Eckdaten:
Für die 130. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 781 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Mag. Johann Maier, Mag. Rosa Lohfeyer und Stefan Prähauser
Petition betreffend „Schaffung eines Bundesgesetzes über die Kostentragung der Suche und Beseitigung von Kriegsrelikten“ (Ordnungsnummer 128) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Johann Maier, Mag. Rosa Lohfeyer und Stefan Prähauser)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Aber hat man daraus gelernt? – Offenbar leider Gottes nicht, denn noch immer werden Kinderschänder in Österreich mit Samthandschuhen angefasst. Das sieht man beispielsweise am aktuellen Fall jenes verurteilten Kinderschänders, der sich an einem Kind über fünf Jahren lang vergriffen hat, aber nur eine Haftstrafe von zwei Jahren unbedingt bekam. Da fragt man sich schon, in welchem Verhältnis da die Höhe der Strafe für Kinderschänder zur ihrer Tat steht. In diesem Fall kommt noch hinzu, dass dieser Straftäter die Hälfte seiner Haftstrafe quasi mit elektronischen Fußfesseln zu Hause zugesprochen bekam. Das ist ein unfassbarer Skandal, der sich da aktuell in Österreich abspielt! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ
Dieser Kinderschänder durfte vergangenen Mittwoch das Gefängnis verlassen, obwohl das, was dieser Mann angerichtet hat, kein leichtes Vergehen ist, denn er hat sich über fünf Jahre lang an seiner Tochter ab ihrem neunten Lebensjahr vergriffen, seine Tochter sexuell missbraucht und misshandelt. Weiters tauchte er in einem Wiener Park splitternackt auf und setzte sich dort zu Kindern. Außerdem belästigte er auch noch seine Stieftochter sexuell. Dass ein solcher Mensch nur zu zwei Jahren Haft verurteilt wird, ist an sich schon ungeheuerlich, das kann kein Bürger in Österreich verstehen und versteht auch keiner, das ist unverständlich (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ), dass dieser Straftäter aber dann auch noch nach einem Jahr Haft das zweite Jahr seiner Haft mit einer elektronischen Fußfessel zuhause verbringen darf, ist absolut unbegreiflich.
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich beim Abgeordneten Christian Lausch bedanken, der diesen Fall aufgedeckt und an die Medien weitergeleitet hat, denn es ist wichtig, dass solche Fälle nicht unter der Decke gehalten werden. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieser Fall zeigt auf, wie man mit Sexualstraftätern in unserem Land umgeht – und das muss abgestellt werden! (Beifall bei der FPÖ.) Die Justizministerin und ihre Spitzenbeamten versuchen schon seit Wochen, Ausreden für die Entlassung dieses Kinderschänders per Fußfessel zu finden, aber da kann es keine Ausreden geben.
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Es liegt an Ihnen, Frau Justizminister Karl, hier tätig zu werden! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Sie haben alle Mittel in der Hand, um die Entlassung dieses Kinderschänders rückgängig zu machen. Sie können, Frau Ministerin, diese Ausschussfeststellung
Beifall bei der FPÖ.
Wer sich an den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft, nämlich unseren Kindern, vergreift, wer sich an Kindern vergeht, der kann doch nicht solch ungeheuerlich minimale Strafen erhalten! Das ist etwas, wo man wirklich kein Verständnis haben kann. Der muss, wenn er entlassen werden sollte, auch weiterhin permanent unter Beobachtung stehen, damit von ihm nicht wieder solche Taten begangen werden können. Wir wissen ja aus verschiedenen Statistiken und Bewertungen, dass leider viele Täter in diesem Bereich rückfällig werden. Die Opfer solcher Täter leiden lebenslang an den seelischen Verwundungen, die ihnen zugefügt worden sind. Es darf keine falsche Milde gegen solche Täter geben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Ich gebe zu, ich begreife so etwas nicht! Was muss in einem Menschen vorgehen, der zu solchen unglaublichen Taten überhaupt fähig ist, der sich an Kindern vergeht, der auf Kinder, auf die Schwächsten unserer Gesellschaft, einprügelt und diese auch sexuell missbraucht? Da fragt sich jeder Mensch: Was ist das für ein Ungeheuer? So ein Ungeheuer will man auch gar nicht begreifen, aber ich will zumindest, dass solche Ungeheuer nicht frei in unserer Gesellschaft herumlaufen können (Beifall bei der FPÖ) und dass es so eine Milde für sie in der Strafgesetzgebung gibt.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
nen gewissen Täterschutz in diesem Land lebt, ein gewisses Verständnis für solche Bestien hat. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Frau Justizminister, ich ersuche Sie eindringlichst, denn das liegt in unser aller Verantwortung – und ich bin davon überzeugt, dass Sie da auch kein Verständnis haben, wenn so ein Fall auftritt, aber vielleicht haben Sie nicht die Information gehabt oder sind zu spät informiert worden; das kann ja alles möglich sein. Aber Sie haben es in der Hand, jetzt im Nachhinein da tätig zu werden und kraft Ihrer Funktion, kraft Ihres Amtes dafür Sorge zu tragen, dass dieser Täter wieder in Haft genommen wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Justiz Mag. Dr. Beatrix Karl: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die heutige Aktuelle Stunde unterstreicht ja die Wichtigkeit des Kinderschutzpaketes, das auf meine Initiative letzte Woche im Ministerrat beschlossen worden ist. Mit diesem Paket werden wir noch mehr Sicherheit für Kinder schaffen, und ich bekenne mich tatsächlich uneingeschränkt zu meiner Verantwortung, die Schwächsten in unserer Gesellschaft vor gewalttätigen und sexuellen Übergriffen zu schützen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Hohes Haus! Allein im Jahr 2010 gelangten insgesamt 522 Fälle einer Körperverletzung gegen ein unmündiges Opfer zur Anzeige. In knapp der Hälfte der Fälle waren die Kinder sogar jünger als zehn Jahre. Dazu kommen 153 Verurteilungen wegen schwerem beziehungsweise sexuellem Missbrauch von Unmündigen. Die Dunkelziffer liegt in diesem Bereich natürlich noch um vieles höher. Es bedarf daher klarerweise Maßnahmen, die einerseits das Unrecht solcher Übergriffe auf Kinder deutlicher machen und andererseits die Strafverfolgung stärken. Ich bin daher froh, dass wir uns schon im nächsten Justizausschuss am 22. November 2011 mit einer Vorlage beschäftigen können, durch die sowohl der strafrechtliche Schutz vor Gewalt und Missbrauch verstärkt wird, als auch neuen Gefahren für Kinder und Jugendliche entgegengewirkt werden kann. So will ich mit der Einführung beziehungsweise Erhöhung der Mindeststrafen bei Gewaltdelikten sicherstellen, dass Gewalt gegen Kinder keine Toleranzgrenze kennt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, drei Monate!
Bei Gewaltdelikten gegen Kinder, bei denen derzeit noch keine Mindeststrafe vorgesehen ist, soll es daher künftig eine Mindeststrafe geben. Dort, wo heute schon Mindeststrafen bestehen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, drei Monate!), sollen diese Mindeststrafen angehoben werden. Außerdem wird die Möglichkeit der Verhängung einer alternati-
Abg. Neubauer: Die fehlt Ihnen! Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das sind tatsächlich Maßnahmen, die wichtig und richtig sind, bloße Polemik und Aufstachelung hingegen bringen uns auf diesem Gebiet keinen Schritt weiter. Sie verstärken in der Öffentlichkeit nur das Bild einer fehlenden Ernsthaftigkeit in der Argumentation. (Abg. Neubauer: Die fehlt Ihnen! Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz
Sehr verehrte Damen und Herren, wer hier einzig und allein vom Täterschutz spricht, der hat die Entwicklung in den letzten Jahren entweder verschlafen oder ist bloß daran interessiert, Ängste zu schüren (Beifall bei ÖVP und SPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz) und glauben zu machen, wir könnten diesen Problemen, insbesondere den Problemen innerfamiliärer Gewalt und Missbrauch, allein mit höheren Strafen begegnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren, wer hier einzig und allein vom Täterschutz spricht, der hat die Entwicklung in den letzten Jahren entweder verschlafen oder ist bloß daran interessiert, Ängste zu schüren (Beifall bei ÖVP und SPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz) und glauben zu machen, wir könnten diesen Problemen, insbesondere den Problemen innerfamiliärer Gewalt und Missbrauch, allein mit höheren Strafen begegnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nützt ja nichts, wenn ihr sie wieder freilasst !
Es wurden gerade im Sexualstrafrecht wiederholt neue Straftatbestände eingeführt und Strafrahmen angehoben. (Abg. Ing. Westenthaler: Nützt ja nichts, wenn ihr sie wieder freilasst !) Auch die Verjährungsfrist wurde sukzessive verlängert, sodass nunmehr die Zeit bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres nicht in die Verjährung einzurechnen ist.
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Zum aktuellen, von Klubobmann Strache angesprochenen Anlassfall darf ich Folgendes erwähnen: Der elektronisch überwachte Hausarrest als alternative Form des Strafvollzugs hat sich bewährt. Betreiben wir hier keine Kindesweglegung. Ich denke, dass hier in diesem Haus wieder jene Einigkeit herrschen sollte, die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung vor knapp einem Jahr geherrscht hat. Die Regelung zum elektronisch überwachten Hausarrest wurde hier im Parlament nämlich einstimmig, auch mit den Stimmen der FPÖ, beschlossen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Aber mit der Ausschussfeststellung, dass das kein Freibrief für Sexualstraftäter sein kann!
Zum Stichtag 1. November 2011 hatten bereits 455 Personen die Haft im elektronisch überwachten Hausarrest absolviert. (Abg. Strache: Aber mit der Ausschussfeststellung, dass das kein Freibrief für Sexualstraftäter sein kann!) Zum Stichtag waren 148 Personen im Hausarrest angehalten. In bloß 22 Fällen – das sind 5 Prozent – wurde der Hausarrest nicht bis zur Entlassung fortgesetzt. Insgesamt wurden bereits rund 40 000 Hafttage im elektronisch überwachten Hausarrest verbracht, wofür ein Kostenersatz von insgesamt rund 350 000 € vorgeschrieben wurde.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Vor Entscheidung über diese Vollzugsform sind die Wohnverhältnisse, das soziale Umfeld und allfällige Risikofaktoren vor dem Hintergrund von Aspekten wie Gefährlichkeit des Betroffenen, Art und Beweggrund der Anlasstat oder früherer Verurteilungen, dem nunmehrigen Lebenswandel und den Chancen auf ein redliches Fortkommen nach der Haft zu prüfen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Aber natürlich, wenn es etwas zu verbessern gilt, dann werden wir daran auch mitwirken. Was Sie, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete der Freiheitlichen Partei, machen wollen, ist aber die Verbreitung von Angst und Unsicherheit wider besseres Wissen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek
Ob und was es zu verbessern gilt (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek), wollen wir aufgrund eines objektiven und unabhängigen Gutachtens prüfen und sodann auch hier in aller Ernsthaftigkeit diskutieren. (Abg. Mag. Stefan: Was ist mit der Evaluierung?)
Abg. Mag. Stefan: Was ist mit der Evaluierung?
Ob und was es zu verbessern gilt (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek), wollen wir aufgrund eines objektiven und unabhängigen Gutachtens prüfen und sodann auch hier in aller Ernsthaftigkeit diskutieren. (Abg. Mag. Stefan: Was ist mit der Evaluierung?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich sehe derzeit keinen Anlass, diese Beurteilung zu revidieren. Aber auch in diesem Bereich stellt sich die Bundesregierung ihrer Aufgabe einer sachorientierten Politik. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ja, Kinderschutz hat absoluten Vorrang. Und niemand, der in der Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, schützt die Täter. Das möchte ich klar festhalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Darf man niemals quälen, geh’n kaputt dabei.“ – Gewalt muss ein Ende haben. Lassen Sie uns gemeinsam ohne Polemik daran arbeiten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Statt durch Polemik und politischen Populismus nur Angst zu machen, helfen wir mit, Lösungen anzubieten! Es ist es jedenfalls wert. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Die Zwillingsschwester der Rechtsprechung ist der Justizirrtum – und es kann doch gar keinem vernünftigen Zweifel unterliegen, dass der Beschluss der Vollzugsdirektion für den von Klubobmann Strache genannten Täter ein Irrtum war, und zwar ein gröblicher Irrtum! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
So, und jetzt kriegen wir als Antwort, Frau Bundesminister, dass man da nichts machen kann und dass das doch alle wissen sollten, dass Sie nichts machen können, und dass die Freiheitlichen nur schäbigen Populismus betreiben wollen. – So geht das nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
So geht das nicht! Sie sollten auch wissen, sehr geschätzte Frau Bundesminister, dass bei Wegfall der Entscheidungsgrundlage, die offenkundig darin bestanden hat, dass dieser Mensch ungefährlich sei und man ihm die Fußfessel umhängen könne, wobei sich aber dann das Gegenteil dieser Annahme erwiesen hat, ein Fortfall der Entscheidungsgrundlage bestanden hat und daher ein neuer Bescheid zu schöpfen ist und dieser Mensch wieder in die Strafhaft einzuziehen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
demonstrativer Beifall bei der FPÖ
Hören Sie doch auf, immer mit dem Vorbringen von Experten herumzufuchteln (demonstrativer Beifall bei der FPÖ), denn: Wenn das wahr wäre, dass man sich darauf verlassen könnte, dann würde es die zahlreichen Einzelfälle nicht geben! Und jetzt ein bisschen stark ausgedrückt, aber: Es hat der Cain und es hat auch der Luca überhaupt nichts davon, dass er jetzt als bedauerlicher Einzelfall in einem sonst funktionierenden System bezeichnet wird. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Es muss erkannt werden – etwas, was nämlich auch Expertenerkenntnis ist –, dass Sexualstraftäter nicht resozialisierbar sind! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Hören Sie doch auf, immer mit dem Vorbringen von Experten herumzufuchteln (demonstrativer Beifall bei der FPÖ), denn: Wenn das wahr wäre, dass man sich darauf verlassen könnte, dann würde es die zahlreichen Einzelfälle nicht geben! Und jetzt ein bisschen stark ausgedrückt, aber: Es hat der Cain und es hat auch der Luca überhaupt nichts davon, dass er jetzt als bedauerlicher Einzelfall in einem sonst funktionierenden System bezeichnet wird. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Es muss erkannt werden – etwas, was nämlich auch Expertenerkenntnis ist –, dass Sexualstraftäter nicht resozialisierbar sind! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Hören Sie doch auf, immer mit dem Vorbringen von Experten herumzufuchteln (demonstrativer Beifall bei der FPÖ), denn: Wenn das wahr wäre, dass man sich darauf verlassen könnte, dann würde es die zahlreichen Einzelfälle nicht geben! Und jetzt ein bisschen stark ausgedrückt, aber: Es hat der Cain und es hat auch der Luca überhaupt nichts davon, dass er jetzt als bedauerlicher Einzelfall in einem sonst funktionierenden System bezeichnet wird. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Es muss erkannt werden – etwas, was nämlich auch Expertenerkenntnis ist –, dass Sexualstraftäter nicht resozialisierbar sind! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erspare mir jetzt das Eingehen in die genetischen und psychischen Fehlbildungen dieser Menschen, aber man muss auch dazu übergehen, harte Wahrheiten mit harten Antworten zu versehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben vonseiten der Freiheitlichen neun Entschließungsanträge gestellt, die in die Richtung Opferschutz und Täterverfolgung, Opferschutz kommt vor Täterschutz, abzielen. Die sind natürlich alle abgelehnt worden. Aber um einen harten Kern wird man irgendwann in irgendeiner Zusammensetzung dieses Hohen Hauses nicht herumkommen, das ist der Einsatz der chemischen Kastration, die in anderen Ländern durchaus geübt wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie also versuchen, uns, die Freiheitlichen, zu verunglimpfen, weil wir für den Kinderschutz, den Schutz von Kindern vor Sexualstraftätern sind und wir die Täter verfolgen wollen, so soll uns das recht sein, denn die Bevölkerung weiß, auf welcher Seite sie in diesem Zusammenhang zu stehen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was Ihre angekündigte Initiative eines weiteren Schrittes des Gewaltschutzes betrifft, so erkennen wir darin positive Signale und werden eine positive Kooperation in Richtung Gesetzwerdung nicht verhindern, ganz im Gegenteil, wir werden da sehr aktiv mitarbeiten. Aber sonst, bitte: Man erspare sich alle mehr als unangebrachten parteipolitischen Aggressionen, die im Zusammenhang mit Kinderschutz nicht sein sollten. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Ja, ja!
Es ist aber leider auch ein Thema, das sehr oft missbraucht wird, um politisches Kleingeld daraus zu schlagen. Und diese Debatte ist genau so ein Fall der Instrumentalisierung und des Missbrauchs (Ruf bei der FPÖ: Ja, ja!), denn genau das, was Sie skan-
Abg. Strache: Die Ausschussfeststellung verhindert ja genau so einen Missbrauch, wie die Frau Justizministerin !
dalisieren, Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, haben Sie vor einem Jahr mit beschlossen, nämlich die Rahmenbedingungen, wann der elektronische Hausarrest anzuwenden ist. (Abg. Strache: Die Ausschussfeststellung verhindert ja genau so einen Missbrauch, wie die Frau Justizministerin !)
Abg. Strache: Das haben wir gesagt! Das haben wir gesagt!
Kollege Strache sagt, es gäbe eine Ausschussfeststellung. Das stimmt, aber: Jeder Jungabgeordnete lernt, dass eine Ausschussfeststellung den Inhalt eines Gesetzes nicht verändern kann. Die Rahmenbedingungen sind im Gesetz festgeschrieben. Die Ausschussfeststellung dient zur Interpretation. In der Ausschussfeststellung steht drinnen: „nur in seltenen Fällen“. Dafür ist für den Einzelfall nichts zu gewinnen. Wenn Sie wollen hätten, dass Sexualstraftäter nicht durch den elektronischen Hausarrest aus den Gefängnissen kommen können, dann hätten Sie das damals deutlich sagen müssen (Abg. Strache: Das haben wir gesagt! Das haben wir gesagt!) und dann hätten Sie dem Gesetzestext nicht zustimmen dürfen. (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie aber getan, und damit skandalisieren Sie etwas, was Sie mit zu verantworten haben.
Beifall bei den Grünen.
Kollege Strache sagt, es gäbe eine Ausschussfeststellung. Das stimmt, aber: Jeder Jungabgeordnete lernt, dass eine Ausschussfeststellung den Inhalt eines Gesetzes nicht verändern kann. Die Rahmenbedingungen sind im Gesetz festgeschrieben. Die Ausschussfeststellung dient zur Interpretation. In der Ausschussfeststellung steht drinnen: „nur in seltenen Fällen“. Dafür ist für den Einzelfall nichts zu gewinnen. Wenn Sie wollen hätten, dass Sexualstraftäter nicht durch den elektronischen Hausarrest aus den Gefängnissen kommen können, dann hätten Sie das damals deutlich sagen müssen (Abg. Strache: Das haben wir gesagt! Das haben wir gesagt!) und dann hätten Sie dem Gesetzestext nicht zustimmen dürfen. (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie aber getan, und damit skandalisieren Sie etwas, was Sie mit zu verantworten haben.
Abg. Strache: Also Sie betreiben wirklich Täterschutz! Ihnen sind die Täter wirklich ans Herz gewachsen, habe ich den Eindruck!
Jetzt haben Sie ein Thema gefunden, wo Sie skandalisieren und auf Emotionen setzen. (Abg. Strache: Also Sie betreiben wirklich Täterschutz! Ihnen sind die Täter wirklich ans Herz gewachsen, habe ich den Eindruck!) Das ist aber unseriös, und man merkt, dass bei der FPÖ der Kinderschutz nicht gut aufgehoben ist. (Abg. Strache: Sie sind wirklich der Täterschützer! Der Täterschützer par excellence, der da draußen steht!)
Abg. Strache: Sie sind wirklich der Täterschützer! Der Täterschützer par excellence, der da draußen steht!
Jetzt haben Sie ein Thema gefunden, wo Sie skandalisieren und auf Emotionen setzen. (Abg. Strache: Also Sie betreiben wirklich Täterschutz! Ihnen sind die Täter wirklich ans Herz gewachsen, habe ich den Eindruck!) Das ist aber unseriös, und man merkt, dass bei der FPÖ der Kinderschutz nicht gut aufgehoben ist. (Abg. Strache: Sie sind wirklich der Täterschützer! Der Täterschützer par excellence, der da draußen steht!)
Abg. Strache: Cohn-Bendit, der sich an Kindern vergriffen hat!
Aber das Gleiche ist dann der Fall beim Thema Wilhelminenberg. (Abg. Strache: Cohn-Bendit, der sich an Kindern vergriffen hat!) Ich kann mich noch gut erinnern, meine Damen und Herren, wie wir vor eineinhalb Jahren hier die Missbrauchsfälle und die sexuelle Gewalt in den Einrichtungen der kirchlichen Institutionen diskutiert haben (Abg. Strache: Der Geist von Cohn-Bendit begleitet Sie permanent!) und wir schon damals eine staatliche Aufklärung gefordert haben für sexuelle Gewalt in kirchlichen Institutionen, aber auch in Heimen. Da ist von Ihnen gar nichts gekommen außer Hohn und Spott. Ich kann mich genau erinnern: Keine Unterstützung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Der Geist von Cohn-Bendit begleitet Sie permanent!
Aber das Gleiche ist dann der Fall beim Thema Wilhelminenberg. (Abg. Strache: Cohn-Bendit, der sich an Kindern vergriffen hat!) Ich kann mich noch gut erinnern, meine Damen und Herren, wie wir vor eineinhalb Jahren hier die Missbrauchsfälle und die sexuelle Gewalt in den Einrichtungen der kirchlichen Institutionen diskutiert haben (Abg. Strache: Der Geist von Cohn-Bendit begleitet Sie permanent!) und wir schon damals eine staatliche Aufklärung gefordert haben für sexuelle Gewalt in kirchlichen Institutionen, aber auch in Heimen. Da ist von Ihnen gar nichts gekommen außer Hohn und Spott. Ich kann mich genau erinnern: Keine Unterstützung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber das Gleiche ist dann der Fall beim Thema Wilhelminenberg. (Abg. Strache: Cohn-Bendit, der sich an Kindern vergriffen hat!) Ich kann mich noch gut erinnern, meine Damen und Herren, wie wir vor eineinhalb Jahren hier die Missbrauchsfälle und die sexuelle Gewalt in den Einrichtungen der kirchlichen Institutionen diskutiert haben (Abg. Strache: Der Geist von Cohn-Bendit begleitet Sie permanent!) und wir schon damals eine staatliche Aufklärung gefordert haben für sexuelle Gewalt in kirchlichen Institutionen, aber auch in Heimen. Da ist von Ihnen gar nichts gekommen außer Hohn und Spott. Ich kann mich genau erinnern: Keine Unterstützung! (Beifall bei den Grünen.)
ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ
Jetzt, eineinhalb Jahre später, wachen Sie auf und thematisieren den Wilhelminenberg. Ich hätte mir damals Ihre Unterstützung gewünscht – einer der seltenen Fälle übrigens, wo ich mir die Unterstützung der FPÖ gewünscht hätte –, aber einsam bin ich hier gestanden (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ) und habe für eine staatliche Kommission plädiert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt, eineinhalb Jahre später, wachen Sie auf und thematisieren den Wilhelminenberg. Ich hätte mir damals Ihre Unterstützung gewünscht – einer der seltenen Fälle übrigens, wo ich mir die Unterstützung der FPÖ gewünscht hätte –, aber einsam bin ich hier gestanden (ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ) und habe für eine staatliche Kommission plädiert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch Ihr Kinderschutzpaket reicht nicht. Man kann immer über die Erhöhung von Strafrahmen reden, aber es setzt halt immer erst an, wenn die Straftat passiert ist. Kinderschutz muss früher beginnen. Ich sage Ihnen, wo das zentrale Problem ist: Alle Straftaten im Gesamten gesehen bedeuten, dass es eine Dunkelziffer von rund 90 Prozent gibt, das heißt, nur zehn Prozent der Straftaten kommen überhaupt zur Anzeige. Von diesen zehn Prozent wiederum führen nur ein Viertel zur Verurteilung. Das heißt, wenn wir über die Erhöhung der Strafrahmen reden, dann reden wir über 2,5 Prozent aller Sexualstraftaten! Damit sind Sie vom Kinderschutz sehr, sehr weit weg, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen, was wir brauchen: Wir müssen schauen, dass wir Straftaten verhindern und rechtzeitig erkennen, wir müssen Lehrer und Eltern schulen auf das Erkennen von diesen, wir müssen Kinder schulen, damit sie wissen, was sie in einer Situation tun können, wenn sie Opfer einer Sexualstraftat werden. Meine Damen und Herren, wenn wir in solche Maßnahmen investieren würden, dann würde das bei einem Bundesland der Größe Niederösterreichs 500 000 € im Jahr kosten. Das wäre gut investiertes Geld und der effizienteste Schlag gegen Gewalt an Kindern. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Das verteidigt die Frau Justizministerin! Die stellt sich hinter diese Justiz!
Frau Ministerin! Ist das die Angemessenheit von Urteilen?! – Ich finde, es ist ein Skandal, ein solches Urteil aussprechen zu können! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Das verteidigt die Frau Justizministerin! Die stellt sich hinter diese Justiz!)
Beifall beim BZÖ.
mit vorsätzlichem physischem Mord. Das ist es letztendlich das, was wir verlangen! Lebenslange Folgen! Die Opfer sind traumatisiert, die Opfer haben lebenslange Folgen – aber die Täter nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Frau Ministerin, noch ein paar Zahlen, weil Sie von null Toleranz gesprochen haben und gesagt haben, es dürfe keine Toleranz gegenüber Sexualstraftätern geben: Zwischen 2006 und 2010 – da geht es jetzt gar nicht um die Fußfessel, sondern um die Zahlen insgesamt – wurden 464 Sexualstraftäter vorzeitig bedingt entlassen. Davon wurden 29 wieder rückfällig! – Jetzt können Sie sagen: Ist eh nicht viel. – 29 weitere Schicksale in Familien. 29 weitere Kinder, die sexuell missbraucht worden sind, haben Ihnen das zu verdanken und einer Justiz, die Sexualstraftäter völlig unbegründet – und ich sage das dazu: ohne Grund! – vorzeitig bedingt entlässt. Das ist falsch verstandene Toleranz, die wir da sehen, Frau Ministerin! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Oder eine zweite Zahl: Im Jahr 2006 wurden 570 Verurteilungen wegen Sexualdelikten ausgesprochen. Bis zum Jahr 2010 wurden von diesen 570 Sexualstraftätern 22 Prozent wieder verurteilt, Frau Ministerin. Wieder verurteilt! Und jetzt stellen Sie sich hierher und irgendeine Hinterbänklerin von der SPÖ mit gefalteten Händen sagt, man muss die Menschen therapieren, man muss ihnen eine zweite Chance geben. – Wer gibt denn den Opfern eine zweite Chance, Frau Ministerin? Niemand gibt Ihnen eine zweite Chance! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir machen seit Jahren – seit Jahren! – Vorschläge, und es sind schon mehrere Justizminister auf Ihrem Platz gesessen und haben sie nicht umgesetzt. Und wenn Sie heute herauskommen und meinen, das, was Sie da auf den Tisch gelegt haben, bewirke irgendetwas, dann sage ich Ihnen: Es bewirkt gar nichts, solange Sie im Strafgesetzbuch nicht einmal die Kinder als besonders schützenswerte Gruppe verstehen, wie das in anderen Bereichen der Fall ist! Dass es im Strafgesetzbuch eine Unterscheidung gibt – und die existiert! – zwischen § 206 und 207 – Frau Ministerin, schauen Sie sich das einmal an! –: „sexueller Missbrauch von Unmündigen“ und „schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen“, ist ja an sich schon ein Skandal. Wir sind der Meinung, dass jeder sexuelle Missbrauch an Minderjährigen schwer ist – und nicht leicht und nicht mittel – und daher auch schwer geahndet werden muss, Frau Ministerin! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ
Deswegen sagen wir hier: Kein Pardon für Kinderschänder! Jawohl, es gibt rund 20 000 Fälle, und es gibt noch viel mehr im Bereich der Dunkelziffer, und daher brauchen wir auch eine Anzeigepflicht. Schluss mit dem Wegschauen! Anzeigenpflicht! Wer nicht anzeigt, macht sich auch strafbar (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ), auch das müssen wir endlich einmal definieren. Es darf keine Verjährung geben, es muss eine Verdoppelung der Strafrahmen geben!
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Frau Minister, da haben Sie sehr, sehr viel zu tun. Was Sie auf den Tisch gelegt haben, ist ein erster, winziger Schritt, aber keine Reform, keine Abschreckung. Sie haben hier sehr viel zu tun, und wir fordern das von Ihnen dringendst ein! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler, es ist wirklich bedauerlich, dass das, was wir eigentlich erwartet haben, befürchtet haben, wieder eingetreten ist (Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!): dass hier von Ihnen ein wirklich extrem wichtiges Thema – und es kann wohl niemand sagen, dass irgendjemandem hier im Haus das Wohl der Kinder nicht besonders am Herzen liegt (Abg. Grosz: Warum tut ihr nichts? – Abg. Strache: Ihr steht auf der Bremse!) – in einer derartig ekelhaften Weise missbraucht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein Witz, was da aufgeführt wird! Immer wieder herumschleicheln! Es geht ja nichts weiter! Immer wieder eine Begründung finden!)
Abg. Grosz: Warum tut ihr nichts? – Abg. Strache: Ihr steht auf der Bremse!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler, es ist wirklich bedauerlich, dass das, was wir eigentlich erwartet haben, befürchtet haben, wieder eingetreten ist (Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!): dass hier von Ihnen ein wirklich extrem wichtiges Thema – und es kann wohl niemand sagen, dass irgendjemandem hier im Haus das Wohl der Kinder nicht besonders am Herzen liegt (Abg. Grosz: Warum tut ihr nichts? – Abg. Strache: Ihr steht auf der Bremse!) – in einer derartig ekelhaften Weise missbraucht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein Witz, was da aufgeführt wird! Immer wieder herumschleicheln! Es geht ja nichts weiter! Immer wieder eine Begründung finden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein Witz, was da aufgeführt wird! Immer wieder herumschleicheln! Es geht ja nichts weiter! Immer wieder eine Begründung finden!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Westenthaler, es ist wirklich bedauerlich, dass das, was wir eigentlich erwartet haben, befürchtet haben, wieder eingetreten ist (Abg. Ing. Westenthaler: Schützt ihr die Täter weiter!): dass hier von Ihnen ein wirklich extrem wichtiges Thema – und es kann wohl niemand sagen, dass irgendjemandem hier im Haus das Wohl der Kinder nicht besonders am Herzen liegt (Abg. Grosz: Warum tut ihr nichts? – Abg. Strache: Ihr steht auf der Bremse!) – in einer derartig ekelhaften Weise missbraucht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ein Witz, was da aufgeführt wird! Immer wieder herumschleicheln! Es geht ja nichts weiter! Immer wieder eine Begründung finden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Besser vorbestraft und sich für Kinder einsetzen als nicht vorbestraft und sich für Täter einsetzen!
Meine Damen und Herren, es ist beschämend, und ich glaube, dass gerade die Zuseher zu Hause hinter den Bildschirmen das Recht haben, eine entsprechend richtige Information zu bekommen, aber nicht absolute Tatsachenwidrigkeiten, Herr Kollege Westenthaler. Ich kann nichts dafür, dass Sie vorbestraft sind (Abg. Ing. Westenthaler: Besser vorbestraft und sich für Kinder einsetzen als nicht vorbestraft und sich für Täter einsetzen!), aber offensichtlich jedes Mal, wenn es um die Justiz geht, kommen Sie hier heraus und führen etwas aus, was tatsachenwidrig ist, gehässig ist, aufrührerisch ist und einfach darauf abgezielt ist, hier Gehässigkeit unter die Leute zu bringen. Und das lehnen wir zutiefst ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, es ist beschämend, und ich glaube, dass gerade die Zuseher zu Hause hinter den Bildschirmen das Recht haben, eine entsprechend richtige Information zu bekommen, aber nicht absolute Tatsachenwidrigkeiten, Herr Kollege Westenthaler. Ich kann nichts dafür, dass Sie vorbestraft sind (Abg. Ing. Westenthaler: Besser vorbestraft und sich für Kinder einsetzen als nicht vorbestraft und sich für Täter einsetzen!), aber offensichtlich jedes Mal, wenn es um die Justiz geht, kommen Sie hier heraus und führen etwas aus, was tatsachenwidrig ist, gehässig ist, aufrührerisch ist und einfach darauf abgezielt ist, hier Gehässigkeit unter die Leute zu bringen. Und das lehnen wir zutiefst ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!
Sie wissen ganz genau, dass, wenn ein Kind gequält wird und zu Tode kommt, auf Mord angeklagt wird und, wenn es ein Mord ist – und das ist es meistens –, auch verurteilt wird, und das zu „lebenslänglich“. Warum desinformieren Sie die Bevölkerung auf diese unverantwortliche Art und Weise? (Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!) Sie wissen ganz genau, dass das Kind innerhalb des Strafgesetzes eine besonders geschützte Person ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?), dass die Richter das auch anwenden. Warum erklären Sie hier das Gegenteil? – Das ist tatsachenwidrig und verwerflich.
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?
Sie wissen ganz genau, dass, wenn ein Kind gequält wird und zu Tode kommt, auf Mord angeklagt wird und, wenn es ein Mord ist – und das ist es meistens –, auch verurteilt wird, und das zu „lebenslänglich“. Warum desinformieren Sie die Bevölkerung auf diese unverantwortliche Art und Weise? (Abg. Ing. Westenthaler: 20 Monate bedingt! Ich gratuliere! Ein „tolles“ Urteil!) Sie wissen ganz genau, dass das Kind innerhalb des Strafgesetzes eine besonders geschützte Person ist (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn? Wo denn?), dass die Richter das auch anwenden. Warum erklären Sie hier das Gegenteil? – Das ist tatsachenwidrig und verwerflich.
Abg. Strache: Schauen Sie sich die Fälle der skandalösen Urteile an!
Wir diskutieren heute über das nächste Paket, das die Frau Justizministerin vorgestellt hat, das weiter in diese Richtung geht. Sich jetzt hier herzustellen und anzukreiden, dass derartige Bemühungen stattfinden, das ist ganz einfach nicht ehrlich, das ist nicht fair. Das ist nicht das, was sich Kinder und Frauen, was sich insgesamt der Gewaltschutz verdient haben. (Abg. Strache: Schauen Sie sich die Fälle der skandalösen Urteile an!)
Abg. Strache: Die Gewalt in roten Kinderheimen Wiens!
Meine Damen und Herren! Das, was Kollege Donnerbauer gesagt hat, möchte ich unterstreichen. Es ist leider Gottes so, dass es oft zu Gewalt in der Familie kommt, und in vielen dieser Fälle sind die Täter Personen, die selbst derartiger sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Das gilt es wirklich zu durchbrechen. (Abg. Strache: Die Gewalt in roten Kinderheimen Wiens!) Aber es ist halt leider Gottes so – das ist auch schon gesagt worden –, dass lediglich 5 bis 10 Prozent all dieser Fälle auch wirklich aufgedeckt werden, auch wirklich vor Gericht kommen, meine Damen und Herren!
Beifall der Abg. Mag. Wurm.
Wenn so etwas stattfindet, meine Damen und Herren, dann ist es unsere Verpflichtung, das auch offenzulegen. Die Privatheit hört bei Gewalt nicht an der Grenze auf. Wenn wir aus der Nachbarwohnung Geräusche vernehmen – ich weiß, es ist unangenehm, und viele von uns haben Hemmungen –, sind wir es den Kindern schuldig, sind wir es der Gesellschaft schuldig, dass diese Fälle aufgezeigt werden. Es gibt viele Einrichtungen, Jugendschutzeinrichtungen, wo man seine Wahrnehmungen bekannt geben kann, wo sehr sorgsam damit umgegangen wird. Die Kinder können dann aus der Familie herausgenommen und geschützt werden. Das ist es, was notwendig ist! (Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Stadler: Wenn die Staatsanwaltschaften wegschauen?!
Wir werden nichts dadurch gewinnen, wenn wir die Strafen verdoppeln, verdreifachen, sondern wir müssen sie effizienter machen. Und effizienter werden sie dann, wenn es zu mehr Verurteilungen dort kommt, wo strafbare Handlungen stattgefunden haben. Nur 5 bis 10 Prozent der Fälle vor Gericht zu bringen (Abg. Mag. Stadler: Wenn die Staatsanwaltschaften wegschauen?!), meine Damen und Herren, ist zu wenig! Es kommt leider Gottes auch vor – und daran müssen wir arbeiten –, dass der eine oder andere Fall aufgezeigt wird, an die Staatsanwaltschaft, an die Polizei herangetragen wird, dann aber eingestellt wird, und kein Mensch weiß eigentlich wirklich warum.
Abg. Dr. Rosenkranz: Das schaue ich mir an!
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu werden eindeutig verbessert. Wie die Frau Ministerin bereits gesagt hat, wird etwa in Zukunft schon die Anbahnung von Sexualkontakten durch das Internet, Stichwort Cyber-Grooming, was immer wieder stattfindet, strafbar sein. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das schaue ich mir an!) Das heißt, es wird einen Korridor geben, den man vor die Kinder hinstellt. Auch Zwangsehen im Ausland werden in Österreich verfolgt werden, meine Damen und Herren! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das heißt, wir werden zukünftig in Österreich Delikte ahnden, die im Ausland stattgefunden haben, wenn sie von Österreichern oder in Österreich ansässigen Personen begangen worden sind.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu werden eindeutig verbessert. Wie die Frau Ministerin bereits gesagt hat, wird etwa in Zukunft schon die Anbahnung von Sexualkontakten durch das Internet, Stichwort Cyber-Grooming, was immer wieder stattfindet, strafbar sein. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das schaue ich mir an!) Das heißt, es wird einen Korridor geben, den man vor die Kinder hinstellt. Auch Zwangsehen im Ausland werden in Österreich verfolgt werden, meine Damen und Herren! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das heißt, wir werden zukünftig in Österreich Delikte ahnden, die im Ausland stattgefunden haben, wenn sie von Österreichern oder in Österreich ansässigen Personen begangen worden sind.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist eine effiziente Weiterentwicklung, und daher, Frau Minister, meine ich, wir sind hier auf einem guten Weg! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Eingangs möchte ich die Aussage unserer Bundesministerin Beatrix Karl unterstreichen, die gesagt hat: Bei Gewalt gegen Kinder darf es keine Toleranz geben. Bereits jeder Versuch muss im Keim erstickt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Wer die Schwäche und Unschuld von Kindern ausnützt, der wird künftig einer harten Strafe nicht entgehen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Künftig! – Abg. Mag. Stadler: Wann ist „künftig“? – Abg. Strache: Aber bis heute schon offensichtlich! Bis heute permanent!) Ich denke, das ist ein wichtiger Ansatz.
Abg. Dr. Rosenkranz: Künftig! – Abg. Mag. Stadler: Wann ist „künftig“? – Abg. Strache: Aber bis heute schon offensichtlich! Bis heute permanent!
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Eingangs möchte ich die Aussage unserer Bundesministerin Beatrix Karl unterstreichen, die gesagt hat: Bei Gewalt gegen Kinder darf es keine Toleranz geben. Bereits jeder Versuch muss im Keim erstickt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Wer die Schwäche und Unschuld von Kindern ausnützt, der wird künftig einer harten Strafe nicht entgehen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Künftig! – Abg. Mag. Stadler: Wann ist „künftig“? – Abg. Strache: Aber bis heute schon offensichtlich! Bis heute permanent!) Ich denke, das ist ein wichtiger Ansatz.
Abg. Mag. Stadler: Eine Ermächtigung ist keine Pflicht!
Ich möchte jetzt zu einem Punkt kommen, den Herr Abgeordneter Westenthaler angeschnitten hat, nämlich zur Anzeigepflicht. 1998 wurde die ärztliche Anzeigepflicht im Ärztegesetz in eine Ermächtigung für die Ärzteschaft umgewandelt. (Abg. Mag. Stadler: Eine Ermächtigung ist keine Pflicht!) Das heißt, eine Anzeige kann unterbleiben, nicht aber die Meldepflicht an die Jugendwohlfahrtsträger, und das ist, glaube ich, das Wichtigste. Im Ministerratsentwurf für eine zweite Gewaltschutzgesetznovelle war ebenfalls wieder eine Erweiterung in Richtung der Anzeigepflicht vorgesehen, und auch bei der Diskussion der Vorlage zum Jugendwohlfahrtsgesetz-neu gab es dieses Ansinnen.
Abg. Ing. Westenthaler: Die schönen Worte bei den Kinderschändern gehen mir schon auf die Nerven!
Wenn wir darüber diskutieren, dann – das möchte ich schon sagen – soll das schon sehr behutsam vor sich gehen. Daher ist es mir wichtig, in Richtung des Kollegen Westenthaler zu sagen: Wenn eine Kollegin aus unseren Reihen hier eventuell mit etwas schöneren Worten diese Thematik behutsam anspricht (Abg. Ing. Westenthaler: Die schönen Worte bei den Kinderschändern gehen mir schon auf die Nerven!), weil sie das auch aus Erfahrung anspricht, und Sie dann sagen, sie sei eine Hinterbänklerin, dann möchte ich bitten, darüber nachzudenken, was Sie sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich korrigiere: Sie ist eine Hinterleserin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich korrigiere: Sie ist eine Hinterleserin!
Wenn wir darüber diskutieren, dann – das möchte ich schon sagen – soll das schon sehr behutsam vor sich gehen. Daher ist es mir wichtig, in Richtung des Kollegen Westenthaler zu sagen: Wenn eine Kollegin aus unseren Reihen hier eventuell mit etwas schöneren Worten diese Thematik behutsam anspricht (Abg. Ing. Westenthaler: Die schönen Worte bei den Kinderschändern gehen mir schon auf die Nerven!), weil sie das auch aus Erfahrung anspricht, und Sie dann sagen, sie sei eine Hinterbänklerin, dann möchte ich bitten, darüber nachzudenken, was Sie sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Ich korrigiere: Sie ist eine Hinterleserin!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zusammengefasst: Für uns in der ÖVP mit Bundesministerin Beatrix Karl sind Opferschutz, Kinderschutz, das Wohl unserer Kinder das höchste Gut, und das wird auch in Zukunft so sein. Wir werden auch in Zukunft, wie wir das bis jetzt getan haben, Kinder schützen und nicht Täter. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Na bitte! Und das wird alles von Ihnen unter den Teppich gekehrt!
haben in Ihrer Stellungnahme das Hohe Haus belogen! Sie haben gesagt, wenn die Begutachtungsstelle für Sexualstraftäter auch nur geringste Bedenken hat, gibt es keine Fußfessel. – Frau Bundesminister, im gegenständlichen Fall gab es Bedenken. Es gab drei Stellungnahmen dieser Begutachtungsstelle, die von Mal zu Mal drastischer ausgefallen sind. In der letzten Stellungnahme vom 5. September dieses Jahres heißt es, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Täter ein potenzieller Rückfalltäter ist, als eher hoch einzuschätzen wäre. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Na bitte! Und das wird alles von Ihnen unter den Teppich gekehrt!)
Abg. Strache: Das ist ein Witz!
Damit, Frau Bundesminister, ist dieser Täter auszuscheiden – und dennoch hat er die elektronische Fußfessel bekommen. (Abg. Strache: Das ist ein Witz!) Und Sie stellen sich hierher, Frau Bundesminister, und sagen, es ist alles in Ordnung. (Abg. Strache: Das ist der Witz, da steht die Frau Bundesminister dahinter!) Das ist der wahre Skandal. (Beifall bei der FPÖ.) Sie schützen die Täter mit willfähriger Unterstützung von den Grünen und der SPÖ. Die Täter werden geschützt, und auf die Opfer wird vergessen.
Abg. Strache: Das ist der Witz, da steht die Frau Bundesminister dahinter!
Damit, Frau Bundesminister, ist dieser Täter auszuscheiden – und dennoch hat er die elektronische Fußfessel bekommen. (Abg. Strache: Das ist ein Witz!) Und Sie stellen sich hierher, Frau Bundesminister, und sagen, es ist alles in Ordnung. (Abg. Strache: Das ist der Witz, da steht die Frau Bundesminister dahinter!) Das ist der wahre Skandal. (Beifall bei der FPÖ.) Sie schützen die Täter mit willfähriger Unterstützung von den Grünen und der SPÖ. Die Täter werden geschützt, und auf die Opfer wird vergessen.
Beifall bei der FPÖ.
Damit, Frau Bundesminister, ist dieser Täter auszuscheiden – und dennoch hat er die elektronische Fußfessel bekommen. (Abg. Strache: Das ist ein Witz!) Und Sie stellen sich hierher, Frau Bundesminister, und sagen, es ist alles in Ordnung. (Abg. Strache: Das ist der Witz, da steht die Frau Bundesminister dahinter!) Das ist der wahre Skandal. (Beifall bei der FPÖ.) Sie schützen die Täter mit willfähriger Unterstützung von den Grünen und der SPÖ. Die Täter werden geschützt, und auf die Opfer wird vergessen.
Beifall bei der FPÖ.
Es sind schon zahlreiche Einzelfälle aufgezählt worden, Frau Bundesminister, man könnte stundenlang von Einzelfällen erzählen, aber ich komme noch einmal auf etwas zurück, das unser Klubobmann zu Beginn der Debatte angesprochen hat, nämlich auf die Fälle in den öffentlichen Einrichtungen wie etwa damals am Wilhelminenberg, aber auch vor zwei Jahren im August Aichhorn Haus. (Beifall bei der FPÖ.) Was ist denn passiert, Frau Bundesminister? Wo sind denn die Täter eingesperrt worden? – Es ist doch alles unter den Teppich gekehrt worden. Es sind doch die Opfer zu den Tätern gemacht worden, Frau Bundesminister. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Es sind schon zahlreiche Einzelfälle aufgezählt worden, Frau Bundesminister, man könnte stundenlang von Einzelfällen erzählen, aber ich komme noch einmal auf etwas zurück, das unser Klubobmann zu Beginn der Debatte angesprochen hat, nämlich auf die Fälle in den öffentlichen Einrichtungen wie etwa damals am Wilhelminenberg, aber auch vor zwei Jahren im August Aichhorn Haus. (Beifall bei der FPÖ.) Was ist denn passiert, Frau Bundesminister? Wo sind denn die Täter eingesperrt worden? – Es ist doch alles unter den Teppich gekehrt worden. Es sind doch die Opfer zu den Tätern gemacht worden, Frau Bundesminister. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wahnsinn! Das ist unerhört!
Ich sage Ihnen Folgendes: Kommissionsmitglied damals war der ehemalige Stadtschulratspräsident Dr. Kurt Scholz. Dieser wurde von Ihrer SPÖ demontiert, weil er diese Fälle aufklären wollte. Ein Lehrer, der dort beschäftigt war, ist gekündigt worden, weil er diese Fälle aufklären wollte. Der Mantel des Schweigens ist darüber gelegt worden. Es gibt nicht eine einzige Verurteilung in diesem Bereich. Stattdessen bilden wir Kommissionen, Expertenkommissionen für den Opferschutz, besetzt mit jenen Herrschaften, die auch im Vorstand des August Aichhorn Hauses gesessen sind. (Abg. Strache: Wahnsinn! Das ist unerhört!)
Abg. Strache: Das hat System!
Im Vorstand des August Aichhorn Hauses saß beispielsweise (Abg. Strache: Das hat System!) – Das hat System, danke schön. Herr Dr. Jesionek etwa, Präsident des „Weißen Ringes“, Präsident der „Möwe“, ist Mitglied der Opferschutzkommission. Auch Herr Dr. Werner Leixnering, der Vorstandsmitglied im August Aichhorn Haus gewesen ist, ist ebenfalls in der Opferschutzkommission vertreten. Genau diese Herrschaften sind es, die einerseits die Täter schützen und auf der anderen Seite die Opfer unglaubwürdig erscheinen lassen.
Beifall bei der FPÖ.
Lassen Sie mich zu Letzterem, zu Herrn Dr. Leixnering noch etwas sagen: Dieser Herr ist heute in der Wagner-Jauregg-Nervenklinik in Linz – dort, wo vor einem halben Jahr ein Mädchen eingeschläfert worden ist, weil es einen Richter bezichtigt hat, sie sexuell missbraucht zu haben. Das haben Sie lange Zeit unter den Tisch gekehrt. Wir wissen heute, dass dieses Mädchen überdosiert worden ist, dass es definitiv umgebracht wurde. Von Ihnen ist dazu nichts gekommen, überhaupt nichts. Das Krankenhaus hat versucht, zu vertuschen. Eine anonyme Anzeige hat diesen Fall ins Rollen gebracht, Frau Bundesminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Gefälligkeitsgutachten! – Abg. Strache: Das ist das Netzwerk!
chens zu widerlegen – das allein sagt schon viel –, und das, obwohl Frau Kastner noch ein halbes Jahr vorher gesagt hat, sie sei arbeitsmäßig so sehr überlastet, dass sie sich von der Sachverständigen-Liste streichen lassen möchte. Aber für die Begutachtung dieses Vorfalles wurde sie wieder herangezogen. Sie schreibt 111 Seiten, wonach es dann heißt, dieses Mädchen lüge, erzähle Geschichten. Die Täter werden freigelassen. – Das ist ein Ring, und das hat System. (Abg. Mag. Stadler: Gefälligkeitsgutachten! – Abg. Strache: Das ist das Netzwerk!)
Abg. Strache: Das ist das Täterschutz-Netzwerk, das es in dieser Republik gibt! Aber dieses Täterschutz-Netzwerk werden wir aufdecken!
Das ist ein Netzwerk, und das sehen die Menschen in dieser Republik längst. Es braucht keine „bösen“ Freiheitlichen, die irgendwelche Hirngespinste an die Wand malen, das erkennen die Menschen auch so. (Abg. Strache: Das ist das Täterschutz-Netzwerk, das es in dieser Republik gibt! Aber dieses Täterschutz-Netzwerk werden wir aufdecken!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Sexualstraftäter werden wie etwa erst vor wenigen Tagen mit fünf Monaten bedingt bestraft. Ein Salzburger Jugendrichter hat fünf Monate bedingt bekommen mit der Begründung, unter Burn-out gelitten zu haben. Also bitte schön, wenn das eine Begründung dafür ist, dass man sich kinderpornographische Darstellungen anschaut und dann mit einer Strafe von fünf Monaten bedingt nach Hause geht, dann brauchen wir in dieser Republik überhaupt nichts mehr, dann brauchen wir auch keine Gesetze mehr, Frau Bundesminister! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich sage Ihnen noch etwas: Mit Ihrer Vorgehensweise, mit diesen sogenannten Straferhöhungen, die Sie heute angekündigt haben, werden Sie überhaupt nichts ändern, denn das sind Feinheiten, das sind Kaschierungen. Denn wann, bitte, in welchen Fällen in den letzten Jahren wurde überhaupt die Höchststrafe ausgesprochen? – Es gibt keinen einzigen Fall, in dem die Höchststrafe ausgesprochen worden ist. Sie finden die sogenannten berühmten Einzelfälle, die sich durchziehen wie ein roter Faden, und da wird nie eine Höchststrafe ausgesprochen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, 5 Minuten sind kurz, aber ich verspreche Ihnen: Wir werden Sie in den nächsten Monaten mit dieser Thematik noch weiter beschäftigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt in Österreich wirklich viele Organisationen, die tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die Gewalt erfahren haben, sexuelle Gewalt, physische Gewalt, psychische Gewalt, und alle sind einhellig davon überzeugt, dass es ein Gesamtauftrag dieses Staates sein muss, Kinderschutz wirklich zu garantieren. Dieses Gesamtpaket Kinderschutz, das so wichtig wäre, gibt es jedoch zurzeit in Österreich nicht, und das ist die große Kritik, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das ist die große Kritik daran, dass nur Verschärfungen im Strafrecht allein den Kinderschutz langfristig nicht gewähren können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kinderschutz als Ganzes ist eine Aufgabe, die Vernetzung bedeutet, die zwischen den Regierungsmitgliedern auch stattfinden muss. Wenn Sie, Frau Justizministerin Karl, sagen, dass eine Verschärfung im Strafrecht für den Kinderschutz eine wichtige Maßnahme darstellt, muss auch dazugesagt werden, dass Ihr Parteikollege, Jugend- und Familienminister Mitterlehner, es ganz klar verabsäumt, das Jugendhilfegesetz aus der Schublade zu packen. Seit dem Jahr 2008, meine sehr verehrten Damen und Herren, gibt es einen Entwurf zur Modernisierung und zur Verbesserung der Jugendwohlfahrt, für mehr finanzielle Mittel, für mehr personelle Ausstattung, mehr Qualitätsstandards österreichweit, mehr Vernetzungsmöglichkeiten zwischen den Jugendwohlfahrtsträgern. Zurzeit ist es so, dass der Kinderschutz noch immer von der Postleitzahl abhängig ist. Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, kann es nicht sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, nur zu sagen, die Strafrahmen zu erhöhen, ist noch lange kein Kinderschutzpaket – noch lange nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ganz im Gegenteil! Es braucht Präventionsmaßnahmen, es braucht Vernetzung. Es braucht eigentlich auch eine Präventionsstelle Kinderschutz, die interministeriell arbeiten kann und die alles aufdeckt – auch im Sinne der finanziellen Ressourcen, die es zurzeit nicht gibt. Es braucht Geld, Geld und wiederum Geld, denn Prävention kostet, Kinderschutz kostet, und davor sollte sich niemand scheuen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir vom BZÖ haben eine ganz klare Linie, was den Kinderschutz betrifft: alles zum Schutze unsere Kinder und kein Pardon für diejenigen, die sich an unseren Kindern vergehen! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ
Zweites Beispiel: Noch immer ist die Verjährung von Straftaten gegen die sexuelle Integrität von Minderjährigen möglich. Alles, was wir bisher eingebracht haben, wurde abgelehnt. Jetzt, im Schatten der schrecklichen Vorkommnisse im Kinderheim Wilhelminenberg, ist man zumindest einmal gesprächsbereit. Ich sage Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt an Kindern – und Kollege Westenthaler hat es ja schon gesagt, das Gesetz unterscheidet noch zwischen normalem Missbrauch und schwerem Missbrauch, das ist unverständlich – darf niemals verjähren (Beifall bei BZÖ und FPÖ), denn das ist Mord: Mord an den Seelen junger Menschen. Und Sie machen damit, wenn Sie das weiter so beibehalten, Kinder zu Opfern zweiter Klasse.
Abg. Scheibner: Zentralisieren!
Drittes Beispiel: Es gibt noch immer keine ausreichende Bundesrahmenregelung für klare Handlungsanordnungen (Abg. Scheibner: Zentralisieren!), wenn es zur Gefährdung des Kindeswohls kommt. Seit 2008 warten wir auf ein verbessertes Frühwarnsystem, auf ein verbessertes Bundesjugendhilfegesetz. Es gibt bisher keine Einigung. Der Herr Minister redet sich auf die Länder aus, dass die Länder blockieren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist dem Mitterlehner wurscht! Solange die Wirtschaft gut dasteht, ist das dem Mitterlehner wurscht!) – Letztendlich geht es ums Geld. Ich habe absolut kein Verständnis, wenn Milliarden zum Beispiel nach Griechenland fließen, aber wenige Millionen für die Sicherheit unserer Kinder nicht da sind. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist dem Mitterlehner wurscht! Solange die Wirtschaft gut dasteht, ist das dem Mitterlehner wurscht!
Drittes Beispiel: Es gibt noch immer keine ausreichende Bundesrahmenregelung für klare Handlungsanordnungen (Abg. Scheibner: Zentralisieren!), wenn es zur Gefährdung des Kindeswohls kommt. Seit 2008 warten wir auf ein verbessertes Frühwarnsystem, auf ein verbessertes Bundesjugendhilfegesetz. Es gibt bisher keine Einigung. Der Herr Minister redet sich auf die Länder aus, dass die Länder blockieren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist dem Mitterlehner wurscht! Solange die Wirtschaft gut dasteht, ist das dem Mitterlehner wurscht!) – Letztendlich geht es ums Geld. Ich habe absolut kein Verständnis, wenn Milliarden zum Beispiel nach Griechenland fließen, aber wenige Millionen für die Sicherheit unserer Kinder nicht da sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Drittes Beispiel: Es gibt noch immer keine ausreichende Bundesrahmenregelung für klare Handlungsanordnungen (Abg. Scheibner: Zentralisieren!), wenn es zur Gefährdung des Kindeswohls kommt. Seit 2008 warten wir auf ein verbessertes Frühwarnsystem, auf ein verbessertes Bundesjugendhilfegesetz. Es gibt bisher keine Einigung. Der Herr Minister redet sich auf die Länder aus, dass die Länder blockieren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist dem Mitterlehner wurscht! Solange die Wirtschaft gut dasteht, ist das dem Mitterlehner wurscht!) – Letztendlich geht es ums Geld. Ich habe absolut kein Verständnis, wenn Milliarden zum Beispiel nach Griechenland fließen, aber wenige Millionen für die Sicherheit unserer Kinder nicht da sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
All das, meine sehr geehrten Damen und Herren, zeigt in erschreckender Weise, dass verbesserter Schutz für unsere Kinder vor sexuellem Missbrauch und körperlicher und seelischer Gewalt für diese Regierung nicht absolute Priorität hat. Immer nur dann, wenn wieder die Aufmerksamkeit der medialen Öffentlichkeit auf einen Fall gerichtet ist, werden Bekenntnisse abgelegt, aber sonst wird lange angekündigt und kaum rasch gehandelt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir vom BZÖ fordern daher: rasch Handeln statt lange ankündigen! Wir fordern einen Kinderschutzgipfel, wo notwendige Maßnahmen in einem Nationalen Aktionsplan für Kinderschutz gesetzt werden. Wir haben gemeinsam vor einiger Zeit das Recht der Kinder auf Schutz und Fürsorge in der Verfassung festgeschrieben. Dieses Recht auf Schutz und Fürsorge mahne ich an dieser Stelle ein: mit einem starken Netz aus Vorsorge und Frühwarnsystem für unsere Kinder und gegen ein Täternetz, das es immer wieder zu zerschlagen gilt. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da müssen Sie mutig sein, Frau Bundesministerin: Ohne Ansehen der Person müssen Sie da einschreiten!
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), Kinderschutz jetzt ist die dringende Aufgabe, die wir in unserem Lande haben. Wir vom BZÖ werden uns daran beteiligen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), Kinderschutz jetzt ist die dringende Aufgabe, die wir in unserem Lande haben. Wir vom BZÖ werden uns daran beteiligen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Wir brauchen deshalb längere Haftstrafen für Kinderschänder, für Vergewaltiger von Kindern und so weiter (Beifall bei der FPÖ), weil diese Personen tickende Zeitbomben sind, und wenn wir solche tickenden Zeitbomben in die Gesellschaft zurücklassen, dann erstens möglichst spät, und wenn schon, dann nur so, dass es ausgeschlossen ist, dass sie je wieder bei der Arbeit oder sonst wo mit Kindern in Berührung kommen können.
Abg. Strache: Der noch dazu Richter war!
Ich habe mir das angeschaut. Ich muss Ihnen eines sagen: Mir ist in meinem Leben noch nie so schlecht gewesen wie nach diesem Video. Schauen Sie es sich an, dann wissen Sie einmal, welche kranken Persönlichkeiten auf dieser Erde wandeln! (Abg. Strache: Der noch dazu Richter war!) Da müssen wir hinschauen, da müssen wir etwas tun. Da brauchen wir eine Strafverschärfung, damit diese kranken Subjekte möglichst lange von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.
Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.
Sie kriminalisieren liebevolle, fürsorgliche, aber teilweise auch überforderte Eltern mit Ihrer Mindeststrafe, die Sie für Eltern fordern, die in einer Ausnahmesituation, aus Überforderung einem Kind einmal einen Klaps geben. Da wollen Sie eine Mindeststrafe, weil das für Sie auch schon Gewalt ist. Und da wird aus meiner Sicht eindeutig über das Ziel hinausgeschossen, denn eines ist auch ganz sicher: Es gibt genug solcher Situationen, wo ein Kind sich selbst gefährdet durch sein Verhalten, wo ein Kind einfach nicht zur Vernunft kommen will, wo jedes Reden einfach keinen Sinn hat, wo sich das Kind wild gebärdet und um sich schlägt, und wenn ich da mit einer Ohrfeige zurande komme, dann ist das sicherlich nicht so schädlich, wie es in vielen Büchern propagiert wird – vor allem in diesen antiautoritären Büchern, wo das Kind mit Liebesentzug bestraft wird und mit sonstigen Strafen, wie mit Verachtung und sonstigen Dingen. Das ist viel schlimmer für das Kind, als wenn ich ihm einmal einen kleinen Klaps gebe, der noch niemandem geschadet hat. (Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.
Und deshalb: Schütten Sie hier nicht das Kind mit dem Bade aus! Kümmern Sie sich um die wahren Verbrecher und kriminalisieren Sie nicht Eltern, die mitunter auch einmal überfordert sind und sich nicht mehr anders zu helfen wissen und dem Kind einen Klaps auf den Hintern oder sonst wohin geben. Das ist sicherlich keine Gewalt an Kindern! (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.) Kümmern Sie sich um die wirklich wichtigen Punkte und kriminalisieren Sie nicht liebevolle und fürsorgliche Eltern, die manchmal halt leider auch etwas überfordert sind, sondern geben Sie diesen Eltern die Möglichkeit, dass sie mit ihrer Überforderung zurande kommen und bessere Strategien entwickeln, dann gibt es da keine Probleme. – Vielen Dank. (Ruf: Jetzt klatscht wirklich niemand mehr!)
Ruf: Jetzt klatscht wirklich niemand mehr!
Und deshalb: Schütten Sie hier nicht das Kind mit dem Bade aus! Kümmern Sie sich um die wahren Verbrecher und kriminalisieren Sie nicht Eltern, die mitunter auch einmal überfordert sind und sich nicht mehr anders zu helfen wissen und dem Kind einen Klaps auf den Hintern oder sonst wohin geben. Das ist sicherlich keine Gewalt an Kindern! (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.) Kümmern Sie sich um die wirklich wichtigen Punkte und kriminalisieren Sie nicht liebevolle und fürsorgliche Eltern, die manchmal halt leider auch etwas überfordert sind, sondern geben Sie diesen Eltern die Möglichkeit, dass sie mit ihrer Überforderung zurande kommen und bessere Strategien entwickeln, dann gibt es da keine Probleme. – Vielen Dank. (Ruf: Jetzt klatscht wirklich niemand mehr!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist eine gute Politik, die wir hier für die Beschäftigung von jungen Menschen machen, und ich glaube, gerade wenn wir heute über die europäische Situation der Jugendbeschäftigung diskutieren, dann können wir auch stolz darauf sein, wie in Österreich Jugendbeschäftigung gehandhabt wird und dass wir hier ein sehr hohes Beschäftigungsniveau haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kickl: Da fragt man sich, die Gewerkschaft!
Wie dramatisch die Situation trotz niedriger Arbeitslosigkeit sein kann, sieht man beispielsweise in Deutschland, wo durch eine massive Sparpolitik, durch die Aufhebung fast aller Zumutbarkeitsbestimmungen und durch jahrelange Niedriglohnpolitik immer weniger junge Menschen von ihrem Einkommen leben können. (Abg. Kickl: Da fragt man sich, die Gewerkschaft!) Damit ist klar, dass man sich keine Zukunft aufbauen kann, dass man keine Investitionen in die Zukunft vornehmen kann. Jugendliche bluten in der Krise am meisten, sie sind am stärksten betroffen, weil es bei den Jugendlichen den stärksten Arbeitslosenanstieg in Europa gibt, verglichen mit anderen Gruppen.
Beifall bei der SPÖ.
chen Investitionen und nicht Kürzungen bei den öffentlichen und sozialen Dienstleistungen. Es geht um qualitätsvolle Arbeitsplätze, es geht um Arbeit, von der man leben kann, und es geht um Perspektiven für die Jugend in Europa. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, die Sozialdemokratie bleibt daher dabei: Wir brauchen ein neues Wachstums- und Verteilungsmodell in Europa. Europa, so wie es jetzt tickt, dieses Europa mit jenen Hintergründen, Strukturen und Gegebenheiten, wie Politik gemacht wird, das reicht für uns nicht aus. Wir wollen Veränderungen am System, wir brauchen Wachstum und wir brauchen ein gerechtes Verteilungssystem. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Ja, die Schulden müssen reduziert werden, aber nicht, indem das Sozialsystem kaputtgespart und jungen Menschen die Perspektive geraubt wird. Wir brauchen neue Einnahmen, die von jenen kommen müssen, die es sich sehr gut leisten können, in die Zukunft zu investieren (Beifall bei der SPÖ), von jenen, liebe Kolleginnen und Kollegen, die vor der Krise verdient haben, die während der Krise verdient haben und die nach der Krise verdient haben. Wir brauchen Maßnahmen, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen, aus der Krise herauszuwachsen, und nicht Maßnahmen, die die Mitgliedstaaten in die nächste Rezession hineinsparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, die Schulden müssen reduziert werden, aber nicht, indem das Sozialsystem kaputtgespart und jungen Menschen die Perspektive geraubt wird. Wir brauchen neue Einnahmen, die von jenen kommen müssen, die es sich sehr gut leisten können, in die Zukunft zu investieren (Beifall bei der SPÖ), von jenen, liebe Kolleginnen und Kollegen, die vor der Krise verdient haben, die während der Krise verdient haben und die nach der Krise verdient haben. Wir brauchen Maßnahmen, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen, aus der Krise herauszuwachsen, und nicht Maßnahmen, die die Mitgliedstaaten in die nächste Rezession hineinsparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Es geht um gesamtwirtschaftliche Nachfrageförderung, es geht um die Sicherstellung der Kaufkraft als wichtige Basis in diesem Zusammenhang, und ich meine, dass auch die österreichischen Gewerkschaften durch eine aktive, engagierte und sehr erfolgreiche Lohnpolitik einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Kaufkraft leisten. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unterstützen wir unseren Sozialminister bei seinen entsprechenden Vorstellungen! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
trieblichen Lehrlinge im ersten Lehrjahr, wir haben betrieblich 36 600 Lehrverhältnisse mit Ende Oktober in Österreich gehabt – in Betrieben! Ich betone das absichtlich so. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
gerne betreiben – das Nachreifen in Form von Bildungsabschlüssen sowie gezielte Qualifizierung und Beschäftigungsmaßnahmen. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist das Credo, um das es geht, das man umsetzen soll. Das kann man nur step by step machen, gar keine Frage, aber wir müssen jetzt auch einen Schritt setzen, nicht nur in Österreich weiterzumachen, sondern auch in Europa unsere Erfahrungswerte und unsere Initiativen aktiv zu bewerben und aktiv für ganz Europa eine Jugendbeschäftigungsinitiative zu starten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
sorts und der anderen Ressorts ganz herzlich dafür bedanken, dass es in Österreich gelungen ist, Maßnahmen zu setzen, die aktiv, sinnvoll, richtig und zielgenau Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, und in diesen Dank möchte ich auch insbesondere die Sozialpartner miteinschließen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
ben. Da wollen wir weiterqualifizieren. Der Bundesminister hat es schon gesagt: Ganz wichtig und entscheidend ist es, dass man junge Menschen dazu motiviert, eine höhere Qualifikation, eine höhere Ausbildung zu bekommen, denn nur dann kann sichergestellt werden, dass auch die Möglichkeit, in das Berufsleben einzusteigen, leichter ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Franz.
Sehr geschätzte Damen und Herren, das wird nicht umsonst sein. Dafür ist es notwendig, sehr viel Geld in die Hand zu nehmen, aber es ist gut investiertes Geld; und ich denke, dieses gut investierte Geld bedeutet auch, dass wir vielen jungen Menschen in Österreich ein schlimmes Problem ersparen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Franz.)
Beifall bei der ÖVP.
Und Europa hat reagiert – Gott sei Dank, sage ich. Europa nach Berlusconi, nach Papandreou ist aber nach wie vor ein Europa, das vor großen Herausforderungen steht. Damit sind sicherlich die Probleme nicht gelöst, aber es gibt schon einen großen Unterschied zu bisher. Es ist eben gehandelt worden, und beide Staaten bereiten allen große Sorgen, die an diese Solidargemeinschaft Europa glauben – und Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft. Diese Persönlichkeiten, die jetzt an der Spitze in Griechenland und in Italien stehen, sind natürlich andere als ihre Vorgänger, und es ist ihnen durchaus zuzutrauen, diese Herkules-Aufgaben dann zu schaffen, wenn diese Schicksalsgemeinschaft Europa zusammensteht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Jugendarbeitslosigkeit!
Meine Damen und Herren, der eingeschlagene Weg der Euro-Zone ist ja nicht mehr zu revidieren. Und daher war es seitens der Bundesregierung, seitens des Bundeskanzlers, seitens des Vizekanzlers richtig, auch hier in Österreich rasch zu handeln (Abg. Öllinger: Jugendarbeitslosigkeit!), und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem wir der Souverän des Handelns sind. In Griechenland, in Italien, da sitzt der IWF am Regierungstisch, da überwacht der Internationale Währungsfonds auch das, was im nationalen Parlament passiert, und das nationale Parlament ist in jedem der europäischen Mitgliedstaaten das Herzstück. Meine Damen und Herren, das gilt es bei uns zu verhindern, damit wir das Handeln in unserer Hand haben, dass uns nicht der IWF und Abgesandte der Europäischen Kommission vorgeben, was wir zu tun haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, der eingeschlagene Weg der Euro-Zone ist ja nicht mehr zu revidieren. Und daher war es seitens der Bundesregierung, seitens des Bundeskanzlers, seitens des Vizekanzlers richtig, auch hier in Österreich rasch zu handeln (Abg. Öllinger: Jugendarbeitslosigkeit!), und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem wir der Souverän des Handelns sind. In Griechenland, in Italien, da sitzt der IWF am Regierungstisch, da überwacht der Internationale Währungsfonds auch das, was im nationalen Parlament passiert, und das nationale Parlament ist in jedem der europäischen Mitgliedstaaten das Herzstück. Meine Damen und Herren, das gilt es bei uns zu verhindern, damit wir das Handeln in unserer Hand haben, dass uns nicht der IWF und Abgesandte der Europäischen Kommission vorgeben, was wir zu tun haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Das ist der entscheidende Punkt, meine Damen und Herren. Daher sage ich – bevor ich zum Thema Jugendbeschäftigung komme –: Ganz entscheidend für die Jugend ist schon, wie schwer der Schuldenrucksack ist, den wir ihr übergeben. Wenn es uns in den nächsten Jahren gelingt, diesen Schuldenrucksack etwas zu erleichtern, dann ist das ein ganz, ganz wichtiger Schritt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Wir in Österreich gehen daran, unsere Hausaufgaben zu erfüllen, und auch die Europäische Union hat ihre Hausaufgaben zu erfüllen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann nur allen Abgeordneten empfehlen, zur Verfassung Europas einen Essay von Jürgen Habermas nachzulesen, in dem er ganz klar aufzeigt, wo dieses Europa hingehen muss. Es darf nicht ein Weniger an Europa sein, um es auf die kürzeste Formel zu bringen, es muss ein Mehr an Europa sein. Das ist unser Auftrag, dem wir unsere Zustimmung geben müssen! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Wir stehen da in beiden Bereichen an der Spitze, an der Spitze aller 27 EU-Mitgliedstaaten: 7 Prozent bei der Jugendarbeitslosigkeit, 4 Prozent insgesamt bei der Arbeitslosigkeit. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher sollten wir darauf auch den Schwerpunkt legen, das Entscheidende hierbei ist die Bildung, die Ausbildung. Das ist der Schlüssel, damit wir weiterhin eine solch gute Situation auf dem Arbeitsmarkt haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Und ... bekämpfen!
Alles das, was man nicht sagen darf, was die tatsächlichen Ursachen sind, sind die „einfachen Antworten der Rattenfänger“. Für den Kollegen Katzian gibt es natürlich nur eine Lösung – ich habe mir das mitgeschrieben, wie er das so schön formuliert hat –: Man darf die Sozialsysteme nicht kaputtsparen, muss Geld in die Hand nehmen, soll nicht in die nächste Rezession hinein sparen und muss Konjunkturpakete schnüren. – Das haben wir ja zur Genüge gemacht, und die Resultate sehen wir ja! (Abg. Mag. Stadler: Und ... bekämpfen!)
Abg. Lueger: Was ist Ihr Gegenvorschlag?
Kollege Katzian, wie soll das funktionieren: ein derartiger Zustrom auf den Arbeitsmarkt und kein Wirtschaftswachstum? Das ist kein Grund? Der einzige Grund sind Sozialprogramme, das heißt, man soll jetzt die 46,5 Prozent durch Sozialprogramme, durch Geld-in-die-Hand-Nehmen, durch In-irgendwelchen-Lehrwerkstätten-Beschäftigen abbauen? – Na, da schaue ich mir in einem halben Jahr die budgetäre Situation gerne an! (Abg. Lueger: Was ist Ihr Gegenvorschlag?)
Abg. Riepl: Das ist ja kein Vorschlag!
Der Gegenvorschlag ist zweierlei. Erstens: Es kann keine Verbesserung der Situation der Jugendlichen geben, weder beschäftigungsmäßig noch einkommensmäßig. (Abg. Riepl: Das ist ja kein Vorschlag!) Das hat der Kollege Katzian sehr richtig erwähnt. In Deutschland ist ja das Problem nicht nur, dass es Jugendarbeitslosigkeit gibt – die ist gar nicht so hoch –, sondern es ist das Problem, dass ein großer Teil in prekären Arbeitsverhältnissen ist und dass seit 15 Jahren das durchschnittliche Realeinkommen der Berufseinsteiger dort sinkt.
Abg. Riepl: Wo ist Ihr Vorschlag? Sie haben gesagt, Sie haben zwei Vorschläge! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
überwiegend aus Ländern mit einem weit niedrigeren beziehungsweise katastrophal niedrigeren Lohnniveau als bei uns. (Abg. Riepl: Wo ist Ihr Vorschlag? Sie haben gesagt, Sie haben zwei Vorschläge! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Riepl: Jetzt reden Sie so lange, bis die Redezeit aus ist! Wir hören keine Vorschläge!
Wie stellen Sie sich daher vor, ohne einen Einwanderungsstopp beziehungsweise ohne eine Repatriierung eines Teils der Einwanderer, die hier nicht integrierbar und nicht beschäftigbar sind, das Problem in den Griff zu bekommen? (Abg. Riepl: Jetzt reden Sie so lange, bis die Redezeit aus ist! Wir hören keine Vorschläge!) Und sagen Sie mir noch einmal: Wie stellen Sie sich vor, dieses Argument auf Dauer mit dem Einwand (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich bin schon fertig –, das wären alles die „einfachen Antworten der Rattenfänger“ abzutun?! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Sie haben Vorschläge versprochen! Wo sind die Vorschläge?)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Wie stellen Sie sich daher vor, ohne einen Einwanderungsstopp beziehungsweise ohne eine Repatriierung eines Teils der Einwanderer, die hier nicht integrierbar und nicht beschäftigbar sind, das Problem in den Griff zu bekommen? (Abg. Riepl: Jetzt reden Sie so lange, bis die Redezeit aus ist! Wir hören keine Vorschläge!) Und sagen Sie mir noch einmal: Wie stellen Sie sich vor, dieses Argument auf Dauer mit dem Einwand (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich bin schon fertig –, das wären alles die „einfachen Antworten der Rattenfänger“ abzutun?! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Sie haben Vorschläge versprochen! Wo sind die Vorschläge?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Sie haben Vorschläge versprochen! Wo sind die Vorschläge?
Wie stellen Sie sich daher vor, ohne einen Einwanderungsstopp beziehungsweise ohne eine Repatriierung eines Teils der Einwanderer, die hier nicht integrierbar und nicht beschäftigbar sind, das Problem in den Griff zu bekommen? (Abg. Riepl: Jetzt reden Sie so lange, bis die Redezeit aus ist! Wir hören keine Vorschläge!) Und sagen Sie mir noch einmal: Wie stellen Sie sich vor, dieses Argument auf Dauer mit dem Einwand (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich bin schon fertig –, das wären alles die „einfachen Antworten der Rattenfänger“ abzutun?! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Riepl: Sie haben Vorschläge versprochen! Wo sind die Vorschläge?)
Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Nicht hinter jedem hohen Pult (das hoch eingestellte Rednerpult herunterfahrend) steht auch ein großer Mann. (Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb sage ich: Wenn wir uns um die Zukunft der Jugend in der Europäischen Union, vor allem auch in Österreich Sorgen machen, dann bitte reden wir über eine Bildungsreform! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Ich hoffe wirklich, dass uns viele der Programme, die Sie uns heute wieder angekündigt haben, insgesamt ein Stückchen weiterbringen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in allererster Linie endlich eine gute Bildungsreform brauchen und natürlich auch faire und gute Jobs für die Jugend in Österreich und in Europa. Wenn Sie auf diesem Weg sind, werden Sie die Grünen als Unterstützer und Unterstützerinnen sicher dabei haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Herr Bundesminister, wenn Sie heute so glorreich hinter uns Stellung nehmen, alles beschönigen und sagen, dass wir in Österreich eine vorbildliche Beschäftigungspolitik haben, von der sich andere Länder nur etwas abschauen können, dann dürfen Sie eines nicht verschweigen, nämlich dass wir, was die Beschäftigtenzahl betrifft, auch die meisten Frühpensionierungen in Österreich haben und dass das auch ein Umstand dafür ist, dass Sie hier eine so gute Zahl vorweisen können. Verschweigen Sie das den Menschen nicht! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Trotz dieser Regierung!
Wenn Sie so stolz sind auf diese hohe Zahl der Beschäftigten in Österreich, dann hätte ich mir von Ihnen seriöserweise erwartet, dass Sie auch einen Dank gegenüber der österreichischen Wirtschaft aussprechen, dass Sie den tüchtigen Unternehmerinnen und Unternehmern in unserem Land einmal dafür danken, dass sie so eine hohe Zahl an Lehrlingen, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufnehmen. (Abg. Mag. Stadler: Trotz dieser Regierung!) Das ist auch keine Selbstverständlichkeit. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wenn Sie so stolz sind auf diese hohe Zahl der Beschäftigten in Österreich, dann hätte ich mir von Ihnen seriöserweise erwartet, dass Sie auch einen Dank gegenüber der österreichischen Wirtschaft aussprechen, dass Sie den tüchtigen Unternehmerinnen und Unternehmern in unserem Land einmal dafür danken, dass sie so eine hohe Zahl an Lehrlingen, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufnehmen. (Abg. Mag. Stadler: Trotz dieser Regierung!) Das ist auch keine Selbstverständlichkeit. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kopf
eine umfangreiche Arbeit ist, aber dass sie von dieser Arbeit nicht mehr leben können, weil wir eine viel zu hohe Steuer- und Abgabenquote haben, weil die Inflation sehr hoch ist (Zwischenruf des Abg. Kopf), weil vor allem Tag für Tag Gebühren erhöht werden, in den Gemeinden die Gebühren ins Unermessliche anwachsen und innerhalb von drei Jahren die Gebühren um bis zu 30, 40 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Sagen Sie das auch dazu!
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie heute hier herauskommen und sagen, die Jugend ist unser Kapital der Zukunft, so stimme ich zu. Ja! Aber Sie sind auf dem besten Wege dorthin, dieses Kapital zu verspielen. Sie gehen so wie das sozialistische Urgestein mit dem Kapital um, nämlich verschwenderisch! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb ist es ja nicht redlich, Herr Bundesminister, herzugehen und die griechischen Verhältnisse mit den österreichischen zu vergleichen. Wenn Sie Interesse an einer wirklich effizienten Hilfe haben, was die Umstände in Griechenland betrifft, dann sollten Sie das einmal auf europäischer Ebene einmahnen und dafür sorgen, dass endlich Wirtschaftsprogramme in Griechenland beschlossen werden und greifen, damit dort Jugendliche auch Beschäftigung finden; das Gleiche in Portugal, das Gleiche in Spanien. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nur durch Arbeit, durch Leistung, durch stabile Finanzen und Sparpakete werden wir den Jugendlichen in unserem Land eine Zukunft bieten können. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Die höchsten Frühpensionen! – Abg. Bucher: Zu welchem Preis? Die Schulden, die Sie hinterlassen, werden die nächsten erst verdienen müssen!
weder haben Sie es nicht verstanden oder Sie haben nicht gehört, dass wir im europäischen Raum die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit haben. (Abg. Grosz: Die höchsten Frühpensionen! – Abg. Bucher: Zu welchem Preis? Die Schulden, die Sie hinterlassen, werden die nächsten erst verdienen müssen!)
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich möchte nicht den Satz strapazieren, jeder arbeitslose Jugendliche ist einer zu viel. Aber Sie haben das System nicht verstanden und ich werde versuchen, da vielleicht etwas Licht ins Dunkel zu bringen. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, ich unterstütze all Ihre Initiativen, die Sie heute hier angekündigt haben, denn nur durch Ihr rasches Handeln ist es möglich gewesen, dass wir bei der Arbeitslosenquote der Jugendlichen in Europa an erster Stelle liegen. Es ist der wichtigste Beitrag, dass Jugend in Beschäftigung ist, denn dadurch könnten auch die Sozialleistungs- und die Altersvorsorgesysteme stabilisiert und gesichert werden. Dafür brauchen wir mehr Geld, und das brauchen wir auch in Zukunft. Und da denken wir nicht nur ausgabenseitig nach, da denken wir auch einnahmenseitig nach, und daher ist es für uns klar, dass wir die Finanztransaktionssteuer brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube aber, mit der Aufwertung der Hauptschulen, die wir in den letzten Wochen beschlossen haben, aber auch mit dem Maßnahmenpaket, worauf Minister Hundstorfer bereits eingegangen ist, mit dieser Jugendstiftung, aber auch mit dem Lehrlings- und Jugendcoaching sind wir auf einem guten Weg. Wenn wir in Österreich diesen Weg fortsetzen und das alle anderen europäischen Länder auch tun, dann glaube ich, dass junge Menschen in Europa in eine gute Zukunft blicken können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Also auf der einen Seite haben wir 80 000 arbeitslose Jugendliche, und auf der anderen Seite wird ständig nach weiterer Zuwanderung geschrien. Das können wir Freiheitlichen überhaupt nicht verstehen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind eben wie gesagt für diese Facharbeiterausbildungsinitiativen, sagen ein klares Ja zur Lehre. – Frau Kollegin Fuhrmann und auch Sie, Frau Kollegin Lueger! Sie träumen immer von den sogenannten Akademikerquoten, die erhöht werden sollen. Das ist schon richtig, aber bitte bekennen Sie sich doch endlich einmal klar zur Lehre und damit auch klar zu den Facharbeitern hier in Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die aktuelle Kampagne des Ringes Freiheitlicher Jugend läuft unter dem Titel „Unserer Jugend unser Geld“, womit wir dezidiert und klar zum Ausdruck bringen, dass wir gegen Transferleistungen von Milliarden an Steuervermögen sind, die aus Österreich irgendwohin nach Griechenland transferiert werden und dort in der Ägäis verdampfen wie der griechische Ouzo. Das wollen wir nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
desregierung endlich tatkräftige Initiativen im Jugendbereich! Und verschonen Sie uns und die Zuhörer bitte mit solchen lächerlichen Pseudolobhudeleien wie dieser Aktuellen Europastunde! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Das wissen wir nicht! – Abg. Dr. Rosenkranz: Haben Sie wieder schlecht geschlafen, Herr Öllinger? Haben Sie wieder einen Alptraum gehabt?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Höbart, Ihr Bemühen, den Ring Freiheitlicher Jugend irgendwie als beschäftigungspolitische Sprengkraft ins Spiel zu bringen, ist ehrenwert, nur: Der Ring Freiheitlicher Jugend hat im Moment andere Probleme, und das wissen Sie auch. (Abg. Ing. Höbart: Das wissen wir nicht! – Abg. Dr. Rosenkranz: Haben Sie wieder schlecht geschlafen, Herr Öllinger? Haben Sie wieder einen Alptraum gehabt?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wo wird also eingespart bis 2020? – Im ganzen Sozialbereich! Da kommt dann der Generationen-Check oder Generationen-Scan. Gestern haben Sie beschlossen, dass die Pensionen über 5 800 € um „nur“ 1,5 Prozent erhöht werden. Na ja, das ist ein richtiges „Krisenprogramm“ offensichtlich für die Pensionen, die über 5 800 € liegen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Nein, nicht über 2 800 – über 5 800 €! Und das kann es nicht sein: auf der einen Seite bei den Universitäten, bei der Bildung zu sparen und auf der anderen Seite bei den höchsten Pensionen noch immer Zuschüsse zu finanzieren!
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Bucher.
Da haben Sie den Generationen-Scan schon jetzt verloren, bevor Sie ihn begonnen haben. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Bucher.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wo sind eure Leute? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihr nehmt das überhaupt nicht ernst! Eine Aktuelle Europastunde – und über Europa redet ihr gar nicht, sondern es kommt ein Redner nach dem anderen heraus, um den Herrn Sozialminister zu bejubeln. Das ist die Aktuelle Europastunde der SPÖ. Offensichtlich sind nicht einmal mehr alle in der SPÖ bereit, den Herrn Sozialminister zu bejubeln, sonst wären sie nämlich da. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wo sind eure Leute? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihr nehmt das überhaupt nicht ernst! Eine Aktuelle Europastunde – und über Europa redet ihr gar nicht, sondern es kommt ein Redner nach dem anderen heraus, um den Herrn Sozialminister zu bejubeln. Das ist die Aktuelle Europastunde der SPÖ. Offensichtlich sind nicht einmal mehr alle in der SPÖ bereit, den Herrn Sozialminister zu bejubeln, sonst wären sie nämlich da. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also, Herr Kollege Cap, ein bisschen mehr Ernst zum Thema Europastunde, denn sonst lassen wir es einfach mit der Europastunde! Führen wir gleich eine „Jubelstunde“ ein mit Live-Übertragung im ORF, und der Herr Minister klopft sich auf den Bauch und sagt: Wir sind super!, und alle in der SPÖ sagen: Wunderbar, wir sind super, wir sind die Besten! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie demonstrativer Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Wenn ich mir allein den Begründer anschaue, den Gewerkschaftsfunktionär Wolfgang Katzian, und wie er herausgekommen ist: Unglaublich, wirklich beeindruckend! Er ist dafür, dass wir weiterhin Milliarden an Pleitestaaten geben, er ist gegen Budgeteinsparungen, er ist für die Vollbeschäftigung vor allem bei Jugendlichen, er ist für die ungebremste Zuwanderung, er ist für den Kampf gegen den Klimawandel, er ist für den Kampf gegen den Welthunger, er ist für den Weltfrieden, er ist für den allgemeinen, weltweiten Wohlstand und – nicht zu vergessen – für eine gute Zukunft. – Ende des Zitats. Das ist also der Kollege Katzian! (Beifall beim BZÖ sowie demonstrativer Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, Sie sind nicht ernst zu nehmen! Wenn Sie herauskommen wollen und Ihre Jubelfeierlichkeiten für die SPÖ und für Ihren Sozialminister abhalten wollen, dann sagen Sie das dazu, aber nennen Sie es doch bitte nicht „Europastunde“ und schon gar nicht „Aktuelle Europastunde“, denn aktuell war davon gar nichts, meine Damen und Herren. Gar nichts! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aktuell ist nur, dass es jetzt auch schon die SPÖ begriffen hat. Das ist aktuell, meine Damen und Herren! So viel zum Thema Aktuelle Europastunde. Also aktuell – und das muss man festhalten – in dieser Europastunde ist zutage getreten, dass jetzt aktuell auch die Roten begriffen haben, dass man nicht weiter verschulden kann und dass wir eine Schuldenbremse brauchen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.) Das ist großartige Aktualität.
Zwischenruf des Abg. Katzian.
Herr Kollege Katzian, es gibt nichts Unsozialeres – und vielleicht ist das auch eine aktuelle Erkenntnis –, als Schulden zu machen, Schulden für die Zukunft, und damit den zukünftigen Generationen jeden Spielraum zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Katzian.) Ja, bitte, mit einer Geste geht es auch. Haben Sie es verstanden? Ist das jetzt angekommen? Haben Sie das jetzt verstanden?
Abg. Katzian: Sie wissen genau, wie es geht!
Sie aber kommen hier heraus und wollen weiter verschulden! Sie legen ein Budget vor, wo Sie weiter verschulden. Was ist daran „aktuell“? Sie verspielen die Zukunft der Jugend weiterhin, mit aktuellen Schulden. (Abg. Katzian: Sie wissen genau, wie es geht!) Ja, ich weiß genau, wie es geht! Die Roten verteilen Wahlzuckerl auf Kosten der Zukunft, und dann sagen sie, sie sind für Vollbeschäftigung der Jugend.
Beifall beim BZÖ.
Aktuell hätten Sie dafür sorgen müssen, dass die Bildungspolitik seit Jahrzehnten anders läuft, dass wir Bildungseliten zustande bringen, die mit ihrem Wissen und mit ihrem Know-how in der Welt etwas gelten und aktuell etwas für die Wirtschaft bewirken. Aber stattdessen tun Sie das Gegenteil. Sie verteilen Wahlzuckerl, Sie verteilen nach wie vor Geld, das Sie nicht haben, und jetzt sind Sie auch noch bereit, das Geld nach Griechenland, nach Portugal, nach Italien und in jedes Euroland, das derzeit in die Pleite rauscht, zu liefern. Das ist aktuelle SPÖ-Zukunftspolitik. Gute Nacht!, kann ich nur sagen zu Ihrer Aktualität. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Woche?! – Abg. Mag. Stadler: Nach einer Woche?! Super!
diumsdiskussion gesessen bin und dort ein klares Bekenntnis zur Schuldenbremse schon lange erledigt habe. Sie sind nicht aktuell. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Woche?! – Abg. Mag. Stadler: Nach einer Woche?! Super!) Nein, am selben Tag wie Herr Staatssekretär Schieder, am selben Tag. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
diumsdiskussion gesessen bin und dort ein klares Bekenntnis zur Schuldenbremse schon lange erledigt habe. Sie sind nicht aktuell. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Vor einer Woche?! – Abg. Mag. Stadler: Nach einer Woche?! Super!) Nein, am selben Tag wie Herr Staatssekretär Schieder, am selben Tag. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es gibt eine Partei im Haus, die hat ein einziges Bedürfnis, nämlich Österreich angeblich zu lieben, in Wahrheit aber wird es von dieser Partei täglich schlechtgeredet. Das tun Sie, genau das ist Ihre Strategie! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Das hat keiner behauptet! Wir wissen aber mehr als Sie!
Sie behaupten hier, Sie wissen alles. (Abg. Ing. Höbart: Das hat keiner behauptet! Wir wissen aber mehr als Sie!) Ich müsste, um auf Ihre Zahlen zu kommen, 42 000 Jugendliche in Schulungen haben. Wir haben nur ein Problem: Es sind nur 25 000. (Abg. Ing. Höbart: „Nur“?!)
Abg. Ing. Höbart: „Nur“?!
Sie behaupten hier, Sie wissen alles. (Abg. Ing. Höbart: Das hat keiner behauptet! Wir wissen aber mehr als Sie!) Ich müsste, um auf Ihre Zahlen zu kommen, 42 000 Jugendliche in Schulungen haben. Wir haben nur ein Problem: Es sind nur 25 000. (Abg. Ing. Höbart: „Nur“?!)
Abg. Ing. Höbart: Ein anderer hat von 4 Prozent gesprochen, Sie sagen, es sind 7 Prozent!
Und was ist so schwierig, wenn ganz Europa nach der gleichen Statistik arbeitet und ganz Europa ausweist: Wie viele haben wir in Schulung? Wie viele haben wir außerhalb der Schulung nur in der Arbeitslosigkeit? Was ist da so schwer zu begreifen? Und warum tun Sie sich so schwer, in Österreich zu sagen: Ja, es sind nur 7,1 Prozent. (Abg. Ing. Höbart: Ein anderer hat von 4 Prozent gesprochen, Sie sagen, es sind 7 Prozent!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ja, es sind ja auch die 7,1 Prozent zu viel, aber für Sie ist die Welt erst dann in Ordnung, wenn es 15 Prozent sind. Und Sie behaupten hier, Sie lieben Österreich. Das ist doch nicht Sinn und Zweck der Aktion. Der Sinn und Zweck der Aktion ist, Menschen aus der Schulung in Beschäftigung zu bringen. 118 000 Jugendliche haben seit 1. Jänner wieder eine Arbeit aufnehmen können in diesem Land, und das zählt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Riepl: Er hat aber „Berufsschulkosten“ gesagt! Der verwechselt ja alles!
Und wenn Sie hier schon sagen, Sie lieben die Jugendlichen, dann wüssten Sie, dass wir bereits einen Berufsausbildungsfonds über den Insolvenzentgeltfonds haben, und dann wüssten Sie auch, dass die Berufsschulkosten sehr wohl von der öffentlichen Hand bezahlt werden. Nennen Sie Ihre Forderung direkt: Es geht um die Internatskosten. (Abg. Riepl: Er hat aber „Berufsschulkosten“ gesagt! Der verwechselt ja alles!) Ich helfe Ihnen ein bisschen, weil ich ja weiß, was Sie da wollen. Die Berufsschulkosten zahlt die öffentliche Hand schon immer, und Sie haben hier ausdrücklich Berufsschulkosten gesagt.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie wirklich das Land lieben würden, dann würden Sie mithelfen, auch weiterhin dafür zu sorgen, dass diese Zahlen so niedrig wie möglich bleiben, und sich nicht in der Vorstellung suhlen, es müssen 15 Prozent sein, denn dann ist die Welt für Sie in Ordnung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Koalition hat das damals abgelehnt – ja ganz im Gegenteil: Ich bin für diese Idee von Ihnen ausgelacht worden! Wir hatten aber wieder einmal recht. Ja, mit uns kann man auch über die Schuldenbremse reden, jedoch unter dem Grundsatz: Unser Geld für unsere Leutʼ! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe mich gewundert, als gestern im Fernsehen – in den Nachrichten um 22 Uhr – die beiden Polit-Spitzen dieser Republik, nämlich Herr Faymann und Herr Spindelegger, zum Ausdruck gebracht haben, dass sie bis zum Jahre 2020 60 Prozent Staatsschulden, gemessen am BIP, haben wollen. – Dazu kann ich nur sagen: Das ist Utopie; das ist nämlich unmöglich – und das zeigt, meine Damen und Herren, wie wenig Wirtschaftskompetenz Bundeskanzler und Vizekanzler leider Gottes besitzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf daran erinnern, was die Loipersdorfer Sparbeschlüsse an Belastungen für die Bevölkerung gebracht haben: 2 Milliarden € in 180 Begleitgesetzen; Mittel, die sofort an die Griechen weitergeflossen sind. – Das wollen wir Freiheitlichen nicht, denn unser Geld soll für unsere Leute da sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und weil es sehr viel zu tun gibt, darum lassen Sie das jetzt wahrscheinlich auch, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oh ja, Sie sind beides! –Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollege Gradauer, zwei Zitate aus Ihrer Rede. Das eine war: Ihnen fehlt der Mut, etwas gegen die Schulden in diesem Land zu tun! Das andere Zitat war: Ihr Ziel, das Sie sich gesetzt haben, nämlich bis 2020 gegen 60 Prozent zu kommen, ist illusorisch! – Dazu nur so viel: Entweder wir sind Illusionisten oder mutlos, aber beides wird wohl schwer gehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oh ja, Sie sind beides! –Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Enormer Schuldenstand!
Neuverschuldung ist, die Arbeitslosenrate oder der Schuldenstand – wesentlich besser durch die Krise gekommen ist als fast alle anderen Länder der Europäischen Union – und dass wir mit diesem Budget diesen erfolgreichen Weg weitergehen werden. (Abg. Bucher: Enormer Schuldenstand!) Wir werden natürlich auch weiterhin darauf achten, dass Österreich, was wichtige Eckzahlen betrifft, unter den Top-Performern bleibt.
Abg. Bucher: Das macht ja ihr auch!
Diese vier Fragen werden bei jeder einzelnen Maßnahme gecheckt werden müssen, weil wir nicht den Fehler machen dürfen, den viele andere Länder in der Europäischen Union gemacht haben – und teilweise noch machen –, sich nämlich immer tiefer in eine Krise hineinzusparen und nicht zu schauen, dass eine positive Entwicklung in einem Land möglich wird. (Abg. Bucher: Das macht ja ihr auch!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dafür steht diese Bundesregierung, und dabei hat sie auch unsere Unterstützung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
in Richtung des Abg. Dr. Kräuter
Aber was da jetzt abgeht, wie Sie das da angehen mit dieser sogenannten Schuldenbremse – und da wende ich mich meinerseits an die Vertreter der Sozialdemokratie und erst in zweiter Linie an jene der ÖVP –, ist schon sehr seltsam. Das hat ja mit dem, was Sie jahrelang erklären, was Sie zwei Jahre lang manchmal mit Steuergeldern, manchmal ohne Steuergelder, jedenfalls mit Parteispenden heftig inserieren und plakatieren, aber so etwas von nichts zu tun, Herr Staatssekretär Ostermayer und Herr Staatssekretär Schieder. Es ist ohnehin besser, dass der Bundeskanzler nach seinem gestrigen Auftritt in der „ZiB 2“ nicht da sitzt, der war erbärmlich, und zwar zu Recht, ja, Herr Geschäftsführer (in Richtung des Abg. Dr. Kräuter), zu Recht, denn du bist auch einer, der in den Zeitungen dauernd das erzählt, und beim Regieren ganz woanders bei irgendeinem Türl herauskommt. Das geht sich so nicht mehr aus. (Beifall bei Grünen und FPÖ.) Das geht sich nicht mehr aus.
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Aber was da jetzt abgeht, wie Sie das da angehen mit dieser sogenannten Schuldenbremse – und da wende ich mich meinerseits an die Vertreter der Sozialdemokratie und erst in zweiter Linie an jene der ÖVP –, ist schon sehr seltsam. Das hat ja mit dem, was Sie jahrelang erklären, was Sie zwei Jahre lang manchmal mit Steuergeldern, manchmal ohne Steuergelder, jedenfalls mit Parteispenden heftig inserieren und plakatieren, aber so etwas von nichts zu tun, Herr Staatssekretär Ostermayer und Herr Staatssekretär Schieder. Es ist ohnehin besser, dass der Bundeskanzler nach seinem gestrigen Auftritt in der „ZiB 2“ nicht da sitzt, der war erbärmlich, und zwar zu Recht, ja, Herr Geschäftsführer (in Richtung des Abg. Dr. Kräuter), zu Recht, denn du bist auch einer, der in den Zeitungen dauernd das erzählt, und beim Regieren ganz woanders bei irgendeinem Türl herauskommt. Das geht sich so nicht mehr aus. (Beifall bei Grünen und FPÖ.) Das geht sich nicht mehr aus.
Abg. Dr. Kräuter: Du übertreibst!
Ich finde, das hat Obszönitätscharakter, wie die Sozialdemokratie in diesem Bereich vorgeht. (Abg. Dr. Kräuter: Du übertreibst!) Jahrelang, ja bis vorgestern – oder war es noch am Freitag; Herr Staatssekretär, wann wollten wir reden? – war die Welt noch eine andere, aber jetzt ist sie so, zumindest laut Medienberichterstattung. Ich habe den Entwurf, den Ministerratsbeschluss jetzt nur kurz durchschauen können, aber es ist doch vollkommen klar, worum es beim Budget und bei den Schulden geht. Was sind denn die Schulden? – Kumulierte Defizite, die sich aus verschiedenen Bestandteilen der Einnahmen- und Ausgabendifferenz zusammensetzen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Es kann doch nicht sein, dass in diesem Land 4 Millionen steuerfrei vererbt werden können – steuerfrei! –, während andere ein Leben lang arbeiten müssen und das auch nicht annähernd verdienen, aber mit den Sozialabgaben und mit den Steuern 50 Prozent schon in dieser niedrigen Liga zahlen. Sie wissen das ganz genau, wenn sie mehr verdienen, dann zahlen sie noch mehr. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Wenn einer 4 Millionen € in seinem Leben verdient, dann ist er ohnehin schon ganz gut unterwegs, aber der zahlt Länge mal Breite. Und das soll gerecht sein? Da rennen Sie herum und reden von Leistungsgerechtigkeit?
Staatssekretär Mag. Schieder: Nein!
Vor den Ratingagenturen, die überhaupt von der ganzen amerikanischen Subprime Crisis nichts wissen wollen, die die Papiere dort noch bestbewertet haben, damit sie in ganz Europa noch das Finanzsystem anstecken, gehen Sie in die Knie. (Staatssekretär Mag. Schieder: Nein!) Ja, nicht nein, aber ja, das ist doch euer Problem. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Vor den Ratingagenturen, die überhaupt von der ganzen amerikanischen Subprime Crisis nichts wissen wollen, die die Papiere dort noch bestbewertet haben, damit sie in ganz Europa noch das Finanzsystem anstecken, gehen Sie in die Knie. (Staatssekretär Mag. Schieder: Nein!) Ja, nicht nein, aber ja, das ist doch euer Problem. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Super!
Herr Ex-Vizekanzler Pröll ist ja nicht an irgendwelchen Leiden gescheitert, sondern an Ihren eigenen Landeshauptleuten. Sagen Sie einmal, wie es ist! Und da ist das Problem, dass dort, wo wirklich sinnvoll gespart werden könnte, auch nicht gespart wird, auch nicht in der Schulverwaltung – Bezirksschulräte en masse, Bezirksschulinspektoren, Landesschulräte: alles für die Fisch, gehört anders aufgestellt, ist viel billiger zu organisieren. Wo ist denn das? (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Super!) 50 Millionen Nettoeffekt. – Null, nichts!
Abg. Mag. Gaßner: Frisch operiert aber nicht!
Das ist nur deswegen der Fall, weil es ein riesiges Planungswirrwarr und Planungsdefizit gibt. Warum? – Weil Sie die Landeshauptleute nicht dazu verpflichten können, dass nicht innerhalb von 20 Kilometern, so wie es in meiner Heimat ist, Oberwart und Hartberg, ich getraue mich das auch zu sagen, ... – Herr Lopatka ist gerade nicht da, der war tatkräftig daran beteiligt, dass sowohl auf der einen Seite als auch auf der anderen alle Abteilungen hochgerüstet werden, weil sich ein Burgenländer nicht in der Steiermark behandeln lassen müssen soll und der Steirer nicht im Burgenland drüben, obwohl man an dieser Stelle mit dem Radl hin- und herfahren kann. (Abg. Mag. Gaßner: Frisch operiert aber nicht!) Vielleicht gerade nicht der Kranke.
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Aber es ist ganz einfach, so zu fahren. Wenn ich mit dem Rettungswagen 20 Kilometer innerhalb der Steiermark fahre, dann ist das offensichtlich eine kurze Distanz. Aber wenn ich fünf Kilometer und über die Grenze fahre, dann ist es eine lange Distanz. Es geht da um Unsinnigkeiten, die Sie nicht beheben können oder nicht beheben wollen. Und wenn Sie das nicht benennen, dann lassen Sie diese Schuldenbremse bleiben, dann geben Sie doch zu, dass Sie nicht in der Lage dazu sind, weil dies sonst dazu führt, dass genau an der falschen Stelle wieder gekürzt wird, nämlich bei dem, was die Leute brauchen, weil Sie an der richtigen nicht imstande sind hinzugreifen. Das ist das Problem, und das muss angegangen werden. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ. – Bravorufe beim BZÖ.
die Steuern eingehoben werden, nämlich immer genau dort, wo ohnehin schon zu viel eingehoben wird, und nicht dort, wo es etwas zu holen gibt. Und das ist ÖVP pur! Bitte vor den Vorhang, Herr Kopf! (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Bravorufe beim BZÖ.)
Allgemeine Heiterkeit.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Mein Vorredner Mag. Kogler braucht von mir natürlich keine guten Ratschläge, das weiß ich schon. Aber, Herr Mag. Kogler, wenn Sie mit großer Verve ausgerufen haben: Es reicht!, dann lassen Sie mich sagen, ich wäre vorsichtig mit solchen Ausrufen, ich spreche aus Erfahrung! Wir haben keine guten Erfahrungen gemacht mit „es reicht“. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Setzen Sie einmal eine Kommission ein!
Meine Damen und Herren, wir diskutieren eigentlich das Budgetbegleitgesetz, obwohl hier andere Fragen dominieren, wie Steuerreformfragen, die Frage der Staatsverschuldung. Lassen Sie mich als einer, der an sich gerne über Steuerreformen diskutiert, eines sagen: Der jetzige Zeitpunkt ist meines Erachtens völlig falsch für eine Steuerreform, vor allem für eine öffentliche Debatte darüber. Ich bin sehr dafür, dass im Finanzministerium eine Arbeitsgruppe von Experten gut und intensiv arbeitet, aber eine öffentliche Diskussion über eine Steuerreform halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für absolut schädlich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Setzen Sie einmal eine Kommission ein!)
Abg. Bucher: Was ist mit der Schuldenbremse?
Gehen die Diskussionen in Richtung Steuererhöhungen, so schaden sie dem Wirtschaftsstandort und verunsichern die Investoren, gehen sie in Richtung Entlastungen, erwecken sie Erwartungen, die nicht erfüllbar sind, weil wir kein Geld für Entlastungen haben, so offen und ehrlich muss man sein. Das heißt, Arbeit ja, aber keine großen öffentlichen Ankündigungen in Richtung Steuererhöhungen oder Steuerentlastungen. Der Zeitpunkt ist leider nicht geeignet dafür. (Abg. Bucher: Was ist mit der Schuldenbremse?)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Ich kann natürlich auch sagen, im Vergleich zur Euro-Zone stehen wir eigentlich ohnehin noch gut da, wir haben eine Staatsverschuldung von 74,6 Prozent, die Euro-Zone im Durchschnitt von 90,3 Prozent. Aber das hilft mir nicht sehr viel, meine Damen und Herren. Und daher halte ich es für vollkommen richtig, dass dieser Schritt heute gesetzt wurde, die Schuldenbremse in die Verfassung aufzunehmen, was wieder im Zusammenhang mit dem zu sehen ist, was wir bereits über das Bundesfinanzrahmengesetz gemacht haben, das richtigerweise auf der Aufgabenseite ansetzt. Also die Schuldenbremse sehe ich im Zusammenhang mit dem Bundesfinanzrahmengesetz, das den Schwerpunkt auf die Ausgabenseite legt. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Denn alle Erfahrung sagt, Herr Kollege: Hast du die Ausgaben im Griff, dann hast du in der Regel auch das Budget im Griff – das ist auch eine Absage an Steuererhöhungsphilosophien, wie sie mancherorts geäußert werden. (Abg. Mag. Stadler: Dass die Schuldenbremse mit der Einnahmenseite etwas zu tun hat ...!)
Abg. Mag. Stadler: Dass die Schuldenbremse mit der Einnahmenseite etwas zu tun hat ...!
Ich kann natürlich auch sagen, im Vergleich zur Euro-Zone stehen wir eigentlich ohnehin noch gut da, wir haben eine Staatsverschuldung von 74,6 Prozent, die Euro-Zone im Durchschnitt von 90,3 Prozent. Aber das hilft mir nicht sehr viel, meine Damen und Herren. Und daher halte ich es für vollkommen richtig, dass dieser Schritt heute gesetzt wurde, die Schuldenbremse in die Verfassung aufzunehmen, was wieder im Zusammenhang mit dem zu sehen ist, was wir bereits über das Bundesfinanzrahmengesetz gemacht haben, das richtigerweise auf der Aufgabenseite ansetzt. Also die Schuldenbremse sehe ich im Zusammenhang mit dem Bundesfinanzrahmengesetz, das den Schwerpunkt auf die Ausgabenseite legt. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Denn alle Erfahrung sagt, Herr Kollege: Hast du die Ausgaben im Griff, dann hast du in der Regel auch das Budget im Griff – das ist auch eine Absage an Steuererhöhungsphilosophien, wie sie mancherorts geäußert werden. (Abg. Mag. Stadler: Dass die Schuldenbremse mit der Einnahmenseite etwas zu tun hat ...!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Der zweite Schritt ist, dass wir heuer noch diese Schuldenbremse beschließen werden, und drittens ist richtig, dass wir dann zu Beginn des nächsten Jahres sehr rasch Maßnahmen beschließen müssen, die dieser Schuldenbremse Rechnung tragen, gar keine Frage. Und dass wir hier Sparpotenziale haben, meine Damen und Herren, das lässt sich überhaupt nicht bestreiten. Schauen wir nur ein bisschen über den Tellerrand hinaus. Ich erinnere nur, das wurde schon oft erwähnt, an das faktische Pensionsalter. Unsere deutschen Nachbarn gehen faktisch drei Jahre später in Pension. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Die drei Jahre bedeuten, wir geben jedes Jahr 3 Milliarden € mehr aus als die Deutschen wegen des frühzeitigen Pensionsantritts, 3 Milliarden, die uns fehlen, Frau Kollegin, für Forschung, Wissenschaft, Umwelt und so weiter, das fehlt uns.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Step by step, hat die Finanzministerin zur Verwaltungsreform gesagt!
Also nur drei Beispiele, wo man sagen muss, bitte, da liegen die Sparpotenziale auf dem Tisch, da brauche ich an keine Steuererhöhungen zu denken. Mir geht es darum, dass wir zuerst die Sparpotenziale nützen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Step by step, hat die Finanzministerin zur Verwaltungsreform gesagt!) – Frau Kollegin Glawischnig, schauen Sie, dass Sie in Wien etwas zustande bringen, dann können Sie reden! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Also nur drei Beispiele, wo man sagen muss, bitte, da liegen die Sparpotenziale auf dem Tisch, da brauche ich an keine Steuererhöhungen zu denken. Mir geht es darum, dass wir zuerst die Sparpotenziale nützen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Step by step, hat die Finanzministerin zur Verwaltungsreform gesagt!) – Frau Kollegin Glawischnig, schauen Sie, dass Sie in Wien etwas zustande bringen, dann können Sie reden! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Krainer: Aber wirklich nicht!
Solange wir nicht diese Sparpotenziale nützen, meine ich, gibt es überhaupt keine Berechtigung, hier mit Steuererhöhungsvorschlägen in Richtung Schuldenabbau zu gehen. (Abg. Krainer: Aber wirklich nicht!) Hier bedeutet Sparen ja nicht Sparen zulasten der Gesundheit, Sparen zulasten der Förderung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo wollen Sie denn sparen? Machen Sie ein paar Vorschläge!) Das heißt nur die Mittel effizienter einsetzen, Frau Kollegin, studieren Sie Betriebswirtschaft! Die Mittel effizienter einsetzen, nicht sparen zulasten. Das ist polemisch, was Sie sagen, Sie polemisieren nur. Ich sage nur, wir müssen die Mittel effizienter einsetzen, dann werden wir auch die Schuldenbremse mit konkretem Leben erfüllen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo wollen Sie denn sparen? Machen Sie ein paar Vorschläge!
Solange wir nicht diese Sparpotenziale nützen, meine ich, gibt es überhaupt keine Berechtigung, hier mit Steuererhöhungsvorschlägen in Richtung Schuldenabbau zu gehen. (Abg. Krainer: Aber wirklich nicht!) Hier bedeutet Sparen ja nicht Sparen zulasten der Gesundheit, Sparen zulasten der Förderung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo wollen Sie denn sparen? Machen Sie ein paar Vorschläge!) Das heißt nur die Mittel effizienter einsetzen, Frau Kollegin, studieren Sie Betriebswirtschaft! Die Mittel effizienter einsetzen, nicht sparen zulasten. Das ist polemisch, was Sie sagen, Sie polemisieren nur. Ich sage nur, wir müssen die Mittel effizienter einsetzen, dann werden wir auch die Schuldenbremse mit konkretem Leben erfüllen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Solange wir nicht diese Sparpotenziale nützen, meine ich, gibt es überhaupt keine Berechtigung, hier mit Steuererhöhungsvorschlägen in Richtung Schuldenabbau zu gehen. (Abg. Krainer: Aber wirklich nicht!) Hier bedeutet Sparen ja nicht Sparen zulasten der Gesundheit, Sparen zulasten der Förderung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo wollen Sie denn sparen? Machen Sie ein paar Vorschläge!) Das heißt nur die Mittel effizienter einsetzen, Frau Kollegin, studieren Sie Betriebswirtschaft! Die Mittel effizienter einsetzen, nicht sparen zulasten. Das ist polemisch, was Sie sagen, Sie polemisieren nur. Ich sage nur, wir müssen die Mittel effizienter einsetzen, dann werden wir auch die Schuldenbremse mit konkretem Leben erfüllen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Es ist schon abenteuerlich, das muss ich wirklich zugeben! Vor wenigen Tagen noch, bei der letzten Sitzung bist du herausgekommen zum Rednerpult und hast gesagt, wir brauchen keine Schuldenbremse, wir haben ein modernes Haushaltsgesetz, dafür brauchen wir keine Schuldenbremse. Jetzt plötzlich der Wandel. Über Nacht hat die ÖVP gegneißt, begriffen, dass die Schuldenbremse ein wichtiges Signal für die Anleger, für die Finanzmärkte ist, um Vertrauen zu schaffen. Wir sagen das seit 2009! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
haltener Hand ständig recht gegeben wird, wenn wir in den Ausschüssen unsere Forderungen deponieren, dass man danach zu uns kommt und sagt, recht habt ihr eigentlich, tolle Forderungen, das gehört umgesetzt, dass aber am Rednerpult alles verweigert wird und dann auch die Zustimmung verweigert wird. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) Das ist eine Hinterhältigkeit, die die Bürger in unserem Land satt haben. (Beifall beim BZÖ.) Das ist typisch für die ÖVP! Das ist die ÖVP, das ist das wahre Gesicht der ÖVP, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall beim BZÖ.
haltener Hand ständig recht gegeben wird, wenn wir in den Ausschüssen unsere Forderungen deponieren, dass man danach zu uns kommt und sagt, recht habt ihr eigentlich, tolle Forderungen, das gehört umgesetzt, dass aber am Rednerpult alles verweigert wird und dann auch die Zustimmung verweigert wird. (Abg. Mag. Stadler: Da schau her!) Das ist eine Hinterhältigkeit, die die Bürger in unserem Land satt haben. (Beifall beim BZÖ.) Das ist typisch für die ÖVP! Das ist die ÖVP, das ist das wahre Gesicht der ÖVP, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall beim BZÖ.
Es ist doch ein Wahnsinn, der Vizekanzler gestern in der „ZiB 1“, nachzulesen heute in den Printmedien: Wir haben erkannt, dass wir etwas tun müssen. – Meine sehr geehrten Damen und Herren, wo war denn der Vizekanzler die ganzen Jahre zuvor? War er im Ausland? Er soll da herkommen, er soll sich die Debatten einmal anhören, die wir führen! Da geht es um die Zukunft der nächsten Generationen! Eine Rekordverschuldung, die da zulasten der Jugendlichen, der Kinder und Kindeskinder beschlossen werden soll! Das ist die Realität! (Beifall beim BZÖ.)
Lebhafter Beifall beim BZÖ.
Ja wie könnt ihr von der ÖVP das euren Mitgliedern gegenüber vertreten? Was sagt denn ihr, wenn die mit diesen Argumenten auf euch zugehen und sagen, um Gottes willen, ihr verpflastert, ihr verpfändet unser ganzes Land!? Was sagt ihr denen? – Ja wir können nichts tun, weil wir die SPÖ nicht überzeugen können. – Ja dann schleicht euch aus der Regierung, das wäre einmal konsequent, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Lebhafter Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ihr seid nicht in der Lage, dieses Land zu regieren, das ist die Realität! Nehmt endlich den Hut, und die Frau Finanzministerin soll heute den Anfang machen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben daher einen Misstrauensantrag vorbereitet: Gehen Sie aus dem Amt, Sie sind nicht in der Lage, die Schulden abzubauen, Sie sind nicht in der Lage, das Defizit zu reduzieren, es fehlen Ihnen die Durchschlagskraft, die Ideen! Sie sind planlos, Sie sind ja für niemanden in unserem Land mehr tragbar, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! (Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Die Regierungsvorlage 1494 der Beilagen ändert zum Budget 2012 eine Anzahl von Bundesgesetzen, die der Umsetzung unseres Budgetpfades dienen. Vor allem die Regelungen betreffend die Verwaltungszusammenarbeit dienen der Sicherung des Steueraufkommens. Im Zusammenhang mit den Maßnahmen zum EU-Vollstreckungsamtshilfegesetz möchte ich jedoch schon anmerken, dass wir auch die Ermöglichung der Vollstreckung von Sozialversicherungsbeiträgen in anderen EU-Mitgliedstaaten anstreben sollen.
Präsident Neugebauer: Ja!
Bei dieser Gelegenheit darf ich auch, passend zum Thema Sozialversicherungsbeiträge und Pensionen, folgenden Abänderungsantrag der Abgeordneten Jan Krainer, Mag. Gertrude Aubauer, Kolleginnen und Kollegen zum Gesetzesvorschlag eines Budgetbegleitgesetzes 2012 – 1494 d.B. – in der Fassung des Ausschussberichtes 1500 d.B. in zweiter Lesung einbringen und diesen in den Eckpunkten erläutern, da der Antrag ja lang genug ist, dass er schriftlich verteilt wird, Herr Präsident. (Präsident Neugebauer: Ja!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir bekennen uns zu einem gescheiten, vernünftigen, menschengerechten und sozial gerechten Sparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die europäischen Politiker sind mittlerweile schon viel weiter, wenn ich mir anschaue, worüber in Deutschland bereits nachgedacht wird. Eine namhafte Zeitung schreibt ja: „Deutschland bereitet sich auf Austritt Griechenlands aus Eurozone vor“. Da steht auch ganz deutlich drin – gemäß einer Studie –, die Eurozone wäre ohne ihr schwächstes Glied sogar stärker. Es gibt durchaus Szenarien, für die man sagen kann, dass das funktioniert. Aber die Eurobürokraten wollen eben nicht wahrhaben, dass sie in die falsche Richtung gegangen sind und dass sie sich verrannt haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krist: Sagt das euren steirischen Kollegen von der FPÖ!
Das sage ich Ihnen ganz klar: Es sind mit der Schuldenbremse mindestens begleitende Maßnahmen vonnöten! Wir müssen – unabhängig von der Schuldenbremse, die eingeführt werden muss, wir fordern das letzten Endes schon seit über einem Jahr – endlich einmal darangehen, eine ordentliche Verwaltungs- und Strukturreform anzugehen. Da dürfen die Landeshauptleute nicht mehr bremsen, die gehören mit einbezogen. Auch die Gemeinden müssen letzten Endes ihren Beitrag dazu leisten. (Abg. Krist: Sagt das euren steirischen Kollegen von der FPÖ!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage es noch einmal: Es ist mir vollkommen klar, dass alle diese Maßnahmen jetzt aus der Not heraus gemacht werden, weil Sie glauben, dass damit die Märkte etwas beruhigt werden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich glaube, dass Ihr Sanierungswille noch nicht vorhanden ist. Setzen Sie wirklich einmal klare Zeichen und legen Sie nicht nur Lippenbekenntnisse ab! Ich garantiere eines: Spätestens dann, wenn es darum geht, die ersten Verteilungskämpfe zu führen, wird diese Regierung wieder eingehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber klar ist auch, dass es auf Dauer in Österreich nicht gutgehen kann, wenn es a) Europa schlecht geht und wenn wir b) die notwendigen Reformen im eigenen Land nicht angehen. Deshalb müssen wir auch in Österreich Interesse daran haben, dass Europa stärker aus der Krise herauskommt, als es hineingegangen ist. Das bedeutet in dieser Hinsicht nicht mehr und nicht weniger als: Europa muss zur Stabilitätsunion werden! Das heißt, wir müssen einerseits tragfähige Lösungen für die Länder mit hoher Verschuldung finden und andererseits verhindern, dass diese Krise sich auf weitere Länder ausbreitet. Da haben wir als kleines Österreich auch hier eine große Verantwortung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Was heißt „künstliche Aufregung“ bei diesen Milliardenschulden?!
Herr Kollege Bucher, Ihre künstliche Aufregung, die in einer starken künstlerischen Darstellung geendet hat (Abg. Grosz: Was heißt „künstliche Aufregung“ bei diesen Milliardenschulden?!), kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich würde ganz ehrlich sagen, ich glaube, wir sollten gemeinsam arbeiten, damit wir hier konstruktive Lösungen finden unter dem Motto „Erneuern statt Besteuern“, denn das wäre die richtige Devise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Mehr Steuern statt Erneuern?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Mehr Steuern statt Erneuern?
Herr Kollege Bucher, Ihre künstliche Aufregung, die in einer starken künstlerischen Darstellung geendet hat (Abg. Grosz: Was heißt „künstliche Aufregung“ bei diesen Milliardenschulden?!), kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich würde ganz ehrlich sagen, ich glaube, wir sollten gemeinsam arbeiten, damit wir hier konstruktive Lösungen finden unter dem Motto „Erneuern statt Besteuern“, denn das wäre die richtige Devise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Mehr Steuern statt Erneuern?)
Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Steuern? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Wir bringen mit diesem Budgetbegleitgesetz auch einen Abänderungsantrag zum Wirtschaftsstandort ein. (Abg. Ing. Westenthaler: Mehr Steuern? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich habe gesagt „Erneuern statt Besteuern“, Kollege Westenthaler, ganz genau aufpassen! – Wir bringen heute noch einen Abänderungsantrag ein mit dem Ziel, die Einführung eines vorbeugenden Kontrollmechanismus bei Übernahmen österreichischer Unternehmen durch ausländische Investoren zu sichern. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, dass durch solche Übernahmen grundlegende Interessen Österreichs und des Standortes nicht gefährdet, sondern gesichert werden. Wir achten darauf, dass strategische Übernahmen durch ausländische Konkurrenten nicht unkontrolliert über die Bühne gehen.
Abg. Bucher: Einen Vierzeiler? – Abg. Grosz: Wie vom Kollegen Großruck?
Zum Schluss habe ich noch ein kleines Zitat von einer Künstlerin, weil ich denke ... (Abg. Bucher: Einen Vierzeiler? – Abg. Grosz: Wie vom Kollegen Großruck?) Nein, keinen Vierzeiler, sondern ein Zitat:
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre eine Freude zu erleben, wenn jeder nur die Hälfte davon täte, was er vom anderen verlangt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Fekter: ... umgesetzt!
In dieser Form findet es sich nicht wieder! Das ist das, was die Wirtschaft, die Unternehmen, die Forschungsinstitutionen, die Universitäten irritiert, wenn immer von Offensiven die Rede ist und wenn Ankündigungen gemacht werden (Bundesministerin Dr. Fekter: ... umgesetzt!), die letztendlich nicht wirklich zur Umsetzung kommen, wiewohl dies tatsächlich ein Bereich ist, der uns für Innovationen mit Sicherheit unterstützend zur Seite stehen würde.
Beifall bei den Grünen.
Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Glauben Sie mir, die Menschen draußen, die Bürgerinnen und Bürger verstehen sehr wohl Änderungen und Einsparungen. Nur wollen sie auch, dass Tempo gemacht wird in den Bereichen, die ihnen wirklich am Herzen liegen, und das vermissen sie auch in diesem Budget. Insofern wird es, denke ich, auch Gelegenheit geben, mit Abänderungsanträgen, die seitens der Grünen eingebracht werden, hier noch massive Verbesserungen voranzutreiben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Das Budget gilt es zu sanieren – aber das Budget zeigt ein Abbild, das man so beschreiben kann: Diese Regierung lebt auf Pump! Eine Veränderung findet nicht statt. Eigentlich müsste ja im Budgetbegleitgesetz diese Veränderung drinstehen, die sich dann finanziell in den Zahlen des Budgets 2012 wiederfindet. Nur, Frau Finanzminister, wir finden nichts! Sie leben weiter auf Pump. Sie machen keine Reformen. Sie gefährden die Zukunft dieses Landes, die Zukunft der Kinder und auch der Jugend! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zur Steuerreform: Sehr geehrte Frau Minister, auch dazu finden wir nichts in diesem Budget. Wir brauchen eine Flat-Tax, die Leistungsträger entlastet, die Familien entlastet, die den Mittelstand, die Fleißigen, Tüchtigen wieder animiert, etwas zu tun, damit ihnen auch mehr in ihrer Tasche bleibt. All das finden wir leider nicht in diesen Budgetansätzen beziehungsweise im Budgetbegleitgesetz. Das heißt, Sie sind in Wahrheit wie der Kapitän der Titanic: Sie sind leckgeschlagen und Sie werden diesen Staat zum Untergang bringen, wenn Sie diese Politik fortsetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Minister, kümmern Sie sich um den Kies in Ihrer Schottergrube, aber lassen Sie den „Kies“, das Geld der Steuerzahler in Ruhe! Das können Sie nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Bauernbund! Sag was zum Bauernbund!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätztes Hohes Haus! Ich wollte eigentlich heute zum Budgetbegleitgesetz und zur Frage der AGES-Finanzierung reden, weil gerade in diesen Punkten ganz wesentliche Änderungen anstehen. Ich bedanke mich sehr bei unserer Frau Bundesminister, dass diese Änderungen in der AGES-Finanzierung kommen werden. (Abg. Petzner: Bauernbund! Sag was zum Bauernbund!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte jetzt noch ein Wort zu dem sagen, was Kollege Widmann jetzt gebracht hat. Ein Misstrauensantrag gegen unsere Frau Bundesminister Maria Fekter, das ist das Allerletzte, das gerade vom BZÖ zu kommen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Redest du gerade vom Strasser?! Oder vom ?!
Es ist wirklich das Letzte, das eine Partei vorzubringen hatte, die in diesem Land jede finanzpolitische Sünde mitgetragen hat! Ich kann mich noch gut erinnern, wie Kollege Bucher da heraußen gestanden ist, und hinter ihm Karl-Heinz Grasser. Bucher, der Edelverteidiger des Karl-Heinz, der heute von nichts mehr weiß, nichts mehr kann, ist immer dort tief drinnen, wo in diesem Land Geld vernichtet wird. Das tut mir wirklich weh, ich kann das so nicht auf uns sitzen lassen! Also dieser Misstrauensantrag, das ist das Letzte, was das BZÖ vorzubringen hatte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Redest du gerade vom Strasser?! Oder vom ?!)
Abg. Petzner: Sagst du noch was zum Bauernbund?! Zu den Reformen in den eigenen Reihen?!
Vernünftige Politik ist nichts anderes als auf der einen Seite die Probleme erkennen, die Herausforderung annehmen und durch bessere Leistung lösen. Das wird nicht mit Schlagworten gemacht, sondern das wird dort gemacht, wo Menschen ihre Kraft einsetzen. (Abg. Petzner: Sagst du noch was zum Bauernbund?! Zu den Reformen in den eigenen Reihen?!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter.
Das sind nichts anderes als bewährte Ziele der ÖVP. Es geht darum, Sicherheit für die Menschen sichtbar zu machen; es geht darum, die Entwicklung der staatlichen Einrichtungen zu verbessern; und es geht schlichtweg darum, Probleme nicht mit Geld zuzudecken, sondern durch Leistung zu bewältigen – ein alter Ansatz der ÖVP, für Österreich das Richtige. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Tadler
Als Staatsbürger glaube ich, dass das ein Trauerspiel für unser Land ist (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Tadler), wenn durch permanentes Streiten, durch permanentes Ausrichten über die Medien keine Resultate zustande kommen. Wobei ich Ihnen eines sagen kann: Ich bin Bürgermeister einer kleinen Gemeinde. Wäre mir das passiert, nämlich dass wir uns permanent über die Zeitungen irgendetwas ausrichten und nichts weiterbringen, so hätten uns die Bürger mit dem nassen Fetzen aus der Gemeinde hinausgejagt.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Lugar und Tadler.
Ich glaube, lieber Kollege Peter Haubner, eines wäre abschließend noch zu sagen. Wenn du heute verlangst, jeder sollte nur halb so viel tun, wie er von den anderen verlangt: Ich glaube, die Regierung sollte nur halb so viel Reformbereitschaft und Willen zur Zusammenarbeit zeigen, wie es viele kleine Gemeinderäte tun, dann wäre es für Österreich ein großer Erfolg. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Lugar und Tadler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schopf: Genau!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Kollege Linder, unterschiedliche Meinungen sind noch lange kein Streit. Ich glaube, dass es gut ist, wenn es verschiedene Meinungen gibt, um zu einer richtigen zu kommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schopf: Genau!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schopf: Bravo!
Wir sollten uns heute über das Budgetbegleitgesetz unterhalten. Ein paar Bemerkungen dazu: Der Alleinverdienerabsetzbetrag für kleine Pensionen wird wieder eingeführt, und das ist gut so, leider mit der Verspätung um ein Jahr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schopf: Bravo!)
Abg. Ing. Westenthaler: Umgekehrt!
Schuldenbremse und das Sparpaket unterhalten! Das Erste wären klare Definitionen. Was bedeutet Schuldenbremse und was bedeutet Sparpaket? (Abg. Ing. Westenthaler: Umgekehrt!) Wie greifen diese beiden Begriffe ineinander? Die Bürgerinnen und Bürger wissen überhaupt nicht, was jetzt auf sie zukommen wird.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Mag. Kogler.
Dass es notwendig ist zu sparen, das wurde auf EU-Ebene vereinbart. Das ist gut so. Schade ist nur, dass man bei derselben Vereinbarung nicht auch gleichzeitig eine Regulierung der Finanzmärkte und die Einführung der Finanztransaktionssteuer festgelegt hat. Auch das hätte man hier gleich mit beschließen sollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher und Mag. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da müsst ihr einmal auf den Tisch hauen!
Jetzt ist leider der Herr Kollege Stummvoll nicht da. Er hat gemeint, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, um über Steuererhöhungen zu reden. Herr Kollege Stummvoll, meine Frage ist: Wann ist Ihrer Meinung nach überhaupt der richtige Zeitpunkt, sich über gerechte Vermögenssteuern zu unterhalten? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da müsst ihr einmal auf den Tisch hauen!) Ich denke, wenn jetzt der Zeitpunkt ist, zu sparen und die Schulden zu bremsen, dann muss es auch möglich sein, sich über Verteilungsgerechtigkeit zu unterhalten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt ist leider der Herr Kollege Stummvoll nicht da. Er hat gemeint, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, um über Steuererhöhungen zu reden. Herr Kollege Stummvoll, meine Frage ist: Wann ist Ihrer Meinung nach überhaupt der richtige Zeitpunkt, sich über gerechte Vermögenssteuern zu unterhalten? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da müsst ihr einmal auf den Tisch hauen!) Ich denke, wenn jetzt der Zeitpunkt ist, zu sparen und die Schulden zu bremsen, dann muss es auch möglich sein, sich über Verteilungsgerechtigkeit zu unterhalten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Was ist die Logik?!
Da bitte ich Sie: Nein, die Grundsteuer muss eine Steuer der Gemeinden bleiben, denn den Gemeinden geht es von allen öffentlichen Haushalten zurzeit am schlechtesten. Ich glaube, es ist nicht gut, wenn man diese Steuer wieder in die Länderhoheit überträgt und die Gemeinden dann betteln müssten, um zu überleben. (Abg. Strache: Was ist die Logik?!)
Abg. Bucher: Was habe ich gesagt?!
Herr Bucher, wenn Sie der ÖVP vorwerfen, dass sie hier irgendwie falsch spielt und hinter vorgehaltener Hand den Vorschlägen des BZÖ recht gibt, so machen Sie eigentlich genau das, was Sie der ÖVP vorwerfen. Sie müssen dann auch sagen, wer das sagt und wer Ihnen recht gibt, und nicht solche Verdächtigungen in den Raum stellen. Ich glaube, das ist nicht gut für eine Zusammenarbeit. (Abg. Bucher: Was habe ich gesagt?!) – Das haben Sie heute in Ihrer Rede hier gesagt. Sie haben gesagt, dass es ÖVPler gibt, die hinter vorgehaltener Hand Ihren Vorschlägen recht geben. Dann sagen Sie es eben! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bucher, wenn Sie der ÖVP vorwerfen, dass sie hier irgendwie falsch spielt und hinter vorgehaltener Hand den Vorschlägen des BZÖ recht gibt, so machen Sie eigentlich genau das, was Sie der ÖVP vorwerfen. Sie müssen dann auch sagen, wer das sagt und wer Ihnen recht gibt, und nicht solche Verdächtigungen in den Raum stellen. Ich glaube, das ist nicht gut für eine Zusammenarbeit. (Abg. Bucher: Was habe ich gesagt?!) – Das haben Sie heute in Ihrer Rede hier gesagt. Sie haben gesagt, dass es ÖVPler gibt, die hinter vorgehaltener Hand Ihren Vorschlägen recht geben. Dann sagen Sie es eben! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mir braucht niemand zu sagen, dass für Kunst auch Geld ausgegeben werden muss, aber es gibt dringende Notwendigkeiten, nämlich dort, wo sehr viele „am Zahnfleisch“ arbeiten. Wir haben bereits fünf Museen für Gegenwartskunst, und jetzt haben wir eben eines dazubekommen. Ich glaube, das ist die falsche Finanzpolitik, Frau Ministerin, Sparpaket und Schuldenbremsen hin oder her. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Halten wir uns vor Augen: In unserem schönen Österreich wächst der Schuldenberg drastisch. In 500-€-Scheinen gestapelt, kommen jedes Jahr Schulden in Höhe des Ötscher hinzu. Der Ötscher ist immerhin fast 1 900 Meter hoch. So kann es wohl nicht weitergehen! (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir wollen nicht auf Kosten unserer Kinder leben, und das tun wir auch nicht. Deshalb macht es auch Sinn, heute diesen Abänderungsantrag zu unterstützen. Ich lade Sie sehr herzlich dazu ein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ja, da haben Sie unsere Unterstützung, und wenn Sie uns dann alle einladen, gemeinsam etwas dagegen zu tun, dann werden Sie auch unsere Unterstützung haben, doch hier herauszugehen und diesen Schuldenberg zu kritisieren, aber am kommenden Freitag abzustimmen über ein Budget, das diesen Schuldenberg um weitere 10 Milliarden erhöhen wird, das ist wohl keine glaubwürdige Politik, wie sie die die Bevölkerung von Ihnen und von uns allen erwartet. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie dann über Wochen und Monate genau die Kritikpunkte, die auch wir vom BZÖ eingebracht haben, negieren und ins Lächerliche ziehen, wie zum Beispiel jetzt die Schuldenbremse, und dann plötzlich draufkommen, ja, sie ist jetzt doch notwendig, und dann so tun, als ob Sie ohnehin schon immer dafür gewesen wären, dann ist das auch nicht die Glaubwürdigkeit, die man von Ihnen verlangt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Der Schieder hat es aber nicht gewusst!
das notwendig ist, nämlich schon seit einer Woche. Er hat gesagt, er hat es nicht erst seit gestern gewusst, sondern vor einer Woche hat er schon gewusst, dass eine Schuldenbremse notwendig ist. Das ist das Niveau, auf dem Sie agieren! (Abg. Bucher: Der Schieder hat es aber nicht gewusst!) Haben Sie es gewusst, Herr Staatssekretär? Schon vor einer Woche oder auch erst seit gestern?
Beifall beim BZÖ.
Aber das wäre ja jetzt die interessante Sache. Es geht nicht nur darum, dass Sie jetzt draufkommen, dass Sie doch die Schulden stoppen müssen, sondern Sie sollten auch dieses Budgetbegleitgesetz stoppen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist richtig, wir stehen nicht so schlecht da, aber wir wollen die beste Bonität erhalten, und wir wollen auch dafür sorgen, dass die österreichische Jugend hier in Österreich noch eine Zukunft hat. Das kann man nicht verschieben auf den Tag nach der Wahl, sondern wenn Sie schon jetzt endlich draufgekommen sind, dass es notwendig ist, dann machen wir es auch gleich und beschließen hier nicht Gesetze, die schon mit der Beschlussfassung veraltet sind. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Es ist vom Kollegen Gradauer hier und auch im Ausschuss schon kritisiert worden, dass das Budgetbegleitgesetz, das ja eigentlich das Thema der jetzigen Diskussion gewesen wäre und ansatzweise auch war, heuer so dünn ist. Im letzten Jahr, kann ich mich erinnern, war die Kritik, dass es so dick war, so umfangreich war. Ich kann das aufklären. Dass es heuer dünner ist, weniger Artikel hat als im letzten Jahr, hat schlicht und einfach damit zu tun, dass viele Bestimmungen, die wir im letzten Jahr vereinbart haben, heuer und auch in den Folgejahren natürlich weiter gelten und daher nicht neu geregelt werden mussten. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
sam die richtigen vertrauenserhaltenden, vertrauensstärkenden Maßnahmen setzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Wir müssen, wie im Hohen Haus beschlossen, auf die Einführung einer Finanztransaktionssteuer drängen. Wir müssen die Absetzbarkeit und die Beschränkung von Boni durchsetzen, die Gruppenbesteuerung noch weiter reformieren und auch an eine andere Art von Vermögensteuer denken. (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Politik hat zu gestalten, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht die Märkte! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: ÖVP ... Parolen!
Abgeordneter Mag. Bernd Schönegger (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ohne Zweifel, wir befinden uns inmitten einer einschneidenden budgetpolitischen Zeitenwende. Meine Damen und Herren, in einer so ernsthaften Situation darf dieses Hohe Haus keine Bühne für dumpfe Stammtischparolen bieten. Es ist in dieser Situation auch absolut untauglich, mit billigen Schlagworten, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen oder gar mit klassenkämpferischen Parolen punkten zu wollen. (Abg. Mag. Steinhauser: ÖVP ... Parolen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Rechnung ist gar nicht so kompliziert: je weniger Schulden, desto weniger Zinsen; je weniger Zinsen, desto mehr Spielraum für Zukunftsinvestitionen; je mehr Zukunftsinvestitionen, desto mehr Wohlstand für alle. – So einfach kann die Rechnung sein, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit der Schuldenbremse leiten wir den Umkehrschwung ein. Sie ist ein wichtiger Impuls, um Stück für Stück von den Schulden wegzukommen. Nur so werden wir unserer Verantwortung gerecht. Der Generationenscan ist ein weiterer wesentlicher Baustein für ein Österreich mit Zukunft und sozialem Frieden. Und ich glaube, dieses Anliegen sollte uns alle einen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Hurra!
Aber das Budgetbegleitgesetz allein wird für stabile Finanzen nicht ganz ausreichend sein. Wir werden bis Freitag das Gesamtbudget weiter beraten. Und in diesem Zusammenhang haben wir uns für einen Konsolidierungspfad entschlossen, der aber noch nicht ambitioniert genug ist. Wir müssen sukzessive weiter daran arbeiten. (Ruf bei der FPÖ: Hurra!)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, wir haben heute dem Hohen Haus eine Regierungsvorlage über weitere Konsolidierungsmaßnahmen gemeinsam mit den Ländern, mit den Gemeinden im Hinblick auf eine Schuldenbremse in der Verfassung zugeleitet. Wir werden in die Verfassung jene Kriterien schreiben, zu denen wir uns bereits verpflichtet haben, und wir werden einen gemeinsamen konsolidierten Pfad weiter gehen – ein bisschen ambitionierter als bisher, auch um insgesamt die Stabilität zu signalisieren, zu der wir uns bekennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf beim BZÖ: Super!
recht, dieser mehrjährige Planungspfad mit den Ausgabenobergrenzen gilt inzwischen in ganz Europa als Best-Practice-Modell. (Ruf beim BZÖ: Super!) Er gilt inzwischen auch für alle europäischen Staaten als Vorbild, um Haushaltskonsolidierungen zu erreichen.
Beifall bei der ÖVP.
Daher werden wir auch danach trachten, dass sich unsere Länder, Gemeinden und Städte an diesem Haushaltsrecht orientieren und es auch entsprechend, wie der Bund es schon getan hat, umsetzen, denn das führt zur Schuldenbremse. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Oje! Das war immer der, der gegen die Schuldenbremse gewettert hat!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. (Abg. Strache: Oje! Das war immer der, der gegen die Schuldenbremse gewettert hat!) 3 Minuten Redezeit. – Bitte.
Abg. Bucher: Vor einer Woche waren Sie noch dagegen!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Frauen Bundesministerinnen! Herr Bundesminister! Die Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Zuerst möchte ich bemerken, diese Regierung zeigt mit der Schnelligkeit, mit der die Beschlüsse auch gestern gefasst worden sind, dass sie dann, wenn es notwendig ist, sehr, sehr klar und sehr, sehr schnell die notwendigen Maßnahmen, die für unser Land nützlich sind, setzen kann (Abg. Bucher: Vor einer Woche waren Sie noch dagegen!) und das auch tut. Danke – in diesem Fall stellvertretend –, Herr Staatssekretär und Frau Bundesministerin. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Frauen Bundesministerinnen! Herr Bundesminister! Die Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Zuerst möchte ich bemerken, diese Regierung zeigt mit der Schnelligkeit, mit der die Beschlüsse auch gestern gefasst worden sind, dass sie dann, wenn es notwendig ist, sehr, sehr klar und sehr, sehr schnell die notwendigen Maßnahmen, die für unser Land nützlich sind, setzen kann (Abg. Bucher: Vor einer Woche waren Sie noch dagegen!) und das auch tut. Danke – in diesem Fall stellvertretend –, Herr Staatssekretär und Frau Bundesministerin. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Wir sind mit knapp über 3 Prozent unter den besten Ländern in Europa. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Wir haben in diesem Land eine gute Budgetpolitik. Dennoch kommen von den sogenannten Finanzmärkten und Rating-Agenturen Zweifel, ob Österreich gut genug ist. Wir sind zu klein als Land und die Regeln sind nicht da, um die in die Schranken zu weisen, sodass wir keine andere Möglichkeit haben, als sozusagen brav und rasch solche Dinge umzusetzen.
Abg. Scheibner: Aber wir machen seit Jahren nichts!
Darauf, meine Damen und Herren, sollten wir in Zukunft unser Augenmerk legen: auf diese Art von Diktat, dass Demokratien ferngesteuert werden von Finanzmärkten und Rating-Agenturen, wie wir es in Griechenland erlebt haben, wie wir es teilweise in der ganzen Union sehen. (Abg. Scheibner: Aber wir machen seit Jahren nichts!) Da ist entscheidender Widerstand angesagt.
Zwischenruf des Abg. Jury
In diesem Sinne freue ich mich auf den gemeinsamen Kampf, diese Finanzmärkte zu regulieren, die Rating-Agenturen in die Schranken zu weisen, und darauf, es vielleicht in den nächsten Jahren auch zu schaffen, wieder zu dem zurückzukommen, für das wir gestanden sind (Zwischenruf des Abg. Jury): Wir sind eine Demokratie und nicht eine von Spekulanten gesteuerte Republik. Und das ist gut so. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne freue ich mich auf den gemeinsamen Kampf, diese Finanzmärkte zu regulieren, die Rating-Agenturen in die Schranken zu weisen, und darauf, es vielleicht in den nächsten Jahren auch zu schaffen, wieder zu dem zurückzukommen, für das wir gestanden sind (Zwischenruf des Abg. Jury): Wir sind eine Demokratie und nicht eine von Spekulanten gesteuerte Republik. Und das ist gut so. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Jury.
Abgeordneter Franz Kirchgatterer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Werte Kolleginnen und Kollegen! In wirtschaftlich schwierigen, in wirtschaftlich unruhigen Zeiten ist eine breite Zusammenarbeit ein großes Plus. Gerade in Österreich können wir auf unsere Sozialpartnerschaft besonders stolz sein, insbesondere in schwierigen Zeiten, in Krisenzeiten. (Zwischenruf des Abg. Jury.)
Abg. Petzner: Jessas na! Wo leben Sie? Leben Sie in Österreich?
Ich möchte auch auf die Wichtigkeit des gut funktionierenden Staates in Österreich hinweisen. Eine gut funktionierende Justiz, eine gut funktionierende Verwaltung, ein ausgebauter Sozialstaat ist und bleibt für die Österreicher das Wichtigste (Abg. Petzner: Jessas na! Wo leben Sie? Leben Sie in Österreich?), was sie von der Gemeinschaft zu erwarten haben. Auch die Schwerpunkte, die im Budget vorgesehen sind, nämlich Bildung und Beschäftigung, sind zukunftsweisend. (Abg. Petzner: Sie kommen auch aus der Kampfredner-Fraktion!)
Abg. Petzner: Sie kommen auch aus der Kampfredner-Fraktion!
Ich möchte auch auf die Wichtigkeit des gut funktionierenden Staates in Österreich hinweisen. Eine gut funktionierende Justiz, eine gut funktionierende Verwaltung, ein ausgebauter Sozialstaat ist und bleibt für die Österreicher das Wichtigste (Abg. Petzner: Jessas na! Wo leben Sie? Leben Sie in Österreich?), was sie von der Gemeinschaft zu erwarten haben. Auch die Schwerpunkte, die im Budget vorgesehen sind, nämlich Bildung und Beschäftigung, sind zukunftsweisend. (Abg. Petzner: Sie kommen auch aus der Kampfredner-Fraktion!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich denke, wir können auf hohem Niveau in die Auseinandersetzung gehen, die vor uns liegt. Und ich glaube, wir werden auch wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn die Opposition auch die Budgetdisziplin aufbringt, die sie von uns allen erwartet. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei SPÖ und ÖVP: Antrag!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Das war jetzt eine unmittelbare Aufforderung des Redners der SPÖ, dass wir uns an die Budgetdisziplin halten sollen. Das machen wir, und wir machen auch einen Vorschlag. Die Frau Finanzministerin hat im Rahmen ihrer Ausführungen gesagt, dass das alles nicht reichen wird, um ein Budget in Ordnung zu bringen. Das ist nicht genug, haben Sie gesagt. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Antrag!) Ich sage Ihnen
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (fortsetzend): Das war ja wohl die Einleitung und die Begründung: Es beklagen sich alle inklusive der ÖVP, dass hier so viele Schulden entstehen, aufgrund dieser Begleitgesetze und dieses Budgets. Daher stellen wir den Rückverweisungsantrag gemäß § 73 Abs. 3. Geben wir das zurück in den Budgetausschuss, um dort die Beratungen fortzusetzen, damit wir wirklich die Schulden abbauen und den Österreicherinnen und Österreichern ein sorgsames Budget vorlegen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist jetzt im Zuge dieser Debatte einiges, vor allem in Richtung ÖVP, an Versuchen zur Geschichtsfälschung betrieben worden, und das muss ins rechte Licht gerückt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Falsch!
Es war der ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, in dessen Kanzlerschaft zwischen den Jahren 2000 und 2007 die Staatsschuldenquote von 67 Prozent auf 59 Prozent gesenkt wurde! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Falsch!)
Rufe bei FPÖ und BZÖ: Grasser!
Es waren die ÖVP-Finanzminister Molterer und Josef Pröll (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Grasser!), die die Finanzkrise derart erfolgreich bewältigt haben, meine Damen und Herren (Abg. Bucher: Keine Geschichtsfälschung betreiben! – Abg. Petzner: Da musst ja selbst du dabei lachen!), dass diese Krise bei der Realwirtschaft in Österreich nicht nur nicht angekommen ist, sondern auch auf den Arbeitsmarkt keine Auswirkung gehabt hat. Dieses Land und die Bevölkerung dieses Landes sind dank der erfolgreichen Tätigkeit von Molterer und dann Pröll von den Auswirkungen dieser Krise verschont geblieben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Grasser wird schon wieder vergessen!)
Abg. Bucher: Keine Geschichtsfälschung betreiben! – Abg. Petzner: Da musst ja selbst du dabei lachen!
Es waren die ÖVP-Finanzminister Molterer und Josef Pröll (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Grasser!), die die Finanzkrise derart erfolgreich bewältigt haben, meine Damen und Herren (Abg. Bucher: Keine Geschichtsfälschung betreiben! – Abg. Petzner: Da musst ja selbst du dabei lachen!), dass diese Krise bei der Realwirtschaft in Österreich nicht nur nicht angekommen ist, sondern auch auf den Arbeitsmarkt keine Auswirkung gehabt hat. Dieses Land und die Bevölkerung dieses Landes sind dank der erfolgreichen Tätigkeit von Molterer und dann Pröll von den Auswirkungen dieser Krise verschont geblieben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Grasser wird schon wieder vergessen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Grasser wird schon wieder vergessen!
Es waren die ÖVP-Finanzminister Molterer und Josef Pröll (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Grasser!), die die Finanzkrise derart erfolgreich bewältigt haben, meine Damen und Herren (Abg. Bucher: Keine Geschichtsfälschung betreiben! – Abg. Petzner: Da musst ja selbst du dabei lachen!), dass diese Krise bei der Realwirtschaft in Österreich nicht nur nicht angekommen ist, sondern auch auf den Arbeitsmarkt keine Auswirkung gehabt hat. Dieses Land und die Bevölkerung dieses Landes sind dank der erfolgreichen Tätigkeit von Molterer und dann Pröll von den Auswirkungen dieser Krise verschont geblieben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Grasser wird schon wieder vergessen!)
Abg. Grosz: Das BZÖ wurde erst 2005 gegründet!
Ich wundere mich einigermaßen, wenn das BZÖ sich hier so permanent echauffiert. Sie waren in den Jahren 2000 bis 2007 in nicht ganz unbeträchtlichem Ausmaß mitverantwortlich. (Abg. Grosz: Das BZÖ wurde erst 2005 gegründet!) Also, warum wollen Sie diesen Erfolg der Regierung Schüssel, nämlich die Verschuldung von 67 Prozent auf 59 Prozent zu senken, mit uns nicht teilen? (Abg. Grosz: Wir haben ja mit der ÖVP nichts zu tun!) Warum eigentlich nicht? (Abg. Grosz: Sie haben den Grasser vergessen!) Ich glaube, Sie sind so verbohrt in Ihrer Oppositionstätigkeit und Ihre hooligan-
Abg. Grosz: Wir haben ja mit der ÖVP nichts zu tun!
Ich wundere mich einigermaßen, wenn das BZÖ sich hier so permanent echauffiert. Sie waren in den Jahren 2000 bis 2007 in nicht ganz unbeträchtlichem Ausmaß mitverantwortlich. (Abg. Grosz: Das BZÖ wurde erst 2005 gegründet!) Also, warum wollen Sie diesen Erfolg der Regierung Schüssel, nämlich die Verschuldung von 67 Prozent auf 59 Prozent zu senken, mit uns nicht teilen? (Abg. Grosz: Wir haben ja mit der ÖVP nichts zu tun!) Warum eigentlich nicht? (Abg. Grosz: Sie haben den Grasser vergessen!) Ich glaube, Sie sind so verbohrt in Ihrer Oppositionstätigkeit und Ihre hooligan-
Abg. Grosz: Sie haben den Grasser vergessen!
Ich wundere mich einigermaßen, wenn das BZÖ sich hier so permanent echauffiert. Sie waren in den Jahren 2000 bis 2007 in nicht ganz unbeträchtlichem Ausmaß mitverantwortlich. (Abg. Grosz: Das BZÖ wurde erst 2005 gegründet!) Also, warum wollen Sie diesen Erfolg der Regierung Schüssel, nämlich die Verschuldung von 67 Prozent auf 59 Prozent zu senken, mit uns nicht teilen? (Abg. Grosz: Wir haben ja mit der ÖVP nichts zu tun!) Warum eigentlich nicht? (Abg. Grosz: Sie haben den Grasser vergessen!) Ich glaube, Sie sind so verbohrt in Ihrer Oppositionstätigkeit und Ihre hooligan-
Zwischenrufe beim BZÖ
artigen Auftritte (Zwischenrufe beim BZÖ), die Sie hier permanent an den Tag legen, dass Sie gar nicht mehr unterscheiden können zwischen Realität und Phantasie. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
artigen Auftritte (Zwischenrufe beim BZÖ), die Sie hier permanent an den Tag legen, dass Sie gar nicht mehr unterscheiden können zwischen Realität und Phantasie. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Das ist so gewesen!
Kollege Bucher, eines überrascht mich bei dir schon einigermaßen: Ich habe dich bisher nicht zu diesem Sektor gezählt, aber wenn ich Ausdrücke in Richtung ÖVP höre wie zum Beispiel Hinterhältigkeit (Abg. Bucher: Das ist so gewesen!) oder schleicht euch aus der Regierung, dann muss ich meine Meinung, dich nicht zu diesem Kreis zu zählen, revidieren. Du gehörst genauso zu diesem Sektor! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Bucher, eines überrascht mich bei dir schon einigermaßen: Ich habe dich bisher nicht zu diesem Sektor gezählt, aber wenn ich Ausdrücke in Richtung ÖVP höre wie zum Beispiel Hinterhältigkeit (Abg. Bucher: Das ist so gewesen!) oder schleicht euch aus der Regierung, dann muss ich meine Meinung, dich nicht zu diesem Kreis zu zählen, revidieren. Du gehörst genauso zu diesem Sektor! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Wir sind ja schon bei 89 Prozent! Da sind ja die ausgelagerten Schulden nicht dabei!
Meine Damen und Herren, zu den Fakten. Die Krisenbewältigung und die Tatsache, dass es uns gelungen ist, die Realwirtschaft in Österreich von der Finanzkrise zu verschonen, hat Geld gekostet, keine Frage. Wir haben Defizite in Kauf genommen, zuletzt 2010 von 4,9 Prozent, um eben bei den Menschen die Krise nicht ankommen zu lassen, und hätte es die Regierung Schüssel nicht gegeben, dann wären wir nicht bei 75 Prozent Staatsverschuldung, sondern bei 80 Prozent oder 85 Prozent. (Abg. Strache: Wir sind ja schon bei 89 Prozent! Da sind ja die ausgelagerten Schulden nicht dabei!) Das heißt, wir sollten dieser Regierung von damals noch einmal dankbar sein für diesen Kurs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, zu den Fakten. Die Krisenbewältigung und die Tatsache, dass es uns gelungen ist, die Realwirtschaft in Österreich von der Finanzkrise zu verschonen, hat Geld gekostet, keine Frage. Wir haben Defizite in Kauf genommen, zuletzt 2010 von 4,9 Prozent, um eben bei den Menschen die Krise nicht ankommen zu lassen, und hätte es die Regierung Schüssel nicht gegeben, dann wären wir nicht bei 75 Prozent Staatsverschuldung, sondern bei 80 Prozent oder 85 Prozent. (Abg. Strache: Wir sind ja schon bei 89 Prozent! Da sind ja die ausgelagerten Schulden nicht dabei!) Das heißt, wir sollten dieser Regierung von damals noch einmal dankbar sein für diesen Kurs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was ist mit der Auslagerung von Schulden?
Und jetzt wollen Sie einer Finanzministerin, die uns schon auf einen guten Pfad gebracht hat und jetzt mit dem Vorschlag, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern, noch eines drauflegt – das heißt, wir verstärken unsere Bemühungen –, das Misstrauen aussprechen? Ja sind Sie noch zu retten? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was ist mit der Auslagerung von Schulden?)
Beifall bei der ÖVP.
Ganz im Gegenteil! Ich weiß nicht, was mit Ihnen in den letzten Tagen passiert ist, aber diese Ministerin verdient unser volles Vertrauen und unsere volle Unterstützung auf diesem Wege! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das hören wir schon seit zehn Jahren!
Sie monieren jetzt, dass zu diesem neuen Pfad, der uns bereits 2016 eine minimale Neuverschuldung von nur 0,35 Prozent, die Sie übrigens vor ein paar Tagen selbst gefordert haben, bringen wird, nicht gleich auch die Maßnahmen mitgeliefert werden. – Jeder Weg beginnt mit der Formulierung von Grundsätzen und eines Ziels, und dann werden in den nächsten Wochen und Monaten selbstverständlich die Maßnahmen in dieses Hohe Haus nachgeliefert. (Abg. Bucher: Das hören wir schon seit zehn Jahren!) So geht man vernünftigerweise vor, wenn man das tun muss, was wir tun müssen, nämlich das Budget in Ordnung bringen, damit wir eines nicht tun müssen, nämlich die Menschen in diesem Land mit neuen Steuern belasten. (Abg. Bucher: Das schau’ ich mir an!) Die Alternative zum Sparen sind Steuererhöhungen, und die wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das schau’ ich mir an!
Sie monieren jetzt, dass zu diesem neuen Pfad, der uns bereits 2016 eine minimale Neuverschuldung von nur 0,35 Prozent, die Sie übrigens vor ein paar Tagen selbst gefordert haben, bringen wird, nicht gleich auch die Maßnahmen mitgeliefert werden. – Jeder Weg beginnt mit der Formulierung von Grundsätzen und eines Ziels, und dann werden in den nächsten Wochen und Monaten selbstverständlich die Maßnahmen in dieses Hohe Haus nachgeliefert. (Abg. Bucher: Das hören wir schon seit zehn Jahren!) So geht man vernünftigerweise vor, wenn man das tun muss, was wir tun müssen, nämlich das Budget in Ordnung bringen, damit wir eines nicht tun müssen, nämlich die Menschen in diesem Land mit neuen Steuern belasten. (Abg. Bucher: Das schau’ ich mir an!) Die Alternative zum Sparen sind Steuererhöhungen, und die wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie monieren jetzt, dass zu diesem neuen Pfad, der uns bereits 2016 eine minimale Neuverschuldung von nur 0,35 Prozent, die Sie übrigens vor ein paar Tagen selbst gefordert haben, bringen wird, nicht gleich auch die Maßnahmen mitgeliefert werden. – Jeder Weg beginnt mit der Formulierung von Grundsätzen und eines Ziels, und dann werden in den nächsten Wochen und Monaten selbstverständlich die Maßnahmen in dieses Hohe Haus nachgeliefert. (Abg. Bucher: Das hören wir schon seit zehn Jahren!) So geht man vernünftigerweise vor, wenn man das tun muss, was wir tun müssen, nämlich das Budget in Ordnung bringen, damit wir eines nicht tun müssen, nämlich die Menschen in diesem Land mit neuen Steuern belasten. (Abg. Bucher: Das schau’ ich mir an!) Die Alternative zum Sparen sind Steuererhöhungen, und die wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf beim BZÖ: Hooligan!
Ich kann nur an alle appellieren, die hier zum Teil ziemlich deftige Ausdrücke verwendet haben (Ruf beim BZÖ: Hooligan!), die völlig unangebracht sind angesichts der Vorschläge, die diese Regierung dem Hohen Haus gemacht hat, um uns auf einen guten Sanierungspfad zu bringen, und die jetzt auch noch den Vorschlag hinzugefügt hat, das sogar verfassungsrechtlich abzusichern, sich einmal den Fakten zuzuwenden. Sie schwadronieren herum von neuen Steuern und neuen Schulden. (Abg. Petzner: Von „schwadronieren“ zu sprechen, das ist auch nicht die feine Art!) Anhand der Fakten werden Sie erkennen, dass diese Bundesregierung dieses Land auf einen erfolgrei-
Abg. Petzner: Von „schwadronieren“ zu sprechen, das ist auch nicht die feine Art!
Ich kann nur an alle appellieren, die hier zum Teil ziemlich deftige Ausdrücke verwendet haben (Ruf beim BZÖ: Hooligan!), die völlig unangebracht sind angesichts der Vorschläge, die diese Regierung dem Hohen Haus gemacht hat, um uns auf einen guten Sanierungspfad zu bringen, und die jetzt auch noch den Vorschlag hinzugefügt hat, das sogar verfassungsrechtlich abzusichern, sich einmal den Fakten zuzuwenden. Sie schwadronieren herum von neuen Steuern und neuen Schulden. (Abg. Petzner: Von „schwadronieren“ zu sprechen, das ist auch nicht die feine Art!) Anhand der Fakten werden Sie erkennen, dass diese Bundesregierung dieses Land auf einen erfolgrei-
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Es gibt mehr Schulden denn je zuvor!
chen Kurs gebracht hat und jetzt auf einen noch erfolgreicheren Kurs bringen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Es gibt mehr Schulden denn je zuvor!)
Beifall beim BZÖ
13.42.53Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Klubobmann Kopf, für den Ausdruck und die Phrase „hooliganartige Vorgehensweise des BZÖ“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf (Beifall beim BZÖ) – dies auch im Sinne der Ausführungen in der letzten Präsidialsitzung. (Abg. Kopf: Ich kann da gerne den Wahrheitsbeweis antreten!)
Abg. Kopf: Ich kann da gerne den Wahrheitsbeweis antreten!
13.42.53Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Klubobmann Kopf, für den Ausdruck und die Phrase „hooliganartige Vorgehensweise des BZÖ“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf (Beifall beim BZÖ) – dies auch im Sinne der Ausführungen in der letzten Präsidialsitzung. (Abg. Kopf: Ich kann da gerne den Wahrheitsbeweis antreten!)
Beifall bei der SPÖ.
Im Übrigen stimme ich mit der Bewertung der Arbeit dieser Bundesregierung überein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren von der ÖVP! (Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!) Bitte? (Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!) – Das glaube ich schon. Du kannst es kaum mehr erwarten, gell, aber in der Zwischenzeit wirst du dir schon noch ein bisschen etwas anhören müssen!
Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren von der ÖVP! (Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!) Bitte? (Abg. Mag. Donnerbauer: Gruß aus Brüssel!) – Das glaube ich schon. Du kannst es kaum mehr erwarten, gell, aber in der Zwischenzeit wirst du dir schon noch ein bisschen etwas anhören müssen!
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Gut, meine Damen und Herren von der Noblesse-Fraktion, oder soll ich sagen, von der Senioritätsfraktion, weil bei Ihnen ja jeder unter 100 Jahren rücktrittsgefährdet ist, wie am Beispiel des Kollegen Grillitsch sichtbar wurde. Lachen Sie nicht, Kollege Stummvoll! Wenn sich ein Älterer findet, der dir nachfolgen kann, bist du auch fällig! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Untersuchen wir doch einmal, warum die Österreichische Volkspartei, die ach so jugendliche Österreichische Volkspartei – als ich von der jüngsten Personalentwicklung in der ÖVP gehört habe, habe ich mir gedacht, man sollte einmal ein paar Schwarze neben die Dinosaurierknochen im Naturhistorischen Museum stellen und dann die Preisfrage stellen, wer jünger ausschaut. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!
nicht überprüft? – Seit einem Vierteljahrhundert sitzen Schwarze in der Regierung, und seit einem Vierteljahrhundert tun sie so, als ob sie mit dem Budget nichts zu tun hätten. Keine Verschuldung ist jemals den Schwarzen vorzuwerfen gewesen. Nie! Die haben immer gekämpft gegen jede einzelne neue Milliarde, die ins Budget hineingeschrieben wurde. (Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!) – Bitte? – (Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!) – Ja eben, ich bin gerade dabei, Geschichte zu lernen! Ich versuche, sie aufzuarbeiten. Helfen Sie mir doch ein bisschen, Sie als Fachmann von der ÖVP-Senioritätsfraktion.
Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!
nicht überprüft? – Seit einem Vierteljahrhundert sitzen Schwarze in der Regierung, und seit einem Vierteljahrhundert tun sie so, als ob sie mit dem Budget nichts zu tun hätten. Keine Verschuldung ist jemals den Schwarzen vorzuwerfen gewesen. Nie! Die haben immer gekämpft gegen jede einzelne neue Milliarde, die ins Budget hineingeschrieben wurde. (Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!) – Bitte? – (Abg. Höfinger: Lernen Sie Geschichte!) – Ja eben, ich bin gerade dabei, Geschichte zu lernen! Ich versuche, sie aufzuarbeiten. Helfen Sie mir doch ein bisschen, Sie als Fachmann von der ÖVP-Senioritätsfraktion.
Abg. Dr. Lopatka: Ist das falsch?
Ja, seit einem Vierteljahrhundert sitzen Sie in der Regierung und haben mit Schulden nichts zu tun. Warum? – Wie Sie wissen, nach ÖVP-Vorstellung, heißt Schulden immer Bruno Kreisky, Schulden ist immer Rot, Schulden ist immer Kreisky, denn Schwarz hat immer alles getan, um dafür zu sorgen, dass wir keine Rekordverschuldung haben. (Abg. Dr. Lopatka: Ist das falsch?) Dass Frau Fekter jetzt auf einmal nicht mehr zur ÖVP gehört, ist ein anderes Kapitel. Das ist mir so vorgekommen, denn wenn man Kollegen Kopf zuhört, bekommt man das Gefühl, das jetzige Budget habe mit der ÖVP nichts zu tun. 10 Milliarden € zusätzliche Schulden, das hat mit der ÖVP nichts zu tun, das ist Frau Fekter gewesen. Und Frau Fekter macht das nur, weil sie von der SPÖ dazu gezwungen wird. Arme Frau Fekter, meine Damen und Herren!
Abg. Kopf: Hooligan!
So viel zum Thema Hinterhältigkeit. Was glauben Sie, Herr Kollege Kopf, was sich der Wähler dabei denkt? Der Wähler sieht 10 Milliarden € Neuverschuldung, und gleichzeitig tritt die ÖVP an die Öffentlichkeit und sagt: Wir waren immer schon für die Schuldenbremse, wir waren nie mit Schulden unterwegs, wir haben nie Schulden gemacht im Budget. – Wie nennt der Wähler so etwas, Herr Kollege Kopf? – Ich habe den Verdacht, dass „hinterhältig“ noch eher die Schmeichelvariante dafür ist. (Abg. Kopf: Hooligan!) – Nein, nicht Hooligan! Ach, jetzt ist der Wähler auch schon ein Hooligan. Oje, oje, meine Damen und Herren Wählerinnen und Wähler, wenn Sie zu den Hooligans gehören, die eine ehrliche Politik verlangen, dann machen Sie einen riesigen Bogen um die Österreichische Volkspartei. Das ist mein Ratschlag, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
So viel zum Thema Hinterhältigkeit. Was glauben Sie, Herr Kollege Kopf, was sich der Wähler dabei denkt? Der Wähler sieht 10 Milliarden € Neuverschuldung, und gleichzeitig tritt die ÖVP an die Öffentlichkeit und sagt: Wir waren immer schon für die Schuldenbremse, wir waren nie mit Schulden unterwegs, wir haben nie Schulden gemacht im Budget. – Wie nennt der Wähler so etwas, Herr Kollege Kopf? – Ich habe den Verdacht, dass „hinterhältig“ noch eher die Schmeichelvariante dafür ist. (Abg. Kopf: Hooligan!) – Nein, nicht Hooligan! Ach, jetzt ist der Wähler auch schon ein Hooligan. Oje, oje, meine Damen und Herren Wählerinnen und Wähler, wenn Sie zu den Hooligans gehören, die eine ehrliche Politik verlangen, dann machen Sie einen riesigen Bogen um die Österreichische Volkspartei. Das ist mein Ratschlag, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wie nennt man so etwas im Volksmund, meine Damen und Herren von der Senioritätsfraktion? Wie nennt man so etwas im Volksmund? – Da ist „hinterhältig“ ein Nobelausdruck dagegen. Ich würde einmal sagen: der Wahrheit geringstens verpflichtet – und das ist eine noble Umschreibung dessen, was ich mir wirklich denke, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Österreichische Volkspartei, die heute den ganzen Tag lang behauptet hat, etwas für den Kinderschutz zu tun, rührt in Wirklichkeit aber keinen Finger, wie wir von der Justizministerin wissen. Die ÖVP sagt die ganze Zeit, was sie alles für die Familien tut. In Wirklichkeit ist Herrn Mitterlehner die Familie jedoch völlig „Powidl“, weil er als Wirtschaftsbündler dafür keine (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber natürlich!
Beifall beim BZÖ.
Vom Herrn Wirtschaftsminister und Familienminister Mitterlehner kommt gar nichts, was die Familien wirklich schützt und ihnen nützt. Im Gegenteil. Er richtet sich danach, was im Wirtschaftsbund gewünscht wird, und dort spielen die Familien keine Rolle, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist alles Ihre Ehrlichkeit! Wissen Sie, wenn man hier heraus kommt, Herr Kollege Kopf, und so tut, als wäre man die fleischgewordene Honorität, die fleischgewordene Moral, dann muss man sich vorhalten lassen, wie unmoralisch man seit Jahr und Tag in der ÖVP Politik betreibt. Und da bleiben Sie sich gegenseitig nichts schuldig. Sie brauchen nicht mit dem langen Finger auf die Roten zu zeigen, wenn es um Schulden geht. Sie von der ÖVP sind in erster Linie die Schuldenpartei dieses Landes, da haben Sie längst die SPÖ abgelöst. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das englische Wort „Gender“, also die Erfindung des sogenannten sozialen Geschlechts anstelle des biologischen Geschlechts, also anstelle von Männern und Frauen, bezeichnet nur mehr Wesen, die zu Männern und Frauen erzogen wurden, konstruiert wurden. Wie ich schon ausführte, ist man in solchen Theorien verhaftet geblieben. Es ist also nicht verwunderlich, dass man nicht mehr fähig ist, reale praktische Lösungen für die wahren Probleme zu finden. Wir Freiheitlichen sagen, dass das wahre Problem nicht der sogenannte Gender Pay Gap ist, also zu Deutsch die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, sondern die Einkommensunterschiede zwischen Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kinder, also zwischen Müttern und Nicht-Müttern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau an diesem Punkt, Frau Ministerin, sehr geehrte Damen und Herren, müssen politische Maßnahmen ergriffen werden. Es muss ein nationaler Aktionsplan her, hier muss angesetzt werden, damit Mütter nicht finanziell ins Hintertreffen geraten. Wenn Frauen sich entscheiden, die ersten ein, zwei oder drei Jahre selbst für ihre Kinder zu sorgen, darf das nicht dazu führen, dass sie für diese Entscheidung finanziell bestraft werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Ministerin, man sollte den Frauen nicht sagen: Wenn du nicht außer Haus erwerbstätig bist, wirst du ein Leben lang immer Probleme haben!, sondern man muss Maßnahmen ergreifen, damit Frauen durch die Tatsache, dass sie Kinder bekommen und sich ihnen eine Spanne ihrer Lebenszeit lang widmen, nicht finanziell bestraft werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich finde, dass Frauenpolitik, Genderpolitik und Familienpolitik unter einer großen gemeinsamen Interessensklammer stehen sollten, damit man zum Wohle von Frauen, Männern und Kindern geeignete Maßnahmen ergreifen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Wir diskutieren heute den Bericht betreffend den Abbau von Benachteiligungen von Frauen. Sie haben, Frau Abgeordnete Unterreiner, in einer Sache recht: Da ist von viel Ungerechtigkeit die Rede, weil die Einkommensunterschiede – und darauf wurde der Fokus von der Bundesregierung in den letzten zwei Jahren gelegt – ungerecht sind. Aber es wird Ihnen, Frau Kollegin, nicht gelingen, einen Keil zwischen die Frauen, die Mütter sind, und die Frauen, die nicht Mütter sind, zu treiben. Das wird Ihnen nicht gelingen! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Das ist ein großer Fortschritt! Frau Gartelgruber, damit hat sich Ihr Antrag im Endeffekt erübrigt. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.) Das Gleiche wird man machen. Und da ist eine große Bewegung in der Gewerkschaft, bei den Sozialpartnern, beim Unternehmerflügel der Sozialpartner eingetreten, indem man genau darauf Rücksicht nimmt, dass vor allem Frauen auch bestimmte Erziehungs- oder Kinderbetreuungstätigkeiten machen. Darauf wird reagiert. (Abg. Gartelgruber: Na endlich!)
Abg. Gartelgruber: Na endlich!
Das ist ein großer Fortschritt! Frau Gartelgruber, damit hat sich Ihr Antrag im Endeffekt erübrigt. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.) Das Gleiche wird man machen. Und da ist eine große Bewegung in der Gewerkschaft, bei den Sozialpartnern, beim Unternehmerflügel der Sozialpartner eingetreten, indem man genau darauf Rücksicht nimmt, dass vor allem Frauen auch bestimmte Erziehungs- oder Kinderbetreuungstätigkeiten machen. Darauf wird reagiert. (Abg. Gartelgruber: Na endlich!)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Markowitz und Petzner.
Wir SPÖ-Frauen sind mit einer Werbekampagne, mit einer Aufklärungskampagne im Endeffekt hinausgegangen, wo es darum gegangen ist, den Frauen zu sagen: Fordere mehr, trau dich zu sagen, dass du etwas wert bist! (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Markowitz und Petzner.) Genau darum geht es hier! Wir haben schon einiges erreicht, und wir werden da selbstverständlich weitermachen. An dieser Stelle ist auch der Ministerin zu gratulieren, die da wieder einmal Bewegung in die ganze Debatte gebracht hat. Wir brauchen keine Unkenrufe, Frau Mag. Unterreiner, sondern wir brauchen das, was Sie auch angeführt haben, nämlich einen Konsens, einen Zusammenhalt. Was wir aber nicht brauchen können, ist, dass die Frauen auseinanderdividiert werden. (Abg. Mag. Unterreiner: Das tun wir nicht!)
Abg. Mag. Unterreiner: Das tun wir nicht!
Wir SPÖ-Frauen sind mit einer Werbekampagne, mit einer Aufklärungskampagne im Endeffekt hinausgegangen, wo es darum gegangen ist, den Frauen zu sagen: Fordere mehr, trau dich zu sagen, dass du etwas wert bist! (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Markowitz und Petzner.) Genau darum geht es hier! Wir haben schon einiges erreicht, und wir werden da selbstverständlich weitermachen. An dieser Stelle ist auch der Ministerin zu gratulieren, die da wieder einmal Bewegung in die ganze Debatte gebracht hat. Wir brauchen keine Unkenrufe, Frau Mag. Unterreiner, sondern wir brauchen das, was Sie auch angeführt haben, nämlich einen Konsens, einen Zusammenhalt. Was wir aber nicht brauchen können, ist, dass die Frauen auseinanderdividiert werden. (Abg. Mag. Unterreiner: Das tun wir nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen schauen, dass die Frauen überall vertreten sind: im Parlament, auf den Arbeitsplätzen, in den Managerinnenpositionen, und, und, und. Das soll unser gemeinsames Anliegen sein – und dafür kämpfe ich! (Beifall bei der SPÖ.)
die Abgeordneten Petzner und Markowitz heben die Hand
Und wenn es die Männer auch nicht interessiert und wenn sie es auch nicht gerne hören wollen – und es sind ja jetzt auch nicht sehr viele Männer hier anwesend (die Abgeordneten Petzner und Markowitz heben die Hand); ich lobe all jene, die anwesend sind und die sich dieser Debatte auch stellen und zuhören –, muss es trotzdem gesagt werden, denn wir müssen hier auch das Bewusstsein dafür schaffen. Wir müssen es hier leider immer wieder predigen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und wenn es die Männer auch nicht interessiert und wenn sie es auch nicht gerne hören wollen – und es sind ja jetzt auch nicht sehr viele Männer hier anwesend (die Abgeordneten Petzner und Markowitz heben die Hand); ich lobe all jene, die anwesend sind und die sich dieser Debatte auch stellen und zuhören –, muss es trotzdem gesagt werden, denn wir müssen hier auch das Bewusstsein dafür schaffen. Wir müssen es hier leider immer wieder predigen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ebenso ist es um den Pflegebereich, der ein sehr wichtiger Bereich ist, bestellt. Auch dort fehlen leider wirksame Maßnahmen. Wir wissen, die Pflege ist weiblich. Von den 420 000 Pflegegeldbeziehern werden 350 000 zu Hause gepflegt, und 80 Prozent dieser Pflegearbeit wird von Frauen gemacht, meine sehr geehrten Damen und Herren. 80 Prozent! Die Pflege ist weiblich, die Frauen haben eine doppelte und dreifache Belastung, und auf diese Frauen wird hier in keiner Weise eingegangen und nicht Rücksicht genommen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es liegen von uns viele, viele Anträge in den Ausschüssen, meine sehr geehrten Damen und Herren, über 1 000 Oppositionsanträge, und ich würde Sie dringend ersuchen, sich in den zuständigen Ausschüssen dieser Anträge anzunehmen, sie ernst zu nehmen und die Opposition in so wichtigen Fragen miteinzubeziehen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Falsche Debatte, Frau Kollegin!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wir diskutieren heute über einen Bericht, der auch schon im Gleichbehandlungsausschuss zu Diskussionen geführt hat. Da geht es aber nicht nur um die Gleichbehandlung zwischen Frauen und Männern, sondern auch um die Gleichbehandlung zwischen Männern und Männern. Und an dieser Stelle möchte ich es nicht verabsäumen, auf die Äußerungen des Herrn Kollegen Stadler hinzuweisen, der am Sonntag in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ von Religion und Werten sprach, sich aber hier heute hergestellt hat und einen Kollegen als Dinosaurier bezeichnet hat, ihn hämisch verachtend tituliert hat. (Abg. Grosz: Falsche Debatte, Frau Kollegin!)
Abg. Grosz: „Pharisäertum“ steht auf der Liste für Ordnungsrufe, Herr Präsident! – Abg. Petzner: Die Bezeichnung „Pharisäertum“ ist genauso inakzeptabel!
Ich finde das ungeheuerlich! Für diese Art und Weise gibt es nur einen Begriff, nämlich Pharisäertum. Und genau das ist es, was der Herr Stadler hier an den Tag gelegt hat. (Abg. Grosz: „Pharisäertum“ steht auf der Liste für Ordnungsrufe, Herr Präsident! – Abg. Petzner: Die Bezeichnung „Pharisäertum“ ist genauso inakzeptabel!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.
Niemand wird dazu gezwungen! Ganz im Gegenteil: Unsere Aufgabe ist es, den Frauen die Wahlfreiheit zu geben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.) Die Frauen in Österreich sind gescheit genug, intelligent genug, offen genug, um für sich selbst entscheiden zu können, welche Form des Lebens sie wählen, und unser größtes Anliegen und unsere Arbeit muss daher sein, unseren Töchtern sowie den Söhnen und auch den Enkeltöchtern die beste Ausbildung, die schon im Kindergarten zu beginnen
Beifall bei der ÖVP. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Danke schön!
Meine Damen und Herren! Generell dokumentiert der Bericht die deutlichen Anstrengungen der Bundesregierung, Verbesserungen für die Frauen zu erreichen, und zwar für die Frauen in allen Altersgruppen, in allen Lebenslagen. Es werden große Anstrengungen auch vonseiten der Frau Bundesministerin unternommen, die sich durch alle Ressorts ziehen. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir den Nationalen Aktionsplan in dieser Weise seinerzeit beschlossen haben, der mittlerweile Schritt für Schritt umgesetzt wird. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Danke schön!)
Abg. Grosz: Ordnungsruf für „Pharisäertum, Herr Präsident!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Gartelgruber: 3 Minuten Redezeit. (Abg. Grosz: Ordnungsruf für „Pharisäertum, Herr Präsident!)
Abg. Grosz: Aber es steht auf der Liste!
Herr Kollege, am Ende ist es die Entscheidung des Präsidenten, wann und welcher Ordnungsruf erteilt wird. Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Grosz: Aber es steht auf der Liste!) Manche Begriffe – und das wird Ihnen auch schon untergekommen sein – sind einfach überholt, und da erteile ich grundsätzlich keinen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Das ist aber eine eigenartige Auslegung!)
Abg. Grosz: Das ist aber eine eigenartige Auslegung!
Herr Kollege, am Ende ist es die Entscheidung des Präsidenten, wann und welcher Ordnungsruf erteilt wird. Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen. (Abg. Grosz: Aber es steht auf der Liste!) Manche Begriffe – und das wird Ihnen auch schon untergekommen sein – sind einfach überholt, und da erteile ich grundsätzlich keinen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Das ist aber eine eigenartige Auslegung!)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Wurm, Sie haben die Rede meiner Kollegin Unterreiner angesprochen, die von Gehaltsunterschieden zwischen Frauen, die Kinder haben, und Frauen, die keine Kinder haben, gesprochen hat. Dazu gibt es sehr wohl Studien. Auch der bekannte Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Mazal hat das in seinem Bericht, den wir der „Presse“ entnommen haben, am 9. Mai thematisiert, und er spricht da von einer mittelbaren Frauendiskriminierung, davon, dass Frauen mit Kindern schlechter bezahlt werden als Frauen ohne Kinder. Es gibt nämlich gar keinen so großen Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und jenen von Frauen, die keine Kinder haben, wo der Unterschied ungefähr 11 Prozent beträgt, während der Unterschied zu den Frauen, die Kinder haben, 29 Prozent ausmacht. Das ist schon ein sehr großer Unterschied, und da müssen wir ansetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also wir haben in Österreich frauenpolitisch noch sehr viel vor. Frau Minister, ich bitte Sie, hier tatkräftig zu werden und mich auch weiterhin bei diesem Antrag zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Die Abgeordneten Zanger und Ing. Höbart – die Hand hebend –: Hier!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Hohes Haus! Frau Kollegin Unterreiner, weil Sie vom „Gender Pay Gap“ sprechen und sich über das Wort „Gender“ lustig machen und da von „Ewiggestrigkeit“ reden, möchte ich Sie auf einen Artikel in der Ausgabe von „News“ von vor ungefähr zwei Wochen hinweisen, wo Männer Ihrer Partei, die jetzt leider alle nicht da sind, ihr Frauenbild dargelegt haben. (Die Abgeordneten Zanger und Ing. Höbart – die Hand hebend –: Hier!) Oh, hallo! – Das, was sie dort dargelegt haben, ist ein Neandertaler- und Steinzeitfrauenbild. Da würde ich Ihnen empfehlen: Reden Sie einmal innerhalb Ihrer Partei darüber, was man da tun könnte oder tun müsste! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Das wird nichts helfen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Das wird nichts helfen!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Hohes Haus! Frau Kollegin Unterreiner, weil Sie vom „Gender Pay Gap“ sprechen und sich über das Wort „Gender“ lustig machen und da von „Ewiggestrigkeit“ reden, möchte ich Sie auf einen Artikel in der Ausgabe von „News“ von vor ungefähr zwei Wochen hinweisen, wo Männer Ihrer Partei, die jetzt leider alle nicht da sind, ihr Frauenbild dargelegt haben. (Die Abgeordneten Zanger und Ing. Höbart – die Hand hebend –: Hier!) Oh, hallo! – Das, was sie dort dargelegt haben, ist ein Neandertaler- und Steinzeitfrauenbild. Da würde ich Ihnen empfehlen: Reden Sie einmal innerhalb Ihrer Partei darüber, was man da tun könnte oder tun müsste! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Das wird nichts helfen!)
Abg. Dr. Pilz – auf die Sitzreihen der FPÖ zeigend –: Löwenmännchen!
Das ist mehr als irritierend: Da werden Begriffe aus der Tierwelt strapaziert, und da ist die Rede vom Nestbauerinstinkt, bis zum Löwenmännchen, das Samen ausstreut. Das ist dermaßen peinlich und unfassbar, vor allem, was die Löwenmännchen betrifft. (Abg. Dr. Pilz – auf die Sitzreihen der FPÖ zeigend –: Löwenmännchen!) Ja, da hinten sitzen die Löwenmännchen. – Also schauen Sie sich das einmal an, und dann reden Sie weiter von Ewiggestrigkeit! Okay? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist mehr als irritierend: Da werden Begriffe aus der Tierwelt strapaziert, und da ist die Rede vom Nestbauerinstinkt, bis zum Löwenmännchen, das Samen ausstreut. Das ist dermaßen peinlich und unfassbar, vor allem, was die Löwenmännchen betrifft. (Abg. Dr. Pilz – auf die Sitzreihen der FPÖ zeigend –: Löwenmännchen!) Ja, da hinten sitzen die Löwenmännchen. – Also schauen Sie sich das einmal an, und dann reden Sie weiter von Ewiggestrigkeit! Okay? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Wenn es um die Karenzzeiten geht, sind wir durchaus mit dabei. Man muss aber dazusagen, dass es in den Kollektivverträgen weitaus andere Diskriminierungsgründe gibt. Da geht es um die Anrechenbarkeit, um Aufstockungen, Zulagen und sehr viele andere Dinge, eben nicht nur um die Kinderbetreuung. Die Kinder sollten übrigens auch von den Vätern betreut werden; wenn, dann müsste man das auch umlegen. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Grosz: Es sitzen bei den Grünen auch nur vier Abgeordnete!
Jetzt zu dem Bericht, den wir eigentlich diskutieren. Erstens: Positiv ist, dass wir diesen Bericht im Plenum, auch wenn es schütter besetzt ist, diskutieren. Zweitens ist es interessant, dass es immer mehr Maßnahmen gibt, mitunter auch sehr gute Maßnahmen. (Abg. Grosz: Es sitzen bei den Grünen auch nur vier Abgeordnete!) Irritierend ist jedoch, dass es mittlerweile schon über 200 Maßnahmen sind, die gesetzt werden, vor allem zur Beseitigung der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Das ist eine ziemlich große Fülle. Was mir aber fehlt, das sind Zielsetzungen. Es ist nach wie vor nicht klar, wie diese Maßnahmen koordiniert sind, wie sie mit anderen Ressorts übereinstimmen. Und es ist meiner Ansicht nach auch im Ausschuss nicht beantwortet worden, wie das künftig geschehen soll. Es ist immer wieder so, wir sehen das auch in anderen Bereichen, dass es zwar auf der einen Seite wichtige Maßnahmen gibt, dass aber auf der anderen Seite Dinge eingestellt werden.
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe da schon eine Übereinstimmung und auch Wechselwirkungen, die der Bericht, den wir heute diskutieren, auch bestätigt, und ich finde, dass viel zu wenig dahin gehend gemacht wird, dass gerade im Bildungsbereich Geschlechtersensibilität leider kein Thema ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Man sieht wieder, dass gerade die Familienarbeit nach wie vor unbezahlte Arbeit ist, auch wenn wir damals in unserer Regierungszeit zwischen 2000 und 2006 dafür gesorgt haben, dass Kindererziehungszeiten entsprechend angerechnet werden, das erste Mal. Seither hat sich daran nichts geändert, aber das war eine gute und richtige Entscheidung, nur: Die Zeit der Karenz ist eigentlich auch etwas, was aufgrund der wertvollen Tätigkeit mit eingerechnet werden muss. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Unterreiner.
Leistung muss sich wieder lohnen. Das gilt insbesondere für die Familien, denn die Familien haben in den letzten Jahren schon genug gezahlt. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Unterreiner.)
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Zum Zweiten: Wenn man Ihre Logik fortsetzt, also Frauen mit und ohne Kinder, würde das bedeuten, Frauen, macht euch das untereinander aus, 48 Prozent der Gesellschaft entlassen wir aus der Verantwortung. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.) – Das ist nicht mein Zugang, um den Abbau der Benachteiligung von Frauen zu forcieren.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zum Schluss kommend: Viele Räder sind in Bewegung, viele müssen noch angetrieben werden. Frau Ministerin, wir werden Sie bei der Umsetzung Ihrer Ziele im Sinne der Frauen tatkräftig unterstützen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Silhavy: Für die Männer, das passt schon!
Ich komme nicht umhin, zunächst zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Schittenhelm etwas zu sagen. Kinder erziehen und einen Haushalt managen, möchte ich jetzt sagen, ist eine Arbeit, die die Frauen sicher nicht minder gut können und die nicht minder viel wert ist, als wenn die Arbeit durch eine Putzfrau, ein Kindermädchen, eine Tagesmutter oder jemanden gemacht wird, der für die Männer zu Hause ist und kocht oder für die Familien, für die Frauen zu Hause ist und kocht. (Abg. Silhavy: Für die Männer, das passt schon!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.
Solange man die Hausarbeit und die Erziehung der Kinder, die Leistung der Mütter nicht so anerkennt, wie es ihnen gebührt, wird es da nie zu einer Gedankenänderung kommen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir die Leistung, die die Mütter – jetzt sage ich wieder, Mütter – erbringen, nicht hochhalten, wie soll sich dann ein Vater oder ein Mann bereit erklären, zu Hause zu bleiben und die Kinder zu erziehen, wenn es eben heißt, es ist eine minderwertige Arbeit? Da muss ein Umdenken stattfinden, damit die Männer zu Hause bleiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Unser Entschließungsantrag bedeutet eine Verbesserung der steuerlichen Berücksichtigung der Kinderbetreuung und ist eine Nagelprobe für jeden Politiker in diesem Haus, der mehr für Bildung tun will. Es muss so geregelt werden, dass da nicht nur ein Vollinternat Berücksichtigung findet, sondern dass es auch berücksichtigt wird, wenn eine qualitativ hochwertige Nachhilfe für Kinder beansprucht wird und man den Kindern Bildung zukommen lässt. Auch das muss Berücksichtigung finden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Markowitz: Wir setzen uns für alle ein, egal, ob groß oder klein!
Wir haben mittlerweile schon die Aufgaben Ihrer Partei, die für die Mittelschicht und den „kleinen“ Mann ist, übernommen, wir setzen uns dafür ein, dass diese Menschen es sich auch leisten können, ihre Kinder betreuen zu lassen. Wir setzen uns da für den „kleinen“ Mann und die „kleine“ Frau ein (Abg. Markowitz: Wir setzen uns für alle ein, egal, ob groß oder klein!) und versuchen, ein gerechtes Steuersystem zu erarbeiten, sodass all diese zusätzlichen Grenzen, die wir in diesem Antrag angeführt haben, nicht mehr notwendig sind.
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage: Unser Geld darf nicht in die EU wandern. Unser Geld darf nicht nach Griechenland gehen. Unser Geld brauchen wir für unsere Familien, für unsere Jugend und für Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben da mit der Anrechnung pensionsbegründender Zeiten aus der Kindererziehung wesentliche Eckpunkte geschaffen. Damit ist Wesentliches gelungen. Aber ökonomische Unabhängigkeit, um gerade Altersarmut zu vermeiden, erreicht man eben nur durch eigene Erwerbstätigkeit, und deswegen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die zentrale Herausforderung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Hier müssen wir auf entsprechende Instrumente setzen. Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, hier im Corporate-Governance-Kodex eine echte Selbstverpflichtung für die Ausgewogenheit der Geschlechter zu erreichen. Das wäre ein Instrument. Für Top-Positionen, Aufsichtsratsgremien der Unternehmensanteile der öffentlichen Hand gibt es diesbezüglich ja bereits eine Regelung – hier freue ich mich auf die ersten Berichte –, aber es gibt auch Förder- und Unterstützungsprogramme wie „Zukunft.Frauen“. Da geht es darum, Frauen Mut zu machen, Frauen zu unterstützen. Ich hoffe, dass es gelingt, diese weiter auszubauen. Darauf müssen wir weiter setzen, denn es hilft uns nicht, wenn die Frauen topqualifiziert sind, aber sich selber diese Jobs, den Sprung in die Führungsebene nicht zutrauen. Hier müssen wir weiter ansetzen, und ich bin überzeugt, dass wir hier auf einem guten Weg sind. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Werte Kollegin Wurm! Ich denke, wir pflegen hier die freie Rede, und somit ist es völlig unangebracht, meiner Kollegin Unterreiner vorzuschreiben, was sie hier zu sagen hat, und sei ihre Rede noch so bluthochdruckverdächtig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.
Und Frau Kollegin Schittenhelm möchte ich noch sagen: Sie haben gemeint, Sie sind Frauenpolitikerin. Sie meinen wahrscheinlich damit auch Ihre Kolleginnen aus der ÖVP. – Wir von der FPÖ bezeichnen uns nicht als Frauenpolitikerinnen. Wir bezeichnen uns als Politikerinnen für Frauen und Männer. Für uns ist das eine Einheit, ei- ne harmonische Gegebenheit. (Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher – und jetzt komme ich zum Schluss – muss ich feststellen: Die FPÖ ist die soziale Heimatpartei, und die FPÖ ist die eindeutig bessere Familienpartei. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie ein Bildungsvolksbegehren, das von über 380 000 Menschen unterschrieben worden ist, als „Bauchfleck“ bezeichnen, dann würde ich Ihnen dringend raten, sich mit Ihrem Verfassungssprecher und allen, die sich in Ihrer Partei zu direkter Demokratie geäußert haben, zusammenzusetzen und wirklich einmal eine klare Position der FPÖ auszuarbeiten zur Frage: Wie sollen sich Wählerinnen und Wähler, wie sollen sich Bürgerinnen und Bürger am Gesetzgebungsprozess beteiligen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie selber haben am 12. Oktober einen Antrag eingebracht, in dem Sie gefordert haben, dass ab einer Hürde von 150 000 Unterschriften eine zwingende Volksabstimmung zu Volksbegehren stattzufinden hat. Und dann nennen Sie mehr als 380 000 Menschen, die sich hier zu einem Volksbegehren begeben haben, obwohl sie wussten, dass das noch nicht automatisch dazu führen wird, dass entsprechende Reformen eingeleitet werden, weil eben, wie die Erfahrung bei anderen Volksbegehren gezeigt hat, auch die Gefahr besteht, dass das Parlament sich nicht darum kümmert, einen „Bauchfleck“? Das kann ich wirklich absolut nicht verstehen. – Wir Grünen werden hier, genauso wie wir das Volksbegehren unterstützt haben, ganz klar dafür sorgen, und Eva Glawischnig hat das in den letzten Tagen auch ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass dieses Volksbegehren in diesem Haus nicht einfach in irgendeiner Schublade landet oder kosmetisch behandelt wird, sondern wirklich ein Auftakt ist zu wichtigen Reformen, die längst überfällig sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Vor diesem Hintergrund mein Appell: Setzen wir endlich den Rechtsanspruch für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr um, und halten wir uns nicht mit Steuerdiskussionen auf! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Sehr geschätzte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Gleich zu Beginn möchte ich auf die Ausführungen der Frau Abgeordneten Winter eingehen. Ich glaube, Frau Abgeordnete, Sie unterliegen hier einem Missverständnis. Ich darf Ihnen sagen, dass Kinderbetreuungszeiten in der Pensionsversicherung bis zu maximal vier Jahren angerechnet werden. Also ich denke mir, da dürfte sich bei Ihnen irgendwo eine Informationslücke eingeschlichen haben. – Das nur zu den Pensionen und zur Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schittenhelm.
Ich denke mir: Gute Maßnahmen, die dazu führen werden, Ihren guten Weg, den Sie beschreiten, Frau Bundesministerin, auch vonseiten der Sozialpartner zu unterstützen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schittenhelm.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein paar Worte noch zum Antrag der Kollegin Kitzmüller: Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das besagt, an der Erziehung eines Kindes ist ein ganzes Dorf beteiligt, oder dafür ist ein ganzes Dorf notwendig. – Ich wäre schon froh, wenn es sich nicht um ein Dorf handelte, sondern um Vater und Mutter, also um beide Elternteile und nicht nur um die Mutter. Daher haben wir diesen Antrag dann auch dem Familienausschuss zugewiesen, weil wir der Meinung sind, dass er dort besser aufgehoben ist. Über den Inhalt lässt sich sicher diskutieren, auch über das Thema der steuerlichen Absetzbarkeit der Kosten der Kinderbetreuung. Und da ist nicht eine extreme Ausbildung vonnöten, denn es geht ja bei vielen um die stundenweise Betreuung der Kinder, beispielsweise durch Babysitter. Also darüber kann man durchaus reden, auch über die Altersregelung. Wie gesagt, das war für uns der falsche Ausschuss, darum haben wir es dem Familienausschuss zugewiesen. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
freulich ist, dass dieser Bericht im Plenum diskutiert wird und ich als 15. Redner und als erster Mann auch ein paar Worte dazu sagen darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen
So erfreulich es ist, eine positive Entwicklung im vorliegenden Bericht zu erkennen, so bedauerlich sind die tatsächlichen Erfahrungen in der Arbeitswelt. Sigmund Freud hat einmal gesagt: Arbeit ist das stärkste Band des Menschen an die Realität. – Wir alle, meine Damen und Herren hier in diesem Haus, die wir tagtäglich gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen und beschließen, müssen auch darauf achten (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) – gleich kommt der Schlusssatz –, dass wir der Einhaltung der Gesetze und der verbrieften Rechte der Arbeitnehmerinnen mehr Beachtung schenken und diesbezüglich verstärkt kontrollieren.
Präsident Dr. Graf gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Abschließend möchte ich Herrn Sozialminister Rudi Hundstorfer und unserer Frauenministerin Gabi Heinisch-Hosek dafür danken, dass sie derartige Missstände, sofern sie öffentlich gemacht und bekannt werden, rigoros bekämpfen. Wir alle sind angehalten, sie dabei zu unterstützen. (Präsident Dr. Graf gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Ich werde das machen, denn es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinnen in den genannten Bereichen wie Leibeigene behandelt werden und um ihren gerechten Lohn betrogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich Herrn Sozialminister Rudi Hundstorfer und unserer Frauenministerin Gabi Heinisch-Hosek dafür danken, dass sie derartige Missstände, sofern sie öffentlich gemacht und bekannt werden, rigoros bekämpfen. Wir alle sind angehalten, sie dabei zu unterstützen. (Präsident Dr. Graf gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Ich werde das machen, denn es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinnen in den genannten Bereichen wie Leibeigene behandelt werden und um ihren gerechten Lohn betrogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Staatssekretär! Die hinter uns liegenden Tage sind wohl als einmalig zu bezeichnen, wobei man natürlich mit diesem Wort sorgsam umgehen muss. Aber die Einmaligkeit des Erkenntnisprozesses, dass sich ein auf die Verfassung angelobter Bundesminister partout weigert, die Bestimmungen der Verfassung einzuhalten, darf wohl betont werden. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist die konzentrierte Richtigkeit der Betrachtung des Vorgehens, die wir heute zu besprechen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist überhaupt so, dass beklagenswerterweise eine schwankende Beurteilung der Tätigkeit des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung zu verzeichnen ist. Man muss einmal traurig sein und möchte dann wiederum nahezu hysterisches Gelächter anstimmen. Die gerade Linie eines erkennbaren verlässlichen politischen Kurses sowohl des österreichischen Heeres als auch bei der Beachtung der Verfassungsbestimmungen lässt der Herr Bundesminister bedauerlicherweise vermissen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Prähauser: Das war keine Überraschung!
funden hat und das wohl auch Ursache dafür gewesen war, dass er in Ministersphären gehoben worden ist, weil selbst seine eigenen Genossen neugierig waren, wie er denn bei überraschendem Gewinn der Mehrheit dieses Eurofighter-Auflösungsprozedere gewinnen würde. (Abg. Prähauser: Das war keine Überraschung!) – Lieber Freund, du weißt genau, wie groß die Überraschung gewesen ist. Die Roten haben sich gar nicht erfangen können ob der Tatsache, dass sie tatsächlich die Nase vorne hatten. Aber das ist Zeitgeschichte.
Beifall bei der FPÖ.
Länge in geographischen Dimensionen 2 500 Kilometer ausmacht, aus Ländern also, die ein wehrgeographisch völlig anderes Territorium aufweisen. Schweden – es hat immer großes Augenmerk auf Luftwaffen und Marine gelegt; in Österreich ist davon selbstredend keine Spur – wird unpassenderweise als Beispiel herangezogen, aber ein Land, das als Beispiel auf der Hand läge, nämlich die Schweiz, wird geflissentlich ausgelassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Woher wissen Sie das?
Die Fragwürdigkeit dieses Denkprozesses, der in einer Gedankenlinie von Bürgermeister Häupl über die „Kronen Zeitung“ zum Minister führt, ist das Vorspiel dieses Dramas. Zur Tragödie wird die Sache, als Generalstabschef Mag. Entacher von seinem Recht als Staatsbürger Gebrauch macht, der freien Meinungsäußerung zuspricht und sich überdies getreu seinem Beamteneid, zum Wohl der Republik zu handeln, auf sein Fachwissen beruft, sich dazu zu berufen veranlasst sieht und darauf hinweist, dass diese Modell-Rechnungen des Ministers nie und nimmer möglich sind. Der Minister befiehlt daraufhin, die Erstrechnung so zu verändern, dass sie seinen politischen Aussagen entsprechend wird. (Ruf bei der SPÖ: Woher wissen Sie das?) Da das auch nicht funktioniert, kommt es zu einer Nacht- und Nebel-Aktion – kann man aber nicht sagen, denn es ist eine Nachmittagsaktion gewesen –, deren Vorgang an Beschämung nicht unterboten werden kann.
Abg. List: Keine Werbung!
Es hieß ferner, er habe sich mit dem Generalstabschef auseinandergesetzt und man kam zu dem Ergebnis, der Generalstabschef sei abzuberufen. Das ist evidentermaßen unwahr. Wahr ist vielmehr, dass eine halbe Stunde, bevor nicht der Minister selbst, wie er unwahr dem Parlament gegenüber behauptet hat, sondern ein von ihm beauftragter Sektionschef dem Generalstabschef die Abberufung verkündete, die „Kronen Zeitung“ (Abg. List: Keine Werbung!) bereits per Eilmeldung verkündet hat, der Generalstabschef werde abberufen. – Das ist wirklich nicht zu glauben und an Schande für das System der österreichischen Bundesregierung, die der Verfassung gegenüber verantwortlich ist, nicht zu überbieten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es hieß ferner, er habe sich mit dem Generalstabschef auseinandergesetzt und man kam zu dem Ergebnis, der Generalstabschef sei abzuberufen. Das ist evidentermaßen unwahr. Wahr ist vielmehr, dass eine halbe Stunde, bevor nicht der Minister selbst, wie er unwahr dem Parlament gegenüber behauptet hat, sondern ein von ihm beauftragter Sektionschef dem Generalstabschef die Abberufung verkündete, die „Kronen Zeitung“ (Abg. List: Keine Werbung!) bereits per Eilmeldung verkündet hat, der Generalstabschef werde abberufen. – Das ist wirklich nicht zu glauben und an Schande für das System der österreichischen Bundesregierung, die der Verfassung gegenüber verantwortlich ist, nicht zu überbieten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Wo ist General Entacher? Ist Entacher auch da?
Nun hat Generalstabschef Entacher entgegen der Erwartung, die offenkundig bezüglich seiner Person vorhanden war, Steherqualität bewiesen und sich entschlossen, sich nicht durch das Lüftchen, das ihm entgegengebracht worden ist, davonwehen zu lassen, sondern seine Rechte als Staatsbürger und Beamter wahrzunehmen. – Das Ergebnis dessen besprechen wir heute. (Abg. Grosz: Wo ist General Entacher? Ist Entacher auch da?)
Abg. Dr. Moser: Von!
Nicht nur, dass ein halbes Jahr und mehr vergangen ist, bis das Ministerium unter der Leitung des Herrn Bundesministers einen 200 Seiten langen Schrieb, der dann als Bescheid bezeichnet worden ist, verfasst hatte, der die mündliche Abberufungsweisung durch bescheidmäßige Verschriftlichung ergänzen sollte, strotzt dieses Dokument an Rechtswidrigkeit. (Abg. Dr. Moser: Von!) Die Berufungskommission unter dem Vorsitz einer Berufsrichterin und unter dem Beisitz eines Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreters kam zu dem Erkenntnis, dass dieser Bescheid ersatzlos aufzuheben ist. Das ist in den von mir eingangs schon erwähnten Zeitungsberichten eindeutig kommentiert.
Abg. List: Das Primat!
Statt dass der Minister, sagen wir, einsichtig – ich will nicht sagen, reumütig, das wäre zu viel, aber mannhaft einsichtig – sagt: Ich habe einen Fehler gemacht, ich entschuldige mich bei Entacher, und ich entschuldige mich beim Staat!, kommt er zu einem zweiten Erklärungsmodell: Ja, es war schon alles richtig, was ich gemacht habe, es gilt nämlich der Primat der Politik! (Abg. List: Das Primat!) – Bitte, es gibt unterschiedliche Auffassungen, ob „das Primat“ oder „der Primat“, entscheiden wir uns für „der Primat“.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.
Der Gipfelpunkt der ganzen Sache war, verfassungswidriges Verlangen gegenüber Entacher mit seiner Abberufung zu versehen und andere Offiziere, die getreu der Verfassung in ihrer Haltung wären, ebenso mit dem Hinauswurf zu bedrohen. Das ist der Skandal! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.) Entacher hat im Rahmen und auf Grund der Verfassung gehandelt und seine Stimme erhoben.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.
Wir haben in der Verfassung in Artikel 9a den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht. Daher sind auch die darauf beruhenden einfach gesetzlichen Vorschriften entsprechend der Bundesverfassung wahrzunehmen und in Vollziehung zu bringen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.) Jemanden, der sich in Ausübung seiner Vollzugstätigkeit auf die Verfassungslage beruft, hinauszuschmeißen, das ist ein Verfassungsskandal. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: nicht der Einzige!) – Möglicherweise, lieber Herr Kollege, gibt es andere, die neben der Verfassung ihren Trampelpfad suchen, deswegen wird die Tat von Verteidigungsminister Darabos nicht besser.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: nicht der Einzige!
Wir haben in der Verfassung in Artikel 9a den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht. Daher sind auch die darauf beruhenden einfach gesetzlichen Vorschriften entsprechend der Bundesverfassung wahrzunehmen und in Vollziehung zu bringen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.) Jemanden, der sich in Ausübung seiner Vollzugstätigkeit auf die Verfassungslage beruft, hinauszuschmeißen, das ist ein Verfassungsskandal. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: nicht der Einzige!) – Möglicherweise, lieber Herr Kollege, gibt es andere, die neben der Verfassung ihren Trampelpfad suchen, deswegen wird die Tat von Verteidigungsminister Darabos nicht besser.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Daher ist jede Vollzugshandlung, jede Weisung, die Sie aufgrund einer nicht bestehenden Verfassungslage geben, per se rechtswidrig. Ich ersuche Sie daher, Rechtswidrigkeiten künftig zu unterlassen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Klikovits. – Abg. Mag. Donnerbauer: Das war ein anwaltlicher Rat des Kollegen Fichtenbauer!
rung, respektieren. Es lebe das österreichische Bundesheer! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Klikovits. – Abg. Mag. Donnerbauer: Das war ein anwaltlicher Rat des Kollegen Fichtenbauer!)
Abg. Grosz: Ist das jetzt die Abschiedsrede?
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! So wie Sie das heute dargestellt haben, Herr Kollege Fichtenbauer – als Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses haben wir ganz gut zusammengearbeitet –, gibt es auch mir die Möglichkeit, diesen Bogen weiter zu spannen, als ich es eigentlich vorgehabt habe. (Abg. Grosz: Ist das jetzt die Abschiedsrede?) Sie habe sozusagen insgesamt die Frage des österreichischen Bundesheeres hier aufgeworfen, und ich möchte Ihnen am Beginn ganz offen eines sagen: Uns im österreichischen Bundesheer wurden im Jahr 2011 sehr große sicherheitspolitische Herausforderungen zur Bewältigung vorgelegt, und diese Aufgaben wurden höchst professionell erfüllt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! So wie Sie das heute dargestellt haben, Herr Kollege Fichtenbauer – als Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses haben wir ganz gut zusammengearbeitet –, gibt es auch mir die Möglichkeit, diesen Bogen weiter zu spannen, als ich es eigentlich vorgehabt habe. (Abg. Grosz: Ist das jetzt die Abschiedsrede?) Sie habe sozusagen insgesamt die Frage des österreichischen Bundesheeres hier aufgeworfen, und ich möchte Ihnen am Beginn ganz offen eines sagen: Uns im österreichischen Bundesheer wurden im Jahr 2011 sehr große sicherheitspolitische Herausforderungen zur Bewältigung vorgelegt, und diese Aufgaben wurden höchst professionell erfüllt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist das österreichische Bundesheer, hinter dem die österreichische Bundesregierung steht, hinter dem die Republik Österreich steht und hinter dem ich als Verteidigungsminister stehe! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Doppler: Reden Sie zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir haben (Abg. Doppler: Reden Sie zur Sache! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Sie haben einen Misstrauensantrag gestellt, also insofern darf ich, glaube ich, diese Wortmeldung benutzen, um mich gegen dieses Misstrauen auch mit Fakten zu wehren und Ihnen diese Fakten hier heute auch zu präsentieren.
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben im letzten Jahr 41 000 Arbeitsstunden im Katastrophenschutz absolviert, und ich hoffe, dass wir uns zumindest da einig sind, dass das ganz, ganz wichtige Stunden für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und wir haben Assistenzeinsätze absolviert, beispielsweise auch an der Ostgrenze Österreichs, die jetzt zu Ende gehen, die aber über 20 Jahre dafür gesorgt haben, dass das österreichische Bundesheer für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung da war. – Das ist das Bundesheer, für das die Bundesregierung steht und für das ich als Verteidigungsminister stehe! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Danke!
Die Aufzählung dieser Leistungen könnte noch weitergehen. Ich werde Ihnen das heute ersparen (Ruf: Danke!), aber es macht mich stolz – es erfüllt mich mit Stolz! –, dass das Bundesheer seinen Aufgaben zu 100 Prozent nachkommt – ich sage das im österreichischen Parlament ganz bewusst –, zu 100 Prozent in der Vergangenheit nachgekommen ist und zu 100 Prozent in der Zukunft nachkommen wird.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Es gibt – das möchte ich auch ganz bewusst sagen, weil Sie sozusagen betreffend unsere Reformfreudigkeit offensichtlich Zweifel hegen oder auch andere Gründe haben für diesen Antrag heute – aus meiner Sicht kein Ministerium, das derartig reformfreudig vorgegangen ist. Ich weiß, dass das die Opposition nicht gerne hört und dass sehr viele Maßnahmen sozusagen ein Auf-die-Zehen-Steigen für gewisse Vertreter auch ihrer Parteien bedeutet, aber es entspricht den Fakten: Es gibt kein Ministerium, in dem so viele Reformen bisher angedacht und umgesetzt worden sind wie im Verteidigungsministerium. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wir haben die Zentralstelle von 1 200 Personen auf 900 reduziert. – Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, gehören doch einer Partei an, die immer wieder diesen Reformstau beklagt. Wo ist denn dann die Unterstützung, wenn man diese Reform auch wirklich in die Tat umsetzt? (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Ich habe von Ihnen nichts gehört: von Ihren Vertretern im Ressort nicht und auch von Ihnen hier im Parlament nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben die Zentralstelle von 1 200 Personen auf 900 reduziert. – Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, gehören doch einer Partei an, die immer wieder diesen Reformstau beklagt. Wo ist denn dann die Unterstützung, wenn man diese Reform auch wirklich in die Tat umsetzt? (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Ich habe von Ihnen nichts gehört: von Ihren Vertretern im Ressort nicht und auch von Ihnen hier im Parlament nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Zählt da der General auch dazu?
Reduzierung von 1 200 auf 900 Beamte gekoppelt mit sozial verträglichen Maßnahmen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Zählt da der General auch dazu?) – ich bin kein unsozialer Mensch. Es geht darum, sozusagen fit zu machen für die Zukunftsaufgaben, und das machen wir. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Reduzierung von 1 200 auf 900 Beamte gekoppelt mit sozial verträglichen Maßnahmen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Zählt da der General auch dazu?) – ich bin kein unsozialer Mensch. Es geht darum, sozusagen fit zu machen für die Zukunftsaufgaben, und das machen wir. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Und wir haben eines erreicht – und das ist ganz, ganz wichtig; und ich möchte heute auch über Reformen reden; ich würde mir wünschen, dass das ganze Parlament zu diesem Reformprozess steht (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer) –, und zwar haben wir gemeinsam mit der Frau Finanzminister, die hier heute auch auf der Regierungsbank sitzt, geschafft, dafür zu sorgen, dass 400 Beamtinnen und Beamte des Ver-
Beifall bei der SPÖ.
teidigungsressorts in das Finanzressort übergeführt werden können, um dort Aufgaben nachzugehen, die wichtig sind für Österreich, wie etwa die Bekämpfung der Korruption, die Bekämpfung der Schwarzarbeit oder die Bekämpfung des Glücksspiels, wenn es illegal ist. – Ich finde, das ist ein Prozess, den man doch auch anerkennen sollte. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist Reform, wie man sich das im österreichischen Verwaltungssystem vorstellen sollte!
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Ich habe der Frau Innenminister 200 Beamte angeboten, die über Stand sind, um auch dafür zu sorgen, dass die Polizistinnen und Polizisten auf die Straße gehen können und wir im Verwaltungsbereich etwas weiterbringen können. Auch das ist doch keine ideologische Frage des Verteidigungsministers Darabos, das ist eine Frage, die die gesamte Republik betrifft! Und jeder von uns in diesem Hause sollte doch der Meinung sein, dass mehr Polizistinnen und Polizisten auf der Straße gut sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Und wenn ich mit der Kollegin Mikl-Leitner mit einer Verwaltungsmaßnahme, innovativ gesetzt, dafür sorgen kann, dann sollte von Ihnen – ich erwarte keinen Applaus, aber zumindest ein Nicken – ein anerkennendes Nicken kommen, denn das ist eine Verwaltungsreform, die wir in anderen Ressorts auch andenken könnten, und es ist eine gute Reform. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Und wie ist das mit dem Mobbing bei Entacher?) – Herr Kollege Strache, ich komme auf diese Frage noch zu sprechen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Und wie ist das mit dem Mobbing bei Entacher?
Ich habe der Frau Innenminister 200 Beamte angeboten, die über Stand sind, um auch dafür zu sorgen, dass die Polizistinnen und Polizisten auf die Straße gehen können und wir im Verwaltungsbereich etwas weiterbringen können. Auch das ist doch keine ideologische Frage des Verteidigungsministers Darabos, das ist eine Frage, die die gesamte Republik betrifft! Und jeder von uns in diesem Hause sollte doch der Meinung sein, dass mehr Polizistinnen und Polizisten auf der Straße gut sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Und wenn ich mit der Kollegin Mikl-Leitner mit einer Verwaltungsmaßnahme, innovativ gesetzt, dafür sorgen kann, dann sollte von Ihnen – ich erwarte keinen Applaus, aber zumindest ein Nicken – ein anerkennendes Nicken kommen, denn das ist eine Verwaltungsreform, die wir in anderen Ressorts auch andenken könnten, und es ist eine gute Reform. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Und wie ist das mit dem Mobbing bei Entacher?) – Herr Kollege Strache, ich komme auf diese Frage noch zu sprechen.
Ruf bei der ÖVP: ihr selber!
Ich möchte diese Gelegenheit heute auch dazu nutzen, Ihnen ganz klar zu sagen: Ich lasse mir aus parteipolitischen Gründen das österreichische Bundesheer nicht schlechtreden. (Ruf bei der ÖVP: ihr selber!) Die Leistungen werden vom österreichischen Bundesheer geschaffen, und wir schaffen die finanziellen Voraussetzungen, um in Infrastruktur und Beschaffungen zu investieren. Insofern ist das Schlechtreden auch ein Akt, den man hintanhalten sollte, wenn er hier aus parteipolitischen Gründen sozusagen vorgetragen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Klikovits: Das machen ja nicht wir, Herr Minister!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Klikovits: Das machen ja nicht wir, Herr Minister!
Ich möchte diese Gelegenheit heute auch dazu nutzen, Ihnen ganz klar zu sagen: Ich lasse mir aus parteipolitischen Gründen das österreichische Bundesheer nicht schlechtreden. (Ruf bei der ÖVP: ihr selber!) Die Leistungen werden vom österreichischen Bundesheer geschaffen, und wir schaffen die finanziellen Voraussetzungen, um in Infrastruktur und Beschaffungen zu investieren. Insofern ist das Schlechtreden auch ein Akt, den man hintanhalten sollte, wenn er hier aus parteipolitischen Gründen sozusagen vorgetragen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Klikovits: Das machen ja nicht wir, Herr Minister!)
Abg. Neubauer: Nein, Sie sollen die Fragen beantworten! – Ruf: Zur Sache!
Und ich darf heute auch die Frage stellen, denn es ist ja offensichtlich eine Frage ... (Abg. Neubauer: Nein, Sie sollen die Fragen beantworten! – Ruf: Zur Sache!) – Ja, ich beantworte Ihre Fragen, Sie brauchen keine Angst zu haben.
Abg. Strache: Zivildiener, die wir brauchen!
Bei den Grundwehrdienern sind fast 60 Prozent von den 24 000 in systemerhaltenden Funktionen zu finden: Fahrer, Köche, Kellner, Schreiber. (Abg. Strache: Zivildiener, die wir brauchen!) – Ich frage mich wirklich, ob das sozusagen Ihr Zukunftskonzept für das österreichische Bundesheer ist. Meines ist es nicht, sage ich ganz offen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei den Grundwehrdienern sind fast 60 Prozent von den 24 000 in systemerhaltenden Funktionen zu finden: Fahrer, Köche, Kellner, Schreiber. (Abg. Strache: Zivildiener, die wir brauchen!) – Ich frage mich wirklich, ob das sozusagen Ihr Zukunftskonzept für das österreichische Bundesheer ist. Meines ist es nicht, sage ich ganz offen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Das sieht die Miliz völlig anders!
Ich glaube daher, dass es höchst an der Zeit ist, Pilotprojekte durchzuführen – und ich werde das bei der Fragebeantwortung noch einmal ansprechen –, die auch darauf abzielen, ein neues österreichisches Bundesheer zu schaffen. Ich sehe auch keinen Grund, hier emotional zu reagieren. Es geht um die Aufstellung von Musterverbänden mit Berufs- und Zeitsoldaten. Es geht um die Stärkung und Aufwertung der Miliz. (Abg. Strache: Das sieht die Miliz völlig anders!) Das sollte auch in Ihrem Sinne sein und auch im Sinne der Miliz. Es geht um die Reduktion von Systemerhaltern, und ich hoffe, da sind wir uns auch einig, dass das ein Zukunftsprojekt für das österreichische Bundesheer ist. (Abg. Ing. Höbart: Die Offiziersgesellschaft sieht das anders!)
Abg. Ing. Höbart: Die Offiziersgesellschaft sieht das anders!
Ich glaube daher, dass es höchst an der Zeit ist, Pilotprojekte durchzuführen – und ich werde das bei der Fragebeantwortung noch einmal ansprechen –, die auch darauf abzielen, ein neues österreichisches Bundesheer zu schaffen. Ich sehe auch keinen Grund, hier emotional zu reagieren. Es geht um die Aufstellung von Musterverbänden mit Berufs- und Zeitsoldaten. Es geht um die Stärkung und Aufwertung der Miliz. (Abg. Strache: Das sieht die Miliz völlig anders!) Das sollte auch in Ihrem Sinne sein und auch im Sinne der Miliz. Es geht um die Reduktion von Systemerhaltern, und ich hoffe, da sind wir uns auch einig, dass das ein Zukunftsprojekt für das österreichische Bundesheer ist. (Abg. Ing. Höbart: Die Offiziersgesellschaft sieht das anders!)
Abg. Ing. Höbart: Sie sind auf dem Holzweg!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es werden zu Recht Reformen eingefordert. Ich versuche, diese Reformen auch durchzuführen. Es ist nicht immer angenehm – ich muss das aushalten, das ist keine Frage, aber ich stehe dazu. (Abg. Ing. Höbart: Sie sind auf dem Holzweg!) Und wir haben auch schon beim Tschad-Einsatz, um zum Abschluss dieses allgemeinen Teiles noch ein Symbol zu nennen, gesehen – wo auch sehr viele von Ihnen dagegen waren –, dass wir da auf dem richtigen Weg sind, nämlich, dass wir mit Profis und mit Milizsoldaten den Aufgaben des österreichischen Bundesheeres nachkommen können. Und ich lasse mich von diesem Weg auch nicht abbringen.
Abg. Grosz: Häupl, Dichand, Rudas!
Zur Frage 3, ob irgendwelche ressortfremden Personen in diese Entscheidung involviert gewesen sind, sage ich ein klares Nein. (Abg. Grosz: Häupl, Dichand, Rudas!)
Ruf: Ein Jahr!
Im Laufe des Verfahrens wurden mehrere Anträge auf Verlängerung der Frist zur Stellungnahme eingebracht, und diesen wurde auch stattgegeben. Somit wurden der Verfahrensverlauf und die Dauer des Verfahrens maßgeblich auch von den Einwendungen des Rechtsvertreters von General Entacher beeinflusst. Das Ermittlungsverfahren dauerte daher bis Mitte August 2011. (Ruf: Ein Jahr!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath
Ich habe mit dem General am 8. November um 7.30 Uhr ein persönliches Gespräch geführt (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath) und auch die weitere Vorgangsweise sowohl im Ressort als auch außerhalb des Ressorts besprochen.
Ironische Heiterkeit des Abg. Grosz.
Es wird nicht der Generalstab umstrukturiert, sondern die gesamte Zentralstelle. Es ist das Ziel, Doppelgleisigkeiten zu beseitigen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Grosz.) – Weil Sie gelacht haben: Es wird keine „Lex Entacher“ geben. (Abg. Grosz: Jetzt legt er Sektionen zusammen, damit er neu ausschreiben kann!) Es geht um schnellere Abläufe, es geht um die Verschlankung der Strukturen, und es wird nach dem Bundeshaushaltsgesetz, das in diesem Haus beschlossen wurde (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Silhavy und Grosz), Herr Abgeordneter, die vorgesehene Wirkungskontrolle in der Zentralstelle auch abgebildet werden, in Zusammenarbeit der Sektion 1 und des Generalstabs.
Abg. Grosz: Jetzt legt er Sektionen zusammen, damit er neu ausschreiben kann!
Es wird nicht der Generalstab umstrukturiert, sondern die gesamte Zentralstelle. Es ist das Ziel, Doppelgleisigkeiten zu beseitigen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Grosz.) – Weil Sie gelacht haben: Es wird keine „Lex Entacher“ geben. (Abg. Grosz: Jetzt legt er Sektionen zusammen, damit er neu ausschreiben kann!) Es geht um schnellere Abläufe, es geht um die Verschlankung der Strukturen, und es wird nach dem Bundeshaushaltsgesetz, das in diesem Haus beschlossen wurde (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Silhavy und Grosz), Herr Abgeordneter, die vorgesehene Wirkungskontrolle in der Zentralstelle auch abgebildet werden, in Zusammenarbeit der Sektion 1 und des Generalstabs.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Silhavy und Grosz
Es wird nicht der Generalstab umstrukturiert, sondern die gesamte Zentralstelle. Es ist das Ziel, Doppelgleisigkeiten zu beseitigen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Grosz.) – Weil Sie gelacht haben: Es wird keine „Lex Entacher“ geben. (Abg. Grosz: Jetzt legt er Sektionen zusammen, damit er neu ausschreiben kann!) Es geht um schnellere Abläufe, es geht um die Verschlankung der Strukturen, und es wird nach dem Bundeshaushaltsgesetz, das in diesem Haus beschlossen wurde (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Silhavy und Grosz), Herr Abgeordneter, die vorgesehene Wirkungskontrolle in der Zentralstelle auch abgebildet werden, in Zusammenarbeit der Sektion 1 und des Generalstabs.
Abg. Strache: Möglich, aber nicht rechtsgültig zurzeit!
„die Gliederung des Bundesheeres 2010 so zu gestalten, dass spätere Entwicklungen, etwa auch die Aussetzung der Wehrpflicht und die Umstellung auf ein Freiwilligenheer, möglich sind.“ – (Abg. Strache: Möglich, aber nicht rechtsgültig zurzeit!) – Möglich sind, deswegen mache ich auch die Pilotprojekte.
Abg. Ing. Höbart: Sicher!
Verbände – das möchte ich heute auch ausdrücklich betonen – großes Interesse bekunden, an diesen Pilotprojekten teilzunehmen. (Abg. Ing. Höbart: Sicher!)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Die entfällt. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Herr Bundesminister, die Frage kann nie entfallen, nur die Antwort! – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.
Diese betreffen keinen Gegenstand der Vollziehung, obwohl ich Ihnen (Abg. Grosz: Herr Bundesminister, die Frage kann nie entfallen, nur die Antwort! – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) – Die Frage entfällt aufgrund der Beantwortung der vorherigen. Sie haben das ja vor sich liegen. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ.) – Die Beantwortung der Frage entfällt, okay.
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Diese betreffen keinen Gegenstand der Vollziehung, obwohl ich Ihnen (Abg. Grosz: Herr Bundesminister, die Frage kann nie entfallen, nur die Antwort! – Zwischenrufe des Abg. Ing. Westenthaler.) – Die Frage entfällt aufgrund der Beantwortung der vorherigen. Sie haben das ja vor sich liegen. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, FPÖ und BZÖ.) – Die Beantwortung der Frage entfällt, okay.
Abg. Ing. Höbart: Der Herr Bundespräsident ist anderer Meinung als Sie!
Die Fragen 23 bis 25 sind kein Gegenstand der Vollziehung, aber ich sage Ihnen ganz offen: Ich habe eine gute Gesprächsbasis mit dem Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres, aber Sie können Ihn natürlich gerne auch selbst befragen, wie er Leistungen meinerseits beurteilt. (Abg. Ing. Höbart: Der Herr Bundespräsident ist anderer Meinung als Sie!) Aber grundsätzlich ist es keine Frage der Vollziehung, und damit entfällt diese Antwort.
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Ich danke für die Aufmerksamkeit, ich werde mich auf dem Reformweg jedenfalls nicht beirren lassen. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!
Abgeordneter Mario Kunasek (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Ich glaube, jetzt muss man wirklich einmal die Möglichkeit nutzen, hier mit der einen oder anderen Unwahrheit aufzuräumen. Sehr geehrter Herr Bundesminister, ich habe mir eine Rede vorbereitet, aber ich habe aufgrund Ihres allgemeinen Teiles und aufgrund Ihrer Anfragebeantwortung diese Rede umschreiben müssen, denn, Herr Bundesminister, wer einmal die Unwahrheit sagt, dem glaubt man nicht mehr. Das gilt auch hier im Hohen Haus. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
sondern die Bediensteten, die Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres – trotz Ihrer Chaos- und Verunsicherungspolitik der letzten Jahre. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Hier, von diesem Rednerpult aus, muss man auch einmal den Bediensteten, die trotz dieser Verunsicherungspolitik jeden Tag motiviert und mit einem großen Leistungswillen ihren Dienst versehen, danke sagen. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
sondern die Bediensteten, die Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres – trotz Ihrer Chaos- und Verunsicherungspolitik der letzten Jahre. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Hier, von diesem Rednerpult aus, muss man auch einmal den Bediensteten, die trotz dieser Verunsicherungspolitik jeden Tag motiviert und mit einem großen Leistungswillen ihren Dienst versehen, danke sagen. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – He-Ruf bei der SPÖ.
Nächste Unwahrheit, Herr Bundesminister: Sie schreiben selbst im Begleitheft zum Budget 2012, dass mit den vorhandenen Budgetmitteln der eingeschränkte Betrieb des Bundesheeres sichergestellt ist. Jetzt hier so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre, ist gegenüber dem Bundesheer, der gesamten Bevölkerung Österreichs einfach unwahr und eine Sauerei. – Entschuldigen Sie diesen Ausdruck. (Beifall bei der FPÖ. – He-Ruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: 1 400 Wahlberechtigte! Eigenartig!
Nächste Unwahrheit, Herr Bundesminister: Sie behaupten, aufgrund Ihrer großartigen Reformen der letzten Jahre ein Vorbild für die gesamte Bundesregierung zu sein. Jetzt frage ich Sie, warum wir bei der Personalvertretungswahl im Jahr 2009 im Dienststellenausschuss des BMLVS 1400 Wahlberechtigte gehabt haben und nicht, so wie Sie es behaupten, gerade rund 900. Das ist die nächste Unwahrheit, Herr Bundesminister, auch damit gehört einmal aufgeräumt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: 1 400 Wahlberechtigte! Eigenartig!)
Beifall bei der FPÖ.
Der Unterschied, Herr Bundesminister, zwischen unserer Auffassung von Reform und Ihrer Auffassung von Reform ist folgender: Ja, es ist richtig, wir haben 3 500 Bedienstete im österreichischen Bundesheer, die über Stand geführt sind. Das bedeutet, dass diese in Wahrheit keine Aufgabe haben. – Aber: Wenn Sie heute den Wechsel zum Finanzministerium, in das Finanzressort als großen Wurf feiern, dann sage ich Ihnen als Personalvertreter und als Stabswachtmeister des Bundesheeres: Der Altersschnitt dieser Menschen ist 40,7 Jahre. Das sind hochqualifizierte Unteroffiziere und Offiziere, die in Ihrem Bundesheer, Herr Bundesminister, keine Zukunft mehr sehen und deshalb leider aus unserem Ressort abwandern. Es sei Ihnen auch einmal ins Stammbuch geschrieben: Niemand geht freiwillig von seinem Beruf weg, in ein anderes Ministerium. Das sind Ihre Rahmenbedingungen der letzten Jahre. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Ich werde Ihnen hier auch einige Ihrer Aussagen vorlesen. Zum Thema Budgeterhöhung: Sie haben am 11. Februar 2010 gesagt: Ja, ich werde mehr Budget verlangen müssen. – Faktum ist, Herr Bundesminister, im Jahr 2011 stehen um rund 64 Millionen € weniger für das Bundesheer zur Verfügung. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Faktum ist auch, Herr Bundesminister, dass Sie auch hier in diesem Haus gesagt haben, dass mit dem vorhandenen Budget die Reform, wie sie von der Bundesheer-Reformkommission vorgeschlagen worden ist, nicht umsetzbar ist. Also: Heute hier zu sagen, es ist alles auf Schiene, ist ganz einfach nicht richtig, es ist unwahr. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Grosz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, heute wissen wir, das so lange herum gerechnet worden ist, auch mit ganz bewusst falsch gewählten Zahlen, bis man auf diese berühmten 2,18 Milliarden € Budget gekommen ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Grosz.) Faktum ist, dass man rund 0,5 Milliarden € ganz einfach vergessen hat, um dieses Modell 3, das vom Herrn Bundesminister präferiert wird, zu bevorzugen. (Abg. Grosz: du auch noch versetzt wirst, nach Sibirien! – Ruf bei der FPÖ: Unredlich!)
Abg. Grosz: du auch noch versetzt wirst, nach Sibirien! – Ruf bei der FPÖ: Unredlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, heute wissen wir, das so lange herum gerechnet worden ist, auch mit ganz bewusst falsch gewählten Zahlen, bis man auf diese berühmten 2,18 Milliarden € Budget gekommen ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Grosz.) Faktum ist, dass man rund 0,5 Milliarden € ganz einfach vergessen hat, um dieses Modell 3, das vom Herrn Bundesminister präferiert wird, zu bevorzugen. (Abg. Grosz: du auch noch versetzt wirst, nach Sibirien! – Ruf bei der FPÖ: Unredlich!)
Zwischenruf bei der FPÖ
Mir ist vollkommen klar, dass Sie bei der Anfragebeantwortung die Frage 11 nicht beantwortet haben, nämlich die Frage, ob Ihre Nationalratsrede aus dem Jahr 2010 – wo Sie gefragt worden sind, wie das Verhältnis zum Generalstabschef Entacher aussieht, und Sie behauptet haben, es passe kein Blatt Papier zwischen Sie und den Generalstabschef und er sei der beste Mann des Bundesheeres (Zwischenruf bei der FPÖ) – auch Teil der Beurteilung der Berufungskommission gewesen ist. – Ja natürlich war das auch Teil der Beurteilung der Berufungskommission, es war sogar eine der Hauptbegründungen, warum dieser Bescheid in Wahrheit nicht in dieser Form durchgegangen ist.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, wenn man schon hier vor dem Hohen Haus Fragen beantwortet, dann bitte ich, auch unangenehme, vielleicht etwas peinliche Fragen zu beantworten, dafür sind wir beziehungsweise auch die parlamentarischen Kontrollmechanismen da. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Petzner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe das schon öfter hier von diesem Rednerpult aus gesagt: Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, es ist wirklich an der Zeit, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Ich sage es auch immer wieder ganz bewusst an diese Seite, auch an die ÖVP. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Petzner.) Ir-
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Vielleicht gibt es ein paar Sideliner!
Ich fordere Sie auf, bekennen Sie endlich Farbe und seien Sie endlich diese Sicherheitspartei, die Sie immer vorgeben zu sein! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Vielleicht gibt es ein paar Sideliner!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schweinerei!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kunasek, durch die Entschuldigung für das Wort „Sauerei“ (Abg. Ing. Westenthaler: Schweinerei!) kann ich davon ausgehen, dass Sie dieses Wort zurückgenommen haben? (Abg. Kunasek: Nein!)
Abg. Kunasek: Nein!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kunasek, durch die Entschuldigung für das Wort „Sauerei“ (Abg. Ing. Westenthaler: Schweinerei!) kann ich davon ausgehen, dass Sie dieses Wort zurückgenommen haben? (Abg. Kunasek: Nein!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Rufe bei FPÖ und BZÖ: 1 000 €! – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Kunasek –: Pass auf, dass du nicht versetzt wirst!
Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Rufe bei FPÖ und BZÖ: 1 000 €! – Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Kunasek –: Pass auf, dass du nicht versetzt wirst!)
Abg. Ing. Westenthaler: ein paar Anträge für die Frau Präsidentin einbringen! – Unruhe im Saal.
Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Ing. Westenthaler: ein paar Anträge für die Frau Präsidentin einbringen! – Unruhe im Saal.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Weit haben wir es gebracht, wenn man für das Wort „Sauerei“ noch Beifall in diesem Haus findet! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Meine Damen und Herren, das weise ich auf das Entschiedenste zurück! (Abg. Grosz: Einsperren! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Herr Kollege Grosz, wenn Sie den Mund aufmachen, denke ich mit Wehmut an den Kollegen Faul, mehr sage ich nicht. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Einsperren! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Weit haben wir es gebracht, wenn man für das Wort „Sauerei“ noch Beifall in diesem Haus findet! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Meine Damen und Herren, das weise ich auf das Entschiedenste zurück! (Abg. Grosz: Einsperren! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Herr Kollege Grosz, wenn Sie den Mund aufmachen, denke ich mit Wehmut an den Kollegen Faul, mehr sage ich nicht. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Weit haben wir es gebracht, wenn man für das Wort „Sauerei“ noch Beifall in diesem Haus findet! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Meine Damen und Herren, das weise ich auf das Entschiedenste zurück! (Abg. Grosz: Einsperren! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Herr Kollege Grosz, wenn Sie den Mund aufmachen, denke ich mit Wehmut an den Kollegen Faul, mehr sage ich nicht. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Also gegen die Verfassung hat keiner gehandelt!
Meine Damen und Herren, was wir heute einem Minister vorwerfen, hätten wir eigentlich jedem Minister in der Riege der letzten acht Minister vorwerfen müssen (Abg. Strache: Also gegen die Verfassung hat keiner gehandelt!), zum Beispiel zu wenig Geld verlangt zu haben, zu wenig Geld bekommen zu haben. Jeder von uns weiß, wie ein Ministerium zu einem Budget kommt. Die Gesamtmöglichkeiten des Staates sind die Grundlage, die Anforderungen sind die Grundlage.
Zwischenruf des Abg. Petzner.
In Zeiten, wo die Bildung, wo die Gesundheit, wo die Pensionen, wo die Wirtschaft große Probleme haben, wird man dort sparen müssen, wo morgen nicht die große Bedrohung vor der Haustüre wartet. Aber natürlich darf nicht übersehen werden, die Pflichten, den Schutz der Bevölkerung, Katastrophenschutz, Auslandseinsätze zu bewerkstelligen. Und das ist in der Verantwortung des Ministers, und in seiner Verantwortung liegt es auch, zu beurteilen, wie diese Aufgabe am besten zu lösen ist. Unsere Auf- gabe kann sein, zu kontrollieren und Ratschläge mit einzubringen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Strache: Sie haben doch parteiintern den Herrn Bundesminister auch kritisiert!
Ratschläge von Ihnen nehmen wir immer gerne auf, Herr Kollege, aber nicht in Sachen Bundesheer. (Abg. Strache: Sie haben doch parteiintern den Herrn Bundesminister auch kritisiert!) – Herr Kollege, wenn ich etwas zu kritisieren habe, sage ich das auch, verstecke mich nicht und schreie das nicht hinaus, sondern versuche, sachlich zu argumentieren. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Petzner: Haben Sie den Mut, das auch zu sagen!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Petzner: Haben Sie den Mut, das auch zu sagen!
Ratschläge von Ihnen nehmen wir immer gerne auf, Herr Kollege, aber nicht in Sachen Bundesheer. (Abg. Strache: Sie haben doch parteiintern den Herrn Bundesminister auch kritisiert!) – Herr Kollege, wenn ich etwas zu kritisieren habe, sage ich das auch, verstecke mich nicht und schreie das nicht hinaus, sondern versuche, sachlich zu argumentieren. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Petzner: Haben Sie den Mut, das auch zu sagen!)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt natürlich Meinungsunterschiede, das ist auch keine Frage. Dass bei 183 Abgeordneten alle einer Meinung sind, das möchte ich gar nicht erleben. Das wäre keine Demokratie, und daher ist es gut, wenn es kritische Stimmen gibt, die vielleicht auch dafür sorgen, Fehler zu vermeiden. Aber ausschließlich für sich zu behaupten, recht zu haben, ich glaube, das steht keinem von uns hier in diesem Hause zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Foto von den Eurofightern! ist ein Fan von Eurofightern! – Abg. Mag. Stadler: Lenken Sie nicht ab!
Ich habe mir die Mühe gemacht, einmal die Betriebskosten dieser Eurofighter durchzurechnen – ich war auch im Eurofighter-Ausschuss dabei, habe also die Versprechen der damaligen Minister immer wieder gehört. (Ruf bei der FPÖ: Foto von den Eurofightern! ist ein Fan von Eurofightern! – Abg. Mag. Stadler: Lenken Sie nicht ab!) Ich gehe einmal von den drei Fliegern aus. Jeder weiß, drei Flieger, einer um rund 100 Millionen €, das sind 300 Millionen € weniger. Wir haben damals gehört, mehr als 45 000 € würde die Stunde nicht kosten, was die Betriebskosten betrifft. Wir wissen, damals sind schon von den Kritikern, auch von uns, 75 000 € im Raum gestanden – das ist heute relevant, das wissen wir. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Für ein Foto!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Für ein Foto!
Ich habe mir die Mühe gemacht, einmal die Betriebskosten dieser Eurofighter durchzurechnen – ich war auch im Eurofighter-Ausschuss dabei, habe also die Versprechen der damaligen Minister immer wieder gehört. (Ruf bei der FPÖ: Foto von den Eurofightern! ist ein Fan von Eurofightern! – Abg. Mag. Stadler: Lenken Sie nicht ab!) Ich gehe einmal von den drei Fliegern aus. Jeder weiß, drei Flieger, einer um rund 100 Millionen €, das sind 300 Millionen € weniger. Wir haben damals gehört, mehr als 45 000 € würde die Stunde nicht kosten, was die Betriebskosten betrifft. Wir wissen, damals sind schon von den Kritikern, auch von uns, 75 000 € im Raum gestanden – das ist heute relevant, das wissen wir. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Für ein Foto!)
Abg. Mag. Stadler: Was hat das mit dem Entacher zu tun? Heißt eines dieser Flugzeuge Entacher? – Zwischenrufe des Abg. Petzner.
Ersparnis von 572 Millionen € gegenüber 600 Millionen €, die Sie uns vorgegaukelt haben beim Abschluss dieses Vertrages, was dieses Flugzeug uns kosten wird. Und heute den Minister dafür haftbar zu machen, kein Geld für notwendige Reformen zu haben, das ist zweischneidig, meine Damen und Herren. Das müsste man sich vorher überlegen. (Abg. Mag. Stadler: Was hat das mit dem Entacher zu tun? Heißt eines dieser Flugzeuge Entacher? – Zwischenrufe des Abg. Petzner.)
Ruf beim BZÖ: Das stimmt!
Und wenn ich mir das BZÖ und die Freiheitliche Partei anschaue, dann sehe ich, der Zugang zu dieser Diskussion ist ein unterschiedlicher. Bei der Freiheitlichen Partei orte ich ja vielleicht noch ehrliches Bemühen, etwas hineinzubringen. Beim BZÖ verstehe ich die Aufregung nicht. Sie waren von Anfang an dafür, die Flieger zu beschaffen. Sie waren von Anfang an für das Berufsheer. Sie waren von Anfang an dafür, letztendlich genau bis 2006, und ab diesem Zeitpunkt waren Sie dagegen (Ruf beim BZÖ: Das stimmt!), nur weil Herr Minister Darabos einen Weg beschreitet, der ein Ziel hat, nämlich das Bundesheer mit den Mitteln zu reformieren, die er zur Verfügung hat. Und die Mittel, die er zur Verfügung hat, beschließen wir, indem wir die Budgetmittel im Auftrag der Ministerien verteilen. (Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja nicht! – Abg. Petzner: Sie haben es nicht verstanden! Danke, setzen! – Abg. Strache: Das ist der Mobbing-Grund gegen Entacher?!)
Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja nicht! – Abg. Petzner: Sie haben es nicht verstanden! Danke, setzen! – Abg. Strache: Das ist der Mobbing-Grund gegen Entacher?!
Und wenn ich mir das BZÖ und die Freiheitliche Partei anschaue, dann sehe ich, der Zugang zu dieser Diskussion ist ein unterschiedlicher. Bei der Freiheitlichen Partei orte ich ja vielleicht noch ehrliches Bemühen, etwas hineinzubringen. Beim BZÖ verstehe ich die Aufregung nicht. Sie waren von Anfang an dafür, die Flieger zu beschaffen. Sie waren von Anfang an für das Berufsheer. Sie waren von Anfang an dafür, letztendlich genau bis 2006, und ab diesem Zeitpunkt waren Sie dagegen (Ruf beim BZÖ: Das stimmt!), nur weil Herr Minister Darabos einen Weg beschreitet, der ein Ziel hat, nämlich das Bundesheer mit den Mitteln zu reformieren, die er zur Verfügung hat. Und die Mittel, die er zur Verfügung hat, beschließen wir, indem wir die Budgetmittel im Auftrag der Ministerien verteilen. (Ruf bei der FPÖ: Das gibt’s ja nicht! – Abg. Petzner: Sie haben es nicht verstanden! Danke, setzen! – Abg. Strache: Das ist der Mobbing-Grund gegen Entacher?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Wehmut denke ich an den Herrn Faul zurück! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ sowie Gegenrufe der Abg. Silhavy.
Daher bitte ich, nachzudenken, welche Dinge bei uns Priorität haben. Die Leistungen des Heeres leiden nicht. Die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten im Ausland, im Inland sind hervorragend und Sie werden sie auch nicht schlechtreden können. Gott sei Dank sind die Leistungen nicht mit dem vergleichbar, was Ihre Partei sich bei den Finanzen in Kärnten geleistet hat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Wehmut denke ich an den Herrn Faul zurück! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ sowie Gegenrufe der Abg. Silhavy.)
Abg. Mag. Stadler: Misstrauen! – Abg. Petzner: Rücktrittsreif! Bleiben Sie dabei?
Herr Bundesminister, die Ankündigung einer Einführung eines Berufsheeres hat nicht nur Unverständnis bei uns als Koalitionspartner hervorgerufen, sondern vielfach natürlich auch bei anderen Parteien und vor allem auch bei Teilen des österreichischen Bundesheeres. Es hat große Verunsicherung beim Kader hervorgerufen, und es hat dazu geführt, dass die Rekruten für die Zukunft verunsichert wurden. (Abg. Mag. Stadler: Misstrauen! – Abg. Petzner: Rücktrittsreif! Bleiben Sie dabei?)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Misstrauensantrag!
Selbst der Herr Bundespräsident hat letztendlich gemeint, dass er an den verfassungsmäßigen Aufgabenstellungen, der Beibehaltung der Wehrpflicht durchaus festhält. Und Sie haben willkürlich, mit der Begründung des Vertrauensverlustes, Entacher abgesetzt. Ich sage, in Wirklichkeit war es kein Vertrauensverlust von Ihnen, sondern es war ein undemokratischer Eingriff in das Recht auf freie Meinungsäußerung. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Misstrauensantrag!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Deswegen Rücktritt!
Herr Bundesminister, es besteht kein Zweifel daran, dass das Primat der Politik vor allem beim Bundesheer gilt, wenn es um politische Entscheidungen geht. Aber das Primat der Politik hat nicht das Recht, sich über den Rechtsstaat hinwegzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grosz: Deswegen Rücktritt!)
Demonstrativer Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Strache: Nicht, dass er als Nächster aus der ÖVP ausgeschlossen wird! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schaufelt sich gerade sein eigenes Grab!
Ich habe vorher erwähnt, dass Sie die Abberufung Entachers eigentlich ohne Not herbeigeführt haben. Sie haben das Berufsheer eingeleitet, obwohl Sie selbst in Ihrer Anfragebeantwortung ... – Übrigens muss man auch einmal ansprechen, Herr Bundesminister, wie Sie Anfragen beantworten. Das ist schlichtweg eine Farce und eine Provokation für jeden Abgeordneten! (Demonstrativer Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner. – Abg. Strache: Nicht, dass er als Nächster aus der ÖVP ausgeschlossen wird! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schaufelt sich gerade sein eigenes Grab!)
Abg. Mag. Stadler: Ich glaube, dass Sie bald ... versetzt werden! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Herr Bundesminister! Sie haben das alles betreffend das österreichische Bundesheer, das Berufsheer, zweifelsfrei ohne unsere Zustimmung und ohne Absprache mit uns durchgeführt. (Abg. Mag. Stadler: Ich glaube, dass Sie bald ... versetzt werden! – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Herr Bundesminister, Sie haben das letztendlich zu verantworten; aber nicht nur Sie, sondern auch der Herr Bundeskanzler, der Sie in diese Funktion berufen hat. Ich persönlich habe in der Öffentlichkeit Kritik geübt und gesagt, Sie seien rücktrittsreif. Persönlich habe ich davon nichts zurückzunehmen, weil sich die Fakten nicht geändert haben.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Misstrauensantrag ja oder nein? – Abg. Neubauer: Bei so einer Haltung werdet ihr bald bei 15 Prozent liegen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist wahr! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Aber, Herr Bundesminister, wir als ÖVP werden natürlich diesem Rücktrittsersuchen der Opposition nicht nachkommen und daher auch diesen Antrag nicht unterstützen, weil wir in der Koalition nach wie vor daran glauben, dass wir vielleicht künftighin gemeinsam weitere Verbesserungen für das österreichische Bundesheer umsetzen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Misstrauensantrag ja oder nein? – Abg. Neubauer: Bei so einer Haltung werdet ihr bald bei 15 Prozent liegen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist wahr! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Grosz: Das macht dann der Kollege Cap!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Wehrsprecher der SPÖ, Kollege Prähauser, hat einiges sehr Wichtiges zur Dringlichen Anfrage bezüglich Eurofighter-Beschaffung gesagt. Nur steht das heute nicht zur Verhandlung. Zur Verhandlung steht eine Dringliche Anfrage zur Causa Entacher, und ich hätte es begrüßt, wenn es vonseiten der SPÖ irgendeine Stellungnahme dazu gegeben hätte. Meiner Meinung nach wäre dazu durchaus einiges zu sagen, und zwar nicht nur gegen den Verteidigungsminister, sondern auch in Bezug auf General Entacher. (Abg. Grosz: Das macht dann der Kollege Cap!)
Abg. Strache: Er ist ja SPÖ-Mitglied!
Jetzt ziehe ich einen Vergleich zum Innenministerium, ich werde das später noch einmal tun. Als die ÖVP das Innenministerium übernommen hat, ist unter Ernst Strasser einmal politisch gesäubert und umgefärbt worden. Als die SPÖ mit Herrn Mag. Darabos das Verteidigungsministerium übernommen hat, ist etwas ganz anderes geschehen. Herr Mag. Darabos hat sich trotz vieler Warnungen auch aus Kreisen der Bundesheer-Reformkommission Herrn General Entacher als Generalstabschef geholt, und zwar nicht aufgrund seiner fachlichen Qualifikation (Abg. Strache: Er ist ja SPÖ-Mitglied!), nicht aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Unterstützung der Bundesheer-Reformkommission (Abg. Strache: Aufgrund des Parteibuches!), sondern ausschließlich aufgrund seines Parteibuches.
Abg. Strache: Aufgrund des Parteibuches!
Jetzt ziehe ich einen Vergleich zum Innenministerium, ich werde das später noch einmal tun. Als die ÖVP das Innenministerium übernommen hat, ist unter Ernst Strasser einmal politisch gesäubert und umgefärbt worden. Als die SPÖ mit Herrn Mag. Darabos das Verteidigungsministerium übernommen hat, ist etwas ganz anderes geschehen. Herr Mag. Darabos hat sich trotz vieler Warnungen auch aus Kreisen der Bundesheer-Reformkommission Herrn General Entacher als Generalstabschef geholt, und zwar nicht aufgrund seiner fachlichen Qualifikation (Abg. Strache: Er ist ja SPÖ-Mitglied!), nicht aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Unterstützung der Bundesheer-Reformkommission (Abg. Strache: Aufgrund des Parteibuches!), sondern ausschließlich aufgrund seines Parteibuches.
Abg. Grosz: Und die SPÖ macht es unprofessionell!
Jetzt sehen wir den Unterschied zwischen SPÖ und ÖVP auch in diesem Fall: Während die Österreichische Volkspartei die Parteibuchwirtschaft höchst professionell betreibt (Abg. Grosz: Und die SPÖ macht es unprofessionell!), geht bei der SPÖ sogar die Parteibuchwirtschaft schief. (Abg. Grosz: Ja!) Der Fall Entacher ist ja nichts anderes als völlig schiefgegangene Parteibuchwirtschaft. Man hat jemanden genommen, dem man sachlich eigentlich nicht vertraut hat, aber man hat gesagt, er ist unser ranghöchstes Parteibuch in der militärischen Landesverteidigung.
Abg. Grosz: Ja!
Jetzt sehen wir den Unterschied zwischen SPÖ und ÖVP auch in diesem Fall: Während die Österreichische Volkspartei die Parteibuchwirtschaft höchst professionell betreibt (Abg. Grosz: Und die SPÖ macht es unprofessionell!), geht bei der SPÖ sogar die Parteibuchwirtschaft schief. (Abg. Grosz: Ja!) Der Fall Entacher ist ja nichts anderes als völlig schiefgegangene Parteibuchwirtschaft. Man hat jemanden genommen, dem man sachlich eigentlich nicht vertraut hat, aber man hat gesagt, er ist unser ranghöchstes Parteibuch in der militärischen Landesverteidigung.
Abg. Grosz: Strasser! So ist es!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Erzählen Sie mir einmal etwas darüber, wie Ihre Regierungsmitglieder mit Beamten umgehen (Abg. Grosz: Strasser! So ist es!), die etwas anderer Meinung sind als, sagen wir einmal, eine ehemalige Innenministerin! Ich kann mir das vorstellen. Glauben Sie wirklich, dass irgendein Beamter im Innenministerium, wenn er aufgestanden wäre und gesagt hätte: Ich bin mit einer Maßnahme der Ministerin nicht einverstanden oder ich bin nicht ganz ihrer Meinung! (Abg.
Abg. Grosz: Nein, ein Laptop-Hagel!
Mag. Stadler: Der Herr Strasser hätte einen Laptop-Hagel ...! ), das auch nur einen Tag lang überlebt hätte? (Abg. Grosz: Nein, ein Laptop-Hagel!) Glauben Sie das wirklich? Herr Kollege Grosz, Sie haben recht, ein Laptop-Hagel (Heiterkeit des Abg. Grosz) wäre unter Ernst Strasser auf diesen Beamten niedergegangen, plus Disziplinarverfahren. (Beifall bei Grünen und BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Heiterkeit des Abg. Grosz
Mag. Stadler: Der Herr Strasser hätte einen Laptop-Hagel ...! ), das auch nur einen Tag lang überlebt hätte? (Abg. Grosz: Nein, ein Laptop-Hagel!) Glauben Sie das wirklich? Herr Kollege Grosz, Sie haben recht, ein Laptop-Hagel (Heiterkeit des Abg. Grosz) wäre unter Ernst Strasser auf diesen Beamten niedergegangen, plus Disziplinarverfahren. (Beifall bei Grünen und BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei Grünen und BZÖ sowie des Abg. Strache.
Mag. Stadler: Der Herr Strasser hätte einen Laptop-Hagel ...! ), das auch nur einen Tag lang überlebt hätte? (Abg. Grosz: Nein, ein Laptop-Hagel!) Glauben Sie das wirklich? Herr Kollege Grosz, Sie haben recht, ein Laptop-Hagel (Heiterkeit des Abg. Grosz) wäre unter Ernst Strasser auf diesen Beamten niedergegangen, plus Disziplinarverfahren. (Beifall bei Grünen und BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Abg. Grosz: Eingesperrt hätte sie ihn! – Abg. List: Die hätte ihn eingesperrt!
Und jetzt wird Entacher verteidigt! Herr General Entacher hat ein einziges Glück, nämlich dass er ein Angehöriger des österreichischen Bundesheeres und nicht der Polizei ist. Das ist sein einziges Glück, denn Minister Darabos lässt ihm wenigstens noch den Rechtsweg offen. Das hätte ich mir angeschaut, ob Frau Dr. Fekter dem Polizeigeneral Entacher auch nur den geringsten Rechtsweg offengelassen hätte! (Abg. Grosz: Eingesperrt hätte sie ihn! – Abg. List: Die hätte ihn eingesperrt!) Trotzdem ist diese rechtsstaatliche Erkenntnis bezüglich Entacher zur Kenntnis zu nehmen.
Abg. Mag. Stadler: Ohne Einsatz von Laptops!
Das, was hier zur Debatte steht, ist nicht die Frage, wer anständig und wer unanständig ist, sondern die Frage, ob das Beamtendienstrecht so gebraucht werden kann, dass man, wenn ein oder mehrere Personen das wollen und öffentliche Unterstützung bekommen, jede Reform abdrehen kann. Wollen wir das oder wollen wir das nicht? Das kann nicht General Entacher entscheiden. Er ist den Rechtsweg gegangen, und das ist sein gutes Recht. Das kann auch der Verteidigungsminister nicht entscheiden, sondern wir als Gesetzgeber sind die Einzigen, die das entscheiden können. Hat ein Minister/eine Ministerin die Möglichkeit, bei einem begründeten Vertrauensverlust in seine/ihre Spitzenbeamten Konsequenzen zu ziehen? (Abg. Mag. Stadler: Ohne Einsatz von Laptops!) Kann er oder sie Konsequenzen ziehen, ohne ein Gesetz zu brechen? (Abg. Mag. Stadler: Und ohne einen Laptop einzusetzen! – Abg. Grosz: Oder Brieföffner!) Darüber müssten wir im Nationalrat offen reden. Wir brauchen in diesen Punkten eine Änderung des Beamtendienstrechtes, sonst kann nicht reformiert werden.
Abg. Mag. Stadler: Und ohne einen Laptop einzusetzen! – Abg. Grosz: Oder Brieföffner!
Das, was hier zur Debatte steht, ist nicht die Frage, wer anständig und wer unanständig ist, sondern die Frage, ob das Beamtendienstrecht so gebraucht werden kann, dass man, wenn ein oder mehrere Personen das wollen und öffentliche Unterstützung bekommen, jede Reform abdrehen kann. Wollen wir das oder wollen wir das nicht? Das kann nicht General Entacher entscheiden. Er ist den Rechtsweg gegangen, und das ist sein gutes Recht. Das kann auch der Verteidigungsminister nicht entscheiden, sondern wir als Gesetzgeber sind die Einzigen, die das entscheiden können. Hat ein Minister/eine Ministerin die Möglichkeit, bei einem begründeten Vertrauensverlust in seine/ihre Spitzenbeamten Konsequenzen zu ziehen? (Abg. Mag. Stadler: Ohne Einsatz von Laptops!) Kann er oder sie Konsequenzen ziehen, ohne ein Gesetz zu brechen? (Abg. Mag. Stadler: Und ohne einen Laptop einzusetzen! – Abg. Grosz: Oder Brieföffner!) Darüber müssten wir im Nationalrat offen reden. Wir brauchen in diesen Punkten eine Änderung des Beamtendienstrechtes, sonst kann nicht reformiert werden.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
druck, dass alles – von der Bundesheerreform über die Sicherheitsstrategie und über die Eurofighter bis hin zur versuchten Abschaffung der Wehrpflicht – genauso gut gemeint wie schlecht gemacht wird. Das ist schon fast eine Regel dieser Ministerschaft. Das sind alles gute Überlegungen, im Grunde gibt es sehr viele gute Ideen, aber schlechter kann man sie nicht umsetzen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei den Grünen.
Aber eines sage ich schon: Ich bin absolut dagegen, dass Herr Mag. Darabos alleine geht. Ich bin sehr dafür, dass auch Herr General Entacher seinen Posten räumt – und zwar so schnell wie möglich – und in allen Ehren in den Ruhestand geht, den er sich in jeder Hinsicht verdient hat. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Wir sollten vielleicht die Sitzung kurz unterbrechen, weil der Raiffeisen... da ist!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter List. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Wir sollten vielleicht die Sitzung kurz unterbrechen, weil der Raiffeisen... da ist!)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Kurt List (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Selbstverteidigungsminister Darabos, Ihre Rede zeigt, dass Sie keine Ahnung vom Zustand der Truppe draußen haben. Kollege Kunasek hat Sie in vielen Bereichen der Unwahrheit überführt. Herr Kollege, Kompliment, das ist sehr mutig! (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Für Sie als Wehrdienstverweigerer ist es natürlich allzu logisch, dass Sie sich im Verteidigungsressort nicht auskennen.
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Damen und Herren, jetzt zur Dringlichen: General besiegt Darabos, Absetzung war ungültig – eine Lagebeurteilung des BZÖ zum Fall Entacher. Sie, Herr Noch-Verteidigungsminister Darabos, haben sich in dieser Angelegenheit gewaltig blamiert. Ihr Versuch, einen unliebsamen Untergebenen, General Entacher, mundtot zu machen, ist kläglich gescheitert. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Ein Schuss in die Munitionskammer! Volltreffer!
Dabei haben Sie, Herr Minister, bewusst das Dienstrecht ignoriert. Die Berufungskommission beim Bundeskanzleramt hat Sie dafür richtig aufgeblattelt. Der von Darabos in Auftrag gegebene Absetzungsbescheid wurde aufgehoben. Mit dieser schweren Niederlage hat sich Darabos selbst die schlimmste Demütigung zugefügt. (Abg. Grosz: Ein Schuss in die Munitionskammer! Volltreffer!) Herr Bundesminister! Die einzige und logische Konsequenz, nämlich Ihre Entlassung aus der Regierung, ist längst überfällig.
Abg. Grosz: Hatte er nie!
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben sicherlich keine Kameraden mehr beim Bundesheer. (Abg. Grosz: Hatte er nie!)
Beifall beim BZÖ.
genen roten Stall stammt und ein rotes Parteibuch besitzt. Allein das Ergebnis dieser peinlichen Personalmaßnahme beweist, dass Sie, Herr Darabos, nicht fähig dazu sind, Ihr Ressort zu führen. Im Ressort herrschen chaotische Zustände. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie allein, Herr Minister, tragen die Verantwortung für die öffentliche Bewertung, und trotzdem versuchen Sie verzweifelt, eine Rechtfertigung für Ihre Niederlage gegen Entacher zu finden. Dabei wenden Sie Regeln aus der Privatwirtschaft an und glauben, eine Rückkehr Entachers auf seinen alten Posten wäre im Privatbereich unmöglich gewesen. Allein dieser billige Vergleich zeigt, dass Sie auch im Bereich der Privatwirtschaft völlig ahnungslos sind. Dort herrschen nämlich andere Gesetze. Jeder Mana- ger Ihres Formats, der einen Betrieb wie das österreichische Bundesheer mit rund 23 000 aktiven Mitarbeitern und einem Budget von rund 2,24 Milliarden jährlich an die Wand fährt, wird mit einem nassen Fetzen verjagt. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Aber solche Mitarbeiter schickt man auch in die Wüste!
Die Privatwirtschaft hätte Sie als Verantwortlichen und Ihr politisches Führungsteam, auch Ihren Kabinettschef, längst in die Wüste geschickt! So schaut es aus, Herr Selbstverteidigungsminister! (Ruf bei der SPÖ: Aber solche Mitarbeiter schickt man auch in die Wüste!) Kein einziger Betrieb braucht einen gescheiterten Minister, der sich immer hinter dem Primat der Politik versteckt, nur um die roten Parteiinteressen zu wahren.
Beifall beim BZÖ.
Meine lieben Genossen, Sie haben ein Ziel, nämlich die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres ganz abzuschaffen. Herr Bundesminister! Sie werden bereits als Hochsicherheitsrisiko eingestuft, und das ist fatal. Sie als abzulösender Minister haben bereits ein sicherheitspolitisches Vakuum in Österreich geschaffen. Das ist grob fahrlässig und muss sofort abgestellt werden. Bundeskanzler Faymann soll Sie endlich absetzen. Damit würde er Ihnen und ganz Österreich einen großen Gefallen tun. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Das ist brutal: Burgenländer gegen Burgenländer!
Geschätzte Damen und Herren im Hohen Haus! Es wird ohnehin bereits spekuliert. Herr Bundesminister Darabos, da Sie sich mit dem Fall Entacher bereits selbst in die Luft gesprengt haben, steht Ihre Ablöse unmittelbar bevor. Sie werden dem neuen rot-schwarzen Stillstand geopfert werden. Auch der schwarze Wehrsprecher Klikovits, übrigens ein Landsmann von Ihnen, fordert vehement Ihren Rücktritt. Burgenländer gegen Burgenländer. (Abg. Grosz: Das ist brutal: Burgenländer gegen Burgenländer!)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben Ihr Ressort nicht im Griff. In der Ressortführung haben Sie versagt. Sie sind für das österreichische Bundesheer als Minister nicht geeignet. Herr Bundesminister Darabos, das BZÖ spricht Ihnen das Misstrauen aus. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut!
Herr Darabos, nehmen Sie mit dem letzten Funken von Anstand Ihren Hut und räumen Sie den Ministersessel! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren, mittlerweile, auf der Regierungsbank! Herr Bundesminister Darabos, ein für allemal: Kritik an Ihnen persönlich und an Ihrer Arbeit ist nicht Kritik am österreichischen Bundesheer. Das möchte ich ganz klar feststellen. (Beifall bei der FPÖ.) Wir reden das österreichische Bundesheer nicht schlecht, sondern wir machen uns nur Sorgen über den Zustand des österreichischen Bundesheeres.
Abg. Mag. Donnerbauer: Wer hat das gesagt?
„Auch bei der aktuellen Debatte über die allgemeine Wehrpflicht stellt sich die Frage: Wieso sollen wir von einem Kurs abgehen, der sich gerade für einen kleinen neutralen Staat wie Österreich jahrzehntelang außerordentlich gut bewährt hat? Das Mischsystem aus Berufssoldaten, Freiwilligen (...), Miliz und Grundwehrdienern funktioniert.“ – Erstes Zitat. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wer hat das gesagt?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Wer sagt das?
„Viele Berufsarmeen in Europa haben enorme Aufbringungsprobleme.“ (Abg. Mag. Donnerbauer: Wer sagt das?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Von wem sind die Zitate?
„In Österreich hingegen herrscht Wehrgerechtigkeit: Alle 18-jährigen österreichischen Staatsbürger werden zu Wehr- oder Zivildienst einberufen.“ (Abg. Mag. Donnerbauer: Von wem sind die Zitate?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Von wem sind die Zitate?
„(...) 56 Prozent der österreichischen Soldaten im Ausland werden durch die Miliz gestellt.“ (Abg. Mag. Donnerbauer: Von wem sind die Zitate?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Das gibt es ja nicht!
Dies alles sind Zitate von Bundesminister Mag. Norbert Darabos, getätigt am 3. September 2010. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das gibt es ja nicht!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das war sicherlich ein anderer!
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Mit diesen Aussagen und Ihrer 180-Grad-Wendung sind Sie aus unserer Sicht unglaubwürdig und untragbar! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das war sicherlich ein anderer!)
Bundesminister Mag. Darabos: Warum 21 Armeen von 27 ...?
Und ich kann Ihnen Beispiele von anderen europäischen Armeen erzählen, überall schaut es ähnlich aus. In Deutschland hätte man zum Beispiel im März 2011 3 077 Soldaten benötigt, ganze 306 hat man aufgenommen. Also gerade einmal 10 Prozent. Ich kann nur eines (Bundesminister Mag. Darabos: Warum 21 Armeen von 27 ...?) – Ja, weil sie alle auf dem Irrweg sind. Die Einzigen, die das aus unserer Sicht richtig erkannt haben, sind die Finnen. Der finnische Verteidigungsminister hat ganz klar gesagt: Eine Berufsarmee mit 50 000 Mann für Finnland würde vier Mal so viel kosten wie das Wehrpflichtsystem.
Beifall bei der FPÖ.
Daher ist das, was Sie vorhaben, aus unserer Sicht unmöglich. Herr Bundesminister! Ich kann Ihnen nur eines sagen: Treten Sie zurück, ehe Ihre mittlerweile in Butter gemeißelte Vorstellung einer Berufsarmee noch mehr Schaden für die Einsatzbereitschaft Österreichs verursacht! Dieses Land, unsere Republik Österreich hat einen besseren Verteidigungsminister verdient. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Herr Minister, können Sie sagen, dass die Zitate nicht von Ihnen stammen? – Abg. Pendl – in Richtung des Abg. Mag. Donnerbauer –: Soll ich dir dem Pauli Kiss seine Rede vorlesen, was er gesagt hat vor ein paar Jahren?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Mag. Lapp gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Donnerbauer: Herr Minister, können Sie sagen, dass die Zitate nicht von Ihnen stammen? – Abg. Pendl – in Richtung des Abg. Mag. Donnerbauer –: Soll ich dir dem Pauli Kiss seine Rede vorlesen, was er gesagt hat vor ein paar Jahren?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Scheinheilig“! – 300 €!
1997 hatten Sie in Ihrem Parteiprogramm, Herr Kollege, dass es eine Berufsarmee geben und dass Österreich der NATO beitreten soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Scheinheilig“! – 300 €!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.
2004 hat sich Herr Kollege Scheibner, damals noch bei den Freiheitlichen, ebenfalls dafür ausgesprochen, dass Österreich eben eine Berufsarmee einführen und der NATO beitreten sollte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Podgorschek: März 2011!
Bezüglich der Menschen, die sich in Deutschland zum militärischen Dienst melden, Herr Kollege Podgorschek: Das sind aktuell 4 958. Eine falsche Zahl, die Sie genannt haben. (Abg. Podgorschek: März 2011!) Und in 21 von 27 europäischen Ländern gibt es bereits ein professionelles Berufsheer. Wir sind im 21. Jahrhundert, werter Herr Kollege, und nicht in der ewiggestrigen Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bezüglich der Menschen, die sich in Deutschland zum militärischen Dienst melden, Herr Kollege Podgorschek: Das sind aktuell 4 958. Eine falsche Zahl, die Sie genannt haben. (Abg. Podgorschek: März 2011!) Und in 21 von 27 europäischen Ländern gibt es bereits ein professionelles Berufsheer. Wir sind im 21. Jahrhundert, werter Herr Kollege, und nicht in der ewiggestrigen Zeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weiterer Ordnungsruf!
Diese Dringliche Anfrage der Freiheitlichen ist ein Beispiel dafür. Herr Kollege Dr. Fichtenbauer tritt heute als Schutzmantelbrigadier für jenen General ein, der unter Ihrer Regierungszeit als Milizbeauftragter in den hintersten Entscheidungswinkel des Bundesheeres gesetzt wurde und dort sein Dasein fristen musste. – Scheinheilig, werte Kollegen von der Freiheitlichen Partei! (Abg. Ing. Westenthaler: Weiterer Ordnungsruf!)
Abg. Mag. Stadler: Das summiert sich!
Scheinheilig ist auch Folgendes (Abg. Mag. Stadler: Das summiert sich!): Es fahren nicht amtsführende Wiener Stadträte zu Diktatoren, um im Ausland Diktatoren zu hofieren, und geben das dann in Österreich als Friedensmission aus. So geschehen im Juli 2011 von dem nicht amtsführenden Stadtrat Lasar, der sonst in Gesundheitsfragen unterwegs ist, aber damals eine Friedensmission in sich verspürt und Schokolade in ein Land mitgebracht hat, das seit mehreren Jahrzehnten von einem Diktator beherrscht wurde. (Abg. Podgorschek: Waren Sie mit in Nordkorea?)
Abg. Podgorschek: Waren Sie mit in Nordkorea?
Scheinheilig ist auch Folgendes (Abg. Mag. Stadler: Das summiert sich!): Es fahren nicht amtsführende Wiener Stadträte zu Diktatoren, um im Ausland Diktatoren zu hofieren, und geben das dann in Österreich als Friedensmission aus. So geschehen im Juli 2011 von dem nicht amtsführenden Stadtrat Lasar, der sonst in Gesundheitsfragen unterwegs ist, aber damals eine Friedensmission in sich verspürt und Schokolade in ein Land mitgebracht hat, das seit mehreren Jahrzehnten von einem Diktator beherrscht wurde. (Abg. Podgorschek: Waren Sie mit in Nordkorea?)
Abg. Dr. Fichtenbauer steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Mag. Darabos.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Entscheidung aller Parteien der Bundesheerreformkommission ist festgeschrieben worden, dass nämlich die Gliederung des österreichischen Bundesheeres so zu gestalten ist, dass spätere Entwicklungen, etwa auch das Aussetzen der Wehrpflicht und die Umstellung auf ein Freiwilligenheer, möglich sind. Das Bundesheer für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts zu wappnen, das sind andere Herausforderungen: Wir müssen den Kampf aufnehmen gegen den internationalen Terrorismus und gegen Cyber-Crime. (Abg. Dr. Fichtenbauer steht an der Regierungsbank und spricht mit Bundesminister Mag. Darabos.)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit.
Ich finde es sehr interessant, Herr Kollege Dr. Fichtenbauer, dass Sie hier mit dem Minister scherzen, ihm aber vorhin Ihr Misstrauen ausgesprochen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es gibt im 21. Jahrhundert folgende Anforderungen: Es muss die Abwehr von Bedrohungen der strategischen Infrastruktur gewährleistet sein, es müssen Katastrophen bekämpft und internationale Einsätze ausgestattet werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Grosz: Viertes „scheinheilig“! Jetzt sind wir bei 1 200 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Mindestens 3 000 €!
Werte Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! Legen Sie Ihre Scheinheiligkeit ab! (Abg. Grosz: Viertes „scheinheilig“! Jetzt sind wir bei 1 200 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Mindestens 3 000 €!) Wenden Sie sich dem 21. Jahrhundert zu, denn wir stehen zu unserem Minister und zum österreichischen Bundesheer. Wir führen das österreichische Bundesheer ins 21. Jahrhundert – im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen von den Freiheitlichen! Legen Sie Ihre Scheinheiligkeit ab! (Abg. Grosz: Viertes „scheinheilig“! Jetzt sind wir bei 1 200 €! – Abg. Ing. Westenthaler: Mindestens 3 000 €!) Wenden Sie sich dem 21. Jahrhundert zu, denn wir stehen zu unserem Minister und zum österreichischen Bundesheer. Wir führen das österreichische Bundesheer ins 21. Jahrhundert – im Gegensatz zu Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Viermalig!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Lapp, bezüglich des Gebrauchs des Wortes „scheinheilig“ (Abg. Grosz: Viermalig!) erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf und komme damit dem inständigen Wunsch einiger Herren, vor allen Dingen des BZÖ, „scheinheilig“ aus der Liste zu streichen, nicht nach. (Heiterkeit. – Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat es aber vier Mal gesagt, nicht ein Mal!)
Heiterkeit. – Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat es aber vier Mal gesagt, nicht ein Mal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Lapp, bezüglich des Gebrauchs des Wortes „scheinheilig“ (Abg. Grosz: Viermalig!) erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf und komme damit dem inständigen Wunsch einiger Herren, vor allen Dingen des BZÖ, „scheinheilig“ aus der Liste zu streichen, nicht nach. (Heiterkeit. – Beifall und Bravoruf des Abg. Dr. Fichtenbauer. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie hat es aber vier Mal gesagt, nicht ein Mal!)
Abg. Silhavy: Wir sind im Parlament, nicht im Kindergarten, meine Herren! – Abg. Grosz: Wir passen halt auf, dass die Würde des Hohen Hauses gewahrt bleibt! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! (Abg. Silhavy: Wir sind im Parlament, nicht im Kindergarten, meine Herren! – Abg. Grosz: Wir passen halt auf, dass die Würde des Hohen Hauses gewahrt bleibt! – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Zurück zum Thema. Selbstverständlich kommt von der ÖVP ein ganz klares Ja zum österreichischen Bundesheer, danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich weit über ihre dienstlichen Verpflichtungen hinaus für die Sicherheit dieses Landes arbeiten. Keine Frage, wir stehen dahinter. Und wir sagen jetzt wirklich herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Keck
Aus all diesen Bekenntnissen heraus, Herr Bundesminister, haben Sie einen Schwenk vollzogen, als Bürgermeister Häupl – wir wissen das – ein paar Tage vor der Wiener Wahl einen neuen Aufhänger gebraucht hat. Und was ist zurückgeblieben? – Ein Stillstand in Fragen der Sicherheitspolitik, eine völlige Verunsicherung, was die Strukturen des österreichischen Bundesheeres betrifft (Zwischenruf des Abg. Keck), und eine demotivierte und abgekanzelte Belegschaft von Offizieren, Unteroffizieren und Angehörigen des österreichischen Bundesheeres.
Bundesminister Mag. Darabos: Genau!
Und diese Mitglieder des österreichischen Bundesheeres sind nicht deshalb demotiviert, weil sie – wie manche sagen – ihre Felle davonschwimmen sehen, sondern weil sie merken, dass in manchen Belangen einfach nichts weitergeht (Bundesminister Mag. Darabos: Genau!), dass ihre fachliche Meinung eben nicht gehört oder nicht ernst genommen wird.
Abg. Mag. Donnerbauer: Es gibt noch mehr Experten!
Hier meine Frage: Herr Bundesminister, auf wen hören Sie denn, wenn die Offiziere, die Personalvertreter, die Offiziersgesellschaft, der Milizverband und sogar der Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, selbst ihre Bedenken äußern? Hören Sie da nur auf die Löwelstraße? Hören Sie auf den Bürgermeister von Wien? Oder vielleicht auf die Zurufe von manchen Zeitungen? (Abg. Mag. Donnerbauer: Es gibt noch mehr Experten!) Sie haben sich in dieser Frage ganz klipp und klar nicht hinter das Regierungsprogramm gestellt. Sie haben sich neue Aufgaben in dieser Frage gesucht.
Abg. Ing. Westenthaler: „Überraschung“!
Ich sage es gleich vorweg: Wir von der ÖVP werden dem Misstrauensantrag nicht zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: „Überraschung“!), aber ich denke, Sie haben die Inhalte, die wir Ihnen heute mitgegeben haben, gehört. Und ich freue mich deshalb auf eine gedeihliche und konstruktive Zusammenarbeit in nächster Zeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Nach der Rede ist das super!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Nach der Rede ist das super!
Ich sage es gleich vorweg: Wir von der ÖVP werden dem Misstrauensantrag nicht zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: „Überraschung“!), aber ich denke, Sie haben die Inhalte, die wir Ihnen heute mitgegeben haben, gehört. Und ich freue mich deshalb auf eine gedeihliche und konstruktive Zusammenarbeit in nächster Zeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Nach der Rede ist das super!)
Abg. Keck: Da ist doch nicht der Minister schuld, oder?!
Erstes Beispiel: Frauen beim Bundesheer. Frauen sind seit 1998 in allen Funktionen und Waffengattungen tätig. Zurzeit gibt es einen Frauenanteil von 2 Prozent, 372 Soldatinnen gibt es beim österreichischen Bundesheer. (Abg. Keck: Da ist doch nicht der Minister schuld, oder?!)
Abg. Mag. Stadler: Bemühen Sie sich um mehr Frauen! Ein bisschen mehr Anstrengung!
Das Verteidigungsressort ist meilenweit entfernt von der Gleichstellung von Frauen und Männern. Meilenweit entfernt! Und das ist die Schuld eines Ministers/einer Ministerin, der/die die Gleichstellung trotz bundesverfassungsrechtlicher Verankerung nicht forcieren kann. (Abg. Mag. Stadler: Bemühen Sie sich um mehr Frauen! Ein bisschen mehr Anstrengung!) Es gibt Gender Budgeting, das ist nichts Neues, und die Führung kann den Frauenanteil erhöhen, meine sehr verehrten Damen und Herren. Minister Darabos hat auch schon des Öfteren öffentlich kundgetan, auch in Ausschusssitzungen, dass er alles versuchen wird, den Frauenanteil zu erhöhen; alles versuchen wird.
Bundesminister Mag. Darabos: Wer hat denn den „Ulrichsberg“ abgeschafft?
Prähauser: Ungerecht sollte man nicht sein!) Diese Führung ist diesbezüglich nicht mehr tragbar, und es wurden auch noch keine dementsprechenden Maßnahmen gesetzt. (Bundesminister Mag. Darabos: Wer hat denn den „Ulrichsberg“ abgeschafft?)
Beifall bei den Grünen.
So geht es mir auch, ganz ehrlich, denn es gibt hier keinen Weg, es gibt keine politische Willensbekundung, wohin es wirklich gehen soll. Ich glaube an die Chance einer Reform, aber nur einer Reform mit Rückgrat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Muttonen: Ein Zivildiener ist kein Verweigerer! – Abg. Keck: Er ist kein Zivildienstverweigerer!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich war immer der Meinung, man sollte einen Pyromanen nie zu einem Feuerwehrkommandanten machen, und ich habe auch immer offiziell die Meinung vertreten, dass es falsch gewesen ist, den Zivildienstverweigerer Darabos zum Verteidigungsminister zu machen (Abg. Mag. Muttonen: Ein Zivildiener ist kein Verweigerer! – Abg. Keck: Er ist kein Zivildienstverweigerer!), einen Heeresverweigerer zum Minister für Landesverteidigung zu machen, Frau Kollegin Lapp, um das richtig auszudrücken. Ich hoffe, es ist bei Ihnen angekommen.
Beifall beim BZÖ.
zeitung die Befehle oder der Herr Minister? Diese Frage ist einmal zu stellen, wenn man auf Abruf Beamte in diesem Land politisch „entsorgen“ kann, wenn sie nicht mehr hineinpassen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zur Frage Wehrpflicht. Da war ich schon sehr verwundert über die FPÖ. Die FPÖ ist jetzt wieder etwas mehr hier herinnen vertreten, sie war ja kaum vertreten während der Debatte, wo es doch ihre Anfrage ist. Aber eines ist schon interessant: dass Sie hier eine Schmusestunde abführen, wo Sie doch vorher dem Minister das Misstrauen ausgesprochen haben. Kollege Fichtenbauer, das verstehe ich nicht! Entweder gibt es ein Misstrauen, aber dann kann man nicht hergehen und hier auf Spaß machen, dann muss man auch dazu stehen und das durchziehen, meine Kollegen von der FPÖ! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie von der FPÖ sprechen hier am Vormittag für die Jugend und am Nachmittag gegen die Jugend, indem Sie die Wehrpflicht aufrechterhalten wollen, 60, ja 70 Prozent der jungen Menschen weiter zwangsverpflichten wollen, Dienst beim Bundesheer zu verrichten, denen dann das Einkommen fehlt, die oft Kredite aufnehmen müssen, die de facto für das Leben kaum mehr profitieren von der Systemerhaltungsfunktion, die sie ausgeübt haben. In der Sache hat der Herr Minister recht, nur wie er es umsetzt, ist völlig verkehrt gewesen. Da seid ihr wirklich auf dem Holzweg, aber die FPÖ vertritt hier lieber die Konzepte der Vergangenheit und nicht die der Zukunft, denn die sind beim BZÖ! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, ich habe versucht, einige Vorwürfe herauszuarbeiten: Sie haben versagt in der Budgetfrage. Sie haben versagt in der Sicherstellung einer ordentlichen, zukunftsfähigen Struktur des österreichischen Heeres. Sie haben versagt in der Umsetzung der Frage der Wehrpflicht. Und Sie haben versagt im korrekten Umgang mit den Beamten in diesem Land. Daher ist der Misstrauensantrag gegen Sie gerechtfertigt und zu unterstützen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Herbert (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Herren Minister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Widmann, das war jetzt aber ein untauglicher Versuch, die Wehrpflicht mit dem Jugendthema seitens der FPÖ zu verknüpfen. (Beifall bei der FPÖ.) Das war untauglich und spricht für sich selbst.
Beifall bei der FPÖ.
Also wenn Sie mir hier eine Zwischenbilanz gestatten, dann kann ich nur sagen: Wenn es einen Namen für politische Inkompetenz gibt, dann lautet dieser Verteidigungsminister Norbert Darabos. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch wenn Sie sich politisch in Ihrem eigenen Ressort nicht durchsetzen können, haben Sie sich als Minister an die gesetzlichen Bestimmungen, an das Dienstrecht zu halten. Das gilt für Sie als Minister genauso wie für jeden anderen Bediensteten im Ressort. Die Absetzungsmethoden, die Sie hier angewendet haben, sind demokratiepolitisch absolut bedenklich und gehen bestenfalls noch in Nordkorea durch, aber sicherlich nicht in einem europäischen Land mit einem Demokratiestandard, wie wir ihn gewohnt sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und ich wünsche mir auch einen Verteidigungsminister, der zur gesetzlich und verfassungsmäßig festgelegten Wehrpflicht steht, so wie sich das die Republik und die Bediensteten des österreichischen Bundesheeres erwarten dürfen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann dir sagen, wir vertreten die andere Seite. Wir wünschen uns, dass uns unser Verteidigungsminister noch lange erhalten bleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Markowitz: Monate? Warum Monate?
für die nächsten Monate zumindest, finden werden. (Abg. Markowitz: Monate? Warum Monate?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Hagen, Grosz und Petzner.
Damals hat die Regierung überlegt, den Rubikon zu überschreiten und selbst die Neutralität für obsolet zu erklären, und sie hat auch den NATO-Beitritt favorisiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hagen, Grosz und Petzner.) Das wäre ein Grund für einen Rücktritt gewesen, weil das ein Bruch der Verfassung gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der Rubikon ist aber nicht die Drau! Ich sage es nur! Der Rubikon ist woanders!) – Ja, ihr Steirer wisst wohl nicht, wo die Drau ist (Heiterkeit des Abg. Petzner), aber irgendwo in Slowenien kommen wir schon zusammen. Da hast du schon recht. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der Rubikon ist aber nicht die Drau! Ich sage es nur! Der Rubikon ist woanders!
Damals hat die Regierung überlegt, den Rubikon zu überschreiten und selbst die Neutralität für obsolet zu erklären, und sie hat auch den NATO-Beitritt favorisiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hagen, Grosz und Petzner.) Das wäre ein Grund für einen Rücktritt gewesen, weil das ein Bruch der Verfassung gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der Rubikon ist aber nicht die Drau! Ich sage es nur! Der Rubikon ist woanders!) – Ja, ihr Steirer wisst wohl nicht, wo die Drau ist (Heiterkeit des Abg. Petzner), aber irgendwo in Slowenien kommen wir schon zusammen. Da hast du schon recht. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Heiterkeit des Abg. Petzner
Damals hat die Regierung überlegt, den Rubikon zu überschreiten und selbst die Neutralität für obsolet zu erklären, und sie hat auch den NATO-Beitritt favorisiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hagen, Grosz und Petzner.) Das wäre ein Grund für einen Rücktritt gewesen, weil das ein Bruch der Verfassung gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der Rubikon ist aber nicht die Drau! Ich sage es nur! Der Rubikon ist woanders!) – Ja, ihr Steirer wisst wohl nicht, wo die Drau ist (Heiterkeit des Abg. Petzner), aber irgendwo in Slowenien kommen wir schon zusammen. Da hast du schon recht. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Damals hat die Regierung überlegt, den Rubikon zu überschreiten und selbst die Neutralität für obsolet zu erklären, und sie hat auch den NATO-Beitritt favorisiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hagen, Grosz und Petzner.) Das wäre ein Grund für einen Rücktritt gewesen, weil das ein Bruch der Verfassung gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der Rubikon ist aber nicht die Drau! Ich sage es nur! Der Rubikon ist woanders!) – Ja, ihr Steirer wisst wohl nicht, wo die Drau ist (Heiterkeit des Abg. Petzner), aber irgendwo in Slowenien kommen wir schon zusammen. Da hast du schon recht. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Grosz: Was ist denn am Rubikon passiert?
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Grosz: Was ist denn am Rubikon passiert?) Ich glaube, dass der Herr Bundesminister unsere Unterstützung bei der Umsetzung seiner Reformvorschläge braucht. Geben wir ihm das Vertrauen! Wir von der SPÖ geben es ihm. Wir stehen hinter dir, Herr Minister! (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.) Ich denke, wir stehen mit einem klaren Ja zur Neutralität, sagen klar nein zum NATO-Beitritt, und wir stehen für eine intensive sachliche Diskussion im Sinne des Bundesheeres für eine gute Zukunft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Grosz: Was ist denn am Rubikon passiert?) Ich glaube, dass der Herr Bundesminister unsere Unterstützung bei der Umsetzung seiner Reformvorschläge braucht. Geben wir ihm das Vertrauen! Wir von der SPÖ geben es ihm. Wir stehen hinter dir, Herr Minister! (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.) Ich denke, wir stehen mit einem klaren Ja zur Neutralität, sagen klar nein zum NATO-Beitritt, und wir stehen für eine intensive sachliche Diskussion im Sinne des Bundesheeres für eine gute Zukunft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! (Abg. Grosz: Was ist denn am Rubikon passiert?) Ich glaube, dass der Herr Bundesminister unsere Unterstützung bei der Umsetzung seiner Reformvorschläge braucht. Geben wir ihm das Vertrauen! Wir von der SPÖ geben es ihm. Wir stehen hinter dir, Herr Minister! (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.) Ich denke, wir stehen mit einem klaren Ja zur Neutralität, sagen klar nein zum NATO-Beitritt, und wir stehen für eine intensive sachliche Diskussion im Sinne des Bundesheeres für eine gute Zukunft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Gegenruf: ... in der Schweiz einmarschieren, oder was?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Gerstl. – Bitte. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Gegenruf: ... in der Schweiz einmarschieren, oder was?)
Abg. Markowitz: Deswegen hast du die schwarze Krawatte! Jetzt verstehe ich es!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Leicht machen Sie es uns heute nicht. (Abg. Markowitz: Deswegen hast du die schwarze Krawatte! Jetzt verstehe ich es!) – Nein, die schwarze Krawatte trage ich, weil meine Mutter gestorben ist. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.)
Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Leicht machen Sie es uns heute nicht. (Abg. Markowitz: Deswegen hast du die schwarze Krawatte! Jetzt verstehe ich es!) – Nein, die schwarze Krawatte trage ich, weil meine Mutter gestorben ist. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.)
Abg. Petzner: Habt ihr schon ... gefunden?
Meine Damen und Herren! Wenn ein Bundesminister in einem Fernsehinterview erklärt, dass er keinen Grund sehe (Abg. Petzner: Habt ihr schon ... gefunden?), sich zu entschuldigen, als ihn der Redakteur darauf hinweist, dass seine Entscheidung der Abberufung des Kollegen Entacher rechtswidrig war, dann würde ich sagen, das verdiente sich mehr Demut. Einfach zu sagen: Nein, ich entschuldige mich nicht!, ist aus meiner Sicht zu wenig Demut vor dem Amt, vor der Rechtsstaatlichkeit.
Ruf bei der FPÖ: Ist ja ein Wahnsinn!
Artikel 18 B-VG schreibt ganz klar vor, dass die gesamte staatliche Verwaltung nur aufgrund der Gesetze zu erfolgen hat. Herr Bundesminister! Daher ist es gut so, dass es dieses Gesetz gibt und sich Herr General Entacher beschweren konnte. Daher ist es gut so, dass diese Kommission auch weisungsunabhängig entscheiden konnte. Diese Kommission, die von Ihnen in diesem Interview als „nur“ – unter Anführungszeichen – beamtete Kommission dargestellt wurde (Ruf bei der FPÖ: Ist ja ein Wahnsinn!), gilt es zu verteidigen. (Abg. List: ... ÖVP-Kommission! ÖVP-Kommission!)
Abg. List: ... ÖVP-Kommission! ÖVP-Kommission!
Artikel 18 B-VG schreibt ganz klar vor, dass die gesamte staatliche Verwaltung nur aufgrund der Gesetze zu erfolgen hat. Herr Bundesminister! Daher ist es gut so, dass es dieses Gesetz gibt und sich Herr General Entacher beschweren konnte. Daher ist es gut so, dass diese Kommission auch weisungsunabhängig entscheiden konnte. Diese Kommission, die von Ihnen in diesem Interview als „nur“ – unter Anführungszeichen – beamtete Kommission dargestellt wurde (Ruf bei der FPÖ: Ist ja ein Wahnsinn!), gilt es zu verteidigen. (Abg. List: ... ÖVP-Kommission! ÖVP-Kommission!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Graf und Dr. Fichtenbauer. – Bundesminister Mag. Darabos: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. List: ... Kommission!
ginnen, Entscheidungen, die in diesem Rechtsstaat vonseiten der Beamten getroffen werden, infrage zu stellen, dann stellen Sie den gesamten Rechtsstaat infrage, und da können Sie nicht mit unserer Unterstützung rechnen! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Graf und Dr. Fichtenbauer. – Bundesminister Mag. Darabos: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. List: ... Kommission!)
Heiterkeit beim BZÖ.
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben in diesem Interview auch erklärt, dass Ihre Entscheidung aus Ihrer Sicht legitim war. Ich musste unbedingt im Duden nachschauen, was unter „legitim“ steht. (Heiterkeit beim BZÖ.) Unter „legitim“ stehen zwei Ausdrücke. (Ruf beim BZÖ: Dazu brauchen Sie einen Duden?) Der erste lautet: Es entspricht dem Gesetz, erlaubt, genehmigt, gesetzlich – und die Kommission hat festgestellt, dass es das nicht ist; also in diesem Sinne ist es nicht legitim.
Ruf beim BZÖ: Dazu brauchen Sie einen Duden?
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben in diesem Interview auch erklärt, dass Ihre Entscheidung aus Ihrer Sicht legitim war. Ich musste unbedingt im Duden nachschauen, was unter „legitim“ steht. (Heiterkeit beim BZÖ.) Unter „legitim“ stehen zwei Ausdrücke. (Ruf beim BZÖ: Dazu brauchen Sie einen Duden?) Der erste lautet: Es entspricht dem Gesetz, erlaubt, genehmigt, gesetzlich – und die Kommission hat festgestellt, dass es das nicht ist; also in diesem Sinne ist es nicht legitim.
Abg. Mag. Stadler: Was steht ...?
Es ist nur im anderen Sinn des Wortes legitim, nämlich wenn Sie meinen, das wäre begreiflich. – Ja, aus Ihrer Sicht kann die Haltung vielleicht begreiflich sein. Die Entscheidung war jedenfalls nicht legal, und das ist der entscheidende Punkt. (Abg. Mag. Stadler: Was steht ...?) Wenn Sie auf andere Punkte – auch von anderen Ministern – und auf Parteipolitik verweisen, dann muss ich Ihnen sagen (Zwischenruf des Abg. Petzner): Dort hatten die entsprechenden Minister keine Aufhebung eines Bescheids durch die Berufungskommission zu verantworten. Die haben nur Sie zu verantworten, Herr Bundesminister. (Ruf beim BZÖ: Ein Mandatar ...!)
Zwischenruf des Abg. Petzner
Es ist nur im anderen Sinn des Wortes legitim, nämlich wenn Sie meinen, das wäre begreiflich. – Ja, aus Ihrer Sicht kann die Haltung vielleicht begreiflich sein. Die Entscheidung war jedenfalls nicht legal, und das ist der entscheidende Punkt. (Abg. Mag. Stadler: Was steht ...?) Wenn Sie auf andere Punkte – auch von anderen Ministern – und auf Parteipolitik verweisen, dann muss ich Ihnen sagen (Zwischenruf des Abg. Petzner): Dort hatten die entsprechenden Minister keine Aufhebung eines Bescheids durch die Berufungskommission zu verantworten. Die haben nur Sie zu verantworten, Herr Bundesminister. (Ruf beim BZÖ: Ein Mandatar ...!)
Ruf beim BZÖ: Ein Mandatar ...!
Es ist nur im anderen Sinn des Wortes legitim, nämlich wenn Sie meinen, das wäre begreiflich. – Ja, aus Ihrer Sicht kann die Haltung vielleicht begreiflich sein. Die Entscheidung war jedenfalls nicht legal, und das ist der entscheidende Punkt. (Abg. Mag. Stadler: Was steht ...?) Wenn Sie auf andere Punkte – auch von anderen Ministern – und auf Parteipolitik verweisen, dann muss ich Ihnen sagen (Zwischenruf des Abg. Petzner): Dort hatten die entsprechenden Minister keine Aufhebung eines Bescheids durch die Berufungskommission zu verantworten. Die haben nur Sie zu verantworten, Herr Bundesminister. (Ruf beim BZÖ: Ein Mandatar ...!)
Abg. Grosz: Nicht zu verwechseln mit ...!
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben in diesem Interview auch immer wieder das Primat der Politik genannt. (Abg. Grosz: Nicht zu verwechseln mit ...!) Es gebührt, sich noch einmal damit auseinanderzusetzen. „Das Primat der Politik“ wurde nämlich erstmals unter Metternich verwendet, und ich glaube nicht, dass Sie in Wirklichkeit die Politik des absolutistisch regierenden Metternich verteidigen wollten. Ich glaube, dass Sie im Grunde sagen wollten: Die Politik – oder die Entscheidungslage – im österreichischen Bundesheer hat nicht von den Militärs bestimmt zu sein, sondern von den demokratisch gewählten Volksvertretern.
Beifall bei der ÖVP.
Ressortleiter sind dem Parlament und damit den Gesetzen, die hier im Parlament verabschiedet werden, verantwortlich. Herr Kollege Darabos! Das halte ich in einer klaren Amtsführung für besonders wichtig – in einer Amtsführung, die entsprechend dem Gesetz durchgeführt werden muss, weil gerade die Landesverteidigung ein ganz besonders wichtiges Ressort ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Das ist das Entscheidende. Ich glaube, hier sind sehr viele Personen, die nicht das österreichische Bundesheer schlechtmachen wollen, wie Sie, Herr Bundesminister, in Ihrem Redebeitrag vermutet haben. Im Gegenteil: Es ist die Sorge um das österreichische Bundesheer, die es uns gebietet, noch klarer, noch deutlicher auf Ihre Ressortführung zu schauen – im Interesse des österreichischen Bundesheeres, für die österreichische Landesverteidigung und für die österreichischen Soldatinnen und Soldaten, zum Wohle unseres Landes. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Mag. Stadler: Das war bezeichnend! – Zwischenruf des Abg. List.
nur einen davon überzeugt haben, dass Sie ein Minister sind, dem sinnvolle Reformen ein Anliegen sind, dann sage ich Ihnen: Ich würde das nicht vermuten. Es gibt in den SPÖ-Reihen Leute, die sagen ... – Das sagt sogar der Wehrsprecher; er hat in seinem Debattenbeitrag nicht ein einziges Mal den Namen Entacher in den Mund genommen (Abg. Mag. Stadler: Das war bezeichnend! – Zwischenruf des Abg. List.) – also eine Rückenstärkung für den Minister habe ich hier nicht erkannt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
nur einen davon überzeugt haben, dass Sie ein Minister sind, dem sinnvolle Reformen ein Anliegen sind, dann sage ich Ihnen: Ich würde das nicht vermuten. Es gibt in den SPÖ-Reihen Leute, die sagen ... – Das sagt sogar der Wehrsprecher; er hat in seinem Debattenbeitrag nicht ein einziges Mal den Namen Entacher in den Mund genommen (Abg. Mag. Stadler: Das war bezeichnend! – Zwischenruf des Abg. List.) – also eine Rückenstärkung für den Minister habe ich hier nicht erkannt. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Sicher nicht!
Herr Bundesminister, Sie haben uns einige Dinge aufgezählt, von denen Sie meinen, sie würden sogar die Bezeichnung „Verwaltungsreform“, „positiver Ansatz“ verdienen. Sie sagen, Sie haben 400 Beamte vom Verteidigungsministerium in das Finanzministerium gebracht, 200 in das Bundesministerium für Inneres. – Eine Verwaltungsreform ist das beileibe nicht. (Ruf beim BZÖ: Sicher nicht!) Das war die Flucht Ihrer eigenen Beamtenschaft, die unter Ihrer Führung keine Perspektive mehr erkennt. Sie sind geflüchtet. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundesminister, Sie haben uns einige Dinge aufgezählt, von denen Sie meinen, sie würden sogar die Bezeichnung „Verwaltungsreform“, „positiver Ansatz“ verdienen. Sie sagen, Sie haben 400 Beamte vom Verteidigungsministerium in das Finanzministerium gebracht, 200 in das Bundesministerium für Inneres. – Eine Verwaltungsreform ist das beileibe nicht. (Ruf beim BZÖ: Sicher nicht!) Das war die Flucht Ihrer eigenen Beamtenschaft, die unter Ihrer Führung keine Perspektive mehr erkennt. Sie sind geflüchtet. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Was machte der Bundesminister aus voller Überzeugung? – Was er am 2. Oktober gesagt hat, hat drei Tage später nichts mehr gezählt; es gab sofort die andere Debatte. Herr Minister, Sie dürfen sich nicht wundern, wenn Ihre Spitzenbeamten mit dem rasanten Tempo gar nicht mitkommen – ja nicht mitkommen wollen. Ich habe daher durchaus Hochachtung vor Beamten, die noch den Mut aufbringen, eine Meinung zu vertreten, die jener, die der Minister vertritt, diametral gegenübersteht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Sie haben aber in Bezug auf das Berufsbeamtentum eine für mich wesentliche Frage angesprochen, und ich glaube, das sollte Anlass für Überlegungen sein, in Hinkunft Spitzenbeamte nur mehr auf Legislaturperioden zu besetzen. Ich halte das wirklich für diskutabel. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Ich sage allerdings gleich dazu, dass man bessere Schutzklauseln und auch finanzielle Abfederungen im Dienst- und Besoldungsrecht einführen muss. Vorstellbar ist auch ein parlamentarisches Anhörungsrecht wie in den USA, wo sich Beamte zuerst bewerben müssen und dann jederzeit vor dem Ausschuss erscheinen können, um ihre Sachmeinung abzugeben – nicht nur gefiltert durch den Minister.
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Die Entsolidarisierung, die wir feststellen, ist eindeutig auf die Führung des Verteidigungsministeriums zurückzuführen. Herr Bundesminister für Landesverteidigung! Ich glaube, in einer stillen Stunde wäre es angebracht, dass Sie selbst darüber nachdenken, was für die Republik Österreich, für das Verteidigungsressort, aber – bei diesen Umfragen! – vielleicht auch für Ihre Partei das Klügste wäre. Vielleicht finden Sie einen Job in der burgenländischen Landesregierung oder durch eine Umgruppierung. Befreien Sie dieses Verteidigungsministerium! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Herr Bundesminister Darabos, Sie haben uns heute etwas gesagt, das mich bestärkt, dass wir diesen Misstrauensantrag unterstützen. Sie haben angekündigt, sich auf Ihrem Weg nicht beirren zu lassen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist kein guter Weg. Das ist ein schlechter Weg, und daher werden wir das Misstrauensvotum auch unterstützen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Christian Lausch (FPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundesminister, lassen Sie mich kurz auf Ihre Rede, auf Ihre Beantwortung unserer Fragen eingehen. Sie haben da irgendetwas missverstanden: Wir Freiheitliche sind nicht der Meinung, das österreichische Bundesheer arbeite schlecht, sondern Sie als Verteidigungsminister. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie äußern sich in den Kasernen schon gar nicht mehr, sie wollen Sie gar nicht mehr verteidigen. Darum ist es löblich, dass Ihre Parlamentsfraktion Sie hier noch verteidigt, aber die rote Personalvertretung hat sich schon längst von Ihnen als Bundesminister für Landesverteidigung verabschiedet. Ich glaube, das spricht Bände. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister Darabos, es wäre höchste Zeit zu gehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf: Zugsführer Cap!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Ruf: Zugsführer Cap!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Einige Anmerkungen müssen da schon noch eingebracht werden (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), denn welches Demokratieverständnis ist denn das, dass Diskussion und Misstrauensantrag nur mehr ein kurzer Weg sind, wenn es eine Diskussion gibt und ein Minister seine Meinung äußert. Ich kann nicht ganz nachvollziehen (Zwischenruf des Abg. Amon), woraus man dann den Schluss zieht, dass es einen Rücktritt geben muss.
Zwischenruf des Abg. Amon
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Einige Anmerkungen müssen da schon noch eingebracht werden (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), denn welches Demokratieverständnis ist denn das, dass Diskussion und Misstrauensantrag nur mehr ein kurzer Weg sind, wenn es eine Diskussion gibt und ein Minister seine Meinung äußert. Ich kann nicht ganz nachvollziehen (Zwischenruf des Abg. Amon), woraus man dann den Schluss zieht, dass es einen Rücktritt geben muss.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Der zweite Punkt, der mir dabei wichtig zu sein scheint: Es hat zwei Rechtsmeinungen gegeben – natürlich –, die unabhängige Kommission hatte eine andere Rechtsmeinung. Der Herr Minister hat immer gesagt, dass er das respektiert, aber deswegen daraus, dass der Minister eine Rechtsmeinung geäußert hat, den Schluss zu ziehen und zu sagen, das sei ungeheuerlich, da müsse ein Misstrauensantrag her, er müsse zurücktreten, das kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Scheibner.
Wenn wir schon über Rücktritte reden: Wenn ein General in der alten österreichischen Armee eine andere Meinung hatte als die Führungsmeinung, dann hat der General Abschied genommen. Da hat man sich nicht vor einer unabhängigen Kommission oder sonst wo getroffen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Scheibner.) – Ich respektiere die österreichischen Gesetze, selbstverständlich.
Abg. Kopf: Gefährliche Argumentation!
Der General hat sich öffentlich geäußert und gesagt, dass er mit einem Reformprojekt des Ministers nicht übereinstimmen kann. Die Logik in der früheren Armee wäre gewesen, dass er sagt, das muss halt jetzt ein anderer machen; ich kann das nicht mehr mittragen. So war das damals. (Abg. Kopf: Gefährliche Argumentation!) – Nein, nein, nicht gefährlich. Ich rede von der alten Armee. (Abg. Grosz: Ein sehr gefährlicher Vergleich!)
Abg. Grosz: Ein sehr gefährlicher Vergleich!
Der General hat sich öffentlich geäußert und gesagt, dass er mit einem Reformprojekt des Ministers nicht übereinstimmen kann. Die Logik in der früheren Armee wäre gewesen, dass er sagt, das muss halt jetzt ein anderer machen; ich kann das nicht mehr mittragen. So war das damals. (Abg. Kopf: Gefährliche Argumentation!) – Nein, nein, nicht gefährlich. Ich rede von der alten Armee. (Abg. Grosz: Ein sehr gefährlicher Vergleich!)
Zwischenruf des Abg. Amon
Wir diskutieren da die Frage, ob ein General öffentlich gegen die Politik des Ministers Position bezieht (Zwischenruf des Abg. Amon) und ob das eine Einschränkung der demokratischen Meinungsfreiheit ist. Also welche Vorstellungen einer staatlichen Organisation haben Sie eigentlich in Bezug – zum Beispiel – auf das Heer? (Abg. Amon: Rechtsstaat!) Wenn ich zu Ende denke, was Sie sagen, heißt das, das Heer wählt sich
Abg. Amon: Rechtsstaat!
Wir diskutieren da die Frage, ob ein General öffentlich gegen die Politik des Ministers Position bezieht (Zwischenruf des Abg. Amon) und ob das eine Einschränkung der demokratischen Meinungsfreiheit ist. Also welche Vorstellungen einer staatlichen Organisation haben Sie eigentlich in Bezug – zum Beispiel – auf das Heer? (Abg. Amon: Rechtsstaat!) Wenn ich zu Ende denke, was Sie sagen, heißt das, das Heer wählt sich
Abg. Strache: Aber es gibt keinen politischen Auftrag dazu! Es gibt keinen parlamentarischen Auftrag!
Es muss doch noch legitim sein, wenn man sich heute herstellt und sagt, dass man ein Reformprojekt hat, dass man analog zur Mehrheit aller Mitgliedsländer der Europäischen Union über ein Profiheer, ein Freiwilligenheer nicht nur nachdenken möchte, sondern auch versuchen, es umzusetzen – zum Beispiel indem man diese Pilotprojekte jetzt einmal im Rahmen des Möglichen andenkt, im Rahmen der Regeln, die jetzt in diesem Ministerium gegeben sind. (Abg. Strache: Aber es gibt keinen politischen Auftrag dazu! Es gibt keinen parlamentarischen Auftrag!)
Abg. Strache: Es gibt keinen parlamentarischen Auftrag dazu!
Ehrlich gesagt, wenn ich grundsätzlich dagegen bin, dass man Projekte über Reformen der Heeresorganisation macht (Abg. Strache: Es gibt keinen parlamentarischen Auftrag dazu!), dann hätte die Diskussion auch schon früher einsetzen müssen. Da oben (auf die Regierungsbank weisend) ist Bundeskanzler Schüssel gestanden bei seiner Regierungserklärung im Jahr 2000 und hat hier bereits die Schiene gelegt für eine Entwicklung, für eine Reformdebatte in der Reformkommission unter dem Vorsitz von Helmut Zilk in Richtung Berufsheer. Da (erneut auf die Regierungsbank weisend) ist er gesessen, der damalige Bundeskanzler. Die Blauen waren damals in der Regierung, später die Orangen, haben dann immer das Verteidigungsministerium gehalten und haben fleißig in dieser Kommission mitgearbeitet, wo es noch wörtlich geheißen hat, es sei „die Gliederung des Bundesheeres 2010 so zu gestalten, dass spätere Entwicklungen, etwa auch die Aussetzung der Wehrpflicht und die Umstellung auf ein Freiwilligenheer, möglich sind“. (Abg. Strache: Möglich, ja, aber nicht zwingend!)
Abg. Strache: Möglich, ja, aber nicht zwingend!
Ehrlich gesagt, wenn ich grundsätzlich dagegen bin, dass man Projekte über Reformen der Heeresorganisation macht (Abg. Strache: Es gibt keinen parlamentarischen Auftrag dazu!), dann hätte die Diskussion auch schon früher einsetzen müssen. Da oben (auf die Regierungsbank weisend) ist Bundeskanzler Schüssel gestanden bei seiner Regierungserklärung im Jahr 2000 und hat hier bereits die Schiene gelegt für eine Entwicklung, für eine Reformdebatte in der Reformkommission unter dem Vorsitz von Helmut Zilk in Richtung Berufsheer. Da (erneut auf die Regierungsbank weisend) ist er gesessen, der damalige Bundeskanzler. Die Blauen waren damals in der Regierung, später die Orangen, haben dann immer das Verteidigungsministerium gehalten und haben fleißig in dieser Kommission mitgearbeitet, wo es noch wörtlich geheißen hat, es sei „die Gliederung des Bundesheeres 2010 so zu gestalten, dass spätere Entwicklungen, etwa auch die Aussetzung der Wehrpflicht und die Umstellung auf ein Freiwilligenheer, möglich sind“. (Abg. Strache: Möglich, ja, aber nicht zwingend!)
Abg. Bucher: Aber der vermasselt ja alles!
Es ist also eine ziemlich unseriöse Debatte, die da geführt wird, und es ist auch eine indirekte Diskussion, eine Scheindiskussion. Ihnen geht es gar nicht um Entacher. Ihnen geht es nicht um Entacher, Ihnen geht es um die Frage Profiheer – ja oder nein, Freiwilligenheer – ja oder nein. Das ist die entscheidende Frage, aber die kann man doch bitte ausdiskutieren, genauso wie man die Konzepte diskutieren kann, die den Ersatz des Zivildienstes betreffen, wo es auch Vorschläge gegeben hat. (Abg. Bucher: Aber der vermasselt ja alles!)
Abg. Strache: Ein verfassungstreuer Beamter war er!
Bei allem Respekt vor Dienstrecht und vor Gesetzen: Wenn jemand Minister ist und er hat dort hauptverantwortliche Mitarbeiter, dann ist Vertrauen die Basis, Loyalität und Kompetenz die Voraussetzung, und letztlich ist Teamgeist gefragt, um das auch wirklich alles umzusetzen. So verstehe ich das: Dass sich Ministerien, Ressorts, Länder organisieren, und nicht, dass der Minister einen Vorschlag macht, und sein wichtigster, höchster Mitarbeiter sagt in einem Interview in einem Magazin: Na, so geht das nicht! – Das ist ja unvorstellbar! Wo gibt es so etwas? Darüber müsste eigentlich die Diskussion gehen, wieso das möglich ist und wieso nicht dieser Aufschrei zu diesem Zeitpunkt erfolgt ist. (Abg. Strache: Ein verfassungstreuer Beamter war er!)
Abg. Dr. Graf: Bei uns haben sie Unterschriften gesammelt, aber keinen rausgehaut!
Was dann gewesen ist – okay, da kann man unterschiedlicher Meinung sein. Es waren zwei Rechtsmeinungen, und es wurde letztlich so entschieden. (Abg. Dr. Graf: Bei uns haben sie Unterschriften gesammelt, aber keinen rausgehaut!) Aber das rechtfertigt noch lange nicht die Tonlage der Debatte gegenüber dem Minister. Und meiner Meinung nach, meiner politischen Meinung nach, rechtfertigt es auch noch lange nicht, dass man hier einen Misstrauensantrag gegen einen Minister stellt, der den Mut hat, auch Tabu-Grenzen zu überschreiten, der Reformprojekte präsentiert, der über Langzeitreformen des Heeres nachdenkt – einmal einer, der nicht von einem Tag auf den anderen denkt.
Abg. Strache: Die Draken-Marizzi-Geschichte!
Was haben wir denn in der Vergangenheit schon alles erlebt?! – Panzerkäufe, die kein Mensch gebraucht hat, Panzer, die jetzt irgendwo in der Gegend herumstehen, die Eurofighter, wo wir da x-mal gestanden sind und gesagt haben: Für die Luftraumüberwachung brauchen wir diese sündteuren, milliardenteuren Eurofighter, mit einem Vertrag, wo keiner mehr hat aussteigen können? Das müsste man heute diskutieren, nicht, wie jemand hier gesagt hat, der Minister hat zwar einiges eingespart, aber das ist so, wie wenn ich einen Mercedes kaufe, wo ein paar Bremsen fehlen – oder wie auch immer das formuliert wurde. (Abg. Strache: Die Draken-Marizzi-Geschichte!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde, wir sollten trachten, da wieder zusammenzukommen, wieder gemeinsam an diese Frage heranzugehen, dass wir die Tonlage gegenüber dem Minister ändern und konstruktive Debatten führen – und das nicht zu einem billigen Spiel machen und parteipolitisches Kleingeld auf dem Rücken all derer wechseln, die im Bundesheer tätig sind und für die Republik ihr Bestes geben wollen. Das würde ich gerne hier einmahnen, und für diesen neuen Diskussionsstil würde ich stehen. Vielleicht redet der Kollege Grosz nach mir – er ist ja der beste Garant dafür, dass der Diskussionsstil auch wirklich eingehalten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
So macht man auch nicht Wehrpolitik in diesem Land! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Oberstleutnant Kurt List vom BZÖ hat heute die Gründe für das berechtigte Misstrauen hier angeführt, ebenso der Kollege Kunasek von der FPÖ, nämlich dass das Misstrauen gerechtfertigt ist, da dieser Minister, seit er im Amt ist, mehrmals gezeigt hat, dass er das Ressort nicht führt. Er mag das Ressort nicht, er hat keine persönliche Emotion, keine Empfindung gegenüber der Landesverteidigung, er führt es auch nicht selbst, sondern es führt der der ÖBB-Oberwachtmeister und Kabinettchef Kammerhofer. Das ist eigentlich der wahre Minister, der zehn Meter versetzt von der Regierungsbank steht, aber eigentlich hier sitzen sollte. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Wir wollen gar keinen Krieg gewinnen!
Den zweiten Wahnsinn erleben wir bei der richtigen und sachlich wichtigen Debatte um die Wehrpflicht. Es kann ja nicht sein, dass das Bundesheer die Beschäftigungstherapie für die Defizite im familiären Umfeld ist, die dann das Bundesheer im Rahmen der Wehrpflicht zu erledigen hat. Daher halte ich ja die Wehrpflicht wirklich für sinnlos, weil sie auch nichts mehr bringt, auch sachlich nichts mehr bringt. Welchen Krieg wollen wir mit in sechs Monaten ausgebildeten Rekruten in dem Land noch gewinnen? (Abg. Dr. Graf: Wir wollen gar keinen Krieg gewinnen!) Da können Sie nicht einmal gegen die Schweizergarde antreten, denn da werden sie auch verlieren, wenn sie gegen den Vatikan beim Fußball antreten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Den zweiten Wahnsinn erleben wir bei der richtigen und sachlich wichtigen Debatte um die Wehrpflicht. Es kann ja nicht sein, dass das Bundesheer die Beschäftigungstherapie für die Defizite im familiären Umfeld ist, die dann das Bundesheer im Rahmen der Wehrpflicht zu erledigen hat. Daher halte ich ja die Wehrpflicht wirklich für sinnlos, weil sie auch nichts mehr bringt, auch sachlich nichts mehr bringt. Welchen Krieg wollen wir mit in sechs Monaten ausgebildeten Rekruten in dem Land noch gewinnen? (Abg. Dr. Graf: Wir wollen gar keinen Krieg gewinnen!) Da können Sie nicht einmal gegen die Schweizergarde antreten, denn da werden sie auch verlieren, wenn sie gegen den Vatikan beim Fußball antreten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir vom BZÖ werden heute diesem Misstrauensantrag zustimmen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Hohes Haus! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Die doch sehr armseligen Äußerungen, die mein Vorredner in meine Richtung auszusprechen geneigt war (Beifall bei der FPÖ), haben folgenden Hintergrund: Frau Kollegin Lapp hat eine Rede hier gehalten, die mich geradezu gequält hat.
Beifall bei der FPÖ.
Aber eines lasse ich mir nicht nehmen, von wem immer: Ich bin in politischer Gegnerschaft zu Ihnen, Herr Minister – und dazu brauche ich gar keinen „Mut“. Mut hatte ich schon, da waren Sie noch nicht einmal auf der Welt, lieber Herr Vorredner. Ich stehe in politischer Gegnerschaft, die ich bezüglich des Ministers Darabos klar zum Ausdruck gebracht habe. Ich habe aber eine andere Wortwahl als manche andere. Und eines kann mir hier niemand anschaffen, nämlich zur persönlichen Feindschaft überzugehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Niemand der politischen Konkurrenten hier veranlasst mich, politische oder persönliche Feindschaft zu projizieren. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch wenn der Misstrauensantrag gegen Minister Darabos Erfolg hätte, würde ich in derselben Minute nachher mit derselben mir anerzogenen und von mir geübten Höflichkeit und Freundlichkeit Herrn Darabos wieder begegnen. Und das empfehle ich allen hier in diesem Haus: politische Gegnerschaft ja, persönliche Feindschaft, die ist des Teufels; dazu stehe ich. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Wer das nicht hören und anerkennen will, der sollte Nachhilfestunden in politischer Kultur nehmen. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Politik ist Politik, ist per se Reform, kein Zweifel – aber Vollziehung eines Gesetzes hat aufgrund der Verfassungslage zu erfolgen. Daran führt kein Weg vorbei. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne lade ich alle ein, dem Misstrauensantrag zu folgen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Antrag ist somit abgelehnt. (Beifall bei der SPÖ.)
Siehe Korrektur durch Präsidenten Neugebauer S. 197.
(Siehe Korrektur durch Präsidenten Neugebauer S. 197.)
Beifall bei der ÖVP.
Im 21. Jahrhundert sollte es, wie ich meine, in einer Republik eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass Gleichberechtigung gelebt wird, und ich glaube, es wird in diesem Staat auch so gemacht. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn es aber zu Verfehlungen kommt, so ist das auch zu ahnden.
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen, dass es da und dort, wie gesagt, zu Nachjustierungen kommt. Wir wissen, dass die Wirtschaft froh ist, tüchtige Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die Wirtschaft stellt etwas ganz klar: Bei gleicher Leistung darf das Geschlecht keine Rolle spielen. Jeder Unternehmer ist froh, für eine Führungsposition eine tüchtige Frau zu bekommen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Obernosterer! Wenn dem so wäre, wie Sie gesagt haben, würden wir keinen Unterschied beim Einkommen der Frauen und Männer haben, außer Sie unterstellen, dass die Frauen weniger leisten als Männer, und davon gehe ich nicht aus. Es liegt daher nicht an einer geringeren Leistung der Frauen! Daher ist es leider in der Realität nicht so, wie Sie behauptet haben, dass Frauen für gleichwertige Arbeit gleiches Einkommen erzielen, aber wir arbeiten daran, dass es in Zukunft so sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird an uns allen liegen, welchen Drive die Gleichstellungspolitik erhält. Mit Gender-Budgeting steht uns jedenfalls ein weiteres Hilfsmittel zur Verfügung. Ich denke, das sind wir den Frauen in Österreich schuldig, dass es zuerst eine tatsächliche Gleichstellung gibt, bevor wir von weiteren Änderungen in Bezug auf den Verlauf von Lebensbiographien hier in diesem Hause sprechen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wir sind das einzige Land in Europa!
Es hat ein breites Frauenbündnis hier in diesem Haus gegeben (Abg. Dr. Bartenstein: Wir sind das einzige Land in Europa!) – Aber Sie hören meinen Argumenten schon zu! Ich erzähle Ihnen jetzt gerade von all diesen Hintergründen, und Ihr einziges Argument ist: „Wir sind das einzige Land in Europa!“ Hallo!, kann ich da nur sagen, denn das ist echt ein bisschen wenig, Herr Bartenstein, zu sagen: „Wir sind das einzige Land in Europa!“ Das ist mir wirklich zu wenig. Man muss sich das strukturell anschauen, was die Ursache für Altersarmut bei Frauen ist. Wenn argumentiert wird, dann bitte auch hinhören; ich habe jetzt leider nicht mehr viel Zeit.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Jetzt damit anzufangen und den Frauen zu erklären, alle Benachteiligungen seien vorbei, so kann es doch nicht sein! Und dieser Bericht zeigt deutlich auf, dass es nach wie vor Benachteiligungen von Frauen gibt. Daher: Dagegen müssen wir weiter kämpfen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch einen Appell an Sie alle richten: Unser aller Ziel muss es sein, eine Gleichstellung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unabhängig von Geschlecht oder Alter zu erreichen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage in diesem Sinne: Herzlichen Dank! Ich glaube, dass noch vieles zu tun ist, aber wir sollten wirklich auch stolz auf das sein, was schon erreicht wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hakel: Kurzmann blockiert alles!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem einen oder anderen Abgeordneten gerade von der SPÖ wird dieser Entschließungsantrag bekannt vorkommen. (Abg. Hakel: Kurzmann blockiert alles!) Kurzmann blockiert überhaupt nichts, Frau Kollegin. Sie versuchen jetzt, mit – ich sage es ganz bewusst – Petitionen vorzugaukeln, dass sich die SPÖ für die Direkt-Zugverbindung einsetzt. (Abg. Hakel: Ist alles ausverhandelt!) Heute haben Sie die Möglichkeit – gerade auch die Unterzeichner dieser Petition von der SPÖ –, unseren Antrag zu unterstützen. Dann hätten wir für die Steiermark wirklich etwas erreicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hakel: Ist alles ausverhandelt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem einen oder anderen Abgeordneten gerade von der SPÖ wird dieser Entschließungsantrag bekannt vorkommen. (Abg. Hakel: Kurzmann blockiert alles!) Kurzmann blockiert überhaupt nichts, Frau Kollegin. Sie versuchen jetzt, mit – ich sage es ganz bewusst – Petitionen vorzugaukeln, dass sich die SPÖ für die Direkt-Zugverbindung einsetzt. (Abg. Hakel: Ist alles ausverhandelt!) Heute haben Sie die Möglichkeit – gerade auch die Unterzeichner dieser Petition von der SPÖ –, unseren Antrag zu unterstützen. Dann hätten wir für die Steiermark wirklich etwas erreicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem einen oder anderen Abgeordneten gerade von der SPÖ wird dieser Entschließungsantrag bekannt vorkommen. (Abg. Hakel: Kurzmann blockiert alles!) Kurzmann blockiert überhaupt nichts, Frau Kollegin. Sie versuchen jetzt, mit – ich sage es ganz bewusst – Petitionen vorzugaukeln, dass sich die SPÖ für die Direkt-Zugverbindung einsetzt. (Abg. Hakel: Ist alles ausverhandelt!) Heute haben Sie die Möglichkeit – gerade auch die Unterzeichner dieser Petition von der SPÖ –, unseren Antrag zu unterstützen. Dann hätten wir für die Steiermark wirklich etwas erreicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: „Gemeinwirtschaftliche“! – Zwischenruf des Abg. Zanger.
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Der Gemeinschaftliche Leistungsbericht ist, würde ich sagen ... (Abg. Dr. Bartenstein: „Gemeinwirtschaftliche“! – Zwischenruf des Abg. Zanger.) Der Gemeinwirtschaftliche Leistungsbericht ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Neben einer guten Infrastruktur sind eben die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der zweite und entscheidende Baustein, um die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene zu erreichen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zusammenfassend: Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Verkehrspolitik. Dass im Budget 2012 die zur Verfügung stehenden Mittel noch einmal um 50 Millionen € erhöht werden, trägt ihrer Bedeutung Rechnung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haberzettl: Ist das schlecht?
Herr Kollege Heinzl, es gibt leider eine konkurrenzfreie Direktvergabe. Man hätte diese gemeinwirtschaftlichen Leistungen auch ausschreiben und damit einen Wettbewerb etablieren können. Sicherlich hätten sich die ÖBB dann nicht so leicht getan; ich verstehe diesen Vertrag teilweise auch als Arbeitsplatzförderung bei den ÖBB. (Abg. Haberzettl: Ist das schlecht?) Okay, so war es. (Abg. Haberzettl: Und? Ist das schlecht, Frau Kollegin?) Wir hätten praktisch günstigere Kilometerpreise für den Zug haben können. (Abg. Haberzettl: Wie denn? Das glaube ich nicht, Frau Kollegin!) Aber wir haben wieder auf die Verhältnisse bei den ÖBB Rücksicht genommen.
Abg. Haberzettl: Und? Ist das schlecht, Frau Kollegin?
Herr Kollege Heinzl, es gibt leider eine konkurrenzfreie Direktvergabe. Man hätte diese gemeinwirtschaftlichen Leistungen auch ausschreiben und damit einen Wettbewerb etablieren können. Sicherlich hätten sich die ÖBB dann nicht so leicht getan; ich verstehe diesen Vertrag teilweise auch als Arbeitsplatzförderung bei den ÖBB. (Abg. Haberzettl: Ist das schlecht?) Okay, so war es. (Abg. Haberzettl: Und? Ist das schlecht, Frau Kollegin?) Wir hätten praktisch günstigere Kilometerpreise für den Zug haben können. (Abg. Haberzettl: Wie denn? Das glaube ich nicht, Frau Kollegin!) Aber wir haben wieder auf die Verhältnisse bei den ÖBB Rücksicht genommen.
Abg. Haberzettl: Wie denn? Das glaube ich nicht, Frau Kollegin!
Herr Kollege Heinzl, es gibt leider eine konkurrenzfreie Direktvergabe. Man hätte diese gemeinwirtschaftlichen Leistungen auch ausschreiben und damit einen Wettbewerb etablieren können. Sicherlich hätten sich die ÖBB dann nicht so leicht getan; ich verstehe diesen Vertrag teilweise auch als Arbeitsplatzförderung bei den ÖBB. (Abg. Haberzettl: Ist das schlecht?) Okay, so war es. (Abg. Haberzettl: Und? Ist das schlecht, Frau Kollegin?) Wir hätten praktisch günstigere Kilometerpreise für den Zug haben können. (Abg. Haberzettl: Wie denn? Das glaube ich nicht, Frau Kollegin!) Aber wir haben wieder auf die Verhältnisse bei den ÖBB Rücksicht genommen.
Beifall bei den Grünen.
Somit tut es mir leid, dass ich diesem Bericht, auch wenn er besser als seine Vorgänger ist, meine Zustimmung nicht geben kann. Ich bin aber sehr dafür, dass die ÖBB ihre Leistungen weiterhin ausdehnen. (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Moser.
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Selten war ich so sehr einer Meinung, in fast allen Punkten, wie heute mit Frau Kollegin Moser, auch wenn Sie das jetzt überrascht; ich hoffe, nicht schockiert. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ, BZÖ und Grünen.
Der Bericht weist mit Stolz darauf hin, dass 70 Millionen Kilometer pro Jahr bestellt werden. Leider Gottes sind da die Kilometer zwischen Graz und Linz nicht dabei! Sie waren nicht mehr drin, obwohl es nur gut über 200 Kilometer sind. Da entwickelt sich jetzt eine schwarz-grüne Achse zwischen der Steiermark und den Oberösterreichern oder zumindest der Oberösterreicherin. Das sage ich schon: Wenn so viel Geld seitens des Steuerzahlers in einen Bereich hineingepumpt wird, dann sollte eine Grundverkehrsverbindung zwischen den Landeshauptstädten allemal drin sein! (Beifall bei ÖVP, FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Also: Es können, müssen aber nicht immer die ÖBB sein. Daher auf zu neuen Ufern! Schreiben Sie doch die gemeinwirtschaftlichen Leistungen in Zukunft aus! Das ist durchaus möglich. Vielleicht verbessern sich dann die Leistungen. Wir müssen überhaupt das Thema „Bahn“ neu denken. Infrastruktur, das ist eine staatliche Aufgabe, aber wer darauf fährt – das können einmal die ÖBB sein oder auch jemand anderer, der es vielleicht besser macht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Haberzettl
Wenn wir uns den Güterverkehr anschauen, so sind dort die ÖBB Monopolist, kann man fast sagen. Es gibt eigentlich kaum eine Möglichkeit für eine Privatbahn, dort etwas voranzubringen beziehungsweise wirtschaftlich (Zwischenruf des Abg. Haberzettl) – Herr Kollege, Sie kommen auch noch dran! – beziehungsweise wirtschaftlich etwas voranzubringen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.
Wenn ich dann noch einmal kurz erklären darf: 40 000 pensionsberechtigte ÖBB-Bedienstete verursachen Kosten von 1,2 Milliarden € für Sonderregelungen. Ich weiß schon, warum Sie zurückgetreten sind, Herr Haberzettl: Sie können das auch nicht mehr verantworten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.) Aber hier wurden für die ÖBB-Bediensteten 1,2 Milliarden € an Pensionszuckerln zusätzlich geschaffen, und zwar bei der Nebenbezugspauschale, die in die Pension eingerechnet wird. Das heißt, in keinem anderen Bereich, nur im geschützten Bereich der ÖBB gibt es das, dass die Nebengebühren eingerechnet werden und die Beamten der ÖBB früher in Pension gehen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.
Wenn ich dann noch einmal kurz erklären darf: 40 000 pensionsberechtigte ÖBB-Bedienstete verursachen Kosten von 1,2 Milliarden € für Sonderregelungen. Ich weiß schon, warum Sie zurückgetreten sind, Herr Haberzettl: Sie können das auch nicht mehr verantworten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.) Aber hier wurden für die ÖBB-Bediensteten 1,2 Milliarden € an Pensionszuckerln zusätzlich geschaffen, und zwar bei der Nebenbezugspauschale, die in die Pension eingerechnet wird. Das heißt, in keinem anderen Bereich, nur im geschützten Bereich der ÖBB gibt es das, dass die Nebengebühren eingerechnet werden und die Beamten der ÖBB früher in Pension gehen können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haberzettl.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kuzdas: Lauter Unsinn!
Das heißt, für jede Überstunde, die geleistet worden ist, kann der ÖBB-Bedienstete früher in Pension gehen. Hier ist eine Ungerechtigkeit, die repariert gehört, meine Damen und Herren! Kollege Haberzettl hat den richtigen Schritt gesetzt. Er kann das selbst nicht mehr verantworten, deswegen wird er zurückgetreten sein. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kuzdas: Lauter Unsinn!)
Abg. Dr. Moser: Das ist ja nicht ihre primäre Aufgabe!
Dieses Bündnis in diesem Bereich gibt es, weil es die Landesregierung war, nämlich die schwarz-grüne Landesregierung in Oberösterreich, die diese gemeinsame Kraftanstrengung nicht mehr unterstützt hat (Abg. Dr. Moser: Das ist ja nicht ihre primäre Aufgabe!), die nämlich ihren Anteil an der Verpflichtung für den öffentlichen Verkehr in einer Pressekonferenz eingestellt hat. Also ich würde sagen, diese plötzliche „Verbindung“ und Gemeinsamkeit ist in diesem Fall leicht durchschaubar. (Abg. Dr. Bartenstein – in Richtung Grüne –: Durchschaut! Ertappt! Pech!)
Abg. Dr. Bartenstein – in Richtung Grüne –: Durchschaut! Ertappt! Pech!
Dieses Bündnis in diesem Bereich gibt es, weil es die Landesregierung war, nämlich die schwarz-grüne Landesregierung in Oberösterreich, die diese gemeinsame Kraftanstrengung nicht mehr unterstützt hat (Abg. Dr. Moser: Das ist ja nicht ihre primäre Aufgabe!), die nämlich ihren Anteil an der Verpflichtung für den öffentlichen Verkehr in einer Pressekonferenz eingestellt hat. Also ich würde sagen, diese plötzliche „Verbindung“ und Gemeinsamkeit ist in diesem Fall leicht durchschaubar. (Abg. Dr. Bartenstein – in Richtung Grüne –: Durchschaut! Ertappt! Pech!)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Aber schreiben wir 92 Millionen Kilometer aus, was heißt denn das? Die deutsche Staatsbahn? Ist das der Wettbewerb? (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Oder die französische Bahn? Also ich würde sagen: Wir haben ein gutes rot-weiß-rotes Unternehmen, das wir stärken sollen, wo wir die Kundenfreundlichkeit erhöhen sollen, wo wir so viel an Leistung erbringen wie noch nie – dieser Bericht stellt das klar.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ferdinand Maier.
Insofern würde ich mir wünschen: Bei aller Kritik – die wichtig ist, denn nur die bringt einen weiter –, seien wir ein bisschen mehr stolz auf die ÖBB! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ferdinand Maier.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Danke, dass ich jetzt nach Ihnen drankomme. Das ist für mich eine Freude, weil ich dann lückenlos anschließen und so manchen Mythos, so manche Dinge, die in der Öffentlichkeit nicht richtig dargestellt werden, richtigstellen kann. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Kollege Hörl, da gehörst auch du oft dazu.
demonstrativer Beifall bei der ÖVP
Wir sind, glaube ich, alle einer Meinung, dass es notwendig ist, dass es auch in dünn besiedelten Gebieten im ländlichen Raum einen öffentlichen Personenverkehr gibt. Dazu ist es eben auch notwendig, dass es gemeinwirtschaftliche Leistungen gibt – so wie es übrigens auch Förderungen zum Beispiel für Bergbauern braucht, die ich absolut nicht in Abrede stelle, aber auch nur für wirklich echte Bergbauern (demonstrativer Beifall bei der ÖVP), denn da ist auch das Spektrum manchmal etwas zu weit.
Beifall bei der SPÖ.
Damit wäre ich schon bei einigen Kollegen. Kollege Kunasek! Das ist nicht nur vom Bund zu zahlen, sondern, wie es die Frau Ministerin schon ausgeführt hat – Verbindung nach Graz –, da ist auch der FPÖ-Landesrat gefragt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Moser.
Damit wäre ich schon bei Frau Dr. Moser und bei Herrn Kollegen Bartenstein, die ja meinen, dass zum Beispiel Salzburg–Wien auf der Westbahnstrecke gemeinwirtschaftlich gefördert werden sollte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Dr. Moser.) – Das haben Sie im Ausschuss gesagt, Herr Kollege Bartenstein. Da bin ich absolut dagegen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Schauen Sie sich das bitte einmal an, sonst vermisse ich den guten Willen. Der Rest, die 2,4 Milliarden €, sind Haftungen, wo sogar noch die ÖBB 150 Millionen € an die Finanzministerin bezahlen. Nur ein Drittel basiert also auf Wahrheit, und das ist nicht viel Wahrheit. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Kühne Behauptung! – Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh!
Ich bin sehr froh, bei der SPÖ zu sein. Wir von der SPÖ werden die ÖBB nicht fallen lassen, sondern wir sind dabei, sie wieder besser auszubauen, weil sie nämlich in vielen Jahren vernachlässigt und fast totgewirtschaftet wurden. Wir wissen, von wem. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Kühne Behauptung! – Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh!)
Beifall bei den Grünen.
Dennoch bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Josef Auer: Sie hören ja nicht zu! Sie hat es bereits erklärt!
gleichzeitig bei den ÖBB ein neuer Vertrag abgeschlossen worden wäre, der uns ja nicht vorliegt, bei dem es eigentlich nur noch darum geht: Welche defizitäre Strecke wird zur Aufrechterhaltung des Schienenverkehrs mit wie viel Geld gefördert? Das kann es nicht sein, weil hier die Qualitätskriterien, die früher immerhin zugrunde lagen, angeblich völlig herausgefallen sind. Frau Bundesminister, korrigieren Sie mich; wir kennen die Details dieses Vertrages nicht. (Abg. Mag. Josef Auer: Sie hören ja nicht zu! Sie hat es bereits erklärt!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.
Die Westbahn, wo der meiste Personenverkehr ist, die meisten Personenkilometer gefahren werden, ist zur Gänze herausgefallen. Das kann ja nicht mehr korrelieren mit nur annähernd der Anzahl der Personen, der Anzahl der gefahrenen Kilometer, und das Ganze wird im Durchschnitt über zehn Jahre 7 bis 8 Prozent jährlich teurer, während wir in Dänemark gemeinwirtschaftliche Leistungsverträge haben, die über zehn Jahre eine Verbilligung durch Effizienzsteigerung von 30 Prozent zur Folge haben. Zumindest 10 Prozent effizienter zu werden, könnte man aus meiner Sicht von den ÖBB in jedem Fall verlangen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.)
Beifall des Abg. Gahr
Auf der anderen Seite – auch an den Kollegen Auer; Sie kennen die Diskussionen, die gerade in Ihrer Gemeinde Radfeld, wo Sie Bürgermeister sind, über Lärmschutzwände geführt werden; vielleicht wäre es doch im gemeinsamen Interesse –: Ich will jetzt den ÖBB gar nichts wegnehmen, lieber Kollege, du, lieber Bürgermeister, aber es wäre, glaube ich, sinnvoller, den Leuten auch deiner Gemeinde eine Lärmschutzwand mehr hinzustellen (Beifall des Abg. Gahr), als sinnlos Zehn-Jahres-Verträge zum Geldverjuxen für die ÖBB zu verfassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf der anderen Seite – auch an den Kollegen Auer; Sie kennen die Diskussionen, die gerade in Ihrer Gemeinde Radfeld, wo Sie Bürgermeister sind, über Lärmschutzwände geführt werden; vielleicht wäre es doch im gemeinsamen Interesse –: Ich will jetzt den ÖBB gar nichts wegnehmen, lieber Kollege, du, lieber Bürgermeister, aber es wäre, glaube ich, sinnvoller, den Leuten auch deiner Gemeinde eine Lärmschutzwand mehr hinzustellen (Beifall des Abg. Gahr), als sinnlos Zehn-Jahres-Verträge zum Geldverjuxen für die ÖBB zu verfassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser.
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich darf meine Ausführungen mit einer Bitte beginnen. Herr Präsident Neugebauer, da Sie neu gewählter Vorsitzender der GÖD sind, würde ich Sie eines bitten: Versuchen Sie – mir wird es nicht mehr gelingen –, dem Abgeordneten Hagen einmal zu erklären, was die Pauschalierung der Nebengebühren bei Beamten und ehemaligen Beamten bedeutet, denn er konsumiert sie auch, nur hat er es noch nicht begriffen. Bitte, erklären Sie es ihm endlich; ich habe resigniert in der Zwischenzeit. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Dr. Moser: Nur den Ansätzen, nicht allem!
Die Grünen haben im Jahr 2009 den Ansätzen zum Zielnetz 2025 zugestimmt. (Abg. Dr. Moser: Nur den Ansätzen, nicht allem!) Sie haben vielleicht den Prozess nicht ganz durchgelesen, aber Sie haben im Zuge der Veränderung im Bundesbahngesetz mitgestimmt.
Zwischenruf der Abg. Mag. Karin Hakl.
Und warum die Beträge steigen müssen, Frau Kollegin, erkläre ich Ihnen anhand der Vergangenheit. Wir haben zwischen 2000 und 2007 keine Steigerungen, nicht einmal eine Indexsicherung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen gehabt, das heißt, dort haben wir einen Realverlust der Leistungsabgeltung gehabt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Karin Hakl.) Seit 2007 gibt es sie erst und eine Kilometersteigerung auch.
Abg. Mag. Karin Hakl: Aber sie müssten auch einmal billiger werden!
Wer glaubt denn da herinnen im Parlament, glauben Sie, 3 Millionen Kilometer fahren wir nur in der Werkstatt hin und her? Die 3 Millionen Kilometer, das ist bei den Kunden, aber dort, wo sie auch gebraucht werden. (Abg. Mag. Karin Hakl: Aber sie müssten auch einmal billiger werden!) Das ist in dem Sinne, wie Sie es immer fordern von der ÖBB, nämlich dort die Mittel einzusetzen, wo die Kunden auch unmittelbar etwas davon haben. Und dort haben sie es.
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesminister! Ich möchte mich abschließend bedanken für die Weiterentwicklung des gemeinwirtschaftlichen Leistungsvertrages. Er ist wirklich ein richtiger Schritt in die richtige Richtung im Sinne der Kundinnen und Kunden und vor allem im Sinne der Pendler. (Beifall bei der SPÖ.)
Zuruf von der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler. – Heiterkeit.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte. (Zuruf von der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler. – Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zum Abschluss jetzt auch noch der Kollegin Brunner sagen: Ich wünsche mir, dass dieses Land auch künftighin keine grüne Verkehrsministerin hat. Das wäre gut so. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zukunft dieser wichtigen Wirtschaftsbranche sehe ich damit dauerhaft gesichert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass die Frau Bundesminister in der nächsten Zeit vielleicht auch in diesem Bereich die Ziele definiert und diese von mir vorgegebenen Maßnahmen in der Road Map Luftfahrt entscheiden wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Wir sind grundsätzlich in Europa auf gutem Weg. Alle Kosten, die Österreich entstanden sind, sind in den Jahren 2008, 2009 und 2010 getilgt worden. Das ist die frohe, gute, positive Botschaft. Damit kommen wir aber schon wieder in einen Bereich, den auch Kollege Maier angesprochen hat, denn es ist zu bemerken, dass sich im Reich – wenn man ein bisschen die monarchistischen Begriffe von früher nimmt –, im Königreich des BMVIT der Frau Minister durchaus eine Grafschaft breitgemacht hat, die da ein bisserl nach Gutsherrenart hemdärmelig agiert. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Weninger: Forstinger war ... Vorgänger!
Hier aber jetzt Frau Bundesminister Bures direkt einen Vorwurf zu machen, wäre hanebüchen und populistisch, denn sie hat das ja sozusagen nur geerbt. Sie hat ja etwas geerbt, was davor schon geschaffen, gehegt und gepflegt wurde, und unter der Herrschaft ihres Vorgängers Faymann war das teilweise noch viel schlimmer. (Abg. Weninger: Forstinger war ... Vorgänger!) Sie muss jetzt die Früchte der Missstände, die von ihrem Vorgänger hinterlassen worden sind, ernten und kann alles wieder ausbügeln.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, in der Road Map steht einiges, aber nehmen Sie diese zur Hand und greifen Sie vor allem in dieser Grafschaft Austro Control durch! Schaffen Sie dort Transparenz! Reduzieren Sie die Kosten! Kommen Sie von der Bürokratie zur Serviceorientierung, denn die Fliegerei und der Flugverkehr sind sehr wichtige Wirtschaftszweige, und die haben es sich nicht verdient, weder im Bereich der Privatfliegerei noch im Bereich der großen Wirtschaftsfliegerei, im Bereich der Linien, so schlecht behandelt zu werden, wie es die Austro Control derzeit macht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Warum gibt es nicht engere Kooperationen mit Bratislava? (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Warum müssen wir in Schwechat extra eine dritte Piste bauen? Warum nutzen wir nicht diese Kooperationsmöglichkeiten mit dem Nachbarstaat? Insgesamt hätte das dann gerade für die Bevölkerung in Wien, zum Beispiel in Wien-Süd, erhebliche Vorteile und wäre auch sicherlich für die Umwelt besser. Die Verkehrsanbindungen nach Bratislava sind sicher in Zukunft auch noch genauso gut, wie bei verschiedenen großen internationalen Flughäfen die Anbindung zu den nächsten Metropolen ist.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Darum ist unsere Zustimmung hier gepaart mit der Kritik an der Austro Control und vor allem mit der Kritik an der Fortführung der Politik einer dritten Piste. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neugebauer: Bei der Abstimmung schon! Keine Sorge!
Aber etwas hat mich schon verwundert, als Kollege Maier hier herausgegangen ist: Ich hatte mir eigentlich gedacht, bei solch einer Einheitsmaterie müsse eigentlich Einstimmigkeit in der Koalition herrschen. Aber selbst da hat Kollege Maier nachgeholfen, dass diesbezüglich keine Einigkeit in der Koalition erkennbar ist. (Abg. Neugebauer: Bei der Abstimmung schon! Keine Sorge!) Ich frage mich nur, wann wir dann wieder „Es reicht!“ haben. Aber das werden wir dann sehen.
Beifall beim BZÖ.
neingepfuscht wird. Ich möchte nur die Flugrettung ansprechen, wo vieles im Argen liegt, wo von der Austro Control sicher ganz klar eingewirkt worden ist, und das auf nicht ganz korrekte Weise. Das will ich hier einmal behaupten. Wir müssten daher diesen Verein wirklich einmal ausmisten. Frau Minister, das liegt in Ihrer Verantwortung. Bitte tun Sie das! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aufgrund der europarechtlichen Erfordernisse und auch deshalb, weil dieses FABCE-Übereinkommen sicher einen Fortschritt gegenüber den bisherigen CEATS-Vereinbarungen darstellt, stimmen wir natürlich dieser Vereinbarung gerne zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich kurz ausführen, wer aller an dieser so wichtigen Luftfahrtstrategie, an dieser Road Map mitgearbeitet hat: das Bundesministerium für Finanzen, das Bundesministerium für Inneres, das Wirtschaftsministerium, das Lebensministerium, die Wirtschaftskammer Österreich, die Airlines, die Flughäfen, die Arbeiterkammer und internationale Experten. Ich gehe davon aus und hoffe, dass diese Gruppe an Experten, Interessenvertretern und Wirtschaftsvertretern nur für den Abgeordneten Maier ahnungslose Banausen sind. Ich bedanke mich bei den Experten für diese hervorragende Road Map und glaube, sie bringt uns auch eine gute Zukunft, was die österreichische Luftfahrt betrifft. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Dass ich das noch erleben durfte! – Bundesministerin Bures: Ich wundere mich auch!
Wer diesem zustimmen möchte, den ersuche ich um ein Zeichen. – Das ist einstimmig angenommen. (Ruf bei der SPÖ: Dass ich das noch erleben durfte! – Bundesministerin Bures: Ich wundere mich auch!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen fordern eine gerechtere Aufteilung der Ausgleichszahlungen. Es soll nicht mehr so sein wie jetzt: Der Lebensmittelindustrie stopft man Millionen an Euro in den Rachen, den Bauern, und da vor allem den kleinen und mittleren Betrieben, gibt man einen Hungerlohn im Vergleich dazu. Wenn es da keine gerechte Aufteilung gibt, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden viele Bauern gezwungen werden, die Stalltür für immer zu schließen, und der Grüne Bericht bleibt als Geschichtsbuch übrig. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
stellen. Wenn man den Grünen Bericht zum Vergleich hernimmt, dann kann man natürlich eine Beurteilung der Entwicklung vornehmen, und er ist auch Grundlage für die Agrarpolitik. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei den Bäuerinnen und bei den Bauern, und ich glaube, dass wir diesen Bericht so zur Kenntnis nehmen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eßl: Das hab ich erwähnt!
Es ist richtig, plus 20 Prozent bei den Einkommen hört sich gut an. Schauen wir jedoch ein bisschen mehr in die Tiefe: Mit diesem Plus von 20 Prozent liegen wir noch immer unter dem Einkommen von 2007. In einer Zeit, in der jeder sagt, dass die Inflationsabgeltung in jedem Einkommen drinnen sein muss, reden wir heute von einem Ergebnis, das unter dem von 2007 liegt. (Abg. Eßl: Das hab ich erwähnt!) – Ja, aber nur so nebenbei und nicht wirklich deutlich angesprochen. Du hast das so schön umschrieben. Tatsache ist jedoch, dass wir darunter liegen.
Beifall bei der FPÖ.
Richtig ist: Der Strukturwandel passiert, er geht vor sich, und trotzdem können wir nicht einfach darüber hinweggehen und sagen: Na ja, in Bayern sind noch weniger Bauern, und wir wollen denen auch helfen! Wenn wir uns dazu bekennen, müssen wir insgesamt zur Vielfalt der Bauernwirtschaft stehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordne- ten Markowitz und Grosz.
Unsere Bauern haben es nicht verdient, als Tauschobjekt behandelt zu werden. Es ist ganz wichtig, dass wir die Bürokratie eindämmen und dass wir durch die Festlegung von Förderobergrenzen das vorhandene Geld anders verteilen. Es wird nicht mehr Geld geben, aber ein Transfer der öffentlichen Gelder von den großen Betrieben hin zu den kleinen, um denen mehr Sicherheit zu geben, damit sie auch über das Jahr 2014 hinaus in der Landwirtschaft verbleiben, könnte dazu führen, dass wir dann einen Grünen Bericht bekommen, der ein rundum positives Bild zeichnet und nicht mehr umschrieben zu werden braucht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordne- ten Markowitz und Grosz.)
Abg. Huber: Herr Kollege, das ist das Niveau von 2008!
Abgeordneter Josef Muchitsch (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Grüne Bericht analysiert, so denke ich, sehr schön die Stärken und Schwächen der österreichischen Landwirtschaft. Positiv zu vermerken ist schon vor allem, dass, wie im letzten Bericht verzeichnet, eine Einkommenssteigerung von plus 20 Prozent gegeben ist (Abg. Huber: Herr Kollege, das ist das Niveau von 2008!), und positiv ist auch, dass die Zahl der Bio-Betriebe zunimmt, und zwar genau dort, wo wir es eigentlich nicht so erwartet hätten: Bis zu 75 Prozent der Bio-Betriebe sind Bergbauernbetriebe.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist nicht Art der SPÖ, unsere Kollegen von der ÖVP, Funktionäre der Landwirtschaft zu kritisieren, sondern ich gehe eher davon aus, dass wir jetzt vielleicht die Chance haben, einen neuen Weg zu beschreiten. Die Vorschläge der SPÖ, die Ihnen ja allen bekannt sind, gehen dahin, für neue Strukturen, für neue Richtlinien der Förderpolitik in der Landwirtschaft einzutreten. Wir sind dazu jedenfalls gerne bereit, und ich hoffe, dass sich die Legislative vonseiten der beiden Regierungsparteien ÖVP und SPÖ hier zusammenrauft und wir neue Wege finden. Ich lade jedenfalls recht herzlich dazu ein und würde mich freuen, mit Kollegen Auer auch in dieser Hinsicht einen Fortschritt zu erzielen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Huber: Was heißt Schweinehalter?
Kollegen von mir – Kollege Doppler und Kollege Linder – haben bereits darauf hingewiesen, dass die Zahlen, was die Verringerung der Zahl der Bauern betrifft, erschreckend sind. Die Zahl der Rinderhalter ist von 2006 bis 2010 von 80 161 auf 71 563 zurückgegangen; es hat also jeder zehnte Hof zugesperrt. Bei den Schweinhaltern waren es 2006 45 036, 2010 30 805 – da hat jeder dritte Hof zugesperrt. Deswegen ist auch die durchschnittliche Zahl der Schweine pro Halter deutlich gestiegen. Wenn wir hier das sagen (Abg. Huber: Was heißt Schweinehalter?) – Es geht um Schweine pro Halter. Es geht darum, wie viele Schweine jeder einzelne Halter durchschnittlich hat, ob er einen Kleinbauernhof mit fünf Schweinen hat oder einen Bauernhof mit hundert Schweinen, Herr Kollege. Das ist ganz einfach zu erklären.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister! Ich fordere Sie daher auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, die unseren Bauernstand schützen. Wir können mit der EU-Massentierhaltung nicht weiter mithalten, das beweisen die vorgelegten Zahlen. Nur qualitativ hochwertige Produktion unter Berücksichtigung des Tierschutzes rechtfertigt höhere Preise und hilft unseren Bauern, höhere Erträge zu erwirtschaften. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Extrem schrumpfend! Warum? – Weil die Politik nicht bereit ist, die Vorzüge einer kleinbäuerlichen Familienlandwirtschaft ernsthaft in den Mittelpunkt der Agrarpolitik zu stellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Das ist im Prinzip die Analyse, die man anstellen muss, wenn man jahrelang diesen Grünen Bericht verfolgt hat. Schauen Sie sich die Ist-Situation an: 40 Prozent der Landwirte sind derzeit im Haupterwerb, das heißt Vollerwerbsbetriebe und solche, die einen Zuerwerb nur in einem bestimmtem Ausmaß haben. Bei 60 Prozent aller Betriebe geht der Betriebsleiter, die Betriebsleiterin in die Arbeit, kommt heim, zieht sich um, geht hinaus in den Stall, geht aufs Feld, geht arbeiten, Samstag, Sonntag, am Abend. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Kollege Auer, auch das werden wir und sollten wir ausführlich im Rahmen der nächsten Beratungen der Agrarausschüsse besprechen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen vorausschauend einmal sagen, dass ich davon ausgehe, dass Sie Kollegen Grillitsch auch im Ausschuss beerben werden. Ich hoffe, wir werden das konstruktiv diskutieren. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Kollegen Grillitsch von diesem Platz aus baldige Besserung wünschen. Unabhängig von den politischen Sträußen, die wir immer wieder ausgefochten haben, wünsche ich ihm eine baldige Genesung. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe auf Ihre Unterstützung. In diesem Sinne wäre das eine gute Gelegenheit, einmal zu zeigen, dass wir mit einer Zunge sprechen können, wenn es darum geht, wirklich mit einem ganz klaren Antrag die notwendigen Schritte zu setzen, damit die österreichische Landwirtschaft auch eine Zukunft hat. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Und es kann nur eine konkrete Forderung geben: Der Landwirt muss endlich zum Unternehmer werden, und der Unternehmer Landwirt muss einen Wechsel erfahren. Es darf kein ÖVP- oder Raiffeisen-Bittsteller mehr sein, sondern muss ein selbständiger Unternehmer sein, der von seiner Produktion leben kann. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Landwirt muss neben der Agrarproduktion, der Garantie, dass die Bevölkerung mit frischen, gesunden Lebensmitteln versorgt wird, auch Energie produzieren können. Und der Landwirt ist auch zuständig für die Landschaftspflege und für den Zivilschutz. Aber nein, was macht die ÖVP? – Die ÖVP geht her und fordert massiv Spekulationen! Ein Beispiel dafür: Die Österreichische Volksbanken-AG macht eine OTS und garantiert jedem Anleger 160 Prozent Rendite, wenn er auf den Agrarrohstoff (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Es steht wortwörtlich hier „Garant“. Garant ist übrigens eine Raiffeisenfirma, ein Unternehmen der Raiffeisengruppe, aber vermarktet wird es von der Volksbank. Da heißt es: Bei uns können Investoren reiche Ernte einfahren! – Das ist die Politik der ÖVP: reine Bankenförderung, Spekulationen und Abzocken und damit eine Gefährdung des ländlichen Raumes und der Bauern! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Landwirt muss neben der Agrarproduktion, der Garantie, dass die Bevölkerung mit frischen, gesunden Lebensmitteln versorgt wird, auch Energie produzieren können. Und der Landwirt ist auch zuständig für die Landschaftspflege und für den Zivilschutz. Aber nein, was macht die ÖVP? – Die ÖVP geht her und fordert massiv Spekulationen! Ein Beispiel dafür: Die Österreichische Volksbanken-AG macht eine OTS und garantiert jedem Anleger 160 Prozent Rendite, wenn er auf den Agrarrohstoff (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Es steht wortwörtlich hier „Garant“. Garant ist übrigens eine Raiffeisenfirma, ein Unternehmen der Raiffeisengruppe, aber vermarktet wird es von der Volksbank. Da heißt es: Bei uns können Investoren reiche Ernte einfahren! – Das ist die Politik der ÖVP: reine Bankenförderung, Spekulationen und Abzocken und damit eine Gefährdung des ländlichen Raumes und der Bauern! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
gemeinden gegeben. Die hat es schon lange vor der ersten politischen Gemeinde gegeben. 1847 waren es die Tiroler Bauern, die sich gegen die Obrigkeit aufgelehnt haben und dadurch von den Fürsten den Besitz erworben haben. 1869 wurde die erste politische Gemeinde in Tirol namentlich erwähnt. – Auch gegen diese Sauerei werden wir uns einsetzen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Jakob Auer.
Neuer Herr Bauernbund-Obmann, ich hoffe, dass wir konstruktiv zusammenarbeiten werden, damit wirklich die Landwirtschaft nach vorne gebracht wird! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Jakob Auer.)
Abg. Huber: Weil wir es subventionieren!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Huber, Österreich ist ein Feinkostladen! Wir exportieren mehr Lebensmittel in die Schweiz, als wir aus der Schweiz nach Österreich importieren (Abg. Huber: Weil wir es subventionieren!), und wir exportieren mehr Lebensmittel nach Italien, als wir aus Italien importieren – beides Länder, die für ihre hohe Qualität bekannt sind und wo der österreichische Agrarsektor plus der Lebensmittelindustrie erfolgreich die Märkte bewirtschaftet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Huber, Österreich ist ein Feinkostladen! Wir exportieren mehr Lebensmittel in die Schweiz, als wir aus der Schweiz nach Österreich importieren (Abg. Huber: Weil wir es subventionieren!), und wir exportieren mehr Lebensmittel nach Italien, als wir aus Italien importieren – beides Länder, die für ihre hohe Qualität bekannt sind und wo der österreichische Agrarsektor plus der Lebensmittelindustrie erfolgreich die Märkte bewirtschaftet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen ist es so, dass die Aufwendungen gestiegen sind. Bei Futtermittel, Saatgut und Pflanzenschutzmittel gibt es einen Anstieg, daher halte ich nichts von dem, was der Herr Abgeordnete Pirklhuber gesagt hat, nämlich dass man die Betriebsmittel mit Abgaben belastet, denn das würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe noch negativer darstellen, noch mehr verschlechtern. Es ist wichtig, dass die Betriebe produzieren können, und daher ist es erforderlich, dass sie nicht durch Abgaben belastet, sondern von diesen entlastet werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Käfighaltung bei den Legehennen ist ein warnendes Beispiel: Das ist EU-Recht in einem Monat, und trotzdem haben 17 Staaten das nicht umgesetzt. Wir dürfen denselben Fehler nicht beim Ferkelschutzkorb bei den Schweinen machen: dass wir einseitig Zugeständnisse machen, und die anderen machen dann das Geschäft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Nun zu dem, was ich hier gehört habe, nämlich die Landwirtschaft sei von der ÖVP abhängig und, und, und. – Die Landwirtschaft ist von der ÖVP allein nicht abhängig, aber wir sind sehr froh, dass die ÖVP da ist und für die Landwirtschaft eintritt. Gott sei Dank! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Wichtig ist auch die Beziehung zu anderen Landsleuten. Da hat man früher einmal gesagt, na das sind Ungarn, da braucht man gar nicht zu reden, die Gefahr ist da. – Um Gottes Willen, das ist keine Gefahr! Wenn ich nach Szombathely oder nach Körmend oder nach St. Gotthard fahre, dann erlebe ich, dass die mit uns gemeinsam besprechen wollen, was wir verbessern können, was wir anders machen können. Und das ist sehr, sehr gut. Ich habe da auch schon viele Schüler mitgenommen, und wir haben dort gute Gespräche über die Zukunft der Landwirtschaft geführt. Das tut der Landwirtschaft gut, und das tut letztendlich auch den Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich gut. In diesem Sinne sage ich: Alles Gute für die Landwirtschaft! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Huber.
Unterschiede bei den bäuerlichen Betrieben zutage kommen, noch dazu, wenn man bedenkt, dass 80 Prozent der bäuerlichen Einkommen auf Förderungen beruhen. Deswegen muss man einfach schauen, dass die Verteilung stimmt, dass die Verteilung gerechter wird. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Huber.)
Abg. Eßl: Was ist das für eine Förderung?
Was wir aber wollen, ist eben, wie schon angesprochen, eine gerechtere Verteilung der Mittel, und da ist aus unserer Sicht noch sehr viel zu tun, Herr Minister. Und weil Sie politische Handlungsfelder ansprechen: Da ist gerade die Verteilungsgerechtigkeit ein ganz, ganz wichtiges politisches Handlungsfeld, wo man einfach tätig werden muss, nämlich innerösterreichisch, aber auch auf europäischer Ebene. Sie alle kennen die Zahlen: 35 Prozent der Betriebe erhalten rund 6 Prozent der Fördermittel, wobei die Höhe nur 2 083 € beträgt, und 3 Prozent der Betriebe am oberen Ende erhalten 17 Prozent der Förderungen, wo die Förderungshöhe 78 000 € beträgt. Das ist nicht gerecht! (Abg. Eßl: Was ist das für eine Förderung?) Eine Ausgleichszahlung; ich habe es ohnehin schon vorhin gesagt, Herr Kollege Eßl.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, ich möchte Sie abschließend auch noch an die weltweite Verantwortung erinnern: Es gibt ein Recht auf Nahrung für alle Menschen, und das sollte auch bei der GAP-Diskussion miteinbezogen werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Immer mehr bäuerliche Betriebe in Österreich sperren zu, weil sie keine Lebenschance, keine Überlebenschance in diesem wesentlichen Faktor der Landwirtschaft mehr sehen. Immer mehr Bauern klagen über geringere Einkommen, klagen über – im Übrigen auch im Grünen Bericht jetzt dokumentiert – gleich bleibende Einkommen, wie Abgeordneter Huber auch vorgerechnet hat, Schilling/Euro-Umrechnung, seit dem Jahr 1983. Gleich bleibende Einkommen, geringerer Erwerb – auch alles hier dokumentiert. Das ist keine Erfindung, sondern steht in diesem Grünen Bericht schwarz auf weiß. Und die Bauern klagen darüber, dass ihnen immer mehr die bäuerliche Existenz in diesem Land schlichtweg geraubt wird. Das ist – noch einmal – keine Erfindung der Österreichischen ... Entschuldigung, des BZÖ – jetzt hätte ich schon gesagt, der Österreichischen Volkspartei. Sie sind bestenfalls die Schuldigen, aber nicht die Erfinder. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes
Sehr geehrte Damen und Herren, solange wir im österreichischen Ernährungssystem breitestflächig den Einsatz von Kunstkäse fördern und pardonieren und in sehr vielen Produkten in den heimischen Regalen und der Großhandelsketten Kunstkäse Platz findet und günstig angeboten wird und wir das zu Recht auch kritisieren in sehr vielen Debatten (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes), aber auf der anderen Seite österreichische Bauern dazu gezwungen werden, die wertvoll erzeugte Milch wegzuschütten, damit Kunstkäse weiterhin Platz greift, ist das die Perversion Ihrer Landwirtschaftspolitik und ist das Verrat an den Bäuerinnen und Bauern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, solange wir im österreichischen Ernährungssystem breitestflächig den Einsatz von Kunstkäse fördern und pardonieren und in sehr vielen Produkten in den heimischen Regalen und der Großhandelsketten Kunstkäse Platz findet und günstig angeboten wird und wir das zu Recht auch kritisieren in sehr vielen Debatten (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes), aber auf der anderen Seite österreichische Bauern dazu gezwungen werden, die wertvoll erzeugte Milch wegzuschütten, damit Kunstkäse weiterhin Platz greift, ist das die Perversion Ihrer Landwirtschaftspolitik und ist das Verrat an den Bäuerinnen und Bauern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daran wird sich auch nichts ändern, solange Sie von der ÖVP die Landwirtschaft in Österreich nur als Exerzierfeld Ihrer persönlichen Eitelkeiten sehen. Kollege Auer, bei allem Respekt, aber wenn Sie die Zukunftshoffnung der österreichischen Bauern sind, möchte ich nicht wissen, wie dort das Elend ausschaut; kurz gesagt. Und solange Sie die Zukunftshoffnung der österreichischen Bauern sind und damit den elften Nebenjob kassiert haben – ich beobachte Sie ja schon den ganzen Tag, Sie sitzen hier wie ein aufgeputzter Christbaum, vorweihnachtliche Zeit. (Beifall beim BZÖ.) Jetzt freuen Sie sich, dass die 15. Funktionskugel auf Ihrem Tannenzweig hängt.
Beifall beim BZÖ.
Aber solange die österreichische Landwirtschaft nur ein Exerzierfeld der Intrigen der Österreichischen Volkspartei ist, wo man vor wenigen Tagen den Bauernbundpräsidenten in einem politischen Meuchelmord abgemurkst hat, um auf der anderen Seite Herrn Auer zum Präsidenten zu machen, nur damit er nicht Herrn Konrad im Raiffeisen-Konzern nachfolgen kann – das ist ja der wahre Grund, sehr geehrte Damen und Herren, haben Sie das noch immer nicht kapiert? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: das ist so etwas von unglaublich! Schäm dich! Schäm dich!
Herr Auer sitzt hier, weil Herr Konrad der Meinung ist, noch drei Jahre als Generaldirektor der Raiffeisenkasse weiter dienen zu wollen, und er genau weiß, wenn sein Konkurrent aus der oberösterreichischen Raiffeisenbank Auer Ihr Klubobmann-Stellvertreter ist, kann er nicht Generaldirektor der Raiffeisenbank sein. Dafür musste Bauernbundpräsident Grillitsch weichen, wurde ins Krankenhaus verfrachtet – oder man hat ihm so zugesetzt, dass ihm gar nichts anderes übrig geblieben ist, auch gesundheitlich, als dass er jetzt im Krankenhaus sitzt, nur, damit die ÖVP ihre Posten- und Planspiele einmal mehr durchsetzt. (Abg. Kopf: das ist so etwas von unglaublich! Schäm dich! Schäm dich!)
Abg. Kopf: Ständig nur persönliche Untergriffe! Eine miese Kreatur bist du!
Sehr geehrte Damen und Herren, und Sie glauben tatsächlich, dass man Ihnen in Österreich das Schicksal der Bäuerinnen und Bauern in die Hand geben soll?! Ihnen, die Sie so mit eigenen Parteikollegen umgehen und den politischen Meuchelmord pflegen! Ja glauben Sie, da hat ein Bauer, nur ein ... (Abg. Kopf: Ständig nur persönliche Untergriffe! Eine miese Kreatur bist du!) – „Miese Kreatur“ ist, glaube ich, relativ eindeutig. „Miese Kreatur“, dieser Zuruf des Herrn Abgeordneten Kopf ist relativ eindeutig für einen Ordnungsruf. Ich glaube, darin sind wir uns einig.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und Sie glauben wirklich, Herr Abgeordneter Kopf, dass man Ihnen das Schicksal der Bäuerinnen und Bauern in die Hand gibt? – Nein, sicher nicht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede, die du da hältst!
Das ist keine Landwirtschaftspolitik! Und das ist am heutigen Tag des Berichtes über den Grünen Bericht einmal mehr eine Schande (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede, die du da hältst!), nämlich die Vorgänge innerhalb der ehemaligen Bauernpartei und nunmehrigen reinen Funktionärspartei ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist keine Landwirtschaftspolitik! Und das ist am heutigen Tag des Berichtes über den Grünen Bericht einmal mehr eine Schande (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Kraut-und-Rüben-Rede, die du da hältst!), nämlich die Vorgänge innerhalb der ehemaligen Bauernpartei und nunmehrigen reinen Funktionärspartei ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Herr Präsident, ich gestehe!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Ich kann nicht auf Zuruf, weil jetzt etwas behauptet wird, einen Ordnungsruf erteilen, wenn ich es nicht gehört habe. Den Einzigen, den ich gehört habe, dass er das Wort „Kreatur“ verwendet hat, war Abgeordneter Grosz. Ich werde mir aber das Protokoll kommen lassen, und wir werden das nachprüfen und schauen, wie die (Abg. Kopf: Herr Präsident, ich gestehe!) – Ein Geständnis? (Abg. Grosz: „Miese Kreatur“ war es! – Abg. Kopf: Ich lege Wert auf „mies“, auf „miese Kreatur“! – Weitere Zwischenrufe.) – Dann erübrigt sich das, und wir ersparen der Parlamentsdirektion einiges an Arbeit, nämlich in diesem Punkt das Protokoll beizuschaffen.
Abg. Grosz: „Miese Kreatur“ war es! – Abg. Kopf: Ich lege Wert auf „mies“, auf „miese Kreatur“! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Ich kann nicht auf Zuruf, weil jetzt etwas behauptet wird, einen Ordnungsruf erteilen, wenn ich es nicht gehört habe. Den Einzigen, den ich gehört habe, dass er das Wort „Kreatur“ verwendet hat, war Abgeordneter Grosz. Ich werde mir aber das Protokoll kommen lassen, und wir werden das nachprüfen und schauen, wie die (Abg. Kopf: Herr Präsident, ich gestehe!) – Ein Geständnis? (Abg. Grosz: „Miese Kreatur“ war es! – Abg. Kopf: Ich lege Wert auf „mies“, auf „miese Kreatur“! – Weitere Zwischenrufe.) – Dann erübrigt sich das, und wir ersparen der Parlamentsdirektion einiges an Arbeit, nämlich in diesem Punkt das Protokoll beizuschaffen.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: 2 000 €!
Für die Bezeichnung „miese Kreatur“ in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz erteile ich Herrn Abgeordnetem Kopf einen Ordnungsruf. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: 2 000 €!)
Ironische Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schickhofer. – Abg. Grosz: Das war jetzt ein sogenannter Sickerwitz!
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Grosz, nach Ihrer Rede bleibt für mich nur eine Frage übrig: Für wen sind Sie eigentlich die Zukunftshoffnung in diesem Lande? (Ironische Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schickhofer. – Abg. Grosz: Das war jetzt ein sogenannter Sickerwitz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Niemand hat Neid geschürt!
Abschließend möchte ich nur noch eines anführen: Neiddebatten unter dem Deckmantel einer Gerechtigkeitsdiskussion sind das Allerletzte, das unsere Bauern brauchen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Königsberger-Ludwig: Niemand hat Neid geschürt!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Wenn es hier um Forderungen geht, die in Richtung einer Substanzbesteuerung gehen, was eindeutig in Richtung Enteignung geht, so ist deren Erfüllung zu verhindern und zu verneinen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluss kommend möchte ich festhalten: Unsere Bauern brauchen die Unterstützung aller politischen Kräfte, damit sie wieder gerüstet sind, um den Anforderungen der Konsumenten gerecht werden zu können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Das ist aber die Wahrheit! – Abg. Kopf: Das von mir aber auch!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herrn Abgeordnetem Grosz erteile ich für den im Rahmen seiner Rede gemachten Vorwurf in Richtung ÖVP, die ÖVP betreibt „politischen Meuchelmord“ am Parteikollegen Grillitsch, ebenfalls einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Das ist aber die Wahrheit! – Abg. Kopf: Das von mir aber auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen keine Förderung von Millionären. Es sollen nur jene Betriebe Prämien bekommen, die tatsächlich und aktuell Flächen bewirtschaften. Dadurch würde auch der Erhalt der kleineren und regionalen landwirtschaftlichen Strukturen möglich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Danke, Herr Kollege Grosz, dass ich Ihrerseits so gewürdigt wurde betreffend die Zukunftshoffnung. Ich erinnere mich an einen Wahlkampfauftakt und an ein Versprechen des Kollegen Grosz in der Steiermark, dass er sein Mandat zurücklegen würde, wenn der Landtag für ihn unerreichbar bliebe. Offensichtlich waren Sie nicht die Zukunftshoffnung für die Steiermärker. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da müsst ihr das Bodenschutzgesetz !
Ich sage Ihnen nur ein Beispiel aus meinem Bezirk: Dieser Bezirk hat in knapp 20 Jahren um etwa 12 000 Einwohner mehr aufzuweisen. Wie viel Fläche für Wohnbau, Straßenbau, Eisenbahnbau und so weiter verwendet wurde, das sollte man auch dazusagen. Jeden Tag werden in Österreich 24 Hektar verbetoniert! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da müsst ihr das Bodenschutzgesetz !)
Beifall des Abg. Huber
Grundsätzlich ist dieser Grüne Bericht auf den ersten Blick sehr positiv, auf den zweiten Blick wird bestätigt, dass trotz des Einkommensplus die Verluste der beiden vorangegangenen Jahre nicht aufgeholt werden konnten (Beifall des Abg. Huber), aber – und das sei auch deutlich gesagt – ich gratuliere Herrn Bundesminister Berlakovich für seine Erfolge, auch im europäischen Konzert. Die sind herzeigbar! Seien wir stolz auf die Leistungen der österreichischen Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP.) Die haben viel erreicht! Österreich ist in vielen Bereichen Vorreiter.
Beifall bei der ÖVP.
Grundsätzlich ist dieser Grüne Bericht auf den ersten Blick sehr positiv, auf den zweiten Blick wird bestätigt, dass trotz des Einkommensplus die Verluste der beiden vorangegangenen Jahre nicht aufgeholt werden konnten (Beifall des Abg. Huber), aber – und das sei auch deutlich gesagt – ich gratuliere Herrn Bundesminister Berlakovich für seine Erfolge, auch im europäischen Konzert. Die sind herzeigbar! Seien wir stolz auf die Leistungen der österreichischen Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP.) Die haben viel erreicht! Österreich ist in vielen Bereichen Vorreiter.
Beifall bei der ÖVP.
Noch ein Wort zu Ihnen, Herr Kollege Vock, weil Sie heute auch Ihren Standpunkt so deutlich gemacht haben, was die Debatte um den Ferkelschutzkorb und so weiter betrifft. Ich würde Ihnen Folgendes empfehlen: Vorige Woche fand in der Heimatgemeinde des sehr geschätzten früheren Kollegen und heutigen Landesrates Haimbuchner der Hausruckviertler Bauernstammtisch statt. Da war Herr Kollege Graf, Landwirtschaftskammerrat aus Oberösterreich – der in Kürze hier sein wird, so wird mir gesagt –, und der hat massiv die Diskussion um den Ferkelschutzkorb kritisiert. Ich würde Sie bitten, sich mit Ihrem Parteikollegen ins Einvernehmen zu setzen. Der wird Ihnen die Leviten lesen, weil aus der Praxis etwas anderes bekannt ist, als Sie hier darstellen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Vock
Landwirtschaft ist Wirtschaft am Land (Zwischenruf des Abg. Vock), und wir haben uns den internationalen Marktbedingungen zu stellen. Niemand nimmt Rücksicht darauf. Vergleichen Sie Marktberichte aus Deutschland, aus anderen Ländern Europas! Wenn die Marktpreise reduziert werden, haben wir dieselben Auswirkungen zu tragen. Es ist nicht so, dass die Bauern nicht wollen oder kein Verständnis für den Tierschutz hätten. Ich lade Sie ein, meine Damen und Herren: Am 22. dieses Monats, nächste Woche, besichtigen wir einige oberösterreichische Betriebe – ich bedanke mich bei jenen, die sich bereits gemeldet haben –, um nicht mit den „bösen“ Politikern, sondern mit den Bäuerinnen und Bauern vor Ort die Praxis zu erleben und zu sehen, unter welchen Bedingungen sie wirtschaften müssen.
Beifall bei der ÖVP.
Insgesamt, da ich in Zukunft vielleicht etwas mehr an Verantwortung für die Landwirtschaft zu tragen haben werde, lade ich die Agrarsprecher aller Fraktionen zu einem konstruktiven Gespräch ein. Ich möchte manche Dinge verändern, auch etwas mehr Zeit im Landwirtschaftsausschuss ermöglichen. Letztlich wird niemanden interessieren, wer etwas fertiggebracht hat, sondern ob wir für die Bauern insgesamt miteinander etwas fertigbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Lieber neuer Agrarsprecher der ÖVP, herzlichen Dank für die Einladung! Ich möchte als Agrarsprecher der FPÖ nur eines vorausschicken: Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, dass weder der Herr Minister noch du als neuer Agrarsprecher hier beim Thema Grüner Bericht ein Wort des Dankes gegenüber dem Kollegen Grillitsch, der immerhin zehn Jahre lang hier herinnen gesessen ist, ausspricht. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: Was hast du für Sorgen?
Dort oben sitzt der Abgeordnete Schmuckenschlager, der unter dem Schutz der niederösterreichischen ÖVP, unter ihrem Deckmantel, gezielt in einer niederösterreichischen Tageszeitung, in den „Niederösterreichischen Nachrichten“, und in der „Tiroler Tageszeitung“ Artikel gegen Fritz Grillitsch gestreut hat. Und jetzt verurteile ich besonders, dass er nicht den Mut hatte, dann die Verantwortung zu übernehmen, sondern dich, Kollege Auer, als neuen Agrarsprecher vorgeschickt hat. Das ist kein Ruhmesblatt für den Abgeordneten Schmuckenschlager. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: Was hast du für Sorgen?) – Warte nur, du kannst noch herauskommen! (Abg. Grosz: lieber ein Hooligan, bevor ich menschlich so beinander bin!)
Abg. Grosz: lieber ein Hooligan, bevor ich menschlich so beinander bin!
Dort oben sitzt der Abgeordnete Schmuckenschlager, der unter dem Schutz der niederösterreichischen ÖVP, unter ihrem Deckmantel, gezielt in einer niederösterreichischen Tageszeitung, in den „Niederösterreichischen Nachrichten“, und in der „Tiroler Tageszeitung“ Artikel gegen Fritz Grillitsch gestreut hat. Und jetzt verurteile ich besonders, dass er nicht den Mut hatte, dann die Verantwortung zu übernehmen, sondern dich, Kollege Auer, als neuen Agrarsprecher vorgeschickt hat. Das ist kein Ruhmesblatt für den Abgeordneten Schmuckenschlager. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Donnerbauer: Was hast du für Sorgen?) – Warte nur, du kannst noch herauskommen! (Abg. Grosz: lieber ein Hooligan, bevor ich menschlich so beinander bin!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Noch ein Wort zu Thilo Sarrazin: Thilo Sarrazin als Vorwand zu nehmen, um Fritz Grillitsch parteiintern abzuschießen, das ist ja besonders eigenwillig. Thilo Sarrazin ist ein bekennender Sozialdemokrat, und Fritz Grillitsch hat nicht einmal die Positionen von Thilo Sarrazin übernommen, er hat ihn lediglich eingeladen für den Bauernbund – und ich glaube, bei kaum einer Bauernbund-Veranstaltung waren so viele Leute wie bei jener, wo er den Thilo Sarrazin eingeladen hat! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ihr hättet Grillitsch gratulieren müssen, dass er dem Bauernbund etwas geöffnet hat und jemanden einlädt, der in Deutschland äußerst beliebt ist und der die Dinge auf den Punkt bringt, auch wenn man nicht alle Positionen teilen kann. Aber er hat den Bauernbund auch interessant gemacht – und dafür wird er von euch abgeschossen. Das ist alles andere als verständlich und alles andere als korrekt, wie da vorgegangen wurde. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Jakob Auer: Auch!
Das sind die drei Empfehlungen im Grünen Bericht. Das kann doch, bitte, nicht die Arbeit der §-7-Kommission sein! – Kein Wort über den fortschreitenden Strukturwandel in der Landwirtschaft! Seit 1999 sind es 30 000 Betriebe, die zugesperrt haben! Und, lieber Kollege Auer, das ist nicht nur mit dem Grundverkauf alleine zu begründen, das ist ein wirtschaftliches Problem in der Landwirtschaft. (Abg. Jakob Auer: Auch!) – Ja, auch.
Beifall bei der FPÖ.
lich die Bauern aus diesem Fördersystem herauszubringen und ihnen wieder Freiheit zu geben, denn momentan sind sie von der Willkür der Landwirtschaftspolitik, der Agrarpolitik abhängig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: So ist es!
Kein Wort findet sich im Grünen Bericht auch über das Auslaufen der Milchquoten und die Konsequenzen für die Bauern. Wir verlangen eine Entschädigung für jene Bauern, die in die Milchquote investiert haben, denn das, was jetzt passiert – dass viele Bauern, die in die Milchquote investiert haben, jetzt nichts mehr dafür bekommen –, das ist schlichtweg Diebstahl am bäuerlichen Eigentum! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der FPÖ: So ist es!)
Beifall bei der FPÖ.
Kein Wort auch zu den absolut notwendigen Förderobergrenzen, zu einer Verteilungsgerechtigkeit in der Agrarpolitik. Wir wissen, dass noch immer der Großteil der Förderung in die Verwaltung, in öffentliche Körperschaften, in Handels- und Industriebetriebe geht und nicht zum aktiven Landwirt. Wir verlangen, dass das landwirtschaftliche Geld zu den Bauern kommt und nicht in Mateschitz-Sponsoring fließt, nicht in die Pago Fruchtsaft, nicht was weiß ich noch wohin. Hier wird viel zu viel Geld in viel zu wenige Betriebe gegeben, und die kleinen Betriebe bekommen tatsächlich viel zu wenig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erwarte, dass sich zumindest die ÖVP besinnt und bei dieser namentlichen Abstimmung, die wir heute verlangen, wenigstens in diesem Punkt im Interesse der Bauern handelt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Wieso? Wieso meinen Sie denn das?
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Krokodilstränen, die das BZÖ und die FPÖ heute Herrn Grillitsch nachweinen, sind wirklich mehr als eigenartig. (Abg. Neubauer: Wieso? Wieso meinen Sie denn das?) Soweit ich informiert bin, ist Herr Grillitsch nach wie vor Mitglied des Hohen Hauses, wird bei unseren Sitzungen sowohl hier als auch im Landwirtschaftsausschuss wieder anwesend sein, und dann können Sie ihm persönlich sagen, wie sehr er Ihnen fehlt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Krokodilstränen, die das BZÖ und die FPÖ heute Herrn Grillitsch nachweinen, sind wirklich mehr als eigenartig. (Abg. Neubauer: Wieso? Wieso meinen Sie denn das?) Soweit ich informiert bin, ist Herr Grillitsch nach wie vor Mitglied des Hohen Hauses, wird bei unseren Sitzungen sowohl hier als auch im Landwirtschaftsausschuss wieder anwesend sein, und dann können Sie ihm persönlich sagen, wie sehr er Ihnen fehlt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Ich wünsche ihm von dieser Stelle aus, wenn er gesundheitlich angegriffen ist, baldige und gute Genesung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dasselbe gilt für den Antrag des Herrn Jannach zum Führerscheingesetz. Das ist eine ganz komplizierte Angelegenheit. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir werden sie heute sicher nicht mit Ihnen beschließen. Wobei ich aber zu bedenken gebe, Herr Jannach: Einen Bauarbeiter, der auch dreimal am Tag sein Fahrzeug wechseln muss, verpflichtet man sehr wohl, den Führerschein einzustecken. – Also, so einfach ist es ja nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dasselbe gilt für den Antrag des Herrn Jannach zum Führerscheingesetz. Das ist eine ganz komplizierte Angelegenheit. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir werden sie heute sicher nicht mit Ihnen beschließen. Wobei ich aber zu bedenken gebe, Herr Jannach: Einen Bauarbeiter, der auch dreimal am Tag sein Fahrzeug wechseln muss, verpflichtet man sehr wohl, den Führerschein einzustecken. – Also, so einfach ist es ja nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik und den diesbezüglichen Verhandlungen haben Sie gemeint, das werde noch ein politischer Kampf werden. Wir würden gerne mit Ihnen kämpfen, wenn Sie uns etwas mehr informierten, und genau darum bitte ich Sie. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch das ist ein Antrag, über den man heute sofort abstimmen kann. Wir werden dem zustimmen. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Mag. Lohfeyer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerin Mag. Lohfeyer und den Schriftführer Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der FPÖ.
Grundsätzlich möchte ich noch sagen, dass es eine Petition gegeben hat, auf die ich kurz eingehen möchte, und zwar ist das die Petition unseres Abgeordneten Norbert Hofer, in der es um die Bereitstellung von neuen Arbeitsplätzen für Behinderte geht. Leider wurde diese Petition der Kenntnisnahme zugeführt – und das ist für mich allemal ein Begräbnis erster Klasse. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Ich möchte an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Parlamentsdirektion für die gute Zusammenarbeit bezüglich dieser elektronischen Zustimmung anbringen und auch an Präsidentin Prammer für ihre Zusage, stark unterstützte Bürgeranliegen – ähnlich wie im Jahresbericht des Deutschen Bundestages – in regelmäßigen zeitlichen Abständen publizieren zu wollen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Auf dem Weg zum Rednerpult trifft Dr. Pirklhuber mit Abg. Kopf zusammen, der an der Regierungsbank steht.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort gemeldet. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Auf dem Weg zum Rednerpult trifft Dr. Pirklhuber mit Abg. Kopf zusammen, der an der Regierungsbank steht.)
Rufe bei der SPÖ: Lohfeyer!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die Frau Lohmeyer hat das ja schon sehr schön und (Rufe bei der SPÖ: Lohfeyer!) – Entschuldigung, Lohfeyer natürlich! So geht es einem: Kollege Kopf ist mir jetzt dazwischengekommen. Die Kollegin Lohfeyer hat das schon sehr, sehr präzise und klar dargestellt: Es ist ein gemeinsamer Erfolg für mehr Bürgerbeteiligung im Parlament. Viele Kolleginnen und Kollegen haben das wahrscheinlich noch gar nicht wahrgenommen.
Beifall bei den Grünen.
Darum würde ich ersuchen, dass wir diese konstruktive Arbeit fortsetzen und gemeinsam überlegen, auch im Rahmen der Debatte über die Geschäftsordnung, welche Änderungen in nächster Zeit möglich sind. Und ich bin überzeugt, dass wir uns auch einmal in den Fraktionen verständigen sollten und diese Anliegen aus dem Petitionsausschuss in die Fraktionen und dann auch in den Geschäftsordnungsausschuss tragen sollten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Die Bäuerin schreibt in dieser E-Mail, dass sie in ihrem Betrieb bereits Ferkelhaltung in Gruppen hatten, dass aber eine Dorfhelferin, die sie während der Schwangerschaft im Betrieb entlasten sollte, von einer Muttersau in die Hand gebissen und so schwer verletzt wurde, dass sie in Krankenstand gehen musste, dass dann die Bäuerin als Hochschwangere selbst wieder die Stallarbeit zu machen hatte und dass sie beim Ausmisten bei den Ferkeln von einer Zuchtsau, also von einer Muttersau schwer attackiert wurde. Nur weil ein kleines Ferkel geschrien hat, ist diese ganz aggressiv auf sie losgegangen und hat sie zu Boden geworfen. Sie konnte sich alleine dieser Muttersau auch nicht erwehren, aber ihr Mann hörte ihre Schreie und konnte ihr zu Hilfe kommen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schenk und Weninger.
Ich möchte mich bei der Gelegenheit auch bei Fritz Grillitsch bedanken, der die Interessen der Bäuerinnen immer bestens unterstützt hat, und wünsche ihm natürlich auch, dass er bald wieder in unserer Mitte sein kann und auch beste Gesundheit! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Schenk und Weninger.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.
Auch ich denke, dass eine Weiterentwicklung notwendig und möglich ist, und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Petition ist im Ausschuss zur Kenntnis genommen worden. Das Thema Spitalskosten wird auch in den Landtagen sehr oft und auch immer wieder zum Thema gemacht. Wir hoffen, dass es bei den Finanzausgleichsverhandlungen ein positives Ergebnis für unsere Familien und für ihre Kinder gibt, nämlich dass es gut verhandelt wird. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich denke aber auch, dass ein nächster Schritt oder nächste Schritte unbedingt folgen müssen. Wir dürfen uns hier nicht ausruhen und wir müssen schauen, wie wir diesen Zugang noch weiter erleichtern können. Ich glaube, ein notwendiger Schritt wäre auch, dass Petitionen endlich nicht an Nationalratsabgeordnete und eine Überreichung durch diese gebunden sind, sondern dass man Petitionen auch direkt als Bürger einreichen kann. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
ten muss, sich vielleicht freinehmen muss, damit man dorthin gehen kann. Das ist also mit sehr vielen Mühen verbunden, und das wollen die Leute heute nicht. Sie wollen einen einfachen, direkten Weg wählen. Daher müsste man wirklich andenken, ob diese Initiierung auf elektronischem Weg nicht eine mögliche wäre. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Steibl.
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, moderne Demokratie braucht moderne Bürgerbeteiligung. Ich werde mich als Obfrau dieses Ausschusses weiter dafür einsetzen, und ich hoffe auch sehr, dass die anderen Fraktionen mich nicht nur unterstützen, sondern auch mitgehen. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Steibl.)
Abg. Mag. Kogler: Bravo Harald!
Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Walser. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler: Bravo Harald!)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte nur einen kurzen Ausschnitt aus diesem Mail eines Vaters aus Graz vorlesen, der sein Mail mit der Feststellung beendet: Also hätte sich ja die Initiative Freie Schulwahl jetzt die Arbeit sparen können. – Und das ist Frust. Das ist das, was wir in Österreich gerade in Zeiten wie diesen nicht brauchen können. Wir brauchen engagierte Bürgerinnen und Bürger. Wir müssen froh sein, wenn sich Bürgerinnen und Bürger einbinden. Und von daher sollte das auch eine Warnung sein. Desinteresse und Frustration bei Bürgerinnen und Bürgern sind genau das, was wir vermeiden sollten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Hornek.
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Zum Reformfortschritt und zur Arbeitsweise des Ausschusses gehört, glaube ich, zur Vervollständigung auch noch ein Lob an die Vorsitzende, die Frau Kollegin Haubner. Im Zusammenhang mit der Gesamtarbeit, den Erneuerungen der letzten Monate und Jahre hat sich auch die Diskussion hier im Plenum über die Arbeit des Petitionsausschusses wesentlich verbessert. Ich sehe all diese Entwicklungen tatsächlich als ein Zeichen einer gefestigten demokratischen Verfasstheit. (Beifall des Abg. Hornek.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
tiert und dem Umweltausschuss zugewiesen. Darüber hat im Petitionsausschuss große Übereinstimmung geherrscht. Ich sehe diese Petitionen auch als ein Signal der positiven Unterstützung der Initiativen seitens der Bundesregierung – mit der Erklärung, mit dem ersten Anti-AKW-Gipfel, mit der Entschließung des Nationalrates. Diese Kombination aus parlamentarischer Tätigkeit, Arbeit der Bundesregierung und Engagement der Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen wird uns inhaltlich in unserem gemeinsamen Anti-AKW-Konsens weiterbringen. Ich hoffe, dass wir als Umweltausschuss darüber auch einen guten Bericht an den Petitionsausschuss rückmelden können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Entweder – oder! – Zwischenruf der Abg. Silhavy
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kann in diese vorangegangene Lobhudelei gewisser Abgeordneter von Rot und Schwarz nur bedingt einstimmen oder nicht einstimmen (Ruf bei der SPÖ: Entweder – oder! – Zwischenruf der Abg. Silhavy), weil ich immer wieder der Meinung bin, dass man gerade den Bürgerinitiativen, die wirklich sehr viel Herzblut, Engagement und Initiative in ihre Tätigkeit und ihre Anliegen gegenüber der Politik stecken, die Wertschätzung, wie es die Frau Abgeordnete Lohfeyer gesagt hat, nicht angedeihen lässt und dieses Engagement eigentlich einfach enderledigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich kann in diese vorangegangene Lobhudelei gewisser Abgeordneter von Rot und Schwarz nur bedingt einstimmen oder nicht einstimmen (Ruf bei der SPÖ: Entweder – oder! – Zwischenruf der Abg. Silhavy), weil ich immer wieder der Meinung bin, dass man gerade den Bürgerinitiativen, die wirklich sehr viel Herzblut, Engagement und Initiative in ihre Tätigkeit und ihre Anliegen gegenüber der Politik stecken, die Wertschätzung, wie es die Frau Abgeordnete Lohfeyer gesagt hat, nicht angedeihen lässt und dieses Engagement eigentlich einfach enderledigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Austreten!
Zum letzten Ausschuss, zum Atom-Hearing noch ein paar Anmerkungen: Es ist wirklich eine große Sauerei, sage ich jetzt einmal – Frau Präsidentin, verzeihen Sie meinen Ausdruck –, dass wir als österreichische Bundesregierung immer noch Mitglied im Euratom-Vertrag sind. Das ist widersprüchlich und eine große Sauerei, wie Sie sagen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Austreten!) 22 Millionen € stecken wir jährlich in den Euratom-Vertag, um die Atomlobby zu stärken. Die Gewinne, die diese Atomlobby, die Konzerne einfahren, und die Verluste, die irgendwann kommen werden, sollten sozialisiert werden, das heißt, sie sollten von der Allgemeinheit getragen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum letzten Ausschuss, zum Atom-Hearing noch ein paar Anmerkungen: Es ist wirklich eine große Sauerei, sage ich jetzt einmal – Frau Präsidentin, verzeihen Sie meinen Ausdruck –, dass wir als österreichische Bundesregierung immer noch Mitglied im Euratom-Vertrag sind. Das ist widersprüchlich und eine große Sauerei, wie Sie sagen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Austreten!) 22 Millionen € stecken wir jährlich in den Euratom-Vertag, um die Atomlobby zu stärken. Die Gewinne, die diese Atomlobby, die Konzerne einfahren, und die Verluste, die irgendwann kommen werden, sollten sozialisiert werden, das heißt, sie sollten von der Allgemeinheit getragen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist nicht die Politik, die wir uns von der Europäischen Union erwarten, das ist nicht der Weg, der auf ein freies Österreich und freie Bürger abzielt. (Beifall bei der FPÖ.) Diese Politik ist hintanzustellen, damit wirklich dieser Gedanke der freien Bürger Europas wieder Platz greift. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist nicht die Politik, die wir uns von der Europäischen Union erwarten, das ist nicht der Weg, der auf ein freies Österreich und freie Bürger abzielt. (Beifall bei der FPÖ.) Diese Politik ist hintanzustellen, damit wirklich dieser Gedanke der freien Bürger Europas wieder Platz greift. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jury: Nein!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Jury, ich gebe Ihnen noch die Möglichkeit, den Ausdruck „Sauerei“ zurückzunehmen. (Abg. Jury: Nein!) – Dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf.
Beifall bei der ÖVP.
Daher: Petitionen und Bürgerinitiativen bringen mehr Demokratie, mehr Mitsprache und mehr Chancen, und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass wir diese Chancen für unsere Bürgerinnen und Bürger nützen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Höllerer: Sie kennen sich ja gar nicht aus!
Da übernimmt Landeshauptmann Pröll 2008, rechtzeitig zur Landtagswahl, 28 Nebenbahnen in Niederösterreich, eine davon diese Thayatal-Bahn, wo man auch ganz genau weiß, dass man die nicht betreiben kann, dass man Streckenteile schon stillgelegt hat. Der ganze „Quargel“ ist natürlich, dass man gar nicht vorhat, diese Bahnen zu betreiben. (Abg. Höllerer: Sie kennen sich ja gar nicht aus!) Man will nur Wählertäuschung betreiben, da können Sie jetzt noch so herunterschreien. Reine Wählertäuschung betreibt ihr da, kein ehrliches Spiel! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da übernimmt Landeshauptmann Pröll 2008, rechtzeitig zur Landtagswahl, 28 Nebenbahnen in Niederösterreich, eine davon diese Thayatal-Bahn, wo man auch ganz genau weiß, dass man die nicht betreiben kann, dass man Streckenteile schon stillgelegt hat. Der ganze „Quargel“ ist natürlich, dass man gar nicht vorhat, diese Bahnen zu betreiben. (Abg. Höllerer: Sie kennen sich ja gar nicht aus!) Man will nur Wählertäuschung betreiben, da können Sie jetzt noch so herunterschreien. Reine Wählertäuschung betreibt ihr da, kein ehrliches Spiel! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Da seid ihr mit dem Koalitionspartner schon eins, wenn es darum geht, PR-Gags zu machen, Fotos in der Säulenhalle zu machen, um das in Wahlkampfzeiten zu nutzen. Dann nimmt man es auf, dann wird es zur Kenntnis genommen, schubladisiert, und dann – da bin ich schon bei der Kollegin Winter – gibt es ein Begräbnis erster Klasse. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Johann Hell (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Lausch! Ich spreche auch zur Petition 81. Auch mir sind die Hintergründe dieser Petition bekannt, ich kenne die Initiatoren dieser Petition und habe heute Vormittag noch einmal mit einem dieser Initiatoren ein Gespräch geführt. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es gibt viele Betrachtungsweisen für regionale Verkehrspolitik, und jedes einzelne Anliegen ist nicht für alle Menschen von gleicher Bedeutung. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass man auch vonseiten des Landes mit den Proponenten dieser Petition und dieser Initiativen Gespräche führen muss – für eine Weiterentwicklung in der Region und auch für eine Weiterentwicklung im Hinblick auf die Nachbarschaftsbeziehungen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie man es macht, hat der Landtag gezeigt. Dort gibt es einen Allparteienantrag, und um die Unterstützung, die wir da erfahren haben, ersuche ich Sie auch hier im Hohen Haus. Schauen wir gemeinsam, dass diese große Anzahl – mit 210 Stellplätzen wäre das die größte Anzahl an Lkw-Stellplätzen in Gesamttirol – nicht realisiert wird! Ich lade Sie um Unterstützung ein und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Aber die Maut-Idee war vom Herrn Platter! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neugebauer: Aber nur, weil du in Rufweite bist!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Hechtl. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Aber die Maut-Idee war vom Herrn Platter! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neugebauer: Aber nur, weil du in Rufweite bist!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass wir nicht nur vom Standpunkt der bildungspolitischen Gerechtigkeit, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht gut beraten sind, diese Bürgerinitiative im Unterrichtsausschuss zu behandeln. Dieses Land braucht Facharbeiter, und ich bin überzeugt davon, dass wir diese Bürgerinitiative positiv behandeln werden – im Sinne unserer Jugend und im Sinne der Qualifikationen, die ein wichtiges Fundament für den Menschen in der Gesellschaft darstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsident! Ich werde diese Restredezeit nicht ausnützen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Meine Damen und Herren, der heutige Sammelbericht aus dem Petitionsausschuss umfasst 43 Petitionen und vier Bürgerinitiativen. Alleine 30 Petitionen befassen sich mit dem weltweiten Atomausstieg. Damit wird auch im Petitionsausschuss sehr deutlich gemacht, dass das Thema Atomstrom und Atomkraftwerke die Menschen bewegt. Es waren Petitionen, die von den Städten und Gemeinden in den Gemeinderatssitzungen beschlossen wurden.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Petzner.
Es ist gut und wichtig, dass diese Petitionen in den Gemeinderatssitzungen beschlossen wurden. Aber richtig wäre es im Sinne einer verstärkten Demokratie auch, den Tagesordnungspunkt Petitionen und Bürgerinitiativen nicht schon wieder als einen der letzten Tagesordnungspunkte hier in diesem Haus festzulegen, sondern zu versuchen, ihn als Punkt eins der Tagesordnung festzulegen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Petzner.) Wenn man bedenkt, wie viele Menschen hinter diesen Petitionen und Bürgerinitiativen stehen, ist es notwendig, dass dieser Tagesordnungspunkt als Punkt eins festgelegt wird.
Heiterkeit bei der FPÖ
Ich appelliere an die Klubobmänner, an den Kollegen Cap genauso wie an den Kollegen Tschop, Kopf (Heiterkeit bei der FPÖ) – alle anderen fehlen ja in diesem Haus –,
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Kollege Lausch, eines muss man auch sagen: Es wird im Petitionsausschuss nicht versucht, es zu einem Begräbnis erster Klasse kommen zu lassen. In diesem Petitionsausschuss werden Petitionen nicht nur als Show behandelt, sondern es wird versucht, Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Anliegen hier in diesem Haus vertreten zu können. Es wird auch versucht, diesen Menschen zu zeigen, dass wir ihre Anliegen ernst nehmen. Wenn wir durch Stellungnahmen, die eingeholt werden, feststellen, dass eine Petition oder eine Bürgerinitiative abgehandelt werden kann, so werden wir das eben mit dieser Erklärung hier in diesem Haus machen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Und die SPÖ hat keine Redezeit mehr!
Meine Damen und Herren, hätten wir hier mehr Zeit, dann könnten wir auch jede einzelne Petition und Bürgerinitiative ausführlich behandeln und erklären, wieso es zu dieser Enderledigung gekommen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Und die SPÖ hat keine Redezeit mehr!)
Beifall beim BZÖ.
Es gibt keinen vernünftigen sachlichen Grund, warum wir während der Sommerpause keine parlamentarischen Anfragen an die Regierung stellen können, zumal aufgrund der relativ langen Beantwortungsfrist ohnehin eine zu Beginn der Sommerpause gestellte parlamentarische Anfrage erst zu Beginn der Herbsttagung wieder in Beantwortung vorliegen wird. Ich meine daher, dass diese Regelung antiquiert ist. Durch die Streichung der Worte „innerhalb einer Tagung“ – das ist eine relativ einfache Maßnahme – könnte diesem Umstand Rechnung getragen werden, und es könnten auch während der tagungsfreien Zeit, also während der Sommerpause, parlamentarische Anfragen von den Abgeordneten gestellt werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Ich kann mir durchaus vorstellen – ich lade alle Fraktionen dazu ein –, dass wir dieses Thema bei der nächsten Gelegenheit aufgreifen. Man wird dann sehen, wie die Diskussionen sind. Wir haben ja bei der Geschäftsordnung einiges im Fluss. Das würde die Diskussion noch zusätzlich bereichern. Grundsätzlich glaube ich, dass wir da auch etwas zusammenbringen könnten. Ich lade dazu, wie schon gesagt, alle sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir zumindest diesen Punkt vielleicht einmal unbürokratisch, ohne großartige andere Reform durchsetzen können. Da brauchen wir nicht lange einzuladen. Das kann man relativ rasch machen, das sollte innerhalb kürzester Zeit gehen. Es wäre im Sinne der parlamentarischen Kontrolle an der Zeit, diese antiquierte Regelung aufzuheben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Man kann auch darüber diskutieren, ob man gewisse Bagatelldelikte von dieser automatischen Folge ausnimmt, aber im Kern sollte das, so glaube ich, eine effektive, günstige, rasche und vereinfachende Regelung werden, die unsere Strafordnung und ihre Durchsetzbarkeit verbessert. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und die Dänen selbst haben das an eine einjährige Haftstrafe gebunden. Sie würden das an Fahrlässigkeit binden. Ich halte das für weit überzogen, undurchführbar und einen sehr schlechten legistischen Antrag. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Kollege Wittmann, ich muss Ihnen gratulieren: Sie haben es geschafft, in einer Minute alles Wesentliche über diesen Antrag zu sagen, aber das liegt natürlich am Antrag; insofern war das nicht so schwierig. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Aber trotzdem mein Kompliment.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Das sagt natürlich gar nichts aus. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Ihr steirischer Parteiobmann Kurzmann war ein Tatverdächtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Er wurde halt freigesprochen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) In Ihrer Statistik würde Sie ihn als Tatverdächtigen führen.
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das sagt natürlich gar nichts aus. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Ihr steirischer Parteiobmann Kurzmann war ein Tatverdächtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) Er wurde halt freigesprochen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) In Ihrer Statistik würde Sie ihn als Tatverdächtigen führen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Anschließend sagen Sie, diese Zahlen würden für sich sprechen, und sagen dann, nur 2 421 haben ein Aufenthaltsverbot bekommen. Zuerst schaffen Sie künstlich eine große Zahl, und dann stellen Sie dieser die kleine Zahl gegenüber und erwecken so den Eindruck, als ob es sich bei den Tatverdächtigen um Verurteilte handeln würde. Das ist natürlich Unsinn. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieser Antrag wird im Ausschuss zu diskutieren sein, das lässt sich nicht vermeiden. Ansonsten ist alles gesagt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: 20 Jahre?
Selbstverständlich ist es, wenn ein Richterspruch im Interesse der Republik ist, das heißt, der öffentlichen Ordnung, dann zulässig, einen Aufenthaltsverbotstitel gegen eine betreffende Person, die eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstellt, auszusprechen. (Abg. Mag. Steinhauser: 20 Jahre?) – Auch die EMRK sieht keine Jahresfrist vor, sondern es geht darum, ob es vom Grundsatz her zulässig ist oder nicht – und es ist zulässig! – Das ist das Erste.
Beifall bei BZÖ und Grünen. – Abg. Petzner: Zu faul zum Arbeiten!
Interessiert Sie das nicht mehr oder spricht der Koalitionspartner schon für Sie? – Ich weiß es nicht, ich hätte es ganz gerne gewusst. Es würde mich einfach nur als Abgeordneter, als Parlamentarier interessieren, Herr Präsident Neugebauer, warum Ih- re Fraktion sich an keiner Debatte mehr beteiligt. (Beifall bei BZÖ und Grünen. – Abg. Petzner: Zu faul zum Arbeiten!)
Abg. Neugebauer: Das ist sonnenklar!
Oder wollen Sie die erste Lesung abschaffen? – Die ÖVP hat also keine Meinung zur Frage, ob man während der Sommerpause zumindest einmal parlamentarische Anfragen stellen darf. (Abg. Neugebauer: Das ist sonnenklar!) – „Das ist sonnenklar“; dann hätten wir das gerne gehört.
Beifall des Redners sowie Beifall bei BZÖ und Grünen.
Darf ich für das Stenographische Protokoll festhalten: Präsident Neugebauer sagt für die ÖVP: „Das ist sonnenklar“, nämlich? Zustimmung oder Ablehnung? – Zustimmung. Selbstverständlich Zustimmung. Bravo! (Beifall des Redners sowie Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Nach der Sitzung!
Herr Präsident! Kann man noch eine Meinung erfahren zu diesem Antrag, der jetzt in Debatte steht? Der Herr Justizsprecher? Herr Justizsprecher, können wir auch noch eine Meinung der ÖVP für das Stenographische Protokoll transportieren? (Abg. Mag. Donnerbauer: Nach der Sitzung!) – „Nach der Sitzung“. Also gut, die ÖVP diskutiert so etwas grundsätzlich nur nach der Sitzung. Okay, das ist auch ein Zugang zum Parlamentarismus.
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Er entspricht eher der Mauschelqualität, die ist in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen. Aber gehen wir einmal davon aus, dass wir nach der Sitzung ein wenig mit der ÖVP weitermauscheln müssen. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)