Eckdaten:
Für die 118. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 869 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Johann Höfinger
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Kirchstetten zur Erhaltung der Hausapotheken“ (Ordnungsnummer 120) (überreicht vom Abgeordneten Johann Höfinger)
überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier
Petition betreffend „Petition zur Sicherung der IC-Zugverbindungen Salzburg–Graz–Salzburg“ (Ordnungsnummer 121) (überreicht vom Abgeordneten Mag. Johann Maier)
Allgemeiner Beifall.
Zweitens bedanke ich mich sehr herzlich bei der Krebshilfe Österreich, die in Kooperation mit uns, mit dem Parlament, bereits heute – und viele von Ihnen tragen ja schon das Pink Ribbon – auf den Internationalen Brustkrebstag am 1. Oktober hinweist. Noch einmal herzlichen Dank! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich begrüße die neue Abgeordnete herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Gleichzeitig hungern Sie sie aus!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir befinden uns in einer wirtschafts- und gesellschaftspolitisch wichtigen Gestaltungsphase. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise erfordert rasche, neue Lösungsansätze der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Die Österreicherinnen und Österreicher erwarten sich von uns vor diesem Hintergrund die Gestaltung zukunftsorientierter Rahmenbedingungen. Und eines steht dabei außer Streit: Bildung und Wissenschaft sind die beste Voraussetzung, unseren Wohlstand zu erhalten, Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Gleichzeitig hungern Sie sie aus!)
Beifall bei der ÖVP.
Viele unserer international anerkannten Wissenschafterinnen und Wissenschafter, viele unserer motivierten, engagierten und leistungsbereiten Studierenden erwarten sich jetzt Lösungen von uns. Was würde das Beibehalten populistischer Wahlversprechen bringen? – Unsere Hochschulen würden in die Mittelmäßigkeit abrutschen. Das gilt es zu verhindern. Daher brauchen wir ein Gesamtkonzept, wir brauchen Lösungen, nicht populistisches Beibehalten vergangener Maßnahmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auge, weil sie aufgrund unserer Rahmenbedingungen international nicht wirklich wettbewerbsfähig sind. Deswegen brauchen wir den Mut, neue Wege zu beschreiten, neue Maßnahmen zu ergreifen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Grünewald: Das kenn’ ich schon!
Meine Damen und Herren! Im Kino und im Fußballstadion ist es selbstverständlich, dass nur so viele Karten zur Verfügung gestellt werden, wie es Sitzplätze gibt. (Abg. Dr. Grünewald: Das kenn’ ich schon!) Es kann nicht sein, dass auf den Universitäten Studierende ohne jegliche Kapazitätsbegrenzungen tagtäglich in überfüllten Hörsälen sitzen müssen. Es ist aber ein Faktum, dass mit der derzeitigen gesetzlichen Regelung jeder Europäer, jede Europäerin in Österreich studieren kann, ohne einen finanziellen Beitrag dafür zu leisten. Herr Bundesminister Töchterle hat daher ein neues Gesamtkonzept vorgelegt, das europakonform ist, das Österreich in die Zukunft bringt und das uns die Möglichkeit gibt, für die Studierenden und für die Wissenschafterinnen und Wissenschafter moderne, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Im Kino und im Fußballstadion ist es selbstverständlich, dass nur so viele Karten zur Verfügung gestellt werden, wie es Sitzplätze gibt. (Abg. Dr. Grünewald: Das kenn’ ich schon!) Es kann nicht sein, dass auf den Universitäten Studierende ohne jegliche Kapazitätsbegrenzungen tagtäglich in überfüllten Hörsälen sitzen müssen. Es ist aber ein Faktum, dass mit der derzeitigen gesetzlichen Regelung jeder Europäer, jede Europäerin in Österreich studieren kann, ohne einen finanziellen Beitrag dafür zu leisten. Herr Bundesminister Töchterle hat daher ein neues Gesamtkonzept vorgelegt, das europakonform ist, das Österreich in die Zukunft bringt und das uns die Möglichkeit gibt, für die Studierenden und für die Wissenschafterinnen und Wissenschafter moderne, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir heißen die Studierenden aus der ganzen Welt bei uns willkommen, aber wir wollen, dass sie nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag für ein Studium in Österreich leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Drei-Säulen-Modell sieht erstens mehr zusätzliche Mittel vor. Herr Bundesminister Töchterle ist in sehr aussichtsreichen Verhandlungen mit Frau Bundesministerin Fekter, dass in der nächsten Leistungsperiode für die Universitäten eine zusätzliche Hochschulmilliarde vorgesehen wird, also mehr Budget mit mehr Qualität. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Drei-Säulen-Modell sieht zweitens ein sozial gerechtes Studienbeitragsmodell vor. „Sozial gerecht“ heißt, jede österreichische Studierende, jeder österreichische Studierende, die/der sozial bedürftig ist, soll nicht aufgrund fehlender ökonomischer Rahmenbedingungen vom Studium abgehalten werden. Die Studienbeihilfe soll ausgebaut werden, aber die Betreffenden sollen auch einen entsprechenden Beitrag leisten. Das gilt für österreichische Studierende, das gilt für europäische Studierende, das gilt für von außerhalb der EU kommende Studierende. Wir brauchen ein sozial gerechtes Studienbeitragsmodell, das die Kinder der Österreicherinnen und Österreicher nach sozialen Kriterien unterstützt, aber allen einen kleinen Beitrag abverlangt, damit nicht die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler Österreichs einen Beitrag leisten für die Kinder der Ölscheichs, die sich das Studium in Österreich sehr wohl leisten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit der Hochschulmilliarde und dem Studienbeitragsmodell zeigt die Österreichische Volkspartei, dass sie unsere Hochschulen nicht im Stich lässt, sondern in die Zukunft investieren und faire Rahmenbedingungen schaffen möchte. Die Studierenden aus der ganzen Welt sind, wie ich schon gesagt habe, bei uns herzlich willkommen, aber das Kriterium, in Österreich zu studieren, soll nicht sein, weil hier alles gebührenfrei ist. Das Kriterium dafür, in Österreich zu studieren, soll sein, weil wir so exzellente, international wettbewerbsfähige Studienangebote haben. Das soll das Kriterium sein, nach Österreich zu kommen, und nicht, weil es hier gratis ist. Wir haben nichts gratis zu vergeben! Wir haben Qualität zu vergeben, und für diese Qualität gilt es einen kleinen Beitrag zu leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein letzter Satz: Es ist nur recht und billig, dass Studierende – nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten – 500 € pro Semester leisten, wenn die Universitäten dies vorsehen – es liegt in der Autonomie der Universitäten –, denn jeder Baumeister in Österreich zahlt 12 000 € aus der Privattasche für seine Ausbildung, und ein Studierender würde für ein Bachelorstudium 3 000 € zahlen. Daher wäre die Höhe dieses Beitrags, den Studierende in Österreich leisten sollten, nur fair und billig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich ist ein kleines Land, das seine Vielfalt bündeln muss. Der Hochschul-Plan ermöglicht uns dies. Er sieht eine Zusammenarbeit der Universitäten vor, einen größeren Beitrag der Universitäten zu mehr Effektivität. Aber wir brauchen Beiträge aller, des Staates, der Privaten und unserer Hochschulen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Karlheinz Töchterle: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liebe Kollegin Karl! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die österreichischen Universitäten haben Qualität und bringen Leistung, um die Generalthemen der heutigen Aktuellen Stunde zusammenzufassen. Ihre Qualität ist international absolut vergleichbar, ihre Leistungen sind es ebenso. Leider kommen in der öffentlichen Debatte meistens nur die Probleme und nicht die Stärken der österreichischen Universitäten und Fachhochschulen zur Sprache. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer.
Der Kern dieses Gesetzes ist die Autonomie der Universitäten. Es ist der schlüssige Gedanke, dass man die Entscheidungen dorthin verlegt, wo man am besten weiß, was einer Institution guttut, was für sie richtig ist, dass man allerdings gute Rahmenbedingungen setzt und innerhalb dieser Rahmenbedingungen die Institutionen sich selbst weiterentwickeln lässt. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Und zu diesem Erfolg darf ich diesem Hohen Haus, das dieses Gesetz beschlossen hat, gratulieren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Vision der Weiterentwicklung der österreichischen Universitäten schaut folgendermaßen aus: Ich will nicht, wie es in manchen Ländern international der Trend ist, hin zu einer Auseinanderentwicklung in ein, zwei starke, international glänzende Forschungsuniversitäten und mehrere darunter befindliche Lehruniversitäten. Ich will, dass in Österreich weiterhin verteilt auf das ganze Bundesgebiet so wie jetzt mehrere ganz starke Universitäten in Forschung und Lehre international höchstes Niveau haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So kann man dieses eine Problem lösen, und man muss nicht mehr von überfüllten Hörsälen, von verschobenen Prüfungen, von nicht durchgeführten Lehrveranstaltungen lesen. Dann ist dieses Problem gelöst, und zwar richtig gelöst. Denn es ist nicht richtig, wenn wir Studierenden zumuten, in überfüllten Hörsälen zu sitzen, und Studierenden, die studieren wollen, vorgaukeln, sie könnten alles studieren, was sie nur wollen, und es wären überall genügend Platz, ausreichende Kapazität und gute Qualität vorhanden. Das ist ein Betrug an den jungen Menschen, sowohl an jenen, die drinsitzen, als auch an jenen, die hinein wollen. Diese Lügen müssen wir ihnen ersparen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bereiche ausnehmen will, die Familien, aber auch Wissenschaft, Forschung und Bildung. Und die Finanzministerin steht zu ihrem Wort. Wie schon gesagt, es ist sehr chancenreich, dass wir für die Hochschulen 2013 bis 2015 eine zusätzliche Hochschul-Milliarde zur Verfügung stellen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Ich bin bereit, diesen Handlungsbedarf im Rahmen des Gesamtkonzeptes Hochschul-Plan zu sehen und anzugehen. Ich bitte Sie um Ihre Mithilfe. Ich bitte Sie darum, gehen Sie mit mir auf diesem Weg. Es ist ein Weg, der für die Zukunft Österreichs extrem wichtig ist. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das hat damit nichts zu tun!
Was die Frage der Studiengebühren betrifft, so ist es tatsächlich nicht so, dass die Sozialdemokratie ein Wahlversprechen einzuhalten hätte. Sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, Sie werden sich daran erinnern, dass wir gemeinsam mit anderen Parteien vor der Wahl die Studiengebühren abgeschafft haben. (Abg. Rädler: Das hat damit nichts zu tun!) Offensichtlich geht es darum, dass – es tut mir leid – die ÖVP bis heute nicht verkraften kann, dass dieser Beschluss gegen die Stimmen der ÖVP gefasst worden ist. Das dürfte eine wesentliche Triebfeder bei der Intention sein, diese Studiengebühren wieder einzuführen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich weiß nicht, warum die ÖVP sich gerade auf eine Abgabe versteift, die in großem Ausmaß die mittelständischen Familien treffen würde. Warum unterstützen Sie uns nicht dabei, dort das Geld für das Budget zu holen, wo Geld vorhanden ist, wo Geld zu holen ist? Warum unterstützen Sie uns nicht entschlossener, intensiver dabei, vermögensbezogene Steuern einzuführen, dort das Geld zu holen, wo es bei Reichen liegt, wo die derzeitige Steuersituation sehr ungerecht ist und wo es viel gerechter wäre, den Hebel entsprechend anzusetzen? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
zusätzlich eine Bildungssteuer zuzumuten, das ist nicht in unserem Sinne und das lehnt die Sozialdemokratie daher auch weiterhin ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Sie sind in der Regierung! – Das gibt’s doch nicht! – Ruf bei der FPÖ: Warum machen Sie es nicht?
Herr Bundesminister, es ist richtig, wir brauchen ein Gesamtkonzept für den österreichischen Hochschulbereich. Daher fordern wir seit vielen Jahren einen Hochschulplan ein, der genau diese strategischen Optionen aufzeigen soll (Abg. Ing. Höbart: Sie sind in der Regierung! – Das gibt’s doch nicht! – Ruf bei der FPÖ: Warum machen Sie es nicht?), in dem auch Effizienzsteigerungen aufgezeigt werden sollen. Das fehlt für eine offensive Hochschulpolitik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, es ist richtig, wir brauchen ein Gesamtkonzept für den österreichischen Hochschulbereich. Daher fordern wir seit vielen Jahren einen Hochschulplan ein, der genau diese strategischen Optionen aufzeigen soll (Abg. Ing. Höbart: Sie sind in der Regierung! – Das gibt’s doch nicht! – Ruf bei der FPÖ: Warum machen Sie es nicht?), in dem auch Effizienzsteigerungen aufgezeigt werden sollen. Das fehlt für eine offensive Hochschulpolitik. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Zuschauerinnen und Zuschauer! Ja, schon bald werden unsere Universitäten wieder ihre Tore öffnen, und überdurchschnittlich viele Studierende werden die Hörsäle überfüllen. Die hohe Zahl an Studenten ist an und für sich sehr erfreulich, stellt aber unsere Universitäten vor große Herausforderungen, sollen sie doch für die Zukunft unseres Landes hervorragende Spitzenkräfte hervorbringen. Qualität ist gefragt, und dazu brauchen wir ein neues Universitätskonzept, mehr Geld und bessere Steuerungsinstrumente. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Dafür haben Sie die Familienbeihilfe entzogen!
Wir brauchen also beste Rahmenbedingungen, um mehr Studierenden einen Studienabschluss zu ermöglichen. Es darf nicht sein, dass ein Studierender heute an der Uni keinen Prüfungstermin bekommt oder gar keinen Platz im Hörsaal vorfindet. (Abg. Neubauer: Dafür haben Sie die Familienbeihilfe entzogen!)
Beifall bei der ÖVP.
Das neue Studienbeitragssystem, welches Bundesminister Töchterle vor etwa zwei Wochen vorgelegt hat, ist wohl eines der sozialsten Studienbeitragsmodelle, die Europa je gesehen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Universitäten erhalten die Möglichkeit, autonom die Studienbeiträge bis zu maximal 500 € festzusetzen. Dieses Modell ist bereits bekannt und erprobt. Die Universitäten erhalten jedoch auch die Möglichkeit, von manchen Studierenden keine Studiengebühren einzuheben, zum Beispiel Studierenden, die wenig finanzielle Mittel zur Verfügung haben, die Studienbeiträge zu stunden oder auch ganz zu erlassen. Dies liegt in der Autonomie der Universitäten und ist somit ein revolutionärer Vorstoß unseres Bundesministers. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Modell sieht darüber hinaus folgende Ausnahmen bei den Studienbeiträgen vor: für alle Studienbeihilfebezieher, für alle Studierenden in Mobilitätsprogrammen. Es gibt Ausnahmen für Studierende, die längere Zeit krank sind. Es gibt Ausnahmen für Studierende, die ein Kind zu betreuen haben, für Studierende mit Behinderung und für Studierende, die beurlaubt sind. Diese Regelung gilt für alle EU- und EWR-Bürger sowie für alle österreichischen Staatsbürger. Von Bürgern aus Drittstaaten, ausgenommen natürlich Entwicklungsländern, kann ein kostendeckender Studienbeitrag eingefordert werden, sodass der österreichische Steuerzahler den ausländischen Studierenden das Studium nicht finanzieren muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Grünen: Deswegen wollen wir ja eine Vermögensteuer!
Das ist soziale Gerechtigkeit! Und ich frage mich: Ist es sozial gerecht, wenn Studierende oder auch deren Eltern, die einen Beitrag leisten könnten, ein Gratisstudium bekommen, zumal sie dann als Akademiker mit einem höheren Einkommen rechnen können? Ist es denn sozial gerecht, wenn die arbeitende Bevölkerung, das heißt, die Billa-Verkäuferin, den Kindern der oberen 80 000, wie unser Herr Bundeskanzler zu sagen pflegt, das Studium zu finanzieren hat? (Ruf bei den Grünen: Deswegen wollen wir ja eine Vermögensteuer!) Ist es sozial gerecht, wenn junge Familien oftmals hohe Beiträge für die Kindergärten zahlen müssen, während etablierte Familien ihre Kinder dann gratis studieren lassen? – Dieser Vergleich stammt aber nicht von mir, sondern von der Landeshauptfrau Burgstaller. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist soziale Gerechtigkeit! Und ich frage mich: Ist es sozial gerecht, wenn Studierende oder auch deren Eltern, die einen Beitrag leisten könnten, ein Gratisstudium bekommen, zumal sie dann als Akademiker mit einem höheren Einkommen rechnen können? Ist es denn sozial gerecht, wenn die arbeitende Bevölkerung, das heißt, die Billa-Verkäuferin, den Kindern der oberen 80 000, wie unser Herr Bundeskanzler zu sagen pflegt, das Studium zu finanzieren hat? (Ruf bei den Grünen: Deswegen wollen wir ja eine Vermögensteuer!) Ist es sozial gerecht, wenn junge Familien oftmals hohe Beiträge für die Kindergärten zahlen müssen, während etablierte Familien ihre Kinder dann gratis studieren lassen? – Dieser Vergleich stammt aber nicht von mir, sondern von der Landeshauptfrau Burgstaller. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich müssen sie so organisiert werden, dass sie von einem guten Beihilfensystem begleitet sind, und das ist auch geplant. Denn es ist ganz klar für uns: Es darf kein Student aus finanziellen Gründen vom Studium ausgeschlossen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Erhöhen wir also die Verbindlichkeit durch Studienbeiträge! Das erhöht auch gleichzeitig die Qualität an unseren Hochschulen und bedeutet soziale Gerechtigkeit. Liebe Kolleginnen und Kollegen, besonders von der SPÖ! Lasst uns eine Brücke bauen! Lasst uns Verantwortung übernehmen für unsere Jugend und für deren Zukunft in Österreich! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Hö-Ruf bei der FPÖ.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zeit: 25 Jahre Regierungsbeteiligung, elf davon den Wissenschaftsminister stellend – das ist eine relativ lange Zeit. Und wie schaut es mit der Arbeit aus? – Den Unis geht es schlechter. Die Universität Wien ist auf Platz 137 abgesunken. (Hö-Ruf bei der FPÖ.) Das Verhältnis Studenten/Lehrer wurde schlechter. Wir haben weniger Geld auf den Universitäten zur freien Verfügung. Und den
Beifall bei der FPÖ.
Und, bitte, führen wir diese Diskussion nicht unter dem Motto, wie es manchmal unter der Bevölkerung gemacht wird, dass wir sagen: Wir haben ja eh schon genug Studierte! De facto ist es ja so – und, Herr Bundesminister, Sie haben es auch gesagt –: Wir haben einen Akademikermangel. Wir haben einen Mangel an Absolventen. Und das ist die Arbeit, die in Summe eine schlechte Leistung gibt – bei zu viel Zeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, wenn Sie sagen, eine Uni-Milliarde, dann wollen wir da klare Aussagen, und nicht nur klare Aussagen, sondern vor allem klare Handlungen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bis jetzt gibt es nur Ideen und einen Plan. Aber wenn man sich die Rede von Frau Kollegin Cortolezis-Schlager von der ÖVP anhört, dann sind ja eigentlich das Wichtigste an diesem Universitätsplan die Studiengebühren. Und wenn man sich jetzt nachfolgend die Ausnahmen davon anhört: Bitte, wir diskutieren über ein paar Milliarden, die nach Griechenland gehen, da wird nicht mit der Wimper gezuckt – aber über die paar Milliönchen, maximal, die da rauskommen können bei diesen Ausnahmen, wird groß diskutiert. Und die sollen die Universitäten retten?! – Das glauben Sie selber nicht, Herr Bundesminister! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin nicht bereit, meine Damen und Herren, hier eine Neiddebatte und einen Populismus zu schüren, denn es wird nur über Studiengebühren gesprochen, es wird nicht gleichzeitig über die Rektorengehälter diskutiert – das wäre aber notwendig –, es wird nicht über die Verwaltungskosten an den Universitäten diskutiert, es wird nicht über die Dienstzeiten des Universitätspersonals diskutiert, und es wird insgesamt nicht über Einsparungen an den Universitäten diskutiert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.
Und daher sage ich ganz klar: Herr Bundesminister, wir unterstützen Sie, wenn Sie die Uni-Milliarde umsetzen wollen – da haben Sie all unsere Kraft dahinter –, aber Nein zu einer Populismus- und Neiddebatte auf dem Rücken der Studenten! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Grünewald –: Jetzt tät’ ich alles klarmachen, langsam!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Grünewald zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Grünewald –: Jetzt tät’ ich alles klarmachen, langsam!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin und Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, solange wir uns nicht darüber einigen können, was wir unter Qualität verstehen, wird jede Diskussion im Beliebigen enden. Und wenn ich jetzt höre, dass Kino und Oper letztlich die Uni-Politik bestimmen sollen, und von Öl-Scheichs mit ihren unzähligen Kindern und Frauen gesprochen wird, die die arme Billa-Verkäuferin noch finanzieren muss, muss ich sagen: Billa-Verkäuferinnen verdienen nicht so viel, dass mit ihren Steuern dieses System finanziert wird, und zwar nicht wesentlich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das ist richtig!)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde daher sehr darum bitten – auch Sie, Frau Präsidentin –, dass auf uns geschaut wird, auf die Qualität der Ausschüsse, wo man hin und wieder den Eindruck hat, die Parteien entsenden hier nach einem Glücksrad-Prinzip des Peter Rapp und die Leute sitzen drinnen und sagen das, was ihr Chef ihnen befiehlt. Das kann es ja nicht sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wären Sie bei der Akademie der Wissenschaften und ihrem Festakt im heurigen Jahr gewesen, wo Ihr herausragender Wissenschafter Professor Lutz, ein Demograph, einen Vortrag über Bildung gehalten hat! Den hätte ich gerne hier gehört. Vielleicht glauben Sie ihm! Er sagt, breite Bildung hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit, auf das BIP, auf das Lebensalter, auf die Handlungsspielräume und die Emanzipierung von Leuten. Und er sagt dazu vor der honorigen Gesellschaft durchaus vielfach sehr konservativer Leute: Einzelne Prestigeobjekte oder Eliteeinrichtungen können diesen Effekt einer breiten Bildung nicht induzieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ganz zum Schluss: Ich bitte wirklich alle – auch von der Präsidiale abwärts, alle Sektoren und alle Menschen –: Lassen Sie sich auf das Abenteuer Bildung ein und schauen wir, dass wir einen qualitativen Beitrag leisten, um Universitäten, ForscherInnen und Studierenden gerecht zu werden! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir diskutieren auch eine Menge von Skandalen in Österreich, wir diskutieren auch die Griechenland-Hilfe derzeit im Hohen Haus, und wissen Sie, was das alles gemeinsam hat mit der Situation, die die Studierenden in Österreich vorfinden? – Es ist ein Skandal, wie diese jungen Menschen in Österreich studieren müssen: an Massenuniversitäten, oft unter widrigen Bedingungen, die die Voraussetzungen für ein gutes Studium vermissen lassen und ein solches nicht ermöglichen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Das ist unerhört!
Und es ist ein Skandal, wenn wir in zwei Wochen 2,3 Milliarden € Steuergeld ganz locker nach Griechenland nachschießen, aber an den Unis ein paar Millionen fehlen. (Ruf beim BZÖ: Das ist unerhört!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, wer so Politik macht, darf sich dann nicht wundern, wenn die Menschen diese Politik nicht mehr mittragen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und es ist ein Skandal, wenn wir in zwei Wochen 2,3 Milliarden € Steuergeld ganz locker nach Griechenland nachschießen, aber an den Unis ein paar Millionen fehlen. (Ruf beim BZÖ: Das ist unerhört!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, wer so Politik macht, darf sich dann nicht wundern, wenn die Menschen diese Politik nicht mehr mittragen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!
Die Gegenthese, die offenbar der Linksblock vertritt, lautet: Alles gratis, Massenstudium, jede Menge Ausländer auch in Österreich, ohne Qualität, nach dem Motto: Tut, was ihr wollt! – Dabei kommt nichts heraus, und das sieht man auch. In Österreich beträgt die Abschlussquote 20 Prozent. (Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!) Von fünf Studenten, die beginnen, wird gerade einmal einer fertig. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Blödsinn!) Der OECD-Schnitt liegt bei 40 Prozent. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Dr. Graf: Das ist ein Blödsinn!
Die Gegenthese, die offenbar der Linksblock vertritt, lautet: Alles gratis, Massenstudium, jede Menge Ausländer auch in Österreich, ohne Qualität, nach dem Motto: Tut, was ihr wollt! – Dabei kommt nichts heraus, und das sieht man auch. In Österreich beträgt die Abschlussquote 20 Prozent. (Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!) Von fünf Studenten, die beginnen, wird gerade einmal einer fertig. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Blödsinn!) Der OECD-Schnitt liegt bei 40 Prozent. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Die Gegenthese, die offenbar der Linksblock vertritt, lautet: Alles gratis, Massenstudium, jede Menge Ausländer auch in Österreich, ohne Qualität, nach dem Motto: Tut, was ihr wollt! – Dabei kommt nichts heraus, und das sieht man auch. In Österreich beträgt die Abschlussquote 20 Prozent. (Abg. Dr. Grünewald: Das stimmt nicht!) Von fünf Studenten, die beginnen, wird gerade einmal einer fertig. (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Blödsinn!) Der OECD-Schnitt liegt bei 40 Prozent. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege, lesen Sie es nach! Ich kann Ihnen das belegen! Das ist kein Thema. Das ist Tatsache. Viele bleiben auf der Strecke, und dafür ist dieser Linksblock, bei dem auch die FPÖ mit dabei ist, voll mitverantwortlich. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?
Der Kollege von den Grünen hat die Leistung und auch die Gehälter der Rektoren angesprochen, und auch die FPÖ hat das angesprochen. Herr Kollege Van der Bellen! Soweit ich informiert bin, sind Sie Unibeauftragter der Stadt Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?) Und soweit ich informiert bin, bekommen Sie für diese Tätigkeit oder Nichttätigkeit 220 000 € pro Jahr von der Stadt Wien, von Herrn Häupl beziehungsweise von der SPÖ. Was ist Ihre Leistung dabei, Herr Kollege Van der Bellen? Was ist Ihre Leistung? – Wir wissen es nicht! Wir wissen es nicht. Ist das Parteienfinanzierung? Ist das Korruption? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!) Ist das der nächste Skandal, den es hier in Österreich aufzudecken gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!
Der Kollege von den Grünen hat die Leistung und auch die Gehälter der Rektoren angesprochen, und auch die FPÖ hat das angesprochen. Herr Kollege Van der Bellen! Soweit ich informiert bin, sind Sie Unibeauftragter der Stadt Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?) Und soweit ich informiert bin, bekommen Sie für diese Tätigkeit oder Nichttätigkeit 220 000 € pro Jahr von der Stadt Wien, von Herrn Häupl beziehungsweise von der SPÖ. Was ist Ihre Leistung dabei, Herr Kollege Van der Bellen? Was ist Ihre Leistung? – Wir wissen es nicht! Wir wissen es nicht. Ist das Parteienfinanzierung? Ist das Korruption? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!) Ist das der nächste Skandal, den es hier in Österreich aufzudecken gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der Kollege von den Grünen hat die Leistung und auch die Gehälter der Rektoren angesprochen, und auch die FPÖ hat das angesprochen. Herr Kollege Van der Bellen! Soweit ich informiert bin, sind Sie Unibeauftragter der Stadt Wien. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das?) Und soweit ich informiert bin, bekommen Sie für diese Tätigkeit oder Nichttätigkeit 220 000 € pro Jahr von der Stadt Wien, von Herrn Häupl beziehungsweise von der SPÖ. Was ist Ihre Leistung dabei, Herr Kollege Van der Bellen? Was ist Ihre Leistung? – Wir wissen es nicht! Wir wissen es nicht. Ist das Parteienfinanzierung? Ist das Korruption? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist Korruption!) Ist das der nächste Skandal, den es hier in Österreich aufzudecken gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Diese Punkte müssen wir bei einer ordentlichen und gerechten Diskussion, die Sie von den Grünen ja immer in Anspruch nehmen, näher betrachten, tatsächlich aufzeigen und aufdecken. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Grünewald: Da zählen die Südtiroler dazu!?
Schauen Sie etwa an die Universität Innsbruck: Was haben Sie getan? Kollege Kickl von der FPÖ, ich finde es nicht lustig, wenn 42 Prozent der Studierenden Ausländer sind! (Abg. Dr. Grünewald: Da zählen die Südtiroler dazu!?) Nicht dass wir gegen Auslandsstudenten oder so wären! Ganz im Gegenteil! Aber es geht um die Verhältnismäßigkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, und es geht auch darum, wer dafür zahlt. Und es freut mich ganz besonders, dass der Wissenschaftssprecher der FPÖ, Kollege Graf, dazu lächelt. 42 Prozent Ausländer in Innsbruck, und der Wissenschaftssprecher der FPÖ lächelt dazu. Das ist nicht der Weg, den wir vom BZÖ gehen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Schauen Sie etwa an die Universität Innsbruck: Was haben Sie getan? Kollege Kickl von der FPÖ, ich finde es nicht lustig, wenn 42 Prozent der Studierenden Ausländer sind! (Abg. Dr. Grünewald: Da zählen die Südtiroler dazu!?) Nicht dass wir gegen Auslandsstudenten oder so wären! Ganz im Gegenteil! Aber es geht um die Verhältnismäßigkeit, meine sehr geehrten Damen und Herren, und es geht auch darum, wer dafür zahlt. Und es freut mich ganz besonders, dass der Wissenschaftssprecher der FPÖ, Kollege Graf, dazu lächelt. 42 Prozent Ausländer in Innsbruck, und der Wissenschaftssprecher der FPÖ lächelt dazu. Das ist nicht der Weg, den wir vom BZÖ gehen! (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir brauchen auch ein Ende der sinnlosen Voranmeldung. Diese war ein völliger Flop. Den sollten Sie abschaffen! Sie bekommen in Teilbereichen auch Unterstützung vom BZÖ betreffend den Hochschulplan, wenn es um Qualität geht, wenn es um Strukturreformen geht, wenn es darum geht, wirklich gute Voraussetzungen für die Studierenden zu schaffen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Frau Präsidentin, ich komme schon zum Schlusssatz.
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte nicht, dass am Ende dieser Periode Herr Faymann, Herr Töchterle oder Herr Spindelegger einander in der Regierung fragen: Wo war deine Leistung in der Hochschulpolitik? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kickl: Vielleicht sollte der Kanzler inserieren!
Deswegen ist es, wie ich glaube, wichtig, darüber zu diskutieren, welche die Ziele der Universitätspolitik sind. Wohin wollen wir unsere Unis führen? Worum soll uns die ganze Welt im Hinblick auf unsere Absolventen beneiden? Wie schaffen wir es, dass mehr Frauen auf die Technische Universität gehen? – Es ist wichtig, solche Themen zu behandeln, anstatt zu überlegen, wie man es schafft, Zugänge zu erschweren und Studierende abzuhalten, und wenn es nur damit ist, dass man ständig unsere Universitäten schlechtredet. (Abg. Kickl: Vielleicht sollte der Kanzler inserieren!)
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal: Deshalb verstehe ich die Diskussion nicht, die hier von jenen geführt wird, die sich tagelang und nächtelang Gedanken darüber machen, wie sie junge Menschen davon abbringen, auf die Universität zu gehen! – Das ist nicht unser Job! Unser Job ist es, junge Menschen zu motivieren, einen Bildungsabschluss zu machen und sich weiterzubilden, und hier die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Daher möchte ich, dass wir alle hier einen Strategiewechsel vornehmen, und daher freut es mich, dass der Minister angekündigt hat, dass ein Hochschulplan nicht von oben herab, sondern unter Einbindung der Beteiligten erstellt werden soll. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.
Das heißt, klären wir die Fragen: Was ist das Ziel unserer Universitätspolitik? Wie schaffen wir es, die 2 Prozent Budget, die wir beschlossen haben, auch einzuhalten? Wie sieht der entsprechende Stufenplan aus? Wie können wir die Universitäten dazu bringen, Studierende zu werben, und folglich ein Finanzierungsmodell schaffen, das von Globalbeiträgen weggeht und flexible Beträge je nach Studierendenzahl an die Universitäten liefert? (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler.) Wir müssen klären, wie wir es schaffen, die Orientierungsphasen, die wir beschlossen haben, mit Leben zu füllen, damit junge Menschen wirklich wissen, dass es mehrere Fächer und nicht nur die zehn gibt, die überfüllt sind.
Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte? So ein Unsinn!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich selber habe mit und ohne Studiengebühren studiert – und es hat sich genau nichts geändert. Es gab keinen Unterschied. (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte? So ein Unsinn!) Es war genauso überfüllt wie vorher. Die Studienbedingungen haben sich nicht geändert!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Deswegen noch einmal mein Appell. Der Trend geht in Richtung Abschaffung von Studiengebühren. Die besten Universitäten sind weltweit Universitäten ohne Studiengebühren. Ich glaube, wir sollten dem internationalen Trend folgen und dabei bleiben, dass die Studiengebühren nicht eingeführt werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie – auch die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP – um noch etwas bitten: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine echt zornige Generation bekommen. (Abg. Dr. Bartenstein: Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen!) Wir verwehren nämlich jungen Menschen die Rechte, die die ältere Generation hatte. Ich glaube, hier sitzen einige Kreisky-Kinder, also einige Personen, die wegen Kreisky studieren konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie – auch die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP – um noch etwas bitten: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine echt zornige Generation bekommen. (Abg. Dr. Bartenstein: Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen!) Wir verwehren nämlich jungen Menschen die Rechte, die die ältere Generation hatte. Ich glaube, hier sitzen einige Kreisky-Kinder, also einige Personen, die wegen Kreisky studieren konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Verwehren Sie Ihren Kindern nicht das, was Kreisky Ihnen ermöglicht hat. Kreisky hat die Türen zur Universität geöffnet. Ich bitte Sie: Verschließen Sie die Türen nicht! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Ist das Kind ehelich oder unehelich?
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Herr Bundesminister! Jetzt kann man es sich aussuchen: Unser Kreisky-Kind sagt: Wir brauchen mehr Studierende! (Abg. Grosz: Ist das Kind ehelich oder unehelich?) Kollege Deimek sagt: Wir brauchen mehr Absolventen! – Wenn ich es mir aussuchen kann, dann bin ich bei Herrn Kollegen Deimek, weil es wichtig und richtig ist, dass wir mehr Absolventen brauchen, die auch auf dem Arbeitsmarkt entsprechend benötigt werden.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man als Mandatar im Wahlkreis unterwegs ist und sich mit Betriebsleitern kleiner und mittlerer Betriebe unterhält, dann hört man: Das mit dem Studieren ist schon recht und schön, aber eigentlich bräuchte ich mehr Lehrlinge und Facharbeiter. Es gehen aber alle an die Hochschule und studieren, weil das nichts kostet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Frau Kollegin Rudas hat das angesprochen: Was ist besser geworden durch Studiengebühren? – Da muss ich die Frage stellen: Was hat sich verbessert, als die Studiengebühren abgeschafft wurden? Es ist der Fall eingetreten, dass den Universitäten wieder einmal 150 Millionen € im Budget fehlen, das zweckgebunden war. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch ein Beispiel aus der Praxis: Eine landwirtschaftliche Meister-Ausbildung kostet 1 800 €, die derjenige selbst bezahlen muss. Er muss Zeit opfern und ein ganzes Jahr Kurse besuchen. Und letzten Endes wird er für sein Produkt wahrscheinlich nicht mehr erhalten, und der bewirtschaftete Grund und Boden wir dadurch auch nicht mehr wert. Aber ein Absolvent einer Hochschule, ein fertiger Akademiker, kann damit rechnen, dass er in der Berufswelt wahrscheinlich später zu den besser Verdienenden gehört. Und daher ist es mehr als gerecht, wenn man dafür einen Studienbeitrag leistet, auch wenn es in Zukunft nur – wie ich jetzt sage – maximal 500 € sein werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in den meisten Umfragen, in denen es um Studiengebühren geht, ein Großteil der Bevölkerung befürwortet, dass sie wieder eingeführt werden sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte noch etwas festhalten: Die Nationalratssitzung im September 2008 war wirklich keine Sternstunde! Ich war damals noch nicht hier im Hohen Haus, ich habe mir das am Fernseher angesehen, und ich dachte mir: Was ist das? Ist das ein Basar oder ein Stimmenkauf? Jeder hat seine Klientel bedient, und damals wurde auch der Riesenfehler mit der Abschaffung der Studiengebühren begangen, der eigentlich – wie alle sagen – nicht hätte passieren dürfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
angekündigt hat, sicherlich sehr zu begrüßen! Ich meine nämlich: Man darf auch etwas Leistung von den Studierenden verlangen, das ist nicht verkehrt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Man kann sich aber schon ausmalen, dass natürlich speziell Ihre Jugendorganisationen wieder Sturm laufen werden, und so manche Hochschulbesetzungen sind ja bereits vorprogrammiert. – Ich erinnere mich daran, wie es letztes Mal abgelaufen ist, als der Hörsaal besetzt wurde und man letztlich nach der Räumung, als die Sicherheitskräfte die Personen hinausbugsiert hatten, oft nicht mehr wusste, ob es sich jetzt um irgendeinen Sandler von der Straße oder doch um einen Studenten handelte. Und ich möchte sehr wohl auch von dem Sachschaden sprechen, der dabei angerichtet wurde. Dieser betrug mehrere tausend Euro beziehungsweise, wie ich glaube, sogar mehrere hunderttausend Euro, und diesen Schaden mussten wieder einmal die Steuerzahler bezahlen und nicht die Personen, die ihn angerichtet hatten! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
In Hinblick darauf frage ich mich schon: Soll das goutiert werden? Soll das die geistige Elite von morgen sein? – Ich glaube nicht! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP.
Letzten Endes geht es um die Wertschätzung der Bildungseinrichtung. Es geht darum, die Plätze optimal zu nützen und die inaktiven Studenten zu motivieren, mehr zu tun, denn es ist erschreckend, wenn man hört, dass ein Drittel der Studierenden prüfungsinaktiv ist. Ich glaube, dieser Missstand muss unbedingt behoben werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abschließend möchte ich aber trotzdem auf die soziale Komponente eines Studienbeitrages hinweisen: Es werden ja die sozial Schwächeren unserer Gesellschaft, Studienbeihilfenbezieher sowie Studierende, die ein Kind betreuen müssen, ausgenommen, und auch krankheitsbedingte Einschränkungen, die jemand in Kauf nehmen muss, und so weiter und so fort werden berücksichtigt. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass eine Einkommensgrenze für Studiengebühren auch den Mittelstand entsprechend entlasten würde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.
Ein Wort zu Kollegen Widmann. Ich widme mich diesem Thema sonst nicht viel, aber ich möchte sehr wohl festhalten: Wenn Sie Südtiroler, die in Innsbruck studieren, als Ausländer bezeichnen, dann ist das Ihr Problem, aber nicht das Problem, das wir haben! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Sehr geehrter Herr Bundesminister, Sie sind entzaubert! Sie sind wirklich entzaubert, denn wir haben die Hoffnung gehegt, dass Sie als Mann aus der Praxis, als Rektor, der dieses Ministeramt jetzt bekleidet, endlich eine andere Note in die Diskussion bringen werden! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Was ich heute von Ihnen gehört habe, hätte ich aber auch vom Pressesprecher Ihres Bundesministeriums hören können! Die
Beifall bei der FPÖ.
Sie, Herr Bundesminister, sind offensichtlich, wie Ihre Vorgängerin und Ihre Vorgänger und wie die gesamte ÖVP, in diesem Punkt beratungsresistent und nicht mehr bereit, in Alternativen zu denken. – Ich sage immer: Wer als Politiker nicht mehr bereit ist, Alternativen durchzudenken und durchzuargumentieren, der hat seinen Job verfehlt! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Früher studierte man in den meisten Fächern acht Semester; heute ist das gleiche Studium mit zehn Semestern im Minimum begrenzt. (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) Selbstverständlich ist das so! Damit erhöhen Sie schrittweise die Zahl der Studierenden, ohne dass Sie etwas tun und ohne dass es in Zukunft einen Akademiker mehr gibt, um 20 Prozent.
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben genug Geld. Sie haben selbst in der Anfragebeantwortung beauskunftet, dass Sie 330 Millionen € frei zur Verwendung in Ihrer Rücklage im Ministerium haben. Dann geben Sie diesen Betrag endlich für die Universitäten aus und versuchen Sie nicht, wieder neue Steuern und Abgaben einzuführen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir hören permanent, dass man in Österreich durchschnittlich sieben Monate für den Staat arbeitet. Sieben Monate – aufgrund der Lohnnebenkosten, Steuerbelastungen, Abgaben und Gebühren! Die ÖVP – das nehme ich zur Kenntnis – möchte jetzt, dass eine Studierenden-Familie auch noch ein achtes Monat ihr Einkommen an den Staat abliefert. Das ist keine Perspektive! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ihre internationalen Vergleiche hinken alle. Alle! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Wenn Sie sagen, im Umland gibt es Studienbeiträge, dann sage ich: In Ordnung, führen wir zunächst die Steuer- und Abgabenquote unserer Nachbarstaaten in Öster
Beifall bei der FPÖ.
reich ein, dann führen wir auch die Studienbeiträge ein! (Beifall bei der FPÖ.) Damit habe ich überhaupt kein Problem. Wir haben 43,5 Prozent Steuer- und Abgabenquote. In keinem vergleichbaren Land in der OECD finden Sie eine derart hohe Quote – und Sie wollen neue Gebühren einführen, damit die Quote 45 Prozent beträgt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Das ist die Unternehmerpartei und die angebliche Steuerersparnis-Partei ÖVP?! Das ist nicht in Ordnung! Reden wir über Chancengleichheit für unsere Studierenden und nicht darüber, wie wir sie vom tertiären Studium fernhalten können und wie wir sie bestmöglich abzocken können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
reich ein, dann führen wir auch die Studienbeiträge ein! (Beifall bei der FPÖ.) Damit habe ich überhaupt kein Problem. Wir haben 43,5 Prozent Steuer- und Abgabenquote. In keinem vergleichbaren Land in der OECD finden Sie eine derart hohe Quote – und Sie wollen neue Gebühren einführen, damit die Quote 45 Prozent beträgt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Das ist die Unternehmerpartei und die angebliche Steuerersparnis-Partei ÖVP?! Das ist nicht in Ordnung! Reden wir über Chancengleichheit für unsere Studierenden und nicht darüber, wie wir sie vom tertiären Studium fernhalten können und wie wir sie bestmöglich abzocken können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
reich ein, dann führen wir auch die Studienbeiträge ein! (Beifall bei der FPÖ.) Damit habe ich überhaupt kein Problem. Wir haben 43,5 Prozent Steuer- und Abgabenquote. In keinem vergleichbaren Land in der OECD finden Sie eine derart hohe Quote – und Sie wollen neue Gebühren einführen, damit die Quote 45 Prozent beträgt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Das ist die Unternehmerpartei und die angebliche Steuerersparnis-Partei ÖVP?! Das ist nicht in Ordnung! Reden wir über Chancengleichheit für unsere Studierenden und nicht darüber, wie wir sie vom tertiären Studium fernhalten können und wie wir sie bestmöglich abzocken können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister Töchterle, Sie haben richtigerweise gesagt, glaube ich, dass es Kapazitätsgrenzen gibt. Das zu leugnen sei eine Lüge, die wir den Studentinnen und Studenten ersparen sollen oder müssen. Ich habe gedacht, auf den ersten Blick würde ich dem zustimmen, weil ich Erfahrungen gemacht habe, gerade darin, was es bedeutet, in einem sogenannten Massenfach zu studieren; vielleicht komme ich noch darauf zu sprechen. Auf der anderen Seite, Herr Bundesminister, wissen Sie natürlich genauso gut wie ich, dass der Begriff „Kapazität“ keine naturwissenschaftliche – wie soll ich sagen? – gottgegebene Qualität hat, sondern dass Kapazität natürlich eine abhängige Variable ist, nämlich abhängig von den Finanzmitteln für Infrastruktur, für Räume, für Lehrende, für Professoren, et cetera, et cetera, die einer Universität zur Verfügung stehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass sich die Universität passiv an jede Nachfrageveränderung bei den Studierenden anpassen kann, aber man muss schon dazusagen, dass Kapazität etwas ist, das wir als Politiker, als Minister, als Parlament gestalten müssen. – Das habe ich bei Ihren Ausführungen peinlich vermisst. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Kickl: Hauptsächlich Marx wahrscheinlich!
Ich weiß, was das heißt, in einem Massenfach zu studieren. Anfang der sechziger Jahre – ich habe Ihnen hier im Plenum das schon einmal erzählt, glaube ich – war das grauenhaft! Erstes Proseminar: 250 Teilnehmer, Thema: Karl Marx, Adam Smith (Abg. Kickl: Hauptsächlich Marx wahrscheinlich!) und noch irgendjemand, dessen Namen ich vergessen habe, und der größte Witz war, dass ich ein Genügend bekommen habe, obwohl ich in diesem sogenannten Proseminar nichts verstanden habe. Diese Erfahrung möchte ich niemandem zumuten. Die Situation ist dann schlagartig, nein, nicht schlagartig, langsam besser geworden zu Zeiten der schwarzen Alleinregierung gegen Ende der sechziger Jahre und sehr rasch dann unter Hertha Firnberg, für mich immer noch eine der größten Hochschulreformerinnen des 20. Jahrhunderts.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
200 000 Studenten netto zahlen, alle zahlen 500 € pro Semester – das sind nach Adam Riese 200 Millionen € pro Jahr. Rechnen wir dann großzügig die 300 Millionen dazu, die Sie angekündigt haben, die aber natürlich noch nirgendwo festgeschrieben sind. Der Bundesfinanzrahmenplan, meine Damen und Herren, muss geändert werden für diese 300 Millionen, die noch kommen sollen. Aber nehmen wir einmal an, der Plan wird geändert, die 300 Millionen wird es geben, weil die Finanzministerin, die in diesem Fall ja wichtiger ist als der Wissenschaftsminister, sich überzeugen lässt, dass diese Ausgabenerhöhung tatsächlich zentral ist, dann haben wir 300 Millionen und 200 Millionen aus den Studiengebühren. Das ergibt für das Jahr 2015 immer noch eine Lücke von 1,5 Milliarden € pro Jahr. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Bis zum Jahr 2020 wollen wir dann noch die restlichen 1,5 Milliarden aufbringen. – An welche privaten Mittel denken Sie dabei noch, Herr Minister? Ich weiß, es gibt Mäzene in Österreich; Bertalanffy, ein österreichischer Industrieller, zum Beispiel hat einige Millionen € gespendet für das Institute of Science and Technology in Gugging. Hannes Androsch, ein österreichischer Industrieller, hat sehr viel Geld gespendet für die Akademie der Wissenschaften. Aber 1,5 Milliarden pro Jahr, Herr Bundesminister, werden Sie wohl nicht ernsthaft auf diese Weise aufbringen können und wollen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Also wenn Sie in diesem Zusammenhang schon von Lebenslügen sprechen, dann hoffe ich doch, dass dieses 2-Prozent-Ziel bis zum Jahr 2020 nicht auch noch zu diesen Lebenslügen zählen wird.
Beifall bei den Grünen. – Rufe beim BZÖ: Aber dem Steuerzahler gegenüber! Das ist Steuergeld!
Herr Kollege vom BZÖ, Herr Widmann: Jemandem gegenüber, der mich als „Lehrbeauftragten“ bezeichnet und – wie eben – durch seine Ausführungen beweist, dass er in keiner Weise rechnen kann, bin ich nicht rechenschaftspflichtig! (Beifall bei den Grünen. – Rufe beim BZÖ: Aber dem Steuerzahler gegenüber! Das ist Steuergeld!) Für meine Tätigkeit für die Stadt Wien bin ich dem Bürgermeister, der Stadtregierung in Wien und dem Gemeinderat in Wien rechenschaftspflichtig, aber sicher nicht solchen Wichten wie Ihnen!
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Herr Bundesminister, abschließend: Geld ist nicht alles, das wissen wir schon (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber warum blockiert das Ministerium Kooperationen, die ja schon stattfinden wollen zwischen der Angewandten und dem Konservatorium, das formal eine Privatuniversität der Stadt Wien ist? (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Dort, wo durch Kooperationen Synergieeffekte möglich sind, sagt das Ministerium: Sorry, geht nicht!, statt auf der Stelle eine Novelle vorzulegen, die derartige Kooperationen ermöglicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Herr Bundesminister, abschließend: Geld ist nicht alles, das wissen wir schon (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber warum blockiert das Ministerium Kooperationen, die ja schon stattfinden wollen zwischen der Angewandten und dem Konservatorium, das formal eine Privatuniversität der Stadt Wien ist? (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Dort, wo durch Kooperationen Synergieeffekte möglich sind, sagt das Ministerium: Sorry, geht nicht!, statt auf der Stelle eine Novelle vorzulegen, die derartige Kooperationen ermöglicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Bundesminister, abschließend: Geld ist nicht alles, das wissen wir schon (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), aber warum blockiert das Ministerium Kooperationen, die ja schon stattfinden wollen zwischen der Angewandten und dem Konservatorium, das formal eine Privatuniversität der Stadt Wien ist? (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Dort, wo durch Kooperationen Synergieeffekte möglich sind, sagt das Ministerium: Sorry, geht nicht!, statt auf der Stelle eine Novelle vorzulegen, die derartige Kooperationen ermöglicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Dr. Grünewald: Zur Sache!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, Sie haben schon recht, wenn Sie meinen, sich gegenüber dem BZÖ nicht rechtfertigen zu müssen, aber Sie müssen sich rechtfertigen gegenüber den Wählerinnen und Wählern in Wien, denen Sie versprochen haben, dass Sie sich in Wien auf Gemeinderatsebene für die Wienerinnen und Wiener einsetzen werden. Sie haben Wählertäuschung betrieben. Das ist ein Faktum, das Sie nicht abstreiten können! – Erster Punkt. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Dr. Grünewald: Zur Sache!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Mag. Kogler: Eine unglaubliche Verleumdung!
Reihen für Ordnung sorgen (Bravorufe beim BZÖ), denn wenn Sie mehr Geld für die österreichischen Unis fordern, dann könnten Sie bei sich selbst beginnen, indem Sie auf die 220 000 € aus Steuergeldern verzichten, die Sie kassieren, ohne irgendeine Leistung zu erbringen! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Mag. Kogler: Eine unglaubliche Verleumdung!)
Abg. Mag. Kogler: Wieso Sie mit Ihrem Niveau überhaupt zur Uni-Politik reden?!
Oder ein anderes Beispiel: Da auch die SPÖ mehr Geld für die österreichischen Unis fordert, bringe ich ein aktuelles Zitat von Herrn Staatssekretär Ostermayer, der gesagt hat – Zitat –, er „brauche einige Millionen für den Werner“. Geflügelte Worte sind das mittlerweile geworden, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Wieso Sie mit Ihrem Niveau überhaupt zur Uni-Politik reden?!) Ich antworte Ihnen: Sorgen Sie dafür, dass nicht der Herr Bundeskanzler „Werner“ diese Millionen bekommt, sondern die österreichischen Studierenden, denn die brauchen das Steuergeld, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Der ist so verwirrt, dass er nicht einmal weiß, was jetzt Sache ist!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Der ist so verwirrt, dass er nicht einmal weiß, was jetzt Sache ist!
Oder ein anderes Beispiel: Da auch die SPÖ mehr Geld für die österreichischen Unis fordert, bringe ich ein aktuelles Zitat von Herrn Staatssekretär Ostermayer, der gesagt hat – Zitat –, er „brauche einige Millionen für den Werner“. Geflügelte Worte sind das mittlerweile geworden, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Wieso Sie mit Ihrem Niveau überhaupt zur Uni-Politik reden?!) Ich antworte Ihnen: Sorgen Sie dafür, dass nicht der Herr Bundeskanzler „Werner“ diese Millionen bekommt, sondern die österreichischen Studierenden, denn die brauchen das Steuergeld, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Der ist so verwirrt, dass er nicht einmal weiß, was jetzt Sache ist!)
Abg. Dr. Graf: Ich habe mich nicht beklagt! Ich war der Einzige, der sich nicht beklagt hat!
Herr Abgeordneter Graf beklagt sich heute (Abg. Dr. Graf: Ich habe mich nicht beklagt! Ich war der Einzige, der sich nicht beklagt hat!) über die schrecklichen Zustände an Österreichs Universitäten. Was hat Herr Martin Graf am 24. September 2008 gesagt? – Zitat Graf: „Daher ist dieses Paket, das wir heute hier verabschieden, eines der größten Universitätspakete, ich meine sogar das größte seit über 30 Jahren.“ (Oh-Rufe beim BZÖ.)
Oh-Rufe beim BZÖ.
Herr Abgeordneter Graf beklagt sich heute (Abg. Dr. Graf: Ich habe mich nicht beklagt! Ich war der Einzige, der sich nicht beklagt hat!) über die schrecklichen Zustände an Österreichs Universitäten. Was hat Herr Martin Graf am 24. September 2008 gesagt? – Zitat Graf: „Daher ist dieses Paket, das wir heute hier verabschieden, eines der größten Universitätspakete, ich meine sogar das größte seit über 30 Jahren.“ (Oh-Rufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Südtiroler! – Abg. Mag. Stadler: So viele Südtiroler gibt es gar nicht!
Das hat Herr Abgeordneter Graf gesagt. Herr Abgeordneter Graf hat mit der Zustimmung seiner FPÖ dafür gesorgt, dass wir 42 Prozent Ausländeranteil zum Beispiel an der Universität Innsbruck haben (Abg. Dr. Graf: Südtiroler! – Abg. Mag. Stadler: So viele Südtiroler gibt es gar nicht!), dass wir insgesamt über 60 000 ausländische Studierende haben, die unseren Studenten den Platz versitzen. Wir dürfen die Ausbildung ausländischer Studierender bezahlen. – Das ist das Ergebnis Ihrer Universitätspolitik, Herr Graf! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht in der Regierung!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht in der Regierung!
Das hat Herr Abgeordneter Graf gesagt. Herr Abgeordneter Graf hat mit der Zustimmung seiner FPÖ dafür gesorgt, dass wir 42 Prozent Ausländeranteil zum Beispiel an der Universität Innsbruck haben (Abg. Dr. Graf: Südtiroler! – Abg. Mag. Stadler: So viele Südtiroler gibt es gar nicht!), dass wir insgesamt über 60 000 ausländische Studierende haben, die unseren Studenten den Platz versitzen. Wir dürfen die Ausbildung ausländischer Studierender bezahlen. – Das ist das Ergebnis Ihrer Universitätspolitik, Herr Graf! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht in der Regierung!)
Abg. Dr. Graf: So ist es!
Weiters vermerkt das Protokoll einen schönen Zwischenruf des Herrn Graf: „(Abg. Dr. Graf: So ist es!)“
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Mehr braucht man dazu nicht mehr zu sagen, meine Damen und Herren! Sie geben selbst zu, was Ihre Intention ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich will nicht mehr ausländische Studierende, auch keine Deutschen, ich will, dass die österreichischen Studenten einen Platz an der Universität haben, dass sie eine ordentliche Ausbildung bekommen, dass sie Kursplätze zur Verfügung haben, dass sie in Mindestzeit beziehungsweise in der Zeit, in der sie es vorhaben, ihr Studium abschließen können, dass insgesamt die Akademikerquote in Österreich und nicht in Deutschland oder sonst irgendwo steigt, wie das die Damen und Herren von der FPÖ wollen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kreisky-Tochter! – Abg. Mag. Stadler: Kreisky-Enkelin!
Ich bringe ein weiteres Zitat von Frau Abgeordneter Rudas, auch sie war heute schon sehr amüsant. (Abg. Ing. Westenthaler: Kreisky-Tochter! – Abg. Mag. Stadler: Kreisky-Enkelin!) Kreisky-Kinder haben sich bisher noch nicht gemeldet, ich bin jedenfalls keines, dafür bin ich zu jung, aber Frau Abgeordnete Rudas hat ebenfalls am 24. September 2008 etwas Spannendes gesagt.
Abg. Dr. Graf: Aber es ist nicht so schlimm, wie du das immer sagst!
Welch pathetische Worte! Die bildungspolitische Katastrophe hat ihre Fortsetzung gefunden. Das, meine Damen und Herren, haben Sie alle heute in Ihren Ausführungen bewiesen, denn keiner von Ihnen hat heute hier erklärt, dass an den österreichischen Universitäten alles eitel Wonne ist. Dafür müssen die Damen und Herren von SPÖ, Grünen und FPÖ die Verantwortung übernehmen, die wesentliche Mitverantwortung für diese Zustände heute tragen, weil sie am 24. September 2008 diese Studiengebühren aufgehoben haben. (Abg. Dr. Graf: Aber es ist nicht so schlimm, wie du das immer sagst!)
Beifall beim BZÖ.
Wir sind dafür, dass Studiengebühren wieder eingeführt werden – nicht, um Leute vom Studieren abzuhalten, sondern, um für mehr Chancengerechtigkeit nach dem Leistungsprinzip zu sorgen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Wir sind für Zugangsregelungen und nicht zuletzt auch dafür, dass die österreichischen Universitäten mehr Geld bekommen. Das heißt, wenn Herr Minister Töchterle die Uni-Milliarde ankündigt, hat er unsere Unterstützung. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir sind dafür, dass Studiengebühren wieder eingeführt werden – nicht, um Leute vom Studieren abzuhalten, sondern, um für mehr Chancengerechtigkeit nach dem Leistungsprinzip zu sorgen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Wir sind für Zugangsregelungen und nicht zuletzt auch dafür, dass die österreichischen Universitäten mehr Geld bekommen. Das heißt, wenn Herr Minister Töchterle die Uni-Milliarde ankündigt, hat er unsere Unterstützung. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Schlusssatz: Die Frage ist, ob er sich bei der zuständigen Ministerin Maria Fekter auch durchsetzen wird, und das möchte ich mehr als bezweifeln. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Deshalb, Herr Minister, in Bezug auf diese Studiengebühren-Debatte: Hören Sie auf mit diesem Scheingefecht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ob Sie das in der Sache weiterbringen oder nicht, weiß ich nicht, ich kann es mir nicht vorstellen, entscheidend aber ist, dass Sie sich bedingungslos zur Finanzierung der Universitäten bekennen und das auch bei der Frau Finanzministerin verhandeln und durchsetzen. Das ist das Gebot der Stunde, das erwarten wir von Ihnen! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Deshalb, Herr Minister, in Bezug auf diese Studiengebühren-Debatte: Hören Sie auf mit diesem Scheingefecht! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ob Sie das in der Sache weiterbringen oder nicht, weiß ich nicht, ich kann es mir nicht vorstellen, entscheidend aber ist, dass Sie sich bedingungslos zur Finanzierung der Universitäten bekennen und das auch bei der Frau Finanzministerin verhandeln und durchsetzen. Das ist das Gebot der Stunde, das erwarten wir von Ihnen! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist aber Sache der Untersuchungsausschüsse. Über die wird heute noch zu reden sein. Das ist Sache der Medienaufklärung. Das ist Sache der Beteiligung der Abgeordneten hier. Und Ihr bester Beitrag ist, die Aufklärung nicht zu blockieren und die Untersuchungsausschüsse freizugeben, und zwar für einen umfassenden Untersuchungsgegenstand. Das wird Ihr Beitrag sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In der deutschen Fassung auf Seite 17 heißt es hier ganz prominent: „Verhütung und Bekämpfung politischer Korruption“. „Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten, die nationalen Parlamente“ – gut, dass Sie so andächtig zuhören, das sind wir hier –„ und das Europäische Parlament“ – die haben ja schon reagiert –„ auf, für mehr Transparenz zu sorgen und eine effiziente Überwachung der Finanzierung von politischen Parteien und sonstigen Interessengruppen zu ermöglichen.“ – Voilà. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Punkt: Herzstück jeder Korruptionsbekämpfung ist die Offenlegung der Parteispenden. Es ist ja nur in diesem Land so, dass wir noch Gesetze haben, die das Verdecken von Transfers zu den Parteien begünstigen. Spendenwäsche ist bei uns per Gesetz erlaubt. Wir haben ein Parteiengesetz, das eigentlich ein Gesetz ist, das die Parteien in Schutz nimmt, wenn möglichst viele Gelder dubioser Quellen, manchmal sogar Rückflüsse von Schmiergeldern, in die Parteikassen fließen, weil dort Tatbestände definitiv ermöglicht werden, außer Strafe gestellt werden, wofür man im Nachbarland, der Bundesrepublik Deutschland, auch als Politiker in den Häf’n geht, und zwar zu Recht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Riepl: Die reden über ganz was anders! – Abg. Kopf: Dein Kollege hält ihn vom Zuhören ab!
Und wenn wir, Herr Klubobmann Kopf, diese Missstände jetzt nicht möglichst rasch beseitigen, dann sind wir am Punkt des endgültigen Glaubwürdigkeitsverlustes. Ich sage Ihnen jetzt an dieser Stelle und vorgezogenerweise etwas, weil sich gerade der Herr Klubobmann Cap dankenswerterweise vom Kollegen Pilz einmal erklären lässt, wie das jetzt weiterzugehen hat. Vielleicht hilft es ihm ja etwas. (Abg. Riepl: Die reden über ganz was anders! – Abg. Kopf: Dein Kollege hält ihn vom Zuhören ab!)
Beifall bei den Grünen.
Nichts ist geschehen, bis heute nicht! Fünf Mal haben wir darüber geredet, wie dieser Fahrplan weitergeht. So geht es nicht. Sie sind bei diesem Neustart völlig unglaubwürdig. Das muss korrigiert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Das ist nicht das Thema!
Wir brauchen ein Parteiengesetz, ein Offenlegungsgesetz, das genau das beinhaltet, worum es nämlich letztlich geht, eben alle Zahlungsströme offenzulegen – nicht das, was Sie hinter den Kulissen versucht und deshalb so lange verzögert haben, dass die ÖVP vielleicht schon etwas tut, aber der Wirtschaftsbund nicht, der Bauernbund nicht und der Arbeitnehmerbund nicht und was weiß ich, was es noch alles gibt. (Abg. Kopf: Das ist nicht das Thema!) Ja, was bleibt denn dann übrig von der ÖVP? Die Landesorganisationen nicht, und, und, und.
Beifall bei den Grünen.
österreichischen Parlament. Und Sie blockieren es! Das ist kein Neustart. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Und bei jeder Bankendiskussion, wo es um inhaltliche Dinge geht, hört man dann, mittlerweile immer offizieller (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), die Bankenregelungen in Österreich schauen deshalb so aus, weil auch die Banken an die Parteien spenden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Und bei jeder Bankendiskussion, wo es um inhaltliche Dinge geht, hört man dann, mittlerweile immer offizieller (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), die Bankenregelungen in Österreich schauen deshalb so aus, weil auch die Banken an die Parteien spenden. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Ende Europas! Sie lassen jedes Thema zu!
Meine Damen und Herren, es ist Zeit, die Dinge offenzulegen. Diese Unglaubwürdigkeit sollte sich der Nationalrat, sollten sich aber speziell die ÖVP und die SPÖ nicht mehr leisten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Ende Europas! Sie lassen jedes Thema zu!)
Abg. Kopf: Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!
Wir sollten die Aktuelle Europastunde nicht als Krücke dafür verwenden (Abg. Kopf: Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!), um innenpolitische Themen zu diskutieren, die natürlich auch legitim diskutiert werden sollten und können (Abg. Mag. Stadler: Das ist aber jetzt geschehen! – Rufe beim BZÖ: Ist schon passiert!), aber ich darf an alle appellieren, beim Thema der Aktuellen Europastunde „Korruptionsbekämpfung in der EU“ zu bleiben. (Abg. Vilimsky: Das kann es nicht sein! – Abg. Strache: Sind wir nicht Mitglied der EU? Was soll denn das? – Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben es zugelassen!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist aber jetzt geschehen! – Rufe beim BZÖ: Ist schon passiert!
Wir sollten die Aktuelle Europastunde nicht als Krücke dafür verwenden (Abg. Kopf: Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!), um innenpolitische Themen zu diskutieren, die natürlich auch legitim diskutiert werden sollten und können (Abg. Mag. Stadler: Das ist aber jetzt geschehen! – Rufe beim BZÖ: Ist schon passiert!), aber ich darf an alle appellieren, beim Thema der Aktuellen Europastunde „Korruptionsbekämpfung in der EU“ zu bleiben. (Abg. Vilimsky: Das kann es nicht sein! – Abg. Strache: Sind wir nicht Mitglied der EU? Was soll denn das? – Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben es zugelassen!)
Abg. Vilimsky: Das kann es nicht sein! – Abg. Strache: Sind wir nicht Mitglied der EU? Was soll denn das? – Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben es zugelassen!
Wir sollten die Aktuelle Europastunde nicht als Krücke dafür verwenden (Abg. Kopf: Das war ein Missbrauch der Geschäftsordnung!), um innenpolitische Themen zu diskutieren, die natürlich auch legitim diskutiert werden sollten und können (Abg. Mag. Stadler: Das ist aber jetzt geschehen! – Rufe beim BZÖ: Ist schon passiert!), aber ich darf an alle appellieren, beim Thema der Aktuellen Europastunde „Korruptionsbekämpfung in der EU“ zu bleiben. (Abg. Vilimsky: Das kann es nicht sein! – Abg. Strache: Sind wir nicht Mitglied der EU? Was soll denn das? – Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben es zugelassen!)
Abg. Kopf: Er hat zwei Mal „Europa“ gesagt! – Abg. Strache: Es ist interessant, dass die ÖVP jetzt festgestellt hat, wir sind ja kein Teil der Europäischen Union mehr, oder?! – Heiterkeit.
Zur Geschäftsbehandlung: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Kopf: Er hat zwei Mal „Europa“ gesagt! – Abg. Strache: Es ist interessant, dass die ÖVP jetzt festgestellt hat, wir sind ja kein Teil der Europäischen Union mehr, oder?! – Heiterkeit.)
Abg. Mag. Stadler: Was hat das mit der Europastunde zu tun?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Ja, Frau Präsidentin! Es wäre nur äußerst nützlich, zu akzeptieren, dass wir hier von einer Berichtsbasis der Europäischen Kommission an das Europäische Parlament ausgegangen sind (Abg. Mag. Stadler: Was hat das mit der Europastunde zu tun?) und entsprechende weitere internationale Institutionen zitiert wurden, wobei der österreichische Nationalrat ausdrücklich von der Kommission und vom Parlament zum Handeln aufgefordert wurde. (Abg. Mag. Stadler: Er hat tatsächlich drei Mal „Europa“ gesagt!) Das haben wir hier vorgelegt. Das sind Berichte, das sind Dokumente ...
Abg. Mag. Stadler: Er hat tatsächlich drei Mal „Europa“ gesagt!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Ja, Frau Präsidentin! Es wäre nur äußerst nützlich, zu akzeptieren, dass wir hier von einer Berichtsbasis der Europäischen Kommission an das Europäische Parlament ausgegangen sind (Abg. Mag. Stadler: Was hat das mit der Europastunde zu tun?) und entsprechende weitere internationale Institutionen zitiert wurden, wobei der österreichische Nationalrat ausdrücklich von der Kommission und vom Parlament zum Handeln aufgefordert wurde. (Abg. Mag. Stadler: Er hat tatsächlich drei Mal „Europa“ gesagt!) Das haben wir hier vorgelegt. Das sind Berichte, das sind Dokumente ...
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Macht doch eine Dringliche Anfrage!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsident! Wenn Sie heute die internationale Medienberichterstattung verfolgen, etwa in der Zeitung „Die Welt“ oder in der „Süddeutschen Zeitung“, dann sehen Sie, dass das, was wir hier in Österreich unter dem Titel „Inseratenkorruption“ diskutieren, mittlerweile breitestes Thema in der Europäischen Union ist. Ich ersuche Sie wirklich, auch im Sinne der Geschäftsordnung das freie Wort der Mandatare nicht zu blockieren und den Skandal, der gerade aus Österreich weit über die Grenzen hinausschwappt, hier auch in einer Offenheit diskutieren zu lassen, und das nicht mit parteipolitischer Mitüberlegung zu reglementieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Macht doch eine Dringliche Anfrage!)
Abg. Mag. Kogler: Das sagt die OECD!
Bundesministerin für Justiz Mag. Dr. Beatrix Karl: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Kogler hat seine Rede damit begonnen, zu zitieren, dass Österreich eine „Korruptionsoase“ sei. (Abg. Mag. Kogler: Das sagt die OECD!) Das Thema Korruption beschäftigt aktuell nicht nur den Abgeordneten Kogler, Korruption ist derzeit in aller Munde. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Vor allem in den Parteikassen der ÖVP!)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Vor allem in den Parteikassen der ÖVP!
Bundesministerin für Justiz Mag. Dr. Beatrix Karl: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Kogler hat seine Rede damit begonnen, zu zitieren, dass Österreich eine „Korruptionsoase“ sei. (Abg. Mag. Kogler: Das sagt die OECD!) Das Thema Korruption beschäftigt aktuell nicht nur den Abgeordneten Kogler, Korruption ist derzeit in aller Munde. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Vor allem in den Parteikassen der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was in den letzten Wochen und Monaten vorgefallen ist, ist tatsächlich inakzeptabel, ist wirklich auf das Schärfte zurückzuweisen und es ist auch auf das Schärfste dagegen vorzugehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Es ist aber nicht nur die Aufklärung unser Job. Es ist auch unsere Aufgabe, dass wir die richtigen Maßnahmen für die Zukunft setzen, damit derartige Machenschaften in Zukunft einfach nicht mehr vorkommen und auch strengere Konsequenzen nach sich ziehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Mag. Kogler: Zahnlos!
Mit dem Lobbyinggesetz, das ich Ihnen in den kommenden Wochen zur parlamentarischen Behandlung übermitteln werde, soll mehr Transparenz einziehen. (Abg. Mag. Kogler: Zahnlos!) In Zukunft soll sich niemand mehr fragen: „Wo woar mei Leistung?“ Diese Frage soll es zukünftig nicht mehr geben, zukünftig soll klar sein, welche Leistung welcher Gegenleistung gegenübersteht.
Zwischenruf des Abg. Brosz
Es war in der Wortmeldung des Herrn Abgeordneten Kogler auch von Glaubwürdigkeit die Rede. Ich bin überzeugt davon, dass wir uns schon alleine im Interesse unserer Glaubwürdigkeit der besonderen Verantwortung bewusst sein müssen (Zwischenruf des Abg. Brosz), denn eines muss dieses Anti-Korruptionspaket auch klar machen: Korruption ist kein Kavaliersdelikt; dabei darf kein Auge zugedrückt werden.
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Geschätzte Damen und Herren, der Bericht der Europäischen Kommission, auf den ich nun näher eingegangen bin, zeigt zwar, dass die Korruption ein europaweites Phänomen ist, aber das entbindet uns natürlich nicht davon, auch auf nationaler Ebene die entsprechenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption zu setzen. Wir müssen einfach mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Korruption bekämpfen und bestehende Lücken schließen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Kogler: Habt ihr ja gar nicht!
Herr Abgeordneter Kogler hat den Vorwurf erhoben, dass die Staatsanwaltschaft unzureichend ermittelt. Diesen Vorwurf möchte ich ganz entschieden zurückweisen. Durch die bislang erfolgreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurde eine Fülle von strafrechtlich, moralisch und ethisch bedenklichen Praktiken erst aufgedeckt, nämlich genau Praktiken, die an der Schnittstelle zwischen öffentlichen Unternehmen und Politik angesiedelt sind. (Abg. Mag. Kogler: Habt ihr ja gar nicht!) Da hat die Staatsanwaltschaft wirklich vieles aufgedeckt und daher weise ich den Vorwurf der Untätigkeit oder des unzureichenden Ermittelns wirklich auf das Entschiedenste zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Vorwurf von Transparency!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Vorwurf von Transparency!
Herr Abgeordneter Kogler hat den Vorwurf erhoben, dass die Staatsanwaltschaft unzureichend ermittelt. Diesen Vorwurf möchte ich ganz entschieden zurückweisen. Durch die bislang erfolgreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurde eine Fülle von strafrechtlich, moralisch und ethisch bedenklichen Praktiken erst aufgedeckt, nämlich genau Praktiken, die an der Schnittstelle zwischen öffentlichen Unternehmen und Politik angesiedelt sind. (Abg. Mag. Kogler: Habt ihr ja gar nicht!) Da hat die Staatsanwaltschaft wirklich vieles aufgedeckt und daher weise ich den Vorwurf der Untätigkeit oder des unzureichenden Ermittelns wirklich auf das Entschiedenste zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Vorwurf von Transparency!)
Abg. Mag. Kogler: Gott sei Dank!
Diese Aktivitäten der Staatsanwaltschaft sind natürlich zu einem Großteil darauf zurückzuführen, dass nun die Kronzeugenregelung das erste Mal zur Anwendung gelangt und durch diese Kronzeugenregelung der Staatsanwaltschaft ein Wissen zugänglich wurde, das ihr auf andere Weise wahrscheinlich nicht zugänglich geworden wäre. (Abg. Mag. Kogler: Gott sei Dank!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die derzeit laufenden Ermittlungen zeigen aber auch, dass das österreichische Korruptionsstrafrecht durchaus wirksam ist, aber wir müssen natürlich auch in diesem Bereich des Strafrechts immer wieder sehen, ob diese Straftatbestände noch immer mit den gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt halten oder ob es notwendig ist, Nachbesserungen, Aktualisierungen vorzunehmen. Dann müssten wir natürlich die entsprechenden Lücken schließen, die entsprechenden Maßnahmen setzen. Wir müssen aber auch gemeinsam dafür sorgen, dass Korruption bereits im Keim erstickt wird, denn Korruption ist ganz einfach Gift für unseren Rechtsstaat, und unser Rechtsstaat ist die Basis unserer Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir dürfen dabei natürlich auch eines nicht vergessen: Es geht auch um das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik und das Vertrauen der Bevölkerung in die öffentliche Verwaltung. Gerade dieses Vertrauen ist unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie. Daher bitte ich Sie, auch in Wahrnehmung unserer politischen Verantwortung für dieses Land, gemeinsam mit mir an einem Strang zu ziehen und wirklich alle notwendigen Mittel zu ergreifen, um Korruption wirklich wirkungsvoll zu bekämpfen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Alle Länder zusammen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich halte es für äußerst sinnvoll, dass es heute diese Aktuelle Europastunde genau zu diesem Thema gibt. Wir können natürlich auch einen Blick auf die EU selbst werfen: Wenn die Kommission zugibt, dass in ihrem Bereich der Korruptionsrahmen an die 120 Milliarden € ausmacht und in der EU selbst über 1,3 Milliarden € (Abg. Mag. Kogler: Alle Länder zusammen!), und OLAF – als eine der Einrichtungen zur Korruptionsbekämpfung, die da sehr erfolgreich tätig ist, auch schon 249 Millionen € rückerkämpft hat –, dann zeigt das, dass Korruption ein europäisches Phänomen ist und die EU das auch erkannt hat.
Abg. Mag. Kogler: Wann? Schon seit sieben Jahren!
Wir hier im österreichischen Parlament haben ja vor, dass wir Unvereinbarkeitsregelungen beschließen wollen und dass wir eine Meldepflicht der Einkommen der Abgeordneten beschließen werden – analog dem Deutschen Bundestag. (Abg. Mag. Kogler: Wann? Schon seit sieben Jahren!) Wir werden ein Lobbyismusgesetz, ein Lobbyistenregister beschließen, damit da endlich Transparenz vorherrscht. Wir werden Transparenz natürlich auch bei der Frage der Parteispenden – wie das einer der Vorredner angesprochen hat – beschließen, und wir werden auch die Bestimmungen zum Anti-Korruptionsgesetz verschärfen.
Abg. Mag. Kogler: Richtig!
Wir werden aber auch im Medienbereich einiges vorhaben und wir werden natürlich – wenn GRECO die Prüfberichte macht und die EU wieder auf Österreich schaut, so wie wir auf die EU schauen werden, denn das sollte man natürlich auch tun – auch ein Medientransparenzgesetz hier in diesem Haus beschließen wollen, damit dieses Thema Inserate, diese Debatte unter dem Stichwort Inseratenkorruption einer Regelung unterzogen wird. (Abg. Mag. Kogler: Richtig!)
Abg. Vilimsky hält demonstrativ eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe
Da möchte ich aber in diesem Zusammenhang schon eines sagen: Man diskutiert gerade darüber, dass jetzt die halbe Regierung der schwarz-blauen oder schwarz-orangen Zeit der Jahre 2000 bis 2007 im Fokus der öffentlichen Diskussion und Betrachtung steht (Abg. Vilimsky hält demonstrativ eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe), und man redet über diese gigantischen Korruptionsvorwürfe gegen diese halbe Regierung (Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!), und jetzt wird zur Entlastung – Korruptionsvorwürfe Gorbach, Reichhold, Scheibner, Strasser, das ist alles ein Punkt, da können Sie noch so viel schreien, das war so – versucht, das Inserieren in Zeitungen wie „Krone“, „Heute“ oder „Österreich“ zu kriminalisieren. Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das ist sehr durchschaubar und eigentlich ohne jeden Hintergrund. Das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hornek.)
Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!
Da möchte ich aber in diesem Zusammenhang schon eines sagen: Man diskutiert gerade darüber, dass jetzt die halbe Regierung der schwarz-blauen oder schwarz-orangen Zeit der Jahre 2000 bis 2007 im Fokus der öffentlichen Diskussion und Betrachtung steht (Abg. Vilimsky hält demonstrativ eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe), und man redet über diese gigantischen Korruptionsvorwürfe gegen diese halbe Regierung (Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!), und jetzt wird zur Entlastung – Korruptionsvorwürfe Gorbach, Reichhold, Scheibner, Strasser, das ist alles ein Punkt, da können Sie noch so viel schreien, das war so – versucht, das Inserieren in Zeitungen wie „Krone“, „Heute“ oder „Österreich“ zu kriminalisieren. Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das ist sehr durchschaubar und eigentlich ohne jeden Hintergrund. Das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hornek.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hornek.
Da möchte ich aber in diesem Zusammenhang schon eines sagen: Man diskutiert gerade darüber, dass jetzt die halbe Regierung der schwarz-blauen oder schwarz-orangen Zeit der Jahre 2000 bis 2007 im Fokus der öffentlichen Diskussion und Betrachtung steht (Abg. Vilimsky hält demonstrativ eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe), und man redet über diese gigantischen Korruptionsvorwürfe gegen diese halbe Regierung (Zwischenrufe bei FPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es geht um Veruntreuung!), und jetzt wird zur Entlastung – Korruptionsvorwürfe Gorbach, Reichhold, Scheibner, Strasser, das ist alles ein Punkt, da können Sie noch so viel schreien, das war so – versucht, das Inserieren in Zeitungen wie „Krone“, „Heute“ oder „Österreich“ zu kriminalisieren. Dazu kann ich Ihnen nur sagen: Das ist sehr durchschaubar und eigentlich ohne jeden Hintergrund. Das wissen Sie ganz genau. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Hornek.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn sich gerade derjenige, nämlich der Herr Huber, in die Öffentlichkeit stellt – aus welchen Motiven auch immer –, unter dessen Verantwortung 600 Millionen € damals, in der schwarz-blauen Zeit, in den ÖBB verspekuliert wurden, wenn sich gerade er heute herstellt und groß über Inseratenaufträge philosophiert, die ein weisungsungebundenes Organ der ÖBB zu vergeben hatte, dann verstehe ich, was der Hintergrund ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Strache und Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Sieben Millionen für den Werner!“
wirtschaftliche Konkurrenzsituation zwischen den Gratiszeitungen auf der einen Seite, die von Inseraten abhängig sind, und auf der anderen Seite sind die anderen Zeitungen, die natürlich um Marktanteile, um Anteile bei den Inseraten, um Anteile bei den Lesern kämpfen. Das ist ja selbstverständlich! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: „Sieben Millionen für den Werner!“)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Wenn Sie es selber nicht wissen, fragen Sie den ...!
Schauen Sie, ich gehöre zu denjenigen, die dafür eintreten, dass es diese Titelvielfalt gibt, aber dann soll man, wenn sich in einem Organ Leute zusammensetzen und werben wollen, sagen: Wo werbe ich? Werbe ich in der größtmöglichen Zeitung mit dem größtmöglichen Leserkreis oder mache ich eine Medienförderung und werbe in der kleinsten Zeitung mit dem kleinen Leserkreis? (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Wenn Sie es selber nicht wissen, fragen Sie den ...!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dann muss ich noch sagen: Die Verpflichtung der Mitglieder der Organe ist es eigentlich, die Mittel des Unternehmens möglichst effizient einzusetzen und den größtmöglichen Leserkreis zu wählen. Da sagen Sie, da sagen viele dazu: Nein, das ist eigentlich kriminell, das gehört untersucht. Da muss alles Mögliche getan werden, um das hier debattieren zu können. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Vilimsky hält neuerlich eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe.
Wissen Sie, das ist einer der Hintergründe. Wenn künftig, wie ich lese, der Rechnungshof in einer Kommission darüber entscheiden soll, ob noch Inserate vergeben werden oder eine Fraktion sagt, nur mehr in begründeten Fällen – wer das definiert, müssen Sie dann erklären –, oder wenn manche sagen, verbieten wir das Inserieren den Landesregierungen, Bundesregierungen, halb- oder ganzstaatlichen Unternehmungen überhaupt, dann laden Sie den Erwin Pröll in Ihre Klubsitzung einmal ein und fragen Sie ihn, was er dazu sagt als Landeshauptmann von Niederösterreich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Vilimsky hält neuerlich eine Zeitung mit der Überschrift „Rot in Not“ in die Höhe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!
Oder laden Sie den Herrn Dörfler ein und hören Sie, was er dazu sagt. Der wird sich ja noch erinnern können, dass das BZÖ damals bei den öffentlichen Inseraten seiner Ministerien gleich das BZÖ-Sujet verwendet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!) Das haben wir ja hier alles diskutiert, und zig Millionen sind damals ausgegeben worden. Das ist nicht unter dem Titel „Inseratenkorruption“ abgehandelt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.
Oder laden Sie den Herrn Dörfler ein und hören Sie, was er dazu sagt. Der wird sich ja noch erinnern können, dass das BZÖ damals bei den öffentlichen Inseraten seiner Ministerien gleich das BZÖ-Sujet verwendet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!) Das haben wir ja hier alles diskutiert, und zig Millionen sind damals ausgegeben worden. Das ist nicht unter dem Titel „Inseratenkorruption“ abgehandelt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Also bitte, versuchen wir einmal, das wirklich so zu diskutieren, dass wir sehen, was die wirtschaftlichen Hintergründe sind – die sehe ich, das ist Wettbewerb. Ich muss Ihnen sagen, da bin ich ein Vertreter der Marktwirtschaft und nicht der Planwirtschaft; man sollte nicht mit den Mitteln der Politik jetzt eingreifen und die Inseratenverteilung planwirtschaftlich steuern – nein, Marktwirtschaft! Die Medien müssen sich am Markt bewähren. Das, glaube ich, ist ein Grundsatz, den man wirklich befolgen sollte. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Also wenn der Klubobmann der SPÖ sich jetzt zum Retter der Marktwirtschaft aufschwingt, dann wird mir schwindelig, dann kriege ich Angst. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist eh schon was Besonderes für die ÖVP!
Aber das Thema, das vorher angesprochen wurde, ist ernst genug. Korruption ist in der Tat – und um das Wort Europa auch einmal zu verwenden in der Aktuellen Europastunde – in ganz Europa ein Riesenproblem. (Abg. Mag. Kogler: Das ist eh schon was Besonderes für die ÖVP!) Kollege Kogler, aber ob die Themenwahl in
Abg. Mag. Kogler: Sie haben noch nicht einmal die Dokumente gelesen!
diesem neu geschaffenen oder vor nicht allzu langer Zeit neu geschaffenen Instrument der Aktuellen Europastunde jetzt gerade glücklich ist? – Es gäbe genug andere Gelegenheiten, um über die innenpolitische, tatsächlich ernste Situation im Umgang mit Korruption zu reden. (Abg. Mag. Kogler: Sie haben noch nicht einmal die Dokumente gelesen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Das ist unglaublich!
Wir haben in Griechenland ein Riesenproblem, es steht nahe an der Pleite. Türkei/Israel: Da spitzt sich ein Konflikt zu, über den man außenpolitisch reden könnte. Ungarn schröpft unsere österreichischen Banken im Augenblick per Gesetz in einer unzulässigen Art und Weise. Tschechien will 15 neue Atomkraftwerke bauen. – Das wären Themen, die wir unter diesem Titel „Europa“ zu diskutieren hätten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Das ist unglaublich!)
Abg. Mag. Kogler: Sie blockieren jede Aufklärung, und die Kommission weist darauf hin!
Aber gut, reden wir über die Korruption in Österreich. Das ist leider ein wirklich ernstes Kapitel. (Abg. Mag. Kogler: Sie blockieren jede Aufklärung, und die Kommission weist darauf hin!) – Sie hatten schon Ihre Gelegenheit zu reden, jetzt bin ich dran. In Österreich haben wir tatsächlich ein Problem mit Moral und Anstand. Dieses Problem muss gelöst werden, und zwar an der Schnittstelle von Politik und öffentlicher Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Kogler.
Aber gut, reden wir über die Korruption in Österreich. Das ist leider ein wirklich ernstes Kapitel. (Abg. Mag. Kogler: Sie blockieren jede Aufklärung, und die Kommission weist darauf hin!) – Sie hatten schon Ihre Gelegenheit zu reden, jetzt bin ich dran. In Österreich haben wir tatsächlich ein Problem mit Moral und Anstand. Dieses Problem muss gelöst werden, und zwar an der Schnittstelle von Politik und öffentlicher Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Mag. Korun.
Das Problem und die konkreten Fälle müssen einerseits lückenlos aufgeklärt werden, ohne Ansehen der Person muss der Sachverhalt, muss alles auf den Tisch. Zum Zweiten brauchen wir auch neue Gesetze, strengere Gesetze, die letzten Endes diese Schnittstelle einmal säubern und bereinigen, ansonsten geht das in dieser Art und Weise weiter. Das schädigt nicht nur das Ansehen der Politik, das schädigt das Ansehen des Wirtschaftsstandortes Österreich in einem Maße, wie wir es alle nicht wollen können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Mag. Korun.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das Schlimmste an dem Ganzen ist, dass dieser Skandal inzwischen die oberste Spitze unserer Bundesregierung erreicht hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Grosz und Dr. Pirklhuber.
Kollege Cap, es ist nicht so, dass das eine Selbstverständlichkeit ist, wie der Herr Staatssekretär Ostermayer vorgestern in der „Zeit im Bild 2“ gesagt hat, dass sich ein Vertreter des damaligen Verkehrsministers und heutigen Bundeskanzlers mit einem Staatsunternehmen zusammensetzt und mit ihm darüber redet – vornehm ausgedrückt „redet“, da gibt es andere Zeugenaussagen, die eher von Druck und Repression sprechen –, wie die Inseratentätigkeit dieses Unternehmens auszuschauen hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Grosz und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei ÖVP, BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Das hat dieses Unternehmen, das Management dort nach dem Aktienrecht selber zu verantworten, allenfalls noch dem Aufsichtsrat gegenüber zu verantworten, wenn es ein bestimmtes Volumen hat, aber mit Sicherheit nicht gegenüber dem Herrn Verkehrsminister. Das ist mit diesem nicht einmal zu besprechen! (Beifall bei ÖVP, BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Geständnis! – Abg. Strache: Das war ja peinlich!
Das zeigt schon ein Verständnis, ein Amtsverständnis, das nicht meines ist und bei dem ich klar sagen muss: Das geht so nicht! Die Aussagen des Herrn Staatssekretär Ostermayer in der „Zeit im Bild 2“, die waren eine Offenbarung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Geständnis! – Abg. Strache: Das war ja peinlich!) Darum habe ich gestern auch gesagt, eigentlich ist in dieser Frage nichts mehr zu untersuchen, weil es ja ein Geständnis gibt. Es gibt ein klares Eingeständnis dessen, dass diese Einflussnahme stattgefunden hat. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.
Das zeigt schon ein Verständnis, ein Amtsverständnis, das nicht meines ist und bei dem ich klar sagen muss: Das geht so nicht! Die Aussagen des Herrn Staatssekretär Ostermayer in der „Zeit im Bild 2“, die waren eine Offenbarung. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Geständnis! – Abg. Strache: Das war ja peinlich!) Darum habe ich gestern auch gesagt, eigentlich ist in dieser Frage nichts mehr zu untersuchen, weil es ja ein Geständnis gibt. Es gibt ein klares Eingeständnis dessen, dass diese Einflussnahme stattgefunden hat. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ. – Zwischenrufe der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Mag. Kogler: Her mit dem Untersuchungsausschuss!
Meine gestrige Aussage umzuinterpretieren, ich sei gegen eine Untersuchung in diesem Fall, das ist unzulässig. Das habe ich gestern auch nicht gesagt. (Abg. Mag. Kogler: Her mit dem Untersuchungsausschuss!) Ein Letztes: Ich erwarte mir in dieser wirklich kritischen Situation und bei dieser ganz kritischen Angelegenheit, sobald der Herr Bundeskanzler von seiner Auslandsreise zurück ist, dass er hier gegenüber diesem Hohen Haus eine saubere Erklärung über diese ganzen Vorwürfe abgibt, die ihn als damaligen Verkehrsminister betreffen – denn so können wir diese Dinge mit Sicherheit nicht im Raum stehen lassen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Meine gestrige Aussage umzuinterpretieren, ich sei gegen eine Untersuchung in diesem Fall, das ist unzulässig. Das habe ich gestern auch nicht gesagt. (Abg. Mag. Kogler: Her mit dem Untersuchungsausschuss!) Ein Letztes: Ich erwarte mir in dieser wirklich kritischen Situation und bei dieser ganz kritischen Angelegenheit, sobald der Herr Bundeskanzler von seiner Auslandsreise zurück ist, dass er hier gegenüber diesem Hohen Haus eine saubere Erklärung über diese ganzen Vorwürfe abgibt, die ihn als damaligen Verkehrsminister betreffen – denn so können wir diese Dinge mit Sicherheit nicht im Raum stehen lassen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte eingangs fest: Österreich ist Mitglied der Europäischen Union, genauso wie die benachbarte Bundesrepublik Deutschland Mitglied der Europäischen Union ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wer heute in die internationale Berichterstattung schaut, erkennt, dass Ihr Inseratenkorruptionsfall weit über die Alpenrepublik Österreich hinausgegangen ist und Thema einer sehr kritischen Berichterstattung ist. „Mit der Bahn ins Kanzleramt“. Große Bildberichte über Ihren Vorsitzenden, der, wie man jetzt den Zeitungen entnehmen kann, 7 Millionen für sich und seine Inseratenzwecke dem Steuerzahler und der Bundesbahn vorenthalten hat. Das ist Thema, und ich lasse es mir als frei gewählter Mandatar mit Sicherheit nicht nehmen, heute in einer Korruptionsdebatte auch darauf hinzuweisen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Heinzl: Geh hör auf!
„Sieben Millionen für den Werner“. – Das ist jetzt nicht meine hemdsärmelige Formulierung, sondern das ist aus dem Einvernahmeprotokoll des früheren ÖBB-Chefs Huber, der zu Protokoll gegeben hat, dass Faymann auf ihn Druck ausgeübt haben soll, dass 7 Millionen dem Steuerzahler vorenthalten werden sollen und dass 7 Millionen der Bundesbahn vorenthalten werden sollen, um für Ihre Zwecke zu inserieren. Ja, genau das ist es! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Heinzl: Geh hör auf!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Heinzl.
Eines sage ich Ihnen auch: 400 000 € für den Herbert Scheibner, die sind nichts, aber 7 Millionen € für Ihren Werner, die sind auf einmal nicht untersuchungswürdig?! (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Heinzl.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hören Sie auf! Sie sitzen so etwas von tief drinnen in dem Korruptionsskandal. „Rot in Not“, das ist heute Thema auf allen Titelseiten. Da werden Sie mit Sicherheit nicht herauskommen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Wer war der Minister, der ...?! Der Gorbach war das!
Ich sage Ihnen eines: Das Ganze geht weiter. Meine Sachverhaltsdarstellung hat das Ganze ins Rollen gebracht, und ich danke dem Staatsanwalt, dass er ausreichend Mut gehabt hat, das auch zu untersuchen und zu ermitteln. (Abg. Heinzl: Wer war der Minister, der ...?! Der Gorbach war das!) Und es wird eine zweite Sachverhaltsdarstellung von mir zu diesem Thema geben.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Im Jahre 2007, als der Infrastrukturminister Faymann hieß und eine EU-Verordnung umzusetzen war, hat er die Weichen dafür gestellt, dass der Bund in Form der Schieneninfrastrukturgesellschaft einen Vertrag mit den ÖBB abschließt, wonach ein Mehrerlös von 2 Milliarden für die ÖBB zu erzielen sein wird, und das auch im Bericht des Schienenregulators festgehalten wird. Sie sitzen bis über beide Ohren im Korruptionsskandal drinnen. Das ist kein blauer Skandal! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und jetzt lesen wir, auch die ASFINAG sei Teil Ihrer erpresserischen Methoden gegenüber den Tageszeitungen und den öffentlichen Unternehmen. Das ist schäbig – und das wird auch dementsprechend aufzuklären sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Ich danke Herrn Klubobmann Kopf, der gesagt hat: Auch für die ÖVP ist das ein untersuchungswürdiger Gegenstand! Nicht, dass das in einem Kuhhandel untergeht. Ganz im Gegenteil! (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Heinzl: ... Gorbach!
Ihr Parteivorsitzender hat inserieren lassen. Sie fragen – Faymann antwortet. Ich sage Ihnen eines: Dass Sie fragen und Faymann antwortet, das wird in einem Untersuchungsausschuss Thema sein, wo Herr Bundeskanzler Faymann Rede und Antwort zu stehen haben wird! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Heinzl: ... Gorbach!)
Abg. Heinzl: Nein, Sie!
Und jetzt frage ich Sie eines: Wer wird da lügen – sind es die Tageszeitungen (Abg. Heinzl: Nein, Sie!), die diese Protokolle ordentlich publizieren, oder ist es vielleicht im roten Dunstkreis der ÖBB, wo man das vertuschen möchte?
Abg. Heinzl: Ich sitze sehr gemütlich!
Auch diese Beweismittelfälschung wird Thema in einem Untersuchungsausschuss sein müssen, und das werden Sie nicht verhindern können. Da können Sie wie das Rumpelstilzchen hüpfen, das ist mir völlig egal. (Abg. Heinzl: Ich sitze sehr gemütlich!) Sie sind hier in der Ziehung! Sie stecken bis über beide Ohren im Korruptionsskandal. Und die FPÖ wird heute einen Untersuchungsausschuss dazu beantragen, Herr Klubobmann Cap, und das nicht so langsam angehen, nämlich erst am 28. September darüber reden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch diese Beweismittelfälschung wird Thema in einem Untersuchungsausschuss sein müssen, und das werden Sie nicht verhindern können. Da können Sie wie das Rumpelstilzchen hüpfen, das ist mir völlig egal. (Abg. Heinzl: Ich sitze sehr gemütlich!) Sie sind hier in der Ziehung! Sie stecken bis über beide Ohren im Korruptionsskandal. Und die FPÖ wird heute einen Untersuchungsausschuss dazu beantragen, Herr Klubobmann Cap, und das nicht so langsam angehen, nämlich erst am 28. September darüber reden. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren, es ist doch unglaublich, was da ins Rollen gekommen ist. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Ich danke der Öffentlichkeit, den Medien und dem Staatsanwalt für diese mutige Aufklärungsarbeit.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Klubobmann Cap, wirken Sie bitte auf Ihre eigenen Leute ein, um diesen gigantischen Korruptionsskandal, der nicht von uns konstruiert wurde, sondern Gegenstand internationaler Berichterstattung ist, mit Mut, Ehrlichkeit und Anstand, und zwar mit parlamentarischem Anstand aufklären zu können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Vilimsky: Der gehört ausgemistet!
Präsident Fritz Neugebauer: Wenn ein Thema mit dem Begriff „Korruption“ beginnt, dann ist die Gefahr der generellen Vorwürfe sehr groß. Und, Herr Kollege, auch der Ausdruck „Saustall“ muss nicht sein. (Abg. Vilimsky: Der gehört ausgemistet!)
Demonstrativer Beifall bei den Grünen.
Und jetzt ein Vorschlag, den auch mein Kollege Van der Bellen mir gegenüber geäußert hat: Bitte, in Zukunft bei jedem Regierungsinserat, bei jedem ÖBB-Inserat, bei jedem ASFINAG-Inserat dazuzuschreiben, wie viel das kostet und woraus das finanziert wird! (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.) Dann werden sich nämlich die Leserinnen und Leser ein gutes Bild davon machen können, mit welchen Mitteln das Füllhorn gefüllt wird. Das wäre zum Beispiel ein Schritt, der relativ pragmatisch ist.
demonstrativer Beifall bei den Grünen
Bitte, am Nachmittag sollen Sie tun und wollen, nämlich dann, wenn es um die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses geht (demonstrativer Beifall bei den Grünen), der unseres Erachtens aufgrund der Breite der Korruptionspalette in Österreich – bei Schwarz-Blau fünf Minister: Grasser, Reichhold, Gorbach und dann noch zwei, nämlich Strasser und (Abg. Dr. Matznetter: Scheibner!) Vielleicht habe ich sogar noch jemanden vergessen, ich kann ja nachschauen.
Abg. Dr. Matznetter: Scheibner!
Bitte, am Nachmittag sollen Sie tun und wollen, nämlich dann, wenn es um die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses geht (demonstrativer Beifall bei den Grünen), der unseres Erachtens aufgrund der Breite der Korruptionspalette in Österreich – bei Schwarz-Blau fünf Minister: Grasser, Reichhold, Gorbach und dann noch zwei, nämlich Strasser und (Abg. Dr. Matznetter: Scheibner!) Vielleicht habe ich sogar noch jemanden vergessen, ich kann ja nachschauen.
Ruf bei der SPÖ: Van der Bellen haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Faymann haben Sie auch vergessen!
Das ist der Kern der Ermittlungen – aber es geht nichts weiter! (Ruf bei der SPÖ: Van der Bellen haben Sie vergessen! – Abg. Ing. Westenthaler: Faymann haben Sie auch vergessen!) Nein, ich rede von Ministern! Und da geht nichts weiter: bei der Telekom-Angelegenheit zum Beispiel. Die BUWOG-Angelegenheit wollen Sie jetzt wieder im Kuhhandel abtauschen gegen Behördenfunk „Tetron“ oder gegen die Inseratenfrage.
Beifall bei den Grünen.
Machen wir einen großen Anti-Korruptionsausschuss! Kommen wir den Anliegen der EU-Kommission nach und arbeiten wir systematisch, Schritt für Schritt, gut untergliedert diese Vorfälle auf! Und da hat sicherlich auch die Inseraten-Causa Platz, denn so etwas, bitte, gehört jenseits der strafrechtlichen Agenda sicherlich auf die politische Tagesordnung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Das erklärt einmal der österreichischen Öffentlichkeit! (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.) Aber darüber werden wir mit euch heute Nachmittag diskutieren, denn wir werden das mit einer Dringlichen Anfrage klären.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Kollege Van der Bellen ist bis heute, bis zur Stunde schuldig geblieben zu erklären, wieso er sein Mandat für 210 000 € pro Jahr in Wien verhökern konnte. Das wäre eine Erklärung gewesen, die ich mir erwartet hätte! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Matznetter:... beim Herrn Scheibner!
Frau Bundesministerin, Ihre Glaubwürdigkeit wird getestet werden am Fall der Beschuldigten Werner Faymann und Dr. Josef Ostermayer, denn – und da hat Kollege Kopf recht – dieser Auftritt in der „ZiB 2“ war ein einziges Geständnis! So kann man seine eigene Mittäterschaft auch eingestehen. (Abg. Dr. Matznetter:... beim Herrn Scheibner!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist etwas anderes, Herr Kollege Matznetter! 7 Millionen € Steuergeld sind über eine Bestimmungstäterschaft Ihres Staatssekretärs Ostermayer zugunsten des Bundeskanzlers Werner Faymann geflossen. 7 Millionen €! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Nicht herumdoktern und herumdeuteln! 7 Millionen € Steuergeld, weil das Ihr Herr Staatssekretär Ostermayer verlangt hat. Das ist etwas ganz anderes als beim Kollegen Scheibner! Das erkläre ich Ihnen gleich einmal. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist etwas anderes, Herr Kollege Matznetter! 7 Millionen € Steuergeld sind über eine Bestimmungstäterschaft Ihres Staatssekretärs Ostermayer zugunsten des Bundeskanzlers Werner Faymann geflossen. 7 Millionen €! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Nicht herumdoktern und herumdeuteln! 7 Millionen € Steuergeld, weil das Ihr Herr Staatssekretär Ostermayer verlangt hat. Das ist etwas ganz anderes als beim Kollegen Scheibner! Das erkläre ich Ihnen gleich einmal. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Sie wollen kaschieren, dass Ihre Staatssekretäre und Ihr Bundeskanzler die Unverschämtheit besitzen, bei einem staatlichen Betrieb, der vom Steuerzahler und von Subventionen lebt, Inserate für Ihren Bundeskanzler und Parteivorsitzenden zu bestellen, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist ein Gradmesser fürs Schämen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Sie sollten schweigen! Die Frau Präsidentin hat wenigstens gesagt, das werden wir jetzt ändern, da werden wir jetzt ein Gesetz machen. Aber der Herr Staatssekretär außer Dienst brüllt da herunter, wahrscheinlich hat er Ähnliches auch zu verantworten gehabt. Schauen wir uns einmal seine Staatssekretärstätigkeit an! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist ein Gradmesser fürs Schämen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Sie sollten schweigen! Die Frau Präsidentin hat wenigstens gesagt, das werden wir jetzt ändern, da werden wir jetzt ein Gesetz machen. Aber der Herr Staatssekretär außer Dienst brüllt da herunter, wahrscheinlich hat er Ähnliches auch zu verantworten gehabt. Schauen wir uns einmal seine Staatssekretärstätigkeit an! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall beim BZÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Und dann hat Kollege Cap – wo ist er jetzt? – noch den Mut, hier herauszukommen und zu sagen: Die Korruptionisten wie der Herbert Scheibner! – Ich weise diese Niederträchtigkeit ganz entschieden zurück! (Beifall beim BZÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: ... kassiert!
Kollege Scheibner hat nicht einen einzigen Euro Steuergeld in Anspruch genommen. (Abg. Dr. Matznetter: ... kassiert!) Sagen Sie, welchen! Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen! (Abg. Dr. Matznetter: ... Eurofighter!) Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen Euro Steuergeld der Kollege Scheibner in Anspruch genommen hat! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Kommen Sie heraus und führen Sie den Beweis! Das, was der Kollege Scheibner gemacht hat, ist lächerlich im Vergleich zu den 7 Millionen €, die Ihr Bundeskanzler aus einem Staatsbetrieb herausgepresst hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: ... Eurofighter!
Kollege Scheibner hat nicht einen einzigen Euro Steuergeld in Anspruch genommen. (Abg. Dr. Matznetter: ... kassiert!) Sagen Sie, welchen! Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen! (Abg. Dr. Matznetter: ... Eurofighter!) Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen Euro Steuergeld der Kollege Scheibner in Anspruch genommen hat! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Kommen Sie heraus und führen Sie den Beweis! Das, was der Kollege Scheibner gemacht hat, ist lächerlich im Vergleich zu den 7 Millionen €, die Ihr Bundeskanzler aus einem Staatsbetrieb herausgepresst hat. (Beifall beim BZÖ.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Kollege Scheibner hat nicht einen einzigen Euro Steuergeld in Anspruch genommen. (Abg. Dr. Matznetter: ... kassiert!) Sagen Sie, welchen! Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen! (Abg. Dr. Matznetter: ... Eurofighter!) Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen Euro Steuergeld der Kollege Scheibner in Anspruch genommen hat! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Kommen Sie heraus und führen Sie den Beweis! Das, was der Kollege Scheibner gemacht hat, ist lächerlich im Vergleich zu den 7 Millionen €, die Ihr Bundeskanzler aus einem Staatsbetrieb herausgepresst hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Kollege Scheibner hat nicht einen einzigen Euro Steuergeld in Anspruch genommen. (Abg. Dr. Matznetter: ... kassiert!) Sagen Sie, welchen! Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen! (Abg. Dr. Matznetter: ... Eurofighter!) Kommen Sie heraus und sagen Sie, welchen Euro Steuergeld der Kollege Scheibner in Anspruch genommen hat! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Kommen Sie heraus und führen Sie den Beweis! Das, was der Kollege Scheibner gemacht hat, ist lächerlich im Vergleich zu den 7 Millionen €, die Ihr Bundeskanzler aus einem Staatsbetrieb herausgepresst hat. (Beifall beim BZÖ.)
Demonstrativer Beifall und Bravorufe beim BZÖ.
von einem Kunden offenlegt – das ist nicht von dir bestellt worden; die Raiffeisen-Mafia aus Niederösterreich weiß schon, was sie tut –, also wenn man ein Konto eines Kunden nur deswegen der Öffentlichkeit preisgibt, um damit Politik machen zu können, und glaubt, der ÖVP damit einen Dienst zu erweisen, dann kann ich alle Zuseherinnen und Zuseher nur warnen, dort ein Konto zu haben, meine Damen und Herren! (Demonstrativer Beifall und Bravorufe beim BZÖ.) Ich kann alle nur warnen, dort ein Konto zu haben! Ich habe Gott sei Dank kein Konto dort.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sofort alle Konten auflösen!
Ich warne ausdrücklich vor einer Kontoinhabung bei Raiffeisen. Wir werden das heute noch mehrfach diskutieren, verlassen Sie sich darauf! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sofort alle Konten auflösen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Ich war es, meine Damen und Herren, der in dieser Hinsicht eine Initiative gesetzt hat, und wir haben im Kreis der Generalsekretäre und Bundesgeschäftsführer verhandelt und Folgendes beschlossen: In Zukunft sollen Spenden über 7 000 € auf der Homepage des Parlaments und des Rechnungshofs veröffentlicht werden. Es wird ein Stückelungs- und Umgehungsverbot und harte Sanktionen beim Zuwiderhandeln geben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Das ist schon fertig, und, Kollege Kogler, das werden wir demnächst beschließen. (Abg. Mag. Kogler: Seit einem Jahr sollten wir das haben! SPÖ und ÖVP blockieren!)
Abg. Mag. Kogler: Seit einem Jahr sollten wir das haben! SPÖ und ÖVP blockieren!
Ich war es, meine Damen und Herren, der in dieser Hinsicht eine Initiative gesetzt hat, und wir haben im Kreis der Generalsekretäre und Bundesgeschäftsführer verhandelt und Folgendes beschlossen: In Zukunft sollen Spenden über 7 000 € auf der Homepage des Parlaments und des Rechnungshofs veröffentlicht werden. Es wird ein Stückelungs- und Umgehungsverbot und harte Sanktionen beim Zuwiderhandeln geben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Das ist schon fertig, und, Kollege Kogler, das werden wir demnächst beschließen. (Abg. Mag. Kogler: Seit einem Jahr sollten wir das haben! SPÖ und ÖVP blockieren!)
Abg. Strache: ... BAWAG!
Oder: Grasser, die internationalen Verflechtungen mit seiner Stiftungs- und Firmenkonstruktion. – Wir wollen endlich wissen, was da los ist. Es ist schwierig, das von Liechtenstein zu bekommen. Die wehren sich dort erbittert gegen jegliche Information. Wir wollen wissen, wie viel Vermögen der Herr Grasser in der schwarz-blauen Regierung, bei den Skandalen BUWOG, Eurofighter, Hypo Alpe-Adria und Telekom, angesammelt hat. (Abg. Strache: ... BAWAG!)
Beifall bei der SPÖ.
Weil Sie hereinkeppeln, Herr Strache: Was ist mit Scheuch, Ihrem Spezi? – Wir wollen auch einmal den mutmaßlichen Versicherungsbetrug aufklären, was das Verschwinden seines BMW in Ungarn betrifft. (Beifall bei der SPÖ.) Da hat man sich außergerichtlich geeinigt? Na, was ist denn das, was heißt denn das? Was gibt es denn da für Begleitumstände, meine Damen und Herren von der FPÖ?
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Werner Faymann!
Oder: Strasser. – Der hat für Österreich natürlich auch den Korruptionsindex nach unten beschleunigt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Werner Faymann!) Strasser war österreichischer Delegationsleiter der ÖVP, Spitzenkandidat der ÖVP, ehemaliger ÖVP-Innenminister – und er hat dann Europa und weltweit vorgeführt, wie politische Korruption und politische Prostitution funktioniert. Unglaublich! Da fehlt auch noch, meine Damen und Herren von der ÖVP, Aufklärung.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Das Parlament verlangt von der Staatsanwaltschaft?!
Na wie war denn das damals mit der Strasser-Wahlwerbung bei der EU-Wahl? Ist das korrekt gewesen, meine Damen und Herren von der ÖVP? – Vom Steuerzahler bezahlt: da die offizielle Benachrichtigung des Innenministeriums, der höchsten Wahlbehörde, und hier, meine Damen und Herren, ÖVP-Wahlwerbung! Ich glaube, es sieht wirklich jede/jeder, dass das offenbar zusammengehört. Na was ist denn das? Amtsmissbrauch? Anstiftung zum Amtsmissbrauch? Ich werde Ihnen etwas sagen: Ich habe das bereits am 1. Juni 2009 zur Anzeige gebracht, Frau Ministerin. Mehr als zwei Jahre ist diesbezüglich nichts geschehen. Ich verlange, dass da einmal gefälligst Anklage erhoben wird, denn der Augenscheinsbeweis ist ja geführt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kopf: Das Parlament verlangt von der Staatsanwaltschaft?!)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt aber noch kurz zum Inseratenthema. – Meine Damen und Herren, der Herr Martin Huber ist jetzt der große Aufdecker – der Herr Huber, der bei den ÖBB wegen der Grundstücksgeschäfte seiner Gattin hinausgeflogen ist – meine Damen und Herren von der ÖVP, jetzt bitte Aufmerksamkeit! –; der Herr Huber, der bei der Landtagswahl 2005 als Wahlhelfer der ÖVP mit der Frau Klasnic mit ÖBB-Geld inseriert hat; der Herr Huber, der einen Wahlkampf für den Herrn Bundeskanzler Schüssel seinerzeit über ÖBB-Gelder gestaltet hat; der Herr Huber, der dafür gesorgt hat, dass in jeder Fahrzeuggarnitur die ÖVP-Pamphlete gelegen sind?! – Also der Herr Huber, meine Damen und Herren, ist kein glaubwürdiger Ankläger der SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich empfehle übrigens der ÖVP und vielen anderen die Lektüre „Lukas-Evangelium: Kapitel 18 Vers 11“. Da geht es nämlich um die Pharisäer! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Vorredner muten natürlich schon wie klassische Ablenkungsmanöver an. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Werter Herr Kollege Kräuter, wenn plötzlich derjenige, der unter Wahrheitspflicht eine Aussage macht, bei Ihnen zum Schuldigen avanciert, dann ist das nichts anderes als der Versuch einer Ablenkung, und zwar ein untauglicher Versuch. (Beifall bei der ÖVP.) Ermittlungen haben die Strafverfolgungsbehörden zu machen, und die Gerichte haben die rechtlichen Schlussfolgerungen zu ziehen – und sicher nicht Sie von diesem Rednerpult aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Werter Herr Kollege Kräuter, wenn plötzlich derjenige, der unter Wahrheitspflicht eine Aussage macht, bei Ihnen zum Schuldigen avanciert, dann ist das nichts anderes als der Versuch einer Ablenkung, und zwar ein untauglicher Versuch. (Beifall bei der ÖVP.) Ermittlungen haben die Strafverfolgungsbehörden zu machen, und die Gerichte haben die rechtlichen Schlussfolgerungen zu ziehen – und sicher nicht Sie von diesem Rednerpult aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: ... ein ORF-Interview auch noch geben!
Aber auch beim Kollegen Stadler orte ich so ein Ablenkungsmanöver. Wenn er plötzlich Raiffeisen als kontoführendes Institut dafür verantwortlich macht, dass es seiner gesetzlichen Verpflichtung, Verdachtsmeldungen in Geldwäschefällen abzugeben, nachkommt (Abg. Bucher: ... ein ORF-Interview auch noch geben!), dann ist das kein Beitrag gegen Korruption, sondern ebenfalls solch ein Ablenkungsmanöver und der Versuch, von offensichtlichem Fehlverhalten abzulenken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Das ist kein Ablenkungsmanöver!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Das ist kein Ablenkungsmanöver!
Aber auch beim Kollegen Stadler orte ich so ein Ablenkungsmanöver. Wenn er plötzlich Raiffeisen als kontoführendes Institut dafür verantwortlich macht, dass es seiner gesetzlichen Verpflichtung, Verdachtsmeldungen in Geldwäschefällen abzugeben, nachkommt (Abg. Bucher: ... ein ORF-Interview auch noch geben!), dann ist das kein Beitrag gegen Korruption, sondern ebenfalls solch ein Ablenkungsmanöver und der Versuch, von offensichtlichem Fehlverhalten abzulenken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Das ist kein Ablenkungsmanöver!)
Abg. Bucher: Das ist ja keine Ablenkung!
Das spricht, meine sehr geehrten Damen und Herren vom BZÖ, wirklich nicht für die vermeintlich saubere Weste und das reine Gewissen vom Herrn Kollegen Scheibner, wenn man so ein Ablenkungsmanöver notwendig hat. (Abg. Bucher: Das ist ja keine Ablenkung!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Aber auch ein klares Wort, meine sehr geehrten Damen und Herren, zur Situation in Österreich: An den in den letzten Wochen und Monaten bekannt gewordenen Einzelfällen ist ja nicht zu rütteln. Die sind auch kompromisslos aufzuklären, ohne Ansehen der Person und der Parteien, sie sind ohne Ausnahme zu verfolgen und dann entsprechend zu bestrafen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Und natürlich ist auch jede ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Ja, werter Kollege Kogler, das gilt auch für die Grünen! Es ist auch jede Partei aufgerufen, die entsprechenden politischen Konsequenzen daraus zu ziehen. (Abg. Dr. Moser: Wir haben ja schon längst alles offengelegt!) Die Österreichische Volkspartei hat das getan, bei anderen Parteien fehlen uns noch die entsprechenden Konsequenzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sind Sie schon völlig durchgeknallt? Es braucht einmal einen Skandal! Von dem haben Sie ja genug!)
Abg. Dr. Moser: Wir haben ja schon längst alles offengelegt!
Und natürlich ist auch jede ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Ja, werter Kollege Kogler, das gilt auch für die Grünen! Es ist auch jede Partei aufgerufen, die entsprechenden politischen Konsequenzen daraus zu ziehen. (Abg. Dr. Moser: Wir haben ja schon längst alles offengelegt!) Die Österreichische Volkspartei hat das getan, bei anderen Parteien fehlen uns noch die entsprechenden Konsequenzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sind Sie schon völlig durchgeknallt? Es braucht einmal einen Skandal! Von dem haben Sie ja genug!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sind Sie schon völlig durchgeknallt? Es braucht einmal einen Skandal! Von dem haben Sie ja genug!
Und natürlich ist auch jede ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Ja, werter Kollege Kogler, das gilt auch für die Grünen! Es ist auch jede Partei aufgerufen, die entsprechenden politischen Konsequenzen daraus zu ziehen. (Abg. Dr. Moser: Wir haben ja schon längst alles offengelegt!) Die Österreichische Volkspartei hat das getan, bei anderen Parteien fehlen uns noch die entsprechenden Konsequenzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sind Sie schon völlig durchgeknallt? Es braucht einmal einen Skandal! Von dem haben Sie ja genug!)
Abg. Mag. Kogler: Aber eine Oase!
Aber bei all den Einzelfällen, die publik geworden sind und die natürlich, wie gesagt, zu bekämpfen sind, möchte ich auch eines ganz klar sagen, weil es, glaube ich, wichtig ist – wichtig für viele ehrliche und anständige Bürgerinnen und Bürger, für viele Menschen, die sich engagieren, die sich auch politisch und auf allen Ebenen, nämlich auf Gemeindeebene, auf Landes- und auf Bundesebene engagieren –: Österreich ist keine korrupte Republik, meine sehr verehrten Damen und Herren (Abg. Mag. Kogler: Aber eine Oase!), auch das soll einmal ganz klar und offen ausgesprochen werden. Für diese Annahme gibt es keinen Anlass, und auch der Korruptionsindex, der ja von Transparency International erstellt wird, reiht Österreich unter die vordersten, das heißt
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!
unter die besten Länder, was die Bekämpfung und Vermeidung von Korruption betrifft, ein. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Mag. Kogler: Entschuldigung, wir fallen ständig zurück!
Wir haben den 15. Platz von 178 Ländern in der Welt (Abg. Mag. Kogler: Entschuldigung, wir fallen ständig zurück!) und sind unter den ersten zehn in der Europäischen Union. Das heißt, zu solch einer pauschalen Verurteilung und Verdächtigung, meine sehr verehrten Damen und Herren, besteht wirklich kein Anlass. (Abg. Mag. Kogler: Nein, wir machen so weiter wie bisher! Es gibt keine Skandale!)
Abg. Mag. Kogler: Nein, wir machen so weiter wie bisher! Es gibt keine Skandale!
Wir haben den 15. Platz von 178 Ländern in der Welt (Abg. Mag. Kogler: Entschuldigung, wir fallen ständig zurück!) und sind unter den ersten zehn in der Europäischen Union. Das heißt, zu solch einer pauschalen Verurteilung und Verdächtigung, meine sehr verehrten Damen und Herren, besteht wirklich kein Anlass. (Abg. Mag. Kogler: Nein, wir machen so weiter wie bisher! Es gibt keine Skandale!)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht um die Transparenz von Parteispenden, meine sehr verehrten Damen und Herren, aber nicht nur von Parteispenden, es geht auch darum, dass in eine solche Betrachtung, in eine solche Regelung parteinahe Unternehmen auch mit einbezogen werden – damit es nicht so ist, wie es durchaus bei der SPÖ Wien gang und gäbe ist, nämlich dass durch parteinahe Unternehmen, die von öffentlicher Hand entsprechende Aufträge erhalten, wieder der Partei Gewinne zufließen. Auch das soll Gegenstand dieser Transparenz sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, kommen wir weg von gegenseitiger Schuldzuweisung, gehen wir hin zu konstruktiven Verhandlungen! Wir stehen dafür – auch in den nächsten Tagen, so wie in den letzten Wochen – zur Verfügung, die notwendigen Maßnahmen zu schaffen und auch auf diesem Gebiet besser zu werden. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Aber wie lange hat man da zugeschaut? Wie lange?
Ich erinnere nur an die Causa Ronald S., die ich auch mit Ihrer Vorgängerin besprochen habe. Bezüglich Ronald S., dem früheren Leiter der Wirtschaftsstaatsanwaltschaft Wien, betreffend den ein wahrer Sack von Anzeigen bei den Medien aufgetaucht ist (Abg. Mag. Stadler: Aber wie lange hat man da zugeschaut? Wie lange?), die alle eingestellt wurden, die sich über zehn, zwölf Jahre erstreckt haben, mit Tausenden Seiten von Akten, hat die Frau Ministerin hier in diesem Haus gesagt, na ja, die Verfehlungen wären ja immerhin noch vertretbare Rechtsmeinungen gewesen. – Das kann nicht sein!
Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Rädler: ... die Leistung?
Heute kann ich mich als Amtsträger von dritter Seite bezahlen lassen, solange ich nur glaubhaft machen kann, dass ich jetzt akut keine Amtshandlung setze. Jeder Verwaltungsbeamte kann sich von Siemens oder IBM oder von einer Zeitung monatlich bezahlen lassen, so wie der Kollege Scheibner – er kann sich also, wenn er es versteuert, bezahlen lassen –, solange er nur sagt: Na, ich tu eh nichts für die! (Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Rädler: ... die Leistung?) Das ist die österreichische Rechtslage, die überall zu Recht kritisiert wird – wenn wir das lesen –, die aber bis heute nicht geändert wurde. Ich vermisse das Gesetz, um das zu reparieren, am Tisch.
Beifall bei der FPÖ.
Und dann ein Letztes, das natürlich ganz wichtig ist, und das ist der Bereich zwischen Justiz und Politik. Das ist die Korruption der österreichischen Medienlandschaft mittels der heute angesprochenen Inseratenpraxis. Das kann es natürlich nicht sein, dass die Medien, die eigentlich die Aufdecker – Frau Minister Fekter würde sagen, der Watchdog, um ihr Lieblingswort zu verwenden –, der Watchdog gegen Korruption sein sollen, dass die von denjenigen, die sich den Watchdog vom Leibe halten wollen, mit Inseraten abgefüttert und bezahlt werden. Damit stellen wir alles auf den Kopf, und damit funktioniert die demokratische Korruptionskontrolle nicht mehr. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich vermute, Sie haben die Sätze deswegen nicht zitiert, weil Sie genau wissen, dass auch Österreich gemeint ist – und das ist genau der entscheidende Punkt. Der Sündenfall hat in Österreich im Jahr 2009 stattgefunden, als die strengen Anti-Korruptionsstrafregeln aufgeschnürt wurden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Graf: Und wo zeigen Sie hin?
Und genau das ist das Problem: Österreich war egal, was international über dieses Aufschnüren des Korruptionsstrafpakets geredet wird, Hauptsache es wird den Lobbyisten im Inland entsprochen. Die SPÖ hat zugestimmt, die ÖVP hat zugestimmt, aber auch die FPÖ hat zugestimmt. Insofern verwundert es mich nicht, dass heute die ÖVP auf die FPÖ zeigt, die FPÖ zeigt auf die SPÖ und die SPÖ zeigt wieder auf die ÖVP. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Graf: Und wo zeigen Sie hin?) Das ist das Sittenbild, meine Damen und Herren, das Sie abgeben.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie es ernst meinen, dann legen Sie eine Novelle vor! Wir werden Sie unterstützen, aber wir werden Sie an Ihren eigenen Worten messen. Und das sollen keine Schönwetterworte sein, sondern da wird es eine Novelle brauchen. Nur so ist ein Neustart möglich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Donnerbauer: Die aktuellen Fälle haben alle nichts mit Anfütterung zu tun!
Meine Damen und Herren, wer die Demokratie verteidigt, muss die Korruption bekämpfen. Nichts ist abträglicher für die Demokratie als das Misstrauen gegenüber den politischen Entscheidungsträgern. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Donnerbauer: Die aktuellen Fälle haben alle nichts mit Anfütterung zu tun!)
Abg. Mag. Kogler: Von dem reden wir ja! – Beifall beim BZÖ
Daher sage ich Ihnen: Solange wir nicht imstande sind, im eigenen Bereich endlich Ordnung zu schaffen, brauchen wir uns hier in diesem Haus über die Korruption von Beitrittskandidaten wie Kroatien in Zukunft nicht mehr viel zu unterhalten (Abg. Mag. Kogler: Von dem reden wir ja! – Beifall beim BZÖ), solange wir nicht endlich imstande sind, eine ehrliche, eine transparente, eine anständige Staatsführung zu garantieren und eine anständige Republik zu werden. Daher antworte ich durchaus auch mit Matthäus, Kapitel 3 Vers 12: (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: He!)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: He!
Daher sage ich Ihnen: Solange wir nicht imstande sind, im eigenen Bereich endlich Ordnung zu schaffen, brauchen wir uns hier in diesem Haus über die Korruption von Beitrittskandidaten wie Kroatien in Zukunft nicht mehr viel zu unterhalten (Abg. Mag. Kogler: Von dem reden wir ja! – Beifall beim BZÖ), solange wir nicht endlich imstande sind, eine ehrliche, eine transparente, eine anständige Staatsführung zu garantieren und eine anständige Republik zu werden. Daher antworte ich durchaus auch mit Matthäus, Kapitel 3 Vers 12: (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: He!)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, das wollen wir: Wir wollen einen ständigen Untersuchungsausschuss, einen ständigen Antikorruptionsausschuss im Parlament, auch in der Manier der Heiligen Inquisition, damit in dieser Republik endlich wieder Anstand und Charakter in den politischen Gremien Einzug halten, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Sehr geehrte Damen und Herren von Raiffeisen, ich spreche Sie direkt an: Abgeordneter Auer, Abgeordneter Ferry Maier, Frau Höllerer, Herr Karl Donabauer, sehr geehrte Damen und Herren ÖVP-Raiffeisen-Abgeordnete: Der Raiffeisen-Konzern bekommt vom damaligen Finanzminister und Vizekanzler der Republik Österreich, Josef Pröll, 1,75 Milliarden € Steuergeld cash und zusätzlich 4,25 Milliarden € Steuergeld als Haftung, auch durch die Bürgerinnen und Bürger des Landes finanziert. 6 Milliarden € haben Sie, sehr geehrte Damen und Herren von Raiffeisen in der ÖVP, in schändlichem Lobbyismus dem Raiffeisen-Konzern in den Rachen geworfen, und wenige Monate später, nach seinem Austritt aus der Politik (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), wird der Herr Josef Pröll plötzlich Vorstand der Leipnik-Lundenburger-Gesellschaft des Raiffeisen-Konzerns.
Beifall beim BZÖ.
Ein Finanzminister, der sich mit Steuergeld seine künftige Existenz erkauft hat, und das mit 6 Milliarden € – und Sie reden über 2 Milliarden € bei Eurofighter, sehr geehrte Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.) Jawohl, auch ein Skandal, der aufgedeckt wird, aber ich bitte Sie darum, hier nicht etwas aus dem Lot laufen zu lassen, sehr geehrte Damen und Herren, und zu übersehen, dass Steuergeld von einem Finanzminister dazu gebraucht worden ist, seine künftige persönliche Existenz abzusichern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ein Finanzminister, der sich mit Steuergeld seine künftige Existenz erkauft hat, und das mit 6 Milliarden € – und Sie reden über 2 Milliarden € bei Eurofighter, sehr geehrte Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.) Jawohl, auch ein Skandal, der aufgedeckt wird, aber ich bitte Sie darum, hier nicht etwas aus dem Lot laufen zu lassen, sehr geehrte Damen und Herren, und zu übersehen, dass Steuergeld von einem Finanzminister dazu gebraucht worden ist, seine künftige persönliche Existenz abzusichern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
dergestalt, dass über Raiffeisen ein Skandal gegen Herbert Scheibner konstruiert wird, dass Raiffeisen Bankdaten herausgibt, um einen Skandal gegen einen Oppositionsabgeordneten anzuheizen, der sich in seiner politischen Karriere nichts hat zuschulden kommen lassen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, da reden Sie noch von Skandal? Da reden Sie noch von Charakter und Anstand, wenn Sie und Ihre Genossinnen und Genossen eine österreichische Bank missbrauchen, um gegen einen Abgeordneten vorzugehen? – Ich sage Ihnen eines: Wer Wind sät, wird Sturm ernten! Für Ihre Flatulenzen und die Ihres Raiffeisen-Konzernes werden Sie einen Herbststurm ernten, nämlich mit einem ständigen Untersuchungsausschuss, in dem wir Ihre Malversationen in Zukunft aufdecken werden, aber auch die Malversationen eines amtierenden Bundeskanzlers und eines Staatssekretärs und weiterer drei SPÖ-Minister, gegen die die Staatsanwaltschaft der Republik Österreich aufrecht ermittelt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Finden da BZÖ-Selbstverbrennungen statt?
Wir werden auch darauf drängen, dass ein ständig tagender Antikorruptionsausschuss in diesem Land, der nicht von Rot und Schwarz abgedreht werden kann, endlich wieder Sauberkeit in dieses Land bringt, damit die Österreicherinnen und Österreicher nicht zu Recht sagen, alle Politiker sind Verbrecher, und am Ende des Tages vielleicht auch noch recht damit behalten. Es werden sich die anständigen Politiker in diesem Haus von den unanständigen abheben, und die Spreu wird in dem nie erlöschenden Feuer eines Antikorruptionsausschusses verbrennen. – Ich danke Ihnen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Finden da BZÖ-Selbstverbrennungen statt?)
Beifall bei der FPÖ
In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenstellung der Sachverständigenkommission zu hinterfragen. Es ist begrüßenswert, dass neben Wissenschaftern, neben Experten in der Jugendarbeit auch Jugendliche die Gelegenheit bekommen, in dieser Sachverständigenkommission mitzuarbeiten. Allerdings ist es sehr fraglich, warum in dieser Vertretung, in diesem Komitee lediglich ein Jugendvertreter der muslimischen Gemeinde Gehör findet und mitarbeiten kann. Nichts dagegen, dass auch diese Herren und Damen dort gehört werden und mitarbeiten, aber dann wollen wir auch, dass unsere Jugendlichen von unseren Vertretungen hier zu Wort kommen (Beifall bei der FPÖ) oder auch Vertreter von Religionsgemeinschaften in diesem Gremium sitzen und diesen Gehör geschenkt wird.
Beifall bei der FPÖ.
Die Sachverständigenkommission kommt auch sehr richtig zum Schluss, dass die Kinderkonvention wichtig ist. Ja, sie ist wichtig, aber, meine Damen und Herren, in diesem Zusammenhang muss man speziell hervorheben, dass das Recht der Kinder auf beide Elternteile, auf Vater und Mutter, das Um und Auf für das Wohl der Jugend ist, für das Wohl der Kinder und unserer Familien. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben dazu auch schon einige Vorarbeit geleistet, und Sie, meine Damen und Herren, können gerne bei uns Anleihe nehmen und unsere Vorschläge hier einbauen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Begriff „Familie“ findet in diesem Schlussbericht kaum Erwähnung, er wird maximal zehnmal erwähnt, und dann finden sie ihn nur im Zusammenhang mit Problemen, Gewalterfahrung, Suchtbelastung und Familieninterventionen. Das ist eine Sichtweise, die den gesamten Bericht entwertet, weil es sich hier nicht um eine objektive, sondern um eine ideologische und verblendete Sichtweise handelt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Abschluss bleibt noch festzuhalten, dass der Jugend sehr wohl Freiheit zugestanden gehört, sie braucht Freiheit. Aber in Einklang damit brauchen die Familien eine ideelle und finanzielle Stärkung, aber sie brauchen nicht, was bei dieser Sachverständigenkommission immer wieder vorkommt, eine Verstaatlichung oder eine linksgefärbte Ideologie. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte noch hier im Saal anwesende Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Kitzmüller, ich glaube, Sie waren mit Ihrer Sprache noch in der Europastunde. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich denke, dass es gut ist, dass man gerade jetzt bei diesem Jugendbericht einmal vernünftig diskutiert und das eine oder andere nicht sofort in einen Topf wirft und schlechtmacht.
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Bericht zeigt sehr deutlich, dass Jugendpolitik eine Querschnittmaterie ist. Umso wichtiger ist es auch, dass unser zuständiger Bundesminister die Möglichkeit hat, in dieser Thematik eine ressortübergreifende Zusammenarbeit herbeizuführen. Es wird nicht anders gehen, denn man kann das nicht in einem Ressort machen. Das ist so ähnlich wie in der Frauen- oder Familienpolitik, das sind Querschnittmaterien, die ressortübergreifend bearbeitet werden müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich wissen wir, dass nicht alles, was in diesem Bericht steht, positiv ist – no na, dann wäre es ja auch kein guter Bericht –, es werden ja auch Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Auch das muss man einem Bericht zugestehen, denn wir kaufen uns ja keinen Bericht, der himmelblau und rosarot ist, sondern es geht um Tatsachen und um Zukunftsgestaltung. Und dieser Jugendbericht stellt eben keinen Schlusspunkt dar, sondern eine Grundlage für zukunftsorientiertes Arbeiten im Sinne unserer Jugendlichen und einer wissensorientierten Politik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Es wäre noch viel zu diesem Thema zu sagen, aber nur noch Folgendes: Ich meine, dass die Eltern Verantwortung tragen, Vater und Mutter (Beifall bei der ÖVP), sie müssen einen Blick in die Zukunft richten und dürfen die Kinder und Jugendlichen nicht sich selbst überlassen. Wir haben die Verantwortung, sie bis in die Erwachsenenwelt zu begleiten. Und die Politik ist dafür verantwortlich, die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, Rahmenbedingungen zum Beispiel für die Kinderbetreuung, etwa mit dem Gratiskindergarten, wo wir weiterhin jährlich 70 Millionen für die Länder zur Verfügung stellen, für die Schulen, die Ausbildungsbereiche und vieles mehr.
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend möchte ich sagen, an die Jugendlichen werden vor dem Hintergrund sozialer Veränderungen viele neue Herausforderungen gestellt. Familie und Freunde, das habe ich bereits erwähnt, sind für 70 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren am wichtigsten. Das heißt, eine gute Familienpolitik ist ein Grundpfeiler, ein Zukunftspfeiler für unsere Jugend, aber auch für Österreich. Und wir von der ÖVP zeigen, dass Familien, Kinder, Jugendliche uns etwas wert sind, und werden an dieser Familienpolitik weiterarbeiten, gemeinsam mit unserem Familienminister, dem wir gerne den Rücken stärken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hörl: Das BZÖ löst sich langsam auf!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Ich habe mich heute zum Thema Jugend zu Wort gemeldet, weil das ein Zukunftsthema ist, das, was die Regierung aktuell macht, dem allerdings nicht entspricht, eben keine Zukunftspolitik ist, die jedoch notwendig wäre, um der Jugend das erforderliche Rüstzeug in die Hand zu geben, um die Probleme der Zukunft bewältigen zu können. (Abg. Hörl: Das BZÖ löst sich langsam auf!)
Abg. Amon: Es sind noch mehr!
Im Zusammenhang mit der Bildung der Jugendlichen muss ich festhalten, dass es mittlerweile so ist, dass bis zu 20 Prozent der Schulabgänger nach der Pflichtschule nicht einmal die einfachsten Kulturtechniken tadellos beherrschen (Abg. Amon: Es sind noch mehr!), wie Lesen, Schreiben, Rechnen. Die ÖVP sagt, es sind noch mehr. Mehr als 20 Prozent können nicht ordentlich lesen, schreiben und rechnen! Da frage ich Sie: Wie soll das funktionieren? Wie sollen die Jugendlichen – und die Zahl der Jugendlichen, die letztlich in den Arbeitsprozess eintreten, sinkt – mit ihren schmalen Schultern mit solch einer Ausbildung bei einer gewaltig steigenden Zahl an Pensionisten das alles bewältigen? – Ich kann Ihnen sagen, es wird nicht funktionieren.
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Die Regierung nimmt sich der Zukunftsfragen nicht an. Die Regierung wurschtelt von einem Tag zum nächsten. Es wird da ein bisschen gedreht, es wird dort ein bisschen gedreht, ein bisschen Geld verschoben, damit ja alles irgendwie am Laufen bleibt, aber niemand macht sich Gedanken über die nächsten 10, 20 Jahre. Anscheinend sieht niemand, wohin das Ganze läuft. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Beifall des Abg. Tadler.
Das heißt, ich bin ein Lobbyist und bin nur meinen Kindern verantwortlich, sonst niemandem. Und deshalb: Wenn wir es nicht schaffen, die Probleme der Zukunft zu lösen, und wenn wir das nicht sofort machen, dann werden unsere Kinder das ausbaden müssen. Und dann wird mein Sohn mich eines Tages fragen: Papa, warum hast du es zugelassen, dass es uns schlechter geht als euch damals? – Genau das würde nämlich eintreten, und das möchte ich verhindern. (Beifall des Abg. Tadler.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist aber auch die Wirtschaft gefordert. Es reicht nicht aus, immer nur zu schreien, dass man keine Fachkräfte hat. Es ist auch die Wirtschaft gefordert, weiterhin auszubilden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Wer sagt denn das?
Nur zwei Sätze zum Entschließungsantrag der Kollegin Kitzmüller betreffend Familiensteuersplitting. Nachgewiesen ist, dass eine Familie, in der beide Elternteile arbeiten gehen und nicht viel verdienen, genau davon nichts haben, dass eine Familie, in der es ein Einkommen auf mittlerer Ebene gibt, in der Höhe von zirka 5 € vom Familiensplitting profitieren würde (Abg. Ing. Höbart: Wer sagt denn das?) – dazu gibt es Statistiken –, dass Dazuverdienerinnen einen kleinen Teil davon hätten und dass jene Familien, in denen es einen Alleinverdiener gibt, der gut verdient, am meisten davon profitieren würden. Da sind Ihre Alleinverdienerinnen, Frau Kitzmüller, überhaupt nicht drinnen. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Und somit werden wir diesen Antrag sicherlich ablehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie den Vorschlag einmal durch!)
Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Nur zwei Sätze zum Entschließungsantrag der Kollegin Kitzmüller betreffend Familiensteuersplitting. Nachgewiesen ist, dass eine Familie, in der beide Elternteile arbeiten gehen und nicht viel verdienen, genau davon nichts haben, dass eine Familie, in der es ein Einkommen auf mittlerer Ebene gibt, in der Höhe von zirka 5 € vom Familiensplitting profitieren würde (Abg. Ing. Höbart: Wer sagt denn das?) – dazu gibt es Statistiken –, dass Dazuverdienerinnen einen kleinen Teil davon hätten und dass jene Familien, in denen es einen Alleinverdiener gibt, der gut verdient, am meisten davon profitieren würden. Da sind Ihre Alleinverdienerinnen, Frau Kitzmüller, überhaupt nicht drinnen. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Und somit werden wir diesen Antrag sicherlich ablehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie den Vorschlag einmal durch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie den Vorschlag einmal durch!
Nur zwei Sätze zum Entschließungsantrag der Kollegin Kitzmüller betreffend Familiensteuersplitting. Nachgewiesen ist, dass eine Familie, in der beide Elternteile arbeiten gehen und nicht viel verdienen, genau davon nichts haben, dass eine Familie, in der es ein Einkommen auf mittlerer Ebene gibt, in der Höhe von zirka 5 € vom Familiensplitting profitieren würde (Abg. Ing. Höbart: Wer sagt denn das?) – dazu gibt es Statistiken –, dass Dazuverdienerinnen einen kleinen Teil davon hätten und dass jene Familien, in denen es einen Alleinverdiener gibt, der gut verdient, am meisten davon profitieren würden. Da sind Ihre Alleinverdienerinnen, Frau Kitzmüller, überhaupt nicht drinnen. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.) Und somit werden wir diesen Antrag sicherlich ablehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Höbart: Lesen Sie den Vorschlag einmal durch!)
Abg. Mag. Hakl: Umdrehen und schauen!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! In jeder Gesprächsrunde mit Jugendlichen, in jeder Diskussion mit Jugendlichen stelle ich liebend gerne die Frage: Wer ist in Österreich für die Belange von Jugendlichen auf der Regierungsbank zuständig? – Die Jugendlichen schauen mich mit großen Augen an, und dann kommen immer wieder Antwortvorschläge (Abg. Mag. Hakl: Umdrehen und schauen!), Bundesminister Hundstorfer zum Beispiel als Sozial- und Arbeitsminister, der ja für Jugendarbeitslosigkeit zuständig ist, oder Bundesministerin Schmied, die zuständig ist für den Bereich Unterricht und Bildung, aber niemals – niemals! – der für Familie, Wirtschaft und Jugend zuständige Minister Mitterlehner. Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist bezeichnend für die Jugendpolitik in Österreich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Wenn er wenigstens Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen würde!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Wenn er wenigstens Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen würde!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! In jeder Gesprächsrunde mit Jugendlichen, in jeder Diskussion mit Jugendlichen stelle ich liebend gerne die Frage: Wer ist in Österreich für die Belange von Jugendlichen auf der Regierungsbank zuständig? – Die Jugendlichen schauen mich mit großen Augen an, und dann kommen immer wieder Antwortvorschläge (Abg. Mag. Hakl: Umdrehen und schauen!), Bundesminister Hundstorfer zum Beispiel als Sozial- und Arbeitsminister, der ja für Jugendarbeitslosigkeit zuständig ist, oder Bundesministerin Schmied, die zuständig ist für den Bereich Unterricht und Bildung, aber niemals – niemals! – der für Familie, Wirtschaft und Jugend zuständige Minister Mitterlehner. Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist bezeichnend für die Jugendpolitik in Österreich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Höbart: Wenn er wenigstens Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen würde!)
Abg. Ing. Höbart: Es gibt gar keinen Fokus!
verehrten Damen und Herren. Und das ist das, was entlarvt, das ist das, was die Jugendlichen in der öffentlichen Debatte wahrnehmen, und auch das, was die Expertinnen und Experten im Jugendbericht ganz klar kritisieren: der mangelnde Fokus der Jugendpolitik dieser Bundesregierung. (Abg. Ing. Höbart: Es gibt gar keinen Fokus!)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Grenze ist nicht markiert. Auf der einen Seite müssen sie früher zu Hause sein, auf der anderen später, auf der einen Seite dürfen sie Alkohol nicht trinken, auf der anderen Seite schon. Und das kann es nicht sein. Da gehört eine Vereinheitlichung für ganz Österreich umgesetzt. Dafür ist der Jugendminister zuständig, und das soll er endlich angehen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hagen: Sie haben etwas vergessen! Wien, die Stadt Wien ...!
Aber was sie sind, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist das: Sie sind systemverdrossen, sie sind parteisystemverdrossen! Jedes Mal wenn ich die Zeitung aufschlage, jeden Tag, an dem ich von angeblichen Korruptionsvorverdachtsfällen lese, von Anfütterungsvorverdachtsfällen, möglicherweise Wirtschaften in die eigene Tasche, von Inseratenschaltungen anstatt pünktlicher Züge bei den ÖBB, dann brauche ich mich als Politiker und Politikerin nicht darüber zu wundern, dass es diese Systemverdrossenheit gibt, überhaupt nicht! (Abg. Hagen: Sie haben etwas vergessen! Wien, die Stadt Wien ...!)
Beifall bei den Grünen.
Der vorliegende Bericht ist eine klare Chance für eine aktive, fokussierte Jugendpolitik. Es liegt am Jugendminister, hier endlich aktiv zu werden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Das spricht aber nicht dagegen! – Abg. Windbüchler-Souschill: Aber Sie ändern nichts!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Danke, Frau Abgeordnete Souschill-Windbüchler, für diese wirklich freundliche Einbegleitung! Irgendwo haben Sie die falsche Art der Politikvermittlung, habe ich den Eindruck, denn dasselbe, was Sie jetzt gesagt haben, haben Sie schon vor zirka einem dreiviertel Jahr gesagt. (Abg. Brosz: Das spricht aber nicht dagegen! – Abg. Windbüchler-Souschill: Aber Sie ändern nichts!)
Abg. Windbüchler-Souschill: Aber ich bin nicht Ministerin! Ich kann Ihnen auch sagen ...!
Da muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Wenn Sie das in der Zeit nicht vermitteln können, dann tut es mir wirklich leid. Ich will es Ihnen ersparen, wenn ich den Umkehrschluss ziehe und sage: Wer ist die grüne Jugendvertreterin? – Das ist irgendwo eine kindliche Ebene und keine sachliche Auseinandersetzung. (Abg. Windbüchler-Souschill: Aber ich bin nicht Ministerin! Ich kann Ihnen auch sagen ...!) Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie in dem Zusammenhang keine neue Platte bringen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Sie sind der Minister, nicht ich!) Auch der sonstige Teil der Rede ist mir relativ bekannt vorgekommen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Es ändert sich ja nichts!) Er hat sich eher weniger mit den Schlussfolgerungen des Jugendberichtes auseinandergesetzt als mit Ihren bekannten Vorhalten.
Abg. Windbüchler-Souschill: Sie sind der Minister, nicht ich!
Da muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Wenn Sie das in der Zeit nicht vermitteln können, dann tut es mir wirklich leid. Ich will es Ihnen ersparen, wenn ich den Umkehrschluss ziehe und sage: Wer ist die grüne Jugendvertreterin? – Das ist irgendwo eine kindliche Ebene und keine sachliche Auseinandersetzung. (Abg. Windbüchler-Souschill: Aber ich bin nicht Ministerin! Ich kann Ihnen auch sagen ...!) Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie in dem Zusammenhang keine neue Platte bringen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Sie sind der Minister, nicht ich!) Auch der sonstige Teil der Rede ist mir relativ bekannt vorgekommen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Es ändert sich ja nichts!) Er hat sich eher weniger mit den Schlussfolgerungen des Jugendberichtes auseinandergesetzt als mit Ihren bekannten Vorhalten.
Abg. Windbüchler-Souschill: Es ändert sich ja nichts!
Da muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Wenn Sie das in der Zeit nicht vermitteln können, dann tut es mir wirklich leid. Ich will es Ihnen ersparen, wenn ich den Umkehrschluss ziehe und sage: Wer ist die grüne Jugendvertreterin? – Das ist irgendwo eine kindliche Ebene und keine sachliche Auseinandersetzung. (Abg. Windbüchler-Souschill: Aber ich bin nicht Ministerin! Ich kann Ihnen auch sagen ...!) Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie in dem Zusammenhang keine neue Platte bringen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Sie sind der Minister, nicht ich!) Auch der sonstige Teil der Rede ist mir relativ bekannt vorgekommen. (Abg. Windbüchler-Souschill: Es ändert sich ja nichts!) Er hat sich eher weniger mit den Schlussfolgerungen des Jugendberichtes auseinandergesetzt als mit Ihren bekannten Vorhalten.
Abg. Windbüchler-Souschill: Sie haben den Bericht nicht gelesen!
Da würde ich sagen: Es ist sehr viel da, nämlich in Relation zum letzten Bericht, denn der letzte Bericht hat sich ausdrücklich nur mit dem Thema Gender auseinandergesetzt. Gendergerechtigkeit ist natürlich auch ein wichtiges Thema, aber diesmal ist es wesentlich interdisziplinärer angelegt, und da, Frau Kollegin Souschill, ist jetzt genau der Punkt dabei. Wenn Sie den Bericht genau lesen, dann kommen Sie drauf, dass die Experten sagen: Jugendpolitik ist nicht fokussiert, und es besteht nicht die Erwartungshaltung, es wäre in der Zuständigkeit einer Person, die Jugendpolitik machen muss (Abg. Windbüchler-Souschill: Sie haben den Bericht nicht gelesen!), sondern Jugendpolitik wird als Querschnittsmaterie definiert (Abg. Windbüchler-Souschill: Und Sie sind zuständig!), wo Bund, wo Länder, wo alle anderen, auch die Jugendeinrichtungen, insgesamt dafür verantwortlich sind.
Abg. Windbüchler-Souschill: Und Sie sind zuständig!
Da würde ich sagen: Es ist sehr viel da, nämlich in Relation zum letzten Bericht, denn der letzte Bericht hat sich ausdrücklich nur mit dem Thema Gender auseinandergesetzt. Gendergerechtigkeit ist natürlich auch ein wichtiges Thema, aber diesmal ist es wesentlich interdisziplinärer angelegt, und da, Frau Kollegin Souschill, ist jetzt genau der Punkt dabei. Wenn Sie den Bericht genau lesen, dann kommen Sie drauf, dass die Experten sagen: Jugendpolitik ist nicht fokussiert, und es besteht nicht die Erwartungshaltung, es wäre in der Zuständigkeit einer Person, die Jugendpolitik machen muss (Abg. Windbüchler-Souschill: Sie haben den Bericht nicht gelesen!), sondern Jugendpolitik wird als Querschnittsmaterie definiert (Abg. Windbüchler-Souschill: Und Sie sind zuständig!), wo Bund, wo Länder, wo alle anderen, auch die Jugendeinrichtungen, insgesamt dafür verantwortlich sind.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Zusammenhang ist es – es wird sehr oft zitiert – ganz einfach unrichtig, dass hier eine bestimmte Politikverdrossenheit gang und gäbe wäre. Ich weiß nicht, ob Sie das auch so sehen, aber ich merke es an den Mails, an den Anrufen, an den Diskussionsveranstaltungen. – Übrigens, Herr Kollege Lugar: Wenn Sie von Beispielen und von „Verbrechen“ an der Jugend und so weiter reden, finde ich, dass das auch nicht die richtige Sprache ist. Man sollte doch auch in dem Bereich etwas adäquater auftreten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Ja, im System ist was falsch!
Es ist aber, da wir in einer Konsumwelt leben, in dem Bericht auch stark herausgekommen, dass die Verschuldung, die Neigung zu Konsum insofern zunimmt, als Jugendliche immer stärker auch die Beratungsstellen in Anspruch nehmen müssen. Im Jahr 2006 war beispielsweise jeder Fünfte der überschuldeten Klient/innen der Beratungsstellen in Oberösterreich jünger als 25, in anderen Bundesländern genauso. Die erste Kontoüberziehung findet bei der Mehrheit der jungen Verschuldeten, bei 64 Prozent, ab 16 Jahren statt, nur 5 Prozent geben einen früheren Zeitpunkt an. Es muss also etwas passiert sein, wenn wir damit so umgehen. Das heißt im Klartext, dass ... (Abg. Mag. Schwentner: Ja, im System ist was falsch!) Bitte? (Abg. Mag. Schwentner: Im System ist was falsch!)
Abg. Mag. Schwentner: Im System ist was falsch!
Es ist aber, da wir in einer Konsumwelt leben, in dem Bericht auch stark herausgekommen, dass die Verschuldung, die Neigung zu Konsum insofern zunimmt, als Jugendliche immer stärker auch die Beratungsstellen in Anspruch nehmen müssen. Im Jahr 2006 war beispielsweise jeder Fünfte der überschuldeten Klient/innen der Beratungsstellen in Oberösterreich jünger als 25, in anderen Bundesländern genauso. Die erste Kontoüberziehung findet bei der Mehrheit der jungen Verschuldeten, bei 64 Prozent, ab 16 Jahren statt, nur 5 Prozent geben einen früheren Zeitpunkt an. Es muss also etwas passiert sein, wenn wir damit so umgehen. Das heißt im Klartext, dass ... (Abg. Mag. Schwentner: Ja, im System ist was falsch!) Bitte? (Abg. Mag. Schwentner: Im System ist was falsch!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist immer am System oder an der Schulausbildung etwas falsch. Es könnte auch an der Gesellschaft etwas falsch laufen, oder in der Gesellschaft, und hier der entsprechende Ansatzpunkt gefunden werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren, zusammenfassend: Ich glaube, der Jugendbericht gibt eine ganze Reihe von Ansatzmöglichkeiten für weitere Verbesserungen. Klar ist – und hier sind wir auch in sehr guter Zusammenarbeit mit den Jugendvertretungen –, dass das auch ein gemeinsames Wirken erfordert, um eine entsprechend positive Veränderung und noch mehr Partizipation der Jugendlichen an der Gestaltung des Gesellschaftslebens insgesamt zu erreichen. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Aber Herr Lugar hat geredet!
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe mir in der Vergangenheit immer gedacht, es ist die Gepflogenheit des Hohen Hauses, dass der Minister zumindest am Ende, wenn jede Fraktion einmal gesprochen hat, spricht. Anscheinend können Sie jetzt ... (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Aber Herr Lugar hat geredet!) Ich wollte gerade sagen, da können Sie nichts dafür. Wahrscheinlich muss man sich nur als Contra-Redner melden, dann wird man automatisch vorgereiht. Ich glaube, das sollten wir in Zukunft einmal diskutieren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da muss ich die Bundesregierung ausdrücklich in Schutz nehmen!) Ja, genau, mach das! (Abg. Mag. Kogler: Wenn nicht mehr erkennbar ist ...! – Weitere Zwischenrufe.) Danke, Herr Kogler, das haben wir jetzt auch vernommen. Ihre Äußerungen werden hier niedergeschrieben.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da muss ich die Bundesregierung ausdrücklich in Schutz nehmen!
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe mir in der Vergangenheit immer gedacht, es ist die Gepflogenheit des Hohen Hauses, dass der Minister zumindest am Ende, wenn jede Fraktion einmal gesprochen hat, spricht. Anscheinend können Sie jetzt ... (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Aber Herr Lugar hat geredet!) Ich wollte gerade sagen, da können Sie nichts dafür. Wahrscheinlich muss man sich nur als Contra-Redner melden, dann wird man automatisch vorgereiht. Ich glaube, das sollten wir in Zukunft einmal diskutieren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da muss ich die Bundesregierung ausdrücklich in Schutz nehmen!) Ja, genau, mach das! (Abg. Mag. Kogler: Wenn nicht mehr erkennbar ist ...! – Weitere Zwischenrufe.) Danke, Herr Kogler, das haben wir jetzt auch vernommen. Ihre Äußerungen werden hier niedergeschrieben.
Abg. Mag. Kogler: Wenn nicht mehr erkennbar ist ...! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe mir in der Vergangenheit immer gedacht, es ist die Gepflogenheit des Hohen Hauses, dass der Minister zumindest am Ende, wenn jede Fraktion einmal gesprochen hat, spricht. Anscheinend können Sie jetzt ... (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Aber Herr Lugar hat geredet!) Ich wollte gerade sagen, da können Sie nichts dafür. Wahrscheinlich muss man sich nur als Contra-Redner melden, dann wird man automatisch vorgereiht. Ich glaube, das sollten wir in Zukunft einmal diskutieren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Da muss ich die Bundesregierung ausdrücklich in Schutz nehmen!) Ja, genau, mach das! (Abg. Mag. Kogler: Wenn nicht mehr erkennbar ist ...! – Weitere Zwischenrufe.) Danke, Herr Kogler, das haben wir jetzt auch vernommen. Ihre Äußerungen werden hier niedergeschrieben.
Beifall beim BZÖ.
Auf alle Fälle ist es so, dass der Bericht sehr umfangreich ist. 1988, als der erste Bericht herausgekommen ist, waren es etwa 100 Seiten; jetzt umfasst er deutlich mehr und beinhaltet sehr viele Empfehlungen. Allerdings bin ich sehr gespannt, ob das Empfohlene wirklich umgesetzt wird. Einen Punkt haben Sie ja richtig angesprochen, und darüber wurde jetzt auch kurz diskutiert, nämlich die Verschuldung der Jugendlichen und Kinder. Aber da liegt es sehr wohl auch an der Werbung! Wenn ich etwa nur „spark7“ ansprechen darf: Da werden Jugendliche speziell und gezielt darauf hingewiesen, ein Konto zu eröffnen, um sofort ein Startkapital zu bekommen. Wir wissen, das ist quasi der Anfang einer Verschuldung von Jugendlichen! Hier sagen wir: Genug gezahlt, hier gehört einfach die Bremse gezogen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Wegen der Wasserpreise?!
Ich bitte Sie, dies breit zu unterstützen, denn wir finden, dass gerade Jugendliche und Kinder ohnehin genug an dieser Last, an dieser Bürde tragen. Wenn man in den letzten Tagen gehört hat, dass die Miete um 5 Prozent erhöht wird, dass die Wassergebühren in Wien um 30 Prozent erhöht werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Kinder und die Jugendlichen von heute keine Kinder mehr in die Welt setzen, weil sie es sich einfach nicht mehr leisten können. (Abg. Rädler: Wegen der Wasserpreise?!) Man darf sich darüber nicht lustig machen, Kollege! Sie sind Bürgermeister, soweit ich weiß, von der ÖVP. Man kann nicht einfach alles abwälzen. Wenn man einfach drüberfährt über die Bevölkerung, dann gibt es ohnehin einen Zahltag, und das ist der nächste Wahltag. Wir werden ja sehen, wie es dann ausschaut.
Abg. Mag. Kogler: Keine Steuern, mehr Ausgaben – und kein Defizit! Wie das geht, weiß allein das BZÖ!
Ein wichtiger Punkt, den wir ansprechen müssen, wäre ein Flat-Tax-Modell. Wir brauchen speziell eine Entlastung des Mittelstands und auch der Jugend. Sonst wird gibt es auf lange Sicht nur mehr Arm und Reich und die Mittelschicht wir immer dünner. Hier müssen wir entschieden entgegenwirken. Deswegen auch hier ein Entschließungsantrag. Wir werden uns ganz genau ansehen, wer da mitstimmt. Wir finden, wir müssen runter mit den Steuern und die Jugend unbedingt fördern und vor allem nachhaltig entlasten. (Abg. Mag. Kogler: Keine Steuern, mehr Ausgaben – und kein Defizit! Wie das geht, weiß allein das BZÖ!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Warum? – Die Finanzministerin selbst hat ja gesagt, dass alles weniger, einfacher und leistungsgerechter werden muss. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Na ja, so schaut es einmal aus. Das wäre das Ziel, und ich erwarte mir auch von der Ministerin, dass Steuern gesenkt werden, damit sich die Menschen auf lange Sicht das Leben wieder leisten können und damit wichtige Punkte, die im Bericht stehen, auch finanziell umgesetzt werden können und das Ganze auch leistbarer wird. Das wäre der richtige Weg für die Zukunft, und das wäre auch der richtige Weg für die österreichische Jugend. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Gleich vorweg: Wir werden alles daransetzen, dass es nicht zu einem Konflikt zwischen Jung und Alt kommt. Unser Credo: Keine Generation darf auf Kosten der anderen leben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Dann macht es doch! – Abg. Dolinschek: Das muss man auch machen!
arbeiten wie die Schweden – und das ist ja ein sehr sozialer Staat –, dann hätten wir im Bund sogar einen Budgetüberschuss. Ja, Sie hören richtig: einen Budgetüberschuss. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Dann macht es doch! – Abg. Dolinschek: Das muss man auch machen!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! In Österreich lassen sich Jung und Alt nicht gegeneinander ausspielen. Packen wir es an! Her mit den effizienten Strukturen in der Bildung! Her mit der Gesundheitsreform! Weg mit Pensionsprivilegien! Dann ist genug da für alle Generationen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Bemerkung zu Ihren Ausführungen, Frau Kollegin Aubauer: Seit 1996 gibt es für Neuzugänge bei den Österreichischen Bundesbahnen die Regelung, dass diese Kolleginnen und Kollegen im ASVG versichert sind, also schon seit langer Zeit. Alle anderen Regelungen laufen aus. Ich denke, wir sollten jetzt einmal die ÖBBler arbeiten lassen und sie nicht immer wieder mit unrichtigen Vorwürfen belasten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wesentlich erscheint mir, meine Damen und Herren, dass die Begleitung, Betreuung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen im Einklang und als Ergänzung zu den unterschiedlichsten Familienformen im Vordergrund zu stehen hat und absolute Priorität genießt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Ein bisschen befremdend ist es schon! Unsere Jugendsprecherin, die grüne Jugendsprecherin Windbüchler-Souschill – jetzt sage ich auch den Namen einmal richtig –, hat einige Dinge klargelegt, die in Österreich im Jugendbereich nicht nachvollziehbar sind, Aufgaben aufgezeigt, die zu erledigen sind und in Ihren Bereich fallen. Und was machen Sie? – Sie berichten uns mehr oder weniger zusammenfassend, was im Jugendbericht drinnensteht. Von den wenigen Abgeordneten, die da sitzen, waren die meisten im zuständigen Jugendausschuss, im Familienausschuss und wissen daher ungefähr Bescheid, was da drinsteht. Insofern wäre es interessanter, auf Basis dieses Berichts weiterzudiskutieren, was zu tun wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde Sie dringend bitten, da genau hinzuschauen, denn wenn man nicht ganz früh bei den Jugendlichen anfängt, dann wird die Schere immer so weit auseinander bleiben, denn da geht es um die Berufswahl, da geht es um das Rollenverständnis. Es zeigt sich auch im Bericht, dass es da teilweise großen Handlungsbedarf gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Fürntrath-Moretti.
wortungsvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Fürntrath-Moretti.)
Beifall beim BZÖ.
Frau Kollegin Aubauer, ich stimme dem, was Sie gesagt haben, völlig zu. Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen: Sie sind Mitglied einer Partei, die Regierungsverantwortung trägt. Sie sind nicht in der Opposition. Wenn ich Regierungsverantwortung trage, dann kann ich das nicht nur immer ankündigen und sagen: Das müssen wir tun, das sollten wir tun. Tun Sie es endlich! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher, Herr Bundesminister, sage ich, auch wenn Sie schon angekündigt haben – auch in der Beantwortung einer schriftlichen Anfrage von uns –, dass im Herbst 2012 ein neues Jugendwohlfahrtsgesetz beziehungsweise eines mit bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen vorliegen wird: Die Zeit vergeht. Machen Sie Druck auch bei den Ländern! Es kann doch nicht sein, dass einige Bundesländer sagen: Hier zahlen wir nicht mit, wir haben kein Geld!, und dass der Bund sagt: Na gut, wir wollen ohnehin, aber die Länder zahlen nicht! In die Pleitestaaten zahlen wir Milliarden, aber hier können wir nicht einige Millionen aufbringen für unsere Kinder, für das Wohl unserer Kinder, für den Schutz unserer Kinder. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Nie wieder gehört und gesehen!
Wir haben auch diesbezügliche Anträge eingebracht, und ich bitte Sie, hier wirklich nicht säumig zu sein, denn die Liste ist schon lang: Frau Ministerin Kdolsky, Frau Staatssekretärin Marek, Frau Staatssekretärin Remler – alle haben uns versprochen, dass jetzt das Jugendwohlfahrtsgesetz kommt. Versprochen und nicht gehalten! (Abg. Ing. Höbart: Nie wieder gehört und gesehen!)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sehen diesen Bericht als eine wichtige Grundlage, auch für uns als parlamentarische Abgeordnete, mit dem wir arbeiten können, wo wir neue Ideen einbringen können. Ich sehe aber diesen Bericht insgesamt auch als einen parteiübergreifenden politischen Auftrag für eine generationengerechte Politik, ohne Jung und Alt gegeneinander auszuspielen, als einen Auftrag, in eine Zukunft zu investieren, die für uns alle wichtig ist, aber besonders für unsere Jugend. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Ehrlich gesagt, ist Ihnen entgangen, wer in den Jahren 2000 bis 2006 Sozialminister war, aus welchem Bereich der gekommen ist? Und ich frage Sie: War das Thema Jugendschutz dazumal nicht im Regierungsprogramm? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Eben! Dann kennen Sie das Thema Jugendwohlfahrt ganz genau. (Abg. Ursula Haubner: Ja, eh!) Dann kennen Sie die Kompetenzlage ganz genau, und ich sage Ihnen, die Kompetenzlage im Bereich ... (Abg. Markowitz: Wer hat denn blockiert? Die ÖVP hat blockiert! – Abg. Grosz: Ihr habt immer blockiert!) Schreien Sie nicht so viel, das wird nicht besser. Ich glaube, du warst doch der Berater vom Herbert Haupt, nicht? Ist irgendwie schiefgegangen. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Also ich glaube, es ist etwas zu einfach, dann immer alles nur mit Blockieren abzutun.
Abg. Ursula Haubner: Ja, eh!
Ehrlich gesagt, ist Ihnen entgangen, wer in den Jahren 2000 bis 2006 Sozialminister war, aus welchem Bereich der gekommen ist? Und ich frage Sie: War das Thema Jugendschutz dazumal nicht im Regierungsprogramm? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Eben! Dann kennen Sie das Thema Jugendwohlfahrt ganz genau. (Abg. Ursula Haubner: Ja, eh!) Dann kennen Sie die Kompetenzlage ganz genau, und ich sage Ihnen, die Kompetenzlage im Bereich ... (Abg. Markowitz: Wer hat denn blockiert? Die ÖVP hat blockiert! – Abg. Grosz: Ihr habt immer blockiert!) Schreien Sie nicht so viel, das wird nicht besser. Ich glaube, du warst doch der Berater vom Herbert Haupt, nicht? Ist irgendwie schiefgegangen. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Also ich glaube, es ist etwas zu einfach, dann immer alles nur mit Blockieren abzutun.
Abg. Markowitz: Wer hat denn blockiert? Die ÖVP hat blockiert! – Abg. Grosz: Ihr habt immer blockiert!
Ehrlich gesagt, ist Ihnen entgangen, wer in den Jahren 2000 bis 2006 Sozialminister war, aus welchem Bereich der gekommen ist? Und ich frage Sie: War das Thema Jugendschutz dazumal nicht im Regierungsprogramm? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Eben! Dann kennen Sie das Thema Jugendwohlfahrt ganz genau. (Abg. Ursula Haubner: Ja, eh!) Dann kennen Sie die Kompetenzlage ganz genau, und ich sage Ihnen, die Kompetenzlage im Bereich ... (Abg. Markowitz: Wer hat denn blockiert? Die ÖVP hat blockiert! – Abg. Grosz: Ihr habt immer blockiert!) Schreien Sie nicht so viel, das wird nicht besser. Ich glaube, du warst doch der Berater vom Herbert Haupt, nicht? Ist irgendwie schiefgegangen. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Also ich glaube, es ist etwas zu einfach, dann immer alles nur mit Blockieren abzutun.
Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ehrlich gesagt, ist Ihnen entgangen, wer in den Jahren 2000 bis 2006 Sozialminister war, aus welchem Bereich der gekommen ist? Und ich frage Sie: War das Thema Jugendschutz dazumal nicht im Regierungsprogramm? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Eben! Dann kennen Sie das Thema Jugendwohlfahrt ganz genau. (Abg. Ursula Haubner: Ja, eh!) Dann kennen Sie die Kompetenzlage ganz genau, und ich sage Ihnen, die Kompetenzlage im Bereich ... (Abg. Markowitz: Wer hat denn blockiert? Die ÖVP hat blockiert! – Abg. Grosz: Ihr habt immer blockiert!) Schreien Sie nicht so viel, das wird nicht besser. Ich glaube, du warst doch der Berater vom Herbert Haupt, nicht? Ist irgendwie schiefgegangen. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Also ich glaube, es ist etwas zu einfach, dann immer alles nur mit Blockieren abzutun.
Abg. Grosz: Drum sage ich ja, das ist gelogen, wenn man einfach nur sagt, man hat nichts gemacht! – Abg. Grillitsch: Was heißt „gelogen“?
Ich möchte einfach herausarbeiten, wie die Kompetenzlage ist. Es ist gar kein Vorwurf, sondern einfach eine Beschreibung. (Abg. Grosz: Drum sage ich ja, das ist gelogen, wenn man einfach nur sagt, man hat nichts gemacht! – Abg. Grillitsch: Was heißt „gelogen“?) Die Kompetenz im Jugendschutz ist bei den Bundesländern. Wir haben uns intensiv (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.) Warten Sie einfach, ich komme auch zu dem anderen. (Abg. Mag. Schwentner: Nein, da kann man nicht mehr warten! – Abg. Grosz: Tun Sie sie nicht so abschasseln!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.
Ich möchte einfach herausarbeiten, wie die Kompetenzlage ist. Es ist gar kein Vorwurf, sondern einfach eine Beschreibung. (Abg. Grosz: Drum sage ich ja, das ist gelogen, wenn man einfach nur sagt, man hat nichts gemacht! – Abg. Grillitsch: Was heißt „gelogen“?) Die Kompetenz im Jugendschutz ist bei den Bundesländern. Wir haben uns intensiv (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.) Warten Sie einfach, ich komme auch zu dem anderen. (Abg. Mag. Schwentner: Nein, da kann man nicht mehr warten! – Abg. Grosz: Tun Sie sie nicht so abschasseln!)
Abg. Mag. Schwentner: Nein, da kann man nicht mehr warten! – Abg. Grosz: Tun Sie sie nicht so abschasseln!
Ich möchte einfach herausarbeiten, wie die Kompetenzlage ist. Es ist gar kein Vorwurf, sondern einfach eine Beschreibung. (Abg. Grosz: Drum sage ich ja, das ist gelogen, wenn man einfach nur sagt, man hat nichts gemacht! – Abg. Grillitsch: Was heißt „gelogen“?) Die Kompetenz im Jugendschutz ist bei den Bundesländern. Wir haben uns intensiv (Zwischenruf der Abg. Mag. Schwentner.) Warten Sie einfach, ich komme auch zu dem anderen. (Abg. Mag. Schwentner: Nein, da kann man nicht mehr warten! – Abg. Grosz: Tun Sie sie nicht so abschasseln!)
Beifall beim BZÖ. – Bravorufe des Abg. Petzner.
Im Übrigen muss ich Ihnen auch sagen: Ich finde es richtig, das Thema Jugendschutz gehört gelöst, weil wir in ganz Österreich einheitliche Standards brauchen. (Beifall beim BZÖ. – Bravorufe des Abg. Petzner.) Aber stilisieren Sie es nicht zum Popanz hoch! Heutzutage ist jeder schon über Internet und sonst wie in der Lage, alle Informationen, die er will, einzuholen. Wenn sich jemand regelmäßig von einem Bundesland ins andere bewegt, dann hat er leicht einen Überblick, wenn er es nicht regelmäßig tut, dann kann er sich überall entsprechend informieren. Also da würde ich schon sagen, das Problem wird ein bisserl strapaziert und die Lösung ist zwar wichtig, aber so entscheidend auch nicht.
Abg. Ursula Haubner: Ich habe nicht von Jugendschutz gesprochen, ich habe von Jugendwohlfahrt gesprochen!
Jugendwohlfahrt finde ich etwas wichtiger. (Abg. Ursula Haubner: Ich habe nicht von Jugendschutz gesprochen, ich habe von Jugendwohlfahrt gesprochen!) Sie haben es nicht näher gesagt, aber Sie haben schon etwas anderes auch gesagt. (Abg. Ursula Haubner: Der Minister verwechselt da etwas!) Frau Abgeordnete Schwentner hat das angesprochen. Bei der Jugendwohlfahrt ist die Problematik eine ähnliche. Wissen Sie, was erforderlich ist, damit wir dieses Vier-Augen-Prinzip, das ich als dringend notwendig erachte, umsetzen können? – Entsprechende Personalausstattung bei den Bundesländern. Und die Bundesländer sagen: Freunde, ihr habt so viele richtige Gesetz, aber ihr könnt doch nicht einfach die Kosten an uns weitergeben, ohne dass wir die Mittel haben! Sagen Sie, wo haben wir das budgetiert, wo haben wir in einer Sparzeit zusätzliche Mittel? Da verhandeln wir in Richtung einer Übergangsregelung, zumindest bis zum nächsten Finanzausgleich.
Abg. Ursula Haubner: Der Minister verwechselt da etwas!
Jugendwohlfahrt finde ich etwas wichtiger. (Abg. Ursula Haubner: Ich habe nicht von Jugendschutz gesprochen, ich habe von Jugendwohlfahrt gesprochen!) Sie haben es nicht näher gesagt, aber Sie haben schon etwas anderes auch gesagt. (Abg. Ursula Haubner: Der Minister verwechselt da etwas!) Frau Abgeordnete Schwentner hat das angesprochen. Bei der Jugendwohlfahrt ist die Problematik eine ähnliche. Wissen Sie, was erforderlich ist, damit wir dieses Vier-Augen-Prinzip, das ich als dringend notwendig erachte, umsetzen können? – Entsprechende Personalausstattung bei den Bundesländern. Und die Bundesländer sagen: Freunde, ihr habt so viele richtige Gesetz, aber ihr könnt doch nicht einfach die Kosten an uns weitergeben, ohne dass wir die Mittel haben! Sagen Sie, wo haben wir das budgetiert, wo haben wir in einer Sparzeit zusätzliche Mittel? Da verhandeln wir in Richtung einer Übergangsregelung, zumindest bis zum nächsten Finanzausgleich.
Abg. Ursula Haubner: Nicht halb, halb, halb!
Das, was ich Ihnen schriftlich beantwortet habe, wird auch in der Umsetzung so erfolgen. Das heißt, nehmen Sie dann den Zeitplan, den ich Ihnen genannt habe, sagen Sie, es ist wahr oder nicht wahr, und dann reden wir wirklich weiter, aber nicht immer auf der Basis so halb, halb, halb. Das ist einfach nicht die Wahrheit. (Abg. Ursula Haubner: Nicht halb, halb, halb!)
Abg. Ursula Haubner: Die Bundesländer sind rot und schwarz!
Deswegen zu den Themen: Bei dem einen sind wir dabei, eine Übergangslösung sicherzustellen. Das andere Thema, Jugendschutz, ist so, wie es ist. Geben Sie mir die Kompetenzlage in die Hand! (Abg. Ursula Haubner: Die Bundesländer sind rot und schwarz!) Ändern Sie die Verfassung! Ich mache es Ihnen morgen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Deswegen zu den Themen: Bei dem einen sind wir dabei, eine Übergangslösung sicherzustellen. Das andere Thema, Jugendschutz, ist so, wie es ist. Geben Sie mir die Kompetenzlage in die Hand! (Abg. Ursula Haubner: Die Bundesländer sind rot und schwarz!) Ändern Sie die Verfassung! Ich mache es Ihnen morgen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Markowitz: Bis wann?
Bundesminister Mitterlehner ist jener Minister, der mit der Regelung dieses Problems schon am weitesten vorangeschritten ist, und ich vertraue seinem Verhandlungsgeschick, dass er eine Lösung herbeiführen wird. Das ist nämlich wirklich toll. Er wird das regeln, er wird das sicher mit uns gemeinsam regeln. (Abg. Markowitz: Bis wann?) Bis wann, kann ich Ihnen jetzt nicht sagen, das wissen Sie sehr genau. Aber er ist wirklich ein Minister, der sich engagiert für dieses Thema, und er wird es sicher positiv erledigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister Mitterlehner ist jener Minister, der mit der Regelung dieses Problems schon am weitesten vorangeschritten ist, und ich vertraue seinem Verhandlungsgeschick, dass er eine Lösung herbeiführen wird. Das ist nämlich wirklich toll. Er wird das regeln, er wird das sicher mit uns gemeinsam regeln. (Abg. Markowitz: Bis wann?) Bis wann, kann ich Ihnen jetzt nicht sagen, das wissen Sie sehr genau. Aber er ist wirklich ein Minister, der sich engagiert für dieses Thema, und er wird es sicher positiv erledigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Höbart: Den gibt es ja nicht mehr, den Blum-Bonus!
Gerade bei der Lehre, die aus den Berufsschulmodulen und dem praktischen Teil in den Betrieben besteht, haben wir ja in Österreich die besten Erfahrungen gemacht. Durch Fördermaßnahmen der Bundesregierung – beispielsweise sei hier der Blum-Bonus erwähnt – ist es uns in den letzten Jahren gelungen (Abg. Ing. Höbart: Den gibt es ja nicht mehr, den Blum-Bonus!), die Lehre nicht nur für die Jungen attraktiv zu machen, sondern auch für die Unternehmen. (Abg. Markowitz: Der Blum-Bonus gehört wieder eingeführt!) Denn das ist ja auch wesentlich: Ohne Unternehmen gibt es keine Lehre.
Abg. Markowitz: Der Blum-Bonus gehört wieder eingeführt!
Gerade bei der Lehre, die aus den Berufsschulmodulen und dem praktischen Teil in den Betrieben besteht, haben wir ja in Österreich die besten Erfahrungen gemacht. Durch Fördermaßnahmen der Bundesregierung – beispielsweise sei hier der Blum-Bonus erwähnt – ist es uns in den letzten Jahren gelungen (Abg. Ing. Höbart: Den gibt es ja nicht mehr, den Blum-Bonus!), die Lehre nicht nur für die Jungen attraktiv zu machen, sondern auch für die Unternehmen. (Abg. Markowitz: Der Blum-Bonus gehört wieder eingeführt!) Denn das ist ja auch wesentlich: Ohne Unternehmen gibt es keine Lehre.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bei dieser Gelegenheit auch ein Danke an alle Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer und alle Ausbilder, an alle Unternehmerinnen und Unternehmer. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Als Unternehmerin weiß ich, wie schwierig es ist, mit jungen Auszubildenden umzugehen und aus ihnen tolle Fachkräfte zu machen.
Beifall bei der ÖVP.
Bestärken wir doch unsere Kinder und Jugendlichen in ihren Begabungen! Zwingen wir sie nicht in Berufe, in denen sie sich nicht wiederfinden! Nur was man gerne macht, macht man gut. Und unsere Verantwortung als Politiker, als Eltern, Großeltern oder Ausbilder steht auch fest: Fordern und fördern sind wichtiger denn je. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Da hat man gerade in den letzten Jahren in der Beratung verstärkt bei technischen Berufen für Frauen angesetzt. Man versucht, Frauen oder Mädchen zu unterstützen, die Entscheidung zu treffen, auch in technische Berufe zu gehen. Und etwas, was mich persönlich immer wieder stört, ist – Kollege Lugar hat es kurz angesprochen –: Es wird immer so getan, als ob die Lehrlinge nichts könnten. Es wird immer von jenen gesprochen, die eigentlich nicht rechnen und nicht lesen können. Wir müssen den Lehrlingen wieder den Stellenwert geben, den sie brauchen. Das sind unsere Facharbeiter. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es wurde die Lehre mit Matura angesprochen. Ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass es ein doch sehr großer Aufwand und eine sehr große Belastung ist, neben der Lehre die Matura zu machen. Ich gratuliere jedem, der das überhaupt angeht und auch schafft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte enden mit einem Zitat aus dem Bericht: Nach der Befundung der Forschung präsentiert sich die Arbeitsmarktsituation für Jugendliche in Österreich günstig. Die Politik hat auf Herausforderungen für die Jugendbeschäftigung rasch reagiert. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Jugendminister, das, was Sie vor allem in Ihrem zweiten Beitrag geliefert haben, ist Regierungssudern vom Feinsten – sudern, wie wir es hier in Wien nennen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie halten der Kollegin Haubner vor, sie hätte diesen Jugendbericht Kapitel für Kapitel hier vorgestellt, beschrieben, wo sie und ihre Fraktion doch selbst damals in der Regierung gewesen seien.
Beifall bei Grünen und BZÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Sie selber, Herr Minister, haben nichts anderes gemacht. Sie haben zu erwähnen vergessen, dass Ihre Partei, die ÖVP, damals mit in der Regierung war, dass es sich damals eben um eine schwarz-blau-orange Regierung gehandelt hat, und Sie haben auch vergessen – in Ihrer ersten Ausführung vor allem –, auf Ihre Regierungsverantwortung Rücksicht zu nehmen. (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Abg. Grillitsch: Ein sehr wichtiger Teil!
Tatsache ist, wir haben hier einen Bericht, der schon im Ausschuss sehr intensiv mit Expertinnen und Experten diskutiert wurde und in dem Ergebnisse drinnen stehen, die wir auch schon aus anderen Berichten kennen, beispielsweise aus dem Armutsbericht, beispielsweise aus dem Familienbericht, aus diversen Bildungsstudien – und das seit Jahren. Es genügt daher nicht, wenn Sie als Minister sich hier herstellen und uns diesen Bericht zitieren, sondern notwendig wäre es, dass Sie als ein Teil dieser Bundesregierung (Abg. Grillitsch: Ein sehr wichtiger Teil!) wirklich einmal Aktion zeigten und tatsächlich auch einmal Maßnahmen setzten, Herr Kollege.
Heiterkeit bei den Grünen
Wenn Sie von der Querschnittsmaterie Jugend sprechen, dann kann ich Sie als Jugendminister auffordern beziehungsweise einladen: Sprechen Sie doch als Jugendminister mit Ihrem „Querschnittskollegen“, dem Familienminister, der zufällig ebenfalls Sie sind (Heiterkeit bei den Grünen), und besprechen Sie einmal, wie Sie in einem Ihrer Aufgabenbereiche, nämlich im Bereich der Kinderbetreuung, für alle Kinder in Österreich Bedingungen schaffen können, die eben von Beginn an Bildungschancen von hoher Qualität gewährleisten, sodass es nicht von der Postleitzahl und vom Geld der Eltern abhängt, ob diese Kinder von Beginn an eine Bildungschance erhalten oder nicht. Besprechen Sie das als Jugendminister mit dem Familienminister und setzen Sie Taten anstatt nur Worte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie von der Querschnittsmaterie Jugend sprechen, dann kann ich Sie als Jugendminister auffordern beziehungsweise einladen: Sprechen Sie doch als Jugendminister mit Ihrem „Querschnittskollegen“, dem Familienminister, der zufällig ebenfalls Sie sind (Heiterkeit bei den Grünen), und besprechen Sie einmal, wie Sie in einem Ihrer Aufgabenbereiche, nämlich im Bereich der Kinderbetreuung, für alle Kinder in Österreich Bedingungen schaffen können, die eben von Beginn an Bildungschancen von hoher Qualität gewährleisten, sodass es nicht von der Postleitzahl und vom Geld der Eltern abhängt, ob diese Kinder von Beginn an eine Bildungschance erhalten oder nicht. Besprechen Sie das als Jugendminister mit dem Familienminister und setzen Sie Taten anstatt nur Worte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
ob es diverse Petitionen und andere Dinge sind, die die Jugendlichen unterstützen, wo sie mittun. An dieser Stelle gehören auch die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter erwähnt, die nämlich das Schlimmste abfedern, die Jugendliche dabei unterstützen, dass sie trotz vieler Frustrationen doch noch einen Weg sehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Vor diesem Hintergrund möchte ich zum Abschluss ganz klar noch etwas bewerben, nämlich das Bildungsvolksbegehren. Es beschäftigt sich mit dem Thema Bildung – von der frühkindlichen bis zur universitären. Vom 3. bis 10. November wird es die Möglichkeit geben, dieses zu unterstützen; und es ist wichtig, dass alle Menschen, die wollen, dass Kinder und Jugendliche in Österreich gleiche Chancen haben – das ist eine der wichtigsten Forderungen des Bildungsvolksbegehrens –, hingehen, unterschreiben, diesem Bildungsvolksbegehren zum nötigen Erfolg verhelfen und damit auch die Regierung zum nötigen Handeln zwingen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Rund drei Viertel der jungen Österreicherinnen und Österreicher ab 14 Jahren nutzen das Internet regelmäßig. Alle, die Kinder in diesem Alter zu Hause haben, wissen, wovon ich spreche. Ich begrüße daher die Initiative des Familien- und Jugendministers, der die Gefahren und Risiken dieser neuen Informations- und Kommunikationstechnologien erkannt und mit der ersten Medien- und Informationsstelle in Österreich ein Instrument zur Aufklärung und kritischen Auseinandersetzung installiert hat. Das Jugendministerium ist am Puls der Zeit, kennt die Lebenswelten der Jugendlichen und hat die Chance der Verknüpfung von Partizipation, politischer Bildung und sicherer Nutzung der Medien erkannt. Dafür durchaus ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne stimmen wir dem Jugendbericht gerne zu. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwiegespräche und Heiterkeit bei den Abgeordneten Dolinschek und Markowitz
Geschätzte Damen und Herren! Bezüglich Aufklärung besteht großer Handlungsbedarf. Die Mehrheit der Jugendlichen schätzt sich zwar als aufgeklärt ein, das Wissen über Verhütung und mögliche Risiken bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr wird aber kaum umgesetzt. Auch wünschen sich 84 Prozent, also mehr als drei Viertel der Befragten, mehr Information (Zwiegespräche und Heiterkeit bei den Abgeordneten Dolinschek und Markowitz) – Sie können ruhig lachen, Herr Abgeordneter – über sexuelle Praktiken, Geschlechtskrankheiten, Beziehung und Schwangerschaftsabbruch. Diese Themen dürften in der schulischen Sexualpädagogik offensichtlich zu kurz kommen oder auf diesem Weg nicht abgedeckt werden können.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Herr Minister! Der vorliegende Bericht zur Lage der Jugend in Österreich beinhaltet zahlreiche Empfehlungen und Maßnahmen. Ich ersuche Sie dringend, Konsequenzen daraus zu ziehen! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Was mich an den Regierungsparteien immer verwundert: Wir hören seit Stunden immer nur, was man tun muss, tun sollte, dort einen Masterplan, hier einen Plan. – Bitte, tun Sie es doch endlich! (Beifall bei der FPÖ.) Es ist für mich unerträglich, dass man immer nur hört, was alles getan werden muss. In diesem Hohen Haus sitzen Personen, die seit Jahren dieser Bundesregierung angehören und einfach nichts tun. Das muss man an dieser Stelle schon einmal sagen.
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.
Nun zum sogenannten Bericht zur Lage der Jugend hier in Österreich. Wiederum dasselbe. Jetzt gibt es einen Bericht, das ist eine große Jubelveranstaltung für den Herrn Bundesminister, der vielleicht die Wirtschaftsagenden ganz gut vertreten mag, aber, um auf die Ausführungen des Kollegen Prinz zu sprechen zu kommen, das Ministerium für Jugend ist sicher nicht am Puls der Zeit und hat sicherlich nicht die Augen und Ohren bei den Jugendlichen. Denn: Ich habe Sie, Herr Minister, noch niemals unter Jugendlichen in irgendwelchen Lokalen, Diskotheken et cetera gesehen. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich glaube also nicht, dass Sie wissen, was unsere Jugend heute bewegt. Das muss man an dieser Stelle schon einmal festhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Nun zum sogenannten Bericht zur Lage der Jugend hier in Österreich. Wiederum dasselbe. Jetzt gibt es einen Bericht, das ist eine große Jubelveranstaltung für den Herrn Bundesminister, der vielleicht die Wirtschaftsagenden ganz gut vertreten mag, aber, um auf die Ausführungen des Kollegen Prinz zu sprechen zu kommen, das Ministerium für Jugend ist sicher nicht am Puls der Zeit und hat sicherlich nicht die Augen und Ohren bei den Jugendlichen. Denn: Ich habe Sie, Herr Minister, noch niemals unter Jugendlichen in irgendwelchen Lokalen, Diskotheken et cetera gesehen. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.) Ich glaube also nicht, dass Sie wissen, was unsere Jugend heute bewegt. Das muss man an dieser Stelle schon einmal festhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Beifall bei der FPÖ.
Bildungssystem ausbrechen. Wundern wir uns dann, wenn Pariser und Londoner Zustände nach Wien kommen?! Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Damen und Herren endlich einmal in unserem Bildungssystem verbleiben und für unsere Gesellschaft etwas leisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Körperliche Probleme, Übergewicht: Und da spricht man davon, dass man die Wehrpflicht abschaffen soll! Herr Minister, setzen Sie sich bei Ihrem Koalitionspartner dafür ein, dass man sich von dieser hanebüchenen Idee endlich wieder verabschiedet! Denn das Bundesheer mit seiner Wehrpflicht ist der einzige Ort, wo Jugendliche noch zusammenkommen, Sport betreiben, Kameradschaft lernen, ein bisschen Disziplin lernen, Regeln lernen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) – Doch, das ist so, reden Sie mit den Jugendlichen! Das schätzen sie an unserem Bundesheer. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Körperliche Probleme, Übergewicht: Und da spricht man davon, dass man die Wehrpflicht abschaffen soll! Herr Minister, setzen Sie sich bei Ihrem Koalitionspartner dafür ein, dass man sich von dieser hanebüchenen Idee endlich wieder verabschiedet! Denn das Bundesheer mit seiner Wehrpflicht ist der einzige Ort, wo Jugendliche noch zusammenkommen, Sport betreiben, Kameradschaft lernen, ein bisschen Disziplin lernen, Regeln lernen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) – Doch, das ist so, reden Sie mit den Jugendlichen! Das schätzen sie an unserem Bundesheer. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Unsere Jugendlichen haben ein sehr stark ausgeprägtes Wertebewusstsein, sie sind Patrioten, darauf sollten wir stolz sein. Daher: Ja zu einer aktiven Jugendpolitik und Nein zum ständigen Bauen von Luftschlössern und zu einer Jubelpolitik über irgendwelche Berichte! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Volksanwaltschaft mit den amtierenden Volksanwälten Kostelka, Brinek und Stoisits hat aber das Gegenteil gemacht, indem sie sich als parteipolitischer Auftragstäter in einen Wahlkampf hineinbegeben hat, nämlich als parteipolitischer Auftragstäter der Österreichischen Volkspartei, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Missbrauch!
Das ist eine inakzeptable Vorgehensweise, die wir auf das Schärfste verurteilen, nämlich dass die Volksanwaltschaft die Interessen einer Partei vertritt und nicht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher, meine Damen und Herren. (Abg. Grosz: Missbrauch!) Aber wir kennen das ja schon von der Österreichischen Volkspartei: Wenn es ins politische Konzept passt, sind das immer die Ersten, die die staatlichen Einrichtungen für ihre eigenen parteipolitischen und machtpolitischen
Beifall beim BZÖ.
Da werden Sie nicht durchkommen, meine Damen und Herren, und das werden wir auch nicht zulassen, dass Sie irgendwelche Mandatare aus unseren Reihen herausschießen! Das können Sie sich hinter die Ohren schreiben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und da wird Ihnen auch der Herr Konrad vom Raiffeisenkonzern nicht helfen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich bin froh darüber, dass ich kein Konto bei Raiffeisen habe, und kann das nur auch jedem empfehlen, weil die Daten bei Raiffeisen nicht sicher sind und das Bankgeheimnis nicht gewahrt ist.
Abg. Mag. Brunner: Haben Sie jetzt keine größeren Sorgen?
Was hat man da im Jahr 2009 gemacht? – Man hat versucht, den damaligen Spitzenkandidaten des BZÖ, Ewald Stadler, mit Klagen einzudecken und so einen Wahlkampf auf Kosten des Steuerzahlers, auf Kosten der Republik zu blockieren. Man hat all diese Klagen letztendlich nicht erfolgreich zu Ende führen können und hat sie damit begründet, dass man sich an dem Begriff oder an der Schlagzeile „unser Volksanwalt in Brüssel“ gestoßen hat. Ich frage mich, ob Sie keine größeren Sorgen haben. (Abg. Mag. Brunner: Haben Sie jetzt keine größeren Sorgen?)
Abg. Mag. Stefan steht an der Regierungsbank und spricht mit Volksanwältin Dr. Brinek.
Abgesehen davon zeigt dieser Bericht auch, dass Ihre Leistungsbilanz mehr als ernüchternd ist im Vergleich zur Ära Ewald Stadler, der einer der erfolgreichsten Volksanwälte war. Wir haben einen Rückgang der Beschwerdefälle von über 5 000 Fällen. (Abg. Mag. Stefan steht an der Regierungsbank und spricht mit Volksanwältin Dr. Brinek.) – Herr Abgeordneter Stefan, vielleicht können Sie Ihre Flirtversuche mit Frau Brinek einstellen. Wir sind im Parlament und nicht in einer Disco. Ja, ich frage mich: Was soll das? (Abg. Grosz: Ihr seid doch nicht multitaskingfähig!)
Abg. Grosz: Ihr seid doch nicht multitaskingfähig!
Abgesehen davon zeigt dieser Bericht auch, dass Ihre Leistungsbilanz mehr als ernüchternd ist im Vergleich zur Ära Ewald Stadler, der einer der erfolgreichsten Volksanwälte war. Wir haben einen Rückgang der Beschwerdefälle von über 5 000 Fällen. (Abg. Mag. Stefan steht an der Regierungsbank und spricht mit Volksanwältin Dr. Brinek.) – Herr Abgeordneter Stefan, vielleicht können Sie Ihre Flirtversuche mit Frau Brinek einstellen. Wir sind im Parlament und nicht in einer Disco. Ja, ich frage mich: Was soll das? (Abg. Grosz: Ihr seid doch nicht multitaskingfähig!)
Ruf beim BZÖ: Steuergeld!
Noch einmal: Das ist unanständig, und vor allem – als Schlusssatz – hat das auch zu nichts geführt, denn das BZÖ hat trotz Ihrer Agitation gegen uns, trotz Ihrer Klagen und Angriffe, die viel Geld gekostet (Ruf beim BZÖ: Steuergeld!) und nichts gebracht haben, das Wahlziel erreicht und wird auf Basis des Lissabon-Vertrages mit einem Mandatar, nämlich mit Mag. Ewald Stadler, die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher in Brüssel vertreten. Das ist gerade in Zeiten wie diesen, wenn wir nach Griechenland schauen und darauf blicken, was die EU hier für Fehlentwicklungen auch im Bereich der Finanzkrise zu verantworten hat, ganz wichtig, dass es wieder einen
Beifall beim BZÖ.
echten Vertreter, einen echten Volksanwalt, nämlich Mag. Ewald Stadler, in Brüssel gibt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Lobgesang?! Er ist ja gut!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Mein sehr geehrten Volksanwältinnen! Kollege Petzner, es ist jedes Mal das selbe Spielchen: der Lobgesang auf Ihren Abgeordneten Stadler (Abg. Petzner: Lobgesang?! Er ist ja gut!), bei dem sie eben nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass hier die Volksanwaltschaft sich von der Rechtsprechung oder der österreichischen Gerichtsbarkeit das genommen hat, was jedem zusteht, und Sie haben eben ein Urteil daraus, und das ist Ihr Problem. Und jetzt der Volksanwaltschaft Parteilichkeit vorzuwerfen (Abg. Petzner: Das ist ja nicht Ihre Aufgabe!), das ist ja der Gipfel des Gesamten. (Abg. Grosz: Was ist unter dem Gipfel?) Und noch dazu das in dem Zusammenhang zu bringen, dass die Volksanwaltschaft nicht so viel leistet wie unter Ihrem Abgeordneten Stadler, das ist ja überhaupt das Beste.
Abg. Petzner: Das ist ja nicht Ihre Aufgabe!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Mein sehr geehrten Volksanwältinnen! Kollege Petzner, es ist jedes Mal das selbe Spielchen: der Lobgesang auf Ihren Abgeordneten Stadler (Abg. Petzner: Lobgesang?! Er ist ja gut!), bei dem sie eben nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass hier die Volksanwaltschaft sich von der Rechtsprechung oder der österreichischen Gerichtsbarkeit das genommen hat, was jedem zusteht, und Sie haben eben ein Urteil daraus, und das ist Ihr Problem. Und jetzt der Volksanwaltschaft Parteilichkeit vorzuwerfen (Abg. Petzner: Das ist ja nicht Ihre Aufgabe!), das ist ja der Gipfel des Gesamten. (Abg. Grosz: Was ist unter dem Gipfel?) Und noch dazu das in dem Zusammenhang zu bringen, dass die Volksanwaltschaft nicht so viel leistet wie unter Ihrem Abgeordneten Stadler, das ist ja überhaupt das Beste.
Abg. Grosz: Was ist unter dem Gipfel?
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Herr Präsident! Mein sehr geehrten Volksanwältinnen! Kollege Petzner, es ist jedes Mal das selbe Spielchen: der Lobgesang auf Ihren Abgeordneten Stadler (Abg. Petzner: Lobgesang?! Er ist ja gut!), bei dem sie eben nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dass hier die Volksanwaltschaft sich von der Rechtsprechung oder der österreichischen Gerichtsbarkeit das genommen hat, was jedem zusteht, und Sie haben eben ein Urteil daraus, und das ist Ihr Problem. Und jetzt der Volksanwaltschaft Parteilichkeit vorzuwerfen (Abg. Petzner: Das ist ja nicht Ihre Aufgabe!), das ist ja der Gipfel des Gesamten. (Abg. Grosz: Was ist unter dem Gipfel?) Und noch dazu das in dem Zusammenhang zu bringen, dass die Volksanwaltschaft nicht so viel leistet wie unter Ihrem Abgeordneten Stadler, das ist ja überhaupt das Beste.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.
Im Wesentlichen ist es ein sehr großes und umfangreiches Spektrum, und ich möchte hier die Gelegenheit noch einmal nützen, mich recht herzlich bei den Volksanwältinnen und bei unserem Volksanwalt für ihre Tätigkeit im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu bedanken. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.)
Abg. Mag. Brunner: „Kastenstand“ heißt das!
Thema im Ausschuss war auch die Missstandserklärung der Volksanwaltschaft betreffend Ferkelschutzkörbe. (Abg. Mag. Brunner: „Kastenstand“ heißt das!) Das ist im Verantwortungsbereich von Volksanwalt Dr. Peter Kostelka. Die Volksanwaltschaft hat damit ein Thema aufgegriffen, das gerade in der Schweinewirtschaft eine sehr große Verunsicherung ausgelöst hat.
Ruf bei den Grünen: Das müssen Sie an den Landwirtschaftsminister weitergeben! Der ist dafür zuständig!
genau wissen, dass sie Investitionen, die aufgrund von weiteren Produktionsvorschriften notwendig wären, wirtschaftlich einfach nicht verkraften könnten. Es wären, so wird errechnet, bei neuen Auflagen 40 bis 50 Prozent der Betriebe gefährdet. Sie stünden vor einer Schließung. Insbesondere sind es die kleinen bäuerlichen Betriebe, die das so wirklich nicht verkraften könnten. (Ruf bei den Grünen: Das müssen Sie an den Landwirtschaftsminister weitergeben! Der ist dafür zuständig!) Die Folge davon wäre, dass es zu mehr Billigschweinefleischimporten käme und unsere Eigenproduktion stark rückläufig wäre.
Ruf bei den Grünen: Nein, der Landwirtschaftsminister ist nicht gesprächsbereit! – Abg. Mag. Gaßner: Stimmt!
Wir wissen, dass die tierhaltenden Betriebe in Österreich vor allem auch Rechtssicherheit brauchen, um wirtschaften zu können. Sie vertrauen auf das österreichische Tierschutzgesetz in der jetzigen Fassung, auch auf die zugehörigen Verordnungen, selbstverständlich. Und sie sind höchst interessiert daran und handeln auch danach, dass ihre Tiere bestmöglich versorgt werden, sie sind interessiert am Wohl ihrer Tiere. Und sie wollen auch an die Verbraucher entsprechende Informationen weitergeben. Sie sind vor allem auch gesprächsbereit, während die Tierschutzaktivisten Verunsicherung in der Bevölkerung auslösen. (Ruf bei den Grünen: Nein, der Landwirtschaftsminister ist nicht gesprächsbereit! – Abg. Mag. Gaßner: Stimmt!) – Es ist so: Sie verunsichern die Bevölkerung, die Konsumentinnen und Konsumenten und selbstverständlich auch die Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen, dass die tierhaltenden Betriebe in Österreich vor allem auch Rechtssicherheit brauchen, um wirtschaften zu können. Sie vertrauen auf das österreichische Tierschutzgesetz in der jetzigen Fassung, auch auf die zugehörigen Verordnungen, selbstverständlich. Und sie sind höchst interessiert daran und handeln auch danach, dass ihre Tiere bestmöglich versorgt werden, sie sind interessiert am Wohl ihrer Tiere. Und sie wollen auch an die Verbraucher entsprechende Informationen weitergeben. Sie sind vor allem auch gesprächsbereit, während die Tierschutzaktivisten Verunsicherung in der Bevölkerung auslösen. (Ruf bei den Grünen: Nein, der Landwirtschaftsminister ist nicht gesprächsbereit! – Abg. Mag. Gaßner: Stimmt!) – Es ist so: Sie verunsichern die Bevölkerung, die Konsumentinnen und Konsumenten und selbstverständlich auch die Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Bäuerinnen und Bauern sind gesprächsbereit. Jetzt gibt es wieder Verhandlungen mit den Vertretern der Schweinewirtschaft und mit Bundesminister Stöger. Ich hoffe, dass für die Bäuerinnen und Bauern und für die Konsumentinnen und Konsumenten eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann, damit dieses Thema im Sinne aller Betroffenen gelöst werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Immer mehr Leute sagen: Die Volksanwaltschaft hängt jetzt auch schon mit denen zusammen! Das ist im Volksmund mittlerweile die Stoßrichtung, die sich wirklich gegen die Volksanwaltschaft richtet und wo Sie eigentlich den Auftrag hätten, das Vertrauen in die Volksanwaltschaft wiederherzustellen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Ich erwarte mir von der Volksanwaltschaft mehr Initiative, auch mehr Hingabe für die tatsächlichen Probleme der Bevölkerung. Wissen Sie, der Titel allein, der Sie schmückt, bringt Ihnen nichts außer einer guten Gage, aber den Menschen unseres Landes bringt es nichts. Die Menschen wollen endlich wieder eine Vertretung, gerade bei einer Diskussion, bei der es um einen Vertrauensverlust in die Institutionen des Staates geht. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn die Institutionen des Staates nur mehr in Skandalen, in Korruption et cetera verschwinden, dann sind Säulen wie Justiz, Rechnungshof und Volksanwaltschaft wichtiger denn je. Das wollte ich Ihnen nicht hinter die Ohren schreiben, aber Ihnen mitgeben auf Ihre Reise, damit Sie endlich wieder etwas im Interesse der Menschen tun. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Verehrte Volksanwältinnen! Hohes Haus! Herr Kollege Gerald Grosz, ich kenne den neuen Hang Ihrer Partei zur Bibel. War das ein Teil Ihrer Sonntagspredigt? – Ich hätte das sonst nirgendwo lesen können. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Mit der Regierung hat die Volksanwaltschaft aber gar nichts zu tun!
Diese beiden Zahlen müssten eigentlich ein Warnzeichen für die Regierung sein, denn die Leute gehen nicht umsonst zur Volksanwaltschaft. Sie beschweren sich über Verwaltung, Gesetzgebung, Verordnungen, und, und, und. Sie sind also mit der derzeitigen Regierung und damit, wie es jetzt läuft, unzufrieden. (Abg. Mag. Stadler: Mit der Regierung hat die Volksanwaltschaft aber gar nichts zu tun!) Wie Sie sagen, die Zahl steigt. Das spricht für sich. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Wären Sie besser bei Mohammed geblieben!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Wären Sie besser bei Mohammed geblieben!
Diese beiden Zahlen müssten eigentlich ein Warnzeichen für die Regierung sein, denn die Leute gehen nicht umsonst zur Volksanwaltschaft. Sie beschweren sich über Verwaltung, Gesetzgebung, Verordnungen, und, und, und. Sie sind also mit der derzeitigen Regierung und damit, wie es jetzt läuft, unzufrieden. (Abg. Mag. Stadler: Mit der Regierung hat die Volksanwaltschaft aber gar nichts zu tun!) Wie Sie sagen, die Zahl steigt. Das spricht für sich. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Wären Sie besser bei Mohammed geblieben!)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr enttäuscht bin ich in diesem Zusammenhang vom Landwirtschaftsminister. Für mich ist das reiner Lobbyismus, die Großbauern werden vertreten, denn in Österreich gibt es nahezu keine Kleinbauern mehr. Zwei Zahlen: 1995 wurden noch 3,75 Millionen Schweine in insgesamt 112 000 Betrieben in Österreich gehalten, 2010 waren es 3,13 Millionen Schweine in 30 800 Betrieben. Das ist ein aussagekräftiges Zeichen: Den Wettbewerb und die Verdrängung durch den Wettbewerb gibt es in Europa, außerhalb von Europa und auch in Österreich! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.
Herr Kollege Grosz, aber in einem Punkt haben Sie schon recht: Die Unterstützung durch Applaus ist zu wenig, wir müssen auch im Parlament einiges tun, falls Fehler, Missstände und so weiter aufgedeckt werden, um Änderungen herbeizuführen. Diese Missstandsfeststellungen kommen ja von allen Mitgliedern der Volksanwaltschaft, von den zwei Volksanwältinnen und vom Volksanwalt, und die kommen aus drei verschiedenen Parteien. Das BZÖ stellt halt keinen, aber Beschlüsse werden parteiunabhängig gefasst. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Petzner.)
Abg. Grosz: Aber seit der Nationalratswahl ...!
Es ist überhaupt nichts dabei: Wo Menschen zusammenarbeiten, können Fehler passieren. Die Fehler werden aufgedeckt und dann so gut es geht korrigiert. (Abg. Grosz: Aber seit der Nationalratswahl ...!) Wenn Sie in einem Ausschuss der Meinung sind, dass eine Missstandsfeststellung zu Unrecht getätigt worden ist, dann können Sie das sagen. Sie müssen auch nicht zustimmen, Sie sind ohnehin Kontraredner gewesen. Insgesamt ist das, glaube ich, nicht der richtige Weg. (Abg. Grosz: Martin Graf wird der nächste Volksanwalt!)
Abg. Grosz: Martin Graf wird der nächste Volksanwalt!
Es ist überhaupt nichts dabei: Wo Menschen zusammenarbeiten, können Fehler passieren. Die Fehler werden aufgedeckt und dann so gut es geht korrigiert. (Abg. Grosz: Aber seit der Nationalratswahl ...!) Wenn Sie in einem Ausschuss der Meinung sind, dass eine Missstandsfeststellung zu Unrecht getätigt worden ist, dann können Sie das sagen. Sie müssen auch nicht zustimmen, Sie sind ohnehin Kontraredner gewesen. Insgesamt ist das, glaube ich, nicht der richtige Weg. (Abg. Grosz: Martin Graf wird der nächste Volksanwalt!)
Abg. Hornek: Das ist Unsinn! Das stimmt nicht!
Diese Verordnung entspricht nicht dem Gesetz, deshalb müssen die meisten Zuchtsauen in Österreich ihr Leben lang in Käfigen vegetieren – denn leben kann man das nicht nennen –, die so groß sind wie sie selbst. (Abg. Hornek: Das ist Unsinn! Das stimmt nicht!) – Das stimmt schon, da brauchen wir jetzt nicht mehr ... (Abg. Hornek: Das stimmt nicht! Nein! Unsinn!) Ohne Stroh, ohne die Möglichkeit, einen Schritt vorwärts oder zurück zu machen, auch das Aufstehen oder Hinsetzen ist mühsam.
Abg. Hornek: Das stimmt nicht! Nein! Unsinn!
Diese Verordnung entspricht nicht dem Gesetz, deshalb müssen die meisten Zuchtsauen in Österreich ihr Leben lang in Käfigen vegetieren – denn leben kann man das nicht nennen –, die so groß sind wie sie selbst. (Abg. Hornek: Das ist Unsinn! Das stimmt nicht!) – Das stimmt schon, da brauchen wir jetzt nicht mehr ... (Abg. Hornek: Das stimmt nicht! Nein! Unsinn!) Ohne Stroh, ohne die Möglichkeit, einen Schritt vorwärts oder zurück zu machen, auch das Aufstehen oder Hinsetzen ist mühsam.
Abg. Hornek: Sie sind doch völlig ahnungslos, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren, hiebei handelt es sich um schwere Folter, das ist gar keine Frage. (Abg. Hornek: Sie sind doch völlig ahnungslos, Herr Kollege!) Dann gibt es auch noch Strafverschärfung, 85 Prozent haben noch Spaltböden. Mit einem Wort: Das ist nicht artgerecht, wie man so schön sagt. Wir wissen, dass Schweine soziale Wesen sind, die in Gruppen leben, Nest bauen, normalerweise Schlaf- und Kotbereich trennen. Alle diese Dinge sind nicht erfüllt.
Abg. Hornek: Lassen Sie das, Sie haben wirklich keine Ahnung!
Was entsteht dadurch? – Es entstehen natürlich großes Leid, Schmerz, Angst, Stress. Dieser Stress schlägt sich natürlich auch auf den Fleischgenuss nieder. (Abg. Hornek: Lassen Sie das, Sie haben wirklich keine Ahnung!) Der Stress geht über die Hormone ins Fleisch.
Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Gesundheitsminister Stöger hat erfreulicherweise positiv reagiert. Ich habe zuerst gesagt, dass es Minister und Ministerinnen gibt, die den Empfehlungen nachkommen, und solche, die sie ignorieren. Es gibt einen Minister, der diesen Empfehlungen nicht nachkommt, und er ist böse. Landwirtschaftsminister Berlakovich ist aus zwei Gründen böse. Der erste Grund ist, dass er einfach die Gesetze missachtet. (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) Diese Verordnung ohne Berücksichtigung der Gesetze ist nicht legitim. Herr Kollege, wir haben die gleiche Situation wie beim Ortstafelkonflikt. Es hat eine Topografieverordnung gegeben, die nicht den Gesetzen entsprach. (Abg. Hornek: Der Vergleich ist ja Unsinn! Absoluter Unsinn!) – Sie sagen immer, das ist Unsinn. Sie wissen genau, dass das richtig ist.
Abg. Hornek: Der Vergleich ist ja Unsinn! Absoluter Unsinn!
Gesundheitsminister Stöger hat erfreulicherweise positiv reagiert. Ich habe zuerst gesagt, dass es Minister und Ministerinnen gibt, die den Empfehlungen nachkommen, und solche, die sie ignorieren. Es gibt einen Minister, der diesen Empfehlungen nicht nachkommt, und er ist böse. Landwirtschaftsminister Berlakovich ist aus zwei Gründen böse. Der erste Grund ist, dass er einfach die Gesetze missachtet. (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!) Diese Verordnung ohne Berücksichtigung der Gesetze ist nicht legitim. Herr Kollege, wir haben die gleiche Situation wie beim Ortstafelkonflikt. Es hat eine Topografieverordnung gegeben, die nicht den Gesetzen entsprach. (Abg. Hornek: Der Vergleich ist ja Unsinn! Absoluter Unsinn!) – Sie sagen immer, das ist Unsinn. Sie wissen genau, dass das richtig ist.
Abg. Hornek: Der Gesundheitsminister wäre gut beraten, seine Aufgaben wahrzunehmen!
Ich hoffe, dass Sie das unterstützen. (Abg. Hornek: Der Gesundheitsminister wäre gut beraten, seine Aufgaben wahrzunehmen!) – Es geht nicht um den Gesundheitsminister. Wie Sie wissen, kommt der Landwirtschaftsminister aus Ihrer Partei, und der hat Nachholbedarf. Die Argumentation, die Sie da vorbringen, ist genau die gleiche, mit der die Lobbyisten die Legebatterien verteidigt haben. Sie haben gesagt, es gäbe wirtschaftliche Einbußen. (Abg. Hornek: Sie wissen aber schon, dass die Eier jetzt aus dem Ausland kommen?!) Wissen Sie, seit wann es diese Art von Argumentation gibt? – Auch in den Südstaaten der Vereinigten Staaten hat man für die Sklaverei argumentiert, indem man gesagt hat, die Baumwollproduktion wird sonst verlorengehen. (Abg. Hornek: Das ist eine scheinheilige Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das heißt, man hat die Sklaverei in Kauf genommen, um ja keine wirtschaftlichen Einbußen hinnehmen zu müssen. Das ist Ihr Problem.
Abg. Hornek: Sie wissen aber schon, dass die Eier jetzt aus dem Ausland kommen?!
Ich hoffe, dass Sie das unterstützen. (Abg. Hornek: Der Gesundheitsminister wäre gut beraten, seine Aufgaben wahrzunehmen!) – Es geht nicht um den Gesundheitsminister. Wie Sie wissen, kommt der Landwirtschaftsminister aus Ihrer Partei, und der hat Nachholbedarf. Die Argumentation, die Sie da vorbringen, ist genau die gleiche, mit der die Lobbyisten die Legebatterien verteidigt haben. Sie haben gesagt, es gäbe wirtschaftliche Einbußen. (Abg. Hornek: Sie wissen aber schon, dass die Eier jetzt aus dem Ausland kommen?!) Wissen Sie, seit wann es diese Art von Argumentation gibt? – Auch in den Südstaaten der Vereinigten Staaten hat man für die Sklaverei argumentiert, indem man gesagt hat, die Baumwollproduktion wird sonst verlorengehen. (Abg. Hornek: Das ist eine scheinheilige Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das heißt, man hat die Sklaverei in Kauf genommen, um ja keine wirtschaftlichen Einbußen hinnehmen zu müssen. Das ist Ihr Problem.
Abg. Hornek: Das ist eine scheinheilige Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass Sie das unterstützen. (Abg. Hornek: Der Gesundheitsminister wäre gut beraten, seine Aufgaben wahrzunehmen!) – Es geht nicht um den Gesundheitsminister. Wie Sie wissen, kommt der Landwirtschaftsminister aus Ihrer Partei, und der hat Nachholbedarf. Die Argumentation, die Sie da vorbringen, ist genau die gleiche, mit der die Lobbyisten die Legebatterien verteidigt haben. Sie haben gesagt, es gäbe wirtschaftliche Einbußen. (Abg. Hornek: Sie wissen aber schon, dass die Eier jetzt aus dem Ausland kommen?!) Wissen Sie, seit wann es diese Art von Argumentation gibt? – Auch in den Südstaaten der Vereinigten Staaten hat man für die Sklaverei argumentiert, indem man gesagt hat, die Baumwollproduktion wird sonst verlorengehen. (Abg. Hornek: Das ist eine scheinheilige Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das heißt, man hat die Sklaverei in Kauf genommen, um ja keine wirtschaftlichen Einbußen hinnehmen zu müssen. Das ist Ihr Problem.
Ruf bei der ÖVP: Die Grünen auch?!
Ich sage Ihnen noch etwas: Es gibt Kulturen, die an eine Art von Wiedergeburt glauben. (Ruf bei der ÖVP: Die Grünen auch?!) Diese Kulturen und Religionen gehen sehr sensibel mit Tieren um, und das hat einen Grund. Sie haben eine Empathie in diese Richtung entwickelt, denn es könnte ja sein (Abg. Hornek: ... dass aus Ihnen eine Reinkarnation wird?!), dass Sie eines Tages auch einmal als Schweine auf die Welt kommen. Ich wünsche Ihnen, den Lobbyisten von der ÖVP, dass das nicht passiert, denn sonst kann das ganz blöd ausgehen. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Hornek: Ich glaube, Sie waren früher auch mal ein Schwein!)
Abg. Hornek: ... dass aus Ihnen eine Reinkarnation wird?!
Ich sage Ihnen noch etwas: Es gibt Kulturen, die an eine Art von Wiedergeburt glauben. (Ruf bei der ÖVP: Die Grünen auch?!) Diese Kulturen und Religionen gehen sehr sensibel mit Tieren um, und das hat einen Grund. Sie haben eine Empathie in diese Richtung entwickelt, denn es könnte ja sein (Abg. Hornek: ... dass aus Ihnen eine Reinkarnation wird?!), dass Sie eines Tages auch einmal als Schweine auf die Welt kommen. Ich wünsche Ihnen, den Lobbyisten von der ÖVP, dass das nicht passiert, denn sonst kann das ganz blöd ausgehen. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Hornek: Ich glaube, Sie waren früher auch mal ein Schwein!)
Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Hornek: Ich glaube, Sie waren früher auch mal ein Schwein!
Ich sage Ihnen noch etwas: Es gibt Kulturen, die an eine Art von Wiedergeburt glauben. (Ruf bei der ÖVP: Die Grünen auch?!) Diese Kulturen und Religionen gehen sehr sensibel mit Tieren um, und das hat einen Grund. Sie haben eine Empathie in diese Richtung entwickelt, denn es könnte ja sein (Abg. Hornek: ... dass aus Ihnen eine Reinkarnation wird?!), dass Sie eines Tages auch einmal als Schweine auf die Welt kommen. Ich wünsche Ihnen, den Lobbyisten von der ÖVP, dass das nicht passiert, denn sonst kann das ganz blöd ausgehen. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Hornek: Ich glaube, Sie waren früher auch mal ein Schwein!)
Abg. Petzner: Aber im Vergleich zum Jahr 2009! – Abg. Grosz: In den letzten zehn Jahren!
Wir reden über den Bericht 2010, und ich bedanke mich bei Herrn Abgeordneten Fazekas, dass er mit Frau Abgeordneter Winter und anderen NachrednerInnen schon vieles zur Statistik und zum Zahlenwerk gesagt hat. In der Tat wiederhole ich gerne auch in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz, dass es einen Zuwachs an Beschwerden und einen Zuwachs an Arbeit gab. Bitte lesen Sie genau! (Abg. Petzner: Aber im Vergleich zum Jahr 2009! – Abg. Grosz: In den letzten zehn Jahren!) – Nein. Lesen Sie bitte genau, dann können wir solide darüber diskutieren.
Abg. Petzner: Was sagen Sie zum parteipolitischen Missbrauch in der ÖVP?!
Ich darf noch eine Anmerkung zur Zukunft machen. (Abg. Petzner: Was sagen Sie zum parteipolitischen Missbrauch in der ÖVP?!) – Herr Petzner, ich komme schon noch zu Ihnen, keine Sorge!
Abg. Petzner: Die Plakate sind trotzdem ...!
Herr Abgeordneter Petzner, zuletzt zu Ihnen, denn mehr als diese eine Anmerkung ist dazu nicht zu sagen. Ich halte das Berufungsurteil vom 8. September 2011 in Händen. Dem Rechtsstandpunkt der Volksanwaltschaft ist kurz gesagt vollinhaltlich stattgegeben worden. (Abg. Petzner: Die Plakate sind trotzdem ...!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Ich bedanke mich fürs Erste für die Aufmerksamkeit und stehe weiter zur Verfügung. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Mag. Donnerbauer.
Stadler, Volksanwalt Kostelka und Volksanwältin Bauer geleistet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Mag. Donnerbauer.)
Beifall der Abgeordneten Mag. Brunner, Dr. Pirklhuber und Mag. Donnerbauer.
Aus meiner Sicht ist die Sendung „Bürgeranwalt“ – wie sie jetzt ein bisschen zu unserem Bedauern heißt, denn Dr. Resetarits ist der Bürgeranwalt; wir sind Volksanwältinnen beziehungsweise Volksanwalt, aber wir haben das zur Kenntnis genommen – das, was man klassischen Public Value des ORF nennt, denn dieses Format – um es so darzustellen, wie es ist – ist etwas, das höchste Qualität bietet und absolut vereinbar mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag ist. (Beifall der Abgeordneten Mag. Brunner, Dr. Pirklhuber und Mag. Donnerbauer.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich darf jetzt sagen: Früher hat Volksanwalt Stadler auch einen Beitrag geleistet. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Im Moment leistet zumindest aus dem BZÖ niemand einen Beitrag, aber diejenigen im ORF, die sich bemühen, und auch die Volksanwaltschaft – weil es unsere Aufgabe ist – leisten diesen Beitrag – auch im Sinne der zufriedenen Seherinnen und Seher. Ich hoffe, dass die neue oder wieder installierte Führung des ORF das auch so sieht und dieser Sendung mehr Chancen gibt – möglicherweise mit einem noch besseren Sendeplatz –, um mehr junge Menschen anzusprechen, weil es ein bisschen problematisch ist, am Samstag um halb sechs junge Leute zu erreichen. Wir würden sie aber gerne erreichen, und eine Stunde später wäre es vielleicht schon einfacher. – Das dazu.
Abg. Grosz: Aber auf zehn Jahre! Zehn Jahre, Kollegin Stoisits! Zehn Jahre!
Eine zweite Korrektur möchte ich in Bezug auf die Arbeit der Volksanwaltschaft anbringen – unsere jetzige Vorsitzende hat es schon getan, aber es ist mir auch ein Anliegen, damit die Leute nicht das glauben, was Sie hier einfach so sagen. (Abg. Grosz: Aber auf zehn Jahre! Zehn Jahre, Kollegin Stoisits! Zehn Jahre!) Unsere Einrichtung hat heute Gott sei Dank Konkurrenz. Gott sei Dank hat sie Konkurrenz, denn in der Verwaltung insgesamt hat sich ein Dienstleistungsbewusstsein entwickelt – im Sinne der Menschen, nämlich der Kunden und Kundinnen der Verwaltung. Gehen Sie vielleicht ab und zu einmal auf eine BH, dann werden Sie es sehen.
Ruf bei der ÖVP: Das ist aber eine sehr seltsame Argumentation!
Das Innenministerium konnte argumentativ nicht widerlegen, dass wir Unrecht haben. Wissen Sie, was das Innenministerium gemacht – und Ihnen vorgelegt – hat? – Eine Gesetzesänderung, die die damals rechtswidrige Vorgangsweise jetzt rechtmäßig macht. Das ist nicht im Sinne der Volksanwaltschaft, dass Unrecht, das gesetzt wird, durch Einbringen in das Parlament korrigiert und vergangenes Unrecht zu Recht wird. (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber eine sehr seltsame Argumentation!) Ähnliche Handlungen sind jetzt rechtmäßig und damit auch der Volksanwaltschaft in ihrer Prüfzuständigkeit entzogen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
kann. – Ganz herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Stadler. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: 5 000 weniger!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich werde jetzt nicht darauf eingehen, inwieweit sich die Beschwerdezahlen im Vergleich zum Anfang der 2000er Jahre entwickelt haben, aber ich kann Ihnen locker nachweisen – und Sie können die Berichte aus der damaligen Zeit in die Hand nehmen –, dass wir deutlich darüber waren. (Abg. Grosz: 5 000 weniger!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt andere Gegner, Herr Stadler! Das ist wirklich billig!
Ich werde jetzt auch nicht darüber philosophieren, inwieweit die Zuseherquote im ORF zurückgegangen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt andere Gegner, Herr Stadler! Das ist wirklich billig!) Ich werde auch nicht referieren, wie oft man ungefragt vom ORF angesudert wurde, wieso die Zuschauerzahlen und die entsprechenden Einschaltquoten zurückgegangen sind. Bemerkenswert ist nur, dass der ORF das Sendeformat umgestellt hat – nicht, weil Sie so erfolgreich waren. Das ist nicht mein Thema.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!
Ich werde Ihnen aber sagen, dass es ein qualitativer Tiefstand war, dass sich die Volksanwaltschaft im Jahr 2009 unter Ihrer Amtstätigkeit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!) – ja, das ist gut, dass Sie mich daran erinnert haben, Sie sind ein ganz Gescheiter, ich weiß schon; ich repliziere auf die Frau Volksanwältin (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!) – ... aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet hat. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!
Ich werde Ihnen aber sagen, dass es ein qualitativer Tiefstand war, dass sich die Volksanwaltschaft im Jahr 2009 unter Ihrer Amtstätigkeit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!) – ja, das ist gut, dass Sie mich daran erinnert haben, Sie sind ein ganz Gescheiter, ich weiß schon; ich repliziere auf die Frau Volksanwältin (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!) – ... aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet hat. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Zwischenruf beim BZÖ.
Ich werde Ihnen aber sagen, dass es ein qualitativer Tiefstand war, dass sich die Volksanwaltschaft im Jahr 2009 unter Ihrer Amtstätigkeit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!) – ja, das ist gut, dass Sie mich daran erinnert haben, Sie sind ein ganz Gescheiter, ich weiß schon; ich repliziere auf die Frau Volksanwältin (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!) – ... aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet hat. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Die Volksanwaltschaft hat bis dorthin immer gesagt: Wir halten uns aus der Tagespolitik heraus. Zum ersten Mal hat sich die Volksanwaltschaft aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet und geglaubt, wegen einer Titelgeschichte könne sie den Wahlkampf mitgestalten. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Ruf bei der ÖVP: „Böse Absicht“?!
Sie haben nichts bewirkt, außer, dass Sie mir im Wahlkampf damit gedient haben. Bewirkt haben Sie damit nichts, aber die böse Absicht dahinter haben wir sehr wohl erkannt. (Ruf bei der ÖVP: „Böse Absicht“?!) – Na, selbstverständlich. Die Absicht war, einer Fraktion dieses Hauses im Wahlkampf damit zu schaden. Das nimmt man zur Kenntnis. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Es ist aber unrichtig, wenn Sie so tun, als hätten Sie die Verfahren gewonnen.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Sie haben nichts bewirkt, außer, dass Sie mir im Wahlkampf damit gedient haben. Bewirkt haben Sie damit nichts, aber die böse Absicht dahinter haben wir sehr wohl erkannt. (Ruf bei der ÖVP: „Böse Absicht“?!) – Na, selbstverständlich. Die Absicht war, einer Fraktion dieses Hauses im Wahlkampf damit zu schaden. Das nimmt man zur Kenntnis. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Es ist aber unrichtig, wenn Sie so tun, als hätten Sie die Verfahren gewonnen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
In der Hauptsache hat die Volksanwaltschaft eine blamable Niederlage vor Gericht erlitten. Das Einzige, was Sie heute vorgetragen haben – in der Hoffnung, dass halt eine Minderheit hier drinnen ist, die nicht kapiert, was Sie daherreden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, ist der Umstand, dass bei der einstweiligen Verfügung meine Impugnationsklage – und jetzt kann jeder selber nachschauen, was eine Impugnationsklage ist – im Rechtsmittel noch behängt. Das ist alles. Das war aber im Provisorialverfahren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) In der Hauptsache haben Sie die Klage verloren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch das will ich nicht werten.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
In der Hauptsache hat die Volksanwaltschaft eine blamable Niederlage vor Gericht erlitten. Das Einzige, was Sie heute vorgetragen haben – in der Hoffnung, dass halt eine Minderheit hier drinnen ist, die nicht kapiert, was Sie daherreden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, ist der Umstand, dass bei der einstweiligen Verfügung meine Impugnationsklage – und jetzt kann jeder selber nachschauen, was eine Impugnationsklage ist – im Rechtsmittel noch behängt. Das ist alles. Das war aber im Provisorialverfahren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) In der Hauptsache haben Sie die Klage verloren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch das will ich nicht werten.
Zwischenruf bei der FPÖ.
In der Hauptsache hat die Volksanwaltschaft eine blamable Niederlage vor Gericht erlitten. Das Einzige, was Sie heute vorgetragen haben – in der Hoffnung, dass halt eine Minderheit hier drinnen ist, die nicht kapiert, was Sie daherreden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, ist der Umstand, dass bei der einstweiligen Verfügung meine Impugnationsklage – und jetzt kann jeder selber nachschauen, was eine Impugnationsklage ist – im Rechtsmittel noch behängt. Das ist alles. Das war aber im Provisorialverfahren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) In der Hauptsache haben Sie die Klage verloren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch das will ich nicht werten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Keinem Volksanwalt wäre es früher eingefallen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – das war schon Ihnen vorbehalten –, sich selbst aktiv auf der Seite der Regierungsfraktionen in einen Wahlkampf einzubringen in der Hoffnung, damit einer Fraktion dieses Hauses schaden zu können. Das nimmt man zur Kenntnis, und Sie brauchen sich nicht zu wundern, wenn diese Fraktion mit Ihnen derzeit nichts zu tun haben will.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!
Wir nehmen ohnehin an – beziehungsweise wissen aufgrund der Verfassungsentwicklung und der vorhersehbaren Wahlergebnisse –, dass die nächste Volksanwaltschaft deutlich anders ausschauen wird. Da wird man wieder deutsch reden und nicht irgendwelche chauvinistischen Geschichten von der Regierungsbank veranstalten und sagen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!) – Das ist auch so eine parteipolitische Manifestation, wenn Frau Stoisits glaubt, sie müsse hier ihre Minderheitenpolitik zum Besten geben. Das soll sie als Abgeordnete der Grünen machen, aber nicht als Volksanwältin, als die sie sich an die Bundesverfassung zu halten hätte, in der es heißt, dass die Amtssprache Deutsch ist. (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir nehmen ohnehin an – beziehungsweise wissen aufgrund der Verfassungsentwicklung und der vorhersehbaren Wahlergebnisse –, dass die nächste Volksanwaltschaft deutlich anders ausschauen wird. Da wird man wieder deutsch reden und nicht irgendwelche chauvinistischen Geschichten von der Regierungsbank veranstalten und sagen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!) – Das ist auch so eine parteipolitische Manifestation, wenn Frau Stoisits glaubt, sie müsse hier ihre Minderheitenpolitik zum Besten geben. Das soll sie als Abgeordnete der Grünen machen, aber nicht als Volksanwältin, als die sie sich an die Bundesverfassung zu halten hätte, in der es heißt, dass die Amtssprache Deutsch ist. (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall beim BZÖ.
Solange sie Abgeordnete der Grünen ist, kann sie herumpaddeln, wie sie will – das ist ihre Sache –, aber solange sie Volksanwältin ist, ist sie oberstes Organ dieser Republik und nicht eine parteipolitische Funktionärin der Grünen – aber das hat das Denken dieser Volksanwaltschaft ja offengelegt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Volksanwältinnen! Hohes Haus! Vorerst einmal die Feststellung, dass wir seit Langem wieder einen Bericht der Volksanwaltschaft nicht zu nächtlicher Stunde diskutieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), sondern dank der heutigen Tagesordnung zu einem Zeitpunkt, zu dem es sich die Menschen, die sich mit ihren Schicksalen an die Volksanwaltschaft gewendet haben, auch verdient haben, dass man hier über ihre Probleme diskutiert. Das möchte ich einmal anfangs sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Volksanwältinnen! Hohes Haus! Vorerst einmal die Feststellung, dass wir seit Langem wieder einen Bericht der Volksanwaltschaft nicht zu nächtlicher Stunde diskutieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), sondern dank der heutigen Tagesordnung zu einem Zeitpunkt, zu dem es sich die Menschen, die sich mit ihren Schicksalen an die Volksanwaltschaft gewendet haben, auch verdient haben, dass man hier über ihre Probleme diskutiert. Das möchte ich einmal anfangs sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Wir erleben leider aber auch, dass zu dieser Stunde von einer Fraktion dieses Hauses sehr untergriffig gegen die Volksanwaltschaft argumentiert wird. Liebes BZÖ! Das müssen wir auf das Entschiedenste zurückweisen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Grosz: Ich habe überhaupt keine persönlichen Befindlichkeiten!
Es haben sich der Abgeordnete Petzner, der Abgeordnete Grosz und jetzt vor mir der Abgeordnete Stadler gegen die Volksanwaltschaft gewandt, indem sie ihre persönlichen Befindlichkeiten hier hineingebracht haben. (Abg. Grosz: Ich habe überhaupt keine persönlichen Befindlichkeiten!)
Abg. Mag. Widmann: Zu Recht!
Lieber Kollege Stadler, wenn ich dir sagen darf – ich bin kein Jurist, du müsstest es als Jurist aber besser wissen –, es war genau umgekehrt: Nicht die Volksanwaltschaft hat diese Institution in den Wahlkampf gezogen, sondern du warst es, weil du dich im Wahlkampf für die EU-Wahl zu Unrecht des Titels Volksanwalt bedient hast (Abg. Mag. Widmann: Zu Recht!) – und zu Recht bist du dafür verurteilt worden. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Tatsächliche Berichtigung!
Lieber Kollege Stadler, wenn ich dir sagen darf – ich bin kein Jurist, du müsstest es als Jurist aber besser wissen –, es war genau umgekehrt: Nicht die Volksanwaltschaft hat diese Institution in den Wahlkampf gezogen, sondern du warst es, weil du dich im Wahlkampf für die EU-Wahl zu Unrecht des Titels Volksanwalt bedient hast (Abg. Mag. Widmann: Zu Recht!) – und zu Recht bist du dafür verurteilt worden. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Tatsächliche Berichtigung!)
Zwischenruf der Abg. Höllerer.
Sehr geehrte Damen und Herren, nun zu meiner sehr geschätzten Vorrednerin Anna Höllerer. Respekt, liebe Kollegin Höllerer, du hast hier über die von der Volksanwaltschaft aufgezeigte Problematik der Kastenstandhaltung gesprochen. Ich will das hier nicht breit auswalzen, aber du hast auch kritisiert, dass der Bauernschaft für die Umsetzung der bestehenden Tierschutzgesetze eine Übergangsfrist von acht Jahren – bitte, acht Jahren! –, zugestanden wird. (Zwischenruf der Abg. Höllerer.) Einem Arbeiter, einem Angestellten in einem Betrieb, der geschlossen wird, werden oft nicht einmal acht Tage zur Verfügung gestellt (Zwischenrufe bei der ÖVP), damit er sich auf die neue Situation einstellen kann.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Sehr geehrte Damen und Herren, nun zu meiner sehr geschätzten Vorrednerin Anna Höllerer. Respekt, liebe Kollegin Höllerer, du hast hier über die von der Volksanwaltschaft aufgezeigte Problematik der Kastenstandhaltung gesprochen. Ich will das hier nicht breit auswalzen, aber du hast auch kritisiert, dass der Bauernschaft für die Umsetzung der bestehenden Tierschutzgesetze eine Übergangsfrist von acht Jahren – bitte, acht Jahren! –, zugestanden wird. (Zwischenruf der Abg. Höllerer.) Einem Arbeiter, einem Angestellten in einem Betrieb, der geschlossen wird, werden oft nicht einmal acht Tage zur Verfügung gestellt (Zwischenrufe bei der ÖVP), damit er sich auf die neue Situation einstellen kann.
Beifall bei der SPÖ.
Unser Gesundheitsminister Stöger ist sehr, sehr gesprächsbereit – er war es und ist es auch in Zukunft, liebe Anna Höllerer! Ich weiß, er war bei euch im ÖVP-Klub, er war beim Bauernbund, er hat mit euch diskutiert. Wer mit seinem Regierungskollegen Stöger nicht diskutiert hat, war euer Landwirtschaftsminister Berlakovich, der bisher säumig geblieben ist, dieses Problem zu lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Wir werden in Zukunft – wie Sie richtig sagen – ein großes Problem haben. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Es wird im Jahr 2020 fast 80 000 besachwaltete Personen in Österreich geben. Das heißt, es wird eine Verdoppelung geben. Wir werden zu wenige Sachwalterinnen und Sachwalter haben. Wir haben zuletzt beim Sachwalterschaftsrechtsänderungsgesetz 2006 zum Beispiel für Sachwalter, die aus den juridischen Berufen kommen, eine Obergrenze von 25 Klienten eingezogen, weil wir wissen, dass eine so hohe Anzahl an Klienten zu einem Missverhältnis in der Betreuung führt, dass viel zu wenig Zeit bleibt, diese besachwalteten Menschen zu kontaktieren. Einmal im Monat persönlichen Kontakt zu haben, das ist eigentlich sehr wenig. Leider haben wir – da müssen wir uns selber bei der Nase nehmen – mit dem Budgetbegleitgesetz 2009 diese Zahl wieder zurückgenommen, was für die betroffenen Personen leider auch nicht gut war.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich muss jetzt leider zum Schluss kommen. Ich danke für die Anregungen – speziell was die Sachwalterschaft betrifft. Wir werden diese Anregungen im Interesse jener Menschen, die behindert sind, die besachwaltet sind, aufgreifen müssen, um ihnen ein qualitätvolles Leben zu ermöglichen. Herzlichen Dank der Volksanwaltschaft für diesen Bericht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.)
Beifall beim BZÖ.
fahren. Das heißt, ich bin in keinem Urteil rechtskräftig in irgendeiner Sache in diesem Zusammenhang verurteilt worden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die VolksanwältInnen sind eine wichtige Anlaufstelle vor allem für ältere Menschen. Dort geht es nämlich nicht virtuell zu, sondern sehr vieles wird in persönlichen Gesprächen erledigt. Das schätzen auch die älteren Menschen, und ich sage ein herzliches Dankeschön für den persönlichen Einsatz der VolksanwältInnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Ein Problem brennt auch uns sehr stark unter den Nägeln, nämlich die Probleme bei der Sachwalterschaft; mein Vorredner hat es ja gerade angesprochen. Hier braucht es eindeutig neue Regeln, denn die Sachwalter, so es Rechtsanwälte sind, sind überfordert. Sie können in Fragen der Pflege oder der Gesundheit gar nicht entscheiden. Hier braucht es ein duales System, so wie beispielsweise in der Jugendwohlfahrt, sodass auch Sozialarbeiter sich etwa um demente Personen kümmern können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also auch hier ist eine neue Regelung anzustreben, eine Art neue Alterswohlfahrt, wie sie Frau Dr. Brinek vorgeschlagen hat. Darüber sollten wir in nächster Zeit diskutieren. Das Problem ist wichtig, das Problem ist brennend, denn immer mehr Menschen werden älter und brauchen daher auch unsere Hilfe. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe: Dringliche!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mayerhofer. Ich stelle die Uhr auf 4 Minuten. – Bitte. (Rufe: Dringliche!)
Heiterkeit.
Bei einem Einbruch wird ein wertvolles Handy gestohlen – ein bedauerlicher, aber nicht seltener Vorgang. Dass aber die Volksanwaltschaft diesen Fall herausgreift und erwähnt, ist insofern verwunderlich, als in keinem Satz angeführt ist, ob das Handy auch tatsächlich eingeloggt war oder nicht. Vielleicht war das der Grund für die Polizisten, dass sie keine Handypeilung durchgeführt haben. Denn eines steht fest: Der dümmste Einbrecher schaltet ein gestohlenes Handy auf der Stelle aus. (Heiterkeit.) Das ist ganz klar, und das möchte ich auch einmal sagen.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn er anruft, ist es jetzt so, dass er via Spitalsauskunft für alle öffentlichen Spitäler sofort Auskunft bekommt, aber über private Spitäler, wie das UKH oder das Hanusch-Krankenhaus, das der Wiener Gebietskrankenkasse gehört, keine Auskunft bekommt und er in diesen jeweils einen neuerlichen Anruf tätigen muss. Daher unser Vorschlag – aber nicht an die Volksanwaltschaft, sondern an die Frau Innenminister –: eine zentrale Spitalsauskunft für alle Spitäler. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir das schaffen, wenn die Frau Innenminister das schafft, dann werden wir vielleicht weniger im Bericht der Volksanwaltschaft aufscheinen, und das wünsche ich mir als Polizist und erst recht als Abgeordneter. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der Landwirtschaftsminister ist der Einzige, der in dieser Sache blockiert. Er ist der Einzige, der nicht gesprächsbereit ist. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn von der ÖVP TierschützerInnen, die jahrelang von Ihnen kriminalisiert und verfolgt wurden, jetzt wieder an den Pranger gestellt werden, TierschützerInnen, die sich ehrenamtlich für artgerechte Tierhaltung einsetzen, die sich für die Beseitigung der Missstände einsetzen. Die haben sich nicht aus Spaß eine Nacht lang und eineinhalb Tage lang an das Landwirtschaftsministerium angekettet, sondern weil eben Berlakovich blockiert und keinerlei Gesprächsbereitschaft zeigt. Dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn sein Ministerium blockiert wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Blockade, diese Ignoranz demgegenüber ist für mich absolut unerträglich. Und was die Haltung des Landwirtschaftsministeriums dazu angeht, so ist allein schon die Wortwahl bezeichnend: Es wird hier von „Erzeugung“ und „Produktion“ gesprochen. Ich meine, es geht um Lebewesen, und da kann man nicht von „Produktion“ sprechen, sondern diese Lebewesen müssen artgerecht gehalten werden – auch in Österreich und gerade in Österreich. Alles andere, finde ich, ist eine Schande!. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das wäre seine Aufgabe, und ich fordere Landwirtschaftsminister Berlakovich hier noch einmal nachdrücklich auf, diese seine Blockadehaltung zu ändern und endlich einen gesetzeskonformen Zustand in Österreich herzustellen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und platziert auf diesem eine orange Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“.
Bitte, Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort. 20 Minuten Redezeit sind eingestellt. (Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und platziert auf diesem eine orange Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“.)
Bundesministerin Dr. Fekter steht neben der Regierungsbank und spricht mit den Volksanwältinnen Dr. Brinek und Mag. Stoisits. – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du ein bisschen warten, die müssen sich noch abbusseln und umarmen!
dung der Zweiten Republik zu thematisieren und im Hohen Haus zu behandeln? (Bundesministerin Dr. Fekter steht neben der Regierungsbank und spricht mit den Volksanwältinnen Dr. Brinek und Mag. Stoisits. – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du ein bisschen warten, die müssen sich noch abbusseln und umarmen!) Ich begrüße auch ganz herzlich die Frau Finanzministerin, die gerade eingetroffen ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
dung der Zweiten Republik zu thematisieren und im Hohen Haus zu behandeln? (Bundesministerin Dr. Fekter steht neben der Regierungsbank und spricht mit den Volksanwältinnen Dr. Brinek und Mag. Stoisits. – Abg. Ing. Westenthaler: Da musst du ein bisschen warten, die müssen sich noch abbusseln und umarmen!) Ich begrüße auch ganz herzlich die Frau Finanzministerin, die gerade eingetroffen ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Es sind ja derzeit sehr wenig Regierungsmitglieder in Österreich anwesend, weil sie sich ja in Übersee getroffen haben, um sich dort zu vergnügen. Aber umso wichtiger ist es, in Österreich die Hausaufgaben zu machen und uns auch darüber im Klaren zu sein – oder uns klar zu werden; einige sind sich ja schon im Klaren, andere hoffentlich am besten Wege dorthin –, welche Auswirkungen, welche fatalen Auswirkungen es haben kann, diesen Weg der Geldvernichtung, der Steuergeldverschwendung weiter fortzusetzen – was diese Bundesregierung vorhat, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wird den Steuerzahler Unsummen kosten, Milliarden kosten, die uns in unserem Land fehlen. Wir diskutieren hier bei unzähligen Debatten und politischen Forderungen immer wieder über das Geld, das uns fehlt, um Maßnahmen zu setzen, die Investitionen und Finanzierungen ermöglichen sollen, und auf der anderen Seite gehen wir fahrlässig mit diesen Steuermilliarden um und betreiben eine Steuergeldvernichtung. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das wollen wir vom BZÖ verhindern und unterbinden! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Geh bitte! Ihr seid die Kopiermaschinen der freiheitlichen Ideen!
Seit über eineinhalb Jahren spreche ich davon, Frau Finanzministerin, dass Sie sich auf einem Irrweg befinden, dass Griechenland seit April 2010 pleite ist, dass Griechenland nicht zu retten ist und dass jeder Cent und jeder Euro, der nach Griechenland fließt, verlorenes Geld ist, weil Griechenland nicht mehr zu retten ist. Vor eineinhalb Jahren waren wir noch die einzigen Rufer in der Wüste. Vor eineinhalb Jahren waren wir noch die Einzigen, die dieses Problem thematisiert haben. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Geh bitte! Ihr seid die Kopiermaschinen der freiheitlichen Ideen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: 20 000! 25 000 in drei Monaten!
Höre ich da etwas von der FPÖ? – Der Herr Strache, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat damals noch gesagt, am 1. Mai 2011wird der ganze Osten Österreich überschwemmen und uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Wo ist denn heute der Arbeitslose, meine sehr geehrten Damen und Herren, den Sie hier an die Wand gemalt haben? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: 20 000! 25 000 in drei Monaten!) – Kein Einziger ist gekommen von den Leuten, die Sie da so großartig angekündigt haben! Das war Ihre Politik! Erst dann, als wir das thematisiert haben, haben Sie die Kopiermaschinen angeworfen und sind auf unseren politischen Kurs eingeschwenkt. Das ist die FPÖ-Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Höre ich da etwas von der FPÖ? – Der Herr Strache, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat damals noch gesagt, am 1. Mai 2011wird der ganze Osten Österreich überschwemmen und uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Wo ist denn heute der Arbeitslose, meine sehr geehrten Damen und Herren, den Sie hier an die Wand gemalt haben? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: 20 000! 25 000 in drei Monaten!) – Kein Einziger ist gekommen von den Leuten, die Sie da so großartig angekündigt haben! Das war Ihre Politik! Erst dann, als wir das thematisiert haben, haben Sie die Kopiermaschinen angeworfen und sind auf unseren politischen Kurs eingeschwenkt. Das ist die FPÖ-Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da brauche ich mir von einem Zahntechniker nichts sagen zu lassen, der keinen einzigen Schritt in die Privatwirtschaft gewagt hat, sondern die meiste Zeit mit Paintball-Spielen irgendwo im Wald verbracht hat. (Beifall beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ: Genug gezahlt!
Man muss sich ja vor Augen halten, um welche Dimension es dabei geht, um welche Höhen es dabei geht, welche Beträge das sind, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wird ja immer verheimlicht. 4,3 Milliarden € betragen allein die Kreditverpflichtungen, dazu kommen noch 21,6 Milliarden € an Haftungen. Das sind in Summe fast 26 Milliarden € an Zahlungsverpflichtungen! 26 Milliarden € an Zahlungsverpflichtungen! Das muss man sich einmal vorstellen, was wir da für Beträge verschwenden und in den Rachen von Pleiteländern und maroden Banken werfen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Rufe beim BZÖ: Genug gezahlt!)
Beifall beim BZÖ
Daher sagen wir ja zu Recht: Genug gezahlt, kein Geld mehr für marode Banken und für die Pleiteländer (Beifall beim BZÖ), denn diese Schuldenlast ist in Zukunft nicht mehr zu bewältigen!
Beifall beim BZÖ.
Allein durch diese Neuverschuldung, durch diese falsche Entscheidung, Griechenland zu helfen und diesen permanenten Rettungsschirm zu finanzieren, wird jeder Staatsbürger, zusätzlich zu den 30 000 €, die er heute schon an Schulden mit sich herumträgt, mit 3 500 € belastet, meine sehr geehrten Damen und Herren. Zusätzlich belasten Sie mit Ihrer Politik, mit Ihren Entscheidungen hier im Hohen Haus jeden Steuerzahler mit 3 500 €, und das ist gegenüber den nächsten Generationen nicht zu verantworten, die keine Spielräume mehr für ihre eigenen politischen Vorstellungen, zur Umsetzung ihrer Ziele haben. Das ist verantwortungslose Politik, die wir bekämpfen wollen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, sie müssen sich einmal vergegenwärtigen, worum es dabei eigentlich geht: Dieser Europäische Stabilitätsmechanismus ist der Untergang Österreichs, und daher müssen wir diesen Weg in diese Transferunion verhindern! Es gibt keine andere Möglichkeit, die Souveränität Österreichs, die Eigenständigkeit Österreichs aufrechtzuerhalten, als dieses Konzept zu unterbinden und zu versuchen, es abzuwehren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
unter völlig anderen Vorzeichen, unter völlig anderen Prophezeiungen. Da ging es um den freien Kapital-, Waren- und Personenverkehr. Das hat man den Menschen damals schmackhaft gemacht. Ich sage auch dazu: Ich war damals für den Beitritt zur Europäischen Union, weil mir das insgesamt, vom Konzept her sehr gut gefallen hat. Aber viele sind in der Zwischenzeit, genauso wie ich, zu der Überzeugung gelangt, dass die Europäische Union mit ihren Institutionen einen Irrweg beschreitet, der uns, der Österreich in eine fatale Situation führt. Und diesen Irrweg müssen wir abbrechen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Man hat damals von einer Chancengesellschaft, von Chancen Österreichs gesprochen – jetzt gehen wir in eine Schicksalsgemeinschaft, und die Europäische Union ist derzeit eine Krisengemeinschaft geworden, wo niemand weiß, in welche Richtung es tatsächlich gehen soll. Das spüren natürlich auch die Menschen, und daher sind auch die führenden Regierungspolitiker nicht willens, mit den Menschen in Kontakt zu treten. Sie sind ja nicht einmal willens, die Menschen zu befragen. Daher wollen wir eine aktive Einbindung der Bevölkerung und sind überzeugt davon, dass es eine Volksabstimmung geben muss, bevor man diesen permanenten Rettungsschirm einrichtet. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie blenden auch die Bevölkerung, indem Sie falsche Argumente vorbringen, indem Sie sagen, wenn der Euro scheitert und die Griechenlandhilfe scheitert, dann führt das dazu, dass die Europäische Union insgesamt zerbricht. Das ist ein Unsinn, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das will ja auch hier in diesem Haus niemand! Aber das ist Regierungspropaganda, und das ist Angstmache auf unappetitlichste Art und Weise und daher abzulehnen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das darf doch nicht sozusagen von der Regierungsbank aus betrieben werden! (Beifall beim BZÖ.)
Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Die Falschinformationen, die wir von Ihnen erhalten, sind ja nicht mehr zu überbieten. In der letzten Anfrage, die wir an Sie gerichtet haben, am 15. Juni, haben Sie noch davon gesprochen, dass Griechenland einen Primärüberschuss erzielen wird. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Ja sagen Sie einmal, welche Zahlen hat man Ihnen denn vorgelegt, dass Sie zu diesem Befund gekommen sind? Griechenland ist heute nicht einmal in der Lage, die Defizitziele zu erreichen. Die Defizitgrenzen sind von Griechenland weit überschritten worden, die Wirtschaftsleistung geht nach unten.
Beifall beim BZÖ.
verkehrter Weg ist, der auch Griechenland nicht gesunden kann, sondern Griechenland noch weiter in die Tiefe zieht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das Einzige, was Sie machen, sind Telekonferenzen, Sie treffen sich also nicht einmal mehr mit den Größen der Europäischen Union. Ich weiß nicht, welches Angstszenario Sie überfallen hat. Haben Sie Angst vor den Journalisten, Angst vor den Bürgern, oder ist es in Zukunft nicht einmal mehr notwendig zu telefonieren, wenn man die Milliarden abholt, sondern genügt es einfach, wenn man ein Fax oder ein E-Mail schickt? – Auf alle Fälle, meine sehr geehrten Damen und Herren, mündet dieser Wahnsinn geradezu in eine Katastrophe. Daher wollen wir diese dauerhafte Einrichtung des Europäischen Währungsfonds – im Grunde genommen soll es ja ein Währungsfonds sein – unterbinden und verhindern. Der Beitrag Österreichs soll 20 Milliarden € ausmachen, ohne dass die Bevölkerung dabei ein Mitspracherecht hat. Ja, die Steuerzahler dürfen zahlen, aber sie dürfen ihre Meinung nicht äußern. Sie dürfen nicht bekunden, ob sie mit diesem politischen Weg, mit dieser Entscheidung auch einverstanden sind. Daher, meine sehr geehrten Damen und Herren, richten wir unseren Appell an die Grünen, die ja jetzt auch mit verhandeln und ihre Stimmen zur Verfügung stellen, damit die Bundesregierung diese fatale Entscheidung treffen kann. Wir richten an euch den Appell, mit uns gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung mit abstimmen kann. Und das können wir schaffen. Es gibt die entsprechenden Gesetze. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten wir machen!
Sie bräuchten nur diesen EFSF- und ESM-Vertrag in ein Verfassungsgesetz zu kleiden, und dann könnten Sie, Rot, Schwarz und Grün, mit einer Zweidrittelmehrheit dieses Verfassungsgesetz im Hohen Haus beschließen. Anschließend könnten wir von der Opposition, BZÖ, FPÖ und Grüne, eine Volksabstimmung erwirken. Ein Drittel der Abgeordneten des Hohen Hauses kann eine Volksabstimmung erwirken, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist der Weg hin zu einer aktiven Mitentscheidung, zu einer aktiven Mitsprache der Bevölkerung. Jeder, der eine demokratische Gesinnung hat, muss diesen Weg unterstützen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollten wir machen!)
Abg. Mag. Kogler: Kärnten-Euro!
Was wir brauchen, ist eine geordnete Insolvenz für Griechenland. Griechenland soll sich mit einer eigenen Landeswährung gesunden können. Was wir innerhalb der Euro-Zone, die heute schon eine Euro-Zone der zwei Geschwindigkeiten ist, brauchen, sind zwei verschiedene Euros: einen Nord-Euro und einen Süd-Euro, damit wir auch die Unterschiedlichkeiten der Volkswirtschaften in den Griff bekommen. (Abg. Mag. Kogler: Kärnten-Euro!)
Beifall beim BZÖ.
Es gibt immer mehr Volkswirtschaftler und Ökonomen, die dieser Überzeugung sind; denn wir können es nicht zulassen, dass innerhalb der Europäischen Union plötzlich die Schnelleren auf die Langsamen warten sollen. Das wirft uns weiter zurück, das wirft die Europäische Union im Wettbewerb mit den anderen Kontinenten immer weiter zurück, und wir verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und an Wohlstand. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das können wir der österreichischen Bevölkerung nicht antun und nicht zumuten! Dafür steht auch das BZÖ. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher, sehr geehrte Frau Finanzministerin, bereiten Sie einen Zahlungsstopp für Griechenland vor! Hören Sie auf mit den Überweisungen an die maroden Banken und Pleiteländer! Dann werden Sie auch unsere Zustimmung bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Wirklich? Überraschung!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Frau Präsidentin! Hohes Haus! In den vergangenen Wochen hat sich die Lage auf den Finanzmärkten erneut zugespitzt, und das Thema Griechenland beherrscht die Medien. (Abg. Ing. Westenthaler: Na geh! Wirklich? Überraschung!) Dies zeigt, dass wir eine systemische Krise haben, welche wir nur dann bewältigen werden, wenn wir in der Euro-Zone zusammenstehen.
Rufe: Noch!
Wir haben zuerst eine Bankenkrise gehabt, die gemeinsam – gemeinsam! – in Europa gut bewältigt worden ist, und wir haben jetzt eine Schuldenkrise in der Euro-Zone. Daher müssen wir diese Schuldenkrise auch gemeinsam meistern. Jede Uneinigkeit in der Euro-Zone fördert die Spekulation und belastet über hohe Zinsen die öffentlichen Finanzen. Österreich ist ein Triple-A-Land, das heißt ein Land mit bester Bonität. (Rufe: Noch!) Und ich werde dafür kämpfen, dass das so bleibt, und den Weg konsistent fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben zuerst eine Bankenkrise gehabt, die gemeinsam – gemeinsam! – in Europa gut bewältigt worden ist, und wir haben jetzt eine Schuldenkrise in der Euro-Zone. Daher müssen wir diese Schuldenkrise auch gemeinsam meistern. Jede Uneinigkeit in der Euro-Zone fördert die Spekulation und belastet über hohe Zinsen die öffentlichen Finanzen. Österreich ist ein Triple-A-Land, das heißt ein Land mit bester Bonität. (Rufe: Noch!) Und ich werde dafür kämpfen, dass das so bleibt, und den Weg konsistent fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Petzner: Lassen Sie die Menschen abstimmen!
Obwohl mittendrin in diesen instabilen Zeiten, haben wir die letzten Wochen gut überstanden, die österreichische Wirtschaftssituation ist gut. Ein Dankeschön von dieser Seite an alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und an alle Unternehmer, die hier in Österreich das Wirtschaftsgefüge gut aufrechterhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Petzner: Lassen Sie die Menschen abstimmen!)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Petzner.
von dort günstig unsere Produkte. Daher haben wir, gemeinsam in diesem Markt, auch die Stabilität unserer Währung zu sichern. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Petzner.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Frühling 2011 haben die Staats- und Regierungschefs beschlossen, das Volumen des Rettungsschirms auf effektive 440 Milliarden € anzuheben. Es sei Ihnen versichert, meine Damen und Herren: Wir geben keinen Cent leichtfertig aus. Es erfolgt in jedem Fall eine eingehende Einzelfallprüfung und eine lange Diskussion, gemeinsam mit unseren europäischen Partnern. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf: Deswegen war es ein Geschäft!
Wir haben Griechenland mit Liquidität durch ein Kreditprogramm geholfen, und gleichzeitig haben wir von den Griechen auch Reformen eingefordert. (Ruf: Deswegen war es ein Geschäft!) Es geht darum, dass Griechenland wieder auf Wachstumskurs gebracht und wettbewerbsfähig wird. Dies geht jedoch nur, wenn die Griechen selbst einen strikten Sparkurs einhalten und Strukturreformen einleiten. Dazu zählen Einsparungen bei den Ausgaben, Steuereintreibungen aufgrund der Steuergesetze, die sie schon haben, eine Privatisierungs- und Liberalisierungsoffensive sowie ein Wachstumsprogramm, zum Beispiel durch Öffnen von Monopolen und Stimulieren derer, die wirtschaften wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft! Wie viel haben Sie schon überwiesen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft! Wie viel haben Sie schon überwiesen?
Wir haben Griechenland mit Liquidität durch ein Kreditprogramm geholfen, und gleichzeitig haben wir von den Griechen auch Reformen eingefordert. (Ruf: Deswegen war es ein Geschäft!) Es geht darum, dass Griechenland wieder auf Wachstumskurs gebracht und wettbewerbsfähig wird. Dies geht jedoch nur, wenn die Griechen selbst einen strikten Sparkurs einhalten und Strukturreformen einleiten. Dazu zählen Einsparungen bei den Ausgaben, Steuereintreibungen aufgrund der Steuergesetze, die sie schon haben, eine Privatisierungs- und Liberalisierungsoffensive sowie ein Wachstumsprogramm, zum Beispiel durch Öffnen von Monopolen und Stimulieren derer, die wirtschaften wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles ein Geschäft! Wie viel haben Sie schon überwiesen?)
Rufe beim BZÖ: Genug gezahlt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin, eine Sekunde! (Rufe beim BZÖ: Genug gezahlt!) Ich weiß, Sie warten darauf, dass ich Sie ersuche, Ihre Plakate wieder zu sich zu nehmen. Das mache ich hiermit. (Rufe beim BZÖ: Danke, Frau Lehrerin!)
Rufe beim BZÖ: Danke, Frau Lehrerin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin, eine Sekunde! (Rufe beim BZÖ: Genug gezahlt!) Ich weiß, Sie warten darauf, dass ich Sie ersuche, Ihre Plakate wieder zu sich zu nehmen. Das mache ich hiermit. (Rufe beim BZÖ: Danke, Frau Lehrerin!)
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Im Falle eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone gäbe es zunächst massive Vermögensverluste im zweistelligen Milliardenbereich. Realwirtschaftlich gesehen schwerwiegender ist aber die dann folgende Anpassungskrise in ganz Europa, welche zu einem massiven Rückgang des Handelsaustausches führen würde. Allein die Finanzkrise (Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Bucher: 500 Millionen € pro Jahr! Das ist ein Unsinn! Wie rechnen Sie?
– Herr Petzner, das ist zu kurz gedacht, alleine die Finanzkrise von 2008 hat die Exporte um 24 Milliarden einbrechen lassen. (Abg. Bucher: 500 Millionen € pro Jahr! Das ist ein Unsinn! Wie rechnen Sie?) Streuen Sie doch der Bevölkerung nicht Sand in die Augen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
– Herr Petzner, das ist zu kurz gedacht, alleine die Finanzkrise von 2008 hat die Exporte um 24 Milliarden einbrechen lassen. (Abg. Bucher: 500 Millionen € pro Jahr! Das ist ein Unsinn! Wie rechnen Sie?) Streuen Sie doch der Bevölkerung nicht Sand in die Augen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Ja, aber noch nicht die Veränderung!
Das Abkommen soll rasch abgeändert werden, um auf geänderte Marktbedingungen reagieren zu können. Das Abkommen als solches ist verfassungsgemäß nicht vom Nationalrat genehmigungspflichtig. Das Abkommen kann auf der Homepage des EFSF eingesehen werden und ist damit öffentlich. (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber noch nicht die Veränderung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was schnell geht bei der Parlamentsdirektion, sind Auslieferungsbegehren ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wurde gestern schon zugeleitet, Frau Bundesministerin! (Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was schnell geht bei der Parlamentsdirektion, sind Auslieferungsbegehren ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Warum findet es dann statt? Warum gibt’s dann Leerverkäufe, Kollegen von der ÖVP? – Abg. Kopf: Warum gibt’s Diebstähle, obwohl sie verboten sind?
Das Finanzministerium braucht keinen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem Spekulationsgeschäfte eingedämmt beziehungsweise mit dem Hochrisikogeschäfte wie Leerverkäufe verboten werden, weil dies mit § 48d Abs. 12 Börsegesetz bereits Gegenstand der österreichischen Rechtsordnung ist und dieses Hohe Haus das bereits beschlossen hat – also brauchen wir das nicht noch einmal zu machen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Ing. Westenthaler: Warum findet es dann statt? Warum gibt’s dann Leerverkäufe, Kollegen von der ÖVP? – Abg. Kopf: Warum gibt’s Diebstähle, obwohl sie verboten sind?) –, und zweitens wird ein derartiges Projekt, besonders Sonderregelungen für Short Sellings, Credit Default Swaps et cetera, auch auf EU-Ebene in Form einer Richtlinie verhandelt.
Abg. Kickl: Das sind die Juni-Zahlen!
Es gibt also derzeit keinen Grund, nennenswerte Abweichungen von den Eckwerten, die wir in unserem BFRG und im Strategiebericht festgelegt haben, anzunehmen (Abg. Kickl: Das sind die Juni-Zahlen!) und apokalyptische Szenarien zu zeichnen.
Abg. Kickl: Wir sollten einmal eine Kommission für Verwaltungsreform nach Griechenland schicken!
Es gibt keine solchen Berechnungen. Es ist aber klar erkennbar, dass derzeit die Anleger sichere Häfen für ihre Anlagen suchen. Österreich ist so ein sicherer Hafen, und deshalb ist das Zinsniveau für österreichische Staatsanleihen mit 2,55 Prozent bei zehnjähriger Laufzeit derzeit erfreulich niedrig. (Abg. Kickl: Wir sollten einmal eine Kommission für Verwaltungsreform nach Griechenland schicken!) Das ist der Beweis dafür, dass wir gut durch die Krise gekommen sind und auch jetzt versuchen, Stabilität zu behalten und nicht Unruhe zu schüren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt keine solchen Berechnungen. Es ist aber klar erkennbar, dass derzeit die Anleger sichere Häfen für ihre Anlagen suchen. Österreich ist so ein sicherer Hafen, und deshalb ist das Zinsniveau für österreichische Staatsanleihen mit 2,55 Prozent bei zehnjähriger Laufzeit derzeit erfreulich niedrig. (Abg. Kickl: Wir sollten einmal eine Kommission für Verwaltungsreform nach Griechenland schicken!) Das ist der Beweis dafür, dass wir gut durch die Krise gekommen sind und auch jetzt versuchen, Stabilität zu behalten und nicht Unruhe zu schüren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!
Sie haben es in den Medien ein Geschäft genannt! (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!) Ah, jetzt haben Sie es nicht mehr gesagt? Okay. Gut: Wenn es ernst wird, dann muss man lügen. – Jetzt ist es ernst, Frau Minister! (Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!) – Aha, ein ganz Gescheiter aus der Raiffeisen-Fraktion: Es ist überhaupt noch nicht ernst, es ist alles noch lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!)
Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!
Sie haben es in den Medien ein Geschäft genannt! (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!) Ah, jetzt haben Sie es nicht mehr gesagt? Okay. Gut: Wenn es ernst wird, dann muss man lügen. – Jetzt ist es ernst, Frau Minister! (Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!) – Aha, ein ganz Gescheiter aus der Raiffeisen-Fraktion: Es ist überhaupt noch nicht ernst, es ist alles noch lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!)
Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!
Sie haben es in den Medien ein Geschäft genannt! (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, das hab ich nie gesagt! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Da gibt’s aber ein Protokoll!) Ah, jetzt haben Sie es nicht mehr gesagt? Okay. Gut: Wenn es ernst wird, dann muss man lügen. – Jetzt ist es ernst, Frau Minister! (Abg. Ing. Schultes: Stadler, so ernst ist es noch nicht! Du brauchst noch nicht lügen!) – Aha, ein ganz Gescheiter aus der Raiffeisen-Fraktion: Es ist überhaupt noch nicht ernst, es ist alles noch lustig! (Abg. Ing. Westenthaler: „... lustig! Alles noch gar nicht so ernst“!)
Ruf bei der ÖVP: Zur Sache!
Bitte, das ist die Wirtschaftspartei ÖVP! Die findet das alles noch gar nicht ernst! Ich bin froh, dass das im Stenographischen Protokoll drinnen ist. Aus der ÖVP-Fraktion: Es ist ja noch gar nicht ernst! – Wenn man der Frau Bundesminister zugehört hat, dann glaubt man, das ist das Echo ihrer eigenen Fraktion. Ein Geschäft soll das alles sein! (Ruf bei der ÖVP: Zur Sache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der darf heute eh nicht reden!
Meine Damen und Herren von der Koalition und insbesondere Sie, Frau Bundesminister! Nichts von dem, was Sie prognostiziert haben, oder auch Sie, Herr „Professor“ Krainer (Abg. Ing. Westenthaler: Der darf heute eh nicht reden!), oder auch der „Universitätsprofessor“ Matznetter, ist eingetreten. – Der Herr „Professor“ Krainer darf heute nicht einmal reden, das ist eh bemerkenswert. Nach seiner Ankündigung eines Untersuchungsausschusses hat er Redeverbot bekommen. (Heiterkeit des Abg. Petzner.)
Heiterkeit des Abg. Petzner.
Meine Damen und Herren von der Koalition und insbesondere Sie, Frau Bundesminister! Nichts von dem, was Sie prognostiziert haben, oder auch Sie, Herr „Professor“ Krainer (Abg. Ing. Westenthaler: Der darf heute eh nicht reden!), oder auch der „Universitätsprofessor“ Matznetter, ist eingetreten. – Der Herr „Professor“ Krainer darf heute nicht einmal reden, das ist eh bemerkenswert. Nach seiner Ankündigung eines Untersuchungsausschusses hat er Redeverbot bekommen. (Heiterkeit des Abg. Petzner.)
Abg. Mag. Kogler: Sag einmal, wie ihr das lösen wollt!
haben wir! (Abg. Mag. Kogler: Sag einmal, wie ihr das lösen wollt!) – Ja, auf euch Grüne kommt nämlich jetzt eine Schlüsselposition zu. (Abg. Mag. Kogler: Ja, bitte, es muss jetzt einmal vorwärtsgehen!)
Abg. Mag. Kogler: Ja, bitte, es muss jetzt einmal vorwärtsgehen!
haben wir! (Abg. Mag. Kogler: Sag einmal, wie ihr das lösen wollt!) – Ja, auf euch Grüne kommt nämlich jetzt eine Schlüsselposition zu. (Abg. Mag. Kogler: Ja, bitte, es muss jetzt einmal vorwärtsgehen!)
Abg. Mag. Kogler: Das sagen wir schon seit eineinhalb Jahren!
Also nichts von diesen Prognosen ist eingetreten! Wir haben derzeit, wenn man die Kreditverpflichtungen, die wir in Aussicht genommen haben, und die Haftungen, die wir in Aussicht genommen haben, zusammenzählt, mit etwa 26 Milliarden zu rechnen – ohne Zinsen! Ohne Zinsen – ich betone das; das heißt also, der tatsächlich schlagend werdende Betrag wird noch höher. (Abg. Mag. Kogler: Das sagen wir schon seit eineinhalb Jahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!
Es „ist keine parlamentarische Kontrolle“ dieses ESM „vorgesehen“. „Seine Tätigkeit ist nicht öffentlich und nicht transparent. Eine Prüfung durch den EU-Rechnungshof ist nicht vorgesehen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Wahnsinn!)
Beifall beim BZÖ.
Nicht einmal die Prüfung durch den Rechnungshof, meine Damen und Herren! Das heißt, der Bürger darf nur zahlen, aber prüfen darf er nichts, weil es die bedingungslose Kapitulation der Finanzminister vor den Märkten ist! Meine Damen und Herren, Sie haben längst das Heft aus der Hand gegeben! Tun Sie nicht so, als ob Sie noch etwas zu entscheiden hätten! Sie haben mitgemacht, und jetzt hängen Sie mit drinnen und müssen mit zum Handkuss kommen. (Beifall beim BZÖ.) Und das alles mit dem Steuerzahlergeld der Österreicherinnen und Österreicher.
Abg. Bucher: Ja!
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich weiß ja, wenn man mit Ihren Leuten redet, dann ist eigentlich jedem vom Frühjahr auf den Spätsommer, auf den Herbst zunehmend immer unwohler geworden. (Abg. Bucher: Ja!) Mir wäre auch unwohler, mir ist von vornherein unwohl gewesen. Ich darf Ihnen nur sagen, dass bereits in der Debatte im April der Kollege Bucher wörtlich gesagt hat, Griechenland kann nur gesunden, wenn es aus der Eurozone ausscheidet. (Abg. Mag. Kogler: Mai! – Aber ist wurscht!) Nein, am 27. April haben wir das schon ausgesendet, nachweislich! (Abg. Mag. Kogler: „Ausgesendet“! – Abg. Strache: Und wir bereits im Februar 2009!) Auch noch einmal gesagt in der Debatte, auch wieder gesagt in der Debatte! Wir haben immer gesagt, zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten: ein Kern-Euro und ein entsprechender Süd-Euro. Wissen Sie, was? Es war damals ... (Abg. Strache: Wir bereits im Februar 2009!) – Ja, die „Blaupausen-Fraktion“ hat immer alles schon vorher gewusst! (Abg. Strache: Da habt ihr geschlafen!) Wir wissen nur, dass ihr alles abgekupfert habt. Ihr lasst bei uns denken! Aber das halten wir schon aus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Weil ihr den Löffel vorher schon abgegeben habt!
Und nun kommt die zentrale Frage: Wie werden Sie diesen ESM durchs Parlament bringen? – Meine Damen und Herren von den Grünen, jetzt sind Sie angesprochen. Ihnen kommt jetzt die Schlüsselrolle zu! (Abg. Mag. Kogler: Weil ihr den Löffel vorher schon abgegeben habt!) Herr Kollege Kogler, jetzt genau aufpassen! Jetzt kommt es nämlich sehr darauf an, wie Sie sich verhalten werden. Das werden wir jetzt genau anschauen! Das wird jetzt die grüne Nagelprobe. (Abg. Mag. Kogler: So ist es!)
Abg. Mag. Kogler: So ist es!
Und nun kommt die zentrale Frage: Wie werden Sie diesen ESM durchs Parlament bringen? – Meine Damen und Herren von den Grünen, jetzt sind Sie angesprochen. Ihnen kommt jetzt die Schlüsselrolle zu! (Abg. Mag. Kogler: Weil ihr den Löffel vorher schon abgegeben habt!) Herr Kollege Kogler, jetzt genau aufpassen! Jetzt kommt es nämlich sehr darauf an, wie Sie sich verhalten werden. Das werden wir jetzt genau anschauen! Das wird jetzt die grüne Nagelprobe. (Abg. Mag. Kogler: So ist es!)
Abg. Mag. Kogler: Ihr wisst ja noch nicht einmal, wie er ausschaut!
Denn, meine Damen und Herren: Die Freiheitlichen haben schon gesagt, sie stimmen dem ESM nicht zu. Wir haben auch gesagt, wir stimmen nicht zu. (Abg. Mag. Kogler: Ihr wisst ja noch nicht einmal, wie er ausschaut!) Das heißt, nur mit euren Stimmen ist die Zweidrittelmehrheit erzielbar. Wen ihr also bereit seid, dafür zu sorgen, dass die Regierung eine entsprechende B-VG-Novelle vorlegen muss, ... (Abg. Mag. Kogler: Sie haben bis jetzt noch keinen einzigen Vorschlag gemacht, wie es geht! Tragen Sie einmal einen Vorschlag vor!) Oh ja, den habe ich gemacht, und den trage ich Ihnen gleich vor, Herr Kollege Kogler – Ohren spitzen, genau zuhören! –:
Abg. Mag. Kogler: Sie haben bis jetzt noch keinen einzigen Vorschlag gemacht, wie es geht! Tragen Sie einmal einen Vorschlag vor!
Denn, meine Damen und Herren: Die Freiheitlichen haben schon gesagt, sie stimmen dem ESM nicht zu. Wir haben auch gesagt, wir stimmen nicht zu. (Abg. Mag. Kogler: Ihr wisst ja noch nicht einmal, wie er ausschaut!) Das heißt, nur mit euren Stimmen ist die Zweidrittelmehrheit erzielbar. Wen ihr also bereit seid, dafür zu sorgen, dass die Regierung eine entsprechende B-VG-Novelle vorlegen muss, ... (Abg. Mag. Kogler: Sie haben bis jetzt noch keinen einzigen Vorschlag gemacht, wie es geht! Tragen Sie einmal einen Vorschlag vor!) Oh ja, den habe ich gemacht, und den trage ich Ihnen gleich vor, Herr Kollege Kogler – Ohren spitzen, genau zuhören! –:
Abg. Mag. Kogler: Damit können wir kein Geld drucken!
(Abg. Mag. Kogler: Damit können wir kein Geld drucken!)
Abg. Mag. Kogler: Dazu muss man ja ein Verfassungsgesetz konstruieren, das überhaupt keines ist! – Was sollen wir noch alles machen?
Das können wir drei Oppositionsfraktionen dann verlangen, zwingend! (Abg. Mag. Kogler: Dazu muss man ja ein Verfassungsgesetz konstruieren, das überhaupt keines ist! – Was sollen wir noch alles machen?)
Abg. Mag. Kogler: Da muss zuerst einmal ein Verfassungsgesetz her! Setzt es durch!
An euch Grünen liegt es jetzt, der Ball ist jetzt bei euch! Wir haben klipp und klar gesagt, wir gehen da nicht mit. Die Blauen haben auch gesagt, sie gehen nicht mit. Jetzt liegt es an den Grünen! Wenn also ihr verlangt, dass eines dieser drei oder alle drei Gesetze mit einem Verfassungsgesetz hier ins Haus kommen müssen (Abg. Mag. Kogler: Da muss zuerst einmal ein Verfassungsgesetz her! Setzt es durch!), dann haben wir die Möglichkeit auszusuchen, bei welchem Gesetz wir eine Volksabstimmung durchführen.
Abg. Mag. Kogler: Geh bitte!
Dann schaue ich mir an, was die Bevölkerung von den großartigen Geschäftsideen von Frau Fekter und ihres Vorgängers, den man bei Raiffeisen versorgt hat, hält, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Geh bitte!) Dann schaue ich mir an, ob nicht Frau Fekter auch schon über ihre Versorgung bei Raiffeisen nachdenkt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Ich weiß, Kollege Kogler, jetzt bist du geschockt, jetzt siehst du zum ersten Mal, dass du in die Verantwortung genommen wirst. Jetzt sind die Grünen zum ersten Mal in der vollen Verantwortung in Bezug auf die Frage, ob das österreichische Bundesvolk mit einbezogen wird oder nicht. Es liegt jetzt an euch, und wir schauen uns ganz genau an, wie ihr diese grüne Nagelprobe bestehen werdet. Und dann schaue ich mir an, wie ihr euch das nächste Mal hier herstellt und euch erklärt, wenn ihr wieder scheitert.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Dann schaue ich mir an, was die Bevölkerung von den großartigen Geschäftsideen von Frau Fekter und ihres Vorgängers, den man bei Raiffeisen versorgt hat, hält, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Geh bitte!) Dann schaue ich mir an, ob nicht Frau Fekter auch schon über ihre Versorgung bei Raiffeisen nachdenkt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) – Ich weiß, Kollege Kogler, jetzt bist du geschockt, jetzt siehst du zum ersten Mal, dass du in die Verantwortung genommen wirst. Jetzt sind die Grünen zum ersten Mal in der vollen Verantwortung in Bezug auf die Frage, ob das österreichische Bundesvolk mit einbezogen wird oder nicht. Es liegt jetzt an euch, und wir schauen uns ganz genau an, wie ihr diese grüne Nagelprobe bestehen werdet. Und dann schaue ich mir an, wie ihr euch das nächste Mal hier herstellt und euch erklärt, wenn ihr wieder scheitert.
Abg. Mag. Kogler: Wieso?
Auch Kollege Van der Bellen hat mit seinen Prognosen bisher nicht recht gehabt. (Abg. Mag. Kogler: Wieso?) Er ist hierher ans Rednerpult gekommen und hat gemeint, das wird jetzt notwendig sein, man kann die Griechen nicht hängen lassen. Sie werden das jetzt auf die Reihe bringen, und es wird möglich sein, das Geld wieder zurückzubekommen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, nein, ganz am Anfang hast du sogar noch unseren Vorschlag – wortwörtlich nachzulesen – hinsichtlich eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone als Blödsinn abgetan. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja etwas anderes! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ah ja, also doch!
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist ein Blödsinn!
Auch Kollege Van der Bellen hat mit seinen Prognosen bisher nicht recht gehabt. (Abg. Mag. Kogler: Wieso?) Er ist hierher ans Rednerpult gekommen und hat gemeint, das wird jetzt notwendig sein, man kann die Griechen nicht hängen lassen. Sie werden das jetzt auf die Reihe bringen, und es wird möglich sein, das Geld wieder zurückzubekommen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, nein, ganz am Anfang hast du sogar noch unseren Vorschlag – wortwörtlich nachzulesen – hinsichtlich eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone als Blödsinn abgetan. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja etwas anderes! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ah ja, also doch!
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja etwas anderes! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Auch Kollege Van der Bellen hat mit seinen Prognosen bisher nicht recht gehabt. (Abg. Mag. Kogler: Wieso?) Er ist hierher ans Rednerpult gekommen und hat gemeint, das wird jetzt notwendig sein, man kann die Griechen nicht hängen lassen. Sie werden das jetzt auf die Reihe bringen, und es wird möglich sein, das Geld wieder zurückzubekommen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, nein, ganz am Anfang hast du sogar noch unseren Vorschlag – wortwörtlich nachzulesen – hinsichtlich eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone als Blödsinn abgetan. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja etwas anderes! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ah ja, also doch!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine schlechte Rede!
Das heißt, wir schauen uns jetzt ganz genau an, was die Grünen daraus machen. Ihr werdet mit dieser Frage eine Nagelprobe zu liefern haben, und ich bin schon gespannt, wie ihr die besteht. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine schlechte Rede!)
Rufe beim BZÖ: Krainer! Krainer spricht nicht! „Professor“ Krainer!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Den Wahrheitsgehalt der Ausführungen meines Vorredners kann man sofort überprüfen: Er hat gesagt, ich werde nicht sprechen. – Ich war schon, bevor er das gesagt hat, auf der Rednerliste eingetragen. (Rufe beim BZÖ: Krainer! Krainer spricht nicht! „Professor“ Krainer!)
Abg. Mag. Stadler: Sie können einer ... Rede überhaupt nicht folgen!
Mich interessiert etwas anderes, das viel interessanter ist. Wieso seid ihr – und das sage ich bewusst – mit dem per Du? Er sagt immer „euch“ und „du“ in dieser Frage. Das erstaunt mich sehr. Ich bleibe im Verhältnis zum Grad der schnarrenden Stimme lieber beim Sie und komme zum Punkt „Genug gezahlt!“. (Abg. Mag. Stadler: Sie können einer ... Rede überhaupt nicht folgen!) Dieses Thema, auf Taferlklassenniveau hier aufgezeigt, kann ja wohl nicht mit dem heutigen Thema in Verbindung gebracht werden, denn da geht es um Haftungen. Aber „Genug gezahlt!“ wäre eine gute Gelegenheit gewesen, Kolleginnen und Kollegen von der BZÖ (Rufe beim BZÖ: Dem BZÖ! Dem BZÖ, Sie Grammatikgenie!), früher anzubringen ... (Neuerliche anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Der „Bienenzüchterverein Österreichs“, à la Ewald Stadler. Bravo, gratuliere zur Eigenfeststellung.
Rufe beim BZÖ: Dem BZÖ! Dem BZÖ, Sie Grammatikgenie!
Mich interessiert etwas anderes, das viel interessanter ist. Wieso seid ihr – und das sage ich bewusst – mit dem per Du? Er sagt immer „euch“ und „du“ in dieser Frage. Das erstaunt mich sehr. Ich bleibe im Verhältnis zum Grad der schnarrenden Stimme lieber beim Sie und komme zum Punkt „Genug gezahlt!“. (Abg. Mag. Stadler: Sie können einer ... Rede überhaupt nicht folgen!) Dieses Thema, auf Taferlklassenniveau hier aufgezeigt, kann ja wohl nicht mit dem heutigen Thema in Verbindung gebracht werden, denn da geht es um Haftungen. Aber „Genug gezahlt!“ wäre eine gute Gelegenheit gewesen, Kolleginnen und Kollegen von der BZÖ (Rufe beim BZÖ: Dem BZÖ! Dem BZÖ, Sie Grammatikgenie!), früher anzubringen ... (Neuerliche anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Der „Bienenzüchterverein Österreichs“, à la Ewald Stadler. Bravo, gratuliere zur Eigenfeststellung.
Neuerliche anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Mich interessiert etwas anderes, das viel interessanter ist. Wieso seid ihr – und das sage ich bewusst – mit dem per Du? Er sagt immer „euch“ und „du“ in dieser Frage. Das erstaunt mich sehr. Ich bleibe im Verhältnis zum Grad der schnarrenden Stimme lieber beim Sie und komme zum Punkt „Genug gezahlt!“. (Abg. Mag. Stadler: Sie können einer ... Rede überhaupt nicht folgen!) Dieses Thema, auf Taferlklassenniveau hier aufgezeigt, kann ja wohl nicht mit dem heutigen Thema in Verbindung gebracht werden, denn da geht es um Haftungen. Aber „Genug gezahlt!“ wäre eine gute Gelegenheit gewesen, Kolleginnen und Kollegen von der BZÖ (Rufe beim BZÖ: Dem BZÖ! Dem BZÖ, Sie Grammatikgenie!), früher anzubringen ... (Neuerliche anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Der „Bienenzüchterverein Österreichs“, à la Ewald Stadler. Bravo, gratuliere zur Eigenfeststellung.
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Taferl hätten Sie hochhalten müssen, bevor Hubsi Gorbach eine Verordnung erlassen hat, um dann Geld von der Telekom zu bekommen. Sie hätten es hochhalten müssen, bevor unter seiner Ägide 613 Millionen zur Deutschen Bank geflossen sind und Hunderte Millionen verloren waren. Sie hätten es hochhalten müssen, bevor Herr Scheibner unterschrieben hat, obwohl er gesagt hat, keine Eurofighter. Am nächsten Tag war der Vertrag da. (Beifall bei der SPÖ.) Damals hätten Sie es hochhalten müssen, dann wären Hunderte Millionen im Besitz der Steuerzahler. Aber nein, heute stellen Sie sich hierher und sagen: Genug gezahlt! – So viel zur Ernsthaftigkeit dieser Truppe.
Abg. Bucher: Und Sie retten sie! Sie retten die Banken!
Aber jetzt zum Kernthema, vor dem wir heute stehen. Natürlich gibt es ein fundamentales Interesse daran, dass Griechenland lieber heute als morgen pleitegeht. Für die Herren Roubini und Ackermann, und wie sie noch alle heißen, gilt nicht die Rechnung der Frau Bundesministerin, dass sie daraus Schaden erleiden würden. Für sie gilt das genaue Gegenteil, denn sie haben in zweistelliger Milliardenhöhe sogenannte CDS erworben und warten auf den Tag, an dem dieser Status eintritt. Dann bekommen sie nämlich aus dem Umstand der Pleite Griechenlands die Milliarden zugeschoben. (Abg. Bucher: Und Sie retten sie! Sie retten die Banken!) Sie finden auch immer nützliche ... – dieses Wort darf ich nicht sagen –, die das dann noch vertreten, weil sie glauben, das kommt gut bei der Bevölkerung an. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber jetzt zum Kernthema, vor dem wir heute stehen. Natürlich gibt es ein fundamentales Interesse daran, dass Griechenland lieber heute als morgen pleitegeht. Für die Herren Roubini und Ackermann, und wie sie noch alle heißen, gilt nicht die Rechnung der Frau Bundesministerin, dass sie daraus Schaden erleiden würden. Für sie gilt das genaue Gegenteil, denn sie haben in zweistelliger Milliardenhöhe sogenannte CDS erworben und warten auf den Tag, an dem dieser Status eintritt. Dann bekommen sie nämlich aus dem Umstand der Pleite Griechenlands die Milliarden zugeschoben. (Abg. Bucher: Und Sie retten sie! Sie retten die Banken!) Sie finden auch immer nützliche ... – dieses Wort darf ich nicht sagen –, die das dann noch vertreten, weil sie glauben, das kommt gut bei der Bevölkerung an. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Seien wir froh, dass die anderen europäischen Länder nicht von Politikern geleitet werden, wie Sie welche sind, dann wären nämlich wir in der Bredouille gewesen! Ich hoffe für unser Land, dass das auch nie mehr geschehen wird. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, es ist keine Frage, dass sich Europa und vor allem die Eurozone in einer wirklich ernsten Situation befinden. Erst unlängst – ich glaube, es war gestern – hat die „Financial Times Deutschland“ davon gesprochen, dass die Eurozone auf einen Höhepunkt der Staatsschuldenkrise hintreibt. Die neue Chefin des Währungsfonds, Christine Lagarde, frühere Finanzministerin Frankreichs, hat vorgestern in einem Interview den Bogen noch viel weiter gezogen und gemeint, die ganze Weltwirtschaft triftet in eine gefährliche Phase. – Vor dieser Situation stehen wir, daher würde ich mir eigentlich erwarten, dass niemand versucht, aus dieser Situation politisches Kleingeld zu wechseln. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Sie sich selbst!
Ich spreche niemanden im Einzelnen an. Jeder, der sich angesprochen fühlt, soll sich angesprochen fühlen, Herr Kollege Strache, weil Sie mich so anschauen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Sie fühlen sich offenbar angesprochen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Okay, Sie fühlen sich angesprochen. (Abg. Strache: Sie sind die, die den Schaden verdoppeln und verdreifachen!)
Abg. Strache: Sie sich selbst!
Ich spreche niemanden im Einzelnen an. Jeder, der sich angesprochen fühlt, soll sich angesprochen fühlen, Herr Kollege Strache, weil Sie mich so anschauen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Sie fühlen sich offenbar angesprochen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Okay, Sie fühlen sich angesprochen. (Abg. Strache: Sie sind die, die den Schaden verdoppeln und verdreifachen!)
Abg. Strache: Sie sind die, die den Schaden verdoppeln und verdreifachen!
Ich spreche niemanden im Einzelnen an. Jeder, der sich angesprochen fühlt, soll sich angesprochen fühlen, Herr Kollege Strache, weil Sie mich so anschauen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Sie fühlen sich offenbar angesprochen. (Abg. Strache: Sie sich selbst!) Okay, Sie fühlen sich angesprochen. (Abg. Strache: Sie sind die, die den Schaden verdoppeln und verdreifachen!)
Abg. Strache: Das ist auch richtig!
Bleiben wir bei den Fakten! – Herr Kollege Bucher, seit März gab es kaum eine Sitzung des Plenums, in der Sie nicht das Gleiche gesagt haben: „Genug gezahlt!“ Für die Griechen habt ihr Geld, für uns habt ihr kein Geld! (Abg. Strache: Das ist auch richtig!) – Diesen Populismus haben wir jedes Mal gehört. Ich würde mir aber erwarten, dass es in solch einer ernsten Situation eher zu einem nationalen Schulterschluss kommt, dass wir zusammenhalten. In diesem Sinne appelliere ich an Sie. (Abg. Strache: Welche Solidarität leben Sie? Die mit den Tätern, oder was?)
Abg. Strache: Welche Solidarität leben Sie? Die mit den Tätern, oder was?
Bleiben wir bei den Fakten! – Herr Kollege Bucher, seit März gab es kaum eine Sitzung des Plenums, in der Sie nicht das Gleiche gesagt haben: „Genug gezahlt!“ Für die Griechen habt ihr Geld, für uns habt ihr kein Geld! (Abg. Strache: Das ist auch richtig!) – Diesen Populismus haben wir jedes Mal gehört. Ich würde mir aber erwarten, dass es in solch einer ernsten Situation eher zu einem nationalen Schulterschluss kommt, dass wir zusammenhalten. In diesem Sinne appelliere ich an Sie. (Abg. Strache: Welche Solidarität leben Sie? Die mit den Tätern, oder was?)
Abg. Kickl: Das hat sie mit der ÖVP gemeinsam!
Herr Kollege Strache, auch Sie haben es natürlich relativ leicht, Sie haben es aus zwei Gründen relativ leicht. Erstens – ich habe das schon einmal gesagt –: Sie haben es deshalb leicht, weil – und das ist ein Mangel – die Europäische Union keine kluge Kommunikationsstrategie hat. Ich habe erst vorgestern bei der Sitzung der Finanzausschussobleute in Warschau gesagt, die Europäische Union hat keine Kommunikationsstrategie, um den Menschen zu erklären, was da eigentlich vorgeht. (Abg. Kickl: Das hat sie mit der ÖVP gemeinsam!) Daher haben die Populisten vielleicht den Vorteil, mit einfachen Sprüchen am Stammtisch zunächst einmal ein paar Punkte zu kassieren. (Abg. Kickl: Die ersten Populisten sind die, die das alles schönreden!)
Abg. Kickl: Die ersten Populisten sind die, die das alles schönreden!
Herr Kollege Strache, auch Sie haben es natürlich relativ leicht, Sie haben es aus zwei Gründen relativ leicht. Erstens – ich habe das schon einmal gesagt –: Sie haben es deshalb leicht, weil – und das ist ein Mangel – die Europäische Union keine kluge Kommunikationsstrategie hat. Ich habe erst vorgestern bei der Sitzung der Finanzausschussobleute in Warschau gesagt, die Europäische Union hat keine Kommunikationsstrategie, um den Menschen zu erklären, was da eigentlich vorgeht. (Abg. Kickl: Das hat sie mit der ÖVP gemeinsam!) Daher haben die Populisten vielleicht den Vorteil, mit einfachen Sprüchen am Stammtisch zunächst einmal ein paar Punkte zu kassieren. (Abg. Kickl: Die ersten Populisten sind die, die das alles schönreden!)
Abg. Strache: 2 Prozent des europäischen BIP!
Wenn man jetzt so leichthin sagt, Griechenland soll aus der Euro-Zone austreten, soll pleitegehen (Abg. Strache: 2 Prozent des europäischen BIP!), dann gilt das, was Andreas Koller in den „Salzburger Nachrichten“ unlängst geschrieben hat: Das ist politisches Roulette, meine Damen und Herren! Und dafür stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man jetzt so leichthin sagt, Griechenland soll aus der Euro-Zone austreten, soll pleitegehen (Abg. Strache: 2 Prozent des europäischen BIP!), dann gilt das, was Andreas Koller in den „Salzburger Nachrichten“ unlängst geschrieben hat: Das ist politisches Roulette, meine Damen und Herren! Und dafür stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: „Das ist ein Geschäft!“
Niemand, Herr Kollege Strache, kann exakt voraussagen, wie groß ein Flächenbrand ist, niemand kann die Dominoeffekte voraussagen. Aber alle Experten in Europa, Nationalökonomen, regierungsnahe Experten, Wissenschaftler, Wirtschaftsforscher, berechnen derzeit nur eines – und das ist auch für uns der Maßstab –: Was ist für unsere Steuerzahler die am wenigsten schmerzhafte Variante? (Abg. Bucher: „Das ist ein Geschäft!“) – Herr Kollege Bucher! Ich habe hier vom Rednerpult aus wiederholt gesagt, jeder Kredit ist Chance und Risiko zugleich. Ein Kredit bietet die Chance, durch die Zinsen einen Gewinn zu erzielen, birgt aber das Risiko, dass er nicht zurückbezahlt wird. Das ist bei jedem Kredit so, das ist nicht nur bei Griechenland so. Jeder Kredit bedeutet Chance und Risiko zugleich. Also hören Sie auf mit dieser Polemik, dass irgendjemand gesagt hätte, dass das ein Riesengeschäft sei! (Abg. Bucher: Du hast selbst applaudiert!)
Abg. Bucher: Du hast selbst applaudiert!
Niemand, Herr Kollege Strache, kann exakt voraussagen, wie groß ein Flächenbrand ist, niemand kann die Dominoeffekte voraussagen. Aber alle Experten in Europa, Nationalökonomen, regierungsnahe Experten, Wissenschaftler, Wirtschaftsforscher, berechnen derzeit nur eines – und das ist auch für uns der Maßstab –: Was ist für unsere Steuerzahler die am wenigsten schmerzhafte Variante? (Abg. Bucher: „Das ist ein Geschäft!“) – Herr Kollege Bucher! Ich habe hier vom Rednerpult aus wiederholt gesagt, jeder Kredit ist Chance und Risiko zugleich. Ein Kredit bietet die Chance, durch die Zinsen einen Gewinn zu erzielen, birgt aber das Risiko, dass er nicht zurückbezahlt wird. Das ist bei jedem Kredit so, das ist nicht nur bei Griechenland so. Jeder Kredit bedeutet Chance und Risiko zugleich. Also hören Sie auf mit dieser Polemik, dass irgendjemand gesagt hätte, dass das ein Riesengeschäft sei! (Abg. Bucher: Du hast selbst applaudiert!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Finanzministerin, ich bin sehr froh, dass Sie davon gesprochen haben, dass in dieser ganzen dramatischen Situation Österreich ein sicherer Hafen ist. Dass wir für unsere Anleihen, Zehn-Jahres-Anleihen nur 2,55 Prozent Zinsen bezahlen, ist ein Signal dafür, dass wir in der Tat ein sicherer Hafen sind. Ich bin überzeugt, Frau Finanzministerin, dass durch Ihr Agieren auf europäischer Ebene, durch das Agieren dieser Bundesregierung Österreich bei all diesem Chaos, das sich abzeichnet, ein sicherer Hafen für die Anleger bleiben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht eingangs ein paar Worte dazu, was Herr Klubobmann Bucher vom BZÖ, der jetzt leider nicht anwesend ist, gesagt hat. – Herr Bucher, machen Sie sich ruhig lustig über jene arbeitslosen Österreicher, die natürlich davon betroffen sind, dass wir durch die Öffnung des osteuropäischen Arbeitsmarktes einen weiteren Verdrängungsprozess erleben. Das Bundesministerium für Arbeit bestätigt bereits mit den aktuell veröffentlichten Zahlen, dass wir seit der Öffnung der Ostgrenzen rund 30 000 osteuropäische Arbeiter zusätzlich in Österreich haben. Ohne die Saisonniers dazuzurechnen, bedeutet das in einer Hochrechnung, dass im ersten Jahr 70 000 osteuropäische Arbeitskräfte auf unseren Arbeitsmarkt drängen und damit Österreicher in die Arbeitslosigkeit drängen werden und dass dieser Prozess natürlich ein sich fortsetzender werden wird, der sich eher zuspitzen statt entschärfen wird. (Beifall bei der FPÖ.) Machen Sie sich nur darüber lustig! Die Österreicher, die davon betroffen sind, werden dafür kein Verständnis haben.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bucher, Sie haben sich heute hier hergestellt und gemeint, dass Sie privatwirtschaftlich die Weisheit mit dem Löffel gefressen hätten. – Also ich habe überhaupt kein Problem damit und mache mich auch mit Sicherheit nicht lustig darüber, dass Ihre Eltern einen erfolgreichen Gastbetrieb führen, dass Sie dort auch immer wieder mithelfen und Ihren Eltern zum Teil zur Seite stehen und auch Teil dieses Familienbetriebes sind, aber ich habe als Unternehmer einen Betrieb selbst aufgebaut und erfolgreich geführt. Ich habe im Gegensatz zu Ihnen privatwirtschaftlich viel mehr Erfolg eigenständig erwirtschaftet und nichts von meinen Eltern übernommen. – Das möchte ich nur klarstellen, weil Sie das heute in den Raum gestellt haben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ.
Menschen schon längst damit begonnen hatten, die Mauer einzureißen und in Richtung Westen aufzubrechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist Unsinn! Die österreichische Wirtschaft hat in Griechenland 4 Milliarden € investiert, und wir haben bereits jetzt 6,3 Milliarden € an Cash-Kapital österreichischer Steuergelder überwiesen – in Wirklichkeit aber nicht nach Griechenland, sondern in Richtung Banken und Bankspekulanten, die die Täter sind, mit denen Sie Solidarität leben. Das ist unser österreichisches Steuergeld! (Beifall bei der FPÖ.) 6,3 Milliarden € in Cash weggezahlt, weitere 15 Milliarden an Haftungen übernommen. Das ist das, wofür die österreichischen Steuerzahler dank Ihnen geradestehen sollen, weil Sie keine Solidarität mit den Bürgern, nämlich den Opfern leben, sondern mit den Tätern, den Bankspekulanten. Das ist der Irrsinn!
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, wir brauchen jeden Steuercent in Österreich. Wir haben massive Probleme. Wir stehen vor massiven Problemen in unterschiedlichsten Bereichen. Wir brauchen jeden Cent, um in die Bildung zu investieren, in unseren Arbeitsmarkt zu investieren, in unsere Familien zu investieren, für die Sie permanent Kürzungen vorsehen, bis hin zum Pflege- und Gesundheitsbereich. (Beifall bei der FPÖ.) – Und Sie stellen sich hierher und versuchen, den Österreichern zu erklären, dass das irgendwie dienlich wäre, was Sie tun?! Das ist doch nicht dienlich, sondern das Gegenteil davon.
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist Ihre Politik, die Sie leben. Die Menschen werden es sich nicht länger gefallen lassen, auf der einen Seite für einen zentralistischen Moloch ausgeplündert zu werden, auf der anderen Seite permanent von Ihnen hören zu müssen, wir leben Solidarität mit den Bankspekulanten und Tätern, die das angerichtet haben. – Ja, denen stehen Sie zur Seite. Die Banken gehören zur Rechenschaft gezogen! Es gehört eine Bankenkonkursordnung her. Die Banken hätten von Beginn an 50 Prozent des Ausfalls übernehmen müssen. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn sie es nicht geschafft hätten, hätten wir die Banken verstaatlichen müssen. Das wäre ein ehrlicher Weg gewesen.
Beifall bei der FPÖ.
österreichische Partei von Beginn an gefordert haben – aus der Eurozone entlassen sollen, weil es niemals die Kriterien erfüllt hat und weil das auch die einzige Chance für die Griechen, für die griechische Bevölkerung wäre. Nur dann bestünde die Chance für die Griechen, selbst abzuwerten. Die Wirtschaft könnte sich wieder fangen, und die Griechen hätten eine Chance, die Schulden irgendwann einmal zurückzuzahlen. Mit diesem Mechanismus, den Sie begleiten, ist genau das Gegenteil der Fall. Am Ende bleiben die Griechen auf der Strecke, aber auch Resteuropa, wenn vielleicht der Euro zugrunde geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau da werden wir gegenhalten. Es geht darum, unserer eigenen Bevölkerung verantwortlich zu sein. Unsere Steuergelder haben für unsere Landsleute eingesetzt zu werden und nicht 25 Milliarden € oder mehr mit Haftungen übernehmen, die am Ende fehlen, womit Sie die Zukunft unserer kommenden Generationen verspielen. Das ist ja nicht nichts. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit könnten wir heute in so vielen Bereichen unsere sozialen Probleme auffangen, unsere Bildungsprobleme auffangen. Die Uni-Milliarde, über die wir heute diskutiert haben, ist ja da auch drinnen. Die Uni-Milliarde, die Sie jetzt nicht für die Studenten haben, haben Sie bei den Bankenspekulanten abgegeben und in der Ägäis versenkt. Sprechen wir doch die Wahrheit an! Und das ist die Wahrheit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Aber organisieren müssen sie die Pleite!
geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Aber organisieren müssen sie die Pleite!)
Ruf bei der ÖVP: Wahnsinn!
Natürlich Sie von den Grünen, die wieder hereinrufen, machen den Katzenbuckel. Sie machen den Katzenbuckel. Sie machen den Steigbügelhalter für genau solche Entwicklungen. Und es ist nur eine Frage des Preises, bis Sie zustimmen und die Zweidrittelmehrheit ermöglichen werden. Dann wird man wieder fragen: Was war die Leistung? – So wie beim Herrn Van der Bellen, der letztlich auch für 220 000 € im Jahr als Uni-Berater tätig ist, aber in Wirklichkeit weiß keiner, was er tut. (Ruf bei der ÖVP: Wahnsinn!)
Abg. Mag. Kogler: Sie machen ja keinen Vorschlag!
Das sind genau Ihre Verhaltensmuster, und genau damit rechnen wir. Ja, damit rechnen wir und müssen wir leider Gottes rechnen. (Abg. Mag. Kogler: Sie machen ja keinen Vorschlag!) Aber das ist mit Sicherheit nicht der Weg, den sich die Österreicher erwarten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das sind genau Ihre Verhaltensmuster, und genau damit rechnen wir. Ja, damit rechnen wir und müssen wir leider Gottes rechnen. (Abg. Mag. Kogler: Sie machen ja keinen Vorschlag!) Aber das ist mit Sicherheit nicht der Weg, den sich die Österreicher erwarten. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Danke, Frau Präsidentin! – Ich gehe jetzt einmal ganz bewusst auf niedrigen Blutdruck (Heiterkeit) und versuche, die fünf Schritte zu schildern, zu skizzieren, die in nächster und baldiger Zeit zu erledigen sein würden, wenn wir an Europa, wenn wir an der Europäischen Union weiterhin Interesse haben – und das habe ich.
Abg. Petzner: Haben Sie nicht richtig zugehört? – Abg. Dr. Graf: Das hat keiner gesagt!
Was ich damit nicht meine, ausdrücklich nicht meine, ist der Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Das halte ich für eine Schnapsidee – aus verschiedenen Gründen. Ich halte es überhaupt für eine Schnapsidee, jetzt zu propagieren, dass die Welt genesen wird, wenn wir einen Nord-Euro und einen Süd-Euro und einen West-Euro und einen Ost-Euro und einen Kärntner Euro und einen burgenländischen Euro haben werden. Wenn das Ihr Rezept ist, wenn dies das Rezept einer ehemals selbstdefinierten Wirtschaftspartei ist, dann sage ich nur: Gute Nacht! (Abg. Petzner: Haben Sie nicht richtig zugehört? – Abg. Dr. Graf: Das hat keiner gesagt!) Schauen Sie sich einmal an, was das bedeuten würde!
Beifall bei den Grünen.
Und derzeit ist die ganze Union zu sehr fixiert auf die Frage Defizitreduktion, austerity, austerity, austerity. Das allein, meine Damen und Herren, wird uns nicht weiterbringen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also es geht darum, neue Checks and Balances innerhalb des Gefüges der Europäischen Union zu entwickeln, die die Abgeordneten dieses Hauses oder auch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments nicht degradieren, so wie es derzeit, muss man schon sagen, der Fall ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Bucher: Panik erzeugt die Regierung!
Ich bin allerdings der Meinung, dass der ESM alles andere als der Untergang Österreichs ist, wie hier behauptet wurde. Ich halte es geradezu für einen skrupellosen Versuch, Panik zu erzeugen, Herr Kollege Bucher. (Abg. Bucher: Panik erzeugt die Regierung!) Das ist einer sogenannten Wirtschaftspartei absolut – absolut! – unwürdig! Ganz im Gegenteil: Ich halte den ESM für den Kern, den Nukleus eines künftigen Europäischen Währungsfonds, für einen Hilfsmechanismus für illiquide Staaten, nicht für insolvente Staaten. Das ist ein wesentlicher Unterschied, den wir uns vor Augen halten müssen.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
einzige funktionsfähige Institution innerhalb der Union, denkt man sich manchmal, und dafür sollte sie nicht kritisiert werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Jetzt haben Sie es wirklich wieder nicht verstanden!
Punkt eins: Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen der Insolvenz und der Illiquidität, aber das regt den Österreicher, der für beides zahlen muss, nicht sehr auf. Gezahlt muss werden, und wir sagen deshalb: Genug gezahlt! Egal, ob illiquid oder ob insolvent. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Jetzt haben Sie es wirklich wieder nicht verstanden!)
Abg. Mag. Stadler: Direkte Demokratie!
Zum Zweiten, Herr Professor Van der Bellen, wundert mich auch aufgrund der Herkunft Ihrer ganzen Bewegung – und da hat Kollege Stadler schon recht, es wird die Nagelprobe für euch werden, wie ihr euch da verhaltet – jetzt plötzlich dieses Abfeiern dieses neuen Vertrages. Und das von einer Partei, die immer für Kontrolle und Transparenz und Offenheit (Abg. Mag. Stadler: Direkte Demokratie!), für direkte Demokratie eintritt.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Herr Van der Bellen! Das feiern Sie hier ab, von einer Partei, die immer öffentlich für solche Dinge eintritt?! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Herr Kollege Van der Bellen, Kogler, Glawischnig – heute leider nicht da –: Ihr seid eine Bewegung, die von sich aus behauptet, aus Bürgerinitiativen entsprungen zu sein, aus einer direkt demokratischen Initiative. Ihr behauptet, ihr habt das Ohr so am Wähler. Ja, warum fahrt ihr dann drüber über die Wähler und stimmt hier zu mit Rot und Schwarz, ihr grünen Verräter? – Das ist die Wahrheit: Ihr verratet eure Wähler! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und genau das Gleiche passiert ja in allen anderen Ländern. Die Grünen, die altbackenen Grünen haben doch schon längst ausgedient. Und dann entstehen so Entwicklungen wie in Berlin. In Berlin war es genau das Gleiche. Da hat sich die Frau Vorsitzende der Grünen schon als Oberbürgermeisterin gefühlt mit über 30 Prozent. Und was ist passiert? – Irgendeine windige Piratenpartei von links hat den Grünen das Wasser abgekocht, weil ihr eine Altpartei geworden seid. Ihr seid eine Altpartei, die Rot und Schwarz nur mehr die Mauer macht. Das ist die Wahrheit! – So viel zu den Grünen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Aber das sind die Heilslehren der Europäischen Union, denen man sich letztlich duckmäuserisch unterwerfen muss. Und das tun Sie, anstatt sich hier herzustellen und zu sagen: Aus! Stopp! Nicht mehr weiter! Wir beenden diese Zahlungen! Genug gezahlt! Der österreichische Steuerzahler darf nicht mehr bluten! – Das ist Ihre Aufgabe, Frau Finanzministerin! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit des Redners
Und das sagen Ihnen unterschiedlichste Parteien, wir vom BZÖ schon seit 2010. Wobei auch, nur noch einmal zum Hinhören, die Weitsichtigkeit der SPÖ-Fraktion, was diese Frage anbelangt, lustig ist. Werner Faymann (Heiterkeit des Redners), das ist der, der gerade Hand in Hand mit Fischer – nein, mit Spindelegger nicht mehr Hand in Hand, sondern sechs Reihen dahinter – nach Amerika fliegt und dort auch Steuergelder zum Fenster hinaushaut, weil er mit Arnold Schwarzenegger „Bankldrucken“ geht. Ich weiß nicht, was er dort macht, aber er fliegt nach Amerika.
Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Dieser Herr Faymann hat in seiner unglaublichen Weitsichtigkeit auch Prognosen abgegeben, zum Beispiel am 24. März 2010, als der Kollege Bucher bereits das Szenario, das jetzt eintritt, gezeichnet hat. Wissen Sie, was damals der Herr Faymann im Hauptausschuss gesagt hat? Herr Faymann hat gesagt, er gehe von keinerlei Beschlüssen – keinerlei Beschlüssen! – über etwaige Hilfsmaßnahmen innerhalb der EU, was Griechenland betrifft, aus, weil Griechenland wahrscheinlich keinen Antrag stellen werde. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Und der Herr Van der Bellen kriegt 210 000 €!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn Sie heute die Zeitungen aufschlagen, dann ist zu lesen: Wohnen wird ab Oktober um 400 € teurer in Wien, Wasser um 30 Prozent, die Müllgebühren um 6 Prozent, die Fernwärme ab September, Gas- und Strompreise steigen fast täglich, aber noch einmal im Oktober. Die Inflation galoppiert in Richtung 4 Prozent, offiziell – real 10 Prozent. Die Einkommen der Österreicher sinken real. (Abg. Grosz: Und der Herr Van der Bellen kriegt 210 000 €!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und wenn Sie sich jetzt fragen: Was hat das mit der ganzen Diskussion zu tun? – Das hat damit sehr viel zu tun, denn das ist genau der Grund dafür, warum die Österreicherinnen und Österreicher null Verständnis dafür haben, dass Sie ihr Geld nach Griechenland schicken oder in sonstige Pleitestaaten stecken, anstatt hier in Österreich endlich dafür zu sorgen, dass es den Menschen besser geht. Das ist Ihre Aufgabe. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Wort „Rettungsszenario“, das in den letzten Monaten durch Europa gegeistert ist, schminken Sie sich ab! Ersetzen Sie es durch – vielleicht nicht durch „Pleite“, aber wie heißt es so schön jetzt in Deutschland? – „kontrollierte Insolvenz“. Dieses Wort sollten Sie sich ganz genau merken, denn jeder normale Wirtschaftstreibende wäre bei der Politik bereits entweder wegen Veruntreuung von Steuergeldern oder wegen fahrlässiger Krida angeklagt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ich sage Ihnen, Frau Ministerin, wenn Sie da nicht die Notbremse ziehen und endlich aussteigen, dann werden Sie sich das Wort „Insolvenz“ auch vom Wähler bei der nächsten Wahl gefallen lassen müssen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Wort „Rettungsszenario“, das in den letzten Monaten durch Europa gegeistert ist, schminken Sie sich ab! Ersetzen Sie es durch – vielleicht nicht durch „Pleite“, aber wie heißt es so schön jetzt in Deutschland? – „kontrollierte Insolvenz“. Dieses Wort sollten Sie sich ganz genau merken, denn jeder normale Wirtschaftstreibende wäre bei der Politik bereits entweder wegen Veruntreuung von Steuergeldern oder wegen fahrlässiger Krida angeklagt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ich sage Ihnen, Frau Ministerin, wenn Sie da nicht die Notbremse ziehen und endlich aussteigen, dann werden Sie sich das Wort „Insolvenz“ auch vom Wähler bei der nächsten Wahl gefallen lassen müssen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Ruf beim BZÖ: Wo ist der Krainer?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Muttonen. 5 Minuten gewünschte Redezeit sind eingestellt. – Bitte. (Ruf beim BZÖ: Wo ist der Krainer?)
Abg. Dr. Strutz: Nestbeschmutzer!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Westenthaler, Sie erinnern sich: ohne Haftung von übergeordneten Institutionen wäre Kärnten insolvent. Sie erinnern sich an die Haftungen von bis zu 22 Milliarden €. Warum? – Weil Sie und Ihr Ziehvater vom BZÖ-Neu und BZÖ-Alt und FPÖ, ich zitiere, „die Hochstapler-Projekte und Wahlgeschenke“ finanziert haben. Also so viel zur Wirtschaftskompetenz. (Abg. Dr. Strutz: Nestbeschmutzer!)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Zu einer verantwortungsvollen Politik gehört aber auch, die Menschen nicht zu verunsichern. Schauen wir uns einmal die Zahlen an: Österreich hat bislang insgesamt 1,38 Milliarden € an Krediten für Griechenland geleistet. Damit haben wir den Griechen Zeit verschafft, die notwendigen Reformen durchzuführen – und da wird ja sehr genau hingeschaut. Das Ganze findet mit einer Laufzeit von 7,5 Jahren und einem Zinssatz von 4 Prozent statt. So weit also die Fakten der bisherigen Griechenlandhilfe. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist alles, das sind diese beiden Sätze, in denen in Wirklichkeit nur steht, dass wir weiterhin tun dürfen, was vorher schon erlaubt war. Bleiben Sie also bei den Fakten! Der Euro-Schutzschirm ist in unserem eigenen Interesse. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Grosz: Beim Bankenpaket war er Staatssekretär!
Herr Abgeordneter Dr. Lopatka gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Grosz: Beim Bankenpaket war er Staatssekretär!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das glaubst ja wohl selber nicht! – Zwischenrufe des Abg. Petzner.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Danke für die freundliche Begrüßung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Politiker haben ihre Verantwortung wahrzunehmen und sollten sie nicht dann abschieben, wenn es schwierig wird. Jetzt eine Volksabstimmung zu machen wäre genau Verantwortung abschieben. Diese Regierung, vor allem die Finanzministerin, nimmt ihre Verantwortung wahr, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das glaubst ja wohl selber nicht! – Zwischenrufe des Abg. Petzner.)
Abg. Petzner: Der Schäuble richtet das!
Hier aber ständig von der Pleite und vom Ende Griechenlands zu reden hilft schon gar nicht den Griechen, ist aber auch für die Europäische Union kein Beitrag, um hier auch nur einen Millimeter weiterzukommen. (Abg. Petzner: Der Schäuble richtet das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !
Lieber Kollege Petzner, eure Stimmungslage in der Fraktion, nachdem ihr von Sitzung zu Sitzung Abgeordnete verliert, verstehe ich, dass bei euch Endzeitstimmung herrscht. Aber diese apokalyptischen Reiter, die ihr da immer ausschickt, das sind genau die Vertreter, die eine negative Stimmung verbreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !) – Schaut, das ist ja eure Stimmung, die ihr aus dem Klub mitnehmt, aber mit dieser Stimmung werdet ihr hier das Hohe Haus nicht anstecken können, das sage ich euch! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.
Lieber Kollege Petzner, eure Stimmungslage in der Fraktion, nachdem ihr von Sitzung zu Sitzung Abgeordnete verliert, verstehe ich, dass bei euch Endzeitstimmung herrscht. Aber diese apokalyptischen Reiter, die ihr da immer ausschickt, das sind genau die Vertreter, die eine negative Stimmung verbreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Wiener ÖVP !) – Schaut, das ist ja eure Stimmung, die ihr aus dem Klub mitnehmt, aber mit dieser Stimmung werdet ihr hier das Hohe Haus nicht anstecken können, das sage ich euch! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.)
Zwischenruf der Abg. Haubner. – Abg. Grosz: Ihr findet ja nicht einmal einen Obmann in Wien! Traurig!
Man muss ja für euch die letzte Reihe bald verbreitern, weil die, die nicht mehr zu eurem Klub gehören, nehme ich an, werden da hinten Platz finden müssen, Kollege Grosz. (Zwischenruf der Abg. Haubner. – Abg. Grosz: Ihr findet ja nicht einmal einen Obmann in Wien! Traurig!)
Abg. Strache: Mit der Nationalbank!
Da bitte ich, auch Richtung Freiheitliche Partei, schon bei den Fakten zu bleiben. Klubobmann Strache, „freiheitlich“ kann nicht heißen, hier völlig frei von Fakten zu agieren. Sie haben das aber gemacht. Sie haben gesagt: 6 Milliarden € sind Richtung Griechenland geflossen. (Abg. Strache: Mit der Nationalbank!) – Nein, es sind 1,38 Milliarden €.
Abg. Strache: Schon längst drüber, mit Portugal und Irland!
Der zweite Punkt: Sie haben von Haftungen von 15 Milliarden € gesprochen. Wissen Sie, was 15 Milliarden € sind? – Das ist der Rahmen, aber ein Haftungsrahmen sind noch nicht die Haftungen. (Abg. Strache: Schon längst drüber, mit Portugal und Irland!) Na Gott sei Dank haben wir noch keine Haftungen in der Höhe von 15 Milliarden €. Also, wenn es möglich ist, würde ich auch die freiheitlichen Vertreter schon darum ersuchen, bei den Fakten zu bleiben und nicht, Herr Klubobmann Strache, völlig frei von Fakten einfach nur auf die negative Emotion zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt: Sie haben von Haftungen von 15 Milliarden € gesprochen. Wissen Sie, was 15 Milliarden € sind? – Das ist der Rahmen, aber ein Haftungsrahmen sind noch nicht die Haftungen. (Abg. Strache: Schon längst drüber, mit Portugal und Irland!) Na Gott sei Dank haben wir noch keine Haftungen in der Höhe von 15 Milliarden €. Also, wenn es möglich ist, würde ich auch die freiheitlichen Vertreter schon darum ersuchen, bei den Fakten zu bleiben und nicht, Herr Klubobmann Strache, völlig frei von Fakten einfach nur auf die negative Emotion zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Wenn ihr so weitermacht, wird das kommen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Die Griechen haben es schwer, das stimmt. Ich meine, was heute der griechische Regierungschef präsentieren musste, das bleibt hoffentlich ein für alle Mal einem österreichischen Regierungschef erspart, nämlich den Menschen zu sagen – Pensionisten, Arbeitslosen, jungen Leuten –, wir müssen euch viel kürzen in den nächsten Jahren. (Abg. Strache: Wenn ihr so weitermacht, wird das kommen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Hunderttausend Entlassungen drohen dort im öffentlichen Dienst. Warum sage ich das? – Weil ich auch bei Ihnen Verständnis dafür erwecken möchte, wie von der Finanzministerin gesagt, dass auch wir in Österreich alles tun müssen, dass wir bei diesem Triple-A bleiben, dass auch wir in Österreich alles tun müssen, um bei uns die notwendigen Reformen auch umzusetzen. (Abg. Strache: Das ist ja schon längst in Gefahr! Das Triple-A ist ja schon längst in Gefahr!)
Abg. Strache: Das ist ja schon längst in Gefahr! Das Triple-A ist ja schon längst in Gefahr!
Die Griechen haben es schwer, das stimmt. Ich meine, was heute der griechische Regierungschef präsentieren musste, das bleibt hoffentlich ein für alle Mal einem österreichischen Regierungschef erspart, nämlich den Menschen zu sagen – Pensionisten, Arbeitslosen, jungen Leuten –, wir müssen euch viel kürzen in den nächsten Jahren. (Abg. Strache: Wenn ihr so weitermacht, wird das kommen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Hunderttausend Entlassungen drohen dort im öffentlichen Dienst. Warum sage ich das? – Weil ich auch bei Ihnen Verständnis dafür erwecken möchte, wie von der Finanzministerin gesagt, dass auch wir in Österreich alles tun müssen, dass wir bei diesem Triple-A bleiben, dass auch wir in Österreich alles tun müssen, um bei uns die notwendigen Reformen auch umzusetzen. (Abg. Strache: Das ist ja schon längst in Gefahr! Das Triple-A ist ja schon längst in Gefahr!)
Abg. Strache: Die eigenen Aufgaben werden nicht gemacht!
Ich bin ja gespannt – weil Sie sagen, die Gefahr ist da –, ob Ihre Unterstützung da ist, wenn es um die Beendigung von Sonderrechten, zum Beispiel bei Pensionen, geht. Sie fordern eigentlich in allen Bereichen immer mehr. (Abg. Strache: Die eigenen Aufgaben werden nicht gemacht!) Ich habe von Ihnen noch keinen Vorschlag gehört, um einen Beitrag zu leisten, dass Österreich bei diesem Triple-A bleibt.
Abg. Strache: Sie setzen es aufs Spiel!
Die Finanzministerin hat sehr deutlich gesagt (Abg. Strache: Sie setzen es aufs Spiel!) – Wir setzen es nicht aufs Spiel, das Gegenteil ist der Fall, Herr Klubobmann Strache! Sie werden es bei der Budgetdebatte dann ohnehin hören, dass Österreich im Vergleich zu den anderen EU-27 nach wie vor sehr, sehr gut unterwegs ist. (Abg. Dr. Graf: Die Bürger sind eh fleißig, nur die Politik versagt!)
Abg. Dr. Graf: Die Bürger sind eh fleißig, nur die Politik versagt!
Die Finanzministerin hat sehr deutlich gesagt (Abg. Strache: Sie setzen es aufs Spiel!) – Wir setzen es nicht aufs Spiel, das Gegenteil ist der Fall, Herr Klubobmann Strache! Sie werden es bei der Budgetdebatte dann ohnehin hören, dass Österreich im Vergleich zu den anderen EU-27 nach wie vor sehr, sehr gut unterwegs ist. (Abg. Dr. Graf: Die Bürger sind eh fleißig, nur die Politik versagt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Griechenland totreden ist keine Kunst, die sind pleite! – Abg. Dr. Graf: Die kann man nicht mehr totreden, nur mehr wachküssen!
Das ist auch ein Erbe der schwarz-blauen Regierung. Auch wenn Sie es ablegen, wir legen es nicht ab. Damals sind hier diese Rahmenbedingungen geschaffen worden, damit Österreich wirtschaftlich und auch am Arbeitsmarkt so gut dasteht. Österreich liegt im Spitzenfeld in Europa. Das ist unsere Hausaufgabe, die wir zu erfüllen haben, aber auch die Griechen haben ihre Hausaufgaben zu erfüllen, nur sind ihre ungleich schwieriger. Und da, sage ich Ihnen, ist es keine Hilfe, wenn wir sie totreden. Eine Hilfe ist es nur, wenn wir mit den Griechen solidarisch sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Griechenland totreden ist keine Kunst, die sind pleite! – Abg. Dr. Graf: Die kann man nicht mehr totreden, nur mehr wachküssen!)
Abg. Grosz: Milliarden!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Kollege Lopatka, diese 6 Millionen (Abg. Grosz: Milliarden!) – Milliarden, traurig genug! Sie setzen sich daraus zusammen, dass wir über die EZB schon 2 Prozent an Anleihen erworben haben, und 4 Milliarden hat letzten Endes auch die OeNB noch an Anleihen von Griechenland übernommen, und die sind uneinbringlich. – Nur so viel zu Ihrer Aussage. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: So viel zu den Fakten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: So viel zu den Fakten!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Kollege Lopatka, diese 6 Millionen (Abg. Grosz: Milliarden!) – Milliarden, traurig genug! Sie setzen sich daraus zusammen, dass wir über die EZB schon 2 Prozent an Anleihen erworben haben, und 4 Milliarden hat letzten Endes auch die OeNB noch an Anleihen von Griechenland übernommen, und die sind uneinbringlich. – Nur so viel zu Ihrer Aussage. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: So viel zu den Fakten!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Strache.
Und politisches Kleingeld, Herr Kollege Stummvoll, schlagen wir sicherlich nicht. Wir machen uns nur Sorgen um die Zukunft unserer Heimat Österreich, und wenn das als „politisches Kleingeld schlagen“ bezeichnet wird, dann muss ich ganz ehrlich sagen, dann sind wir hier als Politiker fehl am Platz. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Der deutsche Bundesbankpräsident, Jens Weidmann, hat ebenfalls schon in einem Zeitungsinterview eingestanden, dass eine Pleite Griechenlands wahrscheinlich nicht mehr ausbleibt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Kopf: Nein, das habe ich nicht gesagt! „Nahe“! Das ist ein Unterschied!
Herr Klubobmann Kopf, Sie haben heute in der Früh schon gesagt, dass Griechenland nahe an der Pleite steht. Also, mehr können wir auch nicht sagen, und mehr sagen wir auch nicht: Griechenland ist pleite, steht vor der Pleite. (Abg. Kopf: Nein, das habe ich nicht gesagt! „Nahe“! Das ist ein Unterschied!) Sie haben gesagt: Nahe an der Pleite!
Beifall bei der FPÖ
(Beifall bei der FPÖ), und wir sagen: Griechenland ist pleite, weil wir sagen der Bevölkerung die Wahrheit.
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, die haben wir auf immer und ewig immunisiert, die können walten und schalten, wie sie wollen, und der ESM entwickelt sich letzten Endes zu einem Monster à la Sowjetunion. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, alles, was dort geschieht, geschieht unter dem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit. Nein, danke! Gute Nacht! Ich kann nur sagen: Wer diesen Beitritt zum ESM beziehungsweise dem zustimmt, der hat jetzt schon die zukünftigen Generationen verraten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Zu viel!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Genug gezahlt? – Ja, kann man sagen. (Abg. Kickl: Zu viel!) Aber bitte schön, es ist doch dann nur richtig und gerecht, von denjenigen, die das behaupten, auch eine Erklärung zu verlangen, wie die weitere Abwicklung einer behaupteten Teilpleite – so verstehe ich das; dem wollen wir ja nicht einmal widersprechen, wir waren ja unter den Ersten, die das festgestellt haben, auch im April und Mai 2010, das können Sie ja nachlesen, dass Griechenland pleite ist, in den Worten „insolvent“ und nicht „illiquid“ – ablaufen soll, wie wir die Krise lösen, die ja nun eingetreten ist.
Abg. Dr. Graf: Die Welt geht nicht unter!
stärker einfordern, da ja hier geradezu so getan wird, als ob die Welt untergehen würde, wenn Griechenland weiter im Schlingern ist. Also, da muss man schon einmal die Dimensionen zurechtrücken, glaube ich. (Abg. Dr. Graf: Die Welt geht nicht unter!)
Zwischenrufe der Abg. Silhavy.
Und das auch vor dem Hintergrund, dass natürlich eines passieren kann – wenn wir uns einmal eine Sekunde ein bisschen sachlich damit auseinandersetzen wollen –: Wenn alle immer davon reden, dass die Welt wegen eines Ereignisses untergeht, das die Welt nicht zum Einsturz bringen müsste, dann kann es tatsächlich Mechanismen geben, dass am Schluss einiges mehr den Bach hinuntergeht, als notwendig wäre. (Zwischenrufe der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Grünen.
Und eines ist sicher: Mit einer Parole kann man das nicht analysieren, und mit einer einzigen Maßnahme kann man das nicht sanieren. Jeder, der das behauptet, Kollege Bucher, ist ein Scharlatan. (Beifall bei den Grünen.) Jetzt wird es einmal Zeit, dass Sie das einlösen, was Sie hier versprechen!
Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!
Und im Übrigen, meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ: Wie wir uns verhalten werden, werden wir uns von Ihnen nicht vorschreiben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!) Aber einer Sache können Sie gewiss sein: So zu agieren wie Sie, nämlich, zu allem nein zu sagen und die politische Potenz, die Sie eigentlich haben sollten, beim Fenster hinauszuschmeißen und sich von vornherein nur zu verweigern, so dumm werden wir nicht sein, das sage ich Ihnen gleich! (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!)
Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!
Und im Übrigen, meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ: Wie wir uns verhalten werden, werden wir uns von Ihnen nicht vorschreiben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Verratet nur eure Wähler!) Aber einer Sache können Sie gewiss sein: So zu agieren wie Sie, nämlich, zu allem nein zu sagen und die politische Potenz, die Sie eigentlich haben sollten, beim Fenster hinauszuschmeißen und sich von vornherein nur zu verweigern, so dumm werden wir nicht sein, das sage ich Ihnen gleich! (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr opfert eure Politik!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!
Wir werden zumindest versuchen – und wir haben das schon oft genug bewiesen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!) Das darf ja möglich sein in diesem Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!) Wir werden zumindest versuchen, hier Verhandlungslösungen anzustreben. Das ist dann auch eine andere Debatte. Dort sind wir ja noch gar nicht.
Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!
Wir werden zumindest versuchen – und wir haben das schon oft genug bewiesen ... (Abg. Ing. Westenthaler: Es klatscht eh schon die ÖVP mit!) Das darf ja möglich sein in diesem Haus. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzt euch hinüber zur ÖVP, um am Futtertrog ein bisschen mitzunaschen!) Wir werden zumindest versuchen, hier Verhandlungslösungen anzustreben. Das ist dann auch eine andere Debatte. Dort sind wir ja noch gar nicht.
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Klar ist: Das muss organisiert werden! Und deshalb reden wir, und zwar schon seit eineinhalb Jahren, von der geordneten Staatsverschuldung. Zugegeben, es war damals über Nacht nicht leicht. Ich hätte mir das auch leichter vorgestellt, und ich habe es mir am Rednerpult hier heraußen eigentlich leichter gemacht – das muss man auch einmal eingestehen –, als es vielleicht wirklich ist. Aber hätten wir schon damals ein geordnetes Entschuldungsverfahren mit den neuen Mechanismen gehabt, dann hätten wir das, was Sie einfordern, wenn Sie überhaupt so weit denken – aber das wäre noch das Rationalste, was aus BZÖ und ÖVP herauszupressen wäre –, machen können. Machen Sie nicht von vornherein den ESM nur schlecht, denn dort ist das das erste Mal vorgesehen! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Strache: Man sollte nicht bedingungslos einem Vertrag beitreten, aus dem man nicht mehr austreten kann!
Und außerdem: Diese Inkonsistenz müssen Sie hier einmal erklären! Es werden sich hoffentlich noch andere hier herstellen und sagen, dass einfach mit diesen billigen Parolen (Abg. Strache: Man sollte nicht bedingungslos einem Vertrag beitreten, aus dem man nicht mehr austreten kann!) nicht nur auf Dauer und im Durchschnitt, sondern schon heute kein Staat zu machen ist. Da können Sie eine Menge Nebel werfen und da dann noch herumstochern, aber daraus entsteht keine Lösung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und außerdem: Diese Inkonsistenz müssen Sie hier einmal erklären! Es werden sich hoffentlich noch andere hier herstellen und sagen, dass einfach mit diesen billigen Parolen (Abg. Strache: Man sollte nicht bedingungslos einem Vertrag beitreten, aus dem man nicht mehr austreten kann!) nicht nur auf Dauer und im Durchschnitt, sondern schon heute kein Staat zu machen ist. Da können Sie eine Menge Nebel werfen und da dann noch herumstochern, aber daraus entsteht keine Lösung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Podgorschek: Nennen Sie mir einen Blauen!
Wie gesagt: Mit Ihnen ist kein Staat zu machen! Ein paar Skandale schon, das haben Sie bewiesen. Das machen Sie sich aus, Blau und Orange. Fest steht, dass man hinter jedem blau-orangen Mist fünf Korruptionsstaatsanwälte hinterherschicken muss – und in Kärnten sind es zehn pro Regierungsmitglied! (Abg. Podgorschek: Nennen Sie mir einen Blauen!)
Abg. Strache: Solch ein Unsinn!
Und im Übrigen: Den „Wörthersee-Euro“ werden wir vermutlich dann auch noch einführen, sinnigerweise, denn eines ist gewiss: Nach Kärnten ist bis jetzt mehr Geld gegangen als nach Griechenland, und das sehen wir mit Sicherheit nie mehr, denn die Hypo Alpe-Adria haben Sie so weit ruiniert, dass das so nicht mehr sanierbar ist (Abg. Strache: Solch ein Unsinn!) – außer mit noch einer Milliarde zusätzlichem Steuergeld! Wir halten mittlerweile bei 2,5 Milliarden €. Aber das sei nur am Rande angemerkt.
Beifall bei den Grünen.
Es wird im Übrigen der Schuldenschnitt alleine auch nichts helfen, wenn sich sonst nichts ändert, denn dann stehen wir bei den galoppierenden Zinsen, die die zahlen müssen, wieder gleich dort. Und dass wir das auf die Dauer immer mit dem Rettungsschirm durchalimentieren, ist auch keine Lösung. Es ist daher völlig klar, was die Lösung sein muss, und die kostet etwas. Aber die ist immer noch viel billiger als dieses billige Gerede, das Sie hier veranstalten, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Die zweite Geschichte: Es muss investiert werden, es müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Und bei der Frage, wo dort gespart werden soll, ist auch zu sagen: Es ist bis heute nicht ganz klar, wie viel Geld aus dem griechischen Budget immer noch in die Rüstungsindustrie gepumpt wird – aber nicht in die griechische, die gibt es bekanntermaßen nicht, sondern in die französische und in die deutsche Rüstungsindustrie. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Mit dieser Kleingeisterei werden wir nicht weiterkommen, denn dann wird es heißen: Ganz, ganz viel gezahlt, obwohl es nicht notwendig wäre! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Das ist ein Unterschied!
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Finanzminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Auf die Frage: Ist Griechenland pleite?, haben wir heute schon mehrere Antworten bekommen. Zur Aussage: Griechenland ist pleite!, hat Klubobmann Kopf gesagt: Nein, nein, Griechenland ist nicht pleite, es ist nur nahe der Pleite! (Abg. Kopf: Das ist ein Unterschied!) Ja, ja, billige ich Ihnen zu, das ist
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen: Die Bevölkerung hat da nicht nur gemischte Gefühle, sondern eine glasklare Haltung: Die Bürger wollen, dass das Steuergeld in Österreich investiert wird! Bei uns muss man der Wirtschaft helfen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Er redet von keinem Austritt aus der Währungsunion! Von der Pleite schon!
Kollege Stummvoll, den ich sehr schätze, hat es jetzt schon ein bisschen anders angelegt als vor wenigen Monaten, er spricht nämlich schon von einer ernsten Lage und einer ernsten Situation. Und alle, die den Seppi Bucher belächelt haben, sollten einmal nachdenken, wenn – ich möchte sagen: fast wortidentisch – der deutsche Finanzminister die gleichen Überlegungen anstellt. Das ist eine Sache ... (Abg. Mag. Kogler: Er redet von keinem Austritt aus der Währungsunion! Von der Pleite schon!)
Abg. Mag. Kogler: Er redet nicht vom Euro-Austritt!
Der Herr Kogler von den Grünen sieht das natürlich alles wieder anders, denn wenn es vom BZÖ kommt, darf es nicht stimmen. Und alles, was der deutsche Finanzminister sagt, stimmt dann natürlich auch nicht. (Abg. Mag. Kogler: Er redet nicht vom Euro-Austritt!) Er redet nicht vom Euro-Austritt.
Beifall beim BZÖ.
Und wenn Sie von einer politischen Verantwortung sprechen, die es wahrzunehmen gilt, dann sage ich: Jawohl, aber wir haben auch eine direkte Demokratie! Was hindert uns daran, die Bevölkerung einzubinden? (Beifall beim BZÖ.) Sie müssen doch sehen, dass die österreichische Bevölkerung diese Versenkung von Milliarden nicht mittragen wird.
Beifall beim BZÖ.
Herrn Staatssekretär außer Dienst Lopatka noch zum Abschluss: Wenn Sie immer davon sprechen, dass das BZÖ vor allem Angst habe und dass wir uns fürchten würden, darf ich Ihnen sagen: Vor einer fähigen Bundesregierung fürchten wir uns nicht, jedoch sehr wohl vor einer Bundesregierung, die offensichtlich bereits zu allem fähig ist! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Und nicht bei den regierenden Sozialisten?!
Die Verantwortung für diese Entwicklung liegt natürlich auch – ich sage: auch! – bei der Troika, also beim IWF, bei der EZB und bei der Kommission, weil es allein mit Sparen nicht gehen wird. (Abg. Rädler: Und nicht bei den regierenden Sozialisten?!) Die Sozialisten müssen jetzt das ausbaden, was andere eingebrockt haben. Das möchte ich auch einmal klarstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Verantwortung für diese Entwicklung liegt natürlich auch – ich sage: auch! – bei der Troika, also beim IWF, bei der EZB und bei der Kommission, weil es allein mit Sparen nicht gehen wird. (Abg. Rädler: Und nicht bei den regierenden Sozialisten?!) Die Sozialisten müssen jetzt das ausbaden, was andere eingebrockt haben. Das möchte ich auch einmal klarstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Alternativen zum Rettungsschirm, etwa eine Pleite Griechenlands, wären alle schlechter und teurer – nicht für die Griechen, sondern für Österreich! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Petzner: Ha, ha, ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und mit wie viel ... hat die ÖVP angefangen? Mit wie viel? – Abg. Petzner: Von 42 auf 20 Prozent!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Wir verdanken heute ausgerechnet dem BZÖ diese interessante Diskussionsrunde, und ich glaube auch zu verstehen, warum gerade das BZÖ intern mit diesem Thema ganz besonders intensiv ringt. Schließlich und endlich können Sie das griechische Dilemma nachempfinden: Sie haben einmal mit 21 Abgeordneten angefangen, dann sind drei unter einen anderen Rettungsschirm geflüchtet (Abg. Petzner: Ha, ha, ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und mit wie viel ... hat die ÖVP angefangen? Mit wie viel? – Abg. Petzner: Von 42 auf 20 Prozent!), bei zwei anderen ist derzeit die Frage noch offen, in welches System sie einsteigen werden. Auf jeden Fall aber sehe ich, dass das BZÖ ganz genau weiß, wie es ist, wenn es einem schlecht geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Wir verdanken heute ausgerechnet dem BZÖ diese interessante Diskussionsrunde, und ich glaube auch zu verstehen, warum gerade das BZÖ intern mit diesem Thema ganz besonders intensiv ringt. Schließlich und endlich können Sie das griechische Dilemma nachempfinden: Sie haben einmal mit 21 Abgeordneten angefangen, dann sind drei unter einen anderen Rettungsschirm geflüchtet (Abg. Petzner: Ha, ha, ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Und mit wie viel ... hat die ÖVP angefangen? Mit wie viel? – Abg. Petzner: Von 42 auf 20 Prozent!), bei zwei anderen ist derzeit die Frage noch offen, in welches System sie einsteigen werden. Auf jeden Fall aber sehe ich, dass das BZÖ ganz genau weiß, wie es ist, wenn es einem schlecht geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Petzner: Das glaubt dir kein Mensch mehr, was du da redest!
Und noch etwas haben wir in den Diskussionen der letzten Woche gelernt. Erstens: Der Euro hat für uns große Bedeutung, und zweitens: Der Euro steht – und da gibt es auch keinen, der nur irgendwie daran herumrütteln darf, denn die Gewissheit, dass der Euro steht, ist der größte Schutz davor, dass Europa nicht zusammenhält. Das Wichtigste ist Entschlossenheit in dieser Frage. (Abg. Petzner: Das glaubt dir kein Mensch mehr, was du da redest!) Diese Entschlossenheit fehlt vielleicht noch in der europäischen Zusammenarbeit, aber ich finde diese Entschlossenheit immer wieder bei unserer Frau Finanzminister, und deswegen ist Österreich auf dem richtigen Weg. Ich kann sie nur ermutigen und bestärken und danke sagen, dass das so ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und noch etwas haben wir in den Diskussionen der letzten Woche gelernt. Erstens: Der Euro hat für uns große Bedeutung, und zweitens: Der Euro steht – und da gibt es auch keinen, der nur irgendwie daran herumrütteln darf, denn die Gewissheit, dass der Euro steht, ist der größte Schutz davor, dass Europa nicht zusammenhält. Das Wichtigste ist Entschlossenheit in dieser Frage. (Abg. Petzner: Das glaubt dir kein Mensch mehr, was du da redest!) Diese Entschlossenheit fehlt vielleicht noch in der europäischen Zusammenarbeit, aber ich finde diese Entschlossenheit immer wieder bei unserer Frau Finanzminister, und deswegen ist Österreich auf dem richtigen Weg. Ich kann sie nur ermutigen und bestärken und danke sagen, dass das so ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kopf und Grosz.
minister, die griechische Regierung hält von Ihren Bemühungen zu helfen offensichtlich nicht viel, denn in der „Kronen Zeitung“ heißt es: Griechenlands Finanzminister hält Wutrede gegen die EU und gegen die Märkte. – Offensichtlich hat er sich nicht die Mühe gemacht, auch einmal per Internet oder TW 1 im österreichischen Parlament nachzuschauen oder Ihre Rede zu hören, wie Sie sich hier wirklich mit aller Kraft und Gewalt für die Griechen einsetzen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kopf und Grosz.) – Ja, ja, betreffend die Lösung eines Problems, da gebe ich Ihnen vollkommen recht, kann man ohne Weiteres unterschiedlicher Meinung sein.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt mag das ja nichts Schlimmes sein, wenn Sie sagen: Okay, ich halte das für den richtigen Weg, dass wir einfach zahlen. Solange der Steuerzahler noch irgendeinen Knopf hergibt, zahlen wir, das ist der einzig richtige Weg. – Was ich Ihnen aber vorwerfe, ist, dass Sie und diese ganze Bundesregierung von allem Anfang an, seit zwei Jahren, von vornherein immer gesagt haben: Es gibt dazu keine Alternative. – Es gibt bei jedem Problem eine Alternative! Man muss aber darüber nachdenken und sich zumindest damit befassen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und dann noch ein Wort zu Herrn Matznetter. Ich weiß nicht: Hat er die Rede des roten Kollegen Gabriel in Deutschland nicht gehört? – Wenn er sie nicht gehört hat, gebe ich ihm einen Rat: Er kann die Rede des Kollegen Bucher abschreiben, denn die ist zur Hälfte von dort übernommen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Jetzt kommt die zweite Hälfte!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Petzner. Restredezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Kickl: Jetzt kommt die zweite Hälfte!)
Abg. Kopf: Wo wir das Instrumentarium nicht haben?!
Unser Weg ist ein anderer, nämlich dass wir Folgendes sagen – und das Erfreuliche ist, dass diese Meinung, wenn man einen Blick über die Grenzen Österreichs hinaus wirft, mittlerweile mehrheitsfähig wird –: Anstatt immer mehr zu zahlen und einen Weg zu beschreiten, der sich bisher nicht bewährt hat, ist es doch klüger, eine geordnete Insolvenz Griechenlands einzuleiten (Abg. Kopf: Wo wir das Instrumentarium nicht haben?!), um uns zu helfen, dem Euroraum zu helfen, um den Euro zu retten und auch den Griechen zu helfen, meine Damen und Herren! Darum geht es nämlich auch in dieser Frage. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Unser Weg ist ein anderer, nämlich dass wir Folgendes sagen – und das Erfreuliche ist, dass diese Meinung, wenn man einen Blick über die Grenzen Österreichs hinaus wirft, mittlerweile mehrheitsfähig wird –: Anstatt immer mehr zu zahlen und einen Weg zu beschreiten, der sich bisher nicht bewährt hat, ist es doch klüger, eine geordnete Insolvenz Griechenlands einzuleiten (Abg. Kopf: Wo wir das Instrumentarium nicht haben?!), um uns zu helfen, dem Euroraum zu helfen, um den Euro zu retten und auch den Griechen zu helfen, meine Damen und Herren! Darum geht es nämlich auch in dieser Frage. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Wie verrückt dieser Plan von SPÖ, ÖVP und auch den EU-Bossen ist, sollen folgende Zahlen belegen. Da wird heute auch der Euro-Rettungsschirm diskutiert. Österreich zahlt als fünftreichstes Land der Welt an Bareinzahlungen 2,2 Milliarden € und an Garantien 17,3 Milliarden €, und man will damit Griechenland helfen. Aber jetzt ist die Frage: Wie viel zahlt Griechenland, das insolvente Griechenland? Wie viel soll Griechenland in diesen Euro-Rettungsschirm einzahlen? (Zwischenruf des Abg. Bucher.) – Laut den Plänen der EU-Bosse soll Griechenland – sowieso schon am Abgrund stehend – mehr einzahlen als wir Österreicher, nämlich 17,5 Milliarden € an Garantien und Barzahlungen in Höhe von 2,3 Milliarden €!
Beifall beim BZÖ
Wie soll sich das denn ausgehen, meine Damen und Herren, wie soll das bitte funktionieren? – Dieser Plan ist zum Scheitern verurteilt (Beifall beim BZÖ), und ich kann Sie nur dringend auffordern, im Interesse der Steuerzahler diesen Irrweg zu beenden und einen Schlussstrich zu ziehen – mit dem Bucher-Plan, wie wir ihn auch präsentiert haben.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es freut uns, dass es für diesen Weg immer mehr Unterstützung gibt, vor allem auch seitens der FPÖ, denn an eines darf ich schon erinnern: Was Herr Strache schon alles gefordert hat! Er ist wie der Herausgeber der Zeitung „Österreich“. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der schreibt auch alles irgendwann einmal, um dann sagen zu können: Das habe ich sowieso immer behauptet!
Ruf bei der FPÖ: Geh, geh, geh! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Strache hat schon gesagt: Wir wollen aus dem Euro austreten. – Jetzt ist er auf einmal für ein Kern-Europa mit einem Nord-Euro – unser Modell. (Ruf bei der FPÖ: Geh, geh, geh! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der Herr Strache hat auch schon
Abg. Mag. Stefan: Ich würde so gerne bei euch eintreten, weil ihr so gescheit seid!
die Wiedereinführung des Schilling gefordert. Dann ist er draufgekommen, dass das ein Blödsinn ist, also hat auch er sich der BZÖ-Linie mit der Einführung eines Nord- und eines Süd-Euro angeschlossen. (Abg. Mag. Stefan: Ich würde so gerne bei euch eintreten, weil ihr so gescheit seid!)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, der Herr Strache kann viel. Er kann auch laut schreien – nur vom Euro, von Wirtschaft und von Finanzen hat er wirklich keine Ahnung, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Aber auch die Frage der Steuer- und Kapitalflucht dürfen wir nicht nur den Griechen überlassen, sondern wir müssen uns letzen Endes auch in Europa dazu positionieren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Irritieren!
Und wie sensibel – ja, man könnte schon sagen: hektisch – die Finanzmärkte reagieren, haben wir ja im eigenen Haus gemerkt. Ich glaube, Herr Kollege Kogler hat auch nicht damit gerechnet, dass das Verhalten der Grünen im Finanzausschuss sogar die Börsen kurzfristig beleben wird, sage ich einmal – im negativen Sinn (Bundesministerin Dr. Fekter: Irritieren!) –, oder irritieren wird. Genau, das ist vielleicht der richtigere Ausdruck.
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart
Herr Abgeordneter Themessl hat die „Kronen Zeitung“ zitiert, er hat aber nur die Überschrift zitiert (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart), und das halte ich schon für wesentlich: Massenentlassungen von Beamten, Kürzungen von Pensionen und Gehältern, Kürzungen von Arbeitslosengeld und so weiter.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Frau Silhavy? – Abg. Silhavy – das Rednerpult verlassend –: Nicht blöd daherreden wie andere!
Meine Damen und Herren! Eine Politik der Panikmache hilft weder der Demokratie noch den Österreicherinnen und Österreichern. Konstruktive Vorschläge von Ihnen fehlen. Der Euroschutzschirm ist nicht nur im Interesse der Griechen, sondern auch im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher. Das sollten Sie endlich so auch akzeptieren und zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was macht eigentlich die Frau Silhavy? – Abg. Silhavy – das Rednerpult verlassend –: Nicht blöd daherreden wie andere!)
Abg. Grosz: Sie müssen das ja wissen von der Wiener ÖVP!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wäre die Sache, um die es heute geht, nicht so ernst, müsste man sich direkt darüber lustig machen, wie Sie Ihren Bruderkrieg hier offen ausfechten: BZÖ gegen FPÖ. Und es ist ganz einfach ... (Abg. Grosz: Sie müssen das ja wissen von der Wiener ÖVP!) – Herr Kollege Grosz! Ich weiß nicht, was da miteinander zu vergleichen wäre. (Beifall des Abg. Amon. – Abg. Grosz: Die sogenannte Trümmerfrau der Wiener ÖVP!)
Beifall des Abg. Amon. – Abg. Grosz: Die sogenannte Trümmerfrau der Wiener ÖVP!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wäre die Sache, um die es heute geht, nicht so ernst, müsste man sich direkt darüber lustig machen, wie Sie Ihren Bruderkrieg hier offen ausfechten: BZÖ gegen FPÖ. Und es ist ganz einfach ... (Abg. Grosz: Sie müssen das ja wissen von der Wiener ÖVP!) – Herr Kollege Grosz! Ich weiß nicht, was da miteinander zu vergleichen wäre. (Beifall des Abg. Amon. – Abg. Grosz: Die sogenannte Trümmerfrau der Wiener ÖVP!)
Abg. Grosz: Die Trümmerfrau der Wiener ÖVP!
Als Mitglied einer Gemeinschaft, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, muss man sich auch solidarisch seinen Mitgliedstaaten gegenüber verhalten. (Abg. Grosz: Die Trümmerfrau der Wiener ÖVP!) – Ich habe Ihnen zugehört, und ich habe Ihnen aufmerksam zugehört, und vielleicht können Sie mir auch zuhören. Wenn Sie einen Lagebericht über die Wiener ÖVP hören wollen, können Sie gerne mit mir nachher im Couloir darüber sprechen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aber am Friedhof, oder wo? Sie sind ein weiblicher Pompfüneberer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aber am Friedhof, oder wo? Sie sind ein weiblicher Pompfüneberer!
Als Mitglied einer Gemeinschaft, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, muss man sich auch solidarisch seinen Mitgliedstaaten gegenüber verhalten. (Abg. Grosz: Die Trümmerfrau der Wiener ÖVP!) – Ich habe Ihnen zugehört, und ich habe Ihnen aufmerksam zugehört, und vielleicht können Sie mir auch zuhören. Wenn Sie einen Lagebericht über die Wiener ÖVP hören wollen, können Sie gerne mit mir nachher im Couloir darüber sprechen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aber am Friedhof, oder wo? Sie sind ein weiblicher Pompfüneberer!)
Abg. Kickl: Schickt den Strasser!
Wir übernehmen Verantwortung. Man kann unterschiedlicher Meinung sein über die Maßnahmen, die die Griechen jetzt ergreifen müssen. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob es notwendig ist, dass Pensionen gekürzt werden. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob es notwendig ist, dass so viele Beamte jetzt plötzlich freigesetzt werden. Aber bei einem Punkt glaube ich schon, dass wir alle auf dem gleichen Standpunkt stehen: Die Griechen müssen für die Einhaltung ihrer Steuergesetze und für die Einhebung der Steuern sorgen. Ich glaube, dass es notwendig sein wird, dass die Mitgliedstaaten ihre Fachexpertise Griechenland zur Verfügung stellen. Wir wissen ganz genau, wie wichtig Betrugsbekämpfungsgesetze sind, wie wichtig die Arbeit der Finanzpolizei ist, wie wichtig es ist, Steuern einzutreiben, und wie wichtig es ist, ... (Abg. Kickl: Schickt den Strasser!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der könnte vielleicht Wiener Obmann werden!
Ich weiß nicht, was der Herr Strasser da jetzt wieder zu suchen hat, Herr Kollege Kickl! Bitte, beschäftigen Sie sich einmal mit der Materie, und sprechen Sie einmal zur Sache! Gehen Sie heraus, und sprechen Sie zur Sache! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Der könnte vielleicht Wiener Obmann werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir vorgeschlagen! Vor zwei Jahren hat das BZÖ das vorgeschlagen!
Wir haben eine Schuldenkrise in der Europäischen Union. Die Frau Finanzministerin hat es gesagt. Wir selber haben Schulden von über 70 Prozent. Und ich denke, wenn wir Verantwortung übernehmen, dann müssen wir auch Visionen entwickeln: Wie können wir diese Verantwortung in dieser Schuldenkrise tragen? – Die Frau Finanzministerin und unser Herr Vizekanzler haben vorgeschlagen, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern, mit einer 60-Prozent-Höchstobergrenze bis zum Jahr 2020. (Abg. Ing. Westenthaler: Das haben wir vorgeschlagen! Vor zwei Jahren hat das BZÖ das vorgeschlagen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es ist viel leichter, in der Opposition populistische Parolen herauszubrüllen und zu sagen, das geht alles nicht, genug gezahlt, das ist alles schlecht. Aber wir übernehmen halt die Verantwortung. Und das unterscheidet Sie Gott sei Dank noch von den Grünen, die in dieser schwierigen Situation die Verantwortung übernehmen wollen, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Tamandl, Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP mahnen immer wieder die Solidarität ein, die Solidarität mit Europa, mit den Griechen in diesem Fall. Ich sage Ihnen, Sie sind vom österreichischen Volk in dieses Parlament gewählt worden, und die erste Solidarität, die Sie zu üben haben, ist diejenige dem österreichischen Bürger gegenüber! (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Am 7. Juni 2010 hat der damalige Finanzminister Pröll den Anfang vom Ende eingeläutet, nämlich den Anfang vom Ende von zig Milliarden österreichischen Steuergeldes, indem er das Abkommen für den EFSF damals unterzeichnet hat. Und am 20. Juni des Jahres 2011 setzt diesen „erfolgreichen“ Weg die Frau Finanzminister Fekter fort, indem sie mitbeschließt, dass das Gesamtgarantievolumen auf rund 780 Milliarden € angehoben werden soll. Davon entfallen satte 21 Milliarden € auf Österreich. Diese Summe ist von einer grundsätzlichen und gesamtösterreichischen Bedeutung, weswegen wir der Meinung sind, dass selbstverständlich hier das Volk mitzureden und mitzuentscheiden hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man sich im Bankenbereich mit Firmen, mit Firmenkrediten beschäftigt, dann muss man sich schon das eine oder andere Mal überlegen, ob man gutes Geld, nämlich das der Sparer, schlechtem Geld der Kreditnehmer nachwirft. Diese Entscheidungen sind nicht immer leicht. Es gilt vieles dabei zu beachten. Aber nichtsdestotrotz ist es manchmal notwendig, einen rigorosen Schlussstrich zu ziehen, und das geht auch ganz geregelt: Das ist der Konkurs oder der Ausgleich. Es ist nur die Frage, zu welchem Zeitpunkt und wie viel an Verlust will man noch einfahren. Ich bin überzeugt davon, dass Griechenland nicht untergehen wird, wenn wir hier einen Konkurs oder Ausgleich anzetteln. Überhaupt nicht! Keine Insel wird versinken, die Akropolis wird nicht einstürzen. Da können Sie ruhig das Orakel von Delphi befragen, wenn Sie es finden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir haben hier auf Österreich und seine Steuerzahler zu schauen und nicht auf die Griechen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dolinschek. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Hören Sie daher auf mit dem Grundsatz: Die Banken bestellen es, die Politiker liefern und die Menschen zahlen. Das darf so nicht weitergehen! – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dolinschek. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Riepl: Strache ist ja nicht da! – Ruf bei der SPÖ: Wo ist der Antragsteller? – Abg. Riepl: Sollten wir nicht warten, bis er kommt? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Strache, Kolleginnen und Kollegen betreffend die Durchführung einer Volksbefragung über die Übernahme von Haftungen im Wege der EFSF im Ausmaß von 21 Milliarden € durch die Republik Österreich. (Abg. Riepl: Strache ist ja nicht da! – Ruf bei der SPÖ: Wo ist der Antragsteller? – Abg. Riepl: Sollten wir nicht warten, bis er kommt? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Professor Krainer!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Krainer. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Professor Krainer!)
Abg. Lausch: So ein Blödsinn!
Ein Punkt, den ich wirklich kritisieren muss, ist die Fokussierung auf Schulden, die Art und Weise, wie im Moment in Europa damit umgegangen wird. Gerade als Sozialdemokrat weiß man, dass Staatsschulden schlecht sind, weil sie natürlich den Staat schwächen. Und jedem Sozialdemokraten, dem der Sozialstaat wichtig ist, ist ein starker Staat wichtig und kein schwacher Staat – deswegen ist ja der natürliche Feind von Staatsschulden der Sozialdemokrat. (Abg. Lausch: So ein Blödsinn!) Deswegen sind wir dafür, dass wir ganz besonders darauf achten, dass wir die Finanzierungsfähigkeit des Staates beibehalten und dass die Staatsschulden in einem vernünftigen Maß bleiben und reduziert werden und die Budgets ausgeglichen sind.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Der zweite Vorschlag ist, über Bildung. Je länger jemand in Ausbildung ist, desto später kommt er auf den Arbeitsmarkt. Das heißt, man kann damit natürlich auch den Arbeitsmarkt entlasten. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Das heißt, wenn die Ausbildungszeit ein oder zwei Jahre länger dauert, hat das eine positive Auswirkung im doppelten Sinn: Erstens haben wir durch diese zwei Jahre eine Entlastung des Arbeitsmarktes, und zweitens haben wir nachher produktivere Teilnehmer am Arbeitsmarkt.
Beifall bei der SPÖ.
Um noch einmal auf das Zahlungsbilanzstabilisierungsgesetz zu kommen: Es ist extrem wichtig – ich unterstreiche das –, auf die Schulden zu achten, darauf zu achten, dass die Budgets möglichst ausgeglichen sind und ein Staat möglichst wenige Schulden hat. Aber das ist nicht die einzige Zahl, um die es geht, es gibt viele weitere wichtige Zahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein ziemliches Käsekrainer!
wurde, zweifellos nobelpreisverdächtig ist. Ich gratuliere. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein ziemliches Käsekrainer!)
Beifall bei der FPÖ.
Die SPÖ ist jetzt, glaube ich, selbst in eine Populismusfalle getappt. Verfolgen wir das politische Geschehen der letzten Zeit: Herr Bundeskanzler Faymann verlangt zum Beispiel eine Volksabstimmung betreffend die Abschaffung der Wehrpflicht. Er verlangt eine Volksabstimmung darüber, ob eine Vermögen- oder Reichensteuer eingeführt werden soll. Er hat gemeinsam mit der „Kronen Zeitung“ groß verkündet, dass bei essentiellen Änderungen des Lissabon-Vertrages selbstverständlich eine Volksabstimmung durchgeführt werden soll. Ich frage mich da: Ist die Erweiterung des Euro-Schutzschirms keine essentielle Sache, wenn Milliardenhaftungen eingegangen werden? – Aber bitte, das muss die SPÖ jetzt einmal mit sich selbst oder vielleicht mit der „Kronen Zeitung“ ausmachen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind halt leider – und das muss ich immer wieder feststellen – der Musterschüler der Europäischen Union. Aber ich sage Ihnen eines: Erwarten Sie keinen Dank! Weder Dank von der österreichischen Bevölkerung noch von der EU, denn das Geld, das wir dorthin schicken beziehungsweise mit dem wir haften, ist schneller weg, als wir glauben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich meine daher, es ist keine Eile, es ist keine Dringlichkeit geboten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Lausch.
Jetzt aber zum anderen Teil der Sache. Weil das so ist, haben ja wir Grüne schon im Juni/Juli Nachschau gehalten, was eigentlich mit dem offiziellen Parlamentsfahrplan ist. Da ist eine Plenarsitzung, die heutige, also am 21. September, die Nächste wäre erst am Mittwoch, 19. Oktober. Und dass wir eine Zuweisung brauchen, war ja wohl klar. Es ist aber eigentlich nichts geschehen, obwohl darauf hingewiesen wurde. Ich weiß, ich habe das aus banalen Gründen gemacht, weil ich mir einfach die Arbeit einteilen wollte. Ich habe ja gewusst, dass das kommen muss und auch soll – egal, ob ich dafür oder dagegen bin. Aber das ist nicht geschehen, vielleicht waren es auch nur Abstimmungsprobleme. Ich möchte das jetzt gar nicht weiter vertiefen. Nur: Der offizielle Parlamentsfahrplan sieht das so vor! (Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Beifall bei den Grünen.
vielleicht den Vereinbarungen der Euro-17 genügt. So weit darf es nicht kommen, dass der „Graf Ali“ für die Rettung des Euro zuständig ist! Das muss ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Das ist der Grund dafür, dass wir das gefordert haben; das ist logisch, das ist richtig. Das Ministerium, der Bundeskanzler, man hat sich darauf verständigt, dass das übermittelt wird (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) – an sich eine Selbstverständlichkeit, auch diese musste erkämpft werden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Hübner: Meine Güte!
Meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ, seien Sie froh, dass wir das durchgesetzt haben! Wahrscheinlich sind Sie aber nicht so froh, denn jetzt müssten Sie das nämlich lesen und sich mit den Argumenten auseinandersetzen, die dort auch zu finden sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Hübner: Meine Güte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind in einer Zwickmühle!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege Kogler, so leicht geht das nicht! Nein, nein, ihr seid jetzt am Zug. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind in einer Zwickmühle!) Ihr seid jetzt in einer echten Zwickmühle. (Abg. Mag. Steinhauser: Nein!)
Abg. Mag. Steinhauser: Nein!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Kollege Kogler, so leicht geht das nicht! Nein, nein, ihr seid jetzt am Zug. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind in einer Zwickmühle!) Ihr seid jetzt in einer echten Zwickmühle. (Abg. Mag. Steinhauser: Nein!)
Abg. Mag. Steinhauser: Macht das ihr, Kollege! – Weitere Zwischenrufe.
Die Bevölkerung kann nur dann über dieses Problem, nämlich weiteres Engagement Österreichs für die Griechenland-Hilfe, entscheiden, wenn ihr bereit seid, der Koalition die Bedingung zu diktieren, dass sie zumindest eines dieser Gesetze als Verfassungsgesetz dem Haus vorlegen muss. (Abg. Mag. Steinhauser: Macht das ihr, Kollege! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Steinhauser: ... das jetzt von uns? Macht es selbst!
Wir haben gesagt, dass wir eine Volksabstimmung wollen. (Abg. Mag. Steinhauser: ... das jetzt von uns? Macht es selbst!) Du, entschuldige, wir können gern damit anfangen, nachzurechnen, wieso die Koalition keine Zweidrittelmehrheit hat, ob die Koalition mit euch eine Zweidrittelmehrheit hat, ob sie mit uns eine hat – mit uns hätte sie eine, aber sie bekommt sie nicht, weil wir gesagt haben: Wir spielen hier nicht mit! Wir werden deswegen heute auch der Fristsetzung nicht zustimmen. Die FPÖ sagt auch: Wir machen hier nicht mit!
Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!
Die Grünen haben als Einzige gesagt: Ja, wir wollen vielleicht doch noch mitmachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!) Daher versucht jetzt Kollege Kogler, herauszuarbeiten, was die großen Erfolge inhaltlicher Natur und die Verbesserungen sind, die mit dieser Vorlage beschlossen werden sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!) Ja, ja, es geht bei diesem Problem darum (Abg.
Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!
Die Grünen haben als Einzige gesagt: Ja, wir wollen vielleicht doch noch mitmachen! (Abg. Ing. Westenthaler: Also mitzocken!) Daher versucht jetzt Kollege Kogler, herauszuarbeiten, was die großen Erfolge inhaltlicher Natur und die Verbesserungen sind, die mit dieser Vorlage beschlossen werden sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir reden da von Fristsetzung!) Ja, ja, es geht bei diesem Problem darum (Abg.
Abg. Mag. Kogler: Das ist alles einfache Mehrheit!
Mag. Kogler: Zu Recht!) – und daher hat die Koalition eine Fristsetzung beantragt –, dass möglichst rasch mit eurer Unterstützung die notwendigen Voraussetzungen rechtlicher Natur geschaffen werden sollen, dass man weiterhin in Griechenland Geld versenken kann. (Abg. Mag. Kogler: Das ist alles einfache Mehrheit!) – So, das ist das Faktum! Das heißt, nachdem Blau/Orange gesagt haben: Mit uns nicht!, bleibt also nur Grün übrig. (Heiterkeit des Abg. Mag. Steinhauser.) Ich finde es ja herrlich, dass das bei dir Heiterkeit auslöst. Beim Wähler wird das vielleicht auch Heiterkeit auslösen, wenn ausgerechnet die Grünen, die immer von der Basisdemokratie reden, dann, wenn es darum geht, dass Milliardenbeträge in Griechenland versenkt werden sollen, die österreichische Bevölkerung daran hindern, dass sie darüber mitentscheiden darf, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit des Abg. Mag. Steinhauser.
Mag. Kogler: Zu Recht!) – und daher hat die Koalition eine Fristsetzung beantragt –, dass möglichst rasch mit eurer Unterstützung die notwendigen Voraussetzungen rechtlicher Natur geschaffen werden sollen, dass man weiterhin in Griechenland Geld versenken kann. (Abg. Mag. Kogler: Das ist alles einfache Mehrheit!) – So, das ist das Faktum! Das heißt, nachdem Blau/Orange gesagt haben: Mit uns nicht!, bleibt also nur Grün übrig. (Heiterkeit des Abg. Mag. Steinhauser.) Ich finde es ja herrlich, dass das bei dir Heiterkeit auslöst. Beim Wähler wird das vielleicht auch Heiterkeit auslösen, wenn ausgerechnet die Grünen, die immer von der Basisdemokratie reden, dann, wenn es darum geht, dass Milliardenbeträge in Griechenland versenkt werden sollen, die österreichische Bevölkerung daran hindern, dass sie darüber mitentscheiden darf, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Mag. Kogler: Zu Recht!) – und daher hat die Koalition eine Fristsetzung beantragt –, dass möglichst rasch mit eurer Unterstützung die notwendigen Voraussetzungen rechtlicher Natur geschaffen werden sollen, dass man weiterhin in Griechenland Geld versenken kann. (Abg. Mag. Kogler: Das ist alles einfache Mehrheit!) – So, das ist das Faktum! Das heißt, nachdem Blau/Orange gesagt haben: Mit uns nicht!, bleibt also nur Grün übrig. (Heiterkeit des Abg. Mag. Steinhauser.) Ich finde es ja herrlich, dass das bei dir Heiterkeit auslöst. Beim Wähler wird das vielleicht auch Heiterkeit auslösen, wenn ausgerechnet die Grünen, die immer von der Basisdemokratie reden, dann, wenn es darum geht, dass Milliardenbeträge in Griechenland versenkt werden sollen, die österreichische Bevölkerung daran hindern, dass sie darüber mitentscheiden darf, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht mehr nach Nervosität aus!
Das wird eine interessante Frage sein, und aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht mehr nach Nervosität aus!) Aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus – die Schalmeientöne waren ja heute unüberhörbar, auch der Applaus für die Grünen: für Kollegen Van der Bellen höflicher Applaus von ÖVP und SPÖ, weil man es sich in dieser Frage mit den Grünen nicht verscherzen möchte – auch die entsprechenden Avancen im Hauptausschuss durch den Bundeskanzler waren eindeutig –, weil man hofft, mit eurer Unterstützung dieses Zwei-Drittel-Erfordernis nehmen zu können. (Abg. Mag. Kogler: Die Einzigen ...!)
Abg. Mag. Kogler: Die Einzigen ...!
Das wird eine interessante Frage sein, und aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus. (Abg. Ing. Westenthaler: Das sieht mehr nach Nervosität aus!) Aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus – die Schalmeientöne waren ja heute unüberhörbar, auch der Applaus für die Grünen: für Kollegen Van der Bellen höflicher Applaus von ÖVP und SPÖ, weil man es sich in dieser Frage mit den Grünen nicht verscherzen möchte – auch die entsprechenden Avancen im Hauptausschuss durch den Bundeskanzler waren eindeutig –, weil man hofft, mit eurer Unterstützung dieses Zwei-Drittel-Erfordernis nehmen zu können. (Abg. Mag. Kogler: Die Einzigen ...!)
Beifall beim BZÖ.
Fazit: Die Grünen entscheiden mit ihrem Verhalten, ob die österreichische Bevölkerung mitentscheiden darf oder nicht. Da geht es gar nicht um die Frage, wie man inhaltlich dazu steht. Ihr habt es in der Hand, ob da über die Bevölkerung drübergefahren wird oder nicht! Aus dieser Ziehung lassen wir euch nicht heraus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: Da gibt es wieder Verhandlungen!
Wir stimmen der Fristsetzung heute nicht zu; ihr werdet zustimmen. Ihr habt auch diesen Entschließungsantrag mit abgelehnt – ich halte das für bemerkenswert. Es wird am Schluss für euch nicht angenehm sein, wenn es heißt (Abg. Mag. Steinhauser: Da gibt es wieder Verhandlungen!): Milliarden versenkt, Regierung verantwortlich, Minister zurückgetreten – aber Grüne haben für alles die Räuberleiter gemacht! Das wird dann für euch nicht sehr angenehm sein. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir stimmen der Fristsetzung heute nicht zu; ihr werdet zustimmen. Ihr habt auch diesen Entschließungsantrag mit abgelehnt – ich halte das für bemerkenswert. Es wird am Schluss für euch nicht angenehm sein, wenn es heißt (Abg. Mag. Steinhauser: Da gibt es wieder Verhandlungen!): Milliarden versenkt, Regierung verantwortlich, Minister zurückgetreten – aber Grüne haben für alles die Räuberleiter gemacht! Das wird dann für euch nicht sehr angenehm sein. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Der Abgeordnete Stadler will die Verfassung und die Geschäftsordnung nicht kennen!
Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Mag. Kogler: Der Abgeordnete Stadler will die Verfassung und die Geschäftsordnung nicht kennen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!
Es ist hiezu namentliche Abstimmung verlangt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sehr gut!) Zur Vorbereitung dieser Abstimmung unterbreche ich kurz die Sitzung. Ich bitte, auf den Plätzen zu bleiben.
Über Namensaufruf durch den Schriftführer Zanger und die Schriftführerin Mag. Lohfeyer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch den Schriftführer Zanger und die Schriftführerin Mag. Lohfeyer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Volksanwaltschaft prüft nicht nur Einzelfälle, sondern betrachtet auch Systemfehler. Damit unterstützt sie uns bei unserer Arbeit. Ich möchte mich bei allen Damen und Herren der Volksanwaltschaft recht herzlich für ihre Arbeit bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
konsequent im Interesse der Bürgerinnen und Bürger fortzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer – winkend –: Hallo!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme aus einem Bezirk – aus dem Bezirk Hollabrunn, einem ÖVP-dominierten Bezirk –, der ein Bezirk mit sehr vielen Pendlern ist, weil die ÖVP es schon seit Jahrzehnten nicht schafft, dort Arbeitsplätze zu schaffen. Somit muss ein großer Teil der Bevölkerung täglich auspendeln. Das ist wirklich bezeichnend. Ich würde es ja gern in die Reihen der ÖVP-Bürgermeister hinein sagen, aber die haben anscheinend etwas Besseres zu tun, sind jetzt hier im Plenarsaal nicht anwesend. Wahrscheinlich ist das Interesse am Volksanwaltschaftsbericht nicht sonderlich groß. (Abg. Mag. Donnerbauer – winkend –: Hallo!) – Kollege Donnerbauer, Bürgermeister der kleinsten Stadt, ist da. Das ist sehr erfreulich.
Beifall bei der FPÖ.
Man könnte da nämlich schon etwas machen. Wenn Kollege Donnerbauer wieder einmal zum Landeshauptmann pilgert, dann kann er vielleicht mitnehmen, dass es wirklich eine Zumutung für die Bevölkerung, grotesk und fast eine Schande ist – vier Bundesländer in Österreich werden Schwarz und vier Bundesländer Rot regiert –, dass man es beispielsweise nicht schafft, mit Wien eine Vereinbarung zu treffen, damit die Pendler – die niederösterreichischen Pendler, die ohnehin schon doppelt und dreifach belastet werden und viel ihrer Freizeit im Zug verbringen – in den Genuss des verpflichtenden Gratiskindergartenjahres kommen. Das ist wirklich nicht nachzuvollziehen, nicht zu verstehen. Natürlich sagt da die Bevölkerung mit Recht: Diese Bundesregierung und diese Vorgangsweise sind eine Zumutung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei der ÖVP wissen wir das ohnehin schon. Die haben sich schon lange davon verabschiedet, und auch die SPÖ kann sich nicht sonderlich als Familienpartei beweisen. Das ist schade. Wir Freiheitlichen werden das natürlich vorantreiben. Wir werden immer wieder versuchen, in die Medien zu spielen, dass das für die Bevölkerung eine Zumutung ist. Pendler gehören entlastet, auch finanziell. Sie sind zeitlich, freizeitmäßig und finanziell belastet, und wir Freiheitlichen, das kann man mit ruhigem Gewissen sagen, sind in diesem Haus die einzige noch verbleibende Familienpartei. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, Kindergesundheit geht uns alle an. Junge Menschen brauchen Begleitung, Ermutigung, Arbeitsplätze und bestmögliche Bildung und Ausbildung, um gegen Arbeitslosigkeit und Armut gerüstet zu sein. Viele präventive Schritte sind nötig, an denen mit Nachdruck zu arbeiten ist. Die VolksanwältInnen tragen maßgeblich dazu bei, aufzuzeigen, wo dringend Veränderungen notwendig sind, und geben uns dafür auch wichtige legistische Empfehlungen. – Danke dafür den VolksanwältInnen und allen MitarbeiterInnen in der Volksanwaltschaft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, geschätztes Hohes Haus, auch ich möchte mich dem Dank an die Volksanwaltschaft für die gute Zusammenarbeit und für ihre Tätigkeit anschließen und weiterhin viel Erfolg wünschen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Das zweite Beispiel ist ein Iraker, der seit sechs Jahren als Flüchtling anerkannt und zu 50 Prozent behindert ist. Er bezieht Pflegegeld. Sein Einkommen besteht aus Sozialhilfe, Pflegegeld und Wohnbeihilfe. Aufgrund der Vorschriften kann er deswegen die Staatsbürgerschaft nicht beantragen. – Genau. Da muss man den Kopf schütteln. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich ersuche dringend, dass wir uns das in der nächsten Zeit vornehmen und lösen. Ich glaube, es kann niemand hier im Haus meinen, dass das die Absicht ist, niemand. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist überhaupt nicht wahr!
Kollegin Höllerer, ich kann Ihnen bestätigen, unsere Bauern sind wirklich verunsichert. Es traut sich im Moment kaum ein Bauer in einen neuen Stall zu investieren, weil kein Schweinebauer weiß, wie es aussehen soll. Schuld sind aber nicht die Tierschützer, schuld ist der Landwirtschaftsminister Berlakovich, der seit acht Monaten nicht bereit ist, zu verhandeln. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist überhaupt nicht wahr!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Gaßner – in Richtung ÖVP –: Das habt ihr jetzt davon! Bleibt bei der Wahrheit!
Meine Damen und Herren, entweder wird dann der Tierschutz verlieren oder unsere Bauern verlieren in kürzester Zeit ihre Existenzgrundlage. Dann können sie sich aber beim Herrn Landwirtschaftsminister Berlakovich bedanken! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Gaßner – in Richtung ÖVP –: Das habt ihr jetzt davon! Bleibt bei der Wahrheit!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Dann haben sie die Voraussetzungen nicht erfüllt!
Ich nehme noch einmal ein Beispiel aus dem Agrarbereich heraus, das auch in diesem Bericht zu finden ist. Zu Recht ist im Jahr 2010 von vielen Bäuerinnen und Bauern beanstandet worden, dass sie ihre Zahlungen nicht bekommen haben. 4 500 Bäuerinnen und Bauern wurden ohne Förderungen im Regen stehen gelassen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Dann haben sie die Voraussetzungen nicht erfüllt!) Und es steht auch wörtlich drinnen: „Die Information der Betroffenen durch die AMA erwies sich als mangelhaft.“
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Das war also eindeutig ein Fehler, ein Mangel. Außerdem hat Minister Berlakovich in der Umsetzung von EU-Recht in diesem Punkt auf der ganzen Linie versagt. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Das ist nicht der einzige Fall. Wie man sieht, weigert
Beifall bei den Grünen.
er sich auch bei der Tierhaltungsfrage einfach, die Gespräche zu führen, Kollege Grillitsch. Es geht doch nicht an, dass ein Landwirtschaftsminister bestehende Gesetze nicht ernst nimmt. Das ist nicht zu akzeptieren, werte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP. So geht es nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Nehmen wir den Bericht ernst! Versuchen wir, die guten Vorschläge der Volksanwaltschaft auch konkret zu unterstützen! Daher hat mein Kollege Zinggl heute den Antrag eingebracht, nichts anderes als die bestehende Gesetzeslage endlich zu berücksichtigen und die Tierhaltungsverordnung anzupassen. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Abg. Grillitsch: Na, gratuliere!
Es liegt also an den Regierungsparteien, insbesondere an der ÖVP, diese Gesprächsbereitschaft endlich zu signalisieren. Wir werden unseren Beitrag leisten. Ich erwarte von den Abgeordneten hier im Haus, dass sie sich hinter diese Feststellung der Volksanwaltschaft stellen. Es geht um nichts anderes, als den gesetzeskonformen Zustand herzustellen. Über die Sachlage selbst, Frau Kollegin Höllerer, sind wir gerne bereit zu diskutieren. Sie wissen genau, dass es sicher nicht einfach ist (Abg. Grillitsch: Na, gratuliere!), aber wenn man Gespräche verweigert, dann kann auch keine positive Diskussion passieren, dann können auch keine Lösungen entwickelt werden. (Abg. Grillitsch: Gratuliere!)
Abg. Grillitsch: Gratuliere!
Es liegt also an den Regierungsparteien, insbesondere an der ÖVP, diese Gesprächsbereitschaft endlich zu signalisieren. Wir werden unseren Beitrag leisten. Ich erwarte von den Abgeordneten hier im Haus, dass sie sich hinter diese Feststellung der Volksanwaltschaft stellen. Es geht um nichts anderes, als den gesetzeskonformen Zustand herzustellen. Über die Sachlage selbst, Frau Kollegin Höllerer, sind wir gerne bereit zu diskutieren. Sie wissen genau, dass es sicher nicht einfach ist (Abg. Grillitsch: Na, gratuliere!), aber wenn man Gespräche verweigert, dann kann auch keine positive Diskussion passieren, dann können auch keine Lösungen entwickelt werden. (Abg. Grillitsch: Gratuliere!)
Abg. Grillitsch: Was hast du vor den Bauern in Linz gesagt? Sag das auch einmal!
Dafür werden wir uns einsetzen, Herr Kollege Grillitsch. (Abg. Grillitsch: Was hast du vor den Bauern in Linz gesagt? Sag das auch einmal!) – Ich habe gesagt, wir werden uns für Übergangsregelungen einsetzen, und das werden wir bei den konkreten Verhandlungen auch. Darauf können Sie sich verlassen. Aber wenn man Gespräche nicht führt, dann kann man auch keine Lösungen entwickeln. Das ist die Sache.
Beifall bei den Grünen.
Daher ersuche ich alle hier im Haus, unseren Antrag heute zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Debatten zu anderen Materien im Herbst ins Haus. – Danke schön. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe hier einen Ordner (der Redner hält einen weißen Ordner in die Höhe) mit 22 000 Unterschriften, gesammelt von einer Bürgerinitiative, die sich vom Burgenland bis nach Vorarlberg dafür eingesetzt hat, dass die Menschen in Südtirol eine zweite Staatsbürgerschaft – die österreichische, zur italienischen dazu – bekommen. Ich bin stolz darauf, dass es Menschen gibt, die sich heute für solche Ideale einsetzen. Ich danke ihnen von hier aus, vom österreichischen Parlament, auch für dieses Engagement ganz, ganz herzlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn § 100 Abs. 4 ganz eindeutig aussagt, dass diese Unterschriften in der Parlamentsdirektion abzugeben und in der Folge an den Petitions- und Bürgerinitiativenausschuss weiterzuleiten sind, dann ist das auch so. Das ist keine Kann-Bestimmung, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratie und Frau Präsidentin Prammer. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, und ich ersuche, diese Vorgänge abzustellen! Ich ersuche auch, dies zum Gegenstand einer Präsidiale zu machen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Bürgerinitiative!
Abgeordnete Mag. Rosa Lohfeyer (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Neubauer, ich kann jetzt nicht dazu Stellung nehmen, denn die Petition ist im Ausschuss eingelangt (Abg. Neubauer: Bürgerinitiative!) – oder Bürgerinitiative, Entschuldigung –, und dort haben wir sie ordnungsgemäß behandelt. Zu dem, was vorher war, kann ich wirklich nicht Stellung nehmen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.
Zahlreiche Beispiele zeigen, dass der zunehmende Wunsch der Bevölkerung, sich an politischen Geschehnissen zu beteiligen, durchaus vorhanden ist. Dieser Entwicklung wird im Ausschuss mit mehr Hearings, Aussprachen, Einladungen von Einreichern und Einreicherinnen und mit mehr Ausschussterminen Rechnung getragen. Es ist erfreulich, dass sich alle Fraktionen darüber einig sind, dass Petitionen und Bürgerinitiativen wichtige demokratiepolitische Instrumente sind und der Ausschuss weiter an Bedeutung und Bekanntheit gewinnen soll. Ich sehe daher mit Motivation und Spannung einem weiteren Sitzungsjahr entgegen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Huber: Und an der Ausschussführung!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Die Kollegin Lohfeyer hat hier zu Recht die Bedeutung, die notwendige Aufwertung der Fragestellung Bürgerbeteiligung, Bürgerinitiativen, Petitionen angesprochen. Ich muss sagen, wir haben ein ganz konstruktives Arbeitsklima. Das möchte ich auch positiv hervorheben, weil das ja nicht in jedem Ausschuss gegeben ist. Es liegt einfach auch am guten Willen und an der Bereitschaft der Abgeordneten, ein bisschen etwas weiterzubringen. (Abg. Huber: Und an der Ausschussführung!) – Natürlich auch an der Ausschussführung, keine Frage. Es geht um jeden einzelnen Abgeordneten und natürlich um die Fraktionssprecher, sonst lässt sich keine konstruktive Arbeit gestalten.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Schenk.
Darüber hinaus bin ich trotzdem überzeugt, dass wir auch in der Geschäftsordnung, wenn wir das einmal eingeführt haben, wenn es gut funktioniert, sehen werden, dass wir das weiter ausbauen müssen, dass wir die Beteiligung und die Möglichkeiten der direkten Demokratie auch in Österreich weiter stärken müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Schenk.)
Beifall bei der ÖVP.
gungen abstecken und werden dann schauen, was zum Schluss politisch machbar und umsetzbar ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Brunner: Ihre eigenen Petitionen!
Wir alle von der Opposition haben aber auch Verständnis, wenn sich Abgeordnete der Regierungsparteien in der eigenen Partei nicht durchsetzen können und den Weg über das Parlament suchen. Wir werden sie dabei auch künftig gerne unterstützen. Nur müssen diese Abgeordneten, wenn es hier Anträge gibt, die in diesem Sinne dann abgestimmt werden (Abg. Mag. Brunner: Ihre eigenen Petitionen!), auch den Mut haben, aus diesem Fraktionszwang auszubrechen und mit der Opposition mitzustimmen. Denn: Man kann nicht einerseits sagen, bitte helft uns, und auf der anderen Seite, wenn man ihnen Hilfe anbietet, das dann wegen des Fraktionszwangs niederstimmen. (Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen.
Wir alle von der Opposition haben aber auch Verständnis, wenn sich Abgeordnete der Regierungsparteien in der eigenen Partei nicht durchsetzen können und den Weg über das Parlament suchen. Wir werden sie dabei auch künftig gerne unterstützen. Nur müssen diese Abgeordneten, wenn es hier Anträge gibt, die in diesem Sinne dann abgestimmt werden (Abg. Mag. Brunner: Ihre eigenen Petitionen!), auch den Mut haben, aus diesem Fraktionszwang auszubrechen und mit der Opposition mitzustimmen. Denn: Man kann nicht einerseits sagen, bitte helft uns, und auf der anderen Seite, wenn man ihnen Hilfe anbietet, das dann wegen des Fraktionszwangs niederstimmen. (Beifall bei FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne: Wir helfen gerne, aber dann müssen Sie auch ein bisschen mehr Mut haben, mit der Opposition mitzustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
2010 hatten wir drei Sitzungen, 2011 haben wir jetzt insgesamt fünf Sitzungen und eine Fülle von Tagesordnungspunkten. Anfang 2010 hatten wir durchschnittlich 16 Tagesordnungspunkte, Anfang 2011 hatten wir rund 30 Tagesordnungspunkte und jetzt, obwohl wir mehr Sitzungen haben, hatten wir in der letzten Sitzung 52 Tagesordnungspunkte. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Wie werden sie angepasst? Hier ist wesentlich mehr zu tun, und die Menschen spüren das. Hier ist absoluter Handlungsbedarf. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Brunner und Dr. Pirklhuber.
Da gibt es immer noch einen großen Unterschied zwischen Opposition und Regierungsparteien, und ich glaube – abgesehen davon, dass niemandem ein Stein aus der Krone fällt –, wir könnten dort die Themen wirklich auch fachlich gut diskutieren und die Menschen, die diese Initiativen einbringen, spüren lassen, dass diese keine Durchläufer sind, weil wir zwar ihre Anliegen annehmen, sie hier ein bisschen diskutieren und das ist es dann, sondern dass wir uns ganz ernsthaft mit ihren Problemen befassen und auseinandersetzen. (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Brunner und Dr. Pirklhuber.)
Beifall beim BZÖ
Da dürfen wir uns nicht nur mit einer Stellungnahme des Innenministeriums abfinden (Beifall beim BZÖ), das richtigerweise sagt: Die derzeitige Rechtslage macht es nicht möglich. Daher muss im Außenpolitischen Ausschuss – Kollege Gahr hat in diese Richtung gesprochen – im Sinne unserer Südtiroler Landsleute in dieser Angelegenheit eine mögliche Lösung gefunden werden.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen .
Dafür bedanke ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen des Ausschusses. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen .)
Beifall bei den Grünen.
Ein Plastiksackerl kann man leicht ersetzen und es ist das Symbol unserer Wegwerfgesellschaft. Ich finde, es wäre ein erster wichtiger Schritt in Richtung Abfallvermeidung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden trotzdem hier weiter dranbleiben und uns auch für das Plastiksackerlverbot einsetzen. Deswegen schließe ich mit den Worten: Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Dr. Pirklhuber.
Es liegt eigentlich an uns selbst – das haben die drei Jahre gezeigt –, wie wir diesen Ausschuss gestalten, wie wir für die Bürgerinnen und Bürger etwas weiterbringen wollen. Ich glaube, wir sind am richtigen Weg, wir sollten ihn auch in dieser Form weitergehen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Dr. Pirklhuber.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist nicht wahr!
Was mir ein wenig aufstößt – das zieht sich aber wie ein roter Faden durch dieses Haus –, das ist einfach diese Verweigerung und diese Untätigkeit unserer zwei Regierungsparteien. Wenn es um Pensionserhöhungen geht, wenn es um die Jugendlichen und Familien und um soziale Themen geht, wird dieses politische Engagement der Bürgerinnen und Bürger einfach abgeschmettert, kaltschnäuzig abgeschmettert (Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist nicht wahr!), weil wir – und das sehe ich jetzt das letzte halbe Jahr schon – eigentlich nicht mehr für unsere Bürger arbeiten, sondern nur mehr über Rettungsschirme diskutieren und wie wir unser Geld bestmöglich und sparsamst in Europa verteilen sollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was mir ein wenig aufstößt – das zieht sich aber wie ein roter Faden durch dieses Haus –, das ist einfach diese Verweigerung und diese Untätigkeit unserer zwei Regierungsparteien. Wenn es um Pensionserhöhungen geht, wenn es um die Jugendlichen und Familien und um soziale Themen geht, wird dieses politische Engagement der Bürgerinnen und Bürger einfach abgeschmettert, kaltschnäuzig abgeschmettert (Abg. Königsberger-Ludwig: Das ist nicht wahr!), weil wir – und das sehe ich jetzt das letzte halbe Jahr schon – eigentlich nicht mehr für unsere Bürger arbeiten, sondern nur mehr über Rettungsschirme diskutieren und wie wir unser Geld bestmöglich und sparsamst in Europa verteilen sollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Plenum dann einfach entsorgen. Das sollte sich in Zukunft hoffentlich ändern, das sollte besser werden. Wenn die Regierungsparteien einfach nicht mehr gewillt sind zu arbeiten, dann sollen sie irgendwann am Ende des Tages auch so mutig sein, den Weg für Neuwahlen frei zu machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, wir in Kärnten nehmen diese Herausforderung an und wir tun auch etwas für die Bürger, um diese Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Wenn heute Villach und Klagenfurt die einzigen Cybercities Österreichs sind, wo 30 Megabit pro Sekunde in jedem Haushalt zur Verfügung stehen, dann ist das ein Vorzeigeprojekt aus Kärnten. Sehr geehrter ÖVP-Klub, wir stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die Umsetzung der Breitbandinitiative Österreich geht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Dass das in Niederösterreich möglich ist?! Wer ist da der Landeshauptmann?
Die Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger von Grafenegg sagen: Wir leben in Schilda. (Abg. Kickl: Dass das in Niederösterreich möglich ist?! Wer ist da der Landeshauptmann?) Einerseits gibt es im Zentrum der Gemeinde eine gut funktionierende, gut eingeführte Ordination, die zu verwaisen droht, andererseits gibt es einen Bauplatz, der 2 Kilometer davon entfernt ist, wo es eine Hausapotheke gibt, sozusagen auf der grünen Wiese. Das versteht in Wirklichkeit kein Mensch mehr.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bedanke mich bei allen, die so engagiert daran gearbeitet haben, auch bei den Fraktionsvorsitzenden, denn alle haben diese Idee mitgetragen. Es ist eine moderne, zeitgemäße Weiterentwicklung des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen. Ich habe heute schon einmal gesagt, die direkte Demokratie geht online. Ganz so ist es nicht, das weiß ich, sinngemäß stimmt es nicht, aber es ist ein Wunschgedanke von mir, und ich hoffe, dass sich das in diesem Sinne weiter ausbauen lässt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir können aber diesem Sammelbericht dennoch nicht zustimmen – und ich komme mir da sehr oft vor wie eine tibetanische Gebetsmühle –, denn ich lobe einerseits die Vorsitzführung, andererseits muss ich aber doch immer wieder kritisieren, dass von den Regierungsparteien nicht die entsprechenden Reaktionen kommen, dass insbesondere Petitionen und Bürgerinitiativen der Opposition eben nicht so behandelt werden, wie wir uns das vorstellen, dass sie relativ oft nur zur Kenntnisnahme geführt werden. Und Kenntnisnahme, auch wenn das von den Regierungsparteien immer wieder so eingeführt wird und gesagt wird, ist – und da bin ich fest davon überzeugt – ein „Begräbnis erster Klasse“. Denn: Was passiert denn schon? – Sie wird im Petitionsausschuss zur Kenntnis genommen, aber letztendlich herrschen hier im Plenum dieselben Verhältnisse, dieselben Mehrheitsverhältnisse. Also was soll sich dann hier ändern, was soll da geschehen? Es wird sich dem leider so entledigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Schluss möchte ich noch einmal die Frage von Volksanwältin Brinek aufnehmen: Ist es besser, wenn – und ich lege das jetzt um auf den Petitionsausschuss – viele Petitionen und Bürgerinitiativen bei uns einlangen, oder wäre es besser und würde es von einem besseren politischen Klima in diesem Land zeugen, würden weniger Bürgerinitiativen und weniger Petitionen einlangen und die Bürger dann mehr mit dem politischen Klima in diesem Land zufrieden sein? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Heute sind schon sehr viele lobende Worte über diesen Ausschuss gefallen, und ich glaube, das hängt sehr mit der Führung zusammen. Deshalb sollten wir alle einmal Ursula Haubner gratulieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Aber wenn wir heute auch über Südtirol reden – und das müssen wir –, dann muss ich schon sagen, dass die ÖVP da nicht Fisch und nicht Fleisch ist. Die Südtiroler haben es wirklich satt, dass das offizielle Österreich ihre Anliegen negiert und einfach nicht reagiert. Wir sollten uns nicht nur über die doppelte Staatsbürgerschaft unterhalten und einmal rechtliche Voraussetzungen dafür schaffen, sondern es geht auch um die Verankerung der Schutzmachtfunktion Österreichs in unserer Verfassung. Das könnte man in einer Präambel oder direkt in der Verfassung festschreiben. Aber heuer im Sommer hat der Außenminister und Vizekanzler in Südtirol gesagt, eine Änderung der Verfassung steht auf keinen Fall an. Für die doppelte Staatsbürgerschaft haben immerhin 22 000 Tiroler unterschrieben. Diese 22 000 Tiroler haben sich sicher etwas gedacht, diese Unterschriften muss man respektieren. Man darf eines nicht vergessen: 1919 wurde Südtirol an Italien angeschlossen, 1922 sind ungefähr 400 000 Menschen zwangsitalienisiert worden. Diese Leute und ihre Nachfahren haben sehr wohl ein Recht auf die doppelte Staatsbürgerschaft! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Kickl: Na, na! Nein!
Als Südtirol-Sprecher des BZÖ – und mir kommt es so vor, dass ich überhaupt der Einzige bin, der sich hier für die Anliegen der Tiroler einsetzt (Abg. Kickl: Na, na! Nein!) – muss ich schon eines festhalten: Es gibt heute schon Millionen doppelte Staatsbürgerschaften in Europa. Kollege Gahr spricht davon, dass das große Schwierigkeiten mit sich bringt und rechtlich nicht möglich ist. Bitte, diese rechtlichen Möglichkeiten müssen wir als Nationalratsabgeordnete schaffen, dafür sind wir da. In der Praxis gibt es heute schon sehr viele, die die doppelte Staatsbürgerschaft haben. Es gibt zum Beispiel viele Ehen, bei denen der Gatte ein Tiroler und die Frau eine Südtirolerin ist. Ihre Kinder haben, wenn sie in Südtirol geboren wurden, die doppelte Staatsbürgerschaft. Diese Kinder haben zwei Pässe, aber beide Verwaltungen wissen nichts voneinander. Man sagt, das gibt es nicht, aber das gibt es. Es kann doch nicht der Fall sein, dass man diesen Leuten die Staatsbürgerschaft – vorausgesetzt, sie selbst wollen sie haben – verwehrt.
Abg. Gahr: Hallo, hallo! Ein bisschen mehr Respekt!
Ich glaube auch, dass das ein richtiges Signal in Richtung Europa wäre. Das wäre eine europäische Lösung, denn die doppelte Staatsbürgerschaft muss in der Verfassung verankert werden, wie eben auch die Schutzmachtfunktion. Die Menschen in Südtirol und auch in Nordtirol sind von Wien und Innsbruck wirklich enttäuscht. Sie haben es satt, die Plattitüden eines Platter und eines Spindelegger zu hören, sie haben es wirklich satt bis oben hinauf. (Abg. Gahr: Hallo, hallo! Ein bisschen mehr Respekt!)
Beifall beim BZÖ.
Wenn es nicht so ist, dass man diese Bürgerinitiative ernst nimmt, wenn man die im Ausschuss nicht angreift, und wenn man sich nicht wirklich der Anliegen dieser Österreicherinnen und Österreicher annimmt, dann ist das sehr traurig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das Nächste, worüber man dringend sprechen muss, ist, dass die ÖVP heute offiziell sagt, dass die Brennergrenze keine Unrechtsgrenze ist. Das ist einfach sagenhaft. Da müssen wir alle zusammenhalten, denn diese Grenze wird von allen Tirolern – heute noch, nach wie vor, auch von der jungen Generation – als Unrecht empfunden. Niemand spricht davon, auch nicht Dr. Wolfgang Schüssel letztes Mal im Ausschuss – jetzt ist er ja nicht mehr da. Das ist offenbar keine Unrechtsgrenze mehr, niemand empfindet sie als solche; wir sind ja in der großen, schönen EU, jeder hat die Reisefreiheit. – Das kann es nicht sein. Auch diese Dinge gehören in der Verfassung berücksichtigt, und das darf nie vergessen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Kein einziger Österreicher hat es sich 1919 ausgesucht, Italiener zu werden, kein einziger! Sehr viele mussten auswandern. Die, die geblieben sind, haben das Anrecht auf die doppelte Staatsbürgerschaft. Wir vom BZÖ werden schauen, dass sie sie bekommen. Und vor allem werden wir diese 21 000 Tiroler Unterschriften mit Respekt behandeln – und nicht so wie die ÖVP schauen, dass sie irgendwo versanden! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Sie waren, glaube ich, nicht dabei, als ...!
diskutieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Sie waren, glaube ich, nicht dabei, als ...!) – Ich bin im Ausschuss immer dabei und ich denke, dass wir wirklich gut diskutieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir auch einstimmig so angenommen!
Was die Petition von Kollegin Hagenhofer anlangt, ist meiner Meinung nach sehr gut von Bundesminister Hundstorfer begründet worden, dass die Ängste, die die Einbringer gehabt haben, unberechtigt sind. Deswegen kann man sie beruhigt zur Kenntnis nehmen, davon bin ich wirklich zu 100 Prozent überzeugt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir auch einstimmig so angenommen!)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Pirklhuber, du hast noch die Petition „Kein Sparen bei Kindern, Jugendlichen, Familien und Sozialem“ angesprochen. Ich bin ganz deiner Meinung. Ich bin auch hundertprozentig sicher, dass uns alle die Anliegen dieser Petition in den politischen Diskussionen noch lange begleiten werden, weil ich davon überzeugt bin, dass die Gerechtigkeitsfrage, die in dieser Petition angesprochen wird, eine ist, die uns sehr zu beschäftigen hat. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann weiß man, dass nur 1 Prozent der Bevölkerung ein Drittel des Vermögens besitzt, dass Vermögenssteuern in Österreich nur 0,5 Prozent des BIP ausmachen – zum Vergleich: In Frankreich sind es 3,4 Prozent, in der Schweiz 2,2 Prozent. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass uns diese Petition, auch wenn sie heute zur Kenntnis genommen wird, noch viel beschäftigen wird. Die Einbringer haben in uns, in der Sozialdemokratie, wirklich starke Partnerinnen und Partner. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Deine Vorgängerin möchte unbedingt wieder zurück ins Plenum!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ich möchte jetzt nicht viel wiederholen, was meine Vorredner gesagt haben. Ich bin erst seit Kurzem im Petitions- und Bürgerinitiativen-Ausschuss. (Abg. Mag. Stadler: Deine Vorgängerin möchte unbedingt wieder zurück ins Plenum!) Frau Kollegin Haubner, ich muss sagen, dieses Lob an Sie als Vorsitzende kam nicht umsonst: Sie haben eine ruhige Vorsitzführung, es kommt mir fast so vor wie im Tourismusausschuss, es ist sehr harmonisch. Das ist nicht in jedem Ausschuss so.
Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!
Kurz zu den Grünen: Sie haben gesagt, Sie können heute hier nicht mitgehen aufgrund der Petition (Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!) zu den Plastiksackerln. Darüber wurde klar diskutiert, und Sie kennen den Grund, warum es so ist. Wir wissen, dass es eine europaweite Regelung geben sollte. Wir haben daher gesagt, wir werden jetzt in Österreich nicht vorpreschen, wenn vonseiten der EU eine allgemeine Regelung kommen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!) Wie gesagt, es wurde ernst genommen, wir haben klar diskutiert, und es hat eine klare Begründung gegeben, warum es abgelehnt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!
Kurz zu den Grünen: Sie haben gesagt, Sie können heute hier nicht mitgehen aufgrund der Petition (Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!) zu den Plastiksackerln. Darüber wurde klar diskutiert, und Sie kennen den Grund, warum es so ist. Wir wissen, dass es eine europaweite Regelung geben sollte. Wir haben daher gesagt, wir werden jetzt in Österreich nicht vorpreschen, wenn vonseiten der EU eine allgemeine Regelung kommen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!) Wie gesagt, es wurde ernst genommen, wir haben klar diskutiert, und es hat eine klare Begründung gegeben, warum es abgelehnt wurde.
Beifall bei der ÖVP.
Angesprochen wurde auch die Petition „Kein Sparen bei Kindern, Jugendlichen, Familien und Sozialem“. Gestern haben wir von ÖVP-Seite schon gehört, dass es nächstes Jahr auch etwas in diese Richtung geben wird. Es ist wichtig, dass gewisse Punkte, die scheinbar schon erledigt sind, wieder neu angesprochen werden. Es wird immer neu überdacht, es kommen immer wieder neue Fakten auf den Tisch. Ich bin mir sicher, dass diese Petition in nächster Zeit ihre Erfüllung findet, weil ich glaube, Familie und Jugend ist ein Thema, das in Zukunft auch besser gefördert werden sollte. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Wir wollen Stellungnahmen haben!
Noch eine Anmerkung zur Arbeitsweise: Es kann doch nicht die Aufgabe des Petitionsausschusses sein, einfach nur an Fachausschüsse weiterzudelegieren. Dann könnten wir es gleich der Parlamentsdirektion überlassen, und die Präsidentin des Nationalrates entscheidet: Thema sowieso, Weiterleitung an den Fachausschuss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Wir wollen Stellungnahmen haben!) Wir haben schon die Aufgabe, inhaltlich zu bewerten, Stellungnahmen einzuholen und es dann dem Plenum des Nationalrates zuzuführen. Es ein „Begräbnis erster Klasse“ zu nennen, wenn etwas nach einer Stellungnahme hier im Plenum diskutiert wird, ist ein etwas schloddriger Umgang mit dem Demokratieverständnis. Das will ich vor allem an den Kollegen Vock richten. Ganz im Gegenteil wenden sich die Bürgerinnen und Bürger deshalb an uns, damit wir hier im Plenum des Nationalrates die Anträge debattieren können und dann zu einer Entscheidung kommen. Es steht jedem von uns frei, das auch in Antragsform im jeweiligen Fachausschuss inhaltlich einzubringen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich freue mich vor allem auf das Hearing zum Ausstieg aus der Atomenergie. Das ist ein Zeichen, dass hier großer nationaler Konsens besteht, dass der Atomausstieg, die Energiewende, die die Bundesregierung eingeleitet hat, vom Parlament ernsthaft unterstützt wird und großen Widerhall in der österreichischen Bevölkerung findet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Glaubst du, dass da noch wer zuschaut?!
Abgeordneter Mag. Josef Lettenbichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen! (Abg. Mag. Gaßner: Glaubst du, dass da noch wer zuschaut?!) Hohes Haus! Wir geben hier im Parlament ja immer wieder Bekenntnisse für einen funktionierenden, lebenswerten ländlichen Raum ab, und ich glaube, wenn wir uns schon dazu bekennen, dann müssen wir diesen Worten noch mehr Taten folgen lassen.
Beifall bei der ÖVP.
Deutschland hat sich hier ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt, nämlich bis Ende 2015 eine zumindest 90-prozentige Abdeckung in allen Regionen zu realisieren. In Österreich ist man davon noch sehr weit entfernt, und da ist Frau Bundesministerin Bures aufgerufen, rasch zu handeln. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Auf Fachhochschulen ...!
Abschließend darf ich noch der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass es in Österreich nicht zu einer flächendeckenden, generellen Einführung von Studiengebühren kommt – weder an Fachhochschulen noch an Universitäten. (Rufe bei der ÖVP: Auf Fachhochschulen ...!) Ich denke, dieser Bildungszugang muss auch in Zukunft finanziell barrierefrei sein und darf keine finanzielle Belastung für die mittleren und unteren Einkommensbezieher darstellen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Abschließend darf ich noch der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass es in Österreich nicht zu einer flächendeckenden, generellen Einführung von Studiengebühren kommt – weder an Fachhochschulen noch an Universitäten. (Rufe bei der ÖVP: Auf Fachhochschulen ...!) Ich denke, dieser Bildungszugang muss auch in Zukunft finanziell barrierefrei sein und darf keine finanzielle Belastung für die mittleren und unteren Einkommensbezieher darstellen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend erlauben Sie mir noch, darauf hinzuweisen, dass wir gerade bei den österreichischen Juwelieren, Goldschmieden und Händlern sicher sind, dass die Edelmetall- und Schmuckgegenstände die der Punzierung entsprechenden Anteile enthalten. Nicht immer ist das so – und das versichern mir unsere Juweliere und Goldschmiede immer wieder –, wenn Schmuck international oder im Internet eingekauft wird. Daher appelliere ich an Sie und an die Konsumenten, dass sie nach Möglichkeit bei den österreichischen Goldschmieden, Juwelieren und Händlern ihre Schmuckstücke besorgen. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Ich mache es ganz kurz. Ich glaube, dass es eine richtige Entscheidung ist, diese Tätigkeit aus der Verwaltung auszulagern – hinein in die Zollbehörde. Die Zollbehörden an sich werden dadurch aufgewertet, davon bin ich überzeugt. Ich glaube, dass der Entwicklung der Zollbehörden in Österreich – gefüllt mit neuen hochqualitativen, sehr anspruchsvollen Tätigkeiten – dadurch weiter entsprochen wird. Wir Sozialdemokraten stimmen dem zu. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Länge des Applauses ist umgekehrt proportional zur Länge der Rede! – Abg. Podgorschek – auf dem Weg zum Rednerpult –: Na, da werde ich einen kurzen Applaus haben dann, Herr Kollege Stummvoll!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Podgorschek. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Länge des Applauses ist umgekehrt proportional zur Länge der Rede! – Abg. Podgorschek – auf dem Weg zum Rednerpult –: Na, da werde ich einen kurzen Applaus haben dann, Herr Kollege Stummvoll!)
Ruf bei der ÖVP: In Wien haben wir keine!
In Wirklichkeit geht es – und das müssen sich die Damen und Herren von der ÖVP einfach einmal sagen lassen und verinnerlichen – um eure Machtpositionen, die ihr nicht aufgeben wollt. (Ruf bei der ÖVP: In Wien haben wir keine!) Ich verstehe es ja zum Teil, aber wenn selbst ÖVP-Bürgermeister bei uns im Mühlviertel konkrete Vorschläge machen, dass vier Gemeinden zu einer Stadt zu vereinen wären (Abg. Mag. Gaßner: Drei! Drei!) – drei sind es nur?; die vierte ist dann die Stadt Aist –, und ich dann die Widerstände sehe, die es in der eigenen Partei gibt, dann tut es mir eigentlich leid. (Ruf bei der ÖVP: ... Oberösterreich ...!) – Nein, ihr müsst schon eure Parteikollegen überzeugen.
Abg. Mag. Gaßner: Drei! Drei!
In Wirklichkeit geht es – und das müssen sich die Damen und Herren von der ÖVP einfach einmal sagen lassen und verinnerlichen – um eure Machtpositionen, die ihr nicht aufgeben wollt. (Ruf bei der ÖVP: In Wien haben wir keine!) Ich verstehe es ja zum Teil, aber wenn selbst ÖVP-Bürgermeister bei uns im Mühlviertel konkrete Vorschläge machen, dass vier Gemeinden zu einer Stadt zu vereinen wären (Abg. Mag. Gaßner: Drei! Drei!) – drei sind es nur?; die vierte ist dann die Stadt Aist –, und ich dann die Widerstände sehe, die es in der eigenen Partei gibt, dann tut es mir eigentlich leid. (Ruf bei der ÖVP: ... Oberösterreich ...!) – Nein, ihr müsst schon eure Parteikollegen überzeugen.
Ruf bei der ÖVP: ... Oberösterreich ...!
In Wirklichkeit geht es – und das müssen sich die Damen und Herren von der ÖVP einfach einmal sagen lassen und verinnerlichen – um eure Machtpositionen, die ihr nicht aufgeben wollt. (Ruf bei der ÖVP: In Wien haben wir keine!) Ich verstehe es ja zum Teil, aber wenn selbst ÖVP-Bürgermeister bei uns im Mühlviertel konkrete Vorschläge machen, dass vier Gemeinden zu einer Stadt zu vereinen wären (Abg. Mag. Gaßner: Drei! Drei!) – drei sind es nur?; die vierte ist dann die Stadt Aist –, und ich dann die Widerstände sehe, die es in der eigenen Partei gibt, dann tut es mir eigentlich leid. (Ruf bei der ÖVP: ... Oberösterreich ...!) – Nein, ihr müsst schon eure Parteikollegen überzeugen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche die ÖVP noch einmal, dass sie in diese Richtung endlich Reformbereitschaft zeigt, denn wenn die ÖVP dieses Denken aufrechterhalten hätte, dann wären Hernals und Ottakring wahrscheinlich heute noch eigenständige Gemeinden. Da muss ich sagen, dass Lueger, der große christlich-soziale Bürgermeister von Wien, damals wahrscheinlich fortschrittlich im Vergleich zur heutigen ÖVP war. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ganz kurz zur Ausschusssitzung: Ich glaube, man sollte sich in Zukunft schon etwas überlegen. Wenn so ein Finanzausschuss zusammensitzt und tagt und die ÖVP mit einer vollkommen neuen, mit der Opposition nicht abgestimmten Tagesordnung daherkommt, auf die einfach klammheimlich draufkommt – bezüglich des europäischen Finanzrahmens und der Haftung –, dass die Haftungen von 15 Milliarden € auf 21,6 Milliarden € erhöht werden, dann ist das etwas, das nie mehr vorkommen sollte. Ich glaube, dass die Bundesregierung aufgefordert ist – vor allem die Klubobleute der Regierungsparteien –, dass man die Opposition früh genug einbindet und das mit ihr abstimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zum Abgeordneten Podgorschek: Ich freue mich natürlich, wenn auch Sie als FPÖ in der Steiermark die Reformbemühungen mittragen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir haben es jetzt zustande gebracht, zwei Bezirke zu einem Bezirk zusammenzulegen. Wir sind dabei, eine umfassende Gemeindestrukturreform gemeinsam auszuhandeln. Ich glaube, von Landeshauptmann Voves ist in Sachen Vermögensbesteuerung sehr viel ausgegangen. Da haben wir sehr viel erreicht.
Abg. Steibl: Das werde ich mir aber merken!
Ich hoffe, dass jetzt von Landeshauptmannstellvertreter Schützenhöfer einiges an Reformelan auf die Parlamentsfraktion der ÖVP übergeht (Abg. Steibl: Das werde ich mir aber merken!), damit wir auch da bundesweit – vielleicht bei der Reform der Bezirkshauptmannschaften, von 17 Bezirken hin zu sieben Regionen in der neuen Gemeindestruktur, orientiert auf die Kleinregionen; ich erinnere an das Schützenhöfer-Modell – eine stärkere Konzentration auf die Zentralorte zustande bringen. (Abg. Steibl: Ja, ja! Ob sich die eingliedern lassen, das werden wir uns anschauen!)
Abg. Steibl: Ja, ja! Ob sich die eingliedern lassen, das werden wir uns anschauen!
Ich hoffe, dass jetzt von Landeshauptmannstellvertreter Schützenhöfer einiges an Reformelan auf die Parlamentsfraktion der ÖVP übergeht (Abg. Steibl: Das werde ich mir aber merken!), damit wir auch da bundesweit – vielleicht bei der Reform der Bezirkshauptmannschaften, von 17 Bezirken hin zu sieben Regionen in der neuen Gemeindestruktur, orientiert auf die Kleinregionen; ich erinnere an das Schützenhöfer-Modell – eine stärkere Konzentration auf die Zentralorte zustande bringen. (Abg. Steibl: Ja, ja! Ob sich die eingliedern lassen, das werden wir uns anschauen!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, diesen Part hat Landeshauptmann Voves einnahmenseitig sehr gut angelegt. Wir haben 1,4 Milliarden € mehr im Vermögensbereich umgesetzt – von unserer Fraktion. Sie wollen ja immer sparen und effizienter tätig sein. Nehmen wir uns die Steiermark als Beispiel – Ihren Landeshauptmannstellvertreter –, setzen wir das bundesweit um, und schauen wir, dass wir überall schlanker und effizienter werden, damit wir im Bereich der Bildung, im Bereich des Sozialen, aber gerne auch im Bereich der Wirtschaftsförderung mehr Mittel zur Verfügung haben! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Haben Sie da den Kollegen Krainer auch schon überzeugt? – Gegenruf des Abg. Krainer. – Abg. Steibl: Die Rede werde ich mir merken!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächste Rednerin zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Bayr. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Haben Sie da den Kollegen Krainer auch schon überzeugt? – Gegenruf des Abg. Krainer. – Abg. Steibl: Die Rede werde ich mir merken!)
Zwischenruf bei der ÖVP
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Aufgrund der Finanzkrise steigt unter anderem auch der Goldpreis (Zwischenruf bei der ÖVP), und dieses Edelmetall wird ein begehrteres Gut. Dadurch steigt auch der Druck, mehr davon zu fördern, und dadurch werden auch die Arbeitsbedingungen – überhaupt die Bedingungen, unter denen es gefördert wird – immer schlimmer und schlimmer.
Beifall bei der SPÖ.
Fall ist – zu tun, durchaus auch im Sinne einer gesamtheitlichen und kohärenten Entwicklungspolitik. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ganz kurz nur zu dem Punkt, den die Abgeordnete Bayr angesprochen hat. Ich halte das nicht für direkt in diesem Gesetz regelbar, aber an sich für einen vernünftigen Vorschlag und werde es auch mitnehmen für all jene internationalen Gremien, wo diese Punkte besprochen werden, ob man hier nicht gemäß dem UN-Bericht überlegen kann, solche Dinge einzuführen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Regierungsfraktionen haben mit grüner Mithilfe ja vor zwei Jahren das österreichische Bankgeheimnis über Bord geworfen, ausgehöhlt, aufgeweicht, und diese durch nichts zu rechtfertigende Aushöhlung des österreichischen Bankgeheimnisses ist eine Grundlage für derartige Änderungen dieser Abkommen. Daher werden wir, wiewohl wir natürlich für die Vermeidung der Doppelbesteuerung und für die Verhinderung der Steuerumgehung sind, unserer konsequenten Linie treu bleiben und nicht zustimmen, weil Sie für derartige Beschlüsse, und da werden wir nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, vor zwei Jahren das österreichische Bankgeheimnis über Bord geworfen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Staatssekretär Mag. Schieder spricht mit einem an der Regierungsbank stehenden Abgeordneten
Da der Herr Staatssekretär (Staatssekretär Mag. Schieder spricht mit einem an der Regierungsbank stehenden Abgeordneten) – wenn er sich dankenswerterweise auch Zeit nimmt, der Debatte zu folgen – anwesend ist und auch das Wort „Steuerhinterziehung“ schon gefallen ist, möchte ich Sie, Herr Staatssekretär, schon auf etwas hinweisen. Wenn Sie in den letzten Tagen die Zeitungen gelesen haben, dann haben Sie sicherlich auch mitbekommen, was sich bei der Crédit Suisse, einer Schweizer Großbank, jetzt getan hat. Sie erinnern sich, vor zwei Jahren hatte ein Mitarbeiter der
Beifall bei der FPÖ.
Ich frage Sie daher: Was haben Sie getan? Haben Sie die Crédit Suisse geklagt? Haben Sie diese österreichischen Steuerhinterzieher geklagt, um sie zur Verantwortung zu ziehen? Wie schauen Ihre Verhandlungen mit der Crédit Suisse aus? – Ich bin schon gespannt auf die Beantwortung meiner Anfrage, die ich zu diesem Thema heute eingebracht habe. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir wissen, dass Österreich ein Exportland ist. Wir wissen, wie viele Arbeitsplätze in Österreich vom Export abhängig sind. Deshalb sind diese Richtlinien wichtig zur Sicherung der österreichischen Wirtschaft, zur Sicherung der Arbeitsplätze in Österreich und dass wir weiterhin auch dieses Exportland bleiben können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Bei den restlichen Tagesordnungspunkten, die hier mitverhandelt werden, nämlich die TOPs 6 bis 8, werden wir, da sie uns sehr sinnvoll erscheinen, unsere Zustimmung erteilen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Und Ihnen ins Stammbuch geschrieben: Schließen Sie sich doch da an! (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.) – Sie merken es sich hoffentlich, Herr Dr. Fichtenbauer; so lang ist das nicht.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne: Gute Bestimmungen also – und danke, Herr Staatssekretär, dass infolge der Schnelligkeit dieser Abkommen dieses „Feigenblatt“, das uns da einige vorgehalten haben, wir würden ohnehin nur zwölf abschließen, nicht eingetreten ist, sondern dass wir jetzt wirklich ein breites Netz haben. Vielen Dank für diese Arbeit, die von Ihrem Haus gut gemacht wird. Der Dank gilt da natürlich auch den Beamten, weil das eine extrem schwierige Arbeit ist, die da zu leisten war. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein Vorredner hat mich jetzt dazu veranlasst, ein paar Dinge zum österreichischen Bankwesen zu sagen. Zunächst einmal, meine Damen und Herren: Haben Sie gewusst – beim Kollegen Matznetter bin ich mir da nicht so sicher –, dass Sie sogenannte PEPs sind? Seit gestern, als ich das im Fernsehen gesehen habe, weiß ich das jetzt, aber ich musste mich auch erst erkundigen, was ein PEP ist. Wir alle hier herinnen sind also PEPs. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Hast du gewusst, dass du ein PEP bist? Paula – Emil – Paula. Nicht, dass du es falsch verstehst. (Ruf: PEP, nicht Depp!)
Ruf: PEP, nicht Depp!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein Vorredner hat mich jetzt dazu veranlasst, ein paar Dinge zum österreichischen Bankwesen zu sagen. Zunächst einmal, meine Damen und Herren: Haben Sie gewusst – beim Kollegen Matznetter bin ich mir da nicht so sicher –, dass Sie sogenannte PEPs sind? Seit gestern, als ich das im Fernsehen gesehen habe, weiß ich das jetzt, aber ich musste mich auch erst erkundigen, was ein PEP ist. Wir alle hier herinnen sind also PEPs. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Hast du gewusst, dass du ein PEP bist? Paula – Emil – Paula. Nicht, dass du es falsch verstehst. (Ruf: PEP, nicht Depp!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Diese Raiffeisen-Bank hat aber keinerlei Gründe gesehen, beim Herrn „PEP Strasser“ Geldwäsche zu vermuten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ich repliziere nur auf Sie. Herr Kollege Matznetter, Sie sind mir so wichtig mit dem, was Sie hier so „gescheit“ vortragen, dass ich Ihnen erklären muss, wie es wirklich ist. Das haben Sie nämlich nicht gecheckt. Sie haben dieses Gesetz zwar mitbeschlossen, haben aber das alles nicht überrissen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Diese Raiffeisen-Bank hat aber keinerlei Gründe gesehen, beim Herrn „PEP Strasser“ Geldwäsche zu vermuten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ich repliziere nur auf Sie. Herr Kollege Matznetter, Sie sind mir so wichtig mit dem, was Sie hier so „gescheit“ vortragen, dass ich Ihnen erklären muss, wie es wirklich ist. Das haben Sie nämlich nicht gecheckt. Sie haben dieses Gesetz zwar mitbeschlossen, haben aber das alles nicht überrissen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall beim BZÖ.
wäscherei-Verdachtsmomente gehabt, wo es entsprechende Verdachtsmomente in Millionenhöhe gegeben hätte. Eigenartig! Natürlich, ist klar, rein „zufällig“: Der eine PEP ist nämlich ein schwarzer PEP und der andere PEP ist eben ein oranger PEP, und deswegen ist die Welt halt unterschiedlich, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
So viel zu Ihrem PEP-System, das Sie selber heute hier verteidigen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, genau das sind die Gründe, warum wir Ihnen misstrauen. Das sind die Gründe, warum wir sagen, dass das Machtmissbrauch ist, wie er im Gesetz bereits vorgelegt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich halte es für problematisch, dass das Engagement Österreichs gerade im Justizsystem und im Demokratieaufbau zunehmend reduziert wird. Wir sollten nicht nur auf die Investitionen schauen, sondern auch auf unsere Aufgabe im Zusammenhang mit Demokratie und Justiz im Kosovo. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Den Kosovo halte ich aus mehreren Gründen für wichtig, und zwar deswegen, weil gerade der Balkan, vor unserer Haustür gelegen, ein wichtiger Wirtschaftsraum ist und die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und diesem Raum zu Stabilität in dieser Region beitragen können und dies auch tun. Daher ist das Investitionsschutzabkommen gerade für den Kosovo aufgrund der nachbarschaftlichen Situation sowohl politisch als auch wirtschaftspolitisch wichtig. Es freut mich auch, dass ich Ihren Debattenbeiträgen entnehmen konnte, dass die Mehrheit in diesem Haus den Beschlüssen positiv gegenübersteht. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich bin ja froh, dass in der Steiermark dieses Projekt so gut läuft, Herr Kollege Schickhofer. Ist ja alles bestens. Nur eines – und dagegen verwahre ich mich, solange ich kann –: Das kann nicht erzwungen werden, das muss immer noch Sache der Betroffenen bleiben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In Summe: gut für Wirtschaft und Beschäftigung. Daher werden wir diesem Abkommen zustimmen – und ich darf Sie alle dazu einladen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wünschen würde ich mir allerdings, dass den gleichen Schutz und die gleiche Hilfe auch österreichische Betriebe bekämen, und zwar gerade kleine Betriebe, denn, Kolleginnen und Kollegen, nach dieser schwierigen Sommersaison haben ja gerade die kleinen Gastronomiebetriebe mit enormen Problemen zu kämpfen. Im Moment ist die Stimmung in diesen Betrieben geradezu am Boden. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Eine ganz schlechte Saison haben wir gehabt. Und im Übrigen seit 2009 nur Minuszahlen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Weißt du, warum? – Weil wir seit 2009 einen schwarzen Tourismusreferenten haben; deshalb also nur Minuszahlen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wünschen würde ich mir allerdings, dass den gleichen Schutz und die gleiche Hilfe auch österreichische Betriebe bekämen, und zwar gerade kleine Betriebe, denn, Kolleginnen und Kollegen, nach dieser schwierigen Sommersaison haben ja gerade die kleinen Gastronomiebetriebe mit enormen Problemen zu kämpfen. Im Moment ist die Stimmung in diesen Betrieben geradezu am Boden. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Eine ganz schlechte Saison haben wir gehabt. Und im Übrigen seit 2009 nur Minuszahlen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Weißt du, warum? – Weil wir seit 2009 einen schwarzen Tourismusreferenten haben; deshalb also nur Minuszahlen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der FPÖ.
Wünschen würde ich mir allerdings, dass den gleichen Schutz und die gleiche Hilfe auch österreichische Betriebe bekämen, und zwar gerade kleine Betriebe, denn, Kolleginnen und Kollegen, nach dieser schwierigen Sommersaison haben ja gerade die kleinen Gastronomiebetriebe mit enormen Problemen zu kämpfen. Im Moment ist die Stimmung in diesen Betrieben geradezu am Boden. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) – Eine ganz schlechte Saison haben wir gehabt. Und im Übrigen seit 2009 nur Minuszahlen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Weißt du, warum? – Weil wir seit 2009 einen schwarzen Tourismusreferenten haben; deshalb also nur Minuszahlen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zeigen wir den inländischen Betrieben, dass wir genauso hinter ihnen stehen wie hinter jenen Betrieben, die ins Ausland exportieren! (Beifall bei der FPÖ.)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir eingangs als einem, der mit vielen Kolleginnen und Kollegen über eine sehr lange Zeitspanne in dieser Arbeitsgruppe gesessen ist, mich bei allen Fraktionen zu bedanken (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), denn die Diskussion in dieser Arbeitsgruppe war wirklich zielorientiert, und wir haben, auch wenn es lange gedauert hat, mit einem gemeinsamen Antrag eine einhellige Lösung zustande gebracht.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Ich würde Sie wirklich einladen und bitten, alles zu versuchen, dass wir das zustande bringen, und ich meine, dass wir alle miteinander das doch von Haus aus sowieso so gewollt haben. In diesem Sinne: Wir sind da, wie ich meine, auf einem guten Weg, und ich bin überzeugt davon, dass wir das noch heuer zustande bringen werden. Ich darf Sie jedenfalls sehr herzlich dazu einladen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Ich glaube, das ist ein Punkt, den wir uns einfach noch einmal anschauen müssen: ob hier nicht Wirkungen erzielt werden, die wir so nicht haben wollen. Ich glaube, dieser Arbeit sollen wir uns unterziehen, die werden wir in den nächsten Wochen angehen und die Stellungnahmen einfach noch einmal kritisch heranziehen und dann, glaube ich, eine gute Lösung finden für eine Neuregelung der parlamentarischen Immunität. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Erklärung eines Beamten in „Zeit im Bild“, dass PEPs Pep sind, überdenken. Ich bin nicht bereit, nur deshalb, weil ich im Hohen Haus als frei gewählter Abgeordneter tätig bin, ein prinzipiell Verdächtiger zu sein, samt Familie. Ich glaube, niemand in diesem Haus wünscht sich das. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Eins zu eins!
Strasser schreibt eine Anzeige, die Anzeige wird wortident übernommen, und es kommt zu einem Vorgehen der Justiz, wo genau diesem Begehren, nämlich der Idee von Strasser, den Laptop von Pilz zu beschlagnahmen, auch wirklich stattgegeben wird. (Abg. Mag. Stadler: Eins zu eins!) Eins zu eins, wörtlich übernommen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In diesem Fall ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hören Sie einmal zu, das wäre vielleicht besser! (Abg. Wöginger: Jetzt redest du eh schon die ganze Zeit allein!) Da waren wir uns im Immunitätsausschuss nämlich einig.
Abg. Wöginger: Jetzt redest du eh schon die ganze Zeit allein!
In diesem Fall ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hören Sie einmal zu, das wäre vielleicht besser! (Abg. Wöginger: Jetzt redest du eh schon die ganze Zeit allein!) Da waren wir uns im Immunitätsausschuss nämlich einig.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Und jetzt reden wir einmal über diese Missstände, die in der Justiz hier aufgetreten sind und die Ursache für die Überlegungen zur Neuregelung des Immunitätsrechts gewesen sind. Ich glaube, dass da einiges dran ist und dass wir hier einen Veränderungsbedarf haben. Jetzt bin ich beim Kollegen Pendl: Man kann in einzelnen Punkten schauen, ob es bessere Formulierungen gibt. Es sind ja Dinge behauptet worden, die aus meiner Sicht an den Haaren herbeigezogen wurden, zum Beispiel, man dürfe nicht mehr ermitteln, wenn es eine Bombendrohung gibt, weil irgendwie Abgeordnete damit betroffen sind. – Wer das Gesetz liest, sieht in den Erläuterungen, dass bei einem ziemlich heiklen Fall, nämlich dem Diebstahl von Laptops von Abgeordneten, wo alle Unterlagen drauf sind, explizit festgehalten wird, dass hier ermittelt werden kann – obwohl sozusagen auch der Kernbereich betroffen sein kann: wenn der Laptop weg ist, kann dort Heikles drauf sein. Also, wenn man dann sagt, man darf bei Erpressungen nicht ermitteln, man darf – wie war das? – bei Bombendrohungen nicht ermitteln, ist mir das rätselhaft. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Wöginger: Das ist ja ein Referat!
Lassen Sie mich noch zu einem Letzten kommen, wo eigentlich der zweite Punkt betroffen ist. Es gab ja drei große Kritikpunkte. Der erste Punkt war, wie gesagt, diese Form der Nichtermittlung. (Abg. Wöginger: Das ist ja ein Referat!) Der zweite große Punkt war der Vorwurf des Missbrauchs parlamentarischer Immunität. Um das noch einmal klarzumachen: Da wird dann behauptet, der unschuldige Bürger kann sich nicht mehr wehren, wenn Abgeordnete wiederholt in der Öffentlichkeit Anschuldigungen machen.
Zwischenruf des Abg. Pendl.
Das Einzige, was jetzt nicht umfasst ist, ist, dass der Abgeordnete selbst, als Person selbst, die gleichen Dinge, die er hier sagt, wiederholt. Ich möchte nur einmal sagen, was die Überlegung dazu war. (Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Abg. Rädler: Dann soll er herkommen!
Ja, es ist da drinnen jetzt noch viel wilder. Wie läuft denn das, wenn Fernsehinterviews gemacht werden? – Der ORF schneidet wunderbar mit, bekommt die Geschichten, kann sie vom Rednerpult aus nehmen. Wenn ein Privatmedium draufkommt, dass das eine interessante Geschichte ist und dem Abgeordneten sagt: Geh, können Sie mir ... (Abg. Rädler: Dann soll er herkommen!) – Ja, dann „soll er herkommen“, klar! Rädler, super! Zudecken, nicht auf! Passt schon! Das kennen wir vom Rädler. (Abg. Wöginger: Was heißt das?)
Abg. Wöginger: Was heißt das?
Ja, es ist da drinnen jetzt noch viel wilder. Wie läuft denn das, wenn Fernsehinterviews gemacht werden? – Der ORF schneidet wunderbar mit, bekommt die Geschichten, kann sie vom Rednerpult aus nehmen. Wenn ein Privatmedium draufkommt, dass das eine interessante Geschichte ist und dem Abgeordneten sagt: Geh, können Sie mir ... (Abg. Rädler: Dann soll er herkommen!) – Ja, dann „soll er herkommen“, klar! Rädler, super! Zudecken, nicht auf! Passt schon! Das kennen wir vom Rädler. (Abg. Wöginger: Was heißt das?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Hat es gestimmt? Hat es sich herausgestellt, dass es gestimmt hat?
Ich sage nur: Wenn man Missbrauch verhindern will, dann muss man die parlamentarische Immunität zur Gänze abschaffen. Dem steht gegenüber, dass sie die Form ist, wie Aufklärung geschützt werden kann. Das ist eine Interessenabwägung. Man kann von mir aus darüber reden, dass man in heiklen Fällen, wie zum Beispiel bei einem Verleumdungsvorwurf – der strafrechtlich in diesem Haus nie vorgekommen ist; ich kenne keinen einzigen Immunitätsfall, wo es um Verleumdung gegangen ist –, das anders handhabt. Soll sein! Aber wissen Sie, wo es aufgetaucht ist? – Bei übler Nachrede. Und wissen Sie, wer der größte Kläger in diesem Haus seit Jahren war? – Karl-Heinz Grasser. Karl-Heinz Grasser hat massenhaft aufdeckende Abgeordnete mit Klagen zugeschüttet, hat sie zivilrechtlich geklagt, hat Prozessrisiken verursacht von, im Fall Kogler, weit über 100 000 €. Rumpold hat Prozessrisiken von mehr als 200 000 € verursacht bei Fällen, wo, glaube ich, nachweisbar ist, dass hier parlamentarische Aufklärung betrieben worden ist. (Abg. Mag. Donnerbauer: Hat es gestimmt? Hat es sich herausgestellt, dass es gestimmt hat?) Die meisten Fälle haben wir im Übrigen gewonnen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Dann passt es eh!) Das ist aber ein interessanter Punkt! Gut, dass wir heute noch etwas Redezeit übrig gehabt haben; wir haben auch nachher noch welche.
Abg. Mag. Donnerbauer: Dann passt es eh!
Ich sage nur: Wenn man Missbrauch verhindern will, dann muss man die parlamentarische Immunität zur Gänze abschaffen. Dem steht gegenüber, dass sie die Form ist, wie Aufklärung geschützt werden kann. Das ist eine Interessenabwägung. Man kann von mir aus darüber reden, dass man in heiklen Fällen, wie zum Beispiel bei einem Verleumdungsvorwurf – der strafrechtlich in diesem Haus nie vorgekommen ist; ich kenne keinen einzigen Immunitätsfall, wo es um Verleumdung gegangen ist –, das anders handhabt. Soll sein! Aber wissen Sie, wo es aufgetaucht ist? – Bei übler Nachrede. Und wissen Sie, wer der größte Kläger in diesem Haus seit Jahren war? – Karl-Heinz Grasser. Karl-Heinz Grasser hat massenhaft aufdeckende Abgeordnete mit Klagen zugeschüttet, hat sie zivilrechtlich geklagt, hat Prozessrisiken verursacht von, im Fall Kogler, weit über 100 000 €. Rumpold hat Prozessrisiken von mehr als 200 000 € verursacht bei Fällen, wo, glaube ich, nachweisbar ist, dass hier parlamentarische Aufklärung betrieben worden ist. (Abg. Mag. Donnerbauer: Hat es gestimmt? Hat es sich herausgestellt, dass es gestimmt hat?) Die meisten Fälle haben wir im Übrigen gewonnen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Dann passt es eh!) Das ist aber ein interessanter Punkt! Gut, dass wir heute noch etwas Redezeit übrig gehabt haben; wir haben auch nachher noch welche.
Abg. Wöginger: Da herinnen!
Aber wissen Sie, was der Punkt ist: Was passiert denn? – Die Kollegin Moser sitzt da, und Sie können ja einmal die Kollegin Moser fragen, wie diese Fälle laufen. Wer von den Abgeordneten kriegt denn bei heiklen Fällen, bei Korruptionsfällen, bei Missständen in den Ministerien, in allen Fällen die Unterlagen so, dass es dokumentiert ist, wo man nur mehr die Unterlagen kopieren muss, damit weitergeht und sie der Staatsanwaltschaft gibt, und die können dann ermitteln? Was passiert, ist, dass Informationen fließen und dass das parlamentarische Interpellationsrecht, das Anfragerecht doch genau dazu da ist, um diese Informationen zu überprüfen, um die Anfragen stellen zu können, wo sich die Minister dann gut überlegen werden, sagen sie die Wahrheit oder nicht. Und schauen Sie einmal im Fall Telekom nach, was dort bei den Anfragen von Frau Kollegin Moser an Aufklärung betrieben worden ist und wo jetzt auch klar geworden ist, warum die Verfahren geführt worden sind. (Abg. Wöginger: Da herinnen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Auf dem grünen Parteitag!
Ich bin sehr dafür, dass wir die Diskussion weiterführen, aber dass wir die Grundzüge von diesen Vorschlägen aufrechterhalten, weil es die parlamentarische Kontrolltätigkeit stärkt, sie schützt und weil es eine sinnvolle Maßnahme ist, um parlamentarische Kontrolle lebbar zu machen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Auf dem grünen Parteitag!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Es ist schon bemerkenswert, Hohes Haus, wenn man sich die Zwischenrufe aus der ÖVP zu diesem Thema ein bisschen vergegenwärtigt. Ihr wollt keine Aufklärung – das ist immer so gewesen –, natürlich nicht! Es gibt keine Fraktion in diesem Haus, die dermaßen aufdeckungsfeindlich ist wie die ÖVP! Das ist nun einmal so. Das ist eine Erfahrungstatsache, das kennen wir! Daher habe ich da gar keine Hoffnung. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Oje!
Und dann kommen Sie da heraus, Herr Kollege Donnerbauer, und sagen, das Justizministerium hat Einwände. Na großartig! Genau dort habe ich es mir erwartet! – Das Justizministerium hat keinerlei Bedenken gehabt, das Verfassungsrecht zu brechen, keinerlei Bedenken gehabt, das Mediengesetz zu missachten, als sie gegen BZÖ-Mitarbeiter vorgehen wollten. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Das haben Sie noch eine Zeitlang im Ausschuss zu decken versucht. Wer hat da gesagt: „Oje!“? – Es sind ja bloß Mitarbeiter des BZÖ, da ist das doch wurscht für die ÖVP! Aber wehe, wenn ein Schwarzer betroffen ist, dann heulen Sie auf! Der Herr Strasser – ihr habt ihn jahrelang geschützt, euren Grasser; Strasser, Grasser, alle! Jetzt, wo es herauskommt, was wirklich dahinter ist, kommen Sie alle daher und sagen: Mein Gott, das hätten wir nie geglaubt! Das hätten wir nie geglaubt!
Beifall beim BZÖ.
Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich der Parlamentarismus unabhängig von der Österreichischen Volkspartei weiterentwickelt. Parlamentarismus heißt: Aufklärung, Kontrolle. Das ist der moderne Parlamentarismus, und den wird die ÖVP nicht aufhalten können, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: ... einen Bürger erwischt! Macht ja nichts!
Und da nehme ich auch einmal in Kauf, dass man sich auf die Hinterpfoten stellen muss, wenn eine schwarze Bank gegen einen orangen Abgeordneten versucht, eine böse Rechnung ... (Abg. Mag. Donnerbauer: ... einen Bürger erwischt! Macht ja nichts!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Um Aufklärung, um demokratische Kontrolle zu gewährleisten, werde ich zuletzt bei der letzten und schlechtesten Adresse nachfragen, nämlich beim Justizministerium. Dort muss man endlich zur Kenntnis nehmen, dass auch die Tätigkeit und Untätigkeit der Staatsanwaltschaft parlamentarischer Kontrolle zu unterliegen hat, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sage ich, auf eine Immunität, die letztlich gegen den Abgeordneten wirkt, weil man sinnloserweise haltlose, fern der Rechtslage formulierte Auslieferungsbegehren stellt, nur damit man eine mediale Berichterstattung zustande bringt, um dem Abgeordneten zu schaden, weil man eine Anklage nicht zustande bringt, auf eine derartige Immunität pfeife ich und meine ganze Fraktion dazu, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Hohen Haus vorgetragen hat oder was er in Anträge gegossen hat, draußen auch selbst reden kann! Das ist vernünftig, das ist modern und das dient der Aufklärung und jedenfalls nicht jenen, die viel zu verstecken und zuzudecken haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: ... Sie Komiker! Das darf ja nicht wahr sein! – Abg. Amon: Wieso? Das ist ja korrekt! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist absurd! – Abg. Amon: Er hat ja recht!
Ich habe gestern die Pressemeldungen betreffend die geheimen Geschäfte unserer Parlamentarier verfolgt. Prinzipiell ist jeder verdächtig, der neben seiner politischen Funktion noch einen Beruf ausübt. Besonders verdächtig sind die Selbständigen. Das liest sich folgendermaßen in der Öffentlichkeit: 138 von 183 Abgeordneten haben einen Nebenjob. – Also ich habe keinen Nebenjob. Viele andere Anwälte, Selbständige, die hier ein Mandat innehaben, werden das auch nicht so empfinden, dass ihr Beruf als ein Nebenjob angesehen wird, die Höhe der Einkünfte wird sozusagen verschleiert; ob das Rechtsanwalt Jarolim ist, bei dem es dann plötzlich heißt, seine Kunden sind nicht bekannt, ob das Kollegin Cortolezis ist, der man prinzipiell einmal unterstellt, ihre Kunden zu verschleiern, ob es Rechtsanwälte sind, ob es Berater sind, ob es Anwälte sind. (Abg. Dr. Jarolim: ... Sie Komiker! Das darf ja nicht wahr sein! – Abg. Amon: Wieso? Das ist ja korrekt! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist absurd! – Abg. Amon: Er hat ja recht!) – Kollege Jarolim, ich glaube, Sie haben jetzt nicht richtig zugehört. – Okay, Zwischenruf zurückgenommen.
Beifall bei der FPÖ.
potenzielle Täter geführt werden, und das möchte ich nicht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Durch all diese neuen Maßnahmen machen wir einen großen Schritt bei der Qualität der Beratung von EU-Vorhaben hier im Haus, auf die wir durchaus stolz sein können. Ich darf daher alle Fraktionen ersuchen, sich im weiteren Beratungsprozess in diesem Sinne konstruktiv einzubringen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Meine sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es bemerkenswert, dass es an einem Tag, an dem Korruption und Verdächtigungen über weite Bereiche die Debatten bestimmt haben, noch etwas zum Schmunzeln gibt, nämlich dann, wenn Kollege Dr. Strutz dem Kollegen Dr. Jarolim aus der Seele spricht und dieser nicht bereit ist, seine Seele zu öffnen, um dieses Lob auch anzunehmen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Vorrednerin hat dankenswerterweise alle Positionen lückenlos aufgezählt. Da das jetzt die erste Lesung ist, freue ich mich auf die Debatte im Ausschuss. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Also in Summe werden wir das natürlich tun müssen, was hier beantragt ist in der einen oder anderen Form, ungefähr so, wie Sie es ohnehin gemacht haben, aber wir sollten uns dabei nicht in die eigene Tasche lügen und sagen, wir wirken jetzt mit und machen etwas. Es kommt da enormer Beschäftigungsaufwand auf uns zu – in einer Sache, in der wir keine wirkliche Kompetenz haben. Wir werden unsere eigentliche Aufgabe, nämlich die Vertretung des Volkes, nicht wahrnehmen können. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
An dieser Stelle möchte ich nicht nur den MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion – wie das Herr Präsident Neugebauer schon getan hat – danken, sondern vor allem auch den MitarbeiterInnen von SPÖ und ÖVP und vom Klub der Grünen – einer zumindest ist derzeit anwesend –, die wirklich in vielen Gesprächen versucht haben, eine gute Lösung zu finden. Ich glaube, das ist Ihnen auch gelungen. – In diesem Sinne: Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Hübner.
Kollege Hübner hat es sehr gut und detailliert angesprochen. Ich kann das nur unterstützen. Wir sehen das genauso. Der große Wurf ist das nicht. Ein bisschen mehr heiße Luft produzieren dürfen wir, aber mehr ist nicht drinnen. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Hübner.)
Abg. Mag. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten! – Abg. Mag. Wurm: 12! – Rufe bei der SPÖ: Mehr!
Es gibt eine Wortmeldung. Herr Abgeordneter Mag. Stadler hat sich zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, wie viel Redezeit soll ich Ihnen einstellen? Das BZÖ verfügt noch über 10 Minuten. (Abg. Mag. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: 10 Minuten! – Abg. Mag. Wurm: 12! – Rufe bei der SPÖ: Mehr!)
Abg. Wöginger: Das nutzt auch nichts!
Das schaut so aus, dass acht Jahre nach dem Grundgeschäft angeblich Herbert Scheibner zu einer Tochtergesellschaft von Eurofighter gegangen sei, um dort zu sagen: Ihr müsst mir jetzt monatlich 5 000 € überweisen, und das bitte ein Jahr lang, in Summe 60 000 €. Die muss ich dann noch versteuern, dann bleiben noch 30 000 € dafür, dass ich vor acht Jahren für euch eine Typenentscheidung gefällt hätte – wo er übrigens ursprünglich ja evidentermaßen gegen diese Typenentscheidung war. Da waren ein ganz anderer Minister und übrigens eine ganz andere Partei auch noch ganz wild dahinter her, dass jener Typ angeschafft wurde, der dann angeschafft wurde. Da war zunächst Herbert Scheibner derjenige, der am längsten und am hinhaltendsten Widerstand geleistet hat. (Abg. Wöginger: Das nutzt auch nichts!)
Abg. Wöginger: Das hast du schon mal gesagt!
Also, meine Damen und Herren: Welche Firma nähme so ein Ansinnen acht Jahre nach dem Grundgeschäft noch ernst? – Ich glaube, niemand. Und wenn da irgendjemand nach acht Jahren auf die Idee käme, sich ein Milliardengeschäft mit 60 000 € abgelten zu lassen, dann würde ich einen Besachwalterungsantrag für diesen entsprechenden Menschen (Abg. Wöginger: Das hast du schon mal gesagt!) – ja, ich wiederhole es hier noch einmal – stellen.
Abg. Ursula Haubner: Ungeheuerlich!
Aber was ich auch täte, ist, zunächst einmal der Innenministerin klarzumachen, wieder ÖVP, dass ihre eigenen Beamten das Gesetz missachtet haben, denn sie hätten den Abgeordneten Scheibner sofort darüber informieren müssen, dass eine derartige Meldung gemacht wurde. Das haben sie nicht getan. (Abg. Ursula Haubner: Ungeheuerlich!) Ich wiederhole es noch einmal: Die Meldung kam erst über die Medien, nachdem hier im Haus das Auslieferungsbegehren der Staatsanwaltschaft eingelangt ist. § 41 Abs. 3 unseres Bankwesengesetzes sieht aber eine sofortige Verständigung des betreffenden Kontoinhabers, über den es eine entsprechende Meldung gegeben hat, vor.
Beifall beim BZÖ.
Wenn Raiffeisen entschieden hat, jetzt braucht die ÖVP eine Entlastung, weil ÖVP-Politiker im Schussfeld sind, dann hat der Herr Konrad so entschieden. Und bitte, es ist absurd zu glauben, dass das nicht über den Schreibtisch des Herrn Konrad gegangen ist, des Herrn Oberjägermeisters. Nein, dann wird abgeschossen. Dann ist der Blattschuss fällig. Das ist die ganze Politik, die Raiffeisen betreibt. Und daher sage ich: Der Raiffeisenkrake wird jetzt merken, dass wir uns das nicht gefallen lassen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Was ist mit den Zahlungen an Scheibner?
Wir sind nicht die mächtigste Partei in diesem Lande, aber wir werden es uns nicht gefallen lassen, wenn Raiffeisen glaubt, uns zum Gegenstand der politischen Kalkül- und der politischen Strategieentscheidungen für die Österreichische Volkspartei zu machen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Was ist mit den Zahlungen an Scheibner?)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
– Bitte? Auch ein Raiffeisenvertreter. Ja, bitte sehr, kein Raiffeisenvertreter. Aber natürlich, Raiffeisen Niederösterreich! Ihr kriecht alle vor Raiffeisen Niederösterreich, weil das eure Bestands- und Existenzgarantie ist. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das haben wir ja beim Herrn Pröll gesehen. Herr Pröll füttert Raiffeisen Niederösterreich und Herr Pröll wird bei Raiffeisen Niederösterreich nach dem Ausscheiden aus der Politik natürlich weitergefüttert. (Abg. Tamandl: ... ! Das ist ein Witz!)
Abg. Tamandl: ... ! Das ist ein Witz!
– Bitte? Auch ein Raiffeisenvertreter. Ja, bitte sehr, kein Raiffeisenvertreter. Aber natürlich, Raiffeisen Niederösterreich! Ihr kriecht alle vor Raiffeisen Niederösterreich, weil das eure Bestands- und Existenzgarantie ist. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das haben wir ja beim Herrn Pröll gesehen. Herr Pröll füttert Raiffeisen Niederösterreich und Herr Pröll wird bei Raiffeisen Niederösterreich nach dem Ausscheiden aus der Politik natürlich weitergefüttert. (Abg. Tamandl: ... ! Das ist ein Witz!)
Beifall beim BZÖ.
Interessen in die Quere zu kommen, dann darf er eines nicht haben: ein Raiffeisenkonto, meine Damen und Herren! Ich kann jedem nur raten, seine Raiffeisenkonten sofort aufzulösen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Wöginger: Das ist eh klar! Alles!
Zum Immunitätsfall selber. Ich bin froh darüber, dass das rasch über die Bühne geht, denn Herbert Scheibner ist in der Lage, das alles bei der Staatsanwaltschaft aufzuklären. (Abg. Wöginger: Das ist eh klar! Alles!) Wir werden sehen.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Bitte, auf der anderen Seite würde ich euch einmal wünschen, dass ein Korruptionsfall im Zusammenhang mit dem Eurofighter herauskäme, denn ich garantiere euch, das wäre nämlich dann ein Vertragsauflösungsgrund. Ja, wisst ihr, welche Fraktion dann die größte Panik hätte, wenn der Vertrag aufgelöst würde? – Die Österreichische Volkspartei und ihr Fast-Parteiobmann Grasser! Meine Damen und Herren, so schaut es aus. Keine Fraktion in diesem Haus muss mehr fürchten, dass dieses Rechtsgeschäft rückabgewickelt wird als die Österreichische Volkspartei. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Also das ist überhaupt die größte Chuzpe, dass hier drinnen Abgeordnete sitzen und jetzt glauben, sich auf die Schenkel klopfen zu können, weil es den Herbert Scheibner trifft. Erstens wird es ihn nicht treffen. Zweitens würde ich mir wünschen, es käme ein Korruptionsfall heraus, denn dann wärt ihr nämlich die Ersten, die heulen würden, denn in dem Moment wäre der Vertrag rückabzuwickeln. In dem Moment bräche das gesamte Gebäude zusammen. In dem Moment geschähe das, was ihr im Eurofighter-Untersuchungsausschuss verhindert habt, nämlich Aufklärung. In dem Moment wäre die Aufklärung erzwingbar. Das ist hier in diesem Fall leider nicht möglich. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Möglicherweise stimmt nicht alles im Detail, was Kollege Stadler gerade gesagt hat. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Aber es ist wichtig, auf den Unterschied hinzuweisen; vielleicht war es ein Fehler von Herbert Scheibner, sich für Raiffeisen und gegen Hypo Alpe-Adria zu entscheiden. (Abg. Amon: Die Konten hat die Staatsanwaltschaft geöffnet, nicht Raiffeisen!) Das war ein Fehler und ich werde auf diesen Fehler zurückkommen.
Abg. Amon: Die Konten hat die Staatsanwaltschaft geöffnet, nicht Raiffeisen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Möglicherweise stimmt nicht alles im Detail, was Kollege Stadler gerade gesagt hat. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Aber es ist wichtig, auf den Unterschied hinzuweisen; vielleicht war es ein Fehler von Herbert Scheibner, sich für Raiffeisen und gegen Hypo Alpe-Adria zu entscheiden. (Abg. Amon: Die Konten hat die Staatsanwaltschaft geöffnet, nicht Raiffeisen!) Das war ein Fehler und ich werde auf diesen Fehler zurückkommen.
Ruf bei der ÖVP: Sideletter!
Beginnen wir zuerst einmal im Jahr 2000! Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP: Nicht nur mir hat Herbert Scheibner berichtet, dass es bei diesen Koalitionsvereinbarungen um eine Nebenvereinbarung gegangen ist, die nicht im Koalitionsvertrag steht, die da lautet: Die FPÖ verpflichtet sich, keinem Thomson-Untersuchungsausschuss zuzustimmen. (Ruf bei der ÖVP: Sideletter!)
Abg. Kößl: Märchenonkel!
Die erste Frage ist: Warum? Was war Thomson? – Ein Rüstungsgeschäft aus den späten neunziger Jahren, wo es schwere Vorwürfe gegen den späteren Bundeskanzler Dr. Schüssel gegeben hat. – So. Und es hat sicherlich Interesse daran gegeben, dass das nicht untersucht wird. Ich hätte gerne Aufklärung darüber, ob es diese Nebenvereinbarung gegeben hat und ob Herbert Scheibner an ihr mitgewirkt hat. Wir werden das in diesem Haus klären können, weil es weitere Zeugen außerhalb von FPÖ und auch ÖVP für diese Nebenvereinbarung gibt. – Das nur zum Beginn. (Abg. Kößl: Märchenonkel!)
Abg. Mag. Stadler: ... ! Das ist absurd!
Herbert Scheibner – Kollege Stadler hat es richtig gesagt – war kein Vertreter von Eurofighter, sondern ein Vertreter von SAAB. Er war also um nichts besser und um nichts schlechter als Karl-Heinz Grasser, er war nur erfolgloser. Das ist der große Unterschied zwischen Grasser und Scheibner bei der Abfangjägertypenentscheidung. (Abg. Mag. Stadler: ... ! Das ist absurd!)
Abg. Mag. Stadler: Das will ich wohl meinen!
Jetzt brüstet sich Mensdorff-Pouilly gegenüber seinen Auftraggebern in London, er habe mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung gestellt worden seien, das Ziel erreicht, nämlich dass SAAB Gripen – die waren aufgrund der Gleitpreisklausel schon ausgeschieden – wieder in die Ausschreibung, wieder in den Wettbewerb hineingenommen wird. Und wir schauen in den Akten nach und sehen, da gibt es eine Weisung vom Verteidigungsminister Herbert Scheibner. Das heißt noch nicht, dass er dafür Geld genommen hat. (Abg. Mag. Stadler: Das will ich wohl meinen!)
Abg. Mag. Stadler: Das haben wir im Ausschuss aufgeklärt!
Aber es heißt, dass der Verdacht, auch der Staatsanwaltschaft, begründet ist, dass genau er die Person war, die den Interessen von British Aerospace und ihrem Geldbriefträger Mensdorff-Pouilly zum Durchbruch verholfen hat. Oder glauben Sie wirklich, Herr Kollege Stadler, British Aerospace hat über Mensdorff-Pouilly alle Unbeteiligten geschmiert und die Beteiligten von Schmiergeld unbehelligt gelassen? (Abg. Mag. Stadler: Das haben wir im Ausschuss aufgeklärt!) – Nein, das klärt jetzt der Staatsanwalt. Lassen wir es dort! Es wird später einmal eine parlamentarische Untersuchung geben.
Abg. Mag. Stadler: Das ist keine Briefkastenfirma! Wie kommst du darauf, dass das eine Briefkastenfirma ist? Das behauptest du!
Und jetzt die große niederösterreichische Raiffeisenverschwörung: Wollen Sie uns wirklich erklären – und ich bin wirklich kein großer Freund des Herrn Konrad und von Raiffeisen –, dass Herr Konrad eine Briefkastenfirma hinter dem Rücken von Herbert Scheibner gegründet hat, auf die dann Herbert Scheibner irrtümlich und irregeleitet durch Raiffeisen Gelder überwiesen hat? (Abg. Mag. Stadler: Das ist keine Briefkastenfirma! Wie kommst du darauf, dass das eine Briefkastenfirma ist? Das behauptest du!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist absurd!
Und dann erklärt Herbert Scheibner, warum er das Ganze nicht an das Parlament gemeldet hat und sagt, weil er nie ein Einkommen hatte? (Abg. Mag. Stadler: Das ist absurd!) Und dann wird er von Armin Wolf gefragt, was es mit der Briefkastenfirma auf sich hat und erklärt, ja, da habe er Honorare mit zwei dort Tätigen geteilt? (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja absurd!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja absurd!
Und dann erklärt Herbert Scheibner, warum er das Ganze nicht an das Parlament gemeldet hat und sagt, weil er nie ein Einkommen hatte? (Abg. Mag. Stadler: Das ist absurd!) Und dann wird er von Armin Wolf gefragt, was es mit der Briefkastenfirma auf sich hat und erklärt, ja, da habe er Honorare mit zwei dort Tätigen geteilt? (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja absurd!)
Abg. Mag. Hakl: Die Gesamtredezeit ist aus!
Kollege Stadler, erklären Sie mir einmal, was das ist! Sie erklären, Sie beziehen ein Honorar, das kein Einkommen ist?! Das ist eine komplizierte Angelegenheit, die nicht nur den Staatsanwalt interessieren wird: das einkommenslose Honorar des Ex-Verteidigungsministers. Das einkommenslose Honorar! (Abg. Mag. Hakl: Die Gesamtredezeit ist aus!)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte, dass wir damit genauer umgehen, und ich möchte, dass wir Abgeordnete haben, von denen die Menschen, die sie gewählt oder nicht gewählt haben, ganz genau eines wissen: Wem sie verpflichtet sind – ob sie ausschließlich den Wählerinnen oder Wählern verpflichtet sind oder kleineren oder größeren Rüstungsfirmen. Und eines sage ich Ihnen schon, Herr Kollege Stadler: Diese Frage hat Kollege Scheibner, Noch-Kollege Scheibner, durch seine Praxis eindeutig beantwortet. Ihm war es wichtiger, Rüstungsfirmen als den Menschen, die ihn gewählt oder nicht gewählt haben, verpflichtet zu sein, und deswegen wird zu Recht untersucht – jetzt vom Staatsanwalt und sicher in einer weiteren Runde parlamentarisch. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich Herr Abgeordneter Mag. Stadler ein weiteres Mal gemeldet. Herr Abgeordneter, 2 Minuten Restredezeit sind übrig. – Bitte. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Zweitens: Es gibt keine Briefkastenfirmen. Diese Firmen sind seit Jahr und Tag dort eingetragen. Es gibt österreichische Geschäftsleute, die diese Firmen betreiben, und diese Firmen sind nicht illegal und sind offengelegt worden. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Drittens: Für die Meldung hat er vorher eine Expertise der Parlamentsdirektion eingeholt. Das zu kriminalisieren ist eine Infamie. Du hast nichts in der Hand. Du hast außer lächerlichen Falschbehauptungen nichts, schüttest den Kollegen Scheibner an und glaubst, damit etwas gewinnen zu können?! – Das werden wir dir austreiben! (Allgemeine Heiterkeit. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Denn eines lassen wir nicht zu, nämlich dass der Herr Pilz glaubt, er kann sich hier aussuchen, wen er abschießt. So nicht, mein lieber Freund! Da hast du dir diesmal die Richtigen ausgesucht. Raiffeisen ist ein ganz anderes Kapitel. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist kein Zufall, dass Geschäftstätigkeit aus dem Jahr 2009, Geschäftstätigkeit aus dem Jahr 2010 jetzt auf einmal, im Herbst 2011, wo
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
die ÖVP in Bedrängnis ist, zum Verdachtsthema wird. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Was heißt denn „ausmachen“?
Zwei Jahre lang nicht, aber jetzt auf einmal – werden wir aufklären, machen wir uns schon mit denen aus. (Abg. Dr. Matznetter: Was heißt denn „ausmachen“?) Aber Peter Pilz wird bei uns nicht dafür sorgen, dass wir den Kollegen Scheibner kriminalisieren, nur weil du mit deiner Phantasie glaubst, ihm einen Strick drehen zu können. Du hast nichts in der Hand! Wenn du hier heraußen etwas in der Hand gehabt hättest, hättest du es ja vorlegen können. Mit uns kann man über alles diskutieren, insbesondere mit mir. Aber mit blanken Hosen da herauskommen und dann eine große Lippe riskieren, das ist Peter Pilz heute gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zwei Jahre lang nicht, aber jetzt auf einmal – werden wir aufklären, machen wir uns schon mit denen aus. (Abg. Dr. Matznetter: Was heißt denn „ausmachen“?) Aber Peter Pilz wird bei uns nicht dafür sorgen, dass wir den Kollegen Scheibner kriminalisieren, nur weil du mit deiner Phantasie glaubst, ihm einen Strick drehen zu können. Du hast nichts in der Hand! Wenn du hier heraußen etwas in der Hand gehabt hättest, hättest du es ja vorlegen können. Mit uns kann man über alles diskutieren, insbesondere mit mir. Aber mit blanken Hosen da herauskommen und dann eine große Lippe riskieren, das ist Peter Pilz heute gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Hat er eingeholt! Nennen wir es eine Auskunftserteilung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich sage es an dieser Stelle nur ungern und ich würde das auch gerne noch einmal mit den Fraktionen klarstellen: Expertisen der Parlamentsdirektion können nur erstellt werden, wenn sie über meinen Auftrag erfolgen, und ich habe keinen Auftrag gegeben. Das heißt, jeder Abgeordnete hat natürlich die Möglichkeit, Auskünfte über seine eigene Meldung zu machen, aber es ist keine Expertise in diesem Haus vorhanden. Ich will das nur klarstellen. (Abg. Mag. Stadler: Hat er eingeholt! Nennen wir es eine Auskunftserteilung!)
Ruf bei der ÖVP: Gott sei Dank!
Es ist niemand mehr zu Wort gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Ruf bei der ÖVP: Gott sei Dank!)
Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung des den Sitzungssaal verlassenden Abg. Huber.
„In Behandlung des Ersuchens der Staatsanwaltschaft Wien, GZ 604 St 8/11z, um Zustimmung zur behördlichen Verfolgung des Abgeordneten zum Nationalrat Herbert Scheibner wird im Sinne des Art. 57 Abs. 3 B-VG festgestellt, dass kein Zusammenhang zwischen dem inkriminierten Sachverhalt und der politischen Tätigkeit des Abgeordneten zum Nationalrat Herbert Scheibner besteht.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP in Richtung des den Sitzungssaal verlassenden Abg. Huber.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Er stimmt eh nicht mit, ist ihm egal!
Bevor Josef Cap jetzt zu strahlen beginnt und signalisiert: Schaut, auch ihr könntet da ein Problem kriegen! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Er stimmt eh nicht mit, ist ihm egal!), sage ich: Na, wenn man sich die Praxis dieser Bundesregierung anschaut, dann ist es ja keine große Überraschung, dass die Probleme durchaus ähnlich sind. Das hat vielleicht Werner Faymann erfunden, aber er war nicht lange allein. Na, selbstverständlich ist das von anderen Parteien nachgeahmt worden, und ich bestreite, dass die ÖVP die einzige Partei war, die da erfolgreich Nachahmung betrieben hat. Aber das werden wir uns alles anschauen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.
So! Und dieser Kuhhandel war klar, und es war vollkommen klar, dass uns nächste Woche genau dieses Ultimatum hätte gestellt werden sollen: Macht mit oder macht nicht mit! Und es ist eines klar, bei allen Unterschieden der Oppositionsfraktionen: Bei einem Vertuschungsausschuss anstelle eines Untersuchungsausschusses wird die Opposition in diesem Haus nicht mitmachen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Ganz schön überheblich!
Ich würde es gut finden – für uns alle, auch für die Regierungsparteien –, wenn Sie jetzt zur parlamentarischen Vernunft kommen und das mit uns schnell verhandeln. Ein sachlich gut begründeter Antrag liegt vor. Ich glaube, es ist sinnvoll, nur diesen Antrag zu verhandeln. Vergessen Sie irgendwelche Koalitionsanträge! Wir brauchen Sie nicht mehr. Tragen Sie sachlich etwas zur Verbesserung dieses Vorhabens bei, und dann können wir sehr, sehr schnell mit der Arbeit dieses Ausschusses beginnen! – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Ganz schön überheblich!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Neugebauer: Diktion Pilz!
Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Pilz, Sie haben gesagt, alle, die nicht dem Antrag der vereinigten Oppositionsparteien zustimmen wollen, die sind bei den Unehrlichen, Unanständigen und Unmäßigen. Das möchte ich wirklich zurückweisen (Beifall bei SPÖ und ÖVP – Abg. Neugebauer: Diktion Pilz!), denn alle Kolleginnen und Kollegen hier in diesem Haus sind darum bemüht, sich tagtäglich für die Interessen der Bevölkerung einzusetzen und nicht in die eigenen Taschen zu wirtschaften!
Abg. Dr. Pilz: Welche Termine sind fixiert? Zwischen SPÖ und ÖVP?
Aber ich denke mir, die Verhandlungen bezüglich der weiteren Vorgangsweise sind bereits eingeleitet, und es sind ja auch schon Termine fixiert und dargelegt. (Abg. Dr. Pilz: Welche Termine sind fixiert? Zwischen SPÖ und ÖVP?) Es sind Termine in Verhandlung. Sie haben vorher darüber gesprochen, dass nächste Woche Verhandlungstermine stattfinden werden.
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben den Auftrag, werte Kolleginnen und Kollegen, eine demokratische Entscheidung zu fällen, und ich vertraue dabei auf die Weisheit und Gelassenheit der Vertreterinnen und Vertreter der fünf Parlamentsparteien hier in diesem Hohen Haus. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Es ist eh schon alles gesagt worden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Deimek. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Bartenstein: Es ist eh schon alles gesagt worden!)
Abg. Dr. Bartenstein: Das ist oft der Fall!
Behördenfunk – ein ähnliches Bild. – Man muss es wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da gibt es eine Vergabe, dann wird der Vertrag im Nachhinein gekündigt, und dann gibt es eine Neuvergabe. (Abg. Dr. Bartenstein: Das ist oft der Fall!) Da kann man sagen, das ist in der Wirtschaft sehr oft der Fall – aber immer nur dann, wenn es einen ganz triftigen Grund gibt. Und Sie können sicher sein, in der Wirtschaft – Sie werden es wissen, Herr Kollege Bartenstein – staubt es bei solchen Fällen ganz kräftig, denn da wurde Einfluss genommen. Das ist nicht zufällig irgendetwas. Da hat nicht irgendwer zufällig eine falsche Entscheidung getroffen, sondern da wurde im Nachhinein Einfluss genommen. Und das ist das, was schändlich ist.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, schließen Sie sich diesem unserem Antrag an, damit das wirklich untersucht werden kann! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das sage ich Ihnen gleich vorneweg zu Ihrer Argumentation, die Sie jetzt wahrscheinlich als Replik an mich wiederholen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Steht der Van der Bellen auch im Antrag drinnen? – Abg. Rädler: Van der Bellen – Zusatzantrag vom Kollegen Stadler!
(Ruf bei der ÖVP: Steht der Van der Bellen auch im Antrag drinnen? – Abg. Rädler: Van der Bellen – Zusatzantrag vom Kollegen Stadler!)
Ruf bei der ÖVP: Ja!
Ist jetzt jemand zu Wort gemeldet? (Ruf bei der ÖVP: Ja!) Na gut, dann soll er herauskommen und sagen: Wenn der Van der Bellen draufsteht, dann stimmen wir zu! Dann reden wir gleich darüber. Das kann man mit uns gleich machen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Schwarz hat es auch probiert. Bei den Schwarzen scharen sich die großen Talente jetzt um den Herrn Rauch. Der hat beim Ernst Strasser gelernt, ist Lehrling vom Strasser – ist ja für Sie nicht wirklich angenehm! Der glaubt auch, er müsste jetzt sozusagen seine Meriten verdienen, und er zeigt es jetzt dem Spindelegger, wie man das richtig macht: mit einem sogenannten „dirty campaigning“. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Da wird auch schon der Wahlkampf vorbereitet.
Beifall beim BZÖ.
Jetzt noch ein Hinweis auf die Vergabe von Staatsbürgerschaften. Das ist nicht nur ein Kärntner Thema, sondern das ist auch ein Thema im roten Salzburg. Das heißt, Grund genug für die SPÖ, das auch nicht mehr als Thema wirklich zu mögen. Und die Argumentation mit der Justiz ist Ihnen heute sogar durch die Justizministerin abhanden gekommen, die selber gesagt hat: Das, was hier aufzuklären ist, muss das Parlament aufklären, und das, was von der Justiz aufzuklären ist, soll die Justiz aufklären! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wir haben keine Angst! Die ÖVP ist so schlecht, dass wir keine Angst haben! Der ÖVP geht es so mies, dass wir keine Angst haben müssen!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Wortmeldungen des BZÖ sind ja heute wirklich entlarvend. Das ist wirklich bemerkenswert. Ich glaube im Übrigen, die einzige Partei, die sich wirklich vor Wahlen fürchten müsste, ist das BZÖ, weil mehr als unsicher wäre, ob es danach diesem Haus überhaupt noch angehören würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wir haben keine Angst! Die ÖVP ist so schlecht, dass wir keine Angst haben! Der ÖVP geht es so mies, dass wir keine Angst haben müssen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich nehme an, Herr Kollege Stadler, Sie wissen, was die Inquisition war. Da waren der Ermittler, der Ankläger und der Richter, alle drei in einer Person. Ein derartiges Verfahren ist schlimmer als die Korruption insgesamt. Herr Kollege Stadler, das ist etwas, was wir uns nicht vorstellen können. Das möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen: Keine Inquisition! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Im Interesse der ÖVP! Zuhören! Im Interesse der ÖVP!
Das ist auch das, was Sie in Ihrer Wortmeldung bei der vorherigen Debatte gemacht haben, als Sie behauptet haben, die Raiffeisen hätte im Auftrag der ÖVP Konten geöffnet. Diese Aussage ist ja wirklich absurd! (Abg. Mag. Stadler: Im Interesse der ÖVP! Zuhören! Im Interesse der ÖVP!) Wenn jemand Konten öffnet, dann ist es die Wiener Staatsanwaltschaft. Und ich muss sagen: Der Wiener Staatsanwaltschaft kann man viel vorwerfen, aber dass sie mit der ÖVP irgendetwas zu tun hat, kann man ihr wirklich nicht vorwerfen, Herr Stadler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist auch das, was Sie in Ihrer Wortmeldung bei der vorherigen Debatte gemacht haben, als Sie behauptet haben, die Raiffeisen hätte im Auftrag der ÖVP Konten geöffnet. Diese Aussage ist ja wirklich absurd! (Abg. Mag. Stadler: Im Interesse der ÖVP! Zuhören! Im Interesse der ÖVP!) Wenn jemand Konten öffnet, dann ist es die Wiener Staatsanwaltschaft. Und ich muss sagen: Der Wiener Staatsanwaltschaft kann man viel vorwerfen, aber dass sie mit der ÖVP irgendetwas zu tun hat, kann man ihr wirklich nicht vorwerfen, Herr Stadler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Wir haben keine Probleme! – Abg. Dr. Moser: Vielleicht könnten Sie zu unserem Antrag etwas sagen!
Also lenken Sie, bitte, nicht von den Problemen, die das BZÖ mit dem Erklärungsbedarf hat, damit ab, dass Sie uns hier Vorwürfe machen! (Abg. Mag. Stadler: Wir haben keine Probleme! – Abg. Dr. Moser: Vielleicht könnten Sie zu unserem Antrag etwas sagen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube auch, dass es unerhört ist und auch eine Art inquisitorischer Vorgang ist, wenn Sie, Kollege Pilz, hier von illegaler Parteienfinanzierung bei der Volkspartei sprechen. Legen Sie einen Beweis dafür auf den Tisch! Behaupten Sie nicht Dinge, die aus der Luft gegriffen sind! Ich weise das zurück. Es ist falsch. Es gab keine illegale Parteienfinanzierung. Herr Dr. Pilz, wenn Sie einen solchen Beweis haben, legen Sie ihn auf den Tisch! (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Ja wann denn?
Ich weiß nicht, warum man da so agiert. Da wird man dann befragt von den Medien, wo es heißt, die Opposition würde „mit Schaum vor dem Mund“ reden, weil die Regierungsparteien so blockieren. Schaum vor dem Mund, das ist ganz schlecht, denn das ist ein Zeichen großer Emotion. Wir wollen sachlich aufklären, meine Damen und Herren, nicht mit Emotion. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Ja wann denn?) Gewinnen wir im Sinne Mosers das Vertrauen in die Politik zurück! Viel mehr gewinnen wir es zurück, wenn wir uns sachlich diesen Dingen nähern.
Abg. Dr. Cap: So ist es!
Ich nehme einmal den ersten Gegenstand her, der sich von a bis f gliedert, und stelle fest: Da sind leider nur zwei Punkte drinnen, die tatsächlich das Parlament überprüfen kann. (Abg. Dr. Cap: So ist es!) Nur zwei Punkte beziehen sich auf die Vollziehung, meine Damen und Herren. Und das geht eben nicht! Deshalb, meine Damen und Herren von der Opposition, darf ich Sie höflich ersuchen: Nehmen Sie das Angebot der Klubobleute der beiden Regierungsparteien an! (Abg. Dr. Moser: Was ist nicht Vollziehung?)
Abg. Dr. Moser: Was ist nicht Vollziehung?
Ich nehme einmal den ersten Gegenstand her, der sich von a bis f gliedert, und stelle fest: Da sind leider nur zwei Punkte drinnen, die tatsächlich das Parlament überprüfen kann. (Abg. Dr. Cap: So ist es!) Nur zwei Punkte beziehen sich auf die Vollziehung, meine Damen und Herren. Und das geht eben nicht! Deshalb, meine Damen und Herren von der Opposition, darf ich Sie höflich ersuchen: Nehmen Sie das Angebot der Klubobleute der beiden Regierungsparteien an! (Abg. Dr. Moser: Was ist nicht Vollziehung?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ja Vollziehung!
Ich kann es Ihnen sagen. Wenn es da heißt: Versteuerung sämtlicher Zahlungen der Telekom Austria an deren Lobbyisten, Berater und Vermittler. – Entschuldigen Sie, nicht böse sein, aber es ist Aufgabe der Steuerbehörden und nicht Aufgabe des Parlaments, die ordnungsgemäße Versteuerung zu überprüfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ja Vollziehung!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja Vollziehung! Verfassungsrecht, erstes Semester!
Da müssen Sie sich das Steuerrecht anschauen! Seien Sie mir nicht böse, aber es ist nicht Aufgabe des Parlaments, für richtige Steuereintreibung zu sorgen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja Vollziehung! Verfassungsrecht, erstes Semester!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Also mein Vorschlag ist: Nehmen Sie das Angebot der Klubobleute der Regierungsparteien an, kommen Sie zu dem Gespräch. Ich sage Ihnen aber auch eines: ohne Einschränkung, inhaltlich ohne Einschränkung. Wir laden Sie ein zu ergebnisoffenen Gesprächen. Schauen wir, bei welchen Punkten wir Einvernehmen herstellen können, und dann setzen wir den Untersuchungsausschuss ein und sorgen für eine sachliche Aufklärung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)