Eckdaten:
Für die 27. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 615 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Großruck: Als was denn sonst?
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Eine persönliche Frage an Sie, auch als Mensch. (Abg. Großruck: Als was denn sonst?) Jetzt hat der türkische Außenminister, wie zitiert, noch einmal klargestellt, dass er nicht an einer privilegierten Partnerschaft interessiert ist, sondern die Vollmitgliedschaft wünscht und davon keine Abstriche machen wird.
Abg. Mag. Stadler: Aber du kannst es machen!
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich darf das auch noch einmal konkret erläutern. Wenn jemand eine Initiative setzen will, ist er frei, eine solche Initiative zu setzen. Es gibt aber keine solche Initiative (Abg. Mag. Stadler: Aber du kannst es machen!), weder von Frankreich noch von Deutschland. Ich darf daher darauf verweisen, dass ein Abbruch der Verhandlungen auch eines einstimmigen Beschlusses bedürfte. Offensichtlich wissen alle, die so etwas vielleicht gedanklich vorhaben, dass eine solche Einstimmigkeit auch nicht zustande kommen würde.
Beifall bei der ÖVP.
Was ich aber auf der anderen Seite nicht aufgeben kann, ist die Betreuung in diesen Staaten der Europäischen Union, denn viele Auslandsösterreicher wohnen genau in diesen Ländern. In Deutschland leben etwa 280 000 Österreicher. Ich kann daher dort nicht Generalkonsulate oder Botschaften schließen. Wir brauchen auf der anderen Seite auch eine Betreuung für Österreicher, die in diese Länder auf Urlaub fahren. Das sind eben sehr oft die Mittelmeeranrainerstaaten, die Mitglieder der Europäischen Union sind, und auch dort bedarf es der Unterstützung von Österreichern, die ein Problem haben, weil ihnen das Auto gestohlen wurde, sie den Reisepass nicht mehr haben oder sie kein Geld mehr haben, weil es ihnen gestohlen wurde. Darum darf ich auch nicht davon ausgehen, dass wir diese Länder aus dem Fokus lassen. Und daher bleiben wir auch in der Europäischen Union vertreten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich darf auch auf eines noch verweisen, weil Sie das offenbar anders sehen: Wir haben auch ein außenpolitisches Interesse, in den anderen Mitgliedsländern der Union vertreten zu sein, denn viele unserer Interessen, die wir in Europa durchbringen wollen, bedürfen der Unterstützung durch unsere Botschaften in den Mitgliedsländern, in den nationalen Regierungen. Das ist uns auch gelungen. Zum Beispiel beim Verbot betreffend Maisanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen haben wir nur dadurch, dass wir entsprechendes Lobbying gemacht haben, erreichen können, dass dieses Verbot tatsächlich aufrechterhalten wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich darf gleich vorweg feststellen: Wir haben keine Diplomaten im Ausland, deren Zweck es ist, Champagner zu trinken und bei Empfängen dabei zu sein, sondern wir haben Diplomaten im Ausland, die österreichische Interessen vertreten. Das ist gut und richtig so, und dazu stehe ich auch. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Worauf wir uns einzustellen haben, ist, dass es heute viel stärker darauf ankommt, im Miteinander in bestimmten Regionen der Welt auch gemeinsame Ziele zu verfolgen. Das betrifft alle Botschaften der Europäischen Union, auch die österreichische. Das hat sich sehr stark gewandelt, auch gegenüber den letzten Jahren. Heute ist es sehr stark notwendig, dass man sehr rasch nach einer Entscheidung interveniert. Etwa bei diesen Fragen rund um die Finanzkrise, wo auch Österreich in Mitleidenschaft gezogen wurde, haben unsere Botschaften hervorragende Dienste geleistet, nämlich sofort einen Gegenpol zu setzen, aufzuklären, in die Ministerien der anderen Länder zu gehen und zu zeigen, dass Österreich kein Bananenstaat ist, sondern, ganz im Gegenteil, ein ausgezeichneter Finanzplatz, der eine gute Struktur hat und auch in der Zukunft verlässlicher Partner sein wird. Und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir glauben aber insgesamt, dass wir Serbien ermutigen müssen auf diesem Weg in Richtung Europa, denn auch dort gibt es Kräfte, die diese europäische Annäherung nicht sehen, aber wir wollen diejenigen sein, die die Pro-Europa-Kräfte unterstützen, damit Serbien auch irgendwann einmal Mitglied der Europäischen Union sein kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das war ein lang gehegtes Vorhaben, und da hat Österreich vor allem auch mit unserem Botschafter Postl, der im Iran eine ausgezeichnete Arbeit geleistet hat und bei dem ich mich ausdrücklich bedanken möchte, auch ein positives Zeichen gesetzt, nämlich dass diese Ausreise möglich war und dass wir das auch in einer Art und Weise durchgeführt haben, wo nicht im Zentrum stand, dass wir einen großen Erfolg gelandet haben, sondern dass die betroffene Person in Freiheit gelangt ist, und das war wichtig für uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Bitte, bitte! – Abg. Großruck: Frage!
Abgeordneter DDr. Werner Königshofer (FPÖ): Herr Bundesminister, die Präsidentenwahlen im Iran sind gelaufen. Ein Ergebnis liegt vor. Ich warne jedoch ausdrücklich davor, voreilig dem Iran, den iranischen Behörden und der iranischen Regierung Wahlbetrug und Wahlverfälschung vorzuwerfen, bevor nicht handfeste Beweismittel vorliegen. Wir haben das auch im Jahr 2000 bei den USA nicht so gehandhabt, obwohl in Florida massive Hin- und Herverschiebungen von Stimmen stattgefunden haben, bis der Präsident dann letztendlich ermittelt wurde. (Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Bitte, bitte! – Abg. Großruck: Frage!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, ich glaube, in Bezug auf den Iran sollten wir Zukunftsfragen stellen, und zwar in der Richtung, welche wirtschaftspolitischen und energiepolitischen Fragen und Probleme in Hinkunft anstehen, die von der Republik Österreich einerseits und von der Islamischen Republik Iran andererseits besprochen und einer Lösung zugeführt werden sollen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrte Herr Abgeordneter, ich darf zunächst noch einmal festhalten: Wenn jetzt so massive Vorwürfe in Richtung Wahlbetrug im Raum stehen, muss man dem schon nachgehen, und da darf man nicht darüber hinwegsehen, denn demokratiepolitische Grundsätze müssen von allen Ländern eingehalten werden – auch vom Iran, darauf werden wir bestehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Türkei nein, Iran ja, das ist die Meinung der FPÖ!
worden, und wir werden sehen, wie das weitergeht. Im Augenblick sehe ich aber keine Möglichkeit, mit dem Iran Verträge abzuschließen, denn bei diesen Grundfragen, die nicht geklärt sind, wäre es jetzt auch ein falsches Signal, sich mit dem Iran auf eine inhaltliche Kooperation in Richtung Energie einzulassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Türkei nein, Iran ja, das ist die Meinung der FPÖ!)
Beifall bei der ÖVP.
Der nächste Schritt wird dann sein, dass wir uns gemeinsam in diese Regionen begeben, um dort vor Ort einen Konnex zwischen österreichischen Interessen – bezogen auf Wirtschaft und Kultur – und den Betroffenen in dieser Region herzustellen, und ich stehe dem sehr positiv gegenüber. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja nicht schlecht!
fach auch einen neuen Schwerpunkt setzen wollen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ja nicht schlecht!) Bei Ministerin Ferrero-Waldner war es damals die regionale Partnerschaft. Dann entstand, gegen Ende des letzten Jahres, der Eindruck, dass Georgien beziehungsweise die Region des Kaukasuskonfliktes – auch wegen des Projektes „Nabucco“-Pipeline – vielleicht ein neuer Schwerpunkt werden sollte. Sie haben selbst entschieden, dass es in Aserbaidschan, in Baku, eine neue Botschaft geben soll.
Beifall bei der ÖVP.
Ich lege aber auch Wert darauf und möchte betonen, dass der Balkan und die regionale Partnerschaft unsere Ziele bleiben – die Entscheidung dazu haben wir in der Vergangenheit getroffen. Diese Ziele verfolgen wir, aber sie werden irgendwann erreicht sein, und wir brauchen einen nächsten Schritt. Außenpolitik ist dazu da, auch langfristig Schwerpunkte zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall für den auf der Galerie sitzenden deutschen Botschafter Dr. Westdickenberg.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, zunächst darf ich darauf verweisen, dass wir da mit Deutschland an einem Strang ziehen. Ich habe mit dem deutschen Außenminister nicht nur darüber geredet, wir haben auch in schriftlicher Form volle Unterstützung für die Donauraumstrategie, und ich freue mich, dass der Herr Botschafter heute da ist, der das sicherlich bestätigen kann. (Beifall für den auf der Galerie sitzenden deutschen Botschafter Dr. Westdickenberg.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich bedanke mich beim Herrn Bundesminister. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Abg. Öllinger: Bitte!
Ich möchte noch einmal auf die semantische Entwicklung des Begriffs „Gender“ eingehen (Abg. Öllinger: Bitte!), weil viele überhaupt nicht wissen, was Gender Mainstreaming heißt. (Abg. Mag. Schwentner: Sie wissen’s nicht!) Man hat absichtlich ein englisches Wort – „Gender“ – gewählt, einen Begriff aus der Linguistik, der die drei grammatikalischen Klassen „männlich“, „weiblich“, „sächlich“ bezeichnet. Man hat gedacht – als man begonnen hat, die Situation zu diskutieren, also bereits in den sechziger Jahren und noch früher –, dass man damit ein Instrument gefunden hat, um das biologische Geschlecht vom anerzogenen Geschlecht unterscheiden zu können.
Abg. Mag. Schwentner: Sie wissen’s nicht!
Ich möchte noch einmal auf die semantische Entwicklung des Begriffs „Gender“ eingehen (Abg. Öllinger: Bitte!), weil viele überhaupt nicht wissen, was Gender Mainstreaming heißt. (Abg. Mag. Schwentner: Sie wissen’s nicht!) Man hat absichtlich ein englisches Wort – „Gender“ – gewählt, einen Begriff aus der Linguistik, der die drei grammatikalischen Klassen „männlich“, „weiblich“, „sächlich“ bezeichnet. Man hat gedacht – als man begonnen hat, die Situation zu diskutieren, also bereits in den sechziger Jahren und noch früher –, dass man damit ein Instrument gefunden hat, um das biologische Geschlecht vom anerzogenen Geschlecht unterscheiden zu können.
Beifall bei der FPÖ.
Unserer Meinung nach gilt es, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern anzuerkennen, ohne davon Rechte und Privilegien abzuleiten. (Beifall bei der FPÖ.) Es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die jedoch nicht zu einer Begründung von Positionen, Privilegien und Hierarchien missbraucht werden dürfen. (Abg. Öllinger: Mars und Venus!)
Abg. Öllinger: Mars und Venus!
Unserer Meinung nach gilt es, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern anzuerkennen, ohne davon Rechte und Privilegien abzuleiten. (Beifall bei der FPÖ.) Es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die jedoch nicht zu einer Begründung von Positionen, Privilegien und Hierarchien missbraucht werden dürfen. (Abg. Öllinger: Mars und Venus!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind der Meinung, dass Mädchen und Buben auch das männliche Vorbild notwendig haben – bei der Erziehung und auch im Unterricht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Aber nicht in der Volksschule! Lehrerinnen!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Kollegin Unterreiner! Sie haben darauf hingewiesen, dass besonderes Augenmerk auf die Benachteiligung von Burschen zu legen wäre. – Selbstverständlich: Gleichbehandlung muss das Ziel sein, nur: Es ist leider nach wie vor so, dass vor allen Dingen die Frauen in unserer Gesellschaft die benachteiligteren Rollen haben! (Abg. Dr. Fichtenbauer: Aber nicht in der Volksschule! Lehrerinnen!) Herr Dr. Fichtenbauer, glauben Sie mir das! Es ist nach wie vor so, dass Frauen größere Nachteile in unserer Gesellschaft haben.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir alle sind gefordert! Der Gleichbehandlungsbericht zeigt uns, Österreich ist gut – aber nichts soll uns daran hindern, noch besser zu werden! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Carmen Gartelgruber (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Es ist völlig inakzeptabel, dass wir in Österreich noch immer so eine große Einkommensschere vorfinden, wird die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Nationalratspräsidentin Barbara Prammer nicht müde, uns zu erklären; so erst kürzlich im Rahmen des 16. ÖGB-Frauenkongresses. Sie nennt die verteufelte Teilzeit als einen der Hauptgründe für die Gehaltsunterschiede bei Frauen und Männern. Ihr Schluss daraus ist, dass es absolut notwendig ist, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie endlich möglich sein muss – dem ist grundsätzlich zuzustimmen –, sie sagt aber auch, es müssen mehr Frauen in Vollzeit arbeiten, auch Frauen mit kleinen Kindern, und dies – so hat man den Eindruck – ob sie wollen oder nicht. – Das ist mit unserem Verständnis von der Wahlfreiheit nicht zu vereinbaren! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es wird immer deutlicher, dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern weniger auf die Diskriminierung durch den Arbeitgeber, sondern auf die unzulänglichen Berechnungsmethoden der Statistik Austria zurückzuführen sind. Die Berechnungsmethoden der Statistik Austria können in Wirklichkeit die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern gar nicht eindeutig festlegen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Hören Sie bitte zu, dann lernen Sie vielleicht noch etwas! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es wird immer deutlicher, dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern weniger auf die Diskriminierung durch den Arbeitgeber, sondern auf die unzulänglichen Berechnungsmethoden der Statistik Austria zurückzuführen sind. Die Berechnungsmethoden der Statistik Austria können in Wirklichkeit die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern gar nicht eindeutig festlegen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Hören Sie bitte zu, dann lernen Sie vielleicht noch etwas! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Gradauer – in Richtung der Abg. Silhavy –: Wo sind denn eure Männer?
Zur Berechnung werden nämlich Einkommensdaten von Österreichern und Österreicherinnen von den Finanzämtern übernommen, sprich Lohn- und Einkommensteuerdaten. (Abg. Gradauer – in Richtung der Abg. Silhavy –: Wo sind denn eure Männer?) Aus diesem Jahreseinkommen werden Statistiken errechnet, die mit den Ausführungen über die Diskriminierung beim Entgelt im Bericht der Gleichbehandlungsanwaltschaft kaum zusammenpassen, denn darin werden bei 3,7 Millionen unselbständig Beschäftigten für das Jahr 2006 gerade einmal 175 und für das Jahr 2007 179 Beratungsfälle ausgewiesen, also 0,5 Promille.
Abg. Mag. Schwentner: Sie haben den Bericht nicht gelesen!
Jeder kennt die bizarren Zahlen über die Einkommensdisparität bei Frauen und Männern, aber kaum jemand kennt auch eine Firma, die dermaßen diskriminierend entlohnt – bei gleicher Ausbildung, bei gleicher Einstufung und bei gleicher Leistung. (Abg. Mag. Schwentner: Sie haben den Bericht nicht gelesen!) – Eine Rückfrage bei der Statistik Austria bringt Klärung. Man darf und kann mangels gesetzlicher Ermächtigung gar nicht genauer rechnen. Man bekommt nicht alle Daten für eine genauere Berechnung, obwohl diese in den Firmen vorhanden sind.
Beifall bei der FPÖ.
Absicht oder ein Versehen? – Ich weiß es nicht. Die Lösung ist einfach komplex. Überspitzt dargestellt wirft man Männer und Frauen in einen Topf, berechnet die Daten, die vorhanden sind, aber nicht die, die man eigentlich braucht, um die Einkommensschere genau zu berechnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir von den Freiheitlichen wollen, dass Frauen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen. Wir wollen, dass jede Diskriminierung bekämpft wird, und sind natürlich auch dafür, dass Frauen alle Berufsmöglichkeiten offenstehen. Aber wenn diese Berechnungsmethoden als Rechtfertigung für milliardenteure Transferleistungen zwischen den Geschlechtern herangezogen werden, ohne auch nur ansatzweise familienpolitische Aspekte zu berücksichtigen, so ist das nicht in Ordnung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Dazu möchte ich ganz klar Position beziehen. Sie sagen, Teilzeitarbeit kann eine Falle sein. – Alles im Leben kann eine Falle sein, wenn man das so sieht! Ich breche heute eine Lanze für die Teilzeitarbeit, weil Teilzeitarbeit den Frauen die Möglichkeit eröffnet, sowohl im Beruf zu verbleiben, den Anschluss nicht zu verlieren, als gleichzeitig auch das zu tun, was sie von Herzen wollen – Frauen und Männer –, nämlich: sich der Familie und den Kindern zu widmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine schon auch, dass es unsere Aufgabe ist – nicht nur im Hohen Haus, sondern auf allen Ebenen, im Land oder in der Gemeinde –, alles dafür zu tun, dass die Rahmenbedingungen für die Kinder optimal sind. Dafür haben nicht nur Mutter und Vater zu sorgen, sondern auch wir Politikerinnen und Politiker. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Hörl.
Ich lade Sie sehr herzlich in meine Gemeinde ein. Dort gibt es natürlich für die Eineinhalb- bis Zweieinhalbjährigen eine Kleinkindergruppe, namens „Winnie Pooh“. (Demonstrativer Beifall des Abg. Hörl.) Wir haben dort ein großes Wohnzimmer. Die Eltern sollen nicht arbeiten gehen müssen, sie sollen auch arbeiten wollen – beides, und das aufgrund ihrer guten Ausbildung und Bildung, die sie ja dann auch einbringen. Sie wollen auch ohne schlechtes Gewissen am Arbeitsplatz sein. Das bedeutet beste Betreuung vor Ort. Da gilt es – da bin ich ganz bei Ihnen, sehr geehrte Frau Bundesminister –, diese Betreuungseinrichtungen zu verbessern, und zwar nicht nur von der Anzahl her, sondern auch von der Qualität her. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade Sie sehr herzlich in meine Gemeinde ein. Dort gibt es natürlich für die Eineinhalb- bis Zweieinhalbjährigen eine Kleinkindergruppe, namens „Winnie Pooh“. (Demonstrativer Beifall des Abg. Hörl.) Wir haben dort ein großes Wohnzimmer. Die Eltern sollen nicht arbeiten gehen müssen, sie sollen auch arbeiten wollen – beides, und das aufgrund ihrer guten Ausbildung und Bildung, die sie ja dann auch einbringen. Sie wollen auch ohne schlechtes Gewissen am Arbeitsplatz sein. Das bedeutet beste Betreuung vor Ort. Da gilt es – da bin ich ganz bei Ihnen, sehr geehrte Frau Bundesminister –, diese Betreuungseinrichtungen zu verbessern, und zwar nicht nur von der Anzahl her, sondern auch von der Qualität her. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich glaube auch und bin zutiefst davon überzeugt, dass es in Zukunft Phasen intensiver und weniger intensiver Erwerbstätigkeit mit einem einmal höheren und einem einmal geringeren Einkommen geben wird. Es wird aber auch viele Phasen der Weiterbildung – und die sind schon angezeigt – geben müssen, auch wenn man schon mehrere Jahre in Beschäftigung ist. Und es wird viel mehr Phasen zur Ausübung der Betreuungspflichten in der Familie – diese werden auch so kommen – geben müssen. Es wird auch verstärkt Phasen einer Auszeit für Männer und Frauen geben müssen, sonst werden wir das Bild Familie, den Inhalt Familie nicht mehr mit jenen Werten füllen können, wie wir uns das für eine funktionierende soziale Gesellschaft vorstellen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich fordere allerdings ein verstärktes Mitarbeiten der Männer, vor allem der Väter, im Privatbereich, im Familienbereich, aber auch im Berufsbereich im Sinne von mehr Gerechtigkeit für die Frauen ein, sodass die Frauen auch in die Lage versetzt werden, für sich persönlich gerechtere Chancen am Arbeitsmarkt und für sich persönlich eine bessere Ausbildung zu haben, um dann auch im Beruf besser bestehen zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
von familienpolitischen Rahmenbedingungen und schon gar nicht von der Stärkung der Stellung der Frau als Mutter zu trennen. Eine ausreichende Berücksichtigung der Kinderzahl im Steuer- und Pensionsrecht und auch die Direktzahlungen sind keine Almosen und kein selbstloses Geschenk, das der Staat macht, sondern der gerechtfertigte Ausgleich, der den Eltern für die enorme und unersetzliche Leistung zusteht, die sie erbringen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist daher notwendig, den Wert der Kindererziehungszeiten im Pensionsrecht zu verdoppeln. Das würde bedeuten, dass diese 70 € pro Monat wieder den Familien und den Müttern zugute kommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schenk begibt sich zum Rednerpult und stellt dort einen roten Papiersack ab.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Schenk mit einer gewünschten Redezeit von 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Schenk begibt sich zum Rednerpult und stellt dort einen roten Papiersack ab.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Dr. Theresa Jordis von der Rechtsanwaltskanzlei Dorda Brugger Jordis antwortete im Magazin „FORMAT“ im April dieses Jahres auf die Frage: Was halten Sie als Frau, die in vielen Aufsichtsräten sitzt, von einer Frauenquote in Aufsichtsräten?, Folgendes: Gar nichts. Es geht um Qualifikation und nicht um die Quote. Eine Quote schadet eher qualifizierten Frauen. – Zitatende. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Hörl: Die sind freiwillig ausgeschieden!
Und auch Ihr Generalsekretär, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, hat sich im März dieses Jahres anlässlich des Rücktritts dreier hochrangiger Tiroler Politikerinnen, die aus Protest aus der Partei ausgetreten sind, gegen eine Frauenquote ausgesprochen. Er hat in diesem Zusammenhang erwähnt, dass es zwar einen gewissen Bedarf an engagierten Frauen gebe, er aber eine verpflichtende Quote ablehne. (Abg. Hörl: Die sind freiwillig ausgeschieden!)
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte nun kurz auf die Ausführungen von Frau Präsidentin Prammer eingehen, die in einer Presseaussendung vom 2. Juni erwähnt hat, dass vor allem die FPÖ und das BZÖ keine Frauen in der Politik haben wollen. – Für das BZÖ möchte ich diese Unterstellung schon auf das Schärfste zurückweisen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Hörl: Zwei! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wir wollen Frauen in der Politik, wir wollen vermehrt Frauen in der Politik, aber abseits von Zwang und Quote. Und wir haben hervorragende Frauen in unseren Reihen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Hörl: Zwei! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenrufe der Abg. Mag. Rudas.
Im März dieses Jahres gab es eine Eurobarometer-Umfrage im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament. Aus dieser Umfrage geht Folgendes hervor: Fast die Hälfte der befragten Frauen wünscht sich einen 50-prozentigen oder höheren Frauenanteil unter den Abgeordneten im Europäischen Parlament. Dennoch sind nur 10 Prozent für eine verpflichtende Frauenquote. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Rudas.) Vielmehr wollen 53 Prozent der weiblichen Befragten, dass Frauen vermehrt zu einem Einstieg in die Politik ermutigt werden.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Und genau das ist der richtige Weg: Frauen zum Einstieg in die Politik zu ermutigen, Frauen zu fördern und sie zu Führungspositionen zu ermutigen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Mit der Ankündigungspolitik, meine sehr geehrten Damen von der SPÖ, die Sie hier so lautstark Zwischenrufe von sich geben, muss endlich Schluss sein! Mit der Ankündigungspolitik werden Sie die weit auseinanderklaffende Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern nicht schließen. Die Gehaltsschere muss verringert und geschlossen werden. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Hörl.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Hörl.
Und genau das ist der richtige Weg: Frauen zum Einstieg in die Politik zu ermutigen, Frauen zu fördern und sie zu Führungspositionen zu ermutigen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Mit der Ankündigungspolitik, meine sehr geehrten Damen von der SPÖ, die Sie hier so lautstark Zwischenrufe von sich geben, muss endlich Schluss sein! Mit der Ankündigungspolitik werden Sie die weit auseinanderklaffende Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern nicht schließen. Die Gehaltsschere muss verringert und geschlossen werden. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Hörl.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich ist mit dieser Ankündigungspolitik auf dem besten Weg, weltweit und vor allem europaweit Schlusslicht zu werden. Die Einkommensunterschiede sind evident, sind groß wie nie zuvor. Wenn diese Ankündigungspolitik fortgesetzt wird, wird Österreich tatsächlich Schlusslicht werden. Und damit das nicht passiert, darf ich Ihnen, sehr geehrte Frau Ministerin, diese Laterne überreichen, die daran erinnern soll, dass wir nicht Schlusslicht werden. (Die Rednerin überreicht Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek eine rote Laterne. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Wir sind ja Vorletzte und nicht Letzte!) – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Und was das Wort „Quote“ anlangt, ist zu sagen: Man muss auch mit der Quote kein Problem haben. Ist es so, dass Sie nicht genügend qualifizierte Frauen haben? – Gerade die fehlen bei Ihnen. Wenn Sie meinen, gerade die Qualifizierung von Frauen sei ausschlaggebend für eine Teilhabe von Frauen in Ihren Parteien (in Richtung FPÖ und BZÖ), dann schaut es ein bisschen schlimm aus bei Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Und wegen ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit!
Dass noch viele Hürden zu überwinden sind, zeigt auch der vorliegende Bericht. Deswegen ist es auch zu befürworten, dass wir diesen Bericht hier im Plenum ausreichend diskutieren, denn die Diskriminierung von Frauen gehört nach wie vor zum Alltag. Es gehört leider auch zum Alltag, dass Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, ihres Alters, ihrer sexuellen Zugehörigkeit diskriminiert werden. (Abg. Dr. Rosenkranz: Und wegen ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit!) – Das ist Ihr Problem. Wir tun das nicht. Nein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Dass noch viele Hürden zu überwinden sind, zeigt auch der vorliegende Bericht. Deswegen ist es auch zu befürworten, dass wir diesen Bericht hier im Plenum ausreichend diskutieren, denn die Diskriminierung von Frauen gehört nach wie vor zum Alltag. Es gehört leider auch zum Alltag, dass Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, ihres Alters, ihrer sexuellen Zugehörigkeit diskriminiert werden. (Abg. Dr. Rosenkranz: Und wegen ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit!) – Das ist Ihr Problem. Wir tun das nicht. Nein. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Nicht immer weiß die eine oder der andere allerdings, dass das ihr oder ihm widerfahrene Unrecht einklagbar ist. Da gibt es in Bezug auf das Gleichbehandlungsgesetz und auf die Gleichbehandlungsanwaltschaften doch noch einige Hürden. Eine ist nämlich das Gesetz selber. Das Gesetz ist dermaßen unübersichtlich, und zwar dadurch, dass es mehrmals renoviert, erneuert und ergänzt wurde, dass es einfach nicht mehr lesbar und ganz schwer verständlich ist – selbst mit den entsprechenden juridischen Kenntnissen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) – Das ist eine schwierige Sprache, und das sollte ein Gesetz sein, das für alle Menschen, in dem eben Menschenrechte verbrieft sind, zugänglich und lesbar sein sollte.
Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem!
Da hilft auch eine ÖVP Leichter-Lesen-Broschüre nichts, in der das Gesetz in Großbuchstaben geschrieben ist. (Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem!) Man versteht es trotzdem nicht! Das ist das Problem. Es soll aber zugänglich sein, nämlich nicht nur für Sehschwache, sondern für alle Menschen. Und diese Unzumutbarkeit der Judikatur sollte man ändern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da hilft auch eine ÖVP Leichter-Lesen-Broschüre nichts, in der das Gesetz in Großbuchstaben geschrieben ist. (Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem!) Man versteht es trotzdem nicht! Das ist das Problem. Es soll aber zugänglich sein, nämlich nicht nur für Sehschwache, sondern für alle Menschen. Und diese Unzumutbarkeit der Judikatur sollte man ändern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mehr als eigenartig ist es auch, dass die einzelnen Diskriminierungsgründe nach dem Gesetz ungleich behandelt werden. Es ist nämlich nicht nachvollziehbar, warum Geschlecht oder ethnische Zugehörigkeit mitunter besser geschützt sind als Alter oder sexuelle Orientierung. Wenn ein lesbisches oder schwules Paar eine Wohnung sucht und diese nicht bekommt, weil es lesbisch oder schwul ist, so hat es keine Möglichkeit, sein Recht einzuklagen. Wenn ein Paar afrikanischer Herkunft eine Wohnung nicht bekommt, so hat es immerhin die Möglichkeit, zur Gleichbehandlungsanwaltschaft zu gehen. Das muss dringend geändert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, wir bräuchten für jedes Bundesland eine Gleichbehandlungsanwaltschaft, die es ermöglicht, den Leuten Zugang zu ihrem Recht zu verschaffen, und zwar für jeden Diskriminierungsgrund. Das ist nämlich auch noch unterschiedlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Kollege Hundstorfer! Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich finde es wirklich prominent und wichtig, dass der erste Tagesordnungspunkt heute der Gleichbehandlung gewidmet ist. Das hatten wir in der Form eigentlich noch nie. Meistens werden solche Themen erst um 22 Uhr oder später behandelt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte auf die Berichte zurückkommen – wobei es für mich sehr verlockend wäre, auf die allgemeinen Statements, die ich für sehr wichtig und auch diskussionswürdig halte, einzugehen – und kurz auf den Gleichbehandlungsbericht 2006 und 2007 eingehen, seinerzeit jedes Jahr zu legen, seit 2004 alle zwei Jahre. Es ist unser gemeinsamer Bericht. Wie Sie alle wissen, gibt es die Gleichbehandlungskommission und die Gleichbehandlungsanwaltschaft. Die Gleichbehandlungskommission prüft, ob das Gleichbehandlungsgebot eingehalten wird oder nicht, und die Gleichbehandlungsanwaltschaft informiert und berät. Und es waren immerhin 138 Personen, die sich an diese Gleichbehandlungskommission gewandt haben. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat 2006 mehr als 4 000 Personen beraten: 3 200 Frauen, 1 100 Männer, 2007 auch etwa in dieser Kategorie. Und ich möchte an dieser Stelle allen – und es sind rund 80 Personen, die für die Männer und Frauen tätig sind, die dort Rat und Hilfe suchen oder sich an die Gleichbehandlungskommissionen in den Senaten I, II oder III wenden – sehr, sehr herzlich danken. Dass sie sicher nicht überbesetzt sind, was die Personalsituation anlangt, gebe ich offen und ehrlich zu; es könnte immer mehr sein, aber das gilt wahrscheinlich für jeden Bereich. Jedenfalls wird dort hervorragende Arbeit geleistet, und an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – wir haben auch Männer dabei – sehr, sehr herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke, Gleichstellungspolitik ist eine Politik der kleinen Schritte, weil hier alle mitspielen müssen, weil die Arbeitgeberseite zum Teil andere Interessen hat als die ArbeitnehmerInnenvertretung; das ist ganz klar. Die Frauenministerin hat das zu koordinieren, die Legistik obliegt dem Herrn Sozial- und Arbeitsminister, und ich bin überzeugt, dass wir es gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister auch schaffen werden, hier Schritt für Schritt Verbesserungen ins Gesetz zu schreiben, damit Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, was eines meiner Kernthemen ist, Wirklichkeit werden kann. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend noch eine Bemerkung zur Quote. Quoten sind vielleicht nicht elegant, sie sind aber ein gutes Werkzeug. Ich würde alle Kolleginnen und Kollegen, die hier in diesem Hohen Haus sitzen, bitten, auch einmal zu überlegen, ob sie nicht vielleicht auch Quotenmänner oder ‑frauen sind – Quoten, indem sie ein Bundesland vertreten, Quoten, indem sie vielleicht einen Angestellten- oder Arbeiterbund, einen Unternehmerbund vertreten. Also: Quoten sind ein Werkzeug und sind notwendig und richtig, damit Frauen in allen Bereichen dementsprechend stärker vertreten sind. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte BesucherInnen auf der Galerie! Ich möchte auch ganz herzlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegezentrums Scheibbs begrüßen, die heute auf der Galerie sitzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir möchten auch zu dem Entschließungsantrag der Grünen, der heute eingebracht wurde, Stellung nehmen. Er scheint uns undurchdacht zu sein und ist unserer Meinung nach auch kontraproduktiv, denn es wird darin verlangt, dass kleine und mittlere Betriebe eine neue bürokratische Auflage bekommen sollen. Es wird damit kein einziger Frauenarbeitsplatz geschaffen, sondern ganz im Gegenteil: Man wird die Betriebe über Gebühr belasten und gerade einen sehr sensiblen Bereich, wenn es um Arbeitsplätze im ländlichen Raum geht, eher konterkarieren. Daher ist das auch abzulehnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir wissen also, dass Frauen mehr arbeiten als Männer. Wir wissen, dass sie in vielen Bereichen auf der Überholspur sind. Wir wissen aber auch, dass sie noch eine Unterstützung brauchen, eine politische Unterstützung brauchen, damit sie im Sinne der Gleichbehandlung auch wirklich gleichgestellt sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist auf jeden Fall nicht akzeptabel. Wenn wir als Gesellschaft sagen, dass Diskriminierung kein Kavaliersdelikt ist und dass Diskriminierung nicht geduldet werden darf, Diskriminierung aus welchem Grund auch immer, dann ist es auch nicht verständlich und nicht einzusehen, warum bestimmte Opfergruppen oder bestimmte von Diskriminierung betroffene Gruppen besser oder anders gestellt werden sollen als andere Opfergruppen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir als Gesetzgeber unserer Republik sagen, Diskriminierung darf nicht erlaubt werden, Diskriminierung ist inakzeptabel, dann sollten wir auch konsequent genug sein, jene Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind – egal, ob sie Frauen, Männer, ältere Menschen, Menschen mit anderer sexueller Orientierung, Minderheitenangehörige sind –, mit Ressourcen zu unterstützen, damit sie ihr Recht auch wirklich durchsetzen können. Das ist leider noch immer nicht der Fall. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage uns alle: Wie kommt ein Mensch, der ganz legal hier lebt und hier arbeiten darf, dazu, nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch zugelassen zu werden, nur aufgrund seiner Hautfarbe? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren, es sollte nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Wenn wir schon sagen, Diskriminierung ist inakzeptabel, wir kämpfen als Gesellschaft für Gleichbehandlung von allen Menschen, die in diesem Land leben, dann sollten wir auch die Konsequenzen ziehen, das Gleichbehandlungsgesetz verbessern und die Gleichbehandlungsanwaltschaften auch mit Mitteln ausstatten, damit sie Diskriminierte wirklich auch unterstützen können. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Das wollen wir nicht. Und wir wären heute noch nicht da, wo wir sind, wenn wir nicht in den siebziger Jahren mit einer Frauenministerin Dohnal Maßnahmen ergriffen hätten, damit wir wenigstens diese Schritte, die wir bis jetzt gesetzt haben, setzen konnten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Einen Punkt darf ich Ihnen noch sagen, wenn Sie schon dazwischen sprechen: Quote bedingt Qualität! Das ist nämlich genau Ihr Irrtum. Quote ist nicht gegen Qualität, sondern Quote bedingt Qualität! Nur, wenn wir Qualität haben, können wir auch über Quoten reden. Das ist es! Und darum trauen wir uns auch, Quoten zu fordern, meine Damen und Herren! (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Korun und Obernosterer.
Hilfsmittel und Leitfäden dafür stehen zur Verfügung. Auch ein vorliegender Bericht ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis und vor allem auch für uns zu Überlegungen, was wir weiter in Richtung mehr Gleichstellung machen können. Ich fordere Sie auf: Machen Sie alle mit!, und ich bedanke mich auch beim Herrn Bundesminister für diesen wirklich hoch qualitativen Bericht und ersuche ihn, diesen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzuleiten. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Korun und Obernosterer.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sowie der Abg. Mag. Korun
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren auf der Galerie! Es freut mich, dass nach zwölf Frauen als Rednerinnen einmal ein Mann am Rednerpult steht (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sowie der Abg. Mag. Korun) und zu diesem Gleichbehandlungsbericht auch seine Meinung sagen kann. (Abg. Silhavy: ... gleichwertig!) – Genau deshalb bin ich da.
Abg. Silhavy: ... gleichwertig!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren auf der Galerie! Es freut mich, dass nach zwölf Frauen als Rednerinnen einmal ein Mann am Rednerpult steht (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ sowie der Abg. Mag. Korun) und zu diesem Gleichbehandlungsbericht auch seine Meinung sagen kann. (Abg. Silhavy: ... gleichwertig!) – Genau deshalb bin ich da.
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Ich glaube – ich muss das dazusagen, wenn es auch nicht immer so rüberkommt –, das Thema Gleichbehandlung ist ernster zu nehmen, als viele vielleicht glauben. Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt, und es muss in einem Wohlfahrtsstaat eine Selbstverständlichkeit sein, dass Gleichberechtigung lebt und dass gleiche Leistungen auch immer gleich abgegolten werden. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich selbst bin Unternehmer, ich habe 50 Mitarbeiter. Wir haben 4 Abteilungsleiter, davon sind drei Frauen und einer ist ein Mann. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Ich möchte jetzt nur aus der Praxis heraus reden.
Bravoruf des Abg. Hörl – Abg. Zanger: ... nicht einmal ein Trinkgeld!
Wir haben eine Oberkellnerin und einen Oberkellner. Bei uns ist es so, dass die Oberkellnerin mehr verdient als der Oberkellner (Bravoruf des Abg. Hörl – Abg. Zanger: ... nicht einmal ein Trinkgeld!) – nicht weil sie älter ist oder besser ausgebildet ist, sondern ganz einfach weil sie tüchtiger ist!
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Bei uns in der Rezeption verdient die Rezeptionistin mehr als der Rezeptionist. Warum? – Weil sie wesentlich stärker in der Abwicklung ist. Und es ist in der Privatwirtschaft draußen eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Mitarbeiter, ob Mann oder Frau, nach Leistung und nicht nach Geschlecht bezahlt werden! Das möchte ich hier einmal ganz klar sagen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Öllinger: Na sicher!
Wir von der ÖVP stehen ganz klar dafür ein: Gleichbehandlung muss für alle gelten, und bezahlt werden muss nach Leistung! Das Leben draußen in den Betrieben funktioniert anders, und jetzt meine ich gerade Sie hier herinnen von der grünen Fraktion: Ich habe gestern eine Presseaussendung von Frau Schatz gelesen, die zum Beispiel sagt, im Tourismus verdient man im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 9 737 €. Hier sind wir wieder bei der Statistik, die zum Teil verfälscht wird. Wir können nichts dafür, dass in der Tourismusbranche sehr viele Saisonbeschäftigte sind, aber man kann damit auch nicht sagen, dass im Tourismus weniger verdient wird als in anderen Branchen. (Abg. Öllinger: Na sicher!)
Abg. Hörl: 1 300!
Wir sind bei der Lehrlingsausbildung, bei der Abgeltung unter den Top Zehn! Es gibt bei den Kollektivverträgen in der Tourismusbranche keinen Kollektivvertrag der ausgebildeten Touristiker unter 1 200 €. (Abg. Hörl: 1 300!) Vor Kurzem haben wir hier noch über einen Mindestlohn gesprochen, der weit darunter liegt. – Im Tourismus wird über dem Kollektivvertrag gezahlt! Und im Tourismus sind die meisten Führungskräfte Frauen, weil sie tüchtiger sind in dieser Branche und damit auch mehr verdienen als die Männer.
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Schwentner: Lesen Sie den Gleichbehandlungsbericht!
Ich sage es Ihnen aufseiten der grünen Fraktion nochmals: Von der Privatwirtschaft her wird nicht nach Geschlecht gezahlt, sondern nach Leistung! (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Schwentner: Lesen Sie den Gleichbehandlungsbericht!) Denn: Die Privatwirtschaft kann es sich nicht leisten, weniger Lohn für mehr Leistung zu zahlen! Durch das Zusammenfügen von tüchtigen Frauen und Männern ist dieser Staat nämlich zu einem Wohlfahrtsstaat geworden – und durch die Abgeltung mit ordentlichen finanziellen Mitteln, durch eine ordentliche Leistung haben wir das Leistungsprinzip. Und da gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen! (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben den Bericht nicht gelesen! – Abg. Mag. Schwentner: Das geht an der Realität vorbei, was Sie sagen!)
Abg. Mag. Lunacek: Sie haben den Bericht nicht gelesen! – Abg. Mag. Schwentner: Das geht an der Realität vorbei, was Sie sagen!
Ich sage es Ihnen aufseiten der grünen Fraktion nochmals: Von der Privatwirtschaft her wird nicht nach Geschlecht gezahlt, sondern nach Leistung! (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Schwentner: Lesen Sie den Gleichbehandlungsbericht!) Denn: Die Privatwirtschaft kann es sich nicht leisten, weniger Lohn für mehr Leistung zu zahlen! Durch das Zusammenfügen von tüchtigen Frauen und Männern ist dieser Staat nämlich zu einem Wohlfahrtsstaat geworden – und durch die Abgeltung mit ordentlichen finanziellen Mitteln, durch eine ordentliche Leistung haben wir das Leistungsprinzip. Und da gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen! (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben den Bericht nicht gelesen! – Abg. Mag. Schwentner: Das geht an der Realität vorbei, was Sie sagen!)
Abg. Mag. Schwentner: Um Missgunst und Neid zu verhindern!
Was diesen Antrag von euch betrifft, dass man ab 10 Mitarbeitern auf eine Tafel hinaufschauen und sehen kann, wie viel die Männer und wie viel die Frauen verdienen, so sage ich euch: In einem ordentlichen Betrieb weiß jeder, was er verdient. In einem ordentlichen Betriebsklima weiß jeder, was der eine verdient und was der andere verdient! – Machen wir doch nicht Gesetze, um Missgunst, Neid und Unfrieden in die Betriebe hineinzutragen (Abg. Mag. Schwentner: Um Missgunst und Neid zu verhindern!), sondern machen wir Gesetze, um den Leuten zu helfen und draußen in der Wirtschaft, in der Privatwirtschaft alles einfacher zu machen, und nicht komplizierter. Dafür steht die ÖVP! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was diesen Antrag von euch betrifft, dass man ab 10 Mitarbeitern auf eine Tafel hinaufschauen und sehen kann, wie viel die Männer und wie viel die Frauen verdienen, so sage ich euch: In einem ordentlichen Betrieb weiß jeder, was er verdient. In einem ordentlichen Betriebsklima weiß jeder, was der eine verdient und was der andere verdient! – Machen wir doch nicht Gesetze, um Missgunst, Neid und Unfrieden in die Betriebe hineinzutragen (Abg. Mag. Schwentner: Um Missgunst und Neid zu verhindern!), sondern machen wir Gesetze, um den Leuten zu helfen und draußen in der Wirtschaft, in der Privatwirtschaft alles einfacher zu machen, und nicht komplizierter. Dafür steht die ÖVP! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: ... haben Sie schon gearbeitet?
beiter und jede Mitarbeiterin weiß, was das Gegenüber verdient. Davon gehe ich aus. (Ruf bei der ÖVP: ... haben Sie schon gearbeitet?)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Diese Gewaltspirale muss ganz klar durchbrochen werden. Es ist einfach unglaublich, unfassbar, dass wir im 21. Jahrhundert noch immer das Problem haben, dass Frauen sich nicht trauen, sexuelle Belästigung aufzuzeigen, aus Angst um ihren Job. Das muss geändert werden! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz kleiner wird und die Täter rasch und konsequent zur Verantwortung gezogen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Schülerinnen und Schüler aus Fohnsdorf, hallo! Ich freue mich, dass ihr da seid. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Mag. Wurm.
Zur Kollegin Schenk: Ich verstehe, dass Sie als junge Frau Wert darauf legen, dass Sie Qualitäten haben beziehungsweise qualifiziert sind, aber ich vertrete auch die Meinung, dass Quote und Qualität einander nicht ausschließen. (Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend danke ich Ministerin Heinisch-Hosek für ihre Beharrlichkeit, für ihre Standfestigkeit im Bemühen um Gleichbehandlung, um Gleichberechtigung der Menschen und vor allen Dingen für den Einsatz für die Frauen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dolinschek.
In der Frage der Einkommenstransparenz sei es mir gestattet, eine sehr persönliche Bemerkung hier zu machen: Wir alle, wie wir hier als Politiker sitzen, haben überhaupt kein Problem damit, dass unser Einkommen in jeder Hinsicht sehr transparent ist. Warum haben wir dann Angst davor, es in den Betrieben transparent zu machen? Das ist meine Frage! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dolinschek.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Wir werden im Gleichbehandlungsgesetz den Begriff der Diskriminierung erweitern um solche Fälle, wie sie Frau Abgeordnete Korun hier geschildert hat, und werden diese zu Tatbeständen machen. Wir haben das bereits in anderen Gesetzen gemacht. Warum soll also nicht auch im Gleichbehandlungsgesetz der Begriff der Diskriminierung auf weitere Fälle ausgedehnt werden? – Das ist eines unserer Projekte. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Nun zum Kollegen Obernosterer: Ja, in der Gastronomie wird in der Regel gleich viel bezahlt. Das ist nicht das Thema. (Zwischenruf bei den Grünen.) – In der Regel, Frau Abgeordnete! Ich habe das absichtlich so gesagt. (Abg. Weinzinger: Bei den Wirtschaftstreuhändern auch!) Aber es ist trotzdem notwendig, dass wir an die Menschen die Information geben – so wie wir das hinsichtlich der Kollektivverträge tun –, was in einer Branche in einer bestimmten Bandbreite bezahlt wird.
Abg. Weinzinger: Bei den Wirtschaftstreuhändern auch!
Nun zum Kollegen Obernosterer: Ja, in der Gastronomie wird in der Regel gleich viel bezahlt. Das ist nicht das Thema. (Zwischenruf bei den Grünen.) – In der Regel, Frau Abgeordnete! Ich habe das absichtlich so gesagt. (Abg. Weinzinger: Bei den Wirtschaftstreuhändern auch!) Aber es ist trotzdem notwendig, dass wir an die Menschen die Information geben – so wie wir das hinsichtlich der Kollektivverträge tun –, was in einer Branche in einer bestimmten Bandbreite bezahlt wird.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf.
Wir entwickeln diesen sogenannten Gehaltsrechner gemeinsam mit den Sozialpartnern. Wir hoffen, dass wir mit dieser Arbeit im Herbst so weit kommen, dass wir dann im Frühjahr nächsten Jahres der Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten können, zu erfahren – und ich glaube, das schadet nicht –, was an Gehaltszahlung in welcher Bandbreite in einer Branche üblich ist. Dann kann sich nämlich jeder, der in diese Branche einsteigt, von Haus aus ein Bild davon machen und weiß, wo er steht. Das ist auch ein Aspekt, der dazu dient, bei den Einkommensdifferenzen einen Schritt weiterzukommen. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kopf.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Danke schön!
Frau Bundesminister Heinisch-Hosek hat sich viel vorgenommen. Wir werden sie dabei unterstützen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Danke schön!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sie sehen und hören noch einen beherzten Sprecher für die Sache der Frauen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. –Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Meine Damen und Herren, das ist auch kein Wunder, denn es wird, wie wir alle wissen, gegen diese Gruppen oft gezielt und vorsätzlich Stimmung gemacht. Diffuse Ängste werden geschürt, fremdenfeindliche Aussagen ganz offen plakatiert, wie zum Beispiel auch im letzten EU-Wahlkampf. Aber das hat ja bekannterweise ganz besonders in Wien zu einer ordentlichen „Watschen“, wenn ich es so sagen darf, für diese Plakatierer und Werbetexter geführt, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ. –Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Wähler wird es euch danken!
Um ein Auseinanderfallen der Gesellschaft zu verhindern, werden wir uns wohl oder übel verstärkt dem Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung noch intensiver mit verschiedensten politischen und bewusstseinsbildenden Maßnahmen widmen müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Der Wähler wird es euch danken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Wie hat denn die SPÖ in deiner Gemeinde abgeschnitten?
Mit unserer Ministerin Heinisch-Hosek und unserem Sozialminister Hundstorfer haben wir engagierte KämpferInnen, und wir SozialdemokratInnen werden sie kräftig unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Wie hat denn die SPÖ in deiner Gemeinde abgeschnitten?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weiters fordere ich Sie alle, werte Kolleginnen und Kollegen, auf, für das Ziel der Gleichbehandlung von Frauen und Männern nicht nur in der Arbeitswelt, sondern in jedem Bereich vehement einzutreten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Herr Minister! Lassen Sie mich zum Schluss auf einige Ausführungen hier eingehen – jetzt ist aber leider Frau Unterreiner nicht mehr da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!) Ich möchte darauf eingehen, weil das ja in mancher Hinsicht auch von anderen Rednern gekommen ist, dass festgehalten werden muss – noch einmal und vielleicht anhand von einigen Beispielen nachvollziehbar gemacht –: Frauen werden benachteiligt, weil sie Frauen sind, und da gibt es ganz klare ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!) – Dann erzähle ich es Ihnen, hören Sie einfach einmal zu: Warum ist es zum Beispiel so, dass überwiegend dort, wo Frauen arbeiten, die Löhne am geringsten sind, und überall dort, wo die meisten Männer arbeiten, die Löhne am höchsten sind? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Herr Minister! Lassen Sie mich zum Schluss auf einige Ausführungen hier eingehen – jetzt ist aber leider Frau Unterreiner nicht mehr da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!) Ich möchte darauf eingehen, weil das ja in mancher Hinsicht auch von anderen Rednern gekommen ist, dass festgehalten werden muss – noch einmal und vielleicht anhand von einigen Beispielen nachvollziehbar gemacht –: Frauen werden benachteiligt, weil sie Frauen sind, und da gibt es ganz klare ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!) – Dann erzähle ich es Ihnen, hören Sie einfach einmal zu: Warum ist es zum Beispiel so, dass überwiegend dort, wo Frauen arbeiten, die Löhne am geringsten sind, und überall dort, wo die meisten Männer arbeiten, die Löhne am höchsten sind? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Herr Minister! Lassen Sie mich zum Schluss auf einige Ausführungen hier eingehen – jetzt ist aber leider Frau Unterreiner nicht mehr da. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ich sage es ihr!) Ich möchte darauf eingehen, weil das ja in mancher Hinsicht auch von anderen Rednern gekommen ist, dass festgehalten werden muss – noch einmal und vielleicht anhand von einigen Beispielen nachvollziehbar gemacht –: Frauen werden benachteiligt, weil sie Frauen sind, und da gibt es ganz klare ... (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... aber nicht!) – Dann erzähle ich es Ihnen, hören Sie einfach einmal zu: Warum ist es zum Beispiel so, dass überwiegend dort, wo Frauen arbeiten, die Löhne am geringsten sind, und überall dort, wo die meisten Männer arbeiten, die Löhne am höchsten sind? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Abg. Weinzinger: ... Gewerkschaft!
Das hat eine gewisse Logik und ist im Übrigen auch historisch begründet (Abg. Weinzinger: ... Gewerkschaft!): Überall dort, wo sich im Beruf eine Männermehrheit entwickelt, steigen Löhne schneller, und umgekehrt dort, wo in der Geschichte mehr Frauen in einen Beruf kommen, steigen die Löhne langsamer an. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das hat eine gewisse Logik und ist im Übrigen auch historisch begründet (Abg. Weinzinger: ... Gewerkschaft!): Überall dort, wo sich im Beruf eine Männermehrheit entwickelt, steigen Löhne schneller, und umgekehrt dort, wo in der Geschichte mehr Frauen in einen Beruf kommen, steigen die Löhne langsamer an. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Großruck: Sind die Gewerkschaften stärker, sind die Gehälter gleich!
Im Übrigen hat es die amerikanische Wissenschaftlerin Frances Gabe einmal so formuliert: „Vor ein paar Jahrhunderten haben die Männer beschlossen, dass jede Arbeit, die ihnen zuwider ist, Frauenarbeit ist.“ (Abg. Großruck: Sind die Gewerkschaften stärker, sind die Gehälter gleich!) – Das ist etwas flapsig, das gebe ich zu, aber es hat jedenfalls eine historische Begründung dafür, dass das, was Frauen leisten, geringer bewertet wird als das, was Männer leisten. (Abg. Großruck: Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter gleich!)
Abg. Großruck: Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter gleich!
Im Übrigen hat es die amerikanische Wissenschaftlerin Frances Gabe einmal so formuliert: „Vor ein paar Jahrhunderten haben die Männer beschlossen, dass jede Arbeit, die ihnen zuwider ist, Frauenarbeit ist.“ (Abg. Großruck: Sind die Gewerkschaften stärker, sind die Gehälter gleich!) – Das ist etwas flapsig, das gebe ich zu, aber es hat jedenfalls eine historische Begründung dafür, dass das, was Frauen leisten, geringer bewertet wird als das, was Männer leisten. (Abg. Großruck: Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter gleich!)
Abg. Weinzinger: ..., warum es viele Frauen auch ablehnen! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
um abschließen, ist es doch erstaunlich, warum so wenige Frauen in Führungspositionen sind. Und wenn man sich alle Frauen und Männer jeweils in Führungspositionen anschaut, stellt sich heraus, dass alle Frauen in den Führungspositionen insgesamt sehr hohe Qualifikationen haben, bei Männern in Führungspositionen ist die Qualifikation sehr unterschiedlich. – Das heißt, Männern wird einfach aufgrund der Tatsache, dass sie Männer sind, mehr zugetraut; Frauen müssen nach wie vor zweimal, dreimal so gut sein, dass sie in diese Positionen kommen. (Abg. Weinzinger: ..., warum es viele Frauen auch ablehnen! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Da kann man den Kopf schütteln, aber das ist in Zahlen gegossene Benachteiligung.
Abg. Schenk: Ich kann meine ...! – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Frau Schenk, zum Schluss: Immer, wenn es im Zusammenhang mit Quote um Frauen geht, kommt das Qualitätsargument. Ich glaube, Sie sind zu zweit im BZÖ: Sie können doch nicht behaupten, dass es im BZÖ nur zwei für den Nationalrat qualifizierte Frauen gibt. Kann es nicht damit zusammenhängen ... (Abg. Schenk: Ich kann meine ...! – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.) – Ja, das habe ich ja auch nie bestritten, natürlich haben wir das! Wir arbeiten ja daran, aber wir verheimlichen es nicht. Sie haben zwei Frauen, und das würde heißen, es gäbe nur zwei Frauen, die für den Nationalrat qualifiziert sind. Könnte es nicht auch damit zusammenhängen, dass die Männerquote im BZÖ extrem hoch ist?
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Apropos Männerquote: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ursachen für Einkommensungerechtigkeit auch damit zusammenhängen, dass zu viele Männer in entsprechenden Macht- und Entscheidungspositionen sitzen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schittenhelm.
Wären Frauen entsprechend ihres Bevölkerungsanteils in Macht- und Entscheidungspositionen vertreten, ich bin mir ziemlich sicher: Einkommensungerechtigkeit wäre mittlerweile Geschichte. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schittenhelm.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Novelle beinhaltet aber neben der Mitbenutzung von Leitungen und der Einführung von Leitungsrechten auch noch andere wichtige Maßnahmen im Bereich des Wettbewerbs: Es ist gesetzlich festgeschrieben worden, wie Märkte neu definiert werden können, weil es klar ist, dass sich bei der Telefonie der Wettbewerb nicht mehr nur im Festnetzbereich abspielt. Wenn ich bei 10 Prozent Festnetzkunden irgendwann immer noch der Marktführer bin, weil alle anderen längst mobil telefonieren, dann heißt das, dass Märkte längst neu zu definieren sind. Das wurde in der Vergangenheit bereits gemacht, die gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen wir mehr oder weniger im Nachhinein. Auch das, so glaube ich, war wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Herbst steht uns eine neue Novelle ins Haus, mit der neue Rahmenbedingungen für den Wettbewerb geschaffen werden – die Frau Bundesministerin wird diesbezüglich eine Regierungsvorlage vorstellen. Wir haben in diesem gemeinsamen Initiativantrag mehr oder weniger Punkte vorgezogen, die jetzt, da die Krise auf dem Höhepunkt ist, schnelle Investitionen ermöglichen. Wir werden uns also in diese Themen im Herbst weiter vertiefen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Letztendlich freut es mich, wenn heute hier alle Fraktionen dieser Novelle zustimmen. Das ist auch ein Zeichen für ihre Qualität. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es entstehen heute ja oftmals Probleme damit, wo überall Daten gespeichert werden. In jeder Datenbank werden irgendwelche Fingerabdrücke, Augapfelgrößen, Kopfgrößen, Finger- und Handgrößen gespeichert. Ich möchte in diesem Zusammenhang eindeutig festhalten, dass wir, was den Datenschutz betrifft, immer mit Argusaugen danach trachten müssen, dass die Freiheit des Einzelnen hier sozusagen unangetastet bleibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Freiheitliche Partei unterstützt selbstverständlich jede Initiative, die in diese Richtung geht und wird daher auch dieser Novelle hier im Plenum zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich denke, es müsste gerade auch die ÖVP interessieren, dass wirklich mehr Geld in die Hand genommen wird, um den ländlichen Bereich von dieser modernen Technik nicht abzuschneiden. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Wenn die Bundesregierung im Konjunkturpaket gerade einmal 10 Millionen € für eine Breitbandinitiative vorsieht, dann weiß man, wie viel das Gesetz wert ist, das hier beschlossen wird. Es genügt nicht, ein gutes Gesetz zu machen, sondern Sie müssen auch die Mittel für seine Umsetzung bereitstellen, denn ohne Mittel nützt Ihnen das Gesetz nichts. (Zwischenruf des Abg. Weinzinger.)
Beifall beim BZÖ.
Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Großruck: Richtig!
Ich habe mich extra noch einmal erkundigt, ob das nicht ein zu starker Eingriff in das Eigentumsrecht ist, und habe bei den Fristverkürzungen schon meine Bedenken. Wir müssen das sorgfältig beobachten, denn es geht um Grundrechte; das Eigentumsrecht ist – ich sage das gerade in Richtung ÖVP, in Richtung der Bürgermeister – ein Grundrecht. (Abg. Großruck: Richtig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.
Bitte, Frau Ministerin, sorgen Sie dafür – ich weiß, Ihr Ressort arbeitet an dieser Kompetenzklärung –, dass endlich Klarheit herrscht, an wen wir uns wenden müssen, wenn es um die Gesundheit der Menschen in Verbindung mit dem Telekommunikationsbereich geht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Frau Ministerin, Sie haben im Infrastrukturbereich Schiene-Straße 20 Milliarden € – bedenken Sie das! – auf die Reise geschickt; die budgetäre Deckung ist mit 13 Fragezeichen zu versehen. Nehmen Sie aber zumindest etwas mehr Millionen für Technologie und Forschung und für den Breitbandausbau in die Hand, denn das ist eine Infrastruktur, die wir auch aus ökologischen Gründen sehr gerne mittragen. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die daran mitgewirkt haben. Wir haben mit dieser Novelle, wie gesagt, wirklich die große Chance, eine Technologieoffensive in einem wesentlichen Bereich zu starten, der für den Wirtschaftsstandort und für die Beschäftigung in unserer Heimat wichtig ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass diese Novelle, die ja von allen Parteien mitgetragen wird, eine sehr gute ist. Dementsprechend gilt es, im Sinne der neuen Kommunikationstechnologien und auch zu deren Zukunftssicherung konstruktiv daran weiterzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Na, was ist Ihnen lieber, ein Breitbandanschluss oder ein gesunder Schlaf?
Vor allem für Gebiete, in denen eine Wirtschaftlichkeit im Glasfaserbereich nicht gegeben ist, werden wir auf diese Technologie trotzdem nicht ganz verzichten können. Wir werden da eine hoch qualitative Leistung benötigen. (Abg. Dr. Moser: Na, was ist Ihnen lieber, ein Breitbandanschluss oder ein gesunder Schlaf?) Mir ist beides lieb, Frau Kollegin Moser! (Abg. Dr. Moser: Das geht nicht ...!) Daher muss man schauen, dass man die technologischen Möglichkeiten auch zur Risikominimierung nützt. Das werden wohl auch Sie verstehen, davon gehe ich aus.
Abg. Dr. Moser: Das geht nicht ...!
Vor allem für Gebiete, in denen eine Wirtschaftlichkeit im Glasfaserbereich nicht gegeben ist, werden wir auf diese Technologie trotzdem nicht ganz verzichten können. Wir werden da eine hoch qualitative Leistung benötigen. (Abg. Dr. Moser: Na, was ist Ihnen lieber, ein Breitbandanschluss oder ein gesunder Schlaf?) Mir ist beides lieb, Frau Kollegin Moser! (Abg. Dr. Moser: Das geht nicht ...!) Daher muss man schauen, dass man die technologischen Möglichkeiten auch zur Risikominimierung nützt. Das werden wohl auch Sie verstehen, davon gehe ich aus.
Abg. Dr. Moser: Gerade für den Tourismus ...!
Das gilt vor allem auch für die Chancengleichheit im ländlichen Raum. Darüber muss man sich schon Gedanken machen. Sie sind ja selbst Tourismussprecherin, Frau Kollegin Moser. (Abg. Dr. Moser: Gerade für den Tourismus ...!) Der Tourismus spielt sich eben oft nicht in den Ballungszentren ab – da gibt es den Städtetourismus –, aber wir leben in einer wunderschönen Gegend, und der Tourismus lebt auch davon, dass wir in einer wunderschönen Gegend leben.
Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?
Daher begrüßen wir diese Novelle und hoffen, dass damit auch ein wichtiger Impuls in Richtung Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationsgesellschaft erfolgen wird (Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?), zum Wohle der hier lebenden Menschen und zum Wohle der Wirtschaft, damit auch die Menschen in Österreich an der wirtschaftlichen Weiterentwicklung positiv teilhaben können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?
Daher begrüßen wir diese Novelle und hoffen, dass damit auch ein wichtiger Impuls in Richtung Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationsgesellschaft erfolgen wird (Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?), zum Wohle der hier lebenden Menschen und zum Wohle der Wirtschaft, damit auch die Menschen in Österreich an der wirtschaftlichen Weiterentwicklung positiv teilhaben können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Ob das so gut ist?)
Beifall bei der FPÖ.
Zusammenfassend sei gesagt: Wirklich rasch und günstig ist es, wenn wir diesen Technologiewechsel schaffen. Hoffen wir, dass es ein Schub für die neuen Technologien ist, hoffen wir, dass es ein Schub für weitere, zusätzliche Arbeitsplätze ist! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreichweit muss nun das Breitband-Glasfaser-Netz ausgebaut werden. Die Glasfaser-Technologie ist mit Abstand das leistungsstärkste und schnellste System. Aufgraben und zuschütten, und das immer wieder, macht volkswirtschaftlich tatsächlich keinen Sinn. Deshalb ist dieses Gesetz zu begrüßen, da es unbürokratische Möglichkeiten zur Leitungsnutzung schafft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Das benötigte Datenvolumen summiert sich sogar in einem ganz normalen Haushalt rasant. Allein wenn man den Bedarf für E-Mail, für Online-Portale, für Fernsehen, für YouTube und dergleichen heranzieht, wird man schnell feststellen, dass die vorhandene Kupferverkabelung an ihrer Leistungsgrenze angekommen ist. Selbst ich muss mir von meinem elfjährigen Sohn erklären lassen, dass sowieso und überhaupt alles viel zu langsam geht. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Regelungen für die gemeinsamen Nutzungsrechte und Pflichten für Netzbetreiber und Inhaber waren schon lange überfällig und werden jetzt in diesem Bundesgesetz klar geregelt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Josef Auer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl, Josef Auer, nicht Jakob! Ich weiß nicht, ob wir verwandt sind!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Auer. – Bitte. (Abg. Mag. Josef Auer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl, Josef Auer, nicht Jakob! Ich weiß nicht, ob wir verwandt sind!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Liebe Frau Minister! Geschätzte Damen und Herren, auch auf den Rängen! Ich denke, die heute zu beschließende Novelle des Telekommunikationsgesetzes kann man, wenn man sich angehört hat, was im Ausschuss und auch heute im Plenum gesagt wurde, auch in politischer Hinsicht sicherlich als Breitbandlösung bezeichnen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl. – Abg. Mag. Josef Auer dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesministerin Bures die Hand.
Unter dem Strich möchte ich mich bei dir, liebe Frau Minister, ganz, ganz herzlich bedanken. Wir alle haben nicht nur das Gefühl, sondern wir wissen, dass du auf dem richtigen Weg bist, dass du auf Schiene bist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Steibl. – Abg. Mag. Josef Auer dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesministerin Bures die Hand.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens geht es auch darum, unseren Betrieben beziehungsweise Firmen Chancen zu geben – natürlich verstärkt in Ballungsräumen, das ist klar, aber auch in den ländlichen Regionen, in jenen Räumen, wo wir noch keine Infrastruktur im diesem Sinne haben. Daher muss es auch für diese Betriebe, für diese Firmen, oft kleinere und mittlere Unternehmen, diese Chancen geben, um ihre Arbeitsplätze zu sichern und diesen Wirtschaftsstandort auch in Zukunft halten zu können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Ich danke vor allem den Bürgermeistern aus den ländlichen Regionen, die jetzt geklatscht haben; Sie wissen, wovon ich spreche. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Ich denke, sehr geehrte Damen und Herren, es ist höchste Zeit, dass wir gemeinsam diesen Schritt setzen. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Telekommunikationsgesetz ein wesentlicher Beitrag dazu sein wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Bartenstein: Die Bürgermeister sind die besten Politiker! – Abg. Mag. Gaßner: In Niederösterreich seid ihr nicht so erfolgreich gewesen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Bartenstein: Die Bürgermeister sind die besten Politiker! – Abg. Mag. Gaßner: In Niederösterreich seid ihr nicht so erfolgreich gewesen!
Ich danke vor allem den Bürgermeistern aus den ländlichen Regionen, die jetzt geklatscht haben; Sie wissen, wovon ich spreche. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Ich denke, sehr geehrte Damen und Herren, es ist höchste Zeit, dass wir gemeinsam diesen Schritt setzen. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Telekommunikationsgesetz ein wesentlicher Beitrag dazu sein wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Bartenstein: Die Bürgermeister sind die besten Politiker! – Abg. Mag. Gaßner: In Niederösterreich seid ihr nicht so erfolgreich gewesen!)
Abg. Mag. Gaßner: Sind beide nicht da!
Erinnern möchte ich an die Internetoffensive des Bundeskanzleramtes 2008. Meine Damen und Herren, als letzter Redner zu diesem Tagesordnungspunkt meiner Fraktion möchte ich unserer Bundesministerin, aber auch der Abgeordneten Mag. Karin Hakl und Ing. Kurt Gartlehner für ihr dafür eingebrachtes Engagement danken. (Abg. Mag. Gaßner: Sind beide nicht da!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte noch ein Wort zur Diskussion anbringen. Ich bin sehr erfreut darüber, dass sich Kollege Ing. Höbart klar für einen modernen Datenschutz ausspricht. Auch darüber wird man in Zukunft reden müssen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter.
Nun gilt es, diese Erfolge weiterzuentwickeln und als nächstes Ziel – die Nutzung der digitalen Dividende, in Anlehnung an das erfolgreiche deutsche Modell – den Breitbandausbau vor allem im ländlichen Raum zu entwickeln und voranzutreiben, um hier Gleichberechtigung der Regionen herzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit der benachteiligten Gebiete entscheidend zu verbessern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Langsam! – Heiterkeit.
Wenn Sie, Frau Abgeordnete Schatz – sie ist nicht hier –, zum wiederholten Male die schlechte Bezahlung aufzeigen – Kollege Obernosterer ist heute schon darauf eingegangen – und von einem geringen Bruttojahreseinkommen von 9 737 € sprechen, dann leben Sie entweder in einer anderen, wohl gift-rot-grünen Welt oder haben in Rechnen einen Fünfer. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Langsam! – Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind gut aufgestellt, und ich denke, wir sollten in dieser Zeit unsere Schwächen analysieren und versuchen, diese zu beseitigen oder zu reduzieren. Wir sollten unsere Stärken betonen und ausbauen und vor allem mit Mut, Tatkraft und Freude den Herausforderungen dieser Zeit entgegenkommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Zusammenhang ist auch die Bedeutung der ÖHT sehr wichtig, wenn wir uns überlegen, dass 60 Prozent der Fördermittel dem heimischen Gewerbe in der näheren Umgebung zugute kommen und 96 Prozent der Förderfälle in Wirklichkeit Kleinbetriebe sind. Das bedeutet, die Möglichkeiten, die wir in dieser Branche finden, sind Möglichkeiten, die vor allem der regionalen Wirtschaft, vor allem auch der Wirtschaft vor Ort zugute kommen und die natürlich dem ländlichen Raum, der ländlichen Entwicklung eine neue Perspektive geben. Eine Perspektive, die oftmals besonders dadurch gekennzeichnet ist, dass andere Arbeitsplätze in diesen Regionen nicht vorhanden sind, und daher dort die Tourismus- und Freizeitwirtschaft eine ganz besondere Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Dr. Moser.
Herr Bundesminister, ich sage es jetzt zum wiederholten Male: Es wäre mehr als eine äußerst notwendige Maßnahme, dass Sie in Brüssel zu erreichen versuchten, zumindest Basel II für zwei Jahre auszusetzen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abg. Dr. Moser.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Es stimmt, die Krise hat den Tourismus noch nicht voll erwischt, wir haben „nur“ 14 Prozent Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen im Tourismus, in der Gesamtwirtschaft 30 Prozent, aber es gibt auch so genügend Baustellen beim Thema Tourismus. Ich denke da etwa an diese unsägliche Aushilfenregelung, bei der es inzwischen schon so ist, dass sich erwachsene Söhne und Töchter von Wirten oder auch Eltern, die in Pension sind, strafbar machen, wenn sie einmal aushelfen, ohne vorher angemeldet worden zu sein. Das kann es wirklich nicht sein, da muss man wirklich aufpassen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Franz, du weißt es ganz genau, die Fälle gibt es, die kennen wir. (Abg. Obernosterer: Das ist nicht wahr!) – Gabriel, gerade du aus Kärnten sagst das! Du weißt, in Kärnten wurden Kinder, Söhne, Töchter, Eltern angezeigt, machen sich strafbar. Da können wir noch einiges an Baustellen vor dem echten Baustellensommer beseitigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Obernosterer: Das ist nicht wahr!
Es stimmt, die Krise hat den Tourismus noch nicht voll erwischt, wir haben „nur“ 14 Prozent Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen im Tourismus, in der Gesamtwirtschaft 30 Prozent, aber es gibt auch so genügend Baustellen beim Thema Tourismus. Ich denke da etwa an diese unsägliche Aushilfenregelung, bei der es inzwischen schon so ist, dass sich erwachsene Söhne und Töchter von Wirten oder auch Eltern, die in Pension sind, strafbar machen, wenn sie einmal aushelfen, ohne vorher angemeldet worden zu sein. Das kann es wirklich nicht sein, da muss man wirklich aufpassen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Franz, du weißt es ganz genau, die Fälle gibt es, die kennen wir. (Abg. Obernosterer: Das ist nicht wahr!) – Gabriel, gerade du aus Kärnten sagst das! Du weißt, in Kärnten wurden Kinder, Söhne, Töchter, Eltern angezeigt, machen sich strafbar. Da können wir noch einiges an Baustellen vor dem echten Baustellensommer beseitigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es stimmt, die Krise hat den Tourismus noch nicht voll erwischt, wir haben „nur“ 14 Prozent Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen im Tourismus, in der Gesamtwirtschaft 30 Prozent, aber es gibt auch so genügend Baustellen beim Thema Tourismus. Ich denke da etwa an diese unsägliche Aushilfenregelung, bei der es inzwischen schon so ist, dass sich erwachsene Söhne und Töchter von Wirten oder auch Eltern, die in Pension sind, strafbar machen, wenn sie einmal aushelfen, ohne vorher angemeldet worden zu sein. Das kann es wirklich nicht sein, da muss man wirklich aufpassen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Franz, du weißt es ganz genau, die Fälle gibt es, die kennen wir. (Abg. Obernosterer: Das ist nicht wahr!) – Gabriel, gerade du aus Kärnten sagst das! Du weißt, in Kärnten wurden Kinder, Söhne, Töchter, Eltern angezeigt, machen sich strafbar. Da können wir noch einiges an Baustellen vor dem echten Baustellensommer beseitigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hörl: Die haben weniger Nächtigungen!
Wenn der Minister sagt: Was hätten wir tun sollen, Deutschland hat die Verschrottungsprämie eingeführt und wir mussten nachziehen?, so sage ich: Was sollen wir tun? – Schweiz hat die Mittel um 10 Millionen erhöht, auch da werden wir nachziehen müssen. (Abg. Hörl: Die haben weniger Nächtigungen!) – Aber, lieber Kollege, viel, viel mehr Werbemittel trotz weniger Nächtigungen.
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, man sollte das aufklären, ehrlich sein und sagen, wie hoch die Erhöhung ist, und sich nicht mit irgendwelchen Zahlen rühmen, die hinten und vorne nicht stimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wenn ich angesichts dieser Entwicklungen höre, wie die Kollegen im Ausschuss, speziell die Kollegen von der ÖVP, nahezu Lobhudelei betreiben und betonen, wie gut der Tourismus gefördert wird, wie viel für den Tourismus getan wird, um nicht fast zu sagen, wir brauchen eigentlich gar kein Geld im Tourismus, es geht so gut, dann sage ich, liebe Kollegen: Das kann es nicht sein! Wenn wir den Tourismus weiter fördern wollen, dann machen wir es! (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Wir brauchen nicht Geld hinauszuschmeißen, es muss überall gespart werden. Aber wenn wir es wollen, dann fordern wir es und geben wir es nicht in andere Bereiche! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn ich angesichts dieser Entwicklungen höre, wie die Kollegen im Ausschuss, speziell die Kollegen von der ÖVP, nahezu Lobhudelei betreiben und betonen, wie gut der Tourismus gefördert wird, wie viel für den Tourismus getan wird, um nicht fast zu sagen, wir brauchen eigentlich gar kein Geld im Tourismus, es geht so gut, dann sage ich, liebe Kollegen: Das kann es nicht sein! Wenn wir den Tourismus weiter fördern wollen, dann machen wir es! (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Wir brauchen nicht Geld hinauszuschmeißen, es muss überall gespart werden. Aber wenn wir es wollen, dann fordern wir es und geben wir es nicht in andere Bereiche! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, machen wir es so wie unsere fleißigen Kollegen im Tourismus. Halten wir uns an die drei Buchstaben: T U M – tun wir es, setzen wir es um und machen wir es! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Gerade deshalb, weil der Tourismus sich angesichts der jetzigen Situation als Wirtschaftssparte zeigt, die durchaus Expansionsmöglichkeiten hat, müssen wir diese Expansionsmöglichkeiten im Sinne unserer Beschäftigungssituation nützen und das bisserl Geld, das die Österreich Werbung rein inflationsmäßig verdient, ihr endlich geben, diese 10 Millionen €. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das wäre sozusagen noch der Metablick bei dieser Diskussion. Wie gesagt, wir haben noch im Herbst ein hartes Stück Arbeit vor uns, denn es soll weiter konsensuale Beschlüsse geben, und ich appelliere in dem Sinn vor allem auch an die ÖVP, denn dort sitzt ja der Finanzminister. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was nun den dritten Punkt des Antrags anbelangt, nämlich die Erhöhung der Werbemittel für die Österreich Werbung, könnte man die These vertreten, da Sie gesehen haben, dass die Werbemittel im Wesentlichen in all den Jahren nicht wirklich deutlich erhöht worden sind, dass der Erfolg des Tourismus nicht unbedingt in Relation zur Höhe der Werbemittel steht, die die Österreich Werbung zur Verfügung hat, sondern dass es der Tüchtigkeit der Unternehmen zuzuschreiben ist, den Erfolg sicherzustellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das gilt auch für die Zukunft: Wenn weitere Notwendigkeiten bestehen, wenn das eine oder andere auftritt, was wir nicht einschätzen können, werden wir uns bemühen, auch in Zeiten wie diesen, in denen das Budget schon beschlossen ist, noch eine Sonderaktion zustande zu bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Summa summarum – und damit zum Schluss kommend – darf ich mich noch einmal bei den im Tourismus Beschäftigten und allen Verantwortlichen bedanken, dass alle diese Branchenvertreter mit ihren Mitarbeitern dazu beitragen, dass wir in der Krise im Konsumbereich, was das letzte Quartal anbelangt, keinen Rückgang hatten. Wir haben die 40-Prozent-Marke in dem Bereich gehalten. Lediglich der Exportbereich war von der Krise betroffen. Das ist den Unternehmen und ihren Mitarbeitern zu verdanken. Dafür herzlichen Dank! – Und ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Jetzt stimmt nicht einmal mehr das!
Sonst heißt es immer, die ÖVP sei nur für die Wirtschaft da, für die Wirtschaft sei immer Geld da und für einen anderen Bereich fehle immer das Geld! (Abg. Dr. Moser: Jetzt stimmt nicht einmal mehr das!) Jetzt zeigt sich eigentlich genau das andere Bild. Ich möchte Ihnen dazu etwas sagen: Die ÖVP will mit Geld vernünftig umgehen, egal, um welchen Bereich es geht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Eurofighter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Eurofighter!
Sonst heißt es immer, die ÖVP sei nur für die Wirtschaft da, für die Wirtschaft sei immer Geld da und für einen anderen Bereich fehle immer das Geld! (Abg. Dr. Moser: Jetzt stimmt nicht einmal mehr das!) Jetzt zeigt sich eigentlich genau das andere Bild. Ich möchte Ihnen dazu etwas sagen: Die ÖVP will mit Geld vernünftig umgehen, egal, um welchen Bereich es geht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Eurofighter!)
Abg. Mag. Kogler: Da kostet eine Flugstunde im Eurofighter mehr als ... Tourismus!
Die einzige Idee des Tourismusausschusses ist es (Abg. Mag. Kogler: Da kostet eine Flugstunde im Eurofighter mehr als ... Tourismus!), zu sagen: Wir wollen eine Erhöhung von 10 Millionen € für die Österreich Werbung! Und damit ist die Arbeit für die Parlamentarier getan. – Nein, sie ist damit nicht getan! (Abg. Dr. Moser: Das habe ich ja gesagt!)
Abg. Dr. Moser: Das habe ich ja gesagt!
Die einzige Idee des Tourismusausschusses ist es (Abg. Mag. Kogler: Da kostet eine Flugstunde im Eurofighter mehr als ... Tourismus!), zu sagen: Wir wollen eine Erhöhung von 10 Millionen € für die Österreich Werbung! Und damit ist die Arbeit für die Parlamentarier getan. – Nein, sie ist damit nicht getan! (Abg. Dr. Moser: Das habe ich ja gesagt!)
Abg. Dr. Moser: Kärnten! – Abg. Hörl: Tirol!
Wissen Sie, wer das größte Plus geschrieben hat? (Abg. Dr. Moser: Kärnten! – Abg. Hörl: Tirol!) – Nicht das Bundesland, wo am meisten Geld eingesetzt wurde, sondern das Bundesland, wo am wenigsten Geld, dieses dafür aber effizient eingesetzt wurde.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin stolz darauf – nicht nur von meinem Beruf her als Touristiker –, dass in der Geschichte Österreichs der Tourismus – natürlich neben anderen Dingen – als große Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann und dass der Tourismus in unserem Lande auch in Zeiten einer Wirtschaftskrise ein stabiler Faktor, wie sich ja jetzt zeigt, ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher muss es in unser aller Interesse sein, die besten Ressourcen zu nützen, die Landwirtschaft, die Nationalparks, die Österreich Werbung, Werbung für Bundesländer und Regionen zusammenzubringen und einen Masterplan aufzustellen, was wofür zur Verfügung steht, damit sozusagen neues Geld freigeschaufelt werden kann und damit die Werbung für Österreich mit den wenigsten Mitteln die beste Wirkung zeitigt. Ein Garant dafür, weil er selbst aus der Wirtschaft kommt, ist unser Bundesminister Mitterlehner, der ja auch für den Bereich Tourismus zuständig ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich die Gesäuse-Eisenbahnstrecke erwähnen, die vor der Schließung durch die steirische Verkehrslandesrätin steht. Das stellt uns natürlich vor ein großes touristisches Problem, denn diese Bahn führt durch den Nationalpark Gesäuse. Daher wäre es sehr wichtig, diese Eisenbahn zu erhalten, denn nur so können Touristen und Schülergruppen, die jährlich zahlreich zu uns kommen, auch weiterhin durch den Nationalpark geführt werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben es schon angesprochen, der österreichische Tourismus ist sehr resistent, was diese Krise anlangt. Und warum ist das so? – Weil wir sehr viele kleinstrukturierte Unternehmen haben. Daher auch von meiner Seite ein großer Dank an diese Unternehmerinnen – sehr viele Frauen sind Chefinnen eines Tourismusbetriebes – und Unternehmer. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Zanger.
Worum es mir aber in erster Linie geht, ist: Mehr Geld muss nicht unbedingt mehr Effizienz heißen. Man muss schon auch darauf schauen, wo und wie die Österreich Werbung wirbt. Ich denke da beispielsweise an die Steiermark. Wir haben in der Steiermark nächste Woche ein sehr großes Event – ich glaube, da zahlt die Österreich Werbung gar nichts dazu –, nämlich die AirPower in Zeltweg. Diese findet am 26. und 27. Juni statt, wobei da auch das Bundesheer sehr viel macht, wofür ich mich auch herzlich bei den Verantwortlichen bedanke, weil das für diese unsere Region wirklich sehr viel bringt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Zanger.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Im Zusammenhang mit der AirPower 09 sind unsere Betriebe, und zwar bis nach Graz hin, ausgebucht, was die Übernachtungen anlangt; es werden – ich hoffe, das Wetter wird schön – 250 000 Gäste und Gästinnen, das wird die Grünen freuen, erwartet. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum nächsten Punkt – Frau Abgeordnete Moser hat das bereits richtigerweise gesagt –, zum Image. In der Steiermark, darf ich Ihnen sagen, geschieht auch diesbezüglich sehr viel. Unser Landeshauptmann Schützenhöfer investiert in die Cinestyria. In Graz, ja in der ganzen Steiermark werden Fernsehsendungen gedreht und aufgenommen, und das ist dann im deutschsprachigen Raum ein Multiplikator sowohl für Graz als auch für die Steiermark insgesamt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da kann man wirklich nur sagen: Die Österreich Werbung alleine ist zu wenig, denn auch die Länder müssen etwas tun. Und auch eine Kulturministerin kann da auf jeden Fall mitmachen, damit noch mehr Touristinnen und Touristen nach Österreich kommen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abschließend ein Danke an den Herrn Bundesminister für das Engagement für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Der Herr Bundeskanzler ist auch schon eingetroffen, was mich sehr freut. Aber zuerst einmal zurück ... (Beifall und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es freut mich, dass er kommt und nicht seinen Staatssekretär schickt, denn schließlich wird ja er morgen beim Rat in Brüssel sein und nicht der Herr Staatssekretär. Aber es freut mich, wenn der Bundeskanzler, ein Minister und ein Staatssekretär anwesend sind und somit die Regierung das Thema „Europa“ wichtig nimmt.
Beifall bei den Grünen.
Aber zunächst zurück zum Vormittag des heutigen Plenartages: Als die Präsidentin unsere Dringliche Anfrage angekündigt hat, gab es aus fast allen Reihen dieses Hauses, außer aus unseren, massive Missfallensbezeugungen. Ich habe sogar Worte gehört, gerade von dieser Seite (die Rednerin blickt nach rechts), wie „der Europawahlkampf ist schon vorbei“. – Ja, meine Damen und Herren, der Europawahlkampf ist vorbei, aber offensichtlich haben Sie auch noch nicht verstanden, dass Europapolitik auch Innenpolitik ist und dass es genau deswegen auch wichtig ist, wichtige Entscheidungen auch hier im Plenum des Nationalrates zu diskutieren. Und wir werden das auch weiterhin machen, auch wenn es Ihnen nicht gefällt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Der Wähler hat Sie auch nicht verstanden!
Das ist nämlich genau der eine Punkt. Sie haben noch immer nicht verstanden, wie wichtig die europäische Ebene auch für die Innenpolitik ist. Das ist jetzt Thema. (Abg. Hornek: Der Wähler hat Sie auch nicht verstanden!) Er hat Sie auch nicht verstanden, auch Sie haben verloren, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP.
Beifall bei den Grünen.
Das ist für alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wirklich unvorstellbar, auch für seine eigene Fraktion im Europaparlament, auch für seinen Spitzenkandidaten Swoboda, die alle gesagt haben: Barroso – keine weitere Amtszeit, denn er steht für die Krise, in der sich diese Europäische Union befindet, und dafür, dass er keine Lösungen vorbereitet hat. Er ist Erfüllungsgehilfe jener Regierungen, die Druck machen, und Erfüllungsgehilfe der einflussreichen Industrien. Dafür steht Barroso, meine Damen und Herren, und für nichts anderes! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Ein ökologischer und sozialer Umbau dieser Europäischen Union wird mit Barroso nicht gelingen. Ich weiß schon, die von der ÖVP sagen, er ist einer von uns, also werden wir ihm zustimmen, alle anderen tun das auch, er hat seine Arbeit ja wunderbar gemacht, kein Problem. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Barroso ist nicht der Beste. Herr Kollege Bartenstein, Sie wissen ganz genau, vor fünf Jahren war eigentlich daran gedacht, dass Verhofstadt Kommissionspräsident wird. Er wurde es dann nicht, weil die Länder Polen, Großbritannien, die damals für den Irak-Krieg waren, gefunden haben, Verhofstadt nehmen wir nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch
Aber was es braucht, ist ein groß angelegter grundlegender Umbau des europäischen Wirtschaftssystems: Milliardeninvestitionen in Ökojobs und Klimaschutz (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) – ich erkläre es Ihnen gerade; im Wahlkampf kam ja von Ihrer Seite nichts in diese Richtung –, genau die Milliardeninvestitionen im Rahmen eines grünen New Deal, die dieses Europa braucht, in neue Jobs und in Klimaschutz, die Schaffung einer europäischen Sozialunion. Das geht jetzt mehr in Richtung der Sozialdemokraten. Davon reden Sie die ganze Zeit, davon war auch im Wahlkampf immer die Rede. Europaweit einheitliche, hohe Sozialstandards, das braucht es, und beinharte Regeln für die Finanzmärkte. Barroso hat dafür gesorgt, dass es in der Vergangenheit zu diesen Dingen, wenn überhaupt, dann nur zaghafte Vorschläge gab. Er ist daran gescheitert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber was es braucht, ist ein groß angelegter grundlegender Umbau des europäischen Wirtschaftssystems: Milliardeninvestitionen in Ökojobs und Klimaschutz (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) – ich erkläre es Ihnen gerade; im Wahlkampf kam ja von Ihrer Seite nichts in diese Richtung –, genau die Milliardeninvestitionen im Rahmen eines grünen New Deal, die dieses Europa braucht, in neue Jobs und in Klimaschutz, die Schaffung einer europäischen Sozialunion. Das geht jetzt mehr in Richtung der Sozialdemokraten. Davon reden Sie die ganze Zeit, davon war auch im Wahlkampf immer die Rede. Europaweit einheitliche, hohe Sozialstandards, das braucht es, und beinharte Regeln für die Finanzmärkte. Barroso hat dafür gesorgt, dass es in der Vergangenheit zu diesen Dingen, wenn überhaupt, dann nur zaghafte Vorschläge gab. Er ist daran gescheitert. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Um das noch klarer zu machen: Lesen Sie zum Beispiel das! Ich zitiere meinen künftigen Fraktionsvorsitzenden Daniel Cohn-Bendit, der in Frankreich einen großartigen Wahlkampf mit unseren gemeinsamen europäischen Themen geführt hat. Der hat in einem Interview mit der „Welt“ (Zwischenrufe bei der ÖVP) – hören Sie mir zu! – gemeint, man solle doch das Buch des früheren französischen Europastaatssekretärs Jean-Pierre Jouyet „Sechs Monate Präsidentschaft“ lesen, der über Barroso geschrieben hat: „Barroso gibt immer dem Recht, der zuletzt mit ihm gesprochen hat. Das heißt, wenn Sie mit ihm gesprochen und eine Vereinbarung erzielt haben, können sie nicht wissen, ob er sie hält, wenn nach ihnen noch jemand kommt.“
Abg. Amon: Oi!
Barroso ist ein Opportunist. (Abg. Amon: Oi!) Er macht das, was die, die am stärksten Druck machen, dann tun. Das ist nicht im Sinne eines gemeinsamen Europa, das tat-
Beifall bei den Grünen.
sächlich in diese Richtung weitergeht, meine Damen und Herren, das ist der falsche Weg, und das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei den Grünen.) Sie tun nur so, weil Sie froh sind, Ihre nationale Politik weitermachen zu können, und ohnehin nichts Europäisches machen wollen.
Beifall bei den Grünen.
Im Oktober 2008, mitten in der finanziellen Kernschmelze, hat die EU-Kommission ein Handelsabkommen mit 14 karibischen Staaten abgeschlossen, darunter acht Staaten, die von der OECD als Steuerparadiese aufgelistet werden – das in der Zeit, in der man dann begonnen hat, zu sagen, die Steuerparadiese, die Steueroasen gehören geschlossen. Zur selben Zeit macht er das noch! Wo bleibt da das gemeinsame europäische Interesse am Verhindern von weiteren Spekulationen, am Verhindern von weiterer Schädigung der Finanzmärkte? Nichts hat er getan! Das ist ein weiterer Grund, warum Barroso nicht für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen werden soll. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gentechnik, das beste Beispiel. Da hat Barroso drei Mal versucht, den Anbau von gentechnikverändertem Mais zu erzwingen, auch in Österreich. Zum Glück ist das nicht gelungen, weil die Grünen, die NGOs und dann auch die Umweltminister und –ministerin sich geweigert haben. Barroso hat es immer wieder versucht. Auch das ein Beispiel, wo ich nicht verstehen kann, wie sich eine österreichische Bundesregierung, ein Bundeskanzler und auch ein Außenminister schon im Vorfeld darauf verständigen können, dass ein Kommissionspräsident, der das vorantreibt, auch weiterhin Kommissionspräsident sein soll. Das ist gegen die Interessen der österreichischen Bürgerinnen und Bürger, Herr Bundeskanzler! Das sage ich Ihnen ganz deutlich und ganz klar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler, auch das ist nicht im Interesse Österreichs und schon gar nicht im Interesse der österreichischen Bürgerinnen und Bürger, auch nicht der europäischen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Barroso und die Kommission sind jene, die natürlich europäische Vorschläge machen müssten, die in Richtung Klimaschutz gehen. Er hat es verhindert, er hat es nicht gemacht. Deshalb ist er für eine weitere Amtszeit ungeeignet. (Beifall bei den Grünen.) Und das sagen nicht nur die Grünen, sondern das sagen auch die meisten Sozialdemokraten, ausgenommen der Herr Bundeskanzler. Es gibt durchaus im konservativen Bereich auch einige, die finden, dass es andere gäbe, die das besser machen könnten, zum Beispiel ein Jean-Claude Juncker. Der wäre sicher besser, weil er auch ein stärkeres soziales Gewissen hat. (Abg. Dr. Bartenstein: Haben Sie keine Grünen?)
Abg. Dr. Bartenstein: Haben Sie keine Grünen?
Barroso und die Kommission sind jene, die natürlich europäische Vorschläge machen müssten, die in Richtung Klimaschutz gehen. Er hat es verhindert, er hat es nicht gemacht. Deshalb ist er für eine weitere Amtszeit ungeeignet. (Beifall bei den Grünen.) Und das sagen nicht nur die Grünen, sondern das sagen auch die meisten Sozialdemokraten, ausgenommen der Herr Bundeskanzler. Es gibt durchaus im konservativen Bereich auch einige, die finden, dass es andere gäbe, die das besser machen könnten, zum Beispiel ein Jean-Claude Juncker. Der wäre sicher besser, weil er auch ein stärkeres soziales Gewissen hat. (Abg. Dr. Bartenstein: Haben Sie keine Grünen?)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben sicher auch Grüne, Herr Kollege Bartenstein. Aber so weit bin ich auch Realistin, dass ich weiß, dass in diesem Aushandeln von Maßnahmen und von Personen ein grüner Daniel Cohn-Bendit oder ein Joschka Fischer nicht wirklich eine Chance hätte. Aber wenn Sie einen vorschlagen wollen und die ÖVP dafür ist, freut mich das sehr. Wenn Sie Daniel Cohn-Bendit wollen und wir das im Europaparlament verhandeln, machen wir es gerne. Keine Frage. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn das wirklich gelingt, dann kann ich nur sagen, dass die Initiative, die die gestärkten Grünen im Europa-Parlament mit Daniel Cohn-Bendit ergriffen haben, tatsächlich etwas für eine stärkere Europapolitik in diesem Europa bringen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Huber: möchtet wahrscheinlich ihr Grünen!
Herr Bundeskanzler, Sie haben ja schon darauf verzichtet, dass die Sozialdemokraten sagen, wen sie als KommissarIn haben wollen. (Abg. Huber: möchtet wahrscheinlich ihr Grünen!) Unsere Forderung ist immer noch, dass es ein Hearing im Nationalrat geben muss.
Beifall bei den Grünen.
Die Frage an Sie ist: Sind Sie bereit, gemeinsam mit Ihrem Koalitionspartner mehrere Personen vorzuschlagen, die sich dann auch einem Hearing im Nationalrat stellen? Sind Sie bereit dazu? Und sind Sie bereit dazu, dass das vielleicht nicht nur Vertreter und Vertreterinnen der Volkspartei sind, sondern auch andere Personen, vielleicht auch Persönlichkeiten, Europäerinnen und Europäer, die nicht unbedingt einer Partei nahestehen? – Das wäre sinnvoll! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mein Appell an Sie mit dieser Anfrage ist also: Sagen Sie morgen Nein zu Barroso! Nehmen Sie Ihre eigene Forderung nach einem sozialeren Europa ernst! Verschieben Sie die Debatte und dann auch die Entscheidung in den Herbst, wenn klar ist, dass es den Lissabon-Vertrag gibt. Geben Sie diesem europäischen Projekt, das ein ökologisches, soziales und demokratisches ist, wirklich eine Chance – und die gibt es nur ohne Barroso! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Haltung ganz klar ist. Ich fahre morgen zu den anderen Vertretern jener Nationalstaaten, die der Europäischen Union angehören, um dort die politischen Fragen der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen, und das werde ich auch mit allem Einsatz tun. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Uns geht es auch um die Sache!
Frau Abgeordnete Moser, ich habe Sie als sachliche Politikerin kennengelernt! (Abg. Dr. Moser: Uns geht es auch um die Sache!) Ich frage Sie: Wieso, glauben Sie, unterstützen Merkel, Sarkozy, Brown, Zapatero, Sócrates und viele mehr eine Kandidatur, eine Designierung, eine politische Vorfestlegung von Präsidentem Barroso? – Weil die alle seiner politischen Meinung sind?! (Abg. Dr. Königshofer: Kleinster gemeinsamer Nenner!) Weil Merkel, Sarkozy, Brown, Zapatero, Sócrates und all die anderen, die Barroso öffentlich vorgeschlagen haben, glauben, dass alles, was Präsident Barroso politisch und persönlich vertritt, genau dem entspricht, was sie vertreten? – Natürlich nicht.
Abg. Dr. Königshofer: Kleinster gemeinsamer Nenner!
Frau Abgeordnete Moser, ich habe Sie als sachliche Politikerin kennengelernt! (Abg. Dr. Moser: Uns geht es auch um die Sache!) Ich frage Sie: Wieso, glauben Sie, unterstützen Merkel, Sarkozy, Brown, Zapatero, Sócrates und viele mehr eine Kandidatur, eine Designierung, eine politische Vorfestlegung von Präsidentem Barroso? – Weil die alle seiner politischen Meinung sind?! (Abg. Dr. Königshofer: Kleinster gemeinsamer Nenner!) Weil Merkel, Sarkozy, Brown, Zapatero, Sócrates und all die anderen, die Barroso öffentlich vorgeschlagen haben, glauben, dass alles, was Präsident Barroso politisch und persönlich vertritt, genau dem entspricht, was sie vertreten? – Natürlich nicht.
Abg. Mag. Kogler: Aber alle sind nichts gegen ! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Es ist jeder wichtig. Es ist jeder Kommissar von Bedeutung, und es ist der Kommissionspräsident von Bedeutung. Es ist der Europäische Gerichtshof von besonderer Bedeutung. Es sind all die Verantwortlichen in der Europäischen Union von Bedeutung, und mit dem Lissabon-Vertrag kommen sogar noch Ratspräsidenten, der Außenbeauftragte et cetera dazu. (Abg. Mag. Kogler: Aber alle sind nichts gegen ! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Aber Sie können uns nicht einreden, dass die größten und wichtigsten Entscheidungen vom Kommissionspräsidenten getroffen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vorschlagsrecht! Die Vorschläge kommen von der Kommission!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vorschlagsrecht! Die Vorschläge kommen von der Kommission!
Es ist jeder wichtig. Es ist jeder Kommissar von Bedeutung, und es ist der Kommissionspräsident von Bedeutung. Es ist der Europäische Gerichtshof von besonderer Bedeutung. Es sind all die Verantwortlichen in der Europäischen Union von Bedeutung, und mit dem Lissabon-Vertrag kommen sogar noch Ratspräsidenten, der Außenbeauftragte et cetera dazu. (Abg. Mag. Kogler: Aber alle sind nichts gegen ! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Aber Sie können uns nicht einreden, dass die größten und wichtigsten Entscheidungen vom Kommissionspräsidenten getroffen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vorschlagsrecht! Die Vorschläge kommen von der Kommission!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Prinz.
Die Entscheidung, ob die 27 Nationalstaaten sich einigen – sei es im Europäischen Parlament oder sei es im Europäischen Rat –, das ist die wirkliche Entscheidung über die Zukunft Europas, und es wird sich jeder Kommissionspräsident an diese Entscheidungen halten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Prinz.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Enthalten Sie sich wenigstens der Stimme!
Das heißt, es wird im Anschluss an die eher informelle Abstimmung und an den in der Folge möglicherweise beschlossenen Vorschlag für Präsidenten Barroso seitens der Europäischen Kommission sehr wohl noch ein eigener, respektvoller und auch davon unabhängiger formeller Prozess der Abstimmung mit dem Europäischen Parlament zu erfolgen haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Enthalten Sie sich wenigstens der Stimme!)
Abg. Brosz: Das war nicht die Frage! – Abg. Mag. Lunacek: Das war nicht die Frage an Sie! Das ist nicht die Frage!
Die Frage, ob Sie im Parlament beschließen, ein Hearing abzuhalten oder nicht, ob Sie die Fragen und Antworten, auf die jeder Abgeordnete im Rahmen des Hauptausschusses ein Recht hat, an mich, an den Kandidaten, an den Außenminister oder an wen auch immer stellen, wird sicher in Ihrer Präsidiale und aufgrund Ihrer eigenen Spielregeln im Parlament noch diskutiert werden. (Abg. Brosz: Das war nicht die Frage! – Abg. Mag. Lunacek: Das war nicht die Frage an Sie! Das ist nicht die Frage!)
Abg. Dr. Bartenstein: Da können Sie recht haben!
Ich bin auch bei Maria Berger davon überzeugt, dass das, wofür sie politisch eintritt, nicht in jedem Detail von jedem Abgeordneten, der für sie gestimmt hat, geteilt wird. (Abg. Dr. Bartenstein: Da können Sie recht haben!) Ich bin auch nicht auf der Suche nach Unterschieden, sondern nach Gemeinsamkeiten. Daher bin ich davon überzeugt, dass es für eine Wahl sehr wohl einen Kandidaten geben kann, für den nach einem Diskussionsprozess und aufgrund der Suche nach Gemeinsamkeiten gestimmt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Meinungslos!
Ich achte diese Rechte und habe mich in diese nie im Detail eingemischt (Abg. Dr. Pirklhuber: Meinungslos!), sondern ich habe immer versucht, meine grundsätzliche Haltung zum Ausdruck zu bringen, wie ich überhaupt der Meinung bin, dass nach diesem Wahlergebnis und nach dieser niedrigen Wahlbeteiligung – und ich sage auch, dass dies für uns Sozialdemokraten ein schmerzliches Ergebnis ist – die Antwort nicht sein sollte, zu versuchen, die Europäische Union der Bevölkerung über ihre Funktio-
Abg. Grosz: Das haben Sie bei der Frau Berger schon bewiesen! Sie ist die größte Fehlbesetzung!
nen, ihre Funktionsträger und Postenbesetzungen zu erklären (Abg. Grosz: Das haben Sie bei der Frau Berger schon bewiesen! Sie ist die größte Fehlbesetzung!), sondern wir sollten das tun, was die Europäische Union wirklich stärken würde, nämlich den Gedanken der Europäischen Union – die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Stärkung der Wirtschaft, der Umwelt und des Friedensprojekts – als inhaltlich vorrangig behandeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie sind die größten Postenschacherer! – Ruf bei den Grünen: Der ORF !)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie sind die größten Postenschacherer! – Ruf bei den Grünen: Der ORF !
nen, ihre Funktionsträger und Postenbesetzungen zu erklären (Abg. Grosz: Das haben Sie bei der Frau Berger schon bewiesen! Sie ist die größte Fehlbesetzung!), sondern wir sollten das tun, was die Europäische Union wirklich stärken würde, nämlich den Gedanken der Europäischen Union – die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Stärkung der Wirtschaft, der Umwelt und des Friedensprojekts – als inhaltlich vorrangig behandeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie sind die größten Postenschacherer! – Ruf bei den Grünen: Der ORF !)
Abg. Dr. Königshofer: Tauschen Sie mit dem Herrn Ostermayer!
Es ist doch völlig „wurscht“, wer Bundeskanzler ist (Abg. Dr. Königshofer: Tauschen Sie mit dem Herrn Ostermayer!), der verwaltet nur, der hat nicht einmal Initiativrecht – die Kommission sehr wohl. Also, würde ich das von jemand anderem hören, würde ich wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass es offen zur Schau getragene Inkompetenz ist.
Beifall bei den Grünen.
Aber das kann ich bei Ihnen nicht annehmen, das mache ich auch nicht. Das war der Versuch, der Bevölkerung ordentlich Sand in die Augen zu streuen, völlig zu verschleiern, worum es geht. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler, Sie haben sich in den letzten Monaten immer lautstark dafür ausgesprochen, dass Europa sozialer werden muss. Eine Erklärung, was das genau sein soll, sind Sie uns zwar schuldig geblieben, aber was zumindest klar geworden ist, ist, dass Sie mit der jetzigen Politik – und da gehört die Politik der Kommission dazu – offensichtlich nicht einverstanden waren. Gleich nach der Wahl haben Sie auch angekündigt, die Sozialdemokratie müsse noch kritischer werden. Jetzt würde mich schon interessieren, wem gegenüber Sie denn kritischer werden wollen, wenn die Kommission ohnehin egal ist! Wollen Sie vielleicht dem Europaparlament kritischer gegenüberstehen oder Kollegem Sarkozy oder Kollegin Merkel? (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Also was ist wirklich Ihr europapolitisches Programm, wofür stehen Sie und was wollen Sie von Europa? – Diese Antworten sind Sie zu 100 Prozent schuldig geblieben mit diesen Versuchen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Zu Recht! Zu Recht!
Auch viele in der ÖVP waren mit der Politik der Kommission sehr unglücklich. Ich kann mich gut erinnern an den tosenden Applaus im Umweltausschuss, als Umweltminister Berlakovich gemeinsam mit vielen, vielen Grün-Bewegungen in Europa, mit den NGOs das Gentechnikverbot in Österreich – unter Anführungszeichen – „gerettet“ hat. (Abg. Rädler: Zu Recht! Zu Recht!)
Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ja, wer hat denn das überhaupt angegriffen, dieses Gentechnikverbot? Drei Mal hintereinander in völlig unverschämter Art und Weise, völlig unverständlich, gegen 80 Prozent des Willens der europäischen Bevölkerung im Übrigen! – Das war die Kommission, drei Mal hintereinander! Ist es nicht auch für Sie ein bisschen relevant – oder für den Umweltminister –, wer in Zukunft darüber entscheidet, ob es in Österreich weiterhin ein Gentechnikverbot geben darf oder nicht?! (Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ist es Ihnen egal? Kollege Amon sagt, ja (Abg. Amon: Nein!) – Ihre Zwischenrufe vorhin habe ich gehört –, das ist der beste Mann und so weiter. Ist Ihnen völlig egal, welche Positionen er inhaltlich vertritt? – Offensichtlich schon! Eine reine – ich weiß nicht – Pappfigur, die der Kommission vorsteht, oder wie meinen Sie das, das sei egal? (Abg. Amon: Ich weiß nicht, warum Sie ihn so beschimpfen!)
Abg. Amon: Nein!
Ja, wer hat denn das überhaupt angegriffen, dieses Gentechnikverbot? Drei Mal hintereinander in völlig unverschämter Art und Weise, völlig unverständlich, gegen 80 Prozent des Willens der europäischen Bevölkerung im Übrigen! – Das war die Kommission, drei Mal hintereinander! Ist es nicht auch für Sie ein bisschen relevant – oder für den Umweltminister –, wer in Zukunft darüber entscheidet, ob es in Österreich weiterhin ein Gentechnikverbot geben darf oder nicht?! (Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ist es Ihnen egal? Kollege Amon sagt, ja (Abg. Amon: Nein!) – Ihre Zwischenrufe vorhin habe ich gehört –, das ist der beste Mann und so weiter. Ist Ihnen völlig egal, welche Positionen er inhaltlich vertritt? – Offensichtlich schon! Eine reine – ich weiß nicht – Pappfigur, die der Kommission vorsteht, oder wie meinen Sie das, das sei egal? (Abg. Amon: Ich weiß nicht, warum Sie ihn so beschimpfen!)
Abg. Amon: Ich weiß nicht, warum Sie ihn so beschimpfen!
Ja, wer hat denn das überhaupt angegriffen, dieses Gentechnikverbot? Drei Mal hintereinander in völlig unverschämter Art und Weise, völlig unverständlich, gegen 80 Prozent des Willens der europäischen Bevölkerung im Übrigen! – Das war die Kommission, drei Mal hintereinander! Ist es nicht auch für Sie ein bisschen relevant – oder für den Umweltminister –, wer in Zukunft darüber entscheidet, ob es in Österreich weiterhin ein Gentechnikverbot geben darf oder nicht?! (Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ist es Ihnen egal? Kollege Amon sagt, ja (Abg. Amon: Nein!) – Ihre Zwischenrufe vorhin habe ich gehört –, das ist der beste Mann und so weiter. Ist Ihnen völlig egal, welche Positionen er inhaltlich vertritt? – Offensichtlich schon! Eine reine – ich weiß nicht – Pappfigur, die der Kommission vorsteht, oder wie meinen Sie das, das sei egal? (Abg. Amon: Ich weiß nicht, warum Sie ihn so beschimpfen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Hätten Sie den Voggenhuber besser unterstützt, Frau Kollegin!
Sie sollten sich nach inhaltlichen Kriterien entscheiden, die Sie selbst aufgestellt haben, und eines der großen Kriterien – wie ich die ÖVP immer verstanden habe – ist: Gentechnikfreiheit in Österreich ist wichtig! Dann ziehen Sie aber auch die Konsequenz und sagen: Alle, die diese Politik weiter machen wollen – nämlich die Gentechnik der Bevölkerung aufs Aug’ zu drücken –, unterstützen wir in Zukunft nicht mehr. Dann dürfen Sie aber Barroso nicht unterstützen; das ist ganz logisch. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Hätten Sie den Voggenhuber besser unterstützt, Frau Kollegin!)
Abg. Amon: Voggenhuber war sehr anerkannt! Den haben Sie in die Wüste geschickt!
Beim Kollegen Bartenstein ist das vielleicht ein bisschen anders. Kollege Bartenstein hat die Kommission aus anderen Gründen sehr kritisch gesehen – als Energieminister. Wenn dort gute Vorschläge zur Energieeffizienz oder zum Klimaschutz gekommen sind, war Ihr Ressort unter Ihrer Führung damals kritisch (Abg. Amon: Voggenhuber war sehr anerkannt! Den haben Sie in die Wüste geschickt!), obwohl die ÖVP – offenbar nach außen hin – immer das Klimaschutzmäntelchen getragen hat. Also bei Ihnen verstehe ich, dass Sie Barroso weiterhin unterstützen, aber okay, das ist ein anderes Thema.
Abg. Rädler: Das haben die Grünen in Deutschland ...!
Ein drittes Thema noch: Die ganze Frage der Atomenergie in Europa ist schwierig genug, das wissen wir alle, und Sie werden in Europa wenige für diese Position finden, die überhaupt nicht für Atomkraft sind. Aber muss man es sich daher so schlimm machen, wie nur irgendwie möglich? Barroso war der erste Kommissionspräsident, der sich offen geoutet hat, der diese – unter Anführungszeichen – „angebliche“ Neutralität der Kommission (Abg. Rädler: Das haben die Grünen in Deutschland ...!) erstmals verlassen hat und sich offen pro Atomkraft ausgesprochen hat.
Ruf bei der ÖVP: Wie in Deutschland ...!
Was glauben Sie, was das in Europa auslöst, welche Investitionsentscheidungen das auslöst? Glauben Sie, es ist völlig irrelevant, wie sich ein Kommissionspräsident in dieser Frage positioniert? Wenn Sie konsequent gegen Atomenergie auftreten (Ruf bei der ÖVP: Wie in Deutschland ...!), dann darf das nicht bei der österreichischen Grenze aufhören, und schon gar nicht bei der deutschen Grenze, weil Kollegin Merkel im Übrigen unter Umständen auch keine Atomkraftgegnerin ist, die auf unserer Seite kämpft, oder vielleicht auch auf Ihrer; das weiß ich nicht. (Abg. Neubauer: Aber in Deutschland haben sie mit Hilfe der Grünen die Atomkraft verlängert!)
Abg. Neubauer: Aber in Deutschland haben sie mit Hilfe der Grünen die Atomkraft verlängert!
Was glauben Sie, was das in Europa auslöst, welche Investitionsentscheidungen das auslöst? Glauben Sie, es ist völlig irrelevant, wie sich ein Kommissionspräsident in dieser Frage positioniert? Wenn Sie konsequent gegen Atomenergie auftreten (Ruf bei der ÖVP: Wie in Deutschland ...!), dann darf das nicht bei der österreichischen Grenze aufhören, und schon gar nicht bei der deutschen Grenze, weil Kollegin Merkel im Übrigen unter Umständen auch keine Atomkraftgegnerin ist, die auf unserer Seite kämpft, oder vielleicht auch auf Ihrer; das weiß ich nicht. (Abg. Neubauer: Aber in Deutschland haben sie mit Hilfe der Grünen die Atomkraft verlängert!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie konsequent sagen, wir sind gegen Atomenergie, wir wollen einen europaweiten Atomenergieausstieg, dann müssen Sie Nein zu Barroso sagen. Alles andere ist völlig unsinnig und unlogisch. – Erklären Sie mir das Gegenteil! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Europa ein bisschen korrigieren und vielleicht zugeben, dass Personalentscheidungen schon auch – ein bisschen zumindest – politische Entscheidungen sind, Herr Bundeskanzler – oder vielleicht auch nächste Woche Vizekanzler, vielleicht tauschen Sie ja ein bisschen herum. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Es wäre aber auch herrlich gewesen, ein paar Worte über Johannes Voggenhuber zu hören!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap. Eingestellte Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Es wäre aber auch herrlich gewesen, ein paar Worte über Johannes Voggenhuber zu hören!)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Zweiter Punkt: Ich bin dafür, dass der Kandidat oder die Kandidatin, den oder die die Regierung für die EU-Kommission ausgewählt hat, sich vor der Einvernahme im Hauptausschuss einer Diskussion im Hauptausschuss stellt und seine Pläne, Themensetzungen, Schwerpunktsetzungen präsentiert. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Plassnik.
Es wird im Übrigen auch interessant sein, was der designierte Kommissionspräsident von sich geben wird, wenn es um die Ressortaufteilung geht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Plassnik.) Das ist ja eine europäische und keine nationale Einrichtung. Es ist eine europäische Einrichtung, und daher wird man versuchen müssen, mit allen Kommissaren zusammenzuarbeiten.
Zwischenruf bei den Grünen.
Was die Menschen nicht mögen, ist, dass wir uns tage- und wochenlang den Kopf darüber zerbrechen, welche Person wo was macht. Es ist schon richtig, Frau Abgeordnete Lunacek, eine Person steht auch für eine bestimmte Politik, aber diese Person muss sich auch an Mehrheitsbeschlüsse halten, und diese Person muss auch eine Legitimation haben. Das darf man dabei nicht vergessen, denn das ist auch eine gewisse Balance. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Barroso?!
Ich kann mir auch einen Besseren vorstellen als Barroso, aber Sie müssen trotzdem einen Zugang haben, der letztlich realistisch ist, der letztlich auch eine Umsetzungsperspektive hat und der letztlich auch mithilft, die Frage zu beantworten: Was ist für Österreich das Beste? (Abg. Öllinger: Barroso?!), denn auch das sollten wir tun. (Abg. Mag. Kogler: Sie kommen vor lauter Umsetzung in die Perspektivenlosigkeit!)
Abg. Mag. Kogler: Sie kommen vor lauter Umsetzung in die Perspektivenlosigkeit!
Ich kann mir auch einen Besseren vorstellen als Barroso, aber Sie müssen trotzdem einen Zugang haben, der letztlich realistisch ist, der letztlich auch eine Umsetzungsperspektive hat und der letztlich auch mithilft, die Frage zu beantworten: Was ist für Österreich das Beste? (Abg. Öllinger: Barroso?!), denn auch das sollten wir tun. (Abg. Mag. Kogler: Sie kommen vor lauter Umsetzung in die Perspektivenlosigkeit!)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
che G’schichten jenseits dessen, was die Österreicherinnen und Österreicher wollen, im Kopf. Das wäre falsch. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es geht um die Synthese zwischen beiden – Österreich und Europa –, denn das ist eine Gemeinsamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Ursula Plassnik (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Es ist gut, dass wir eine Europa-Debatte führen, auch durchaus im Nationalrat. Ich bin sehr dafür. Eine Warnung möchte ich aber schon an die Kolleginnen und Kollegen von den Grünen ergehen lassen: Den Frust über den Ausgang der EU-Wahlen, die vielleicht nach Ihrem Geschmack nicht ganz so verlaufen sind, wie Sie sich das vorgestellt haben, in eine Jagd nach Sündenböcken umzumünzen, das, glaube ich, ist es nicht, was die Akzeptanz Europas in unserem Land verstärkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Wichtiger wäre – da gebe ich Herrn Klubobmann Cap durchaus recht – eine inhaltliche Positionierung. Wir brauchen eine europäische Zukunftsoffensive. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist da. An der Themenstellung für die Hausaufgaben im außenpolitischen Bereich und im institutionellen Bereich ändert sich gar nichts, wenn Sie versuchen, José Manuel Barroso schlechtzumachen und ihm ein Sündenregister vorzuhalten. Das ist eine außerordentlich einseitige Betrachtungsweise! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wider den Vorsitz.
Das Initiativmonopol der Kommission in der Rechtsetzung ist ein umstrittenes und sehr bestrittenes, vom Europäischen Parlament immer wieder angenagtes Thema. Die Kommission hat dieses Monopol, ob wir das wollen oder nicht. Das sehen wir jetzt aus aktuellem Anlass bei der Finanzaufsicht. Daher haben wir allen Grund zu hoffen, dass es zu entsprechend starken Vorschlägen von Seiten der Kommission kommt. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wider den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Rederecht der Abgeordneten zum Europäischen Parlament gibt es von meiner Seite uneingeschränkte Unterstützung. Alles andere wäre eigentlich unverständlich. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Plassnik.
Kollegin Plassnik hat zur Frage einer Wahl überhaupt gemeint, dass man bei einer Wahl nicht Feindbilder suchen, sondern, ich glaube, das Verbindende herstellen solle. (Zwischenruf der Abg. Dr. Plassnik.) – Ich meine, es ist im Wesentlichen nicht Charakter einer Wahl, dass man verhindert, Feindbilder zu suchen, um das Verbindende herzustellen! – Bei einer Wahl besteht normalerweise eine Auswahl zwischen mehreren Personen und Kandidaten, und man trifft dann diese Auswahl. Man kann aber doch eine Wahl nicht schon deswegen abblocken, weil es keine Feindbilder geben darf!
Abg. Großruck: Sarkozy ist wahrscheinlich nicht Ihrer Meinung!
Die Kommission ist natürlich – um das Cap-Beispiel zu zitieren – in Wirklichkeit mächtiger als der französische Staatspräsident. (Abg. Großruck: Sarkozy ist wahrscheinlich nicht Ihrer Meinung!) Nicht der Präsident ad personam, aber die Kommission an sich hat bedeutend weitere Kompetenzen als der französische Staatspräsident, der dieses exklusive Initiativrecht in Gesetzesfragen zum Beispiel nicht hat und der in hohem Ausmaß auf das Parlament angewiesen ist. Es gibt zwar diese Kohabitationsbeispiele, das ist jedoch eine sehr wackelige Angelegenheit. Die Stellung des französischen Parlaments ist viel stärker als die des Europäischen Parlaments.
Beifall bei der FPÖ.
für die Gentechnik oder für die Atomenergie. Das sind für ihn offensichtlich persönliche Anliegen, die er sehr vehement nach außen vertritt. Er tritt auch offen und persönlich für den Türkeibeitritt ein. Außerdem hat er auch die Asylrichtlinie mit zu verantworten, die für uns besonders schmerzlich ist und die eigentlich für jeden schmerzlich sein sollte, der die Interessen der österreichischen Bürger, des Sozialstaates und der Exekutive auch nur irgendwie im Sinne hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Rolle der EU-Kommission ist nicht ein abgehobenes politisches Perpetuum mobile, das machen kann, was es will. Das hätten einige Leute zwar gerne, nämlich diese ganzen Apologeten der Beseitigung der Nationalstaaten, aber das wollen wir nicht. Ich bin froh, dass jetzt endlich einmal ein Bundeskanzler dieses Land als Regierungschef führt, der zumindest den Herrn Kommissionspräsidenten von einer italienischen Weinflasche unterscheiden kann. Das konnte sein Vorgänger nämlich nicht immer! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Das war jetzt aber schon ein bisschen tief, Herr Kollege!
tausch gegeben hat: rote Maria Berger für den Gerichtshof, schwarzer Willi Molterer für die Kommission. Ist doch so, oder? Wo ist Molterer denn heute? Bereitet er sich schon vor? Lernt er schon? Vielleicht studiert er schon die Speisekarte des Abendessens des Rates! (Abg. Dr. Bartenstein: Das war jetzt aber schon ein bisschen tief, Herr Kollege!) Es geht noch tiefer, wenn es sein muss! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
tausch gegeben hat: rote Maria Berger für den Gerichtshof, schwarzer Willi Molterer für die Kommission. Ist doch so, oder? Wo ist Molterer denn heute? Bereitet er sich schon vor? Lernt er schon? Vielleicht studiert er schon die Speisekarte des Abendessens des Rates! (Abg. Dr. Bartenstein: Das war jetzt aber schon ein bisschen tief, Herr Kollege!) Es geht noch tiefer, wenn es sein muss! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Bartenstein, tief ist es, wenn Sie uns hier im Haus wider besseres Wissen weismachen wollen, dass hinter der Entscheidung betreffend das Kommissionsmitglied aus Österreich eine von jedem parteipolitischen Abtausch losgelöste Sachentscheidung stehe! Das bedeutet uns alle für dumm verkaufen. Das ist tief, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und das wollen Sie, nebenbei bemerkt, nicht nur mit uns hier herinnen, die wir es alle besser wissen, sondern auch in der Öffentlichkeit draußen tun! Sie haben es fertiggebracht – und das war schwergewichtig ein Anliegen der Österreichischen Volkspartei, denn darin sind Sie Meister –, den unseligen österreichischen parteipolitischen Proporz auch auf die europäische Ebene zu heben. Das ist die Verantwortung, die Sie zu tragen haben. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hornek. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, der Herr Bundeskanzler hat heute unfreiwillig als Zeuge fungiert. Das war auch tief. (Zwischenruf des Abg. Hornek. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, wenn Sie glauben, dass Sie einen sensationellen Wahlerfolg eingefahren haben, dann täuschen Sie sich! Sie haben genau drei Zehntelprozent von jenen vier von zehn Österreichern bekommen, die überhaupt noch zur Wahl gegangen sind! Darauf brauchen Sie sich nichts einzubilden, das kann ich Ihnen gleich sagen! (Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es gab nur ein mühsam von Ihnen inszeniertes Vorzugsstimmenschauspiel zwischen Herrn Karas und Herrn Strasser! Für Herrn Strasser haben Sie gerade noch Ihre eigene Stammwählerschaft hingebracht, vom Bauernbund bis zum Wirtschaftsbund, und dann hört es sich schon auf! Das war die Leistung der Österreichischen Volkspartei! Mehr ist nicht dahinter! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber freuen Sie sich darüber! Schauen Sie: Der Osterhase kommt auch jedes Jahr! Sie sollen diesen Wahlerfolg gerne haben! Wenn Sie glauben, dass das ein Erfolg ist, dann sei’s drum! Ich freue mich, dass ich Ihnen erhalten bleibe, das ist für mich die wesentlich größere Freude, glauben Sie mir das, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, ich bringe Ihnen ein Beispiel: Basel II einzuführen und es damit den kleinen Banken unmöglich zu machen, Kredite zu vergeben, und es den kleinen Unternehmen unmöglich zu machen, Liquidität herzustellen, und gleichzeitig zuzuschauen, wie die Großspekulanten auf Kosten der Steuerzahler ihre Haftungen für das, was sie vorher verbrochen haben, abwälzen, und dafür nicht einen Finger zu rühren, meine Damen und Herren, obwohl er die Kompetenz dafür hätte, das ist Barroso, und das ist der Grund, warum wir ihn ablehnen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Es gibt bis heute keine wirklich tauglichen Vorschläge, wie man gegen Spekulanten und zweifelhafte Finanzprodukte vorgehen könnte. Das wäre seine Aufgabe gewesen! Längst ist bekannt, meine Damen und Herren, dass die Finanzkrise noch nicht durchgestanden ist, aber Herr Barroso hat nichts anderes zu tun, als an seine Wiederbestellung zu denken. Das ist ihm das Allerwichtigste! Was dann aus der Finanzkrise wird, ist für ihn sekundär. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Ja, das habe ich mir gedacht! Das ist deswegen zweckmäßig, weil ein nicht handelnder Kommissionspräsident möglichst rasch wieder bestellt wird! Das ist die Zweckmäßigkeit Marke Martin Bartenstein!
Beifall beim BZÖ.
Mein Appell an Sie: Wenn es Ihnen mit einer Verbesserung des Image der Europäischen Union wirklich ernst ist, dann zeigen Sie, dass Sie das Signal der Abstimmung mit den Füßen, nämlich die Verweigerung der Abstimmungsteilnahme bei den Wahlen, verstanden haben und sorgen Sie dafür, dass ein anderer Kommissionspräsident diese Kommission in Zukunft führt! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Das müsste Ihnen zu denken geben!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Es ist ein ganz ungewohntes Gefühl, mit Herrn Stadler über weite Strecken einer Meinung zu sein. (Abg. Dr. Bartenstein: Das müsste Ihnen zu denken geben!) Aber es soll so sein, wenn wir uns wenigstens in einigen Punkten einig sind.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Cap war diesmal aber wieder einmal interessant. Du kommst mir vor wie der Barroso von Herrn Faymann. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Cap: Ich habe aber zitiert!
Josef Cap sagt dasselbe. (Abg. Dr. Cap: Ich habe aber zitiert!) Wenn man dir zuhört, dann muss man zu der Auffassung gelangen, der Bundeskanzler der Republik Österreich ist überhaupt der unwichtigste Minister von allen – der unwichtigste! (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Josef Cap sagt dasselbe. (Abg. Dr. Cap: Ich habe aber zitiert!) Wenn man dir zuhört, dann muss man zu der Auffassung gelangen, der Bundeskanzler der Republik Österreich ist überhaupt der unwichtigste Minister von allen – der unwichtigste! (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Dr. Cap zuckt mit den Schultern.
Was darf der Bundeskanzler offiziell? – Sich über den ORF den Kopf zerbrechen. Ist eh wichtig. Die Personalagenden wandern in jeder Legislaturperiode hin und her. Und? Ist das die Realität? – Bitte, halt’ uns nicht für dümmer, als wir vielleicht sind – zugegeben. (Abg. Dr. Cap zuckt mit den Schultern.) – Aber das war stark. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Grünen und BZÖ.
Was darf der Bundeskanzler offiziell? – Sich über den ORF den Kopf zerbrechen. Ist eh wichtig. Die Personalagenden wandern in jeder Legislaturperiode hin und her. Und? Ist das die Realität? – Bitte, halt’ uns nicht für dümmer, als wir vielleicht sind – zugegeben. (Abg. Dr. Cap zuckt mit den Schultern.) – Aber das war stark. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Auch Lunacek!
„Niemand sollte sich täuschen über die schleichende Aushöhlung der Union. Jedes ,Weiter so!‘ verbietet sich. Doch gerade Barrosos Wiederbestellung wäre dieses Signal. Für allzu viele Bürger sind die EU-Kommissare abgehobene Funktionäre ohne Strahlkraft“ (Ruf bei der ÖVP: Auch Lunacek!) „ – ein Symbol für den Erschöpfungszustand der Union. Barroso war nicht der Mann, dieses Image zu ändern.“ – Und so weiter.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Na ja, aber das ist das, was unser Bundeskanzler will, nämlich an diesem Zustand nichts ändern. Ich glaube, wir glauben, die Grünen glauben, dass gerade im jetzigen Zustand in der kommenden Fünfjahresperiode der Union die Kommission eine wichtigere Rolle denn je hat – auch der Rat, auch das Parlament. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber in diesem Machtdreieck zwischen Europäischem Parlament, Europäischem Rat und Europäischer Kommission darf die Kommission als die Vertreterin europäischer Interessen nicht untergehen. Ich glaube, wir brauchen hier keinen Politiker vom Typus eines Barroso. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist der Punkt! Er richtet sich sogar danach!
Das ist nicht das, was wir brauchen, unabhängig fast von den Positionen, die wir sonst von der Vision von Europa vertreten. Aber was wir nicht brauchen, ist jemand, der sich dem Druck der großen Mitgliedstaaten in dieser Weise nicht verweigert, sondern, je nachdem, dieses Spiel mitspielt. (Abg. Mag. Stadler: Das ist der Punkt! Er richtet sich sogar danach!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist eh wurscht, ist eh nur Verwaltung!
Hoffen wir, dass wenigstens die Auswahl des österreichischen EU-Kommissars in irgendeiner Weise vertretbar vonstatten geht! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist eh wurscht, ist eh nur Verwaltung!) Fischler war ein ausgezeichneter Kommissar. Bei der ÖVP fallen mir sofort einige Namen ein, wo ich denke, je nach Ressort – es passt nicht jede und jeder in jedes Ressort –, aber im Einzelnen könnten natürlich Plassnik, Molterer, Schüssel, was weiß ich, eine gute Figur machen.
Abg. Mag. Stadler: Die Flasche hat er nicht verwechselt! Die Flasche hat er getrunken! – Ruf: Den Inhalt!
Wer fällt mir bei der SPÖ ein? Ist ja kein Wunder, dass Sie keinen eigenen Kandidaten präsentieren! Es ist auch nicht meine Sache, das zu forcieren. Wenn Sie keinen roten Kommissar in der Kommission wollen, einen europäischen Kommissar, so ist das Ihre Sache. Der Einzige, der mir momentan einfällt, ist Gusenbauer. Aber der wurde ja von der SPÖ in seinem hoffnungsvollen Posten als Bundeskanzler abgesägt. Aber als Kommissar? Dass er einmal eine Flasche verwechselt hat, wie das ... (Abg. Mag. Stadler: Die Flasche hat er nicht verwechselt! Die Flasche hat er getrunken! – Ruf: Den Inhalt!) – Die Flasche hat er nicht verwechselt. Ja. Das wäre noch kein hinreichender Grund, nicht auch an ihn zu denken. Aber das soll nicht meine Sorge sein. Hoffen wir, dass das gut geht!
Beifall bei den Grünen.
Aber zumindest das Rederecht im Parlament wäre zu gewähren. Josef Cap, ich meine, was soll das? – Hier soll ein Kommissar stehen und europäische Politik vertreten, nicht nur im Hauptausschuss, dort ist es auch noch nicht möglich. Hier im Plenum soll er europäische Politik vertreten. Das wäre wirklich sehr spannend – abgesehen von unseren Abgeordneten im EP, dass die hier Rederecht haben sollen. Aber ich will es auch für die hohen und höchsten Funktionäre der Union. Hier sollen sie stehen und sich verantworten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit des Abg. Dr. Van der Bellen.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, ich bewundere ja Ihren Humor, aber ... (Heiterkeit des Abg. Dr. Van der Bellen.) – Jetzt kommt das Aber: Das Lachen vergeht einem, wenn man sich vor Augen führt, dass wir uns in der tiefgreifendsten und weitreichendsten wirtschaftlichen Krise befinden, an die wir uns, vor allem die Ältesten unter uns, erinnern können. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Professor Van der Bellen, ich bewundere ja Ihren Humor, aber ... (Heiterkeit des Abg. Dr. Van der Bellen.) – Jetzt kommt das Aber: Das Lachen vergeht einem, wenn man sich vor Augen führt, dass wir uns in der tiefgreifendsten und weitreichendsten wirtschaftlichen Krise befinden, an die wir uns, vor allem die Ältesten unter uns, erinnern können. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Von wem? Barroso?
Millionen von Menschen haben ihre Arbeitsplätze verloren. Existenzen wurden vernichtet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Von wem? Barroso?) Viele, die sich einen be-
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.
scheidenen Wohlstand erarbeitet haben, leben jetzt plötzlich in akuter Armut und wissen nicht, wie sie sich und ihre Familien ernähren sollen. Meine Damen und Herren! Das sind die Probleme, die wir derzeit in Europa haben; damit müssen wir uns und auch die Institutionen der Europäischen Union beschäftigen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Brosz.
Viel zu oft, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben die Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen müssen, diese Union beschäftigt sich nur mit sich selbst: Wer wird was? Welche Posten sind zu vergeben? Wie wird die Macht verteilt? Wie können Pfründe gesichert werden? (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Brosz.) Und da ist es schon – und das sage ich jetzt speziell in Ihre Richtung – sehr bedenklich, ja enttäuschend, dass genau diese Nebenschauplätze, die für die Bevölkerung null Bedeutung haben, für die Grünen so dringlich sind, dass sie diese zum Aufhänger für eine Dringliche Anfrage machen. (Abg. Mag. Lunacek: Die Wahl des Kommissionspräsidenten ist ein „Nebenschauplatz“?)
Abg. Mag. Lunacek: Die Wahl des Kommissionspräsidenten ist ein „Nebenschauplatz“?
Viel zu oft, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben die Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen müssen, diese Union beschäftigt sich nur mit sich selbst: Wer wird was? Welche Posten sind zu vergeben? Wie wird die Macht verteilt? Wie können Pfründe gesichert werden? (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Brosz.) Und da ist es schon – und das sage ich jetzt speziell in Ihre Richtung – sehr bedenklich, ja enttäuschend, dass genau diese Nebenschauplätze, die für die Bevölkerung null Bedeutung haben, für die Grünen so dringlich sind, dass sie diese zum Aufhänger für eine Dringliche Anfrage machen. (Abg. Mag. Lunacek: Die Wahl des Kommissionspräsidenten ist ein „Nebenschauplatz“?)
Abg. Mag. Stadler: Und warum?
Die Menschen erwarten sich eine Lösung ihrer Probleme und keine Personaldebatten. Bei Personalbestellungen muss man natürlich die geschaffenen und bestätigten Mehrheitsverhältnisse in den Gremien zur Kenntnis nehmen. Da haben leider die Konservativen die Mehrheit erzielt, zwar nicht wirklich verdient, sondern dem Umstand verdankend, dass die Anhängerschaft der anderen Fraktionen den Wahlurnen leider ferngeblieben ist. (Abg. Mag. Stadler: Und warum?)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Aber wie auch immer: Dieses Ergebnis ist zur Kenntnis zu nehmen und findet auch in der Besetzung der Gremien seinen Niederschlag. Das heißt, es wird den Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen bedauerlicherweise auch nicht möglich sein, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin durchzubringen beziehungsweise einen Konservativen zu verhindern. Etwas anderes zu glauben wäre eine pure Illusion. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Wie schaut es aus mit der Mindestsicherung?
Was wir aber tun können und werden, ist, inhaltliche Forderungen zu stellen, wenn ein Kandidat Wert auf breite Zustimmung legt. Damit ist den Menschen, denen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns besonders verpflichtet fühlen, wohl mehr gedient, nämlich den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, den Konsumentinnen und Konsumenten, jenen, die unter Arbeitslosigkeit und Armut leiden, der Jugend, die die besten Entfaltungsmöglichkeiten vorfinden soll, den Pensionistinnen und Pensionisten, die einen würdigen Lebensabend verbringen sollen. (Abg. Öllinger: Wie schaut es aus mit der Mindestsicherung?)
Abg. Brosz: Dass Sie keine Gesetze beschließen, ist wurscht?!
Im Übrigen bin ich dem Herrn Bundeskanzler als Leiter des Exekutivorgans Bundesregierung wirklich sehr dankbar dafür, dass er sich nicht in die ureigensten Aufgaben der Legislative einmischt. (Abg. Brosz: Dass Sie keine Gesetze beschließen, ist wurscht?!) Das ist nämlich wirklich gelebter Respekt vor dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Gewaltenteilung. Der Herr Bundeskanzler respektiert das – Sie offensichtlich nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Übrigen bin ich dem Herrn Bundeskanzler als Leiter des Exekutivorgans Bundesregierung wirklich sehr dankbar dafür, dass er sich nicht in die ureigensten Aufgaben der Legislative einmischt. (Abg. Brosz: Dass Sie keine Gesetze beschließen, ist wurscht?!) Das ist nämlich wirklich gelebter Respekt vor dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Gewaltenteilung. Der Herr Bundeskanzler respektiert das – Sie offensichtlich nicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Haben Sie das Lob überhört?
In Sachen Wettbewerb verstehe ich Ihre Kritik sowieso nicht, weil aktive Wettbewerbspolitik, meine Damen und Herren von den Grünen, ja im Regelfall zugunsten der Konsumentinnen und Konsumenten ausgeht oder ausgehen sollte. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Haben Sie das Lob überhört?) Oder wie anders sind die Milliardenstrafen von Nellie Kroes in Richtung Microsoft, in Richtung Google oder die Strafen in einer Größenordnung von Hunderten Millionen Euro in Richtung des europäischen Aufzugherstellerkartells zu verstehen? Sie sind ja von der Kommission gewissermaßen auch geschnappt und gestraft worden.
Beifall bei der ÖVP.
Weiters werfen Sie der Kommission schrankenlose Liberalisierung vor, Barroso zuvorderst. Wir Österreicher, ich selbst, wir haben die Dienstleistungsrichtlinie vor ziemlich genau drei Jahren verabschiedet. Und falls Sie es vergessen haben: Das war im Konsens mit dem Europäischen Gewerkschaftsverband, der war mit an Bord. Es war eine maßvolle Liberalisierung im Interesse der europäischen Konsumenten, im Interesse der europäischen Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also: Barroso im Juli und nicht erst im September! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Mit oder ohne „h“ – besser als Barroso!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, erlauben Sie mir ein letztes Wort und zwei Bitten: Wenn Sie schon Name dropping betreiben, meine Damen und Herren von den Grünen, einmal in Richtung EU-Kommissionspräsident, und dann, Herr Professor Van der Bellen, lassen Sie auch gleich einige Namen hier Anwesender und nicht Anwesender fallen, wer denn aus Ihrer Sicht als Kommissar geeignet wäre – interessanterweise fällt Ihnen kein grüner Kandidat ein –, dann hätte ich eine herzliche Bitte: Schreiben Sie zumindest den Namen von Jean-Claude Juncker richtig – er schreibt sich ohne „h“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Mit oder ohne „h“ – besser als Barroso!)
Beifall bei der ÖVP.
Und eine Bitte an den Herrn Bundeskanzler: Sprechen Sie vom Europa der Mitgliedstaaten, nicht vom Europa der Nationalstaaten. Die Europäische Union ist dazu da, die Nationalstaatlichkeit Europas zu überwinden. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die letzte Bemerkung des wohl auch kommissionsministrablen Kollegen Dr. Bartenstein lässt mich gleich wie das berühmte Kavalleriepferd, das das Signal hört, hochfahren. Das ist nicht die Konzeption, die Verdrängung der Nationalstaaten oder gar deren Beseitigung (Beifall bei der FPÖ), denn diese Schimäre, den europäischen Einheitsbrei durch Beseitigung der Mitgliedstaaten, die derzeit durchaus Nationalstaaten sind, zu verändern, ist eine auf die durchgehende Beseitigung des Schutzmechanismus der Bürgerrechte gerichtete Option. In der Realität sind es nämlich nach wie vor die Nationalstaaten, und nur diese, die die Grund- und Freiheitsrechte der Bürger schützen und rechtsstaatlich als Schutzmechanismus befürworten oder bewahren, nicht die Europäische Union! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die letzte Bemerkung des wohl auch kommissionsministrablen Kollegen Dr. Bartenstein lässt mich gleich wie das berühmte Kavalleriepferd, das das Signal hört, hochfahren. Das ist nicht die Konzeption, die Verdrängung der Nationalstaaten oder gar deren Beseitigung (Beifall bei der FPÖ), denn diese Schimäre, den europäischen Einheitsbrei durch Beseitigung der Mitgliedstaaten, die derzeit durchaus Nationalstaaten sind, zu verändern, ist eine auf die durchgehende Beseitigung des Schutzmechanismus der Bürgerrechte gerichtete Option. In der Realität sind es nämlich nach wie vor die Nationalstaaten, und nur diese, die die Grund- und Freiheitsrechte der Bürger schützen und rechtsstaatlich als Schutzmechanismus befürworten oder bewahren, nicht die Europäische Union! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der EuGH ist die Verkörperung des Abganges, sage ich jetzt einmal, vom Prinzip der Rechtsherrschaft hinüber zum Richterrecht. Und ich empfehle allen, die darüber reflektieren mögen, dass dadurch kein rechtsstaatlich inkohärenter Zustand bestünde, eine leider anstrengende vertiefte Betrachtung rechtsphilosophischer Prinzipien, denn Richterrecht ist losgelöst vom gesatzten Recht, existiert unkontrolliert und ist eine Herrschaftsform, die außerhalb des Verfassungsbogens – ich zitiere Khol – steht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Und das ist ein extrem bedenklicher Zustand (Beifall bei der FPÖ), ein Zustand, der abseits der EU-Vertragsrechtslage erzeugt wird, dem es schon längst entgegenzutreten gilt!
Beifall bei der FPÖ – Widerspruch bei der ÖVP
Abschließend: Es mag und soll und darf niemand bestreiten, dass die Tatsache des Verfolgens eines großen politischen Programms, und das ist die EU zweifellos, und zur EU steht auch die Freiheitliche Partei – die Freiheitliche Partei war die erste und einzige Partei, Jahre vor allen anderen Parteien, die die europäische Einigung als unabdingbaren Teil ihres Parteiprogramms inkludiert hatte, lange bevor die anderen Parteien darauf gekommen sind! (Beifall bei der FPÖ – Widerspruch bei der ÖVP) –, anerkennenswert ist, aber wir haben ein anderes vereinigtes Europa als Modell. Wir haben nicht die Auslöschung der Mitgliedstaaten als Existenzen der Nationalstaaten vor Augen, sondern das Europa der Vaterländer. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend: Es mag und soll und darf niemand bestreiten, dass die Tatsache des Verfolgens eines großen politischen Programms, und das ist die EU zweifellos, und zur EU steht auch die Freiheitliche Partei – die Freiheitliche Partei war die erste und einzige Partei, Jahre vor allen anderen Parteien, die die europäische Einigung als unabdingbaren Teil ihres Parteiprogramms inkludiert hatte, lange bevor die anderen Parteien darauf gekommen sind! (Beifall bei der FPÖ – Widerspruch bei der ÖVP) –, anerkennenswert ist, aber wir haben ein anderes vereinigtes Europa als Modell. Wir haben nicht die Auslöschung der Mitgliedstaaten als Existenzen der Nationalstaaten vor Augen, sondern das Europa der Vaterländer. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?!
Wenn ich an eine Führungsfigur denke – eine Führungsfigur ist Barroso bei Gott nicht; denken Sie daran, dass man drei Monate oder länger gebraucht hat, um ihn aus dem portugiesischen Hinterhofzimmer einer verträumten politischen Abseitsklasse hervorzuholen (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?!) –, dann denke ich an große Figuren: Hallstein, Delors, Santer. Barroso war das kleinste gemeinsame Vielfache – niemand wollte Barroso, nur fand sich niemand anderer! Das ist die Realität seiner Bestellung! (Ironische Heiterkeit bei den Abgeordneten Dr. Plassnik und Dr. Bartenstein.) – Wenn Sie darüber lachen, seien Sie herzlich eingeladen; ich bin nur ein humorvoller Mensch.
Ironische Heiterkeit bei den Abgeordneten Dr. Plassnik und Dr. Bartenstein.
Wenn ich an eine Führungsfigur denke – eine Führungsfigur ist Barroso bei Gott nicht; denken Sie daran, dass man drei Monate oder länger gebraucht hat, um ihn aus dem portugiesischen Hinterhofzimmer einer verträumten politischen Abseitsklasse hervorzuholen (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?!) –, dann denke ich an große Figuren: Hallstein, Delors, Santer. Barroso war das kleinste gemeinsame Vielfache – niemand wollte Barroso, nur fand sich niemand anderer! Das ist die Realität seiner Bestellung! (Ironische Heiterkeit bei den Abgeordneten Dr. Plassnik und Dr. Bartenstein.) – Wenn Sie darüber lachen, seien Sie herzlich eingeladen; ich bin nur ein humorvoller Mensch.
Beifall bei der FPÖ sowie Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Es ist ja ein Faktum, dass Sie es ausgepackelt haben, und egal, ob das heute schon in den Zeitungen steht: Sie können doch nicht behaupten, dass Barroso die Lichtgestalt der Weiterentwicklung und Fortentwicklung der Europäischen Union ist! Wenn Sie sich wieder zu einem Modell des kleinsten gemeinsamen Vielfachen entschließen, und die Mehrheitsverhältnisse mögen Ihnen dazu vielleicht die Macht an die Hand geben, sage ich: Bartenstein wäre mir lieber. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Anfrage!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Wenn ich mir diesen Antrag der Grünen anschaue (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Anfrage!) – entschuldigen Sie diesen kleinen Ausrutscher! –, wenn ich mir also diese Anfrage anschaue, dann muss ich feststellen, dass hier steht:„ökologisch-sozialer Umbau Europas“. Auch das ist ein Thema.
Abg. Krainer: Aber das ist doch nicht die Frage! Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass in der Sahara viel mehr die Sonne scheint als in Tirol?
Das muss man sich einmal vorstellen! Was könnte man mit so viel Geld machen? Ich habe mir das einmal angeschaut auf Österreich bezogen: Wir bräuchten nur 30 Milliarden €, um von Atomstromimporten komplett unabhängig zu werden! Das heißt, wir könnten unseren Energiebedarf, unseren Bedarf an elektrischer Energie in Österreich bei einem Aufwand von 30 Milliarden zu 100 Prozent selbst decken, wir wären unabhängig von allen Importen. Und diese 30 Milliarden müssten wir nicht einmal selbst in die Hand nehmen, sondern das würde die Industrie übernehmen. (Abg. Krainer: Aber das ist doch nicht die Frage! Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass in der Sahara viel mehr die Sonne scheint als in Tirol?) – Genau, auf diesen Punkt komme ich gleich. Sie haben es angesprochen, aber das wäre genau mein nächster Punkt gewesen.
Abg. Krainer: Ja dann machen Sie es!
Und wenn man in Österreich diese Kraft-Wärme-Kopplung macht, dann ist man bei einem Wirkungsgrad von 40 Prozent. Das heißt, man kann den Standortnachteil zu 100 Prozent ausgleichen. Zu 100 Prozent! Und da spreche ich noch nicht von den 5 000 km langen Leitungen und den Verlusten, die dadurch entstehen, sondern allein davon, dass ich durch eine sinnvolle Kraft-Wärme-Kopplung in Österreich den Wirkungsgrad so verbessern kann, dass ich mit dem Projekt in Afrika locker gleichziehen kann. (Abg. Krainer: Ja dann machen Sie es!)
Beifall beim BZÖ.
Diese Abhängigkeit – wir haben in der Gaskrise gesehen, wo das hinführt – muss ein Ende haben! Wir haben in Österreich alles, was wir dafür brauchen, und deshalb brauchen wir das Geld für sinnvolle Projekte hier im Land – und nicht für Investitionen in Afrika! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: So war es gemeint! – Abg. Strache: Weder das noch das!
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Wenn der Personalvorschlag des Kollegen Fichtenbauer ein Signal an Barroso-Skeptiker in der Sozialdemokratie war, indem er Kollegen Bartenstein als Kommissionspräsidenten vorschlägt, dann ist das ein weiteres Argument, dass wir uns dem Vorschlag unseres Bundeskanzlers annähern können und uns Kommissionspräsidenten Barroso auch für eine weitere Amtsperiode vorstellen können. (Abg. Dr. Bartenstein: So war es gemeint! – Abg. Strache: Weder das noch das!)
Abg. Strache: Das ist ja nicht nur in den Köpfen, sondern auch in der Realität da, oder?
identifizieren konnten? – Das war auf der einen Seite die Angst vor der Bürokratie in der Europäischen Union, die nach wie vor in den Köpfen der Menschen ist. Es haben auch Politikerinnen und Politiker und auch Medien in Österreich und eigentlich in allen Mitgliedstaaten dazu beigetragen, dass es diese Europa-Skepsis gibt. (Abg. Strache: Das ist ja nicht nur in den Köpfen, sondern auch in der Realität da, oder?)
Abg. Öllinger: Staats- und Regierungschefs? Na Mahlzeit!
Deshalb halte ich es für sehr verantwortungsvoll, wenn sich die Staats- und Regierungschefs relativ rasch auf eine gemeinsame Führung innerhalb der Europäischen Union einigen (Abg. Öllinger: Staats- und Regierungschefs? Na Mahlzeit!), unter der Voraussetzung, dass die gemeinsam formulierten Inhalte – die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, der soziale Ausgleich in Europa, der Vorrang für Umweltaktivitäten der Europäischen Kommission, die Bürgernähe, der Konsumentenschutz – in einer zukünftigen europäischen Politik von allen Gremien, vom Parlament, von der Kommission und von den Räten, eine höhere Bedeutung zugemessen bekommen, als das in der Vergangenheit der Fall war.
Beifall bei der SPÖ.
Dafür steht die Sozialdemokratie, und wir werden versuchen, diese Interessen auch auf europäischer Ebene umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Ihr habt über 3 Prozent verloren!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Am 7. Juni sind die Würfel für die Europäische Union neu gefallen. Ich freue mich natürlich, dass meine Partei, die Österreichische Volkspartei, den ersten Platz errungen hat. Das war für uns natürlich Auftrieb und Motivation. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Ihr habt über 3 Prozent verloren!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist auch kein Wunder, dass wir diesen ersten Platz errungen haben, denn wir, die Österreichische Volkspartei, haben nie – zu keiner Zeit! – diese Europäische Union, unsere Europäische Union, zum Spielball von Wahlen gemacht, weder bei der Nationalratswahl 2008 noch bei der Europawahl am 7. Juni, meine Damen und Herren. Und das wissen die Bürgerinnen und Bürger sehr wohl zu beurteilen und zu unterscheiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns aber auch nicht dem Druck eines Kleinformates gebeugt. Wir, die Österreichische Volkspartei, sind immer, vom ersten Tag an, überzeugte Europäerinnen und Europäer gewesen, und wir bleiben das auch. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: „An der Spitze“?!
der Spitze Othmar Karas, der ein fulminantes Vorzugsstimmenergebnis hingelegt hat (Abg. Brosz: „An der Spitze“?!), Ursula Stenzel, Agnes Schierhuber für den ländlichen Raum. (Abg. Brosz: Strasser?) – Na selbstverständlich! Ernst Strasser wird Sie alle in den Schatten stellen! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ, BZÖ, Grünen und SPÖ. – Abg. Grosz: Auch den Herrn Karas! – Eigentlich ist das Wahlschwindelei, was da passiert ist, Wahlbetrug!)
Abg. Brosz: Strasser?
der Spitze Othmar Karas, der ein fulminantes Vorzugsstimmenergebnis hingelegt hat (Abg. Brosz: „An der Spitze“?!), Ursula Stenzel, Agnes Schierhuber für den ländlichen Raum. (Abg. Brosz: Strasser?) – Na selbstverständlich! Ernst Strasser wird Sie alle in den Schatten stellen! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ, BZÖ, Grünen und SPÖ. – Abg. Grosz: Auch den Herrn Karas! – Eigentlich ist das Wahlschwindelei, was da passiert ist, Wahlbetrug!)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ, BZÖ, Grünen und SPÖ. – Abg. Grosz: Auch den Herrn Karas! – Eigentlich ist das Wahlschwindelei, was da passiert ist, Wahlbetrug!
der Spitze Othmar Karas, der ein fulminantes Vorzugsstimmenergebnis hingelegt hat (Abg. Brosz: „An der Spitze“?!), Ursula Stenzel, Agnes Schierhuber für den ländlichen Raum. (Abg. Brosz: Strasser?) – Na selbstverständlich! Ernst Strasser wird Sie alle in den Schatten stellen! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten von FPÖ, BZÖ, Grünen und SPÖ. – Abg. Grosz: Auch den Herrn Karas! – Eigentlich ist das Wahlschwindelei, was da passiert ist, Wahlbetrug!)
Beifall bei der ÖVP
Und wir haben – ich möchte das auch in Erinnerung rufen, denn es wird so gerne zur Seite geschoben – im Rahmen unserer Präsidentschaft im Frühjahr 2006 durch den EU-Ratspräsidenten, den damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, und unsere Außenministerin Ursula Plassnik hervorragende Arbeit geleistet (Beifall bei der ÖVP), die nicht nur in Europa, sondern weltweit unser Land präsentiert und vor allem auch positioniert hat! Und ich glaube, dass es absolut notwendig ist, sich auch zu positionieren – aber sich dabei nicht an Zeitungsartikeln, nicht an Wetterumschwüngen zu orientieren, sondern (Ruf: An Erwin Pröll!) ganz einfach an Grundwerten und dann auch dazu zu stehen.
Ruf: An Erwin Pröll!
Und wir haben – ich möchte das auch in Erinnerung rufen, denn es wird so gerne zur Seite geschoben – im Rahmen unserer Präsidentschaft im Frühjahr 2006 durch den EU-Ratspräsidenten, den damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, und unsere Außenministerin Ursula Plassnik hervorragende Arbeit geleistet (Beifall bei der ÖVP), die nicht nur in Europa, sondern weltweit unser Land präsentiert und vor allem auch positioniert hat! Und ich glaube, dass es absolut notwendig ist, sich auch zu positionieren – aber sich dabei nicht an Zeitungsartikeln, nicht an Wetterumschwüngen zu orientieren, sondern (Ruf: An Erwin Pröll!) ganz einfach an Grundwerten und dann auch dazu zu stehen.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben heute im Hauptausschuss auch miterleben können, dass sich unser Außenminister Michael Spindelegger in einer wirklich sachkundigen, konstruktiven Art nicht nur im Hauptausschuss präsentiert, sondern international bereits Respekt eingefahren hat – und das unter schwierigsten Bedingungen, denn es ist nicht so leicht, draußen zu erklären, warum in Österreich im Rahmen einer Europawahl 16-Bogen-Plakate geklebt werden, auf denen steht: Europa ist eine Mafia. – Das ist alles nicht so einfach. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dieser Wahl am 7. Juni beginnt aber nicht nur die neue Legislaturperiode der Europäischen Union, es beginnt überhaupt eine Ära, die wir erstmals erleben: In einer der schwierigsten wirtschaftlichen und finanziellen Situationen Europas muss sich diese Europäische Union unter schwierigsten Bedingungen beweisen, muss auch hier die Bevölkerung für sich gewinnen – was wir bis jetzt nicht zustande gebracht haben, was auch kein Wunder ist. Wir müssen dafür Sorge tragen – und da sind alle aufgerufen, auch die Oppositionsparteien –, die soziale Balance und Sicherheit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu gewährleisten. Das ist ein Nonplusultra! Aber vor allem ist es auch oberste Priorität, die Menschen im europäischen Raum verstärkt vor Terror, vor Kriminalität zu schützen. Und eines ist mir ganz wichtig, wenn man sich die Weltlandschaft ansieht: Es gilt vor allem alles zu tun, um demokratische Instabilität in Europa zu verhindern. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Europa, meine Damen und Herren, ist ein Friedenseuropa, und dieses Europa gilt es für unsere Jungen, für die nächsten Generationen auch als friedvolles Europa zu erhalten. Das ist unsere Aufgabe! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Schatten des Herrn Strasser gesprochen. – Dazu fällt mir ein: Am Abend, wenn die Sonne tief steht, werfen auch die Zwerge lange Schatten. – In diesem Sinne möchte ich das verstehen, Frau Kollegin Schittenhelm. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte aber auch ein ganz besonderes Thema ansprechen, das viel Leid auf dieser Welt hervorruft: Die EU fördert auch den Export von Gütern aus Überproduktion. Ich nenne dazu das Beispiel der spanischen Überproduktion bei Gemüse. Der Export dieser Überproduktion nach Westafrika wird mit EU-Mitteln gefördert. Das bedeutet, dass die EU-Exporte in Westafrika die dortige Landwirtschaft, die Gemüseproduktion ruinieren. Das heißt, die Bauern in Westafrika, Senegal und Umgebung verlieren ihre Lebensexistenz. Dann müssen diese armen Menschen hergehen und Dollar um Dollar sammeln, damit einer aus ihrer Familie oder Sippe, ein junger Bursche auf ein Boot gehen kann, um vielleicht in Europa eine Zukunft zu finden. Die Hälfte dieser Menschen ertrinkt im Atlantik, und die andere Hälfte findet in Europa ein menschenunwürdiges Leben. – Das stellen wir uns nicht unter EU-Politik vor! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Anschluss daran noch ein kurzes Beispiel: die Anhebung der Milchquoten. Es ist doch verrückt, dass die EU immer höhere Milchquoten, bis hin zur Freigabe, zulässt! Das bedeutet, dass die großen Milchproduzenten jetzt mehr produzieren, damit die Preise drücken und die kleinen Familienbetriebe in der Milchproduktion ruinieren. Dadurch wird die Selbstversorgungsfähigkeit der Staaten und Länder untergraben, zerstört. Und wer die Selbstversorgungsfähigkeit zerstört, der zerstört die Lebensgrundlage von Völkern und Staaten und damit auch die Zukunft. – Auch das hat Barroso unterstützt, und das lehnen wir ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf beim BZÖ: Schädlich!
Meine Damen und Herren, wir sind so weit gekommen, dass wir hier in Österreich Gesetze beschließen müssen, die für unser Land sinnlos und unzweckmäßig sind (Ruf beim BZÖ: Schädlich!), nur weil eine EU-Richtlinie das vorgibt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir sind so weit gekommen, dass wir hier in Österreich Gesetze beschließen müssen, die für unser Land sinnlos und unzweckmäßig sind (Ruf beim BZÖ: Schädlich!), nur weil eine EU-Richtlinie das vorgibt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zusammenfassend: Die EU sollte sich durch ihre Politiker wieder auf ihre Wurzeln besinnen und eine Politik für die Völker und Staaten Europas machen. Und eine solche Politik trauen wir José Manuel Barroso nicht zu, und deshalb lehnen wir ihn ab. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines haben wir heute schon gehört: Dieses Haus wählt nicht den Kommissionspräsidenten. Es ist das Europäische Parlament, das ihn letztlich absegnen wird. Aber die Anfrage der Grünen beinhaltet sehr viele – zum Teil sehr viele richtige – Kritikpunkte, die das System Barroso manifestieren, bestens beschreiben. Folgendes möchte ich auch in Richtung ÖVP festhalten: Wir wollen keinen europäischen Superstaat! Wir vom BZÖ wollen einen Staatenbund im Sinne der Subsidiarität, dass jeder Staat das regeln kann, was er am besten kann, und nur das oben geregelt wird, was wirklich notwendig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist gesagt worden, dass es die Aufgabe des Parlaments wäre – laut Klubobmann Cap –, der Kommission, den Kommissaren, den Ministern unsere österreichischen Anliegen nach Europa mitzugeben. Und ich frage mich jetzt: Wo hat denn diese Regierung unsere Anliegen, die Anliegen Österreichs, bisher in Brüssel effektiv vertreten und durchgesetzt, umgesetzt? – Ich denke an das Beispiel EURATOM: Da wird argumentiert, dass wir jährlich rund 40 Millionen Steuer-Euro in die Atomlobby-Industrie der Europäischen Union investieren, damit man mitreden kann. Ich frage Sie: Wo haben wir da mitgeredet? Was haben wir bewirkt? – Es gibt bis dato dazu keine Antworten. Wenn Sie seitens der SPÖ und auch der ÖVP sich hier herstellen und sagen, Sie gestalten Europa mit, dann sagen Sie uns, wo Sie das getan haben! Bisher erkennt das in Österreich nämlich niemand. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es geht letztlich auch darum, Europa zu begrenzen – räumlich, kulturell –, Nein zu sagen zu einem Beitritt der Türkei oder auch anderer Länder. Es geht auch darum, in Europa endlich klare Umwelt- und Sozialstandards umzusetzen, die aber nicht bewirken, dass unsere Industrie in Europa nicht mehr wettbewerbsfähig ist – da muss man für den Gleichklang sorgen –, und es geht darum, in diesem Europa endlich auch Schutzzölle gegen Lohndumping und gegen Kinderarbeit einzuführen. – Das wären die Aufgaben, die ein Kommissar oder ein Minister in Europa vertreten sollte! Aber davon höre ich nichts. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die EU macht das ja: Bevor die Kommissare bestellt werden, gibt es ein Hearing. In Österreich gibt es das nicht – das Parteibuch lässt grüßen. Sie bestellen im Alleingang, im stillen Kämmerlein, ÖVP und SPÖ, wie es halt üblich ist, wie vor 30 Jahren, den Kommissar, schicken ihn nach Brüssel hinaus, nachdem ihn vorher der Hauptausschuss abgenickt hat. Meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, das ist zu wenig, das ist nicht die Zukunft! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sollte ein breiter Konsens doch noch möglich sein, sind wir aber gerne dazu bereit, der Einführung eines Rederechts aller österreichischen EU-Abgeordneten im Rahmen von „Aktuellen Europastunden“ zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Debatte war gar nicht so schlecht!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Angesichts der heutigen Debatte wundert es mich nicht, warum wir auch bei dieser EU-Wahl eine so niedrige Wahlbeteiligung hatten, die für alle eigentlich erschreckend sein sollte. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Debatte war gar nicht so schlecht!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Was?
Die Grünen sprechen sich gegen den Herrn Barroso aus – in der Hoffnung, dass der Kinderschänder Daniel Cohn-Bendit Kommissionspräsident wird. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was?)
Abg. Strache: Ihr seid doch die absoluten Wahlloser!
Auch die FPÖ hat sich im Wahlkampf ausschließlich mit dem Herrn Graf und, in diesem Fall, mit dem Herrn Muzicant beschäftigen müssen, weil ihr diese Debatte von der SPÖ aufgezwungen wurde. (Abg. Strache: Ihr seid doch die absoluten Wahlloser!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und auch die ÖVP hat sich im ganzen EU-Wahlkampf nicht mit Europa beschäftigt, nicht damit beschäftigt, was die Menschen wirklich bewegt, was ihnen Sorgen macht, wie die Frage der Arbeitsplätze und die Frage der Wirtschaftskrise gelöst werden sollen, sondern sie hat sich ausschließlich damit beschäftigt, den Listenplatz-Streit zwischen Karas und Strasser zu schlichten. – Ich sehe da Kopfnicken in der letzten ÖVP-Reihe, Sie geben mir also recht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Es ist dem Wahlkampfmanager Petzner nichts eingefallen!
Europa war Ihnen völlig egal! Ihnen ist es nur darum gegangen, den ersten Platz zu sichern. Und das Beste dabei ist, dass Sie dann diesen ersten Platz mit einem Minus von 3 Prozent – Sie haben 3 Prozent verloren, meine Damen und Herren von der ÖVP! – als großen Wahlsieg gefeiert haben. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Es ist dem Wahlkampfmanager Petzner nichts eingefallen!)
Die Abgeordneten Dr. Cap und Mag. Gaßner stehen, mit dem Rücken zum Redner, vor den ÖVP-Bänken und sprechen mit Abg. Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler – auf diesen Umstand hinweisend –: Frau Präsidentin, bitte!
Es geht Ihnen von der ÖVP also nur um Personalfragen und Postenfragen, detto den Damen und Herren der anderen Parteien, und damit ist auch die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung bei diesen Wahlen zu begründen. (Die Abgeordneten Dr. Cap und Mag. Gaßner stehen, mit dem Rücken zum Redner, vor den ÖVP-Bänken und sprechen mit Abg. Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler – auf diesen Umstand hinweisend –: Frau Präsidentin, bitte!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Stefan Petzner (fortsetzend): Ich nehme das zur Kenntnis und sage zu den Herren: Auch ein hübscher Rücken kann entzücken! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Jetzt haben Sie mich wirklich ein bisschen aus der Fassung gebracht. (Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Stefan Petzner (fortsetzend): Ich nehme das zur Kenntnis und sage zu den Herren: Auch ein hübscher Rücken kann entzücken! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Jetzt haben Sie mich wirklich ein bisschen aus der Fassung gebracht. (Neuerliche ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Es sind nicht die Fragen der Personalpolitik, die Europa in eine gute Zukunft führen. Das haben Sie mit der heutigen Debatte hoffentlich auch einmal verstanden oder das sollte Sie zumindest dazu bewegen, einmal darüber nachzudenken. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen
Wenn wir das wollen, Herr Bundeskanzler, warum streiten Sie nicht, warum kämpfen Sie nicht für eine Allianz jenseits einer neoliberalen Lobbyistenpolitik, einer opportunistischen Politik (Beifall bei den Grünen), die uns in eine Sackgasse geführt hat, die bei der Bevölkerung keine Anerkennung oder zu wenig Interesse, zu wenig Empathie und keine Mitwirkung findet?! Das ist die Herausforderung!
Beifall bei den Grünen.
Wenn es nämlich nicht um Personalpolitik geht, dann dürfen Sie sich jetzt erst recht nicht hinter Barroso stellen. Das ist nicht konsistent, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Daher: Europa braucht einen neuen Präsidenten! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Damit ist klar: In der aktuellen Reform der Geschäftsordnung tritt die ÖVP gegen ein Rederecht der Abgeordneten zum Europäischen Parlament im österreichischen Nationalrat ein. Das ergibt diese Wortmeldung ganz eindeutig! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die war 1957!
Es hat mich schon sehr gewundert, dass die Grünen gegen direkte Demokratie gestimmt haben, aber es ist noch viel schlimmer, denn beim Vertrag von Lissabon heißt es im Artikel 4 der Schlussbestimmungen unter Punkt 1: Das diesem Vertrag beigefügte Protokoll Nr. 1 enthält unter anderem die Änderung der Protokolle zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft, was so viel heißt, dass die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft Bestandteil des Vertrages von Lissabon ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die war 1957!) Und wenn Sie diesen Vertrag hier mitbeschlossen haben, dann haben Sie nicht für eine Änderung der Atompolitik gestimmt. Also wenn Sie dem Vertrag von Lissabon in der geltenden Form zugestimmt haben, dann haben Sie der Atompolitik Europas zugestimmt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es hat mich schon sehr gewundert, dass die Grünen gegen direkte Demokratie gestimmt haben, aber es ist noch viel schlimmer, denn beim Vertrag von Lissabon heißt es im Artikel 4 der Schlussbestimmungen unter Punkt 1: Das diesem Vertrag beigefügte Protokoll Nr. 1 enthält unter anderem die Änderung der Protokolle zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft, was so viel heißt, dass die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft Bestandteil des Vertrages von Lissabon ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die war 1957!) Und wenn Sie diesen Vertrag hier mitbeschlossen haben, dann haben Sie nicht für eine Änderung der Atompolitik gestimmt. Also wenn Sie dem Vertrag von Lissabon in der geltenden Form zugestimmt haben, dann haben Sie der Atompolitik Europas zugestimmt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen schüttelt verneinend den Kopf!
Sie von den Grünen können sich jetzt herauszureden versuchen, wie Sie wollen, klar ist: Sie haben beim Vertrag von Lissabon in zwei Punkten mit Ihrer bisherigen Linie gebrochen: Sie von den Grünen haben sich erstmalig gegen die direkte Demokratie, nämlich gegen den Volksentscheid, gegen die Volksabstimmung, gewendet, und Sie haben zweitens für die Atompolitik gestimmt. (Abg. Dr. Van der Bellen schüttelt verneinend den Kopf!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Wenn Sie hier heute herauskommen und sagen, Frau Mag. Lunacek, dass der Herr Barroso eine falsche Atompolitik macht, dann kann ich nur sagen: Sie im Parlament haben es falsch vorgelebt! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Prinz: Sie wird in der Ausschusssitzung da sein!
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin Fekter ist das Thema Sicherheit offensichtlich nicht wichtig, denn die ist noch nicht zu sichten. Ich hätte ihr nämlich gerne etwas mitgegeben. So will ich es dem Hohen Haus mitteilen, und ich ersuche die ÖVP-Fraktion, dass sie es an die Frau Ministerin weiterleitet, der anscheinend die Sicherheit in Österreich, wie gesagt, überhaupt nicht wichtig ist. (Abg. Prinz: Sie wird in der Ausschusssitzung da sein!)
Abg. Grosz: Wo ist die Innenministerin?
Meine Damen und Herren, das stimmt mich bedenklich – und dann keine Frau Innenminister, die das hören möchte oder die das interessiert. (Abg. Grosz: Wo ist die Innenministerin?) Es ist wirklich beschämend für dieses Haus, dass hier ein Antrag besprochen wird, die Sicherheitspolitik im Argen liegt und die Frau Innenminister nicht auftaucht. Das ist es ihr nicht wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentarischer Usus!)
Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentarischer Usus!
Meine Damen und Herren, das stimmt mich bedenklich – und dann keine Frau Innenminister, die das hören möchte oder die das interessiert. (Abg. Grosz: Wo ist die Innenministerin?) Es ist wirklich beschämend für dieses Haus, dass hier ein Antrag besprochen wird, die Sicherheitspolitik im Argen liegt und die Frau Innenminister nicht auftaucht. Das ist es ihr nicht wert. (Abg. Ing. Westenthaler: Parlamentarischer Usus!)
Abg. Großruck: Na?!
„Einbrecher geriet in den Stromkreis“ (Abg. Großruck: Na?!); „Razzia: Schüsse auf Polizisten“ (Abg. Großruck: Soll vorkommen!); „6 Millionen € erbeutet: Diebesbande verhaftet“, „acht Esten (20 bis 36 Jahre alt) in Tallinn (Estland) gefasst“ – die waren in ganz Europa unterwegs!
Abg. Großruck: Soll vorkommen!
„Einbrecher geriet in den Stromkreis“ (Abg. Großruck: Na?!); „Razzia: Schüsse auf Polizisten“ (Abg. Großruck: Soll vorkommen!); „6 Millionen € erbeutet: Diebesbande verhaftet“, „acht Esten (20 bis 36 Jahre alt) in Tallinn (Estland) gefasst“ – die waren in ganz Europa unterwegs!
Abg. Großruck – auf eine gleichlautende Überschrift in der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Willkommen in der Nova-Rock-City!
„Gaspistolen-Schuss auf Supermarkt-Mitarbeiter“, ein Räuber in Wien; „Bei einer Verkehrskontrolle: Kripo stellt Serieneinbrecher“ (Abg. Großruck – auf eine gleichlautende Überschrift in der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Willkommen in der Nova-Rock-City!); „vier verdächtige Polen“, „das Quartett (...) wird (...) in Wien und in Deutschland gesucht“, es hat in ganz Europa Einbrüche verübt.
Beifall beim BZÖ.
Dringend notwendig ist deshalb – und das wird von uns massivst und immer wieder gefordert – die Wiedereinführung der Grenzkontrollen zu den ehemaligen Oststaaten. Meine Damen und Herren, nur so kann die Sicherheit wiederhergestellt werden! Hiermit kann der Kriminaltourismus bekämpft werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Frau Innenminister Fekter etwas von Sicherheit verstehen würde, dann würde sie uns recht geben. Sie weiß, dass bei der WM 2006 und bei der EURO 2008, als wieder Sicherheitskontrollen an den Grenzen durchgeführt wurden, dort dicke Fische ins Netz gegangen sind und dass diese Grenzkontrollen wichtig und gut waren und zur Sicherheit der Bevölkerung beigetragen haben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da nützt es auch nichts, wenn die Frau Innenminister nach unserer Diskussion über das Budget, wo der Kollege Ewald Stadler die Wiedereinführung dieser Grenzkontrollen gefordert hat, am Abend noch einen Offizier in die „ZiB“ schickt, der dann sagt, er sei für die Grenzkontrollen zuständig und das sei nicht notwendig. – Meine Damen und Herren, diese Beispiele sagen etwas anderes, und wenn Sie mit Sicherheitsfachleuten sprechen, die nicht aus dem Ministerium kommen, dann werden diese Ihnen das bestätigen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: ... werden die Grenzen zur Schweiz dicht machen!
Im Bundesland Vorarlberg stieg die Zahl der Anzeigen bei Hauseinbrüchen von Jänner bis April 2009 überhaupt um 148 Prozent. Das ist alarmierend, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: ... werden die Grenzen zur Schweiz dicht machen!)
Abg. Silhavy: Es geht um eine Fristsetzung!
Wenn dann der Herr Bundeskanzler, der jetzt leider auch nicht mehr da ist, 2 000 Polizisten mehr fordert, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es geht nicht ... (Abg. Silhavy: Es geht um eine Fristsetzung!) – Ja, Sie kennen sich aus in der Sicherheitspolitik, garantiert! – Es geht hier um einen Tropfen auf den heißen Stein, damit ist nur ein Teil der Problematik gelöst. Das Problem sind wirklich die offenen Grenzen, und hier können wir, wenn wir den Schengen-Vertrag zeitmäßig aussetzen, dem entgegenwirken, meine Damen und Herren, und nur so würde es funktionieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn dann der Herr Bundeskanzler, der jetzt leider auch nicht mehr da ist, 2 000 Polizisten mehr fordert, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es geht nicht ... (Abg. Silhavy: Es geht um eine Fristsetzung!) – Ja, Sie kennen sich aus in der Sicherheitspolitik, garantiert! – Es geht hier um einen Tropfen auf den heißen Stein, damit ist nur ein Teil der Problematik gelöst. Das Problem sind wirklich die offenen Grenzen, und hier können wir, wenn wir den Schengen-Vertrag zeitmäßig aussetzen, dem entgegenwirken, meine Damen und Herren, und nur so würde es funktionieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es muss also in die Prävention investiert werden, es muss in die Nachforschung investiert werden, hier muss Geld und Personal zur Verfügung gestellt werden: Nur so kann man eine vernünftige Sicherheitspolitik machen und die Bevölkerung vor diesen Individuen schützen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Großruck: Das sind die psychischen, nicht die „physischen“!
Ich möchte hier im Speziellen die physischen Folgen eines Einbruchs ansprechen, denn damit befasst sich ja auch kein Mensch. Es wird zwar immer der Opferschutz neben dem Täterschutz hervorgehoben, aber der Opferschutz ist etwas, was immer ein wenig hinten ansteht, dem wird das Budget gekürzt. Aber denken wir an die physischen Folgen für ein Einbruchsopfer: das beeinträchtigte Sicherheitsgefühl – und es geht nicht nur darum! (Abg. Großruck: Das sind die psychischen, nicht die „physischen“!) Schlagartig ändert sich im Leben des Opfers etwas, und zwar zum Negativen, und das wirkt sich aus in Überempfindlichkeit bei Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein zu Hause, Schlafstörungen. – Reden Sie einmal mit Leuten, die betroffen waren! Wenn Sie selbst schon betroffen waren, können Sie das sicher nachfühlen. (Abg. Großruck: Das sind psychische Störungen!) – Das sind nicht nur psychische Störungen, das sind physische und psychische Störungen, selbstverständlich, beides ist hier gegeben! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn Sie sich in diese Menschen hineinfühlen, dann werden Sie verstehen, warum es dringend notwendig ist, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen.
Abg. Großruck: Das sind psychische Störungen!
Ich möchte hier im Speziellen die physischen Folgen eines Einbruchs ansprechen, denn damit befasst sich ja auch kein Mensch. Es wird zwar immer der Opferschutz neben dem Täterschutz hervorgehoben, aber der Opferschutz ist etwas, was immer ein wenig hinten ansteht, dem wird das Budget gekürzt. Aber denken wir an die physischen Folgen für ein Einbruchsopfer: das beeinträchtigte Sicherheitsgefühl – und es geht nicht nur darum! (Abg. Großruck: Das sind die psychischen, nicht die „physischen“!) Schlagartig ändert sich im Leben des Opfers etwas, und zwar zum Negativen, und das wirkt sich aus in Überempfindlichkeit bei Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein zu Hause, Schlafstörungen. – Reden Sie einmal mit Leuten, die betroffen waren! Wenn Sie selbst schon betroffen waren, können Sie das sicher nachfühlen. (Abg. Großruck: Das sind psychische Störungen!) – Das sind nicht nur psychische Störungen, das sind physische und psychische Störungen, selbstverständlich, beides ist hier gegeben! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn Sie sich in diese Menschen hineinfühlen, dann werden Sie verstehen, warum es dringend notwendig ist, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich möchte hier im Speziellen die physischen Folgen eines Einbruchs ansprechen, denn damit befasst sich ja auch kein Mensch. Es wird zwar immer der Opferschutz neben dem Täterschutz hervorgehoben, aber der Opferschutz ist etwas, was immer ein wenig hinten ansteht, dem wird das Budget gekürzt. Aber denken wir an die physischen Folgen für ein Einbruchsopfer: das beeinträchtigte Sicherheitsgefühl – und es geht nicht nur darum! (Abg. Großruck: Das sind die psychischen, nicht die „physischen“!) Schlagartig ändert sich im Leben des Opfers etwas, und zwar zum Negativen, und das wirkt sich aus in Überempfindlichkeit bei Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein zu Hause, Schlafstörungen. – Reden Sie einmal mit Leuten, die betroffen waren! Wenn Sie selbst schon betroffen waren, können Sie das sicher nachfühlen. (Abg. Großruck: Das sind psychische Störungen!) – Das sind nicht nur psychische Störungen, das sind physische und psychische Störungen, selbstverständlich, beides ist hier gegeben! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn Sie sich in diese Menschen hineinfühlen, dann werden Sie verstehen, warum es dringend notwendig ist, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen.
Beifall beim BZÖ.
Frau Minister – es tut mir leid, ich kann Sie nur so ansprechen, auch wenn Sie nicht da sind –, eines ist klar: Die Bevölkerung hat bereits erkannt, dass das Sicherheitssystem in Österreich im Argen liegt; Sie und diese Regierung leider nicht. Wenn Sie nicht handeln, dann handeln wir eben! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt aber!
nicht da, Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt aber!) – ich habe auch noch in aller Eile versucht, mich kundig zu machen –: Bei Fristsetzungsanträgen war es bisher nicht üblich, dass die Minister und Ministerinnen anwesend sind. Das wäre eine vollkommen neue Praxis, die bislang nicht eingeführt ist, und daher, so glaube ich, erübrigt sich das Ganze.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Feststellung war richtig!
Es ist dies eine Debatte über eine innere Angelegenheit des Nationalrates, wie wir uns organisieren, und keine Debatte über Inhalte betreffend die Ministerin. Das wollte ich an dieser Stelle nur klargestellt haben. – Wenn es andere Auffassungen gibt, steht es den Klubvorsitzenden natürlich frei, das auch in der nächsten Präsidiale zu thematisieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber die Feststellung war richtig!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Feststellung war richtig!
Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit der nunmehr zu Wort gemeldeten Abgeordneten 5 Minuten beträgt. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Feststellung war richtig!)
Abg. Jury hält dem Redner ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ entgegen.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Ein bisschen, meine Damen und Herren, wundere ich mich schon – im inneren Bereich ist es bekannt, aber alle hier im Haus können es nicht wissen –: Am 2. Juli gibt es eine Sitzung des Innenausschusses, und der vorgetragene Punkt ist auf der Tagesordnung. Wozu da jetzt eine Fristsetzung machen?! – Aber lassen wir das einmal. (Abg. Jury hält dem Redner ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ entgegen.)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Kollege Hagen, wenn Sie sich hier herstellen (Zwischenruf des Abg. Grosz) – und einige in diesem Haus wissen das ja auswendig –, bedenken Sie, dass unter Ihrer Regierungsbeteiligung 3 000 Planstellen eingespart wurden! Merkt euch das und nehmt das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) Nehmt das einmal zur Kenntnis! Es wird nicht besser, wenn ihr es noch so oft wiederholt.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Kollege Hagen, wenn Sie sich hier herstellen (Zwischenruf des Abg. Grosz) – und einige in diesem Haus wissen das ja auswendig –, bedenken Sie, dass unter Ihrer Regierungsbeteiligung 3 000 Planstellen eingespart wurden! Merkt euch das und nehmt das einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.) Nehmt das einmal zur Kenntnis! Es wird nicht besser, wenn ihr es noch so oft wiederholt.
Abg. Grosz: Eben! Da muss man sich bedanken!
Diese Bundesregierung unter Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Pröll bis hin zu allen MinisterInnen und StaatssekretärInnen hat sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise – ganz im Wissen, wie problematisch, wie wichtig das für unsere Bürgerinnen und Bürger ist – zu einem erhöhten Budget des Bundesministeriums für Inneres, und zwar für 2009 und 2010, aber auch zu mehr Planstellen durchgerungen. Und, meine geschätzten Damen und Herren, das ist ja nicht irgendetwas (Abg. Grosz: Eben! Da muss man sich bedanken!), wenn wir bereits im Budget 1 000 Planstellen mehr vorgesehen haben und der Regierungschef darüber hinaus – das kann man ja nur gemeinsam unterstützen (Abg. Grosz: Und danken soll man auch!) – weiteres Personal und noch einmal 1 000 Planstellen mehr fordert.
Abg. Grosz: Und danken soll man auch!
Diese Bundesregierung unter Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Pröll bis hin zu allen MinisterInnen und StaatssekretärInnen hat sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise – ganz im Wissen, wie problematisch, wie wichtig das für unsere Bürgerinnen und Bürger ist – zu einem erhöhten Budget des Bundesministeriums für Inneres, und zwar für 2009 und 2010, aber auch zu mehr Planstellen durchgerungen. Und, meine geschätzten Damen und Herren, das ist ja nicht irgendetwas (Abg. Grosz: Eben! Da muss man sich bedanken!), wenn wir bereits im Budget 1 000 Planstellen mehr vorgesehen haben und der Regierungschef darüber hinaus – das kann man ja nur gemeinsam unterstützen (Abg. Grosz: Und danken soll man auch!) – weiteres Personal und noch einmal 1 000 Planstellen mehr fordert.
Abg. Ing. Westenthaler – auf ein Exemplar besagter „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl!
Und Sie stellen sich hierher – im Wissen, dass wir bereits einen Sitzungstermin mit diesem Thema haben – und fangen an, alles, was wir hier vor 14 Tagen, glaube ich, gemeinsam diskutiert haben, zu wiederholen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf ein Exemplar besagter „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage – und das in aller Deutlichkeit –, dieser Bundesregierung und uns ist die öffentliche Sicherheit in diesem Land ein großes Anliegen! Wir wissen, was die Österreicherinnen und Österreicher von uns erwarten. (Beifall bei der SPÖ.) Aber mit Polemik, meine geschätzten Damen und Herren, erreichen wir nichts, und die Sicherheit erhöhen wir schon gar nicht damit! (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl! Otto!)
Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl! Otto!
Ich sage – und das in aller Deutlichkeit –, dieser Bundesregierung und uns ist die öffentliche Sicherheit in diesem Land ein großes Anliegen! Wir wissen, was die Österreicherinnen und Österreicher von uns erwarten. (Beifall bei der SPÖ.) Aber mit Polemik, meine geschätzten Damen und Herren, erreichen wir nichts, und die Sicherheit erhöhen wir schon gar nicht damit! (Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ zeigend –: Herr Kollege Pendl! Otto!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
wir nicht, sondern setzen wir diese Maßnahmen, die sich die Regierung vorgenommen hat, gemeinsam um! (Einige Abgeordnete des BZÖ halten dem Redner ihre Exemplare mit besagter „Kronen Zeitung“-Schlagzeile entgegen.) Dazu lade ich Sie sehr herzlich ein. – Da könnt ihr noch so mit den Zeitungen wacheln. Beim nächsten Innenausschuss können wir ja darüber debattieren. Ich glaube, mehr ist zu eurem Antrag heute nicht zu sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum 2. Juli sind schon wieder 10 000 ...!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ja, es ist tatsächlich so, dass wir am 2. Juli eine Sitzung des Innenausschusses haben und diesen Fristsetzungsantrag am 2. Juli natürlich dort auch behandeln werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum 2. Juli sind schon wieder 10 000 ...!)
Ruf: Es rette sich, wer kann! – Abg. Mag. Stadler: Es rette sich, wer es sich leisten kann!
Die Bekämpfung der Kriminalität und die Präventionsmaßnahmen durch die Polizei sind die eine Seite, die Vorkehrungen, die jeder Einzelne treffen kann, sind die andere Seite. Der Staat ist sicher kein Allrisiko-Versicherer; jeder muss natürlich auch nach seinen Möglichkeiten trachten und schauen, wie er für sich selbst dementsprechend für Sicherheit sorgen kann. (Ruf: Es rette sich, wer kann! – Abg. Mag. Stadler: Es rette sich, wer es sich leisten kann!)
Abg. Mag. Stadler: Es rette sich, wer es sich leisten kann!
Es ist klar, dass sich der Staat sicherlich nicht von der Verantwortung für die Sicherheit verabschieden kann, überhaupt keine Frage, aber betreffend diesen Antrag, den Sie jetzt eingebracht haben, möchte ich schon eines sagen: Ich bin bei Ihnen, dass wir einiges in diesem Bereich machen müssen, und zwar für die eigene Sicherheit zu Hause, das heißt in Wohnung und Haus (Abg. Mag. Stadler: Es rette sich, wer es sich leisten kann!), aber eines muss klar sein: Das ist keine Aufgabe des Bundes, da durch den Finanzausgleich die Wohnbaugelder an die Länder gegangen sind, und in den Ländern gibt es auch dementsprechende Fördermöglichkeiten.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte hier nur die Fördermöglichkeiten des Landes Niederösterreich anführen: Das geht von der Sicherheitstür über die Alarmanlage und die Videoüberwachung bis dorthin, dass das Abrichten eines Schutzhundes ebenfalls gefördert wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Der Schutzhund!
Also eines ist klar: Das sind die Förderungen und die Möglichkeiten, die es auf Landesebene gibt, und betreffend diesen Antrag, liebe Kollegen des BZÖ, wäre es natürlich sinnvoll, wenn Sie diesen im Landtag in Kärnten einbringen würden (Abg. Mag. Stadler: Der Schutzhund!), dort wäre er angebracht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Dann bin ich auch dafür, dass das Innenministerium von einem Schutzhund geleitet wird! – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ zeigend –: Mehr Schutzhunde für das Innenministerium!
Alles andere werden wir natürlich am 2. Juli diskutieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Dann bin ich auch dafür, dass das Innenministerium von einem Schutzhund geleitet wird! – Abg. Ing. Westenthaler – neuerlich auf ein Exemplar der „Kronen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Jeder Zweite schon Opfer einer Straftat“ zeigend –: Mehr Schutzhunde für das Innenministerium!)
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn Sie hier vorhergehenden Regierungen unterstellen, diese hätten Personal abgebaut: Ihre Fraktion war es in der vorigen Bundesregierung – gemeinsam mit der ÖVP –, die ebenfalls 400 Planstellen bei der Exekutive eingespart hat. Also tun Sie nicht so, als wären nur andere Fraktionen schuld am Abbau der Sicherheit in Österreich, und kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kößl: Ich bin eh da!
Herr Kößl! – Wo ist Kollege Kößl? (Abg. Kößl: Ich bin eh da!) Ah, da ist er! – Den Staat aus seiner sicherheitspolizeilichen Verantwortung zu entlassen (Beifall bei der FPÖ – Abg. Kößl: Na dann hast du nicht zugehört!) – ich habe genau aufgepasst, ich habe genau aufgepasst! – und zu sagen, es wäre nicht die primäre Aufgabe des Staates, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!), das ist ja der Ausverkauf der heimischen Sicherheitspolitik! Da könnten wir ja die Polizei gleich abschaffen, wenn wir nach diesem Grundsatz vorgehen würden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ – Abg. Kößl: Na dann hast du nicht zugehört!
Herr Kößl! – Wo ist Kollege Kößl? (Abg. Kößl: Ich bin eh da!) Ah, da ist er! – Den Staat aus seiner sicherheitspolizeilichen Verantwortung zu entlassen (Beifall bei der FPÖ – Abg. Kößl: Na dann hast du nicht zugehört!) – ich habe genau aufgepasst, ich habe genau aufgepasst! – und zu sagen, es wäre nicht die primäre Aufgabe des Staates, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!), das ist ja der Ausverkauf der heimischen Sicherheitspolitik! Da könnten wir ja die Polizei gleich abschaffen, wenn wir nach diesem Grundsatz vorgehen würden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!
Herr Kößl! – Wo ist Kollege Kößl? (Abg. Kößl: Ich bin eh da!) Ah, da ist er! – Den Staat aus seiner sicherheitspolizeilichen Verantwortung zu entlassen (Beifall bei der FPÖ – Abg. Kößl: Na dann hast du nicht zugehört!) – ich habe genau aufgepasst, ich habe genau aufgepasst! – und zu sagen, es wäre nicht die primäre Aufgabe des Staates, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!), das ist ja der Ausverkauf der heimischen Sicherheitspolitik! Da könnten wir ja die Polizei gleich abschaffen, wenn wir nach diesem Grundsatz vorgehen würden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kößl! – Wo ist Kollege Kößl? (Abg. Kößl: Ich bin eh da!) Ah, da ist er! – Den Staat aus seiner sicherheitspolizeilichen Verantwortung zu entlassen (Beifall bei der FPÖ – Abg. Kößl: Na dann hast du nicht zugehört!) – ich habe genau aufgepasst, ich habe genau aufgepasst! – und zu sagen, es wäre nicht die primäre Aufgabe des Staates, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen (Abg. Kößl: Das stimmt ja nicht!), das ist ja der Ausverkauf der heimischen Sicherheitspolitik! Da könnten wir ja die Polizei gleich abschaffen, wenn wir nach diesem Grundsatz vorgehen würden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kößl: Das ist ja eine unerhörte Unterstellung!
Ich denke daher, das ist genau diese Art von Märchen-Polizeipolitik, von sicherheitspolizeilichem Dilettantismus, der hier seit einigen Jahren vorherrscht (Abg. Kößl: Das ist ja eine unerhörte Unterstellung!), durch den man es nicht zuwege bringt, einerseits rechtzeitig für die erforderlichen Ausbildungsressourcen bei der Polizei vorzusorgen und zum anderen jene budgetären Mittel sicherzustellen, die es der Polizei ermöglichen, ihre Arbeit auch wirkungsvoll und effektiv zu machen. Das ist es, was uns fehlt, und das ist auch jener Fehler aus der Vergangenheit – insbesondere der vorigen Bundesregierung und auch dieser Bundesregierung, die beim Budget wieder säumig war und wieder zu wenig Ausbildungsplätze sichergestellt hat –, den ich Ihnen hier an dieser Stelle vorwerfe.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundeskanzler Faymann, nun bin ich bei Ihnen: Die 2 000 sind eine gute Zahl – mehr könnten es natürlich auch sein; vielleicht ergibt sich das ja noch. Sorgen wir dafür, dass die Polizei die erforderliche Ausstattung und Ausrüstung bekommt und dass sie endlich in modernen und aufgabengerechten Dienststellen ihren aufwendigen und schweren Dienst versehen kann. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Wohin hat der Pendl geschlagen?
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Ausschussvorsitzender Pendl, es ist schön, wenn das BZÖ einen Fristsetzungsantrag für eine wichtige und richtige Maßnahme einbringt und das Pendel bei der SPÖ sofort in die Richtung ausschlägt, dass das auf die Tagesordnung des Innenausschusses kommt. (Abg. Grosz: Wohin hat der Pendl geschlagen?) Die derzeit gültige Tagesordnung sieht das nämlich nicht vor, Kollege Pendl, aber es freut mich, dass unser Fristsetzungsantrag dazu geführt hat, dass wir diesen Punkt behandeln werden. Ich sage Danke dafür! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Ausschussvorsitzender Pendl, es ist schön, wenn das BZÖ einen Fristsetzungsantrag für eine wichtige und richtige Maßnahme einbringt und das Pendel bei der SPÖ sofort in die Richtung ausschlägt, dass das auf die Tagesordnung des Innenausschusses kommt. (Abg. Grosz: Wohin hat der Pendl geschlagen?) Die derzeit gültige Tagesordnung sieht das nämlich nicht vor, Kollege Pendl, aber es freut mich, dass unser Fristsetzungsantrag dazu geführt hat, dass wir diesen Punkt behandeln werden. Ich sage Danke dafür! (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Zahl der Wohnungseinbrüche – das wurde schon gesagt – steigt massiv; auch die Zahl der Autodiebstähle. Ein Kollege hat aufgezeigt, dass die Zahl der Autodiebstähle während der EURO 2008 massiv zurückgegangen war. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Ich denke, bei dieser Zahl an Delikten ist der Plafond bereits erreicht, und daher ist eine Steigerung kaum mehr möglich. Oder doch? – Die morgige Ausgabe von „News“ enthält einen Halbjahresvergleich 2009: Gesamtkriminalität plus 5,9 Prozent, in Wien plus 14,5 Prozent. Sie brauchen nur nachzulesen, dann wissen Sie, was in diesem Land passiert, und sagen Sie nicht, dass das eine ordentliche Sicherheitspolitik ist! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall der Abg. Haubner
eingereisten Asylwerbern wie der Familie Zogaj die Mauer macht, Uni-Gutachten in Auftrag gibt, finanziert aus Steuergeldern; oder wenn dieselbe Regierung in Oberösterreich beschließt, dass das strengere Fremdenrecht eigentlich nicht verschärft, sondern aufgeweicht gehört – das ist in Oberösterreich geschehen! Und dann sagt dieselbe ÖVP, dass sie für mehr Sicherheit ist (Beifall der Abg. Haubner), und plakatiert: 400 Polizisten mehr!
Ruf bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt!
Ich habe den Herrn Landeshauptmann dann gefragt: Hast du auch die Leute weggerechnet, die in Pension gehen?, und so ist er nach drei Wochen draufgekommen und hat gesagt: Eigentlich hat der Widmann recht! (Ruf bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt!) Und er hat dann in der „Amtlichen Linzer Zeitung“ geschrieben, dass es nur 200 sind.
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen aber auch eine bessere Ausrüstung, wir wollen mehr Grenzkontrollen – das wurde bereits diskutiert –, und wir wollen bei der Wohnbauförderung Maßnahmen setzen. Einfache Maßnahmen, sagt jede Sicherheitsdirektion, Sicherheitstüren, Sicherheitsfenster, kosten nicht viel, das kann man einbauen, mit 30 Prozent Förderung könnte man das machen. So könnten wir den Menschen wirklich rasch und effizient mehr Sicherheit geben. Es gibt ja auch sonst Vorschreibungen im Zusammenhang mit der Wohnbauförderung, im Energiebereich, für ein behindertengerechtes Ausbauen, warum also nicht auch im Sicherheitsbereich, und das bundesweit? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Großruck: Aber wenn er Staatsbürger ist, kann er kein Ausländer mehr sein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zu guter Letzt: Liebe Kollegen von der ÖVP, nehmen Sie Ihr Wort ernst und sorgen Sie endlich auch dafür, dass schwer kriminelle Ausländer die Staatsbürgerschaft verlieren und letztlich auch abgeschoben werden! (Abg. Großruck: Aber wenn er Staatsbürger ist, kann er kein Ausländer mehr sein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das hat Ihre Innenministerin zugesagt, setzen Sie das um! – Darüber muss man nachdenken, das geht in anderen Ländern.
Beifall beim BZÖ.
Tun Sie etwas und reden Sie nicht nur von Sicherheit! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Steibl: Warum haben Sie Ihre Gage nicht offengelegt?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sicherheitsexperten des BZÖ sind monatelang zusammengesessen (Abg. Steibl: Warum haben Sie Ihre Gage nicht offengelegt?), um einen „bahnbrechenden“ Text zu verfassen, den ich jetzt in seiner Gesamtheit verlesen und dann entsprechend würdigen möchte.
Heiterkeit bei den Grünen
„Der Bundesminister für Inneres“ – ich nehme an, Sie denken an Herrn Fekter (Heiterkeit bei den Grünen) – „wird ersucht, dem Nationalrat ehestmöglich einen Gesetzesvorschlag zu übermitteln, der die umfassende Förderung präventiver wohnungssichernder Maßnahmen vorsieht.“ – Punkt. Fertig. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
„Der Bundesminister für Inneres“ – ich nehme an, Sie denken an Herrn Fekter (Heiterkeit bei den Grünen) – „wird ersucht, dem Nationalrat ehestmöglich einen Gesetzesvorschlag zu übermitteln, der die umfassende Förderung präventiver wohnungssichernder Maßnahmen vorsieht.“ – Punkt. Fertig. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Bleiben wir beim Schlüsselbegriff „präventive wohnungssichernde Maßnahmen“. Was ist eine „präventive wohnungssichernde Maßnahme“ etwa in Kärnten? – Ich würde sagen: der Beitritt zum BZÖ! (Heiterkeit bei den Grünen.) Wer dem BZÖ beitritt, kann sich sicherlich präventiv eine Wohnung sichern. Wollen wir wirklich derartige „präventive wohnungssichernde Maßnahmen“ im Innenausschuss und hier im Plenum des Nationalrates diskutieren und dem auch eine Frist setzen? Oder wollen wir die Möglichkeit, eine Wohnung in Kärnten nur dann zu bekommen, wenn man dem BZÖ beitritt, nicht doch eher fristlos verstreichen lassen?
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich schlage Ihnen vor: Wenn Sie uns einen ernsthaften Antrag vorlegen, bin ich gerne bereit, diesen Antrag auch ernsthaft zu diskutieren. Bis dahin bin ich eher dafür – ich nehme an, dafür wird sich eine Mehrheit finden –, dass wir die Frist verstreichen lassen und uns eher gemeinsam überlegen, wie eine präventive antragssichernde Maßnahme dieses Nationalrates in Bezug auf BZÖ-Anträge ausschauen könnte, ohne den Geist und Buchstaben der Geschäftsordnung zu verletzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ziel muss es auf jeden Fall sein, dass Marktanteile gewonnen werden – dazu ist verstärktes Marketing notwendig –, aber auch, dass Investitionen getätigt werden. In diesem Zusammenhang muss man den Tourismusverantwortlichen gratulieren, denn wir haben gehört, dass da sehr viel geschieht. Beispielsweise in meiner Gemeinde investieren zwei von drei Vier-Sterne-Betrieben gerade 13 Millionen € – das sind auch zwei Unternehmerinnen, alle Achtung! Ich denke, man muss allen Verantwortlichen danken, die in diesen Zeiten diesen Schwung, diese Kraft mitbringen und so viel für den Tourismus tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit diesem Fünf-Parteien-Antrag wird die große Bedeutung des Tourismus in Österreich hervorgehoben und auch darauf aufmerksam gemacht, dass wir eine zielgenaue und effiziente Tourismusförderung brauchen. Der Tourismus braucht unsere Wertschätzung und unsere besondere Unterstützung, weshalb ich froh bin und mich freue, dass alle Parteien diesem Antrag zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und: Ich wünsche mir weiterhin eine konstruktive Diskussion in den Ausschusssitzungen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Steiermark zum Beispiel, mit nicht so luxuriösen Tourismusmitteln ausgestattet, konnte unter umsichtiger Führung des steirischen Tourismusreferenten Hermann Schützenhöfer ein Plus von 2,2 Prozent erreichen, zu Ostern sogar 30 Prozent. Man sieht, die Tourismuswirtschaft setzt sich erfolgreich in der Krise durch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich macht es Sinn, laufend zu evaluieren. Was hindert uns daran, täglich besser zu werden? – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist dieser Antrag der richtige Weg, nämlich die Tourismusförderung und die Mitgliedsbeiträge der „Österreich Werbung“ zu evaluieren und nicht einfach nur zu erhöhen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Der größte Faktor für den österreichischen Tourismus ist sicherlich – da werden Sie mir alle zustimmen – unsere einzigartige Landschaft. In diesem Zusammenhang geht es um die Unterstützung für die Nationalparks oder die Unterstützung der Instandhaltung der einzigartigen Steinmauern der Terrassenweingärten in der Wachau (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), die eine unglaubliche Anziehungskraft auf deutsche Urlauber ausüben, oder um den Kanal- und Kläranlagenbau in den österreichischen Seen-Gebieten, der unerlässlich für die hohe Wasserqualität unserer heimischen Seen ist und damit die Urlauber in unserem Land sichert.
Beifall bei der ÖVP.
Last but not least braucht es für unsere wunderschöne Landschaft auch jemanden, der sie pflegt und erhält. Wer könnte das besser als jene Menschen, die das seit jeher tun und ihr Wissen über Generationen stets weiterentwickelt haben, nämlich unsere Bäuerinnen und Bauern? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
aller Projekte betrachten muss, um zu erkennen, wovon die Tourismuswirtschaft wirklich profitiert. Folgendes soll man sich aber, bitte, beim Durchlesen, Durchblättern und Betrachten der Bilder, der Prospekte unserer Österreich-Werbung immer wieder vor Augen führen: Landschaft lässt sich nicht importieren, und gerade durch die touristische Nutzung erkennt man ihre volkswirtschaftliche Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wenn man sich als Stärken die 32 Millionen Ankünfte, die 127 Millionen Übernachtungen, die 12,1 Prozent an Beschäftigten, gemessen an der Gesamt-Beschäftigtenstatistik der österreichischen Bevölkerung, und die tolle Winterentwicklung zu Gemüte führt, muss man sich auch die Schwächen, die negative Seite anschauen. Es schrillen für mich die Alarmglocken, wenn das Jahr 2008 das erste Jahr gewesen ist – lassen Sie, meine Damen und Herren, sich das vor Augen führen –, in dem die Türkei Österreich als beliebtestes Urlaubsland der Deutschen abgelöst hat! Das ist für mich ein Alarmzeichen. Wenn wir da nicht tätig werden, werden wir am Ende des Tages noch eine böse Überraschung erleben! (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Herr Kollege Hörl, ich bin sehr froh darüber, dass du der gleichen Meinung bist.
Beifall beim BZÖ.
Ich fordere den Wirtschaftsminister auf, gescheite Tourismuspolitik für uns Österreicher zu gestalten, damit wir diese positive Geschichte der Tourismuswirtschaft in Österreich weiterschreiben können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ein großes Manko sehe ich auch darin, dass diese neuen Angebote einen weiteren Schritt einer Politik darstellen, die einzig und allein auf die Förderung außerfamiliärer Kinderbetreuung ausgerichtet ist. Anstatt auf die tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse von Familien einzugehen, werden hier fiktive Ziele vorgegeben, die kaum zu erfüllen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steibl: Was soll man denn mit 400 € anfangen ...?
Die Höhe des „Kindergeldes plus“ beträgt 400 € pro Jahr und Kind. (Abg. Steibl: Was soll man denn mit 400 € anfangen ...?) Wenngleich sich die Höhe des „Kindergeldes plus“ auch bescheiden ausnimmt und dies eher als Alibiaktion gelten muss, ist der dahinter stehende Grundgedanke auch für die Familienförderung des Bundes vorbildhaft: Schluss mit der Wertung zwischen Familien mit Doppel- und Alleinverdienereinkommen und Schluss mit der Abwertung innerfamiliärer Kinderbetreuung! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Höhe des „Kindergeldes plus“ beträgt 400 € pro Jahr und Kind. (Abg. Steibl: Was soll man denn mit 400 € anfangen ...?) Wenngleich sich die Höhe des „Kindergeldes plus“ auch bescheiden ausnimmt und dies eher als Alibiaktion gelten muss, ist der dahinter stehende Grundgedanke auch für die Familienförderung des Bundes vorbildhaft: Schluss mit der Wertung zwischen Familien mit Doppel- und Alleinverdienereinkommen und Schluss mit der Abwertung innerfamiliärer Kinderbetreuung! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Tut’s nicht streiten! – Abg. Neubauer: Sie wohnt in Wörgl!
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Präsident! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Eingangs, Frau Kollegin Gartelgruber: Sie leben fern der Realität! – Aber nun zurück zum Inhalt. (Abg. Grosz: Tut’s nicht streiten! – Abg. Neubauer: Sie wohnt in Wörgl!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir beschließen heute mit der vorliegenden Artikel-15a-Vereinbarung – nach der 13. Familienbeihilfe und der Steuerreform, insbesondere der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten – einen weiteren Puzzleteil, mit dem sich Beruf und Familie wieder besser vereinbaren lassen: die Einführung des halbtags verpflichtenden Gratis-Kindergartenjahres für alle Fünfjährigen in Österreich! Vor allem setzen wir damit auch einen wichtigen Schritt für unsere Kinder, um sie mit den besten Start- und Bildungsmöglichkeiten für später zu rüsten. Dazu trägt ja der Kindergarten auch bei. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Einführung ist, soweit ich mich erinnern kann, auf Initiative auch von Christine Marek, unserer Staatssekretärin, in die Regierungsverhandlungen eingeflossen – da sage ich wirklich danke dafür, dass auch der Regierungspartner mitgegangen ist –, aber auch die Steiermark ist hier federführend. Unser Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer hat den Gratiskindergarten in Modellregionen umgesetzt und auch die Ausweitung dieser in einem „Familienmanifest“ gefordert, und die Landesrätin von der SPÖ hat das dann umgesetzt – mit Steuergeldern, muss man auch sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe schon Frau Staatssekretärin Christine Marek erwähnt. Ich möchte ihr wirklich danken. Ich möchte aber an dieser Stelle auch allen KindergartenpädagogInnen für ihren exzellenten Einsatz und die Betreuung auch in der Bildungsarbeit meinen Dank aussprechen, und auch den Tageseltern, weil das ein wichtiger Bereich ist, insbesondere für die Kleinstkinder mit einem oder zwei Jahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Was ist mit den Kindern?
Die Statistik – das wurde angesprochen – zeigt auf, dass die Betreuungsquote außerhäuslich bei den Fünfjährigen schon jetzt 96,3 Prozent beträgt und sozusagen der Rest, das sind in Zahlen ausgedrückt 2 500 Fünfjährige, zu Hause betreut werden. Es ist aber natürlich dennoch äußerst wichtig, dieses verpflichtende Kindergartenjahr, das ja als entscheidende Maßnahme kostenlos ist, einzuführen, weil das ja auch ein Gesamtpaket ist. Insofern ist es für mich schon ein bisschen verwunderlich, wenn seitens der Grünen und der Interessenvertreter von einigen jetzt wegen untragbarer Arbeitsbedingungen für die Kindergartenpädagogen der Aufstand geprobt wird; ja es wird heute in einer sehr billigen Zeitung sogar von Streik gesprochen! (Ruf bei der ÖVP: Was ist mit den Kindern?) – Genau, was ist mit den Kindern?!
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Familien angeht. Aber das allein reicht nicht. Eben weil wir viel erreicht haben, müssen wir mehr denn je – ich hoffe, dass wir dazu den Mut haben, und hier wird ja einiges getan, auch im Sinne der Bewusstseinsbildung – Stütze sein und Stützen in der Erziehungsarbeit innerhalb der Familie zum Wohle der Kinder geben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zu Ihrer Aussage, dass der Gratis-Kindergarten nur für Österreicher gelten soll – außerdem wollen Sie ja die Verpflichtung nicht, stattdessen wieder ein verpflichtendes Deutsch-Vorschuljahr –: Integration ist uns sehr wichtig! Integration erfolgt natürlich auch im Kindergarten, sie erfolgt und funktioniert dort über Sprache und über das Umfeld. Verschließen wir uns aber nicht der Realität: Kinder – und nicht nur österreichische Kinder – sind unsere Zukunft, und jede Investition und Unterstützung für Familien kann nur richtig sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das führt zu der absurden Situation, dass es sogar Personen gibt, die jetzt weniger zahlen, als sie ab Herbst zahlen werden, obwohl alle anderen Rahmenbedingungen, nämlich die Kinder, der Kindergarten und vieles mehr, gleich geblieben sind. Da von einem Gratis-Kindergarten oder von der Errungenschaft eines beitragsfreien Kindergartens zu sprechen, ist zynisch! Das auch noch abzufeiern und sich in sämtlichen Medien dafür feiern zu lassen – sei das jetzt die SPÖ Wien oder sei das die Bundes-ÖVP –, halten wir für nicht angebracht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist schon sehr bezeichnend für Ihr demokratiepolitisches Verständnis, wenn Sie hier das demokratische Recht des Streikens in Frage stellen, indem Sie mit dem Wohl der Kinder kommen. Ja, es gibt Berufe, in denen Leute dafür verantwortlich sind, andere zu betreuen, seien es jetzt Pflegeberufe, seien es Gesundheitsberufe, seien es Kinderbetreuungsberufe. Aber das kann doch nicht das Argument sein, dass man diesen Menschen, diesen ArbeitnehmerInnen das Recht nimmt, auch bis zum äußersten Arbeitskampf zu gehen und in den Streik zu gehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden Sie nicht aus der Verantwortung lassen und werden auch Ihre Arbeit daran messen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Ein paar Bemerkungen zu meinen Vorrednerinnen: Zum einen werde ich mich nicht auf einen Urheberstreit darüber einlassen, wer die Idee des Gratis-Kindergartens geboren hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!) Zum anderen, Frau Kollegin Gartelgruber, finde ich es schamlos, schon bei den Kindern Ausgrenzungspolitik zu betreiben! Und zum dritten: Frau Kollegin Musiol, Sie waren sehr kritisch, aber ich erinnere Sie daran, dass die Grünen in Oberösterreich daran beteiligt waren, als das Gratismittagessen in Kindergärten abgelehnt wurde! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Also lassen wir die Kirche im Dorf!
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Ein paar Bemerkungen zu meinen Vorrednerinnen: Zum einen werde ich mich nicht auf einen Urheberstreit darüber einlassen, wer die Idee des Gratis-Kindergartens geboren hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, ja!) Zum anderen, Frau Kollegin Gartelgruber, finde ich es schamlos, schon bei den Kindern Ausgrenzungspolitik zu betreiben! Und zum dritten: Frau Kollegin Musiol, Sie waren sehr kritisch, aber ich erinnere Sie daran, dass die Grünen in Oberösterreich daran beteiligt waren, als das Gratismittagessen in Kindergärten abgelehnt wurde! (Oh-Rufe bei der SPÖ.) Also lassen wir die Kirche im Dorf!
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fürntrath-Moretti.
Ich freue mich sehr über diese Vereinbarung beziehungsweise über diesen Beschluss und kann mir vorstellen, dass es sicherlich nicht einfach war, neun unterschiedliche Bundesländerinteressen unter einen Hut zu bringen. Gratulation an Sie, Frau Staatssekretärin! Natürlich gilt mein Dank auch unserer Frauenministerin, die tatkräftig mitgewirkt hat und uns Unterstützung und Beistand zu diesem Beschluss leistete. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Fürntrath-Moretti.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Erlauben Sie mir zum Schluss noch Folgendes zu sagen: Ich war selbst lange Kindergärtnerin. Ich weiß, dass Kinder Kinder lieben, dass Kinder ihren Kindergarten lieben und dass Kinder Beständigkeit, Vertrauen und vor allen Dingen Respekt brauchen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Anneliese Kitzmüller (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Werte Kollegen! Hohes Haus! Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich mich ganz herzlich bedanken und Sie, Frau Staatssekretär, zu der Einführung des Gratiskindergartens beglückwünschen. Ich muss mit ganz besonderer Freude feststellen, dass er durchgegangen ist beziehungsweise durchgehen wird, denn das ist ja schon seit Jahren eine freiheitliche Forderung. Mit einigen Jahren Verspätung, aber doch, werden freiheitliche Forderungen angenommen und umgesetzt. – Vielen Dank! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Für die Aufgabe, den Kindern die deutsche Sprache beizubringen, damit sie dem Schulunterricht folgen und den Schulalltag ganz normal bewältigen können (Zwischenruf der Abg. Silhavy), meine Damen und Herren, sind eben Volksschullehrer notwendig, die eine entsprechende Ausbildung bekommen haben und dafür entsprechend gut ausgebildet sind.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, Sie sehen daher, dass es nicht das letzte Jahr des Kindergartens sein kann, in dem die deutsche Sprache vermittelt wird, sondern dass dazu eben eine Vorschule notwendig ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine Damen und Herren, der Kindergarten ist nun einmal keine Bildungseinrichtung; das ist Aufgabe der Schule! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass im morgigen „Kurier“ ein Artikel erscheinen wird, nämlich: „Fehlt das Kind, droht Geldstrafe“. Dabei geht es um die Kindergartenpflicht. Wie wenig diese Verpflichtung tatsächlich bringt, haben wir ja in einigen Studien schon gesehen, meine Damen und Herren. Die Verwirrung, die durch diese Verpflichtung entsteht, sieht man anhand dieses Zeitungsartikels. Jeder weitere Kommentar dazu erübrigt sich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Endlich kommt das verpflichtende Gratis-Kindergartenjahr nach Kärntner Vorbild! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Danke.
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das verpflichtende letzte Gratis-Kindergartenjahr mit sprachlicher Frühförderung als Schwerpunkt ist eine alte BZÖ-Forderung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir haben diese Forderung bereits in der letzten Legislaturperiode mittels vieler Anträge gestellt. Jetzt wird sie endlich umgesetzt.
Beifall beim BZÖ.
Kärnten ist Vorreiter in Sachen Gratis-Kindergarten; in Kärnten wurde dieser bereits im Jahr 2006 eingeführt – unter Landeshauptmann Dr. Jörg Haider! (Beifall beim BZÖ.) Die Betreuungsquote liegt dort bei über 99 Prozent. Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Wien schneidet in dieser Hinsicht sehr schlecht ab, da liegt eine nur 86-prozentige Betreuungsquote vor!
Abg. Silhavy: Und an die leeren Kassen!
Kärnten ist dabei wie in vielen Bereichen Vorzeigebundesland. Ich darf an das Babygeld, an das Schulstartgeld oder auch an das Jugendstartgeld erinnern. (Abg. Silhavy: Und an die leeren Kassen!) Und ich bin zuversichtlich, dass in Zukunft viel von unserem Bundesland Kärnten übernommen und auf Bundesebene umgesetzt wird, denn das ist wichtig und richtig! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Muttonen: Schulden!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Muttonen: Schulden!
Kärnten ist dabei wie in vielen Bereichen Vorzeigebundesland. Ich darf an das Babygeld, an das Schulstartgeld oder auch an das Jugendstartgeld erinnern. (Abg. Silhavy: Und an die leeren Kassen!) Und ich bin zuversichtlich, dass in Zukunft viel von unserem Bundesland Kärnten übernommen und auf Bundesebene umgesetzt wird, denn das ist wichtig und richtig! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Muttonen: Schulden!)
Beifall beim BZÖ.
Die Finanzierung des Gratis-Kindergartens muss aber unseres Erachtens weiter gesichert sein. Hier müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden und auch über das Jahr 2013 hinaus die Finanzierung des Gratiskindergartens sichergestellt sein, denn wenn für die Banken 100 Milliarden € zur Verfügung stehen, muss auch für dieses wichtige Projekt des Gratis-Kindergartens genügend Geld zur Verfügung stehen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich darf Sie um Ihre Unterstützung bitten. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Wir haben erstmals einen bundeseinheitlichen Bildungsplan – und das kann man nicht oft genug sagen, meine Damen und Herren – für alle Fünfjährigen im Kindergarten in der Systematik des Kindergartens. Es geht aber um die besten Chancen für alle Kinder, meine Damen und Herren! Das sei auch der Freiheitlichen Partei in diesem Haus gesagt! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Damit, glaube ich, führt sich der Antrag, den Sie hier soeben eingebracht haben, von selbst ad absurdum. Wir wollen gleiche Chancen für alle Kinder, denn das ist unsere Perspektive! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Wir bewegen uns im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. Das irgendwie als lächerlich abzutun, finde ich etwas eigenartig. Wir bewegen uns im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit. Das ist unser Zugang zur Politik, Frau Abgeordnete. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Ich denke, dass das eine sehr solide Basis ist und dass bis 2013 der Rahmen gegeben ist, der auch sehr solide ist.
Beifall bei der ÖVP.
Es geht auch um die Schaffung von Ganztagsplätzen. Wir finanzieren damit 12 000 bis 18 000 zusätzliche Ganztagsplätze. Frau Abgeordnete, das ist alles andere, als sich vor der Verantwortung zu drücken. Wir arbeiten massiv an Qualitätsverbesserungen, wie auch in der jetzt vorliegenden Artikel-15a-Vereinbarung sichtbar ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Frau Abgeordnete Gartelgruber, ich leite Ihr Lob sehr gerne an Herrn Landeshauptmann Platter und Frau Landesrätin Palfrader weiter, die sich darüber sicher sehr freuen werden, wahrscheinlich auch ein bisschen erstaunt sein werden, aber es ist schön, dass Sie unseren Landeshauptmann und die Landesrätin hier so positiv erwähnen. Aber wenn Sie sagen, wir ignorieren die Bedürfnisse der Familien und forcieren nur die außerfamiliäre Betreuung, dann möchte ich schon darum bitten, die Kirche im Dorf zu lassen; es sind derzeit 3,7 Prozent der Fünfjährigen nicht in Betreuung. Es sind österreichweit zirka 2 500 Kinder, für die noch ein Betreuungsplatz geschaffen werden muss, um die Verpflichtung umzusetzen. In Oberösterreich sprechen wir zum Beispiel von 37 Kindern. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch ein paar Worte zur Frau Abgeordneten Musiol. Sie haben einmal mehr gesagt, das Familiensteuerpaket ist ausschließlich für die Gutverdienenden, für die Reichen. – Ich kann es jedes Mal wieder nur betonen und wiederhole einmal mehr, Frau Abgeordnete: Es ist ein Maßnahmen-Mix, genau ein Drittel dieser Summe ist reiner Transfer, das heißt, das kommt Familien unabhängig vom Einkommen zugute. Aber es war hoch an der Zeit, nach vielen Jahren, in denen wir im Rahmen der Transferleistungen für die Familien sehr viel gemacht haben – ich erinnere an die 13. Familienbeihilfe, an die Mehrkindstaffel, an all diese Leistungen –, endlich einmal auch die mittelständischen Familien, die immer überall die Nettozahler waren, entsprechend zu entlasten. Wir bekennen uns zu diesem Paket, das in der Bevölkerung auch sehr gut angenommen wird, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sich etwas zu wünschen, das nicht erreichbar ist, ist die eine andere Sache. Das ist nicht mein Zugang zur Politik, sondern wir orientieren uns am Machbaren, und da sind auf einem ausgezeichnet Weg. Ich danke all jenen, die diesen Weg mitgehen. Ich danke übrigens auch den Grünen, dass sie heute unserer Artikel-15a-Vereinbarung zustimmen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir brauchen auch etwas mehr Mut in diesem Zusammenhang. Packen Sie es an! Sie haben es uns versprochen. Ich hoffe, Sie werden sich auch in der eigenen Partei besser durchsetzen. Wenn ich mir die Rede Ihrer Kollegin Steibl von heute hier angehört habe, dann muss ich sagen, Sie haben auch in den eigenen Reihen viel, viel Nachholbedarf. – Besten Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber jetzt auf das Thema Gratis-Kindergarten eingehen. Ich bedanke mich sehr bei Frau Staatssekretärin Marek, die das durchgesetzt hat. Meine Damen und Herren, eine Forderung allein, das ist noch gar nichts – man kann alles fordern –, sondern entscheidend ist, ob man das auch durchsetzen kann. Daher nochmals vielen Dank, Frau Staatssekretärin, für diesen Gratis-Kindergarten! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich muss ehrlich sagen, es muss doch so sein: Wenn ich ein Kind habe, dann steht für mich das Kindeswohl im Mittelpunkt – und nicht die Kosten. Das kann es doch nicht sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Und Kindeswohl heißt für mich aber auch, Herr Abgeordneter Walser, dass man sich als Elternteil – egal, ob männlich oder weiblich – intensiv mit dem Kind auseinandersetzt. (Beifall bei der ÖVP.) Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich KindergärtnerInnen – egal, ob sie akademisch gebildet sind oder nicht – so intensiv mit jedem Kind auseinandersetzen können. Und ich möchte auch nicht, sehr geehrte Damen und Herren, dass unsere Kinder gerade in diesem Alter mit zu vielen Bezugspersonen konfrontiert sind.
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss ehrlich sagen, es muss doch so sein: Wenn ich ein Kind habe, dann steht für mich das Kindeswohl im Mittelpunkt – und nicht die Kosten. Das kann es doch nicht sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Und Kindeswohl heißt für mich aber auch, Herr Abgeordneter Walser, dass man sich als Elternteil – egal, ob männlich oder weiblich – intensiv mit dem Kind auseinandersetzt. (Beifall bei der ÖVP.) Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich KindergärtnerInnen – egal, ob sie akademisch gebildet sind oder nicht – so intensiv mit jedem Kind auseinandersetzen können. Und ich möchte auch nicht, sehr geehrte Damen und Herren, dass unsere Kinder gerade in diesem Alter mit zu vielen Bezugspersonen konfrontiert sind.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass wir mit diesem Gratis-Kindergartenjahr das Bestmögliche gemacht haben, aber abgesehen davon: Es steht jedem Elternteil frei, zusätzlich etwas für die Kindererziehung zu tun. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Staatssekretärin, der Besuch des Kindergartens stellt einen wichtigen Beitrag zur sozialen und kulturellen Entwicklung von Kindern dar. Der kostenlose Kindergartenbesuch ist daher absolut zu befürworten. Wir lehnen aber eine Verpflichtung zu diesem letzten Kindergartenjahr ab, denn ginge es nach den Grünen, würden die Kinder wahrscheinlich schon ab dem ersten Lebensjahr ihren Eltern entzogen und in fremder Betreuung sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte jetzt noch ganz kurz auf unseren Entschließungsantrag zurückkommen und dazu ausführen: Für Kinder ab dem fünften Lebensjahr, die die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen, müsste ein verpflichtendes Deutsch-Vorschuljahr eingeführt werden. Und wenn ein Jahr hiefür nicht ausreichend ist, dann muss das eben um ein weiteres Jahr verlängert werden. In einer Vorschule gibt es hiefür eine bessere Ausrüstung als im Kindergarten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Musiol: 33 Prozent ohne Migrationshintergrund haben Sprachschwierigkeiten! Was ist mit denen?
Spätestens mit sieben Jahren sollen auch Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache ausreichend beherrschen, damit sie dem Regelunterricht mühelos folgen können. (Abg. Musiol: 33 Prozent ohne Migrationshintergrund haben Sprachschwierigkeiten! Was ist mit denen?) Dadurch soll ein reibungsloser Unterricht auch für unsere Kinder gewährleistet werden. Es kann nicht sein, dass Kinder mit wenig oder überhaupt keinen Deutschkenntnissen ins Regelschulwesen aufgenommen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Spätestens mit sieben Jahren sollen auch Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache ausreichend beherrschen, damit sie dem Regelunterricht mühelos folgen können. (Abg. Musiol: 33 Prozent ohne Migrationshintergrund haben Sprachschwierigkeiten! Was ist mit denen?) Dadurch soll ein reibungsloser Unterricht auch für unsere Kinder gewährleistet werden. Es kann nicht sein, dass Kinder mit wenig oder überhaupt keinen Deutschkenntnissen ins Regelschulwesen aufgenommen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, unser Entschließungsantrag, eingebracht von meiner Kollegin Anneliese Kitzmüller, und dessen Umsetzung wären der richtige Schritt in die Zukunft. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
litäten in einer Gruppe gibt, muss ich sagen: Ja, es stimmt, da gebe ich Ihnen recht, aber eines kann ich Ihnen auch versichern: Diese Kinder haben untereinander und miteinander – im Gegensatz zu Herrn Strache und anderen – kein Problem miteinander. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Hofer: Ist das brutto?
In Wien – und da würde ich Sie ersuchen, dass Sie das Herrn Strache ausrichten; da kann ich ihm gerne Nachhilfe geben – steigen KindergartenpädagogInnen mit einem Gehalt von 1 700 € ein – und nicht, wie Strache kolportierte, mit 1 300 €. Ich halte das für eine populistische Forderung, ein populistisches Aufhetzen der Menschen gegeneinander. Und jetzt die Forderung nach 1 800 € zu erheben, das finde ich überhaupt ein starkes Stück. (Abg. Ing. Hofer: Ist das brutto?)
Abg. Ing. Hofer: Ist das brutto?
Abschließend: Der Besuch eines Kindergartens stellt für alle Kinder einen Grundstein für einen sicheren und guten Start in die Schule sowie ins spätere Berufsleben dar. (Abg. Ing. Hofer: Ist das brutto?) – Ja, Herr Kollege, das ist brutto, und der Herr Kollege Strache schreibt auch brutto bei seiner Behauptung von 1 300 €. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend: Der Besuch eines Kindergartens stellt für alle Kinder einen Grundstein für einen sicheren und guten Start in die Schule sowie ins spätere Berufsleben dar. (Abg. Ing. Hofer: Ist das brutto?) – Ja, Herr Kollege, das ist brutto, und der Herr Kollege Strache schreibt auch brutto bei seiner Behauptung von 1 300 €. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Dass dieser Pflicht-Kindergarten keine Kleinigkeit ist, entnehme ich auch dem „Kurier“, in dem es heißt, dass, wenn diese Kindergarten-Pflicht verletzt wird, bis zu 220 € an Strafe drohen. – Das heißt, die ganze Kinderpolitik in Österreich liegt in den Bereichen von Strafen, Zwängen und Drücken. Wenn es mit der Sozialpolitik in Österreich schon so weit ist, dann gute Nacht! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Wenn Sie sagen, Sie haben Native Speaker: Welche Native Speaker sind das dann im Kindergarten? Sind das englischsprachige, französischsprachige? Es wäre ja ganz nett, wenn wir solche Native Speaker auch drinnen hätten, ich glaube aber, dass das eher türkisch- oder kroatischsprachige Native Speaker sein werden. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Wenn hier gesagt wurde, die Kinder hätten kein Problem mit den verschiedenen Nationalitäten: Ja, mit den Nationalitäten haben sie kein Problem, aber sie haben durchaus ein Problem, wenn sie die anderen Kinder überhaupt nicht verstehen, wenn die kein Wort Deutsch sprechen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, dieser ganze Pflicht-Kindergarten ist reduziert auf eine Sozialtransferzahlung an Migranten, und zwar an jene Migranten im Besonderen, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind. Ich unterstelle diesen Leuten, dass sie nicht in der Lage sind, sich in unserem Land ordentlich zu integrieren – oder es gar nicht wollen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Da muss man jetzt schon fragen, was die FPÖ wirklich will. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
ÖVP-Redner haben gesagt, das haben Sie, Frau Staatssekretärin Marek, durchgesetzt, aber dazu ist schon zu sagen: Die Durchsetzung hat sich für Sie etwas leichter gestaltet, weil es ja bereits das Modell Kärnten mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr für alle Kinder gibt. (Beifall beim BZÖ.) Das Kärntner Modell hat es sicherlich leichter für Sie gemacht, eine entsprechende Artikel-15a-Vereinbarung auch mit den anderen Bundesländern zu schließen. Wir alle wissen aus Erfahrung, dass das ja nicht ganz so einfach ist.
Beifall beim BZÖ.
Familienpolitik natürlich wesentlich mehr ist und dass wir das alleinige Heil nicht nur darin sehen können, dass der Besuch von Betreuungseinrichtungen gratis ist, und vergessen wir dabei bitte nicht, dass weiterhin die Eltern Entscheidungsfreiheit in Bezug auf die Betreuung ihrer Kinder haben sollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Staatssekretärin Marek, Sie haben ganz richtig gesagt, dass die Regierungen in den Jahren 2000 bis 2006 Pensionszeiten für Mütter geschaffen haben – und das ist richtig und gut; aber da sollte man schon auch weiterdenken: Können diese Pensionszeiten nicht erweitert werden, können wir nicht noch etwas in diesem Bereich machen, damit Ungleichbehandlung nicht mehr zutage tritt? Denn ich muss sagen, ich habe wirklich Sorge, da sich jetzt alles beziehungsweise vieles immer nur konzentriert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dass alles andere doch etwas zurückbleibt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden das sehr genau beobachten. Wir werden auch unsere Ideen weiter einbringen im Sinne des Wohles der Kinder und auch in dem Sinne, dass Eltern Zeit für ihre Kinder haben. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Walser.
Heute sind schon die verschiedensten Zahlen kursiert, wie viele Kinder tatsächlich in Betreuung sind. Herr Abgeordneter Walser, nur um das richtigzustellen: Die Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria für 2008/2009 besagt, dass 96,3 Prozent aller Fünfjährigen in Betreuung sind. Hier wird berücksichtigt, dass auch die vorzeitig eingeschulten fünfjährigen Kinder mit berechnet wurden, und selbstverständlich sind ja auch die in bester Betreuung. In absoluten Zahlen sind es 78 000 Fünfjährige, die in Österreich in Betreuung sind. Es sind 2 980 Kinder nicht in Betreuung, und genau um diese Kinder geht es. Auch diese Kinder sollen jetzt die Chance bekommen, in den Kindergarten zu gehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Walser.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wien wird wahrscheinlich die größte Steigerung der Kinderbetreuungsquote zu erwarten haben, denn Wien hat eine Betreuungsquote bei den Fünfjährigen von 91,9 Prozent. 1 300 Fünfjährige sind derzeit nicht in Betreuung. Diese werden von dem neuen Gesetz profitieren. Ich bin sicher, dass es sich um Kinder handelt, die genau diese Bildungsförderung sehr dringend brauchen, vielleicht auch diese soziale Kompetenz brauchen und selbstverständlich auch die sprachliche Kompetenz in diesem Jahr erringen werden. Und das ist wirklich notwendig und wichtig. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Frau Staatssekretärin Christine Marek für ihren unermüdlichen Einsatz, den sie im Sinne der Familien erbringt, Dank aussprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Da hat es den Druck aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft gegeben, wir haben hier reagiert. Sie haben vorbildlich reagiert, zusammen mit Ministerin Schmied, diese sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben. Ich glaube, das ist eine wichtige Maßnahme für die Kinder in Österreich, für die Familien und auch im Hinblick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Maximilian Linder (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die österreichische Bundesregierung finanziert die Einführung des Gratiskindergartens. Stellvertretend, Frau Staatssekretärin, ein herzliches Dankeschön im Namen der Kärntner und aller übrigen österreichischen Gemeinden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin, 70 Millionen € für 70 000 Kinder entsprechen 1 000 € pro Kind. In meiner Gemeinde haben wir jährliche Kosten für ein Kindergartenkind von 3 194 €. Wir haben einen Kindergarten, der sehr sparsam wirtschaftet, laut Kärntner Benchmarking ist es einer der am besten wirtschaftenden Kindergärten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der Gratiskindergarten mit dem verpflichtenden Vorschuljahr oder Kindergartenjahr ist eine wunderbare Sache. Wir in Kärnten haben gezeigt, dass es funktioniert. Wir freuen uns auch, dass es österreichweit kommt, aber, bitte schön, Budgetwahrheit, die Bundesregierung übernimmt nur ein Drittel der Kosten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!
Stellt sich dann aber Nachwuchs ein, müssen sich viele junge Familien neu organisieren, und es tauchen viele Fragen auf: Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren? Wie gestaltet man die Kinderbetreuung? Wie groß ist der finanzielle Spielraum? Als dreifacher Familienvater kenne ich diese Problemstellungen nur zu gut und freue mich, dass mit dem Gratiskindergartenjahr ein wichtiger Schritt in Richtung Entlastung der Familien gesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Bravo!) Ich werde heute noch über meine Buben reden, keine Frage.
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass diese Maßnahmen zur Umsetzung kommen, denn es ist mir ein Anliegen, Familien zu entlasten und wieder Mut zu machen, ein Ja zu Kindern zu sagen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen und werden letztlich für die Umsetzung verantwortlich sein. Ich hoffe, dass den Gemeinden auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diese Initialzündung beziehungsweise diesen Grundstein auch tatsächlich legen zu können. Wesentlich aus sozialdemokratischer Sicht ist jedenfalls, dass soziales Lernen und bessere Bildungschancen für alle Kinder bei diesem Projekt im Vordergrund stehen. Positive Effekte sind auch im Hinblick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erwarten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
demonstrativer Beifall bei der ÖVP
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Der Kindergarten ist kein Elternersatz und auch keine Aufbewahrungsstation (demonstrativer Beifall bei der ÖVP), sondern der Kindergarten war und ist eine immens wichtige Bildungseinrichtung. (Beifall bei der SPÖ.) An und für sich müsste man sich ja überlegen, die Bildung unserer kleinsten Kinder in Bundeskompetenz zu übertragen, denn das wäre an und für sich der richtige Weg. Hervorragende Pädagoginnen und Pädagogen vom Schlage eines Friedrich Fröbel oder einer Maria Montessori haben uns dies gelehrt. Wer Kinder oder Enkelkinder hat, so wie das bei mir der Fall ist, der konnte sich mit Garantie auch schon selbst davon überzeugen, wie wichtig die Bildungseinrichtung Kindergarten ist.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Der Kindergarten ist kein Elternersatz und auch keine Aufbewahrungsstation (demonstrativer Beifall bei der ÖVP), sondern der Kindergarten war und ist eine immens wichtige Bildungseinrichtung. (Beifall bei der SPÖ.) An und für sich müsste man sich ja überlegen, die Bildung unserer kleinsten Kinder in Bundeskompetenz zu übertragen, denn das wäre an und für sich der richtige Weg. Hervorragende Pädagoginnen und Pädagogen vom Schlage eines Friedrich Fröbel oder einer Maria Montessori haben uns dies gelehrt. Wer Kinder oder Enkelkinder hat, so wie das bei mir der Fall ist, der konnte sich mit Garantie auch schon selbst davon überzeugen, wie wichtig die Bildungseinrichtung Kindergarten ist.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Bundesregierung stellt sich dieser Verantwortung und investiert in den kostenlosen und verpflichtenden Kindergarten für alle ab dem fünften Lebensjahr. Ich hoffe, dass auch die Länder und Gemeinden diesem Beispiel folgen und mehr dazu beitragen werden, als sich nur über die Kostenübernahme durch den Bund zu freuen, und wirklich Aktivitäten setzen werden, sodass das Gratiskindergartenjahr nicht nur für 20 Stunden in der Woche gilt, sondern wirklich über den ganzen Tag hin an fünf Tagen in der Woche durchgeführt werden könnte. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche die Abgeordneten des BZÖ, sorgsam zu zitieren! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Ich bin niemals unfreundlich, lieber Kollege Amon, aber ehrlich.
Zwischenruf der Abgeordneten Gahr und Hornek
Dieser Umstand wurde dann, und das stimmt mich auch ein bisschen verwundert (Zwischenruf der Abgeordneten Gahr und Hornek) – warte, darauf komme ich schon noch zu sprechen, lieber Kollege Hornek, genau das ist nämlich der Punkt (Abg. Donabauer: Lies weiter!) –, in der Presse im April 2008 aufgezeigt. Ein Jahr bevor sich das Parlament damit beschäftigen konnte, konnte man schon in der Presse die Ergebnisse der Rechnungshofprüfung erfahren. Das halte ich für nicht sehr sinnvoll. Ich bin der Meinung, dass zumindest dem Rechnungshofausschuss die Rohberichte zur Verfügung gestellt werden sollten. Vielleicht können wir auch darüber einmal diskutieren.
Abg. Donabauer: Lies weiter!
Dieser Umstand wurde dann, und das stimmt mich auch ein bisschen verwundert (Zwischenruf der Abgeordneten Gahr und Hornek) – warte, darauf komme ich schon noch zu sprechen, lieber Kollege Hornek, genau das ist nämlich der Punkt (Abg. Donabauer: Lies weiter!) –, in der Presse im April 2008 aufgezeigt. Ein Jahr bevor sich das Parlament damit beschäftigen konnte, konnte man schon in der Presse die Ergebnisse der Rechnungshofprüfung erfahren. Das halte ich für nicht sehr sinnvoll. Ich bin der Meinung, dass zumindest dem Rechnungshofausschuss die Rohberichte zur Verfügung gestellt werden sollten. Vielleicht können wir auch darüber einmal diskutieren.
Beifall bei der FPÖ.
Damit ist wahrscheinlich offensichtlich, warum die Großparteien diesen Teil des Berichtes nicht im Ausschuss diskutieren wollten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im neu gestalteten Gebäude des Rechnungshofes ein gutes Arbeiten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Mag. Lapp, mit Ihren Ausführungen tue ich mir jetzt schon relativ schwer: Einerseits loben Sie den Rechnungshof, einerseits freuen Sie sich auf die morgige Eröffnung des Rechnungshofgebäudes, auf der anderen Seite aber haben Sie es gerade in diesem Ausschuss geschafft, sämtliche Empfehlungen des Rechnungshofes zu negieren und seitens der Großparteien die Räuberleiter für einen Gagenkaiser zu machen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Hornek: Grosz, wie haben denn die Verkehrsminister vorher geheißen?
Herr Generaldirektor Huber durfte nicht kommen, weil Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie, es verhindert haben, um uns, dem Kontrollorgan der Republik, den Abgeordneten und dem Rechnungshof zu erklären, wie es zu einer Intransparenz bei der Auftragsvergabe gekommen ist. Sie, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, haben zugelassen, dass in diesem Ausschuss der Rechnungshof und dessen Präsident de facto beschimpft worden sind und dass mit dubiosen Gegengutachten versucht worden ist, die Probleme, die Sie durch Ihre Parteipolitik in den ÖBB verursacht haben, regelrecht zu vertuschen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Hornek: Grosz, wie haben denn die Verkehrsminister vorher geheißen?)
Abg. Hornek: Grosz, du hast ja den Großteil geschwänzt!
Daher sage ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, ist dieser Ablauf ... (Abg. Hornek: Grosz, du hast ja den Großteil geschwänzt!) – Wie bitte? (Abg. Hornek: Du hast ja den Großteil der Zeit geschwänzt! Du warst gar nicht dort!) – Haben wir es jetzt wieder? – Sehr gut. Ich bin jetzt auch schon so weit, dass ich den Zwischenrufen gerne Platz gebe, damit wir die Emotionen wieder ein bisserl beruhigen. (Abg. Dr. Bartenstein: Was haben Sie gegen diese Vorwürfe einzuwenden?) Sehr gut, passt.
Abg. Hornek: Du hast ja den Großteil der Zeit geschwänzt! Du warst gar nicht dort!
Daher sage ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, ist dieser Ablauf ... (Abg. Hornek: Grosz, du hast ja den Großteil geschwänzt!) – Wie bitte? (Abg. Hornek: Du hast ja den Großteil der Zeit geschwänzt! Du warst gar nicht dort!) – Haben wir es jetzt wieder? – Sehr gut. Ich bin jetzt auch schon so weit, dass ich den Zwischenrufen gerne Platz gebe, damit wir die Emotionen wieder ein bisserl beruhigen. (Abg. Dr. Bartenstein: Was haben Sie gegen diese Vorwürfe einzuwenden?) Sehr gut, passt.
Abg. Dr. Bartenstein: Was haben Sie gegen diese Vorwürfe einzuwenden?
Daher sage ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, ist dieser Ablauf ... (Abg. Hornek: Grosz, du hast ja den Großteil geschwänzt!) – Wie bitte? (Abg. Hornek: Du hast ja den Großteil der Zeit geschwänzt! Du warst gar nicht dort!) – Haben wir es jetzt wieder? – Sehr gut. Ich bin jetzt auch schon so weit, dass ich den Zwischenrufen gerne Platz gebe, damit wir die Emotionen wieder ein bisserl beruhigen. (Abg. Dr. Bartenstein: Was haben Sie gegen diese Vorwürfe einzuwenden?) Sehr gut, passt.
Beifall beim BZÖ.
die im Ausschuss sitzen, auch zu den entsprechenden Auskunftspersonen kommen und dass nicht weiterhin Kontrolle, Transparenz und Demokratie so gehandhabt werden, wie Sie es gerade verstehen oder wie es parteipolitisch in Ihr „Kasteldenken“ hineinpasst. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Lausch: Ist so! Stimmt!
Sehr geehrte Frau Ministerin Bures, ich nütze aus, dass Sie heute hier sind, und auch Sie, sehr geehrter Herr Rechnungshofpräsident. Reden wir, wenn wir über die ASFINAG sprechen und diskutieren können, weil sie im Bericht vorkommt und es inhaltlich dazupasst, über diesen Skandal, dass bei der ASFINAG Mitarbeiter mit vorgegebenen Strafhöhen pro Tag und Person behaftet werden und pro Tag Strafen in der Höhe von einigen Tausend Euro einzuheben beziehungsweise abzuliefern haben und mit der Kündigung bedroht sind, wenn sie das nicht erfüllen. (Abg. Lausch: Ist so! Stimmt!)
Abg. Mag. Stadler: Ja!
Sie haben eine parlamentarische Anfrage samt allen Originaldokumenten von der ASFINAG bekommen – Amtsmissbrauch und Nötigung an der Tagesordnung. Reden wir über das Provisions- und Prämiensystem der ASFINAG, wo die Einhebung hoheitlicher Abgaben mit Provisionen belegt wird, obwohl die ASFINAG-Bediensteten beliehene Amtspersonen sind! (Abg. Mag. Stadler: Ja!)
Abg. Mag. Stadler: Ja!
Das, was eigentlich seit Jahren oder Jahrzehnten auf Stammtischen gesprochen wird – na, der Parksheriff wird halt vielleicht ein paar „Prozenterln“ kriegen, deswegen schreibt er ein wenig mehr (Abg. Mag. Stadler: Ja!) –, was aber niemals bewiesen werden konnte, lässt sich hier beweisen: Mautorgane der ASFINAG unter Ihrer Ägide, Frau Bundesminister Bures, mit Unterschrift Ihrer Vorstände auf Originaldokumenten (Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich!), die anweisen beziehungsweise ein Bonussystem ausgeben, dass bei Erreichen einer gewissen Strafhöhe am Tag auch Provisionen an die Mautmitarbeiter ausbezahlt werden. (Abg. Mayerhofer: Das ist „sozial“! – Abg. Mag. Stadler: Steht drinnen im Protokoll!)
Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich!
Das, was eigentlich seit Jahren oder Jahrzehnten auf Stammtischen gesprochen wird – na, der Parksheriff wird halt vielleicht ein paar „Prozenterln“ kriegen, deswegen schreibt er ein wenig mehr (Abg. Mag. Stadler: Ja!) –, was aber niemals bewiesen werden konnte, lässt sich hier beweisen: Mautorgane der ASFINAG unter Ihrer Ägide, Frau Bundesminister Bures, mit Unterschrift Ihrer Vorstände auf Originaldokumenten (Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich!), die anweisen beziehungsweise ein Bonussystem ausgeben, dass bei Erreichen einer gewissen Strafhöhe am Tag auch Provisionen an die Mautmitarbeiter ausbezahlt werden. (Abg. Mayerhofer: Das ist „sozial“! – Abg. Mag. Stadler: Steht drinnen im Protokoll!)
Abg. Mayerhofer: Das ist „sozial“! – Abg. Mag. Stadler: Steht drinnen im Protokoll!
Das, was eigentlich seit Jahren oder Jahrzehnten auf Stammtischen gesprochen wird – na, der Parksheriff wird halt vielleicht ein paar „Prozenterln“ kriegen, deswegen schreibt er ein wenig mehr (Abg. Mag. Stadler: Ja!) –, was aber niemals bewiesen werden konnte, lässt sich hier beweisen: Mautorgane der ASFINAG unter Ihrer Ägide, Frau Bundesminister Bures, mit Unterschrift Ihrer Vorstände auf Originaldokumenten (Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich!), die anweisen beziehungsweise ein Bonussystem ausgeben, dass bei Erreichen einer gewissen Strafhöhe am Tag auch Provisionen an die Mautmitarbeiter ausbezahlt werden. (Abg. Mayerhofer: Das ist „sozial“! – Abg. Mag. Stadler: Steht drinnen im Protokoll!)
Abg. Mag. Stadler – in Richtung Regierungsbank –: Was ist daran lustig, Frau Minister?! – Abg. Lausch: Das ist traurig! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.
Unterlagen. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung Regierungsbank –: Was ist daran lustig, Frau Minister?! – Abg. Lausch: Das ist traurig! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.) Nudeln Sie das nicht so herunter, Frau Bundesministerin, sondern nehmen Sie Ihr Amt ernst! Sie haben die Aufsicht über dieses Unternehmen. Greifen Sie endlich durch und sorgen Sie für Konsequenzen in diesem Unternehmen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Unterlagen. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung Regierungsbank –: Was ist daran lustig, Frau Minister?! – Abg. Lausch: Das ist traurig! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.) Nudeln Sie das nicht so herunter, Frau Bundesministerin, sondern nehmen Sie Ihr Amt ernst! Sie haben die Aufsicht über dieses Unternehmen. Greifen Sie endlich durch und sorgen Sie für Konsequenzen in diesem Unternehmen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hornek: Du aber auch nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren, einer meiner Nachredner in der zweiten Reihe – Herr Abgeordneter Faul, sofern er Ihnen noch nicht bekannt sein sollte, denn die letzten zehn Jahre war er ja niemandem in diesem Haus bekannt, bis zu seinen leidigen Sagern (Abg. Hornek: Du aber auch nicht!) – Ja, ich bin aber auch nicht im Nationalrat gesessen.
Abg. Mag. Stadler: Unglaublich!
Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Herr Faul hat als Nationalratsabgeordneter 1,1 Millionen € in zehn Jahren verdient und hat, wie er heute in der Tageszeitung „ÖSTERREICH“ selbst bekannt gibt, über zehn Jahre durch ein arbeitsloses Einkommen als Hauptschuldirektor 364 000 € kassiert. (Abg. Mag. Stadler: Unglaublich!) Für Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, zusammengezählt: Das sind 1,4 Millionen € beziehungsweise 20 Millionen Schilling.
Ruf beim BZÖ: Von was denn? – Abg. Hornek: Du bist ein Kaffeesudleser! – Abg. Dr. Wittmann ahmt mit den Händen die Beißbewegung eines Krokodils nach.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie, 20 Millionen Schilling durch zehn Jahre arbeitsloses Einkommen Ihres Herrn Hauptschuldirektors Faul, der nebenbei noch als Abgeordneter zum Nationalrat hier herumspaziert und heute die Konsequenz ankündigt, am 1. November werde er in Pension gehen! (Ruf beim BZÖ: Von was denn? – Abg. Hornek: Du bist ein Kaffeesudleser! – Abg. Dr. Wittmann ahmt mit den Händen die Beißbewegung eines Krokodils nach.) – Das Krokodil wird Sie schon noch beißen, keine Angst!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Jetzt wird es unerträglich! – Abg. Mag. Gaßner: Und tschüss!
Wenn das die Konsequenz dafür ist, dass man zehn Jahre lang keinerlei Leistung bringt – das heißt, dass diese zehn Jahre auch nicht pensionsbegründend sind, sehr geehrte Damen und Herren – und dann ab dem 60. Lebensjahr mit 14 000 € jährlich die nächsten zehn Jahre spazieren gehen wird, dann sage ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ: Schämen Sie sich vor jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer in diesem Land! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Riepl: Jetzt wird es unerträglich! – Abg. Mag. Gaßner: Und tschüss!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Auf Wiedersehen!
Transparenz und Wahrheit Einzug halten. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Auf Wiedersehen!)
Abg. Hornek: Im Positiven!
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Grosz, sehr viel war bei deiner Rede nicht aus dem Rechnungshofbericht dabei, den wir heute diskutieren. Und, Kollege Zanger, ich kann mich noch an die Debatte erinnern – ich weiß nicht, ob Sie dabei waren –, aber zur ÖBB Immobiliengebarung war der Bericht mit Frau Mag. Steinacker durchaus einer, wo sich einiges bewegt hat (Abg. Hornek: Im Positiven!), so ich mich zurückerinnern kann, und Direktor Huber hat, glaube ich, auch Auskunft gegeben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich verstehe also überhaupt nicht, dass man diesen Antrag heute zurückweist. Ich glaube, man sollte sich in der Sitzung artikulieren und das so lassen, wie es sich gehört, und nicht heute irgendwelche Pseudo-Anträge stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Entschuldigen Sie, ich kann Ihnen die Fahrkarten liefern, wie oft ich in Tirol war!
Ich habe Sie schon einmal eingeladen, Frau Kollegin Moser, aber Sie sind noch nie nach Tirol gekommen. Sie kennen sich auch nicht aus. (Abg. Dr. Moser: Entschuldigen Sie, ich kann Ihnen die Fahrkarten liefern, wie oft ich in Tirol war!) – Okay, ich habe Sie schon zweimal zu einem Lokalaugenschein zu mir ins Dorf heim eingeladen, oder wir können auch einmal ins Wipptal fahren. Dann verstehen Sie vielleicht die Probleme ein bisschen besser, als Sie sie jetzt immer darstellen. (Abg. Dr. Moser: Ich habe keine einzige Einladung von Ihnen bekommen! Zeigen Sie mir die Poststempel von den Einladungen!)
Abg. Dr. Moser: Ich habe keine einzige Einladung von Ihnen bekommen! Zeigen Sie mir die Poststempel von den Einladungen!
Ich habe Sie schon einmal eingeladen, Frau Kollegin Moser, aber Sie sind noch nie nach Tirol gekommen. Sie kennen sich auch nicht aus. (Abg. Dr. Moser: Entschuldigen Sie, ich kann Ihnen die Fahrkarten liefern, wie oft ich in Tirol war!) – Okay, ich habe Sie schon zweimal zu einem Lokalaugenschein zu mir ins Dorf heim eingeladen, oder wir können auch einmal ins Wipptal fahren. Dann verstehen Sie vielleicht die Probleme ein bisschen besser, als Sie sie jetzt immer darstellen. (Abg. Dr. Moser: Ich habe keine einzige Einladung von Ihnen bekommen! Zeigen Sie mir die Poststempel von den Einladungen!)
Abg. Dr. Moser: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen! – Abg. Huber: Weil die Bundesforste dagegen sind!
Folgendes verstehe ich oft nicht: Wir alle stellen in diesem Haus immer die Bahn in den Mittelpunkt. Wenn es aber tatsächlich darum geht, Bahnprojekte umzusetzen, wehrt man sich dagegen. (Abg. Dr. Moser: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen! – Abg. Huber: Weil die Bundesforste dagegen sind!) Ich habe mir das in der Schweiz beim Lötschbergtunnel angeschaut, Herr Kollege. Im Grunde genommen ist die Schweiz ein Vorbild für uns. Die Schweizer haben es geschafft, dass sie heute 80 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene haben und nur 20 Prozent auf der Straße. (Abg. Huber: ÖVP-Bundesforste!)
Abg. Huber: ÖVP-Bundesforste!
Folgendes verstehe ich oft nicht: Wir alle stellen in diesem Haus immer die Bahn in den Mittelpunkt. Wenn es aber tatsächlich darum geht, Bahnprojekte umzusetzen, wehrt man sich dagegen. (Abg. Dr. Moser: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen! – Abg. Huber: Weil die Bundesforste dagegen sind!) Ich habe mir das in der Schweiz beim Lötschbergtunnel angeschaut, Herr Kollege. Im Grunde genommen ist die Schweiz ein Vorbild für uns. Die Schweizer haben es geschafft, dass sie heute 80 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene haben und nur 20 Prozent auf der Straße. (Abg. Huber: ÖVP-Bundesforste!)
Abg. Dr. Moser: Kenn ich, kenn ich!
Genau dem – und nichts anderem – sollten wir nacheifern. Frau Kollegin Moser, Sie sollten einmal in die Schweiz fahren, sich das Projekt anschauen (Abg. Dr. Moser: Kenn ich, kenn ich!) und die guten Empfehlungen zu uns mitnehmen und nicht nur laufend kritisieren und alles schlechtmachen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Genau dem – und nichts anderem – sollten wir nacheifern. Frau Kollegin Moser, Sie sollten einmal in die Schweiz fahren, sich das Projekt anschauen (Abg. Dr. Moser: Kenn ich, kenn ich!) und die guten Empfehlungen zu uns mitnehmen und nicht nur laufend kritisieren und alles schlechtmachen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bedanke mich beim Rechnungshof und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Arbeit, für den Einsatz für Österreich und gratuliere auch zum neuen Büro. Ich komme morgen gerne zur Eröffnung. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Was Sie nämlich gemacht haben – vonseiten ÖVP und SPÖ – ist, in diversen Rechnungshofausschüssen weitere Kontrolluntersuchungen zu unterbinden. Das, meine Damen und Herren, ist nicht im Sinne der Institution, die uns hier in diesem Haus – sozusagen als Instrument – gegeben ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das widerspricht an sich auch den demokratiepolitischen Grundsätzen, nach denen Kontrolle, Einschränkung der Macht immer wieder auf der Tagesordnung stehen müssen.
Abg. Gahr: Hab’ ich gesagt!
Gehen wir es der Reihe nach durch: Brenner-Basistunnel. Herr Kollege aus Tirol, ich bin sofort bei Ihnen, dass wir dieses finanzielle Risiko eingehen, wenn – ich zitiere die Empfehlungen des Rechnungshofberichtes auf Seite 202 – das BMVIT dafür sorgt, „die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen umgehend zu schaffen, um damit eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene zu forcieren“. (Abg. Gahr: Hab’ ich gesagt!) Wenn die Rahmenbedingungen geschaffen sind, dann ist der Bau des Brenner-Basistunnels finanziell gerechtfertigt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gehen wir es der Reihe nach durch: Brenner-Basistunnel. Herr Kollege aus Tirol, ich bin sofort bei Ihnen, dass wir dieses finanzielle Risiko eingehen, wenn – ich zitiere die Empfehlungen des Rechnungshofberichtes auf Seite 202 – das BMVIT dafür sorgt, „die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen umgehend zu schaffen, um damit eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene zu forcieren“. (Abg. Gahr: Hab’ ich gesagt!) Wenn die Rahmenbedingungen geschaffen sind, dann ist der Bau des Brenner-Basistunnels finanziell gerechtfertigt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Im Gegenteil! Sie haben im Ausschuss, meine Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ, auch dafür gestimmt, dass Reithofer nicht mehr geladen wird. Das ist einmalig. Bis jetzt war das nicht üblich, dass die Regierungsfraktionen gegenüber den Oppositionsfraktionen ohne Vorinformation einen Ladungsantrag einfach ablehnen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Das war bis jetzt nicht üblich. Das ist wirklich im Nachhinein noch ein Skandal, der die Kontrolltätigkeit des Parlaments massiv behindert hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Gegenteil! Sie haben im Ausschuss, meine Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ, auch dafür gestimmt, dass Reithofer nicht mehr geladen wird. Das ist einmalig. Bis jetzt war das nicht üblich, dass die Regierungsfraktionen gegenüber den Oppositionsfraktionen ohne Vorinformation einen Ladungsantrag einfach ablehnen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Das war bis jetzt nicht üblich. Das ist wirklich im Nachhinein noch ein Skandal, der die Kontrolltätigkeit des Parlaments massiv behindert hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn! Ein Skandal der Sonderklasse! Unglaublich!
Jetzt sitzen die Verantwortlichen – und, bitte, das ist ja der Clou! – einerseits noch immer im Aufsichtsrat der BIG – wie Frau Mag. Steinacker – oder bei der Raiffeisenkasse, und der Clou schlechthin ist, dass der letztverantwortliche ÖBB-Generaldirektor Huber jetzt selbst ein Immobilienunternehmen betreibt und von uns Steuerzahlern via ÖBB eine Abfertigung in der Größenordnung von 800 000 € – Steuergelder! – bekommen hat. Das muss man sich vorstellen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn! Ein Skandal der Sonderklasse! Unglaublich!) Nach so einem Rechnungshofbericht, der derartige Verfehlungen dokumentiert und aufgelistet hat, geht der Beschuldigte, der letztlich Ver-
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, in dieser Richtung haben Sie überhaupt keine Aufklärungsarbeit geleistet, ja sogar noch zugestimmt – anscheinend auch politisch –, dass dieser Handshake in einem Vergleich zwischen ÖBB und Huber letztlich fixiert, abgesichert, zementiert worden ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Gahr.
Ich darf als Beispiel meine Heimatregion Wattens–Hall anführen. Es wurden alte Lärmschutzwände, die sich über 20, 25 Jahre hindurch durchaus bewährt hatten, weggerissen und neue, doppelt so hohe Lärmschutzwände aufgestellt, sodass man jetzt wie durch einen Tunnel auf der Autobahn fährt. Diese Maßnahme allein hat laut Bautafel, die dort aufgestellt war, 8,2 Millionen € gekostet. Wenn Sie in Wattens auf die Autobahn auffahren, Richtung Innsbruck, sehen Sie hinter der Lärmschutzwand ein Maisfeld, dann kommen Sträucher, dann kommt der Inn, dann kommen wieder Sträucher, und dann kommen erst Häuser, die eventuell vor Lärm zu schützen wären. Also da, meine Damen und Herren, kann etwas nicht stimmen, und so kann es nicht weitergehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Abg. Gahr: Reden Sie mit den Einwohnern in Baumkirchen! Die haben keine verlangt? – Da sind Sie schlecht informiert!
Herr Kollege Gahr, reden Sie mit den Anwohnern, kein Mensch hat dort eine Lärmschutzwand verlangt! Die Ursachen ... (Abg. Gahr: Reden Sie mit den Einwohnern in Baumkirchen! Die haben keine verlangt? – Da sind Sie schlecht informiert!) In Baumkirchen, ja, dazwischen sind aber Sträucher, der Inn, ein Maisfeld, aber darüber werden wir schon noch reden. Ich halte sie ebenso wie viele andere – und ich habe mit Baumkirchnern gesprochen – für völlig unnötig.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt sage ich Ihnen, was bei der Asfinag noch dazukommt. Die Asfinag hat ein weiteres Bauvorhaben in Aussicht genommen, und zwar möchte sie ihr Hauptquartier in Innsbruck in der Karl-Kapferer-Straße, weil 20 Arbeitsplätze mehr gebraucht werden, abreißen und einen neuen Verwaltungspalast aufbauen. Die Kosten belaufen sich auf einige Millionen Euro. – Ich glaube, normalerweise wird in der Privatwirtschaft – und da kann man vielleicht mit der ÖVP reden – ein Unternehmen, das mit sinkenden Einnahmen zu rechnen hat, das riesige Schulden hat, sein Verwaltungsgebäude wegen 20 fehlender Arbeitsplätze nicht niederreißen und zu Kosten in Millionenhöhe neu aufbauen. Das ist abzulehnen, und das muss aufgezeigt werden, denn so kann es nicht gehen in der Asfinag! (Beifall bei der FPÖ.)
Rechnungshofpräsident Dr. Moser nickt zustimmend.
Frau Kollegin Moser hat die Problematik ja skizziert, und auch Herr Präsident Moser hat davon gesprochen, dass mit Gesamtkosten für die Republik von rund 12 Milliarden € inklusive Finanzierungskosten zu rechnen sein wird. (Rechnungshofpräsident Dr. Moser nickt zustimmend.) Der Herr Präsident nickt, er hat es im Ausschuss gesagt. Wenn dieser Tunnel kommt, kann er ja nur kommen – wie Kollegin Moser richtig gesagt hat –, wenn eine Verlagerungsgarantie von der Straße auf die Schiene kommt, und ob dann die Asfinag aufgrund der nochmals verringerten Einnahmen in der Lage sein wird, diesen Schuldenberg abzutragen, ist die Frage.
Abg. Zanger: Die Autofahrer werden zahlen!
Letztendlich wird die Asfinag dazu nicht in der Lage sein, und irgendwann werden diese Schulden von 11 Milliarden € wieder ins Budget transferiert werden müssen, ebenso die Schulden der Österreichischen Bundesbahnen, die bis auf 20 Milliarden € ansteigen werden – und dann werden wir ein noch massiveres Budgetproblem haben. (Abg. Zanger: Die Autofahrer werden zahlen!) Ich kann nur sagen, Herr Präsident, behalten Sie auch diese ausgelagerten Budgetschulden im Auge, und dann werden wir weitersehen, wie der Staat mit diesen Schulden in Zukunft umgehen kann! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Letztendlich wird die Asfinag dazu nicht in der Lage sein, und irgendwann werden diese Schulden von 11 Milliarden € wieder ins Budget transferiert werden müssen, ebenso die Schulden der Österreichischen Bundesbahnen, die bis auf 20 Milliarden € ansteigen werden – und dann werden wir ein noch massiveres Budgetproblem haben. (Abg. Zanger: Die Autofahrer werden zahlen!) Ich kann nur sagen, Herr Präsident, behalten Sie auch diese ausgelagerten Budgetschulden im Auge, und dann werden wir weitersehen, wie der Staat mit diesen Schulden in Zukunft umgehen kann! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser
Was mir aber auch wichtig zu sein scheint, ist, dass man einzelne Dinge nicht vermischen darf. Es geht darum, dass wir, nicht nur in der Bundesregierung, sondern auch durch Budgetbeschlüsse hier im Parlament, sagen: Ja, wir bekennen uns dazu, dass zwei große Unternehmen, die im Eigentum des Bundes stehen – nämlich die Österreichischen Bundesbahnen und die Asfinag –, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen tätigen, die zwei Effekte haben; Investitionen, die heute in einer ganz schwierigen Situation für Beschäftigung sorgen (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) und die für morgen, für die Zukunft, Werte schaffen, die bei der Schiene vor allem dazu führen, dass wir in eine ökologische Infrastruktur investieren. Daher ist es auch nicht in Ordnung, dass man immer nur über den „Schuldenberg“ redet. Es ist genauso, wie wenn sich heute eine Familie einen Kredit aufnimmt, um ein Haus zu bauen, um Werte zu schaffen, um ein Dach über dem Kopf zu haben, um eine Zukunft für ihre Kinder zu schaffen. Genauso wichtig ist es, heute für Beschäftigung zu sorgen und in die Infrastruktur Schiene zu investieren, und das machen die Österreichischen Bundesbahnen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Was mir aber auch wichtig zu sein scheint, ist, dass man einzelne Dinge nicht vermischen darf. Es geht darum, dass wir, nicht nur in der Bundesregierung, sondern auch durch Budgetbeschlüsse hier im Parlament, sagen: Ja, wir bekennen uns dazu, dass zwei große Unternehmen, die im Eigentum des Bundes stehen – nämlich die Österreichischen Bundesbahnen und die Asfinag –, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen tätigen, die zwei Effekte haben; Investitionen, die heute in einer ganz schwierigen Situation für Beschäftigung sorgen (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) und die für morgen, für die Zukunft, Werte schaffen, die bei der Schiene vor allem dazu führen, dass wir in eine ökologische Infrastruktur investieren. Daher ist es auch nicht in Ordnung, dass man immer nur über den „Schuldenberg“ redet. Es ist genauso, wie wenn sich heute eine Familie einen Kredit aufnimmt, um ein Haus zu bauen, um Werte zu schaffen, um ein Dach über dem Kopf zu haben, um eine Zukunft für ihre Kinder zu schaffen. Genauso wichtig ist es, heute für Beschäftigung zu sorgen und in die Infrastruktur Schiene zu investieren, und das machen die Österreichischen Bundesbahnen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
So habe ich Ihre Anfrage beantwortet, also stellen Sie das nicht immer so falsch dar, wie Sie das gerade eben gemacht haben, Herr Abgeordneter Grosz! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Die Empfehlung des Rechnungshofes bezüglich Brenner-Basistunnel für den Prüfungszeitraum Oktober 2006 bis April 2007 war die Sicherstellung der Finanzierung, und wir haben dank der Beschlüsse des Hohen Hauses die Sicherstellung der Finanzierung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Wir haben nicht nur einen ÖBB-Rahmenplan, sondern wir haben eine Sonderfinanzierungszeile für den Brenner-Basistunnel, und wir haben eine zusätzliche Beteilung aus europäischen Mitteln. Ich lasse in Europa keinen Euro liegen, den wir in Österreich auf die Schiene bringen können, und daher haben wir das als Finanzierungsschiene! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Die Empfehlung des Rechnungshofes bezüglich Brenner-Basistunnel für den Prüfungszeitraum Oktober 2006 bis April 2007 war die Sicherstellung der Finanzierung, und wir haben dank der Beschlüsse des Hohen Hauses die Sicherstellung der Finanzierung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Wir haben nicht nur einen ÖBB-Rahmenplan, sondern wir haben eine Sonderfinanzierungszeile für den Brenner-Basistunnel, und wir haben eine zusätzliche Beteilung aus europäischen Mitteln. Ich lasse in Europa keinen Euro liegen, den wir in Österreich auf die Schiene bringen können, und daher haben wir das als Finanzierungsschiene! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Man hätte vielleicht vor vier oder fünf Jahren eine Rede halten können, dass die Finanzierung des Brenner-Basistunnels nicht gesichert ist. Daher war die Kritik des Rechnungshofs richtig. Heute gilt diese Kritik nicht mehr: Die Finanzierung des Brenner-Basistunnels ist sichergestellt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Ich bedanke mich noch einmal bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rechnungshofs. – Ich kann Ihnen versichern, dass ich auf diese Kooperation wirklich Wert lege, weil es mir darum geht, dass jeder Euro, der von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern für Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, so gut wie möglich eingesetzt wird. Dafür verbürge ich mich. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
So wurde auf Grund dieser Initiative endlich eine Strategie für den Immobilienbereich der ÖBB erarbeitet. Somit wurden die Missstände weitgehend abgestellt und die Empfehlungen auch weitgehend umgesetzt. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Josef Lettenbichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Herr Präsident des Rechnungshofes, vorab möchte ich Ihnen herzlich gratulieren und für Ihre klaren Worte und für Ihr abermaliges Bekenntnis zum Brenner-Basistunnel danken! Ich glaube, das ist der Unterschied zwischen Regierung und Opposition: Wir bringen etwas weiter und schauen auf unsere Leute, während andere nur lamentieren und kritisieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Was aber tun Sie, meine Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, so etwa Ihre Doch-noch-Europaabgeordnete Lichtenberger gestern in der „Tiroler Tageszeitung“? – Sie kritisieren einmal mehr pauschal, ohne auf die Sache überhaupt tiefer einzugehen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Nennen Sie uns doch eine Alternative! Sie werden feststellen: Es gibt keine! Sagen daher auch Sie Ja zum Brenner-Basistunnel, und kritisieren Sie nicht immer nur getreu Ihrem Motto: Ob Sonne oder Regen, wir Grünen sind dagegen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was aber tun Sie, meine Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, so etwa Ihre Doch-noch-Europaabgeordnete Lichtenberger gestern in der „Tiroler Tageszeitung“? – Sie kritisieren einmal mehr pauschal, ohne auf die Sache überhaupt tiefer einzugehen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Nennen Sie uns doch eine Alternative! Sie werden feststellen: Es gibt keine! Sagen daher auch Sie Ja zum Brenner-Basistunnel, und kritisieren Sie nicht immer nur getreu Ihrem Motto: Ob Sonne oder Regen, wir Grünen sind dagegen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Allerdings wurde gerade in der Ära des Herrn Verkehrsministers Gorbach sehr weit über das Ziel geschossen. Das war jener Mann, der gesagt hat: „This country is too small for me.“ – Ich würde sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren: This man was too small for this country! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne, sehr geehrte Damen und Herren, sage ich meinen herzlichen Dank. Wir werden genau darauf schauen, dass der Lärmschutz effizient, wirkungsvoll und sparsam eingesetzt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Bericht des Rechnungshofes zeigt, dass der Straßenbau vielfach an den Grenzen der Finanzierbarkeit angelangt ist. Ohne langfristige Planung und frühzeitige Einbindung der Raumplanung werden Neubauten im Lichte des Schutzes der Umwelt und der Gesundheit künftig schwer finanzierbar sein. – Danke sehr. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Grosz: Das ist wirklich ungeheuerlich!
Ich weiß nicht, ob es wirklich so lustig ist, dass Sie ein Unternehmen haben, das ganz gezielt den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, bei dem Umsatzziele festgelegt werden, Prämien dafür ausbezahlt werden und Mitarbeiter, die diese Umsatzziele nicht erreichen, mit der Kündigung bedroht werden. – Das ist die ASFINAG! (Abg. Grosz: Das ist wirklich ungeheuerlich!)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.
Das werde ich Ihnen jetzt beweisen: Sie können nämlich diese Punkte noch gar nicht beantwortet haben, weil Sie diese Anfrage, dieses Konvolut, das ich hier habe, erst heute bekommen haben. Es ist erst heute eingebracht worden. Aber ich trage es Ihnen jetzt vor, weil Sie das nicht glauben. In den Medienberichten hätten Sie es verfolgen können, aber das haben Sie ja nicht. Darum trage ich es Ihnen jetzt vor, und ich genieße es auch, dass der Herr Rechnungshofpräsident da ist. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.) – Dann horchen Sie zu! (Bundesministerin Bures: Nein, geben Sie mir es!) – Es wird Ihnen von der Parlamentsdirektion zugeleitet werden, wenn Sie sich nicht auskennen. (Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.)
Bundesministerin Bures: Nein, geben Sie mir es!
Das werde ich Ihnen jetzt beweisen: Sie können nämlich diese Punkte noch gar nicht beantwortet haben, weil Sie diese Anfrage, dieses Konvolut, das ich hier habe, erst heute bekommen haben. Es ist erst heute eingebracht worden. Aber ich trage es Ihnen jetzt vor, weil Sie das nicht glauben. In den Medienberichten hätten Sie es verfolgen können, aber das haben Sie ja nicht. Darum trage ich es Ihnen jetzt vor, und ich genieße es auch, dass der Herr Rechnungshofpräsident da ist. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.) – Dann horchen Sie zu! (Bundesministerin Bures: Nein, geben Sie mir es!) – Es wird Ihnen von der Parlamentsdirektion zugeleitet werden, wenn Sie sich nicht auskennen. (Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.)
Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.
Das werde ich Ihnen jetzt beweisen: Sie können nämlich diese Punkte noch gar nicht beantwortet haben, weil Sie diese Anfrage, dieses Konvolut, das ich hier habe, erst heute bekommen haben. Es ist erst heute eingebracht worden. Aber ich trage es Ihnen jetzt vor, weil Sie das nicht glauben. In den Medienberichten hätten Sie es verfolgen können, aber das haben Sie ja nicht. Darum trage ich es Ihnen jetzt vor, und ich genieße es auch, dass der Herr Rechnungshofpräsident da ist. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.) – Dann horchen Sie zu! (Bundesministerin Bures: Nein, geben Sie mir es!) – Es wird Ihnen von der Parlamentsdirektion zugeleitet werden, wenn Sie sich nicht auskennen. (Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesministerin Bures.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich zitiere aus dem Protokoll der SKD-Stützpunktleitersitzung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie können brüllen, so viel Sie wollen! Ich habe das Mikrophon auf meiner Seite! Ich werde Sie immer übertönen, glauben Sie mir das! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich zitiere aus dem Protokoll der SKD-Stützpunktleitersitzung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie können brüllen, so viel Sie wollen! Ich habe das Mikrophon auf meiner Seite! Ich werde Sie immer übertönen, glauben Sie mir das! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Die Frau Ministerin hört nicht zu! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Ich zitiere weiter aus einem Protokoll. (Abg. Grosz: Die Frau Ministerin hört nicht zu! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!
Herr Präsident, ich bitte, meine Redezeit unterbrechen zu dürfen, denn das ist wirklich ungeheuerlich! Ich trage der Frau Bundesminister Unterlagen vor, und sie führt dort drüben Small Talk! Was soll das?! (Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!)
Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Ich trage der Ministerin vor, welche Unglaublichkeiten sich in ihrem Ressort abspielen – und sie interessiert sich nicht dafür! Sie hat Humor dafür, wenn ihre Leute in diesem Land die Bürger abzocken und dafür eine Prämie kassieren, und sie kümmert sich nicht darum, meine Damen und Herren! Das ist die Ministerin! Sie findet das lustig! (Beifall beim BZÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Geh, Herr Kollege Kräuter, können wir noch ein bisschen weiterlachen? Vielleicht kannst du uns den Witz auch erzählen, den du gerade der Frau Bundesministerin Bures erzählst! (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Stadler, es bleibt Ihnen unbenommen, die Rede zu unterbrechen, dann kommt der nächste Redner dran. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Die Frau Bundesministerin ist ja hier zugegen, und ob sie interessiert oder nicht interessiert der Debatte folgt, das obliegt der politischen Bewertung. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Für Sie!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (fortsetzend): Ich halte fest, dass sich die Frau Bundesministerin nicht nur nicht interessiert (Rufe bei der SPÖ: Für Sie!) für das, was sich in ihrem Ressort ungesetzlicher Weise abspielt, sondern sie deckt das offensichtlich auch noch, weil sie es auch noch zum Lachen findet, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Ich halte das für bemerkenswert. Es wird gut sein, dass wir dieses Protokoll den Bürgern zur Verfügung stellen.
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (fortsetzend): Ich halte fest, dass sich die Frau Bundesministerin nicht nur nicht interessiert (Rufe bei der SPÖ: Für Sie!) für das, was sich in ihrem Ressort ungesetzlicher Weise abspielt, sondern sie deckt das offensichtlich auch noch, weil sie es auch noch zum Lachen findet, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Ich halte das für bemerkenswert. Es wird gut sein, dass wir dieses Protokoll den Bürgern zur Verfügung stellen.
Abg. Grosz: Wahnsinn! Vorgaben bei Strafen!
„Im Bereich der LKW-Maut wird je SKD-Mitarbeiter pro Monat Ersatzmauterlöse von mindestens € 4.000,-- erwartet um die Unternehmensziele in diesem Bereich erreichen zu können. Ebenfalls € 4.000,-- je SKD-Mitarbeiter pro Monat werden im Bereich der Vignette (inkl. Zahlscheine) erwartet. Näheres entnehmen Sie bitte der Beilage Planwerte SKD 2005.“ (Abg. Grosz: Wahnsinn! Vorgaben bei Strafen!) – Bei Strafen, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Was haben Sie für ein Rechtsverständnis? Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Was haben Sie für ein Rechtsverständnis? Das ist unglaublich!
„Im Bereich der LKW-Maut wird je SKD-Mitarbeiter pro Monat Ersatzmauterlöse von mindestens € 4.000,-- erwartet um die Unternehmensziele in diesem Bereich erreichen zu können. Ebenfalls € 4.000,-- je SKD-Mitarbeiter pro Monat werden im Bereich der Vignette (inkl. Zahlscheine) erwartet. Näheres entnehmen Sie bitte der Beilage Planwerte SKD 2005.“ (Abg. Grosz: Wahnsinn! Vorgaben bei Strafen!) – Bei Strafen, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Was haben Sie für ein Rechtsverständnis? Das ist unglaublich!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich zitiere aus einem Protokoll der ASFINAG vom 31. Jänner 2005. In diesem Protokoll heißt es wörtlich (Zwischenrufe bei der SPÖ):
Abg. Grosz – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Ihnen wird das Lachen noch vergehen!
„Herr Riepler berichtet, dass die Prämienfestlegung für SKD-Mitarbeiter zwischenzeitlich an allen Stützpunktstellen abgeschlossen wurde. Die Prämien betragen im Schnitt 96% an der MS Schönberg, 94% MS St. Jakob, 89% MS Gleinalm und 86% MS Bosruck. Die Berechnung für St. Michael und Rosenbach erfolgt am 01.02.2005. Für die Prämienauszahlung des Jahres 2005 wird einvernehmlich folgende Vorgangsweise festgelegt: ...“ – Dann kommt die Vorgangsweise der Festlegung der Prämienauszahlung. (Abg. Grosz – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Ihnen wird das Lachen noch vergehen!)
Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist dermaßen unglaublich! Das heißt, man hat für das Vertuschen von Delikten noch Prozentpunkte für die Prämienfeststellung bekommen! Das ist unglaublich! (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Das ist eine Leseübung!
Für die laufenden Monate wird eine Steigerung erwartet.“ (Abg. Riepl: Das ist eine Leseübung!)
Abg. Grosz: ...! Das ist unglaublich!
Meine Damen und Herren, es kommt nicht darauf an, ob man ein Delikt verwirklicht oder nicht. Es geht nur um Abzocke! (Abg. Grosz: ...! Das ist unglaublich!) Es geht um Umsatzerlöse, um Abzocke des Bürgers und dafür gibt es auch noch ein Prämiensystem.
Zwischenruf des Abg. Keck.
In einem weitern Besprechungsprotokoll vom 13. März 2008 ... (Zwischenruf des Abg. Keck.) – Herr „Brüller“ von der SPÖ: 13. März 2008. (Heiterkeit der Bundesministerin Bures. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Keck.) – Die Frau Minister findet das alles lustig! (Abg. Grosz: Das wären einige Ordnungsrufe, Herr Präsident!)
Heiterkeit der Bundesministerin Bures. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Keck.
In einem weitern Besprechungsprotokoll vom 13. März 2008 ... (Zwischenruf des Abg. Keck.) – Herr „Brüller“ von der SPÖ: 13. März 2008. (Heiterkeit der Bundesministerin Bures. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Keck.) – Die Frau Minister findet das alles lustig! (Abg. Grosz: Das wären einige Ordnungsrufe, Herr Präsident!)
Abg. Grosz: Das wären einige Ordnungsrufe, Herr Präsident!
In einem weitern Besprechungsprotokoll vom 13. März 2008 ... (Zwischenruf des Abg. Keck.) – Herr „Brüller“ von der SPÖ: 13. März 2008. (Heiterkeit der Bundesministerin Bures. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Keck.) – Die Frau Minister findet das alles lustig! (Abg. Grosz: Das wären einige Ordnungsrufe, Herr Präsident!)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Meine Damen und Herren, wer das alles nicht erreicht, der wird sogar mit Kündigung bedroht. Wer diese Umsatzziele nicht erreicht, fliegt hinaus. Auch das ergibt sich zweifelsfrei aus den Besprechungsprotokollen der ASFINAG, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist alles gesetzwidrig. Das ist glatter Amtsmissbrauch, das ist Abzocke, das ist Prämienauszahlung für hoheitliches Handeln, meine Damen und Herren! – Und die Ministerin findet das alles zum Lachen. (Beifall beim BZÖ.) Damit wir das alles im Protokoll festhalten: Die Ministerin findet das alles zum Lachen! (Abg. Mag. Gaßner: Alles – nicht nur Sie!) Sie kann es sich mit ihrem Gehalt ja auch leisten. Ich weiß nicht, ob sie abgezockt wird.
Abg. Mag. Gaßner: Alles – nicht nur Sie!
Das ist alles gesetzwidrig. Das ist glatter Amtsmissbrauch, das ist Abzocke, das ist Prämienauszahlung für hoheitliches Handeln, meine Damen und Herren! – Und die Ministerin findet das alles zum Lachen. (Beifall beim BZÖ.) Damit wir das alles im Protokoll festhalten: Die Ministerin findet das alles zum Lachen! (Abg. Mag. Gaßner: Alles – nicht nur Sie!) Sie kann es sich mit ihrem Gehalt ja auch leisten. Ich weiß nicht, ob sie abgezockt wird.
Beifall beim BZÖ.
Aber der Bürger draußen, insbesondere der Frächter draußen, der zahlt jeden Tag drauf, meine Damen und Herren! Und das sollte Sie vom Wirtschaftsbund interessieren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Haarsträubender Unsinn! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Grosz: Ihr könnt euch wieder beruhigen!
Das toleriert diese Ministerin und findet das alles noch lustig! (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der SPÖ: Haarsträubender Unsinn! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Grosz: Ihr könnt euch wieder beruhigen!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Ing. Kaipel. Eingestellte Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Herr Stadler, wir sind froh, dass es jetzt eine Ministerin gibt, die den Schutt Ihrer Genossen wegräumt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Ein Brandredner vor dem Herrn!
Ein Vorredner hat gemeint, dass es einmal eine Zeit gegeben hat, zu der Lärmschutzwände wie Kreisverkehre errichtet wurden. Man kann natürlich alles bauen, man sollte nur schauen, ob es auch sinnvoll und notwendig ist, und wenn es das ist, dass man das dann auch wirtschaftlich tut. (Abg. Grosz: Ein Brandredner vor dem Herrn!)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist es gut, dass heute noch einmal die notwendige Ablöse von Herrn Reichhold auch durch den Rechnungshof bestätigt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist gut, dass es nunmehr einen neuen Vorstand gibt, und wir können sicher sein, dass dieser seiner Verantwortung auch gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Der Redner hält ein Blatt Papier in die Höhe, das am Rednerpult liegt. – Abg. Mag. Stadler – an das Rednerpult herantretend –: Sie können das gerne studieren!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Stadler, haben Sie eine Unterlage verloren? (Der Redner hält ein Blatt Papier in die Höhe, das am Rednerpult liegt. – Abg. Mag. Stadler – an das Rednerpult herantretend –: Sie können das gerne studieren!) – Nein, ich habe meine Rede eigentlich vorbereitet. (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Formular der ASFINAG! ...! Gut einprägen! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist das Formular der ASFINAG! ...! Gut einprägen! – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Stadler, haben Sie eine Unterlage verloren? (Der Redner hält ein Blatt Papier in die Höhe, das am Rednerpult liegt. – Abg. Mag. Stadler – an das Rednerpult herantretend –: Sie können das gerne studieren!) – Nein, ich habe meine Rede eigentlich vorbereitet. (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Formular der ASFINAG! ...! Gut einprägen! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das dauert bis jetzt an! Das dauert an!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler, bei Ihrer Vorlesung, die Sie eben gehalten haben, habe ich einmal „2005“ gehört. Im Jahr 2005 ist meiner Erinnerung nach Frau Bundesministerin Bures nicht Ministerin gewesen. (Abg. Mag. Stadler: Das dauert bis jetzt an! Das dauert an!) Da, glaube ich, war ein Minister, der Ihnen eher ... – Na damals ist er Ihnen auch nicht nahe gestanden, oder? (Abg. Scheibner: Na also!) – Gut. (Heiterkeit bei der SPÖ und ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Na also!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler, bei Ihrer Vorlesung, die Sie eben gehalten haben, habe ich einmal „2005“ gehört. Im Jahr 2005 ist meiner Erinnerung nach Frau Bundesministerin Bures nicht Ministerin gewesen. (Abg. Mag. Stadler: Das dauert bis jetzt an! Das dauert an!) Da, glaube ich, war ein Minister, der Ihnen eher ... – Na damals ist er Ihnen auch nicht nahe gestanden, oder? (Abg. Scheibner: Na also!) – Gut. (Heiterkeit bei der SPÖ und ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ und ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler, bei Ihrer Vorlesung, die Sie eben gehalten haben, habe ich einmal „2005“ gehört. Im Jahr 2005 ist meiner Erinnerung nach Frau Bundesministerin Bures nicht Ministerin gewesen. (Abg. Mag. Stadler: Das dauert bis jetzt an! Das dauert an!) Da, glaube ich, war ein Minister, der Ihnen eher ... – Na damals ist er Ihnen auch nicht nahe gestanden, oder? (Abg. Scheibner: Na also!) – Gut. (Heiterkeit bei der SPÖ und ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Linder.
Wenn ich mir dann noch überlege, dass aufgrund dieser einzigen Prüfung 6 Millionen € eingespart werden konnten, muss ich schon sagen: Wie viele Gemeinden in Österreich wären froh, wenn sie über ein solches Jahresbudget verfügen würden?! (Demonstrativer Beifall des Abg. Linder.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Das ist verspekuliert!
Aber wir unterhalten uns hier immer darüber, wie die Gemeinden geprüft werden. Ich meine, es gäbe noch sehr viele andere Möglichkeiten an Überprüfungen. 6 Millionen €, die sozusagen einfach so untergehen, das würde man sicherlich nur bei ganz wenigen Gemeinden finden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: Das ist verspekuliert!)
Abg. Faul steht bereits beim Rednerpult. – Abg. Grosz: Zurück ins Körbchen! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu einer Stellungnahme hat sich der Herr Präsident des Rechnungshofes Dr. Moser zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Faul steht bereits beim Rednerpult. – Abg. Grosz: Zurück ins Körbchen! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der SPÖ.
Präsident des Rechnungshofes Dr. Josef Moser: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der SPÖ.) Ich möchte mich eingangs bei Ihnen sehr herzlich für das Lob bedanken, das Sie der Arbeit des Rechnungshofes gespendet haben, und werde das sehr gerne an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben.
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass, was die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH betrifft, durch die Umsetzung von Empfehlungen des Rechnungshofes bei der OeBS über 15 Millionen € seit dem Jahre 2005 nachweisbar eingespart werden konnten. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.)
Abg. Dr. Moser: Das gibt es nicht!
Das ist der Grund dafür, warum der Rechnungshof darauf hingewiesen hat, dass wir ein verbindliches Finanzierungskonzept benötigen (Abg. Dr. Moser: Das gibt es nicht!), damit ein Projekt, das gestartet wird, auch finanziell zu Ende geführt werden kann.
Beifall beim BZÖ.
Wichtig ist es in diesem Bereich auch, darauf hinzuweisen, dass mangelnde Transparenz nicht effizient ist und die Wirksamkeit von Maßnahmen nicht erhöht. Das zeigt gerade auch das Prüfungsergebnis betreffend die Immobilien GmbH, wo eine Fülle von Intransparenzen und nicht ordnungsgemäßem Handeln stattgefunden hat, was dazu geführt hat, dass der gesetzliche Faktor, nämlich eine Erlösmaximierung zu erreichen, eben nicht erreicht worden ist. (Beifall beim BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Der Rechnungshof wäre gerne dazu bereit, und ich glaube, es wäre von Vorteil für die Gemeinden, für den Rechnungshof und insbesondere für den Steuerzahler, hier einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich, wenn ich einige von Ihnen morgen begrüßen darf. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Bundesministerin, herzlichen Dank für Ihre offene Rede zu einem europäischen Projekt, hinter dem Sie voll und ganz stehen. Ich glaube, das hebt sich doch ab von dieser Kleindenkerei und der kleinmütigen Betrachtungsweise von manchen hier (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP), denn letztlich werden wir nicht herauskommen aus diesem europäischen Projekt, Herr Kollege Großruck. Wir werden nicht herauskommen, wir werden mitmachen müssen!
Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Stadler, Sie haben in vielem, was Sie gesagt haben, recht gehabt. Sie haben nur eines vergessen, uns zu erzählen: Das, was Sie heute da gegenüber der Frau Bundesministerin ausgeführt haben, haben Sie mir schon in den Jahren 2006 und 2007 als Partner im Rechnungshof über den Gorbach erzählt. Und Sie haben erzählt, wie Ihre Kollegen ... (Heiterkeit und Zwischenrufe beim BZÖ.) – Sicher haben Sie mir das vorgelesen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Stadler, das waren ja dieselben Worte. Sie haben uns erzählt, wie der Gorbach wahlwerbend durch Österreich gefahren ist und jeder Gemeinde eine Lärmschutzwand versprochen hat. So hat er sich die Stimmen gekauft. – Das waren Ihre Worte – Sie vergessen es nur, Herr Stadler! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: „In allerletzter Deutlichkeit“?
Und eines, Frau Bundesministerin, in allerletzter Deutlichkeit (Abg. Mag. Stadler: „In allerletzter Deutlichkeit“?): Auch wenn tischhohe Kollegen mit noch kleinerem Horizont Sie da permanent grausigst angreifen: Machen Sie sich nichts draus!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Sie haben nur eine Pension, aber kein Krokodil!
Aber heute ist es an der Zeit, mich wirklich bei den Krokodilen zu entschuldigen. Ich glaube, das haben sie sich verdient – auch Krokodile haben ihren Stolz! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Sie haben nur eine Pension, aber kein Krokodil!)
Beifall bei SPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ein vorgelesener Dank und eine vorgelesene Gratulation!
Herr Präsident Moser, ich gratuliere Ihnen und Ihrem Team zum gelungenen Bau des Rechnungshofes und wünsche Ihnen und Ihren zirka 300 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zur morgigen Eröffnung viel Freude mit den neuen Räumlichkeiten und viel Erfolg bei Ihrer Arbeit! – Danke. (Beifall bei SPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ein vorgelesener Dank und eine vorgelesene Gratulation!)
He-Rufe bei der ÖVP
türlich so, dass das irgendwer anschaut. Dazu sind Sie vom Rechnungshof da, dazu sind wir hier und heute da. Sich mit diesen Dingen zu beschäftigen, dazu war aber zwischenzeitig und eigentlich viel länger der Rechnungshofausschuss aufgerufen. Und glauben Sie mir: Wenn das dort – und ich wende mich da vor allem an die ÖVP, die hier eine besondere Tradition des Zudeckens und Niederdrückens hat (He-Rufe bei der ÖVP); aber mittlerweile ist ja auch die SPÖ wieder gefährdet – geschehen wäre, dann müssten wir hier nicht so lange reden.
Zwischenrufe des Abg. Grillitsch.
Ich hätte mich heute vielleicht gar nicht zu Wort gemeldet, wenn nicht folgender Vorgang zu beschreiben wäre, den ich Ihnen jetzt erläutern werde und der hier ins Protokoll kommen soll, damit das auch in den Annalen des Nationalrates gut verankert ist. (Zwischenrufe des Abg. Grillitsch.) Ich werde alles richtig wiedergeben, machen Sie sich keine Sorgen! Fällen Sie Ihr Urteil nachher und keppeln Sie nicht immer schon vorher, noch dazu bei der Inkompetenz, die Sie auf diesem Gebiet aufweisen, Herr Kollege. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich hätte mich heute vielleicht gar nicht zu Wort gemeldet, wenn nicht folgender Vorgang zu beschreiben wäre, den ich Ihnen jetzt erläutern werde und der hier ins Protokoll kommen soll, damit das auch in den Annalen des Nationalrates gut verankert ist. (Zwischenrufe des Abg. Grillitsch.) Ich werde alles richtig wiedergeben, machen Sie sich keine Sorgen! Fällen Sie Ihr Urteil nachher und keppeln Sie nicht immer schon vorher, noch dazu bei der Inkompetenz, die Sie auf diesem Gebiet aufweisen, Herr Kollege. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Der Herr Kollege hier ist mit Sicherheit keine Größe der Aufdeckbranche! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Ich glaube, gerade die Landwirtschaft hat in letzter Zeit bewiesen, dass sie mit dem Zudecken lange sehr gut ausgekommen ist und bis zum Schluss gegen die Veröffentlichung der Agrarsubventionen gekämpft hat. Das ist Ihre Kernkompetenz: verschweigen, zudecken, niederdrücken! Da haben Sie es weit gebracht – immerhin sitzen Sie jetzt schon in der ersten Reihe, sonst könnten Sie jetzt gar nicht so dazwischenkeppeln! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Herr Kollege hier ist mit Sicherheit keine Größe der Aufdeckbranche! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Ich glaube, gerade die Landwirtschaft hat in letzter Zeit bewiesen, dass sie mit dem Zudecken lange sehr gut ausgekommen ist und bis zum Schluss gegen die Veröffentlichung der Agrarsubventionen gekämpft hat. Das ist Ihre Kernkompetenz: verschweigen, zudecken, niederdrücken! Da haben Sie es weit gebracht – immerhin sitzen Sie jetzt schon in der ersten Reihe, sonst könnten Sie jetzt gar nicht so dazwischenkeppeln! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Redezeit! Ihre Zeit ist schon vorbei!
Und damals – und im Übrigen ist das bis heute ein wichtiges Thema – hat man gesagt: Wer ist denn dafür zuständig? Wie kann denn das passieren? Und Abgeordneter Kräuter hat ja im Rechnungshofausschuss, als er dort noch gewirkt hat, auch immer diese Linie vertreten, völlig zu Recht. Es kann ja nicht so sein, dass wir immer nur die einladen, die Nutznießer dieser Verträge sind, sondern wir müssen doch in erster Linie jene befragen und zur Verantwortung ziehen, zumindest auf diesem Weg, bescheiden aber doch, die das zum Schaden der Steuerzahler verantworten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Redezeit! Ihre Zeit ist schon vorbei!)
Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Also, die Kette ist jetzt völlig klar: Reithofer wird gedeckt und geschützt, obwohl Sie selber das ursprünglich anders gesehen hatten. Und dann kommt es dazu, dass die Oppositionsfraktionen in diesem Punkt auf eine wirklich ganz hinterhältige Art und Weise ausgebootet werden, wie wir das sonst nicht kennen! (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) Und das fügt sich in ein Bild: Im Unterausschuss des Rechnungshofausschusses – da werden wir noch viel Freude haben hier herinnen! – zum Untersuchungsgegenstand AUA, kein kleiner, ist es Ihnen völlig wurscht gewesen, welche Auskunftspersonen kommen. Es waren ein paar dabei, auf die hat man sich verständigt, und vor allem die BZÖ-Fraktion, die den Antrag ja eingebracht hat – das ist ja ein Minderheitsrecht –, hat eine noch längere Liste gehabt. Die anderen Oppositionsparteien haben das abgewogen und im Wesentlichen unterstützt, ein Konsens also, und da kann man nicht sagen, nur eine Partei – und das ist schon einmal abgelehnt worden. So weit, so gut.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es wäre gut, wenn man mehr auf die Anträge der Opposition einginge. Sie haben das signalisiert, aber nicht gemacht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und es ist völlig klar gewesen, dass Minister Molterer zum Beispiel, ich greife einen heraus, mit der AUA-Sache tangiert war. Natürlich war es so, dass längst schon durchgesickert ist, dass bestimmte Gutachten in der AUA darauf hingewiesen haben, dass wir früher eine andere Strategie hätten fahren müssen – aber wir stellen ja immer die „bösen“ Manager an den Pranger!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.
Da geht es um die Verantwortung für Hunderte Millionen, das wissen Sie ganz genau! Sie haben im Finanzausschuss unsere rasche Zustimmung haben wollen zur Subvention, die kommt, zu den Geschichten, die notwendig sind, damit die Lufthansa überhaupt anbeißt. Wir waren eine Zeitlang dort sehr kooperativ, bis wir gemerkt haben, dass wir beim gleichen Thema in dem Ausschuss, wo die Opposition naturgemäß die bessere Kompetenz hat beim Aufklären von Umständen, nur überfahren werden! Billig ist das mit dieser Mehrheit, billig ist das! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Ist das eine Frage von Freundlichkeit oder von Sachlichkeit?
Jetzt auf einmal – jetzt auf einmal! – kann man gar nicht freundlich genug der Opposition gegenüber sein! Jetzt auf einmal kann man sein Handy nicht mehr einschalten, weil man dauernd Regierungsvertreter dran hat! Jetzt auf einmal wollen Sie alles von uns – aber so geht das nicht, das sage ich Ihnen! (Abg. Kopf: Ist das eine Frage von Freundlichkeit oder von Sachlichkeit?)
Abg. Kopf: Geht es um die Sache?
Ich sage deshalb „Freundlichkeit“, weil Sie plötzlich so freundlich reden! Das ist ja das Irritierende. (Abg. Kopf: Geht es um die Sache?) Es geht auch um die Sache, da haben Sie völlig recht, aber die politische Sache ist – und niemand hat das besser vorexerziert als Sie! –, dass man sich nicht in einem Fall immer nur so verhalten kann den anderen gegenüber und im anderen Fall ohne irgendwas, ohne ein Einsehen, etwas verlangen will.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Ich sage Ihnen: Sie werden sich in den Finger schneiden auf diese Art und Weise! Und wenn wir jetzt nicht bei der Stärkung der Minderheitsrechte in diesem Haus vorwärtskommen, wenn wir nicht bei der Stärkung der Rechnungshof-Rechte vorwärtskommen, dann werden wir, die Oppositionsparteien gemeinsam, uns sehr wohl überlegen, wo wir unsere Mehrheit hergeben oder nicht. Das geht bis zur Geschäftsordnung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Sie haben völlig recht, das ist keine Frage der Freundlichkeit, das ist eine Frage der politischen Vernunft. Es ist eine Frage der politischen Vernunft! Die Freundlichkeit ist eine Kategorie, die Sie hier aufgebracht haben, weil ich hier von Unfreundlichkeit gesprochen habe. Das stimmt. Aber unvernünftig und unfreundlich sein – da brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Sie nicht weit kommen! Also vergessen wir die Freundlichkeit – aber vernünftig könnten Sie wohl werden. Das ist politische Voraussetzung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Abg. Dr. Moser: Was meinen Sie? Das möchte ich aber jetzt schon konkret wissen!
In der Sitzung des Rechnungshofausschusses, die wir zur Behandlung dieses Berichts III-18 der Beilagen hatten, sind die Oppositionsfraktionen nicht ausgebootet worden, im Gegenteil: Es ist so, dass sie in der Sitzung mit einer Ladung von Herrn Reithofer gekommen sind. – Es ist so, dass sich die Zusammenarbeit im Rechnungshofausschuss aufgrund der manchmal nicht sehr hohen Zuverlässigkeit der Grünen nicht sehr gut und zuverlässig gestaltet. (Abg. Dr. Moser: Was meinen Sie? Das möchte ich aber jetzt schon konkret wissen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deswegen möchte ich das zurückweisen, was Sie uns hier unterstellen, dass wir die Oppositionsfraktionen ausgebootet haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kopf: Wen interessiert das in diesem Zusammenhang?
Trotzdem haben wir in Kärnten schon vieles erreicht: Wir haben eine kostenlose Überprüfung als Pilotprojekt unserer eigenen aktiven ... (Abg. Kopf: Wen interessiert das in diesem Zusammenhang?) Das Hohe Haus! (Abg. Kopf: Was machen Sie überhaupt da vorne?)
Abg. Kopf: Was machen Sie überhaupt da vorne?
Trotzdem haben wir in Kärnten schon vieles erreicht: Wir haben eine kostenlose Überprüfung als Pilotprojekt unserer eigenen aktiven ... (Abg. Kopf: Wen interessiert das in diesem Zusammenhang?) Das Hohe Haus! (Abg. Kopf: Was machen Sie überhaupt da vorne?)
Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen sowie des Abg. Grosz.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich lade Sie ein, auch über die Parteigrenzen hinweg, auch Sie, Herr Kopf, sich für ein Herabsetzen der Grenzwerte und für ein verstärktes Mitspracherecht der Gemeinden einzusetzen. (Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen sowie des Abg. Grosz.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Neu ist für mich, Herr Kollege Cap – und ich weiß nicht: geht man hier von Usancen ab? –, dass man von der Usance, dass ein Abgeordneter, der Betroffener ist, im Ausschuss nicht in seiner eigenen Sache mitstimmt, abgegangen ist. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Matznetter: Er wollte doch seine Auslieferung!
Ich will die lauteren Motive jetzt nicht untersuchen – das ist Sache des Richters, ob der Kollege Köfer lautere Motive hatte oder nicht –, ich möchte nur sagen, dass es sich nicht gehört, in eigener Sache, in ureigenster Strafsache selbst mit zu entscheiden. Das ist eine Frage des politischen Anstandes. Das tut man nicht. Das ist immer so gehandhabt worden, ist durchgängig ... (Abg. Dr. Matznetter: Er wollte doch seine Auslieferung!) Darum geht es doch gar nicht! (Abg. Dr. Jarolim: Er hat doch die Auslieferung mit beschlossen!) Darum geht es doch gar nicht! Nein, er hat gar nichts mit beschlossen! Er hat sich im Ausschuss auf den falschen Standpunkt gestellt, er hätte sich der Stimme enthalten, und wusste nicht einmal, dass das nach der Geschäftsordnung gar nicht geht – wenn Sie es genau wissen wollen! (Abg. Dr. Jarolim: Absurd!)
Abg. Dr. Jarolim: Er hat doch die Auslieferung mit beschlossen!
Ich will die lauteren Motive jetzt nicht untersuchen – das ist Sache des Richters, ob der Kollege Köfer lautere Motive hatte oder nicht –, ich möchte nur sagen, dass es sich nicht gehört, in eigener Sache, in ureigenster Strafsache selbst mit zu entscheiden. Das ist eine Frage des politischen Anstandes. Das tut man nicht. Das ist immer so gehandhabt worden, ist durchgängig ... (Abg. Dr. Matznetter: Er wollte doch seine Auslieferung!) Darum geht es doch gar nicht! (Abg. Dr. Jarolim: Er hat doch die Auslieferung mit beschlossen!) Darum geht es doch gar nicht! Nein, er hat gar nichts mit beschlossen! Er hat sich im Ausschuss auf den falschen Standpunkt gestellt, er hätte sich der Stimme enthalten, und wusste nicht einmal, dass das nach der Geschäftsordnung gar nicht geht – wenn Sie es genau wissen wollen! (Abg. Dr. Jarolim: Absurd!)
Abg. Dr. Jarolim: Absurd!
Ich will die lauteren Motive jetzt nicht untersuchen – das ist Sache des Richters, ob der Kollege Köfer lautere Motive hatte oder nicht –, ich möchte nur sagen, dass es sich nicht gehört, in eigener Sache, in ureigenster Strafsache selbst mit zu entscheiden. Das ist eine Frage des politischen Anstandes. Das tut man nicht. Das ist immer so gehandhabt worden, ist durchgängig ... (Abg. Dr. Matznetter: Er wollte doch seine Auslieferung!) Darum geht es doch gar nicht! (Abg. Dr. Jarolim: Er hat doch die Auslieferung mit beschlossen!) Darum geht es doch gar nicht! Nein, er hat gar nichts mit beschlossen! Er hat sich im Ausschuss auf den falschen Standpunkt gestellt, er hätte sich der Stimme enthalten, und wusste nicht einmal, dass das nach der Geschäftsordnung gar nicht geht – wenn Sie es genau wissen wollen! (Abg. Dr. Jarolim: Absurd!)
Beifall beim BZÖ.
Natürlich ist das absurd! Das wissen wir alle, dass das absurd ist. Aber vielleicht können Sie das Ihrem Kollegen Köfer einmal erklären, dass das absurd ist, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Amon.
Schauen Sie, was ich Ihnen sagen will, ist, dass so ein Pallawatsch peinlich ist. Es ist aber nicht der Peinlichkeit Höhepunkt gewesen, es gibt ärgere Dinge, aber die Usance, dass man nicht in eigener Sache mit entscheidet, sollte beibehalten werden. Das ist mein Appell an den Klubobmann der sozialdemokratischen Fraktion. – Ich bin überzeugt, dass es bei dir auf fruchtbaren Boden fällt. Bei deinem Vorgänger war es jedenfalls so. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Amon.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gesetzesänderung!
Also sich hier jetzt nur herzustellen und zu sagen – richtigerweise, aus unserer Sicht –: Das ist ziemlich heftig, wie da vorgegangen wird!, das ist zu wenig. Sie müssen die politische Konsequenz ziehen (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesetzesänderung!) und sagen: Wenn hier massive Bedenken hinsichtlich Strahlenschutz vorliegen, dann müssen die gesetzlichen Bestimmungen so verändert werden, dass hier nicht der Vorwurf des Amtsmissbrauchs erhoben werden kann. Und da sind Sie gefordert als Abgeordneter, der offenbar hier eine sehr hehre und aus unserer Sicht richtige Position vertritt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also sich hier jetzt nur herzustellen und zu sagen – richtigerweise, aus unserer Sicht –: Das ist ziemlich heftig, wie da vorgegangen wird!, das ist zu wenig. Sie müssen die politische Konsequenz ziehen (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesetzesänderung!) und sagen: Wenn hier massive Bedenken hinsichtlich Strahlenschutz vorliegen, dann müssen die gesetzlichen Bestimmungen so verändert werden, dass hier nicht der Vorwurf des Amtsmissbrauchs erhoben werden kann. Und da sind Sie gefordert als Abgeordneter, der offenbar hier eine sehr hehre und aus unserer Sicht richtige Position vertritt. (Beifall bei den Grünen.)