Eckdaten:
Für die 193. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 820 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von den Abgeordneten Ing. Erwin Kaipel und Mag. Gertrude Aubauer
Petition betreffend „Bekämpfung der rückwirkenden Versteuerung deutscher Renten für österreichische Bezieher durch Neuverhandlung des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit Deutschland und Novellierung des Einkommensteuergesetzes“ (Ordnungsnummer 197) (überreicht von den Abgeordneten Ing. Erwin Kaipel und Mag. Gertrude Aubauer)
überreicht vom Abgeordneten Mario Kunasek
Petition betreffend „Erhalt des Bezirksgerichtes Frohnleiten“ (Ordnungsnummer 198) (überreicht vom Abgeordneten Mario Kunasek)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 199) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier
Petition betreffend „Bundeseinheitliche Regelungen für das Wettwesen (Bundeswettengesetz)“ (Ordnungsnummer 200) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich darf Sie wieder sehr herzlich in unserer Mitte begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (fortsetzend): Das ist der Antrag, den ich stelle. Ich füge als Anregung hinzu, dass auch die Frau Finanzministerin uns erklärt, was sie sich dabei gedacht hat, im Zuge der Zypernhilfe die Steuerzahler zu schröpfen, anstatt heute eine Diskussion über einen Verteidigungsminister anzuzetteln, der im Grunde genommen sein Amt nicht mehr ausüben wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Ein notwendiger und richtiger Schritt ist, dass das einmal im Plenum debattiert wird. Im Übrigen würden wir das sonst gar nicht mehr in den Ausschuss zurückbekommen. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Rufe bei der ÖVP: FPK!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Wir unterstützen vonseiten der Opposition, und zwar geschlossen (Rufe bei der ÖVP: FPK!), dass heute dieser Tagesordnungspunkt auch auf die Tagesordnung gesetzt wird, damit man ihn behandeln und in den Ausschuss zurückverweisen kann, weil es notwendig ist, ein wirkliches Spekulationsverbotsgesetz auch optimal auszuverhandeln. Das ist bis heute nicht gegeben. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Wir unterstützen vonseiten der Opposition, und zwar geschlossen (Rufe bei der ÖVP: FPK!), dass heute dieser Tagesordnungspunkt auch auf die Tagesordnung gesetzt wird, damit man ihn behandeln und in den Ausschuss zurückverweisen kann, weil es notwendig ist, ein wirkliches Spekulationsverbotsgesetz auch optimal auszuverhandeln. Das ist bis heute nicht gegeben. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben hier die Verantwortung, für ein ordentliches Gesetz zu sorgen. Und ich sage klar und deutlich, es braucht auch den Schutz des Wassers als Eigentum der Österreicher in der Verfassung. Seien Sie endlich bereit dazu, das heute sicherzustellen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (fortsetzend): Schlusssatz zur Tagesordnung und zur Einwendungsdebatte: Natürlich braucht es auch eine Zweckbindung der Wohnbauförderung. All diese Dinge klammern Sie aus – wir nicht! Und das ist unsere Verantwortung gegenüber den Bürgern. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Das letzte Mal habe ich in der Plenarsitzung dazu aufgerufen (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass wir das gleich beschließen. Da war seitens der Freiheitlichen die Bereitschaft da, das auch mitzutragen. Vor ein oder zwei Tagen sagt Ihr Verhandler und Bereichssprecher, er empfiehlt dem Klub, dass man das annehmen und beschließen soll. Und jetzt halten Sie, Herr Klubobmann Strache, da einen Vortrag, wie wenn Sie gerade am Beginn der Verhandlungen wären. Also das ist sinnlos. Und das hat sich die österreichische Bevölkerung auch nicht verdient. Diese will, dass wir da rasch eine Antispekulationslösung, ein Antispekulationsgesetz beschließen, und aus, basta. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das letzte Mal habe ich in der Plenarsitzung dazu aufgerufen (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass wir das gleich beschließen. Da war seitens der Freiheitlichen die Bereitschaft da, das auch mitzutragen. Vor ein oder zwei Tagen sagt Ihr Verhandler und Bereichssprecher, er empfiehlt dem Klub, dass man das annehmen und beschließen soll. Und jetzt halten Sie, Herr Klubobmann Strache, da einen Vortrag, wie wenn Sie gerade am Beginn der Verhandlungen wären. Also das ist sinnlos. Und das hat sich die österreichische Bevölkerung auch nicht verdient. Diese will, dass wir da rasch eine Antispekulationslösung, ein Antispekulationsgesetz beschließen, und aus, basta. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und im Übrigen ist sowieso ein jeder für den Schutz des österreichischen Wassers seitens der sozialdemokratischen Fraktion. Und tun Sie nicht so, als wären Sie der einzige Wassertrinker da herinnen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es kann ja wohl kein Zweifel daran bestehen – und es besteht auch keiner zwischen Bund, Ländern und Gemeinden –, dass Dinge, wie sie in Salzburg passiert sind, künftig nicht mehr passieren dürfen (Zwischenrufe bei der FPÖ), und dass deswegen auch gesetzlich Vorkehrung getroffen werden muss, um solche Dinge künftig hintanhalten zu können.
Abg. Strache: Das ist falsch!
Es gibt seit vergangenem Samstag eine Einigung zwischen SPÖ, ÖVP und den Verhandlern der Freiheitlichen, die dazu delegiert wurden. (Abg. Strache: Das ist falsch!) Der Rechnungshof goutiert dieses Verhandlungsergebnis und sagt, das ist ein tauglicher Weg, einerseits Spekulationen künftig zu verhindern und andererseits Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit zwischen den Haushalten der Länder und auch der Gemeinden herzustellen. Es hat das klare Ja der FPÖ-Verhandler am Samstag gegeben, das heute hier mit Zweidrittelmehrheit zu beschließen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich weiß nicht, was seit dem Samstag geschehen ist. Faktum ist, die FPÖ ist wortbrüchig, die FPÖ hält ihre Zusage nicht ein. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und jetzt nach dem Motto
Beifall bei der ÖVP.
Nachdem die FPÖ ihr Wort gebrochen hat und jetzt doch keine Zustimmung geben wird, macht es keinen Sinn, diesen Punkt heute auf die Tagesordnung zu setzen. Mit Ihnen ist wirklich kein Staat zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe: Oh!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Ing. Lugar zur Geschäftsbehandlung. – Bitte. (Rufe: Oh!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Strache.
Der Sinn eines Parlaments, und das wird aus meiner Sicht in letzter Zeit sehr stark mit Füßen getreten, ist, dass wir über die Verhandlungsgegenstände debattieren und dann eine gute Lösung – und das möglichst gemeinschaftlich – finden. Und genau das wird hier mit Füßen getreten. Deshalb stimmen wir absolut zu, dass eine Einwendungsdebatte gemacht wird, um das hier noch einmal zu erörtern, denn, wie gesagt, es ist eines Hohen Hauses nicht würdig, dass im Vorhinein gepackelt wird und dann hier nur abgestimmt und nicht mehr diskutiert wird. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Ursula Haubner.
Damit komme ich zu einem ganz wesentlichen Punkt, der mir sehr wichtig ist, sehr geehrte Damen und Herren: Wir müssen auch zu einer Neubewertung der Arbeit kommen! Es ist für mich vollkommen unverständlich, dass die Frau, die zum Beispiel in der Altenpflege arbeitet, dass die Kindergartenpädagogin, die eine so wertvolle Arbeit zu leisten hat, nämlich unsere Kleinsten auf die Schule vorzubereiten, dass die Volksschullehrerin, die Volksschulkinder zu betreuen hat – wo es sehr darauf ankommt, wie der weitere Schulerfolg ist, ob das Kind gerne in die Schule geht, ob es neugierig gemacht wird auf die verschiedenen Aufgaben, die auf es zukommen –, so gering geschätzt wird. Dort das Lohngefälle zu ändern, dort mehr zu bezahlen, das, glaube ich, ist das Gebot der Stunde. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Etwas ganz Zentrales ist mir wichtig, ist aber auch sehr vielen Vätern, sehr vielen jungen Familien heute wichtig, nämlich dass auch die Männer die Kinderbetreuung, die Verantwortung für das Kind mehr wahrnehmen können – Stichwort: Papa-Monat. Dieser Papa-Monat funktioniert wunderbar im öffentlichen Bereich (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), wir müssen allerdings noch darauf schauen, dass auch der private Bereich diesbezüglich Verantwortung übernimmt.
Beifall bei der SPÖ.
Mein Credo an diesem Frauentag, und ich wiederhole es hier, lautete: Die Hälfte der Welt für die Frauen, die Hälfte der Familie für die Männer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht auf der einen Seite darum, die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zu beleuchten. Wie schaut es da aus? Finden alle die Arbeitsplätze vor, die sie sich vorgestellt haben? Können sich auch alle Frauen aussuchen, welchen Beruf sie ergreifen möchten, oder gibt es das eine oder andere Mal Vorgaben, durch die es dann ein bisschen schwierig ist, Beruf und Privatleben, Beruf und Familie vereinbaren zu können – sei es wegen der Frage, wie man zu einem Arbeitsplatz kommt, sei es wegen der Frage, wie viele Stunden angeboten werden, sei es wegen der Frage, wie viele Stunden man arbeiten kann, damit man Vereinbarkeit leben kann. – Also all diese Fragen des Arbeitsmarktes sind ausgesprochen wesentlich und wichtig, damit Frauen auch ein eigenständiges, ein finanziell unabhängiges Leben leben können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Fürntrath-Moretti.
Beim Thema Vereinbarkeit – das wurde auch schon von Frau Kollegin Wurm erwähnt – sollten wir nicht die Lust der Väter auf Väterkarenz kleinreden, sondern wir sollten die Väter dabei unterstützen, in Karenz zu gehen. Ich sehe den Papamonat im öffentlichen Dienst als guten Einstieg in die Väterkarenz. 452 Väter im öffentlichen Dienst nehmen den Papamonat in Anspruch, und ich möchte das gerne jetzt im Frühling auch noch für die Privatwirtschaft diskutieren. Es kostet nicht mehr. Wir können den Papamonat in der Privatwirtschaft über das Kinderbetreuungsgeld durch eine Art Frühkarenz für Väter finanzieren. Wir müssen die Unternehmen, vor allem die Klein- und Mittelbetriebe, dabei unterstützen, das Fehlen der Männer für vier Wochen unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes durch innerbetriebliche Maßnahmen auszugleichen. (Zwischenruf der Abg. Fürntrath-Moretti.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ein Mitarbeiter eine Weiterbildungsmaßnahme macht oder einen Krankenstand in Anspruch nehmen muss, der länger dauert, dann fehlt dieser Mitarbeiter ja auch. Warum sollen wir den Vätern also diese Chance nicht bieten? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Wunsch ist natürlich die völlige Gleichstellung, denn ich habe zu Beginn schon gesagt: Wieso sollen wir vonseiten der Politik Menschen vorschreiben, wie sie zu leben haben? – Das wollen wir nicht. Wir sollten allen Menschen ermöglichen, ihre Lebensentwürfe so zu leben, wie sie wollen. Da können wir sicherlich noch ein, zwei, drei Schritte in Richtung Gleichstellung gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich komme zum Schlusssatz: Alles in allem, sehr geehrte Damen und Herren, war das nur ein kleiner Auszug aus dem – und ich glaube nicht, dass das kleinzureden ist –, was in den letzten fünf Jahren für Frauen und für Menschen, die verschiedene Lebensformen leben wollen, weitergegangen ist. Ich habe nur einiges erwähnen können, bedanke mich aber bei allen, die mitgeholfen haben, Österreich ein Stück weit mehr in Richtung Gleichstellung zu bringen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
stimmungen verankert wurden – und in sehr vielen und sehr großen Bereichen nicht nur allgemeine Anrechnungsbestimmungen, sondern insbesondere auch solche für die Lohn- und Gehaltsentwicklung. Das bedeutet, dass durch diese Kollektivvertragsabschlüsse rund 800 000 Menschen, für die das vorher nicht gegolten hat, jetzt in diese Regelung hineinkommen. Ich denke, das ist etwas, worauf man stolz sein kann, und darüber kann man sich wirklich freuen, weil es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine andere Ebene ist die betriebswirtschaftliche. McKinsey, ein internationales Beratungsunternehmen, sagt, Firmen mit einem Mindestanteil von Frauen in Top-Positionen sind erfolgreicher als andere, gemessen an betriebswirtschaftlichen Kriterien und Finanzperformance. Ich glaube daher, dass es wichtig ist, dass wir auch, was die betriebswirtschaftliche Ebene betrifft, weitere Schritte setzen, damit es mehr Frauen in Führungspositionen gibt. Mein Vertrauen in die diesbezügliche Freiwilligkeit ist enden wollend. Daher möchte ich einmal mehr ganz klar sagen: Wir brauchen auch hier die Durchsetzung gesetzlicher Frauenquoten, und ich hoffe sehr, dass das auch hier bald wieder ein Thema der Diskussion sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Die Einkommensberichte sind schon angesprochen worden. Ich meine, das ist eine gute Basis. Es ist ausbaufähig, aber da haben wir wichtige erste Schritte gesetzt. Die Frage ist: Was passiert dann in weiterer Folge mit diesen Einkommensberichten und wie erzielen wir auf der betrieblichen Ebene entsprechende Fortschritte? Da sind wir der Meinung, dass wir eine Diskussion darüber beginnen sollten, ob es nicht Sinn macht, eine gesetzliche Verpflichtung zu schaffen, dass es regelmäßige betriebliche Gleichstellungsverhandlungen gibt, und zwar auf Basis der Einkommensberichte, die in den Betrieben gelegt werden. Das in Kombination mit Maßnahmen zur echten Bezahlung von Überstunden halte ich für die ganz wesentlichen Dinge, die wir in der nächsten Zeit angehen müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Abg. Dr. Moser: In Indonesien sind es 30 Prozent verpflichtend für jede Fraktion!
Das ist es, was wir brauchen und was wir tun müssen, wenn wir unsere Aufgabe ernst nehmen. Wir müssen auch Folgendes dazusagen, meine geschätzten Damen und Herren: Wir schreiben den staatsnahen Betrieben eine Quote vor. Bis 2018 sollen das 35 Prozent für die Führungsetagen sein. Wir im Hohen Haus, im Parlament haben aber eine geringere Frauenquote: Von 183 Abgeordneten sind es nur 53 Frauen. (Abg. Dr. Moser: In Indonesien sind es 30 Prozent verpflichtend für jede Fraktion!) Ich bin schon sehr gespannt, wie es nach der Wahl im September aussehen wird.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Genau so ist es!
Wir selbst hätten es also in der Hand. Wir haben völlige Handlungsfreiheit bei der Erstellung von Wahllisten für die Landtage und für den Nationalrat. Da schaut es aber eher traurig aus. Ich bin zutiefst davon überzeugt, meine Damen und Herren: Wenn wir im Parlament Frauen und Männer anteilig in Form eines Reißverschlusssystems zum Zug kommen lassen, dann wird sich auch die Sichtweise in dem einen oder anderen Kapitel verändern – zugunsten der Frauen und zugunsten der Familien! – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Bundesministerin Heinisch-Hosek: Genau so ist es!)
Abg. Dr. Bartenstein: Die Finanzmärkte brechen nicht zusammen ...!
Die Finanzmärkte brechen zusammen, aber bitte, wenn die Sozialdemokraten das wünschen, werde ich hier am Rednerpult (Abg. Dr. Bartenstein: Die Finanzmärkte brechen nicht zusammen ...!) – Na ja, was jetzt so passiert in Zypern ist an Ihnen offensichtlich vorbeigegangen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Die Frauenquote in der Schlange am zypriotischen Bankomaten!) Aber bitte, dann will ich hier am Rednerpult aufzeigen, was seit Jahren schiefläuft. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Die Frauenquote in der Schlange am zypriotischen Bankomaten!
Die Finanzmärkte brechen zusammen, aber bitte, wenn die Sozialdemokraten das wünschen, werde ich hier am Rednerpult (Abg. Dr. Bartenstein: Die Finanzmärkte brechen nicht zusammen ...!) – Na ja, was jetzt so passiert in Zypern ist an Ihnen offensichtlich vorbeigegangen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Die Frauenquote in der Schlange am zypriotischen Bankomaten!) Aber bitte, dann will ich hier am Rednerpult aufzeigen, was seit Jahren schiefläuft. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Finanzmärkte brechen zusammen, aber bitte, wenn die Sozialdemokraten das wünschen, werde ich hier am Rednerpult (Abg. Dr. Bartenstein: Die Finanzmärkte brechen nicht zusammen ...!) – Na ja, was jetzt so passiert in Zypern ist an Ihnen offensichtlich vorbeigegangen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Die Frauenquote in der Schlange am zypriotischen Bankomaten!) Aber bitte, dann will ich hier am Rednerpult aufzeigen, was seit Jahren schiefläuft. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das politische Ziel, Frauen in unserer Gesellschaft den Raum zu ermöglichen, um ein erfüllteres und zufriedeneres Leben führen zu können, ist mit linken Theorien nicht zu erreichen. Die Idee, Nachteilen, die den Frauen noch immer erwachsen, mit dem Gender-Wahn zu begegnen, ist völlig gescheitert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Ministerin, diese radikale Gleichheitstheorie, dass Männer und Frauen gleich sind, haben wir ja jahrzehntelang im ehemaligen Ostblock studieren können. Dort wurde das praktiziert, und es ist, wie wir alle wissen, kläglich gescheitert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Frau Ministerin, Frauen und Männer sind nicht gleich, sie sind gleichwertig. Einige europäische Länder haben sich schon längst von diesen Gendertheorien abgewandt, und es gibt keinerlei Subventionen mehr für die Genderforschung. Sehr geehrte Frau Ministerin, akzeptieren Sie die Realität, die sich weitab von der linken Gesellschaftspolitik abspielt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Ministerin, Sie machen hier ein Familienentwöhnungsprogramm. Ihre Maßnahmen nehmen nämlich nicht auf die individuellen Lebensentwürfe vieler Frauen und Männer Rücksicht, wie Sie immer behaupten. Anstatt Möglichkeiten auszubauen, Nachteile finanzieller Art auszumerzen, wenn man einige Jahre oder auch länger die Kinder betreut, gibt es von Ihrer Seite nur eine Sichtweise, und zwar: Man soll Frauen lebenslang in den Vollerwerb zwingen. Man vergisst aber, dass sie ja bereits einen Beruf ausüben. Dadurch werden Frauen bestraft, die sich entscheiden, Mütter werden zu wollen oder Mütter zu sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In manchen Berufen verdient man einfach mehr. Herr Kollege Katzian, das werden Sie nicht abstreiten können. Es wird halt einfach ein Stahlarbeiter mehr verdienen als eine Frisörin, und es wird auch in Zukunft so sein, dass in einigen Berufen weniger Frauen zu finden sind. Aber abgesehen von diesen Unterschieden, die nun einmal auf verschiedene Neigungen, Interessen und auch körperliche Eignungen zurückgehen, gibt es wirklich eine echte Ungerechtigkeit, und zwar dann, wenn man Gehaltserhöhungen ausschließlich daran misst, wie lange eine Frau in ihrem Beruf tätig ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit ist jede Frau benachteiligt, die sich nun einmal entscheidet, einige Zeit bei ihren Kindern zu bleiben. So lange Gehaltserhöhungen nicht wegen zusätzlicher Leistung beziehungsweise höherer Verantwortung erfolgen, wird das Leben einer Frau in finanzieller Hinsicht immer wieder nachteilig gelebt werden müssen. Die wichtige Aufgabe, für Kinder und Alte da zu sein, muss in Zukunft in unserer Gesellschaft honoriert werden. Wir Freiheitliche fordern eine Gesellschaft, in der der Zusammenhalt nicht bedroht ist, in der das Zusammenwirken von Mann und Frau ohne Gleichheitsgetue gefördert wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Vor allem dürfen Frauen nicht überfordert werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sie sollen ja immer alles gleichzeitig schaffen, und das geht nun einmal nicht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und Kinder und alte Menschen sollen nicht in Betreuungseinrichtungen gezwungen werden. Wir wollen eine Gesellschaft, die diese Werte honoriert. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Vor allem dürfen Frauen nicht überfordert werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sie sollen ja immer alles gleichzeitig schaffen, und das geht nun einmal nicht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und Kinder und alte Menschen sollen nicht in Betreuungseinrichtungen gezwungen werden. Wir wollen eine Gesellschaft, die diese Werte honoriert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Vor allem dürfen Frauen nicht überfordert werden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Sie sollen ja immer alles gleichzeitig schaffen, und das geht nun einmal nicht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Und Kinder und alte Menschen sollen nicht in Betreuungseinrichtungen gezwungen werden. Wir wollen eine Gesellschaft, die diese Werte honoriert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aus aktuellem Anlass – und es ist dazu gestern am Abend ein Artikel erschienen – möchte ich auf ein sehr wichtiges Thema eingehen, das uns alle hier beschäftigt, und zwar bereits seit Monaten. Sie kennen den Aufschrei betreffend sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt an Frauen, der durch die Sozialen Medien gegangen ist. Ein Fall für einen solchen Aufschrei ist nun im Parlament angekommen, und ich finde, es ist Zeit, dass wir diese Stunde jetzt nutzen, um darüber zu reden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Worum geht es? – Ich möchte noch einmal zusammenfassen, worum es geht: Gestern am Abend beziehungsweise heute in der Früh ist im „Falter“ ein Artikel über Zustände in der Justizanstalt Josefstadt erschienen. Das betrifft vor allem in Bezug auf sexuelle Belästigung einen Abgeordneten, nämlich Herrn Kollegen Lausch von der FPÖ. Was wird ihm vorgeworfen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Was wird ihm vorgeworfen? – Ich fasse zusammen, was ihm vorgeworfen wird: Es wird ihm vorgeworfen, an Kolleginnen pornografische Bilder, die sie nicht sehen wollen, geschickt zu haben. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Es wird ihm vorgeworfen, Kolleginnen bedrängt zu haben, mit ihm in den Swingerclub zu gehen; ich möchte Ihnen ersparen, mit welchen Worten, Sie können das im „Falter“ nachlesen! (Abg. Strache: Es ist unfassbar, was Sie unter dem Schutz der Immunität zum Besten geben!) – Ich sage, was ihm vorgeworfen wird, und das hat zu einem Disziplinarverfahren geführt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Es ist unfassbar, was Sie unter dem Schutz der Immunität zum Besten geben!
Was wird ihm vorgeworfen? – Ich fasse zusammen, was ihm vorgeworfen wird: Es wird ihm vorgeworfen, an Kolleginnen pornografische Bilder, die sie nicht sehen wollen, geschickt zu haben. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Es wird ihm vorgeworfen, Kolleginnen bedrängt zu haben, mit ihm in den Swingerclub zu gehen; ich möchte Ihnen ersparen, mit welchen Worten, Sie können das im „Falter“ nachlesen! (Abg. Strache: Es ist unfassbar, was Sie unter dem Schutz der Immunität zum Besten geben!) – Ich sage, was ihm vorgeworfen wird, und das hat zu einem Disziplinarverfahren geführt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was wird ihm vorgeworfen? – Ich fasse zusammen, was ihm vorgeworfen wird: Es wird ihm vorgeworfen, an Kolleginnen pornografische Bilder, die sie nicht sehen wollen, geschickt zu haben. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Es wird ihm vorgeworfen, Kolleginnen bedrängt zu haben, mit ihm in den Swingerclub zu gehen; ich möchte Ihnen ersparen, mit welchen Worten, Sie können das im „Falter“ nachlesen! (Abg. Strache: Es ist unfassbar, was Sie unter dem Schutz der Immunität zum Besten geben!) – Ich sage, was ihm vorgeworfen wird, und das hat zu einem Disziplinarverfahren geführt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Es hat sich herausgestellt, dass es sich um Diffamierungen gehandelt hat, daher wurde eingestellt!
Das wurde nicht eingestellt, beziehungsweise wurde es eingestellt, weil es verschleppt wurde, weil es verjährt war. (Abg. Strache: Es hat sich herausgestellt, dass es sich um Diffamierungen gehandelt hat, daher wurde eingestellt!) – Ist das alles, was Ihnen dazu einfällt, dass Sie sagen, dass das alter Kaffee ist, der eingestellt wurde? Ist das alles, was Sie zu diesen schwerwiegenden Vorwürfe zu sagen haben, die untergebene Kolleginnen gegen den Kollegen vorgebracht haben? Ist das alles, was Ihnen dazu einfällt? (Abg. Strache: Diese Denunzierungen wurden entlarvt, und das betreffende Verfahren wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Diese Denunzierungen wurden entlarvt, und das betreffende Verfahren wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das wurde nicht eingestellt, beziehungsweise wurde es eingestellt, weil es verschleppt wurde, weil es verjährt war. (Abg. Strache: Es hat sich herausgestellt, dass es sich um Diffamierungen gehandelt hat, daher wurde eingestellt!) – Ist das alles, was Ihnen dazu einfällt, dass Sie sagen, dass das alter Kaffee ist, der eingestellt wurde? Ist das alles, was Sie zu diesen schwerwiegenden Vorwürfe zu sagen haben, die untergebene Kolleginnen gegen den Kollegen vorgebracht haben? Ist das alles, was Ihnen dazu einfällt? (Abg. Strache: Diese Denunzierungen wurden entlarvt, und das betreffende Verfahren wurde eingestellt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das sind keine Denunzierungen, das sind Aussagen, die von Frauen, von Beamtinnen der Justizanstalt, gemacht wurden! Das ist sehr ernst zu nehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Es gibt ein entsprechendes Verfahren! Nehmen Sie den Rechtsstaat zur Kenntnis!
Ich finde es mehr als bedenklich, dass Sie nur sagen, dass das verjährt und alter Kaffee ist! Fällt Ihnen nicht mehr dazu ein? Fällt Ihnen nicht mehr dazu ein, was Frauen in unserer Gesellschaft passiert? Das ist ein Thema, das mitten in unserer Gesellschaft tagtäglich präsent ist! (Abg. Strache: Es gibt ein entsprechendes Verfahren! Nehmen Sie den Rechtsstaat zur Kenntnis!) – Ich verstehe Sie leider nicht, Herr Kollege! Sie können aber gerne herauskommen! Ich lade Sie ein, herauszukom-
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
men und dazu Stellung zu beziehen! Es wäre ganz wichtig, dass Sie sich dazu äußern! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen nicht den „Falter“ mit einem Gerichtsakt verwechseln!
In diesem Fall gibt es Vorwürfe gegen einen Abgeordneten in unserem Haus, und über diese Vorwürfe sollten wir hier reden. Es sind dies schwerwiegende Vorwürfe, und ich bin wirklich erstaunt darüber, dass Sie nicht in der Lage sind, Stellung zu beziehen! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen nicht den „Falter“ mit einem Gerichtsakt verwechseln!) Ihr Kollege ist rücktrittsreif! Ich fordere Ihren Rücktritt! (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
In diesem Fall gibt es Vorwürfe gegen einen Abgeordneten in unserem Haus, und über diese Vorwürfe sollten wir hier reden. Es sind dies schwerwiegende Vorwürfe, und ich bin wirklich erstaunt darüber, dass Sie nicht in der Lage sind, Stellung zu beziehen! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen nicht den „Falter“ mit einem Gerichtsakt verwechseln!) Ihr Kollege ist rücktrittsreif! Ich fordere Ihren Rücktritt! (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Immunitätsflüchtling! – Schämen Sie sich!
Es ist nicht möglich, dass Sie zu diesem Thema nicht Stellung beziehen und sagen, was in diesen Jahren los war! Das betrifft einige Kolleginnen dieses Herrn in der Justizanstalt Josefstadt. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Immunitätsflüchtling! – Schämen Sie sich!)
Beifall beim BZÖ.
Es waren noch nie so viele Frauen im Berufsleben wie jetzt, aber letztendlich gibt es noch immer sehr große Gehaltsunterschiede. Das hat gestern wieder eine Studie gezeigt: Zwischen Männer- und Fraueneinkommen klafft eine Lücke von 26,7 Prozent, und in den letzten Jahren hat sich diese nur um rund 3 Prozent verringert. Wir sind also von einer gleichberechtigten Entlohnung und Bezahlung wirklich weit entfernt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher ist es für vom BZÖ ganz, ganz wichtig, dass endlich einmal leistungsgerecht bezahlt wird, ob es sich nun um Frauen oder Männer handelt: Frauen, die Leistungen erbringen, müssen gerecht bezahlt werden, Männer, die Leistungen erbringen, müssen gerecht bezahlt werden. Besonders groß sind die Unterschiede, wie heute schon angesprochen wurde, in den typischen Frauenberufen – wie man früher gesagt hat – im Sozialbereich, in der Pflege, in den pädagogischen Berufen. Es ist allerdings nicht einzusehen, dass die Arbeit mit und an Menschen weniger wert ist als die Arbeit an und mit Maschinen! Darüber wurde jetzt schon genug geredet, und hier muss etwas getan werden! (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wenn Kollege Katzian sagt, dass die Kollektivvertragsverhandlungen unter den Sozialpartnern vor allem auch betreffend die Anrechnung der Karenzzeiten gut voranschreiten – wenn ich recht gehört habe, ist das jetzt in 75 Kollektivverträgen enthalten – und einen absolut guten und positiven Verlauf nehmen, dann begrüße ich das. Wenn wir aber bedenken, dass wir weit über 600 Kollektivverträge haben, dann ist das nach wie vor zu wenig. Das ist jetzt nur ein erster Schritt und ein erster Ansatz. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Als zweiten Punkt darf ich noch die Gleichstellung von Erwerbsarbeit und Familienarbeit anführen. Da sind wir vom Ziel noch weit entfernt, denn bis jetzt ist die Familienarbeit nicht mit der Erwerbsarbeit gleichgesetzt. Es wurden erste Schritte getan, aber was die Pensionszeiten, die Anrechnung der Pflegezeiten und so weiter für die Alterssicherung von Frauen und Männern betrifft, ist noch nicht genug getan. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen)
Beifall beim BZÖ.
Frau Bundesministerin, Sie haben gesagt, Sie haben viel gemacht, aber es ist noch nicht genug. Ich sage auch: Wir sind noch weit entfernt. Es ist noch sehr, sehr viel zu tun. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Beim Kündigungsschutz hat es betreffend Behaltefrist eine Verringerung von sechs auf vier Monate gegeben, und ich sehe, dass auch hier Menschen mit Behinderung massiv benachteiligt sind. Hier muss man insofern den Hebel ansetzen, als es sich hiebei um eine wichtige Gruppe von Menschen handelt, die es im Leben eh schon nicht gut haben. Das betrifft auch das Sozialministerium, das ist also quasi eine die Ressorts übergreifende Materie. Frau Ministerin! Herr Sozialminister! Bitte achten Sie darauf, dass man auf diese Menschen nicht vergisst. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.
Betreffend Frauenschere, Frau Ministerin, frage ich Sie schon: Was ist in den letzten vier Jahren Großartiges geschehen? Wir haben große Kampagnen gesehen. Ich glaube, Frauen leisten großartige Arbeit. Dafür möchte ich mich auch in meinem Klub bedanken, bei der Klubdirektorin und ihrer Stellvertreterin Renée Kanitz, bei allen, die jahrelang für uns arbeiten und wirklich Tolles leisten. Frauen leisten wirklich großartige Arbeit, und sie gehören auch einmal unterstützt. Und natürlich bin ich der Letzte (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.)
Beifall beim Team Stronach.
Das ist wieder einmal typisch SPÖ! Das ist Sarkasmus! Sie können selbst herauskommen und Ihre eigenen Mitarbeiterinnen loben! Tun Sie es! Ich höre aber gar nichts von der Sozialdemokratie! Ich weiß, dass Sie das nicht tun. Wir tun das aber mit großer Freude, denn hier wird großartige Arbeit geleistet. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Frau Ministerin, Plakate sind zu wenig. Kampagnen sind zu wenig. Sie sind in den nächsten Monate, solange Sie noch im Amt sind, gefordert, wirklich etwas umzusetzen und dafür zu sorgen, dass Frauen mehr geschützt werden und dass vor allem die Einkommensschere nicht nur im öffentlichen Dienst, sondern auch in den privaten Unternehmungen durch Anreize vielleicht geschlossen werden kann. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir können das auch nicht mehr hören!
Wenn wir vorhin von der Kollegin von den Freiheitlichen gehört haben, dass es nicht um Gleichmacherei gehen darf, dann muss ich Ihnen ehrlich sagen: Ich kann das nicht mehr hören! Wer redet denn von Gleichmacherei? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir können das auch nicht mehr hören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Worum denn sonst?
Bitte verstehen Sie nach den vielen Jahren, in denen auch Sie hier sitzen, doch auch endlich, dass es nicht um Gleichmacherei geht! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Worum denn sonst?) Es geht darum, die Chancen gleich zu gestalten. Es geht darum, dass Frauen und Männer gleiche Lebenschancen haben sollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Bitte verstehen Sie nach den vielen Jahren, in denen auch Sie hier sitzen, doch auch endlich, dass es nicht um Gleichmacherei geht! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Worum denn sonst?) Es geht darum, die Chancen gleich zu gestalten. Es geht darum, dass Frauen und Männer gleiche Lebenschancen haben sollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Die Chancen sollen gleich gemacht werden, ja. Die Chancen sollen gleich gemacht werden. Aber es ist wirklich abenteuerlich, primitiv und plump, sich heute, im Jahr 2013, hierher zu stellen und sagen, dass man gegen die Gleichmacherei von Frauen und Männern ist. Das will niemand, niemand, niemand, niemand! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ganz im Gegenteil: Es geht darum, etwas zu ermöglichen, was nicht immer so war und noch immer nicht so ist, wie wir es uns vorstellen, wenn auch wesentliche Schritte in diese Richtung möglich waren, nämlich den Frauen zu ermöglichen, schlicht und einfach so zu leben, wie sie sich das vorstellen. Es geht darum, zu ermöglichen, dass auch Frauen beide Teile des Lebens leben können, nämlich selbstverständlich den privaten Teil, aber auch den beruflichen, so wie das für Männer immer eine Selbstverständlichkeit war. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na ein Traum!
Es ist im Bildungsbereich viel weitergegangen, was ja eine Grundvoraussetzung ist. Die Einkommen hat der Kollege Katzian bereits angesprochen. Die Vereinbarkeit ist so ein wichtiger Punkt, um eben dieses Jonglieren zwischen privatem Leben und beruflichem Leben für die Frauen leichter zu machen. Alleine die Bilanz, 7 000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze pro Jahr seit 2009 geschaffen zu haben, ist wirklich beachtlich und bemerkenswert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na ein Traum!)
Beifall bei der SPÖ.
Das Motto, das sich die Frauenministerin setzt, lautet: Ermöglichen wir es und unterstützen wir die Frauen dabei, dass sie das Leben so führen können, wie sie das wollen. Es ist ein wichtiges Motto, Frau Bundesministerin, und wir werden Sie auch weiterhin dabei unterstützen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.
Aber es kann nicht sein, Frau Kollegin Unterreiner, dass man sagt, die ganze unbezahlte Arbeit soll den Frauen überlassen werden, so wie du es in deiner Rede angesprochen hast. Pflege und all das wird automatisch den Frauen zugeschanzt und müssen nur die Frauen tun. Es sind die Väter, die Männer kein einziges Mal vorgekommen in deiner Rede, was ich sehr bedauerlich finde, denn Frauenpolitik darf Männer nicht ausschließen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Unterreiner.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, insbesondere Gleichbehandlung und Chancengleichheit passiert in den Köpfen. Wir müssen schauen, dass die guten, fundierten, gesetzlichen Regelungen, die wir haben, auch in den Köpfen Niederschlag finden, und das wird eine wesentliche Herausforderung sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Carmen Gartelgruber (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Hohes Haus! Wir haben heute in dieser Debatte einen Tiefpunkt des Parlamentarismus erlebt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Ich habe einen Artikel zitiert, der heute früh erschienen ist!
Frau Kollegin Schwentner, wenn Sie heute hier herunterkommen und Denunzierungen und Unwahrheiten vom Rednerpult aus diskutieren (Abg. Mag. Schwentner: Ich habe einen Artikel zitiert, der heute früh erschienen ist!), den „Falter“ zitieren, dann möchte ich Ihnen hier ausrichten: Der „Falter“ ist kein Gerichtsakt. Auch Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass dieser keine Gerichtsqualität hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Schwentner, wenn Sie heute hier herunterkommen und Denunzierungen und Unwahrheiten vom Rednerpult aus diskutieren (Abg. Mag. Schwentner: Ich habe einen Artikel zitiert, der heute früh erschienen ist!), den „Falter“ zitieren, dann möchte ich Ihnen hier ausrichten: Der „Falter“ ist kein Gerichtsakt. Auch Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass dieser keine Gerichtsqualität hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und nachdem Sie jetzt heute öffentlich dokumentiert haben, dass sich die Grünen frauenpolitisch absolut abgemeldet haben, weil sie kein anderes Thema mehr haben, brauchen Sie natürlich eine Schmutzkübelkampagne, um sich überhaupt wieder populär machen zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit bei den Grünen
Eigentlich würde ich Ihnen anraten, bei Ihrer eigenen Klientel ein bisschen für Ordnung zu sorgen, denn wenn man weiß, dass Ihre Sympathisanten Ballbesucher attackieren (ironische Heiterkeit bei den Grünen), dann würde ich einmal dort ansetzen und versuchen, mit denen ein ernstes Wort zu sprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eigentlich würde ich Ihnen anraten, bei Ihrer eigenen Klientel ein bisschen für Ordnung zu sorgen, denn wenn man weiß, dass Ihre Sympathisanten Ballbesucher attackieren (ironische Heiterkeit bei den Grünen), dann würde ich einmal dort ansetzen und versuchen, mit denen ein ernstes Wort zu sprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer. – Abg. Dr. Pilz: Sagen Sie etwas zu den Vorwürfen!
Frau Schwentner, noch eines: Ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Sudelkampagne nicht nur hier im Schutze der Immunität breitzutreten, sondern auch draußen – und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt. Außerdem muss ich Ihnen sagen: Das ist wirklich das Schlechteste und Schlimmste, was Sie heute gemacht haben. Ich bin von Ihnen als Kollegin zutiefst enttäuscht! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer. – Abg. Dr. Pilz: Sagen Sie etwas zu den Vorwürfen!)
Abg. Dr. Pilz: Nein! Die sind nicht widerlegt!
Zu den Vorwürfen sage ich Ihnen gerne etwas: Die sind eingestellt und widerlegt. (Abg. Dr. Pilz: Nein! Die sind nicht widerlegt!) – Eingestellt und widerlegt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe den Akt!) Sie kommen heute hierher und zitieren eine Sache, die widerlegt ist. Der Kollege Lausch ist in der Personalvertretung (Abg. Strache: absoluter Mehrheit! Das passt euch nicht!) mit absoluter Mehrheit mehrmals gewählt. Das ist eine Schmutzkübelkampagne, die ich zutiefst ablehne! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe den Akt!
Zu den Vorwürfen sage ich Ihnen gerne etwas: Die sind eingestellt und widerlegt. (Abg. Dr. Pilz: Nein! Die sind nicht widerlegt!) – Eingestellt und widerlegt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe den Akt!) Sie kommen heute hierher und zitieren eine Sache, die widerlegt ist. Der Kollege Lausch ist in der Personalvertretung (Abg. Strache: absoluter Mehrheit! Das passt euch nicht!) mit absoluter Mehrheit mehrmals gewählt. Das ist eine Schmutzkübelkampagne, die ich zutiefst ablehne! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: absoluter Mehrheit! Das passt euch nicht!
Zu den Vorwürfen sage ich Ihnen gerne etwas: Die sind eingestellt und widerlegt. (Abg. Dr. Pilz: Nein! Die sind nicht widerlegt!) – Eingestellt und widerlegt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe den Akt!) Sie kommen heute hierher und zitieren eine Sache, die widerlegt ist. Der Kollege Lausch ist in der Personalvertretung (Abg. Strache: absoluter Mehrheit! Das passt euch nicht!) mit absoluter Mehrheit mehrmals gewählt. Das ist eine Schmutzkübelkampagne, die ich zutiefst ablehne! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zu den Vorwürfen sage ich Ihnen gerne etwas: Die sind eingestellt und widerlegt. (Abg. Dr. Pilz: Nein! Die sind nicht widerlegt!) – Eingestellt und widerlegt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Ich habe den Akt!) Sie kommen heute hierher und zitieren eine Sache, die widerlegt ist. Der Kollege Lausch ist in der Personalvertretung (Abg. Strache: absoluter Mehrheit! Das passt euch nicht!) mit absoluter Mehrheit mehrmals gewählt. Das ist eine Schmutzkübelkampagne, die ich zutiefst ablehne! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pilz – stehend neuerlich ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Hier ist der Akt!
Ich finde, das ist von Ihnen wirklich tiefstes Niveau. Herr Pilz, Sie brauchen sich jetzt gar nicht so künstlich aufzuregen. Das ist ein Wahnsinn, was Sie da aufführen! (Abg. Dr. Pilz – stehend neuerlich ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Hier ist der Akt!) Das ist wirklich letztklassig. Das ist jetzt für mich erledigt. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich finde, das ist von Ihnen wirklich tiefstes Niveau. Herr Pilz, Sie brauchen sich jetzt gar nicht so künstlich aufzuregen. Das ist ein Wahnsinn, was Sie da aufführen! (Abg. Dr. Pilz – stehend neuerlich ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Hier ist der Akt!) Das ist wirklich letztklassig. Das ist jetzt für mich erledigt. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Das ist ein sehr wichtiges Frauenthema!
Ich möchte jetzt ganz gerne zurück zu den Frauenthemen kommen und weg von der Schmutzkübelkampagne der Grünen. (Abg. Mag. Schwentner: Das ist ein sehr wichtiges Frauenthema!) – Es ist ein wichtiges Frauenthema, da gebe ich Ihnen recht. Auch da bin ich sehr dafür, und ich sage Ihnen auch: Wir setzen uns wirklich für Frauen ein, und wir hören auch zu, und wir haben es nicht notwendig, so wie Sie, auf so einem Niveau zu agieren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – stehend auf Abg. Lausch deutend –: Das ist Ihr Niveau!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – stehend auf Abg. Lausch deutend –: Das ist Ihr Niveau!
Ich möchte jetzt ganz gerne zurück zu den Frauenthemen kommen und weg von der Schmutzkübelkampagne der Grünen. (Abg. Mag. Schwentner: Das ist ein sehr wichtiges Frauenthema!) – Es ist ein wichtiges Frauenthema, da gebe ich Ihnen recht. Auch da bin ich sehr dafür, und ich sage Ihnen auch: Wir setzen uns wirklich für Frauen ein, und wir hören auch zu, und wir haben es nicht notwendig, so wie Sie, auf so einem Niveau zu agieren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pilz – stehend auf Abg. Lausch deutend –: Das ist Ihr Niveau!)
Abg. Mag. Schwentner: Wer hat denn den Antrag nicht unterschrieben für Frauen im ländlichen Raum?!
wo ich gewusst habe, die sind nachzufragen. Und ich glaube, gerade auch bei den Frauen im bäuerlichen Bereich habe ich leider nicht wirklich viele Maßnahmen von Ihnen gesehen. (Abg. Mag. Schwentner: Wer hat denn den Antrag nicht unterschrieben für Frauen im ländlichen Raum?!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir reden immer davon, dass wir Frauen fördern, aber auch die Wahlfreiheit garantieren. Ich muss wirklich sagen, was mir besonders gut gefällt, ist der Vorstoß eines Bürgermeisters in Salzburg, das Berndorfer-Modell, der den Mut gehabt hat, auch tatsächlich einen Schritt zu setzen, um innerfamiliäre Kinderbetreuung wertzuschätzen, auch monetär wertzuschätzen. Das ist ein sehr großer und wichtiger Schritt, der mir persönlich sehr gut gefällt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sollten nicht nur über Gehaltsrechner und Gehaltstransparenz sprechen, sondern auch über die Werte und die Wichtigkeit der Arbeit, die Frauen in Österreich leisten, nicht nur in der Kinderbetreuung und in der Pflege, sondern in vielen anderen Bereichen auch. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: es stimmt und nicht unwahr ist! Sie zitieren !
Meine Damen und Herren, das ist sexuelle Belästigung, das ist eines Abgeordneten dieses Hauses unwürdig! Abgeordneter Lausch, treten Sie zurück! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: es stimmt und nicht unwahr ist! Sie zitieren !)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Meine Damen und Herren, aber was sagt der Kollege Lausch zu diesen Vorwürfen? Es gibt E-Mails, die diese klar dokumentieren. Der Abgeordnete Lausch sagt, die wären gefälscht. – So: Wenn jemand E-Mails von mir mit derartigem Inhalt fälscht und an eine Betroffene schickt, mit derartig schwerwiegenden Vorwürfen, was würde ich tun? – Ich würde klagen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Es sind ja mehrere Straftatbestände erfüllt: üble Nachrede, Verfälschung eines Beweismittels. Was hat der Kollege Lausch gemacht? – Er hat nicht geklagt, und er hat gewusst, warum er nicht klagt: weil er weiß, dass er diesen Prozess nicht gewinnen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Na selbstverständlich hat er den geklagt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Na selbstverständlich hat er den geklagt!
Meine Damen und Herren, aber was sagt der Kollege Lausch zu diesen Vorwürfen? Es gibt E-Mails, die diese klar dokumentieren. Der Abgeordnete Lausch sagt, die wären gefälscht. – So: Wenn jemand E-Mails von mir mit derartigem Inhalt fälscht und an eine Betroffene schickt, mit derartig schwerwiegenden Vorwürfen, was würde ich tun? – Ich würde klagen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Es sind ja mehrere Straftatbestände erfüllt: üble Nachrede, Verfälschung eines Beweismittels. Was hat der Kollege Lausch gemacht? – Er hat nicht geklagt, und er hat gewusst, warum er nicht klagt: weil er weiß, dass er diesen Prozess nicht gewinnen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Na selbstverständlich hat er den geklagt!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Gelegenheit auslässt, Journalisten oder Kritiker, wenn sie irgendetwas sagen, was möglicherweise klagbar ist, zu klagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Sie nehmen auch Niederlagen dafür in Kauf. Sie klagen alles. Nein, nur diesen einzigen Punkt haben sie nicht geklagt, und der Abgeordnete Lausch weiß, warum er nicht geklagt hat. (Abg. Strache: Seit sieben Jahren eingestellt, weil es ! – Abg. Mag. Stefan: Irgendwas behaupten, ist doch unglaublich!)
Abg. Strache: Seit sieben Jahren eingestellt, weil es ! – Abg. Mag. Stefan: Irgendwas behaupten, ist doch unglaublich!
Gelegenheit auslässt, Journalisten oder Kritiker, wenn sie irgendetwas sagen, was möglicherweise klagbar ist, zu klagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Sie nehmen auch Niederlagen dafür in Kauf. Sie klagen alles. Nein, nur diesen einzigen Punkt haben sie nicht geklagt, und der Abgeordnete Lausch weiß, warum er nicht geklagt hat. (Abg. Strache: Seit sieben Jahren eingestellt, weil es ! – Abg. Mag. Stefan: Irgendwas behaupten, ist doch unglaublich!)
Beifall bei den Grünen.
Das, meine Damen und Herren, ist die klassische Opfer-Täter-Umkehr, wie wir sie aus diversen Verfahren um sexuelle Belästigung kennen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stefan: Hat es ein gegeben? Inquisition der Grünen!
Jetzt vertritt die Frauensprecherin der FPÖ hier die Position, dass dieses Verfahren eingestellt wäre und dass alle Vorwürfe widerlegt sind. Meine Damen und Herren, das ist, wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit. (Abg. Mag. Stefan: Hat es ein gegeben? Inquisition der Grünen!) Eingestellt ist richtig, aber nicht, weil irgendetwas widerlegt wurde, nein, eingestellt werden musste, weil dieses Disziplinarverfahren verjährt ist, und zwar verjährt in einem orange-blauen Justizministerium, wo die blauen Personalvertreter die Strippen gezogen haben, damit dieses Disziplinarverfahren liegenbleibt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Jetzt vertritt die Frauensprecherin der FPÖ hier die Position, dass dieses Verfahren eingestellt wäre und dass alle Vorwürfe widerlegt sind. Meine Damen und Herren, das ist, wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit. (Abg. Mag. Stefan: Hat es ein gegeben? Inquisition der Grünen!) Eingestellt ist richtig, aber nicht, weil irgendetwas widerlegt wurde, nein, eingestellt werden musste, weil dieses Disziplinarverfahren verjährt ist, und zwar verjährt in einem orange-blauen Justizministerium, wo die blauen Personalvertreter die Strippen gezogen haben, damit dieses Disziplinarverfahren liegenbleibt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: So aktuell ist das?
Meine Damen und Herren, am 17. November 2005 wurde das Disziplinarverfahren eingeleitet. Am 19. Dezember 2005 ist die Verjährung eingetreten. (Abg. Dr. Rosenkranz: So aktuell ist das?) Es ist nichts passiert. Man hat wohlweislich vier Monate später dem Abgeordneten Lausch den Bescheid über die Einleitung des Verfahrens zugestellt, damit das Verfahren verjährt war und eben nicht weitergeführt wird. Es ist auch nichts widerlegt worden. (Abg. Mag. Stefan: Wo waren da die blauen ? kein Justizminister!)
Abg. Mag. Stefan: Wo waren da die blauen ? kein Justizminister!
Meine Damen und Herren, am 17. November 2005 wurde das Disziplinarverfahren eingeleitet. Am 19. Dezember 2005 ist die Verjährung eingetreten. (Abg. Dr. Rosenkranz: So aktuell ist das?) Es ist nichts passiert. Man hat wohlweislich vier Monate später dem Abgeordneten Lausch den Bescheid über die Einleitung des Verfahrens zugestellt, damit das Verfahren verjährt war und eben nicht weitergeführt wird. Es ist auch nichts widerlegt worden. (Abg. Mag. Stefan: Wo waren da die blauen ? kein Justizminister!)
Abg. Strache: 2005 gab es keinen FPÖ-Justizminister!
Meine Damen und Herren, was war die Reaktion der FPÖ? – Das sind alte Hüte. Ich weiß von diesem Vorfall seit gestern. Für Sie ist es offensichtlich ein alter Hut. (Abg. Strache: 2005 gab es keinen FPÖ-Justizminister!) – Herr Parteiobmann Strache, es stellt sich die Frage, wie lange Sie schon von diesen Vorfällen wissen, was Sie getan haben, um diese Vorfälle aufzuklären, und warum Sie den Abgeordneten Lausch immer noch decken, obwohl Sie schon so lange von diesen Vorfällen wissen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, was war die Reaktion der FPÖ? – Das sind alte Hüte. Ich weiß von diesem Vorfall seit gestern. Für Sie ist es offensichtlich ein alter Hut. (Abg. Strache: 2005 gab es keinen FPÖ-Justizminister!) – Herr Parteiobmann Strache, es stellt sich die Frage, wie lange Sie schon von diesen Vorfällen wissen, was Sie getan haben, um diese Vorfälle aufzuklären, und warum Sie den Abgeordneten Lausch immer noch decken, obwohl Sie schon so lange von diesen Vorfällen wissen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stefan: überhaupt nicht! Ein ordentliches Verfahren gibt es zuerst!
Meine Damen und Herren, wir kennen die FPÖ aus diesen Debatten hier. Es ist ihr keine Strafe zu streng, es ist ihr kein Urteil zu hart. Nur wenn es um Ihre eigenen Leute geht, dann gilt Milde und dann wird der Mantel des Schweigens über die Abgeordneten gebreitet. (Abg. Mag. Stefan: überhaupt nicht! Ein ordentliches Verfahren gibt es zuerst!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Parteiobmann Strache, Ihre Partei leidet an einer Führungsschwäche, das ist ja mittlerweile mit freiem Auge sichtbar. Sie haben sich zwar des Falls Graf entledigen können. Sie haben noch einen Fall Dobernig, Sie haben einen Fall Dörfler. Jetzt haben Sie auch einen Fall Lausch. Wir werden beobachten, ob Sie wenigstens noch in Ihrem eigenen Klub durchsetzungsstark sind, den Vorwürfen nachgehen und Konsequenzen verlangen und den Abgeordneten Lausch zum Rücktritt bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Rosenkranz: Ich bin ja schon erfreut darüber, dass die Grünen erkennen, dass wir einen kulturellen Hintergrund haben!
grund nicht, und das ist der freiheitliche Hintergrund. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Rosenkranz: Ich bin ja schon erfreut darüber, dass die Grünen erkennen, dass wir einen kulturellen Hintergrund haben!)
Ruf bei den Grünen: Es geht um sexuelle Belästigung!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zurück zum Thema. Herr Kollege, ich glaube, Sie haben jetzt das Thema verfehlt, denn es geht jetzt um Gleichstellung, es geht in dieser Aktuellen Stunde (Ruf bei den Grünen: Es geht um sexuelle Belästigung!) – Es geht nicht um sexuelle Belästigung, es geht um Gleichstellung, Erfolge, Perspektiven und Maßnahmen in Österreich für Männer und Frauen. Und benachteiligt sind eben die Frauen, aber Sie haben hier eindeutig das Thema verfehlt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zurück zum Thema. Herr Kollege, ich glaube, Sie haben jetzt das Thema verfehlt, denn es geht jetzt um Gleichstellung, es geht in dieser Aktuellen Stunde (Ruf bei den Grünen: Es geht um sexuelle Belästigung!) – Es geht nicht um sexuelle Belästigung, es geht um Gleichstellung, Erfolge, Perspektiven und Maßnahmen in Österreich für Männer und Frauen. Und benachteiligt sind eben die Frauen, aber Sie haben hier eindeutig das Thema verfehlt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Schatz.
Und wenn Herr Katzian heute hier vom Rednerpult aus sagt: Na ja, wir müssen mehrere Frauen in Führungspositionen bringen!, da frage ich Sie: Warum gibt es noch keine Präsidentin beim Österreichischen Gewerkschaftsbund? (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Schatz.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Jetzt gibt es einen neuen Präsidenten bei der Arbeiterkammer in Wien. Es ist keine Frau geworden. Warum? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Herr Kollege, vor der eigenen Tür kehren, nicht von anderen etwas verlangen und es selbst nicht umsetzen! Das ist einmal das eine. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jetzt gibt es einen neuen Präsidenten bei der Arbeiterkammer in Wien. Es ist keine Frau geworden. Warum? (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Herr Kollege, vor der eigenen Tür kehren, nicht von anderen etwas verlangen und es selbst nicht umsetzen! Das ist einmal das eine. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer, Dr. Matznetter und Ursula Haubner.
Frauen verdienen außerdem um ein Viertel weniger. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer, Dr. Matznetter und Ursula Haubner.) Sie heften sich ja immer auf Ihre Schultern, dass sich die Sozialdemokratie über die Gewerkschaften für ein besseres Einkommen einsetzt. – Dann tun Sie endlich einmal etwas! Dann machen Sie einmal etwas! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Frauen verdienen außerdem um ein Viertel weniger. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer, Dr. Matznetter und Ursula Haubner.) Sie heften sich ja immer auf Ihre Schultern, dass sich die Sozialdemokratie über die Gewerkschaften für ein besseres Einkommen einsetzt. – Dann tun Sie endlich einmal etwas! Dann machen Sie einmal etwas! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Riepl: Schön sprechen, Sigisbert! Schön sprechen!
Die Frau Bundesminister hat gesagt, es müsse mehrere Möglichkeiten geben: gleichgeschlechtliche Ehen, Regenbogenfamilien. – Ja, wer trägt denn die Kosten dafür? Wenn sie selber dafür aufkommen, ist ja alles in Ordnung, aber wenn die Allgemeinheit die Kosten dafür tragen muss, dann wird es schon ein bisschen heavy. (Abg. Riepl: Schön sprechen, Sigisbert! Schön sprechen!) Wir müssen da andere Voraussetzungen schaffen.
Beifall beim BZÖ.
Diese Voraussetzungen müssen wir zuerst einmal schaffen: dass die Kinderbetreuung ganztägig ist, die Schulausbildung ganztägig ist; da ist noch das eine oder andere zu tun. Was dabei aber auch wichtig ist, ist, dass man die Arbeitskraft endlich einmal entsteuert und hin zu einer Wertschöpfung kommt. Das ist wichtig, denn sonst funk-tioniert das auch nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Heute können Sie einen Chef oder eine Chefin haben. Die Chefin macht nichts anders als der Chef; wenn sich junge Frauen, die eine gute Ausbildung haben, bewerben, werden sie immer schlechter bezahlt als ein Mann. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Folgendes verstehe ich aber nicht: Frauen, bei denen die Familienplanung schon abgeschlossen ist, die Kinder erwachsen und für die Familie nicht mehr so viel Zeitaufwand notwendig ist, verdienen genauso weniger. Auf diese Frauen muss man schauen, denn alles, was man auf dem Arbeitsmarkt nicht an Einkommen erwirbt, ist auch in der Pension weniger. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Darauf sollte man schauen, und das wäre in diesem Bereich auch zu berücksichtigen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ haben ganz klare Positionen, was das Spekulationsverbot betrifft. Wir wollen, dass künftighin mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, das hart erwirtschaftet wurde, nicht mehr spekuliert werden darf. Weder Bund noch Länder noch Städte und Gemeinden sollen mit dem Steuergeld künftighin spekulieren dürfen. Das ist klar und eindeutig, und dazu soll es auch eine verfassungsgesetzliche Regelung geben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Für mich ist auch unverständlich, warum die FPÖ im letzten Moment abgesprungen ist, weil ja auch da eine sehr positive und sehr konstruktive Verhandlungspraxis an den Tag gelegt wurde. Ich gebe nur zu bedenken, dass heute hier auch klar von Ihnen herausgearbeitet werden soll, warum es plötzlich diese Ablehnung des Spekulationsverbots gibt. Sie haben heute auch Gelegenheit, dazu Stellung zu beziehen. Ich gebe auch zu bedenken, meine Damen und Herren von der FPÖ, dass Sie mit dieser Haltung, die Sie heute hier einnehmen, im Grunde genommen der SPÖ und der ÖVP auf den Leim gehen, denn beide Parteien wollen dieses Spekulationsverbot im Grunde nicht, und Sie sind hier diejenigen, die als Steigbügelhalter dienen, um dieses Spekulationsverbot zu verhindern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist nicht verständlich, wie ein Bundeskanzler Faymann oder auch eine Finanzministerin Fekter immer wieder vor den großen Bankkonzernen in die Knie gehen, die immer ihre eigenen Interessen vor die Interessen der Menschen und der Länder stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Da geht es nicht darum, was die Menschen an Geld haben und besitzen oder sich ersparen, sondern es geht rein um den Profit, es geht um die Gier der Banker, sie stehen im Vordergrund der europäischen Politik. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist doch eine perfide Ausrede der Europapolitiker, wenn sie sagen, die Einlagensicherung bestehe nach wie vor, mit 100 000 €. – Wenn keine Bank in Konkurs gehen kann und in Konkurs gehen darf, dann wird die Einlagensicherung mit den 100 000 € niemals schlagend. Dann geschieht nämlich das, was jetzt in Zypern droht (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen): dass man auf die Spareinlagen der Sparerinnen und Sparer zugreift. – Und das wollen wir nicht!
Beifall beim BZÖ.
Daher wollen wir auch, dass hier in Österreich die Spareinlagen, das Sparguthaben der Sparerinnen und Sparer verfassungsrechtlich geschützt werden! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ursula Haubner: Linz zum Beispiel! Linz! Linz! – Ruf bei der ÖVP: Wien! Die Stadt Wien! – Zwischenruf des Abg. Hörl
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Der Anlass für die Debatte über das Spekulationsverbot waren die Spekulationsgeschäfte des Landes Salzburg. Salzburg war nicht die erste Gebietskörperschaft, die riskante Spekulationsgeschäfte betrieben hat, sondern hat sich eingereiht in eine unerfreulich lange Reihe von Spekulationen der öffentlichen Hand, ob das jetzt Kärnten mit der Hypo ist, oder Tirol, Niederösterreich (Abg. Ursula Haubner: Linz zum Beispiel! Linz! Linz! – Ruf bei der ÖVP: Wien! Die Stadt Wien! – Zwischenruf des Abg. Hörl), oder auch auf Bundesebene mit der OeBFA, mit den Spekulationsverlusten auf Bundesebene; es gibt da eine unrühmliche Reihe.
Abg. Dr. Moser: Bei den wissen Sie es bis heute nicht!
Zweiter Unterschied: Es gibt vollkommene Transparenz und Aufklärung. Es ist genau auf den Tisch gelegt worden – ganz genau –, welche Geschäfte es gibt, wann diese abgeschlossen worden sind, das Risiko dahinter, und so weiter. (Abg. Dr. Moser: Bei den wissen Sie es bis heute nicht!) Das heißt, zweiter großer Unterschied: Transparenz und Aufklärung.
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Der dritte große Unterschied ist: Unter dem Strich sind in Salzburg noch keine Verluste eingetreten – bis heute; man kann über die Zukunft nichts sagen. Aber das ist auch ein Unterschied, denn in Niederösterreich und so weiter sind ja teilweise Milliardenverluste realisiert worden. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser. – Abg. Mag. Rossmann: Auch die Spekulation !
Der Unterschied, der noch besteht, ist ja nicht die Frage der Spekulation, sondern die Frage der Buchhaltungsregeln, die wir jetzt auch gleichzeitig diskutieren. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser. – Abg. Mag. Rossmann: Auch die Spekulation !) Diese sind natürlich wichtig, deswegen diskutieren wir sie ja auch, aber dort gibt es noch Unterschiede. Das muss man halt auch pragmatisch sehen: Erstens werden wir die Buchhaltungsregeln nicht in die Verfassung schreiben, und zweitens werden wir die gesamten Buchhaltungsregeln für alle Gebietskörperschaften auch nicht in vier Wochen in ein Gesetz gießen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Deshalb arbeiten wir hier konstruktiv mit. Es ist kein Renommee, muss man sagen, für die Politik insgesamt, für uns alle hier im Haus, dass wir das in der bereits zweiten Sitzung noch nicht mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit beschließen können, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das bei der nächsten Sitzung schaffen, weil es notwendig ist, das zu tun. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche alle Fraktionen, da weiterhin konstruktiv mitzuarbeiten, nicht mit den Fingern aufeinander zu zeigen, denn wir sind uns zu 95 Prozent einig. Wir müssen einfach noch daran arbeiten, dass wir diesen letzten Schritt schaffen, dass wir spätestens bei der nächsten Sitzung auch wirklich ein vernünftiges Gesetz, das Spekulationsverbot und die einheitlichen Buchhaltungsregeln beschließen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eingangs, bevor ich zum Thema komme, noch auf die Grünen replizierend: Wenn Herr Kollege Steinhauser oder auch Frau Kollegin Schwentner sich heute herausstellen und dann hier mit Schmutz und Denunzierung um sich werfen, möchte ich einige Dinge klarstellen. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Brosz: auf die Argumente eingehen!
Im Jahr 2006 hat der Rechtsstaat alle diese unwahren Denunzierungen zurückgewiesen (Abg. Brosz: auf die Argumente eingehen!) und das Verfahren eingestellt. (Beifall bei der FPÖ.) Und im Rechtsstaat werden Sie von den Grünen nicht Richter,
Beifall bei der FPÖ.
Im Jahr 2006 hat der Rechtsstaat alle diese unwahren Denunzierungen zurückgewiesen (Abg. Brosz: auf die Argumente eingehen!) und das Verfahren eingestellt. (Beifall bei der FPÖ.) Und im Rechtsstaat werden Sie von den Grünen nicht Richter,
Zwischenruf des Abg. Brosz
Polizei, Staatsanwaltschaft, Exekutor spielen, wie Sie das immer wieder tun. Sie haben entweder auf dem Boden des Rechtsstaates zu stehen oder nicht. Sie sagen heute hier – unter dem Schutz der Immunität, hinter diesem Pult – Ungeheuerlichkeiten (Zwischenruf des Abg. Brosz), und dafür sollten Sie sich schämen! Sagen Sie es in der Öffentlichkeit, dann stehen Sie vor Gericht und werden dafür verurteilt! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.
Polizei, Staatsanwaltschaft, Exekutor spielen, wie Sie das immer wieder tun. Sie haben entweder auf dem Boden des Rechtsstaates zu stehen oder nicht. Sie sagen heute hier – unter dem Schutz der Immunität, hinter diesem Pult – Ungeheuerlichkeiten (Zwischenruf des Abg. Brosz), und dafür sollten Sie sich schämen! Sagen Sie es in der Öffentlichkeit, dann stehen Sie vor Gericht und werden dafür verurteilt! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der FPÖ.
Was war die Antwort der Vertreter der Justizwache in der Josefstadt? – Dass im Jahr 2009 aufgrund dieser ungeheuerlichen Denunzierungen der Personalvertreter Christian Lausch die absolute Mehrheit erhalten hat! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist die demokratische Antwort auf solche ungeheuerlichen, miesen und schäbigen Denunzierungen, die Sie im Zusammenspiel mit dem grünen „Falter“ immer wieder neu zu erfinden versuchen, obwohl es rechtsstaatlich abgeklärt ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Matznetter. – Ruf bei den Grünen: Alles in Butter !)
Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Matznetter. – Ruf bei den Grünen: Alles in Butter !
Was war die Antwort der Vertreter der Justizwache in der Josefstadt? – Dass im Jahr 2009 aufgrund dieser ungeheuerlichen Denunzierungen der Personalvertreter Christian Lausch die absolute Mehrheit erhalten hat! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist die demokratische Antwort auf solche ungeheuerlichen, miesen und schäbigen Denunzierungen, die Sie im Zusammenspiel mit dem grünen „Falter“ immer wieder neu zu erfinden versuchen, obwohl es rechtsstaatlich abgeklärt ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Matznetter. – Ruf bei den Grünen: Alles in Butter !)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Das sind nicht die nachhaltigen Spekulationsverbotsgesetze, die wir haben wollen, wo dann ganz wesentliche Bereiche fehlen. Und wenn Herr Kopf dann von diesem Pult aus sagt, die Zusage der FPÖ habe es gegeben, dann sage ich: Herr Kopf, es ist unverschämt, wenn Sie hier die Unwahrheit sagen! Hätte es die Zusage gegeben, hätte es in der Präsidiale den Beschluss gegeben, heute den Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Abg. Kopf: Peinlich! Peinlich!
Sie wissen, wie die Usance des Parlaments ist: Gibt es eine Zusage der Fraktionen, dann setzt man sich in der Präsidiale zusammen, und dann wird auf Basis der Mehrheiten auch die Tagesordnung festgelegt. (Abg. Kopf: Peinlich! Peinlich!) Hätte es diese Zusage der Freiheitlichen Partei gegeben (Abg. Kopf: Lautstärke ersetzt nicht die Wahrheit!) Sie haben es bis gestern nicht der Mühe wert gefunden, mit mir als Klubobmann Kontakt aufzunehmen und zu verhandeln. Wenn Sie merken, dass man nicht hüpft, weil die ÖVP einfach vorgibt, was zu geschehen hat, na dann kommen auf einmal die Telefonate.
Abg. Kopf: Lautstärke ersetzt nicht die Wahrheit!
Sie wissen, wie die Usance des Parlaments ist: Gibt es eine Zusage der Fraktionen, dann setzt man sich in der Präsidiale zusammen, und dann wird auf Basis der Mehrheiten auch die Tagesordnung festgelegt. (Abg. Kopf: Peinlich! Peinlich!) Hätte es diese Zusage der Freiheitlichen Partei gegeben (Abg. Kopf: Lautstärke ersetzt nicht die Wahrheit!) Sie haben es bis gestern nicht der Mühe wert gefunden, mit mir als Klubobmann Kontakt aufzunehmen und zu verhandeln. Wenn Sie merken, dass man nicht hüpft, weil die ÖVP einfach vorgibt, was zu geschehen hat, na dann kommen auf einmal die Telefonate.
Beifall bei der FPÖ – Abg. Amon: Applaus!
Ich sage Ihnen klar und deutlich: Sie sind hauptverantwortlich dafür, dass bis heute nicht sichergestellt ist, dass mit Wasser nicht spekuliert werden darf (Beifall bei der FPÖ – Abg. Amon: Applaus!), dass mit österreichischem Wasser Privatisierung nicht stattfinden darf. Genau das blockieren Sie nämlich. Wir fordern, das in der Verfassung endlich als Recht und Schutz des Eigentums der österreichischen Bevölke-
Beifall bei der FPÖ
Da muss man halt bei der Wahrheit bleiben. Natürlich wäre es auch wichtig, die Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel gleich mit hineinzunehmen (Beifall bei der FPÖ), aber ich verstehe schon, dass Sie daran vielleicht kein Interesse haben. Es geht aber um Nachhaltigkeit, und wir wollen ein Spekulationsverbotsgesetz, das nachhaltig ist und kein Freifahrtschein, dass die Landeshauptleute von Häupl über Pröll bis Burgstaller wieder definieren können, was Spekulation ist und was nicht. – Nein, genau das gehört ausgeschaltet!
He-Rufe bei der FPÖ
Da darf es keine Hintertürln und keine Haupttürln geben, weiterzumachen, wie das in Wien in manchen Bereichen der Fall ist, mit der Kanalisation, ja sogar mit Wasser. Die Stadt Wien verpachtet nämlich in den Wildalpen sehr wohl die Wasserquellen und macht ein Geschäft damit (He-Rufe bei der FPÖ), das man aufzeigen muss. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Da darf es keine Hintertürln und keine Haupttürln geben, weiterzumachen, wie das in Wien in manchen Bereichen der Fall ist, mit der Kanalisation, ja sogar mit Wasser. Die Stadt Wien verpachtet nämlich in den Wildalpen sehr wohl die Wasserquellen und macht ein Geschäft damit (He-Rufe bei der FPÖ), das man aufzeigen muss. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Solche Sachen gehören abgestellt, aber genau daran haben Sie offensichtlich kein nachhaltiges Interesse, sonst würden Sie heute den Punkt auf die Tagesordnung nehmen, an den Ausschuss verweisen, dort mit Verfassungsexperten nachverhandeln und schauen, dass das Gesetz gleich in Kraft tritt – nicht nach der nächsten Wahl. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Herr Klubobmann Strache, man kann Wahlen verlieren – das ist verdammt unangenehm, aber das ist allen schon passiert, dass bei einer Wahl nicht das herauskommt, was man sich gewünscht hat; in Kärnten war es für Sie besonders schmerzhaft, das verstehe ich –, aber wissen Sie, was viel schlimmer ist in der demokratischen Auseinandersetzung? – Nicht, Wahlen zu verlieren, sondern, das Gesicht zu verlieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig!
Das Schlimmste für eine Partei ist, wenn sie die Vertrauenswürdigkeit verliert, wenn sie sich hinsetzt, mit verhandelt, ein Ergebnis erzielt wird wie am vergangenen Samstag – und das ist die Unwahrheit, was Sie vorhin gesagt haben; am vergangenen Samstag hat Ihr Budgetsprecher dem Verhandlungsergebnis dezidiert zugestimmt, auch bekräftigt, dass das die Zustimmung der Parteispitze findet (Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig!) – und das Ganze dann – wie gestern – aus irgendwelchen taktischen Gründen ablehnt! (Abg. Strache: Das ist ja unwahr, was Sie hier behaupten! Ein Klub hat zu entscheiden!)
Abg. Strache: Das ist ja unwahr, was Sie hier behaupten! Ein Klub hat zu entscheiden!
Das Schlimmste für eine Partei ist, wenn sie die Vertrauenswürdigkeit verliert, wenn sie sich hinsetzt, mit verhandelt, ein Ergebnis erzielt wird wie am vergangenen Samstag – und das ist die Unwahrheit, was Sie vorhin gesagt haben; am vergangenen Samstag hat Ihr Budgetsprecher dem Verhandlungsergebnis dezidiert zugestimmt, auch bekräftigt, dass das die Zustimmung der Parteispitze findet (Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig!) – und das Ganze dann – wie gestern – aus irgendwelchen taktischen Gründen ablehnt! (Abg. Strache: Das ist ja unwahr, was Sie hier behaupten! Ein Klub hat zu entscheiden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wissen Sie das? – Ein Klub stimmt zu!
Wissen Sie auch, was Sie hier kritisiert haben? – Sie haben Ihren eigenen Budgetsprecher kritisiert, nicht uns. Das war eine massive Kritik an Ihrem eigenen Budgetsprecher, der dieser Lösung zugestimmt hat. Sie kritisieren jetzt die Lösung, die er mit uns ausverhandelt hat. Also das ist eine massive Kritik an Ihrem eigenen Klubmitglied. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wissen Sie das? – Ein Klub stimmt zu!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Aber wir nehmen zur Kenntnis, dass man sich auf die Freiheitlichen nicht verlassen kann, dass man mit den Freiheitlichen in Wahrheit nichts ausmachen kann, weil es nicht einmal ein paar Stunden hält. Das müssen wir leider zur Kenntnis nehmen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Salzburg zu verzeichnen sind, nie mehr passieren dürfen. Das heißt, diese Spekulationen gehören auch mittels Verfassungsgesetz verboten. Es besteht auch Einigkeit zwischen allen Ebenen darin, dass wir künftig Haushaltsrechte haben wollen, auch für die Länder, auch für die Gemeinden, die dazu führen, dass die Voranschläge, dass die Jahresabschlüsse, dass die Rechnungen von Ländern miteinander echt vergleichbar werden, dass auch die Rechnungen von Gemeinden miteinander vergleichbar werden. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Strache: Bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit der 15a-Geschichte!
Das, was als Verhandlungsergebnis hier auf dem Tisch liegt und dem Sie jetzt überraschenderweise trotz Zusage nicht zustimmen wollen, nimmt genau darauf Rücksicht: dass man das jetzt in die Verfassung festschreibt – dann gibt es später kein Zurück mehr – und dass man aber natürlich bis zum Sommer nächsten Jahres mit den Ländern und Gemeinden die Details festlegt und dann auch bis 2018 durch diese Körperschaften gemeinsam umsetzt. (Abg. Strache: Bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit der 15a-Geschichte!) Das ist ein sauberer Weg ohne jede Hintertüre. Die Länder bekennen sich dazu, die Gemeinden bekennen sich dazu, der Bund bekennt sich dazu, nur die FPÖ, die zunächst zugesagt hat (Abg. Neubauer: Unsinn!), fällt jetzt um und sagt im letzten Moment Nein.
Abg. Neubauer: Unsinn!
Das, was als Verhandlungsergebnis hier auf dem Tisch liegt und dem Sie jetzt überraschenderweise trotz Zusage nicht zustimmen wollen, nimmt genau darauf Rücksicht: dass man das jetzt in die Verfassung festschreibt – dann gibt es später kein Zurück mehr – und dass man aber natürlich bis zum Sommer nächsten Jahres mit den Ländern und Gemeinden die Details festlegt und dann auch bis 2018 durch diese Körperschaften gemeinsam umsetzt. (Abg. Strache: Bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit der 15a-Geschichte!) Das ist ein sauberer Weg ohne jede Hintertüre. Die Länder bekennen sich dazu, die Gemeinden bekennen sich dazu, der Bund bekennt sich dazu, nur die FPÖ, die zunächst zugesagt hat (Abg. Neubauer: Unsinn!), fällt jetzt um und sagt im letzten Moment Nein.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir spielen für Ihre Feigenblattgesetze nicht den !
Herr Strache, Sie werden damit leben müssen, dass Sie einmal mehr Ihr Gesicht verloren haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wir spielen für Ihre Feigenblattgesetze nicht den !)
Beifall bei den Grünen.
Ich will nur Folgendes festhalten: Tatsächlich hat es im vorhin erwähnten Fall Lausch keine gerichtlichen Verfahren gegeben, nicht einmal entsprechende Verfahren bei der Disziplinarkommission, nur: In Wirklichkeit – und das ist das, was, wie ich glaube, aufzuarbeiten sein wird – ist das alles noch tragischer, weil es ja in diesem Fall und in dieser Dimension auch ein Justizskandal ist, denn es gibt ganz vehemente Verdachtsmomente, dass die Dinge absichtlich liegen gelassen und nicht weiter verfolgt wurden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Das ist ein absoluter Unsinn!
Das ist das noch größere Problem in der Justiz. Deshalb können Sie auch so argumentieren, wie Sie argumentieren (Abg. Strache: Das ist ein absoluter Unsinn!), das ist nicht ganz falsch. Deshalb geht es auch darum, dass man den Fall als Ganzes noch einmal aufrollt. Wenn Sie das dauernd monieren – es steht Ihnen frei. Es wäre vielleicht sogar auch hilfreich und nützlich, nicht nur auf die Abgeordneten hier „hinzuhauen“, sondern einmal diejenigen zu klagen, die in der Öffentlichkeit solche Behauptungen aufstellen. Das wird vielleicht wenigstens dort noch etwas in Bewegung setzen.
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Außerdem darf ich daran erinnern, Kollege Kopf, dass wir in den Vorschlägen schon einmal viel weiter waren – damit sind wir schon beim inhaltlichen Teil der Probleme – und dass eigentlich strengere Bestimmungen, die auf der Basis Fekter, Schieder, glaube ich, und Kogler vorgelegen haben, dass diese strengeren Vorschläge zurückgenommen wurden, weil nämlich Ihre Fraktion hier im Parlament – weil die Landeshauptleute entsprechenden Einfluss auf die Abgeordneten hier, so wie sie da sitzen, haben – offensichtlich zurückgenommen wurde. Aber das muss man in der Demokratie akzeptieren, es ist halt so. Man fragt sich zwar, warum bei uns diese Art von Föderalismus einen derart überbordenden Platz einnehmen muss, aber es ist halt so. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das sogenannte Spekulationsverbot im engeren Sinn ist eine etwas euphemistische Bezeichnung, weil noch genug Lücken offen sind. Das macht es uns auch so schwer, das Ganze öffentlich zu argumentieren. Sie haben den Vorteil, dass Sie einfach nur das Spekulationsverbot nennen. Wir sehen ein paar Spekulationslöcher, die, wie ich meine, absichtlich offengehalten werden. Deshalb ist das ein Spekulationsloch und ein Spekulationsfreibrief an bestimmten Stellen. Deshalb sind wir in der Sache dagegen, nicht etwa aus taktischen Gründen, sondern weil wir auch davon überzeugt sind, dass wir noch viel, viel mehr erreichen können. Dazu werden wir Sie (in Richtung ÖVP) brauchen. Es hat ja in den letzten zwei Jahren schon viele vernünftige Zweidrittelabstimmungen gegeben, aber meistens war es so, dass es immer dann dazu gekommen ist, wenn die Regierungsfraktionen sich einem verbesserten, strengeren Oppositionsvorschlag angeschlossen haben. Das wäre doch schön, wenn das auch diesmal wieder gelingen könnte. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Wir haben eine Bundesverfassung, die ein Bundesgesetz erzeugt, die eine 15a-Vereinbarung braucht und erzeugt, woraufhin wieder die Länderverfassungen, wie gerade in Salzburg, geändert werden sollen (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), woraufhin wieder ein Landesgesetz mit Verordnungen und Richtlinien entsteht. Das führt zu nichts! Es sind nur Fahrpläne festgeschrieben und kaum ein Inhalt. Wir brauchen Inhalte, es heißt ja Finanzverfassung und nicht Fahrplanverfassung.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Deshalb müssen die wichtigsten Inhalte festgeschrieben werden, dann ist auch alles rund um diese Panne, die Sie bei den Artikel-15a-Verträgen produziert haben, völlig irrelevant, denn dann haben wir nämlich in der Verfassung die richtigen Grundsätze eines Spekulationsverbots: Lücken schließen, Spekulation bekämpfen, Verfassung verabschieden! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Brosz: Welche?
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Kogler, offensichtlich vergessen Sie alle Erfahrungswerte die wir in diesem Haus gemacht haben. Wenn ich daran erinnern darf, welche Vorläufe das neue Bundeshaushaltsrecht hier gebraucht hat, dann verwundern mich Ihre Aussagen doch sehr. (Abg. Brosz: Welche?)
Abg. Mag. Rossmann: Bis 2017 sind dreieinhalb Jahre Zeit!
Aber, meine Damen und Herren, worum geht es eigentlich bei dieser Einwendungsdebatte, die vom BZÖ verlangt wurde? (Abg. Mag. Rossmann: Bis 2017 sind dreieinhalb Jahre Zeit!) Angeblich geht es um die Ergänzung der Tagesordnung um eine zugegeben wichtige Gesetzesmaterie, nämlich ein umfassendes verfassungsrechtlich verankertes Spekulationsverbot mit öffentlichen Geldern auch für Länder und Gemeinden. – Eine Regelung, an deren Umsetzung aus dem Verständnis der SPÖ alle verantwortungsvollen Kräfte ein Interesse haben müssten. Nun stellt sich aber heraus, dass offenbar zumindest bei einigen Oppositionsparteien schon ein Schielen hin zu den nächsten Wahlen wichtiger ist als eine verfassungsrechtliche Verankerung des angesprochenen Spekulationsverbots. (Abg. Mag. Kogler: Aber es steht ja nichts drinnen, lesen Sie das einmal durch!)
Abg. Mag. Kogler: Aber es steht ja nichts drinnen, lesen Sie das einmal durch!
Aber, meine Damen und Herren, worum geht es eigentlich bei dieser Einwendungsdebatte, die vom BZÖ verlangt wurde? (Abg. Mag. Rossmann: Bis 2017 sind dreieinhalb Jahre Zeit!) Angeblich geht es um die Ergänzung der Tagesordnung um eine zugegeben wichtige Gesetzesmaterie, nämlich ein umfassendes verfassungsrechtlich verankertes Spekulationsverbot mit öffentlichen Geldern auch für Länder und Gemeinden. – Eine Regelung, an deren Umsetzung aus dem Verständnis der SPÖ alle verantwortungsvollen Kräfte ein Interesse haben müssten. Nun stellt sich aber heraus, dass offenbar zumindest bei einigen Oppositionsparteien schon ein Schielen hin zu den nächsten Wahlen wichtiger ist als eine verfassungsrechtliche Verankerung des angesprochenen Spekulationsverbots. (Abg. Mag. Kogler: Aber es steht ja nichts drinnen, lesen Sie das einmal durch!)
Abg. Mag. Kogler: Recht hat er!
Besonders verräterisch, Kollege Kogler, unter diesem Blickwinkel ist, dass der Klubobmann des BZÖ, also derjenige, der die Einwendungsdebatte heute verlangt hat, bereits am Donnerstag, den 14. März, also vorige Woche, Aktionen für diese Woche angekündigt hat. (Abg. Mag. Kogler: Recht hat er!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Ja, das ist ja g’scheit!
Auf „orf.at“ konnte man dazu Folgendes lesen: „Die Orangen verlangen von der Regierung, das Spekulationsverbot auf die Tagesordnung der Nationalratssitzung kommende Woche zu nehmen, andernfalls wolle man Protestaktionen setzen.“ (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Ja, das ist ja g’scheit!)
Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Das ist Ihr gutes Recht, aber warum regen Sie sich auf, wenn man klarmacht, warum Sie das tun? (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Rossmann: Wo sind denn die Inhalte, Frau Kollegin?
Daran erkennt man Ihre Intention, und das finde ich etwas traurig. Herr Abgeordneter Bucher, es geht Ihnen nicht um die Inhalte, denn Sie haben unabhängig von konkreten Formulierungen in der Materie, die am Wochenende neu verhandelt worden sind, wie Sie wissen, bereits letzte Woche diese Aktion angekündigt. (Abg. Mag. Rossmann: Wo sind denn die Inhalte, Frau Kollegin?) Dankenswerterweise zeigen Sie selbst die Intention dieses durchsichtigen Manövers auf. Es scheint das schon mehr ein Verzweiflungsakt einer Partei zu sein, der ständig Abgeordnete abhandenkommen, um wieder einmal in ein paar Zeilen in den Medien erwähnt zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Was spricht gegen eine Debatte? – Abg. Scheibner: Lesen Sie mal etwas anderes!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Was spricht gegen eine Debatte? – Abg. Scheibner: Lesen Sie mal etwas anderes!
Daran erkennt man Ihre Intention, und das finde ich etwas traurig. Herr Abgeordneter Bucher, es geht Ihnen nicht um die Inhalte, denn Sie haben unabhängig von konkreten Formulierungen in der Materie, die am Wochenende neu verhandelt worden sind, wie Sie wissen, bereits letzte Woche diese Aktion angekündigt. (Abg. Mag. Rossmann: Wo sind denn die Inhalte, Frau Kollegin?) Dankenswerterweise zeigen Sie selbst die Intention dieses durchsichtigen Manövers auf. Es scheint das schon mehr ein Verzweiflungsakt einer Partei zu sein, der ständig Abgeordnete abhandenkommen, um wieder einmal in ein paar Zeilen in den Medien erwähnt zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Was spricht gegen eine Debatte? – Abg. Scheibner: Lesen Sie mal etwas anderes!)
Abg. Scheibner: Ich komme ja noch dran!
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie haben in der Budget-Ausschusssitzung das Team Stronach angegriffen, dass es nicht bei den Verhandlungen dabei gewesen wäre. Sie können das nachlesen. Ich glaube, Sie selbst haben damals eine ganz andere Position eingenommen und sich noch keinesfalls konkret ausgedrückt, wie Sie denn tatsächlich zur Materie stehen. (Abg. Scheibner: Ich komme ja noch dran!) Wie steht denn das BZÖ tatsächlich zur Materie? Das hat man nämlich den Ausführungen des Abgeordneten Bucher auch nicht entnehmen können. Diesbezüglich verhalten Sie sich bedeckt wie das berühmte Feigenblatt. Das finde ich auch interessant. (Abg. Mag. Widmann: Wir haben ja verhandelt, !)
Abg. Mag. Widmann: Wir haben ja verhandelt, !
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie haben in der Budget-Ausschusssitzung das Team Stronach angegriffen, dass es nicht bei den Verhandlungen dabei gewesen wäre. Sie können das nachlesen. Ich glaube, Sie selbst haben damals eine ganz andere Position eingenommen und sich noch keinesfalls konkret ausgedrückt, wie Sie denn tatsächlich zur Materie stehen. (Abg. Scheibner: Ich komme ja noch dran!) Wie steht denn das BZÖ tatsächlich zur Materie? Das hat man nämlich den Ausführungen des Abgeordneten Bucher auch nicht entnehmen können. Diesbezüglich verhalten Sie sich bedeckt wie das berühmte Feigenblatt. Das finde ich auch interessant. (Abg. Mag. Widmann: Wir haben ja verhandelt, !)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Die Grünen behaupten, es sei alles zu wenig. Das ist eigentlich der Punkt, auf den man Ihre Argumentation reduzieren könnte. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Ich bedaure sehr, dass Sie im Wissen um das Staatsgefüge immer wieder diese Fundamentaloppositionspolitik einnehmen und nicht an das Gesamte denken, obwohl Sie selbst zugeben, dass Fortschritte erzielt worden sind. (Abg. Mag. Kogler: Ja eh, aber es ist viel mehr drinnen! – Abg. Mag. Rossmann: Das Glas wird immer voller, aber jetzt ist es wieder leerer geworden!)
Abg. Mag. Kogler: Ja eh, aber es ist viel mehr drinnen! – Abg. Mag. Rossmann: Das Glas wird immer voller, aber jetzt ist es wieder leerer geworden!
Die Grünen behaupten, es sei alles zu wenig. Das ist eigentlich der Punkt, auf den man Ihre Argumentation reduzieren könnte. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Ich bedaure sehr, dass Sie im Wissen um das Staatsgefüge immer wieder diese Fundamentaloppositionspolitik einnehmen und nicht an das Gesamte denken, obwohl Sie selbst zugeben, dass Fortschritte erzielt worden sind. (Abg. Mag. Kogler: Ja eh, aber es ist viel mehr drinnen! – Abg. Mag. Rossmann: Das Glas wird immer voller, aber jetzt ist es wieder leerer geworden!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind es gewohnt, zu handeln. Ich bin besonders stolz auf die Salzburger Landesregierung, die bereits am Montag dieser Woche das Spekulationsverbot beschlossen hat. Ich kann Sie seitens der Oppositionsparteien nur auffordern, diese Verantwortung auch in diesem Haus zu übernehmen und mit uns diesen positiven Weg für die Bevölkerung und für den Staat mitzugehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Sonst wäre es ja nicht passiert! Da gibt es schon ein paar!
Das ist genau das Problem, das wir haben. Es geht um ein Spekulationsverbot für die Länder. Es gibt niemanden unter uns – niemanden! –, der das irgendwie schlecht finden würde. Oder glauben Sie im Ernst, dass auch nur ein einziger Abgeordneter, ob von der Regierung oder von der Opposition, es gut findet, wenn die Länder mit dem Geld der Steuerzahler oder mit Schulden spekulieren? (Abg. Strache: Sonst wäre es ja nicht passiert! Da gibt es schon ein paar!) Glauben Sie, das gibt es? Glauben Sie, dass irgendjemand hier in diesem Saal das gut findet? Selbstverständlich wollen wir das abstellen. Genau darum geht es.
Beifall der Abgeordneten Mag. Stefan und Strache.
Aus meiner Sicht wirklich tief blicken lassen hat das, was Herr Kopf heute gesagt hat: Wir haben diskutiert, und wir haben keine Einigung zustande gebracht. – Deshalb sprechen wir im Parlament nicht darüber? Was ist denn das für ein Parlamentarismusverständnis? Wenn wir hier im Parlament nur über Dinge sprechen, die ohnehin schon ausverhandelt sind, dann können wir uns das Sprechen darüber gleich sparen. Hier geht es doch um Diskurs. (Beifall der Abgeordneten Mag. Stefan und Strache.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Es sollte bei einem lebendigen Parlamentarismus darum gehen, dass wir hier in diesem Haus diskutieren und gemeinsam eine Lösung finden. Wenn die Regierung schon vorgefasste Meinungen hat, dann sollte sie sich unsere Meinung zumindest anhören, vielleicht ist ja doch etwas Vernünftiges daran. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall des Abg. Hagen.
Ich sage Ihnen, es gibt auch bei den Oppositionsparteien vernünftige Menschen, auch wenn die Regierung das gar nicht glauben möchte, es gibt sie. Ein Parlament sollte keine Abstimmungsmaschine sein, als die es sich in der Vergangenheit immer wieder darstellte, sondern ein Parlament sollte ein Ort des Diskurses sein. (Beifall des Abg. Hagen.) Deshalb ist Ihr Vorgehen absolut nicht einzusehen. Auch wenn Sie im Vorhinein keine Mehrheit zustande bringen, sprechen wir doch darüber! Sie können die Materie doch auf die Tagesordnung setzen, dann würde ich mir anschauen, ob die Opposition sich traut, einem vernünftigen Vorschlag nicht zuzustimmen. Wenn doch, dann hat die Opposition Argumentationsnotstand, nicht die Regierung.
Beifall des Abg. Hagen
Das wäre lebendiger Parlamentarismus (Beifall des Abg. Hagen), nicht diese Verweigerung: Wenn es nicht im Vorhinein schon ein Ergebnis gibt, dann kommt es gar nicht ins Parlament. (Abg. Silhavy: Wir sind im Parlament!) Was sind wir hier? Machen wir hier jeden Tag nach vorgefertigten Abstimmungslisten unsere Kniebeugen, um einfach nur Dinge durchzuwinken, die vorher in irgendwelchen Hinterzimmern ausgemauschelt worden sind? Das kann es doch nicht sein!
Abg. Silhavy: Wir sind im Parlament!
Das wäre lebendiger Parlamentarismus (Beifall des Abg. Hagen), nicht diese Verweigerung: Wenn es nicht im Vorhinein schon ein Ergebnis gibt, dann kommt es gar nicht ins Parlament. (Abg. Silhavy: Wir sind im Parlament!) Was sind wir hier? Machen wir hier jeden Tag nach vorgefertigten Abstimmungslisten unsere Kniebeugen, um einfach nur Dinge durchzuwinken, die vorher in irgendwelchen Hinterzimmern ausgemauschelt worden sind? Das kann es doch nicht sein!
Abg. Mag. Kogler: Richtig!
Wir brauchen auch Transparenz in den Entscheidungen. (Abg. Mag. Kogler: Richtig!) Warum lassen wir den Bürger nicht zuschauen? Lassen wir ihn doch zuschauen, wie wir gemeinsam Lösungen finden! Das wäre einmal spannend, das würde die Leute draußen auch interessieren. Heute schauen einige vor den Fernsehschirmen zu, die könnten einmal sehen, was Parlamentarismus heißt, was das überhaupt ist und wie das funktioniert. Das wäre einmal eine gute Sache.
Abg. Mag. Kogler: Wenigstens das!
Ich bin absolut dankbar dafür, dass wir heute diese Einwendungsdebatte haben (Abg. Mag. Kogler: Wenigstens das!), das musste einmal gesagt werden, denn ich glaube, dass das Parlament mehr kann, als es im Moment zeigt. Und das ist eine große Chance, draußen bei der Bevölkerung wieder Vertrauen zu bewirken.
Beifall der Abgeordneten Hagen und Mag. Kogler.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir es schaffen, gemeinsam über diese Dinge zu diskutieren. – Vielen Dank. (Beifall der Abgeordneten Hagen und Mag. Kogler.)
Abg. Strache: Halten sich ja alles offen mit der 15a-Vereinbarung! Halten alles offen mit dem Antrag!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe bei der heutigen Einwendungsdebatte ein bisschen den Eindruck, dass hier der Anschein erweckt werden soll, dass irgendjemand in diesem Haus oder die Bundesländer gegen ein Spekulationsverbot sind. – Meine Damen und Herren, das ist ja alles frei erfunden. (Abg. Strache: Halten sich ja alles offen mit der 15a-Vereinbarung! Halten alles offen mit dem Antrag!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler
Wahr ist vielmehr, Herr Kollege Strache, dass die Bundesländer, der Gemeindebund, der Städtebund die Ersten waren, die gemeinsam mit der Finanzministerin einen Artikel-15a-Vertrag gemacht haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), in dem das Spekulationsverbot in Form von vier Grundsätzen verankert ist. Die Länder haben das sofort verankert.
Abg. Mag. Kogler: Ja, und St. Pölten spekuliert weiter!
Erstens: Grundsatz der risikoaversen Finanzgebarung. Das heißt, vermeidbare Risiken sind zu unterlassen. (Abg. Mag. Kogler: Ja, und St. Pölten spekuliert weiter!)
Abg. Mag. Kogler: Was ist mit der Wohnbauförderung?
Zweitens: Grundsatz einer strategischen Jahresplanung im Bereich Liquidität und Schuldenmanagement. (Abg. Mag. Kogler: Was ist mit der Wohnbauförderung?)
Abg. Mag. Kogler: Was ist mit der Wohnbauförderung?
Viertens: Grundsatz der vollständigen Transparenz, vor allem über die getätigten Geschäfte. (Abg. Mag. Kogler: Was ist mit der Wohnbauförderung?)
Abg. Mag. Rossmann: Gesetze allein reichen doch nicht, wie oft muss man Ihnen das noch sagen?!
Das haben die Länder schon vor Wochen unterschrieben. (Abg. Mag. Rossmann: Gesetze allein reichen doch nicht, wie oft muss man Ihnen das noch sagen?!) Und den Grund dafür, dass wir eine Verfassungsbestimmung brauchen, kennen Sie genauso gut, Herr Kollege Rossmann, tun Sie nicht so: weil wir auch die Gemeinden mit einbinden wollen. (Abg. Mag. Rossmann: Natürlich! Ja!) Das ist der Grund für eine Verfassungsbestimmung.
Abg. Mag. Rossmann: Natürlich! Ja!
Das haben die Länder schon vor Wochen unterschrieben. (Abg. Mag. Rossmann: Gesetze allein reichen doch nicht, wie oft muss man Ihnen das noch sagen?!) Und den Grund dafür, dass wir eine Verfassungsbestimmung brauchen, kennen Sie genauso gut, Herr Kollege Rossmann, tun Sie nicht so: weil wir auch die Gemeinden mit einbinden wollen. (Abg. Mag. Rossmann: Natürlich! Ja!) Das ist der Grund für eine Verfassungsbestimmung.
Abg. Mag. Kogler: Da ist überhaupt nicht debattiert worden!
Eines muss ich aber schon sagen: Die Opposition hat da zum Teil eine unglaubliche Zickzacklinie verfolgt. Am 21. Februar haben wir eine Sitzung des Budgetausschusses gehabt. (Abg. Mag. Kogler: Da ist überhaupt nicht debattiert worden!) In dieser hat die Opposition gesagt: Wir wollen das Ganze vertagen! Dann haben wir am 27. Februar hier eine Plenarsitzung gehabt, in der gefragt wurde: Warum wird das nicht heute beschlossen?
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Vorgestern hat Kollege Kogler wieder in einem Pressegespräch gesagt, das Ganze solle vertagt werden. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Heute sagen Sie, dass es rückverwiesen werden soll. Also was wollen Sie jetzt eigentlich? (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja das Gleiche! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja das Gleiche! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
Vorgestern hat Kollege Kogler wieder in einem Pressegespräch gesagt, das Ganze solle vertagt werden. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Heute sagen Sie, dass es rückverwiesen werden soll. Also was wollen Sie jetzt eigentlich? (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja das Gleiche! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Abg. Strache: Aber nicht die Fraktionszustimmung gegeben!
Ich habe große Hochachtung, Herr Kollege Strache, vor Ihren Kollegen im Finanzausschuss. Sowohl Kollege Alois Gradauer als auch Kollege Podgorschek und auch Norbert Hofer haben da unglaublich konstruktiv verhandelt, haben da nach bestem Wissen und Gewissen verhandelt. (Abg. Strache: Aber nicht die Fraktionszustimmung gegeben!) Sie haben mir gesagt, dass sie davon ausgehen, dass sie das Vertrauen der Klubführung haben. Dann hat sich herausgestellt, dass sie das nicht gehabt haben. Das tut mir wirklich leid, denn das ist ja nicht üblich (Abg. Strache: Das ist auch nicht richtig, was Sie jetzt wieder sagen!) Es ist nicht üblich, dass Verhandlungsführer am Schluss das Vertrauen ihrer Klubführung nicht haben. (Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig, was Sie sagen!)
Abg. Strache: Das ist auch nicht richtig, was Sie jetzt wieder sagen!
Ich habe große Hochachtung, Herr Kollege Strache, vor Ihren Kollegen im Finanzausschuss. Sowohl Kollege Alois Gradauer als auch Kollege Podgorschek und auch Norbert Hofer haben da unglaublich konstruktiv verhandelt, haben da nach bestem Wissen und Gewissen verhandelt. (Abg. Strache: Aber nicht die Fraktionszustimmung gegeben!) Sie haben mir gesagt, dass sie davon ausgehen, dass sie das Vertrauen der Klubführung haben. Dann hat sich herausgestellt, dass sie das nicht gehabt haben. Das tut mir wirklich leid, denn das ist ja nicht üblich (Abg. Strache: Das ist auch nicht richtig, was Sie jetzt wieder sagen!) Es ist nicht üblich, dass Verhandlungsführer am Schluss das Vertrauen ihrer Klubführung nicht haben. (Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig, was Sie sagen!)
Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig, was Sie sagen!
Ich habe große Hochachtung, Herr Kollege Strache, vor Ihren Kollegen im Finanzausschuss. Sowohl Kollege Alois Gradauer als auch Kollege Podgorschek und auch Norbert Hofer haben da unglaublich konstruktiv verhandelt, haben da nach bestem Wissen und Gewissen verhandelt. (Abg. Strache: Aber nicht die Fraktionszustimmung gegeben!) Sie haben mir gesagt, dass sie davon ausgehen, dass sie das Vertrauen der Klubführung haben. Dann hat sich herausgestellt, dass sie das nicht gehabt haben. Das tut mir wirklich leid, denn das ist ja nicht üblich (Abg. Strache: Das ist auch nicht richtig, was Sie jetzt wieder sagen!) Es ist nicht üblich, dass Verhandlungsführer am Schluss das Vertrauen ihrer Klubführung nicht haben. (Abg. Strache: Das ist ja nicht richtig, was Sie sagen!)
Abg. Strache: Das hat Ihnen gestern Gradauer mitgeteilt, dass er nicht einverstanden ist!
Aber große Hochachtung, große Wertschätzung, die genannten Kollegen waren immer sehr offen, konstruktiv und ehrlich. (Abg. Strache: Das hat Ihnen gestern Gradauer mitgeteilt, dass er nicht einverstanden ist!)
Abg. Strache: Hat Ihnen Herr Gradauer gestern nicht mitgeteilt, dass ein paar Punkte offen sind?
Herr Kollege Strache, meine erste Reaktion, als ich das gestern gehört habe, war (Abg. Strache: Hat Ihnen Herr Gradauer gestern nicht mitgeteilt, dass ein paar Punkte offen sind?): Wenn ein Parteiobmann Strache in derartigen Turbulenzen ist, durch die Ereignisse in Kärnten und Niederösterreich seine Führungsschwäche deutlich sichtbar wird, dann braucht er ein Ablenkungsmanöver, das ist ja vollkommen klar! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Strache, meine erste Reaktion, als ich das gestern gehört habe, war (Abg. Strache: Hat Ihnen Herr Gradauer gestern nicht mitgeteilt, dass ein paar Punkte offen sind?): Wenn ein Parteiobmann Strache in derartigen Turbulenzen ist, durch die Ereignisse in Kärnten und Niederösterreich seine Führungsschwäche deutlich sichtbar wird, dann braucht er ein Ablenkungsmanöver, das ist ja vollkommen klar! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Sie werden sich noch anschauen! Ganz sicher!
Und jetzt wollen Sie hier Stärke demonstrieren (Abg. Strache: Sie werden sich noch anschauen! Ganz sicher!), aber diese Stärke ist eine Schwäche. Wie unser Klub-
Abg. Strache: Ihr Feigenblatt-Gesetz ist kein Dienst an der Bevölkerung!
obmann gesagt hat: Sie verlieren das Gesicht, Herr Kollege Strache! (Abg. Strache: Ihr Feigenblatt-Gesetz ist kein Dienst an der Bevölkerung!)
Abg. Strache: Ja, deshalb geben Sie es auf die Tagesordnung, dass es im Ausschuss Behandlung finden kann! Bringen Sie es in den Ausschuss!
Mir tun Ihre Kollegen leid, denn die haben ehrlich und konstruktiv verhandelt, und die Verhandlungen waren nicht leicht. Es ist schon schwierig, sich mit einem Partner zu einigen, und in diesem Fall hatten wir ein Viereck: Regierungsparteien, Opposition, Rechnungshof und Länder. Das war nicht einfach, aber wir sind sehr weit gekommen. Und wenn Sie heute selbst sagen, dass der Inhalt eigentlich ohnehin okay ist und es nur um zwei, drei Formulierungen geht, dann zeigt das ja schon, wie nahe beisammen wir sind. (Abg. Strache: Ja, deshalb geben Sie es auf die Tagesordnung, dass es im Ausschuss Behandlung finden kann! Bringen Sie es in den Ausschuss!)
Abg. Mag. Rossmann: Da haben wir jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich!
Wir haben durch Ihr Verhalten leider wieder Vertrauen bei den Ländern verloren. Wir haben eine Grundproblematik, und die kann man nicht wegdiskutieren: Es gibt die Urangst der Länder, dass der Bund über sie drüberfährt, und auf der anderen Seite die Urangst des Bundes, dass die Länder alles blockieren. Und wir haben in den letzten Tagen da unglaublich viel Vertrauen aufgebaut (Abg. Mag. Rossmann: Da haben wir jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich!), und dann sagen Sie, nein, das gehe alles nicht, und nun fragen die Länder: Bitte, was ist jetzt? Kann man auf das vertrauen, was wir paktiert haben, ja oder nein? – Und ich fürchte, dass durch Ihr heutiges Verhalten, Herr Klubobmann, die Sache nicht erleichtert wird.
Abg. Mag. Kogler: Sie sitzen ja nur irgendwo in irgendwelchen Hinterzimmern herum!
Trotzdem: Wir sind dafür, das muss im Parlament – ich stimme allen Vorrednern zu –verhandelt werden, gar keine Frage, aber dafür brauchen wir Verhandlungspartner, die auch das Pouvoir haben (Abg. Mag. Kogler: Sie sitzen ja nur irgendwo in irgendwelchen Hinterzimmern herum!), damit es zum Schluss nicht wieder heißt: Die Klubführung ist anderer Meinung!
Abg. Strache: Sie haben gewisse Vorstellungen nicht in unserem Sinne umgesetzt, das ist der Punkt!
Sie haben tolle Leute, ich schätze, ich sage es noch einmal, Alois Gradauer, ich schätze Kollegen Podgorschek, Kollegen Norbert Hofer, die haben ganz toll verhandelt, aber wenn sie, Herr Klubobmann Strache, Ihr Vertrauen nicht haben (Abg. Strache: Sie haben gewisse Vorstellungen nicht in unserem Sinne umgesetzt, das ist der Punkt!), müssen Sie sich, ehrlich gestanden, überlegen, ob Ihr Verhalten nicht das falsche ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben tolle Leute, ich schätze, ich sage es noch einmal, Alois Gradauer, ich schätze Kollegen Podgorschek, Kollegen Norbert Hofer, die haben ganz toll verhandelt, aber wenn sie, Herr Klubobmann Strache, Ihr Vertrauen nicht haben (Abg. Strache: Sie haben gewisse Vorstellungen nicht in unserem Sinne umgesetzt, das ist der Punkt!), müssen Sie sich, ehrlich gestanden, überlegen, ob Ihr Verhalten nicht das falsche ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ich habe differenziert!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Jetzt wissen wir, wer schuld ist: die Opposition! – Herr Kollege Stummvoll, das ist ein klares Wort von Ihnen, die Opposition ist schuld, dass es kein Spekulationsverbot gibt. (Abg. Dr. Stummvoll: Ich habe differenziert!) Das ist ja jetzt wohl klar zum Ausdruck gebracht worden.
Abg. Strache: Die Länder werden das ja alles so toll machen! Aber wir haben das Vertrauen nicht, im Unterschied zu Ihnen!
Und: Die Länder dürfen wir jetzt nicht verunsichern, das ist jetzt gefährlich, denn die haben Vertrauen gehabt, dass die Opposition da zustimmt. (Abg. Strache: Die Länder werden das ja alles so toll machen! Aber wir haben das Vertrauen nicht, im Unterschied zu Ihnen!) – Herr Kollege Stummvoll, worum geht es eigentlich? – Es geht doch darum, dass manche Länder – ich möchte nicht sagen, alle – mit dem Geld des Bundes, des Steuerzahlers Spekulationsgeschäfte gemacht haben, die wir alle, vor allem der Steuerzahler, nicht wollen. (Abg. Mag. Kogler: Die wollen auch nicht aufhören!) Sind wir uns darin einig, Herr Kollege Stummvoll? Nicht der Bund hat irgendetwas verspekuliert, sondern einige Bundesländer haben geglaubt, sie können mit dem Geld des Steuerzahlers, das ihnen über den Bund, über den Finanzausgleich zugemittelt worden ist, Spekulationsgeschäfte machen, und zwar nicht einmal an einer
Abg. Mag. Kogler: Die wollen auch nicht aufhören!
Und: Die Länder dürfen wir jetzt nicht verunsichern, das ist jetzt gefährlich, denn die haben Vertrauen gehabt, dass die Opposition da zustimmt. (Abg. Strache: Die Länder werden das ja alles so toll machen! Aber wir haben das Vertrauen nicht, im Unterschied zu Ihnen!) – Herr Kollege Stummvoll, worum geht es eigentlich? – Es geht doch darum, dass manche Länder – ich möchte nicht sagen, alle – mit dem Geld des Bundes, des Steuerzahlers Spekulationsgeschäfte gemacht haben, die wir alle, vor allem der Steuerzahler, nicht wollen. (Abg. Mag. Kogler: Die wollen auch nicht aufhören!) Sind wir uns darin einig, Herr Kollege Stummvoll? Nicht der Bund hat irgendetwas verspekuliert, sondern einige Bundesländer haben geglaubt, sie können mit dem Geld des Steuerzahlers, das ihnen über den Bund, über den Finanzausgleich zugemittelt worden ist, Spekulationsgeschäfte machen, und zwar nicht einmal an einer
Abg. Dr. Stummvoll: Alles unterschrieben!
Dann ist es aber wohl in unserer Verantwortung als Bundesgesetzgeber und als Bundesverfassungsgesetzgeber, das Geld des Steuerzahlers in Zukunft vor solchen Spekulationen zu schützen. Sind wir uns darin auch einig, Herr Kollege Stummvoll? (Abg. Dr. Stummvoll: Alles unterschrieben!) Wir sind der Verfassungsgesetzgeber! Wir sind der Bundesgesetzgeber! Wir sind die, die das Geld über die Steuern einheben müssen! Wir sind die, die das Geld an die Bundesländer weitergeben! Und deshalb haben wir die Verpflichtung, nicht auf irgendwelche Befindlichkeiten von irgendwelchen Landesfürsten Rücksicht zu nehmen, sondern das für die Zukunft zu verbieten und dafür zu sorgen, dass das auch kontrolliert werden kann, etwa durch den Rechnungshof. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.) – Darin sind wir uns einig, gut, wunderbar.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Dann ist es aber wohl in unserer Verantwortung als Bundesgesetzgeber und als Bundesverfassungsgesetzgeber, das Geld des Steuerzahlers in Zukunft vor solchen Spekulationen zu schützen. Sind wir uns darin auch einig, Herr Kollege Stummvoll? (Abg. Dr. Stummvoll: Alles unterschrieben!) Wir sind der Verfassungsgesetzgeber! Wir sind der Bundesgesetzgeber! Wir sind die, die das Geld über die Steuern einheben müssen! Wir sind die, die das Geld an die Bundesländer weitergeben! Und deshalb haben wir die Verpflichtung, nicht auf irgendwelche Befindlichkeiten von irgendwelchen Landesfürsten Rücksicht zu nehmen, sondern das für die Zukunft zu verbieten und dafür zu sorgen, dass das auch kontrolliert werden kann, etwa durch den Rechnungshof. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.) – Darin sind wir uns einig, gut, wunderbar.
Abg. Mag. Kogler: Das war nur eine Trägerrakete für das Plenum, es steht ja fast nichts drinnen!
Dann sind wir uns aber auch darin einig – Sie haben es gesagt –, dass im Parlament weiterverhandelt werden soll. Ja, bitte, aber das Parlament ist da nicht als Örtlichkeit gemeint, sondern als Gesetzgeber, und wo wollen Sie weiterverhandeln, wenn im Ausschuss dazu nichts mehr liegt?! Der Ausschuss hat seine Beschlussfassung vorgenommen! (Abg. Mag. Kogler: Das war nur eine Trägerrakete für das Plenum, es steht ja fast nichts drinnen!)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Man soll dort die Verhandlungen führen, wo alle Parlamentarier vertreten sind, und das ist der zuständige Ausschuss. Und deshalb wollen wir diese Frage auf der Tagesordnung haben, damit man darüber einmal ordentlich diskutiert, und wenn es keine Mehrheit gibt, dann wird das eben an den Ausschuss rückverwiesen, damit dort wieder ordentlich verhandelt werden kann. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Genau!
Frau Kollegin Silhavy, Sie haben mich im Rahmen Ihrer Ausführungen angesprochen. Aber der Schreiber Ihrer Reden dürfte ein bisschen etwas durcheinandergebracht haben (Abg. Mag. Kogler: Genau!), denn ich war gar nicht im Budgetausschuss, also kann ich auch niemanden kritisiert haben. Im Gegensatz zu Ihnen war ich aber in den Verhandlungen, die zu dieser Materie stattgefunden haben.
Beifall beim BZÖ.
Was ich aber nicht verstehen kann, Herr Kollege Stummvoll, ist, dass es so schwierig ist, mit den Ländern zu verhandeln, dass man endlich von einer Buchführung der Kameralistik, die aus dem 17. Jahrhundert stammt, weg zu einem modernen Haushaltsrecht kommt. Das kann doch nicht so schwierig sein! Das hat nichts mit Föderalismus zu tun, sondern mit der Betonmentalität mancher Landesfürsten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn es bei einer Materie offene Punkte gibt, dann ist es gut und richtig und überhaupt nichts Besonderes, wenn eine Fraktion sagt, wir wollen darüber noch verhandeln – vielleicht ist es in Ihren Fraktionen nicht üblich, dass man das zur Abstimmung bringt. Aber wenn das der Fall ist, dann soll das die Materie selbst betreffen, soll im zuständigen Ausschuss darüber gesprochen werden, man sollte das jedoch nicht mit Dingen junktimieren, die auch wichtig sind, die mit der Materie aber überhaupt nichts zu tun haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!)
Abg. Mag. Kogler: Eine Verbesserung wird man wohl noch zusammenbringen!
Die letzte Nationalratswahl hat für die Regierungsparteien keine Zweidrittelmehrheit gebracht, daher gibt es bei all diesen Materien eine hohe Verantwortung jener Abgeordneten, die aufgrund der Listen der Oppositionsparteien gewählt sind. Und da muss man sich schon überlegen, ob man sich wirklich auf eine Blockadesituation einlässt, wenn das Ergebnis ist, dass es keine Regelung gibt (Abg. Mag. Kogler: Eine Verbesserung wird man wohl noch zusammenbringen!) und man riskiert, dass in der Zwischenzeit eine Nationalratswahl stattfindet und eine neue Gesetzgebungsperiode beginnt. Diese Verantwortung kann Ihnen, vor allem der FPÖ, niemand abnehmen! (Abg. Mag. Kogler: Da müssen Sie ein echtes Verbot vornehmen!) Die werden Sie tragen müssen! Und wenn in der Zwischenzeit etwas Neues passieren sollte, wird man auch daran erinnern müssen! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Mag. Kogler: Da müssen Sie ein echtes Verbot vornehmen!
Die letzte Nationalratswahl hat für die Regierungsparteien keine Zweidrittelmehrheit gebracht, daher gibt es bei all diesen Materien eine hohe Verantwortung jener Abgeordneten, die aufgrund der Listen der Oppositionsparteien gewählt sind. Und da muss man sich schon überlegen, ob man sich wirklich auf eine Blockadesituation einlässt, wenn das Ergebnis ist, dass es keine Regelung gibt (Abg. Mag. Kogler: Eine Verbesserung wird man wohl noch zusammenbringen!) und man riskiert, dass in der Zwischenzeit eine Nationalratswahl stattfindet und eine neue Gesetzgebungsperiode beginnt. Diese Verantwortung kann Ihnen, vor allem der FPÖ, niemand abnehmen! (Abg. Mag. Kogler: Da müssen Sie ein echtes Verbot vornehmen!) Die werden Sie tragen müssen! Und wenn in der Zwischenzeit etwas Neues passieren sollte, wird man auch daran erinnern müssen! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Die letzte Nationalratswahl hat für die Regierungsparteien keine Zweidrittelmehrheit gebracht, daher gibt es bei all diesen Materien eine hohe Verantwortung jener Abgeordneten, die aufgrund der Listen der Oppositionsparteien gewählt sind. Und da muss man sich schon überlegen, ob man sich wirklich auf eine Blockadesituation einlässt, wenn das Ergebnis ist, dass es keine Regelung gibt (Abg. Mag. Kogler: Eine Verbesserung wird man wohl noch zusammenbringen!) und man riskiert, dass in der Zwischenzeit eine Nationalratswahl stattfindet und eine neue Gesetzgebungsperiode beginnt. Diese Verantwortung kann Ihnen, vor allem der FPÖ, niemand abnehmen! (Abg. Mag. Kogler: Da müssen Sie ein echtes Verbot vornehmen!) Die werden Sie tragen müssen! Und wenn in der Zwischenzeit etwas Neues passieren sollte, wird man auch daran erinnern müssen! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!
dass am Ende des Tages in der eigenen Fraktion (Rufe bei der ÖVP: Nein! Nein!) Dinge, die man ausgemacht hat, nicht in der Form umsetzbar sind.
Abg. Brosz: Wäre Niederösterreich damit verhindert, ja oder nein? – Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Ja!
So etwas passiert, die Frage ist nur, warum es passiert. Und im jetzigen Fall ist leider sichtbar, dass reine tagespolitische Taktik dahintersteckt. Das kann man offen gestehen. (Abg. Brosz: Wäre Niederösterreich damit verhindert, ja oder nein? – Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Ja!) Auf jeden Fall haben Sie mit der heutigen Nicht-Entscheidung klar offengelegt, dass Ihnen die Taktik wichtiger ist als die Festsetzung. Ist ja kein Problem, wir haben da ja von der FPÖ nicht wirklich etwas anderes erwartet.
Abg. Mag. Kogler: Ihr habt noch nie verstanden, dass die 15a-Vereinbarung zur Spekulation ein Loch ist! Da steht nichts drinnen!
Ich erinnere daran: Noch vor ein paar Wochen war die Übergangsfrist 2020 die große Frage. (Abg. Mag. Kogler: Ihr habt noch nie verstanden, dass die 15a-Vereinbarung zur Spekulation ein Loch ist! Da steht nichts drinnen!) – Lieber Werner! Du magst ja wollen, dass dieser Staat ein reiner Zentralstaat ist, ist ja okay, ich akzeptiere diese Meinung (Abg. Mag. Kogler: Ich möchte ein Spekulationsverbot, das diesen Namen verdient! Es kann sogar sinnvoll sein!), weil auch ich mich oft genug dabei ertappe, dass mir der österreichische Föderalismus nicht immer als sinnvoll erscheint. Aber solange wir diesen haben (Abg. Mag. Rossmann: Aber den kann man auch und soll man sogar verbessern!), wird bei Regeln, die andere umzusetzen haben, mit den Betroffenen zu reden sein. (Abg. Mag. Kogler: Ja, Gott sei Dank!)
Abg. Mag. Kogler: Ich möchte ein Spekulationsverbot, das diesen Namen verdient! Es kann sogar sinnvoll sein!
Ich erinnere daran: Noch vor ein paar Wochen war die Übergangsfrist 2020 die große Frage. (Abg. Mag. Kogler: Ihr habt noch nie verstanden, dass die 15a-Vereinbarung zur Spekulation ein Loch ist! Da steht nichts drinnen!) – Lieber Werner! Du magst ja wollen, dass dieser Staat ein reiner Zentralstaat ist, ist ja okay, ich akzeptiere diese Meinung (Abg. Mag. Kogler: Ich möchte ein Spekulationsverbot, das diesen Namen verdient! Es kann sogar sinnvoll sein!), weil auch ich mich oft genug dabei ertappe, dass mir der österreichische Föderalismus nicht immer als sinnvoll erscheint. Aber solange wir diesen haben (Abg. Mag. Rossmann: Aber den kann man auch und soll man sogar verbessern!), wird bei Regeln, die andere umzusetzen haben, mit den Betroffenen zu reden sein. (Abg. Mag. Kogler: Ja, Gott sei Dank!)
Abg. Mag. Rossmann: Aber den kann man auch und soll man sogar verbessern!
Ich erinnere daran: Noch vor ein paar Wochen war die Übergangsfrist 2020 die große Frage. (Abg. Mag. Kogler: Ihr habt noch nie verstanden, dass die 15a-Vereinbarung zur Spekulation ein Loch ist! Da steht nichts drinnen!) – Lieber Werner! Du magst ja wollen, dass dieser Staat ein reiner Zentralstaat ist, ist ja okay, ich akzeptiere diese Meinung (Abg. Mag. Kogler: Ich möchte ein Spekulationsverbot, das diesen Namen verdient! Es kann sogar sinnvoll sein!), weil auch ich mich oft genug dabei ertappe, dass mir der österreichische Föderalismus nicht immer als sinnvoll erscheint. Aber solange wir diesen haben (Abg. Mag. Rossmann: Aber den kann man auch und soll man sogar verbessern!), wird bei Regeln, die andere umzusetzen haben, mit den Betroffenen zu reden sein. (Abg. Mag. Kogler: Ja, Gott sei Dank!)
Abg. Mag. Kogler: Ja, Gott sei Dank!
Ich erinnere daran: Noch vor ein paar Wochen war die Übergangsfrist 2020 die große Frage. (Abg. Mag. Kogler: Ihr habt noch nie verstanden, dass die 15a-Vereinbarung zur Spekulation ein Loch ist! Da steht nichts drinnen!) – Lieber Werner! Du magst ja wollen, dass dieser Staat ein reiner Zentralstaat ist, ist ja okay, ich akzeptiere diese Meinung (Abg. Mag. Kogler: Ich möchte ein Spekulationsverbot, das diesen Namen verdient! Es kann sogar sinnvoll sein!), weil auch ich mich oft genug dabei ertappe, dass mir der österreichische Föderalismus nicht immer als sinnvoll erscheint. Aber solange wir diesen haben (Abg. Mag. Rossmann: Aber den kann man auch und soll man sogar verbessern!), wird bei Regeln, die andere umzusetzen haben, mit den Betroffenen zu reden sein. (Abg. Mag. Kogler: Ja, Gott sei Dank!)
Abg. Mag. Kogler: Ja eh!
Klubobmann Kopf hat ja recht gehabt: Wir können unser Bundeshaushaltsrecht nicht eins zu eins herunterbrechen. (Abg. Mag. Kogler: Ja eh!) Daher brauchen wir eine Regelung, bei der wir auch die Zeit haben, das vernünftig umzusetzen. (Abg. Mag. Kogler: Da regt sich ja keiner auf über das!)
Abg. Mag. Kogler: Da regt sich ja keiner auf über das!
Klubobmann Kopf hat ja recht gehabt: Wir können unser Bundeshaushaltsrecht nicht eins zu eins herunterbrechen. (Abg. Mag. Kogler: Ja eh!) Daher brauchen wir eine Regelung, bei der wir auch die Zeit haben, das vernünftig umzusetzen. (Abg. Mag. Kogler: Da regt sich ja keiner auf über das!)
Abg. Mag. Kogler: Sie haben ein Spekulationsverbot, das keines ist!
Wir alle sind ja Zeitzeugen, wie es beim Bundeshaushaltsrecht war. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ein Spekulationsverbot, das keines ist!) Wie lange haben wir in Wirklichkeit gebraucht, bis wir uns einig waren? Das hat begonnen, als Grasser noch Finanzminister war. (Abg. Krainer: Bis heute nicht fertig!) Wir haben ja Jahre gebraucht, bis wir miteinander in den Verhandlungen zu einer Regelung gekommen sind.
Abg. Krainer: Bis heute nicht fertig!
Wir alle sind ja Zeitzeugen, wie es beim Bundeshaushaltsrecht war. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ein Spekulationsverbot, das keines ist!) Wie lange haben wir in Wirklichkeit gebraucht, bis wir uns einig waren? Das hat begonnen, als Grasser noch Finanzminister war. (Abg. Krainer: Bis heute nicht fertig!) Wir haben ja Jahre gebraucht, bis wir miteinander in den Verhandlungen zu einer Regelung gekommen sind.
Abg. Mag. Kogler: Das hat mit dem Spekulationsverbot nichts zu tun!
Ich erinnere mich, da waren Sie die Ersten, die dort gesagt haben (Abg. Mag. Kogler: Das hat mit dem Spekulationsverbot nichts zu tun!), da brauchen wir mindestens zehn Jahre. Wir haben uns dann auf eine siebenjährige Frist geeinigt. Hoffen wir, dass das alles auf Bundesebene klaglos klappen wird.
Abg. Mag. Kogler: Ihr redet immer vom Spekulationsverbot!
Der Glaube, alles allein mit Verboten regeln zu können, ist ein Irrglaube. Ich brauche ein System, bei dem das von den Betroffenen mitgetragen wird. (Abg. Mag. Kogler: Ihr redet immer vom Spekulationsverbot!)
Abg. Dr. Moser: Weil es keine wahre !
Und die Frage ist – und jetzt komme ich zum Rechnungshof –, ob all die Kontrolle des Rechnungshofes reicht. Ich als Wirtschaftsprüfer darf ganz ehrlich dazu sagen: Ich war über dieses Kontrollversagen im Bereich Salzburg schockiert. (Abg. Dr. Moser: Weil es keine wahre !) – Nein, nein! Ein Rechnungshofpräsident, der uns hier sagt: Wir haben uns nicht einmal die Belege angeschaut! Wir haben keinen recheck woanders gemacht!, das geht nicht. (Abg. Dr. Moser: Protokolle verändert!) Entschuldigung, Frau Kollegin, nein. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Moser: Protokolle verändert!
Und die Frage ist – und jetzt komme ich zum Rechnungshof –, ob all die Kontrolle des Rechnungshofes reicht. Ich als Wirtschaftsprüfer darf ganz ehrlich dazu sagen: Ich war über dieses Kontrollversagen im Bereich Salzburg schockiert. (Abg. Dr. Moser: Weil es keine wahre !) – Nein, nein! Ein Rechnungshofpräsident, der uns hier sagt: Wir haben uns nicht einmal die Belege angeschaut! Wir haben keinen recheck woanders gemacht!, das geht nicht. (Abg. Dr. Moser: Protokolle verändert!) Entschuldigung, Frau Kollegin, nein. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Und die Frage ist – und jetzt komme ich zum Rechnungshof –, ob all die Kontrolle des Rechnungshofes reicht. Ich als Wirtschaftsprüfer darf ganz ehrlich dazu sagen: Ich war über dieses Kontrollversagen im Bereich Salzburg schockiert. (Abg. Dr. Moser: Weil es keine wahre !) – Nein, nein! Ein Rechnungshofpräsident, der uns hier sagt: Wir haben uns nicht einmal die Belege angeschaut! Wir haben keinen recheck woanders gemacht!, das geht nicht. (Abg. Dr. Moser: Protokolle verändert!) Entschuldigung, Frau Kollegin, nein. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Was kostet unser Land der Rechnungshof? Da sollten wir auch darüber nachdenken, wie wir das verbessern können, wie wir einen besseren Rechnungshof kriegen und wie diese Dinge zu ergänzen sind. Diese Anmerkung möchte ich mir an dieser Stelle erlauben, denn es ist auch mein Steuergeld, das da verwaltet wird. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Die Salzburger Landesregierung lügt wie gedruckt – und jetzt ist der Rechnungshof schuld! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Podgorschek. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler: Die Salzburger Landesregierung lügt wie gedruckt – und jetzt ist der Rechnungshof schuld! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Rossmann – in Richtung des Abg. Dr. Matznetter –: Wie soll denn der Rechnungshof prüfen, wenn es kein geordnetes Rechnungswesen gibt? Sag mir das einmal, Christoph!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Kollege Matznetter! (Abg. Mag. Rossmann – in Richtung des Abg. Dr. Matznetter –: Wie soll denn der Rechnungshof prüfen, wenn es kein geordnetes Rechnungswesen gibt? Sag mir das einmal, Christoph!) Ich glaube, dass wir unsere Verantwortung sehr wohl wahrnehmen. Die Damen und Herren, die in diesen Verhandlungsrunden dabei waren, wissen ganz genau, dass wir zum Teil sogar zu dritt dort aufgetaucht sind, weil wir nicht taktieren wollten, weil wir wirklich ehrlich dafür sorgen wollten, dass in Zukunft in Österreich Spekulation nicht mehr möglich ist.
Ruf bei der ÖVP: Die habt ihr!
Aber ich verstehe, dass die ÖVP jetzt etwas – ich möchte nicht sagen – enttäuscht ist; ich glaube, in Wirklichkeit ist sie sogar froh, weil sie dadurch die Probleme mit den Landeshauptleuten nicht mehr hat. (Ruf bei der ÖVP: Die habt ihr!) – Wir haben keine Probleme. (Abg. Rädler: Die Kärntner!)
Abg. Rädler: Die Kärntner!
Aber ich verstehe, dass die ÖVP jetzt etwas – ich möchte nicht sagen – enttäuscht ist; ich glaube, in Wirklichkeit ist sie sogar froh, weil sie dadurch die Probleme mit den Landeshauptleuten nicht mehr hat. (Ruf bei der ÖVP: Die habt ihr!) – Wir haben keine Probleme. (Abg. Rädler: Die Kärntner!)
Abg. Kopf: Genau!
Herr Kollege Kopf! Mein Kollege Alois Gradauer und ich haben am Samstag noch miteinander konferiert, und Kollege Gradauer hat mit Kollegen Stummvoll gesprochen und ihm inhaltlich zugesagt, dass wir im Grunde genommen keine Hürden mehr sehen. (Abg. Kopf: Genau!)
Abg. Rädler: Und der Strache?
Ich möchte aber eines ganz klar dazu sagen: Inhaltlich sehe ich nach wie vor alles absolut in Ordnung. Nur: Weder Kollege Gradauer noch ich sind Verfassungsjuristen, und wir haben deshalb auch Rücksprache gehalten. Es gibt einige Punkte, die für uns noch unklar sind. (Abg. Rädler: Und der Strache?) Und wir bitten nur darum, dass wir das Ganze noch einmal im Ausschuss behandeln, damit wir dann ruhigen Gewissens zustimmen können.
Beifall bei der FPÖ.
Zum Abschluss darf ich Folgendes sagen: Ich bedanke mich für das Lob der ÖVP, aber eines ist auch klar: Wenn man von der ÖVP gelobt wird, muss man meistens nachdenken, ob man etwas falsch gemacht hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst: Mich hat meine Kollegin Ridi Steibl darauf aufmerksam gemacht, dass eine Gruppe von Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden aus dem Bezirk Graz-Umgebung heute im Haus ist. Ich darf diese sehr herzlich begrüßen und willkommen heißen! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Mag. Kogler: Warum diskutieren wir es dann?
Es ist in der Tat kein angenehmer Tag, keine angenehme Debatte. Diesen Einwendungen ist aus unserer Sicht nicht beizutreten. Es ist einfach schade, wenn im Grunde genommen ein Ergebnis vorliegt, das in einem sehr konstruktiven Klima, wie man hört, verhandelt worden ist, wobei eine verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit sichergestellt gewesen wäre, und dann, aus welchen Gründen auch immer – ich bin weit davon entfernt, Schadenfreude in Richtung irgendeines Klubs walten zu lassen, denn darum geht es eigentlich nicht –, kommt es doch nicht zustande. (Abg. Mag. Kogler: Warum diskutieren wir es dann?)
Abg. Mag. Kogler: Es ist eben kein Spekulationsverbot! Es ist löchrig!
Ich glaube nur nicht, dass man dadurch Stabilität erreicht, dass man jetzt wieder auf die Populismusschiene einschwenkt und glaubt, durch diese Aktion von internen Problemen ablenken zu können. Das ist schade, das ist traurig; es ist aber auch Ihre Verantwortung, wenn es mit dem heutigen Tag keine gesetzliche Beschlussfassung in Richtung eines Spekulationsverbots gibt. (Abg. Mag. Kogler: Es ist eben kein Spekulationsverbot! Es ist löchrig!)
Abg. Mag. Rossmann: noch nie den § 17 gelesen, den er selbst vorgelegt hat! – Abg. Mag. Kogler: Nein, sie ist nur schlecht!
Herr Kollege Kogler, ich darf Ihnen eines sagen, weil Sie in Ihren Ausführungen hier dahingejammert haben, wie tragisch es sei, dass man das Spekulationsverbot für die Bundesländer – das ist ja aus Ihrer Sicht fast schon Teufelszeug – im Wege einer 15a-Vereinbarung regelt. (Abg. Mag. Rossmann: noch nie den § 17 gelesen, den er selbst vorgelegt hat! – Abg. Mag. Kogler: Nein, sie ist nur schlecht!)
Abg. Mag. Kogler: Haben Sie das gelesen?
Da möchte ich Ihnen eines schon sehr deutlich sagen: Wir sehen ja die Bundesländer nicht als unsere Gegner oder als unsere Feinde. Österreich ist ein Bundesstaat, Herr Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Haben Sie das gelesen?), und auch die dortigen Vertreter sind durch Wahlen legitimiert, ihre Interessen wahrzunehmen. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Und in diesem Streit und Widerstreit der Interessen zwischen dem Bund und den Ländern ist es ja, so denke ich, wohl nachvollziehbar, dass man mit den Ländern gemeinsam zu einer Lösung kommt. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Warum nicht auch im Wege einer 15a-Vereinbarung, Herr Kollege Kogler? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Dann muss die 15a-Vereinbarung auch ein Spekulationsverbot erzeugen und nicht weiter Spekulationen mit Wohnbaugeldern !)
Abg. Mag. Kogler: Ja!
Da möchte ich Ihnen eines schon sehr deutlich sagen: Wir sehen ja die Bundesländer nicht als unsere Gegner oder als unsere Feinde. Österreich ist ein Bundesstaat, Herr Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Haben Sie das gelesen?), und auch die dortigen Vertreter sind durch Wahlen legitimiert, ihre Interessen wahrzunehmen. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Und in diesem Streit und Widerstreit der Interessen zwischen dem Bund und den Ländern ist es ja, so denke ich, wohl nachvollziehbar, dass man mit den Ländern gemeinsam zu einer Lösung kommt. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Warum nicht auch im Wege einer 15a-Vereinbarung, Herr Kollege Kogler? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Dann muss die 15a-Vereinbarung auch ein Spekulationsverbot erzeugen und nicht weiter Spekulationen mit Wohnbaugeldern !)
Abg. Mag. Kogler: Ja!
Da möchte ich Ihnen eines schon sehr deutlich sagen: Wir sehen ja die Bundesländer nicht als unsere Gegner oder als unsere Feinde. Österreich ist ein Bundesstaat, Herr Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Haben Sie das gelesen?), und auch die dortigen Vertreter sind durch Wahlen legitimiert, ihre Interessen wahrzunehmen. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Und in diesem Streit und Widerstreit der Interessen zwischen dem Bund und den Ländern ist es ja, so denke ich, wohl nachvollziehbar, dass man mit den Ländern gemeinsam zu einer Lösung kommt. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Warum nicht auch im Wege einer 15a-Vereinbarung, Herr Kollege Kogler? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Dann muss die 15a-Vereinbarung auch ein Spekulationsverbot erzeugen und nicht weiter Spekulationen mit Wohnbaugeldern !)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Dann muss die 15a-Vereinbarung auch ein Spekulationsverbot erzeugen und nicht weiter Spekulationen mit Wohnbaugeldern !
Da möchte ich Ihnen eines schon sehr deutlich sagen: Wir sehen ja die Bundesländer nicht als unsere Gegner oder als unsere Feinde. Österreich ist ein Bundesstaat, Herr Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Haben Sie das gelesen?), und auch die dortigen Vertreter sind durch Wahlen legitimiert, ihre Interessen wahrzunehmen. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Und in diesem Streit und Widerstreit der Interessen zwischen dem Bund und den Ländern ist es ja, so denke ich, wohl nachvollziehbar, dass man mit den Ländern gemeinsam zu einer Lösung kommt. (Abg. Mag. Kogler: Ja!) Warum nicht auch im Wege einer 15a-Vereinbarung, Herr Kollege Kogler? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Dann muss die 15a-Vereinbarung auch ein Spekulationsverbot erzeugen und nicht weiter Spekulationen mit Wohnbaugeldern !)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Wieso?
Herr Kollege Kogler, wir wollen uns da jetzt nicht ganz im Detail verlieren, denn eines stand schlicht und einfach fest – das hat auch Herr Abgeordneter Podgorschek hier bestätigt –, dass es, Herr Kollege Kogler, eine inhaltliche Übereinkunft gegeben hat, dass sich die Verhandler einig waren, dass das inhaltlich in Ordnung ist, dass es inhaltlich passt. Und man geht üblicherweise, wenn man bei Verhandlungen ist, nicht davon aus, dass – wenn die Verhandler fertig sind, aufstehen, sagen, das Ergebnis passt, und sagen, gut, natürlich berichten wir unseren Gremien – die Geschichte dann gescheitert ist, Herr Kollege Kogler. Das ist eine Vorgangsweise, die unüblich und eigentlich auch inakzeptabel ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Wieso?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Da kann ich die Ausführungen der Kollegin Silhavy nicht ganz teilen, dass man jetzt stolz darauf ist, was die Salzburger Landeshauptfrau erreicht hat. Im Grunde genommen ist es ein Trauerspiel, was sich ereignet hat. Und was man jetzt macht, das ist eine Reparatur. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Es ist gut, dass das passiert, aber niemand – und da sind wir uns schon wieder einig –, niemand hier im Haus will, dass mit Steuergeld spekuliert wird, meine Damen und Herren. Deshalb ist auch die gesetzliche Regelung und deshalb ist die 15a-Vereinbarung dringend erforderlich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der Haslauer war nicht ?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der Haslauer war nicht ?
Da kann ich die Ausführungen der Kollegin Silhavy nicht ganz teilen, dass man jetzt stolz darauf ist, was die Salzburger Landeshauptfrau erreicht hat. Im Grunde genommen ist es ein Trauerspiel, was sich ereignet hat. Und was man jetzt macht, das ist eine Reparatur. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Es ist gut, dass das passiert, aber niemand – und da sind wir uns schon wieder einig –, niemand hier im Haus will, dass mit Steuergeld spekuliert wird, meine Damen und Herren. Deshalb ist auch die gesetzliche Regelung und deshalb ist die 15a-Vereinbarung dringend erforderlich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der Haslauer war nicht ?)
Abg. Mag. Kogler: Ist nie debattiert worden dort!
Jetzt so zu tun, als müsste man das heute auf die Tagesordnung bringen, damit man es im Ausschuss beraten kann, also das ist ja ein bisschen ein Treppenwitz; auch das muss man sagen. (Abg. Mag. Kogler: Ist nie debattiert worden dort!) Das Thema war ja bitte im Ausschuss, ist ja im Ausschuss beschlossen worden, zwar nicht mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, deshalb hat man ja weiterverhandelt und versucht, die Vorlage plenarreif zu machen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist eine Kellerkammerl-Politik!
Aber nun zu sagen, jetzt nehmen wir es auf die Tagesordnung, damit wir es nicht beschließen können, also das scheint mir doch ein wenig widersinnig zu sein. Aber man wird natürlich guten Willen zeigen müssen, und alle Beteiligten und alle Betroffenen werden noch einmal versuchen müssen, hier zu einer Lösung zu kommen, weil man ja nicht sagen kann, wir lassen das einfach so laufen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist eine Kellerkammerl-Politik!)
Abg. Scheibner: An mangelndem Selbstvertrauen leiden Sie nicht!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Amon, wir setzen das Spekulationsverbot auf die Tagesordnung, weil wir endlich einmal inhaltlich darüber debattieren wollen. Wenn ich mich recht entsinne, hatten wir im Ausschuss keine inhaltliche Debatte, an sachliche Argumente kann ich mich – außer an das, was ich dort in einem langen Redebeitrag eingebracht habe – nur an wenige erinnern, da ist mir wenig haften geblieben. (Abg. Scheibner: An mangelndem Selbstvertrauen leiden Sie nicht!) Wir haben das auch dort beschlossen, aber in diesem Plenum hier haben wir noch nicht darüber debattiert. Und wenn wir nicht darüber debattieren können, dann können wir es auch nicht an den Ausschuss rückverweisen, wo wir wirklich einmal in der Sache neu debattieren sollten und wo wir den Vorschlag der Grünen aufgreifen sollten, dort auch Experten zu Wort kommen zu lassen.
Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!
Herr Kollege Amon, noch ein Zweites: Wenn Sie sagen, die 2 Milliarden € in Niederösterreich sind ein Detail, so muss ich sagen, das ist kein Detail (Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!) – Das haben Sie gesagt: Das ist ein Detail! Sie haben gesagt (Abg. Großruck: Nein, das hat er nicht gesagt!) – Sie haben es nicht wortwörtlich gesagt, aber inhaltlich gemeint (Abg. Amon: Was ich gemeint habe?!), als Kollege Kogler den Verweis auf Niederösterreich gebracht hat, das sei ein Detail, das brauche man hier nicht zu diskutieren. (Abg. Amon: Ich habe auf Niederösterreich überhaupt nicht Bezug genommen!)
Abg. Großruck: Nein, das hat er nicht gesagt!
Herr Kollege Amon, noch ein Zweites: Wenn Sie sagen, die 2 Milliarden € in Niederösterreich sind ein Detail, so muss ich sagen, das ist kein Detail (Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!) – Das haben Sie gesagt: Das ist ein Detail! Sie haben gesagt (Abg. Großruck: Nein, das hat er nicht gesagt!) – Sie haben es nicht wortwörtlich gesagt, aber inhaltlich gemeint (Abg. Amon: Was ich gemeint habe?!), als Kollege Kogler den Verweis auf Niederösterreich gebracht hat, das sei ein Detail, das brauche man hier nicht zu diskutieren. (Abg. Amon: Ich habe auf Niederösterreich überhaupt nicht Bezug genommen!)
Abg. Amon: Was ich gemeint habe?!
Herr Kollege Amon, noch ein Zweites: Wenn Sie sagen, die 2 Milliarden € in Niederösterreich sind ein Detail, so muss ich sagen, das ist kein Detail (Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!) – Das haben Sie gesagt: Das ist ein Detail! Sie haben gesagt (Abg. Großruck: Nein, das hat er nicht gesagt!) – Sie haben es nicht wortwörtlich gesagt, aber inhaltlich gemeint (Abg. Amon: Was ich gemeint habe?!), als Kollege Kogler den Verweis auf Niederösterreich gebracht hat, das sei ein Detail, das brauche man hier nicht zu diskutieren. (Abg. Amon: Ich habe auf Niederösterreich überhaupt nicht Bezug genommen!)
Abg. Amon: Ich habe auf Niederösterreich überhaupt nicht Bezug genommen!
Herr Kollege Amon, noch ein Zweites: Wenn Sie sagen, die 2 Milliarden € in Niederösterreich sind ein Detail, so muss ich sagen, das ist kein Detail (Abg. Großruck: Das hat er nicht gesagt!) – Das haben Sie gesagt: Das ist ein Detail! Sie haben gesagt (Abg. Großruck: Nein, das hat er nicht gesagt!) – Sie haben es nicht wortwörtlich gesagt, aber inhaltlich gemeint (Abg. Amon: Was ich gemeint habe?!), als Kollege Kogler den Verweis auf Niederösterreich gebracht hat, das sei ein Detail, das brauche man hier nicht zu diskutieren. (Abg. Amon: Ich habe auf Niederösterreich überhaupt nicht Bezug genommen!)
Abg. Rädler: Haben die Grünen mitgestimmt in Niederösterreich!
Und diese Lücken bedeuten, dass beispielsweise Veräußerungen von Vermögen oder aber auch Veräußerungen von Wohnbauförderungsdarlehen weiterhin für spekulative Zwecke verwendet werden könnten. (Abg. Rädler: Haben die Grünen mitgestimmt in Niederösterreich!) Das wird durch § 17 Abs. 1, Herr Kollege, nicht ausgeschlossen! Das heißt, das „Casino Pröll“ wird dadurch nicht geschlossen. (Abg. Mag. Kogler: Weiterspekuliert!)
Abg. Mag. Kogler: Weiterspekuliert!
Und diese Lücken bedeuten, dass beispielsweise Veräußerungen von Vermögen oder aber auch Veräußerungen von Wohnbauförderungsdarlehen weiterhin für spekulative Zwecke verwendet werden könnten. (Abg. Rädler: Haben die Grünen mitgestimmt in Niederösterreich!) Das wird durch § 17 Abs. 1, Herr Kollege, nicht ausgeschlossen! Das heißt, das „Casino Pröll“ wird dadurch nicht geschlossen. (Abg. Mag. Kogler: Weiterspekuliert!)
Beifall bei Grünen und FPÖ
Und weil Herr Landeshauptmann Pröll immer noch überzeugt davon ist, dass das, was er dort mit der Spekulation angestellt hat, ein Erfolg ist, sind wir der Ansicht, bin ich der Ansicht, dass diese hier vorliegende Regelung mit einer Artikel-15a-Vereinbarung in Wirklichkeit ein Schmarrn ist (Beifall bei Grünen und FPÖ), weil ich kein Vertrauen in diese Bundesländer betreffend Umsetzung einer risikoaversen Finanzgebarung haben kann.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.
Wir haben daher immer gefordert: Grundsätze risikoaversen Verhaltens in die Finanzverfassung und nicht in eine Artikel-15a-Vereinbarung! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.)
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
Dasselbe gilt natürlich für die Frage der Kontrolle. Umsetzung braucht Transparenz, braucht ein neues Rechnungswesen. Herr Kollege Kopf, wenn Sie in die Bundesländer mit einem halbvollen Glas hinausgehen, dann kommen Sie immer mit einem reduzierten Glas zurück. Da trinken Sie unterwegs ein Schluckerl, weil Sie wahrscheinlich auf dem Weg nach Vorarlberg durstig werden, ist ja ein weiter Weg bis dorthin. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Aber wir hatten am 27. Februar, genauer gesagt, am 26. Februar eine Regelung vorliegen, die deutlich schärfer war als das, was hier vorliegt. (Abg. Kopf: Der Sie nicht zugestimmt haben!) – Selbstverständlich war das schärfer. Das wurde jetzt weiter dahin gehend verwässert, dass eigentlich nur noch ein zeitlicher
Abg. Kopf: Der Sie nicht zugestimmt haben!
Dasselbe gilt natürlich für die Frage der Kontrolle. Umsetzung braucht Transparenz, braucht ein neues Rechnungswesen. Herr Kollege Kopf, wenn Sie in die Bundesländer mit einem halbvollen Glas hinausgehen, dann kommen Sie immer mit einem reduzierten Glas zurück. Da trinken Sie unterwegs ein Schluckerl, weil Sie wahrscheinlich auf dem Weg nach Vorarlberg durstig werden, ist ja ein weiter Weg bis dorthin. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Aber wir hatten am 27. Februar, genauer gesagt, am 26. Februar eine Regelung vorliegen, die deutlich schärfer war als das, was hier vorliegt. (Abg. Kopf: Der Sie nicht zugestimmt haben!) – Selbstverständlich war das schärfer. Das wurde jetzt weiter dahin gehend verwässert, dass eigentlich nur noch ein zeitlicher
Abg. Rädler: Mit gutem Grund! Noch gibt es den Föderalismus!
Auf Bundesebene haben wir ja vorgezeigt, wie das gehen kann. Das könnte und muss auch die Grundlage sein. Wir hatten ja die wesentlichen Dinge schon bei der Novelle des Bundesverfassungs-Gesetzes drin. Da hatten wir schon einmal einen Artikel 51e, der Länder und Gemeinden miteinbeziehen sollte. Und schon damals waren die Bundesländer dagegen (Abg. Rädler: Mit gutem Grund! Noch gibt es den Föderalismus!), und schon damals haben sie keine überzeugenden Argumente dargelegt, warum sie kein modernes Rechnungswesen à la Bund haben wollen. Wenn wir das aber nicht haben, dann werden wir, wie immer die Grundsätze in der Finanzverfassung oder in einer Artikel-15a-Vereinbarung ausschauen, diese Dinge nicht kontrollieren können, weil die nötige Transparenz nicht vorhanden ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auf Bundesebene haben wir ja vorgezeigt, wie das gehen kann. Das könnte und muss auch die Grundlage sein. Wir hatten ja die wesentlichen Dinge schon bei der Novelle des Bundesverfassungs-Gesetzes drin. Da hatten wir schon einmal einen Artikel 51e, der Länder und Gemeinden miteinbeziehen sollte. Und schon damals waren die Bundesländer dagegen (Abg. Rädler: Mit gutem Grund! Noch gibt es den Föderalismus!), und schon damals haben sie keine überzeugenden Argumente dargelegt, warum sie kein modernes Rechnungswesen à la Bund haben wollen. Wenn wir das aber nicht haben, dann werden wir, wie immer die Grundsätze in der Finanzverfassung oder in einer Artikel-15a-Vereinbarung ausschauen, diese Dinge nicht kontrollieren können, weil die nötige Transparenz nicht vorhanden ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was wir in diesem Land brauchen, das ist ein Föderalismus neu, auch und gerade zur Umsetzung einer risikoaversen Finanzgebarung. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Jetzt zu einem anderen Thema. Wir hatten gestern ein interessantes Fußballspiel, der FC Nationalrat spielte gegen eine Auswahl der OMV. Wir, das Team, haben das Spiel 2 : 2 beendet. Warum? – Weil wir gemeinsam an einem Strang gezogen haben, weil wir gemeinsam die Spielregeln eingehalten und gemeinsam etwas Konstruktives geschaffen haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nein, ganz im Gegenteil! Haben Sie gewusst, liebe Kollegen von der SPÖ, dass der Bundesrechnungshof weniger Budget hat, als etwa die ÖBB ein Budget für Marketing und Werbemaßnahmen haben? Das ist ja hanebüchen, im wahrsten Sinn des Wortes! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber ich sage Ihnen eines: Wer mit 8 Milliarden Spekulationskapital an Wohnbaugeldern hineingeht und dann behauptet, er hätte 800 Millionen Gewinn gemacht, obwohl er 4 Milliarden von der Substanz verloren hat, der ist ein Verlierer. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und da glaube ich noch immer eher dem Rechnungshof als Ihren Parteisekretariaten oder Ihren Ausführungen, die den Fakten nicht standhalten.
Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört heute?
Da fragt man sich: Was ist da passiert, Kollege Strache? Warum stimmen Sie jetzt nicht mehr zu? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört heute?) – Ich habe zugehört. Ich habe zugehört – und das ist die Frage! (Abg. Strache: Ich habe nicht zugestimmt!) – Ja, weil Sie nicht bei den Verhandlungen dabei waren. Gehen Sie selbst dorthin! Gehen Sie selbst dorthin und sagen Sie, Ihre Abgeordneten dürfen nichts verhandeln, das hat keinen Wert, was sie sagen, die kennen sich nicht aus. Wenn Sie kein Vertrauen in die Sachkompetenz Ihrer Abgeordneten haben, dann sagen Sie das! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wir haben nicht zugestimmt, weil wir inhaltliche Forderungen hatten, die nicht erfüllt wurden!)
Abg. Strache: Ich habe nicht zugestimmt!
Da fragt man sich: Was ist da passiert, Kollege Strache? Warum stimmen Sie jetzt nicht mehr zu? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört heute?) – Ich habe zugehört. Ich habe zugehört – und das ist die Frage! (Abg. Strache: Ich habe nicht zugestimmt!) – Ja, weil Sie nicht bei den Verhandlungen dabei waren. Gehen Sie selbst dorthin! Gehen Sie selbst dorthin und sagen Sie, Ihre Abgeordneten dürfen nichts verhandeln, das hat keinen Wert, was sie sagen, die kennen sich nicht aus. Wenn Sie kein Vertrauen in die Sachkompetenz Ihrer Abgeordneten haben, dann sagen Sie das! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wir haben nicht zugestimmt, weil wir inhaltliche Forderungen hatten, die nicht erfüllt wurden!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wir haben nicht zugestimmt, weil wir inhaltliche Forderungen hatten, die nicht erfüllt wurden!
Da fragt man sich: Was ist da passiert, Kollege Strache? Warum stimmen Sie jetzt nicht mehr zu? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört heute?) – Ich habe zugehört. Ich habe zugehört – und das ist die Frage! (Abg. Strache: Ich habe nicht zugestimmt!) – Ja, weil Sie nicht bei den Verhandlungen dabei waren. Gehen Sie selbst dorthin! Gehen Sie selbst dorthin und sagen Sie, Ihre Abgeordneten dürfen nichts verhandeln, das hat keinen Wert, was sie sagen, die kennen sich nicht aus. Wenn Sie kein Vertrauen in die Sachkompetenz Ihrer Abgeordneten haben, dann sagen Sie das! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wir haben nicht zugestimmt, weil wir inhaltliche Forderungen hatten, die nicht erfüllt wurden!)
Abg. Steibl: Herr Präsident, „Saustall“ darf man nicht sagen!
Das Problem dabei ist ja, dass wir nicht nur in Österreich einen Saustall in vielen Bereichen haben, wo sich die Bürger draußen fragen, wie wir mit dem Geld der Steuerzahler umgehen, sondern dass es ihn auch auf europäischer Ebene gibt. (Abg. Steibl: Herr Präsident, „Saustall“ darf man nicht sagen!) Wir erleben das gerade
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
auf Zypern, wie dort mit dem hart ersparten Geld auf dem Sparbuch der kleinen Gewerbetreibenden, der Olivenbauern, jener, die sich etwas für ihre Kinder und Enkel zurückgelegt haben, umgegangen wird. Da wird einfach abkassiert. Das hat man versucht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden das heute am Nachmittag noch intensiv diskutieren, weil wir der Meinung sind, dass der Mittelstand geschützt gehört, dass Finanzminister, die dem zustimmen, abgesetzt gehören, und weil wir glauben, dass man die Sparguthaben und das Vermögen der Österreicher in der Verfassung wird schützen müssen. Das werden wir beantragen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Widmann: Was sagt der Gradauer? Lasst den Gradauer reden!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Bevor ich jetzt herausgekommen bin und mit gewisser Aufmerksamkeit den Ausführungen des Kollegen Widmann zugehört habe, habe ich mich – das gestehe ich offen (Abg. Mag. Widmann: Was sagt der Gradauer? Lasst den Gradauer reden!) – erkundigt: Ist er noch beim BZÖ oder schon beim Team Stronach? Aber darauf kommt es ja gar nicht an.
Abg. Petzner: Habt ihr den Dobernig schon ausgeschlossen?
Der Kollege Kopf ist leider nicht hier. Ich wollte ihm zu seinem neuen Berufsbild der Gespensterjägerei gratulieren. (Abg. Petzner: Habt ihr den Dobernig schon ausgeschlossen?) Ob man da eine Lehre machen muss, ob man das in sich hat, ob man das gewerberechtlich anmelden muss? Et cetera, et cetera.
Abg. Rädler: Stimmt!
Warum sage ich das? – Es wird hier geklagt und geschimpft, der Strache habe den Klub nicht im Griff. (Abg. Rädler: Stimmt!) Weil er einem Gesetz nicht zustimmen möchte, das gar nicht auf der Tagesordnung ist?! Wissen Sie, was Sie die ganze Zeit für einen Unsinn reden?! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Warum sage ich das? – Es wird hier geklagt und geschimpft, der Strache habe den Klub nicht im Griff. (Abg. Rädler: Stimmt!) Weil er einem Gesetz nicht zustimmen möchte, das gar nicht auf der Tagesordnung ist?! Wissen Sie, was Sie die ganze Zeit für einen Unsinn reden?! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Das ist jetzt unter deiner Würde!
Die ganze Einwendungsdebatte geht ja deswegen vor sich, weil dieser Punkt von Ihnen nicht auf die Tagesordnung gelassen worden ist. (Abg. Amon: Das ist jetzt unter deiner Würde!)
Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !
Und zweitens gelingt es Ihnen, mäßig, aber ein bisschen, eine Vorstellung zu inszenieren (Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !) – Ja, dafür braucht es die Volksanwaltschaft, um solchen Unsinnigkeiten entgegenzutreten und auf der Seite der Bürger zu stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Als ob die FPÖ das Gesetz behindern würde, das ein legistischer Pfusch der Sonderklasse ist (neuerlicher Beifall bei der FPÖ), weil es nämlich auf Basis der Regierungsvorlage im Ausschuss beschlossen worden ist und dort am 26. Februar eine Abänderung versucht wurde (Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?), von der Herr Staatssekretär Schieder schreibt, das sei inhaltlich völlig in Ordnung, aber es gibt einen Abänderungsantrag, der nicht mit der FPÖ verhandelt worden ist, dass in der zweiten Lesung ein anderer Text beschlossen werden soll.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.
Und zweitens gelingt es Ihnen, mäßig, aber ein bisschen, eine Vorstellung zu inszenieren (Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !) – Ja, dafür braucht es die Volksanwaltschaft, um solchen Unsinnigkeiten entgegenzutreten und auf der Seite der Bürger zu stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Als ob die FPÖ das Gesetz behindern würde, das ein legistischer Pfusch der Sonderklasse ist (neuerlicher Beifall bei der FPÖ), weil es nämlich auf Basis der Regierungsvorlage im Ausschuss beschlossen worden ist und dort am 26. Februar eine Abänderung versucht wurde (Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?), von der Herr Staatssekretär Schieder schreibt, das sei inhaltlich völlig in Ordnung, aber es gibt einen Abänderungsantrag, der nicht mit der FPÖ verhandelt worden ist, dass in der zweiten Lesung ein anderer Text beschlossen werden soll.
neuerlicher Beifall bei der FPÖ
Und zweitens gelingt es Ihnen, mäßig, aber ein bisschen, eine Vorstellung zu inszenieren (Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !) – Ja, dafür braucht es die Volksanwaltschaft, um solchen Unsinnigkeiten entgegenzutreten und auf der Seite der Bürger zu stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Als ob die FPÖ das Gesetz behindern würde, das ein legistischer Pfusch der Sonderklasse ist (neuerlicher Beifall bei der FPÖ), weil es nämlich auf Basis der Regierungsvorlage im Ausschuss beschlossen worden ist und dort am 26. Februar eine Abänderung versucht wurde (Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?), von der Herr Staatssekretär Schieder schreibt, das sei inhaltlich völlig in Ordnung, aber es gibt einen Abänderungsantrag, der nicht mit der FPÖ verhandelt worden ist, dass in der zweiten Lesung ein anderer Text beschlossen werden soll.
Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?
Und zweitens gelingt es Ihnen, mäßig, aber ein bisschen, eine Vorstellung zu inszenieren (Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !) – Ja, dafür braucht es die Volksanwaltschaft, um solchen Unsinnigkeiten entgegenzutreten und auf der Seite der Bürger zu stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Als ob die FPÖ das Gesetz behindern würde, das ein legistischer Pfusch der Sonderklasse ist (neuerlicher Beifall bei der FPÖ), weil es nämlich auf Basis der Regierungsvorlage im Ausschuss beschlossen worden ist und dort am 26. Februar eine Abänderung versucht wurde (Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?), von der Herr Staatssekretär Schieder schreibt, das sei inhaltlich völlig in Ordnung, aber es gibt einen Abänderungsantrag, der nicht mit der FPÖ verhandelt worden ist, dass in der zweiten Lesung ein anderer Text beschlossen werden soll.
Beifall bei der FPÖ.
Und dieser andere Text mit Abänderungsantrag steht jetzt gar nicht auf der Tagesordnung! Wovon reden Sie dann eigentlich, dass wir keiner verfassungsmäßigen Zustimmung anheischig sind? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Gesetz soll den Ausschuss nicht verlassen, bevor die Mehrheit im Plenum nicht sichergestellt ist; und dazu gibt es Verhandlungen. Und das heißt ferner, dass der Verhandlungsprozess nicht annähernd – nicht annähernd! – ein seriöses Ende gefunden hat. Deswegen treten wir den Einwendungen, der Einwendungsdebatte bei, um diesen Punkt sehr wohl auf die Tagesordnung zu setzen, um ihn rückverweisen zu können, um ihn seriös zu Ende debattieren zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Gradauer!
Zweitens zum Inhalt: Es ist richtig, dass das Textliche des Entschließungsantrages inhaltlich weitestgehend in Ordnung ist. (Ruf bei der ÖVP: Gradauer!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen: Zuerst ordentlich ausarbeiten und dann hier beschließen. Das ist der Pfad, der zu gehen ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht um Milliarden Gelder, vor allem aus der Wohnbauförderung – ein wesentlicher Kern angesichts dessen, dass viele Menschen derzeit unter teurem Wohnen leiden, unter teuren Mieten, unter teuren Baukosten, unter teuren Betriebskosten. Gerade deshalb sind die Milliarden, die in die Wohnbauförderung gehen, wirklich zweckmäßig zu verwenden. Sie müssen wieder zweckgebunden werden und dürfen nicht Gegenstand von Spekulationen sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
agentur stellt Geld bereit, und die Verantwortlichen in Salzburg nehmen 60 Prozent davon für den Wohnbau in die Hand und 40 Prozent – das sind 440 Millionen – veranlagen sie hoch spekulativ. Man weiß bis heute nicht: Ist es noch da, ist es schon weg? Den einen Tag ist es da, den anderen Tag ist es weg! – Das sind Methoden und Mittel, mit denen wir gründlich aufräumen müssen! Und dazu dient die heutige Diskussion. Und dazu dient auch die verfassungsmäßige Verankerung des Spekulationsverbotes. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Daher: Ziehen wir an einem Strang – aber nicht mit Löchern, nicht mit Riss-Stellen, nicht mit vorprogrammierten Bruchstellen! Machen wir wirklich eine Firewall gegen Spekulationen auf Landes- und Gemeinde-Ebene! Auf Bundesebene haben wir es ja schon gemacht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na net! – Abg. Grosz: Ein ganz schlechter Anfang!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! Zuallererst möchte ich dem Verantwortlichen, der in den letzten Jahren im Bereich (Abg. Ing. Westenthaler: Na net! – Abg. Grosz: Ein ganz schlechter Anfang!) Sie brauchen keine Angst zu haben, Ihnen würde ich ohnehin nicht danken. Also keine Sorge, Sie sind nicht betroffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! Zuallererst möchte ich dem Verantwortlichen, der in den letzten Jahren im Bereich (Abg. Ing. Westenthaler: Na net! – Abg. Grosz: Ein ganz schlechter Anfang!) Sie brauchen keine Angst zu haben, Ihnen würde ich ohnehin nicht danken. Also keine Sorge, Sie sind nicht betroffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Volksbefragung!
Zuallererst möchte ich mich bedanken bei dem, der im Verteidigungsressort vieles an Reformen – an die 500 Millionen € wurden in Infrastruktur und Baumaßnahmen investiert – durchgeführt hat und darüber hinaus die Vertretung auf europäischer und internationaler Ebene wahrgenommen hat und sich dort einen sehr respektablen Ruf erworben hat, wie unsere Einsätze etwa auf dem Golan – ein aktuelles Thema gerade jetzt – und unsere Friedenseinsätze zeigen, die in der Welt große Beachtung finden. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine „erfolgreiche“ Volksbefragung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, Sie haben die Volksbefragung vergessen!
Reihe von Fortschritten aufzuweisen hat, die für unser Land von erheblicher Bedeutung sind, nämlich der Bereich Sport, wo ein Schwerpunkt die Sportförderung ist, bei der es Minister Darabos vor allem um Transparenz ging – es liegt ja das Sportförderungsgesetz dem Parlament vor –, und wo er eine klare Haltung zu Doping einnahm, indem er den Kampf gegen Doping in den Vordergrund stellte. Für diese seine Leistungen und für sein herausragendes Engagement ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, Sie haben die Volksbefragung vergessen!)
Abg. Grosz: Herr Bundeskanzler, was ist der Bundesrat?
Jene, die entweder im Bundesrat tätig waren oder mit unserer Länderkammer, dem Bundesrat, Verhandlungen oder Diskussionen geführt haben, wissen, dass einer der Fraktionsverantwortlichen, Mag. Gerald Klug, in diesem (Abg. Grosz: Herr Bundeskanzler, was ist der Bundesrat?) Ich habe ja befürchtet, dass Sie einiges nicht wissen (demonstrativer Beifall bei der SPÖ), und ich fürchte, das ist noch nicht alles. Herr Grosz, ich mache mir große Sorgen. (Abg. Grosz: mit der Mehrheit der Bevölkerung! Die wissen auch nicht alles!)
demonstrativer Beifall bei der SPÖ
Jene, die entweder im Bundesrat tätig waren oder mit unserer Länderkammer, dem Bundesrat, Verhandlungen oder Diskussionen geführt haben, wissen, dass einer der Fraktionsverantwortlichen, Mag. Gerald Klug, in diesem (Abg. Grosz: Herr Bundeskanzler, was ist der Bundesrat?) Ich habe ja befürchtet, dass Sie einiges nicht wissen (demonstrativer Beifall bei der SPÖ), und ich fürchte, das ist noch nicht alles. Herr Grosz, ich mache mir große Sorgen. (Abg. Grosz: mit der Mehrheit der Bevölkerung! Die wissen auch nicht alles!)
Abg. Grosz: mit der Mehrheit der Bevölkerung! Die wissen auch nicht alles!
Jene, die entweder im Bundesrat tätig waren oder mit unserer Länderkammer, dem Bundesrat, Verhandlungen oder Diskussionen geführt haben, wissen, dass einer der Fraktionsverantwortlichen, Mag. Gerald Klug, in diesem (Abg. Grosz: Herr Bundeskanzler, was ist der Bundesrat?) Ich habe ja befürchtet, dass Sie einiges nicht wissen (demonstrativer Beifall bei der SPÖ), und ich fürchte, das ist noch nicht alles. Herr Grosz, ich mache mir große Sorgen. (Abg. Grosz: mit der Mehrheit der Bevölkerung! Die wissen auch nicht alles!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Jemand, der Verhandlungen mit dem Bundesrat geführt und aus den respektvollen Diskussionen mit unserer Länderkammer die Verantwortlichen kennt, hat natürlich auch mit Fraktionsvorsitzenden zu tun, und der weiß um die Fachkompetenz, das Verhandlungsgeschick und die konsequente Art, für die sich Mag. Gerald Klug großes Ansehen erworben hat, aber auch um die Anerkennung über Parteigrenzen hinweg – das konnte man in den letzten Tagen immer wieder erfahren, wenn man mit den anderen Fraktionsvorsitzenden des Bundesrates gesprochen hat –, die er genießt. Er hat in seiner beruflichen Tätigkeit – nachdem er zuerst die Ausbildung zum Dreher gemacht und dann nebenberuflich das Jusstudium absolviert hat – immer wieder Verhandlungsgeschick, Kompromissfähigkeit und klare Haltung bewiesen. Ich freue mich daher, Ihnen Mag. Gerald Klug als Bundesminister für Landesverteidigung und Sport vorstellen zu dürfen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich wünsche in unser aller Interesse dem Verantwortlichen für so ein wichtiges Ressort, nämlich dir, lieber Mag. Gerald Klug, alles erdenklich Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich möchte zunächst einmal dem Kollegen, der neu auf der Regierungsbank Platz genommen hat, alles Gute wünschen für sein Amt, für das, wie er es anlegt, und auch für das, was uns alle betrifft, nämlich einen Erfolg auch in der Landesverteidigung und im Sport zu haben. Das brauchen wir alle. Noch einmal alles Gute! Wir reichen Ihnen die Hand und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Es muss ein erlebnisreicher Dienst sein. Es soll auch eine Ausbildung sein, die lebensnahe ist, und es soll auch eine Ausbildung sein, die auf die Anforderungen besonders Rücksicht nimmt. Die heutigen Anforderungen sind eben andere als in der Vergangenheit. Da haben wir uns besonders jenen Gebieten zu widmen, wo heute Soldaten dringend gebraucht werden, sei es in der Landesverteidigung oder sei es auch beim Katastrophenschutz, der immer wichtiger wird, wo es sich in der Vergangenheit allein in den letzten Jahren immer wieder, von einem Einsatz zum anderen, gezeigt hat, wie wertvoll es ist, dass jemand da ist, wenn Not am Mann ist und sonst niemand hilft. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch einmal herzlich bei allen Soldaten bedanken, die da schon tätig waren und viel für Österreich und seine Bevölkerung getan haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich freue mich, bei dieser Gelegenheit sagen zu können, dass die Österreicher, die dort im Einsatz sind, diesen mit aller Professionalität durchführen – zum Ansehen unseres Landes und dieses Einsatzes der UNO. Das ist notwendig. Ich bedanke mich dafür herzlich bei ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Darabos weisend –: Wo war denn der Dank an den ? – Abg. Petzner: Der Dank an den ehemaligen Minister! – Abg. Grosz: Und an den Jacky Maier auch!
Das ist, glaube ich, unsere gemeinsame Aufgabe. So sehen wir das auch, wir sind hier eng abgestimmt. Und ich darf damit schließen, noch einmal zu sagen, dass ich mich auf eine gute Zusammenarbeit freue. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des Abg. Mag. Darabos weisend –: Wo war denn der Dank an den ? – Abg. Petzner: Der Dank an den ehemaligen Minister! – Abg. Grosz: Und an den Jacky Maier auch!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe diese Aufgabe in dem Bewusstsein übernommen, dass mir die österreichische Bevölkerung einen klaren Auftrag mit auf den Weg gegeben hat, nämlich die Reform des Grundwehrdienstes. Die Entscheidung der Österreicherin und des Österreichers am 20. Jänner, die eindeutig gefällt wurde, ist ein unmissverständlicher Handlungsauftrag, dem ich gerne nachkommen werde. Lassen Sie mich daher mit aller Deutlichkeit sagen: Das zentrale Projekt meiner Amtszeit ist die Verbesserung des Präsenzdienstes. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Mir bleiben für diese Reformen nur wenige Monate. Das ist mir bewusst. Aber in der Kürze meiner Amtszeit liegt aus meiner Sicht auch die Chance, mich auf dieses Thema mit höchstem Augenmaß, in höchstem Maß zu fokussieren und mich diesem Thema mit ungeteiltem Engagement zu widmen. Mein Ziel ist es, den Dienst im österreichischen Bundesheer so zu gestalten, dass er den Aufgaben, die an unser Heer gestellt werden, aber auch den Bedürfnissen unserer jungen Burschen im besten Sinne gerecht werden kann. Er muss attraktiver werden, und es muss weniger Leerläufe geben. Am Ende ihrer Präsenzdienstzeit müssen die jungen Burschen sagen können, es ist eine gute Zeit, es ist eine sinnvolle Zeit, und ich habe auch für mein weiteres Leben etwas mitgenommen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich möchte daher die heutige Gelegenheit dazu nutzen, um mich an dieser Stelle besonders bei unserem Koalitionspartner für die bisherige konstruktive Zusammenarbeit bei diesem Thema zu bedanken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dafür gilt es, den notwendigen Respekt zu zollen und ihnen jene Anerkennung auszusprechen, die sie auch verdienen. Als Bundesminister für Landesverteidigung und Sport werde ich mich daher dafür einsetzen, dass diese Leistungen der Soldatinnen und Soldaten für die Republik auch wahrgenommen werden und jenen Respekt bekommen, den sie auch tatsächlich verdienen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist unbestritten, dass unser Heer in den vergangenen Jahren sämtliche Aufgabenstellungen im Inland, sei es Grenzüberwachung, Katastrophenschutz, sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz, mit großem Engagement erfolgreich bewältigt hat. Im internationalen Umfeld können wir darauf stolz sein und wahrnehmen, dass von allen Seiten anerkennende Worte für die hervorragenden Leistungen unserer Truppe ausgesprochen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Strache.
Lassen Sie mich dennoch heute aus meiner Sicht klarstellen: Meines Erachtens gibt es einen Aspekt, der wichtiger ist als die internationale Reputation und die durch die Jahre hin erworbene Professionalität und das durch erfolgreiches Wirken erworbene Ansehen international, nämlich die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Strache.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oje!
Sehr geehrte Damen und Herren! In meiner Funktion als Sportminister ist es mir selbstverständlich ein großes Anliegen, auch den österreichischen Sport zu stärken. Mein primäres Ziel ist die Finalisierung des neuen Sportförderungsgesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!) Hier wurden gute Vorarbeiten geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!), das Gesetz liegt ja bereits in Ihren Händen.
Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!
Sehr geehrte Damen und Herren! In meiner Funktion als Sportminister ist es mir selbstverständlich ein großes Anliegen, auch den österreichischen Sport zu stärken. Mein primäres Ziel ist die Finalisierung des neuen Sportförderungsgesetzes. (Abg. Ing. Westenthaler: Oje!) Hier wurden gute Vorarbeiten geleistet (Abg. Ing. Westenthaler: Ganz schlecht! Ganz schlecht!), das Gesetz liegt ja bereits in Ihren Händen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Das steht nicht im Gesetz! – Keine Ahnung!
Die Eckpfeiler dieses neuen Gesetzes stehen für mich außer Streit: Es wird künftig mehr Geld für die Fachverbände geben. 50 Prozent der Besonderen Bundes-Sportförderung werden für den Spitzensport verwendet. Es gibt mehr Transparenz und eine zeitgemäße Kontrolle. Und klar ist auch, wir gehen weg von der Gießkannenförderung hin zur konkreten Projektförderung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja gar nicht wahr! Das steht nicht im Gesetz! – Keine Ahnung!) Denn eines eint uns wohl alle: Wir möchten zukünftig bei den Olympischen Spielen wieder Medaillen gewinnen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Strache.
Mir ist an dieser Stelle aber auch wichtig zu sagen, ich habe höchste Wertschätzung gegenüber den Sportlerinnen und Sportlern. Ich selbst habe mich als Hobbysportler schon auf einen Halbmarathon vorbereiten können, und ich weiß daher in Ansätzen, was es bedeutet, diese Belastungen auf sich zu nehmen – in Ansätzen. Ich habe großen Respekt. Sie haben viele Entbehrungen auf sich zu nehmen, sie verzichten auf viel Freizeit, auf viel Familienleben. Sie trainieren hart in ihrem gesamten Leben, sie richten ihr ganzes Leben auf den Sport aus. Und daher ist es für mich auch klar, selbst wenn es in London nicht ganz optimal gelaufen ist: Ich stehe voll hinter den Athletinnen und Athleten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Strache.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Bildungsministerin! Die setzt das nicht um!
Initiative mit voller Kraft, ich will unsere Jugend fitter machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Bildungsministerin! Die setzt das nicht um!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Der redet zumindest besser als der Darabos! Das ist zumindest schon einmal ein Fortschritt!
Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! In meiner ersten Rede als Bundesminister für Landesverteidigung und Sport hier im Nationalrat möchte ich nochmals klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass ich meine Aufgabe mit vollem Einsatz ausüben werde und einen konstruktiven Weg mit Ihnen, geschätzte Abgeordnete, gehen möchte. Ich lade Sie daher ein, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen – im Sinne der Bevölkerung, im Sinne des österreichischen Bundesheeres und im Sinne des österreichischen Sports. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Der redet zumindest besser als der Darabos! Das ist zumindest schon einmal ein Fortschritt!)
Beifall bei der FPÖ.
Warum? – Weil wir dort eine völlig geänderte Situation haben, Herr Verteidigungsminister. Es ist nicht so, dass wir dort zurzeit im Sinne der UNO friedenserhaltend tätig sind, weil es den Frieden nicht mehr gibt und weil auch diese entmilitarisierte Zone vom völkerrechtlichen staatlichen Partner Syrien eben nicht mehr sicherzustellen und aufrechtzuerhalten ist. Das heißt, wir befinden uns vor Ort in einer Lage, wo es Bürgerkrieg gibt, Krieg zwischen unterschiedlichen Parteien, mit schweren Waffen natürlich, die unsere Soldaten in dieser Form nicht haben und daher zurzeit auch nicht mehr den Frieden schützen und bewahren können, sondern sich mitten in Kriegshandlungen unterschiedlicher Parteien befinden und daher Gefahr laufen, auch entsprechend unter schweren Beschuss zu kommen, sich nicht entsprechend schützen zu können, weil die entsprechende Bewaffnung fehlt, was unserer Meinung nach im Sinne des notwendigen Schutzes und der Sicherheit für unsere österreichischen Blauhelm-Soldaten nicht mehr zu verantworten ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Neutralität Österreichs will man eben nicht aufgeben, um irgendwann einmal vielleicht in einer NATO-Partnerschaft zu landen. Das hat mir heute bei Ihnen gefehlt, diese Klarstellung der Neutralität, denn auch das war ein Teil dieser Entscheidung für die Wehrpflicht, weil die Bürger des Landes genau das erhalten wissen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber es ist auch wichtig, darüber nachzudenken, dass ein Grundwehrdiener, der für sein Heimatland etwas leistet, zumindest auf Basis der Mindestsicherung eine Bewertung und Bezahlung erhält. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
So gesehen hat mir auch Ihre Vorstellungsrede heute durchaus gefallen, ich gebe das offen zu. Sie haben das in einer sehr anständigen und korrekten Art und Weise getan. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage daher auch allen Soldaten Dank, die tagtäglich bei Katastropheneinsätzen, bei Zivilschutzmaßnahmen, die notwendig sind, da sind und auch bei allen Krisen der letzten Jahrzehnte für die österreichische Bevölkerung da waren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das erwarten wir uns von Ihnen. Ich kann Ihnen dabei nur alles Gute wünschen, und dort, wo es um inhaltliche und sachpolitische Unterstützung geht, die im Interesse der Betroffenen ist, werden wir uns nicht verweigern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Für einen Oppositionspolitiker war das doch harmlos, was wollen Sie denn noch?!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Norbert Darabos! Den Applaus für deine Arbeit als Minister hast du heute zu Recht bekommen, und du wurdest auch sehr herzlich wieder in unserer Fraktion aufgenommen. Wir freuen uns, dass wir auf dieser Ebene weiter mit dir zusammenarbeiten können. Ich habe die Polemik des Vorredners, des Klubobmann Strache, gegenüber Norbert Darabos nicht ganz nachvollziehen können, insbesondere wo Sie dann nachher groß hier sagen, wie fair Sie eigentlich an die Sache herangehen wollen. (Abg. Dr. Graf: Für einen Oppositionspolitiker war das doch harmlos, was wollen Sie denn noch?!)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Ich kann mich erinnern, dass es auch von Ihrer Seite die eine oder andere positive Einschätzung zu seiner Arbeit gegeben hat. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Ich sage ja auch nicht, man soll jetzt bei den FPK-Sitzungen in Klagenfurt Blauhelme einsetzen. Ich sage das nicht, das wäre polemisch. Ich sage auch nicht, Sie sollten Ihre Rücktrittsübungen lieber in Niederösterreich oder in Kärnten üben. Ich sage auch das nicht, das wäre polemisch. Also, ich lasse das jetzt. Seien Sie einmal in der niederösterreichischen FPÖ oder bei den FPK-Sitzungen erfolgreich! Gott sei Dank ist das nicht unser Problem, sondern es ist Ihr Problem.
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
dient, dass man am Start mit Fairness behandelt wird, Herr Abgeordneter Pilz – mit Fairness. Nachdem Sie gleich nach mir zu Wort kommen werden und schon so polemisch schauen, sage ich es lieber gleich jetzt. Sie waren ja auch nicht am ersten Tag schon der Pilz, sondern Sie haben sich langsam „herangepilzt“, bis Sie zum Pilz geworden sind. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Daher, finde ich, sollte diese Fairness auch hier gelten. Da meine ich, dass das ein ganz wesentlicher Punkt in diesem Zusammenhang ist.
Abg. Riepl: Die Eurofighter haben sie gekauft!
Das Einzige, was mir ein bisserl durch den Kopf gegangen ist, ist Folgendes: Nachdem hier immer wieder gesagt wird, man soll oder man will den Wehrdienst attraktiver gestalten – ich will jetzt nicht eine alte Debatte über die Frage Profiheer oder nicht Profiheer wiederbeleben –, ist mir eingefallen: Was haben denn eigentlich die Verteidigungsminister vor Norbert Darabos getan? Da waren ja immerhin mindestens drei Parteien involviert. Die ÖVP war zum Beispiel involviert, das BZÖ war involviert, die FPÖ war involviert – was haben die eigentlich gemacht? (Abg. Riepl: Die Eurofighter haben sie gekauft!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht ein Wort von dem Gesetz gelesen! Das steht da alles nicht drinnen!
Schritte zu setzen. Mein Appell an Sie wäre auch, dass man beim Sportförderungsgesetz jetzt einmal zu einem Beschluss kommt. Wir sind ja bereit. Der Termin steht. Wir wollen, dass da endlich etwas weitergeht, dass das beschlossen wird. Ich sehe auch keine Gießkanne, sondern dass hier versucht wird, Massensport, Breitensport zu fördern und die Fachverbände zu stärken. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben nicht ein Wort von dem Gesetz gelesen! Das steht da alles nicht drinnen!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Na, da sind wir doch sofort alle dabei!
Falls hier herinnen jemand Training braucht, stehe ich zur Verfügung. Ich habe für jeden Abgeordneten und jede Abgeordnete ein Trainingsprogramm. Fitness ist das oberste Prinzip. (Abg. Dr. Rosenkranz: Na, da sind wir doch sofort alle dabei!) – Abgeordneter Rosenkranz ist schon dabei; dann können wir wirklich voll beginnen.
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben unsere volle Unterstützung, Herr Minister! Unsere volle Unterstützung! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe beim Team Stronach: Ah, ah! Wissen Sie das auch, Herr Minister?
Herr Faymann, Sie haben vollkommen recht, es gibt nichts zu bejubeln. Es gibt nichts zu bejubeln. Wir sind – und das sollten wir in dieser Republik nie vergessen – eines der reichsten und schönsten Länder dieser Welt, mit unglaublich vielen Talenten, mit Menschen, die anständig und engagiert arbeiten, lernen, studieren, aber mit einer Politik, die diesen Menschen und dieser Republik die Zukunft verbaut. (Rufe beim Team Stronach: Ah, ah! Wissen Sie das auch, Herr Minister?)
Zwischenruf der Abg. Mag. Aubauer.
Herr Bundeskanzler, es gibt gute Gründe, warum Sie heute nicht über ein erfolgreiches Bekämpfen der Spekulation und der Angriffe der internationalen Finanzmärkte auf Währungen und auf Budgets berichten können: weil Sie da nichts zusammengebracht haben, weil Sie im Zangengriff der internationalen Spekulanten und von Spekulanten wie Landeshauptmann Pröll sind – das sind nur zwei unterschiedliche Arten der Spekulation, entweder auf Kosten der Steuerzahler oder gleich mit den Steuergeldern – und dem auf Regierungsebene nichts entgegensetzen können, weil Sie, so wie es die ÖVP will, dem offensichtlich nichts entgegensetzen dürfen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Aubauer.)
Abg. Höfinger: Das ist doch pietätlos!
Jetzt kommen wir zum Verteidigungsminister. Mein herzliches Beileid, Herr Mag. Klug, für die Aufgabe, die Sie im Auftrag Ihrer Partei übernehmen müssen. Das ist keine leichte Aufgabe. (Abg. Höfinger: Das ist doch pietätlos!) Ich nehme an, Sie sind über den Zustand des österreichischen Bundesheeres genauso gut informiert wie wir hier in diesem Haus, aber ich stelle einmal eine Frage: Wenn es stimmt, was Bundeskanzler Faymann gesagt hat, dass Norbert Darabos einer der besten Verteidigungsminister der Zweiten Republik war, warum musste er jetzt gehen? Warum wird dem armen österreichischen Bundesheer der exzellente Verteidigungsminister Darabos weggenommen? Wollen Sie dem Bundesheer schaden? Wollen Sie der Sicherheitspolitik schaden? Warum musste Darabos gehen? Diese Frage wurde von der SPÖ nicht beantwortet.
Abg. Tamandl: Das war eine Entscheidung des Volkes, daran müssen sich sogar die Grünen halten!
Etwas Zweites war heute auch auffällig: Der Auftritt des Obmanns der freiheitlichen Partei. Derartiges Lob für einen sozialdemokratischen Minister, derartige blaue Vorschusslorbeeren habe ich erst ganz, ganz selten erlebt. Mein persönlicher Eindruck ist: Klubobmann Strache und wahrscheinlich Klubobmann Kopf sind sich sehr sicher, dass sie mit diesem Verteidigungsminister machen können, was sie wollen. Mit der Volksbefragung haben sie ihn politisch bereits als Geisel genommen und geben ihm einen klaren Auftrag: Herr Verteidigungsminister, Sie sind angetreten, um die Sicherheitspolitik von ÖVP und FPÖ umzusetzen. – Das ist kein seriöser Auftrag. Das ist ein Himmelfahrtskommando. Das ist ein politisches Himmelfahrtskommando, Herr Verteidigungsminister, an dessen Ende nur eines feststeht, es wartet kein Himmel auf Sie. (Abg. Tamandl: Das war eine Entscheidung des Volkes, daran müssen sich sogar die Grünen halten!)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt haben Sie zwei große politische Baustellen. Die erste große politische Baustelle ist die Wehrpflicht. Da vermisse ich Ihre Frage an die verantwortliche Österreichische Volkspartei: Wo ist das Konzept der Volkspartei, das ich umsetzen soll? Wo ist es denn? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Mag. Klug, Herr Verteidigungsminister, ich fordere Sie auf, nicht ein paar Millionen Korruptionsabgeltung, sondern weit über eine Milliarde Kaufpreis zurückzuholen, denn dieses Geld steht der Republik zu. Ein korrupter Kauf darf nicht dadurch belohnt werden, dass den Deutschen signalisiert wird, die Republik Österreich steht zum Vertrag und schaut weg, wenn es um Korruption geht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie bereit sind, dieser Republik wirklich zu dienen, dann bereiten Sie gemeinsam mit uns im Nationalrat den Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag noch vor den Nationalratswahlen vor. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank, insbesondere Herr Verteidigungsminister! Geschätzte Damen und Herren! Es ist zweifellos kein alltäglicher Vorgang, dass ein Regierungsmitglied sechs Monate vor einer Neuwahl, nach viereinhalb Jahren Regierungstätigkeit, zurücktritt. Es ist auch nicht wegzudiskutieren, dass es auch einen gewissen Zusammenhang mit dem Ergebnis der Volksbefragung gibt. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Klug, Danke für diese sehr präzise Beschreibung Ihrer Aufgabe und die Beschreibung dessen, wie Sie die Rahmenbedingungen und die Zielsetzung Ihrer Tätigkeit sehen. Das deckt sich eins zu eins mit dem, was wir von der Volkspartei uns erwarten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe in den letzten Tagen in mehreren Kontakten mit Ihnen jedenfalls erfahren dürfen, dass Sie diese Zusammenarbeit mit uns hier im Parlament – und ich betone: Zusammenarbeit – ernst meinen. Das haben Sie mehrfach zum Ausdruck gebracht und auch schon erste Beweise dafür geliefert, zum Beispiel in unserer gemeinsamen Arbeitsgruppe. Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, dass das auch so weitergehen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Selbstverständlich gilt all das, was ich jetzt zuletzt gesagt habe, auch für Ihr zweites Aufgabengebiet, den Sport. Auch in diesem Bereich gibt es bereits erste Kontakte. Sie haben schon erwähnt, dass die erste Aufgabe im Beschluss des Sportförderungsgesetzes besteht. Darüber hinaus gibt es natürlich eine Reihe von Vollzugskompetenzen des Ministeriums im Sport. Ich vertraue darauf, dass es eine ähnlich enge Zusammenarbeit wie bei der Landesverteidigung geben wird. Ich habe aber auch da keinen Zweifel und keinen Grund, daran zu zweifeln, dass es so sein wird. Alles Gute für Ihre sicher nicht leichte Aufgabe! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. List: Genau so schaut es aus!
Kollege Kopf, eines vorweg: Ich freue mich, wenn Sie das Parlament mehr einbinden wollen, aber Sie hätten heute mit dem Spekulationsverbot die Gelegenheit dazu gehabt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. List: Genau so schaut es aus!) Da hätten Sie das Parlament einbinden sollen, anstatt immer von der anderen Regierungspartei zu verlangen, was man selbst nicht tut.
Ruf bei der ÖVP: Willst du das Verteidigungsministerium abschaffen?
Herr Minister Klug! Klüger wäre es aber gewesen – das auch in Richtung Bundeskanzler –, den Posten gar nicht mehr nachzubesetzen, denn Sie wissen, dass dieser Posten bis zum Herbst eigentlich völlig überflüssig ist. Es geht um sechs Monate. Sie wissen, dass die Generalkompetenz des Bundeskanzlers es ermöglicht hätte, die Arbeit im Ministerium mitzuerledigen. (Ruf bei der ÖVP: Willst du das Verteidigungsministerium abschaffen?) Sie wissen auch, dass die großen Reformen bis zum Herbst nicht mehr stattfinden werden.
Zwischenruf des Abg. Amon.
Wir haben die Situation bereits einmal gehabt, da wurden auch die Agenden des Sports durch den Bundeskanzler mitbetreut. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Kollegen von der ÖVP! Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Agenden des Militärs im Sinne des Reformwillens und des Sparwillens für diese kurze Zeit durch den Bundeskanzler miterledigen zu lassen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben die Situation bereits einmal gehabt, da wurden auch die Agenden des Sports durch den Bundeskanzler mitbetreut. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Kollegen von der ÖVP! Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Agenden des Militärs im Sinne des Reformwillens und des Sparwillens für diese kurze Zeit durch den Bundeskanzler miterledigen zu lassen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Jetzt wird es aber skurril!
es der ÖVP dient. Das muss man dazusagen. (Ruf bei der ÖVP: Jetzt wird es aber skurril!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn es parteipolitisch opportun ist, dann ist die ÖVP für direkte Demokratie. Ich bin schon gespannt, ob die ÖVP mitgehen wird, wenn es im Demokratiepaket darum gehen wird, die echte, reine Volksgesetzgebung von der Basis aus durchzusetzen. Ich kann Ihnen mit Sicherheit versprechen, das wird sie nicht tun, denn direkte Demokratie ist für die ÖVP dann opportun, wenn sie einen politischen Vorteil für die ÖVP bringt, aber nicht für die Menschen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Höfinger: Das ist ja unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler.
Zu dieser Volksbefragung hat es populistische Argumente von der Regierungsbank gegeben: Das Triple A geht verloren, hat die Frau Finanzminister gesagt, obwohl das Triple A schon weg war. Die Frau Innenminister hat gesagt, die Rettung kommt um 20 Minuten zu spät. Wir wissen, dass das überhaupt nicht stimmt. Es war auch so, dass es keine Informationen gab. Die Bürger wurden nicht aufgeklärt, worüber sie überhaupt abstimmen sollen. Es gab keine Konzepte. Es gab keine Alternativen. Es gab nur grausige Parteipropaganda, die von der ÖVP schändlich ausgenutzt worden ist. (Abg. Höfinger: Das ist ja unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister! In dem Sinne hoffe ich, dass mehr übrig bleibt als ein guter Kurzzeit-Verteidigungsminister, der nur einige wenige Papierchen zusammengebracht hat, und dass doch einiges umgesetzt wird. Ich wünsche Ihnen dabei alles Gute. Die Mitsprache des BZÖ und auch unsere Unterstützung haben Sie, wenn Sie im Sinne der Bürger und im Sinne des Bundesheeres etwas weiterbringen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. List: Wieso bist du nicht Minister?
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich möchte auch am Beginn meiner Ausführungen den Dank an den ausgeschiedenen Minister Darabos richten und sein Licht unter dem Scheffel hervorholen. (Abg. List: Wieso bist du nicht Minister?) Oft ist in diesem Haus der Eindruck entstanden, im Bereich Landesverteidigung geht und ginge nichts weiter. Ich möchte nur daran erinnern, dass der Herr Bundeskanzler damals gesagt hat, der Herr Verteidigungsminister habe das große Los gezogen. Das war ironisch gemeint. Er wusste ja, was in der Vergangenheit an Versäumnissen zutage getreten ist.
Abg. Grosz: Hallo! Hallo!
Meine Damen und Herren, ich darf Ihnen noch eines sagen. Es wurde vom Kollegen Pilz in einer Sitzung vor ein paar Tagen bekrittelt: Wer entscheidet denn, ob Soldaten in den Auslandseinsatz gehen und wann sie wieder abgezogen werden? – Meine Damen und Herren! Da hat sich der Herr Pilz etwas dümmer gestellt, als er ist. (Abg. Grosz: Hallo! Hallo!) Wir wissen doch ganz genau, das entscheidet nicht der Herr Minister, nicht der Herr Bundeskanzler, das entscheidet das Parlament. Wir entscheiden, ob Auslandseinsätze stattfinden und wann sie wieder zu beenden sind.
Beifall bei der SPÖ.
Daher sollte man doch entsprechend mit erhobenem Haupt, mit bestem Willen auf einen Minister zugehen und ihn bei seiner Arbeit unterstützen, die – wie wir ja wissen – keine einfache sein wird. Er verdient unsere gemeinsame Unterstützung. Wenn es ihm gelingt, das Heer in eine gute Zukunft zu führen, dann ist das unsere gemeinsame Arbeit; darauf sollten wir stolz sein. Glück auf, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrter Herr Minister Klug! Auch ich darf Ihnen an dieser Stelle gratulieren. Sie haben einen sehr schweren Rucksack umgehängt bekommen, der mit massiven Steinen gefüllt ist. Das Verteidigungsressort wurde als massive Baustelle hinterlassen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Klikovits: Das stimmt nicht! Du kennst es nur nicht!
Es wurde auch schon dieses Paket der ÖVP mehrfach angesprochen, das nicht existiert. (Abg. Klikovits: Das stimmt nicht! Du kennst es nur nicht!) Ich bin auch neugierig, wie Sie hier vorgehen werden, Herr Minister. Dieses Sicherheitskonzept oder Wehrdienstreformkonzept der ÖVP – ich habe es hier bei einer früheren Rede schon einmal etwas genauer in die Mangel genommen – ist sehr dürftig. (Abg. Mag. Schönegger: Das ist genauso falsch!) Da werden Sie sich vermutlich die Zähne ausbeißen, wenn Sie da darangehen.
Abg. Mag. Schönegger: Das ist genauso falsch!
Es wurde auch schon dieses Paket der ÖVP mehrfach angesprochen, das nicht existiert. (Abg. Klikovits: Das stimmt nicht! Du kennst es nur nicht!) Ich bin auch neugierig, wie Sie hier vorgehen werden, Herr Minister. Dieses Sicherheitskonzept oder Wehrdienstreformkonzept der ÖVP – ich habe es hier bei einer früheren Rede schon einmal etwas genauer in die Mangel genommen – ist sehr dürftig. (Abg. Mag. Schönegger: Das ist genauso falsch!) Da werden Sie sich vermutlich die Zähne ausbeißen, wenn Sie da darangehen.
Beifall beim Team Stronach.
Also alles in allem, wie gesagt: Es gibt sehr viel zu tun, Herr Minister. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Glück! Das werden Sie sicher brauchen. Und wenn Sie uns brauchen, wenn Sie unsere Unterstützung brauchen, um vernünftige Reformen durchzusetzen, mein Angebot steht. (Beifall beim Team Stronach.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Jetzt ist am vergangenen Montag die Zwangsehe Darabos mit dem österreichischen Bundesheer just im verflixten siebenten Jahr zu Ende gegangen. Herr Minister, bleiben Sie da! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Ich kann den Lobeshymnen mancher Vorredner nicht so zustimmen. Aber ich muss das nicht wiederholen, denn wir haben von dieser Stelle aus oft das kritisiert, was Norbert Darabos vielleicht nicht so gemacht hat, wie wir uns das letztendlich gewünscht hätten.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Neubauer.
Sie haben, Herr Bundesminister, auch davon gesprochen, dass Sie die Truppe viel stärker einbinden wollen. Das halte ich auch für einen klugen Vorschlag. Damit, dass Sie auch in der Öffentlichkeit angekündigt haben, dass Sie den Herrn Generalstabschef Entacher gebührend verabschieden wollen, zeigen Sie, dass Sie die Truppe ernst nehmen, dass Sie die Arbeit, die dort geleistet wird, auch dementsprechend würdigen. Das halte ich wirklich für eine großartige Idee, und dafür darf ich Ihnen sehr, sehr herzlich danken, dass Sie dies auch tun. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Programm haben Sie vergessen!
Es lebe das österreichische Bundesheer! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das Programm haben Sie vergessen!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mario Kunasek (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ja, mein Vorredner hat bereits ein Thema angesprochen, bei dem auch ich danke sagen möchte, nämlich dafür, Herr Bundesminister, dass Sie Größe zeigen und dem scheidenden Generalstabschef auch in würdiger Art und Weise aus dem Amt entlassen. Ich glaube, das ist ein guter Beginn, vielleicht auch für einen Neustart, auch in der Zusammenarbeit zwischen der Politik und der militärischen Führung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Frage wird also sein, Herr Bundesminister: Wie viel Zeit haben Sie wirklich? Geht es sich aus, all diese Baustellen abzuarbeiten? Ich wage es zu bezweifeln. Ich kann aber hier namens meiner Fraktion festhalten, dass wir natürlich bereit sind, dort, wo es um das Wohl des Bundesheeres, auch um das Wohl der Soldatinnen und Soldaten, die ja hervorragende Leistungen auch bringen, geht, konstruktiv mitzuarbeiten. Ich halte aber natürlich auch fest, dass dort, wo wir Missstände erkennen, dort, wo wir Stillstand erkennen, Reformverweigerung erkennen, natürlich wieder, wie gewohnt, mit dem Zeigefinger draufzeigen werden, um – gegebenenfalls auch als kantige Opposition – diese Missstände aufzuzeigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich wünsche mir für die paar Monate, die uns jetzt einmal bleiben, eine gute Zusammenarbeit –– im Sinne des Bundesheeres, im Sinne des Sports und in weiterer Folge natürlich auch im Sinne der Republik Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bildungsminister will das aber nicht umsetzen!
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Nicht nur in der Landesverteidigung, sondern auch im Sport wollen wir natürlich immer besser werden. Deshalb gibt es hier ein gemeinsam erarbeitetes neues Anti-Doping-Gesetz, das wir verabschiedet haben. Das haben wir geschafft. Wir haben ein neues Sportförderungsgesetz in Bearbeitung. Es ist auf der Zielgeraden. Wir haben die tägliche Bewegungseinheit im Kindergarten und in den Schulen auf der Agenda und diesbezüglich eine große Übereinstimmung hier im Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Bildungsminister will das aber nicht umsetzen!) Wir sind in sehr guten Gesprächen mit dem Unterrichtsministerium in diese Richtung. Wir haben einen Nationalen Aktionsplan für Bewegung, der in der Umsetzungsphase ist. Wir haben aber auch das Thema Inklusion im Sport zu beachten und die bessere Unterstützung der zuständigen Fachverbände zu sichern.
Beifall bei der SPÖ.
All diese Punkte, meine Damen und Herren, sind in der Ära Darabos gestartet worden oder umgesetzt worden. Und deshalb auch noch einmal von meiner Seite ein großes Danke an Norbert Darabos für diese Arbeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzter Herr Bundesminister Klug, es wartet viel Arbeit auf Sie! Wir werden Sie nach Kräften mit all unserem Know-how unterstützen, insbesondere bei Ihrer Arbeit als Sportminister, und freuen uns auf die kommenden Wochen und Monate der gemeinsamen Arbeit und Umsetzung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aber die Kritikpunkte, Herr Minister, die es schon vor der Volksbefragung gegeben hat, gibt es auch nach der Volksbefragung, nämlich in erster Linie was den Zwangsdienst anbelangt, aber auch was die direkte Demokratie anbelangt. Und wenn sich Klubobmann Kopf herstellt und meint, die direkte Demokratie gehöre ausgebaut und es gäbe doch schon Vorschläge, so soll auch noch einmal hier erwähnt werden, dass das, was an Reformen der direkten Demokratie für Österreich, für die gesamte Bevölkerung vorgeschlagen wurde, eigentlich eine Farce ist und auf jeden Fall nicht umgesetzt werden darf und auf jeden Fall neu diskutiert gehört. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Dazu gehört zum Beispiel die Anfrage an Minister und Ministerinnen. 10 000 Unterschriften werden dafür benötigt, dass ein Bürger/eine Bürgerin eine direkte Anfrage an einen Minister und eine Ministerin stellen darf. Die meisten Gemeinden in Österreich sind kleiner und mit weniger als 10 000 Einwohnern und Einwohnerinnen bestückt. Und wenn dann der Minister oder die Ministerin auf diese Anfrage hier vor dem Parlament direkt antworten wird, gibt es nicht einmal die Möglichkeit, dass derjenige oder diejenige, die diese Befragung eingebracht hat, auch tatsächlich dazu Stellung nehmen kann. Das heißt, jene, die diese Anfrage an den Minister oder die Ministerin eingebracht haben, können oben auf der Galerie sitzen oder über das Fernsehen zuschauen, aber nicht direkt Stellung beziehen. Das ist keine Form von direkter Demokratie und ist striktest abzulehnen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Auslandsdienste sind ein wichtiger Teil der Botschaft – österreichische Botschafter und Botschafterinnen –, aber es ist auch ein wichtiger Teil der Fortsetzung der Friedensbemühungen Österreichs im Ausland. Deshalb ist es wichtig, all diese Reformen umzusetzen, keine Frage. Aber vergessen Sie niemals den Zivildienst, vergessen Sie nicht den echten Ausgang dieser Volksbefragung! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Beim Sportstättenbau müssen wir auch einiges bewegen, denn die Sportstätten in Österreich sind zum Teil nicht mehr international tauglich. Selbst das Ernst-Happel-Stadion werden wir sanieren müssen, sonst bekommen wir nichts voran. Es hat auch die Volksbefragung in Wien gezeigt, dass die Ablehnung von Olympischen Spielen in Wien nicht etwas damit zu tun hat, dass die Wiener keinen Sport haben wollen, sondern dass sie es ihrer Stadtregierung nicht zutrauen, entsprechende Infrastruktur zu schaffen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP.
Start leider die Staffel verloren hat. Aber ich biete Ihnen an, gehen wir gemeinsam zurück, nehmen wir die Staffel auf, holen wir auf im internationalen Wettbewerb und setzen wir an zum Überholen, damit wir als Sportland Österreich wieder als erstes durchs Ziel gehen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Kurt List (BZÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! (Der Redner stellt eine Broschüre mit dem Titel „Österreichs Sicherheit in einer vernetzten Welt. Sicherheits- und verteidigungspolitischer Bericht“ vor sich auf das Rednerpult.) Ex-Bundesminister Darabos hat im Auftrag der SPÖ mit kräftiger Unterstützung der ÖVP das Bundesheer in die schwerste Krise der Gegenwart geführt. Als Belohnung wird der schwächste Verteidigungsminister aller Zeiten endlich aus dem Verteidigungsressort abgezogen und jetzt in die rote Parteizentrale befohlen. Dieser Rückzug war längst überfällig. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der gescheiterte Darabos hinterlässt seinem bemitleidenswerten Nachfolger Klug beim Bundesheer einen Trümmerhaufen. Der allgemeine Zustand des österreichischen Bundesheeres ist eine Katastrophe. Das Bundesheer ist auf dem Niveau der achtziger Jahre. In diesen Ruin hat es Ihr gescheiterter Vorgänger Darabos geführt. Mit Duldung und kräftiger Hilfe der ÖVP wurden laufend Sparbudgets geschnürt. Mit dem letzten fehlen dem Verteidigungsressort 530 Millionen €. Das Bundesheer wird durch diese gescheiterte Bundesregierung kaputtgespart und praktisch ausgehungert. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Das ist ein Unsinn!
mit allen Mitteln versuchen, jede Reform beim Grundwehrdienst bis zum Wahltag im September zu blockieren. Die Schwarzen werden wieder vorsätzlich verschleppen, damit Verteidigungsminister Klug keinen Erfolg nachweisen kann. (Abg. Dr. Bartenstein: Das ist ein Unsinn!) – Das ist so! Die ÖVP will auch im Bereich der Landesverteidigung an alten, ausgedienten Strukturen krampfhaft festhalten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
mit allen Mitteln versuchen, jede Reform beim Grundwehrdienst bis zum Wahltag im September zu blockieren. Die Schwarzen werden wieder vorsätzlich verschleppen, damit Verteidigungsminister Klug keinen Erfolg nachweisen kann. (Abg. Dr. Bartenstein: Das ist ein Unsinn!) – Das ist so! Die ÖVP will auch im Bereich der Landesverteidigung an alten, ausgedienten Strukturen krampfhaft festhalten. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Geschätzte Damen und Herren! Die ÖVP hat mit ihrer Kehrtwendung vor der Volksbefragung wieder eine große Chance verspielt, nämlich die Chance, das Bundesheer zu reformieren und zukunftsorientiert in Österreich und Europa auszurichten. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) – Sie von der Österreichischen Volkspartei schaden Österreich! – Wir vom BZÖ hingegen nutzen Österreich und stellen fest: Das Bundesheer der Zukunft braucht vermehrt Berufssoldaten. Das ist eine Meinung, die auch Sie, Herr Verteidigungsminister Klug, vertreten. Die Profis im Heer sind sofort verfügbar und einsatzbereit. Nur Berufssoldaten garantieren selbstverständlich die sofortige Hilfe bei jeder Art von Katastrophe.
Ruf bei der ÖVP: Gott sei Dank ist die Redezeit bald zu Ende!
Auch in anderen Bereichen, etwa im Auslandseinsatz, werden immer mehr Profis verlangt. Das bestätigt auch der aktuelle und gefährliche Einsatz im Pulverfass Naher Osten, über den wir heute schon mehrfach gesprochen haben. (Ruf bei der ÖVP: Gott sei Dank ist die Redezeit bald zu Ende!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. List überreicht Bundesminister Mag. Klug die genannte Broschüre.
Abschließend ein guter Rat vom BZÖ und von mir als Wehrsprecher des BZÖ: Herr Bundesminister, Herr Klug, machen Sie Ihrem Namen alle Ehre, seien Sie klüger als Ihr Vorgänger, der sich nämlich sechs Jahre von dieser ÖVP über den Tisch hat ziehen lassen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. List überreicht Bundesminister Mag. Klug die genannte Broschüre.)
Beifall bei der SPÖ.
Werter Herr Minister Gerald Klug, Glück auf für deine Ministertätigkeit! Ich weiß, dass du ein sehr verlässlicher Partner mit Handschlagqualität und Gestaltungswillen bist, im Ressort auf engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur in der Landesverteidigung, sondern auch im Sportbereich zählen kannst und hier im Haus auf einen solidarischen Umgang. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Weil er nicht durfte!
nicht wollte – ich würde ihm das nicht absprechen wollen (Abg. Neubauer: Weil er nicht durfte!) – Genau! Ich bin überzeugt davon, dass Darabos wollte, aber nicht durfte.
Beifall beim Team Stronach.
sich verdient, die Österreicher haben es sich verdient, und die Zwangsverpflichteten haben es sich auch verdient. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. List: Die Personen nicht!
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wenn man die Debatten verfolgt, die mit dem Thema Sport zu tun haben, und dies schon eine Zeit lang macht – in meinem Fall seit 1999 –, dann könnte man einmal den Versuch machen, die Redebeiträge der letzten 15 Jahre zu sammeln und bei „Wetten, dass ...“ einzureichen, um zu erraten, welcher Redebeitrag aus welchem Jahr war. Die Problemlage ist identisch, die Ausführungen sind identisch, die Themen sind identisch. (Abg. List: Die Personen nicht!) – Die Personen sind nicht identisch, das ist richtig. An dem wäre wahrscheinlich am ehesten zu ermessen, wann das jeweils gewesen ist.
Beifall bei den Grünen.
Ich erwarte mir – wenn Sie auch wollen, dass die Grünen diesem Sportförderungsgesetz zustimmen –, dass ein Bereich dazukommt, dass genau solche innovative Projekte gefördert werden können, auch wenn das Leute sind, die sich nicht in die Verbandsstrukturen integrieren wollen, das also außerhalb der Bundes-Sportorganisation stattfindet. Diesen Freibereich muss es daneben auch geben. Das wäre vielleicht einmal ein erfolgversprechender Bereich, wo man versuchen könnte, ob da nicht mehr an Ergebnis herauskommt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ein vernünftiger Weg wäre gewesen, als Bundesregierung zu sagen: Jawohl, Darabos ist gescheitert; das Volk hat mit der Volksbefragung den Verteidigungsminister in die Wüste geschickt – und bis zur Wahl besetzen wir aus Sparsamkeitsgründen nicht mehr neu! – Das wäre vernünftig gewesen. Das wäre ein Weg gewesen, wo die Bevölkerung auch mitgegangen wäre. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Darabos war – bei vielem, was man ihm vorwerfen kann, in der Verteidigungspolitik, auch in der Sportpolitik, auch, dass es so lange gedauert hat – auf dem richtigen Weg! Er war mit seinen Ideen, die Sportförderung auf eine völlig neue Basis zu stellen, auf dem richtigen Weg, nämlich dem herrschenden Funktionärsklüngel von Rot und Schwarz das Heft aus der Hand zu nehmen. Das ist der zentrale, richtige Weg bei der Sportförderung gewesen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, das kann für Sie als modernen Menschen, der Sport betreibt und der weiß, was im Sport notwendig ist, doch nicht die Zukunft sein! Das gehört doch weg, Herr Minister! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben aufgrund des Entschließungsantrags die Verpflichtung, dem Haus gesetzliche Maßnahmen vorzulegen, um diese tägliche Turnstunde zur Realität werden zu lassen! Das war die Intention des Entschließungsantrags, aber nicht Empfehlungen, die Schall und Rauch sind und nicht umgesetzt werden. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
So, das nehmen Sie auch zur Kenntnis; damit bleibt noch dieser berühmte Sportstättenplan. Das ist das Dritte, was Sie heute angesprochen haben. Da weiß ich nicht genau – wir werden sehen, was da auf uns zukommt. Notwendig ist er schon lange, weil da vieles im Argen liegt, Herr Minister. Es ist ja wirklich unglaublich, was sich da abspielt: Da modern große Sportstätten in Österreich vor sich hin, verschimmeln regelrecht, wie etwa das Gerhard-Hanappi-Stadion oder dieses Flaggschiff, das Aushängeschild von einem Sportveranstaltungsort, das Ernst-Happel-Stadion im Prater. Herr Minister, das ist eine der teuersten Ruinen, die wir derzeit in diesem Land stehen haben. Da ist ja die Burg Finkenstein ein Hort der Modernität gegen dieses Stadion. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dann kommt die nächste Abfuhr und das nächste Debakel, weil aufgrund der schlechten Vorbereitung der SPÖ Wien, aufgrund der enormen Kosten, die hier anfallen, plötzlich die Bevölkerung sagt: Nein, es gibt keine Olympiade in Wien! Damit ist die Blamage für diese Stadt perfekt, weil in ganz Europa und international schon alle gesagt haben, dass Wien sich bewerben wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber jetzt wird sich Wien nicht bewerben, weil die Bevölkerung Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Zu Recht, sage ich auch dazu, denn bei so einer dilettantischen Vorbereitung kann einem nur angst und bange werden, wenn man sich überlegt, dass Ihre Stadtregierung eine Olympiade ausrichten muss. Das ist ja das nächste Furchtbare! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dann kommt die nächste Abfuhr und das nächste Debakel, weil aufgrund der schlechten Vorbereitung der SPÖ Wien, aufgrund der enormen Kosten, die hier anfallen, plötzlich die Bevölkerung sagt: Nein, es gibt keine Olympiade in Wien! Damit ist die Blamage für diese Stadt perfekt, weil in ganz Europa und international schon alle gesagt haben, dass Wien sich bewerben wird. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber jetzt wird sich Wien nicht bewerben, weil die Bevölkerung Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Zu Recht, sage ich auch dazu, denn bei so einer dilettantischen Vorbereitung kann einem nur angst und bange werden, wenn man sich überlegt, dass Ihre Stadtregierung eine Olympiade ausrichten muss. Das ist ja das nächste Furchtbare! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Rädler
in der ersten Reihe applaudieren, wenn es etwas zum Applaudieren gibt. Sie haben das Beachvolleyball-Turnier in Kärnten, da können Sie sich im Sommer in kurzer Hose zeigen. Dann haben Sie noch die Übergabe des Meistertellers an Austria Wien (Beifall des Abg. Rädler) – das wird Ihnen als Rapidler auch nicht so gefallen – und auch noch die Eishockey-Meisterschaft. Wenn das Ihre zukünftigen Agenden sind, dann ist es traurig. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
in der ersten Reihe applaudieren, wenn es etwas zum Applaudieren gibt. Sie haben das Beachvolleyball-Turnier in Kärnten, da können Sie sich im Sommer in kurzer Hose zeigen. Dann haben Sie noch die Übergabe des Meistertellers an Austria Wien (Beifall des Abg. Rädler) – das wird Ihnen als Rapidler auch nicht so gefallen – und auch noch die Eishockey-Meisterschaft. Wenn das Ihre zukünftigen Agenden sind, dann ist es traurig. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube aber nicht daran. Ich bin mir sicher, dass wir am 18. April dieses Bundes-Sportförderungsgesetz mit Ihnen unter einem ganz anderen Licht diskutieren werden, nämlich unter jenem, dass Sie es schon gelesen haben und dann unserer Meinung sind, dass es so nicht kommen kann. Ich hoffe, dass Sie ein Reformminister sind – Sie haben da unsere Vorschusslorbeeren –, dass Sie auch im Sport die Ärmel aufkrempeln und nicht der Funktionärswirtschaft das Wort reden, sondern sich dagegenstemmen und die Förderungen im Sinne des Sports verteilen, projektbezogen und nicht nach politischem Parteibuch. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neubauer: Es gibt maximal drei zum Austauschen!
Ich spreche zu Ihnen jetzt in Ihrer Funktion als Sportminister und würde mir sehr wohl eines von Ihnen erwarten. Sie haben jetzt nicht viel Zeit, das stimmt, es sind sechs Monate. Das kommt mir fast so vor – Kollege Westenthaler hat es zuvor angesprochen – wie im Fußball, wenn in der 84. Minute ein neuer Spieler eingewechselt wird und dann, obwohl die Mannschaft 2 : 0 hinten ist, noch alles aufgeholt werden soll. Ich denke mir, es wird diesbezüglich sehr schwierig werden. (Abg. Neubauer: Es gibt maximal drei zum Austauschen!) Genau, das stimmt, es wurden ja schon einige ausgetauscht. Stimmt, ja, du hast vollkommen recht.
Beifall beim Team Stronach.
daillen holen. Wir haben überall Riesen-Baustellen, wir haben einen Funktionärsdschungel, wo Sie auch den Hebel ansetzen müssen. Das geht nur über eine gescheite Sportförderung – man muss es so lenken, dass gewissen Funktionären einfach der Geldhahn abgedreht wird – und natürlich mit der täglichen Turnstunde. Das sollte mehr sein als nur der erste Sechs-Parteien-Antrag hier in der Republik, es sollte dies auch umgesetzt werden. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Sie wurden jetzt als Wunderwuzzi bezeichnet, da werden wir wahrscheinlich gegen die Färöer-Inseln 6 : 0 gewinnen, weil Sie in der ersten Reihe fußfrei sitzen werden. Das wünsche ich mir. Aber auf der anderen Seite, Herr Minister, muss Ihnen auch klar sein: So, wie Sie uns begegnen, werden auch wir Ihnen begegnen. Wir werden Sie unterstützen; ich kann als Sportsprecher sagen, im Sport reiche ich Ihnen die Hand. Aber wir müssen auch etwas weiterbringen, und wir werden Sie an Ihren Taten messen. Die Arbeit ist nicht am 15. Juli vorbei, sondern es geht sicher bis zur Wahl weiter. Ich würde mir wünschen, dass Ihr Auftritt viel mehr als irgendein Wahlkampf-Vorgeplänkel ist, dass Sie wirklich im Sinne Österreichs handeln, im Sinne der jungen Menschen, die Sport betreiben, im Sinne des Breitensports. Dann können wir wirklich einiges bewegen. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Amon: Das stimmt!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Bundesminister für Landesverteidigung! Den Sport lasse ich jetzt extra weg, und ich werde auch sagen, warum. Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich habe das immer für einen wirklichen Unsinn gehalten, ein Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport einzuführen. Erstens einmal klingt es sowieso nicht gut, von der sprachlichen Ästhetik her (Abg. Amon: Das stimmt!) ist das österreichische Staatsvolk den Bundesminister für Landesverteidigung gewöhnt.
Ruf bei der ÖVP: Euro!
Es sind Bemerkungen angebracht worden dergestalt, dass wir für die kurze Zeit keinen eigenen Minister gebraucht hätten, der, um Gottes willen, 16 000 S verdient – na was, das haut natürlich dem Budget ein Loch in den Sack! (Ruf bei der ÖVP: Euro!) Alle diese Menschen verkennen, dass die Einrichtung des Landesverteidigungsministeriums, also die Einrichtung des österreichischen Bundesheeres, dessen oberstes Organ als Vollzugsorgan der Bundesminister ist, ein extrem komplexes, hochwertiges und in der Anzahl der Ausstattung und der Personenverwaltung machtvolles Instrument ist, das man bitte nicht auf Sektionschef-Ebene „herunterdodeln“ darf – obwohl ich hiebei keinen einzigen Sektionschef der Republik diminuieren, sondern die Bedeutung eines funktionierenden Ministeriums, an dessen Spitze ein ordnungsgemäß handelnder Bundesminister für Landesverteidigung steht, unterstreichen möchte. Insofern sind Ihr Auftreten bisher und Ihre heutige Erklärung ein Grund, zuversichtlich zu sein, und ich persönlich möchte nicht zögern, diese Zuversicht zum Ausdruck zu bringen.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
war ein Verhänger von Todesurteilen als Marinerichter. Es ist zwar spät herausgekommen, aber es ist eine Schande, dass Sie auf dem Gebiet noch nichts getan haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Hoch an der Zeit wäre es! Darabos ist jetzt SPÖ-Zentralsekretär, da ist er am richtigen Platz, sich dieser Angelegenheit zuzuwenden.
„Habt Acht!“-Rufe bei der ÖVP.
Im österreichischen Bundesheer gibt es keine nationalsozialistischen Strömungen! Das weise ich als Brigadier des Heeres zurück! Ich habe auch mit dem Generalstab telefoniert; man greift sich ob solch einer Äußerung an den Kopf. Das ist zurückzuweisen! („Habt Acht!“-Rufe bei der ÖVP.) Ich verabschiede mich mit dem Wort: Es lebe das österreichische Bundesheer! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im österreichischen Bundesheer gibt es keine nationalsozialistischen Strömungen! Das weise ich als Brigadier des Heeres zurück! Ich habe auch mit dem Generalstab telefoniert; man greift sich ob solch einer Äußerung an den Kopf. Das ist zurückzuweisen! („Habt Acht!“-Rufe bei der ÖVP.) Ich verabschiede mich mit dem Wort: Es lebe das österreichische Bundesheer! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Außerdem finde ich es bemerkenswert, dass bei einer Wahlrechtsdebatte ein Initiativantrag vorgelegt wird, ohne dass mit einer Oppositionspartei überhaupt einmal ein vernünftiges Gespräch geführt worden ist. Jetzt wird der Herr Staatssekretär Kurz vielleicht seinen originellen Auftritt vor dem Innenausschuss wiederholen und erklären, er habe eh gesprochen, übrigens auch mit der Frau Glawischnig – ja, wir haben das auch nachvollzogen, darauf komme ich noch zurück, das war allerdings, ein Jahr bevor dieses Gesetz dahergekommen ist. Und eine Wahlrechtsreform herzulegen, ohne das Parlament einzubinden, halte ich eigentlich für einen Affront. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Abg. Rädler: Direktmandate!
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Abg. Wöginger: Ihr habt ja keine Direktmandate!
Es geht Ihnen ja nicht darum, die Bevölkerung einzubinden, sondern (Abg. Wöginger: Ihr habt ja keine Direktmandate!) – Wunderbar, dass Sie ein Direktmandat haben, auf das können Sie auch stolz sein, lang werden Sie es nicht mehr haben. Das ist ja auch verbilligt worden, weil die Ortskaiser werden ja gefördert. – Aber die Möglichkeit, dass hier auch auf Bundesebene vorgereiht wird, wird in der Praxis nicht eintreten. Warum? – Weil die Regierungsparteien daran gar kein Interesse haben! Es geht nicht darum, österreichweit auch Vorzugsstimmen so vergeben zu können, dass sie wirksam werden, sondern, dass Ortskaiser wie der Herr Rädler dort sitzen. Der macht sich dann mit den anderen Ortskaisern der ÖVP aus, dass der das Mandat bekommt, wer mehr Vorzugsstimmen hat. Das ist offenbar der Sinn für die ÖVP bei dem Ganzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht Ihnen ja nicht darum, die Bevölkerung einzubinden, sondern (Abg. Wöginger: Ihr habt ja keine Direktmandate!) – Wunderbar, dass Sie ein Direktmandat haben, auf das können Sie auch stolz sein, lang werden Sie es nicht mehr haben. Das ist ja auch verbilligt worden, weil die Ortskaiser werden ja gefördert. – Aber die Möglichkeit, dass hier auch auf Bundesebene vorgereiht wird, wird in der Praxis nicht eintreten. Warum? – Weil die Regierungsparteien daran gar kein Interesse haben! Es geht nicht darum, österreichweit auch Vorzugsstimmen so vergeben zu können, dass sie wirksam werden, sondern, dass Ortskaiser wie der Herr Rädler dort sitzen. Der macht sich dann mit den anderen Ortskaisern der ÖVP aus, dass der das Mandat bekommt, wer mehr Vorzugsstimmen hat. Das ist offenbar der Sinn für die ÖVP bei dem Ganzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist nicht der Sinn von Mitbestimmung. Das österreichische Parlament, Herr Kollege Rädler, besteht nicht nur aus Ortskaisern, die die Interessen der Gemeinde Erlach vertreten, sondern auch aus jenen, die hier Politik machen, die Österreich weiterbringt und nicht kleingeistig eigene Bezirke gegeneinander ausspielt. Genau das spiegelt sich aber da wider. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn wir uns einmal anschauen, was das österreichische Wahlrecht mit sich bringt, etwa in Sachen Vorzugsstimmen (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ist ja gut, dass
Abg. Rädler: Das waren wenige!
Nehmen wir einmal an, Sie hätten gleichzeitig Nationalratswahlen und Landtagswahlen in Niederösterreich und Sie gehen zunächst hinein und sagen, jetzt wähle ich einmal bei der Landtagswahl. Das hätte diesmal zum Beispiel so ausgeschaut: Es wäre jemand gekommen, der gesagt hätte, okay, ich wähle die Grünen. (Abg. Rädler: Das waren wenige!) – Es waren immerhin mehr als letztes Mal, im Gegensatz zu der ÖVP. – Der Herr Pröll hat ja ein Wahlrecht gemacht, wo er gesagt hat, das kann man ja auch unabhängig davon machen, man kann Vorzugsstimmen – Lügengebäude, Herr Rädler, vielleicht gibt es meinen ersten Ordnungsruf, das Lügengebäude der ÖVP Niederösterreich – unabhängig von der Parteipräferenz vergeben. Wenn man diesen Wahlzettel so ausgefüllt hat (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Pröll; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt), „Grüne“ angekreuzt, Vorzugsstimme „Pröll“, war das eine Stimme für die ÖVP.
der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Pröll; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt
Nehmen wir einmal an, Sie hätten gleichzeitig Nationalratswahlen und Landtagswahlen in Niederösterreich und Sie gehen zunächst hinein und sagen, jetzt wähle ich einmal bei der Landtagswahl. Das hätte diesmal zum Beispiel so ausgeschaut: Es wäre jemand gekommen, der gesagt hätte, okay, ich wähle die Grünen. (Abg. Rädler: Das waren wenige!) – Es waren immerhin mehr als letztes Mal, im Gegensatz zu der ÖVP. – Der Herr Pröll hat ja ein Wahlrecht gemacht, wo er gesagt hat, das kann man ja auch unabhängig davon machen, man kann Vorzugsstimmen – Lügengebäude, Herr Rädler, vielleicht gibt es meinen ersten Ordnungsruf, das Lügengebäude der ÖVP Niederösterreich – unabhängig von der Parteipräferenz vergeben. Wenn man diesen Wahlzettel so ausgefüllt hat (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Pröll; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt), „Grüne“ angekreuzt, Vorzugsstimme „Pröll“, war das eine Stimme für die ÖVP.
der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Spindelegger; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt
Wäre an diesem Tag auch eine Nationalratswahl gewesen und man wäre auch ins Wahllokal gegangen (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Spindelegger; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt), hätte die Stimmzettel bekommen, diesmal für die Nationalratswahl, hätte das Gleiche ausgefüllt – in dem Fall muss man es übrigens hinschreiben und nicht ankreuzen; dazu komme ich noch später –, hätte wieder „Grüne“ angekreuzt und in diesem Fall „Spindelegger“ hingeschrieben, wäre es eine Stimme für die Grünen gewesen.
Beifall bei den Grünen.
Zwei Stimmzettel, gleiche Wahl – ein bisschen groß die Stimmzettel, kann man nicht falten. Und jetzt sagen Sie mir, dass das Beteiligung von BürgerInnen ist, die ins Wahllokal gehen, bei der gleichen Wahl hineingehen und dann mit solchen Stimmzetteln konfrontiert werden, wo sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wissen werden, wen sie wählen?! (Beifall bei den Grünen.) Das ist Irreführung der WählerInnen und keine Einbindung der Bevölkerung!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im Burgenland auch so!
Es gibt übrigens einen Unterschied: Bei der Wahl auf Regionalebene kann man ankreuzen, in Niederösterreich – übrigens auch ein Schmäh von Pröll – konnte man ankreuzen, weil das geht auch viel leichter. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist im Burgenland auch so!) Bei der anderen Wahl muss man den Namen hinschreiben. Wissen Sie, was in etwa den Unterschied zwischen Hinschreiben und Ankreuzen bei der Frage ausmacht, wie viele Vorzugsstimmen man bekommt? Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Madeleine Petrovic hat 2003 in Niederösterreich bei der Landtags-
Abg. Öllinger: Im Prinzip?
Durchdacht ist das nicht, und die Frau Kollegin Schwentner wird Ihnen dann noch einen Vorschlag präsentieren, der grundintelligent gewesen wäre. Denn es wird nämlich zusätzlich zu den Ortskaisern noch etwas passieren, und zwar, dass die Frauen bei diesem Wahlrecht noch mehr geschwächt werden. Denn die Rädlers, die Sie die Hahnenkämpfe auf der Bezirksebene ausüben lassen, sind im Prinzip männlich (Abg. Öllinger: Im Prinzip?), und da werden dann noch weniger Frauen kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Durchdacht ist das nicht, und die Frau Kollegin Schwentner wird Ihnen dann noch einen Vorschlag präsentieren, der grundintelligent gewesen wäre. Denn es wird nämlich zusätzlich zu den Ortskaisern noch etwas passieren, und zwar, dass die Frauen bei diesem Wahlrecht noch mehr geschwächt werden. Denn die Rädlers, die Sie die Hahnenkämpfe auf der Bezirksebene ausüben lassen, sind im Prinzip männlich (Abg. Öllinger: Im Prinzip?), und da werden dann noch weniger Frauen kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb hätten wir gesagt: zwei Vorzugsstimmen, eine verbindlich für Frauen. – Und, Herr Kollege Kurz, Sie brauchen sich wegen der Transgender, wie Sie im Ausschuss erklärt haben, keine Sorgen mehr machen. Denn Sie haben gefragt, was wir mit den Transgendern machen, wenn man Frauen Vorzugsstimmen geben muss. Das werden wir vermutlich im österreichischen Wahlrecht auch noch lösen können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Wann?
Herr Kollege Brosz, Sie haben gesagt, dass bei dieser Wahlrechtsreform das österreichische Parlament nicht eingebunden war. Ich zitiere ein Protokoll vom 25. Juni 2012, von der Parlamentsdirektion verschickt, zu einer Sitzung „Generaldebatte Wahlrecht“ im Rahmen der „Arbeitsgruppe Parlamentarismusreform“, geleitet von der Frau Präsidentin des Nationalrates. Diese fand von 10.05 Uhr bis 11.41 Uhr statt. Auf Seite 4 des Protokolls finden sich die Aussagen des Herrn Abgeordneten Brosz. (Abg. Brosz: Wann?) Herr Kollege Brosz, haben Sie vergessen, dass Sie vor einem Jahr bei dieser Sitzung des Parlaments dabei waren? (Abg. Brosz: Wo war der Gesetzentwurf?)
Abg. Brosz: Wo war der Gesetzentwurf?
Herr Kollege Brosz, Sie haben gesagt, dass bei dieser Wahlrechtsreform das österreichische Parlament nicht eingebunden war. Ich zitiere ein Protokoll vom 25. Juni 2012, von der Parlamentsdirektion verschickt, zu einer Sitzung „Generaldebatte Wahlrecht“ im Rahmen der „Arbeitsgruppe Parlamentarismusreform“, geleitet von der Frau Präsidentin des Nationalrates. Diese fand von 10.05 Uhr bis 11.41 Uhr statt. Auf Seite 4 des Protokolls finden sich die Aussagen des Herrn Abgeordneten Brosz. (Abg. Brosz: Wann?) Herr Kollege Brosz, haben Sie vergessen, dass Sie vor einem Jahr bei dieser Sitzung des Parlaments dabei waren? (Abg. Brosz: Wo war der Gesetzentwurf?)
Abg. Brosz: Zitieren Sie!
Herr Kollege Brosz, Sie haben wahrscheinlich vergessen, was Sie dort gesagt haben. Sie wollten nämlich nicht, dass die Wählerinnen und Wähler ihre Vorzugsstimmen direkt vergeben können. Sie wollen mehr Einfluss für die Parteien haben, dass diese bestimmen können, wie die Teams aufgestellt werden. Und das wollten Sie uns jetzt nicht sagen, Herr Kollege Brosz. (Abg. Brosz: Zitieren Sie!) Ich verstehe Sie sehr gut. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Zitieren Sie! – Abg. Öllinger: Vorlesen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Zitieren Sie! – Abg. Öllinger: Vorlesen!
Herr Kollege Brosz, Sie haben wahrscheinlich vergessen, was Sie dort gesagt haben. Sie wollten nämlich nicht, dass die Wählerinnen und Wähler ihre Vorzugsstimmen direkt vergeben können. Sie wollen mehr Einfluss für die Parteien haben, dass diese bestimmen können, wie die Teams aufgestellt werden. Und das wollten Sie uns jetzt nicht sagen, Herr Kollege Brosz. (Abg. Brosz: Zitieren Sie!) Ich verstehe Sie sehr gut. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Zitieren Sie! – Abg. Öllinger: Vorlesen!)
Abg. Brosz: Zitieren Sie! – Abg. Öllinger: Vorlesen!
Da unterscheiden wir uns, Herr Kollege Brosz, ganz eindeutig von Ihnen. Wir sind für eine Stärkung der Personalisierung des Wahlrechtes. Sie sind gegen eine Stärkung der Personalisierung des Wahlrechts. (Abg. Brosz: Zitieren Sie! – Abg. Öllinger: Vorlesen!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Uns ist wichtig, dass die Menschen und Wählerinnen und Wähler bestimmen können. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Und wir schaffen das mit diesem System nun eindeutig um ein Vielfaches besser: ein Drittel mehr direkt gewählte Mandatarinnen und Mandatare. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Uns ist wichtig, dass die Menschen und Wählerinnen und Wähler bestimmen können. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Und wir schaffen das mit diesem System nun eindeutig um ein Vielfaches besser: ein Drittel mehr direkt gewählte Mandatarinnen und Mandatare. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Und im zweiten?
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe vollkommenes Verständnis dafür, dass man als Erstes einmal nachfragt, warum 7 Prozent, 10 Prozent und 14 Prozent. Das klingt im ersten Moment nicht ganz klar. (Abg. Öllinger: Und im zweiten?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Jeder Österreicher? Da haben wir 8 Millionen Leute sitzen!
Daher möchte ich sagen, auch uns ist das heute noch etwas zu wenig. Wir werden in der nächsten Periode unseren nächsten Vorschlag einbringen, da es nach dem derzeitigen System in acht Wahlkreisen nicht einmal einen direkt gewählten Mandatar gibt. Wir wollen, dass es in Zukunft in jedem Wahlkreis in Österreich einen direkt gewählten Mandatar gibt, weil es vollkommen unverständlich ist, dass es acht Wahlkreise in Österreich gibt, die keinen Vertreter im Parlament haben. Jeder Österreicher und jede Österreicherin hat Anspruch, einen Vertreter im Parlament zu haben. Das müssen wir in Zukunft sicherstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Jeder Österreicher? Da haben wir 8 Millionen Leute sitzen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wenn wir wollen, dass wir mehr zu den Menschen hingehen, ist es notwendig, dass wir hier zusammenarbeiten, dass wir eine Kompromissbereitschaft haben, Herr Kollege Grosz. Wenn Sie Kompromissbereitschaft einbringen, dann schaffen wir ein noch stärkeres Persönlichkeitswahlrecht, dann schaffen wir es, dass wir noch mehr Experten und Vertreter hier gemeinsam zusammenbringen und dass das österreichische Volk ein noch besseres Parlament bekommt. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wer es kaufen will, wie Stronach!
Aber mir geht es heute um etwas anderes, weil wir ja über Wahlrecht sprechen und wir gerade eine Wahl in Niederösterreich hatten. Und da liegt einiges im Argen. Da liegt wirklich einiges im Argen. Wir haben da ja hautnah erlebt, was es bedeutet, wenn sich jemand ein Land so herrichten kann, wie er es gerne hätte (Abg. Rädler: Wer es kaufen will, wie Stronach!): namentlich der Herr Landeshauptmann Pröll, der sich dort das Wahlrecht so geformt hat, wie er es gerne hätte.
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Das Ganze hat man in dem Wissen gemacht, dass die Leute nicht unterscheiden können. Viele haben gar keine Ahnung gehabt, dass sie im Endeffekt mit dieser Vorzugsstimme nicht das tun, wofür eine Vorzugsstimme da wäre, denn eine Vorzugsstimme ist nichts anderes als eine Vorreihung, sozusagen eine Präferenz für einen Kandidaten, der weiter hinten steht und den man weiter vorne sehen will. Das ist bei einem amtierenden Landeshauptmann, der ohnehin sakrosankt auf Nummer 1 steht, überhaupt nicht sinnvoll. Das heißt, wenn da mit Vorzugsstimmen gearbeitet wird, dann hat das in Niederösterreich nur einen einzigen Sinn: Das ist Wählertäuschung. Und ich sage es, wie es ist: Es ist Wählertäuschung. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da geht es darum, dem Wähler zu erklären, er kann ja SPÖ wählen, das ist kein Problem, aber er soll dem Herrn Landeshauptmann eine Vorzugsstimme geben und seine Leistungen würdigen, oder was auch immer. Und letztlich ist es dann eine ÖVP-Stimme, und der Wähler wurde damit betrogen, denn er wollte die ÖVP nicht wählen. Er wollte die SPÖ wählen, oder eine andere Partei. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ganz egal. Es geht darum, dass der Wählerwille nicht zum Ausdruck kommt. Und das gibt es nur in Niederösterreich. Das ist ein Spezifikum, das sich Pröll dementsprechend herausgenommen hat. Auch über diese Dinge muss man einmal reden.
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Oder wieder andere wussten gar nicht, dass es überhaupt möglich ist, eine Partei zu unterstützen. All diese Dinge sind in Niederösterreich passiert! Da frage ich mich wirklich: Ist das einer Demokratie würdig? (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Ein Fall ist besonders heikel. Da ist ein Mann, der vorher von der ÖVP-Gemeinde einen Zubau genehmigen lassen wollte, auf das Gemeindeamt gegangen und hat gesagt, er würde gerne eine Unterstützung unterschreiben. Da hat man ihm gesagt: Also wenn Sie das machen, sieht es gar nicht gut aus mit einer Genehmigung! – Das sind alles dokumentierte Fälle, das muss man sich einmal vorstellen! (Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ihr habt gesagt, ihr werdet Erste!
Das heißt, wir leben in Niederösterreich anscheinend in einer Scheindemokratie, wo der Herr Pröll sich die Dinge richtet, wie er sie gerne hätte. Auch das müssten wir heute einmal ansprechen. Wenn es uns um mehr Demokratie geht, dann müssten wir neuen Listen das Kandidieren doch erleichtern! Wovor fürchten wir uns? Wovor fürchtet sich die ÖVP? (Abg. Rädler: Ihr habt gesagt, ihr werdet Erste!) Dass neue Listen kommen und sich beim Wähler bewerben? Ist das wirklich so schrecklich? (Abg. Wöginger: Das ist Wählertäuschung! Wo ist der Frankie?)
Abg. Wöginger: Das ist Wählertäuschung! Wo ist der Frankie?
Das heißt, wir leben in Niederösterreich anscheinend in einer Scheindemokratie, wo der Herr Pröll sich die Dinge richtet, wie er sie gerne hätte. Auch das müssten wir heute einmal ansprechen. Wenn es uns um mehr Demokratie geht, dann müssten wir neuen Listen das Kandidieren doch erleichtern! Wovor fürchten wir uns? Wovor fürchtet sich die ÖVP? (Abg. Rädler: Ihr habt gesagt, ihr werdet Erste!) Dass neue Listen kommen und sich beim Wähler bewerben? Ist das wirklich so schrecklich? (Abg. Wöginger: Das ist Wählertäuschung! Wo ist der Frankie?)
Abg. Rädler: Kanada! Stronach!
dieren, und vor allem über mehr direkte Demokratie. Denn genau das ist der Punkt: Wir brauchen mehr direkte Demokratie, und wir brauchen keine Nordkorea-Geschichten da in Niederösterreich, wo man wirklich an eine Bananenrepublik erinnert wird. (Abg. Rädler: Kanada! Stronach!)
Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Der Vorredner hat ja nicht ganz unrecht. Wenn man eine Partei und eine Vorzugsstimme ankreuzt und diese dann nicht für die Partei gilt, sondern für die Partei des Kandidaten, dem man die Vorzugsstimme gegeben hat – bedauerlicherweise ist es da auf Landesebene vor vielen Jahren zu einer Einigung gekommen, aber ich muss schon sagen –, dann ist aus demokratiepolitischen Überlegungen diese Kritik meiner Auffassung nach eine berechtigte. (Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Das Zweite ist die Neubehandlung der Volksbegehren (Zwischenruf des Abg. Öllinger), dass nämlich durch eine viel differenziertere Behandlung – erste Lesung, die Einbringer können hier reden, eigener Ausschuss – ein ganz anderer Druck in der Öffentlichkeit entsteht. Auch das ist, glaube ich, ein Punkt, den man positiv hervorheben sollte; und auch da verstehe ich nicht, warum man darauf nicht positiv eingeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber jetzt nicht drin!)
Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber jetzt nicht drin!
Das Zweite ist die Neubehandlung der Volksbegehren (Zwischenruf des Abg. Öllinger), dass nämlich durch eine viel differenziertere Behandlung – erste Lesung, die Einbringer können hier reden, eigener Ausschuss – ein ganz anderer Druck in der Öffentlichkeit entsteht. Auch das ist, glaube ich, ein Punkt, den man positiv hervorheben sollte; und auch da verstehe ich nicht, warum man darauf nicht positiv eingeht. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht aber jetzt nicht drin!)
Abg. Brosz: Das ist ein anderes Gesetz, das kommt nächsten Monat!
Wenn zum Beispiel die Opposition der Meinung ist, es ist zwar ein Schritt, aber eben nur ein Schritt in die richtige Richtung, dann kann sie ja diesen einen Schritt mitmachen. (Abg. Brosz: Das ist ein anderes Gesetz, das kommt nächsten Monat!) – Aber das soll man schon heute sagen, weil wir heute gleich über all diese Demokratieaspekte diskutieren.
Abg. Ing. Westenthaler: Lang ist’s her!
Zum Zweiten, nämlich den 7 Prozent auf Landesebene, gebe ich zu, das ist eine Absenkung. Ich habe damals mehr gebraucht, als meine Vorzugsstimmenkampagne war. Ich bin damals mit 62 457 vorgereiht worden (Abg. Ing. Westenthaler: Lang ist’s her!), nämlich vom, glaube ich, 43. Platz auf den 1. Platz. Damals betrug die Wahlzahl, glaube ich, 26 000 oder 27 000, das hat ungefähr 2 500 Vorzugsstimmen entsprochen, und den Namen musste man hineinschreiben, und es ist gegangen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Zum Zweiten, nämlich den 7 Prozent auf Landesebene, gebe ich zu, das ist eine Absenkung. Ich habe damals mehr gebraucht, als meine Vorzugsstimmenkampagne war. Ich bin damals mit 62 457 vorgereiht worden (Abg. Ing. Westenthaler: Lang ist’s her!), nämlich vom, glaube ich, 43. Platz auf den 1. Platz. Damals betrug die Wahlzahl, glaube ich, 26 000 oder 27 000, das hat ungefähr 2 500 Vorzugsstimmen entsprochen, und den Namen musste man hineinschreiben, und es ist gegangen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch die Einführung der Wählerevidenz, die ebenfalls geplant ist, wobei das die Basis für diese elektronische Stützung dann ist, auch ein Schritt, der das insgesamt verbessern würde. Daher, meine ich, sollte man da offenen Herzens herangehen. Es wäre völlig unverständlich, wenn es hier Oppositionsabgeordnete gäbe, die dem nicht zustimmen würden; denn ich glaube, dass das eine sehr positive Ausrichtung ist und fordere auf, da wirklich zuzustimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: „Falter“!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, wenn ich auf dieses Vorzugsstimmenmodell eingehe (Ruf bei der FPÖ: „Falter“!) – das Thema „Falter“ haben wir für heute abgeschlossen – und Ihnen erzähle, dass der Frauenanteil im Parlament zu wünschen übrig lässt. Wir sind bei ungefähr 28 Prozent, und das seit zehn Jahren, ohne Veränderung.
Beifall bei den Grünen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Frau Abgeordnete, darf ich Sie nun bitten, die Rede zu unterbrechen und nach der Behandlung der Dringlichen Anfrage fortzusetzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage das Wort. Diese Begründung darf 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!) Die Frau Ministerin wird hoffentlich gleich eintreffen. Können wir das erfahren? (Abg. Dr. Moser: Bitte fragen Sie in der Cafeteria! – Bundesministerin Dr. Fekter betritt denn Sitzungssaal und nimmt auf der Regierungsbank Platz.) – Sie ist hier.
Abg. Dr. Moser: Bitte fragen Sie in der Cafeteria! – Bundesministerin Dr. Fekter betritt denn Sitzungssaal und nimmt auf der Regierungsbank Platz.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage das Wort. Diese Begründung darf 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!) Die Frau Ministerin wird hoffentlich gleich eintreffen. Können wir das erfahren? (Abg. Dr. Moser: Bitte fragen Sie in der Cafeteria! – Bundesministerin Dr. Fekter betritt denn Sitzungssaal und nimmt auf der Regierungsbank Platz.) – Sie ist hier.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das haben wir schon !
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn mir jemand gesagt hätte, dass das im Euroland möglich ist, hätte ich als Skeptiker das in Abrede gestellt und gesagt, dass es diese Unverfrorenheit und Kaltschnäuzigkeit auf europäischer Ebene nicht geben wird, dass man in die Einlagen der Sparerinnen und Sparer eingreift! Das hätte ich mir niemals gedacht! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das haben wir schon !) Aber das ist seit einigen Tagen Realität und angedacht, meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Euroland greift man auf die Sparguthaben der Bürgerinnen und Bürger zu.
Abg. Hornek: Genau! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
ihren Geschäftssitz haben, nämlich aus steuerrechtlichen und finanziellen Gründen. (Abg. Hornek: Genau! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ist es berechtigt oder unberechtigt, Ihnen den Vorwurf zu machen, dass Sie diese kalte Enteignung der Sparerinnen und Sparer mit vorbereitet haben? – Es ist berechtigt! Es ist genauso berechtigt, wie heute gegen Sie diesen Misstrauensantrag zu stellen und Sie zum Rücktritt aufzufordern! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist im Grunde genommen ja auch ein Rettungspaket. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Das ist ein Rettungspaket 2, das ja den Banken noch viel mehr Erträge bringt als all die Rettungspakete zuvor. Es gibt nach wie vor keine Maßregelung für die Spekulationen der Bankkonzerne. Bis zum heutigen Tag können die Bankkonzerne ihre Spekulationen in den Casinos durchführen, ohne dass sie irgendwelche Konsequenzen zu befürchten hätten.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Da appelliere ich an das Gewissen der roten und schwarzen Parteienvertreter dieses Hauses und ersuche sie, einmal darüber nachzudenken, ob das überhaupt noch erträglich ist, dass wir das zulassen und das tagtäglich passiert. Wenn man sich das durch den Kopf gehen lässt, dann muss man feststellen, man will gar kein Konkursrecht. Ansonsten würde man ja nicht fünf Jahre nach diesen Finanzkrisen noch immer an einem Konkursrecht für die Banken herumbasteln. Man will es nicht! Ich sage Ihnen auch, warum: Solange eine Bank nicht in Konkurs gehen kann, so lange gibt es auch keine Haftung für die Einlagen, denn die Einlagensicherung in Höhe von 100 000 € gilt nur für den Fall, dass eine Bank in Konkurs gehen kann. Jetzt will man gar keinen Konkurs für die Banken zulassen, und somit gibt es auch keine Einlagensicherung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist die Wahrheit, das ist die Realität. Ich erwarte mir auch von einer Frau Finanzministerin, dass sie mit diesen Lügen endlich einmal aufhört und uns hier im Hohen Haus die Wahrheit sagt. Sie sind ja ohnehin nicht für alles verantwortlich zu machen, aber sie sollten zumindest mit uns hier herinnen offen diskutieren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: Der Testballon war Zypern!
Ich habe die Vermutung, dass hier ein ganz perfider Plan auf europäischer Ebene ausgedacht wurde, und das wollte man am Beispiel Zyperns einmal exerzieren. (Abg. Strache: Der Testballon war Zypern!) Man wollte einmal wissen, wie groß denn die Aufregung ist, wenn man so ein kleines Land wie Zypern, 0,2 Prozent von der Bruttowirtschaftsleistung Europas, einmal das ausüben und umsetzen lässt, was man sich auf europäischer Ebene ausgedacht hat. Da wird nicht viel passieren, hat man sich gedacht. Aber es ist danebengegangen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Und wenn da jetzt wieder eine „Garantie“ von Ihnen kommt: Nein, die österreichischen Spareinlagen, die sind sicher, sakrosankt, kein Mensch hat Zugriff auf die österreichischen Spareinlagen!, dann, meine liebe Frau Finanzministerin, muss ich sagen, Ihnen glaubt niemand mehr! Ihnen glaubt niemand mehr! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
In Anbetracht dessen, was da schon alles in der letzten Zeit gelaufen ist, gibt es nur eine Antwort darauf: Wir brauchen eine verfassungsrechtliche Regelung, die klarstellt, dass die österreichischen Spareinlagen sicher sind vor dem Zugriff der Politiker und vor allem vor dem Zugriff der Regierungspolitiker. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Frau Finanzministerin, da Sie dann immer wieder fragen: Ja was ist denn die Alternative?, muss ich sagen, der richtige Weg wäre, einmal an die Aktionäre dieser tollen Banken heranzutreten, die in den letzten Jahren so hervorragende Gewinne gemacht haben. Die Aktionäre haben im zweistelligen Prozentbereich profitiert, Frau Finanzministerin! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Was ist mit den Zeichnern der Bankanleihen? Warum tritt man nicht einmal an jene Personen heran und fragt sie, ob sie einen Teil davon mitfinanzieren? Das ist doch der erste Weg, den ich mache, die Aktionäre einmal zur Kasse zu bitten, die in den letzten Jahren 20, 30 bis 40 Prozent Profit eingestreift haben. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Frau Finanzministerin, beantworten Sie mir nur diese eine Frage, wenn Sie sich den anderen Fragen wieder wie das letzte Mal verschließen: Warum soll der österreichische Steuerzahler für irgendwelche Oligarchen herhalten? Warum müssen wir dafür bluten, dass diese Oligarchen Jachten und Unternehmen kaufen? Frau Bundesministerin, erklären Sie uns das einmal! Das versteht kein Mensch. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: So wie Griechenland, Spanien, Portugal – alles Sonderfälle!
Sie sprechen immer von einem Sonderfall. (Abg. Strache: So wie Griechenland, Spanien, Portugal – alles Sonderfälle!) Heute wird wieder kommen, ja, Zypern ist ein Sonderfall. Ja, das kommt heute. Griechenland war ein Sonderfall, Spanien war ein Sonderfall, Portugal war ein Sonderfall. Jetzt sage ich Ihnen: Diese Bundesregierung ist ein Sonderfall. So einen Sonderfall hat Österreich noch nie erlebt. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie sprechen immer von einem Sonderfall. (Abg. Strache: So wie Griechenland, Spanien, Portugal – alles Sonderfälle!) Heute wird wieder kommen, ja, Zypern ist ein Sonderfall. Ja, das kommt heute. Griechenland war ein Sonderfall, Spanien war ein Sonderfall, Portugal war ein Sonderfall. Jetzt sage ich Ihnen: Diese Bundesregierung ist ein Sonderfall. So einen Sonderfall hat Österreich noch nie erlebt. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist erschütternd. Ich hoffe, dass wir als Volksvertreter hier herinnen das nicht zulassen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!) Diese Panikmache, die Herr Bucher gerade versucht, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!) Wir stehen in Österreich unvergleichlich besser, stabiler und ordentlich aufgestellt da. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!) Diese Panikmache, die Herr Bucher gerade versucht, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!) Wir stehen in Österreich unvergleichlich besser, stabiler und ordentlich aufgestellt da. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Liebe Sparer!) Diese Panikmache, die Herr Bucher gerade versucht, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie machen Panik!) Wir stehen in Österreich unvergleichlich besser, stabiler und ordentlich aufgestellt da. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe: Oje!
Ich kann daher die Sparerinnen und Sparer beruhigen. (Rufe: Oje!) Es ist nicht gerechtfertigt, hier im Hohen Haus eine Panikmache zu betreiben, die Sparerinnen und Sparer in Österreich unter Umständen verunsichert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ein „großes Geschäft“ für die Sparer!
die erste Drohung!) Glauben Sie nicht, was hier an Panikmache betrieben wurde! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ein „großes Geschäft“ für die Sparer!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben gehandelt, und Sie haben es nicht mitgetragen hier im Hohen Haus, Herr Bucher. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Drittens: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher sollen wissen, dass unser Haushalt stabil aufgestellt ist, dass wir auf einem Konsolidierungspfad sind, wo wir 2016 ein Nulldefizit haben. Wir stehen nicht wie Zypern unmittelbar vor der Pleite. Und darum ist ein Vergleich unseriös, Herr Bucher. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ja soll der österreichische Steuerzahler all das, was dort an Schulden aufgebaut wurde, schultern? Ich habe Verständnis für die kleinen Sparer in Zypern, aber ich muss auch auf die österreichischen Steuerzahler achten. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Für die Stabilität des Finanzmarktes leisten die Banken auch entsprechende Beiträge, sei es konkret über Dividenden oder Haftungsentgelte, aber auch über die Stabilitätsabgabe für die Banken. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, eine neue Abgabe für Sparer einzuführen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich werde demnach weder eine einfachgesetzliche noch eine verfassungsgesetzliche Initiative für Abgaben auf Sparguthaben einführen. (Abg. Petzner: Das war gar nicht die Frage!)
Abg. Petzner: Das war gar nicht die Frage!
Für die Stabilität des Finanzmarktes leisten die Banken auch entsprechende Beiträge, sei es konkret über Dividenden oder Haftungsentgelte, aber auch über die Stabilitätsabgabe für die Banken. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, eine neue Abgabe für Sparer einzuführen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Ich werde demnach weder eine einfachgesetzliche noch eine verfassungsgesetzliche Initiative für Abgaben auf Sparguthaben einführen. (Abg. Petzner: Das war gar nicht die Frage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!
Der Schutz der Sparer in Österreich ist über ein stabiles Finanzsystem, das wirksam von der Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank beaufsichtigt wird, gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!) Zudem verfügen wir über ein Einlagensicherungssystem, das den EU-rechtlichen Vorgaben der Sicherungspflicht von 100 000 € pro Bank und Kunde entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!
Der Schutz der Sparer in Österreich ist über ein stabiles Finanzsystem, das wirksam von der Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank beaufsichtigt wird, gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Garantie! – Abg. Bucher: Kein Schutz!) Zudem verfügen wir über ein Einlagensicherungssystem, das den EU-rechtlichen Vorgaben der Sicherungspflicht von 100 000 € pro Bank und Kunde entspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: „Nicht notwendig“ heißt, wenn es notwendig ist, dann machen wir es!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Solides Wirtschaften schützt die Sparer, und wir wirtschaften solide. Das ist allemal wichtiger als leere Versprechungen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Beifall bei der ÖVP und Bravoruf des Abg. Steindl.
Ja, ich sehe keinen Anlass. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und Bravoruf des Abg. Steindl.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Frau Bundesministerin Fekter, Sie haben jetzt von Panikmache gesprochen, die wir mit dieser ... (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Wie? (Bundesministerin Dr. Fekter: Was der Herr Bucher von sich gegeben hat!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Was der Herr Bucher von sich gegeben hat!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Frau Bundesministerin Fekter, Sie haben jetzt von Panikmache gesprochen, die wir mit dieser ... (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Wie? (Bundesministerin Dr. Fekter: Was der Herr Bucher von sich gegeben hat!)
Beifall beim BZÖ.
Schon alleine einmal, Frau Bundesministerin – bei aller Wertschätzung und bei allem Respekt auch Ihrem Amt gegenüber –, dass es überhaupt notwendig ist, dass das BZÖ mit dem Klubobmann Bucher heute zu dieser Frage eine Dringliche Anfrage einbringen muss, um überhaupt darüber diskutieren zu können, ist beschämend! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Merkel hat das gemacht!
Seien Sie doch froh, dass Sie das jetzt hier erklären – und ich sage: hätten können, denn Sie haben nämlich nichts erklärt. Und vor allem haben Sie nicht einmal das Hölzchen, das wir Ihnen geworfen haben mit der Garantie für unsere Spareinlagen, für die Spareinlagen der Österreicher und Österreicherinnen, aufgenommen (Abg. Bucher: Merkel hat das gemacht!), und das war für mich wirklich überraschend. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Was ist denn gesichert, Frau Bundesministerin? – Nichts ist gesichert!
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Seien Sie doch froh, dass Sie das jetzt hier erklären – und ich sage: hätten können, denn Sie haben nämlich nichts erklärt. Und vor allem haben Sie nicht einmal das Hölzchen, das wir Ihnen geworfen haben mit der Garantie für unsere Spareinlagen, für die Spareinlagen der Österreicher und Österreicherinnen, aufgenommen (Abg. Bucher: Merkel hat das gemacht!), und das war für mich wirklich überraschend. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Was ist denn gesichert, Frau Bundesministerin? – Nichts ist gesichert!
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
Sie wissen ganz genau, dass die Einlagensicherung auch in Österreich nur dann greift, wenn eine Bank insolvent wird (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), aber sie schützt die Spareinlagen nicht vor derartigen Eingriffen, wie sie jetzt in Zypern beschlossen worden sind (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass man nämlich über eine Sonderabgabe einen gewissen Prozentsatz des Kapitals abzieht. Und genau darum geht es uns, Frau Bundesministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Sie wissen ganz genau, dass die Einlagensicherung auch in Österreich nur dann greift, wenn eine Bank insolvent wird (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), aber sie schützt die Spareinlagen nicht vor derartigen Eingriffen, wie sie jetzt in Zypern beschlossen worden sind (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass man nämlich über eine Sonderabgabe einen gewissen Prozentsatz des Kapitals abzieht. Und genau darum geht es uns, Frau Bundesministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie wissen ganz genau, dass die Einlagensicherung auch in Österreich nur dann greift, wenn eine Bank insolvent wird (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), aber sie schützt die Spareinlagen nicht vor derartigen Eingriffen, wie sie jetzt in Zypern beschlossen worden sind (Zwischenrufe bei der ÖVP), dass man nämlich über eine Sonderabgabe einen gewissen Prozentsatz des Kapitals abzieht. Und genau darum geht es uns, Frau Bundesministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn es notwendig wird?
Und die Möglichkeit hätten wir Ihnen mit der Frage 9 hier gegeben: eine Garantie. – Sie aber haben darauf nur gesagt – wörtlich –, Sie halten eine derartige Sonderabgabe nicht für notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn es notwendig wird?) – Ja, was ist das für eine Garantie? Jetzt halten Sie sie nicht für notwendig, später vielleicht doch? (Abg. Bucher: Das kann in zwei Wochen anders sein!) Ein künftiger Finanzminister sieht das vielleicht anders? – Ja, das ist doch keine Garantie!
Abg. Bucher: Das kann in zwei Wochen anders sein!
Und die Möglichkeit hätten wir Ihnen mit der Frage 9 hier gegeben: eine Garantie. – Sie aber haben darauf nur gesagt – wörtlich –, Sie halten eine derartige Sonderabgabe nicht für notwendig. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist, wenn es notwendig wird?) – Ja, was ist das für eine Garantie? Jetzt halten Sie sie nicht für notwendig, später vielleicht doch? (Abg. Bucher: Das kann in zwei Wochen anders sein!) Ein künftiger Finanzminister sieht das vielleicht anders? – Ja, das ist doch keine Garantie!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Frau Bundesministerin, jetzt geht es wirklich ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hört einmal auf mit euren Gspassettln da in der Österreichischen Volkspartei! Jetzt geht es wirklich um vertrauensbildende Maßnahmen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Frau Bundesministerin, jetzt geht es wirklich ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hört einmal auf mit euren Gspassettln da in der Österreichischen Volkspartei! Jetzt geht es wirklich um vertrauensbildende Maßnahmen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden heute verlangen – auch noch in einem Antrag –, dass wir eine verfassungsrechtliche Garantie der Spareinlagen der Österreicherinnen und Österreicher hier beschließen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Höfinger: Wenn Sie nicht einmal das wissen?! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Meine Damen und Herren, es wäre unsere Pflicht, das heute hier gemeinsam zu unterstützen und damit auch alle anderen Angriffe auf das Vermögen durch Vermögensteuern abzuwehren – und, Frau Bundesministerin, ich glaube, Sie gehören ja der Österreichischen Volkspartei an (Abg. Höfinger: Wenn Sie nicht einmal das wissen?! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), die, wie ich höre, immer wieder stattfindende Versuche der Einführung von Vermögensteuern irgendwelcher Art, die von der Sozialdemokratie kommen, hier abzuwehren versucht.
Abg. Tamandl: ... doch keine Vermögensteuer!
Was ist denn das, wenn nicht eine Vermögensteuer, dass man da in Sparguthaben eingreift und sagt, heute einmal 10 Prozent, vielleicht 15 Prozent ziehen wir ganz einfach ab? (Abg. Tamandl: ... doch keine Vermögensteuer!) Das ist keine Panikmache! Niemand von uns behauptet, dass das heute oder morgen in Österreich passieren wird. Kein Mensch sagt das. Aber wir wollen vertrauensbildende Maßnahmen setzen, denn das Vertrauen ist durch die Maßnahmen erschüttert worden, die die EU-Finanzminister verabschiedet haben. Deshalb wollen wir diese Garantie verankert haben. Sie haben es heute verabsäumt, eine solche Garantie einzubringen und ent-
Abg. Bucher: Keine Solidarität!
Ich sage Ihnen auch noch, was uns wichtig ist. Frau Bundesministerin, Sie haben ja auch gesagt, Sie wollen auf den österreichischen Steuerzahler achten. – Jetzt plötzlich bei Zypern, wo es um 6 Milliarden € an zusätzlichen Zahlungen gegangen ist, jetzt plötzlich achten Sie auf den österreichischen Steuerzahler! Bei 100 Milliarden € für die spanischen Banken war das ein Akt der notwendigen Solidarität! Bei hunderten Milliarden Euro, die mittlerweile in die griechischen Banken geflossen sind, ist es ein Akt der europäischen Solidarität! Bei nach oben offenen Rettungsschirmen, die wir alle hier mitbeschließen mussten, war das ein Akt der europäischen Solidarität! Da war nicht die Rede vom österreichischen Steuerzahler. Und jetzt, wo es ums kleine Zypern geht, da plötzlich setzt man diese Schritte und verkauft das dann noch als Sorge um den österreichischen Steuerzahler. (Abg. Bucher: Keine Solidarität!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler – in Richtung BZÖ –: Heute Sie! Sie heben es noch in die Höhe!
Ich sage Ihnen, worum es hier noch geht. Sie kommen ja aus einer Partei, die sich besonders europafreundlich geriert. Ich sage Ihnen, wer da wirklich gejubelt hat an diesem Abend, das waren die Europagegner, die EU-Gegner. Einen besseren Gefallen als diese Maßnahme hätten Sie alle, hätten die EU-Finanzminister diesen Leuten gar nicht tun können. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler – in Richtung BZÖ –: Heute Sie! Sie heben es noch in die Höhe!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld kommt aus dem Bankomat, Frau Minister!
Das stimmt schon, der Verdacht, dass man gesagt hat, das probieren wir jetzt einmal dort aus: Was passiert in einem Land, wenn einmal eine Woche lang die Banken zusperren? Was passiert dort? (Abg. Ing. Westenthaler: Kein Geld kommt aus dem Bankomat, Frau Minister!) Was passiert, wenn die Bankomaten kein Geld mehr herausgeben? Wenn man die Leute vor dem Fernsehschirm informiert und sagt, 10 Prozent von eurem Kapital sind jetzt weg?
Bundesministerin Dr. Fekter: Und 31 davon gehören den Zyprioten!
Sagen Sie jetzt nicht immer, das sind die Oligarchen! Sie haben es jetzt selbst gesagt: 75 Milliarden € von den 85 Milliarden €, die auf den zypriotischen Konten liegen, setzen sich aus Konten unter 100 000 € zusammen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Und 31 davon gehören den Zyprioten!) Das werden nicht die Oligarchen sein, sondern das ist die Masse der Zyprioten, die Masse der kleineren Sparer, die dort jetzt ganz einfach um ihr Geld gebracht werden, während man irgendwelche Oligarchen vorschützt.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, noch einmal: Wir werden heute einen entsprechenden Antrag einbringen: Garantie der österreichischen Sparguthaben auf verfassungsrechtlicher Ebene. Stimmen Sie diesem Antrag zu! Frau Bundesministerin, es ist beschämend, was durch diese Aktion dem Vertrauensgrundsatz in der Europäischen Union angetan worden ist. (Beifall beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ: Das BZÖ!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Es ist doch immer die gleiche Masche, mit der die BZÖ da aufmarschiert. (Rufe beim BZÖ: Das BZÖ!) – Das BZÖ; sächlich ist eh besser. In Wirklichkeit ist die Botschaft: Fürchtet euch, fürchtet euch, aber wenn wir mehr zu sagen haben, dann braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten, denn wir sind diejenigen, die euch in Wirklichkeit schützen. (Abg. Ing. Westenthaler: So hoch wärst du gesprungen, übers Rednerpult wärst du gesprungen, wenn du nicht in der Regierung wärst!)
Abg. Ing. Westenthaler: So hoch wärst du gesprungen, übers Rednerpult wärst du gesprungen, wenn du nicht in der Regierung wärst!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Es ist doch immer die gleiche Masche, mit der die BZÖ da aufmarschiert. (Rufe beim BZÖ: Das BZÖ!) – Das BZÖ; sächlich ist eh besser. In Wirklichkeit ist die Botschaft: Fürchtet euch, fürchtet euch, aber wenn wir mehr zu sagen haben, dann braucht ihr euch nicht mehr zu fürchten, denn wir sind diejenigen, die euch in Wirklichkeit schützen. (Abg. Ing. Westenthaler: So hoch wärst du gesprungen, übers Rednerpult wärst du gesprungen, wenn du nicht in der Regierung wärst!)
Abg. Mag. Kogler: Nicht nur eines!
Die EU sitzt zusammen und sagt, okay, die müssen 5,8 Milliarden € einbringen, aber wie sie es bringen, ist deren Kaffee. Und die gehen dann zurück nach Zypern, die eh schon vorher 5 Prozent Zinsen auf die Einlagen und nur 10 Prozent Körperschaftsteuer gezahlt haben, die schon eine ganz eigene Regelung gehabt haben, die quasi dazu einlädt: Bitte, bitte kommt zu uns, bringt eure schwarzen und sonstigen Gelder nach Zypern! Es gibt ja Leute mit prominentesten Namen in Österreich, die auch alle in Zypern zu Hause sind. Das ist ja fast schon die Crème de la Crème aus einem bestimmten gesellschaftlichen und politischen Bereich. Wenn man fragt: Wo hat er das Konto?, dann ist die Antwort: In Zypern hat er das Konto! (Abg. Mag. Kogler: Nicht nur eines!) Also mein Mitleid mit den Herrschenden in Zypern, mit denen, die in den Banken und die für dieses Herrschaftssystem verantwortlich sind, hält sich in Grenzen, kann ich nur sagen.
Abg. Petzner: Und die kleinen Sparer? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den kleinen Sparern? – Abg. Petzner: Die kleinen Sparer sind euch wurscht!
Ich bin daher der Meinung, dass man mit denen ganz schön zügig umgehen muss, und ich finde, dass es auch richtig ist, darüber nachzudenken ... (Abg. Petzner: Und die kleinen Sparer? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den kleinen Sparern? – Abg. Petzner: Die kleinen Sparer sind euch wurscht!) – Was haben Sie mit Zypern am Hut, Herr Petzner? Hebt einmal die Hand! Wer vom BZÖ hat auch irgendeine Niederlas-
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt dafür die Stiftungen in der Steiermark!
sung in Zypern? Vielleicht ist das eh so! Ich habe noch nie erlebt, dass ihr euch so aufgeregt habt wie jetzt bei Zypern. Das ist ja etwas ganz Neues. Es wird ja wohl nicht bloß der Urlaub sein, den ihr vielleicht dort verbringt. – Aber gut. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt dafür die Stiftungen in der Steiermark!)
Abg. Bucher: Das ist fünf Jahre her! Seit fünf Jahren!
Das soll man, so finde ich, hier einmal in aller Deutlichkeit sagen. Dass man ein gewisses Misstrauen gegenüber international agierenden Banken und Bankern hat, die einen politischen Machtanspruch stellen, das ist berechtigt, aber was die Schlussfolgerungen betrifft, stimmen wir dann oft nicht überein, Kollege Bucher. Ich bin jedoch schon der Meinung, dass man da misstrauisch sein muss, dass man denen auf die Finger klopfen muss, dass es insolvenzrechtliche Regelungen geben muss, dass man Regeln für die Finanzmärkte finden muss. (Abg. Bucher: Das ist fünf Jahre her! Seit fünf Jahren!)
Abg. Bucher: Fünf Jahre tut ihr schon umma!
Mir persönlich wäre es sogar am liebsten, wenn Investmentbanking und das realwirtschaftliche Geschäft der Banken eine Trennung erfahren würden. (Abg. Bucher: Fünf Jahre tut ihr schon umma!) – Ja, aber da braucht man auch Mehrheiten, wenn man gewisse Dinge beschließen will! (Abg. Bucher: Ihr wollt das gar nicht!) Da braucht man auch Mehrheiten. Aber daraus den Schluss zu ziehen, es gäbe ein Laissez-faire-Verhalten, unter anderem auch von unserer Seite her, dass man sagt, naja, mein Gott, kommen die halt, das kann aber niemand gewollt haben, das ist nicht gerechtfertigt. Das wissen vor allem diejenigen, die bei dem Gespräch mit Juncker dabei waren, der hier bei uns im Parlament gesessen ist und der selber gesagt hat, das ist zu kritisieren, dass jetzt der EU etwas umgehängt wird, was sie gar nicht beschlossen hat, nämlich dass die das in Zypern genau so im Detail regeln, wie sie es gerade versucht haben, in Zypern zu regeln.
Abg. Bucher: Ihr wollt das gar nicht!
Mir persönlich wäre es sogar am liebsten, wenn Investmentbanking und das realwirtschaftliche Geschäft der Banken eine Trennung erfahren würden. (Abg. Bucher: Fünf Jahre tut ihr schon umma!) – Ja, aber da braucht man auch Mehrheiten, wenn man gewisse Dinge beschließen will! (Abg. Bucher: Ihr wollt das gar nicht!) Da braucht man auch Mehrheiten. Aber daraus den Schluss zu ziehen, es gäbe ein Laissez-faire-Verhalten, unter anderem auch von unserer Seite her, dass man sagt, naja, mein Gott, kommen die halt, das kann aber niemand gewollt haben, das ist nicht gerechtfertigt. Das wissen vor allem diejenigen, die bei dem Gespräch mit Juncker dabei waren, der hier bei uns im Parlament gesessen ist und der selber gesagt hat, das ist zu kritisieren, dass jetzt der EU etwas umgehängt wird, was sie gar nicht beschlossen hat, nämlich dass die das in Zypern genau so im Detail regeln, wie sie es gerade versucht haben, in Zypern zu regeln.
Abg. Vilimsky: Die Mehrheit hat das abgelehnt!
Dann setzen die natürlich teilweise Schritte, die dieses Bild noch verstärken. Sie warten auf einen Vorschlag aus Zypern. Ursprünglich hat es doch geheißen, Zypern regelt sich das selbst. Also da gibt es ein paar Punkte, da sind wir durchaus einer Meinung, dass man Kritik üben muss. Auch darin, dass das keinen Vertrauenszuwachs für die Europäische Union bringt und dass das eine ungeschickte Vorgangsweise war. Die Mehrheit dort hat diese ungeschickte Vorgangsweise gewählt, und das kann man, finde ich, kritisieren. (Abg. Vilimsky: Die Mehrheit hat das abgelehnt!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein bisschen mehr kritische Anmerkungen zur russischen Oligarchie hätte ich mir vom BZÖ schon erwartet. Alles Mögliche ist in den Redebeiträgen vorgekommen, aber man hat fast schon den Eindruck gehabt, ein bisschen Mitgefühl für die russische Oligarchie und ihre Gelder in Zypern, die möglicherweise gerade wieder auf Wanderschaft sind, ist da bei dem emotionellen Engagement mitgeschwungen. Dafür haben wir, ehrlich gesagt, schon überhaupt kein Verständnis. – Das möchte ich Ihnen einmal ins Stammbuch schreiben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der hat es notwendig!
Zweitens: Meine Damen und Herren, obwohl die Lage dramatisch ist und obwohl die Pleite Zyperns im Raum steht – mit den Worten der Frau Finanzministerin heute im „Morgenjournal“: ein schreckliches Szenario; Wortspende von Gouverneur Nowotny in der „ZIB 2“ gestern: eine Pleite sei ein Experiment, das er nicht haben möchte (Abg. Ing. Westenthaler: Der hat es notwendig!) –, obwohl das so ist, ist die zweite Feststellung, dass davon überhaupt keine Gefahr für die Euro-Zone ausgeht, meine Damen und Herren, und zwar aus mehreren Gründen.
Abg. Mag. Rossmann: Darum ist Zypern ja auch in einer Rezession!
Zweitens ist der Euro heute besser aufgestellt als noch vor ein, zwei Jahren. Wir haben das „Six-Pack“. Wir haben den Fiskalpakt. Wir haben europäische Stabilitätsmechanismen. Wir haben die neue Ankaufspolitik der Europäischen Zentralbank. (Abg. Mag. Rossmann: Darum ist Zypern ja auch in einer Rezession!) Der Euro ist heute also sicherer, als er noch vor ein, zwei Jahren war. Das ist unbestritten, meine Damen und Herren.
Abg. Krainer: Irland!
Drittens, muss man sagen, ist Zypern schon ein Sonderfall, Herr Kollege Bucher. Es gibt kein anderes Mitglied der Euro-Zone, in dem der Bankenapparat acht Mal so groß ist wie die gesamte wirtschaftliche Leistung, in dem allein die Bankeinlagen vier Mal so groß sind wie das Bruttosozialprodukt. Es gibt kein zweites Land in der Euro-Zone – auch nicht Portugal, Spanien oder Griechenland –, das überhaupt keine Reformen durchgeführt hat. (Abg. Krainer: Irland!)
Abg. Ing. Westenthaler: Echt?
Eines muss ich aber schon sagen, Herr Kollege Bucher, da Sie einen Misstrauensantrag gegen Frau Bundesminister Maria Fekter angekündigt haben: Mehr an Absurdität habe ich in diesem Haus in 30 Jahren nicht erlebt. (Abg. Ing. Westenthaler: Echt?) Was sind die Fakten? – Da gibt es in Brüssel eine Sitzung, da bieten die Europäische Union und deren Finanzminister der zypriotischen Regierung Hilfe an. Die zypriotische Regierung sagt, jawohl, das nehmen wir. Und dann wird die zypriotische Regierung vom eigenen Parlament in Zypern nicht entsprechend unterstützt. (Abg. Dr. Graf: Keine Stimme!)
Abg. Dr. Graf: Keine Stimme!
Eines muss ich aber schon sagen, Herr Kollege Bucher, da Sie einen Misstrauensantrag gegen Frau Bundesminister Maria Fekter angekündigt haben: Mehr an Absurdität habe ich in diesem Haus in 30 Jahren nicht erlebt. (Abg. Ing. Westenthaler: Echt?) Was sind die Fakten? – Da gibt es in Brüssel eine Sitzung, da bieten die Europäische Union und deren Finanzminister der zypriotischen Regierung Hilfe an. Die zypriotische Regierung sagt, jawohl, das nehmen wir. Und dann wird die zypriotische Regierung vom eigenen Parlament in Zypern nicht entsprechend unterstützt. (Abg. Dr. Graf: Keine Stimme!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die EU hofft, dass sie das durchsetzt?
Also die zypriotische Regierung hat keine Rückendeckung des zypriotischen Parlaments, und deshalb soll unsere Finanzministerin zurücktreten? Das ist ja, bitte, völlig absurd! Völlig absurd! So etwas habe ich in 33 Jahren Parlament noch nie erlebt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die EU hofft, dass sie das durchsetzt?)
Abg. Ursula Haubner: Geh komm!
Aber das ist offensichtlich, Herr Kollege Bucher. Wir haben uns immer gut verstanden, aber es ist offenbar der einzige Strohhalm, an dem ihr euch noch festhaltet: Vielleicht können wir mit Panikmache, mit Horrorszenarien noch irgendwelche Menschen bewegen. (Abg. Ursula Haubner: Geh komm!) Also, ehrlich gestanden, das ist für mich nicht Politik im Sinne von Zukunftsorientierung. Wir sind lösungsorientiert. Wir brauchen eine Lösung für Zypern, gar keine Frage. Die Lösung wird nicht einfach sein, das sagt Ihnen jeder Experte. Da kann man noch so populistisch an den Stammtischen reden, die Bankkonzerne sollen zahlen und Ähnliches. – Da ist nichts vorhanden! Das größte Guthaben von Zypern sind die nicht ganz 70 Milliarden Bankeinlagen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da war sie nicht dabei? Da war die Frau Finanzministerin Fekter nicht dabei?
Natürlich war es politisch unklug, die kleinen Sparer nicht herauszunehmen, das ist gar keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Da war sie nicht dabei? Da war die Frau Finanzministerin Fekter nicht dabei?) Aber andererseits kann ich doch nicht unseren Steuerzahlern zumuten, einem Land zu helfen, in dem ungefähr 40 Milliarden an Geldern von Russen, Ukrainern und Briten liegen, einem Land zu helfen, in dem für entsprechende Einlagen jahrelang dreimal so hohe Zinsen kassiert worden sind, als unsere kleinen Sparer kassieren, einem Land zu helfen, das 10 Prozent Körperschaftsteuer hat, während unsere Betriebe 25 Prozent zahlen, einem Land zu helfen, das eine Kapitalertragsteuer von 5 Prozent hat, während wir 25 Prozent haben. (Abg. Bucher: In Griechenland war es nicht anders! Griechenland ist dasselbe!)
Abg. Bucher: In Griechenland war es nicht anders! Griechenland ist dasselbe!
Natürlich war es politisch unklug, die kleinen Sparer nicht herauszunehmen, das ist gar keine Frage. (Abg. Ing. Westenthaler: Da war sie nicht dabei? Da war die Frau Finanzministerin Fekter nicht dabei?) Aber andererseits kann ich doch nicht unseren Steuerzahlern zumuten, einem Land zu helfen, in dem ungefähr 40 Milliarden an Geldern von Russen, Ukrainern und Briten liegen, einem Land zu helfen, in dem für entsprechende Einlagen jahrelang dreimal so hohe Zinsen kassiert worden sind, als unsere kleinen Sparer kassieren, einem Land zu helfen, das 10 Prozent Körperschaftsteuer hat, während unsere Betriebe 25 Prozent zahlen, einem Land zu helfen, das eine Kapitalertragsteuer von 5 Prozent hat, während wir 25 Prozent haben. (Abg. Bucher: In Griechenland war es nicht anders! Griechenland ist dasselbe!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
reine Panikmache und sonst gar nichts. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Was soll das? Was ist denn das?
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Hohes Haus! Wissen Sie, wenn schon ein gravierender Fehler passiert, dann hätte ich mir zumindest erwartet, Frau Finanzministerin, dass Sie sich hinstellen und sich einmal bei den Sparern dafür entschuldigen, dass durch die Elite in Brüssel, der Sie angehören, ein gravierender Fehler gemacht wurde. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Was soll das? Was ist denn das?)
Abg. Wöginger: Mit euren Anträgen wären es 60 Milliarden gewesen!
Ich bin ja froh darüber, dass sich die Frau Finanzministerin nicht entschuldigt hat und das jetzt auf die Zyprioten abschiebt. Der Euro-Raum steht sowieso am besten da, und wir in Österreich sind sowieso die Besten der Besten. Ich sage Ihnen nur so viel, weil wir die Besten der Besten sind: Das, was Zypern jetzt braucht, die 10 Milliarden €, die haben Sie, Frau Finanzministerin, im letzten Jahr minus gemacht, mit 11 Milliarden € zusätzlicher Verschuldung im Budget. Nur damit wir von der Größenordnung sprechen, wie gut wir sind. – Das ist der eine Teil. (Abg. Wöginger: Mit euren Anträgen wären es 60 Milliarden gewesen!) Dann stellen Sie sich jetzt her und wissen von nichts.
Beifall bei der FPÖ.
Ich bedanke mich jetzt bei Ihnen, und zwar aus dem Grund, weil in der Zwischenzeit durch Ihre Redebeiträge und auch durch die Reaktion der Finanzminister der Euro-Zone natürlich jedem Dümmsten in dieser EU klargeworden ist, was diese EU und diese Euro-Zone will. Man betreibt nichts anderes als Lobbying für globale Großkonzerne und vor allen Dingen für die Finanzindustrie. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.
Genau das, was ich Ihnen sage: Der Dümmste hat es verstanden, wo diese EU hin will. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Richtig! Sauber!
Und Sie sind auf dem besten Weg dazu, genau das zu tun. (Beifall bei der FPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Richtig! Sauber!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Schulmeister hat vollkommen recht. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Das sagt sogar ein Schwarzer!
„Es ist erschütternd, mit welcher Leichtigkeit das Vertrauen der Anleger aufs Spiel gesetzt wird.“ (Ruf bei der FPÖ: Das sagt sogar ein Schwarzer!)
Abg. Dr. Graf: Spanien!
Dann gibt es noch viele, viele Aussagen, nicht nur von Ihnen. Nehmen wir einmal den Gouverneur Nowotny her. Ich frage mich sowieso, wie manche Spitzenpositionen in dieser Republik besetzt sind. Diese Frage stelle nicht nur ich mir, die Frage stellt sich in der Zwischenzeit schon ein Großteil der Bevölkerung. Nowotny sagt ja, Zypern sei ein Sonderfall. – Ja, wissen Sie, wir haben damals gehört, Griechenland ist ein Sonderfall, dann haben wir gehört, Irland ist ein Sonderfall, weil ja überall andere Maßstäbe zum Tragen kamen, warum dort Geldmittel benötigt wurden. Dann war Portugal ein Sonderfall (Abg. Dr. Graf: Spanien!), jetzt ist Spanien ein Sonderfall, Italien ist auch ein Sonderfall, von Frankreich traut sich gar niemand zu reden, das wird ein Supersonderfall. (Abg. Bucher: Super-GAU!) Ja, der ganze Euro-Raum und der ganze Euro in dieser Form sind ein Sonderfall. Das ist nämlich kein Sonderfall, das ist ein Sündenfall! Das vergessen Sie immer dazuzusagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Super-GAU!
Dann gibt es noch viele, viele Aussagen, nicht nur von Ihnen. Nehmen wir einmal den Gouverneur Nowotny her. Ich frage mich sowieso, wie manche Spitzenpositionen in dieser Republik besetzt sind. Diese Frage stelle nicht nur ich mir, die Frage stellt sich in der Zwischenzeit schon ein Großteil der Bevölkerung. Nowotny sagt ja, Zypern sei ein Sonderfall. – Ja, wissen Sie, wir haben damals gehört, Griechenland ist ein Sonderfall, dann haben wir gehört, Irland ist ein Sonderfall, weil ja überall andere Maßstäbe zum Tragen kamen, warum dort Geldmittel benötigt wurden. Dann war Portugal ein Sonderfall (Abg. Dr. Graf: Spanien!), jetzt ist Spanien ein Sonderfall, Italien ist auch ein Sonderfall, von Frankreich traut sich gar niemand zu reden, das wird ein Supersonderfall. (Abg. Bucher: Super-GAU!) Ja, der ganze Euro-Raum und der ganze Euro in dieser Form sind ein Sonderfall. Das ist nämlich kein Sonderfall, das ist ein Sündenfall! Das vergessen Sie immer dazuzusagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann gibt es noch viele, viele Aussagen, nicht nur von Ihnen. Nehmen wir einmal den Gouverneur Nowotny her. Ich frage mich sowieso, wie manche Spitzenpositionen in dieser Republik besetzt sind. Diese Frage stelle nicht nur ich mir, die Frage stellt sich in der Zwischenzeit schon ein Großteil der Bevölkerung. Nowotny sagt ja, Zypern sei ein Sonderfall. – Ja, wissen Sie, wir haben damals gehört, Griechenland ist ein Sonderfall, dann haben wir gehört, Irland ist ein Sonderfall, weil ja überall andere Maßstäbe zum Tragen kamen, warum dort Geldmittel benötigt wurden. Dann war Portugal ein Sonderfall (Abg. Dr. Graf: Spanien!), jetzt ist Spanien ein Sonderfall, Italien ist auch ein Sonderfall, von Frankreich traut sich gar niemand zu reden, das wird ein Supersonderfall. (Abg. Bucher: Super-GAU!) Ja, der ganze Euro-Raum und der ganze Euro in dieser Form sind ein Sonderfall. Das ist nämlich kein Sonderfall, das ist ein Sündenfall! Das vergessen Sie immer dazuzusagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wissen Sie, auf wessen Kosten? – Auf Kosten der Tatsache, dass wir in Europa in der Zwischenzeit 20 Millionen Arbeitslose haben, und was noch viel schlimmer ist, wir haben sechs Millionen jugendliche Arbeitslose in Europa. Das ist eine verlorene Generation, und Sie haben das maßgeblich mitzuverantworten, weil diese Euro-Zone so nicht funktioniert und auch diese EU so nicht funktionieren wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Na geh! Kein Sonderfall!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ja, Zypern ist natürlich schon ein Spezialfall. (Ruf bei der FPÖ: Na geh! Kein Sonderfall!) Das ist schon richtig. Zypern ist in einer tiefen Bankenkrise. Zypern ist in einer tiefen Rezession. Und ernst ist die Lage in Zypern aber nicht erst seit gestern oder vorgestern (Ruf bei der FPÖ: Richtig!), sondern ernst ist die Lage in Zypern mit dem griechischen Haircut Anfang des letzten Jahres geworden. Das hat den Staat rund 12 Milliarden € gekostet, bei einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 18 Milliarden €. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ja, Zypern ist natürlich schon ein Spezialfall. (Ruf bei der FPÖ: Na geh! Kein Sonderfall!) Das ist schon richtig. Zypern ist in einer tiefen Bankenkrise. Zypern ist in einer tiefen Rezession. Und ernst ist die Lage in Zypern aber nicht erst seit gestern oder vorgestern (Ruf bei der FPÖ: Richtig!), sondern ernst ist die Lage in Zypern mit dem griechischen Haircut Anfang des letzten Jahres geworden. Das hat den Staat rund 12 Milliarden € gekostet, bei einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 18 Milliarden €. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ja, Zypern ist natürlich schon ein Spezialfall. (Ruf bei der FPÖ: Na geh! Kein Sonderfall!) Das ist schon richtig. Zypern ist in einer tiefen Bankenkrise. Zypern ist in einer tiefen Rezession. Und ernst ist die Lage in Zypern aber nicht erst seit gestern oder vorgestern (Ruf bei der FPÖ: Richtig!), sondern ernst ist die Lage in Zypern mit dem griechischen Haircut Anfang des letzten Jahres geworden. Das hat den Staat rund 12 Milliarden € gekostet, bei einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 18 Milliarden €. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Man muss ja die Situation eigentlich bis ins Jahr 2008 zurückverfolgen und nicht erst im Jahr 2012 beginnen. Ich werde darauf noch einmal zurückkommen. Das wesentliche Element, das Kernelement der Sicherung Zyperns, das die Finanzminister in der Nacht von Freitag auf Samstag beschlossen haben, war eine einmalige Zwangsabgabe auf Spareinlagen, sowohl für Einlagen über 100 000 € als auch für Einlagen unter 100 000 €. Herr Kollege Themessl hat mir ja schon das vorweggenommen, was ich sagen wollte, nämlich den Kollegen Ikrath zitiert. Ich bin völlig Ikraths Meinung. Ich bin mindestens ebenso erschüttert, mit welcher Leichtigkeit man sich über diese 100 000-€-Grenze in Europa hinweggesetzt hat, Frau Finanzministerin! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Und was haben die Finanzminister beschlossen? – Sie haben eine Maßnahme beschlossen, mit der sie genau das Gegenteil erreicht haben, nämlich keine vertrauensstärkende Maßnahme, sondern in Wirklichkeit eine Maßnahme, die langfristig das Vertrauen der Menschen, der Kleinanleger in die Finanzmärkte, in die Banken zerstört hat. Es ist sehr schwierig, Vertrauen in einen Sektor, in einen Bereich aufzubauen. Es ist aber sehr leicht, das Vertrauen zu zerstören – und das, Frau Finanzministerin, haben Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in Brüssel über Nacht geschafft. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß schon, Frau Finanzministerin, Sie haben uns ja im letzten Ausschuss sehr klar erklärt, dass Sie für einen Steuerwettbewerb sind. Aber in diesem Fall geht der Steuerwettbewerb entschieden zu weit. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf: Haben wir auch nicht!
Es wurde auch nicht darüber gesprochen, warum dieses Land keine Vermögenssteuer hat, warum dieses Land keine Erbschaftssteuer hat. (Ruf: Haben wir auch nicht!) Es wurde nicht darüber gesprochen, wie die Vermögen in diesem Lande verteilt sind. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von vergangener Woche ist es ja so, dass viele dieser Staaten, denen geholfen werden muss, eine sehr viel ungleichere Verteilung der Vermögen haben als andere Staaten. Was im Umkehrschluss nicht heißt, Frau Finanzministerin, dass Österreich eine sehr gleiche Verteilung der Vermögen hätte. – Nein, nein, nein, nein. So ist das nicht.
Beifall bei den Grünen.
Nach den Daten, die die EZB hoffentlich demnächst veröffentlichen wird, ist Österreich jenes Land mit der höchsten Ungleichverteilung unter den Staaten in der Euro-Zone. Und darüber muss man doch reden, über Vermögenssteuern! Das Geld ist dort zu holen, wo es vorhanden ist. Ich bin durchaus dafür, eine Sonderabgabe dort einzuheben, wo das Geld ist: bei Einlagen über 100 000 €. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin auch dafür, dass man sich sehr genau anschaut, was bei den Anleihen noch zu holen ist, was bei den Eigentümern noch zu holen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da haben wir schon gehört, da sei nicht mehr viel da bei den zwei größten Banken. Aber wie schaut es bei den anderen Banken aus? Darauf muss der Finger gelegt werden, und da müssen die Lösungsansätze gefunden werden, und nicht bei einer Zwangsabgabe, die auch die Kleinanleger miteinbezieht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist vor dem Hintergrund der Solidarität, die in Artikel 3 des EU-Vertrages festgeschrieben ist, meines Erachtens nicht verantwortbar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin auch dafür, dass man sich sehr genau anschaut, was bei den Anleihen noch zu holen ist, was bei den Eigentümern noch zu holen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da haben wir schon gehört, da sei nicht mehr viel da bei den zwei größten Banken. Aber wie schaut es bei den anderen Banken aus? Darauf muss der Finger gelegt werden, und da müssen die Lösungsansätze gefunden werden, und nicht bei einer Zwangsabgabe, die auch die Kleinanleger miteinbezieht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist vor dem Hintergrund der Solidarität, die in Artikel 3 des EU-Vertrages festgeschrieben ist, meines Erachtens nicht verantwortbar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin auch dafür, dass man sich sehr genau anschaut, was bei den Anleihen noch zu holen ist, was bei den Eigentümern noch zu holen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da haben wir schon gehört, da sei nicht mehr viel da bei den zwei größten Banken. Aber wie schaut es bei den anderen Banken aus? Darauf muss der Finger gelegt werden, und da müssen die Lösungsansätze gefunden werden, und nicht bei einer Zwangsabgabe, die auch die Kleinanleger miteinbezieht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist vor dem Hintergrund der Solidarität, die in Artikel 3 des EU-Vertrages festgeschrieben ist, meines Erachtens nicht verantwortbar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf: Was sagt der Frank?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Ing. Lugar. – Bitte. (Ruf: Was sagt der Frank?)
Beifall beim Team Stronach.
Sie haben das selbst gesagt, Frau Minister: Um Gottes Willen, in Österreich könnte kein Geld aus dem Bankomaten kommen, wenn wir damals nicht das und das gemacht hätten! In Zypern sehen wir jetzt, was geschieht – und ich vermute, es wurde absichtlich gemacht, denn letztlich ist es so: Die Banken dort sind jetzt pleite, aber man hat eben zuerst den Sparer zur Kasse gebeten, und dann wird man erst alle anderen zur Kasse bitten, wenn sie nicht schon über alle Berge sind. Und genau das ist der Punkt. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Mag. Rossmann: österreichische Einlagensicherung!
Hat sich schon einmal jemand die Mühe gemacht, sich auszurechnen, was geschieht, wenn die Banken in Österreich Pleite gehen? Wenn man sagt, man garantiert das bis 100 000 €, dann sind es 80 Milliarden €. 80 Milliarden € müsste die Bundesregierung dann auszahlen. – Ja, Frau Minister, wo nehmen Sie das her? Wo, um Gottes Willen, wollen Sie 80 Milliarden € auftreiben, um alle Sparer zu zufriedenzustellen, denen Sie jetzt Sand in die Augen streuen? (Abg. Mag. Rossmann: österreichische Einlagensicherung!)
Beifall beim Team Stronach.
geschieht, was jetzt in Zypern geschieht, nämlich dass die Banken reihenweise Pleite gehen, dann können Sie niemandem etwas garantieren. Deshalb: Streuen Sie niemandem Sand in die Augen! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn das Vertrauen einmal zerstört ist, ist es nicht wiederherzustellen. Und dann sind auch die österreichischen Einlagen langfristig gefährdet, und das können Sie weder garantieren, noch ausschließen. Deshalb: Schauen Sie, dass Sie hier mit offenen Karten spielen! Vor allem: Lassen wir die zypriotischen Banken in Konkurs gehen, denn letztlich haben sie es sich verdient, und dann werden jene zahlen, die an diesem Finanzkarussell, das sich da gedreht hat, auch gut verdient haben! Und: Nehmen Sie nicht den Steuerzahler in Haftung, vor allem nicht den österreichischen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Was sicher nicht geht, ist, dass man einfach eine Täter-Opfer-Umkehr macht und jetzt uns von der Opposition vorwirft, wir würden Panikmache betreiben (Zwischenruf bei der ÖVP), so wie das die Frau Bundesminister, aber auch Herr Klubobmann Cap gemacht haben.
Zwischenruf des Abg. Hörl
Meine Damen und Herren! Tatsache ist: Nicht wir haben in Brüssel diese kalte Enteignung der zypriotischen Sparerinnen und Sparer beschlossen (Zwischenruf des Abg. Hörl); nicht wir haben in Brüssel die Pfote gehoben, sondern die Pfote gehoben hat diese Dame, Finanzministerin Fekter (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter – Zwischenrufe bei der ÖVP), und sie ist gemeinsam mit den europäischen Finanzministern für die Verunsicherung der Sparer und für die Panikmache in ganz Europa verantwortlich! (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Und das sage nicht nur ich, das sagen sämtliche Experten (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP); ich darf dazu einige Zitate bringen.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter – Zwischenrufe bei der ÖVP
Meine Damen und Herren! Tatsache ist: Nicht wir haben in Brüssel diese kalte Enteignung der zypriotischen Sparerinnen und Sparer beschlossen (Zwischenruf des Abg. Hörl); nicht wir haben in Brüssel die Pfote gehoben, sondern die Pfote gehoben hat diese Dame, Finanzministerin Fekter (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter – Zwischenrufe bei der ÖVP), und sie ist gemeinsam mit den europäischen Finanzministern für die Verunsicherung der Sparer und für die Panikmache in ganz Europa verantwortlich! (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Und das sage nicht nur ich, das sagen sämtliche Experten (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP); ich darf dazu einige Zitate bringen.
Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.
Meine Damen und Herren! Tatsache ist: Nicht wir haben in Brüssel diese kalte Enteignung der zypriotischen Sparerinnen und Sparer beschlossen (Zwischenruf des Abg. Hörl); nicht wir haben in Brüssel die Pfote gehoben, sondern die Pfote gehoben hat diese Dame, Finanzministerin Fekter (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter – Zwischenrufe bei der ÖVP), und sie ist gemeinsam mit den europäischen Finanzministern für die Verunsicherung der Sparer und für die Panikmache in ganz Europa verantwortlich! (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Und das sage nicht nur ich, das sagen sämtliche Experten (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP); ich darf dazu einige Zitate bringen.
weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Meine Damen und Herren! Tatsache ist: Nicht wir haben in Brüssel diese kalte Enteignung der zypriotischen Sparerinnen und Sparer beschlossen (Zwischenruf des Abg. Hörl); nicht wir haben in Brüssel die Pfote gehoben, sondern die Pfote gehoben hat diese Dame, Finanzministerin Fekter (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter – Zwischenrufe bei der ÖVP), und sie ist gemeinsam mit den europäischen Finanzministern für die Verunsicherung der Sparer und für die Panikmache in ganz Europa verantwortlich! (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Und das sage nicht nur ich, das sagen sämtliche Experten (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP); ich darf dazu einige Zitate bringen.
Abg. Hörl: Katastrophe!
Für diese Panikmache trägt ausschließlich die Europäische Union und auch – für Österreich – die Finanzministerin Maria Fekter die alleinige Verantwortung, meine Damen und Herren. Wir vom BZÖ sind (Abg. Hörl: Katastrophe!) – Wir stehen auf und wehren uns gegen das, was dort geschieht, meine Damen und Herren (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), nämlich dass die kleinen Sparerinnen und Sparer – und
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl
Für diese Panikmache trägt ausschließlich die Europäische Union und auch – für Österreich – die Finanzministerin Maria Fekter die alleinige Verantwortung, meine Damen und Herren. Wir vom BZÖ sind (Abg. Hörl: Katastrophe!) – Wir stehen auf und wehren uns gegen das, was dort geschieht, meine Damen und Herren (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), nämlich dass die kleinen Sparerinnen und Sparer – und
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ tun das, wir wehren uns gegen diese Maßnahmen, und wir kämpfen auch für die österreichischen Sparerinnen und Sparer. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Genau bei dieser Politik wird das BZÖ niemals mitmachen, meine Damen und Herren, dessen können sich die Wählerinnen und Wähler sicher sein. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ
Sie, Frau Finanzminister, haben die höchste Schuldenlast in der Zweiten Republik zu verantworten! Das ist die Wahrheit, das sind die Fakten und Zahlen, die auf dem Tisch liegen (Beifall beim BZÖ), und daher wollen wir auch diese Garantie im Verfassungsrang haben – nicht weil wir Panikmache betreiben, nicht weil wir Verunsicherung betreiben wollen, sondern weil wir für die Sparerinnen und Sparer, für die Österreicherinnen und Österreicher Sicherheit schaffen wollen.
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
Sie, Frau Bundesminister Fekter, haben in Ihrer Zeit als Finanzministerin bewiesen (Zwischenruf des Abg. Hörl – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), dass Sie inhaltlich mit diesem Amt völlig überfordert sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), dass Sie von Ihrer Art und Ihrer Einstellung her überhaupt nicht geeignet sind, Österreich auf der europäischen Bühne seriös und kompetent zu vertreten – ich erinnere an Ihre peinlichen Ausrutscher betreffend Nierensteine und ich weiß nicht, was alles (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Bucher und Hörl) –, und dass Sie zum Dritten durch Ihre gescheiterte Finanzpolitik – ich verweise auf die
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl
Sie, Frau Bundesminister Fekter, haben in Ihrer Zeit als Finanzministerin bewiesen (Zwischenruf des Abg. Hörl – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), dass Sie inhaltlich mit diesem Amt völlig überfordert sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), dass Sie von Ihrer Art und Ihrer Einstellung her überhaupt nicht geeignet sind, Österreich auf der europäischen Bühne seriös und kompetent zu vertreten – ich erinnere an Ihre peinlichen Ausrutscher betreffend Nierensteine und ich weiß nicht, was alles (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Bucher und Hörl) –, und dass Sie zum Dritten durch Ihre gescheiterte Finanzpolitik – ich verweise auf die
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Bucher und Hörl
Sie, Frau Bundesminister Fekter, haben in Ihrer Zeit als Finanzministerin bewiesen (Zwischenruf des Abg. Hörl – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter), dass Sie inhaltlich mit diesem Amt völlig überfordert sind (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl), dass Sie von Ihrer Art und Ihrer Einstellung her überhaupt nicht geeignet sind, Österreich auf der europäischen Bühne seriös und kompetent zu vertreten – ich erinnere an Ihre peinlichen Ausrutscher betreffend Nierensteine und ich weiß nicht, was alles (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Bucher und Hörl) –, und dass Sie zum Dritten durch Ihre gescheiterte Finanzpolitik – ich verweise auf die
Rufe bei der ÖVP: Um Gottes willen! Ungeheuerlich!
Mit einem Wort: Sie sind als Finanzministerin gescheitert. Sie sind viel besser aufgehoben als weiteres, weibliches Mitglied der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“ (Rufe bei der ÖVP: Um Gottes willen! Ungeheuerlich!), denn was Sie betreiben, ist Verunsicherungspolitik. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Mit einem Wort: Sie sind als Finanzministerin gescheitert. Sie sind viel besser aufgehoben als weiteres, weibliches Mitglied der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“ (Rufe bei der ÖVP: Um Gottes willen! Ungeheuerlich!), denn was Sie betreiben, ist Verunsicherungspolitik. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Kollege Petzner, es wäre schön, wenn Sie Ihre Sprache etwas im Griff hätten (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP), und zwar beziehe ich mich da auf den Anfang Ihrer Ausführungen.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ziel der Euro-Gruppe und der österreichischen Bundesregierung ist es, das Risiko für die Steuerzahler möglichst gering zu halten. Es ist aber, sehr geehrte Damen und Herren, alles andere als gerecht, die kleinen Leute für die zypriotischen Probleme zahlen zu lassen, und es wäre auch mehr als ungerecht, wenn die russischen Firmen und die russischen Oligarchen ungeschoren davonkämen, denn: Wer von dem zypriotischen Geschäftsmodell mit sehr hohen Zinsen und extrem niedrigen Steuern profitiert hat, der soll letztendlich auch einen gerechten Beitrag leisten. Niemand kann sich Geschenke in Millionen- oder Milliardenhöhe erwarten. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Falsch!
Was also nicht sein kann, ist, dass auch Kleinanleger besteuert werden. Das ist aber von der Euro-Gruppe auch nicht gefordert worden. Dieser Plan stammt von der konservativen zypriotischen Regierung. (Rufe bei der FPÖ: Falsch!) Allerdings hätten die Finanzminister da wachsam sein und rechtzeitig die Notbremse ziehen müssen. Eine Ausnahme für Spareinlagen unter 100 000 € wäre jedenfalls anständig, gerecht und auch finanzierbar, und ich gehe davon aus, dass unsere Regierung weiter in diesem Sinne auf den zypriotischen Regierungschef einwirken wird.
Beifall bei der SPÖ.
eingeführt werden. So kann Zypern wieder auf einen nachhaltigen Weg innerhalb der Euro-Zone gelangen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ein bisschen kurzzeitig ist das Gedächtnis des BZÖ schon, darf ich einmal festhalten. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ich habe hier eine Niederschrift der Debatte zum ESM, und ich kann sagen, es gab einen Misstrauensantrag gegen den Herrn Bundeskanzler, den Kollege Bucher insofern begründet hat, als dass er dem Bundeskanzler vorgeworfen hat, er wäre der Schutzpatron der Banken. Zu diesem „Teufelswerk“ – so wurde es vom Kollegen Bucher bezeichnet – meinte er in Richtung Bundeskanzler, es wäre erschreckend, wie gewissenlos der Herr Bundeskanzler Geld verschwenden und veruntreuen würde. Daher sei ihm das Misstrauen auszusprechen, weil dieser Europäische Stabilitätsmechanismus beschlossen worden ist. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Genau!)
Demonstrativer Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Genau!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ein bisschen kurzzeitig ist das Gedächtnis des BZÖ schon, darf ich einmal festhalten. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Ich habe hier eine Niederschrift der Debatte zum ESM, und ich kann sagen, es gab einen Misstrauensantrag gegen den Herrn Bundeskanzler, den Kollege Bucher insofern begründet hat, als dass er dem Bundeskanzler vorgeworfen hat, er wäre der Schutzpatron der Banken. Zu diesem „Teufelswerk“ – so wurde es vom Kollegen Bucher bezeichnet – meinte er in Richtung Bundeskanzler, es wäre erschreckend, wie gewissenlos der Herr Bundeskanzler Geld verschwenden und veruntreuen würde. Daher sei ihm das Misstrauen auszusprechen, weil dieser Europäische Stabilitätsmechanismus beschlossen worden ist. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Genau!)
Rufe beim BZÖ: Was? Wie? – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, damals haben Sie gefordert: Wir dürfen für diesen Mechanismus kein Geld aufwenden! Heute, zu einem Zeitpunkt, zu dem man über diese Entscheidung der Europäischen Union durchaus diskutieren soll und kann – ich halte das auch nicht für die glücklichste Idee, wie man jetzt vorgegangen ist –, heute sagen Sie, natürlich soll man ihn auch mit österreichischem Geld unterstützen. (Rufe beim BZÖ: Was? Wie? – Weitere anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Kurzzeitgedächtnis? – Sie haben ja überhaupt kein Gedächtnis!
Meine Damen und Herren! So kann es wohl nicht funktionieren, denn nichts anderes wäre herausgekommen, meine Damen und Herren (Abg. Grosz: Kurzzeitgedächtnis? – Sie haben ja überhaupt kein Gedächtnis!) – Das Gedächtnis verlässt Sie, ich habe hier Gott sei Dank die Beiträge Ihrer Kolleginnen und Kollegen in schriftlicher Form! Ich brauche sie nur vorzulesen, wenn Sie es schon selbst nicht mehr wissen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! So kann es wohl nicht funktionieren, denn nichts anderes wäre herausgekommen, meine Damen und Herren (Abg. Grosz: Kurzzeitgedächtnis? – Sie haben ja überhaupt kein Gedächtnis!) – Das Gedächtnis verlässt Sie, ich habe hier Gott sei Dank die Beiträge Ihrer Kolleginnen und Kollegen in schriftlicher Form! Ich brauche sie nur vorzulesen, wenn Sie es schon selbst nicht mehr wissen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Von mir nicht!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Von mir nicht!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Die österreichischen Banken haben viel zu den Erfolgen der Volkswirtschaften beigetragen. Der österreichische Staat hat viel dazu getan, dass wir die Krise hervorragend bewältigt haben. Die österreichischen Sparer können sich auf die österreichischen Kreditapparate, auf die Banken verlassen. Der österreichische Staat garantiert dementsprechend auch die Einlagen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Aber bitte jetzt einmal zur Sache reden und nicht so eine Themenverfehlung! – Ruf bei der ÖVP: Zum Beispiel zu Kärnten!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Strutz. – Bitte. (Abg. Dr. Rosenkranz: Aber bitte jetzt einmal zur Sache reden und nicht so eine Themenverfehlung! – Ruf bei der ÖVP: Zum Beispiel zu Kärnten!)
Beifall bei der FPÖ.
Blicken Sie zurück, dann werden Sie sehen, wie oft Sie die Österreicherinnen und Österreicher hinters Licht geführt haben! Jedes Mal, wenn ein ÖVP-Minister oder eine Ministerin sagt, wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, dann tritt genau das ein, was die Freiheitlichen und andere Oppositionsparteien hier artikulieren und wovor sie warnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hohes Haus! Die Verantwortungen sind daher relativ klar: Der Herr Bundeskanzler, die SPÖ, die ÖVP haben mit Unterstützung der Grünen durch ihre Zustimmung zum ESM-Vertrag das ermöglicht, was jetzt in Zypern stattfindet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb sind wir auch für eine klare Aussage seitens der österreichischen Bundesregierung. Wir Freiheitlichen haben heute auch einen Antrag eingebracht, der verfassungsrechtlich sicherstellt, der absichert, dass die Spareinlagen vor dem Zugriff der Europäischen Union geschützt sind. Wenn Sie sagen, das ist in Ordnung, dann erfüllen wir diese Forderung und heben das doch in den Verfassungsrang, dann geben wir den Österreicherinnen und Österreichern ein Signal, dass die Spareinlagen tatsächlich sicher sind, damit nicht das eintritt, was jetzt in Zypern der Fall ist, nämlich dass alle zu den Banken stürmen und ihr Geld, ihr letztes Geld in Sicherheit bringen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin, ein Schaden ganz großen Stils ist allerdings schon entstanden, noch dazu – und das ist das ganz Perverse an der Vorgangsweise – mit einem Ansatz, der in der Sache unserer Meinung nach nicht falsch ist. Endlich überlegt man jetzt einmal, bei aller Kritik in der Vergangenheit – auch wir haben das immer verlangt, und das ist auch richtig –, die Beteiligung der Großkunden, wie man aber der Idee verfallen kann – ich weiß nicht, ob es ausreichend ist, wenn man nur auf die Entscheidungsabläufe in Zypern selbst verweist –, die Kleinanleger und die kleinen Sparguthaben erwischen zu wollen, das ist für mich tatsächlich nicht nachvollziehbar. Dadurch entsteht ein Kollateralschaden, der absolut vermeidbar gewesen wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Dr. Fekter: 77 Streubesitz!
Haben Sie sich die Eigentümerstrukturen der dortigen Banken angesehen? (Bundesministerin Dr. Fekter: 77 Streubesitz!) – Ja, aber wohin streut denn das? Das streut ja nicht in Zypern, das ist ja eine Splitterbombe der Spekulationsgesellschaft, und das ist ja das Problem.
Bundesministerin Dr. Fekter: Ja!
Seit der Wirtschaftskrise weist die Zinsdifferenz schon im normalen Anlagebereich – und das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus, finde ich – ein Verhältnis von 1 : 3 bei den zweijährigen Einlagen auf. 1 : 3! Ich habe mir das angesehen. Beim täglich fälligen Geld sind die Zinsen vier- bis fünfmal so hoch! Wer zahlt denn das? Das ist doch ein Pyramidenspiel, das dort veranstaltet wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ja!) Das Ganze funktioniert ja nur mehr, wenn immer noch mehr Geld angezogen wird. Ja, das sind die Früchte der Steueroasen, des Steuerwettbewerbs, den Sie an anderer Stelle immer so verteidigen. Aber da gehört wirklich hineingefahren. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Seit der Wirtschaftskrise weist die Zinsdifferenz schon im normalen Anlagebereich – und das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus, finde ich – ein Verhältnis von 1 : 3 bei den zweijährigen Einlagen auf. 1 : 3! Ich habe mir das angesehen. Beim täglich fälligen Geld sind die Zinsen vier- bis fünfmal so hoch! Wer zahlt denn das? Das ist doch ein Pyramidenspiel, das dort veranstaltet wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Ja!) Das Ganze funktioniert ja nur mehr, wenn immer noch mehr Geld angezogen wird. Ja, das sind die Früchte der Steueroasen, des Steuerwettbewerbs, den Sie an anderer Stelle immer so verteidigen. Aber da gehört wirklich hineingefahren. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Ich kann in Sie nicht hineinschauen, wie ehrlich Sie das meinen, ich meine nur, das Ganze ist nicht ausreichend für einen Misstrauensantrag, weil es auch etwas Gutes hat, wie das angegangen wurde, jedoch mit diesen riesigen Fehlern. Aber dass das nicht mehr geht, dass sich die vier- bis fünffach höhere Zinsen auszahlen lassen auf Kosten der Allgemeinheit – und je höher die Anlage ist, die dort drinnen ist, desto höher –, ist richtig. Das kann man nicht dulden. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich habe es ausgerechnet, selbst nach dieser Zwangsabgabe hätten die noch immer mehr Geschäft gemacht als die normalen Sparanleger bei uns, klein wie groß. Aber geschnitten werden sollen die Großen, die anderen werden es ohnehin noch brauchen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Krainer: Wenn man niemandem glauben darf, warum sollte jemand Ihnen glauben?
Ich frage aber auch: Kann man eigentlich den Worten des Chefs der Bank Austria noch glauben, wenn er sagt, dass in Österreich die von der Einlagensicherung garantierten ersten 100 000 € sicher sind? Kann man aber auch Ihnen, Frau Bundesministerin, glauben, wenn Sie meinen, dass unsere Sparer nicht im Stich gelassen werden? – Ich glaube, nein, man kann niemandem glauben, und zwar auch deshalb, weil Sie bereits darauf hingewiesen haben, dass der Griff auf die Spareinlagen in Zypern deshalb notwendig ist, um die Pleite des Staates abzuwehren. (Abg. Krainer: Wenn man niemandem glauben darf, warum sollte jemand Ihnen glauben?)
Beifall beim Team Stronach.
Ich muss ganz ehrlich sagen, Bankaktien von Pleitebanken sind sicherlich „sehr“ erstrebenswert, ich persönlich würde diese nicht annehmen. Aber das Angebot, 50 Prozent in Form von Optionen auf Gewinne aus einem vermuteten Gasvorkommen zu bekommen, würde ich, ehrlich gesagt, als Zypriot auch nicht annehmen. Da komme ich überhaupt nicht mehr mit. (Beifall beim Team Stronach.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Ich kann nur sagen – und da, glaube ich, spreche ich im Namen von sehr vielen Österreichern und Österreicherinnen –, wir wollen sicherlich nicht Zypern werden oder einen ähnlichen Status wie Zypern haben. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach.
Zu guter Letzt: Wir werden dem Misstrauensantrag des BZÖ nicht zustimmen, ihn nicht unterstützen. Ich denke, die Österreicher und Österreicherinnen werden im Herbst bei den Nationalratswahlen dieses Misstrauen ganz gewaltig aussprechen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Aber es ist eben etwas passiert, und wir alle wissen, dass Politik auch von Symbolik lebt. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Und es ist eine verheerende Symbolik und ein
Beifall beim BZÖ.
verheerendes Signal, dass erstmals Staatslenker und Minister der Europäischen Union sozusagen staatlich in private Sparguthaben eingreifen. Das ist das Verheerende, und das ist das, was wir kritisieren. Und deswegen kritisieren wir auch die Finanzministerin, weil sie da mitgemacht hat, weil sie selbst auch in Sparguthaben eingreift! Und da ist es völlig wurscht, ob das in Zypern oder sonst wo ist, es geht um diesen Tabubruch. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie hätten heute einen doppelten Salto geschlagen und wären wahrscheinlich über das Rednerpult gesprungen, wäre auf der Regierungsbank eine schwarz-blaue Regierung gesessen, die solchen Unfug gemacht hätte. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Oder Kollege Auer – er ist jetzt auch nicht mehr im Saal –, seine Aussagen waren überhaupt der Höhepunkt des heutigen Tages: Kollege Auer als ÖVPler kommt hier heraus und erklärt uns am Beispiel eines Firmenkaufs, man habe bei der Erweiterung nicht so genau hingeschaut. Man habe die Werthaltigkeit der Beitrittsländer nicht genau überprüft, und deswegen sei das zu hinterfragen. – Ja wer wollte denn mit Haut und Haaren und so schnell wie möglich in diese Europäische Union samt Erweiterung? – Die Österreichische Volkspartei war das, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesministerin Dr. Karl
Ich finde das interessant, auf den Punkt gebracht hat das heute eigentlich Josef Urschitz in der „Presse“. Er stellt als Titel des Artikels die Frage, und das ist das Bemerkenswerte (Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesministerin Dr. Karl) – vielleicht können Sie die Plauderei auf der Regierungsbank abstellen und einmal den Abgeordneten zuhören –: „Gibt es intelligentes Leben in der Eurozone?“.
Abg. Mag. Rossmann: Moment mal!
Das ist der Knackpunkt, auch was die Grünen anlangt, die ja heute schon ein bisschen in Verteidigungsposition waren, nämlich hinsichtlich der Regierung. (Abg. Mag. Rossmann: Moment mal!)
Beifall beim BZÖ.
Es ist eine Art neuer Bankraub ausgebrochen; das ist wie ein Bankraub. Ein Unterschied zum wirklichen Bankraub ist, dass man die Bankräuber kennt – sie sitzen in den politischen Chefetagen der Europäischen Union. Und der zweite Unterschied ist, dass ein Bankräuber in eine Bank geht und dort aus der Kasse Geld stiehlt, bei Ihrem Bankraub aber ist es so, dass der Bankräuber, nämlich die Europäische Union, in die Bank geht und direkt die Sparguthaben der Menschen stiehlt. Das ist der große Unterschied zu einem wirklichen Bankraub, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist das, was wir auch kritisieren. Das ist nichts anderes – und diesbezüglich haben auch meine Vorredner recht – als ein Probegalopp für andere Staaten, ein Probegalopp, bei dem Sie, Frau Finanzministerin, mitgaloppieren. Und deswegen sprechen wir Ihnen heute aus tiefster Überzeugung das Misstrauen aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bundesministerinnen Dr. Fekter und Dr. Karl weisend, die miteinander sprechen –: Können die nicht ins Landtmann gehen, Herr Präsident?! Unterhalten sich !
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Die Finanzministerin hat das, was da in den letzten Tagen passiert ist, mit einem, wie ich glaube, sehr guten Schlagwort betitelt, nämlich mit „Politikversagen“. – Natürlich ist das, was in den letzten Tagen passiert ist, nichts anderes als Politikversagen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf die Bundesministerinnen Dr. Fekter und Dr. Karl weisend, die miteinander sprechen –: Können die nicht ins Landtmann gehen, Herr Präsident?! Unterhalten sich !)
Abg. Vilimsky: Rotes Kärnten!
Es ist zunächst ein inhaltliches Politikversagen, wenn man sich ansieht, dass es bei Zypern auch darum geht, Banken zu retten – man muss einmal prinzipiell sagen, Banken zu retten ist nicht so, dass dies das Allerpopulärste wäre (Abg. Vilimsky: Rotes Kärnten!); und wir halten es zwar für richtig, Banken zu retten, weil wir glauben, dass Banken-Retten billiger und besser und weniger negativ ist, als Banken pleitegehen zu lassen –, aber wenn man das vergleicht und wenn das Banken-Retten für die Sparer schlechter ist, als das Banken-pleitegehen-Lassen, dann kann etwas an der Rettung nicht stimmen. Wenn die zypriotischen Banken pleitegehen, bekommen die Sparer bis 100 000 € ihre Einlagen ersetzt, aber wenn man sie rettet, dann nicht.
Abg. Dr. Rosenkranz: Kommunalkredit!
Das kann nicht das Ergebnis sein, da hat die Finanzministerin vollkommen recht: Es ist natürlich Politikversagen, ein derartiges Rettungspaket zu machen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Kommunalkredit!)
Demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Zweitens ist es natürlich auch ein symbolisches Politikversagen. Wenn sich 17 nationale Finanzminister, die Europäische Kommission, die EZB, der IWF und ich weiß nicht wer noch aller von Samstag auf Sonntag treffen, am Sonntag in den frühen Morgenstunden ein Ergebnis verkünden, am Montag aber keiner mehr dabei gewesen sein will, sich keiner mehr erinnern kann, es prinzipiell der andere war, und kein Einziger, der an dieser Sitzung teilgenommen und diese Entscheidung getroffen hat, zu dieser Entscheidung steht, dann ist das auch ein Politikversagen, ein Verantwortungtragenversagen. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.)
Abg. Vilimsky: Kommunalkredit!
Und zweitens die Botschaft an diejenigen, auch in Österreich, die glauben, es sei besonders super und besonders lustig, nach Zypern zu gehen und Steuern zu hinterziehen oder Steuern nicht in Österreich zu zahlen (Abg. Vilimsky: Kommunalkredit!), die sollen auch die Botschaft bekommen: Wenn du dein Geld in einen Steuersumpf wie Zypern bringst, dann kann es auch versinken. Wenn du willst, dass dein Geld sicher ist, dann zahle in Österreich ordentlich deine Steuern. Dann ist dein Geld sicher. Wenn du aber glaubst, es ist besser in einem Steuersumpf aufgehoben – es ist vollkommen wurscht, ob der Zypern, Liechtenstein, oder wie auch immer heißt –, dann ist es okay als Signal, wenn man sagt, das Geld kann auch weg sein. Mit jemandem, der auf Kosten anderer Steuern hinterzieht, habe ich wirklich kein Mitleid, wenn sein Geld dann doch weg ist und sein Geschäft doch nicht aufgeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und zweitens die Botschaft an diejenigen, auch in Österreich, die glauben, es sei besonders super und besonders lustig, nach Zypern zu gehen und Steuern zu hinterziehen oder Steuern nicht in Österreich zu zahlen (Abg. Vilimsky: Kommunalkredit!), die sollen auch die Botschaft bekommen: Wenn du dein Geld in einen Steuersumpf wie Zypern bringst, dann kann es auch versinken. Wenn du willst, dass dein Geld sicher ist, dann zahle in Österreich ordentlich deine Steuern. Dann ist dein Geld sicher. Wenn du aber glaubst, es ist besser in einem Steuersumpf aufgehoben – es ist vollkommen wurscht, ob der Zypern, Liechtenstein, oder wie auch immer heißt –, dann ist es okay als Signal, wenn man sagt, das Geld kann auch weg sein. Mit jemandem, der auf Kosten anderer Steuern hinterzieht, habe ich wirklich kein Mitleid, wenn sein Geld dann doch weg ist und sein Geschäft doch nicht aufgeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Rossmann: Kleinanleger schützen!
Ich halte es auch für richtig, dass die Eigentümer und die Gläubiger der Bank etwas zahlen. Nur: Wenn Sie es zusammenrechnen, kommen Sie auf nicht einmal 2 Milliarden €. Wenn Sie die Eigentümer und die Anleihen zusammenrechnen, kommen Sie auf nicht einmal 2 Milliarden €. (Abg. Mag. Rossmann: Kleinanleger schützen!)
Beifall bei der SPÖ.
Immerhin – auch das halte ich für richtig –: Sie werden nicht darum herumkommen, sich auch etwas bezüglich der Einlagen zu überlegen, bevor Sie Pensionen kürzen, Löhne kürzen und Mehrwertsteuern erhöhen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Also dass die Bankeinlagen von Sparern kein Eigenkapital sind, Herr Bucher, da haben Sie heute wieder etwas gelernt, und ich hoffe, beim nächsten Mal werden Sie uns hier mit einer besseren, fundierten Dringlichen Anfrage kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Ihnen habe ich schon imponiert!
Zu Ihrem Stil. Schon in der Überschrift steht „Mordversuch an Sparefroh“. – Ganz ehrlich, Herr Kollege Bucher, wem wollen Sie mit dieser Aussage eigentlich imponieren? (Abg. Bucher: Ihnen habe ich schon imponiert!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung BZÖ –: Zum Schämen! – Abg. Zanger: Er hat nicht „Sumsi“ geschrieben, sondern „Sparefroh“!
Welcher politische Stil, meine Damen und Herren vom BZÖ, soll das bitte sein? – Unserer ist es nicht! Und wir werden uns mit Ihnen gar nicht auf so eine Stufe stellen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung BZÖ –: Zum Schämen! – Abg. Zanger: Er hat nicht „Sumsi“ geschrieben, sondern „Sparefroh“!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Gesellschaften, die ihre Einlagen dorthin geben, nicht auch einen Beitrag leisten sollen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Zanger: Wir sind es ja!
Sie spielen sich immer als Retter der Österreicherinnen und Österreicher auf, auch die FPÖ (Abg. Zanger: Wir sind es ja!), die heute wieder gesagt hat, was wir nicht alles für den Steuerzahler machen sollen! – Ja, eben! Darum wollen wir auch, dass diese Länder, die Geld bekommen, unser Geld von unseren Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, eben ihre Hausaufgaben machen. Oder ist das so falsch, Herr Bucher? – Nein, das ist nicht falsch! Das ist genau der richtige Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie spielen sich immer als Retter der Österreicherinnen und Österreicher auf, auch die FPÖ (Abg. Zanger: Wir sind es ja!), die heute wieder gesagt hat, was wir nicht alles für den Steuerzahler machen sollen! – Ja, eben! Darum wollen wir auch, dass diese Länder, die Geld bekommen, unser Geld von unseren Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, eben ihre Hausaufgaben machen. Oder ist das so falsch, Herr Bucher? – Nein, das ist nicht falsch! Das ist genau der richtige Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das war ein echter Otto Pendl: „Danke“!
Abschließend, weil meine Redezeit leider Gottes schon wieder aufgebraucht ist: Frau Finanzministerin, Sie sind eine fachlich sehr versierte Finanzministerin, Sie stellen viele Ihrer Amtsvorgänger, auch aus anderen Fraktionen, in den Schatten. Wir, meine Fraktion, ich ganz persönlich, sprechen dir das Vertrauen aus. Mach weiter so! Du machst es richtig für die Republik und für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das war ein echter Otto Pendl: „Danke“!)
Beifall bei der FPÖ.
Und wir sind leider mit an Bord. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Jetzt reicht es aber!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Kollegin Tamandl! Wo ist sie? Sie kritisieren den politischen Stil, die Wortgebung der Dringlichen Anfrage, nämlich: Wir vom BZÖ schützen den Sparefroh. – Ganz klar, vor dem Todesstoß seitens der ÖVP und der SPÖ. (Ruf bei der ÖVP: Jetzt reicht es aber!)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn die ÖVP aufseiten der Großbanken, der Spekulanten und der Abzocker steht, dann ist das ihre Sache. Wir stehen aufseiten des Sparbuches und des Vermögens der Österreicher, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und wenn Sie vorgeben, gegen Vermögensteuern zu sein, dann müssen Sie diesen Antrag erst recht unterstützen. Da bin ich gespannt. Vorzugeben, gegen Gauner, Großkapitalisten und Aktionäre vorzugehen, aber bei den Kleinen abzukassieren, das ist politisch legitimierter Bankraub durch diese Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und das gilt es zu verhindern! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben alle Butter am Kopf. Ich habe das erlebt: Kollege Krainer von der SPÖ war hier heraußen, auch die Kollegin Tamandl, ganz aufgelöst waren Sie alle. Sehen Sie doch die Butter auf dem Haupt der Frau Finanzminister! Sie hat Butter am Kopf. Sie war beim ECOFIN dabei, sie hat das legitimiert. Und dagegen gilt es aufzutreten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein letztes Wort zur ÖVP: Was Sie hier betreiben, das ist Enteignung des kleinen Sparers, Enteignung des Mittelstandes und Steuererhöhung. Hören Sie endlich auf, das zu machen! Aber wir übernehmen gerne Ihre Wähler. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und was Österreich – und darauf können wir stolz sein – stark macht und auch in der Krise stark gehalten hat, das ist das stabile Fundament der Realwirtschaft, vor allem die solide arbeitenden Klein- und Mittelbetriebe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Güter und Dienstleistungen von höchster Qualität produzieren beziehungsweise anbieten. Sie sind natürlich nicht schnell reich geworden, aber sie haben einen Wohlstand auf hohem Niveau erarbeitet, der auch Bestand hat. Diese Menschen sichern den Wirtschafts- und Finanzplatz Österreich. Und diese Menschen dürfen nicht von Ihnen verunsichert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Darum ersuche ich und bitte Sie wirklich, Ihr Verhalten zu überdenken. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Die Energiepolitik der Europäischen Union lässt einem die Haare zu Berge steigen. Und die Agrarpolitik – na ja, das mit den ganzen Nahrungsmittelskandalen wissen wir ohnehin – wird ad absurdum geführt. Und wenn wir diesen europäischen Finanzfaschismus (Zwischenrufe bei der ÖVP) – das sage nicht ich, sondern das sagen die kleinen zypriotischen Sparer – und diese postkommunistischen Tendenzen auf einem Weg zu einem europäischen Zentralstaat fortführen, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Energiepolitik der Europäischen Union lässt einem die Haare zu Berge steigen. Und die Agrarpolitik – na ja, das mit den ganzen Nahrungsmittelskandalen wissen wir ohnehin – wird ad absurdum geführt. Und wenn wir diesen europäischen Finanzfaschismus (Zwischenrufe bei der ÖVP) – das sage nicht ich, sondern das sagen die kleinen zypriotischen Sparer – und diese postkommunistischen Tendenzen auf einem Weg zu einem europäischen Zentralstaat fortführen, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wir haben ja ein Glück, um beim Verunsicherungsvorwurf fortzusetzen: Das BZÖ glaubt das ja nicht einmal selber, sodass die Beunruhigung der Sparerinnen und Sparer ja eh nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Das heißt, man hat bewusst gewartet, bis eine Regierung kommt, die solche Lösungen macht. Und den Teil, Frau Bundesministerin, müssen wir dennoch diskutieren, denn es war die ganze Euro-Gruppe, die dieses Zuwarten vorgenommen hat. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Was ich nicht ganz verstehe, ist, wieso Wählerinnen und Wähler in diesen Ländern nicht den Beipackzettel lesen: Über Nebenwirkungen und sonstige Auswirkungen fragen Sie Arzt oder Apotheker! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Spanien blutet darunter. Griechenland blutet darunter. Portugal blutet darunter. Und das ist sehr wohl eine ideologische Frage!
Zwischenruf des Abg. Vilimsky.
Zurückkommend zu unserer Themenstellung hier: Es gibt da eine Anfrage des deutschen Finanzministeriums von Anfang März, wo zusammengerechnet wird, was nach Angaben der Zentralbank von Zypern an Einlagen da ist. Stand Mitte 2012 waren es 87,7 Milliarden Einlagen, davon von Nichteinwohnern Zyperns direkt in Zypern 32,8 Milliarden und im Ausland 17 Milliarden. Das heißt, 50 Milliarden dieser 87 Milliarden dort waren Schwarzgelder. Und dass die nicht zur Kasse gebeten werden sollen – und da ein Applaus von mir für Werner Kogler und für Bruno Rossmann in dieser Frage –, das können Sie von BZÖ und FPÖ nicht ernsthaft wollen, und dass, damit die, die dort Schwarzgeld in der „Pirate Bay“ gebunkert haben, deren Geld schon verloren ist, weil die Banken schon negatives Eigenkapital haben, das schon verloren ist, ungeschoren davonkommen, für diese Gelder von Steuerbetrügern im Millionenausmaß unsere Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die vollen 17 Milliarden decken sollen. (Zwischenruf des Abg. Vilimsky.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das waren aber heute Ihre Forderungen! Daher müssen Sie ein Bekenntnis abgeben. Die Großanleger müssen zahlen, und da müssen Sie endlich einmal zustimmen bei unserem Doppelbesteuerungsabkommen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie verteidigen alle Steuerbetrüger. Jedes Mal bleiben Sie sitzen, wenn wir ein Verständigungsabkommen machen.
Beifall bei der SPÖ. – Aha-Rufe bei der ÖVP.
Und sicher erinnern Sie sich noch daran: Wir haben einen Untersuchungsausschuss gehabt, wo wir erfahren haben, dass 10 Millionen an eine zypriotische Gesellschaft eines gewissen Herrn Hochegger geflossen sind. 8,6 Millionen konnten weiterfließen an einen gewissen Meischberger – übrigens früherer Bundesgeschäftsführer der FPÖ –, und zwar steuerfrei. (Beifall bei der SPÖ. – Aha-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Machen Sie nur weiter damit, solche Schwarzgeldzahlungen zu verteidigen! Das werden wir im Wahlkampf auch noch diskutieren, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Jawohl, Herr Kollege Matznetter, die Kommunalkredit war es doch, die ihre Gelder – die Gelder der Pensionsfonds und dergleichen – in Zypern angelegt hat. Und wer war dort im Direktorium, wer war dort die Direktorin zu dieser Zeit? – Das war Ihre Unterrichtsministerin, die Frau Schmied. So schaut es nämlich aus! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Die Idee zu dieser Zwangsenteignung – das wissen wir heute ganz genau; die Deutsche Presseagentur schreibt es, und sämtliche zypriotischen Journalisten haben es auch geschrieben – kam vom IWF und wurde von den EU-Finanzministern1 : 1 übernommen. Das ist der wahre Skandal! (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Beifall bei der FPÖ.
Zwangsbesteuerung von Spareinlagen: Zuerst werden die Banken geschlossen, und dann räumt der Staat die Einlagen ab. Wissen Sie, wann es das das letzte Mal gegeben hat, Frau Finanzminister? – Das hat es das letzte Mal in Serbien unter einem Herrn Milošević gegeben, und deshalb haben die Serben heute noch immer kein Vertrauen in die Banken und legen das Geld lieber unter den Kopfpolster. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber Milošević war ja Kommunist. Das kann von Ihnen, Frau Finanzminister, nicht jeder auf den ersten Blick behaupten. Aber auf den zweiten Blick, sehr geehrte Frau Finanzminister, da fehlt nicht viel zum Kommunisten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Denn: Sie verstaatlichen die Spareinlagen der Zyprioten. Als Nächste sind die Griechen dran, dann die Italiener, dann die Spanier. Dann ist im Süden nichts mehr zu holen, und dann sind wir dran. Dann ist der Norden dran, denn da ist noch was zu holen. Sie haben bei diesem Testlauf mitgespielt! Zypern war nur der Testlauf. Das ist ganz offensichtlich. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Aber Milošević war ja Kommunist. Das kann von Ihnen, Frau Finanzminister, nicht jeder auf den ersten Blick behaupten. Aber auf den zweiten Blick, sehr geehrte Frau Finanzminister, da fehlt nicht viel zum Kommunisten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Denn: Sie verstaatlichen die Spareinlagen der Zyprioten. Als Nächste sind die Griechen dran, dann die Italiener, dann die Spanier. Dann ist im Süden nichts mehr zu holen, und dann sind wir dran. Dann ist der Norden dran, denn da ist noch was zu holen. Sie haben bei diesem Testlauf mitgespielt! Zypern war nur der Testlauf. Das ist ganz offensichtlich. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
gegeben hat aufgrund der unsäglichen Politik der Europäischen Zentralbank, die Sie ja unterstützen und die dafür gesorgt hat, dass wir Inflationsraten hatten, die einen Kaufkraftverlust von 3 Prozent pro Jahr, in Wahrheit sogar von 4, 4,5 Prozent, wenn man es richtig rechnet, verursacht haben. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Grob gesprochen, Frau Bundesminister – letzter Satz! –: Für den rational denkenden Menschen ist es dasselbe, ob er ein Minus von 5 Prozent durch Kaufkraftverlust, sprich: durch Inflation, oder durch eine einmalige Zusatzsteuer in dieser Höhe erleidet. Diebstahl ist es so oder so. Das Vertrauen in die Einlagensicherung ist zerstört. Und Sie haben da mitgespielt, Frau Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich berichtige tatsächlich: Frau Bundesministerin Schmied ist bereits seit Jänner 2007 in der österreichischen Bundesregierung. Im Zuge der Finanzkrise 2008 traten die Probleme der Kommunalkredit aber etwas später auf. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Je mehr ich darüber nachdenke, umso lustiger wird es!
Sie, Herr Staatssekretär, haben sich im Ausschuss ja geradezu über unseren Vorschlag lustig gemacht, noch einmal darüber nachzudenken, dass dieses bestehende Modell die Gleichstellung und die unterschiedlichen Voraussetzungen von Männern und Frauen in der Politik nicht berücksichtigt. (Abg. Dr. Rosenkranz: Je mehr ich darüber nachdenke, umso lustiger wird es!)
Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesminister Hundstorfer
Wir haben einen Vorschlag gemacht. Unser Vorschlag war dahin gehend, dass man auf allen drei Wahlebenen, nämlich der Regionalebene, der Landesebene und der Bundesebene, je zwei Stimmen vergibt und davon mindestens eine Stimme (Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesminister Hundstorfer) – vielleicht könnten Sie noch ganz kurz zuhören – an eine Frau vergeben werden muss beziehungsweise auch zwei Stimmen an Frauen vergeben werden können, um zumindest zu gewährleisten, dass über das Vorzugsstimmenmodell Gleichstellungsziele nicht torpediert werden.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Warum, da bin ich gespannt, das in den Ausführungen zu hören. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten eine Allianz dafür gefunden, zumindest wir unter den Frauenpolitikerinnen, weil es ein demokratiepolitisch ernstes Thema ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Dass von Ihrer Seite Unterstützung kommt, hätte ich mir ohnehin nicht erwartet. Das wäre auch nicht die Frage gewesen, weil Sie in dieser Hinsicht nie Verständnis gezeigt haben.
Beifall bei den Grünen.
Wie gesagt: Schade, dass Sie auf unser Modell nicht eingegangen sind. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner
Wissen Sie, es ist schon irgendwo toll, wenn Sie als Vertreterin der Grünen und Ihr Kollege Brosz hier herauskommen und zum Thema Wahlrecht moralisieren, was alles besser und gerechter sein soll. Ich darf Sie erinnern: Es gibt eine immer noch aufrechte und gültige Vereinbarung Ihrer Top-Repräsentantin in Wien, dass man in Wien, wo ein höchst ungerechtes Wahlrecht herrscht, Gerechtigkeit herbeiführt (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner), sodass sich das Ergebnis von freien Wahlen in Wien auch im tatsächlichen Mehrheitsverhältnis im Wiener Stadtparlament widerspiegelt. Das ist nämlich nicht der Fall! Und das legitimiert Sie nicht, hier moralisierend das Wort zu ergreifen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, es ist schon irgendwo toll, wenn Sie als Vertreterin der Grünen und Ihr Kollege Brosz hier herauskommen und zum Thema Wahlrecht moralisieren, was alles besser und gerechter sein soll. Ich darf Sie erinnern: Es gibt eine immer noch aufrechte und gültige Vereinbarung Ihrer Top-Repräsentantin in Wien, dass man in Wien, wo ein höchst ungerechtes Wahlrecht herrscht, Gerechtigkeit herbeiführt (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner), sodass sich das Ergebnis von freien Wahlen in Wien auch im tatsächlichen Mehrheitsverhältnis im Wiener Stadtparlament widerspiegelt. Das ist nämlich nicht der Fall! Und das legitimiert Sie nicht, hier moralisierend das Wort zu ergreifen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.
Ein Zweites möchte ich Ihnen noch ins Stammbuch schreiben. Und zwar: Wenn Sie mit einem mehr als verqueren System hier herauskommen und sagen, um Frauen verstärkt in die Politik hereinzuholen, müssten wir ein Parallelsystem schaffen, wo wir mit einer Zweit- und einer Drittstimme Frauen wählen müssen, dann behaupte ich oder würde ich es zumindest so verstehen, projizierte ich mich in die weibliche Psyche hinein, dass das eine schwere Beleidigung für Frauen wäre, nämlich mit Zwangsverpflichtungen per Quotenregelung Frauen in die Politik und in Führungsfunktionen hereinzuholen, anstatt Frauen einen roten Teppich auszurollen, sie zu motivieren, sie bei einem solchen Prozess positiv zu begleiten, um in Mandate hineinzukommen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit Zwangsverpflichtungen beleidigen Sie die Frauenwelt und reduzieren sie auf die Notwendigkeit, sie wählen zu müssen, anstatt sie wählen zu wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
aus Brüssel, der hätte exekutiert werden sollen, finde ich schon eine positive Facette. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Tagesordnungspunkt 2!
Ich behaupte, von dieser knapp einen Million Zyprioten sind wahrscheinlich 900 000 ganz anständige Menschen, die ordentlichen Berufen nachgehen, und Pensionisten, die fürs Enkerl etwas aufs Konto legen, Familien, die das Geld für ihr Leben benötigen. (Abg. Mag. Gaßner: Tagesordnungspunkt 2!) Und Sie kommen her und sagen, die „rasieren“ wir weg, ja, da ist in Ordnung?! – Schäbig ist das! Das sage ich Ihnen wirklich in aller Deutlichkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich behaupte, von dieser knapp einen Million Zyprioten sind wahrscheinlich 900 000 ganz anständige Menschen, die ordentlichen Berufen nachgehen, und Pensionisten, die fürs Enkerl etwas aufs Konto legen, Familien, die das Geld für ihr Leben benötigen. (Abg. Mag. Gaßner: Tagesordnungspunkt 2!) Und Sie kommen her und sagen, die „rasieren“ wir weg, ja, da ist in Ordnung?! – Schäbig ist das! Das sage ich Ihnen wirklich in aller Deutlichkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher gibt es von uns eine Zustimmung – nicht aus einer überschwänglichen Begeisterung, aber es ist hier doch ein Kompromiss gelungen, der diese Personalisierungsfacetten in einer Form enthält, die auch tragfähig ist, und daher die Zustimmung meiner Fraktion erhalten wird. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Musiol: Schauen Sie doch in Ihre eigenen Reihen!
Dass gerade die Grünen nicht mitstimmen wollen, halte ich für bedauerlich, und es ist mir eigentlich auch unverständlich, da, glaube ich, ein Mehr an direkter Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn man auch den Wählerinnen und Wählern mehr Kompetenz gibt. Die Idee, dass man zwei Vorzugsstimmen vergeben muss und davon mindestens eine an eine Frau vergeben werden muss, halte ich für alles andere als sinnvoll. Ich glaube, dass es eher in unserem Sinne sein sollte, dass Frauen gewählt werden wollen – und nicht gewählt werden müssen (Abg. Mag. Musiol: Schauen Sie doch in Ihre eigenen Reihen!) –, und ich glaube auch, dass das eine eindeutige Einschränkung des freien Wahlrechts ist, wenn man einem Wähler vorschreibt, an welches Geschlecht er seine Stimme zu vergeben hat. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Dass gerade die Grünen nicht mitstimmen wollen, halte ich für bedauerlich, und es ist mir eigentlich auch unverständlich, da, glaube ich, ein Mehr an direkter Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn man auch den Wählerinnen und Wählern mehr Kompetenz gibt. Die Idee, dass man zwei Vorzugsstimmen vergeben muss und davon mindestens eine an eine Frau vergeben werden muss, halte ich für alles andere als sinnvoll. Ich glaube, dass es eher in unserem Sinne sein sollte, dass Frauen gewählt werden wollen – und nicht gewählt werden müssen (Abg. Mag. Musiol: Schauen Sie doch in Ihre eigenen Reihen!) –, und ich glaube auch, dass das eine eindeutige Einschränkung des freien Wahlrechts ist, wenn man einem Wähler vorschreibt, an welches Geschlecht er seine Stimme zu vergeben hat. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.
Ziel ist es, dass Vorzugsstimmen in Zukunft nicht irrelevant sind. Es gibt die Möglichkeit, nun auf drei Ebenen – im Wahlkreis, auf der Landesliste und auch im Bund – eine Vorzugsstimme zu vergeben, und ich darf insbesondere alle Zuseherinnen und Zuseher auf ORF III auch dazu einladen, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Ich glaube, eine Personalisierung schadet unserem Wahlrecht nicht. Vielen Dank den Parteien für die Unterstützung bei diesem Vorhaben! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Lettenbichler.
zum Mehrheitswahlrecht sagen, weil immer wieder Vertreter Ihrer Fraktion dem Mehrheitswahlrecht das Wort reden, auch Vertreter der SPÖ. Das Positive an der heutigen Vorlage ist, dass diesbezüglich die Rechtslage mit der jetzigen Reform nicht verändert wird und eine solche Änderung daher in dieser Legislaturperiode auch nicht mehr kommen wird. Das ist beruhigend, denn ich glaube, ein Mehrheitswahlrecht ist demokratiepolitisch bedenklich und vor allem für kleinere Fraktionen ein wirkliches demokratiepolitisches (Zwischenruf des Abg. Mag. Lettenbichler.) – Wie bitte, Herr Kollege? (Abg. Mag. Lettenbichler: Das BZÖ spielt so oder so keine Rolle mehr!) – Wie heißen Sie überhaupt? Sind Sie Abgeordneter? – Ach ja, Entschuldigung. Ich kenne Sie nämlich nicht. Aber ist ja egal, er darf auch einmal runterrufen. Ist ja auch nett. Von der vorletzten Reihe ist es eh schwierig genug, dass man auch hier vorne gehört wird. Ich habe Sie leider nicht verstanden, aber sagen Sie mir das nachher!
Abg. Mag. Lettenbichler: Das BZÖ spielt so oder so keine Rolle mehr!
zum Mehrheitswahlrecht sagen, weil immer wieder Vertreter Ihrer Fraktion dem Mehrheitswahlrecht das Wort reden, auch Vertreter der SPÖ. Das Positive an der heutigen Vorlage ist, dass diesbezüglich die Rechtslage mit der jetzigen Reform nicht verändert wird und eine solche Änderung daher in dieser Legislaturperiode auch nicht mehr kommen wird. Das ist beruhigend, denn ich glaube, ein Mehrheitswahlrecht ist demokratiepolitisch bedenklich und vor allem für kleinere Fraktionen ein wirkliches demokratiepolitisches (Zwischenruf des Abg. Mag. Lettenbichler.) – Wie bitte, Herr Kollege? (Abg. Mag. Lettenbichler: Das BZÖ spielt so oder so keine Rolle mehr!) – Wie heißen Sie überhaupt? Sind Sie Abgeordneter? – Ach ja, Entschuldigung. Ich kenne Sie nämlich nicht. Aber ist ja egal, er darf auch einmal runterrufen. Ist ja auch nett. Von der vorletzten Reihe ist es eh schwierig genug, dass man auch hier vorne gehört wird. Ich habe Sie leider nicht verstanden, aber sagen Sie mir das nachher!
Abg. Amon: In der Revolution oder in der Evolution?
Das Zweite, was mich auch interessiert hätte, Herr Staatssekretär: Wir sind ja in Österreich, was Wahlen anbelangt, irgendwo in der Evolution stecken geblieben. Ich habe das im Ausschuss schon gesagt, leider haben Sie darauf auch nicht repliziert. (Abg. Amon: In der Revolution oder in der Evolution?) – In der Evolution. Evolution, ja; nicht Revolution, sondern Evolution.
Beifall beim BZÖ.
Daher sind wir der Meinung, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist – kein großer Wurf, kein großes Demokratiepaket, aber akzeptabel und durchaus auch in Richtung direkter Demokratie eine Verbesserung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Es sind schon viele Aspekte beleuchtet worden, aber ein Blickpunkt ist noch nicht aufgetaucht: Stellen wir uns vor, es gibt Wahlen und keiner geht hin. – Ein übertriebenes Szenario, ja, aber Tatsache ist: Ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher geht nicht zu den Wahlen. Die Daheimgebliebenen beklagen immer, es ändere sich ohnedies nichts. Da braucht es ein probates Mittel gegen diese Politikverdrossenheit. Unser Rezept ist: Die Bürger sollen mehr als bisher entscheiden, wer sie im Nationalrat vertritt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dieser Neuerung mehr Bürger und Bürgerinnen motivieren können, zu den nächsten Wahlen zu gehen. Das ist ein wichtiges Ziel. Und wenn wir diesem Ziel einen Schritt näher kommen, das wäre schon eine gute Sache. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Nun möchte ich gerne auf die Argumentation meiner Kollegin von der grünen Fraktion, Judith Schwentner, eingehen, die die Befürchtung gehegt hat, dass durch diese Wahlrechtsänderung vielleicht dann weniger Frauen im Nationalrat Platz nehmen könnten. Ich habe diese Angst nicht so massiv, liebe Kollegin Schwentner. Ich habe mir angeschaut, wie es zum Beispiel in meinem Bundesland Tirol ausschaut, auch bei jenen Wahlgängen, wo man schon geübt ist, zum Beispiel bei den Gemeinderatswahlen, Bürgermeister-, Bürgermeisterinnenwahlen. Wenn man sich die Ergebnisse der letzten Wahlen anschaut, zum Beispiel in Lienz, in Wörgl, in Innsbruck oder auch in Hall in Tirol, dann kann man feststellen: Diese vier – für unser Land – relativ großen Städte sind jetzt alle von Frauen regiert! Und das tut den Wahlen und der Demokratie auch sehr gut. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, eines würde sehr wohl wirken – wir haben beim letzten Frauentag darüber gesprochen, und es besteht in unseren eigenen Parteien diesbezüglich sicher auch noch ein großer Diskussionsbedarf –: Wirklich ändern könnten wir etwas, wenn wir bei den Refundierungen, bei der Parteienförderung etwas ändern, wenn wir sagen würden: Jene Parteien, die nicht die entsprechende Frauenquote aufweisen unter denjenigen, die dann nach all den drei Wahlgängen – wir haben ja ein Verhältniswahlrecht – hier im Parlament sitzen, die bekommen schlicht und einfach empfindlich weniger Geld. Da bin ich mir sicher, das würde nützen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Zu dem, was Kollege Westenthaler angesprochen hat, das e-Voting in diesem Bereich: Naja, die Erfahrungen, die man gerade bei der Briefwahl gemacht hat, wie da vorgegangen wurde, lässt mich am Prinzip der geheimen Wahl schon sehr zweifeln. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Was passiert denn, wenn ich zum Beispiel als 16-, 17-Jähriger, der zum ersten Mal wählt, zu Hause meinen Laptop aufklappe und der Papa, der vielleicht in einem politischen Netzwerk drinnen ist, sagt: Geh, jetzt wählst du zum ersten Mal, und du bist so geschickt am Computer, zeig mir das doch gleich einmal!? – Da möchte ich sehen, welcher Jugendliche da sagt: Lieber Papa, mein geheimes Wahlrecht ist mir so heilig, geh bitte hinaus aus dem Zimmer, wenn ich jetzt wähle!
Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.
Nein, Sie wollen sogar so weit gehen, das Wort „Wahl“ auszuhebeln, indem Sie sagen, wenn jemand wählen geht, muss er verpflichtend eine Frau mitwählen, sonst wird die Stimme vielleicht ungültig werden. (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.)
Abg. Mag. Hammer: Das ist absurd, so was!
Das steht dem Prinzip der Wahl diametral entgegen! (Abg. Mag. Hammer: Das ist absurd, so was!) Wenn ich wähle – geheim, frei und gleich –, dann suche ich mir aus, wen ich wähle. Und offensichtlich liegt es nur an Frauenpolitikerinnen wie Ihnen und wie Ihnen, dass die Frauen Sie nicht wählen. Das ist nämlich das Problem! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Das steht dem Prinzip der Wahl diametral entgegen! (Abg. Mag. Hammer: Das ist absurd, so was!) Wenn ich wähle – geheim, frei und gleich –, dann suche ich mir aus, wen ich wähle. Und offensichtlich liegt es nur an Frauenpolitikerinnen wie Ihnen und wie Ihnen, dass die Frauen Sie nicht wählen. Das ist nämlich das Problem! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Denn: Die Frauen, die in Österreich leben, haben solch ein theoretisches Elfenbeinturm-Gequatsche satt. Die Frauen in Österreich haben andere Probleme. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt können die Bürgerinnen und Bürger diese Arbeit noch besser schätzen und würdigen, indem sie diese Politiker auch bei der Mitwirkung durch Vorzugsstimmen besser unterstützen. Ich glaube, das stärkt auch unsere Position als Mandatare, weil unsere Arbeit in den Regionen von den Bürgern entsprechend honoriert und durch eine Vorzugsstimme belohnt werden kann. Dadurch können die Wähler bei der Mandatsvergabe mehr mitwirken und auch hier die Bedeutung entsprechend unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wichtig ist, dass der Bürger entsprechend mitwirken kann, und das wird durch diese Novelle gestärkt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das war nicht einmal eine Quote, das war ein Fleckerlteppich!
Ich trete diesem Vorschlag der Kollegin Schwentner nicht bei, weil ich mir das in Praxis schwer vorstellen kann. Aber, bezüglich dessen, was wir heute insbesondere von den Kollegen der FPÖ hinsichtlich einer Quotenregelung wieder gehört haben, sage ich Ihnen, Herr Kollege Vilimsky: Sie haben gesagt, wir sollen die Frauen ins Hohe Haus holen und den roten Teppich ausrollen – der muss aber bei Ihnen sehr kurz gewesen sein! (Abg. Silhavy: Das war nicht einmal eine Quote, das war ein Fleckerlteppich!) Wenn ich schaue, so sind in Ihrer Fraktion nämlich gerade einmal sechs weibliche Frauen dabei. (Abg. Dr. Rosenkranz: Na ja, sechs männliche Frauen haben wir nicht, das stimmt!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Na ja, sechs männliche Frauen haben wir nicht, das stimmt!
Ich trete diesem Vorschlag der Kollegin Schwentner nicht bei, weil ich mir das in Praxis schwer vorstellen kann. Aber, bezüglich dessen, was wir heute insbesondere von den Kollegen der FPÖ hinsichtlich einer Quotenregelung wieder gehört haben, sage ich Ihnen, Herr Kollege Vilimsky: Sie haben gesagt, wir sollen die Frauen ins Hohe Haus holen und den roten Teppich ausrollen – der muss aber bei Ihnen sehr kurz gewesen sein! (Abg. Silhavy: Das war nicht einmal eine Quote, das war ein Fleckerlteppich!) Wenn ich schaue, so sind in Ihrer Fraktion nämlich gerade einmal sechs weibliche Frauen dabei. (Abg. Dr. Rosenkranz: Na ja, sechs männliche Frauen haben wir nicht, das stimmt!)
Beifall bei der SPÖ.
Immer wieder die Quote im Sinne einer Beleidigung zu nennen ist, ebenso wie die Nachfrage nach einer Qualifikation, der ganzen Diskussion unwürdig. Es ist eigentlich widersinnig, dass ich auf Ihre Argumente eingehe, weil Sie es ohnehin nicht verstehen. Sie werden nie verstehen, warum wir hier in unserer Republik nach wie vor eine Quotenregelung brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Königsberger-Ludwig. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir über eine Männerquote sprechen müssen. (Demonstrativer Beifall der Abg. Königsberger-Ludwig. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja auch nicht richtig angewandt!
Zum Herrn Kollegen Westenthaler, der das e-Voting kurz erwähnt hat: Ich trete diesem Vorschlag eher nicht bei, denn wir haben gesehen, was das e-Voting bei den ÖH-Wahlen ausgelöst hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ja auch nicht richtig angewandt!)
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal zusammengefasst, und das ist heute in der Diskussion noch überhaupt nicht vorgekommen – leider ist die Frau Innenministerin nicht da, aber, Herr Staatssekretär, Sie werden es Ihrer Ministerin sicher ausrichten –: Wir haben eine Ausschussfeststellung beschlossen. Ich glaube, dass es sehr, sehr wichtig ist – gerade auch im Rahmen dessen, dass wir jetzt die Nationalrats-Wahlordnung mit den Vorzugsstimmen ändern –, dass wir die Bevölkerung wirklich, und da meine ich wirklich objektivst, mit einer Informationskampagne seitens des Innenministeriums informieren. Ich hoffe auch, dass die Frau Innenministerin die Anregung aus dem Ausschuss aufnimmt, nämlich, die Kandidaten und Kandidatinnen auf der Homepage besser zu präsentieren, damit natürlich für alle Kandidaten und Kandidatinnen die gleiche Ausgangsposition herrschen kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben es noch immer nicht verstanden, Herr Kollege!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Steßl-Mühlbacher, da Sie mich direkt angesprochen haben und unseren roten Teppich hier kritisiert haben: Es stimmt, ja, ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen bei uns aktiv werden. Frauen haben bei uns einen roten Teppich. Bei Ihnen ist das System offenbar jenes, dass Männer verdrängt werden müssen, obwohl sie möglicherweise gleich qualifiziert sind und die gleiche politische Eignung vorbringen. (Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben es noch immer nicht verstanden, Herr Kollege!) Ich halte es für den falschen Weg und für einen schlechten Weg, politische Eignungen davon abhängig zu machen, welches Geschlecht eine Person hat. Das ist ein Zugang, den wir nicht wollen. (Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben überhaupt nichts verstanden!) Dennoch gebe ich Ihnen recht, dass es begrüßenswert wäre, wenn mehr Frauen in die politische Entscheidungsfindungen miteingebunden werden könnten.
Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben überhaupt nichts verstanden!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Steßl-Mühlbacher, da Sie mich direkt angesprochen haben und unseren roten Teppich hier kritisiert haben: Es stimmt, ja, ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen bei uns aktiv werden. Frauen haben bei uns einen roten Teppich. Bei Ihnen ist das System offenbar jenes, dass Männer verdrängt werden müssen, obwohl sie möglicherweise gleich qualifiziert sind und die gleiche politische Eignung vorbringen. (Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben es noch immer nicht verstanden, Herr Kollege!) Ich halte es für den falschen Weg und für einen schlechten Weg, politische Eignungen davon abhängig zu machen, welches Geschlecht eine Person hat. Das ist ein Zugang, den wir nicht wollen. (Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher: Sie haben überhaupt nichts verstanden!) Dennoch gebe ich Ihnen recht, dass es begrüßenswert wäre, wenn mehr Frauen in die politische Entscheidungsfindungen miteingebunden werden könnten.
Zwischenruf des Abg. Plessl.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, im Fremdenrecht, im Asylrecht läuft sehr, sehr vieles falsch. Ich habe den Eindruck, die Regierungsfraktionen machen da die Augen zu. (Zwischenruf des Abg. Plessl.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Was Ihr für einen Schwachsinn redet, das ist ja unpackbar!
Ich halte noch einmal fest: Wir haben überhaupt kein Problem damit, dass ehrliche Asylsuchende, sofern sie Schutz benötigen, diesen Schutz in Österreich natürlich erhalten sollen. Wir müssen nur einer Entwicklung Herr werden, wo sehr, sehr viele mit falschen Erwartungen zu uns kommen, in kriminelle Organisationen eingeschleust werden und wo wir dann für diese vermeintliche Gutmenschlichkeit die Zeche zu zahlen haben, während rund um uns in Europa die Leute die Augen zumachen, die Asylsuchenden zu uns weiterschicken, weil sie wissen, die Österreicher und die Österreichische Regierung sind – ich will das Wort jetzt nicht verwenden – ausreichend, um das Problem nach Österreich zu verlagern und es nicht länger in Italien oder irgendwo in Osteuropa zu haben. (Abg. Königsberger-Ludwig: Was Ihr für einen Schwachsinn redet, das ist ja unpackbar!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche Sie, darüber einmal ernsthaft nachzudenken und wirklich auch Lösungen vorzulegen und nicht nur irgendwelche schwammigen Anpassungen vorzunehmen, die in Wahrheit nichts bringen und den Status quo nur noch verschlimmern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es ist uneingeschränkt möglich, diesen Gesetzesänderungen zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Amon: Aber jetzt ist er als Vertreter der Innenministerin hier!
Die Innenministerin glänzt bei dem wichtigen Thema gerade durch Abwesenheit, und ich kann feststellen, dass sie vom Herrn Staatssekretär vertreten wird, der sich bei jeder Gelegenheit für nicht zuständig für Asyl und für Menschenrechtsschutz erklärt und ständig betont, er wird erst zuständig, wenn jemand eine Niederlassungsbewilligung besitzt. (Abg. Amon: Aber jetzt ist er als Vertreter der Innenministerin hier!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Allerdings gibt es auch sehr negative Punkte. Leider ist die Zeit zu kurz, um alle Aspekte, die in der Regierungsvorlage enthalten sind, im Detail zu besprechen. Einen möchte ich jedoch nicht unerwähnt lassen. Und zwar: Teilweise sind wegen der neuen Verwaltungsgerichtsbarkeit neue Bestimmungen umzusetzen. Die neue Verwaltungsgerichtsbarkeit – und das haben letztendlich auch die Grünen bei den parlamentarischen Verhandlungen durchgesetzt – sieht eine vierwöchige Frist für eine Bescheidbeschwerde vor. Was sieht jetzt diese Regierungsvorlage vor? – Die Halbierung dieser Frist von vier Wochen auf zwei Wochen für Asylwerber als einzige Gruppe, die eine Ausnahme darstellen soll. Für alle anderen betroffenen Personen gibt es in der neuen Verwaltungsgerichtsbarkeit eine Beschwerdefrist von vier Wochen. Ausgerechnet für die verletzlichste Gruppe, die Schutzsuchenden, gilt die halbe Frist, zwei Wochen. Auch das haben wir der SPÖ und der ÖVP zu verdanken. Allein das wäre Grund genug, dem Ganzen nicht zuzustimmen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre höchste Zeit, umzudenken und daranzugehen, die Ausländergesetze zu vereinfachen, vollziehbarer, nachvollziehbarer, aber auch humaner zu machen. Wir finden, es ist nie zu spät dazu. Deshalb möchte ich Sie auffordern, diese Punkte, die heute zur Debatte stehen, nicht umzusetzen und sich schleunigst an eine Totalreform dieser sogenannten Ausländergesetze zu machen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kollege Vilimsky, es sei mir gestattet, als Erstes eine Anmerkung zu machen. Ich habe das schon gesagt, als wir das Bundesamt für Fremdenrecht und Asyl beschlossen haben: Verwaltungsreformatorisch war das ein Meilenstein, darin waren wir alle uns einig. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Lieber Kollege Westenthaler, wenn es nichts ist, über hundert Behörden auf eine zu reduzieren, dann frage ich mich.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wenn Sie so wollen, sage ich das jetzt weltanschaulich: Von äußerst links bis äußerst rechts ist es immer sehr schwierig. Gehen Sie hinaus und fragen Sie irgendjemanden, warum ein Polizist bei einer Grenzkontrolle ganz normale Tätigkeiten, von denen jeder Österreicher denkt, dass er sie sowieso machen darf, nicht durchführen dürfte. Wir regeln das jetzt. Und was soll das um Gottes willen für ein „Verbrechen“ – unter Anführungszeichen – sein? Das ist die größte Normalität dieser Welt. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir setzen jetzt einige Richtlinien-Anpassungen um, andererseits nehmen wir auch Anpassungen vor, damit das Bundesamt im Jänner entsprechend funktionieren kann. Ich darf Sie wirklich bitten und appelliere an Sie, diesen Vorlagen im Interesse der Sache Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Aber was uns fehlt, ist nicht, dass Kollege Kößl einen Abänderungsantrag in epischer Breite vorlesen kann, sondern dass wir endlich einmal eine umfassende Gesetzesnovelle diskutieren, mit der wir all diese Gesetzesmaterien zu einem einheitlichen Fremdenrecht in einem Guss zusammenführen und damit die Verfahren noch mehr beschleunigen und noch mehr Rechtssicherheit bieten. Das wäre das, was wir uns wünschen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da muss ein Riegel vorgeschoben und klar gesagt werden: Wer mit solch einer gekauften Aufenthaltsgenehmigung ertappt wird, der muss sofort wieder abgeschoben werden, denn der hat kein Recht, hier zu bleiben; der hat dieses Recht verwirkt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Jugendobmann Jakob Auer!
Gekommen sind 1 500 – Sie haben im Ausschuss die Liste vorgelesen –, davon eine große Zahl von ehemaligen Handballern und Volleyballern, die zwar alle nirgends mehr aufgenommen werden, aber interessanterweise unter diesem Titel plötzlich über die Rot-Weiß-Rot-Card ins Land kommen. Wo die alle spielen werden? – Darauf freue ich mich. Vielleicht in einer Seniorenauswahl, vielleicht gründet die ÖVP eine Seniorenhandballmannschaft. (Abg. Grosz: Jugendobmann Jakob Auer!) Aber das kann ja nicht Sinn und Zweck der Rot-Weiß-Rot-Karte sein.
Beifall beim BZÖ.
Sie müssen eben zur Kenntnis nehmen, dass das gesamte Modell der Rot-Weiß-Rot-Karte in Wirklichkeit nicht funktioniert. Das ist das, was wir Ihnen von Anfang an gesagt haben. Hätten Sie sich nur unser Modell, unser Punktesystem des sogenannten Ausländerchecks angesehen. Das wäre von vornherein eine bessere Lösung gewesen. Sie hätten die Richtigen im Land gehabt und nicht die Falschen. Sie hätten die Richtigen wieder hinaus befördert und nicht die Falschen. Das ist im Prinzip eine Politik, wie wir sie uns vorstellen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Zum anderen möchte ich noch die Änderung des Grenzkontrollgesetzes ansprechen. Sehr geehrte Frau Kollegin Korun! Die Abgleichung von Fingerabdrücken mit diversen Datenbanken ist nur bei Vorliegen begründeter Zweifel an der Identität des Reisenden möglich. Für mich ist das ein wichtiger Punkt, damit die Sicherheit auch weiterhin aufrechterhalten werden kann. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Daher ist diese Maßnahme meiner Überzeugung nach gerechtfertigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum anderen möchte ich noch die Änderung des Grenzkontrollgesetzes ansprechen. Sehr geehrte Frau Kollegin Korun! Die Abgleichung von Fingerabdrücken mit diversen Datenbanken ist nur bei Vorliegen begründeter Zweifel an der Identität des Reisenden möglich. Für mich ist das ein wichtiger Punkt, damit die Sicherheit auch weiterhin aufrechterhalten werden kann. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.) Daher ist diese Maßnahme meiner Überzeugung nach gerechtfertigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist erfreulich, dass mit dieser Gesetzesänderung ein weiterer Puzzlestein zur Verwaltungsreform geschaffen wurde. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Petzner: Wie wollt ihr sie reformieren?
Wir vom Team Stronach fordern eine Generalreform der Fremdengesetz- beziehungsweise der Asylgesetzrichtlinien, denn nur so können wir die großen Fehler, die in diesen Gesetzen enthalten sind, oder diese bürokratischen Hürden reformieren. (Abg. Petzner: Wie wollt ihr sie reformieren?)
Ruf bei der SPÖ: Was ist eine „gebürtige Serbin“?
Ich möchte jetzt aber an einem anderen Fall demonstrieren, wie schwierig und problematisch diese Materie ist. Ich bin vor ein paar Tagen von einer Frau, einer gebürtigen Serbin, angesprochen worden. Sie ist in Vorarlberg geboren worden, mittlerweile knapp über 40, eine gebürtige Serbin (Ruf bei der SPÖ: Was ist eine „gebürtige Serbin“?), die die serbische Staatsbürgerschaft hat, die serbische Eltern hat, die waren damals nicht österreichische Staatsbürger. Sie ist in Vorarlberg geboren, spricht waschechten Vorarlberger Dialekt – für die Frau da hinten. Diese Dame hat 20 Jahre lang in Vorarlberg gelebt, hat dort einen unbegrenzten Aufenthaltstitel gehabt und hat dann, als sie 20 Jahre alt war, nach Serbien geheiratet. Die ganze Familie, Geschwister, Eltern, lebt seit über 40 Jahren in Vorarlberg. Und jetzt wird es interessant: Jetzt ist diese Frau geschieden und möchte zu ihrer Familie zurück. Sie hat versucht, hier einen Aufenthaltstitel zu bekommen über einen Saisonnier-Job; das war nicht möglich, weil alles schon ausgebucht ist.
Abg. Dr. Rosenkranz: Der Frank könnte helfen!
meiner Ansicht nach repariert werden müssen. Da muss man humanitär handeln. Da muss man schauen, wo man da helfen kann. (Abg. Dr. Rosenkranz: Der Frank könnte helfen!) Ich glaube, da hapert es gewaltig im Gesetz, wenn wir solch bürokratische Hürden haben.
Beifall beim Team Stronach.
Da sollte man wirklich einmal Vernunft walten lassen und das Fremdengesetz wirklich so reformieren, dass es menschlich vollziehbar ist und dass die Menschen das auch richtig verstehen können und nachvollziehen können. Dann wären wir auf dem richtigen Weg, Frau Minister. Ich kann Ihnen nur anbieten, packen wir es gemeinsam an. Wir vom Team Stronach wollen, dass hier alle an einem Strang ziehen, eine vernünftige Lösung finden, bei der wir sagen können, da haben wir wirklich etwas für das Volk getan, da haben wir etwas für Österreich getan. Vernünftige Lösungen – das wäre das Richtige, Frau Minister. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall der Abg. Königsberger-Ludwig.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Alle Thematiken, die jetzt genannt wurden, speziell was in der morgigen „Kronen Zeitung“ steht, haben nicht unmittelbar etwas mit der Novelle, die heute vorliegt, zu tun. Daher verstehe ich jetzt einmal prinzipiell die Aufregung nicht. Diese schwierige und problematische Sache mit Italien, das kann man, denke ich mir, nur im Bereich des europäischen Asylwesens regeln. Da haben wir sicherlich – und da sind auch Sie, Frau Ministerin, gefordert – alle Schritte seitens Österreich zu setzen, damit wir da zu einer gemeinsamen Lösung kommen. (Beifall der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Antrag steht auch, dass das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl dafür zuständig ist, die Kinder bei der Suche ihrer Eltern zu unterstützen. Ich sage einerseits, Danke, Frau Ministerin, dass diese Änderung dann auch gelungen ist. Ich denke, es ist zum Wohl der Kinder, dass das so formuliert wurde, daher werden wir der Vorlage zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Korun: Es geht auch um die Länder!
Es kommen interessanterweise meistens von den Grünen Ideen wie: Man soll das mit der Kontrolle nicht so genau nehmen bei den Fingerabdrücken. Das ist wirklich etwas ganz Gemeines, dass man da Fingerabdrücke nimmt, um zum Beispiel Identitäten festzustellen, damit man zum Beispiel eine Sicherheit hat, wenn jemand vielleicht schon einen Asylantrag in England gestellt hat oder in Deutschland oder in Italien. Dass dann auf einmal eine österreichische Asylbehörde draufkommt: Moment einmal, Sie lügen uns an, Sie waren schon ganz woanders – da sind die Grünen auf einmal nicht so dabei. (Abg. Mag. Korun: Es geht auch um die Länder!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen sagen ganz klar: Wir wollen die illegale Zuwanderung mit dem Scheinmäntelchen des Asyls nicht haben. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist unsere politische Linie. Das ist ganz einfach. Da wird der Wähler zu entscheiden haben, welcher Linie in diesem schmalen Segment der Politik zu folgen ist.
Ruf beim Team Stronach: Internet! Homepage! – Abg. Hagen: Sie müssen lesen!
Jetzt haben wir auch noch etwas gehört, interessanterweise vom Team Stronach, wo wir immer noch sehnsüchtig auf das Programm warten. (Ruf beim Team Stronach: Internet! Homepage! – Abg. Hagen: Sie müssen lesen!) – Jetzt gibt es schon ein Programm? Die Geheimwissenschaft? Sehr gut! Wir haben zum Thema Fremdengesetz und Asyl noch nicht viel von Ihnen gehört, außer dass wir das Ganze sehr human machen sollen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf jetzt einen kostenlosen Tipp geben, wenn schon dem Team Stronach das Schicksal dieser 40-jährigen gebürtigen Serbin, die in Vorarlberg geboren wurde – da hat Frau Kollegin Bayr schon recht, die gefragt hat, wie eine gebürtige Serbin in Vorarlberg geboren worden sein kann; das ist sehr interessant, aber bitte schön –, so am Herzen liegt: Es gibt die Möglichkeit, dass begüterte Österreicher – vielleicht kennen Sie einen – eine Patenschaft übernehmen. Oder vielleicht kennen Sie einen österreichischen Unternehmer, der in Österreich einen Konzern hat und diese gut qualifizierte, integrierte Person als Schlüsselarbeitskraft einstellt. (Beifall bei der FPÖ.) Vielleicht kennen Sie jemanden, vielleicht ist er gerade nicht in Österreich, aber vielleicht können Sie ihn anrufen oder ihm ein E-Mail schicken. Vielleicht macht es der Onkel Frank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf jetzt einen kostenlosen Tipp geben, wenn schon dem Team Stronach das Schicksal dieser 40-jährigen gebürtigen Serbin, die in Vorarlberg geboren wurde – da hat Frau Kollegin Bayr schon recht, die gefragt hat, wie eine gebürtige Serbin in Vorarlberg geboren worden sein kann; das ist sehr interessant, aber bitte schön –, so am Herzen liegt: Es gibt die Möglichkeit, dass begüterte Österreicher – vielleicht kennen Sie einen – eine Patenschaft übernehmen. Oder vielleicht kennen Sie einen österreichischen Unternehmer, der in Österreich einen Konzern hat und diese gut qualifizierte, integrierte Person als Schlüsselarbeitskraft einstellt. (Beifall bei der FPÖ.) Vielleicht kennen Sie jemanden, vielleicht ist er gerade nicht in Österreich, aber vielleicht können Sie ihn anrufen oder ihm ein E-Mail schicken. Vielleicht macht es der Onkel Frank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Ich denke, das sollen diese Menschen schnell erhalten, das sollen sie auch transparent erhalten, weil ich, Frau Kollegin Korun, auch finde, dass vor allem das menschlich ist, wenn Menschen, die zu uns kommen, rasch wissen, ob sie auch bei uns bleiben können. Ich schätze Ihr Engagement im Fremdenrecht und im Asylrecht wirklich außerordentlich, ich finde nur manchmal, dass Ihre Debattenbeiträge auch nicht dazu beitragen, den Menschen einen sachlichen, reellen Zugang zu diesem Thema zu geben. Sie haben auch heute wieder für mich mit manchen Halbwahrheiten gearbeitet. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Sie, Frau Kollegin Korun, haben in Ihrem Debattenbeitrag, aus meiner Sicht zumindest, diese Verbesserungen nicht berücksichtigt, und ich finde, dass auch so bei der Bevölkerung Ängste geschürt werden. Das ist der eine Punkt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Beifall bei der SPÖ.
Da sind wir alle gemeinsam gefordert, in Zukunft diese Debatte auf der einen Seite nicht immer im Zusammenhang mit Kriminalität zu führen und auf der anderen Seite sie so zu führen, dass wir für alle Menschen die Türen geöffnet haben, sondern man muss darüber sachlich reden. Man muss das ansprechen, was es ist, unterschiedliche Materiengesetze. Dann bin ich überzeugt davon, dass auf der einen Seite Asyl suchende Menschen den Schutz erhalten, den wir ihnen geben möchten, und auf der anderen Seite auch der Zuzug zu uns kommt, den wir mit der Rot-Weiß-Rot-Karte geregelt haben möchten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben in jeder Phase dieser Gesetzwerdung gegen jeden Schritt zum europäischen Überwachungsstaat gestimmt und werden das auch weiterhin tun. Um dieses Missverständnis, das von einigen Parteien und von einigen Kolleginnen und Kollegen sicherlich gewollt ist, zu vermeiden, werden wir auch dieser Novelle unsere Zustimmung verweigern. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt überhaupt keinen Grund, dass man dieser Maßnahme, diesen neuen Gesetzesvorlagen im Schengener Informationsbereich der Generation II nicht die Zustimmung gibt. Ich glaube, dass es auch wichtig ist, dass es eine Zustimmung gibt für die Ausweitung der Korruptionsbekämpfung und die Maßnahmen, die als Gesetzesvorlage vorliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, das ist auch berücksichtigt. Der Datenschutzrat ist sehr stark involviert. Letztendlich aber muss so ein System, das im europäischen Raum wichtig und richtig ist, auch funktionieren. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch hier sei mir eine kurze kritische Anmerkung vorbehalten. Ich denke, es ist grundsätzlich zu hinterfragen, dass das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung im Innenministerium in der Sektion IV angesiedelt ist und nicht nur für die Vergabe von Aufträgen in der Kontrollfunktion zuständig ist, sondern auch die diese Aufgabenvergabe kontrolliert. Das heißt, da ist man selbst der eigene Kontrolleur. Ich denke, dass diese Konstellation der organisatorischen Ansiedelung im Sinne einer transparenten Korruptionsbekämpfung mehr als fragwürdig ist, und meine, dass da zu Recht ein Interessenkonflikt anzunehmen ist. Ich darf die Frau Innenministerin ersuchen, in geeigneter Weise für eine verbesserte, eine transparentere Aufteilung der Kontrolle zu sorgen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: „Gehässig“?
Jetzt möchte ich noch zu Kollegen Rosenkranz etwas sagen. Ich weiß nicht, hat Ihnen das Wahlergebnis in Niederösterreich nicht gut getan? – Ich habe es im Ausschuss schon erlebt, Sie kommen immer mit gehässigen Sachen, die hinten und vorne nicht stimmen. (Abg. Dr. Rosenkranz: „Gehässig“?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ich habe es gelesen! Kabarettreif!
Wie gesagt, unser Parteiprogramm ist im Internet abrufbar; das können Sie lesen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ich habe es gelesen! Kabarettreif!) Das neu überarbeitete wird demnächst vorgestellt. Sie können sich schon darauf freuen. Es gibt eine schöne Überraschung. Sie werden es lieben, ich kann Ihnen das garantieren. (Heiterkeit und Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Rosenkranz: Man braucht nicht mehr ins Kabarett zu gehen!)
Heiterkeit und Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Rosenkranz: Man braucht nicht mehr ins Kabarett zu gehen!
Wie gesagt, unser Parteiprogramm ist im Internet abrufbar; das können Sie lesen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ich habe es gelesen! Kabarettreif!) Das neu überarbeitete wird demnächst vorgestellt. Sie können sich schon darauf freuen. Es gibt eine schöne Überraschung. Sie werden es lieben, ich kann Ihnen das garantieren. (Heiterkeit und Beifall beim Team Stronach. – Abg. Dr. Rosenkranz: Man braucht nicht mehr ins Kabarett zu gehen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin fest davon überzeugt, dass durch diese Bündelung der Kompetenz auch die friktionsfreie Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung und der Korruptionsstaatsanwaltschaft weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich, Frau Innenministerin, noch einmal sehr, sehr herzlich für Ihren Einsatz im EU-JI-Rat, wodurch wir einen wesentlichen Beitrag zur österreichischen Sicherheit leisten konnten. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
diesem Unterstand in meinem Bezirk Gänserndorf kurzfristig mit Dienstzuteilungen abhelfen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Schengener Informationssystem ist ein wichtiger Sicherheitsbaustein für uns Österreicher. Als Bewohner der Grenzregion bedanke ich mich von ganzem Herzen bei unserer engagierten Exekutive und freue mich über die neu gewonnene Lebensqualität im Grenzraum nach der Grenzöffnung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Abkommen über die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz ist für beide Länder wertvoll. Für die Menschen der Republik Moldau bedeutet es neben Hilfe im Ernstfall auch Wertschätzung seitens der Republik Österreich. – Wir stimmen gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei SPÖ und ÖVP.
Aus zeitökonomischen Gründen führe ich nicht noch einmal das Gleiche aus. Das gilt es aus meiner Sicht zu unterstreichen. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Die österreichische Außenpolitik, wie wir vom Team Stronach sie verstehen, sollte schnell, effizient Hilfestellungen anbieten. Im Fall von Naturkatastrophen haben wir hier ein Land, dem wir helfen müssen und auch helfen werden. Die Möglichkeit zur Selbsthilfe ist durch die dort herrschende Armut begrenzt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir vom Team Stronach befürworten eine internationale Zusammenarbeit durch Hilfeleistungen in Katastrophenfällen. – Das war auch kurz und knackig. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Da dieses Gesetz sowohl im Ausschuss Zustimmung fand als auch hier positiv angenommen wird, nehme ich an, dass es auch im Bundesrat beschlossen werden wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Aber uns ist diese Regelung doch etwas zu weitgehend, weil sie sich auf alle Bescheide bezieht. Wir sind da ein wenig in Zweifel, weil es eben auch Fälle geben kann, in denen eine aufschiebende Wirkung durchaus Sinn machen kann. Aus diesen Überlegungen heraus werden wir gegen dieses Verwaltungsgerichtsbarkeits-Anpassungsgesetz stimmen. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mayerhofer: Zu erhoffen!
Abgeordneter Ing. Franz Windisch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen! Mit der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 wurde eine intensiv verhandelte und lange eingeforderte Weichenstellung vorgenommen. Die Zweistufigkeit, das zweistufige System wurde eingeführt. Damit wurde das System schlanker, ein Bürokratieabbau ist zu erhoffen und tritt ein. (Abg. Mayerhofer: Zu erhoffen!)
Beifall bei der ÖVP.
Die vorgelegte Anpassungsregelung trägt genau diesen Zielen Rechnung und wird daher von uns unterstützt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: ... keine aufschiebende Wirkung!
Ich möchte aber noch ganz kurz auf zwei Punkte eingehen (Abg. Krainer: ... keine aufschiebende Wirkung!), weil das Glücksspielgesetz und das Pensionskassengesetz auch davon betroffen sind.
Beifall beim BZÖ.
Schwamm drüber! Es ist jedenfalls hier gelungen, einen Fünf-Parteien-Antrag – ich glaube, es ist sogar ein Sechs-Parteien-Antrag – zustande zu bringen, der heute oder spätestens morgen eingebracht wird und in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses konsensual behandelt werden soll, damit diese Gruppe von rund 150 000 Pensionisten – hauptsächlich aus Oberösterreich und Salzburg, Deutschland-nahe – unterstützt wird, eine unbürokratische, schnelle Hilfe bekommt, im besten Fall eine Hilfe, dass ihnen eben keine Nachzahlung droht und dass man hier auf bilateralem Weg eine Lösung findet. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Widmann: Bei Ihnen hat auch ...!
rufe beim BZÖ.) Das zeigt schon deutlich auf, wie ernst Sie zu nehmen sind, sehr geehrte Damen und Herren vom BZÖ! (Abg. Mag. Widmann: Bei Ihnen hat auch ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei den vorliegenden Gesetzen um die notwendige Anpassung an die bereits beschlossene Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle. Ich bin darüber verwundert, dass wir dazu keine breite Zustimmung in diesem Hause finden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Es ist derzeit so, dass auf der einen Seite Behörden abgebaut, aber auf der anderen Seite Behörden wieder aufgebaut werden. Und das ist aus unserer Sicht nicht wirklich eine Reform, sondern nur eine Umverteilung. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir haben im Dezember zugestimmt, und wer A sagt, muss auch B sagen können. Aus diesem Grund werden wir in der dritten Lesung auch zustimmen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher begrüße ich noch einmal diese Initiative. Denn es kann nicht sein, dass Hundertjährige vom Bayerischen Finanzamt beziehungsweise vom Finanzamt Neubrandenburg sekkiert werden und Steuerbescheide bekommen, die sie unmöglich alleine ausfüllen und bewältigen können. (Beifall bei der FPÖ.)
dieser ist auf dem Weg zu seinem Sitzplatz bei den Abgeordneten Riepl und Mag. Gaßner stehen geblieben
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Zu den zwei aufgeworfenen Fragen: Ich fange mit dem Glücksspiel an, dann kann der Kollege Podgorschek (dieser ist auf dem Weg zu seinem Sitzplatz bei den Abgeordneten Riepl und Mag. Gaßner stehen geblieben) seinen Plauscher absolvieren.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum Abänderungsantrag: Der soll ja zur weiteren Verwaltungsvereinfachung innerhalb der Verwaltungsvereinfachung anstatt dieser Einzelgebühren auch Pauschalgebühren für Eingaben vorsehen, weil das wesentlich zeitgemäßer ist. Das heißt, in aller Kürze zusammengefasst: Ein großer Schritt in der Verwaltungsreform! Und ich halte es für gut, dass dieser heute beschlossen wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht!
Das heißt, Sie machen jetzt etwas gesetzmäßig, bei dem jeder Österreicher, der Steuern hinterzieht, dementsprechend Strafe zahlt, und wenn er in Österreich normale Steuern abführt, wesentlich höhere Beträge zahlt, als er jetzt bei diesem Abkommen zu zahlen hat. (Abg. Krainer: Das stimmt ja gar nicht!) – Selbstverständlich.
Beifall bei der FPÖ.
Aber Sie drehen es ja so, wie Sie es brauchen, einmal bilateral, einmal auf EU-Ebene, gerade wie es Ihnen am besten passt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne, Herr Staatssekretär: Gratulation, Gratulation dir, der Finanzministerin und dem Sektionschef Nolz. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Klar ist: In Fragen der großen wirtschaftlichen Lenkung und in Finanzfragen werden wir auf die Dauer nicht weit kommen, jedenfalls nicht in der ausgerufenen Zielverfolgung – nach mehr Gerechtigkeit, nach mehr Effizienz, nach mehr Treffsicherheit –, wenn wir da immer bilateral vorgehen. Und das ist die Grundsünde. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Aber der Punkt ist ja – und jetzt muss ich die Sozialdemokraten anschauen –: Es ist ja, glaube ich, kein Zufall. Die werden sich auch etwas gedacht haben in der Bundesrepublik Deutschland. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Der sozialdemokratische Sektor ist gerade noch so groß, dass da auch noch welche sitzen. Ich kann nicht immer die Kollegen dort anschauen. Da sitzt Krainer. Krainer habe ich akustisch ver-
Beifall bei den Grünen.
Zu Liechtenstein: Na, die gehen eben nicht bankrott. Die machen das ganze Getriebe ein bisserl effizienter, aber ungerecht, verkehrt, und geradezu bösartig sind diese ganzen Modelle trotzdem! (Beifall bei den Grünen.)
Der Redner deutet in Richtung SPÖ-Bankreihen. – Heiterkeit des Abg. Mag. Rossmann.
Was ist denn jetzt unsere Rolle? Und Sie schnarchen ja schon wieder. (Der Redner deutet in Richtung SPÖ-Bankreihen. – Heiterkeit des Abg. Mag. Rossmann.) Da kann ich Sie nicht unmittelbar beschuldigen, dass Sie da Täter sind, aber Sie von der Sozialdemokratie schnarchen mit, lassen es gewähren, dass die schwarze Position die Regierungsposition ist und die Republik Österreich die Verhandlungsaufnahme mit diesen Steueroasen behindert. Und da diskutieren wir heute den ganzen Tag über Zypern. Das ist doch scheinheilig! So ist es! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was ist denn jetzt unsere Rolle? Und Sie schnarchen ja schon wieder. (Der Redner deutet in Richtung SPÖ-Bankreihen. – Heiterkeit des Abg. Mag. Rossmann.) Da kann ich Sie nicht unmittelbar beschuldigen, dass Sie da Täter sind, aber Sie von der Sozialdemokratie schnarchen mit, lassen es gewähren, dass die schwarze Position die Regierungsposition ist und die Republik Österreich die Verhandlungsaufnahme mit diesen Steueroasen behindert. Und da diskutieren wir heute den ganzen Tag über Zypern. Das ist doch scheinheilig! So ist es! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen sage ich Ihnen: Wenn das so kommen würde, würden wir in wenigen Jahren wesentlich mehr herausholen als die 500 Millionen € jetzt, auch wenn Sie es nicht glauben wollen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Ja, aber warum in der Zukunft null?
Ich sage ganz ehrlich: Die Frage ist nicht, ob 500 Millionen € jetzt oder 2 Milliarden € später, sondern die Frage ist, 500 Millionen € jetzt oder wie in der Vergangenheit null, heute null und auch in der Zukunft null. (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber warum in der Zukunft null?)
Abg. Mag. Kogler: Die fürchten sich jetzt aber!
Das ist die reale Frage, die sich stellt. Insofern ist es für die ehrlichen Steuerzahler kein Schlag ins Gesicht, ein derartiges Abkommen zu machen, sondern es wäre ein Schlag ins Gesicht für die ehrlichen Steuerzahler, wenn wir uns nicht bemühen würden, auch jene zu erwischen, die ins Ausland gehen und glauben, dort ihre Steuern nicht korrekt abführen zu müssen. (Abg. Mag. Kogler: Die fürchten sich jetzt aber!) Insofern ist das genau das Richtige, um auch diejenigen, die versuchen, zu flüchten, mit diesem Abkommen auch dort, wo sie meinen, ihre Schäfchen im Trockenen zu haben, zu erwischen. Deswegen halte ich das für richtig.
Abg. Mag. Rossmann: Das ist aber scheinheilig jetzt!
Worin ich dem Kollegen Kogler zustimme, ist, dass man natürlich auf europäischer Ebene nicht verhindern sollte, dass es darüber hinaus noch Abkommen dazu gibt. (Abg. Mag. Rossmann: Das ist aber scheinheilig jetzt!) Das habe ich auch im Ausschuss schon lange gesagt.
Abg. Mag. Kogler: Aber wir unterlaufen das ja!
Zur Frage der Zinsbesteuerungsrichtlinie habe ich auch im Ausschuss deutlich die Position der Sozialdemokraten vertreten, die in einem gewissen Widerspruch steht zur Position der Finanzministerin. Ich habe überhaupt kein Problem, wenn wir darüber hinaus noch bessere Abkommen auf europäischer Ebene haben, wo dann auch noch die 2 Milliarden € hereinkommen. (Abg. Mag. Kogler: Aber wir unterlaufen das ja!) Ich glaube nur nicht, dass das, was wir heute beschließen, eine Hinderung ist, dass es noch bessere Abkommen in der Zukunft gäbe, wo noch mehr Geld hineinkommt.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber das ist eben ein erster Schritt. Schauen wir, dass wir jetzt die erwischen, die geglaubt haben, sich ihre Steuer zu ersparen, indem sie ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Schauen wir, dass wir sie erwischen und dass es jetzt einen nennenswerten Beitrag von dieser Gruppe gibt. Insofern unterstützen wir diese Abkommen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich wünsche mir, dass es so ist, aber der Hauptvorwurf ist der, dass der ordentliche, fleißige Steuerzahler, der kleine Arbeiter, der Angestellte, der Unternehmer, der Beamte, gar nicht anders kann, als seine Steuern in der entsprechenden Höhe ordentlich zu bezahlen; und der, der sich’s richten kann, der viel verdient, der bekommt den Freibrief von der Frau Minister oder vom Herrn Staatssekretär: Bringt das Geld außer Landes und deklariert es, dann braucht ihr weniger Steuern zahlen als der, der hier in Österreich sein Geld redlich verdient hat. Mit dem BZÖ gibt es das nicht. Wir wollen Steuergerechtigkeit für alle Steuerzahler in Österreich haben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber, wenn das nicht innerhalb dieser Frist stattfindet, Herr Staatssekretär Schieder, dann gibt es die volle Härte des Steuergesetzes, bis hin zu harten Strafen, bis hin zu Gefängnisstrafen. Das wäre ein Ansatz in Richtung Steuergerechtigkeit gewesen. Aber das haben Sie versäumt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Widmann: Ein halbes Jahr!
Aber, Herr Kollege Widmann, es geht doch in Wahrheit darum, was auch Krainer angezogen hat, nämlich die Alternative, kurzfristig 500 Millionen € an Steuermehreinnahmen dingfest zu machen oder die Dinge bis auf Weiteres so laufen zu lassen wie bisher (Abg. Mag. Widmann: Ein halbes Jahr!); wonach die Steuerzahler, die Sie zitiert haben, aus Österreich weiter nach Liechtenstein und in die Schweiz schauen und zur Kenntnis nehmen müssten, dass dort offensichtlich nicht zu wenige Österreicher offensichtlich sehr beachtliche Vermögen und deren Erträge de facto nicht versteuern.
Abg. Mag. Rossmann: Schnell, schnell! – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Da ist schon so etwas wie eine Linie dabei – nämlich die Linie, die nicht nur uns Österreicher angeht, dass die Europäische Union, dass viele andere den Weg gehen, Steueroasen auf dieser Welt schon langsam, aber sicher auszutrocknen. (Abg. Mag. Rossmann: Schnell, schnell! – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist Kollaboration, aber nicht Austrocknen!
Es gilt nicht mehr als fashionable, es gilt nicht mehr als akzeptabel, ganz im Gegenteil, es ist nicht mehr länger hinnehmbar, dass Inselstaaten, Fürstentümer oder sonst jemand auf dieser Welt aus dem Titel Niedrigsteuerstandort, Anonymität und anderes ungerechtfertigte Erträge bezieht und auf der anderen Seite jetzt Länder wie Österreich um Steuern umfallen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist Kollaboration, aber nicht Austrocknen!)
Beifall bei der ÖVP.
Statt dessen wollen wir angemessene, vernünftige, nicht zu hohe, aber auch nicht zu niedrige Steuersätze, ein hohes Maß an Steuerehrlichkeit – und dann aber nicht 99 Prozent der Steuerpflichtigen, die das bezahlen, sondern 100 Prozent. Und das 1 Prozent, das bisher an Steueroasen gehen konnte, das sollte eben über kurz oder lang der Vergangenheit angehören. Und glauben Sie mir, sowohl dieses Abkommen mit Liechtenstein als auch das, was in Zypern gerade abläuft, sind Beiträge in diese richtige Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte mich dem Dank an Herrn Sektionschef Nolz anschließen, dass er auch noch rechtzeitig vor seinem 70. Geburtstag sein zweites steuermäßiges Meisterstück in diesem Bereich abgeliefert hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Folgendes möchte ich auch noch hinzufügen, weil beim nächsten Tagesordnungspunkt auch so ein Fall wieder beschlossen wird: Dadurch, dass wir alle unsere Abkommen auf OECD-Standards umstellen und damit auch Amtshilfe und Informationsaustausch verbessern und sicherstellen, stellen wir auch sicher, dass Steuerhinterziehung, Steuersünder in Zukunft effektiver bekämpft und gefasst werden. Wir knüpfen damit auch ein engeres Netz im internationalen Kampf gegen Finanzverbrechen. Also wie Sie sehen, es ist eine Fülle von Maßnahmen, die sinnvoll sind und es möglich machen, diesem Phänomen nicht nur auf den Grund zu gehen, sondern es auch abzustellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Tamandl: Stronach!
Was dieses Abkommen betrifft, so kann ich den Ausführungen des Kollegen Krainer nichts abgewinnen beziehungsweise keinen einzigen Satz nachvollziehen, denn in Wahrheit sind es jetzt die österreichischen Steuerzahler, die benachteiligt werden. Es sind die Steuerflüchtlinge, die durch einen verminderten Steuersatz belohnt werden und ihr Geld sozusagen in Steueroasen ausgelagert haben. (Abg. Tamandl: Stronach!) – Herr Stronach wohnt in Kanada, wie Sie wissen, Frau Kollegin. – Aber je nach Betrag soll eine Abgeltungssteuer eingehoben werden, und diese Abgeltungssteuer wird in Zukunft zwischen 15 und 38 Prozent liegen. Eine Studie belegt, dass es in Österreich einen Spitzensteuersatz gibt, und zwar von 50 Prozent. Somit nimmt Österreich hier eine Vorreiterrolle im europäischen Vergleich ein.
Abg. Riepl: Wo zahlt der Stronach seine Steuer?
Einer Studie der KPMG ist zu entnehmen, dass es anscheinend modern ist, in Zeiten der Wirtschaftskrise den Steuersatz zu erhöhen. In dieser Studie heißt es wörtlich: „Der Aufwärtstrend ist das Ergebnis einer mangelnden wirtschaftlichen Erholung und steigender Schulden“, weiters, dass neue Steuersätze für Spitzenverdiener festgelegt wurden oder temporäre Steuern, um ganz einfach Budgetlöcher zu stopfen. (Abg. Riepl: Wo zahlt der Stronach seine Steuer?)
Beifall beim Team Stronach.
Meine Damen und Herren! Diesem Abkommen werden wir, so wie es hier vorliegt, nicht zustimmen. Es ist so eine klare Benachteiligung der Steuerzahler in Österreich gegenüber den österreichischen Steuersündern in Liechtenstein gegeben, da die Strafsteuer quasi unter dem Steuersatz in Österreich liegt und es dann auch noch eine Absolution für diese Leute gibt. Diesem Entwurf oder diesem Vorschlag ist jedenfalls nicht zuzustimmen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Team Stronach fordere ich einfach auf, in einer der nächsten Reden zu sagen, wo Frank Stronach eigentlich genau Steuern zahlt, weil ich glaube, das interessiert das gesamte Haus. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
In einer Situation, in der derjenige, der durch dieses Steuerabkommen amnestiert wird, weniger Steuern zahlt als der Steuerehrliche, müssen Sie mir einmal erklären, was daran gerecht sein soll. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Weil Sie auch Herrn Sektionschef Nolz erwähnt haben: Ja, ich kenne ihn ja noch aus meiner Zeit aus dem Finanzministerium. Er ist ja wirklich ein Asset, das muss man schon sagen, darum ist er ja auch mit 70 Lebensjahren immer noch Sektionschef. Ich glaube, er scheidet jetzt dann irgendwann aus. Aber Sie sollten sein Wissen besser nutzen, als ihn für solche Steuerabkommen einzusetzen, die nicht der Steuerehrlichkeit dienen und die zu weniger Geld in den Staatskassen führen. Sie sollten ihn für Dinge einsetzen, von denen er ebenfalls viel versteht und die vielversprechender für den österreichischen Bundeshaushalt sind und in Richtung mehr Steuergerechtigkeit gehen, Frau Kollegin Rudas. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Kaufmann-Bruckberger ist zwar jetzt hinausgegangen, aber trotzdem: Wir haben Personen in unserem Kreis, die den wohl bekanntesten Steuerflüchtling – jetzt geht Herr Hagen auch noch schnell hinaus, weil er das nicht hören möchte – in ihren Reihen haben. Und wenn Frau Kollegin Kaufmann-Bruckberger heute gesagt hat, wir sollen Herrn Stronach selbst fragen, dann muss ich dazu sagen: Sagen Sie ihm einmal, er soll Journalisten solche Antworten geben, dass sich die Bevölkerung auch wirklich ein Bild davon machen kann, dass er in Österreich überhaupt keine Steuern bezahlt! (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Kollegin hat es heute angesprochen: Herr Stronach wohnt in Kanada. – Das ist eine Sache, die sehr unehrlich ist, Frau Kollegin, und das ist auch abzulehnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch einmal zum Vorwurf Steuersünder: Jene Personen in unseren Reihen, die von Steuersündern finanziert werden, sollten sich einmal an der eigenen Nase nehmen und über die ungeheuerliche und moralisch ungeziemende Art und Weise nachdenken, die da Anwendung findet. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollegin Aubauer und ich haben vor einiger Zeit eine diesbezügliche Petition mit konkreten Forderungen an die Frau Präsidentin überreicht. Der angesprochene Entschließungsantrag unterstützt diese Forderungen weitgehend. Es ist positiv, dass alle im Parlament vertretenen Fraktionen gewillt sind, hier eine Verbesserung zu erreichen. Wir wollen hoffen, dass es gelingt, durch die verschiedenen Maßnahmen Härten zu vermeiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf von dieser Stelle Frau Finanzminister Maria Fekter und Herrn Staatssekretär Schieder herzlich gratulieren und mich vor allem auch bei Herrn Sektionschef Nolz herzlich bedanken! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Da sind wir ja eh!
Wenn heute jemand in eine Zeitmaschine einsteigen und uns zum damaligen Zeitpunkt sagen würde, dass es im Jahr 2013 ein Abkommen geben wird, bei dem nicht nur an der Quelle eingehoben wird, sondern bei dem auch bei den intransparenten Strukturen, vor allem der Trusts und der Stiftungen, mit einer Enforcement, einer Kontrolle in Liechtenstein etwas eingehoben wird, hätten wir gesagt: Undenkbar! – Da hätten wir uns eher vorstellen können, wie der Peer Steinbrück mit einer Kavallerie einmarschiert. (Abg. Mag. Kogler: Da sind wir ja eh!) Die Wahrscheinlichkeit dafür war nicht hoch, allerdings ist der Druck auf der Welt, das stimmt, natürlich höher geworden.
Abg. Mag. Kogler: Na eh!
Und weil du vorhin die Moral angesprochen hast: Ein Land – und die Kollegin Tamandl hat darauf hingewiesen –, das das Problem des anonymen Sparbuchs dadurch gelöst hat, dass man eine Flat-Tax mit dem halben Steuersatz darüberlegt, tut sich halt relativ schwer, international als der große, besondere moralisch Beseelte aufzutreten. Da haben wir die Hausaufgabe, auch erst einmal eine Bewusstseinsbildung bei uns im Land herbeizuführen. (Abg. Mag. Kogler: Na eh!)
Abg. Ing. Westenthaler: Für die Menschheit!
Ja, es ist ein kleiner Schritt für dieses Parlament, aber es ist ein großer Schritt (Abg. Ing. Westenthaler: Für die Menschheit!) gegen die Steuerhinterzieher. Und hoffen wir, dass die Personen mit Stiftungen in Liechtenstein, die „Silverland“ und sonstige Bezeichnungen haben, gezwungen werden, wenigstens etwas abzuführen. Wir haben auch diesbezüglich im Untersuchungsausschuss einiges mit großem Erstaunen kennengelernt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin sicher, dieses Abkommen ist ein wesentlicher Beitrag – und allemal besser als nichts. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Kaipel.
Die Menschen brauchen Hilfe; wir wollen uns darum bemühen. Werte Kolleginnen und Kollegen, ich möchte mich herzlich bei Ihnen für diesen Sechs-Parteien-Antrag bedanken! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Kaipel.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus wirtschaftspolitischer Sicht sind diese Abkommen zu begrüßen und daher auch die Bitte um eine breite Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke mir, dass dieses Doppelbesteuerungsabkommen sicherlich eine solide Grundlage dafür sein wird, dass sowohl chilenische Firmen möglicherweise Österreich als Headquarter für ihre Aktivitäten im Zentralraum Europas interessant finden könnten als auch hoffentlich vermehrt österreichische Firmen in Chile investieren, in Chile auch Fuß zu fassen versuchen. Und ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Doppelbesteuerungsabkommen eine Grundlage für eine Win-win-Situation für beide Länder legen können. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Zustimmen werden wir hingegen dem Tagesordnungspunkt 14, dem Zollabkommen mit dem Kosovo, weil derartige Zollabkommen natürlich eine wirksame Waffe gegen den Schmuggel, besonders auch den Drogenschmuggel und den Drogenhandel darstellen. Daher werden wir diesem Abkommen mit der Republik Kosovo zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Also ehrlich gesagt, Frau Präsidentin, da müssen wir den Kodex erweitern, denn das ist mehr als scheinheilig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Dass das Wort ein Ordnungsruf ist, ist ohnehin ...! – Abg. Grosz: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf? „Heuchelei“ auch? – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man einmal anpassen! – Abg. Grosz: Das sollte man einmal ausmustern! Das kann aber ich für Sie machen, Frau Präsidentin! Ich bin da Experte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Kogler, ich habe schon mitverfolgt, wie oft dieses Wort in der letzten Stunde gefallen ist. Sie machen es sehr geschickt, indem sie die Scheinheiligkeit nicht unmittelbar Personen unterstellen, und deswegen habe ich auch von Ordnungsrufen abgesehen – nur um das auch klarzustellen, weil Sie mich jetzt direkt aufgefordert haben. (Abg. Brosz: Dass das Wort ein Ordnungsruf ist, ist ohnehin ...! – Abg. Grosz: „Scheinheilig“ ist ein Ordnungsruf? „Heuchelei“ auch? – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte man einmal anpassen! – Abg. Grosz: Das sollte man einmal ausmustern! Das kann aber ich für Sie machen, Frau Präsidentin! Ich bin da Experte!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine Kollegin Bayr hat schon ausführlich über das Thema referiert, und ich möchte daher nur ganz kurz zum Kosovo-Thema Stellung nehmen. Ich glaube, es ist gut und wichtig, dass dieses „schwarze Loch“ – zolltechnisch gesehen – mit österreichischer Unterstützung geschlossen wird. Daher unterstützen wir diese Gesetzesmaßnahme mit voller Überzeugung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch an der Zeit, einmal daran zu denken, Steuern zu harmonisieren und den Steuerwettbewerb innerhalb der Europäischen Union abzustellen. Da geht es auf der einen Seite um die Steuerbemessungsgrundlage und auf der anderen Seite um die Steuersätze insgesamt. Nur so werden wir ein ausgeglichenes Gefüge im Steuersystem Europas erreichen und die Motivation für das Abziehen von Headquartern aus Österreich in andere Länder verhindern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
ein Startpunkt für vertiefte Beziehungen. Daher ist das heute auch ein guter Beschluss. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bedanke mich beim Kollegen Kurt Gaßner, bei seinem Parteifreund Zehentner, vor allem aber auch bei allen Mitgliedern des Finanzausschusses, weil diesbezüglich eine einstimmige Beschlussfassung erfolgt ist. Dafür bedanke ich mich. Ich glaube, wir haben den betroffenen Bäuerinnen und Bauern durchaus wiederum eine Basis dafür gegeben, dass sie in der Zukunft entsprechend wirtschaften können, im Vertrauen darauf, dass die gesetzliche Regelung das hält, was sie vor einem Jahr noch in Aussicht gestellt hat. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!
Dann ist Folgendes geschehen, wovon ich erst heute erfahren habe: Der ORF wollte mit dem Experten der Sozialdemokratie ein Interview machen. (Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!) Der Experte der Sozialdemokratie ist Mitarbeiter des ... (Abg. Grosz: Das ist ein Widerspruch! „Sozialdemokratie“ und „Experte“, das ist ein Widerspruch!) – Geh komm, schau lieber, dass du das nächste Mal noch herinnen bist, und sei ruhig! (Abg. Grosz: Ich bemühe mich!)
Abg. Grosz: Das ist ein Widerspruch! „Sozialdemokratie“ und „Experte“, das ist ein Widerspruch!
Dann ist Folgendes geschehen, wovon ich erst heute erfahren habe: Der ORF wollte mit dem Experten der Sozialdemokratie ein Interview machen. (Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!) Der Experte der Sozialdemokratie ist Mitarbeiter des ... (Abg. Grosz: Das ist ein Widerspruch! „Sozialdemokratie“ und „Experte“, das ist ein Widerspruch!) – Geh komm, schau lieber, dass du das nächste Mal noch herinnen bist, und sei ruhig! (Abg. Grosz: Ich bemühe mich!)
Abg. Grosz: Ich bemühe mich!
Dann ist Folgendes geschehen, wovon ich erst heute erfahren habe: Der ORF wollte mit dem Experten der Sozialdemokratie ein Interview machen. (Abg. Huber: Ist das ein Tiroler? – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt Experten? Hört, hört!) Der Experte der Sozialdemokratie ist Mitarbeiter des ... (Abg. Grosz: Das ist ein Widerspruch! „Sozialdemokratie“ und „Experte“, das ist ein Widerspruch!) – Geh komm, schau lieber, dass du das nächste Mal noch herinnen bist, und sei ruhig! (Abg. Grosz: Ich bemühe mich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da hat er recht!
Dieser unser Experte ist Mitarbeiter der Bundesanstalt für Bergbauernfragen und in Europa in seinem Gebiet weithin anerkannt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da hat er recht!) Nunmehr hat er richtigerweise dem ORF mitgeteilt, man möge das bei der Presseabteilung des Bundesministeriums anmelden und dort sozusagen nachfragen, ob das möglich ist. Man soll es nicht glauben, von der Dame des ORF kam dann an den Herrn Dr. Hoppichler folgende Meldung zurück: Leider wird mir nicht gestattet, mit Ihnen ein Interview zu machen. Das Ministerbüro hat mich stattdessen an Herrn Dr. Girsch, AGES, vermittelt. Mit freundlichen Grüßen.
Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ. – Rufe beim BZÖ: Ein Wahnsinn! Unglaublich! – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Zensur ist das!
Ich empfinde das als einen Affront, wie es ärger nicht mehr geht. (Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ. – Rufe beim BZÖ: Ein Wahnsinn! Unglaublich! – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Zensur ist das!)
Rufe beim BZÖ: Koalitionsbruch!
Herr Dr. Hoppichler ist in diesem Fall nicht Mitarbeiter des Ministeriums im engeren Sinn, sondern er war unser Experte. Das ist ein Affront gegen diesen Experten und auch gegen uns, ihm zu verbieten, dass er ein Interview gibt. (Rufe beim BZÖ: Koalitionsbruch!)
Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Kollege Gaßner hat gerade die Koalition aufgekündigt!
Wenn ich dann weiß, dass der Herr Bundesminister in Brüssel wieder dagegengestimmt hat, dass die Neonicotinoide verboten werden, dann ist mir schon klar, warum dieses Verbot des Interviews kam. Nur: Wenn das Schule macht, dann frage ich mich, wie wir weiter gut zusammenarbeiten sollen. (Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe beim BZÖ. – Abg. Grosz: Kollege Gaßner hat gerade die Koalition aufgekündigt!)
Abg. Grosz: Einer der letzten FPKler! Das muss man photographieren!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Linder. – Bitte. (Abg. Grosz: Einer der letzten FPKler! Das muss man photographieren!)
Abg. Grosz: Kollege Gaßner hat soeben die Koalition aufgekündigt!
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Frau Minister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen! Geschätzte Kollegen! (Abg. Grosz: Kollege Gaßner hat soeben die Koalition aufgekündigt!) – Ich glaube das alleine wird es nicht sein, aber es ist, lieber Kollege Gaßner, berechtigt, dann man diese Dinge aufzeigt, denn ich glaube, das zeugt nicht unbedingt von Fairness.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz – sein Mobiltelefon in die Höhe haltend –: Ich mach ein Photo von dir! Einer der letzten FPKler, der aufrechten!
Wir stimmen zu, weil es diesmal von Vorteil ist, aber in Summe sollten wir länger planen, und speziell von den Regierungsparteien sollten nicht Ad-hoc-Gesetze gemacht werden, die die Bauern wirklich vor Probleme stellen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz – sein Mobiltelefon in die Höhe haltend –: Ich mach ein Photo von dir! Einer der letzten FPKler, der aufrechten!)
Beifall bei den Grünen.
keit in der Besteuerung der verschiedenen Berufsgruppen in diesem Lande führt. Die mit diesen Änderungen verbundenen zeitlichen Verschiebungen nehmen wir mit Zähneknirschen in Kauf, aber wir stimmen zu. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Die ÖVP ist schuld, dass wir impotent werden!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Hohes Haus! Es ist schon bezeichnend, was wir da heute vom Kollegen Gaßner erfahren haben, vor allem in Anbetracht dessen, dass wir uns jetzt so lange in diesem Unterausschuss wirklich eingesetzt haben. Wenn Experten wie ein Dr. Hoppichler bestätigen, dass wir heute diese ganzen Neonics, diese Gifte im Honig haben, wenn Herr Dr. Hoppichler bestätigt, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Impotenzen oder der Unfruchtbarkeiten, die es heute gibt, auf unsere Ernährung, auf das Glyphosat und auf das Genfutter zurückzuführen ist, dann wundert es mich schon, wenn die ÖVP, die ja rein die Industrie vertritt und nicht den Bauern oder den Konsumenten, dann wirklich eine solche Maulkorbaktionen startet. Das ist wirklich unglaublich, Kollege Hörl, und es ist auch bezeichnend. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Die ÖVP ist schuld, dass wir impotent werden!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Dann gibt es auch keine ÖVP mehr! Ich glaube, die Bienen überleben die ÖVP!
Kollege Auer, seien wir ehrlich! Wenn wir den Wissenschaftern nicht glauben und ihr die Bienen umbringt, dann wird Albert Einstein recht haben, der gesagt hat, wenn es keine Biene mehr gibt, gibt es keine Menschheit mehr. Dann gibt es aber auch kein Raiffeisen und keine Industrie mehr. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Dann gibt es auch keine ÖVP mehr! Ich glaube, die Bienen überleben die ÖVP!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Jakob Auer: Ich habe nie optiert! Das ist eine Sauerei!
Ein Schelm, wer dabei Schlechtes denkt. Vielleicht ist es doch eine Lex Auer oder eine Lex Zehentner. Man hat sich doch geeinigt, Herr Abgeordneter Gaßner. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Jakob Auer: Ich habe nie optiert! Das ist eine Sauerei!)
Abg. Dr. Pirklhuber – demonstrativ den Sitzungssaal verlassend –: Jetzt geh’ ich aber raus!
Wenn man bedenkt, dass die Imker ein ähnliches Problem haben – seit 20, 25 Jahren gibt es die Varroamilbe, die ebenfalls mit Insektiziden bekämpft werden muss –, haben wir beide dasselbe Problem: Zielgerichtet eingesetzt funktioniert es. Unfälle sind Unfälle. Leider gibt es bei den Bienen eben sehr viele Verluste durch die Varroa. Manche instrumentalisieren das jetzt politisch und spielen mit sachfremden Aussagen Imker gegen Bauern aus und umgekehrt. Das ist eben ein großes Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber – demonstrativ den Sitzungssaal verlassend –: Jetzt geh’ ich aber raus!)
Abg. Mag. Wurm: Wieso darf der Experte nichts sagen?
Um das darzustellen, gibt es eben die Wissenschaft. Wenn wissenschaftliche Aussagen falsch interpretiert werden, helfen sie nicht weiter. Und wenn sich der Herr Pirklhuber noch so aufpudelt, dann wird es trotzdem nicht anders. Er wiederholt eben (Abg. Mag. Wurm: Wieso darf der Experte nichts sagen?) – Der Experte darf selbstverständlich etwas sagen, aber das Beamtendienstrecht, das im Landwirtschaftsministerium gilt, gilt genauso in allen roten Ministerien, und auch dort ist es so, dass der Vorgesetzte die Aussagen in der Öffentlichkeit tätigt und der Fachmann möglicherweise im Ausschuss genau der richtige ist. Das ist ein völlig korrekter Vorgang gewesen, und das wird wahrscheinlich im BMVIT ganz genauso sein. Wir sollten uns da nicht groß aufregen. Das ist an sich im österreichischen Staat so üblich und so der Brauch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Um das darzustellen, gibt es eben die Wissenschaft. Wenn wissenschaftliche Aussagen falsch interpretiert werden, helfen sie nicht weiter. Und wenn sich der Herr Pirklhuber noch so aufpudelt, dann wird es trotzdem nicht anders. Er wiederholt eben (Abg. Mag. Wurm: Wieso darf der Experte nichts sagen?) – Der Experte darf selbstverständlich etwas sagen, aber das Beamtendienstrecht, das im Landwirtschaftsministerium gilt, gilt genauso in allen roten Ministerien, und auch dort ist es so, dass der Vorgesetzte die Aussagen in der Öffentlichkeit tätigt und der Fachmann möglicherweise im Ausschuss genau der richtige ist. Das ist ein völlig korrekter Vorgang gewesen, und das wird wahrscheinlich im BMVIT ganz genauso sein. Wir sollten uns da nicht groß aufregen. Das ist an sich im österreichischen Staat so üblich und so der Brauch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich hätte gerne über die großartigen Investitionsleistungen der niederösterreichischen Landwirtschaft gesprochen. Mit 45 Millionen € Investitionsförderung haben wir in den letzten sieben Jahren 1 000 Millionen an Investitionen ausgelöst. Das sind über 6 000 Dauerarbeitsplätze in anderen Bereichen. Die Investitionsleistung der Landwirtschaft: alleine 24 000 € pro Betrieb pro Jahr in anderen Sektoren. Das ist eine klasse Geschichte, das sollte so bleiben, und darüber wollen wir uns freuen, den Bauern Danke sagen und für die Zukunft ein gutes Jahr wünschen! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich nochmals für die Einstimmigkeit. Ich wünsche mir diese Einstimmigkeit auch bei vielen anderen Anliegen für die Landwirte und Landwirtinnen, denn ich meine, Neiddebatten sollten hintangestellt werden und die Sachlichkeit sollte hier Einzug halten! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit der heutigen Beschlussfassung können aber jene Landwirte, die bereits mit Planungen oder dem Bau von Gebäuden oder Anlagen begonnen haben, aus Gründen des Vertrauensschutzes – und darauf wurde heute schon hingewiesen – ihre Vorhaben auch nach den damals geltenden rechtlichen Grundlagen umsetzen, und dazu ersuche ich auch um Ihre Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe: Zehentner!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dem Kollegen Tadler war es nicht zu blöd, hier herauszugehen und so quasi unterschwellig zu behaupten, vielleicht sei das eine Lex Auer. (Rufe: Zehentner!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner.
Ich halte ausdrücklich fest, Herr Kollege Tadler: Ich habe bis jetzt noch nie eine derartige Vorsteuermöglichkeit in Anspruch genommen. Und zum Zweiten halte ich fest: Ich habe keine Produktion, die sich mit Schafen und Ziegen beschäftigt. Aber ich verstehe jetzt, warum Ihnen Ihre Fraktion – Ihre frühere Fraktion BZÖ – keine Träne nachweint. Eine derartige Unterstellung ist eine Zumutung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner.)
Zwischenruf des Abg. Pendl.
Meine Damen und Herren, es ist perfid, wenn ein Minister nicht zulässt, dass ein Experte der Sozialdemokratischen Partei befragt wird, und als Alternative vorschlägt, dass der Experte der ÖVP zu befragen ist, denn Kollege Girsch von der AGES – beide sind von Bundesstellen – ist der Experte im Ausschuss gewesen. (Zwischenruf des Abg. Pendl.) Ja, Kollege, so schaut es aus: Der Experte der ÖVP wird befragt, weil der Minister es so will. (Abg. Mag. Wurm: Die Freiheit der Wissenschaft!)
Abg. Mag. Wurm: Die Freiheit der Wissenschaft!
Meine Damen und Herren, es ist perfid, wenn ein Minister nicht zulässt, dass ein Experte der Sozialdemokratischen Partei befragt wird, und als Alternative vorschlägt, dass der Experte der ÖVP zu befragen ist, denn Kollege Girsch von der AGES – beide sind von Bundesstellen – ist der Experte im Ausschuss gewesen. (Zwischenruf des Abg. Pendl.) Ja, Kollege, so schaut es aus: Der Experte der ÖVP wird befragt, weil der Minister es so will. (Abg. Mag. Wurm: Die Freiheit der Wissenschaft!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und jetzt zum Kollegen Schultes: Ich sage Ihnen schon, dass Sie kein Umweltsprecher sind, dass Sie dieses Etikett aber wirklich nicht verdienen! Sie sind ein Chemie- und Interessenlobbyist für die Pestizide, nichts anderes kann man Ihnen zuschreiben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist eine Schande, sage ich, eine Schande, wenn ein Umweltsprecher (Ruf beim BZÖ: AMA-Gütesiegel!) – Es geht nur um die Bienen heute. Es ist eine Schande, wenn ein Umweltsprecher der ÖVP letzten Sonntag bei der niederösterreichischen Imkerei-Jahreshauptversammlung den Imkern droht, wenn sie weiter gegen die Neonicotinoide, also gegen diese Maisbeizmittel auftreten – na, liebe Freunde, hat er dort gesagt, und die Imker haben das verbreitet –, dann wird es eben den Gentechnikmais geben müssen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Ruf beim BZÖ: AMA-Gütesiegel!
Und jetzt zum Kollegen Schultes: Ich sage Ihnen schon, dass Sie kein Umweltsprecher sind, dass Sie dieses Etikett aber wirklich nicht verdienen! Sie sind ein Chemie- und Interessenlobbyist für die Pestizide, nichts anderes kann man Ihnen zuschreiben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist eine Schande, sage ich, eine Schande, wenn ein Umweltsprecher (Ruf beim BZÖ: AMA-Gütesiegel!) – Es geht nur um die Bienen heute. Es ist eine Schande, wenn ein Umweltsprecher der ÖVP letzten Sonntag bei der niederösterreichischen Imkerei-Jahreshauptversammlung den Imkern droht, wenn sie weiter gegen die Neonicotinoide, also gegen diese Maisbeizmittel auftreten – na, liebe Freunde, hat er dort gesagt, und die Imker haben das verbreitet –, dann wird es eben den Gentechnikmais geben müssen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Und jetzt zum Kollegen Schultes: Ich sage Ihnen schon, dass Sie kein Umweltsprecher sind, dass Sie dieses Etikett aber wirklich nicht verdienen! Sie sind ein Chemie- und Interessenlobbyist für die Pestizide, nichts anderes kann man Ihnen zuschreiben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es ist eine Schande, sage ich, eine Schande, wenn ein Umweltsprecher (Ruf beim BZÖ: AMA-Gütesiegel!) – Es geht nur um die Bienen heute. Es ist eine Schande, wenn ein Umweltsprecher der ÖVP letzten Sonntag bei der niederösterreichischen Imkerei-Jahreshauptversammlung den Imkern droht, wenn sie weiter gegen die Neonicotinoide, also gegen diese Maisbeizmittel auftreten – na, liebe Freunde, hat er dort gesagt, und die Imker haben das verbreitet –, dann wird es eben den Gentechnikmais geben müssen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Riepl: Geflüchtet ist er, nicht gegangen! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Unsinn!
Also diese Art von Politik, Herr Kollege Schultes Wo ist er denn jetzt, der Kollege Schultes, wo ist er? – Er ist gegangen, weil er sich dieser Diskussion nicht stellen will, als Kammerpräsident Niederösterreichs. (Abg. Riepl: Geflüchtet ist er, nicht gegangen! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Unsinn!) Kollege Schultes verunglimpft die Imker und erzählt wissentlich die Unwahrheit. Er zitiert die EFSA in falscher Absicht und verdreht völlig die Tatsachen. Und das macht leider auch der Minister Berlakovich.
Abg. Hornek: Pirklhuber, du bist der Letzte, der für die Bauern sprechen kann!
Entscheidung für die Bienen, für die Natur, für die Ökologie in Österreich. Wir werden auch im Interesse der Bäuerinnen und Bauern und der Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden (Abg. Hornek: Pirklhuber, du bist der Letzte, der für die Bauern sprechen kann!) und ein Verbot durchsetzen – gegen die Interessen der Chemieindustrie und gegen die Interessen des Österreichischen Bauernbundes. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Entscheidung für die Bienen, für die Natur, für die Ökologie in Österreich. Wir werden auch im Interesse der Bäuerinnen und Bauern und der Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden (Abg. Hornek: Pirklhuber, du bist der Letzte, der für die Bauern sprechen kann!) und ein Verbot durchsetzen – gegen die Interessen der Chemieindustrie und gegen die Interessen des Österreichischen Bauernbundes. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Pfui!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Da muss man schon etwas ins rechte Licht rücken: Kollege Mayer, Sie stellen sich hierher und sagen, wir haben fast keinen Strukturwandel, den österreichischen Bauern geht es so gut, feiern es da ab und vergleichen innerhalb der EU. – Ja, vergleichen wir einmal! Vergleichen wir bitte Nordtirol mit Südtirol! Was ist eure Politik? – Die Agrardieselrückvergütung habt ihr den Landwirten weggenommen. (Abg. Grosz: Pfui!) Der deutsche Bauer bekommt 26 Cent je Liter, der österreichische null. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – Ich komme schon zur Sache. Der Südtiroler Bauer ist beim Diesel komplett von der Mineralölsteuer befreit, und was macht ihr? – Die Existenzen der Bauern habt ihr ruiniert, und ihr macht weiter. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Zur Sache!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Da muss man schon etwas ins rechte Licht rücken: Kollege Mayer, Sie stellen sich hierher und sagen, wir haben fast keinen Strukturwandel, den österreichischen Bauern geht es so gut, feiern es da ab und vergleichen innerhalb der EU. – Ja, vergleichen wir einmal! Vergleichen wir bitte Nordtirol mit Südtirol! Was ist eure Politik? – Die Agrardieselrückvergütung habt ihr den Landwirten weggenommen. (Abg. Grosz: Pfui!) Der deutsche Bauer bekommt 26 Cent je Liter, der österreichische null. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – Ich komme schon zur Sache. Der Südtiroler Bauer ist beim Diesel komplett von der Mineralölsteuer befreit, und was macht ihr? – Die Existenzen der Bauern habt ihr ruiniert, und ihr macht weiter. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Da muss man schon etwas ins rechte Licht rücken: Kollege Mayer, Sie stellen sich hierher und sagen, wir haben fast keinen Strukturwandel, den österreichischen Bauern geht es so gut, feiern es da ab und vergleichen innerhalb der EU. – Ja, vergleichen wir einmal! Vergleichen wir bitte Nordtirol mit Südtirol! Was ist eure Politik? – Die Agrardieselrückvergütung habt ihr den Landwirten weggenommen. (Abg. Grosz: Pfui!) Der deutsche Bauer bekommt 26 Cent je Liter, der österreichische null. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – Ich komme schon zur Sache. Der Südtiroler Bauer ist beim Diesel komplett von der Mineralölsteuer befreit, und was macht ihr? – Die Existenzen der Bauern habt ihr ruiniert, und ihr macht weiter. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Zur Sache!
Aber eure Politik hat sehr viel bewirkt. Wir sind heute nicht mehr autark, der Grüne Bericht sagt, 88 Prozent des benötigten Getreides produzieren wir. Als Antwort darauf habt ihr Pischelsdorf gebaut, damit die Agrarindustrie, damit Agrana und Raiffeisen noch mehr Millionengewinne machen und ihr Getreide aus dem Osten importieren könnt. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber, Herr Industriesprecher Schultes, was du gesagt hast, ist wirklich – ich will jetzt nicht sagen eine Sünde, aber überlege dir das bitte! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sich hier herzustellen und die Neonicotinoide zu verteidigen, im Wissen, was die Experten gesagt haben, ist eine Frechheit. Das sind chemische Kampfstoffe. Wir wissen, wenn wir den Honig essen, dass diese im Honig drinnen sind und dass das unsere Zellen tötet. Das wissen Sie. Sie wissen, dass das krebserregend ist, und ergreifen hier das Wort für die Industrie. Das ist eine Sauerei. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Bienenmörder!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Bienenmörder!
Aber, Herr Industriesprecher Schultes, was du gesagt hast, ist wirklich – ich will jetzt nicht sagen eine Sünde, aber überlege dir das bitte! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sich hier herzustellen und die Neonicotinoide zu verteidigen, im Wissen, was die Experten gesagt haben, ist eine Frechheit. Das sind chemische Kampfstoffe. Wir wissen, wenn wir den Honig essen, dass diese im Honig drinnen sind und dass das unsere Zellen tötet. Das wissen Sie. Sie wissen, dass das krebserregend ist, und ergreifen hier das Wort für die Industrie. Das ist eine Sauerei. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Bienenmörder!)
Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal.
18 bis 20 Jahre sind diese Giftstoffe im Boden, 18 bis 20 Jahre werden diese nicht abgebaut, sind in jeder Folgefrucht enthalten. Und das ist wirklich, Kollege Schultes, eine Sauerei, dass Sie hier hergehen und die Industrie (Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal.)
Beifall bei der ÖVP. – Na-Rufe beim BZÖ.
Ich kann Ihnen sagen, dass Ihre Aussage – auch wenn Sie mir jetzt den Rücken zukehren – einfach unwahr, falsch, rufschädigend und eine Gemeinheit den Imkern gegenüber ist. (Beifall bei der ÖVP. – Na-Rufe beim BZÖ.)