz: Ich werde in den Stenographischen Protokollen Ihre Erhellung nachlesen und beim nächsten Schlepperprozess ...!) und Ihr Verhalten vielleicht auch auf Basis einer juristischen Abwägung überdenken können – sofern Sie das überhaupt wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hunderttausende?!
„Auf Grund des gegebenen Sachverhalts gestatten die österreichischen Sicherheitsbehörden in zulässiger Weise den Grenzübertritt aus humanitären Gründen, auch wenn die Betroffenen über keine Reisepässe oder Visa verfügen.“ – (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hunderttausende?!) – „Damit handelt es sich um keine rechtswidrigen Grenzübertritte.“
Abg. Walter Rosenkranz: ... der hat den Asylwerbern Wurstsemmeln gekauft – zwei Jahre Häfen!
„Bei sämtlichen von den Behörden im Zusammenhang mit der Notsituation ergriffenen Maßnahmen ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten, was bedeutet, dass jeweils das gelindeste Mittel zum Einsatz zu kommen hat. Der Einsatz staatlicher Mittel hat der Situation angepasst zu erfolgen. Generell geht der Bundeskanzleramt-Verfassungsdienst daher davon aus, dass die im Zuge der Notsituation ergriffenen staatlichen Handlungen rechtskonform waren.“ (Abg. Walter Rosenkranz: ... der hat den Asylwerbern Wurstsemmeln gekauft – zwei Jahre Häfen!)
Abg. Deimek: ... geht jeder Schlepper frei! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
rung politisch anders gelöst hätten, nämlich die Frage, ob Herr Klubobmann Strache und mein Vorredner den Einsatz von Waffengewalt gegenüber den vor Kriegswirren und politischer Verfolgung flüchtenden Menschen – also Kinder, Frauen, Mütter – befürwortet hätten, was diese Bundesregierung mit Recht aus humanitären Überlegungen glücklicherweise eben nicht getan hat. (Abg. Deimek: ... geht jeder Schlepper frei! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Darmann.
Ich halte es übrigens politisch für verwerflich, wenn man statt politisch zu argumentieren und Alternativen darzulegen auf die Unterstellung strafrechtswidriger Handlungen abzielt und damit nicht nur stillos agiert, sondern dem Ansehen der gesamten Politik einen schlecht Dienst erweist. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Ich halte daher die Vorgehensweise Ihrer Fraktion auch für verurteilenswert. (Abg. Deimek: Das ist die Einladung zu ...!)
Abg. Deimek: Das ist die Einladung zu ...!
Ich halte es übrigens politisch für verwerflich, wenn man statt politisch zu argumentieren und Alternativen darzulegen auf die Unterstellung strafrechtswidriger Handlungen abzielt und damit nicht nur stillos agiert, sondern dem Ansehen der gesamten Politik einen schlecht Dienst erweist. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Ich halte daher die Vorgehensweise Ihrer Fraktion auch für verurteilenswert. (Abg. Deimek: Das ist die Einladung zu ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen im Gegenteil, wenn wir politisch diskutieren wollen, genau das unternehmen, was wir in der Europastunde besprochen haben. Eine Ministerratsanklage ist juristisch, verfassungsrechtlich und politisch vollkommen fehl am Platz. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Ich habe von gelinderen Mitteln gesprochen!
Was hat Orbán getan? – Der hat darauf reagiert und hat die Flüchtlinge natürlich dankenswerterweise an die österreichische Grenze gestellt. Dann war es wirklich eine Notsituation – aber erst dann! (Abg. Schieder: Ich habe von gelinderen Mitteln gesprochen!)
Ruf bei der SPÖ: „Überraschung“!
Darum sage ich, bei Kanzler Faymann war es eine politisch motivierte Sache, deswegen werden wir dem Antrag der FPÖ betreffend Kanzler Faymann zustimmen. (Ruf bei der SPÖ: „Überraschung“!)
Beifall beim Team Stronach.
Bei Kanzler Faymann sehe ich das aber sehr wohl so, weshalb die Ministeranklage im Falle Kanzler Faymann in Ordnung geht. Im Falle der Innenministerin werden wir unsere Zustimmung nicht erteilen, weil das nicht mehr anders lösbar war. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Asylfrage beschäftigt uns heute eigentlich schon den ganzen Tag hindurch. Es gibt die einen, die nach Lösungen suchen – die Regierungsparteien, teilweise auch mit Unterstützung der Opposition –, und die anderen, die sich darauf verlegen, politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich hoffe, dass dem Bundeskanzler heute auf europäischer Ebene etwas gelingen wird, denn wir brauchen mehr Tempo auf europäischer Ebene. Da sind wir uns einig. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin dem Team Stronach dankbar, dass man jetzt differenziert: Hier im Land versucht die Innenministerin wirklich Tag und Nacht an sieben Tagen in der Woche bestmöglich, diese riesige Herausforderung zu bewältigen. (Beifall bei der ÖVP.) Sie ist eine, die mit ihrem Team diesen Flüchtlingsstrom bestmöglich zu kanalisieren versucht. Die Polizisten sind erwähnt worden, und natürlich auch die vielen Freiwilligen.
Ruf bei der FPÖ: Na, die Sorgen sind schon ...!
Die FPÖ – ich nehme an, Generalsekretär Kickl hat die Linie festgelegt – sagt: Für uns ist es besser, die Ängste und Sorgen, die es in der Bevölkerung ohnehin schon gibt, noch einmal ordentlich anzuzünden. (Ruf bei der FPÖ: Na, die Sorgen sind schon ...!) Der zweite Punkt ist, zu verunglimpfen und anzupatzen. Manchmal passieren Ihnen dabei Grenzüberschreitungen. Dann muss man einen Abgeordneten oder eine Abgeordnete beiseitelassen. Die letzte Grenzüberschreitung, Dr. Winter, ist jetzt nicht mehr hier. Aber das hält Sie nicht davon ab, genau an diesem Kurs festzuhalten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Sie entlarven sich hier, das sage ich Ihnen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die FPÖ – ich nehme an, Generalsekretär Kickl hat die Linie festgelegt – sagt: Für uns ist es besser, die Ängste und Sorgen, die es in der Bevölkerung ohnehin schon gibt, noch einmal ordentlich anzuzünden. (Ruf bei der FPÖ: Na, die Sorgen sind schon ...!) Der zweite Punkt ist, zu verunglimpfen und anzupatzen. Manchmal passieren Ihnen dabei Grenzüberschreitungen. Dann muss man einen Abgeordneten oder eine Abgeordnete beiseitelassen. Die letzte Grenzüberschreitung, Dr. Winter, ist jetzt nicht mehr hier. Aber das hält Sie nicht davon ab, genau an diesem Kurs festzuhalten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Sie entlarven sich hier, das sage ich Ihnen.
Zwischenruf des Abg. Hauser.
Die Sache steht bei Ihnen in Wirklichkeit nicht im Blickpunkt. Im Blickpunkt steht bei Ihnen einfach, politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Wenn so eine Fraktion dann aufgrund der Verunsicherung der Bevölkerung auch eine gewisse Stärke bekommt, ist die Frage, ob das ein Beitrag zur Regierungsfähigkeit Ihrer Fraktion ist. (Abg. Mölzer: Jessas na! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Frage müssen Sie sich selbst stellen.
Abg. Mölzer: Jessas na! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die Sache steht bei Ihnen in Wirklichkeit nicht im Blickpunkt. Im Blickpunkt steht bei Ihnen einfach, politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenruf des Abg. Hauser.) Wenn so eine Fraktion dann aufgrund der Verunsicherung der Bevölkerung auch eine gewisse Stärke bekommt, ist die Frage, ob das ein Beitrag zur Regierungsfähigkeit Ihrer Fraktion ist. (Abg. Mölzer: Jessas na! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Frage müssen Sie sich selbst stellen.
Abg. Neubauer: ... bei der Volkspartei!
Die Ministeranklage fällt genau in diese Kategorie: verunglimpfen, anpatzen. (Abg. Neubauer: ... bei der Volkspartei!) Sie wissen, Sie haben damit keinen Erfolg. Sie bleiben damit in Wirklichkeit in der politischen Kleingeldwechselstube stecken, und kommen aus dieser Kleingeldwechselstube auch nicht heraus. Denn dieses Instrument einzusetzen ist maßlos überzogen.
Ruf bei der SPÖ: Und der Kanzler auch nicht!
Daher sage ich Ihnen: Diese Ministeranklage wird ins Leere gehen. Sie wissen das. Aber Sie haben wieder das, was Sie wollen: Eine Verunglimpfung eines Regierungsmitglieds. Die Innenministerin verdient sich das wirklich nicht. (Ruf bei der SPÖ: Und der Kanzler auch nicht!) Sie ist für mich durch das, was sie an Arbeitsleistung erbringt, was sie gemeinsam mit den Landeshauptleuten schafft, wenn es darum geht, Quartiere zu schaffen, ein Vorbild in der Regierung.
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass es unser Bundeskanzler heute schafft, dass die Europäische Union einen Schritt weiterkommt. Ich habe es heute schon einmal gesagt: Das Problem können wir nur auf europäischer Ebene lösen. Wir sind in Wirklichkeit auch Leidtragende, insbesondere auch die Innenministerin. Schade, dass Sie das so verwechseln und die Innenministerin an den Pranger stellen. – Schade! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lopatka: Ja, also wird ...!
Kollege Lopatka, zunächst einmal: Die Ministeranklage wird ins Leere gehen. – Das ist falsch. Sie lassen nämlich mit Ihrer Mehrheit die Ministeranklage gar nicht zu. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lopatka: Ja, also wird ...!) Das heißt, Sie wollen gar nicht haben, dass ein Gericht, nämlich das Verfassungsgericht, über die Ministeranklage inhaltlich entscheidet. Sie wollen sie einmal weghaben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Die Ministeranklage geht nicht ins Leere. Der Antrag der Freiheitlichen wird aufgrund Ihrer Mehrheit ins Leere gehen. Das ist etwas anderes, als dass die Ministeranklage ins Leere geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lopatka.
Kollege Lopatka, zunächst einmal: Die Ministeranklage wird ins Leere gehen. – Das ist falsch. Sie lassen nämlich mit Ihrer Mehrheit die Ministeranklage gar nicht zu. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lopatka: Ja, also wird ...!) Das heißt, Sie wollen gar nicht haben, dass ein Gericht, nämlich das Verfassungsgericht, über die Ministeranklage inhaltlich entscheidet. Sie wollen sie einmal weghaben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Die Ministeranklage geht nicht ins Leere. Der Antrag der Freiheitlichen wird aufgrund Ihrer Mehrheit ins Leere gehen. Das ist etwas anderes, als dass die Ministeranklage ins Leere geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kollege Lopatka, zunächst einmal: Die Ministeranklage wird ins Leere gehen. – Das ist falsch. Sie lassen nämlich mit Ihrer Mehrheit die Ministeranklage gar nicht zu. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Lopatka: Ja, also wird ...!) Das heißt, Sie wollen gar nicht haben, dass ein Gericht, nämlich das Verfassungsgericht, über die Ministeranklage inhaltlich entscheidet. Sie wollen sie einmal weghaben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Die Ministeranklage geht nicht ins Leere. Der Antrag der Freiheitlichen wird aufgrund Ihrer Mehrheit ins Leere gehen. Das ist etwas anderes, als dass die Ministeranklage ins Leere geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schieder: Ich habe nichts ...!
Wir kommen jetzt noch zu einem weiteren Punkt, was Sie unterstellen, was Sie glauben: Sie glauben anscheinend tatsächlich, dass wir Freiheitlichen meinen, dass das Registrieren an der Grenze – Passkontrollen, Ausweiskontrollen oder Ähnliches –etwas mit verhungern lassen zu tun hat. (Abg. Schieder: Ich habe nichts ...!) Halten Sie einmal Äpfel und Birnen auseinander! Das wäre doch wirklich einmal etwas intellektuell Sinnvolles. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir kommen jetzt noch zu einem weiteren Punkt, was Sie unterstellen, was Sie glauben: Sie glauben anscheinend tatsächlich, dass wir Freiheitlichen meinen, dass das Registrieren an der Grenze – Passkontrollen, Ausweiskontrollen oder Ähnliches –etwas mit verhungern lassen zu tun hat. (Abg. Schieder: Ich habe nichts ...!) Halten Sie einmal Äpfel und Birnen auseinander! Das wäre doch wirklich einmal etwas intellektuell Sinnvolles. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Darmann: Unfassbar!
Danke im Sinne der Rechtspflege in Österreich! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Darmann: Unfassbar!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben das etwas verwechselt!
Ich möchte ein bisschen die Rahmenbedingungen in Erinnerung rufen, die der Entscheidung der Bundesregierung vorausgegangen sind, die Grenzen zu öffnen. Ich möchte an die Bilder und Videos von den unsäglichen Menschenrechtsverletzungen erinnern, die uns aus Ungarn erreicht haben. Ich möchte an den Zug erinnern, den die ungarische Regierung in die falsche Richtung geschickt hat, nachdem sie den Flüchtlingen zuerst gesagt hat, dieser Zug würde nach Österreich fahren. Ich möchte an die sogenannte Essensausgabe erinnern, bei der Semmeln – Wurstsemmeln, Käsesemmeln – in eine Menge von Flüchtenden geworfen worden sind. Das hat eher nach Tierfütterung als nach Versorgung mit Nahrungsmitteln ausgesehen. Ich möchte an eingesperrte Kinder hinter Gittern erinnern. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie haben das etwas verwechselt!) Ich möchte an Ärztinnen und Ärzte erinnern, die über ganz fatale gesundheitsgefährdende Zustände in Röszke und den anderen Grenzübergängen berichtet und Alarm geschlagen haben. Ich möchte an diese Zustände erinnern, die von NGOs wie Human Rights Watch als entsetzlich beschrieben worden sind.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Abg. Stefan: Auch wenn das stimmt, ist es kein Argument!
Herr Strache, Sie sind ja jetzt wieder da. Anklagbar im Umgang Österreichs mit der Flüchtlingssituation ist nicht etwa, dass die Grenzen geöffnet wurden. Anklagbar ist, dass in Traiskirchen nach wie vor Flüchtlinge obdachlos sind, und dass es ewig gedauert hat, bis an den Grenzübergängen in Nickelsdorf und Spielfeld die Versorgung halbwegs aufgebaut worden ist. Es ist unsäglich, dass die Versorgung der Flüchtlinge auch in Wien maßgeblich von der Zivilgesellschaft abhängt, davon, dass Leute private Spenden an Lebensmitteln, Zahnbürsten, Zahnpasta und so weiter bringen. Nur mit Hilfe der Zivilgesellschaft kann diese Unterstützung aufrechterhalten werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? – Abg. Stefan: Auch wenn das stimmt, ist es kein Argument!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt sogar Grüne, die das sagen!
geworden. Die Message der Bundesregierung ist: Wir schaffen das nicht. Dass eines der reichsten Länder der Welt sagt, dass wir das nicht schaffen, ist peinlich und erbärmlich. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt sogar Grüne, die das sagen!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Herr Strache! Das sind die Dinge, die an der Flüchtlingspolitik der Regierung anklagenswert sind, aber ganz sicher nicht die Grenzöffnung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak (NEOS): Frau Präsidentin! Herr Kollege Stefan! Sie haben gesagt, es gibt zwei unterschiedliche Bereiche, wie man rechtlich vorgeht: einerseits die Ministeranklage, andererseits die Anzeige wegen Amtsmissbrauchs. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Zur Durchreise – das ist der letzte Punkt – kann man sagen: Okay, vielleicht nicht in dem Fall, aber hier spielt die Wissentlichkeit, die ja auch im FPG drinnen steht, eine wesentliche Rolle. In dem Fall hätte die Bundesregierung wissen müssen, dass diese Flüchtlinge nicht einreisen dürfen, das war aber rein wissentlich – das heißt, dass man gewiss davon überzeugt ist –, schon allein deswegen, weil man sie nicht registriert hat, wohl nicht möglich. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden wir jetzt von einem Wochenende oder von Monaten?
Man kann kritisieren, dass die Registrierung nicht vorgenommen wurde, aber selbst wenn die Bundesregierung oder die Innenministerin das gewusst hätten, wäre es genauso die Abwägung der Rechtsgüter gewesen. Es ist jedenfalls im Sinne der Flüchtlinge und des Lebens der Flüchtlinge, dass sie sich nicht einfach so auf den Weg machen und an der Autobahn entlanggehen. Damit wird auch entsprechend deren Leben geschützt. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Reden wir jetzt von einem Wochenende oder von Monaten?)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Insofern war es offenbar notwendig, und deshalb bringt die Ministeranklage, so wie Sie sie eingebracht haben, wirklich nichts. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Das geht nicht!
Zunächst finde ich es vollkommen unangebracht, dass wir politische Auseinandersetzungen auf dem Strafrechtsweg führen. (Ruf bei der ÖVP: Das geht nicht!) In einer Situation, in der die Bevölkerung ohnehin schon auseinanderdividiert wird, noch Öl ins Feuer zu gießen, halte ich für eine Vorgangsweise, die gesellschaftspolitisch unredlich und schäbig ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Eine Auseinandersetzung führt man politisch hier und nicht vor Strafgerichten. Man bindet die Bevölkerung nicht noch mit ein und dividiert die Bevölkerung auseinander. Das ist ein schlechtes Beispiel, und das ist schäbig.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zunächst finde ich es vollkommen unangebracht, dass wir politische Auseinandersetzungen auf dem Strafrechtsweg führen. (Ruf bei der ÖVP: Das geht nicht!) In einer Situation, in der die Bevölkerung ohnehin schon auseinanderdividiert wird, noch Öl ins Feuer zu gießen, halte ich für eine Vorgangsweise, die gesellschaftspolitisch unredlich und schäbig ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Eine Auseinandersetzung führt man politisch hier und nicht vor Strafgerichten. Man bindet die Bevölkerung nicht noch mit ein und dividiert die Bevölkerung auseinander. Das ist ein schlechtes Beispiel, und das ist schäbig.
Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!
Die zweite Geschichte betrifft die strafrechtliche Relevanz: Ein gerechtfertigter Notstand ist dann gegeben, wenn ein höherwertiges Rechtsgut auf Kosten eines geringeren Rechtsgutes Vorrang erhält. (Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!) Was heißt das für die, die immer schnell mit strafrechtlichen Forderungen an der Hand sind? – Das heißt, dass wir auf der einen Seite das Rechtsgut des Lebens haben. (Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!) Auf der anderen Seite stehen die Fragen: Wie bremsen Sie 10 000 Leute an einer Grenze ein (Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!), wenn sie zur Grenze drängen und nur 50 oder 100 Polizisten dort stehen? Auch wenn dort 1 000 Polizisten stehen – wie wollen Sie sie bremsen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Wie ist die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels? Wie wäre die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels, das zum Einsatz kommen müsste, um diese Menge zu bewältigen? Das würde zwangsläufig nur mit Waffengewalt gehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!
Die zweite Geschichte betrifft die strafrechtliche Relevanz: Ein gerechtfertigter Notstand ist dann gegeben, wenn ein höherwertiges Rechtsgut auf Kosten eines geringeren Rechtsgutes Vorrang erhält. (Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!) Was heißt das für die, die immer schnell mit strafrechtlichen Forderungen an der Hand sind? – Das heißt, dass wir auf der einen Seite das Rechtsgut des Lebens haben. (Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!) Auf der anderen Seite stehen die Fragen: Wie bremsen Sie 10 000 Leute an einer Grenze ein (Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!), wenn sie zur Grenze drängen und nur 50 oder 100 Polizisten dort stehen? Auch wenn dort 1 000 Polizisten stehen – wie wollen Sie sie bremsen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Wie ist die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels? Wie wäre die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels, das zum Einsatz kommen müsste, um diese Menge zu bewältigen? Das würde zwangsläufig nur mit Waffengewalt gehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!
Die zweite Geschichte betrifft die strafrechtliche Relevanz: Ein gerechtfertigter Notstand ist dann gegeben, wenn ein höherwertiges Rechtsgut auf Kosten eines geringeren Rechtsgutes Vorrang erhält. (Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!) Was heißt das für die, die immer schnell mit strafrechtlichen Forderungen an der Hand sind? – Das heißt, dass wir auf der einen Seite das Rechtsgut des Lebens haben. (Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!) Auf der anderen Seite stehen die Fragen: Wie bremsen Sie 10 000 Leute an einer Grenze ein (Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!), wenn sie zur Grenze drängen und nur 50 oder 100 Polizisten dort stehen? Auch wenn dort 1 000 Polizisten stehen – wie wollen Sie sie bremsen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Wie ist die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels? Wie wäre die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels, das zum Einsatz kommen müsste, um diese Menge zu bewältigen? Das würde zwangsläufig nur mit Waffengewalt gehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Die zweite Geschichte betrifft die strafrechtliche Relevanz: Ein gerechtfertigter Notstand ist dann gegeben, wenn ein höherwertiges Rechtsgut auf Kosten eines geringeren Rechtsgutes Vorrang erhält. (Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!) Was heißt das für die, die immer schnell mit strafrechtlichen Forderungen an der Hand sind? – Das heißt, dass wir auf der einen Seite das Rechtsgut des Lebens haben. (Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!) Auf der anderen Seite stehen die Fragen: Wie bremsen Sie 10 000 Leute an einer Grenze ein (Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!), wenn sie zur Grenze drängen und nur 50 oder 100 Polizisten dort stehen? Auch wenn dort 1 000 Polizisten stehen – wie wollen Sie sie bremsen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Wie ist die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels? Wie wäre die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels, das zum Einsatz kommen müsste, um diese Menge zu bewältigen? Das würde zwangsläufig nur mit Waffengewalt gehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die zweite Geschichte betrifft die strafrechtliche Relevanz: Ein gerechtfertigter Notstand ist dann gegeben, wenn ein höherwertiges Rechtsgut auf Kosten eines geringeren Rechtsgutes Vorrang erhält. (Ruf bei der FPÖ: ... Rechtsgut der illegalen Einwanderer!) Was heißt das für die, die immer schnell mit strafrechtlichen Forderungen an der Hand sind? – Das heißt, dass wir auf der einen Seite das Rechtsgut des Lebens haben. (Abg. Stefan: Kontrolle tötet nicht!) Auf der anderen Seite stehen die Fragen: Wie bremsen Sie 10 000 Leute an einer Grenze ein (Abg. Strache: Kontrolle tötet doch nicht!), wenn sie zur Grenze drängen und nur 50 oder 100 Polizisten dort stehen? Auch wenn dort 1 000 Polizisten stehen – wie wollen Sie sie bremsen? (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) Wie ist die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels? Wie wäre die Verhältnismäßigkeit Ihres Mittels, das zum Einsatz kommen müsste, um diese Menge zu bewältigen? Das würde zwangsläufig nur mit Waffengewalt gehen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schimanek und Walter Rosenkranz.
Ich halte es für wirklich verwerflich, die formalen Voraussetzungen des Fremdenpolizeigesetzes ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Schimanek und Walter Rosenkranz.) – Schlepperei steht gar nicht zur Diskussion. Herr Kollege! Die Lächerlichkeit der Argumentation ist ja unüberbietbar. Schlepperei setzt ja Entgeltlichkeit voraus. Sagen Sie mir, wann der Bundeskanzler oder die Innenministerin Geld dafür bekommen haben! (Rufe bei der FPÖ: Die ÖBB!) Es ist ja unfassbar, wie naiv und schwachsinnig Sie argumentieren! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Rufe bei der FPÖ: Die ÖBB!
Ich halte es für wirklich verwerflich, die formalen Voraussetzungen des Fremdenpolizeigesetzes ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Schimanek und Walter Rosenkranz.) – Schlepperei steht gar nicht zur Diskussion. Herr Kollege! Die Lächerlichkeit der Argumentation ist ja unüberbietbar. Schlepperei setzt ja Entgeltlichkeit voraus. Sagen Sie mir, wann der Bundeskanzler oder die Innenministerin Geld dafür bekommen haben! (Rufe bei der FPÖ: Die ÖBB!) Es ist ja unfassbar, wie naiv und schwachsinnig Sie argumentieren! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Ich halte es für wirklich verwerflich, die formalen Voraussetzungen des Fremdenpolizeigesetzes ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Schimanek und Walter Rosenkranz.) – Schlepperei steht gar nicht zur Diskussion. Herr Kollege! Die Lächerlichkeit der Argumentation ist ja unüberbietbar. Schlepperei setzt ja Entgeltlichkeit voraus. Sagen Sie mir, wann der Bundeskanzler oder die Innenministerin Geld dafür bekommen haben! (Rufe bei der FPÖ: Die ÖBB!) Es ist ja unfassbar, wie naiv und schwachsinnig Sie argumentieren! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist Ihre Ausführung!
Wo ist denn die Entgeltlichkeit? Ich hoffe nur, dass die Strafverteidiger Österreichs Ihre Aufforderung bekommen. Dann werden Sie die Rechnung bekommen, die werden sich mit Ihnen auseinandersetzen. Das ist lächerlich, Herr Kollege! Wo ist denn die Entgeltlichkeit gegeben? (Ruf bei der FPÖ: Das ist Ihre Ausführung!)
Abg. Walter Rosenkranz: Nein, das stimmt nicht! – Abg. Neubauer: Das ist Ihre Auffassung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die nächste Geschichte ist: Auf der einen Seite steht eine fremdenpolizeiliche Verwaltungsübertretung, auf der anderen Seite würde die Maßnahme heißen: Waffeneinsatz. Da ist doch die Abwägung des Rechtsgutes ... (Abg. Walter Rosenkranz: Nein, das stimmt nicht! – Abg. Neubauer: Das ist Ihre Auffassung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wo haben die Ungarn geschossen? Bei der Kontrolle?
Wenn man wie ein Teil dieses Hauses Öl ins Feuer gießen will, dann ist die Abwägung des Rechtsgutes für Sie kein Problem. Aber für jeden normal denkenden Menschen würde die Abwägung – hier Leben, dort Waffeneinsatz – ganz klar ausgehen. (Abg. Strache: Wo haben die Ungarn geschossen? Bei der Kontrolle?) Ich bin froh, dass ich einer Partei angehöre, die sich für die Menschlichkeit und für die humanitäre Hilfe entschieden hat. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Wenn man wie ein Teil dieses Hauses Öl ins Feuer gießen will, dann ist die Abwägung des Rechtsgutes für Sie kein Problem. Aber für jeden normal denkenden Menschen würde die Abwägung – hier Leben, dort Waffeneinsatz – ganz klar ausgehen. (Abg. Strache: Wo haben die Ungarn geschossen? Bei der Kontrolle?) Ich bin froh, dass ich einer Partei angehöre, die sich für die Menschlichkeit und für die humanitäre Hilfe entschieden hat. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum mit Waffengewalt? – Zwischenruf des Abg. Darmann.
Ich halte es für wirklich verwerflich, was Sie hier machen. Sie stellen etwas in den Raum, das nur mit Einsatz von Waffengewalt bewältigbar wäre. Sie wissen das, und Sie können nicht verleugnen, dass Sie das damit meinen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum mit Waffengewalt? – Zwischenruf des Abg. Darmann.) Sie behaupten
Abg. Darmann: Das ist ein Blödsinn! Die sind in Slowenien in Sicherheit! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
dann, das wäre die Aufgabe des Staates gewesen. Sie wägen nicht ab, welche Leute unbewaffnet kommen, ohne Chance auf Leben. Diese Menschen würde man dann auch so behandeln. Das halte ich für verwerflich, für moralisch instabil und letztendlich für ein Auseinanderdividieren der Gesellschaft. Das ist in diesem Fall nicht angebracht. (Abg. Darmann: Das ist ein Blödsinn! Die sind in Slowenien in Sicherheit! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Darmann: Das ist Europa, ein Mitgliedstaat! – Abg. Strache: Eine Kontrolle gefährdet doch kein Leben!
Bei der Ministeranklage geht es um genau dasselbe Problem, das ich ja schon angesprochen habe. Gemäß Schengen ist es möglich, dass man humanitären Aufenthalt gewährt, auch wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Der entschuldigende Notstand ist wohl gegeben, weil das höherwertige Rechtsgut des Lebens im Durchsatz in keinem Verhältnis zu einer Verwaltungsübertretung des Fremdenpolizeigesetzes steht. (Abg. Darmann: Das ist Europa, ein Mitgliedstaat! – Abg. Strache: Eine Kontrolle gefährdet doch kein Leben!)
Abg. Strache: Eine Flughafenkontrolle gefährdet doch auch kein Leben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ
Bezüglich der dritten Rechtsfrage, die Sie angreifen, nämlich die Schlepperei (Abg. Strache: Eine Flughafenkontrolle gefährdet doch auch kein Leben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die Entgeltlichkeit voraussetzt: Das glauben Sie ja nicht einmal selbst! Ich halte Ihre ganze Argumentation für lächerlich, menschlich verwerflich und moralisch ganz bedenklich. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Das ist jetzt genau die Selbstkritik! – Abg. Rädler: Das wissen sie selbst, dass sie das überzogen haben!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Das ist jetzt genau die Selbstkritik! – Abg. Rädler: Das wissen sie selbst, dass sie das überzogen haben!
Bezüglich der dritten Rechtsfrage, die Sie angreifen, nämlich die Schlepperei (Abg. Strache: Eine Flughafenkontrolle gefährdet doch auch kein Leben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die Entgeltlichkeit voraussetzt: Das glauben Sie ja nicht einmal selbst! Ich halte Ihre ganze Argumentation für lächerlich, menschlich verwerflich und moralisch ganz bedenklich. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Das ist jetzt genau die Selbstkritik! – Abg. Rädler: Das wissen sie selbst, dass sie das überzogen haben!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Philipp Schrangl (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Leider ist niemand von den angesprochenen Ministern da, weder die Innenministerin noch der Bundeskanzler. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie können sich nachher zu Wort melden, es ist Usus in diesem Haus, dass man hier am Rednerpult spricht, dann geht es.
Abg. Matznetter: … Bahnfahrt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie sagen, dass Schlepperei Entgeltlichkeit voraussetzt: Die ÖBB verlangen jetzt 15 Millionen € dafür. (Abg. Matznetter: … Bahnfahrt! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter
Nicht überraschend ist es für mich, dass keiner meiner Vorredner einen Rechtfertigungsgrund von rechtlicher Relevanz gegen die Ausführungen des freiheitlichen Verfassungssprechers Mag. Harald Stefan oder die Vorwürfe der Sachverhaltsdarstellung der Freiheitlichen Partei darlegen konnte (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Matznetter), und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt keinen.
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt keinen rechtlich normierten Rechtfertigungsgrund für die bewusste Nichtdurchführung der Kontrollen und die vorsätzliche Unterlassung der Vollziehung des Fremdenpolizeigesetzes. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Das Fremdenpolizeigesetz regelt die rechtmäßige Einreise von Fremden ganz klar: „Fremde benötigen (…) zur rechtmäßigen Einreise in das Bundesgebiet (…) ein gültiges Reisedokument“ sowie ein Visum. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Nur Unionsbürger und Schweizer Staatsbürger sind von dieser Visumpflicht ausgenommen.
Abg. Matznetter: Scheinheilig …!
Auch zum Vorwurf der faktischen Unmöglichkeit von Grenzkontrollen möchte ich kurz Stellung nehmen und der österreichischen Bevölkerung die Scheinheiligkeit dieser Argumente vor Augen führen. (Abg. Matznetter: Scheinheilig …!) Wir erinnern uns an die im Juli 2014 erfolgte Räumung der „Pizzeria Anarchia“ im 2. Wiener Gemeindebezirk. Laut Aussagen des Bundesministeriums waren damals 1 400 Beamte im Einsatz. – Wir erinnern uns an die Bilder in der „ZiB 2“, wie von der Politik alleingelassene fünf Polizisten versucht haben, mehrere Hundert Asylwerber oder Masseneinwanderer an der Grenze zu stoppen. (Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Weninger: … Massen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Weninger: … Massen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auch zum Vorwurf der faktischen Unmöglichkeit von Grenzkontrollen möchte ich kurz Stellung nehmen und der österreichischen Bevölkerung die Scheinheiligkeit dieser Argumente vor Augen führen. (Abg. Matznetter: Scheinheilig …!) Wir erinnern uns an die im Juli 2014 erfolgte Räumung der „Pizzeria Anarchia“ im 2. Wiener Gemeindebezirk. Laut Aussagen des Bundesministeriums waren damals 1 400 Beamte im Einsatz. – Wir erinnern uns an die Bilder in der „ZiB 2“, wie von der Politik alleingelassene fünf Polizisten versucht haben, mehrere Hundert Asylwerber oder Masseneinwanderer an der Grenze zu stoppen. (Zwischenruf des Abg. Scherak. – Abg. Weninger: … Massen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Außerdem: Wenn man sagt, es sind zu wenige Polizisten da, dann gibt es immer noch – und das sieht unsere Verfassung vor – die Möglichkeit der Hinzuholung des Bundesheeres, sollten eben nicht genügend Polizisten für einen so langen Zeitraum zur Verfügung stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Warum, meine lieben Kollegen, ist es möglich, an Flughäfen, in jedem Fußballstadion und auch hier im Parlament, zuletzt am 26. Oktober, mehrere Tausend Menschen pro Tag zu kontrollieren, und warum soll das an Österreichs Grenzen nicht möglich sein? – Erklären Sie uns das bitte, vor allem der Bevölkerung, denn diese wartet nämlich auf eine Antwort! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch der Humanität kann im Falle der genauen Kontrolle Rechnung getragen werden, denn auch die humanitäre Versorgung der Wartenden im Grenzraum kann trotz Kontrolle, am besten vielleicht auch noch mit den grenznahen Staaten, durchgeführt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Meine Damen und Herren, Artikel 142 B-VG sieht vor, dass die umgangssprachlich als Ministeranklage bezeichnete Anklage vor dem Verfassungsgerichtshof wegen Gesetzesverletzung eines Beschlusses des Nationalrates bedarf. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Lassen Sie unabhängige Gerichte entscheiden! Oder fürchten Sie sich vor deren Entscheidung? (Abg. Schieder: Weder noch!) – Na dann, bitte: Stimmen Sie zu, und lassen Sie ein unabhängiges Gericht entscheiden! (Abg. Schieder: Weder … noch …!)
Abg. Schieder: Weder noch!
Meine Damen und Herren, Artikel 142 B-VG sieht vor, dass die umgangssprachlich als Ministeranklage bezeichnete Anklage vor dem Verfassungsgerichtshof wegen Gesetzesverletzung eines Beschlusses des Nationalrates bedarf. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Lassen Sie unabhängige Gerichte entscheiden! Oder fürchten Sie sich vor deren Entscheidung? (Abg. Schieder: Weder noch!) – Na dann, bitte: Stimmen Sie zu, und lassen Sie ein unabhängiges Gericht entscheiden! (Abg. Schieder: Weder … noch …!)
Abg. Schieder: Weder … noch …!
Meine Damen und Herren, Artikel 142 B-VG sieht vor, dass die umgangssprachlich als Ministeranklage bezeichnete Anklage vor dem Verfassungsgerichtshof wegen Gesetzesverletzung eines Beschlusses des Nationalrates bedarf. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Lassen Sie unabhängige Gerichte entscheiden! Oder fürchten Sie sich vor deren Entscheidung? (Abg. Schieder: Weder noch!) – Na dann, bitte: Stimmen Sie zu, und lassen Sie ein unabhängiges Gericht entscheiden! (Abg. Schieder: Weder … noch …!)
Beifall und Hö-Ruf bei der FPÖ sowie Beifall der Abg. Lintl.
Und wenn Sie mir nicht glauben, dass diese Vorgangsweise eine rechtliche Grundlage hat, dann glauben Sie vielleicht einem ehemaligen Dekan der Wiener Juridischen Fakultät, Professor Heinz Mayer, der zuletzt in der „ZiB 2“ vom 9. November wörtlich sagte: „Die Gesetze sind weiterhin in Kraft; sie werden von den Behörden nicht vollzogen, das ist rechtswidrig, keine Frage.“ (Beifall und Hö-Ruf bei der FPÖ sowie Beifall der Abg. Lintl.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl. – Zwischenruf bei der ÖVP.
Seien Sie sich noch eines gewahr: Auch wenn Sie hier heute dagegen stimmen – die Bevölkerung wird uns recht geben. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Lintl. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Stefan: Herabwürdigende Sprache …!
Punkt zwei: Herr Minister, Sie können sich glücklich schätzen. Sie haben heute zum Glück zwei extrem unappetitliche Debatten versäumt. Die eine war über das Thema Flüchtlinge, angezettelt von den Freiheitlichen und vom Team Stronach. (Abg. Stefan: Herabwürdigende Sprache …!) Ich frage mich manchmal, ob den Abgeordneten hier herinnen klar ist, dass Österreich die Europäische Menschenrechtskonvention unterschrieben hat. (Zwischenruf des Abg. Schrangl.)
Zwischenruf des Abg. Schrangl.
Punkt zwei: Herr Minister, Sie können sich glücklich schätzen. Sie haben heute zum Glück zwei extrem unappetitliche Debatten versäumt. Die eine war über das Thema Flüchtlinge, angezettelt von den Freiheitlichen und vom Team Stronach. (Abg. Stefan: Herabwürdigende Sprache …!) Ich frage mich manchmal, ob den Abgeordneten hier herinnen klar ist, dass Österreich die Europäische Menschenrechtskonvention unterschrieben hat. (Zwischenruf des Abg. Schrangl.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Mir ist heute klar geworden: Vielen von Ihnen ist nicht bekannt, dass seit 1958 auch in Österreich die Europäische Menschenrechtskonvention gilt. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Strache: Das ist jetzt aber antisemitisch! Diese antisemitischen Anspielungen …! – Zwischenruf des Abg. Schrangl
Ihnen ist glücklicherweise auch eine Dringliche Anfrage des Teams Stronach entgangen. Sie wissen, Franz Strohsack ist als prominenter Wirtschaftsflüchtling nach Kanada ausgewandert (Abg. Strache: Das ist jetzt aber antisemitisch! Diese antisemitischen Anspielungen …! – Zwischenruf des Abg. Schrangl), und trotzdem erdreistet sich das Team Stronach, eine Dringliche Anfrage zu machen, in der wieder das ganze Flüchtlingsthema breit auf und ab zelebriert wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Da sieht man, wie doppelbödig manche Parteien in diesem Hause sind.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ihnen ist glücklicherweise auch eine Dringliche Anfrage des Teams Stronach entgangen. Sie wissen, Franz Strohsack ist als prominenter Wirtschaftsflüchtling nach Kanada ausgewandert (Abg. Strache: Das ist jetzt aber antisemitisch! Diese antisemitischen Anspielungen …! – Zwischenruf des Abg. Schrangl), und trotzdem erdreistet sich das Team Stronach, eine Dringliche Anfrage zu machen, in der wieder das ganze Flüchtlingsthema breit auf und ab zelebriert wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Da sieht man, wie doppelbödig manche Parteien in diesem Hause sind.
Ruf: Na, Gott sei Dank! – Ruf bei der SPÖ: … Eisenbahn fahren, die Wirtschaftsflüchtlinge!
Jetzt komme ich aber zum Thema Eisenbahngesetz. (Ruf: Na, Gott sei Dank! – Ruf bei der SPÖ: … Eisenbahn fahren, die Wirtschaftsflüchtlinge!) – Das hat mit der Eisenbahn zu tun, weil glücklicherweise die ÖBB Flüchtlinge transportieren, und ich bin Herrn Vorstandsvorsitzendem Kern für seine Aussagen im Fernsehen dankbar; die waren klar und deutlich, und er hat gut begründet, wieso die ÖBB das machen – auch wenn die Freiheitlichen auch die ÖBB anklagen. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Jetzt komme ich aber zum Thema Eisenbahngesetz. (Ruf: Na, Gott sei Dank! – Ruf bei der SPÖ: … Eisenbahn fahren, die Wirtschaftsflüchtlinge!) – Das hat mit der Eisenbahn zu tun, weil glücklicherweise die ÖBB Flüchtlinge transportieren, und ich bin Herrn Vorstandsvorsitzendem Kern für seine Aussagen im Fernsehen dankbar; die waren klar und deutlich, und er hat gut begründet, wieso die ÖBB das machen – auch wenn die Freiheitlichen auch die ÖBB anklagen. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Das kennt er ganz sicher!
Herr Minister, jetzt muss ich Ihnen etwas zeigen: Das ist das österreichische Eisenbahngesetz (ein Schriftstück in die Höhe haltend): 178 Paragrafen auf 100 Seiten. (Ruf bei den Grünen: Das kennt er ganz sicher!) Das ist das schweizerische Eisenbahngesetz (ein weiteres Schriftstück in die Höhe haltend): Die haben 97 Paragrafen, eineinhalbzeilig, auf 70 Seiten. Man sieht also: viel Papier in Österreich, viel weniger Papier in der Schweiz. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Herr Minister, jetzt muss ich Ihnen etwas zeigen: Das ist das österreichische Eisenbahngesetz (ein Schriftstück in die Höhe haltend): 178 Paragrafen auf 100 Seiten. (Ruf bei den Grünen: Das kennt er ganz sicher!) Das ist das schweizerische Eisenbahngesetz (ein weiteres Schriftstück in die Höhe haltend): Die haben 97 Paragrafen, eineinhalbzeilig, auf 70 Seiten. Man sieht also: viel Papier in Österreich, viel weniger Papier in der Schweiz. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pock.
Daher, Herr Minister: Ich finde die Bemühung war da, es ist viel Text für relativ wenig Lösung. Aus all diesen Gründen sagen wir zu dieser Vorlage Nein. Ich kann Ihnen nur empfehlen: Machen Sie aus dem Bahnland Nummer 1 in der EU das Bahnland Nummer 1 in Europa, werden wir besser als die Schweiz! Das wäre mein Wunsch. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pock.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Im Konkreten, sehr geehrte Damen und Herren, fährt jede Österreicherin und jeder Österreicher um 45 Prozent mehr mit der Bahn als der Durchschnittseuropäer, und der Trend zum Bahnfahren geht weiter. Ein Grund dafür ist neben der bestens ausgebauten Infrastruktur sicher auch der überaus günstige Fahrpreis – auch gegenüber der Schweiz, Kollege Willi. Ein Zugkilometer kostet den Fahrgast in Österreich im Schnitt 5,9 Cent, im Vergleich dazu kostet der Kilometer im völlig liberalisierten Bahnverkehr in England im Schnitt 15,2 Cent – und das bei einem Bahnsystem, ich spreche von England, das bei den Themen Sicherheit, Pünktlichkeit und Kinderfreundlichkeit eher an ein Entwicklungsland erinnert. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, dass Österreich das Bahnfahrland Nummer eins in der EU geworden ist, ist das Resultat von gezielten Investitionen in die Infrastruktur und in die Schaffung von brauchbaren rechtlichen Rahmenbedingungen. Mit der heute zu beschließenden Novelle des Eisenbahngesetzes wird der integrale Taktfahrplan gesetzlich verankert und damit ein weiterer Schritt für die optimale Kundenorientierung der Bahn geschaffen – ein Schritt, der nur befürwortet werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abgeordneten Schmuckenschlager und Schönegger.
Wenn wir die Zeit ab 1955 hernehmen und schauen, wie viel wir von damals bis heute in die ÖBB investiert haben, dann sehen wir, das ist mehr als unsere gesamten Staatsschulden. Das heißt, man kann schon sagen: Gezielte Investitionen sind es nicht – zumindest nicht immer – gewesen. (Beifall der Abgeordneten Schmuckenschlager und Schönegger.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Schönegger: Das war jetzt Licht und Schatten!
Herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Schönegger: Das war jetzt Licht und Schatten!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Willi! Lieber Kollege Pock! Es gibt natürlich auch bei der vorliegenden Novelle das eine oder andere, wo man vielleicht noch besser hätte sein können, aber der vorliegende Entwurf ist für uns in Ordnung, weil eben – und ich betone das noch einmal – die EU-Kommission eingehend geprüft und ihren Sanctus gegeben hat. Es ist für mich schon sehr wichtig, dass wir uns da im Einklang mit den europäischen Partnern befinden. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Moser.
Momentan gewinnt man den Eindruck, der Regulator wird genau dann aktiv, wenn von außen ein Unternehmen kommt. Wenn sich, wie so oft, die Westbahn beschwert oder irgendwer anderer, dann wird der Regulator aktiv. Wenn Sie das mit anderen Regulatoren vergleichen, dann stellen Sie fest, die werden oft von Amts wegen tätig. (Zwischenruf der Abg. Moser.) Wenn das jetzt auch noch Frau Röhsler zusammenbringt, dann finde ich das Ganze klasse und dann bin auch ich glücklich. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Momentan gewinnt man den Eindruck, der Regulator wird genau dann aktiv, wenn von außen ein Unternehmen kommt. Wenn sich, wie so oft, die Westbahn beschwert oder irgendwer anderer, dann wird der Regulator aktiv. Wenn Sie das mit anderen Regulatoren vergleichen, dann stellen Sie fest, die werden oft von Amts wegen tätig. (Zwischenruf der Abg. Moser.) Wenn das jetzt auch noch Frau Röhsler zusammenbringt, dann finde ich das Ganze klasse und dann bin auch ich glücklich. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Moser: Brenner … investiert!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Es ist tatsächlich so, dass Österreich das Bahnfahrerland Nummer eins in der Europäischen Union geworden ist. Das ist deshalb möglich geworden, weil wir in eine Infrastruktur investieren, die den Menschen nützt, wo wir einerseits in die Schiene investieren, andererseits aber auch in die Fahrzeuge. Das bedeutet für die Menschen, schneller und mit einem wesentlich besseren Service an den gewünschten Ort zu kommen. (Abg. Moser: Brenner … investiert!)
Abg. Moser: … Mühlkreisbahn … Linz!
Wir haben es geschafft, zwischen Salzburg und Wien in 2 Stunden und 22 Minuten zu verkehren. Das ist, glaube ich, eine gute Konkurrenz zum Kraftfahrzeug auf der Autobahn – das ist in Wirklichkeit die Konkurrenz der ÖBB. Wir haben es auch geschafft, dass viele Menschen ihren täglichen Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Für uns ist es ganz wichtig, dass diese Menschen gute Verbindungen auch in der Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln haben, zum Beispiel mit dem Bus und der Bahn. (Abg. Moser: … Mühlkreisbahn … Linz!) Das bewirkt, dass die Gesamtwege kürzer werden, und daher haben wir den integralen Taktfahrplan vereinbart und ins Gesetz geschrieben.
Beifall bei der SPÖ.
Für mich ist erstens ganz entscheidend, dass wir guten Service für die Personen anbieten, für die Menschen, die das nutzen werden. Zweitens ist mir – und das unterscheidet uns von der SCHIG – bei der Kontrolle oder bei der Marktordnung wichtig, dass die nicht für die Verkehrssicherheit zuständig ist, und nur in dem Feld, wo es eine Verkehrssicherheitsfrage gibt, kann das Ministerium auch einschreiten. Die marktorientierten Aufgaben liegen beim Regulator. Das ist gut so, und das ist auch in diesem Gesetz vorgesehen. Ich ersuche um Ihre Unterstützung für dieses Gesetz! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Ich glaube, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, und möchte alle bitten, dem einfach zuzustimmen. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Asdin El Habbassi und die Kollegin Abgeordnete Katharina Kucharowits haben dazu bereits im April einen Entschließungsantrag eingebracht. Meine Bitte ist an Sie als Minister für den öffentlichen Verkehr, der natürlich auch immer wieder in Gesprächen mit den Verkehrsverbünden ist: Bitte setzen Sie sich auch dafür ein, dass es ein tarifliches Angebot für Studierende im Sinne der Leistbarkeit der Mobilität des öffentlichen Verkehrs gibt! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich darf Sie um Ihre Zustimmung zu dieser Novelle ersuchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Moser überreicht Bundesminister Stöger das angesprochene Schreiben.
Wir können Ihren Vorschlägen aus qualitativer Sicht daher nicht zustimmen. Sie müssen wieder ans Werk gehen, Herr Minister! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Moser überreicht Bundesminister Stöger das angesprochene Schreiben.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zu etwas kommen, was ich jetzt ganz merkwürdig finde von Ihnen. Sie fragen: Warum stehen Sie nicht auf der Seite der Kundinnen und Kunden? Haben Sie verfolgt, was in den Medien gestanden ist und was einige Telekom-Anbieter gesagt haben? – Dass wir aus dieser Kostensenkungsrichtlinie eine Konsumentenschutzrichtlinie gemacht haben, dass es eine ganz massive Verbesserung für die Konsumentinnen und Konsumenten gibt! Das widerspricht ja völlig dem, was Sie sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da geht es, glaube ich, auch um Chancengleichheit gerade für den ländlichen Raum, und das ist eine ganz, ganz wichtige Grundlage, die wir gemeinsam umgesetzt haben. Da kann man durchaus kritisch sein, aber Ihre Kritik geht, glaube ich, einfach zu weit, und das ist nicht fair, gerade bei diesem wichtigen Zukunftsthema. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Ich bitte um Ihre Zustimmung. Sie haben noch einmal die Chance, es sich zu überlegen und mitzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte mich aber trotzdem auch für die wertschätzende, konstruktive Zusammenarbeit bedanken, weil mir das auch persönlich wichtig ist, und ich freue mich, wenn wir das auch in Zukunft so handhaben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe auf Ihre Unterstützung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kucher.
Ich habe es vorhin erwähnt: Es war ein guter Ansatz, das zu machen, und ich würde mir wünschen, man kommuniziert das auch an die Kommunen weiter, aber, Herr Bundesminister – und da nehmen wir Freiheitliche Sie schon beim Wort –, wenn Förderungen von 40 Millionen € ausgeschüttet werden, ergibt das im Hinblick auf die Breitbandmilliarde noch eine Differenz von 960 Millionen – ich bin gespannt, welche Schritte in weiterer Folge gesetzt werden. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kucher.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist ein neues Angebot, das wir ermöglicht haben. Es gibt einen zusätzlichen Universaldienst, und insofern haben wir das umgesetzt, aber ich kann Ihnen versichern, der Liebesbrief muss am nächsten Tag ankommen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regierungsvorlage schafft eine gesetzliche Grundlage für die Gewährung von Investitionszuschüssen an die Kommunen und unterstützt damit das Breitbandförderprogramm der Regierung. Damit kommen wir unserem Ziel, ein Hochleistungsinternet 2020 zu erreichen, näher. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
nungen verschicken, oder für Gemeinden. Wie auch immer, ich kann mir nicht vorstellen, was da wirklich ernsthaft dagegen sprechen kann. Vielleicht schauen Sie es sich noch einmal an und können dem dann mit gutem Gewissen zustimmen! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die vorliegende Gesetzesnovelle leistet einen Beitrag zur Kostensenkung beim Breitbandausbau – für mich eine wichtige und richtige Maßnahme, den Ausbau voranzutreiben. Daher begrüße ich natürlich die heutige Beschlussfassung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Breitband ist wahrscheinlich für die Zukunft die wesentlichste Infrastruktur, die wir in unseren Lebensräumen haben können, um einerseits die Welt ins Dorf zu bringen und andererseits unsere Leistungen, unsere Ideen, unsere Landschaft in die Welt hinauszutragen, und zwar in Sekundenschnelle. Wir brauchen diesen Highspeed-Datenway überall in Österreich, wo wir zu Hause sind. Herr Bundesminister, das, glaube ich, muss wirklich unteilbar für jeden Bürger in Österreich möglich und nutzbar sein, denn gerade die ländlichen Regionen brauchen Arbeitsplätze, brauchen Beschäftigung, brauchen Einkommen und brauchen Kaufkraft. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und das ist nur möglich, wenn wir Breitband dort hinbringen, wo es hingehört, nämlich in jeden Teil Österreichs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Alles in allem bin ich davon überzeugt, dass, wenn die Tests weiter so verlaufen, auch der Termin 2018 halten kann, und ich hoffe, dass das auch so funktioniert. Glück auf! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist natürlich jetzt auch schon den Herstellern erlaubt, ein Warnsignal einzubauen, und die Experten berichten uns auch, dass das bei den Elektrofahrzeugen durchaus schon der Fall ist. Aber es wird ohnehin gesetzlich vorgeschrieben werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gisela Wurm: Doch, doch! Ich höre zu, lieber Georg!
Ich will, dass sich da unmittelbar vor der Klimakonferenz in Paris etwas ändert. (Unruhe bei der SPÖ.) – Die SPÖ scheint es nicht zu interessieren, die hat wichtigere interne Beratungen. (Abg. Gisela Wurm: Doch, doch! Ich höre zu, lieber Georg!)
Abg. Schieder – in Anspielung auf die nicht im Saal anwesende Abg. Glawischnig-Piesczek –: Aber man muss betonen: im Gegensatz zur Frau Glawischnig, die ja „toll“ zuhört! – Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Also das ist der Punkt: Kurz vor der Klimakonferenz in Paris – obwohl der Umweltminister gesagt hat, wir müssen etwas tun, das Dieselprivileg ist nicht aufrechtzuerhalten – hat die SPÖ Wichtigeres zu tun. Ich nehme das zur Kenntnis, stelle aber trotzdem … (Abg. Schieder – in Anspielung auf die nicht im Saal anwesende Abg. Glawischnig-Piesczek –: Aber man muss betonen: im Gegensatz zur Frau Glawischnig, die ja „toll“ zuhört! – Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, es ist Zeit, dieses Zeichen, wenigstens dieses eine wichtige Zeichen vor der Klimakonferenz in Paris zu setzen, und bitte Sie um Zustimmung. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Es gibt zwar eine, die jetzt im Fokus steht, aber ich glaube, dass auch andere keine ganz weiße Weste haben, vor allem, wenn man den verschiedenen Studien zum Beispiel des Umweltbundesamtes glaubt, das alle Autos geprüft und getestet hat, die in Österreich in größerer Zahl in Verwendung sind. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das einzige Positive an diesem Skandal ist, dass so ein Skandal bewirkt, dass sich viele Menschen große Gedanken machen und es in Zukunft hoffentlich nicht mehr passieren kann, dass vorsätzlich Verbraucher und Regierungen betrogen und geschädigt werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe mich schon richtig gefreut auf diese Tagesordnungspunkte (Heiterkeit), weil es mir ein großes Anliegen ist, was hier umgesetzt wird. Aber der Reihe nach.
Beifall beim Team Stronach.
Ich habe dem Herrn Minister im Ausschuss gesagt, er entwickelt sich langsam zu meinem Lieblingsminister, weil er viele Initialzündungen von uns übernimmt und umsetzt, und das ist eine positive Sache. Danke, Herr Minister, dass Sie hier den richtigen Schritt gesetzt haben. Ich freue mich sehr. (Beifall beim Team Stronach.)
Ruf bei der SPÖ: Wer?
Ich habe immer ein Lkw-Überholverbot auf zweispurigen Autobahnen gefordert. Das hat man mir immer abgelehnt. (Ruf bei der SPÖ: Wer?) Ja, die Regierungsparteien! Nicht schreien, Sie wissen es selber! Wenn Sie wissen, wofür Sie abgestimmt haben, Herr Kollege. Aber vielleicht wissen Sie das nicht.
Abg. Walser: … Schutz der Bevölkerung!
Und weil wir gerade bei der Vignette waren: Für die Vignette zahle ich ein schönes Geld, damit ich auf der Autobahn schnell und flott vorwärtskomme. (Abg. Walser: … Schutz der Bevölkerung!) Und die Länder verhindern das, indem sie oft mutwillig Maßnahmen setzen – und das haben wir ja aufgedeckt damals vor dem Nationalratswahlkampf 2013, wo in Tirol angeblich die Messstationen technische Defekte gehabt haben, wo viele, viele Strafen, Tausende von Strafen wieder zurückgezahlt werden mussten, weil sie fälschlich eingehoben worden sind.
Beifall beim Team Stronach.
Deshalb kann ich Sie nur ersuchen: Stimmen Sie unserem Antrag zu! Diese Angelegenheit gehört in Bundeskompetenz, um nicht parteipolitische Verkehrsbehinderungen zu fördern. Deswegen kann ich Sie nur ersuchen: Stimmen Sie unseren Anträgen zu! Wir sind auf der richtigen Schiene, und die Bürger im Land draußen sehen das genauso, und die unterstützen uns. Und wenn Sie uns nicht unterstützen, dann wird irgendwann der Herr Bundesminister draufkommen, dass das eine gute Idee des Teams Stronach ist, und er wird diese Idee auch übernehmen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei den NEOS.
Und beim Team Stronach haben wir uns redlichst Mühe gegeben, können aber auch keinen Antrag finden, dem wir zustimmen können. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieser Skandal ist als Chance für bessere Antriebssysteme zu nutzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Beim Antrag des Kollegen Willi, bei dem es um den Abgasskandal geht, war mir völlig klar, dass das in Wirklichkeit nur ein Vehikel der Grünen ist, um Kohle von der Melkkuh der Nation, vom Autofahrer, zu bekommen und damit grüne Umweltpolitik zu finanzieren. Das war, Kollege Willi, ganz offensichtlich. Deshalb werden wir diesem Antrag, der in Wirklichkeit den Konsumenten und der Wirtschaft schadet, nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend zur Mindestgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern auf der Autobahn: Kollege Hagen, wir werden diesen Antrag nicht unterstützen. Ich verstehe auch da die Intention des Antrages: Man soll diese Lastwagenrennen verhindern. Aber trotzdem halte ich es für gefährlich, dass man – und ich glaube, es gab vorhin einen Zwischenruf vonseiten der SPÖ – hier sozusagen im dichten Nebel oder bei Schneetreiben 110 Stundenkilometer verordnet. Ich glaube, das ist noch nicht ganz fertiggedacht worden. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden von unserer Seite dem Antrag nicht nähertreten und ihn ablehnen. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Herr Kollege, ich denke, wir sollten nicht nur über den Schadstoffausstoß reden, sondern vielmehr auch darüber, was in den Tank hineinkommt. Wir haben heute schon darüber gesprochen, dass wir mit dem österreichischen Biodiesel 13 000 Hektar Regenwald verfahren. Ich glaube, auch da ist zu hinterfragen, ob diese Schlagwörter das halten, was sie versprechen. Und auch der Einsatz alternativer Energien bis hin zur Wasserstofftechnologie, beziehungsweise die Forschung in diesem Bereich, ist zu überlegen. Ich denke, da muss weiterhin geforscht werden und da muss man schauen, dass Lobbyismus hintangehalten wird. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Gerade im Sinne der Sicherheit unserer Jugend bitte ich um Unterstützung dieses Antrages. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Man muss aber sagen, mittlerweile sind schon einige Modelle damit ausgestattet, und es gibt auch eine EU-Verordnung, die jetzt auch noch einmal überarbeitet wird, sodass da der notwendige Schutz für alle Verkehrsteilnehmer gegeben ist. Ich hoffe, dass sich diese Technologie auch noch weiter durchsetzt, denn nur so werden wir Luftgüte und Probleme, die wir bei den Kraftstoffmotoren haben, lösen können – und nicht mit der einen oder anderen Steuerschraube, ob es nun Diesel oder Benzin betrifft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht sollte uns der Tod dieser beiden großen Europäer auch eine Mahnung sein, dass Politik weniger in gesetzgeberischem Aktionismus, wie in diesem Punkt, besteht, sondern vielmehr darin, dass wir – auch angesichts der Situation an den EU-Außengrenzen – den Fokus auf eine verstärkte Sicherheitspolitik legen und an die Verteidigung von Demokratie und Freiheit denken sollten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Gibt’s einen Inhalt oder nicht?
Im Grunde ist es, das muss ich ganz ehrlich sagen, eine Schande, dass man keine bildungspolitische Debatte führen möchte und alle 16 Initiativen der Oppositionsparteien ausgesetzt hat, nur eben eine Initiative aufgrund einer Panne nicht aussetzen konnte, weshalb wir jetzt noch diesen Punkt auf der Tagesordnung haben. (Abg. Schieder: Gibt’s einen Inhalt oder nicht?)
Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie etwas zum Thema!
Wir haben das, glaube ich, zu Recht bemängelt, dass man seitens der Regierung über eine Bildungsreform keine Debatte führen möchte, anstatt eine Debatte im Ausschuss auch mit der Opposition und eine Debatte hier im Nationalratsplenum mit uns allen zu führen, nachdem wir die letzten Jahre Pleiten, Pech und Pannen genug und zuhauf erlebt haben. Das ist doch wirklich eine Schande! (Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie etwas zum Thema!) Das ist kein gutes Zeugnis. Sie wollen diese Debatte nicht führen! Wir wollen sie führen und haben 16 Initiativen eingebracht, die Sie alle aussetzen wollten. (Zwischenrufe des Abg. Mayer.)
Zwischenrufe des Abg. Mayer.
Wir haben das, glaube ich, zu Recht bemängelt, dass man seitens der Regierung über eine Bildungsreform keine Debatte führen möchte, anstatt eine Debatte im Ausschuss auch mit der Opposition und eine Debatte hier im Nationalratsplenum mit uns allen zu führen, nachdem wir die letzten Jahre Pleiten, Pech und Pannen genug und zuhauf erlebt haben. Das ist doch wirklich eine Schande! (Ruf bei der SPÖ: Sagen Sie etwas zum Thema!) Das ist kein gutes Zeugnis. Sie wollen diese Debatte nicht führen! Wir wollen sie führen und haben 16 Initiativen eingebracht, die Sie alle aussetzen wollten. (Zwischenrufe des Abg. Mayer.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie etwas zu sagen haben, Herr Kollege Elmar Mayer, melden Sie sich zu Wort und kommen Sie hier heraus, aber stehlen Sie mir nicht mit Ihren Zwischenrufen meine kostbare Redezeit, die ich sowieso nicht ausreichend zur Verfügung habe! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kommen Sie heraus, führen Sie die Debatte, aber seien Sie nicht so feig! Sie wollten ja gar keine Debatte führen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Fekter.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Fekter.
Wenn Sie etwas zu sagen haben, Herr Kollege Elmar Mayer, melden Sie sich zu Wort und kommen Sie hier heraus, aber stehlen Sie mir nicht mit Ihren Zwischenrufen meine kostbare Redezeit, die ich sowieso nicht ausreichend zur Verfügung habe! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kommen Sie heraus, führen Sie die Debatte, aber seien Sie nicht so feig! Sie wollten ja gar keine Debatte führen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Fekter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jetzt noch kurz zum Punkt modulare Oberstufe; das ist ein interessantes Thema. Sie wissen, ich bin studierter Wirtschaftspädagoge, war bei der Einführung dieses Modells in der Schule tätig, habe damit meine persönlichen Erfahrungen gemacht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das war nicht uninteressant, muss man ganz ehrlich sagen. Bei diesem System müssen jedoch die Klassenverbände aufgelöst werden – aber das ist vollkommen normal –, weil eben Kurse angeboten werden müssen. Und diese Kurse werden, wie auf der Universität, wahlweise von den Schülern konsumiert, um ihre abschließenden Prüfungen machen zu können.
Rufe: Redezeit!
Schauen wir, was bei der Bildungsreform überhaupt präsentiert wird. (Rufe: Redezeit!) Wir sind grundsätzlich nicht gegen diese Modularisierung des Schulsystems (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), aber es sind diesbezüglich natürlich noch einige Rahmenbedingungen zu klären. (Rufe: Redezeit!)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Schauen wir, was bei der Bildungsreform überhaupt präsentiert wird. (Rufe: Redezeit!) Wir sind grundsätzlich nicht gegen diese Modularisierung des Schulsystems (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), aber es sind diesbezüglich natürlich noch einige Rahmenbedingungen zu klären. (Rufe: Redezeit!)
Rufe: Redezeit!
Schauen wir, was bei der Bildungsreform überhaupt präsentiert wird. (Rufe: Redezeit!) Wir sind grundsätzlich nicht gegen diese Modularisierung des Schulsystems (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), aber es sind diesbezüglich natürlich noch einige Rahmenbedingungen zu klären. (Rufe: Redezeit!)
Oje-Rufe.
Präsident Karlheinz Kopf: Die Gesamtredezeit Ihrer Fraktion ist abgelaufen. Schlusssatz bitte! (Oje-Rufe.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (fortsetzend): Mein Schlusssatz: Ihnen wäre es also beinahe gelungen, keine bildungspolitische Debatte hier im Hohen Haus zu führen; aber eben nur beinahe. Ein bisschen etwas können wir doch diskutieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Hauser, Sie haben zwar lange geredet, weit über Ihre Redezeit hinaus, aber zum Tagesordnungspunkt haben Sie nicht viel gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Walter Rosenkranz: Schauen wir uns einmal den 17. an, mein lieber Schwan!
Es ist sehr, sehr schade, dass Sie Ihre Redezeit so unnütz verstreichen haben lassen. Gerne diskutieren wir mit Ihnen, gerade auch über die neue Oberstufe. Diese hat einen Modernisierungsschub gebracht, hat unser Schulsystem weiter modernisiert. Das bemerken hoffentlich auch jene, die geradezu gebetsmühlenartig darüber lamentieren, dass angeblich im Bildungssystem nichts weitergehe. (Abg. Walter Rosenkranz: Schauen wir uns einmal den 17. an, mein lieber Schwan!) Also das stimmt absolut nicht.
Beifall bei der SPÖ.
Und gerne diskutieren wir auch mit Ihnen im Ausschuss darüber, genauso wie auch über die Anträge, die jetzt sozusagen am letzten Drücker noch hereingekommen sind. Jetzt aber fehlt mir dazu leider die Redezeit. – Einen schönen Abend wünsche ich noch! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Frau Ministerin! Zum Abschluss: Ich wünsche Ihnen wirklich von Herzen alles Gute für den Dienstag. Ich wünsche Ihnen Erfolg, es wäre ein Erfolg für die österreichischen Kinder, für die Jugendlichen, es wäre ein Erfolg für die gesamte Republik. Wir sind in der Verantwortung und wir alle sind gefordert, diese Schulreform über die Bühne zu bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Walser: Dann haben sich deine Vorstellungen aber nicht niedergeschlagen! – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Jank dürfte es schon kennen!
Diskussionsmöglichkeiten über die Ergebnisse der Beratungen auf der Regierungsebene zur Änderung unseres Schulwesens wird es noch ausreichend geben und geben müssen, und zwar auf Basis des Reformpapiers, das ein gutes werden wird. Und daher auch danke an all jene, die hier mitgearbeitet haben. Und danke für die guten Wünsche, die im Voraus schon ausgesprochen wurden. (Abg. Walser: Dann haben sich deine Vorstellungen aber nicht niedergeschlagen! – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Jank dürfte es schon kennen!) – Na ja, ich gehe einmal davon aus, dass vielleicht auch andere hier im Hause schon etwas wissen. Bestimmten Medienmeldungen konnte man ja entnehmen, dass deine Fraktion, lieber Kollege Walser, vielleicht doch auch schon etwas weiß.
Beifall bei der ÖVP.
Und zur Senkung der Drop-out-Quoten: Es wird etliche Gründe für einen Schulabbruch geben. Die wichtigste Gegenmaßnahme scheint mir aber doch eine ordentliche Berufsorientierung zu sein, und an deren Umsetzung arbeiten wir auch zurzeit. Die ist im Laufen, in der siebenten und achten Schulstufe. Denn dann sind die Schüler schon weiter im Wissen darüber, was sie machen möchten. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Erfolge in den nächsten Jahren ablesen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Geisterstunde!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Bürgerinnen und Bürger! Bald Schlag Mitternacht (Abg. Schieder: Geisterstunde!), wir widmen uns der Bildung – so viel zu den Prioritäten der Regierungsparteien hier im Hohen Haus.
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Ich hoffe, das gelingt uns. Wenn es uns am 17. November nicht gelingt, dann gibt es noch die Chance, dass zumindest Rot-Grün das in Wien versucht. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS.
Ich bitte um Unterstützung. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Aufgrund der soeben angeführten Punkte lehnen wir den Antrag ab. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein scharfer Semesterschnitt schon in der neunten Schulstufe, wie es die Grünen fordern, ist einfach abzulehnen. Diese abrupte Umstellung hätte, wie auch meine Kollegin schon gesagt hat, negative Auswirkungen auf die Schüler. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Walser: Du musst nur zustimmen!
damals auch darüber diskutiert. (Abg. Walser: Du musst nur zustimmen!) – Nein, ich kann nicht zustimmen, denn es gibt einen Antrag, der ein bisschen mehr aussagt. Lieber Kollege Walser, du weißt, dass dein Antrag mehr aussagt als das.
Abg. Walser: Das war kein Schulversuch, sondern die Regel!
Trotzdem, es sind einige Gründe hier auch genannt worden. Und ich möchte gerne auf zwei Dinge eingehen, die auch im Antrag vorkommen. Zum einen: Es wird vom Schulschiff gesprochen, also von der Bertha-von-Suttner-Schule, die nämlich bereits im Jahr 2009, ganz offen gesprochen, diesen Schulversuch mit der modularen Oberstufe beendet hat. (Abg. Walser: Das war kein Schulversuch, sondern die Regel!)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz zum Schluss noch zu dem Antrag betreffend geflüchtete Kinder und Jugendliche: Wir haben ja auch im Ausschuss über dieses Thema gesprochen, und ich muss ehrlich sagen: Eine ernsthafte Auseinandersetzung wäre für mich wirklich davor wünschenswert gewesen. Ich habe diesen Antrag aber erst kurz davor bekommen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung wäre aber notwendig gewesen, um wirklich auch einen gescheiten Zugang zu haben, nämlich Bildung für alle Kinder zu ermöglichen. Ich hätte mir, ehrlich gesagt – ich kann mir wünschen, was ich möchte, das weiß ich schon –, eine Diskussion vorab gewünscht und nicht nur den Antrag, der in der Antragsmappe liegt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)