Eckdaten:
Für die 41. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 743 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Kickl: Scheint die Innenministerin nicht zu betreffen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die interessiert das nicht!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben als Volkspartei das Thema „Keine Chance dem Dschihadismus – Maßnahmen Österreichs gegen die terroristische Bedrohung“ gewählt. (Abg. Kickl: Scheint die Innenministerin nicht zu betreffen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die interessiert das nicht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Zunehmend festzustellen ist, dass es in den, wenn man so sagen will, eroberten Gebieten im Irak oder auch in Syrien schon zu so etwas wie einer – natürlich nicht im völkerrechtlichen Sinn, aber in der Organisationform – Etablierung eines Staatsgebildes kommt. Das, meine Damen und Herren, ist eine völlig neue Qualität, ist eine massive Bedrohung unserer westlichen und europäischen Kultur, der wir mit allen gebotenen Mitteln und ganz entschieden entgegentreten müssen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Ruf: Frauen!
Es geht auch nicht darum, hier einen Krieg der Kulturen, wie es Huntington einmal beschrieben hat, zu erleben. Ganz im Gegenteil: Es ist kein Kampf, kein Krieg, keine Auseinandersetzung, die sich entlang einer religiösen Grenze zieht, denn wenn Sie sich die Opfer ansehen, so sind die Opfer momentan in erster Linie Muslime. Muslime selbst sind die Opfer dieser terroristischen Organisation „Islamischer Staat“, und auch viele andere sind die Opfer dieser Terrororganisation. (Ruf: Frauen!) Daher braucht es hier wirklich eine breite Allianz derer, die die Menschenrechte hochhalten wollen, die die Friedens- und Freiheitsrechte europäischen Zuschnitts hochhalten wollen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht auch nicht darum, hier einen Krieg der Kulturen, wie es Huntington einmal beschrieben hat, zu erleben. Ganz im Gegenteil: Es ist kein Kampf, kein Krieg, keine Auseinandersetzung, die sich entlang einer religiösen Grenze zieht, denn wenn Sie sich die Opfer ansehen, so sind die Opfer momentan in erster Linie Muslime. Muslime selbst sind die Opfer dieser terroristischen Organisation „Islamischer Staat“, und auch viele andere sind die Opfer dieser Terrororganisation. (Ruf: Frauen!) Daher braucht es hier wirklich eine breite Allianz derer, die die Menschenrechte hochhalten wollen, die die Friedens- und Freiheitsrechte europäischen Zuschnitts hochhalten wollen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht staatenlos!
an derartigen kriegerischen Handlungen beteiligen, sofern sie dadurch nicht staatenlos werden. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die werden ja nicht staatenlos!) Auch geht es um die Frage, wie man mit jenen Symbolen und Sympathiekundgebungen umgeht, auf die sich diese Terrororganisation „Islamischer Staat“ bezieht.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Und dieses Zitat, meine Damen und Herren, trifft es auf den Punkt. Wir müssen Maßnahmen setzen, um dieser Gefahr entgegenzutreten, immer in der richtigen, ausgewogenen Balance, nicht Grund- und Freiheitsrechte über Gebühr zu beschneiden, um eine terroristische Gefahr zu bekämpfen. Wir müssen solche Maßnahmen setzen, die unseren Behörden, unserer Exekutive jene Mittel in die Hand geben, mit denen sie auch für unsere Sicherheit, für unser Freiheits-, Kultur- und Lebensmodell eintreten können und damit ein gedeihliches Fortkommen unserer Gesellschaft sicherstellen können. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Ruf: Nicht unterschreiten!
Präsidentin Doris Bures: Zu einer einleitenden Stellungnahme zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundesminister Dr. Brandstetter. Herr Bundesminister, auch Ihre Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Ruf: Nicht unterschreiten!)
Beifall bei ÖVP, Grünen und Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, wir haben hier keinerlei Bedarf, nachzuschärfen, das ist nicht notwendig! (Beifall bei ÖVP, Grünen und Abgeordneten der SPÖ.) Ja, ist so! Wir haben hier vor einigen Jahren schon unsere Hausaufgaben gemacht, und das hilft uns jetzt, weil es schon Sinn macht, letztlich auf dieser sehr strengen Rechtsgrundlage, die wir schon haben, gegensteuern zu können, frühzeitig gegensteuern zu können, und das hat sich auch bewährt.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Wir haben konkret aus Anlass des Platzsturms in Bischofshofen vor einigen Monaten – Sie werden sich erinnern – ins Auge gefasst, dass wir hier das Erfordernis der Strafbarkeit von der Wahrnehmbarkeit durch zirka 150 Personen herabsetzen auf eine geringere Zahl von Menschen, das würde bedeuten zehn. Warum? – Das ist, glaube ich, wirklich gerade an diesem Beispiel sehr sinnvoll zu erläutern. Das war halt ein Trainingsspiel, da gab es offenbar nicht mehr als 150 Zuseher. Aber es kann doch von der Gefährlichkeit der Handlungsweise her betrachtet keinen Unterschied machen, ob ich jetzt bei so was 30, 50, 100 oder 200 Zuschauer habe. Nein, das ist gefährlich! Es ist einfach so, dass man mit dem Tatbestand der Verhetzung sinnvoll und möglichst treffsicher diesen Tendenzen zur Radikalisierung und diesen wirklich rassistischen Äußerungen und Tätlichkeiten entgegenwirken soll. Das betrifft, wie gesagt, nicht nur den Dschihadismus, das haben wir uns schon vorher überlegt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und Team Stronach.
Wir haben zu viel Radikalisierung in diesem Land, wir haben auch zu viel Gewalt auf der Straße. Für mich hängt das zusammen, und wir müssen wirklich auf breiter Front alles tun, um dem entgegenzuwirken. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Dieses Augenmaß hier zu behalten ist ganz wichtig, und daher ist die offene Diskussion unter Einbeziehung aller Parteien, aber natürlich auch der Zivilgesellschaft sehr, sehr wesentlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) – Danke auch dem Kollegen Schieder für den Hinweis. (Abg. Schieder: Ich dachte, ein Zwischenapplaus ist besser als ein Zwischenruf!) Ja, das ist eigentlich ungewohnt aus der Rolle heraus, das ist schon richtig. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ja, natürlich, vom Rednerpult aus kann man relativ schwer einen Zwischenruf machen, da haben Sie völlig recht, Herr Kollege. (Heiterkeit.)
Abg. Schieder: Ich dachte, ein Zwischenapplaus ist besser als ein Zwischenruf!
Dieses Augenmaß hier zu behalten ist ganz wichtig, und daher ist die offene Diskussion unter Einbeziehung aller Parteien, aber natürlich auch der Zivilgesellschaft sehr, sehr wesentlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) – Danke auch dem Kollegen Schieder für den Hinweis. (Abg. Schieder: Ich dachte, ein Zwischenapplaus ist besser als ein Zwischenruf!) Ja, das ist eigentlich ungewohnt aus der Rolle heraus, das ist schon richtig. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ja, natürlich, vom Rednerpult aus kann man relativ schwer einen Zwischenruf machen, da haben Sie völlig recht, Herr Kollege. (Heiterkeit.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Dieses Augenmaß hier zu behalten ist ganz wichtig, und daher ist die offene Diskussion unter Einbeziehung aller Parteien, aber natürlich auch der Zivilgesellschaft sehr, sehr wesentlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) – Danke auch dem Kollegen Schieder für den Hinweis. (Abg. Schieder: Ich dachte, ein Zwischenapplaus ist besser als ein Zwischenruf!) Ja, das ist eigentlich ungewohnt aus der Rolle heraus, das ist schon richtig. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ja, natürlich, vom Rednerpult aus kann man relativ schwer einen Zwischenruf machen, da haben Sie völlig recht, Herr Kollege. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Dieses Augenmaß hier zu behalten ist ganz wichtig, und daher ist die offene Diskussion unter Einbeziehung aller Parteien, aber natürlich auch der Zivilgesellschaft sehr, sehr wesentlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.) – Danke auch dem Kollegen Schieder für den Hinweis. (Abg. Schieder: Ich dachte, ein Zwischenapplaus ist besser als ein Zwischenruf!) Ja, das ist eigentlich ungewohnt aus der Rolle heraus, das ist schon richtig. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ja, natürlich, vom Rednerpult aus kann man relativ schwer einen Zwischenruf machen, da haben Sie völlig recht, Herr Kollege. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Ich glaube, es ist auch wichtig, zu zeigen, was ein Rechtsstaat wirklich bedeutet. Es wird ja von diesen Kreisen immer wieder symbolisiert und so dargestellt, dass der demokratische Rechtsstaat europäischer Prägung ein schwacher Staat ist, wo man sich eigentlich alles leisten kann, wo man Gewalt ohne Weiteres ins Land bringen kann. Dem ist nicht so! Ein demokratischer Rechtsstaat ist wehrhaft, und das werden wir zeigen, und zwar unter Berücksichtigung der Grundrechte und unter Berücksichtigung der Transparenz. Hier ist dieses Haus gefordert, und ich bin mir sicher, dass wir angesichts dieser unglaublichen Vorgänge und der absoluten Notwendigkeit, hier wirklich alles dagegenzusetzen, was möglich ist, eine gute Lösung finden werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Galinski spricht damit das Prinzip der streitbaren Demokratie an. Was ist eine streitbare Demokratie? Was versteht er darunter? – Die Demokratie ermöglicht, eben aufgrund ihrer Toleranz, Gruppen, die dagegen arbeiten, dass sie gegen Toleranz und Demokratie vorgehen. Und das müssen wir mit aller Kraft stoppen! Die Linie unserer Regierung und unserer Republik muss sein: Null Toleranz gegenüber den Dschihadisten! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In meiner Religion – und dazu bekenne ich mich auch – sagt das 5. Gebot: Du sollst nicht töten! Und das gilt für jede andere Weltreligion auch: Du sollst nicht töten! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Jeder junge Mensch, der in unserem Land aufwächst, muss die unbedingte Achtung vor der Würde und dem Leben des Menschen haben, und er muss es auch vermittelt bekommen. Und jeder junge Mensch muss Perspektiven haben in unserer demokratischen Gesellschaft, denn das macht ihn immun gegen Extremismus und Terrorismus. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
oftmals ins falsche Eck gestellt worden sind, nämlich in dem Fall wir Freiheitliche. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da müssen wir natürlich alle gebotenen Maßnahmen setzen. Und da frage ich mich schon, Herr Justizminister: Warum wird hier nicht mit der vollen Härte eines Verbotsgesetzes gegen diese islamistische Organisation vorgegangen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit Saudi-Arabien etwa pflegen die Vereinigten Staaten freundschaftlichste Kontakte, auch wir, freundschaftlichste Kontakte, man sollte aber schon einmal die rechtsstaatliche Struktur dieses Staates hinterfragen. Was passiert dort eigentlich? – Dort werden Menschen, die eine Bibel besitzen, mit dem Handabhacken bedroht, und das wird auch rechtsstaatlich umgesetzt. Menschen, die ein Kreuz tragen, werden eingesperrt und dürfen gar nicht einreisen. Menschen, die homosexuell sind, werden mit der Todesstrafe bedroht. Es gibt auch noch andere Unglaublichkeiten. Dort, sage ich, wäre ein Dialogzentrum wichtig, vor Ort, dort, wo solche – das sage ich ganz bewusst – Missstände vorherrschen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Walser
Da stand, bitte, Folgendes drin (Zwischenruf des Abg. Walser) – da sollten Sie jetzt aufpassen! –, da stand: Man darf Frauen schlagen, das ist erlaubt. Der Weltherrschaftsanspruch ist proklamiert worden. Die Unzucht und der Abfall vom Islam haben mit der Todesstrafe bestraft zu werden. Homosexualität hat mit der Todesstrafe bestraft zu werden.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
in Hinterhöfen und anderen Gebetsräumlichkeiten unterrichtet wird! Der Verfassungsschutz warnt seit Jahren davor. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ.
Das, Herr Justizminister, bitte ich, sicherzustellen, dann haben Sie unsere vollste Unterstützung! Wir dürfen nicht mehr wegschauen und auch nicht mehr in den Winterschlaf versinken, sondern wir müssen ganz aktiv sein, sonst verschlafen wir es – und das ist eine wirkliche Bedrohung unseres Staates, unseres Rechtsstaates, unserer demokratischen Gesellschaft und unserer Wertestruktur. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Keine Frage: Es gehört jenen das Handwerk gelegt, die junge Männer, junge Burschen, junge Frauen unter falschen Versprechungen anwerben und verhetzen. Es ist rigoros gegen die Hintermänner des Dschihadismus vorzugehen. Und die Frage, warum wir kein Verbotsgesetz haben, beantwortet sich damit, dass wir jetzt schon eine Reihe von Strafbestimmungen haben, mit denen wir effizient vorgehen können: Die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ist strafbar, Terrorismusfinanzierung ist strafbar, Ausbildung für terroristische Zwecke ist strafbar, das Gutheißen terroristischer Straftaten ist strafbar, Verhetzung ist strafbar. Wir haben Möglichkeiten, gegen die Hintermänner des Dschihadismus vorzugehen und diese Paragraphen anzuwenden, wenn sie gewissenlos junge Menschen und deren Familien ins Verderben schicken. Egal, ob das Rechtsextremismus oder islamistischer Fundamentalismus ist – diese totalitären Anschauungen haben keinen Platz in unserer Gesellschaft, und das müssen die Betroffenen auch spüren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
es dem Terror gelingt, dass wir unsere Grund- und Freiheitsrechte einschränken, dann war er erfolgreich. Wenn es dem Terror gelingt, die Politik in Europa, in Amerika und in Österreich in Alarmbereitschaft zu versetzen und vor sich herzutreiben, dann war er erfolgreich. Das macht den Terrorismus für viele attraktiv: dass er diese Macht ausübt, dass er in gefestigten Demokratien die Politik in Alarmbereitschaft versetzt und vor sich hertreibt. Und dieser Angst dürfen wir nicht nachgeben. Wir müssen auch im Inland dem Terrorismus entschieden entgegentreten, indem wir genau in diesen Punkten nicht nachgeben und unsere rechtsstaatlichen Errungenschaften nicht opfern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Rädler: Hallo?!
Herr Minister, ich sage ganz ehrlich, aufgrund Ihres heutigen Auftritts gibt es, glaube ich, viel Konsens, Sie haben aber aus irgendeinem Grund – vielleicht haben Sie sich auch sozusagen in Ihrer Position weiterentwickelt (Abg. Rädler: Hallo?!) – ein Thema aus dem Paket nicht angesprochen. – Inhaltliche Weiterentwicklung ist nicht falsch, das war positiv gemeint.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Ich sehe es positiv, dass Sie es heute nicht formuliert haben. Vielleicht haben Sie sich in diesem Punkt weiterentwickelt – es würde mich freuen – und wir schauen wirklich, wo Lücken sind. In den Strafgesetzen, bei der Verhetzung, man kann durchaus diskutieren, ob es hier noch Nachbesserungsbedarf gibt, oder, wie Sie auch vollkommen richtig ansprechen, bei der Prävention. Das wichtigste Ziel muss es sein, zu erreichen, dass die Menschen, die Jugendlichen, gar nicht erst in die Dschihadisten-Szene hineinrutschen. Wenn wir bei den Strafgesetzen ansetzen, dann ist das in der Regel schon zu spät, dann ist es ja schon passiert. Unser Ziel muss es sein, zu verhindern, dass die Dschihadisten, die Hintermänner des Terrors bei den Jungen erfolgreich sind, und daher ist die Prävention – das haben Sie durchaus angesprochen – der richtige Punkt. Wir müssen Anlaufstellen schaffen, wo Eltern, Lehrer, Freunde anrufen können, wenn es erste Hinweise gibt, dass Jugendliche mit den Dschihadisten, mit den Terroristen in Berührung kommen. Wenn man diese Biographien liest, erkennt man, die Veränderung hat sehr langsam stattgefunden. Da müssen wir beginnen, damit sie nicht hineinrutschen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) – Letzter Satz.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
grausliche Kriegsalltag in Syrien attraktiver zu sein scheint? – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich muss allerdings sagen, es geht nicht nur um die Hintermänner des Terrorismus, es geht natürlich auch um die Vordermänner des Terrorismus, und ich halte es für falsch, zu sagen, es sei nur die Gesellschaft schuld daran, die armen Jugendlichen seien verführt worden. Wir haben ein Schuldstrafrecht, das besagt, dass der Einzelne schuld ist, der Einzelne Verantwortung trägt. Auch wenn jemand erst 15 oder 16 Jahre alt ist, meine Damen und Herren, ist er selbst dafür verantwortlich, wenn er in den Krieg geht. Es ist nicht die Gesellschaft, die zu wenig Deeskalierungs-Hotlines eingerichtet, zu wenig Burger und zu wenig Coca-Cola zur Verfügung gestellt hat, sondern es sind die einzelnen Leute, die in den Krieg gehen. Diese Individualverantwortung ist etwas ganz Wichtiges im Strafrecht, das sollten wir nicht kleinreden, meine Damen und Herren! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
der Hass ist bald da. Die Frage ist, ob man den Hass als solchen bestrafen kann, meine Damen und Herren! Erst wenn er mit Gewalt verbunden ist, wenn er wirklich mit Gewalt verbunden ist, zu Gewalt aufruft, dann sind wir alle aufgerufen, mit aller Härte zu bestrafen. – Das ist der eine Punkt, den ich ansprechen wollte. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Der andere ist der in den Medien auch immer wieder diskutierte Punkt des Landfriedensbruchs, meine Damen und Herren! Gerade jetzt, wenn wir über Terrorismus sprechen, sollten wir uns auch andere Möglichkeiten, die wir vielleicht bisher nicht vor Augen gehabt haben, vor Augen führen. Wenn wir eine mutmaßlich friedlich angemeldete islamische Demonstration hätten, die dann dschihadistisch gewaltsam ausartet, eine demokratische Institution angreift, ein jüdisches Zentrum angreift oder Ähnliches, dann weiß ich nicht, meine Damen und Herren, ob wir nicht sehr froh wären, wenn wir den Landfriedensbruchparagrafen hätten. Ich rufe also all jene, die dem kritisch gegenüberstehen, auf, ihre Kritik an diesem Paragrafen zu überdenken, ob es nicht auch Konstellationen gibt – wie eben aufgezeigt –, in denen auch sie sagen würden: Ja, die Demokratie muss wehrhaft sein, und dieser Paragraf hilft uns, auch terroristische Gewalttaten zu bekämpfen und so zu bestrafen, wie wir es wirklich wollen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Amon: Jedes Gesetz hat einen Anlass!
Was wir NEOS ablehnen – das war jetzt eine lange Einleitung –, ist, dass eine Bedrohung, die unzweifelhaft besteht, eigentlich dazu genutzt wird, bestehende Grund- und Freiheitsrechte einzuschränken. Wir verwahren uns gegen Anlassgesetzgebung, und ich begrüße es sehr, Herr Minister, dass das – zumindest habe ich heute diesen Eindruck gewonnen – auch nicht Ihr Ansinnen ist, denn die Forderung nach einer Anlassgesetzgebung zeigt meiner Meinung nach nichts anderes als eine gewisse Hilflosigkeit der Politik. (Abg. Amon: Jedes Gesetz hat einen Anlass!) – Na ja, man möchte schon ein geschlossenes Vorgehen verdeutlichen. Das ist, wie gesagt, meiner Meinung nach schon ein gewisser Ausdruck von Hilflosigkeit.
Beifall bei den NEOS.
Wenn man pauschal alle Bürgerinnen und Bürger sozusagen unter Generalverdacht stellt und dann den Zugriff auf Verdachtsfälle, was Terrorismus angeht, einschränkt, wird es meiner Meinung nach nicht verhältnismäßiger. Wir würden da gern in eine Diskussion eintreten, vor allem über Quick Freeze als Alternative. Ich würde anregen, das tatsächlich zu prüfen, und möchte von Ihnen heute abschließend noch gerne wissen, wofür jetzt die ÖVP im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung steht. Staatssekretär Mahrer hat sich in einem Interview in der „Presse“ dagegen ausgesprochen und gesagt, im Zweifel für die Bürger. – So sehen wir das auch. Wie sehen Sie das? (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich lehne es ab, immer von der anderen Seite her zu diskutieren, welche Rechte schon wieder der Justiz gegeben werden oder welche Rechte um Gottes Willen die Polizei bekommt. Das ist meiner Ansicht nach der verkehrte Ansatz. Die brauchen überhaupt keine Rechte, sondern es muss der bestmögliche Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger gewährleistet sein. – Das ist es in Wirklichkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin froh darüber, dass wir diese Frage im Sinne der Demokratie, im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger in den Griff kriegen, und ich denke weit über die beiden genannten Ministerien hinaus, denn es wird die gesamte Bundesregierung, es werden die Länder, die Kommunen, es wird die Zivilgesellschaft mitarbeiten müssen! Ich bitte Sie wirklich hinsichtlich der kommenden Diskussionen, diese nicht ununterbrochen von der verkehrten Seite her zu führen, sondern führen wir die Diskussionen ausschließlich über Fragen wie: Was für Instrumente brauchen wir, damit unsere Bürgerinnen und Bürger am besten geschützt sind? – Zu dieser Diskussion lade ich Sie sehr herzlich ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Terroristen!
„Sie töten und schlachten Tausende Menschen ... sie prahlen mit ihrer Brutalität ... sie behaupten, dies im Namen des Islam zu tun, das ist aber Unsinn, der Islam ist eine Religion des Friedens. Sie sind keine Muslime, sie sind Monster.“ (Ruf bei der FPÖ: Terroristen!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Julian Schmid.
Herr Justizminister, Sie haben gesagt, wer in Österreich Hass und Gewalt sät, wird Gefängnis ernten, und ich glaube, das ist die einzig richtige Antwort für all jene, die mit irgendwelchen Terrororganisationen sympathisieren. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Julian Schmid.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Kickl: Das sollte einmal laut gesagt werden!
Wir dürfen aber bei all dieser Emotion auch nicht vergessen, dass allein dieser Name „Islamischer Staat“ natürlich einen Konnex zu einer Religion herstellt, die in Österreich immerhin 500 000 Mitglieder hat. Mir ist es schon auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass 500 000 Muslime diese Gräueltaten genauso verabscheuen wie alle anderen in der österreichischen Gesellschaft und dass viele, die hier leben, friedlich sind. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Kickl: Das sollte einmal laut gesagt werden!)
Abg. Kickl: Das sollte einmal laut gesagt werden von den Verbänden und Vereinigungen!
Da bin ich ganz bei Ihnen, das soll laut gesagt werden. (Abg. Kickl: Das sollte einmal laut gesagt werden von den Verbänden und Vereinigungen!) Ich sage es hier laut, es
Allgemeiner Beifall.
sagt die Islamische Glaubensgemeinschaft, und ich glaube, es ist jeder in diesem Land aufgerufen, es ihnen gleichzutun und sich klar zu äußern und dazu zu bekennen, dass wir in Österreich null Toleranz für Hass, für Gewalt und für das Sympathisieren mit Terrorismus haben. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Julian Schmid.
In diesem Sinne bitte ich darum, dass wir es uns alle zusammen hier zur Aufgabe machen, ein Klima der Toleranz, des Friedens und des Miteinander zu fördern und all jenen eine klare Absage zu erteilen, die das stören wollen, die andere dabei unterstützen wollen und die diese Ruhe in Österreich gefährden wollen. – Besten Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Julian Schmid.)
Ruf bei der FPÖ: Genau!
Seit mindestens zehn Jahren weisen wir von der Freiheitlichen Partei darauf hin, dass diese Tendenzen in Österreich spürbar sind, dass es das gibt. (Ruf bei der FPÖ: Genau!) Wir fordern seit mindestens zehn Jahren, dass die Imame in den Moscheen Deutsch zu sprechen haben, damit auch unsere Behörden hören können, was dort gepredigt wird, ob es dort zu Verhetzungen kommt. Aber da sind wir immer als die „Panikmacher“ dargestellt worden, als diejenigen, die „übertreiben“ und „verunsichern“. – Nein, mitnichten! (Abg. Podgorschek: „Hetzer!“ „Hetzer“, die FPÖ!)
Abg. Podgorschek: „Hetzer!“ „Hetzer“, die FPÖ!
Seit mindestens zehn Jahren weisen wir von der Freiheitlichen Partei darauf hin, dass diese Tendenzen in Österreich spürbar sind, dass es das gibt. (Ruf bei der FPÖ: Genau!) Wir fordern seit mindestens zehn Jahren, dass die Imame in den Moscheen Deutsch zu sprechen haben, damit auch unsere Behörden hören können, was dort gepredigt wird, ob es dort zu Verhetzungen kommt. Aber da sind wir immer als die „Panikmacher“ dargestellt worden, als diejenigen, die „übertreiben“ und „verunsichern“. – Nein, mitnichten! (Abg. Podgorschek: „Hetzer!“ „Hetzer“, die FPÖ!)
Die Abgeordneten Kickl und Karlsböck: Unglaublich!
Ich erinnere daran – Sie können das in zahllosen APA-Meldungen, aber auch in Zeitungsartikeln nachlesen –: Immer wieder gab es Auffälligkeiten, gerade in den Moscheen. Da gab es im Jahre 2007 in Wien einen Imam, nämlich den Imam Adnan Ibrahim, der damals zum bewaffneten Aufruhr gegen staatliche Institutionen aufgerufen und die Hamas-Terroristen als Helden bezeichnet hat. Und genau dieser Herr Imam hat im August 2014, wieder mitten aus Wien, erneut zum Gaza-Dschihad und zum wahren Dschihad aufgerufen. (Die Abgeordneten Kickl und Karlsböck: Unglaublich!) Mitten aus Wien, meine Damen und Herren! Und das ist doch das wahre Problem, das wir haben, das aber Sie seit Jahren verleugnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erinnere daran – Sie können das in zahllosen APA-Meldungen, aber auch in Zeitungsartikeln nachlesen –: Immer wieder gab es Auffälligkeiten, gerade in den Moscheen. Da gab es im Jahre 2007 in Wien einen Imam, nämlich den Imam Adnan Ibrahim, der damals zum bewaffneten Aufruhr gegen staatliche Institutionen aufgerufen und die Hamas-Terroristen als Helden bezeichnet hat. Und genau dieser Herr Imam hat im August 2014, wieder mitten aus Wien, erneut zum Gaza-Dschihad und zum wahren Dschihad aufgerufen. (Die Abgeordneten Kickl und Karlsböck: Unglaublich!) Mitten aus Wien, meine Damen und Herren! Und das ist doch das wahre Problem, das wir haben, das aber Sie seit Jahren verleugnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Walter Rosenkranz: Unfassbar!
Sprich also, Nazar feiert weiterhin den Terror! (Abg. Walter Rosenkranz: Unfassbar!)
Beifall bei der FPÖ.
Da fängt es an; da müssen wir beginnen, vorsichtig zu sein, aufmerksam zu sein, solchen Menschen eben kein Podium zu geben und sie eben nicht auf ein solches zu stellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Zusammenhang gäbe es ja noch zig Beispiele. Es gibt zum Beispiel die islamistische Partei Hizb ut-Tahrir, die ihren Hauptsitz in Wien hat. Diese Partei ist in der Bundesrepublik Deutschland bereits verboten. In Österreich, in Wien aber kann sie weiterhin agieren. Da darf es einen wirklich nicht wundern, wenn dann in den Zeitungen steht, dass Wien die Drehscheibe derer ist, die für den Heiligen Krieg angeworben werden. Das darf nicht wundern, weil diese Nester seit Jahren bei uns sind, Sie aber nichts dagegen machen! Sie legen da lediglich Scheuklappen an und machen auch noch die Augen zu. Und wenn die FPÖ warnt, dann ist die FPÖ die Böse, die verunsichere und irgendwelche Monster herbeirede. – Mitnichten ist das so! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steinhauser: Das stört Sie offensichtlich!
de von Ihnen, Herr Kollege Steinhauser, ein bisschen sanftere Worte dazu erwarten, wenn gerade Sie sich hier hinstellen und von Terroristen und von Rechtsextremisten reden, die die Ablehnung spüren müssen. (Abg. Steinhauser: Das stört Sie offensichtlich!)
Abg. Steinhauser: ... dass Sie das stört!
Erklären Sie mir, wie Sie das mit dem Spüren gemeint haben: Haben Sie damit das Steinewerfen gemeint? (Abg. Steinhauser: ... dass Sie das stört!) Haben Sie damit den Terror gemeint, als Sie und Freunde Ihrer Fraktion mitmarschiert sind, als der Terror nach Wien gekommen ist?! Haben Sie das gemeint? – Das ist ebenso abzulehnen, weil das der erste Schritt in Richtung Terrorismus ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Erklären Sie mir, wie Sie das mit dem Spüren gemeint haben: Haben Sie damit das Steinewerfen gemeint? (Abg. Steinhauser: ... dass Sie das stört!) Haben Sie damit den Terror gemeint, als Sie und Freunde Ihrer Fraktion mitmarschiert sind, als der Terror nach Wien gekommen ist?! Haben Sie das gemeint? – Das ist ebenso abzulehnen, weil das der erste Schritt in Richtung Terrorismus ist. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Da redet die Richtige! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Schieder –: Also wir werfen keine Steine, Herr Klubobmann! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Dazu sage ich Ihnen schon Folgendes: Österreich hat eine funktionierende Demokratie. Gut, dass es so ist. Aber Leute wie Sie, die so unvorsichtig mit ihren Worten sind, sind auch eine Gefahr. (Abg. Schieder: Da redet die Richtige! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Schieder –: Also wir werfen keine Steine, Herr Klubobmann! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Und Sie, Herr Kollege Steinhauser, sollten sich auch einmal ein bisschen an der Nase nehmen, ob das, was im Jänner mitten in Wien passiert ist, ein Schaden von 1 Millionen €, wo unschuldige Menschen zum Opfer geworden sind, nicht auch abzulehnen wäre, anstatt jetzt zu winken und das für gut zu befinden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Steinhauser macht eine Geste in Richtung der Rednerin.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Steinhauser macht eine Geste in Richtung der Rednerin.
Dazu sage ich Ihnen schon Folgendes: Österreich hat eine funktionierende Demokratie. Gut, dass es so ist. Aber Leute wie Sie, die so unvorsichtig mit ihren Worten sind, sind auch eine Gefahr. (Abg. Schieder: Da redet die Richtige! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Schieder –: Also wir werfen keine Steine, Herr Klubobmann! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Und Sie, Herr Kollege Steinhauser, sollten sich auch einmal ein bisschen an der Nase nehmen, ob das, was im Jänner mitten in Wien passiert ist, ein Schaden von 1 Millionen €, wo unschuldige Menschen zum Opfer geworden sind, nicht auch abzulehnen wäre, anstatt jetzt zu winken und das für gut zu befinden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Steinhauser macht eine Geste in Richtung der Rednerin.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Das waren jetzt drei Ordnungsrufe! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich weiß schon, Sie sind gerne dabei, das glaube ich Ihnen. Sie können jetzt nur mehr Bewegungen machen, dass Sie mich hier vom Rednerpult weghaben wollen – und das ist Ihre Gesinnung. Aber das ist keine tolerante Gesinnung, Herr Steinhauser! Sie sind eine Gefahr für die Demokratie! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Das waren jetzt drei Ordnungsrufe! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Dass die Freiheitlichen es nicht aushalten, wenn Kritik am Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus geübt wird, das kennen wir ja zur Genüge (Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich würde jetzt gerne auf das eigentliche Thema, nämlich auf das Thema Bekämpfung des Terrorismus und des Extremismus zurückkommen. (Abg. Kickl: Aber nur, weil Linksradikalismus bei Ihnen nicht vorkommt! Diesen Begriff kennen Sie nicht! – Abg. Neubauer: Sie sind mehr beim „Schwarzen Block“ zu Hause!)
Abg. Kickl: Aber nur, weil Linksradikalismus bei Ihnen nicht vorkommt! Diesen Begriff kennen Sie nicht! – Abg. Neubauer: Sie sind mehr beim „Schwarzen Block“ zu Hause!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Dass die Freiheitlichen es nicht aushalten, wenn Kritik am Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus geübt wird, das kennen wir ja zur Genüge (Zwischenrufe bei der FPÖ), aber ich würde jetzt gerne auf das eigentliche Thema, nämlich auf das Thema Bekämpfung des Terrorismus und des Extremismus zurückkommen. (Abg. Kickl: Aber nur, weil Linksradikalismus bei Ihnen nicht vorkommt! Diesen Begriff kennen Sie nicht! – Abg. Neubauer: Sie sind mehr beim „Schwarzen Block“ zu Hause!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und NEOS.
Bis vor Kurzem war diese Debatte hier im Hohen Haus eigentlich sehr niveauvoll, was mich sehr gefreut hat, auch, dass über Fraktionsgrenzen hinweg die meisten Abgeordneten versucht haben, in einen konstruktiven Dialog einzutreten. Ich begrüße ausdrücklich die Ausführungen sowohl des Herrn Justizministers als auch der Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsfraktionen, die sozusagen zu einem Nachdenken eingeladen haben, damit wir gemeinsam effektive Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus sowie der Anwerbung in Richtung Terrorismus finden. Das finde ich sehr begrüßenswert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und NEOS.) Ich hoffe, dass das auch der Beginn einer besseren Diskussionskultur und gemeinsamer Anstrengungen sein wird.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Es war hier mehrfach von einem Schulterschluss die Rede. Wenn mit diesem Schulterschluss gemeint ist, dass alle in unserer Gesellschaft – über Glaubensbekenntnisse hinweg, über Abstammung, über Muttersprachen hinweg – gemeinsam sowohl gegen Extremismus und Terrorismus als auch gegen Rassismus und Diskriminierung Schulter an Schulter ankämpfen, dann bin ich sehr wohl für einen solchen Schulterschluss und begrüße diesen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich appelliere noch einmal an die Bundesregierung: Werden Sie hier aktiv! Ergreifen Sie echte Maßnahmen für Prävention und für Chancengleichheit! – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach.
Und deshalb: Keine Novellierung des Islamgesetzes, keine weiteren Zugeständnisse an eine Glaubensgemeinschaft, die ihre eigenen Bekenner nicht im Griff hat! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Und zur Rückkehr der ausgebildeten Kämpfer ist klar zu sagen: Wenn jemand unter Verdacht steht, dass er sich einer Terrorgruppe angeschlossen hat, muss dies Grund genug sein dafür, dass man ihm die Staatsbürgerschaft entzieht und dass ein Verbot für die Wiedereinreise ausgesprochen wird. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Daher zusammenfassend: Die Islamische Glaubensgemeinschaft müssen wir zur Verantwortung rufen. Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen so sorgfältig erziehen und sie mit einem humanistischen Wertekanon versorgen, dass sie nicht anfällig für radikale Strömungen sind. Wir müssen international intensiv mit Antiterrororganisationen zusammenarbeiten und das bestehende rechtliche Instrumentarium voll ausschöpfen und, wenn nötig, Rechtsgrundlagen überprüfen und verschärfen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Minister! Ganz kurz, Frau Kollegin Lintl: Wenn Sie meinen, dass der Verdacht dafür ausreichen soll, dass man jemandem die Staatsbürgerschaft entzieht, dann ist das mit dem Rechtsstaatsgedanken, den wir in Österreich haben, nicht wirklich vereinbar. Wenn, dann muss schon eine Straftat vorliegen, aber dass man auf bloßen Verdacht hin jemandem etwas entzieht, das geht wirklich gar nicht. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Ich glaube, es gibt zwei wesentliche Dinge, die im Zusammenhang mit Dschihadismus für uns in Österreich relevant sind. Das eine ist die Frage nach der Radikalisierung und den Menschen, die sich radikalisieren, und das andere ist die Frage, was das für Konsequenzen für uns in Österreich hat. Ich glaube, eine der wesentlichen Konsequenzen, die der Dschihadismus und die Radikalisierung auch für uns haben, ist die Frage, wie wir mit den Menschen, die vor dem Dschihadismus in ihren Heimatländern flüchten, umgehen, wie wir also mit diesen Flüchtlingen, die ja immer mehr werden, weil es zu Hause ethnische Säuberungen, Kriegswirren und so weiter gibt, umgehen. Ich glaube, darauf kann es nur eine Antwort geben, und das ist Solidarität und Menschlichkeit. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Herr Justizminister, das ist weder mit der Unschuldsvermutung noch mit dem Recht auf Privatleben in Einklang zu bringen – und das sind bekanntlich Grundrechte –, denn selbst wenn Sie die Daten nicht abfragen, ändert das nichts an der Tatsache, dass die Daten irgendwo gespeichert werden; und auch wenn es nur Verbindungsdaten sind, die gespeichert werden sollen, so sagen diese doch massiv viel über mein Privatleben aus. Und, Herr Minister, es tut mir leid, aber mein Privatleben geht Sie schlichtweg nichts an. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Franz.
Ein letzter Satz noch, weil Kollege Amon hier Benjamin Franklin zitiert hat und ihn vor allem richtig zitiert hat. Sie haben gesagt, das Wesentliche an diesem Zitat ist: „Jene, die grundlegende Freiheit aufgeben würden, um eine geringe Sicherheit zu erwerben, “ – Ich glaube, selbst wenn man Benjamin Franklin komplett richtig zitiert, trifft seine Aussage in diesem Zusammenhang, insbesondere mit der Vorratsdatenspeicherung, auch zu, denn was tun wir damit? – Wir geben wesentliche Freiheiten auf, um eine geringfügige Sicherheit zu bekommen. (Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Franz.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ja, Herr Bundeskanzler Faymann, Österreich ist neutral, und diese Neutralität ist nach wie vor auch im Verfassungsrang verankert. Das ist die immerwährende Neutralität, die auch nicht überholt ist und auch nicht veraltet sein kann, wie Herr Ostermayer das einmal in einem Interview angedeutet hat. Nein, diese Neutralität, die ist aufrecht, die haben wir nie aufgegeben, und auch mit dem Beitritt zur Europäischen Union ist sie weiter verankert geblieben. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, auf den man aufmerksam machen muss, weil ich seit Monaten einfordern muss – was heißt seit Monaten, seit Jahren! –, dass diese Neutralität endlich wieder mit Leben zu erfüllen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, das ist eine neutralitätspolitische und wirtschaftspolitische Geisterfahrt, die Sie da beschritten haben. Sie haben da einen Wirtschaftskrieg mit unterstützt – anders kann man das nicht bezeichnen. Und ich sage, dafür tragen Sie die Verantwortung, und dafür haben die Österreicherinnen und Österreicher, nämlich viele in diesem Land, überhaupt kein Verständnis, und wir auch nicht, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Grundsätzlich ist jede Friedensmission zu unterstützten. Ich hätte mir aber von Beginn an gewünscht, dass Sie den Pfad der Neutralität bewahren und auch entsprechend korrekt gegangen wären – was Sie nicht getan haben. Dann wäre nämlich die Friedensmission auch glaubwürdig gewesen, und dann hätten Sie auch als glaubwürdiger Vermittler eines neutralen Landes und Staates, der sich auch herausgehalten hat aus dem Konflikt, sicherlich eine völlig andere und positivere Rolle gehabt, wenn Sie mit Putin in Verhandlungen treten. So, muss man ehrlich sagen, kann das ja nicht wirklich ernst gemeint sein. Und es ist in Wahrheit lächerlich, wenn man zuerst die parteiliche Position beschreitet und dann den Eindruck vermittelt, als neutraler Vermittler auftreten zu wollen. Da werden Sie meiner Meinung nach auch nicht den entsprechenden Respekt der Gegenseite erfahren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber, Herr Bundeskanzler, diesen Widerspruch müssen Sie lösen. Er ist auf alle Fälle nicht gut für Österreich. Und ich sage, Tatsache ist, dass unsere Regierung mit den sinnlosen EU-Sanktionen gegen Russland unserer Ansicht nach klar und deutlich Verfassungsbruch begangen hat. Deshalb haben wir auch gestern eine Ministeranklage gegen Sie eingebracht, weil wir das nicht hinnehmen. Wir nehmen nicht hin, dass seit Jahren permanent die Neutralität sukzessive ausgehöhlt wird und dass Sie das munter und lustig fortsetzen. Das ist zum Schaden Österreichs – und wir wollen keinen weiteren Schaden für Österreich hinnehmen. Diese Neutralität ist unsere Schutzfunktion! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Nachbaur und Lintl. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ukraine zu schützen. – Ja, aber in erster Linie haben Sie die Freiheit, Unabhängigkeit und Neutralität Österreichs zu schützen und diesen Weg nicht zu verlassen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Nachbaur und Lintl. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Podgorschek.
Ich sage, diese undiplomatische Haltung, die da eingeschlagen wurde, ist nicht gut für das Land. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Podgorschek.) Als Vertreter Österreichs haben Sie unsere neutrale Position zu leben und sich darauf zu besinnen, und Wirtschaftssanktionen und ein Wirtschaftskrieg gegen Russland sind natürlich mit Interessenlagen verbunden.
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Und es ist auch nicht Russland der Aggressor, der Richtung NATO-Grenzen vorrückt, nein! Ich habe eher den umgekehrten Eindruck: Die NATO rückt an die russische Grenze vor. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Das ist doch heute der reale Gehalt, über den wir diskutieren wollen, und das sind die Interessenlagen, die im Raum stehen. Wenn der Herr Biden junior rein zufällig bei einem Gaskonzern heute bereits im Vorstand sitzt, na ja, dann ist es wahrscheinlich auch die demokratiebringende Funktion, die ihn dorthin geführt hat. – Nein, da sind natürlich Interessenlagen vorhanden.
Beifall bei der FPÖ.
So gesehen ist es wichtig, diese Interessenlagen auch offen anzusprechen, sichtbar zu machen und klar und deutlich zu sagen: Wenn man von vornherein den diplomatischen Weg beschritten hätte, dann hätten wir als neutrales Land klar und deutlich gefordert, dass die NATO nicht in die Ukraine sozusagen einkehrt, sondern die Ukraine eine neutrale Position einnimmt, dass man darüber hinaus für die russische Mehrheitsbevölkerung in der Ost- und Südostukraine einen Autonomiestatus und auch Minderheitenrechte sicherstellt und dass man die Ukraine eben nicht zu einem Spielball militärischer und wirtschaftspolitischer Interessenlagen macht. Das wäre notwendig gewesen, wenn man in der Region eine Eskalation nachhaltig hätte verhindern wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist leider nicht passiert. Man hat weiter eskaliert und man hat militarisiert, und man liefert ja auch schon fleißig Waffen. Das Waffengeschäft blüht ja auch in dieser Region, nicht nur im Nahen Osten: Die Amerikaner und andere verkaufen fleißig in die Region, und es wird ja permanent auch weiteres Waffenmaterial in diese Region geliefert. Das macht große Sorge! Das macht vielleicht Ihnen keine Sorgen, aber dieser regionale Brandherd kann ein Brandherd werden, der über die Region hinausgeht, und genau das wollen wir nicht. Wir wollen nie wieder in irgendwelche kriegerischen Handlungen hineingezogen werden. Wir haben alles zu tun, damit in Europa kein Krieg mehr stattfindet – und genau diese Verantwortung mahne ich ein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: ... dann egal, oder?
Neben dem Schaden in Bezug auf unsere Neutralität aufgrund der falschen Position erleben wir einen massiven wirtschaftlichen Schaden in Bezug auf die österreichische Bevölkerung. Tausende österreichische Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, ob im Bereich der Industrie, des Tourismus, des Handels oder auch der Landwirtschaft: über 50 000 Arbeitsplätze – 55 000 Arbeitsplätze sind es insgesamt –, die auch mit russischen Exporten und Importen in Verbindung stehen. 775 Millionen € kostet uns der Wahnsinn jetzt schon nach einer vorsichtigen Schätzung; manche Experten gehen davon aus, dass wir über eine Milliarde Schaden pro Jahr haben werden. Wir können es uns ja offensichtlich leisten bei den Staatsschulden, die wir haben, dass wir uns selbst eine weitere Milliarde pro Jahr an Schaden zufügen (Abg. Rädler: ... dann egal, oder?), und das sind vorsichtige Analysen.
Abg. Lopatka: Kollege Strache! Kollege Strache!
Russland stand im Jahre 2013 an zehnter Stelle der wichtigsten Handelspartner Österreichs, bitte, mit 1 200 österreichischen Unternehmen, die nach Russland exportieren. – Jetzt sind viele betroffen: Die Landwirtschaft ist betroffen, der Fleischexport, der Obstexport, ja, in vielen Bereichen haben wir bereits jetzt einen Schaden von über 100 Millionen €, und da spricht dann die Regierung von Ausgleichszahlungen. – Na ja, wer zahlt denn die wieder? Eh der österreichisches Steuerzahler! (Abg. Lopatka: Kollege Strache! Kollege Strache!) Also der Schaden, indem man sich ins eigene Fleisch schneidet, ist ja wirklich der größte Unsinn, der hier angerichtet wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Russland stand im Jahre 2013 an zehnter Stelle der wichtigsten Handelspartner Österreichs, bitte, mit 1 200 österreichischen Unternehmen, die nach Russland exportieren. – Jetzt sind viele betroffen: Die Landwirtschaft ist betroffen, der Fleischexport, der Obstexport, ja, in vielen Bereichen haben wir bereits jetzt einen Schaden von über 100 Millionen €, und da spricht dann die Regierung von Ausgleichszahlungen. – Na ja, wer zahlt denn die wieder? Eh der österreichisches Steuerzahler! (Abg. Lopatka: Kollege Strache! Kollege Strache!) Also der Schaden, indem man sich ins eigene Fleisch schneidet, ist ja wirklich der größte Unsinn, der hier angerichtet wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Und Leitl sagt, es „ist ein größeres Ausmaß an Schäden zu befürchten“, wenn wir uns weiter in Sanktionen und Drohungen hineinsteigern. Das wird aber Herrn Putin nicht beeindrucken, und es wird eher das Gegenteil davon auslösen. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Lopatka: Putin darf alles! Putin darf alles!
Ja, da hat der Herr Leitl recht, und in Deutschland sagen das die Wirtschaftsverantwortlichen ja auch. (Abg. Lopatka: Putin darf alles! Putin darf alles!) – Nein, Putin darf nicht alles! Vieles, was in der Region passiert, ist falsch, aber wir hängen weder an der Brust Putins noch an der Obamas. Sie hängen an der Brust Obamas und von Vertretern anderer Interessenlagen. Das ist das Verlassen der Neutralität, das ich anmahne. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, da hat der Herr Leitl recht, und in Deutschland sagen das die Wirtschaftsverantwortlichen ja auch. (Abg. Lopatka: Putin darf alles! Putin darf alles!) – Nein, Putin darf nicht alles! Vieles, was in der Region passiert, ist falsch, aber wir hängen weder an der Brust Putins noch an der Obamas. Sie hängen an der Brust Obamas und von Vertretern anderer Interessenlagen. Das ist das Verlassen der Neutralität, das ich anmahne. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Ich sage Ihnen, wir haben hier unsere Neutralität zu leben, unsere Interessenlagen der eigenen Bevölkerung voranzustellen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Und ich warne – das als Schlusssatz –: Auch die Raiffeisenbank wird in diesen Wahnsinn mit den Sanktionen verstrickt, wo unsere Banken in Russland 36 Milliarden an Investitionen haben und Ausfälle der Fall sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Also ich warne davor, diese Entwicklung weiter so fatal voranzutreiben und Österreich massiv zu schaden.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, wir haben hier unsere Neutralität zu leben, unsere Interessenlagen der eigenen Bevölkerung voranzustellen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Und ich warne – das als Schlusssatz –: Auch die Raiffeisenbank wird in diesen Wahnsinn mit den Sanktionen verstrickt, wo unsere Banken in Russland 36 Milliarden an Investitionen haben und Ausfälle der Fall sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Also ich warne davor, diese Entwicklung weiter so fatal voranzutreiben und Österreich massiv zu schaden.
Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kickl und Lopatka. – Abg. Wöginger: Das nächste Mal wird er einen Antrag einbringen, dass der Putin reden darf! – Ruf bei der ÖVP: Kriegstreiber!
Das wird Ihnen die Bevölkerung nicht danken, und da gehört auch einmal entsprechend gegengesteuert. (Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kickl und Lopatka. – Abg. Wöginger: Das nächste Mal wird er einen Antrag einbringen, dass der Putin reden darf! – Ruf bei der ÖVP: Kriegstreiber!)
Beifall bei der SPÖ.
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Mitglieder der Regierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Strache, Sie haben vergessen, uns ein bisschen etwas über die Aussagen des Herrn Gudenus zu erzählen. Es hätte uns auch interessiert, wie das gemeint war. (Beifall bei der SPÖ.) Ich würde mich auch genieren und nicht darüber reden, ich sage es Ihnen ehrlich, aber ich wundere mich, dass auch Sie schon so weit sind, dass Sie das absichtlich beiseitelassen. (Abg. Strache: Dem hört der Putin zu, im Unterschied zu Ihnen!)
Abg. Strache: Dem hört der Putin zu, im Unterschied zu Ihnen!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Mitglieder der Regierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Strache, Sie haben vergessen, uns ein bisschen etwas über die Aussagen des Herrn Gudenus zu erzählen. Es hätte uns auch interessiert, wie das gemeint war. (Beifall bei der SPÖ.) Ich würde mich auch genieren und nicht darüber reden, ich sage es Ihnen ehrlich, aber ich wundere mich, dass auch Sie schon so weit sind, dass Sie das absichtlich beiseitelassen. (Abg. Strache: Dem hört der Putin zu, im Unterschied zu Ihnen!)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was heißt das jetzt?
Wenn man sich aber die Mühe macht, herauszufinden, welche wirtschaftlichen Auswirkungen welche Maßnahme genau hat, ist es zwar nicht immer einfach, das auseinanderzuhalten, aber eines wird dadurch eindeutig: Die Waren, die nach langen Diskussionen auf der Sanktionsliste gemeinsam vereinbart wurden, sind zu 4 Prozent jene Güter, die wir mit Russland handeln. Also nicht 20, sondern 4 Prozent. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Und was heißt das jetzt?)
Abg. Kickl: Jetzt erklären Sie, dass die Sanktionen überflüssig sind? – Zwischenruf des Abg. Strache
Warum ich Ihnen das erzähle, ist, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist (Abg. Kickl: Jetzt erklären Sie, dass die Sanktionen überflüssig sind? – Zwischenruf des Abg. Strache) – nein, nein, im Gegenteil! –, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist von den in der WIFO-Studie beschriebenen Effekten, sondern von der Tatsache, dass in der Ukraine Krieg herrscht – davon ist die Wirtschaft betroffen! (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl) – und von der Tatsache, dass die Europäische Union nicht einfach sagen kann: Das geht uns nichts an!, sondern zu Recht die Souveränität und Integrität eines Landes – in dem Fall der Ukraine – hervorzuheben hat. (Abg. Strache: ... über den Souveränitätsbegriff! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Alles andere würde die Europäische Union schuldig werden lassen, nicht das ernst zu nehmen, was sie vertritt, nämlich die Unabhängigkeit und Souveränität eines Landes. Wenn Sie sich schuldig machen, die Souveränität kleinzureden, ist das Ihre Angelegenheit; ich bin froh, dass die Europäische Union mehr Moral und Gewissen hat als Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie sind der größte Souveränitäts...! Neutralitätsagnostiker! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl
Warum ich Ihnen das erzähle, ist, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist (Abg. Kickl: Jetzt erklären Sie, dass die Sanktionen überflüssig sind? – Zwischenruf des Abg. Strache) – nein, nein, im Gegenteil! –, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist von den in der WIFO-Studie beschriebenen Effekten, sondern von der Tatsache, dass in der Ukraine Krieg herrscht – davon ist die Wirtschaft betroffen! (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl) – und von der Tatsache, dass die Europäische Union nicht einfach sagen kann: Das geht uns nichts an!, sondern zu Recht die Souveränität und Integrität eines Landes – in dem Fall der Ukraine – hervorzuheben hat. (Abg. Strache: ... über den Souveränitätsbegriff! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Alles andere würde die Europäische Union schuldig werden lassen, nicht das ernst zu nehmen, was sie vertritt, nämlich die Unabhängigkeit und Souveränität eines Landes. Wenn Sie sich schuldig machen, die Souveränität kleinzureden, ist das Ihre Angelegenheit; ich bin froh, dass die Europäische Union mehr Moral und Gewissen hat als Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie sind der größte Souveränitäts...! Neutralitätsagnostiker! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: ... über den Souveränitätsbegriff! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Warum ich Ihnen das erzähle, ist, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist (Abg. Kickl: Jetzt erklären Sie, dass die Sanktionen überflüssig sind? – Zwischenruf des Abg. Strache) – nein, nein, im Gegenteil! –, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist von den in der WIFO-Studie beschriebenen Effekten, sondern von der Tatsache, dass in der Ukraine Krieg herrscht – davon ist die Wirtschaft betroffen! (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl) – und von der Tatsache, dass die Europäische Union nicht einfach sagen kann: Das geht uns nichts an!, sondern zu Recht die Souveränität und Integrität eines Landes – in dem Fall der Ukraine – hervorzuheben hat. (Abg. Strache: ... über den Souveränitätsbegriff! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Alles andere würde die Europäische Union schuldig werden lassen, nicht das ernst zu nehmen, was sie vertritt, nämlich die Unabhängigkeit und Souveränität eines Landes. Wenn Sie sich schuldig machen, die Souveränität kleinzureden, ist das Ihre Angelegenheit; ich bin froh, dass die Europäische Union mehr Moral und Gewissen hat als Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie sind der größte Souveränitäts...! Neutralitätsagnostiker! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie sind der größte Souveränitäts...! Neutralitätsagnostiker! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Warum ich Ihnen das erzähle, ist, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist (Abg. Kickl: Jetzt erklären Sie, dass die Sanktionen überflüssig sind? – Zwischenruf des Abg. Strache) – nein, nein, im Gegenteil! –, weil die Wirtschaft nicht betroffen ist von den in der WIFO-Studie beschriebenen Effekten, sondern von der Tatsache, dass in der Ukraine Krieg herrscht – davon ist die Wirtschaft betroffen! (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl) – und von der Tatsache, dass die Europäische Union nicht einfach sagen kann: Das geht uns nichts an!, sondern zu Recht die Souveränität und Integrität eines Landes – in dem Fall der Ukraine – hervorzuheben hat. (Abg. Strache: ... über den Souveränitätsbegriff! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Alles andere würde die Europäische Union schuldig werden lassen, nicht das ernst zu nehmen, was sie vertritt, nämlich die Unabhängigkeit und Souveränität eines Landes. Wenn Sie sich schuldig machen, die Souveränität kleinzureden, ist das Ihre Angelegenheit; ich bin froh, dass die Europäische Union mehr Moral und Gewissen hat als Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Sie sind der größte Souveränitäts...! Neutralitätsagnostiker! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Sagen Sie das einmal auch in die andere Richtung! – Ruf bei der SPÖ: Kickl, sei ruhig!
auch sagen würden! Wenn Sie das einmal auch in die andere Richtung sagen würden!) Das ist das Einzige, das wir gemeinsam voranzutreiben haben, wenn wir auch der Wirtschaft und den Menschen, die dort leben, nutzen wollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Sagen Sie das einmal auch in die andere Richtung! – Ruf bei der SPÖ: Kickl, sei ruhig!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Die NATO-Interessenlage vertreten Sie!
Nun sei es einigen – egal welcher Partei – unbenommen, für den Herrn Putin und seine Firmen zu arbeiten, wir als Politikerinnen und Politiker haben aber eine Verantwortung, die über die Frage eines Arbeit- oder Auftragnehmers hinausgeht, nämlich die Aufgabe, unabhängig von der NATO und unabhängig vom Herrn Putin unsere Politik zu bestimmen, und das werden wir auch weiterhin tun. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Die NATO-Interessenlage vertreten Sie!)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz
Es gibt eine Reihe von Verantwortlichen aus der Wirtschaft, die uns sagen, sie wollen Unterstützung bei der sogenannten Internationalisierungsoffensive. Die Wirtschaftskammer hat eine Reihe von richtigen Vorschlägen gemacht. Die Sozialpartner haben sich sehr ausführlich mit der Frage beschäftigt: Wie kann man in einer Krisensituation, die sich niemand gewünscht hat und die nur durch einen dauerhaften Frieden wieder zu beenden ist (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz), durch eine Internationalisierungsoffensive zwei Dinge erreichen: einerseits, dass Österreich auch auf anderen Märkten gerade in dieser Phase, wo der Raum Ukraine und Russland natürlich nicht als sichere Perspektive für wirtschaftliche Handelsbeziehungen gilt – ganz unabhängig von irgendwelchen Listen, sondern einfach durch den Krieg –, wie kann man also in einer Zeit, in der dort Unsicherheit herrscht und es daher auch nicht das Potenzial für Hoffnung auf das Erarbeiten von Produkten durch Forschung und Entwicklung und Handelsbeziehungen in diesem Bereich gibt, wie kann Österreich also in einer so schwierigen Zeit verstärkt in andere Bereiche der Welt exportieren, und das, was wir im Krisengebiet verlieren, auf der einen Seite in anderen Bereichen kompensieren, beziehungsweise dort, wo man nicht kompensieren kann, etwa im Bereich der Landwirtschaft, bei den nachweisbaren Schäden auch Direkthilfen leisten?
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Jeder, der auf dieser Seite steht, hat recht, wenn er sagt, Russland ist ein sehr ernst zu nehmender Partner, aber nicht zu den Bedingungen des Herrn Putin, sondern auf Basis der Wertehaltungen, die wir gemeinsam vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die in diesen Stunden diese Wertehaltung auch ernst nehmen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Rolle Österreichs als neutrales Land ist genau dieser Weg, und den haben wir schon in vielen Diskussionen hier auch dargestellt, nämlich dass Österreich der Vermittler ist, jene Kraft innerhalb der europäischen Gemeinschaft, die sich auch dafür einsetzt, dass vor allem einmal eines passiert: dass Ruhe und Frieden in die Region einkehren und alle Probleme, die bestehen, am Verhandlungstisch gelöst werden. Das ist Neutralitätspolitik, wie wir sie definiert haben, und es ist auch Neutralitätspolitik, wie sie der Bundeskanzler, der Außenminister, der Bundespräsident und viele andere, nämlich jene Leute, die in der OSZE sind, jene Leute, die im Europarat sind, leben, und das ist der Weg, für den wir stehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Genau das tun Sie nicht! Sie stehen auf der Seite der NATO! Das ist ja der Irrsinn! Sie treten unsere Neutralität mit Füßen!
Etwas erfüllt mich auch abseits der Ukraine mit großer Sorge – das muss ich Ihnen leider ganz offen sagen, Herr Strache –, nämlich das Verhalten der FPÖ in diesem Zusammenhang: Alle Parteien hier im Haus formulieren die Politik so, dass wir genau zwischen allen Blöcken und auf der Seite des Völkerrechts und des Friedens stehen. (Abg. Strache: Genau das tun Sie nicht! Sie stehen auf der Seite der NATO! Das ist ja der Irrsinn! Sie treten unsere Neutralität mit Füßen!)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Nur die FPÖ entwickelt sich zum großrussischen Arm hier im Parlament, und das will ich nicht. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Ich will als neutraler Österreicher nicht, dass
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
durch Sie großrussische Interessen hier am Rednerpult des Parlaments vertreten werden! Das ist nicht okay. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Strache: Reden! Mit diplomatischen Mitteln agie- ren!
Schicken Sie doch wen heraus, der uns erklärt, was Herr Gudenus dort dauernd tut! Es wird nicht der Wodka sein! (Abg. Strache: Reden! Mit diplomatischen Mitteln agie- ren!) Es wird auch nicht die Diplomatie sein! Im Februar 2012 fährt er zu Kadyrow, im März 2014 zu einem rechtsextremen großrussischen Treffen in Russland, im Juni 2014 ist Gudenus in Moskau, im September 2014 ist Gudenus in Moskau und dann noch einmal im September 2014. Was ist denn da los? – Da geht es nicht um Vermittlung, da geht es nicht um Wodka, und da geht es auch nicht um russische Literatur! (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Schicken Sie doch wen heraus, der uns erklärt, was Herr Gudenus dort dauernd tut! Es wird nicht der Wodka sein! (Abg. Strache: Reden! Mit diplomatischen Mitteln agie- ren!) Es wird auch nicht die Diplomatie sein! Im Februar 2012 fährt er zu Kadyrow, im März 2014 zu einem rechtsextremen großrussischen Treffen in Russland, im Juni 2014 ist Gudenus in Moskau, im September 2014 ist Gudenus in Moskau und dann noch einmal im September 2014. Was ist denn da los? – Da geht es nicht um Vermittlung, da geht es nicht um Wodka, und da geht es auch nicht um russische Literatur! (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Strache: Da herrscht ein Gleichgewicht! 20 Mal in Washington und 20 Mal in Moskau! Bitte zählen Sie alle Reisen auf!
Kommen Sie heraus und erklären Sie uns: Was hat Ihre Partei davon, dass Sie andauernd nach Moskau fahren und hier am Rednerpult auf einmal Putins Interessen vertreten? (Abg. Strache: Da herrscht ein Gleichgewicht! 20 Mal in Washington und 20 Mal in Moskau! Bitte zählen Sie alle Reisen auf!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Daher sage ich in Richtung FPÖ: Hände weg von der österreichischen Außenpolitik! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Abg. Walter Rosenkranz: Wer sagt das?
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann direkt bei Klubobmann Schieder anschließen. Herr Klubobmann Strache, Ihr Neutralitätsverständnis ist aus meiner Sicht ein äußerst skurriles. Aus der Sicht der Experten fallen die Formulierungen und die Beurteilungen viel, viel härter aus. Da ist von „völligem Unsinn“ die Rede, von „juristisch völlig daneben“. (Abg. Walter Rosenkranz: Wer sagt das?) Hans Winkler, der Direktor der Diplomatischen Akademie, spricht von „völligem Unsinn“, wenn Sie die Unterstützung der EU-Sanktionen als etwas darstellen, womit unsere Neutralität verletzt worden wäre.
Zwischenruf des Abg. Strache.
Universitätsprofessor Bernd Christian Funk spricht von „juristisch völlig daneben“. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Christian Funk hat mit uns absolut nichts zu tun, das sage ich Ihnen. Wenn Sie seine Gutachten lesen, können Sie feststellen, dass diese nicht ÖVP-freundlich sind. Er spricht im Hinblick auf Ihr Verhalten von „juristisch völlig daneben“. Und Professor Obwexer sagt, dass das, was Sie hier vertreten, überhaupt keine Chance hat, juristisch irgendwie ernst genommen zu werden. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Universitätsprofessor Bernd Christian Funk spricht von „juristisch völlig daneben“. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Christian Funk hat mit uns absolut nichts zu tun, das sage ich Ihnen. Wenn Sie seine Gutachten lesen, können Sie feststellen, dass diese nicht ÖVP-freundlich sind. Er spricht im Hinblick auf Ihr Verhalten von „juristisch völlig daneben“. Und Professor Obwexer sagt, dass das, was Sie hier vertreten, überhaupt keine Chance hat, juristisch irgendwie ernst genommen zu werden. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Gilt das auch in Richtung Westen?
Daher sage ich Ihnen: Wir haben keine wertfreie Neutralität, wie Sie sie darstellen. Unsere Neutralität ist eine militärische Neutralität. Aber wir sind Grundwerten verpflichtet, die Sie mit Füßen treten, nämlich Werten wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. – Das ist es, was unsere Neutralität auszeichnet, wofür wir stehen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Gilt das auch in Richtung Westen?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Für die Sanktionen schämen wir uns!
Daher sage ich Ihnen: Wir dürfen vor einem Völkerrechtsbruch nicht die Augen verschließen, wie Sie es getan haben! Putin darf nicht alles tun, was ihm in den Sinn kommt. Dabei dürfen wir nicht zusehen und noch applaudieren, wie Sie es tun, das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Für die Sanktionen schämen wir uns!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was wird dort vertreten? – Militant-aggressiv wird dort agiert, gegen die Freiheit, gegen Andersdenkende und gegen Andersaussehende wird dort vorgegangen. – Ich sage Ihnen: Das wollen wir nicht! Wir treten für die genannten europäischen Werte ein, und wir schämen uns in Moskau nicht wie Ihr Bundesparteiobmann-Stellvertreter, der Wiener Klubobmann Gudenus, der gesagt hat, dass er sich für die Werte schämt, für die Europa steht. – Da schäme ich mich für die Aussagen, die er dort getroffen hat, das sage ich Ihnen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ein absoluter Blödsinn!
Bei diesem Geheimtreffen im Mai, bei dem Sie ja dabei waren, bei dem der Stargast ein gewisser Herr Dugin war, hat dieser davon gesprochen, dass er sich ein Europa wünscht, das eine Art russisches Protektorat ist und wo die russischen Werte vertreten werden. (Abg. Strache: Das ist ein absoluter Blödsinn!) Sie sagen, das ist Blödsinn! Sie waren dabei, ich war nicht dabei, aber ich kenne seine Interviews, und daraus geht genau das hervor, was ich vorher gesagt habe.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Daher nehmen die Deutschen keine tschetschenischen Asylwerber mehr auf!
In Grosny waren Sie nicht dabei, aber Kollege Hübner, der noch reden wird, war in Grosny mit dabei, und er hat gemeint, dass dort Ruhe und Frieden herrschen. – Ihr Freund Kadyrow hat dort ein System, durch das bewirkt wird, dass wir es mit Tausenden Flüchtlingen hier in Österreich zu tun haben. Die Ursache dafür ist dieses System, das Sie verteidigen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Daher nehmen die Deutschen keine tschetschenischen Asylwerber mehr auf!)
Abg. Strache: 50 000 Tschetschenen sind in Österreich!
Wir haben das hier auszubaden für ein System ... (Abg. Strache: 50 000 Tschetschenen sind in Österreich!) – Ja, genau! Durch Ihren Freund Kadyrow bekommen wir diese Probleme exportiert! (Abg. Strache: Diese Tschetschenen melden sich dann als Kämpfer in Syrien! Das ist Ihre Verantwortung!)
Abg. Strache: Diese Tschetschenen melden sich dann als Kämpfer in Syrien! Das ist Ihre Verantwortung!
Wir haben das hier auszubaden für ein System ... (Abg. Strache: 50 000 Tschetschenen sind in Österreich!) – Ja, genau! Durch Ihren Freund Kadyrow bekommen wir diese Probleme exportiert! (Abg. Strache: Diese Tschetschenen melden sich dann als Kämpfer in Syrien! Das ist Ihre Verantwortung!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Sie finden das in Ordnung, wie (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Daher sage ich Ihnen: Es würde uns allen gut anstehen, wenn sich auch die FPÖ hier in diesen nationalen Konsens einordnen und die Friedensinitiativen unterstützen würde, die der Außenminister gesetzt hat und die auch vom Bundeskanzler durch sein Telefonat mit Putin unterstützt worden sind. – Überdenken Sie daher wirklich Ihre Position, denn wenn hier die Neutralität verletzt wird, dann ist es ständig die FPÖ mit ihrer privaten, skurrilen Außenpolitik! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Lopatka: Der Diplomat Hübner!
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Hübner. – Bitte. (Abg. Lopatka: Der Diplomat Hübner!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Lopatka.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Ja, ja, ja. – Danke fürs Wort! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Herr Kollege Lopatka, da helfen auch noch so viele Kadyrow-Zwischenrufe nichts! Wir sind jetzt bei einer Diskussion über die österreichische Neutralität. Es wird Ihnen vielleicht nicht aufgefallen sein, aber mir ist aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler bei einer Debatte über die Neutralität in insgesamt zehn bis elf Minuten das Wort Neutralität nicht einmal in den Mund genommen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Ja, ja, ja. – Danke fürs Wort! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Herr Kollege Lopatka, da helfen auch noch so viele Kadyrow-Zwischenrufe nichts! Wir sind jetzt bei einer Diskussion über die österreichische Neutralität. Es wird Ihnen vielleicht nicht aufgefallen sein, aber mir ist aufgefallen, dass der Herr Bundeskanzler bei einer Debatte über die Neutralität in insgesamt zehn bis elf Minuten das Wort Neutralität nicht einmal in den Mund genommen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Lopatka: Das ist völlig falsch!
Sie und Kollege Schieder haben das Wort Neutralität verwendet. Ich habe mitgezählt: Sie haben es dreimal und Kollege Schieder hat es zweimal verwendet. Er hat es aber eigentlich nur verwendet, um uns zu sagen, warum wir die Neutralität nicht einhalten. Das ist ja in Ordnung! Man kann ja, so wie Sie und Kollege Schieder, Gründe suchen, warum man nicht neutral ist. (Abg. Lopatka: Das ist völlig falsch!) Er kann sagen: Wir kämpfen für die Demokratie und für die Menschenrechte, deswegen sind wir nicht neutral, deswegen müssen wir Putin bekämpfen, solidarisch mit den Europäern und mit den Amerikanern. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Schieder: Nein!) Nicht wortwörtlich, ich habe es zusammengefasst, weil ich nicht fünf Minuten Schieder wiederhole! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schieder: Nein!
Sie und Kollege Schieder haben das Wort Neutralität verwendet. Ich habe mitgezählt: Sie haben es dreimal und Kollege Schieder hat es zweimal verwendet. Er hat es aber eigentlich nur verwendet, um uns zu sagen, warum wir die Neutralität nicht einhalten. Das ist ja in Ordnung! Man kann ja, so wie Sie und Kollege Schieder, Gründe suchen, warum man nicht neutral ist. (Abg. Lopatka: Das ist völlig falsch!) Er kann sagen: Wir kämpfen für die Demokratie und für die Menschenrechte, deswegen sind wir nicht neutral, deswegen müssen wir Putin bekämpfen, solidarisch mit den Europäern und mit den Amerikanern. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Schieder: Nein!) Nicht wortwörtlich, ich habe es zusammengefasst, weil ich nicht fünf Minuten Schieder wiederhole! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie und Kollege Schieder haben das Wort Neutralität verwendet. Ich habe mitgezählt: Sie haben es dreimal und Kollege Schieder hat es zweimal verwendet. Er hat es aber eigentlich nur verwendet, um uns zu sagen, warum wir die Neutralität nicht einhalten. Das ist ja in Ordnung! Man kann ja, so wie Sie und Kollege Schieder, Gründe suchen, warum man nicht neutral ist. (Abg. Lopatka: Das ist völlig falsch!) Er kann sagen: Wir kämpfen für die Demokratie und für die Menschenrechte, deswegen sind wir nicht neutral, deswegen müssen wir Putin bekämpfen, solidarisch mit den Europäern und mit den Amerikanern. – Das haben Sie gesagt. (Abg. Schieder: Nein!) Nicht wortwörtlich, ich habe es zusammengefasst, weil ich nicht fünf Minuten Schieder wiederhole! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schieder: Ich habe gesagt: auf Basis von Völkerrecht und Neutralität! Verdrehen Sie mir nicht das Wort! Jetzt verstehe ich, warum Sie sich mit Putin so gut verstehen, wenn Sie nie zuhören!
Das haben Sie gesagt. (Abg. Schieder: Ich habe gesagt: auf Basis von Völkerrecht und Neutralität! Verdrehen Sie mir nicht das Wort! Jetzt verstehe ich, warum Sie sich mit Putin so gut verstehen, wenn Sie nie zuhören!)
Beifall bei der FPÖ.
Besonders interessant ist auch, Kollege Schieder, wenn Kollege Lopatka sagt, er würde sich wünschen, dass die FPÖ den nationalen Grundkonsens verteidigt. – Das tun wir! Der nationale Grundkonsens ist verfassungsmäßig allerdings nach wie vor die immerwährende Neutralität. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schieder: Na eben! Zwischen den streitenden Parteien stehen! Das tut die Regierung!
Das Nächste: Sie sprechen nicht von einer Neutralitätsverletzung. – Wir sehen das so, da kann irgendein Professor sagen, was er will! Wir sind der Meinung, dass „neutral“ bedeutet, dass man zwischen den Streitparteien steht und nicht auf einer Seite. Also Sie haben (Abg. Schieder: Na eben! Zwischen den streitenden Parteien stehen! Das tut die Regierung!)
Beifall bei der FPÖ.
Dann können wir fragen: Ist das im Interesse Österreichs? Hat es etwas gebracht? Dann können wir sagen: Verlassen wir den Pfad der Neutralität gemeinsam! Das darf aber nicht durch Regierungsbeschlüsse irgendwo im Vorzimmer des Europäischen Rates oder Beschlüsse des Bundeskanzlers oder des Außenministers geschehen, sondern das müssen wir gemeinsam tun. Dann müssen wir das aber bitte hier im Parlament diskutieren. Wenn wir so fundamental unseren Grundkonsens ändern, wenn wir jetzt im europäisch-russischen oder amerikanisch-russischen Streit eine Seite einnehmen und an einem Wirtschaftskrieg teilnehmen, dann gehört das hier diskutiert! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir die Menschenrechte verteidigen und Wirtschaftssanktionen gegen alle verhängen wollen, die das nicht tun, dann müssen wir aber mindestens gegen 70 bis 90 Staaten so vorgehen! Es gibt nämlich nach allen Berichten, Human Rights Watch und so weiter, 70 bis 90 Staaten in der Welt, die die Menschenrechte mit Füßen treten. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Herr Lopatka! Herr Kollege Schieder! Herr Bundeskanzler! Wir sind über die bisherige Debattenführung seitens der Regierung schlichtweg entsetzt. Das kann ich so sagen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben uns nämlich zumindest erwartet, dass Sie in einer solchen Debatte zur Demokratie sprechen, anstatt wild um sich zu schlagen, untergriffigste Anschuldigungen zu erheben und zu sagen: Was tut Herr Gudenus in Moskau? – Wird die Neutralitätsfrage verletzt, wenn man nach Russland fährt und mit den Leuten redet? Ist das eine Neutralitätsverletzung? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ein Unsinn!
Da gibt es einen Alexander Dugin, der längst nicht mehr von der Ostukraine spricht, sondern der auch in Wien – in Ihrer Gegenwart, Herr Klubobmann Strache! – über „Noworossija“ gesprochen hat. „Neurussland“ heißt das bei Dugin, dem Putin-Berater, und bei Maxim Schewtschenko, einem weiteren Rechtsextremisten und Kopf des sogenannten Anti-Orange Committee. (Abg. Strache: Das ist ein Unsinn!) Sie sprechen von „Noworossija“, und „Neurussland“ ist nach Meinung dieser engen Putin-Verbündeten längst ein künftiger legitimer Teil Russlands, wo Russland das Recht hat, wie auf der Krim das Militär einzusetzen, um „Noworossija“ sozusagen nach Russland heimzuholen. – Das ist das großrussische Projekt.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich frage die Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei gerade in Anbetracht ihrer Parteigeschichte: Können Sie es wirklich verantworten, ein großrussisches Projekt mitten in Europa politisch zu unterstützen? – Ich halte das für vollkommen verantwortungslos! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Sie sind schon schlimmer als der Verschwörungstheoretiker Stadler!
Die letzte österreichische Partei, die einen russischen Überfall auf einen unabhängigen europäischen Staat gerechtfertigt hat, war die Kommunistische Partei Österreichs. (Abg. Strache: Sie sind schon schlimmer als der Verschwörungstheoretiker Stadler!) Diese war aus guten Gründen schon lang nicht mehr im österreichischen Nationalrat. Die Freiheitliche Partei ist die erste österreichische Parlamentspartei, an die ich mich erinnern kann, die den militärischen Überfall auf einen souveränen Staat politisch rechtfertigt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Politik, solche Aussagen und solche Ansichten haben in keinem Parlament der Europäischen Union auch nur irgendetwas verloren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die letzte österreichische Partei, die einen russischen Überfall auf einen unabhängigen europäischen Staat gerechtfertigt hat, war die Kommunistische Partei Österreichs. (Abg. Strache: Sie sind schon schlimmer als der Verschwörungstheoretiker Stadler!) Diese war aus guten Gründen schon lang nicht mehr im österreichischen Nationalrat. Die Freiheitliche Partei ist die erste österreichische Parlamentspartei, an die ich mich erinnern kann, die den militärischen Überfall auf einen souveränen Staat politisch rechtfertigt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Politik, solche Aussagen und solche Ansichten haben in keinem Parlament der Europäischen Union auch nur irgendetwas verloren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Die letzte österreichische Partei, die einen russischen Überfall auf einen unabhängigen europäischen Staat gerechtfertigt hat, war die Kommunistische Partei Österreichs. (Abg. Strache: Sie sind schon schlimmer als der Verschwörungstheoretiker Stadler!) Diese war aus guten Gründen schon lang nicht mehr im österreichischen Nationalrat. Die Freiheitliche Partei ist die erste österreichische Parlamentspartei, an die ich mich erinnern kann, die den militärischen Überfall auf einen souveränen Staat politisch rechtfertigt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Diese Politik, solche Aussagen und solche Ansichten haben in keinem Parlament der Europäischen Union auch nur irgendetwas verloren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Herr Klubobmann Strache, ich frage Sie persönlich etwas. Wenn in Wien alles schlecht ist, und wenn in Moskau alles gut ist: Warum gehen Sie nicht nach Moskau? (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Warum gehen Sie nicht nach Moskau? Warum gehen Sie nicht zu Dugin? Warum gehen Sie nicht zu Schewtschenko? (Abg. Strache: Warum gehen Sie nicht nach Kuba?) Warum gehen Sie nicht zu Putin? Dort wäre die Freiheitliche Partei bedauerlicherweise mehrheitsfähig. In diesem Nationalrat ist großrussische und freiheitliche Politik zum Glück nicht mehrheitsfähig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Warum gehen Sie nicht nach Kuba?
Herr Klubobmann Strache, ich frage Sie persönlich etwas. Wenn in Wien alles schlecht ist, und wenn in Moskau alles gut ist: Warum gehen Sie nicht nach Moskau? (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Warum gehen Sie nicht nach Moskau? Warum gehen Sie nicht zu Dugin? Warum gehen Sie nicht zu Schewtschenko? (Abg. Strache: Warum gehen Sie nicht nach Kuba?) Warum gehen Sie nicht zu Putin? Dort wäre die Freiheitliche Partei bedauerlicherweise mehrheitsfähig. In diesem Nationalrat ist großrussische und freiheitliche Politik zum Glück nicht mehrheitsfähig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Klubobmann Strache, ich frage Sie persönlich etwas. Wenn in Wien alles schlecht ist, und wenn in Moskau alles gut ist: Warum gehen Sie nicht nach Moskau? (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Warum gehen Sie nicht nach Moskau? Warum gehen Sie nicht zu Dugin? Warum gehen Sie nicht zu Schewtschenko? (Abg. Strache: Warum gehen Sie nicht nach Kuba?) Warum gehen Sie nicht zu Putin? Dort wäre die Freiheitliche Partei bedauerlicherweise mehrheitsfähig. In diesem Nationalrat ist großrussische und freiheitliche Politik zum Glück nicht mehrheitsfähig. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber jetzt geht es einmal um ein klares Signal gegenüber großrussischer und bedauerlicherweise auch freiheitlicher Politik vonseiten einer großen Mehrheit dieses Nationalrats. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Die langfristige Zerstörung des friedlichen Zusammenlebens in Europa ist auch eine traurige Folge dieser Wirtschaftssanktionen. Die Annäherung zwischen Russland und Europa war die größte Errungenschaft in Europa seit dem Fall der Mauer. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Die direkten Kosten der Sanktionen müssen wir auch noch betrachten. Allein die Landwirtschaft muss jetzt in der EU aufgrund der Umsatzausfälle durch die russischen Gegensanktionen mit 180 Millionen € gestützt werden, denn Sanktionen führen immer zu Gegensanktionen. Dieses Geld muss erst einmal von den österreichischen und anderen Steuerzahlern verdient werden! Die EU plant, auch mit europäischen Steuergeldern die Gazprom-Rechnungen zu bezahlen; Geld, das die korrupte ukrainische Führung den Russen schuldet. Wie kommen unsere Steuerzahler dazu, diese Rechnungen zu übernehmen? (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Natürlich führen die Sanktionen auch dazu, dass es neue Bankenrettungen wird geben müssen. Sie haben vielleicht gestern den Aktienkurs der Raiffeisen gesehen, als sie die Verluste aufgrund der Ukraine-Situation bekannt geben mussten. Sollten weitere Bankenrettungen oder Bankenunterstützungen notwendig werden, wer wird das dann, glauben Sie, zahlen? – Wieder die österreichischen Steuerzahler. Und das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Die Begriffe Kampfeinsätze zur Krisenbewältigung und Bekämpfung des Terrorismus sind ein Freibrief, denn diese werden mittlerweile extensiv ausgelegt. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) – Mein Schlusssatz kommt gleich. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Die Begriffe Kampfeinsätze zur Krisenbewältigung und Bekämpfung des Terrorismus sind ein Freibrief, denn diese werden mittlerweile extensiv ausgelegt. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) – Mein Schlusssatz kommt gleich. (Heiterkeit.)
Ruf bei der SPÖ: War er das?
Die österreichische Regierung sollte den Mut haben, den Österreichern die Wahrheit zu sagen: Seit dem EU-Beitritt existiert die Neutralität nicht einmal mehr auf dem Papier! (Ruf bei der SPÖ: War er das?) Das ist traurig, denn Österreich ist mit seiner Neutralität gut gefahren, und es wäre schön, wenn sie wirklich gelebt würde. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Strache: Es sind zwei Parteien, Herr Schieder, nicht eine! Da haben Sie sich wieder verzählt! – Abg. Krainer: Ist das jetzt der neue Standard für den Schlusssatz? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Strache: Es sind zwei Parteien, Herr Schieder, nicht eine! Da haben Sie sich wieder verzählt! – Abg. Krainer: Ist das jetzt der neue Standard für den Schlusssatz? – Weitere Zwischenrufe.
Die österreichische Regierung sollte den Mut haben, den Österreichern die Wahrheit zu sagen: Seit dem EU-Beitritt existiert die Neutralität nicht einmal mehr auf dem Papier! (Ruf bei der SPÖ: War er das?) Das ist traurig, denn Österreich ist mit seiner Neutralität gut gefahren, und es wäre schön, wenn sie wirklich gelebt würde. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Strache: Es sind zwei Parteien, Herr Schieder, nicht eine! Da haben Sie sich wieder verzählt! – Abg. Krainer: Ist das jetzt der neue Standard für den Schlusssatz? – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenruf der Abg. Nachbaur.
Es ist daher scheinheilig, die österreichische Neutralität vorzuschieben, um in Wirklichkeit handfeste wirtschaftliche Interessen zu schützen, Frau Kollegin Nachbaur. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Und es ist zynisch, Herr Kollege Strache, auf die Neutralität zu pochen, um ein nach innen autoritäres, nach außen aggressives Regime in Schutz zu nehmen, weil man in Wirklichkeit im geopolitischen Wettbewerb dieses Regimes mit den USA den eigenen unreflektierten Anti-Amerikanismus wiederzufinden glaubt (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP) oder weil man in einem autoritären homophoben Gehabe seiner Führer die eigenen Instinkte geweckt sieht. (Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn!)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP
Es ist daher scheinheilig, die österreichische Neutralität vorzuschieben, um in Wirklichkeit handfeste wirtschaftliche Interessen zu schützen, Frau Kollegin Nachbaur. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Und es ist zynisch, Herr Kollege Strache, auf die Neutralität zu pochen, um ein nach innen autoritäres, nach außen aggressives Regime in Schutz zu nehmen, weil man in Wirklichkeit im geopolitischen Wettbewerb dieses Regimes mit den USA den eigenen unreflektierten Anti-Amerikanismus wiederzufinden glaubt (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP) oder weil man in einem autoritären homophoben Gehabe seiner Führer die eigenen Instinkte geweckt sieht. (Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn!)
Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn!
Es ist daher scheinheilig, die österreichische Neutralität vorzuschieben, um in Wirklichkeit handfeste wirtschaftliche Interessen zu schützen, Frau Kollegin Nachbaur. (Zwischenruf der Abg. Nachbaur.) Und es ist zynisch, Herr Kollege Strache, auf die Neutralität zu pochen, um ein nach innen autoritäres, nach außen aggressives Regime in Schutz zu nehmen, weil man in Wirklichkeit im geopolitischen Wettbewerb dieses Regimes mit den USA den eigenen unreflektierten Anti-Amerikanismus wiederzufinden glaubt (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP) oder weil man in einem autoritären homophoben Gehabe seiner Führer die eigenen Instinkte geweckt sieht. (Ruf bei der FPÖ: Ein Unsinn!)
Zwischenruf des Abg. Darmann
Die Neutralität darf nicht als Feigenblatt missbraucht werden, um ein komfortables Abseitsstehen zu rechtfertigen. Die Neutralität ist und war nicht Neutralismus, sie verpflichtet nicht zur Äquidistanz zwischen Unrecht und Recht (Zwischenruf des Abg. Darmann), sie verbietet nicht die Parteinahme für Letzteres. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Die Neutralität darf nicht als Feigenblatt missbraucht werden, um ein komfortables Abseitsstehen zu rechtfertigen. Die Neutralität ist und war nicht Neutralismus, sie verpflichtet nicht zur Äquidistanz zwischen Unrecht und Recht (Zwischenruf des Abg. Darmann), sie verbietet nicht die Parteinahme für Letzteres. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Glawischnig-Piesczek.
auch gestern den gemeinsamen Antrag der SPÖ- und ÖVP-Kollegen in Sachen Ukraine unterstützt. – Danke. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich habe kurz aufgeatmet, als ich irgendwo gelesen habe, die Freiheitlichen sind der Neutralität verpflichtet. Na endlich, habe ich mir gedacht, die Freiheitlichen beginnen doch noch, schön langsam ihre außenpolitische Position zu korrigieren, denn keine Partei in diesem Haus hat in den letzten Monaten so einseitig Partei ergriffen wie die FPÖ. Und es wäre sicherlich nicht zum Schaden Österreichs, wenn die FPÖ in Zukunft außenpolitisch etwas ausgewogener auftreten würde. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Die Anschuldigungen der Freiheitlichen gegenüber der Regierung sind grotesk, denn die Bundesregierung verfolgt in der Ukraine-Krise die einzig vernünftige Politik. Jedenfalls nicht, indem wir uns vordergründig ständig auf die Neutralität berufen, in Wirklichkeit aber den Kopf in den Sand stecken und „nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen“ spielen. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) Das Sprechen wiederum stimmt nicht ganz, denn es wäre sinnvoller gewesen, wenn Herr Gudenus in Moskau nicht so laut gesprochen hätte. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Die Anschuldigungen der Freiheitlichen gegenüber der Regierung sind grotesk, denn die Bundesregierung verfolgt in der Ukraine-Krise die einzig vernünftige Politik. Jedenfalls nicht, indem wir uns vordergründig ständig auf die Neutralität berufen, in Wirklichkeit aber den Kopf in den Sand stecken und „nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen“ spielen. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) Das Sprechen wiederum stimmt nicht ganz, denn es wäre sinnvoller gewesen, wenn Herr Gudenus in Moskau nicht so laut gesprochen hätte. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Wir suchen auch das inklusive Gespräch, also das Gespräch mit allen entscheidenden Akteuren. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) Ich erinnere an die Gespräche, die Bundeskanzler Faymann mit der zukünftigen Außenbeauftragten der EU Federica Mogherini geführt hat, aber auch mit Präsident Putin, und demnächst folgt, glaube ich, ein Gespräch mit dem Präsidenten der Ukraine.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren! Martialische Muskelspiele, Ultimaten, groteske und menschenverachtende Überlegungen wie der Bau einer Mauer, das Verbieten einer Sprache: All das hat in unserem Jahrtausend nichts zu suchen! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Walter Rosenkranz: Nein! Nein!
die FPÖ dem Völkerrecht, dem Frieden und der Freiheit zuerkennt, nämlich offensichtlich einen sehr geringen. (Abg. Walter Rosenkranz: Nein! Nein!)
Beifall bei der SPÖ.
Dennoch: Meine Damen und Herren, unumgänglich, wenn auch mühsam und zeitintensiv, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, ist letztendlich die Diplomatie, ist der Dialog, ist das miteinander Reden. Und darauf setzt der Bundeskanzler und darauf setzt die Bundesregierung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Trotz all dieser Maßnahmen ist es aber wichtig für alle exportierenden Unternehmerinnen und Unternehmer und vor allem auch für unsere Tourismuswirtschaft, so rasch wie möglich zu einer friedlichen Lösung zu finden, die eine Beendigung der Sanktionen mit sich bringt und somit auch zu einer Erholung der beiden Märkte beiträgt. Daher ersuche ich auch die politischen Vertreter der FPÖ, mit ihren Auftritten in Russland nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, sondern die Regierung und unseren Nachbarschaftskommissar bei den Bemühungen zur Konfliktlösung zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wir werden einen Antrag stellen bei der ÖVP, ob wir ins Ausland fahren dürfen! – Abg. Lopatka: Südtirol ist ausgenommen!
Neutralität gegen Freiheit war einst unser Deal mit den Sowjets, und ich wünsche der Ukraine, dass sie so schnell wie möglich zu einer ähnlichen Lösung findet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Wir werden einen Antrag stellen bei der ÖVP, ob wir ins Ausland fahren dürfen! – Abg. Lopatka: Südtirol ist ausgenommen!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Wort „Neutralität“ ist teilweise verwendet worden, aber es ist auf jeden Fall festzustellen, dass sich die Regierungsparteien hier darum herumdrücken, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Entweder die Neutralität existiert, so wie wir sie 1955 beschlossen haben und weshalb wir auch jedes Jahr am 26. Oktober den Staatsfeiertag feiern, die für diesen Staat wichtig ist und auch wichtig in seiner Entstehung war, und auch, weil sie ein Teil des Bewusstseins der Österreicher ist. Oder die Neutralität wurde, wie das heute schon mehrfach erwähnt wurde, durch den Beitritt zur Europäischen Union, durch den Lissabonner Vertrag, durch die Petersberger Beschlüsse in Wirklichkeit obsolet und aufgelöst. Wenn das der Fall ist, dann reden Sie Klartext! Sagen Sie das der Bevölkerung! Schaffen wir den 26. Oktober als Staatsfeiertag ab! Aber in Wirklichkeit müssten Sie die österreichische Bevölkerung mit einer Volksabstimmung darüber abstimmen lassen, weil ein Abrücken von der Neutralität eine grundlegende Änderung der Verfassung wäre. (Beifall bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Glawischnig-Piesczek.
Solange Sie das nicht tun, halten Sie sich daran, wie man sich in so einem Falle als neutraler Staat verhält. Betrachten wir doch, wie diese ganze Situation in der Ukraine entstanden ist! Das ist doch niemals einseitig zu betrachten. Zu behaupten, wir Freiheitliche würden hier einseitig Partei ergreifen, ist ein Vorwurf, der absolut nicht richtig ist. (Ironische Heiterkeit der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Im Gegenteil! Man muss schlicht und einfach feststellen, wie das Ganze entstanden ist. Der ehemalige Abgeordnete Voggenhuber zum Beispiel steht ja dazu interessanterweise ganz auf derselben Linie wie die FPÖ, wenn man sein Interview in der „Wiener Zeitung“ anschaut. (Abg. Neubauer: Ist das ein Grüner?) Dass es eben nicht einseitig war, dass sehr wohl die Europäische Union und auch die NATO gezündelt haben und am Anfang dieses Konfliktes stehen, das muss man einfach miteinbeziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Ist das ein Grüner?
Solange Sie das nicht tun, halten Sie sich daran, wie man sich in so einem Falle als neutraler Staat verhält. Betrachten wir doch, wie diese ganze Situation in der Ukraine entstanden ist! Das ist doch niemals einseitig zu betrachten. Zu behaupten, wir Freiheitliche würden hier einseitig Partei ergreifen, ist ein Vorwurf, der absolut nicht richtig ist. (Ironische Heiterkeit der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Im Gegenteil! Man muss schlicht und einfach feststellen, wie das Ganze entstanden ist. Der ehemalige Abgeordnete Voggenhuber zum Beispiel steht ja dazu interessanterweise ganz auf derselben Linie wie die FPÖ, wenn man sein Interview in der „Wiener Zeitung“ anschaut. (Abg. Neubauer: Ist das ein Grüner?) Dass es eben nicht einseitig war, dass sehr wohl die Europäische Union und auch die NATO gezündelt haben und am Anfang dieses Konfliktes stehen, das muss man einfach miteinbeziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Solange Sie das nicht tun, halten Sie sich daran, wie man sich in so einem Falle als neutraler Staat verhält. Betrachten wir doch, wie diese ganze Situation in der Ukraine entstanden ist! Das ist doch niemals einseitig zu betrachten. Zu behaupten, wir Freiheitliche würden hier einseitig Partei ergreifen, ist ein Vorwurf, der absolut nicht richtig ist. (Ironische Heiterkeit der Abg. Glawischnig-Piesczek.) Im Gegenteil! Man muss schlicht und einfach feststellen, wie das Ganze entstanden ist. Der ehemalige Abgeordnete Voggenhuber zum Beispiel steht ja dazu interessanterweise ganz auf derselben Linie wie die FPÖ, wenn man sein Interview in der „Wiener Zeitung“ anschaut. (Abg. Neubauer: Ist das ein Grüner?) Dass es eben nicht einseitig war, dass sehr wohl die Europäische Union und auch die NATO gezündelt haben und am Anfang dieses Konfliktes stehen, das muss man einfach miteinbeziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kogler: Ja, hinaufgeschossen!
Ein wesentlicher Punkt war der Abschuss dieses Passagierflugzeugs. Es gibt bis heute keine Klärung, es gibt nur Mutmaßungen. Für mich ist es offen gesagt unverständlich, dass wir bei einer derartigen Überwachung (Abg. Kogler: Ja, hinaufgeschossen!),
Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek
die wir dank der USA haben, die ja dank NSA und so weiter alles abfangen (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek), keine Feststellungen darüber haben, wer ein derartiges Raketensystem abgeschossen hat, das ja sein Ziel mit Radar erfasst. Derartige Radarerfassungen werden ja wiederum registriert. Ich verstehe es schlicht und einfach nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Offenbar ist es eben nicht so eindeutig. Aber es war immerhin Grund genug, dass hier Sanktionen verhängt wurden. Was bringen jetzt diese Sanktionen? – Entweder Putin ist völlig irrational, so wie er immer wieder dargestellt wird – keine Ahnung, was wir heute für Schimpfworte gehört haben; da sind Sie ja relativ locker, muss ich sagen, interessanterweise, wo man hier angeblich differenziert diskutiert –, dann bringen Sanktionen gar nichts. Dann können diese ihn höchstens aufstacheln oder reizen. Oder er ist vernünftig, rational. Dann muss man mit ihm verhandeln, und nicht einen Wirtschaftskrieg durch Sanktionen führen, in den wir hineingezogen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Volksabstimmung!
Das heißt also, Österreich hat das Recht, in seinem Interesse zu agieren. Und das Interesse Österreichs ist es nach wie vor, seine Neutralität zu wahren. Außer wir führen die Diskussion darüber, dann soll es aber jemand sagen, dass er die Neutralität nicht mehr wahren will, und dann entscheiden wir selbst, ob wir an Sanktionen teilnehmen wollen oder nicht. (Abg. Strache: Volksabstimmung!) Das ist schlicht und einfach unser Recht, und darüber diskutieren wir auch. Da erwarten wir uns auch eine ehrliche Vorgangsweise, und eben nicht diese heuchlerische Art hier herinnen: Neutralität, ja, die gibt es noch immer! Wir sind die großen Vermittler dieser Erde! – Aber dann in Wirklichkeit, ganz einseitig auf einer Seite Partei ergreifend, den Wirtschaftskrieg mitbetreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt also, Österreich hat das Recht, in seinem Interesse zu agieren. Und das Interesse Österreichs ist es nach wie vor, seine Neutralität zu wahren. Außer wir führen die Diskussion darüber, dann soll es aber jemand sagen, dass er die Neutralität nicht mehr wahren will, und dann entscheiden wir selbst, ob wir an Sanktionen teilnehmen wollen oder nicht. (Abg. Strache: Volksabstimmung!) Das ist schlicht und einfach unser Recht, und darüber diskutieren wir auch. Da erwarten wir uns auch eine ehrliche Vorgangsweise, und eben nicht diese heuchlerische Art hier herinnen: Neutralität, ja, die gibt es noch immer! Wir sind die großen Vermittler dieser Erde! – Aber dann in Wirklichkeit, ganz einseitig auf einer Seite Partei ergreifend, den Wirtschaftskrieg mitbetreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wahlkabinen hat es gegeben, und die OSZE verlangt die durchsichtigen ...!
Linkspartei aus Deutschland!), die Wahlen als vorbildlich und wunderbar abgelaufen bezeichnet. Solche Details, wie, dass es keine Kuverts gegeben hat oder keine Wahlkabinen, sind offensichtlich landesüblich. Das hat Sie nicht gestört. (Abg. Strache: Wahlkabinen hat es gegeben, und die OSZE verlangt die durchsichtigen ...!) Aber der große politische Kontext, dass das nur dazu gedient hat, die Annexion im Nachhinein zu rechtfertigen, ist das Gegenteil von Diplomatie, sondern das ist ausschließlich Schmeichelei am Regime Russlands gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Podgorschek.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Podgorschek.
Linkspartei aus Deutschland!), die Wahlen als vorbildlich und wunderbar abgelaufen bezeichnet. Solche Details, wie, dass es keine Kuverts gegeben hat oder keine Wahlkabinen, sind offensichtlich landesüblich. Das hat Sie nicht gestört. (Abg. Strache: Wahlkabinen hat es gegeben, und die OSZE verlangt die durchsichtigen ...!) Aber der große politische Kontext, dass das nur dazu gedient hat, die Annexion im Nachhinein zu rechtfertigen, ist das Gegenteil von Diplomatie, sondern das ist ausschließlich Schmeichelei am Regime Russlands gewesen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Podgorschek.)
Ruf bei der FPÖ: Seit wann ist das Hetze?
Und was mit Sicherheit keine Diplomatie ist, sondern Hetze, ist, wenn Ihr Klubobmann aus Wien Sätze sagt wie: Ich warne vor der mächtigen Homosexuellenlobby, die Europa bedroht. (Ruf bei der FPÖ: Seit wann ist das Hetze?) – Was soll das sein? Ich meine: Warnen sie vor den Fans von Conchita Wurst? Oder was meinen Sie damit? (Abg. Strache: Familienlobbyisten sind wir, Frau Glawischnig!)
Abg. Strache: Familienlobbyisten sind wir, Frau Glawischnig!
Und was mit Sicherheit keine Diplomatie ist, sondern Hetze, ist, wenn Ihr Klubobmann aus Wien Sätze sagt wie: Ich warne vor der mächtigen Homosexuellenlobby, die Europa bedroht. (Ruf bei der FPÖ: Seit wann ist das Hetze?) – Was soll das sein? Ich meine: Warnen sie vor den Fans von Conchita Wurst? Oder was meinen Sie damit? (Abg. Strache: Familienlobbyisten sind wir, Frau Glawischnig!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Das ist das Gegenteil von Diplomatie. Das ist sich andienen, sich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit bei einem Regime einschmeicheln. Wladimir Putin hat offen in einem „Spiegel“-Interview (Zwischenrufe bei der FPÖ) – hören Sie mir noch kurz zu! – zugegeben, dass er Parteien in Europa auch mit dem Ziel zu destabilisieren, finanziert, und er hat als Namen Marine Le Pen genannt. Das ist die Kollegin, mit der Sie jetzt im Europaparlament gemeinsame Sache machen. Können Sie das ausschließen, dass er solche Überlegungen auch für Österreich hat? (Abg. Strache: Ganz sicher!) Dazu hätte ich gerne etwas von Ihnen gehört. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Ganz sicher!
Das ist das Gegenteil von Diplomatie. Das ist sich andienen, sich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit bei einem Regime einschmeicheln. Wladimir Putin hat offen in einem „Spiegel“-Interview (Zwischenrufe bei der FPÖ) – hören Sie mir noch kurz zu! – zugegeben, dass er Parteien in Europa auch mit dem Ziel zu destabilisieren, finanziert, und er hat als Namen Marine Le Pen genannt. Das ist die Kollegin, mit der Sie jetzt im Europaparlament gemeinsame Sache machen. Können Sie das ausschließen, dass er solche Überlegungen auch für Österreich hat? (Abg. Strache: Ganz sicher!) Dazu hätte ich gerne etwas von Ihnen gehört. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Das ist das Gegenteil von Diplomatie. Das ist sich andienen, sich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit bei einem Regime einschmeicheln. Wladimir Putin hat offen in einem „Spiegel“-Interview (Zwischenrufe bei der FPÖ) – hören Sie mir noch kurz zu! – zugegeben, dass er Parteien in Europa auch mit dem Ziel zu destabilisieren, finanziert, und er hat als Namen Marine Le Pen genannt. Das ist die Kollegin, mit der Sie jetzt im Europaparlament gemeinsame Sache machen. Können Sie das ausschließen, dass er solche Überlegungen auch für Österreich hat? (Abg. Strache: Ganz sicher!) Dazu hätte ich gerne etwas von Ihnen gehört. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Es hetzt niemand! Sie hetzen!
Im Übrigen, als österreichischer Politiker im Jahr 2014 gegen Schwule und Lesben zu hetzen, bitte entschuldigen Sie sich dafür. (Abg. Strache: Es hetzt niemand! Sie hetzen!) Wir warten bis heute noch auf eine Entschuldigung. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Wir sind Familienlobbyisten!) – Na sicher! Warnen vor der Gefahr, ich weiß nicht!
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Wir sind Familienlobbyisten!
Im Übrigen, als österreichischer Politiker im Jahr 2014 gegen Schwule und Lesben zu hetzen, bitte entschuldigen Sie sich dafür. (Abg. Strache: Es hetzt niemand! Sie hetzen!) Wir warten bis heute noch auf eine Entschuldigung. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Wir sind Familienlobbyisten!) – Na sicher! Warnen vor der Gefahr, ich weiß nicht!
Abg. Neubauer: Meinungsfreiheit gibt es auch! – Abg. Strache: Ich frage Sie: Wann gibt es Sanktionen gegen Saudi-Arabien, wo Homosexuelle mit Todesstrafe bedroht werden?
Hier geht es um Menschenrechte, um Grundrechte, um die Freiheit der sexuellen Orientierung, dass das nur einmal klar ist. Das ist einer der Grundwerte auch unserer österreichischen Gesellschaft und Menschenrechtsordnung. (Abg. Neubauer: Meinungsfreiheit gibt es auch! – Abg. Strache: Ich frage Sie: Wann gibt es Sanktionen gegen Saudi-Arabien, wo Homosexuelle mit Todesstrafe bedroht werden?)
Abg. Strache: Der Voggenhuber hat eine andere Sicht!
Eigentlich wollten wir ja auch noch über ein besorgniserregendes Thema, über die Sanktionen diskutieren. Sie haben sehr viel über Neutralität (Abg. Strache: Der Voggenhuber hat eine andere Sicht!) – Sie haben ja eh schon zwei Mal geredet, bitte darf ich jetzt? Wir können jetzt gerne über Sanktionen und Russland noch einmal ernsthaft diskutieren.
Abg. Kickl: Software kann man so oder so verwenden!
Worum geht es eigentlich? – Begonnen hat es mit Sanktionen gegen bestimmte Personen und ihre Bankverbindungen, die nachweislich etwas Negatives mit dem Konflikt zu tun hatten. Es geht auch um Waffen, es geht um Elektronik für Waffen, es geht um Software für Waffen. Wollen Sie das abschaffen? Ich bin sehr dafür, dass ein europaweites Waffenembargo gegen Russland aufrechtbleibt. Über andere Dinge kann man diskutieren. (Abg. Kickl: Software kann man so oder so verwenden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Gerne in einem Privatissimum!
Wenn Sie so gute Kontakte haben und so viel Diplomatie gepflegt haben, dann würde mich interessieren: Was wissen Sie denn über die weiteren Pläne von Wladimir Putin? Könnten Sie uns ein bisschen etwas erzählen? – Es wäre interessant gewesen, heute etwas darüber zu hören. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Gerne in einem Privatissimum!)
Abg. Strache: Bilaterale Gespräche sind abgelehnt worden zwischen EU und Ukraine!
Genau unter diesem Vorzeichen stand dieses Assoziierungsabkommen, denn die Ukraine hätte auf ihren wichtigsten Handelspartner verzichten müssen, auf Russland nämlich. Das wollte die Ukraine aber nicht, auch Janukowitsch wollte das nicht. Man kann von ihm halten, was man will, aber er wollte sein Land nicht ruinieren. Er wollte sein Land nicht von Russland abschneiden, es wirtschaftlich auf Jahrzehnte ruinieren, nur um jenen einen Gefallen zu tun, die immer noch im Kalten Krieg stecken (Abg. Strache: Bilaterale Gespräche sind abgelehnt worden zwischen EU und Ukraine!), jenen, die wollen, dass die Europäische Union, die NATO und natürlich auch die USA näher an Russland rücken und Russland sozusagen einkreisen, um letztlich das zu tun, was im Kalten Krieg eben nicht gelungen ist, nämlich Russland zu schwächen.
Beifall beim Team Stronach.
Wenn man sich noch einmal genau anschaut, was dann passiert ist, so war es so: Zuerst kommt die EU, setzt Janukowitsch das Messer an und sagt: Verzichte auf Russland oder verzichte auf uns! Da er nicht verzichten wollte, hat man den Maidan, die Maidan-Bewegung unterstützt, die ja eine faschistische Bewegung war. Man hat sie unterstützt, hat Janukowitsch letztlich weggeputscht und hat im Nachhinein diesen Putsch – und das war ein Putsch, denn Janukowitsch, man kann von ihm halten, was man will, war demokratisch gewählt –, viele EU-Politiker haben im Nachhinein diesen Putsch auch noch gutgeheißen. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Brosz: Der Sturz war undemokratisch!
Als ich das zum ersten Mal gehört habe, habe ich gedacht: Wo lebe ich, bitte? Die EU hat immer die Demokratie, die Menschenrechte ganz nach oben gestellt. Wenn man aber alles über Bord wirft, nur weil es einem nützt: Der Maidan war eine faschistische Bewegung und der Maidan war eine undemokratische Bewegung (Abg. Brosz: Der Sturz war undemokratisch!) und der Sturz Janukowitsch‘ war auch undemokratisch. Wenn die EU ihre Werte über Bord wirft und das gutheißt, dann frage ich mich, mit welcher Berechtigung die EU hintennach jetzt Sanktionen gegen ein Land verhängt, das nichts anderes tut als das, was die USA ja auch tun. Die USA vertreten ihre Interessen – und wenn es sein muss auch mit Gewalt. Das machen die USA, das machen ganz viele Länder auf dieser Welt. Und hören wir etwas davon? Haben wir schon Kritik gehört?
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich bin nicht USA-feindlich! Es gibt viele Dinge, die mir an den USA gefallen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.) Aber: Wenn etwas passiert, das zu kritisieren ist, dann ist das gefälligst zu kritisieren! Auch das ist Neutralität. (Beifall beim Team Stronach.) Neutralität heißt nicht, dass man sich auf die Seite jener schlägt, die einem gerade passen, sondern Neutralität heißt, dass man zwischen den Partnern vermittelt. Und genau das Gleiche hätten wir bei Russland und der Ukraine tun sollen, denn die Ukraine war immer eine Brücke zwischen der EU und Russland. Das hat gut funktioniert.
Beifall beim Team Stronach.
Ich bin nicht USA-feindlich! Es gibt viele Dinge, die mir an den USA gefallen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz.) Aber: Wenn etwas passiert, das zu kritisieren ist, dann ist das gefälligst zu kritisieren! Auch das ist Neutralität. (Beifall beim Team Stronach.) Neutralität heißt nicht, dass man sich auf die Seite jener schlägt, die einem gerade passen, sondern Neutralität heißt, dass man zwischen den Partnern vermittelt. Und genau das Gleiche hätten wir bei Russland und der Ukraine tun sollen, denn die Ukraine war immer eine Brücke zwischen der EU und Russland. Das hat gut funktioniert.
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.
Und was tun Sie? – Sie schlagen sich auf die Seite jener, die Unrecht getan haben, und Sie unterstützen Wirtschaftssanktionen, die letztlich allen schaden werden. Das ist nicht im Interesse Österreichs! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Rädler: „Weltbürger“!?
Als Weltbürger muss ich aber sagen, dass (Abg. Rädler: „Weltbürger“!?) – wir sind Weltbürger, Sie auch (Abg. Kickl: Universumsbürger!) – wir diese Sanktionen zu unterstützen haben und ich auch voll dahinterstehe, obwohl sie mich als Unternehmer betreffen, obwohl sie mich als Unternehmer auch schwächen. (Abg. Strache: Universell und spirituell!)
Abg. Kickl: Universumsbürger!
Als Weltbürger muss ich aber sagen, dass (Abg. Rädler: „Weltbürger“!?) – wir sind Weltbürger, Sie auch (Abg. Kickl: Universumsbürger!) – wir diese Sanktionen zu unterstützen haben und ich auch voll dahinterstehe, obwohl sie mich als Unternehmer betreffen, obwohl sie mich als Unternehmer auch schwächen. (Abg. Strache: Universell und spirituell!)
Abg. Strache: Universell und spirituell!
Als Weltbürger muss ich aber sagen, dass (Abg. Rädler: „Weltbürger“!?) – wir sind Weltbürger, Sie auch (Abg. Kickl: Universumsbürger!) – wir diese Sanktionen zu unterstützen haben und ich auch voll dahinterstehe, obwohl sie mich als Unternehmer betreffen, obwohl sie mich als Unternehmer auch schwächen. (Abg. Strache: Universell und spirituell!)
Beifall bei den NEOS.
Sprechen Sie nicht nur über Reformen, sondern bringen Sie die Reformen wirklich auf die Beine! Bringen Sie diese Reformen auf den Weg, damit die Menschen das in diesem Land spüren! Und nehmen Sie ihnen nicht am Ende des Monats 50 Prozent ihres Gehalts weg! Das trifft diese Menschen. Obwohl die Diskussionen über die Neutralität und die Sanktionen wichtig sind, aber das Unternehmertum muss gestützt werden, damit wir auch nachhaltig ein Überleben sicherstellen können, auch als neutrales Land. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde mich freuen, wenn der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, aber auch der Rechnungshof diesen Aspekt bei künftigen Planungen und Beurteilungen auch berücksichtigen würden. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, dass dieser Bericht des Rechnungshofes und der Großteil seiner Vorschläge wesentlich dazu beitragen können, dass die Mehrwertsteuerschuld in Österreich schrumpfen wird. Herzlichen Dank dem Rechnungshof! Und herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter MMMag. Dr. Axel Kassegger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Es ist durchaus richtig, dass es eine Würdigung des Rechnungshofes darstellt, dass seine Berichte zu so früher Tageszeit hier im Plenum behandelt werden. Aus unserer Sicht eine echte, wahrhaftige Würdigung des Rechnungshofes wäre es jedoch, wenn zum einem seine Vorschläge umfassend umgesetzt würden (Beifall bei der FPÖ) und zum anderen der Rechnungshof mit den Mitteln ausgestattet würde, die er zu seiner Aufgabenerfüllung braucht. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Dass dem nicht so ist, haben wir im Rahmen der Budgetverhandlungen schon festgestellt.
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter MMMag. Dr. Axel Kassegger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Es ist durchaus richtig, dass es eine Würdigung des Rechnungshofes darstellt, dass seine Berichte zu so früher Tageszeit hier im Plenum behandelt werden. Aus unserer Sicht eine echte, wahrhaftige Würdigung des Rechnungshofes wäre es jedoch, wenn zum einem seine Vorschläge umfassend umgesetzt würden (Beifall bei der FPÖ) und zum anderen der Rechnungshof mit den Mitteln ausgestattet würde, die er zu seiner Aufgabenerfüllung braucht. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.) Dass dem nicht so ist, haben wir im Rahmen der Budgetverhandlungen schon festgestellt.
Beifall bei der FPÖ.
Wir wissen alle, private Institutionen können eines sehr gut: rechnen. Es möge sich jeder selbst ein Bild davon machen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ, Team Stronach und NEOS.
Helfen Sie alle mit, damit wir öffentlich Druck machen gegen diese Misswirtschaft, die der Kollege im Detail aufgezeigt hat. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ, Team Stronach und NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir alle wissen, dass der Rechnungshof in den letzten Jahren eine Reihe von Aufgaben dazubekommen hat, Stichwort Medientransparenzgesetz, Parteiengesetz, neue Verantwortungen auf europäischer Ebene infolge der Haushaltsrechtsreform, die Prüfungen der Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern, wobei wir der Meinung sind, dass auch Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern vom Rechnungshof geprüft werden sollen. Wir wissen ja, wie die Gemeinden finanziell dastehen und dass der Rechnungshof ein guter Berater ist; er sollte meines Erachtens auch die Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern prüfen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich darf Sie um Zustimmung zu diesem Antrag bitten, denn wir alle wissen, wie wichtig der Rechnungshof ist, welch gute und richtige Arbeit er macht. Die Redner werden auch nicht müde, ihn immer zu loben und auf den Rechnungshof zu verweisen, aber wenn es dann wirklich ans Eingemachte geht, wenn es um die finanziellen Mittel geht, dann passiert nichts. Das ist meines Erachtens zu wenig, bitte stimmen Sie diesem Antrag zu! – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese beiden Punkte haben sich bis dato aber stark verbessert. Ich danke daher dem Rechnungshof, den Bediensteten sehr herzlich für ihre Kontrolltätigkeit und Kontrollarbeit im Sinne einer nachhaltigen positiven Aktivität der Bundesbehörden, möchte aber auch erwähnen, dass Kontrolle und Transparenz im Umgang mit Steuerbetrug, mit Steuerbekämpfung sehr wichtig sind. Ich hoffe, dass da in Zukunft sehr effektiv Hand angelegt wird. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Moser: Dazu gibt es eh die !
Sämtliche Stakeholder in diesem Zusammenhang sind keine professionellen Immobilienabwickler, das heißt, es ist durchaus so, dass uns entsprechendes Know-how – möglicherweise im Ministerium und auch in den Sozialversicherungen – fehlt. (Abg. Moser: Dazu gibt es eh die !) – Frau Kollegin, hören Sie mir zu, dann sage ich es Ihnen gleich! Ich habe es im Ausschuss bereits gesagt, und ich habe im Ausschuss auch
Zwischenruf der Abg. Moser.
schon einen konkreten Vorschlag gemacht: Man könnte ja überlegen, Transaktionen ab einer bestimmten Größenordnung zum Beispiel durch die Bundesimmobiliengesellschaft abwickeln zu lassen, um da Professionalität hineinzubringen, transparente Verfahren aufzusetzen und so den größtmöglichen Erlös, der im Interesse der Sozialversicherungsträger beziehungsweise eigentlich der Versicherten liegt, zu erwirken. (Zwischenruf der Abg. Moser.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke, das ist ein Vorschlag, über den man nachdenken kann, der jetzt auf dem Tisch liegt; dadurch kann man für die zukünftigen Transaktionen vielleicht höhere Erlöse erwirken. In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche noch viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Moser. – Abg. Jarolim: Soll der Rechnungshofpräsident eigentlich Mitglied dieses Untersuchungsausschusses werden?
Ich kann diesen Fall jetzt nicht im Detail abarbeiten, auch nicht die 199 Seiten, die der Rechnungshof hier im Detail aufbereitet hat, aber ich denke, genau der Fall im Vergabewesen des BMI zeigt, wie wichtig es ist, dass wir einen funktionierenden Rechnungshof haben, der den Dingen tatsächlich objektiv nachgehen kann, und wie wichtig es ist, dass im Rahmen der politischen Verantwortung in Zukunft mit Minderheitsrecht ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Moser. – Abg. Jarolim: Soll der Rechnungshofpräsident eigentlich Mitglied dieses Untersuchungsausschusses werden?)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Nach einer schwierigen Startphase ist das Projekt digitaler Behördenfunk gut und sicher gelandet. Es geht jetzt darum, dass die an dieses Projekt gestellten Erwartungen und Ansprüche erfüllt werden. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Weiters würde das eine absolute Überlastung für die Austro Control und für die Fluglotsen bedeuten. Also wenn ich hier einen anmeldepflichtigen Luftraum habe, der zirka um ein Drittel erhöht wird, dann möchte ich nicht wissen, was in der Austro Control stattfindet, wenn da alle Flüge angemeldet werden müssen. In diesem Fall ist klar, dass man mehr Personal benötigt und höhere Kosten entstehen. Die Frage ist: Wer soll das bezahlen? Ich denke, auch da wird es wiederum einmal über Umwege die Bürger treffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mein Appell daher: Bitte unterstützen Sie diesen Antrag! In Österreich ist der Luftraum groß genug für alle. Berücksichtigen wir Sicherheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Interessen! Starten wir eine neue und faire Diskussion! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.
einmal ein Appell, und ich werde nicht müde. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Ein Paradebeispiel oder ein typisches Beispiel ist dieser Digitalfunk meines Erachtens dafür, wie Geld verschwendet wird, wie Geld vernichtet wird, das dem Ministerium auf der anderen Seite fehlt. Wir brauchen uns nur die Schließungen der Polizeiinspektionen vor Augen zu führen, die vor einigen Monaten angestanden sind und die nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Sicherheit bringen. Wir sehen ja die aktuelle Problematik jetzt auch im Bereich der Asylwerber und der Flüchtlinge, vor allem auch in Spital am Semmering. Das war ja auch medial jetzt sehr präsent und wird auch beim nächsten Tagesordnungspunkt noch extra besprochen werden. Also da zuzusperren, da zu sparen und zu argumentieren, dass durch die Schließung von Polizeiinspektionen mehr Sicherheit gegeben ist, das ist sicherlich der falsche Weg, und dem können wir sicherlich nicht zustimmen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Zanger
Wir haben gestern auch im Zuge einer kurzen Runde besprochen, wie wir die Berichte vielleicht auch schneller abarbeiten oder alte Berichte eher beiseiteschieben könnten, um eben die Aktualität der Berichte auch zu wahren. Der Rechnungshof macht ja sehr viele Berichte (Zwischenruf des Abg. Zanger) – genau, Kollege Zanger hat das auch vorgeschlagen –, aber es ist halt leider dann nicht mehr die Aktualität gegeben, wenn wir sie hier im Hohen Haus behandeln, wie zum Beispiel hier auch bei diesem Bericht, der fast zehn Jahre bis zum Beginn der Ereignisse zurückgeht. Also das sind alles Punkte, die wir noch erledigen, die wir angehen müssen.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Zanger.
Wir arbeiten sehr gut mit dem Rechnungshofpräsidenten zusammen und der Rechnungshof mit dem Parlament. Ich glaube, das ist jetzt genug Lob. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Zanger.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ich bin der Überzeugung, dass der Digitalfunk eine wichtige und notwendige Einrichtung im Hinblick auf Sicherheit und Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen darstellt. Die Abwicklung dieses Projektes zeigt aber schlechte Projektabwicklung und fehlendes Kontrollmanagement. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Moser: Auch aus Niederösterreich!
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Hanger zu Wort. – Bitte. (Abg. Moser: Auch aus Niederösterreich!)
Zwischenruf des Abg. Zanger
Gleichzeitig sei aber auch gesagt, dass das Bundesministerium natürlich in manchen Dingen eine andere Sichtweise haben kann und dass naturgemäß nicht alle Empfehlungen des Rechnungshofes auch die richtigen Empfehlungen sind. Es sind sehr viele Empfehlungen umgesetzt worden, aber, wie gesagt, es gibt auch andere Sichtweisen (Zwischenruf des Abg. Zanger): zum Beispiel in der Einschätzung, dass öffentliche Sicherheitsinteressen beim Bundesministerium für Inneres zu berücksichtigen sind, dass eine relativ kleine Stichprobe gezogen worden ist, was für eine repräsentative Aussage problematisch sein kann.
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend noch einmal der Appell auch von meiner Seite: Ich glaube, das Ziel haben wir dann erreicht, wenn wir in Österreich eine hundertprozentige Netzabdeckung haben. Es ist noch nicht so weit, da sind der Bund und die Länder noch gefordert, aber ich glaube, dieses Ziel sollten wir immer vor Augen haben. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Durchschlag.
Die Kritik des Rechnungshofes wurde ernst genommen, die nötigen Konsequenzen daraus gezogen, und wir müssen es gemeinsam schaffen, dass so etwas in Zukunft nicht noch einmal vorkommt, nämlich im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher, im Interesse unserer Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Durchschlag.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Frage, was man momentan mit Asylwerbern in Österreich macht, ist tagespolitisch von höchstem Interesse. Da gibt es zahlreiche Dinge. Die Frau Bundesministerin verhandelt. Sie sagt uns permanent auch über die Medien einiges darüber, was da passieren soll. Gerade bei diesem Tagesordnungspunkt, bei dem sich auch Freiheitliche zu Wort melden werden, ist es eigentlich dringend geboten, dass die Frau Bundesministerin zu diesen Themen mit uns berät. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Daher würde ich Sie bitten, von diesem Antrag noch einmal Abstand zu nehmen, denn es ist eine ganz entscheidende Frage, wie in den nächsten Monaten – und Sie kennen den Ansturm der Flüchtlinge, der momentan gegeben ist – diese Unterbringung gewährleistet werden kann. Das geht nur im Einvernehmen mit den Bundesländern. Ich darf Sie daher noch einmal ersuchen, von diesem Antrag Abstand zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zweitens möchte ich auch auf die Usancen der parlamentarischen Behandlung verweisen. Wir sind mitten in den Beratungen bezüglich der Berichte des Rechnungshofs, und da ist es eigentlich die parlamentarische Planung, dass der Herr Rechnungshofpräsident uns zur Diskussion zur Verfügung steht – was er ja auch tut und was uns auch freut. Ich würde bei diesem Weg bleiben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Zanger: Geschäftemacherei!
Was kann man da besser machen? Vielleicht wäre es in der jetzt sehr hitzig geführten Debatte um die Unterbringung von Flüchtlingen in großen Institutionen ein zentraler Lösungsansatz, diese Empfehlung des Rechnungshofes aufzugreifen, sprich mehr Flüchtlinge in individuellen Einrichtungen unterzubringen (Abg. Zanger: Geschäftemacherei!), weil diese günstiger und überschaubarer sind, anstatt in großen Institutionen.
Abg. Zanger: Verständlich!
eher Verständnis, wenn in einem Ort kleinere Gruppen betreut werden, als wenn Hundertschaften von Flüchtlingen in einen Ort kommen (Abg. Zanger: Verständlich!) und dort zu betreuen sind, was naturgemäß diffuse Ängste schüren kann.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.
Sehr geehrte Damen und Herren! In internationalen Krisen, wie sie jetzt stattfinden, hat Österreich humanitäre Verpflichtungen und hat Aufgaben zu erfüllen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.) Es steht die kalte Jahreszeit bevor, und wir haben die Verpflichtung, jenen Flüchtlingsfamilien, die zu uns kommen, menschenwürdige Unterbringungen zu gewähren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! In internationalen Krisen, wie sie jetzt stattfinden, hat Österreich humanitäre Verpflichtungen und hat Aufgaben zu erfüllen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Zanger.) Es steht die kalte Jahreszeit bevor, und wir haben die Verpflichtung, jenen Flüchtlingsfamilien, die zu uns kommen, menschenwürdige Unterbringungen zu gewähren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, unsere Innenministerin wird mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit mit den Ländern gemeinsam – und ich denke, das ist wichtig: wirklich Länder, Gemeinden und Bund gemeinsam – an einer Lösung arbeiten. Denn unser Ziel muss es auf jeden Fall sein, diese zum Teil wirklich schwersttraumatisierten Menschen schnellst- und bestmöglich unterzubringen. Alles andere wäre unwürdig und entspricht auch nicht dem humanistischen Anspruch, der für uns von der ÖVP entscheidend ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
von SPÖ und ÖVP, die heute hier quasi in einer Sonntagsrede von besserer Aufteilung und von Einvernehmen sprechen, wo das Einvernehmen in diesem Fall geblieben ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man sich auch Anfragebeantwortungen der Frau Bundesminister, die heute leider nicht hier ist, aus dem Jahr 2012 anschaut, wonach wir in Österreich insgesamt 17 413 Asylanträge, aber nur 1 030 „Dublin“-Überführungen/-Rückstellungen gehabt haben, dann fragt man sich als verantwortungsvoller Politiker schon, wo hier auch die Einhaltung dieser Übereinkommen stattfindet. (Beifall bei der FPÖ.) Ich sage es ganz offen: Wir können es in vielen Bereichen nicht erkennen.
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Volle Unterstützung seitens der FPÖ! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Tamandl: Deswegen muss man die Sache kritisieren ...!
Vor diesem Hintergrund – und warum erwähne ich diese zwei Beispiele? – möchte ich doch ein wenig eingehen auf das Konzept des ÖAAB zur Steuerreform, denn der ÖAAB will genau dort anknüpfen, wo der Rechnungshof kritisiert. Er will nämlich (Abg. Tamandl: Deswegen muss man die Sache kritisieren ...!) den Steuerfreibetrag auf 7 000 € pro Kind ausweiten. Von Ihnen ist ja dieses Konzept maßgeblich gekommen, Frau Kollegin Tamandl! (Abg. Tamandl: Deswegen wollen wir es vereinfachen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wollen aber auch die Ausweitung der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungseinrichtungen haben. (Abg. Tamandl: Ja, deswegen wollen wir es vereinfachen!) Sie wollen zusätzlich die Absetzbarkeit von Kosten für Musikschule, Sprachferien, Ferienlager haben. (Abg. Tamandl: Danke, dass Sie das bekannt geben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Deswegen wollen wir es vereinfachen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Vor diesem Hintergrund – und warum erwähne ich diese zwei Beispiele? – möchte ich doch ein wenig eingehen auf das Konzept des ÖAAB zur Steuerreform, denn der ÖAAB will genau dort anknüpfen, wo der Rechnungshof kritisiert. Er will nämlich (Abg. Tamandl: Deswegen muss man die Sache kritisieren ...!) den Steuerfreibetrag auf 7 000 € pro Kind ausweiten. Von Ihnen ist ja dieses Konzept maßgeblich gekommen, Frau Kollegin Tamandl! (Abg. Tamandl: Deswegen wollen wir es vereinfachen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wollen aber auch die Ausweitung der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungseinrichtungen haben. (Abg. Tamandl: Ja, deswegen wollen wir es vereinfachen!) Sie wollen zusätzlich die Absetzbarkeit von Kosten für Musikschule, Sprachferien, Ferienlager haben. (Abg. Tamandl: Danke, dass Sie das bekannt geben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Ja, deswegen wollen wir es vereinfachen!
Vor diesem Hintergrund – und warum erwähne ich diese zwei Beispiele? – möchte ich doch ein wenig eingehen auf das Konzept des ÖAAB zur Steuerreform, denn der ÖAAB will genau dort anknüpfen, wo der Rechnungshof kritisiert. Er will nämlich (Abg. Tamandl: Deswegen muss man die Sache kritisieren ...!) den Steuerfreibetrag auf 7 000 € pro Kind ausweiten. Von Ihnen ist ja dieses Konzept maßgeblich gekommen, Frau Kollegin Tamandl! (Abg. Tamandl: Deswegen wollen wir es vereinfachen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wollen aber auch die Ausweitung der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungseinrichtungen haben. (Abg. Tamandl: Ja, deswegen wollen wir es vereinfachen!) Sie wollen zusätzlich die Absetzbarkeit von Kosten für Musikschule, Sprachferien, Ferienlager haben. (Abg. Tamandl: Danke, dass Sie das bekannt geben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Danke, dass Sie das bekannt geben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Vor diesem Hintergrund – und warum erwähne ich diese zwei Beispiele? – möchte ich doch ein wenig eingehen auf das Konzept des ÖAAB zur Steuerreform, denn der ÖAAB will genau dort anknüpfen, wo der Rechnungshof kritisiert. Er will nämlich (Abg. Tamandl: Deswegen muss man die Sache kritisieren ...!) den Steuerfreibetrag auf 7 000 € pro Kind ausweiten. Von Ihnen ist ja dieses Konzept maßgeblich gekommen, Frau Kollegin Tamandl! (Abg. Tamandl: Deswegen wollen wir es vereinfachen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wollen aber auch die Ausweitung der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungseinrichtungen haben. (Abg. Tamandl: Ja, deswegen wollen wir es vereinfachen!) Sie wollen zusätzlich die Absetzbarkeit von Kosten für Musikschule, Sprachferien, Ferienlager haben. (Abg. Tamandl: Danke, dass Sie das bekannt geben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Das stimmt nicht! Man kann das nämlich vereinfachen, Herr Kollege!
Das heißt, Sie wollen diese komplizierten Steuerbefreiungen prolongieren, reden aber auf der anderen Seite, wenn es um die Gegenfinanzierung geht, von Verwaltungsvereinfachungen! Da sieht man, dass Verwaltungsvereinfachungen in Ihren Augen nicht mehr als Lippenbekenntnisse sind, dass Sie überhaupt kein Interesse daran haben, diese komplexen Verwaltungsvorschriften in Form der Steuerbegünstigungen zu verändern. (Abg. Tamandl: Das stimmt nicht! Man kann das nämlich vereinfachen, Herr Kollege!) – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: Danke für die Darstellung ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: Danke für die Darstellung ...!
Das heißt, Sie wollen diese komplizierten Steuerbefreiungen prolongieren, reden aber auf der anderen Seite, wenn es um die Gegenfinanzierung geht, von Verwaltungsvereinfachungen! Da sieht man, dass Verwaltungsvereinfachungen in Ihren Augen nicht mehr als Lippenbekenntnisse sind, dass Sie überhaupt kein Interesse daran haben, diese komplexen Verwaltungsvorschriften in Form der Steuerbegünstigungen zu verändern. (Abg. Tamandl: Das stimmt nicht! Man kann das nämlich vereinfachen, Herr Kollege!) – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Tamandl: Danke für die Darstellung ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
2013 gab es in Österreich 17 500 Asylanträge. 2014 wird mit 26 000 Asylanträgen gerechnet, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Problem ist die Unterbringung, die wir ja vorhin schon diskutiert haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) und die wir in den letzten Wochen auch diskutiert haben, vor allem auch das Problem der Nicht-Kommunikation der Frau Bundesminister. Diesen Vorwurf muss sie sich gefallen lassen, denn man kann nicht über Nacht einen Mietvertrag mit einem Hotel abschließen und dann Asylanten dort unterbringen, ohne mit dem Bürgermeister zu sprechen, ohne mit der Bevölkerung zu sprechen, ohne hier Aufklärungsarbeit zu leisten, und einfach über die Menschen drüberfahren. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
2013 gab es in Österreich 17 500 Asylanträge. 2014 wird mit 26 000 Asylanträgen gerechnet, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Problem ist die Unterbringung, die wir ja vorhin schon diskutiert haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) und die wir in den letzten Wochen auch diskutiert haben, vor allem auch das Problem der Nicht-Kommunikation der Frau Bundesminister. Diesen Vorwurf muss sie sich gefallen lassen, denn man kann nicht über Nacht einen Mietvertrag mit einem Hotel abschließen und dann Asylanten dort unterbringen, ohne mit dem Bürgermeister zu sprechen, ohne mit der Bevölkerung zu sprechen, ohne hier Aufklärungsarbeit zu leisten, und einfach über die Menschen drüberfahren. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Ein weiterer Punkt, der ebenfalls wichtig und wo die Ministerin natürlich auch gefordert ist, ist, sich auf EU-Ebene einzusetzen, wenn es um die Aufteilung der Flüchtlinge und um die Flüchtlingsquoten geht. Wenn man sich vor Augen führt, dass nur zehn von den 28 EU-Ländern 90 Prozent der Asylanträge abzuwickeln haben, dann ist das auch keine Relation. Im Vergleich zum Nachbarland Italien: Dort kommen auf 1 000 Einwohner 0,2 Asylanten, in Österreich kommen auf 1 000 Einwohner 2 Asylanten! Hier passt also die Relation auch nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Das kann es nicht sein! Hier liegt eine verfehlte Sicherheitspolitik vor, und hier muss die Ministerin wirklich etwas tun. Diesen Appell darf ich auch an Sie von den Regierungsparteien, vor allem auf der Seite der ÖVP, richten. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Walter Rosenkranz: Aber sehr klein gedruckt!
Das führt natürlich auch zu einem bürokratischen Irrsinn, zu einem bürokratischen Wahnsinn. Das Ergebnis sieht man hier – ich habe Ihnen das mitgebracht (der Redner hält ein dickes Buch mit gelbem Umschlag in die Höhe) –: Das ist der aktuelle KODEX Steuerrecht, das ist sozusagen das gesammelte Steuerrecht in Österreich. (Abg. Walter Rosenkranz: Aber sehr klein gedruckt!) Hier sind mittlerweile 1 475 Seiten reingepackt, und das passt nur deswegen rein, weil es wirklich minimalste Schrift und das Papier unglaublich dünn ist.
Abg. Brosz: Weil sich nicht einmal der Grasser auskennt!
1 475 Seiten! – Da frage ich: Wer soll sich da noch auskennen? Sollen sich Bürger und Bürgerinnen da noch auskennen? Sollen sie noch verstehen, warum und wieso sie nach welchen Kriterien, nach welchen Maßstäben Steuern zahlen? – Es geht nicht, das ist unmöglich! (Abg. Brosz: Weil sich nicht einmal der Grasser auskennt!) Daher brauchen wir ein einfaches, transparentes Steuersystem, ein System, das die Menschen, die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen auch verstehen. Das heißt, wir wollen nicht mehr solche fetten Schwarten, wir wollen ein schlankes Steuerbuch. Wir brauchen aber nicht nur ein schlankes Steuerbuch, sondern auch viel schlankere Steuersätze. Da orientieren wir NEOS uns an Deutschland. Hätten wir bei uns in Österreich die deutsche Steuerbelastung, würde das jährlich pro Haushalt 4 000 € weniger bedeuten. Das ist nicht unmöglich; wenn es Deutschland schafft, schaffen wir das auch.
Beifall bei den NEOS.
Herr Rechnungshofpräsident, wir hoffen weiter auf Ihre Unterstützung und weiterhin auf so gute Berichte! – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kunasek: Fahren wir nach Spital am Semmering!
ner und nicht ganz so vertraut mit der Steiermark wie Sie, mir ist aber nicht bekannt, dass die Steiermark eine Asylindustrie aufgebaut hat. Ihr könnt in der Steiermark auf einen tollen Automobil-Cluster, auf tolle Leitbetriebe stolz sein. Vielleicht waren Sie schon seit Längerem nicht mehr in der Steiermark! Ich glaube jedenfalls, Verschwörungstheorien helfen niemandem weiter, lösen weder die Flüchtlingsproblematik noch die Frage der Arbeitsplätze in der Steiermark. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kunasek: Fahren wir nach Spital am Semmering!)
Beifall bei der SPÖ.
Vielleicht haben Sie ja auch konkrete Ideen dazu, wie man Arbeitsplätze in der Steiermark schaffen kann. Ich weiß nicht, ob die Asylindustrie in der Steiermark ein Zukunftsweg ist, das müssen Sie beurteilen. Am besten ist es aber, dass Sie auch einmal vor Ort mit den Menschen sprechen, wieder einmal nach Hause fahren, mit Vertretern der Betriebe sprechen und mir zeigen, welche Asylindustrieunternehmen es in der Steiermark gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höbart.
Es liegt jetzt an uns, diese Fragen nicht nur europaweit zu lösen, sondern auch österreichweit gemeinsam zu diskutieren. Gemeinsam mit den Bundesländern, gemeinsam mit den Gemeinden werden wir eine solidarische Lösung schaffen. Das sind wir den Menschen, den Flüchtlingen und natürlich auch der Republik Österreich schuldig. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Höbart.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
der FPÖ.) Und jetzt ist für diejenigen, die das Asyl tatsächlich brauchen würden, einfach kein Platz da. Vor diesem Dilemma stehen wir. Auch die Situation, dass man sagt, humanitär zu sein, ist unsere große Tradition – man denkt dabei natürlich an Ungarn und an die Tschechoslowakei – (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) – Frau Kollegin, Frau Vizebürgermeisterin aus Amstetten, bitte? Ich habe nicht gesehen, dass Sie auf der Rednerliste stehen. Der Zwischenruf schon wieder entfallen – gut, danke!
Beifall bei der FPÖ.
Es wurde vorhin die Zahl der Kopfquote in Italien genannt. Wir wissen ganz genau, wie viele aus Afrika in Italien landen. Sie werden aber dort nicht aufgenommen, sondern einfach stillschweigend, unter Bruch europäischer Regelungen nach Österreich durchgewunken. – Wir wollen nicht, dass solche Missstände auf europäischer Ebene existieren, wir haben schwer genug an unserem eigenen Ranzen zu tragen und viel zu leisten, für die, die in der Vergangenheit zu uns gekommen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Derzeit spielen sich kriegerische Auseinandersetzungen in Syrien, im Irak ab. Die Türkei ist ein islamisches Land, der Iran ist ein islamisches Land, in einem leben mehr Sunniten, im anderen Schiiten. An sich könnten alle, die dem Islam angehören, direkt in der Region, von zum Teil sogar sehr reichen Staaten aufgenommen werden. Warum müssen sie über so viele sichere Drittländer zu uns kommen? Warum muss es so sein? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Das ist einmal eine ganz bescheidene Frage. Wir können nämlich auch eines machen, wir können unseren humanitären Beitrag auch in Form von Geld leisten, es zum Beispiel direkt dort unten, wo die Flüchtlingsströme sind, einsetzen. Das wäre vielleicht auch sinnvoll.
Beifall bei der FPÖ
Da Herr Kollege Stein – „Steinwerfer“ wäre ich schon fast versucht gewesen, zu sagen (Beifall bei der FPÖ) – einen Zwischenruf gemacht hat: Bei der Frage der Unterbringungen gibt es noch verschiedenste Dinge, die zu beachten sind. Wir haben gesagt, wir wollen Christen aus diesen Regionen aufnehmen, weil diese nämlich von allen Seiten nicht besonders gut behandelt werden. Da hat es geheißen, 1 000 Christen kommen nach Österreich. Wir schaffen es aber nicht einmal, 500 hierher- und unterzubringen. Da sieht man: So schaut die Humanität der ÖVP aus.
Beifall bei der FPÖ.
Ich persönlich würde mir als Innenministerin einmal die Landkarte und die Wahlergebnisse anschauen, wo besonders viele Grünwähler, zum Teil kommunistische Wähler sind, die alle „Ja, nur herbei!“ sagen, und wo sie eben nicht sind. Das würde zu einer Win-win-Situation führen, bei der alle, die für den Asylmissbrauch sind, so wie die Grünen, die Menschen dort haben, die sie uns immer unterjubeln wollen, und in den anderen Gemeinden, die das nicht wollen, dann eben keine sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Königsberger-Ludwig: So tief, unmöglich!
Das ist eine sogenannte klassische Win-win-Situation. (Abg. Königsberger-Ludwig: So tief, unmöglich!)
Abg. Schwentner: Sie haben schon genug Ordnungsrufe provoziert!
Es ist im Prinzip auch bezeichnend dafür, dass diese Asyldebatte von Ihnen in Wirklichkeit – jetzt würde ich fast ein Wort gebrauchen, das ordnungsrufverdächtig wäre – (Abg. Schwentner: Sie haben schon genug Ordnungsrufe provoziert!)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Worte müssen Sie sich auch noch anhören, meine Damen und Herren: Sie selbst sind diejenigen, die bei den Forderungen, wenn es um ihr Eigenes geht, überhaupt nicht zustimmen. Das sehen Sie allein anhand der Rednerliste zum Thema Asyl: Es sind nur mehr Kollege Doppler und der Herr Präsident des Rechnungshofes gemeldet. Wenn es um die Frage von überbordenden Ausgaben, um Verschwendung im Asylbereich durch nicht geregelte Sachen geht, dann sind Sie hier im Gegensatz zu allen anderen Rechnungshof-Wortmeldungen sehr kleinlaut und trauen sich nicht einmal, sich zu Wort zu melden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Walter Rosenkranz: Danke, ich werde es in Form von Namen nicht mehr machen!
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Rosenkranz! Sie wissen, dass die Verunglimpfung oder Verunstaltung von Namen hier anwesender Abgeordneter verpönt ist. Ich verzichte zwar auf einen Ordnungsruf, aber ich bitte, zur Kenntnis zu nehmen, dass Sie das nicht mehr tun sollen. (Abg. Walter Rosenkranz: Danke, ich werde es in Form von Namen nicht mehr machen!) – Ich nehme das als entsprechende Klarstellung von Ihnen zur Kenntnis.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Kucher, komm einfach heraus, sage, was dir nicht passt – aber nicht so! Die Freiheitliche Partei hat sich dieses Themas sehr genau angenommen, das kannst du mir glauben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kollege Rosenkranz hat es angesprochen: Die Vorgangsweise der zuständigen grünen Landesrätin Berthold lehnen ich, die ÖVP und der Großteil der Bevölkerung ab. (Beifall bei der FPÖ.) Menschen, die Hilfe brauchen, muss geholfen werden, das steht außer Frage, aber eines kann es nicht geben: dass die Bevölkerung, die Bürgermeister einfach überrumpelt werden und auf sich allein gestellt sind. Das ist nicht in Ordnung.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Den Schleppern gehört das Handwerk gelegt, und da müssen alle EU-Länder mithelfen, nicht nur einige. Dazu – das wurde von Kollegen Rosenkranz angesprochen – gehören die Grenzkontrollen wieder her. Das fordern nicht nur wir Freiheitliche, sondern auch einige Landeshauptleute, obwohl Landtagswahlen anstehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit auch andere EU-Länder – das hat Kollegin Schenk bereits angesprochen – wachgerüttelt werden: Österreich, unsere Bundesländer und die Bevölkerung kann das nicht alleine tragen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist wirklich das, was aus den Bundesländern kommt, was wir unterstützen wollen, wo wir uns betreffend Unterstützung einig sind (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
sein. – Hier kommt jetzt die Nagelprobe für die ÖVP: Sind Sie den Interessen der österreichischen Bürger und der Bundesländer verpflichtet oder eher irgendetwas anderem Übergeordneten? (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.
Gerade die auf der heutigen Tagesordnung stehenden Berichte und Bereiche wie beispielsweise Finanzverwaltung, Gesundheit, Sicherheit, Asyl, Kultur, Immobilien, Infrastruktur und Außenpolitik zeigen, dass wir im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung sehr viel Potenzial haben, um das Geld effizienter und wirtschaftlicher einzusetzen; es einzusetzen, um den Qualitätsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden, und insbesondere es auch einzusetzen, damit mehr Transparenz besteht und die Steuergerechtigkeit mehr an Bedeutung gewinnt. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
der Ausgabenseite, sondern in gewissen Bereichen auch ein Qualitätsproblem haben. Das Geld, das wir einsetzen, wird nicht mit der Qualität verwendet, mit der es verwendet werden könnte, wenn wir in Zukunft eben nicht entsprechend besser steuern. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen fordern ganz konkret, gerade wenn es um Bürgerinitiativen geht, und das möchte ich nochmals betonen – auch wenn viele Abgeordnete der Meinung sind und es tatsächlich so ist, dass wir uns in einer repräsentativen Demokratie bewegen –: Wenn sich Bürger Gedanken machen, wenn es Themen gibt, die Bürger bewegen, dann wollen wir Freiheitliche, dass diese Anträge oftmals den Fachausschüssen zugewiesen werden, einen ordentlichen parlamentarischen Prozess durchlaufen – mit Expertenhearings und all diesen Dingen –, damit einmal Bürgerinitiativen tatsächlich ernst genommen werden. Das muss man an dieser Stelle sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hier muss ein Umdenkprozess stattfinden, um den parlamentarischen Ablauf gerade für Bürgerinitiativen zu verbessern, denn so kann man mit Bürgerinitiativen und Petitionen nicht umgehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Da waren wir sehr dafür! – Abg. Obernosterer: Hast du sie dir durchgelesen?
Auf der anderen Seite haben wir aber auch Bürgerinitiativen. Und ich möchte die Bürgerinitiative 51 betreffend eine Verbesserung im Bereich der Lehrlingsausbildung herausgreifen, bei der es darum geht, eine optimale Ausbildung jenen Lehrlingen zu ermöglichen, die im Bereich der Gastronomie tätig sind. (Abg. Pirklhuber: Da waren wir sehr dafür! – Abg. Obernosterer: Hast du sie dir durchgelesen?) – Ja, ich habe sie durchgelesen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
neue Ideen, neue Vorschläge einzubringen. – Ein recht herzliches Dankeschön! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen natürlich auch noch den Gesundheitsbereich, um das Hebammengesetz zu ändern, aber ich glaube, man sieht, wie schnell es gehen kann, eine menschliche und menschenwürdige Anerkennung von Kindern herbeizuführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzte Bürgerinnen und Bürger! Dieser Sammelbericht zeigt auf, dass es in unserem Land möglich ist, Bürgeranliegen unbürokratisch und möglichst bürgernah zu behandeln. Ich glaube – Kollege Lipitsch hat das schon betont –, Petitionen und Bürgerinitiativen sind ein wertvoller und vor allem sinnvoller Weg, Anliegen und Probleme aufzuzeigen und zu lösen. Sie sind ein positives Beispiel direkter Demokratie. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! Ich möchte Ihnen heute eine kurze Geschichte erzählen, die für mich symptomatisch ist für den Zustand der Republik und wie diese Republik mit Bürgerbeteiligung, direkter Demokratie umgeht. Man sieht es auch ein bisschen auf der Regierungsbank. Es ist niemand da, das heißt, hier sieht man auch den Stellenwert, den dieser Ausschuss hat, und das ist meiner Ansicht nach beschämend. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
So, was ist passiert? – Natürlich gab es einen Sturm der Entrüstung der Bevölkerung im gesamten Wipptal, und auch der Bürgermeister, wie in Tirol so üblich ein ÖVP-Bürgermeister, war verzweifelt und bittet ausgerechnet den blauen Nationalratsabgeordneten Peter Wurm um Hilfe, weil er sich von der eigenen Partei in Tirol im Stich gelassen fühlt und weil ihm da keiner hilft. (Beifall bei der FPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Dann kommt plötzlich Bewegung in die Geschichte – ich nehme an, bei der ÖVP hat es einiges an Turbulenzen gegeben – und plötzlich taucht eben die Petition Nummer 12/2014 vom Kollegen Hermann Gahr im Petitionsausschuss auf mit dem Inhalt, den eigentlich ich geschrieben haben könnte. Inhaltlich fordert er genau das Gleiche. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Er fordert, dieses Asylwerberheim nicht zu errichten, argumentiert es auch
Abg. Gahr: Das stimmt nicht!
Was macht der Bürgermeister stattdessen? – Bitte, wir sind in Österreich und nicht in Nordkorea, aber selbst in Nordkorea hätten die Leute jetzt gelacht: Der Bürgermeister macht auf eigene Kosten mit dem Gemeindewappen eine Umfrage. Das heißt, alle Bürger in Gries am Brenner bekommen einen Brief mit einem Wahlzettel und einem Rückantwortkuvert. Also das ist Nordkorea live in Tirol. Was passiert? – Der Bürgermeister bekommt die Rückantwortkuverts mit den Stimmzetteln, zählt sie zu Hause selbst aus (Abg. Gahr: Das stimmt nicht!) und veröffentlicht bei einer Pressekonferenz das Endergebnis, wo plötzlich die gesamte Grieser Bevölkerung für das Asylwerberheim ist. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Die Rücklaufquote – und das ist schon ein Vorwurf – von 99 Prozent macht nicht einmal die Presse in Tirol stutzig. Also das ist Nordkorea live, mir fehlen die Worte.
Heiterkeit bei der FPÖ.
Was macht der Bürgermeister stattdessen? – Bitte, wir sind in Österreich und nicht in Nordkorea, aber selbst in Nordkorea hätten die Leute jetzt gelacht: Der Bürgermeister macht auf eigene Kosten mit dem Gemeindewappen eine Umfrage. Das heißt, alle Bürger in Gries am Brenner bekommen einen Brief mit einem Wahlzettel und einem Rückantwortkuvert. Also das ist Nordkorea live in Tirol. Was passiert? – Der Bürgermeister bekommt die Rückantwortkuverts mit den Stimmzetteln, zählt sie zu Hause selbst aus (Abg. Gahr: Das stimmt nicht!) und veröffentlicht bei einer Pressekonferenz das Endergebnis, wo plötzlich die gesamte Grieser Bevölkerung für das Asylwerberheim ist. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Die Rücklaufquote – und das ist schon ein Vorwurf – von 99 Prozent macht nicht einmal die Presse in Tirol stutzig. Also das ist Nordkorea live, mir fehlen die Worte.
Beifall bei der FPÖ.
Was ist die Moral von der Geschichte? – Bitte, es kann im Jahre 2014 nicht sein, dass ein Bürgermeister die gesetzliche Möglichkeit hat, eine legitime Volksbefragung einfach nicht durchzuführen. Hier sind wir gefordert, im Parlament und auch im Ausschuss, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit so etwas nicht mehr passieren kann, damit der Bürger zu seinem Recht kommt, unabhängig vom Thema, um das es an sich geht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Hauptsächlich!
Zweiter Punkt: Herr Abgeordneter Wurm hat gesagt, die Polizeistation in Gries am Brenner habe nur die Aufgabe, die Schlepperroute nach Norden zu kontrollieren. (Abg. Peter Wurm: Hauptsächlich!) – Das stimmt nicht! Diese Polizeistation hat genau die Aufgaben wie jede andere Polizeistation in Österreich auch.
Abg. Peter Wurm: Da gibt es ein Rechtsgutachten!
Dritter Punkt: Zur Volksbefragung kam es deshalb nicht, weil die Tiroler Gemeindeordnung vorsieht, dass Volksbefragungen in einem Ort nur zu Angelegenheiten durchzuführen sind, die die Gemeinde betreffen und wo die Gemeinde die Kompetenz hat. (Abg. Peter Wurm: Da gibt es ein Rechtsgutachten!)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Für Flüchtlingsfragen sind, wie wir wissen, die Länder zuständig, und daher war laut TGO diese Befragung zu untersagen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Da sehen Sie, dass wir Änderungen in der Geschäftsordnung brauchen, dass auch Ministerien verpflichtet sind, innerhalb einer bestimmten Zeit von zum Beispiel acht Wochen die Antwort zu liefern. An dieser Änderung werden wir gemeinsam, hoffe ich, noch arbeiten. Und darüber hinaus möchte ich auch noch dem Kollegen Pock für seine Bemühungen als Vorsitzender an dieser Stelle danken, der sich wirklich bemüht, dass etwas weitergeht, dass wir ein konstruktives Klima haben und dass wir auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger hier etwas weiterbringen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da können wir heute über Petitionen reden, über Bürgerbeteiligung reden, aber wir müssen es auch leben. Und leben müssen wir es vor allen Dingen dort, wo wirklich auch gelebt wird, nämlich in unseren Gemeinden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte meinen Redebeitrag eigentlich dem Thema Bundesheer widmen, auch wenn ich zugeben muss, dass das irgendwie jetzt schön langsam eine Übung ist, die zu einer traurigen Gewohnheit wird, denn seit 2008 bin ich jetzt im Parlament, seit 2008 melde ich mich immer wieder zu Wort, so wie auch viele andere Kolleginnen und Kollegen, die wissen, wie es um das Bundesheer bestellt ist. Ich habe deshalb auch die Petition „Rettet das Bundesheer“ gestartet, und Tausende Menschen haben sie auch unterstützt, nämlich Menschen, die letztes Jahr ein klares Votum für die Beibehaltung der Wehrpflicht abgegeben haben und damit natürlich auch für eine Reform des Wehrdienstes, auch mit einer finanziellen Ausstattung, die es ermöglicht, die verfassungsmäßigen Aufgaben des Bundesheeres weiterhin sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schönegger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, von dem hat aber das Bundesheer nichts, von dem hat auch die Bevölkerung nichts. Es ist Zeit, auch zu handeln. Deshalb ist es, glaube ich, wichtig, mit dieser Petition die von über 2 000 Menschen unterstützt und unterschrieben wurde, ein klares Signal zu setzen. Und ich fordere vor allen Dingen auch die Wehrsprecher der anderen Fraktionen auf, jetzt im Herbst dann wirklich diesen immer wieder viel zitierten Schulterschluss zu leben, von dem man immer wieder hört und liest, auch in Presseaussendungen, in öffentlichen Kommentaren, aber von dem leider bis dato im Verteidigungsausschuss, aber auch hier im Plenum nichts zu sehen war. (Zwischenruf des Abg. Schönegger.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend möchte ich mich wirklich bei den Offizieren, Unteroffizieren, Grundwehrdienern, Chargen im Bundesheer bedanken, die in den letzten Jahren trotz widriger Umstände ihre Aufträge im In- und Ausland tadellos erfüllt haben. Ich sage an dieser Stelle danke, und vor allen Dingen hoffe ich, dass wir hier dieses Polittrauerspiel irgendwann beenden und für eine finanzielle Ausstattung des Bundesheeres sorgen, die das Bundesheer auch verdient hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist keine Frage der Ideologie, ob links, rechts oder ganz rechts. Es ist tatsächlich eine Frage, die wir uns als Abgeordnete stellen müssen: Welche Zukunft hat der Petitionsausschuss, wenn wir es tatsächlich nicht schaffen, die Bürgerinnen und Bürger öfter einzuladen, mehr Kompetenz zu erreichen und eine zeitnahe Lösung auch zu finden? Ich bitte um eine gemeinsame Arbeit in dieser Sache! – Danke schön. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Wann war der Ausschusstermin? – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Am 18. September ist diese Stellungnahme dem Parlament zugeleitet worden, und damit sind alle Stellungnahmen zu TTIP und zu dieser Petition auch hier im Parlament eingelangt. (Abg. Pirklhuber: Wann war der Ausschusstermin? – Zwischenruf des Abg. Brosz.) Das zu berichtigen ist notwendig, da anschließend ja die Dringliche ist, und da wollen wir nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Am 18. September ist diese Stellungnahme dem Parlament zugeleitet worden, und damit sind alle Stellungnahmen zu TTIP und zu dieser Petition auch hier im Parlament eingelangt. (Abg. Pirklhuber: Wann war der Ausschusstermin? – Zwischenruf des Abg. Brosz.) Das zu berichtigen ist notwendig, da anschließend ja die Dringliche ist, und da wollen wir nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Auer.
Ganz ähnlich ist es auch in der Debatte in Österreich, was das Wahrnehmen von Frauen in ganz unterschiedlichen Rollen betrifft, sei es am Präsidium des Nationalrates, sei es als Vorsitzende von Aufsichtsräten, sei es als Sportlerinnen in technischen Sportarten. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Frauen haben diverse Aufgaben in der Gesellschaft, und diesen kommen sie auch nach, sie haben da wichtige Rollen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.
Es ist natürlich jedem unbenommen und – mein Vorredner hat es gesagt – es ist jedermanns und „jederfraus“ Recht, Bürgerinitiativen, Petitionen einzubringen. Das gilt auch für die Petition betreffend die Bundeshymne und für deren EinbringerInnen. Ich denke allerdings, dass das zeigt, dass wir doch noch einiges zu tun haben. Die Frage, wie wir denn in der Gesellschaft beide Geschlechter gleich behandeln und gleich sichtbar machen, ist offensichtlich eine, wo auch wir PolitikerInnen noch einiges zu tun haben und wo auch wir PolitikerInnen noch darauf zu schauen haben, dass wirklich bei allen Bevölkerungsgruppen ankommt, dass es wichtig ist, Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar zu machen, zu bedenken, zu besingen und auch sonst in allen Lebensmöglichkeiten, die man sich vorstellen kann, auch wirklich vorkommen zu lassen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Köchl.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg Zinggl. – Abg. Neubauer: Von dem reden wir seit fünf Jahren! Ich habe bereits eine Enquete beantragt!
Ich bedanke mich jedenfalls für die Zusammenarbeit, auch fraktionsübergreifend, und ich hoffe, dass die Freiheitliche Partei sich auch dieser Initiative im Parlament anschließt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg Zinggl. – Abg. Neubauer: Von dem reden wir seit fünf Jahren! Ich habe bereits eine Enquete beantragt!)
Abg. Kogler begibt sich zum Rednerpult und platziert dort einen Ordner sowie weitere schriftliche Unterlagen.
Präsidentin Doris Bures: Ich begrüße den Herrn Vizekanzler und erteile Herrn Abgeordnetem Mag. Kogler als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Kogler begibt sich zum Rednerpult und platziert dort einen Ordner sowie weitere schriftliche Unterlagen.)
Ruf bei der ÖVP: Guten Morgen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Morgen (Ruf bei der ÖVP: Guten Morgen!) und übermorgen ist (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) In Erwartung Ihrer kompetenten Zwischenrufe habe ich mir ein paar Unterlagen mitgenommen, damit Sie dann Einschau nehmen können, damit Sie einmal wissen, wovon Sie zwischenrufen! (Beifall der Abgeordneten Schellhorn und Loacker.) Das jetzt aber nur zur Klärung unseres Verhältnisses.
Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Morgen (Ruf bei der ÖVP: Guten Morgen!) und übermorgen ist (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) In Erwartung Ihrer kompetenten Zwischenrufe habe ich mir ein paar Unterlagen mitgenommen, damit Sie dann Einschau nehmen können, damit Sie einmal wissen, wovon Sie zwischenrufen! (Beifall der Abgeordneten Schellhorn und Loacker.) Das jetzt aber nur zur Klärung unseres Verhältnisses.
Beifall der Abgeordneten Schellhorn und Loacker.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Morgen (Ruf bei der ÖVP: Guten Morgen!) und übermorgen ist (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) In Erwartung Ihrer kompetenten Zwischenrufe habe ich mir ein paar Unterlagen mitgenommen, damit Sie dann Einschau nehmen können, damit Sie einmal wissen, wovon Sie zwischenrufen! (Beifall der Abgeordneten Schellhorn und Loacker.) Das jetzt aber nur zur Klärung unseres Verhältnisses.
He-Rufe bei der ÖVP
Die Nichtregierungsorganisationen, die zivilgesellschaftlichen Organisationen, können sich hinten anstellen. Denen zeigen die Bundesregierung und die Europäische Kommission die lange Nase, aber mit Ihren Haberern in der Wirtschaftskammer und in der Industriellenvereinigung (He-Rufe bei der ÖVP) sitzen Sie zusammen, um diese Sache zu bewerten. Das wird sich nicht ausgehen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka:
Abg. Darabos: Umgekehrt! Umgekehrt! – Abg. Brosz – in Richtung des Abg. Darabos –: Das wäre aber das erste Mal!
Letztendlich möchten wir wissen – und das ist eigentlich der Hauptanlass unserer Dringlichen, weil es morgen und übermorgen um sehr viel geht –: Was ist eigentlich die Position der österreichischen Bundesregierung? Seit die „Kronen Zeitung“ – und das ist schon eine Zeit lang her, und ich begrüße das im Wesentlichen – eine sogenannte Kampagne fährt, das ist unleugbar, hat der Herr Bundeskanzler zu den richtigen Worten gefunden und erklärt, warum diese Konzernjustiz auf alle Fälle zu verhindern ist. (Abg. Darabos: Umgekehrt! Umgekehrt! – Abg. Brosz – in Richtung des Abg. Darabos –: Das wäre aber das erste Mal!)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden dann aber, Herr Wirtschaftsminister und jetzt auch Vizekanzler, darüber reden müssen, was Ihre Position ist und wie das mit jener des Herrn Bundeskanzlers zusammengeht und was unsere österreichischen Vertreter in den Verhandlungen am europäischen Tisch in Brüssel tun. Die desavouieren nämlich nachweislich den Bundeskanzler: Während der hier im Haus und überall links blinkt, biegen Sie mit Ihren Vertretern in den Verhandlungen rechts ab. Das ist unwürdig! Und das werden wir zu thematisieren haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Lopatka: Das ist schon längst entschieden!
Da gibt es nämlich auch einen ganz großen Disput darüber, es ist wieder einmal die Kommission, die nicht immer, aber hier leider auf der falschen Seite sitzt. (Abg. Lopatka: Das ist schon längst entschieden!) Da sehen Sie, dass Sie da auch ein bissel Einschau halten sollten. Ihnen sind die Dokumente ja auch zugänglich, Herr Klubobmann. Da würden Sie nämlich wissen, dass die Europäische Kommission beharrlich eine andere Linie verfolgt. (Abg. Lopatka: Nicht mehr!)
Abg. Lopatka: Nicht mehr!
Da gibt es nämlich auch einen ganz großen Disput darüber, es ist wieder einmal die Kommission, die nicht immer, aber hier leider auf der falschen Seite sitzt. (Abg. Lopatka: Das ist schon längst entschieden!) Da sehen Sie, dass Sie da auch ein bissel Einschau halten sollten. Ihnen sind die Dokumente ja auch zugänglich, Herr Klubobmann. Da würden Sie nämlich wissen, dass die Europäische Kommission beharrlich eine andere Linie verfolgt. (Abg. Lopatka: Nicht mehr!)
Abg. Lopatka: Auch Österreich! Auch Österreich!
Richtig ist allerdings, dass die Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, nicht Österreich, Deutschland (Abg. Lopatka: Auch Österreich! Auch Österreich!), ausgestattet mit Gutachten – darauf werden wir noch kommen – die Meinung vertreten, die aus meiner Sicht auch sehr plausibel ist, dass es sich um sogenannte gemischte Abkommen handelt, was dazu führt, dass die nationalen Parlamente, also Sie hier, wir hier gemeinsam, zuständig sind. Auch deshalb rentiert sich eine Auseinandersetzung in der Sache. (Abg. Lopatka: Da gibt es ein Gutachten der Kommission!) Heute werden wir nur kurz darauf eingehen, weil zunächst einmal die grundsätzlichen Linien zu klären sind und welche Position Österreich überhaupt vertritt. (Abg. Lopatka: Künstlich Probleme erzeugen!)
Abg. Lopatka: Da gibt es ein Gutachten der Kommission!
Richtig ist allerdings, dass die Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, nicht Österreich, Deutschland (Abg. Lopatka: Auch Österreich! Auch Österreich!), ausgestattet mit Gutachten – darauf werden wir noch kommen – die Meinung vertreten, die aus meiner Sicht auch sehr plausibel ist, dass es sich um sogenannte gemischte Abkommen handelt, was dazu führt, dass die nationalen Parlamente, also Sie hier, wir hier gemeinsam, zuständig sind. Auch deshalb rentiert sich eine Auseinandersetzung in der Sache. (Abg. Lopatka: Da gibt es ein Gutachten der Kommission!) Heute werden wir nur kurz darauf eingehen, weil zunächst einmal die grundsätzlichen Linien zu klären sind und welche Position Österreich überhaupt vertritt. (Abg. Lopatka: Künstlich Probleme erzeugen!)
Abg. Lopatka: Künstlich Probleme erzeugen!
Richtig ist allerdings, dass die Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, nicht Österreich, Deutschland (Abg. Lopatka: Auch Österreich! Auch Österreich!), ausgestattet mit Gutachten – darauf werden wir noch kommen – die Meinung vertreten, die aus meiner Sicht auch sehr plausibel ist, dass es sich um sogenannte gemischte Abkommen handelt, was dazu führt, dass die nationalen Parlamente, also Sie hier, wir hier gemeinsam, zuständig sind. Auch deshalb rentiert sich eine Auseinandersetzung in der Sache. (Abg. Lopatka: Da gibt es ein Gutachten der Kommission!) Heute werden wir nur kurz darauf eingehen, weil zunächst einmal die grundsätzlichen Linien zu klären sind und welche Position Österreich überhaupt vertritt. (Abg. Lopatka: Künstlich Probleme erzeugen!)
Beifall bei den Grünen.
Die Geschichte ist einfach die – ich sage es Ihnen gerne noch einmal –: Österreich ist nicht in der Reihe jener, die in den wirklichen Verhandlungen so auftreten, wie hier öffentlich getan wird. Und genau das ist das Dilemma! Schauen Sie, Herr Lopatka, daher reden wir ja hier. Im Übrigen ist das ja ein massiver Beitrag dazu, dass die Politikverdrossenheit wieder zunimmt. Sie wollten wieder einmal einen Neustart der Regierung ausrufen, und was haben wir jetzt für eine Situation? – Der Herr Kanzler erklärt über wichtige Medien des Landes mehr als der halben Republik, dass Österreich da marschiert, und die Verhandlungsvertreter des Herrn Bundesministers oder wer die auch immer sind – das wird mit dieser Dringlichen Anfrage zu klären sein –, verhandeln offiziell für die Republik Österreich in die andere Richtung. Na, da dürfen wir uns aber schon aufregen, und zwar im Namen des Volkes, das auch Sie vertreten sollten, und werden nicht bei dieser Vertuschung mitmachen. (Beifall bei den Grünen.)
Der Redner übergibt Bundesminister Mitterlehner ein Papier.
Ich werde Ihnen jetzt einmal hier ein paar Papiere zitieren, woraus hervorgeht, dass auch die Mittelstandsvertreter – so nennen die sich selbst in Deutschland; da gibt es eine Stellungnahme des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft – vor allem im Zusammenhang mit den Sonderklagsrechten für Konzerne, worauf wir ja fokussieren, die Sache ganz anders sehen. Ich habe eine Kopie mit für Sie und Ihnen die Stelle extra angestrichen. (Der Redner übergibt Bundesminister Mitterlehner ein Papier.) Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob bei Ihnen wirklich immer das alles angekommen ist. Da heißt es eindeutig:
Abg. Jarolim: Das ist schon ein bisschen hart gesagt, glaube ich!
Was ist denn in Österreich? Was macht denn der Herr Leitl wieder? – Der ist hier tatsächlich auf der anderen Seite. Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, auf Ihrer. Das ist überhaupt eine interessante Position. Bei der Putin-Frage ist er ja, wie wir wissen, beim Ausrollen des roten Teppichs gewesen. Da wird in diese Richtung argumentiert, immer mit den Euros in den Augen offensichtlich. Bei den USA mit diesem Abkommen geht man wieder in diese Richtung. Wie es halt gerade passt. Das ist keine Haltung! Das ist noch nicht einmal eine Wirtschaftspolitik. So ist in Österreich auf die Dauer nicht (Abg. Jarolim: Das ist schon ein bisschen hart gesagt, glaube ich!) Nein, das ist genau richtig!
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Was soll das bringen, wenn wir immer noch mehr unter ebendieser Kostenunwahrheit Lebensmittel von einer in die andere Richtung am Globus hin und her schieben? Das ist doch ein Wahnsinn! (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wie ist denn überhaupt die Aufstellung in diesem Bereich? In Südamerika, in Südostasien werden die letzten großen Regenwälder abgeholzt, damit dort Futtermittel produziert werden können, die für jene Tiere verwendet werden, die wir hier in Europa essen. Das ist absurd!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Alle diese Abkommen, die Sie dann noch euphemistischerweise Freihandelsabkommen nennen, sind eine Freiheit in diese Sackgasse, die Sie in Ihrer komischen Wachstumseuphorie nur nicht sehen wollen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Auch eine regionale Ökonomie, die vor diesen Auswüchsen schützt, ist eine vernünftige Ökonomie, und deshalb geht es nicht um diesen perversen Freihandel. Also handelt ein perverser Handel gegenüber einem fairen und vernünftigen Handel. Das ist die grundsätzliche Aufstellung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Lopatka: Wer hat das berechnet? Die Berechnung möchte ich sehen! – Abg. Wöginger: Kogler-Studie!
Dazu trägt das nichts bei, vorläufig jedenfalls, sondern geht in die falsche Richtung, gerade in diesem Lebensmittelbereich. Was hat denn das für einen Sinn, wenn wir Tonnen und Abertonnen von Fleisch stündlich über den Atlantik hin und her schicken? Was soll das sein, bitte? Außer Vernichtung von Ressourcen, außer Klimaschädlichkeit bis zum Gehtnichtmehr. Der ganze Agrarsektor am Globus trägt mittlerweile mehr zur Klimaschädlichkeit bei als der ganze Verkehrssektor, weil die Produktion durch diese Großkonzernwirtschaft derartig pervertiert ist. (Abg. Lopatka: Wer hat das berechnet? Die Berechnung möchte ich sehen! – Abg. Wöginger: Kogler-Studie!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: Voodoo-Ökonom Kogler!
Das ist heute hier gar nicht das Hauptthema. Ich sage nur: Die implementierten Konzernklagsrechte verschlimmern und perpetuieren und beschleunigen das Problem, das diesen Dingen grundsätzlich innewohnt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: Voodoo-Ökonom Kogler!)
Rufe bei der ÖVP: Zuständig?
Dieses Spiel ist unwürdig. Gut, dass das Parlament zuständig wird. Wir werden für die richtige Richtung sorgen. (Rufe bei der ÖVP: Zuständig?) Sicher, wir wissen ja, dass es zuständig sein wird. (Abg. Lopatka: Das ist noch die Frage, eine große Frage!) Ja, weil sich die richtige Seite durchsetzen wird, genau so wie wir uns schon durchgesetzt haben, dass CETA morgen nicht unterschrieben wird.
Abg. Lopatka: Das ist noch die Frage, eine große Frage!
Dieses Spiel ist unwürdig. Gut, dass das Parlament zuständig wird. Wir werden für die richtige Richtung sorgen. (Rufe bei der ÖVP: Zuständig?) Sicher, wir wissen ja, dass es zuständig sein wird. (Abg. Lopatka: Das ist noch die Frage, eine große Frage!) Ja, weil sich die richtige Seite durchsetzen wird, genau so wie wir uns schon durchgesetzt haben, dass CETA morgen nicht unterschrieben wird.
Beifall bei den Grünen.
Seien Sie, wie man so schön sagt, Manns genug, Herr Minister, dass morgen und übermorgen klar wird, was Österreich für eine Position vertritt. Zuerst erklären Sie es dem Haus, und wenn sich Vizekanzler und Kanzler widersprechen, so wird das auch interessant sein, wenn wir es hier erfahren. Dann sollten Sie sich aber bis morgen einigen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Na also!
Jetzt gerade haben Sie selbst gemeint, eigentlich stimmt das nicht ganz, weil morgen oder am 25. eigentlich nichts ist. Da gibt es zwar ein Treffen zwischen Kanada und der Europäischen Union (Abg. Pirklhuber: Na also!), da werden die Texte noch einmal öffentlich ausgetauscht, aber nichts paraphiert, gar nichts paraphiert. (Abg. Lopatka: Nichts, gar nichts passiert da!) Der gesamte Prozess (Abg. Kogler: Sie sollen die österreichische Position klarmachen!) – Hören Sie mir einfach zu, seien Sie so nett!
Abg. Lopatka: Nichts, gar nichts passiert da!
Jetzt gerade haben Sie selbst gemeint, eigentlich stimmt das nicht ganz, weil morgen oder am 25. eigentlich nichts ist. Da gibt es zwar ein Treffen zwischen Kanada und der Europäischen Union (Abg. Pirklhuber: Na also!), da werden die Texte noch einmal öffentlich ausgetauscht, aber nichts paraphiert, gar nichts paraphiert. (Abg. Lopatka: Nichts, gar nichts passiert da!) Der gesamte Prozess (Abg. Kogler: Sie sollen die österreichische Position klarmachen!) – Hören Sie mir einfach zu, seien Sie so nett!
Abg. Kogler: Sie sollen die österreichische Position klarmachen!
Jetzt gerade haben Sie selbst gemeint, eigentlich stimmt das nicht ganz, weil morgen oder am 25. eigentlich nichts ist. Da gibt es zwar ein Treffen zwischen Kanada und der Europäischen Union (Abg. Pirklhuber: Na also!), da werden die Texte noch einmal öffentlich ausgetauscht, aber nichts paraphiert, gar nichts paraphiert. (Abg. Lopatka: Nichts, gar nichts passiert da!) Der gesamte Prozess (Abg. Kogler: Sie sollen die österreichische Position klarmachen!) – Hören Sie mir einfach zu, seien Sie so nett!
Abg. Brosz: Dann ist es zu spät!
Der gesamte Prozess der Unterzeichnung und Umsetzung wird zirka ein Jahr dauern, mit allen Einwendungen, mit allem Drumherum. Es geht zuerst um die entsprechende Darstellung in Österreich, das verhandeln wir seit August, es geht um eine Position in Österreich, dann geht es um den Rat der Wirtschaftsminister, also in diesem Fall Handelsminister, dann geht es in das Europäische Parlament und vom Europäischen Parlament dann retour zur Ratifizierung in den einzelnen Nationalstaaten. (Abg. Brosz: Dann ist es zu spät!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Kogler, ich halte daher als Erstes fest: Die Dringlichkeit, die Sie im Zusammenhang mit dieser Anfrage erzeugen wollen, sehe ich absolut nicht gegeben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Kogler: Da ist überhaupt nichts in den parlamentarischen Materialien drin!
Zum Zweiten – das gilt jetzt für die Zuhörerinnen und Zuhörer –: Sie versuchen, eine bestimmte Dramatik entstehen zu lassen, indem Sie jetzt Fragen stellen, die einer dringenden Beantwortung harren. Im Endeffekt haben Sie all diese Fragen erst vor einer Woche gestellt; all diese Fragen, auch die Frage, was den Bundeskanzler betrifft, alles. Es wurde alles aufgeklärt, Sie tun aber jetzt so, als wäre das vollkommen neu, als gäbe es diese acht parlamentarischen Anfragen, die Treffen mit den NGOs und anderen Parteien beim Bundeskanzler mit uns nicht, auch nicht die anderen Veranstaltungen, auch keine Transparenz. Sie tun so, als wäre der Status immer noch: Geheimabkommen oder sonst etwas. (Abg. Kogler: Da ist überhaupt nichts in den parlamentarischen Materialien drin!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte fest: Diese Panikmache, die Sie da betreiben wollen, dient nicht der Aufklärung. Ich glaube, Sie wollen irgendwo irgendwie politisches Kleingeld aus dem Ganzen schlagen, und das finde ich nicht aufklärungswürdig. Das ist eigentlich keine besonders positive Einstellung in Bezug auf diese ganze Angelegenheit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Ja natürlich!
Ich sage Ihnen auch, wenn ich da Worte höre wie „perverser Freihandel“, „Wahnsinn“ (Abg. Pirklhuber: Ja natürlich!) – Entschuldigen Sie, aber das werden auch Sie mitverfolgt haben. Ich bin jetzt sechs Jahre Wirtschaftsminister, wir haben sechs Jahre lang immer wieder Freihandelsabkommen besprochen, mit Staaten, mit denen wir asymmetrisch verhandelt haben, weil das keine Industriestaaten waren. Es war immer die gleiche Frage: Brauchen wir eigentlich Investitionsschutzabkommen?, immer wieder die Frage: Wie wird das gelebt? – und es erfolgte immer wieder eine relativ unspannende Erledigung, weil es gelebt wird.
Abg. Kogler: Ja, aber in welchen Bereichen?
Sie brauchen eigentlich nur überlegen: Ein Land, das vom Export profitiert, ein Land, das von Rahmenbedingungen, von Regelungen abhängig ist, die entsprechend gestaltet sind, wird insgesamt bei Vorliegen und Weiterentwicklung solcher Rahmenbedingungen entweder profitieren oder nicht. (Abg. Kogler: Ja, aber in welchen Bereichen?) Wie, glauben Sie, wird Österreich in den letzten Jahren abgeschnitten haben? – Ich
Abg. Glawischnig-Piesczek: Gott sei Dank gibt es Anfragen der Grünen, da kann man Transparenz herstellen!
In diesem Zusammenhang muss ich Ihnen eines konstatieren: Die Verhandlungen über solche Abkommen laufen nicht immer optimal. Ich muss sagen, insbesondere was das TTIP anlangt, das heute nicht im Hauptfokus steht, gebe ich Ihnen recht. Darüber haben wir auch schon öfter diskutiert, es waren drei Punkte – die Transparenz finde ich wirklich bemerkenswert schlecht. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Gott sei Dank gibt es Anfragen der Grünen, da kann man Transparenz herstellen!) Das kommt auch nicht von der EU, sondern von den amerikanischen Partnern, und wir bemühen uns, das auch zu verstärken und zu verbessern.
Abg. Kogler: Davon habe ich gar nicht geredet!
Zweiter Punkt – was Sie immer ansprechen –: Herabsenkung der Standards. Diese Argumentation finde ich entwürdigend. Selbst das mit der Chlordusche hält einem entsprechenden Vergleich mit Österreich nicht wirklich stand, wenn Sie sich anschauen, wie bei uns die Hendln vorbereitet werden. (Abg. Kogler: Davon habe ich gar nicht geredet!) Aber wenn Sie wollen, wir haben auch schon über Reblaus-Schokolade und anderes diskutiert, gut, in Ordnung, diskutieren wir das weiter! (Abg. Kogler: Tun wir ja gar nicht!) Ich finde, diese Geschichte mit den Standards, dass diese abgesenkt werden, ist einfach beeindruckend tragisch.
Abg. Kogler: Tun wir ja gar nicht!
Zweiter Punkt – was Sie immer ansprechen –: Herabsenkung der Standards. Diese Argumentation finde ich entwürdigend. Selbst das mit der Chlordusche hält einem entsprechenden Vergleich mit Österreich nicht wirklich stand, wenn Sie sich anschauen, wie bei uns die Hendln vorbereitet werden. (Abg. Kogler: Davon habe ich gar nicht geredet!) Aber wenn Sie wollen, wir haben auch schon über Reblaus-Schokolade und anderes diskutiert, gut, in Ordnung, diskutieren wir das weiter! (Abg. Kogler: Tun wir ja gar nicht!) Ich finde, diese Geschichte mit den Standards, dass diese abgesenkt werden, ist einfach beeindruckend tragisch.
Abg. Brosz: Wozu braucht man das dann?
Auf der anderen Seite muss ich Ihnen sagen, wir reden jetzt noch über einen dritten Punkt, und zwar über Investitionsschutz. Sie nennen das Beispiel Kanada und sagen, ein Wahnsinn, wie dort die Standards gefährdet und abgesenkt werden. – Ich weiß nicht ob Vertreter der kanadischen Botschaft da sind, aber Kanada ist ein Industriestaat mit Standards, die in fast allen Bereichen mindestens so gut sind wie in Europa, in vielen Bereichen, was Nachhaltigkeit und auch anderes anlangt, besser sind. (Abg. Brosz: Wozu braucht man das dann?) Das heißt also, es gibt dort Freihandel auf hohem Niveau.
Abg. Kogler: Ja, richtig! Sage ich ja!
Ich pflichte Ihnen schon bei, wir müssen aufpassen, dass es bei Lebensmitteln nicht zu einem Austausch kommt, der einfach den globalen Erfordernissen entgegensteht, vor allem den CO2-Zielen. Sie haben es aber selbst angesprochen: Wenn man beispielsweise bei Autobestandteilen, bei Bestandteilen im Metallwarenbereich durch ein Freihandelsabkommen 11 Prozent günstigere Konditionen erhält, dann ist das eine gute Sache. (Abg. Kogler: Ja, richtig! Sage ich ja!) Das heißt, es werden beide, Europa und Kanada, auf höherem Niveau entsprechend agieren können.
Abg. Kogler: Aber doch nicht mit Nordamerika!
Jetzt sage ich Ihnen auch etwas zu dem Themenbereich ISDS-Systeme und Investitionsschutz. Wir haben weltweit 2 800 derartige bilaterale Abkommen. 2 800! Österreich hat allein, ich weiß nicht wie viele, aber ich glaube 60 (Abg. Kogler: Aber doch nicht mit Nordamerika!), und wir haben selbst schon fünf oder sechs Unternehmen gehabt, die geklagt haben. Jetzt muss ich Ihnen etwas sagen: Momentan kommt man schon auf die Idee und überlegt: Wenn wir selbst nicht geklagt werden und auf der anderen Seite auch nur in wenigen Fällen klagen, brauchen wir das überhaupt?
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz.
Zweitens muss man einerseits für möglichst große Transparenz und andererseits für einen Investitionsschutz sorgen, der dem entspricht, was man in den Staaten eigentlich haben sollte. Das kann man relativ entspannt, ohne Agitation, feststellen, aber dazu kommen wir noch, und irgendwie werden wir wahrscheinlich zu vernünftigen Regelungen finden. Aber wenn man es als Thema braucht, um die Leute ein wenig zu verunsichern, Chlorhendl und so weiter – okay, dann führen wir die Diskussion. Ich brauche das nicht, nicht auf dem Niveau. Ich wundere mich, dass Sie auf dieses Niveau einsteigen, das finde ich eigentlich beachtlich negativ. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Strolz.)
Abg. Kogler: Sie apostrophieren da dauernd Hühner, von denen ich noch nicht einmal geredet habe hier herinnen! – Rufe bei der ÖVP: Sie haben es sogar plakatiert!
Ich möchte zusammenfassend schon noch einmal darauf hinweisen, wenn das einigermaßen knapp (Abg. Kogler: Sie apostrophieren da dauernd Hühner, von denen ich noch nicht einmal geredet habe hier herinnen! – Rufe bei der ÖVP: Sie haben es sogar plakatiert!) – Entschuldigung, das habt ihr sogar plakatiert gehabt. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.) Entschuldigung, aber eure Zeit soll nicht überstrapaziert werden. Herr Kogler, wären Sie dann so nett, mir zuzuhören, denn Sie werden mich dann wieder fragen: Ist alles beantwortet?
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.
Ich möchte zusammenfassend schon noch einmal darauf hinweisen, wenn das einigermaßen knapp (Abg. Kogler: Sie apostrophieren da dauernd Hühner, von denen ich noch nicht einmal geredet habe hier herinnen! – Rufe bei der ÖVP: Sie haben es sogar plakatiert!) – Entschuldigung, das habt ihr sogar plakatiert gehabt. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.) Entschuldigung, aber eure Zeit soll nicht überstrapaziert werden. Herr Kogler, wären Sie dann so nett, mir zuzuhören, denn Sie werden mich dann wieder fragen: Ist alles beantwortet?
Beifall bei der ÖVP.
Wahlen!) – Ja, da helfen Sie mit. Nur weil Sie einmal ein bisschen etwas gewonnen haben. Warten Sie ab, es kommen auch noch andere Wahlen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben nichts dazugelernt!
Allgemein möchte ich feststellen (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben nichts dazugelernt!) ... – Wenn Sie mich schon provozieren wollen, dann müssen Sie sich das auch anhören. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben wirklich nichts dazugelernt!) Frau Oberlehrer, danke schön. Ehrlich, das „dazugelernt“ und so weiter kann ich auch schon nicht mehr hören. (Abg. Lopatka: Frau Professor Glawischnig!) Frau Professor, ja, wie immer. Aber ich möchte mich wieder auf den Ernst der Anfrage konzentrieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben wirklich nichts dazugelernt!
Allgemein möchte ich feststellen (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben nichts dazugelernt!) ... – Wenn Sie mich schon provozieren wollen, dann müssen Sie sich das auch anhören. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben wirklich nichts dazugelernt!) Frau Oberlehrer, danke schön. Ehrlich, das „dazugelernt“ und so weiter kann ich auch schon nicht mehr hören. (Abg. Lopatka: Frau Professor Glawischnig!) Frau Professor, ja, wie immer. Aber ich möchte mich wieder auf den Ernst der Anfrage konzentrieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Lopatka: Frau Professor Glawischnig!
Allgemein möchte ich feststellen (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben nichts dazugelernt!) ... – Wenn Sie mich schon provozieren wollen, dann müssen Sie sich das auch anhören. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben wirklich nichts dazugelernt!) Frau Oberlehrer, danke schön. Ehrlich, das „dazugelernt“ und so weiter kann ich auch schon nicht mehr hören. (Abg. Lopatka: Frau Professor Glawischnig!) Frau Professor, ja, wie immer. Aber ich möchte mich wieder auf den Ernst der Anfrage konzentrieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.
Allgemein möchte ich feststellen (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben nichts dazugelernt!) ... – Wenn Sie mich schon provozieren wollen, dann müssen Sie sich das auch anhören. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Sie haben wirklich nichts dazugelernt!) Frau Oberlehrer, danke schön. Ehrlich, das „dazugelernt“ und so weiter kann ich auch schon nicht mehr hören. (Abg. Lopatka: Frau Professor Glawischnig!) Frau Professor, ja, wie immer. Aber ich möchte mich wieder auf den Ernst der Anfrage konzentrieren. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei der ÖVP.
Entschuldigung, Frau Glawischnig, aber wenn Sie derartige Zwischenrufe machen, die einfach ganz etwas anderes beinhalten als die Anfragebeantwortung, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn ich darauf repliziere, was Sie hier dazwischenrufen, oder Sie hören auf damit. Okay. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Aber die Zeit können Sie nur einhalten, wenn Sie die Fragen beantworten!
Ich darf fortfahren – obwohl, mir ist es wurscht, mir ist es egal, ich wollte die Zeit einhalten, aber wenn Sie wollen, rede ich halt länger. (Abg. Brosz: Aber die Zeit können Sie nur einhalten, wenn Sie die Fragen beantworten!) Ja, wenn Sie sich wieder beruhigen. Darf ich fortsetzen? (Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Ich weiß, ich habe auch schon öfter zitiert: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden. Das ist von Konrad Lorenz, aber macht nichts, der war auch nicht schlecht. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Ich darf fortfahren – obwohl, mir ist es wurscht, mir ist es egal, ich wollte die Zeit einhalten, aber wenn Sie wollen, rede ich halt länger. (Abg. Brosz: Aber die Zeit können Sie nur einhalten, wenn Sie die Fragen beantworten!) Ja, wenn Sie sich wieder beruhigen. Darf ich fortsetzen? (Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Ich weiß, ich habe auch schon öfter zitiert: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden. Das ist von Konrad Lorenz, aber macht nichts, der war auch nicht schlecht. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich darf fortfahren – obwohl, mir ist es wurscht, mir ist es egal, ich wollte die Zeit einhalten, aber wenn Sie wollen, rede ich halt länger. (Abg. Brosz: Aber die Zeit können Sie nur einhalten, wenn Sie die Fragen beantworten!) Ja, wenn Sie sich wieder beruhigen. Darf ich fortsetzen? (Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Ich weiß, ich habe auch schon öfter zitiert: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden. Das ist von Konrad Lorenz, aber macht nichts, der war auch nicht schlecht. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Krainer: Das ist kein Sozialpartner!
Die österreichische Position zu CETA und allen anderen Themen im Bereich der EU-Handelspolitik wird laufend in einem bei uns – wenn wir zuständig sind – im BMWFW angesiedelten innerösterreichischen Koordinierungsprozess erarbeitet, an dem sämtliche betroffenen Ministerien sowie die Sozialpartner eingebunden sind. Das sind insbesondere BKA, BMEIA, BMF, BMASK, BMLFUW, BMVIT, BMJ, BMI und so weiter; seitens der Sozialpartner, auf die ich dann noch zu sprechen komme: WKÖ, Bundesarbeitskammer, ÖGB, Landwirtschaftskammer, Vereinigung österreichischer Industrieller. (Abg. Krainer: Das ist kein Sozialpartner!) Bitte? (Abg. Krainer: Die Industriellenvereinigung ist kein Sozialpartner!) – Darauf komme ich gleich zu sprechen.
Abg. Krainer: Die Industriellenvereinigung ist kein Sozialpartner!
Die österreichische Position zu CETA und allen anderen Themen im Bereich der EU-Handelspolitik wird laufend in einem bei uns – wenn wir zuständig sind – im BMWFW angesiedelten innerösterreichischen Koordinierungsprozess erarbeitet, an dem sämtliche betroffenen Ministerien sowie die Sozialpartner eingebunden sind. Das sind insbesondere BKA, BMEIA, BMF, BMASK, BMLFUW, BMVIT, BMJ, BMI und so weiter; seitens der Sozialpartner, auf die ich dann noch zu sprechen komme: WKÖ, Bundesarbeitskammer, ÖGB, Landwirtschaftskammer, Vereinigung österreichischer Industrieller. (Abg. Krainer: Das ist kein Sozialpartner!) Bitte? (Abg. Krainer: Die Industriellenvereinigung ist kein Sozialpartner!) – Darauf komme ich gleich zu sprechen.
Zwischenrufe bei den Grünen
Nichtregierungsorganisationen sind in den formellen Koordinierungsprozess nicht eingebunden, das BMWFW organisiert jedoch laufende Informationsveranstaltungen (Zwischenrufe bei den Grünen) – Die Industriellenvereinigung wird als Sozialpartner gesehen über, ich glaube, schon dreißig Jahre hinweg. (Abg. Brosz: gehört ja auch zur Regierung!) Schauen Sie, die Praxis haben wir schon etwas länger, aber wir können gerne bei anderer Gelegenheit auch über diese Vorgangsweise diskutieren.
Abg. Brosz: gehört ja auch zur Regierung!
Nichtregierungsorganisationen sind in den formellen Koordinierungsprozess nicht eingebunden, das BMWFW organisiert jedoch laufende Informationsveranstaltungen (Zwischenrufe bei den Grünen) – Die Industriellenvereinigung wird als Sozialpartner gesehen über, ich glaube, schon dreißig Jahre hinweg. (Abg. Brosz: gehört ja auch zur Regierung!) Schauen Sie, die Praxis haben wir schon etwas länger, aber wir können gerne bei anderer Gelegenheit auch über diese Vorgangsweise diskutieren.
Abg. Zinggl: Na ja, 19 sind ja nicht nichts!
Das haben wir eigentlich schon diskutiert: Investitionsschutzbestimmungen und Investor-Staat-Streitbeilegung, ISDS, zwischen Industrieländern mit hoch entwickeltem Rechtssystem. Es ist die Frage, ob man das im Endeffekt braucht, wenn man sich anschaut – ich habe die Unterlagen mit –, gegen wen ein derartiges Verfahren schon eingeleitet worden ist. Es gibt eine entsprechende Darstellung von der UNCTAD aus dem Jahr 2012: Argentinien 52 Verfahren, Venezuela 34, Ecuador 23 und dann an sechster Stelle Kanada 19. (Abg. Zinggl: Na ja, 19 sind ja nicht nichts!) Also ich möchte denen nicht nahetreten, aber offensichtlich dürfte in diesem Fall ein entsprechender Streitbeilegungsmechanismus einen bestimmten Sinn gehabt haben. Wenn Sie weiterlesen, was ich jetzt nicht getan habe, dann werden Sie feststellen, dass Deutschland oder Österreich so gut wie nicht erwähnt werden. Das heißt – in Deutschland zählt man, glaube ich, drei Fälle –, wir machen das im Wesentlichen sehr, sehr seriös, es hat keine Klagen gegeben.
Abg. Pilz: Aber warum sollen wir denn unser Rechtssystem ändern, wenn die Amerikaner ein schlechtes System haben?
ein Jury-System, also mit Geschworenen, selbst für Zivilgerichtsprozesse. Das sind ganz andere Probleme, auch was die Kosten und so weiter anlangt, die halt in solch einem Verfahren anders und besser geregelt würden. Deshalb heißt es, darüber wird noch diskutiert. (Abg. Pilz: Aber warum sollen wir denn unser Rechtssystem ändern, wenn die Amerikaner ein schlechtes System haben?)
Abg. Kogler: Aber es wird ja angegriffen dadurch!
Wir ändern ja unser Rechtssystem nicht. Es gelten ja alle Gesetze! Wir haben nur ein spezielles Schiedsgerichtsverfahren für besondere Tatbestände. (Abg. Kogler: Aber es wird ja angegriffen dadurch!) Und auch da wird man überlegen können – das ist ja gerade Gegenstand des Konsultationsmechanismus –, ob man dort auch ein neues System aufbaut oder ob man eventuell mit bestehenden Gerichten das Auslangen findet.
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Das BMWFW setzt sich aber darüber (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Bitte? (Abg. Brosz schüttelt den Kopf, ohne seinen Zwischenruf zu wiederholen.) Nein, ich beantworte gerne auch Zwischenrufe, aber (Abg. Brosz: Die Transparenz der Bundesregierung bei Beantwortung ist generell „sehr hoch“!)
Abg. Brosz schüttelt den Kopf, ohne seinen Zwischenruf zu wiederholen.
Das BMWFW setzt sich aber darüber (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Bitte? (Abg. Brosz schüttelt den Kopf, ohne seinen Zwischenruf zu wiederholen.) Nein, ich beantworte gerne auch Zwischenrufe, aber (Abg. Brosz: Die Transparenz der Bundesregierung bei Beantwortung ist generell „sehr hoch“!)
Abg. Brosz: Die Transparenz der Bundesregierung bei Beantwortung ist generell „sehr hoch“!
Das BMWFW setzt sich aber darüber (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Bitte? (Abg. Brosz schüttelt den Kopf, ohne seinen Zwischenruf zu wiederholen.) Nein, ich beantworte gerne auch Zwischenrufe, aber (Abg. Brosz: Die Transparenz der Bundesregierung bei Beantwortung ist generell „sehr hoch“!)
Abg. Kogler: Das sind andere Weltregionen gewesen!
Ich glaube aber schon, dass auch dargestellt worden ist, auch im Sinne des Publikums und der Wählerinnen und Wähler: Von einem Freihandelsabkommen, wenn es ordentlich gemacht wird, hat Österreich als Exportstaat immer profitiert – immer! –, und wir haben noch nie ein negatives Problem gehabt. (Abg. Kogler: Das sind andere Weltregionen gewesen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass dieser kleine Disput die Gesamtentwicklung oder -bewertung nicht nachträglich stören wird. Aber im Endeffekt brauchen wir, glaube ich, auch diese seriöse Auseinandersetzung, denn der Bürger verdient eine klare, eine objektive Information und nicht irgendetwas Aufgebauschtes oder Sonstiges, weder von der einen noch von der anderen Seite. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Vizekanzler, korrigieren Sie mich, aber: Welchen Eindruck haben eine Österreicherin und ein Österreicher, wenn der Bundeskanzler etwas sagt? – Ich nehme an, sie wollen sich darauf in irgendeiner Form verlassen können. Und damit bin ich bei dem Punkt, wo ich das Gefühl habe, dass diese Bundesregierung nach wie vor etwas noch nicht dazugelernt hat, nämlich dass man möglichst offen und ehrlich mit der Bevölkerung umgehen sollte und den Menschen nicht ein Grün für ein Rot oder ein Blau für ein Grün oder irgendetwas vormachen soll, was mit der Realität überhaupt nichts zu tun hat. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mitterlehner: Das stimmt ja nicht!
Also dieser Widerspruch: gestern der Bundeskanzler, heute Sie, der Sie sagen, die Position war immer abgestimmt mit dem Bundeskanzler – selbstverständlich! –, mit dem Bundeskanzleramt. Immer und immer wieder sagen Sie: Wir vertreten hier ein und dieselbe Meinung! Ich sage Ihnen, warum die Anfrage heute dringlich und wichtig war: Die deutsche Bundesregierung geht nicht so wie diese Regierung in diesen Kanada-Europa-Gipfel und sagt: Wir sind im Grunde einverstanden!, sondern die deutsche Bundesregierung sagt: Wir sind mit dem Inhalt nicht einverstanden, wir sind mit dem Ergebnis nicht einverstanden und wir sind auch mit der Vorgangsweise nicht einverstanden! (Vizekanzler Mitterlehner: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Ja, selbstverständlich! Die Sonderklagsrechte sind in Deutschland sehr viel intensiver und sehr viel kritischer diskutiert worden, als Sie das heute auch nur in Ansätzen gezeigt hätten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Reden wir doch darüber, was im europäischen Binnenmarkt passiert, wenn Sie gern eine wirtschaftliche Diskussion führen wollen! Aber das habe ich heute schmerzlich vermisst, dass man hier ein bisschen seriöser und ein bisschen fundierter hinschaut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sagen, es ist nicht erfreulich. Aber es gibt ja auch noch etwas anderes, als zu sagen, es ist nicht erfreulich. Man kann auch sagen: Wir wollen das nicht mehr! So wird auch ein Freihandelsabkommen gegenüber der europäischen Bevölkerung nie im Leben durchsetzbar sein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Genau!
Ich weiß nicht, wenn Sie in anderen politischen Bereichen in der Regierung auch so arbeiten, dass das, was der Bundeskanzler sagt, mit der realen österreichischen Position nicht im Geringsten irgendetwas zu tun hat, dann muss ich mich schon irgendwie wundern. Und ich würde wirklich bitten, dass es hier zumindest entweder eine Aufklärung von Ihnen beiden gemeinsam gibt, oder aber wir müssen das in der Öffentlichkeit so darstellen, dass der Bundeskanzler hier die Meinung einer Privatperson vertritt, die überhaupt keine Relevanz hat (Abg. Kogler: Genau!), die Meinung der Privatperson Werner Faymann (Abg. Kogler: Frühstücksdirektor! – Ruf bei der ÖVP: Wer? – Abg. Kogler: Der Kanzler!), und dass das, was Sie heute gesagt haben, die österreichische Position ist – und das heißt, dass Österreich offiziell diese Sonderklagsrechte unterstützt und damit überhaupt kein Problem hat.
Abg. Kogler: Frühstücksdirektor! – Ruf bei der ÖVP: Wer? – Abg. Kogler: Der Kanzler!
Ich weiß nicht, wenn Sie in anderen politischen Bereichen in der Regierung auch so arbeiten, dass das, was der Bundeskanzler sagt, mit der realen österreichischen Position nicht im Geringsten irgendetwas zu tun hat, dann muss ich mich schon irgendwie wundern. Und ich würde wirklich bitten, dass es hier zumindest entweder eine Aufklärung von Ihnen beiden gemeinsam gibt, oder aber wir müssen das in der Öffentlichkeit so darstellen, dass der Bundeskanzler hier die Meinung einer Privatperson vertritt, die überhaupt keine Relevanz hat (Abg. Kogler: Genau!), die Meinung der Privatperson Werner Faymann (Abg. Kogler: Frühstücksdirektor! – Ruf bei der ÖVP: Wer? – Abg. Kogler: Der Kanzler!), und dass das, was Sie heute gesagt haben, die österreichische Position ist – und das heißt, dass Österreich offiziell diese Sonderklagsrechte unterstützt und damit überhaupt kein Problem hat.
Abg. Wöginger: Das hat er ja eh ! – Abg. Kogler: Aber drinnen steht es! Lest eure Materialien! – Das ist ja unglaublich!
Und ich sage Ihnen noch einmal, fachlich, wenn Sie sagen, das habe überhaupt keine Auswirkung: Das österreichische Rechtssystem, das österreichische Zivilrechtssystem, das österreichische Handelsgerichtssystem ist absolut vorbildlich! Da braucht kein einziges Unternehmen, sei es ein kanadisches oder ein US-amerikanisches, die Sorge zu haben, dass irgendwelche getätigten Investitionen hier zwangsenteignet, willkürlich politisch vernichtet oder sonst was werden. Wir haben ein hervorragendes Rechtssystem in Europa und in Österreich! Es ist nicht notwendig, hier Sonderkommissionen hinter verschlossenen Türen (Abg. Wöginger: Das hat er ja eh ! – Abg. Kogler: Aber drinnen steht es! Lest eure Materialien! – Das ist ja unglaublich!), Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ohne übergeordnete Instanz vorzusehen, ohne Rechtsschutz durch ein Zivilobergericht oder irgendeine sonstige Rechtsinstanz. Das ist ein Aushöhlen unseres Rechtsschutzsystems, und dazu kann man nur eine negative Position einnehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und ich sage Ihnen noch einmal, fachlich, wenn Sie sagen, das habe überhaupt keine Auswirkung: Das österreichische Rechtssystem, das österreichische Zivilrechtssystem, das österreichische Handelsgerichtssystem ist absolut vorbildlich! Da braucht kein einziges Unternehmen, sei es ein kanadisches oder ein US-amerikanisches, die Sorge zu haben, dass irgendwelche getätigten Investitionen hier zwangsenteignet, willkürlich politisch vernichtet oder sonst was werden. Wir haben ein hervorragendes Rechtssystem in Europa und in Österreich! Es ist nicht notwendig, hier Sonderkommissionen hinter verschlossenen Türen (Abg. Wöginger: Das hat er ja eh ! – Abg. Kogler: Aber drinnen steht es! Lest eure Materialien! – Das ist ja unglaublich!), Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ohne übergeordnete Instanz vorzusehen, ohne Rechtsschutz durch ein Zivilobergericht oder irgendeine sonstige Rechtsinstanz. Das ist ein Aushöhlen unseres Rechtsschutzsystems, und dazu kann man nur eine negative Position einnehmen! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Panikmache!
Ich möchte auch noch eines sagen zum Thema Chlorhuhn (Ruf bei der ÖVP: Panikmache!): Ich finde die Debatte auch von Ihnen sehr populistisch und verkürzt geführt, weil Sie sich überhaupt nicht auseinandersetzen wollen mit Fragen, die bestimmte Produktionsweisen in den USA im Lebensmittelsektor betreffen, welche Brutalität das mittlerweile aufweist, welchen Grad an Industrialisierung das erreicht hat. Das sind Städte! – Das ist eine Entwicklung, die niemand in Österreich will und die auch in Europa viele Menschen ganz massiv ablehnen. (Abg. Haubner: Das wollen eh wir auch nicht! – Abg. Lopatka: Wer will das?) Wir wollen eine kleinstrukturierte Landwirtschaft. Wir wollen keine Schlachthöfe, wo in der Woche – in der Woche! – 360 Millionen Hühner geschlachtet werden. (Abg. Lopatka: Wer will das? – Abg. Kogler: Sie arbeiten ja darauf hin!) Und nur weil die hygienischen Bedingungen so schlecht werden, werden die dann in ein Chlorbad getaucht.
Abg. Haubner: Das wollen eh wir auch nicht! – Abg. Lopatka: Wer will das?
Ich möchte auch noch eines sagen zum Thema Chlorhuhn (Ruf bei der ÖVP: Panikmache!): Ich finde die Debatte auch von Ihnen sehr populistisch und verkürzt geführt, weil Sie sich überhaupt nicht auseinandersetzen wollen mit Fragen, die bestimmte Produktionsweisen in den USA im Lebensmittelsektor betreffen, welche Brutalität das mittlerweile aufweist, welchen Grad an Industrialisierung das erreicht hat. Das sind Städte! – Das ist eine Entwicklung, die niemand in Österreich will und die auch in Europa viele Menschen ganz massiv ablehnen. (Abg. Haubner: Das wollen eh wir auch nicht! – Abg. Lopatka: Wer will das?) Wir wollen eine kleinstrukturierte Landwirtschaft. Wir wollen keine Schlachthöfe, wo in der Woche – in der Woche! – 360 Millionen Hühner geschlachtet werden. (Abg. Lopatka: Wer will das? – Abg. Kogler: Sie arbeiten ja darauf hin!) Und nur weil die hygienischen Bedingungen so schlecht werden, werden die dann in ein Chlorbad getaucht.
Abg. Lopatka: Wer will das? – Abg. Kogler: Sie arbeiten ja darauf hin!
Ich möchte auch noch eines sagen zum Thema Chlorhuhn (Ruf bei der ÖVP: Panikmache!): Ich finde die Debatte auch von Ihnen sehr populistisch und verkürzt geführt, weil Sie sich überhaupt nicht auseinandersetzen wollen mit Fragen, die bestimmte Produktionsweisen in den USA im Lebensmittelsektor betreffen, welche Brutalität das mittlerweile aufweist, welchen Grad an Industrialisierung das erreicht hat. Das sind Städte! – Das ist eine Entwicklung, die niemand in Österreich will und die auch in Europa viele Menschen ganz massiv ablehnen. (Abg. Haubner: Das wollen eh wir auch nicht! – Abg. Lopatka: Wer will das?) Wir wollen eine kleinstrukturierte Landwirtschaft. Wir wollen keine Schlachthöfe, wo in der Woche – in der Woche! – 360 Millionen Hühner geschlachtet werden. (Abg. Lopatka: Wer will das? – Abg. Kogler: Sie arbeiten ja darauf hin!) Und nur weil die hygienischen Bedingungen so schlecht werden, werden die dann in ein Chlorbad getaucht.
Beifall bei den Grünen.
Es geht nicht um das Chlorhendl an sich, sondern es geht um die kulturelle Frage: Wie erzeugen wir unsere Lebensmittel, und wie gehen wir mit Tieren um? Haben Sie da irgendeinen Funken von Respekt, dass man das auch einmal kritisch sehen kann? – Also ich habe heute wirklich nur sehr arrogantes Drüberreden gehört und wenig echte, fundierte Auseinandersetzung in der Sache. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Was denn? – Abg. Glawischnig-Piesczek: Es ist fertig!
ihr in der Regierung seid, ist das nachvollziehbar!), denn Sie hatten hier doch nicht gerade einen Minister sitzen, der auf frischer Tat ertappt worden ist, wie er heimlich unter Umgehung aller rechtlichen Vorschriften etwas unterzeichnet hat, das jetzt Beschlusslage und bindend für Österreich ist, womit wir jetzt das Streitbeilegungsverfahren und all das auf dem Tisch liegen haben. Das stimmt doch alles nicht! (Abg. Kogler: Was denn? – Abg. Glawischnig-Piesczek: Es ist fertig!) Aber das rechtfertigt nicht diese Art der Rhetorik, weil diese uns auch nicht weiterhilft. Das ist meine Kritik an dem, wie Sie das hier gebracht haben. (Abg. Kogler: Sagen Sie einmal was zu den Fragen!)
Abg. Kogler: Sagen Sie einmal was zu den Fragen!
ihr in der Regierung seid, ist das nachvollziehbar!), denn Sie hatten hier doch nicht gerade einen Minister sitzen, der auf frischer Tat ertappt worden ist, wie er heimlich unter Umgehung aller rechtlichen Vorschriften etwas unterzeichnet hat, das jetzt Beschlusslage und bindend für Österreich ist, womit wir jetzt das Streitbeilegungsverfahren und all das auf dem Tisch liegen haben. Das stimmt doch alles nicht! (Abg. Kogler: Was denn? – Abg. Glawischnig-Piesczek: Es ist fertig!) Aber das rechtfertigt nicht diese Art der Rhetorik, weil diese uns auch nicht weiterhilft. Das ist meine Kritik an dem, wie Sie das hier gebracht haben. (Abg. Kogler: Sagen Sie einmal was zu den Fragen!)
Abg. Hübner: Was heißt „gegeben hat“?
Das ist der Punkt, wo man ansetzen muss: dass es hier in der Tat Versuche gegeben hat, Umgehungsstrategien zu entwickeln (Abg. Hübner: Was heißt „gegeben hat“?) – einmal, die nationalen Parlamente nicht einzubeziehen, dann wieder das Europäische Parlament, dann möglichst zu schauen, dass es gar nicht in die Regierung hineingeht. Am liebsten hätte er gehabt, der Kommissar De Gucht: Geht hin, unterzeichnet, und es gilt! – Das war die Überlegung. Und da muss, glaube ich, die Kritik ansetzen. Sich jetzt herzustellen und zu sagen, Teile der Regierung oder alle in der Regierung sind eigentlich Kumpane dieser Pläne, das ist ungerecht. (Abg. Kogler: Der Kanzler spricht anders!)
Abg. Kogler: Der Kanzler spricht anders!
Das ist der Punkt, wo man ansetzen muss: dass es hier in der Tat Versuche gegeben hat, Umgehungsstrategien zu entwickeln (Abg. Hübner: Was heißt „gegeben hat“?) – einmal, die nationalen Parlamente nicht einzubeziehen, dann wieder das Europäische Parlament, dann möglichst zu schauen, dass es gar nicht in die Regierung hineingeht. Am liebsten hätte er gehabt, der Kommissar De Gucht: Geht hin, unterzeichnet, und es gilt! – Das war die Überlegung. Und da muss, glaube ich, die Kritik ansetzen. Sich jetzt herzustellen und zu sagen, Teile der Regierung oder alle in der Regierung sind eigentlich Kumpane dieser Pläne, das ist ungerecht. (Abg. Kogler: Der Kanzler spricht anders!)
Abg. Kogler: Wie wirkt es?
Jetzt sage ich gleich dazu: Ein Freihandelsabkommen an sich ist noch nichts Schlechtes. Die Frage ist: Was will es? (Abg. Kogler: Wie wirkt es?) Und – um jetzt Beispiele zu nennen – dass man mit Ländern der Dritten Welt, wo Korruption herrscht, Enteignung herrscht und keine Sicherheit für Investitionen, solche Mittel anwendet und solche Verträge abschließt, das verstehe ich total. Was ich nicht verstehe, ist die Gleichsetzung der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit sogenannten Bananenrepubliken und dass man dann sagt, jetzt brauche ich aber eigentlich diese Schlichtungsstelle und dieses ISDS, denn wenn es sich dort bewährt hat, bewährt es sich hier auch.
Abg. Kogler: Richtig!
Diese Gleichstellung kann ich einfach nicht akzeptieren, und das ist die Kritik, die wir dabei haben. Ein gewisser Investitionsschutz – ja! Aber umgekehrt sage ich gleich dazu, die internationalen Konzerne, die hierher kommen und investieren, die sind ja kein Wohltäterverein! Die kommen her, schauen sich die Situation an und wollen eben einfach einen Gewinn machen. Und was ist die Aufgabe der Politik? – Das zu regeln! (Abg. Kogler: Richtig!) Gewinn ist an sich nichts Unanständiges – aber nicht auf Kosten von Standards, die wir mühsam in diesem Haus erkämpft, beschlossen, erreicht
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
haben für die österreichische Bevölkerung! Das ist doch die entscheidende Frage! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus! So geht das! „Super“ Geschäft! – Abg. Kogler: ... Eigentum schon über der Allgemeinheit!
Sie beschreiben das in Ihrer Dringlichen Anfrage ohnehin so treffend: Da hat man eine Liste von Rechtsanwälten, daraus werden dann welche ausgesucht, die setzen sich in unterschiedlichen Rollen zusammen und bestimmen dann, ob man 5, 10, 15 Milliarden oder wie viel auch immer zu „brennen“ hat, weil man sich an gewissen Gesetzesinitiativen beteiligt hat, die die Investitionen beziehungsweise die Gewinnerwartung geschmälert haben, oder ob gar eine „indirekte Enteignung“ vorliegt – das ist überhaupt eine süße Formulierung! (Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus! So geht das! „Super“ Geschäft! – Abg. Kogler: ... Eigentum schon über der Allgemeinheit!)
Abg. Kogler: Ja! Haben wir schon angefangen!
Da sollte man eigentlich nicht hier ans Rednerpult treten und Misstrauen säen, sondern einen nationalen Schulterschluss machen, denn das betrifft alle in Österreich. (Abg. Kogler: Ja! Haben wir schon angefangen!) Alle sind davon betroffen, und da sollte man eigentlich zusammenhalten, und jetzt nicht so charmant, aber doch ein bisschen, sagen wir einmal, überheblich lächeln, wie Sie, Frau Klubobfrau Glawischnig-Piesczek, das gerade gemacht haben, wenn ich mir diese leise, kleine Kritik hier vom Rednerpult aus erlauben darf.
Abg. Steinbichler: Wo informieren Sie sich?
Daher sollte man versuchen, die Argumentation in diese Richtung zu bringen. Ich könnte Ihnen noch weitere Dinge zitieren. Auch diese Frage nach dem Vorsorgeprinzip – völlig richtig! Erst wenn ich Bauchweh habe oder wenn es mir ganz schlecht geht und ich dann klagen gehe, wird dieses Produkt vom Markt genommen?! Ich will gefälligst eine Klärung haben, bevor das Produkt auf meinem Tisch landet oder ich in irgendeiner Weise Zugang zu diesem Produkt habe. Darüber brauchen wir nicht zu reden, das ist doch völlig klar. (Abg. Steinbichler: Wo informieren Sie sich?) Das sind die Basics, und das muss in Wirklichkeit auch vertreten und durchgesetzt werden.
Abg. Kogler: In die Haar’ schmier’n, wie man so sagt!
trauen gesät, die Presse hat das ohnehin schön kritisiert, und die Frage war immer berechtigt: Warum haben Sie das so geheimnisvoll gemacht? Wenn man etwas so geheimnisvoll macht, gibt es meistens einen Plan, dass man nicht will, dass die Öffentlichkeit etwas weiß. – Damit haben wir alle miteinander nichts zu tun! Das ist ganz entscheidend. Wir wollen im Gegenteil, dass das alles möglichst transparent ist, auch weiterhin, und sollte es wirklich immer näher und näher kommen, muss es immer transparenter werden und möglichst große Offenheit herrschen. Und das ISDS können sich die in Wirklichkeit „g’halten“, um das auf gut Wienerisch zu sagen. (Abg. Kogler: In die Haar’ schmier’n, wie man so sagt!)
Abg. Walter Rosenkranz: Wo hat er das erklärt?
Der Herr Bundeskanzler hat gestern in aller Deutlichkeit und in allen Details erklärt, warum er vor allem gegen diese Einrichtung ist. (Abg. Walter Rosenkranz: Wo hat er das erklärt?) Es ist in Wirklichkeit die Umgehung unseres Rechtssystems! (Abg. Kogler: Der redet ja schärfer als ich! – Abg. Barbara Rosenkranz: Wo? Wo denn?) – Der Herr Bundeskanzler hat das hier eindeutig erklärt – für die Bundesregierung. (Abg. Kogler: Und dann sagt es niemand in Kanada! Im Nachhinein war wieder „kana da“!)
Abg. Kogler: Der redet ja schärfer als ich! – Abg. Barbara Rosenkranz: Wo? Wo denn?
Der Herr Bundeskanzler hat gestern in aller Deutlichkeit und in allen Details erklärt, warum er vor allem gegen diese Einrichtung ist. (Abg. Walter Rosenkranz: Wo hat er das erklärt?) Es ist in Wirklichkeit die Umgehung unseres Rechtssystems! (Abg. Kogler: Der redet ja schärfer als ich! – Abg. Barbara Rosenkranz: Wo? Wo denn?) – Der Herr Bundeskanzler hat das hier eindeutig erklärt – für die Bundesregierung. (Abg. Kogler: Und dann sagt es niemand in Kanada! Im Nachhinein war wieder „kana da“!)
Abg. Kogler: Und dann sagt es niemand in Kanada! Im Nachhinein war wieder „kana da“!
Der Herr Bundeskanzler hat gestern in aller Deutlichkeit und in allen Details erklärt, warum er vor allem gegen diese Einrichtung ist. (Abg. Walter Rosenkranz: Wo hat er das erklärt?) Es ist in Wirklichkeit die Umgehung unseres Rechtssystems! (Abg. Kogler: Der redet ja schärfer als ich! – Abg. Barbara Rosenkranz: Wo? Wo denn?) – Der Herr Bundeskanzler hat das hier eindeutig erklärt – für die Bundesregierung. (Abg. Kogler: Und dann sagt es niemand in Kanada! Im Nachhinein war wieder „kana da“!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kogler: Misstrauen säen die österreichischen Verhandler in Brüssel!
Und noch einmal: Wir sollten einfach zusammenarbeiten, auch und vor allem, wenn wir da so viele Berührungspunkte haben, nicht Misstrauen säen, sondern wirklich versuchen, kooperativ zu sein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kogler: Misstrauen säen die österreichischen Verhandler in Brüssel!)
Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum deutschen Mittelstand!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Herr Minister hat heute in seiner Beantwortung der Dringlichen Anfrage sehr seriös und sehr kompetent viele dieser offenen Fragen beantwortet. (Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum deutschen Mittelstand!) Es handelt sich ja um keinen Prozess, der erst heute gestartet worden ist, sondern es hat viele Befragungen gegeben, es hat auch eine Diskussion im EU-Unterausschuss gegeben, also ich muss in Richtung grüne Fraktion schon sagen: Dramatisieren Sie das nicht immer so panikartig und behaupten Sie nicht, es sei jetzt so dringlich und es sei nie über solche Sachen geredet worden! (Ruf bei den Grünen: Wo?)
Ruf bei den Grünen: Wo?
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Herr Minister hat heute in seiner Beantwortung der Dringlichen Anfrage sehr seriös und sehr kompetent viele dieser offenen Fragen beantwortet. (Abg. Kogler: Sagen Sie etwas zum deutschen Mittelstand!) Es handelt sich ja um keinen Prozess, der erst heute gestartet worden ist, sondern es hat viele Befragungen gegeben, es hat auch eine Diskussion im EU-Unterausschuss gegeben, also ich muss in Richtung grüne Fraktion schon sagen: Dramatisieren Sie das nicht immer so panikartig und behaupten Sie nicht, es sei jetzt so dringlich und es sei nie über solche Sachen geredet worden! (Ruf bei den Grünen: Wo?)
Abg. Glawischnig-Piesczek: ... und Sie waren gegen die Donauinsel!
Irgendwie fühle ich mich ein bisschen in das Jahr 1994 zurückversetzt. Da waren die Grünen massiv gegen die Europäische Union, haben aufgezählt, was alles auf uns zukommen werde, und haben schlicht und ergreifend ein Nein gefordert. (Abg. Glawischnig-Piesczek: ... und Sie waren gegen die Donauinsel!) Und heute sind Sie auch glühende EU-Befürworter. Der Weg gibt uns auch recht, denn wir sehen, dass wir
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es ist heute ganz deutlich herausgekommen, dass wir uns im österreichischen Parlament noch einmal damit beschäftigen werden. Wenn die Verträge nicht gut sind, werden wir sie nicht unterschreiben. Wenn sie okay sind, dann bieten sie neue Chancen, und das sind auf jeden Fall Chancen, die wir in Österreich und in Europa dringend brauchen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es war sehr wohl wichtig, dass sich diese Organisationen darum gekümmert haben, da Sie mit der Strategie, an die Sie heute ja so perfekt angeschlossen haben, nämlich alles unter der Decke zu halten, nicht vorangekommen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir in Europa sind der Meinung, wir prüfen Produkte, bevor sie gesundheitliche Schäden anrichten können. Allein das ist eine Sache, die einen enormen wirtschaftskulturellen Unterschied ausmacht. Warum müssen eigentlich immer wir uns anpassen, wie es in einem Zwischenruf gesagt wurde? Es könnte ja auch sein, dass die europäische Variante der sozialen Marktwirtschaft Vorteile hat, die wir den Angelsachsen empfehlen können! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Drittens aber jetzt zu dem, was gar nicht geht. Was gar nicht geht, ist erstens dieses Vorgehen. Natürlich war es intransparent. Und noch einmal sage ich es: Wenn Sie nicht gezwungen worden wären – Sie und jene, die hinter diesem Abkommen stehen –, dann hätten Sie das gar nicht aufgedeckt. Natürlich war es intransparent! Und was die Leute auch besonders verdrossen macht, ist natürlich, dass Sie – und das muss auch herausgehoben werden – mit gespaltener Zunge reden. Sie haben erwähnt, dass der Kanzler gestern diesbezüglich etwas gesagt hat. – Ich habe drei Mal gefragt, wo. Vermutlich in der „Kronen Zeitung“. In Brüssel hätte er es sagen müssen! Sie reden mit gespaltener Zunge! Hier in Österreich erzählen Sie das eine, von dem Sie glauben, dass die Leute es hören wollen, und in Brüssel machen Sie dann das andere. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie dürfen sich nicht wundern, wenn die Menschen keine Lust mehr an der Politik haben, denn eigentlich ist es ja unsere Pflicht, so wie wir alle hier sitzen, Aufklärung zu leisten – nicht die Leute müssen hinter der Information nachhecheln! Wir wollen Demokraten, und die Demokratie braucht Bürger. Das ist alles ganz richtig. Die Demokratie braucht aber vor allem Politiker, die ihr Handeln nicht verschleiern, sondern es offen und klar darlegen. Dann geht es nämlich so wie in der Schweiz auch mit direkter Demokratie gut. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Schluss noch ein paar Worte zum Thema gemischtes Verfahren. Sie haben uns gesagt, gemischtes Verfahren heißt, dass wir hier noch einmal darüber entscheiden können, dass also nicht nur die Zustimmung des Europäischen Rats ausschlaggebend ist, sondern dass noch einmal das österreichische Parlament befasst wird. Sie, Herr Minister Mitterlehner, sagen, Sie sind der Meinung, es ist eine Angelegenheit, die man als gemischtes Verfahren bezeichnen kann. Herr Klubobmann Lopatka hat, zumindest ist es mir so vorgekommen, ständig etwas anderes dazwischengerufen. Ich möchte hier von Ihnen hören: Ist es ein gemischtes Verfahren? Werden Sie diese Rechtsansicht in Brüssel durchsetzen? Und wird es hier im Parlament eine Abstimmung geben? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Laut Medienberichten liegt der Inhalt den EU-Parlamentariern derzeit ausschließlich in 1 500 Seiten Juristenenglisch vor, und ich unterstelle jetzt einmal, dass die meisten Abgeordneten den Inhalt nicht wirklich verstehen werden. Da wird es ihnen nicht anders gehen als den Abgeordneten in diesem Hohen Haus, als sie seinerzeit den ESM verabschiedet haben. Da haben ja, wie wir wissen, Rot, Schwarz und Grün im Eilzugstempo die Vorgabe aus Brüssel erfüllt und mitgestimmt und in Wirklichkeit die österreichischen Steuerzahler den Schulden Griechenlands und anderer Länder sowie diverser Großbanken ausgeliefert, und das war eine fatale Entscheidung. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich gehe außerdem davon aus, dass unsere Regierungspolitiker sowieso wie immer das tun, was von ihnen in Brüssel erwartet wird, dass sie also das Freihandelsabkommen abnicken, ohne vorher das Verhandlungsergebnis für die Unternehmer, insbesondere die kleineren und mittleren, für die Arbeitnehmer, für die Bauern und für uns alle als Konsumenten optimiert zu haben. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Das darf nicht die Art und Weise sein, wie unser Land jetzt verpflichtet wird! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Aber das ist auch für uns relevant, denn wir müssen dann wiederum mit Kanada konkurrieren können, daher fordern wir Folgendes, um überhaupt hier mitverhandeln zu können: Wir müssen selbstverständlich informiert werden. Wir müssen klare Verhandlungspositionen entwickeln, die gut sind für unsere Unternehmer, gut sind für unsere Arbeitnehmer, gut sind für unsere Bauern und gut sind für uns alle als Konsumenten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir dürfen uns hier keinesfalls übervorteilen lassen! Wir wollen weder unsere Arbeits- noch unsere Lebensmittel- oder Umweltstandards untergraben lassen. Das heißt, wir sagen: Freihandel ist gut, aber zu fairen Bedingungen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Als Jurist kann ich Ihnen sagen, ein Verfahren vor einem Schiedsgericht hat relativ wenig mit den üblichen rechtsstaatlichen Standards zu tun. Das ist ein ad hoc besetztes Gremium, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt, keine Berufung zulässt und über Milliarden entscheiden kann, die dann die Steuerzahler berappen müssen. Ich sehe in diesem Instrument eine klare Aushebelung unserer Souveränität und Rechtsstaatlichkeit und sage daher Nein zum Investitionsschutzabkommen für Österreich. (Beifall beim Team Stronach.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Es wäre schön, wenn diesbezüglich auch die österreichische Regierung Stellung bezieht, denn es hat den Anschein, als ob der eine bei Ihnen Ja sagt und der andere Nein. Aber das ist sowieso typisch: In Österreich schimpfen und in Brüssel abnicken. Das ist aber den Bürgern gegenüber nicht korrekt. Wir sagen ganz klar, es gibt hier viele offene Fragen, und wir fordern Transparenz. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme schon zum Schluss.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hübner.
Tatsächlich informieren die Regierungen nämlich die Konzerne, die schließlich auch mitverhandeln, aber lassen die Parlamente außen vor. Das ist eine völlige Umkehr des Prinzips der Rechenschaftspflicht gegenüber dem Steuerzahler. CETA und TTIP sind große Schritte in Richtung einer Lobbyistengesellschaft, dabei sind wir Politiker und alle Abkommen, die wir beschließen, doch eigentlich ausschließlich für die Bürger da. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Hübner.)
Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Umgekehrt habe ich bei den Grünen schon das Gefühl, dass sie ab und zu – und immer öfter – in Versuchung geraten, in eine Art politisches Cocooning zu verfallen, und diese Themen, mit denen man sicherlich Wahlen gewinnen kann, wenn man sie sehr populistisch aufbereitet, auch politisch missbrauchen. Da wünsche ich mir mehr Differenzierung von den Grünen bei diesen Themen. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) – Na zum Beispiel war das Chlorhuhn ein schönes Beispiel. Wenn Sie sich differenziert mit dem Chlorhuhn beschäftigen, wissen Sie, dass es ein populistischer Medienschlager ist, aber mit der Debatte in der Sache nicht viel zu tun hat. (Abg. Kogler: Davon habe ich überhaupt nicht gesprochen!)
Abg. Kogler: Davon habe ich überhaupt nicht gesprochen!
Umgekehrt habe ich bei den Grünen schon das Gefühl, dass sie ab und zu – und immer öfter – in Versuchung geraten, in eine Art politisches Cocooning zu verfallen, und diese Themen, mit denen man sicherlich Wahlen gewinnen kann, wenn man sie sehr populistisch aufbereitet, auch politisch missbrauchen. Da wünsche ich mir mehr Differenzierung von den Grünen bei diesen Themen. (Zwischenruf der Abg. Schwentner.) – Na zum Beispiel war das Chlorhuhn ein schönes Beispiel. Wenn Sie sich differenziert mit dem Chlorhuhn beschäftigen, wissen Sie, dass es ein populistischer Medienschlager ist, aber mit der Debatte in der Sache nicht viel zu tun hat. (Abg. Kogler: Davon habe ich überhaupt nicht gesprochen!)
Abg. Kogler: Ich habe in 20 Minuten vom Chlorhuhn gar nichts gesagt!
Das hat Sie aber nicht interessiert, denn Sie haben in den letzten zwei, drei Jahren auf einen Mainstream-Wahlkampf umgeschaltet, und Sie wissen, was bei den Menschen ankommt. Aber ich halte das nicht für redliche Politik. (Abg. Kogler: Ich habe in 20 Minuten vom Chlorhuhn gar nichts gesagt!) – Ich halte das nicht für redliche Politik. Ich komme nachher noch dazu, wenn ich erkläre, wo ich sehe, dass die Grünen durchaus einen Punkt haben, den ich unterstützen möchte.
Ruf: Es geht!
Was ich mir wünschen würde, ist Folgendes. Ich springe ein wenig hin und her, deswegen ist es anspruchsvoll, dem zu folgen. (Ruf: Es geht!) – Das glaube ich, dass es bei Ihnen geht, aber es gibt noch andere, die sind nur peripher dabei. Ich wünsche mir zum Beispiel von den Grünen, dass es auch in diesem Haus ein Bekenntnis gibt – und ich glaube, das müssten alle sechs Parteien schaffen –, dass wir unseren Wohlstand grund-
Abg. Kogler: Wo gibt es den?
sätzlich einem fairen freien Handel (Abg. Kogler: Wo gibt es den?) und internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu verdanken haben. (Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Zwischenruf der Abg. Brunner.
sätzlich einem fairen freien Handel (Abg. Kogler: Wo gibt es den?) und internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu verdanken haben. (Zwischenruf der Abg. Brunner.)
Abg. Lichtenecker: Das stimmt überhaupt nicht!
Dieses Bekenntnis gibt es nicht, weil immer subtil mitschwingt, der Markt ist böse. (Abg. Lichtenecker: Das stimmt überhaupt nicht!) – Das schwingt bei den Grünen mit: Der Markt ist böse, und ab und zu ist auch der Unternehmer/die Unternehmerin böse. – Diesbezüglich möchte ich ein Bekenntnis!
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn Sie das vorausschicken würden, dann funktionierte Ihre Populismuskeule natürlich nicht mehr so gut, und deswegen schicken Sie es nicht voraus – und nicht einmal hinterher. Deswegen unterschlagen Sie es. Sie arbeiten auch hier mit einem Ressentiment. Das finde ich nicht okay. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kogler: Das ist wahr!
Ich hoffe, dass die neue Kommissarin, die liberale Schwedin Cecilia Malmström, da auch einen Neustart schafft. Die Skandinavier haben ein ganz anderes Verhältnis zum Thema Transparenz, das ist eine Chance. (Abg. Kogler: Das ist wahr!)
Beifall bei den NEOS.
So, und jetzt sind die Grünen wieder dran zum Klatschen. – Ich warte. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Strolz: Und der Wohlstand kommt aus dem Bankomat, oder wie?
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Klubobmann Strolz, ich stimme Ihnen nicht zu, dass wir unseren Wohlstand dem Handel zu verdanken haben. Wir haben einen großen Wohlstand in Österreich, wir sind eines der wohlhabendsten Länder überhaupt, ich finde aber, wir haben ihn sehr, sehr vielen Unternehmen in Österreich zu verdanken, vielen, die sich engagieren, die Ideen haben, die sich einbringen (Abg. Strolz: Und der Wohlstand kommt aus dem Bankomat, oder wie?), aber nicht unbedingt dem Handel alleine.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Aber ein Bekenntnis zur ökosozialen Marktwirtschaft!
Und man muss auch anerkennen, dass wir in Österreich, gerade was Ressourcen und den Verbrauch von Ressourcen angeht, über unsere Verhältnisse leben und unseren Wohlstand daher auch auf Kosten vieler anderer Länder dieser Erde haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Aber ein Bekenntnis zur ökosozialen Marktwirtschaft!) – Deswegen stehen wir vor großen ... (Abg. Strolz: Einmal ein Bekenntnis!) – Hören Sie mir zu? (Abg. Strolz: Markt ist böse!) Deswegen stehen wir vor großen Herausforderungen in diesem Jahrhundert, für die wir zuständig sind. Wir stehen vor einem Umbau der Gesellschaft, und vor diesem Hintergrund laufen jetzt unterschiedlichste Verhandlungen.
Abg. Strolz: Einmal ein Bekenntnis!
Und man muss auch anerkennen, dass wir in Österreich, gerade was Ressourcen und den Verbrauch von Ressourcen angeht, über unsere Verhältnisse leben und unseren Wohlstand daher auch auf Kosten vieler anderer Länder dieser Erde haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Aber ein Bekenntnis zur ökosozialen Marktwirtschaft!) – Deswegen stehen wir vor großen ... (Abg. Strolz: Einmal ein Bekenntnis!) – Hören Sie mir zu? (Abg. Strolz: Markt ist böse!) Deswegen stehen wir vor großen Herausforderungen in diesem Jahrhundert, für die wir zuständig sind. Wir stehen vor einem Umbau der Gesellschaft, und vor diesem Hintergrund laufen jetzt unterschiedlichste Verhandlungen.
Abg. Strolz: Markt ist böse!
Und man muss auch anerkennen, dass wir in Österreich, gerade was Ressourcen und den Verbrauch von Ressourcen angeht, über unsere Verhältnisse leben und unseren Wohlstand daher auch auf Kosten vieler anderer Länder dieser Erde haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Aber ein Bekenntnis zur ökosozialen Marktwirtschaft!) – Deswegen stehen wir vor großen ... (Abg. Strolz: Einmal ein Bekenntnis!) – Hören Sie mir zu? (Abg. Strolz: Markt ist böse!) Deswegen stehen wir vor großen Herausforderungen in diesem Jahrhundert, für die wir zuständig sind. Wir stehen vor einem Umbau der Gesellschaft, und vor diesem Hintergrund laufen jetzt unterschiedlichste Verhandlungen.
Beifall bei den Grünen.
Wenn der Herr Minister sagt, österreichische Unternehmen beziehungsweise Österreich hat durchaus immer wieder von Handelsabkommen profitiert, sage ich: Sicher wird jemand profitiert haben, aber es gibt ganz sicher auch Bereiche, die nicht profitieren: eben jene Bereiche, die am Markt unterrepräsentiert und nicht gleichwertig vertreten sind. Das ist das Klima, das ist die Umwelt, das ist die Landwirtschaft, das sind ArbeitnehmerInnen, die von uns auch einen gewissen Schutz erwarten dürfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hübner.
Für mich stellt sich hier die Frage: Wer macht die Regeln? Wer wird zukünftig die Regeln für unsere Systeme machen? Sind das die Konzerne, oder sind es die Politik, die Regierungen und das Parlament? – Ich bin der Überzeugung, wir als gewählte VolksvertreterInnen sind die Einzigen, die einen Anspruch haben, diese Regeln zu machen. Wir haben nicht nur einen Anspruch, sondern auch eine Verantwortung. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Hübner.)
Abg. Kogler: Wer sind die überhaupt?
Also in den Klimaverhandlungen war, erinnere ich mich, bei den beteiligten Nichtregierungsorganisationen immer die IV dabei. Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie das aufklären: Wer oder was ist die IV? Können wir uns darauf einigen, dass die IV auch eine Nichtregierungsorganisation ist? (Abg. Kogler: Wer sind die überhaupt?)
Abg. Kogler: Wo ist die gesetzliche Grundlage?
Also müsste die korrekte Antwort hier heißen: Eine Nichtregierungsorganisation wurde eingebunden. Und bei der Frage: Welche?, müsste es heißen: die IV. Dann geht nämlich klar daraus hervor, dass die Industriellenvereinigung hier wieder einmal eingebunden ist (Abg. Kogler: Wo ist die gesetzliche Grundlage?), während Umweltschutzorganisationen außen vor sind.
Beifall bei den Grünen.
Ich erwarte mir von der österreichischen Bundesregierung aber auch, dass sie sich in den nächsten Wochen und Monaten insbesondere einsetzt und engagiert, um eine aktive und ambitionierte Klimaschutzpolitik zu machen und in erster Linie die Klimaverhandlungen voranzubringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kogler: Ja, das müssen wir nur mehr dem Herrn Wirtschaftsminister und dem Herrn Staatssekretär sagen!
In all diesen Punkten müssen die Standards eingehalten werden. Und da möchte ich Werner Faymann zitieren, der klar versprochen und klar deklariert hat: Einem Freihandelsabkommen, das die österreichischen Standards runterdrückt, werden wir ganz klar nicht zustimmen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kogler: Ja, das müssen wir nur mehr dem Herrn Wirtschaftsminister und dem Herrn Staatssekretär sagen!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ziehen wir hier beispielsweise die Lebensmittel heran. Ich arbeite in diesem Bereich, und ich werde ganz oft darauf angesprochen, wie wichtig die hohen Standards unserer österreichischen Lebensmittel sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es gibt sehr, sehr viele Leute, die in diesem Bereich verunsichert worden sind (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!), und ich als Sozialdemokratin setze mich vermehrt dafür ein, dass diese Standards eingehalten werden. Es ist mir äußerst wichtig, dass diese Errungenschaften auch nicht geopfert werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht!
Ziehen wir hier beispielsweise die Lebensmittel heran. Ich arbeite in diesem Bereich, und ich werde ganz oft darauf angesprochen, wie wichtig die hohen Standards unserer österreichischen Lebensmittel sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es gibt sehr, sehr viele Leute, die in diesem Bereich verunsichert worden sind (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!), und ich als Sozialdemokratin setze mich vermehrt dafür ein, dass diese Standards eingehalten werden. Es ist mir äußerst wichtig, dass diese Errungenschaften auch nicht geopfert werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.
Ziehen wir hier beispielsweise die Lebensmittel heran. Ich arbeite in diesem Bereich, und ich werde ganz oft darauf angesprochen, wie wichtig die hohen Standards unserer österreichischen Lebensmittel sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es gibt sehr, sehr viele Leute, die in diesem Bereich verunsichert worden sind (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!), und ich als Sozialdemokratin setze mich vermehrt dafür ein, dass diese Standards eingehalten werden. Es ist mir äußerst wichtig, dass diese Errungenschaften auch nicht geopfert werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Kogler: Wau!
Das Leitmotto der Europäischen Union lautet „In Vielfalt geeint“. Hier steht nichts von „Unsere Vielfalt verkaufen“. Gehen wir deshalb zu Größerem und sprechen wir von Europa, von einem Europa, das seine eigenen Stärken erkennen und ausspielen muss, denn, meine Damen und Herren, Europa ist der größte Markt der Welt! (Abg. Kogler: Wau!) Und wir sollten die Vorgaben machen und nicht umgekehrt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Hübner und Kogler. – Abg. Kogler: Yes!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Hübner und Kogler. – Abg. Kogler: Yes!
Das Leitmotto der Europäischen Union lautet „In Vielfalt geeint“. Hier steht nichts von „Unsere Vielfalt verkaufen“. Gehen wir deshalb zu Größerem und sprechen wir von Europa, von einem Europa, das seine eigenen Stärken erkennen und ausspielen muss, denn, meine Damen und Herren, Europa ist der größte Markt der Welt! (Abg. Kogler: Wau!) Und wir sollten die Vorgaben machen und nicht umgekehrt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Hübner und Kogler. – Abg. Kogler: Yes!)
Abg. Kogler: Genau! Und deshalb: Kanzler und Vizekanzler, wie tun die?
Aber Europa ist nur so stark, wie wir alle zusammenstehen. (Abg. Kogler: Genau! Und deshalb: Kanzler und Vizekanzler, wie tun die?) Europa gilt vielen Menschen noch immer als Hort der Demokratie, als Ort, wo weitgehend Frieden herrscht. Mein unverrückbarer Standpunkt ist, dass wir auf diese Werte und dieses Fundament aufpassen müssen und dass dieses Fundament keinesfalls unterspült werden darf. (Abg. Höbart: Das ist schon längst unterspült!) Unsere Standards müssen eingehalten werden, darüber gibt es keine Verhandlungen!
Abg. Höbart: Das ist schon längst unterspült!
Aber Europa ist nur so stark, wie wir alle zusammenstehen. (Abg. Kogler: Genau! Und deshalb: Kanzler und Vizekanzler, wie tun die?) Europa gilt vielen Menschen noch immer als Hort der Demokratie, als Ort, wo weitgehend Frieden herrscht. Mein unverrückbarer Standpunkt ist, dass wir auf diese Werte und dieses Fundament aufpassen müssen und dass dieses Fundament keinesfalls unterspült werden darf. (Abg. Höbart: Das ist schon längst unterspült!) Unsere Standards müssen eingehalten werden, darüber gibt es keine Verhandlungen!
Abg. Glawischnig-Piesczek: Wodurch?
Abschließend und in diesem Zusammenhang noch ein Wort an die Opposition, allen voran an Klubobfrau Glawischnig: Bitte hören Sie auf, die Menschen hier so sehr zu verunsichern! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wodurch?) Es wäre wichtiger, die Regierung zu unterstützen, sodass österreichische Interessen bestmöglich vertreten werden. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Kogler: Ja, aber das ist ja absurd, die österreichischen Vertreter arbeiten gegen den Bundeskanzler!) Nur Ängste zu schüren läuft auf Populismus und Marktschreiereien hinaus. – Danke, Herr Kogler, ich habe Sie verstanden. (Abg. Kogler: Offensichtlich nicht!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Kogler: Ja, aber das ist ja absurd, die österreichischen Vertreter arbeiten gegen den Bundeskanzler!
Abschließend und in diesem Zusammenhang noch ein Wort an die Opposition, allen voran an Klubobfrau Glawischnig: Bitte hören Sie auf, die Menschen hier so sehr zu verunsichern! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wodurch?) Es wäre wichtiger, die Regierung zu unterstützen, sodass österreichische Interessen bestmöglich vertreten werden. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Kogler: Ja, aber das ist ja absurd, die österreichischen Vertreter arbeiten gegen den Bundeskanzler!) Nur Ängste zu schüren läuft auf Populismus und Marktschreiereien hinaus. – Danke, Herr Kogler, ich habe Sie verstanden. (Abg. Kogler: Offensichtlich nicht!)
Abg. Kogler: Offensichtlich nicht!
Abschließend und in diesem Zusammenhang noch ein Wort an die Opposition, allen voran an Klubobfrau Glawischnig: Bitte hören Sie auf, die Menschen hier so sehr zu verunsichern! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wodurch?) Es wäre wichtiger, die Regierung zu unterstützen, sodass österreichische Interessen bestmöglich vertreten werden. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Kogler: Ja, aber das ist ja absurd, die österreichischen Vertreter arbeiten gegen den Bundeskanzler!) Nur Ängste zu schüren läuft auf Populismus und Marktschreiereien hinaus. – Danke, Herr Kogler, ich habe Sie verstanden. (Abg. Kogler: Offensichtlich nicht!)
Abg. Kogler: Am 24. Dezember können Sie weitersprechen!
Also wünsche ich mir ein „Handelsabkommen“ hier für die österreichische Politik (Abg. Kogler: Am 24. Dezember können Sie weitersprechen!), auch hier könnte man Standards einführen, verantwortungsvolles Handeln zum Beispiel. Ich unterstütze daher unseren Kanzler Werner Faymann, der dafür Sorge trägt, dass Österreich und die Interessen der heimischen Bevölkerung nicht ausverkauft werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Also wünsche ich mir ein „Handelsabkommen“ hier für die österreichische Politik (Abg. Kogler: Am 24. Dezember können Sie weitersprechen!), auch hier könnte man Standards einführen, verantwortungsvolles Handeln zum Beispiel. Ich unterstütze daher unseren Kanzler Werner Faymann, der dafür Sorge trägt, dass Österreich und die Interessen der heimischen Bevölkerung nicht ausverkauft werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kogler: Noch einmal: Der österreichische Verhandler in Brüssel verhandelt gegen die Regierungsspitze!
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Auer. Ich stelle 4 Minuten Redezeitlimit ein. – Bitte. (Abg. Kogler: Noch einmal: Der österreichische Verhandler in Brüssel verhandelt gegen die Regierungsspitze!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Ich kann in vielen Bereichen meiner Vorrednerin recht geben (Zwischenrufe bei der FPÖ), in einem Punkt darf ich noch etwas verstärken: Sie hat erklärt, Sie unterstützt da den Herrn Bundeskanzler, ich unterstütze die gesamte Regierung bei diesem Abkommen! Damit das klargestellt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder. – Abg. Kogler: Aber da tut ja jeder etwas anderes in der Regierung! Die Mitterlehner-Regierung oder die Faymann-Regierung? Welche Regierung?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder. – Abg. Kogler: Aber da tut ja jeder etwas anderes in der Regierung! Die Mitterlehner-Regierung oder die Faymann-Regierung? Welche Regierung?
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Ich kann in vielen Bereichen meiner Vorrednerin recht geben (Zwischenrufe bei der FPÖ), in einem Punkt darf ich noch etwas verstärken: Sie hat erklärt, Sie unterstützt da den Herrn Bundeskanzler, ich unterstütze die gesamte Regierung bei diesem Abkommen! Damit das klargestellt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder. – Abg. Kogler: Aber da tut ja jeder etwas anderes in der Regierung! Die Mitterlehner-Regierung oder die Faymann-Regierung? Welche Regierung?)
Abg. Pirklhuber: Ja, aber wohin, Jakob? – Abg. Wöginger: Auch nach Amerika! Was glaubst du denn?
Ich habe in meiner Gemeinde vier solche kleine Betriebe. Es handelt sich um Betriebe mit 40, 27, 32 und 21 Mitarbeitern. Und ich habe sie gefragt, wie viel sie von ihrer Produktion exportieren? – Zwischen 75 und 94 Prozent ihrer Produkte! (Abg. Pirklhuber: Ja, aber wohin, Jakob? – Abg. Wöginger: Auch nach Amerika! Was glaubst du denn?) Meine Damen und Herren, daher ist es auch für solche Betriebe wichtig, die Chancen auf dem Weltmarkt wahrnehmen zu können, die Chancen auf diesen internationalen Märkten zu haben (Abg. Kogler: Die haben wir so auch schon gehabt!), ob es Ihnen gefällt oder nicht.
Abg. Kogler: Die haben wir so auch schon gehabt!
Ich habe in meiner Gemeinde vier solche kleine Betriebe. Es handelt sich um Betriebe mit 40, 27, 32 und 21 Mitarbeitern. Und ich habe sie gefragt, wie viel sie von ihrer Produktion exportieren? – Zwischen 75 und 94 Prozent ihrer Produkte! (Abg. Pirklhuber: Ja, aber wohin, Jakob? – Abg. Wöginger: Auch nach Amerika! Was glaubst du denn?) Meine Damen und Herren, daher ist es auch für solche Betriebe wichtig, die Chancen auf dem Weltmarkt wahrnehmen zu können, die Chancen auf diesen internationalen Märkten zu haben (Abg. Kogler: Die haben wir so auch schon gehabt!), ob es Ihnen gefällt oder nicht.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.
Besonders gefallen hat mir ja eine Ausführung der Klubobfrau Dr. Nachbaur – sie ist immer so charmant, freundlich lächelnd. Frau Nachbaur hat zu Recht gefordert, dass diese Verhandlungen nicht im stillen Kämmerlein geführt werden dürfen, nicht von Konzernen allein zu gestalten sind, sondern dass alle mitreden müssen. Ja, das unterschreibe ich, aber ich muss auch dazusagen: Da hätte sie durchaus auch in ihrer eigenen Fraktion einiges an Arbeit, denn ich kann mich nicht daran erinnern, dass Frank Stronach alle Mitarbeiter seines Klubs gefragt hat oder dass der Konzern Magna alle Abteilungsleiter der Firma gefragt hat, was sie von verschiedenen Maßnahmen halten. Und ich erinnere mich daran, dass einige Mandatare gewisse Schwierigkeiten bekommen haben, weil sie etwas, was Frank Stronach haben wollte, nicht gemacht haben. Diesbezüglich könnte man durchaus auch einmal im eigenen Stall nachschauen und vielleicht versuchen, auch dort Verbesserungen herbeizuführen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Abg. Pirklhuber: Ja!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: TTIP!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Stimmt, ja!
Ich habe durchaus bemerkt, dass er auf die Berichtigung durch Frau Kollegin Fekter eine Erwiderung machen wollte (Abg. Pirklhuber: Stimmt, ja!), wurde jedoch von den eigenen Klubkollegen zurückgepfiffen, weil sie ihn darauf aufmerksam machen mussten, dass dies auf den Beitrag von Maria Fekter nicht möglich war, da sie ihn nicht namentlich erwähnt hatte. Da müssen Sie noch die Geschäftsordnung lernen, Kollege Pirklhuber, aber da haben Sie noch Zeit dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe durchaus bemerkt, dass er auf die Berichtigung durch Frau Kollegin Fekter eine Erwiderung machen wollte (Abg. Pirklhuber: Stimmt, ja!), wurde jedoch von den eigenen Klubkollegen zurückgepfiffen, weil sie ihn darauf aufmerksam machen mussten, dass dies auf den Beitrag von Maria Fekter nicht möglich war, da sie ihn nicht namentlich erwähnt hatte. Da müssen Sie noch die Geschäftsordnung lernen, Kollege Pirklhuber, aber da haben Sie noch Zeit dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Das passt ja zu der gestrigen Kraut- und Wiesen-Dringlichen!
Ich gebe all jenen recht, die darauf hinweisen, dass der Handel wichtig ist. (Abg. Kogler: Das passt ja zu der gestrigen Kraut- und Wiesen-Dringlichen!) Fairer Handel ist wichtig! Es gibt einen alten Spruch, der ganz einfach lautet: Ein Geschäft ist dann ein Geschäft, wenn es für alle ein Geschäft ist. Und damit man einen derartigen Handel und ein derartiges Geschäft machen kann, muss es gleiche Bedingungen geben. (Abg. Kogler: Richtig! Na bitte!) Es kann nicht sein, das unterschreibe ich, dass von Konzernen einseitige Bedingungen diktiert werden. So kann Liberalismus oder Freihandel nicht verstanden werden! Unbestritten! Unbestritten! (Abg. Kogler – Beifall spendend –: Bravo! Der hat es verstanden!)
Abg. Kogler: Richtig! Na bitte!
Ich gebe all jenen recht, die darauf hinweisen, dass der Handel wichtig ist. (Abg. Kogler: Das passt ja zu der gestrigen Kraut- und Wiesen-Dringlichen!) Fairer Handel ist wichtig! Es gibt einen alten Spruch, der ganz einfach lautet: Ein Geschäft ist dann ein Geschäft, wenn es für alle ein Geschäft ist. Und damit man einen derartigen Handel und ein derartiges Geschäft machen kann, muss es gleiche Bedingungen geben. (Abg. Kogler: Richtig! Na bitte!) Es kann nicht sein, das unterschreibe ich, dass von Konzernen einseitige Bedingungen diktiert werden. So kann Liberalismus oder Freihandel nicht verstanden werden! Unbestritten! Unbestritten! (Abg. Kogler – Beifall spendend –: Bravo! Der hat es verstanden!)
Abg. Kogler – Beifall spendend –: Bravo! Der hat es verstanden!
Ich gebe all jenen recht, die darauf hinweisen, dass der Handel wichtig ist. (Abg. Kogler: Das passt ja zu der gestrigen Kraut- und Wiesen-Dringlichen!) Fairer Handel ist wichtig! Es gibt einen alten Spruch, der ganz einfach lautet: Ein Geschäft ist dann ein Geschäft, wenn es für alle ein Geschäft ist. Und damit man einen derartigen Handel und ein derartiges Geschäft machen kann, muss es gleiche Bedingungen geben. (Abg. Kogler: Richtig! Na bitte!) Es kann nicht sein, das unterschreibe ich, dass von Konzernen einseitige Bedingungen diktiert werden. So kann Liberalismus oder Freihandel nicht verstanden werden! Unbestritten! Unbestritten! (Abg. Kogler – Beifall spendend –: Bravo! Der hat es verstanden!)
Abg. Kogler: Ah so!
Aber ich habe auch festgehalten – und man konnte es deutlich vernehmen –, dass der Herr Vizekanzler ausgeführt hat, dass zwischen dem, was der Herr Bundeskanzler gesagt hat, und seinen Aussagen kein Blatt Papier Platz hat, sondern dass man einer Meinung ist. (Abg. Kogler: Ah so!) Meine Damen und Herren, daher sollte man nicht etwas hineingeheimnissen.
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Es ist ja spannend. Wenn man schon ein bisschen länger hier im Parlament ist, hat man viele Dringliche Anfragen erlebt. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Sie waren sehr oft spannend, prickelnd, herausfordernd (Abg. Rädler: Aber nie dringlich! – Zwischenruf des Abg. Kogler) – das war einmal, Herr Kollege Kogler –, die heutige war sozusagen wie eine abgeschossene Flugente, die ist abgestürzt, da war nichts Besonderes dahinter.
Abg. Rädler: Aber nie dringlich! – Zwischenruf des Abg. Kogler
Es ist ja spannend. Wenn man schon ein bisschen länger hier im Parlament ist, hat man viele Dringliche Anfragen erlebt. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Sie waren sehr oft spannend, prickelnd, herausfordernd (Abg. Rädler: Aber nie dringlich! – Zwischenruf des Abg. Kogler) – das war einmal, Herr Kollege Kogler –, die heutige war sozusagen wie eine abgeschossene Flugente, die ist abgestürzt, da war nichts Besonderes dahinter.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Kogler: Ja, eben!
Tatsache ist: Ja, wir sollten uns von den Amerikanern nicht immer alles diktieren lassen, das ist gar keine Frage, sondern das österreichische Parlament, der österreichische Staat und vor allem auch Europa haben das Recht und die Pflicht, hier gemeinsam vorzugehen, damit diese Bedingungen nicht einseitig und zu Lasten der Konsumenten, unserer Firmen und vor allem auch der Landwirtschaft festgelegt werden, denn Tatsache ist, fairer Handel ist es dann, wenn für alle gleiche Bedingungen bestehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Kogler: Ja, eben!)
Abg. Kogler – in Richtung des Abg. Auer –: Da sind wir uns ja einig! Das müssen wir dem Herrn Mitterlehner erklären, der hat es noch nicht verstanden!
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Hübner. Ich stelle 5 Minuten freiwilliges Redezeitlimit ein. – Bitte. (Abg. Kogler – in Richtung des Abg. Auer –: Da sind wir uns ja einig! Das müssen wir dem Herrn Mitterlehner erklären, der hat es noch nicht verstanden!)
Abg. Auer: Das wäre zu viel!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Bei Ihnen kann ich mich nicht bedanken, Kollege Auer. (Abg. Auer: Das wäre zu viel!) Aber gleich eine Anmerkung: Ich glaube, Kollege Cap hat uns heute gut vorgeführt, wie man in der Sache eine höchst problematische Agenda wie das TTIP und das CETA kritisieren kann, ohne die Regierungssolidarität zu verletzen. Das hätten auch Sie machen können. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Man kann durchaus die Klubdisziplin wahren, den Klubzwang wahren und sagen, es ist alles gut und das, was wir sagen, ist alles blöd. (Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!) Aber man muss nicht in der Sache sagen, es ist alles super, der Welthandel ist super, alles ist bestens, und die Konzerne müssen verhindert werden (Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!) – und das geschieht ohnehin nicht. (Abg. Auer: Hat niemand gesagt!) Plus/minus hat er das gesagt.
Zwischenruf des Abg. Auer.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Bei Ihnen kann ich mich nicht bedanken, Kollege Auer. (Abg. Auer: Das wäre zu viel!) Aber gleich eine Anmerkung: Ich glaube, Kollege Cap hat uns heute gut vorgeführt, wie man in der Sache eine höchst problematische Agenda wie das TTIP und das CETA kritisieren kann, ohne die Regierungssolidarität zu verletzen. Das hätten auch Sie machen können. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Man kann durchaus die Klubdisziplin wahren, den Klubzwang wahren und sagen, es ist alles gut und das, was wir sagen, ist alles blöd. (Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!) Aber man muss nicht in der Sache sagen, es ist alles super, der Welthandel ist super, alles ist bestens, und die Konzerne müssen verhindert werden (Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!) – und das geschieht ohnehin nicht. (Abg. Auer: Hat niemand gesagt!) Plus/minus hat er das gesagt.
Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Bei Ihnen kann ich mich nicht bedanken, Kollege Auer. (Abg. Auer: Das wäre zu viel!) Aber gleich eine Anmerkung: Ich glaube, Kollege Cap hat uns heute gut vorgeführt, wie man in der Sache eine höchst problematische Agenda wie das TTIP und das CETA kritisieren kann, ohne die Regierungssolidarität zu verletzen. Das hätten auch Sie machen können. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Man kann durchaus die Klubdisziplin wahren, den Klubzwang wahren und sagen, es ist alles gut und das, was wir sagen, ist alles blöd. (Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!) Aber man muss nicht in der Sache sagen, es ist alles super, der Welthandel ist super, alles ist bestens, und die Konzerne müssen verhindert werden (Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!) – und das geschieht ohnehin nicht. (Abg. Auer: Hat niemand gesagt!) Plus/minus hat er das gesagt.
Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Bei Ihnen kann ich mich nicht bedanken, Kollege Auer. (Abg. Auer: Das wäre zu viel!) Aber gleich eine Anmerkung: Ich glaube, Kollege Cap hat uns heute gut vorgeführt, wie man in der Sache eine höchst problematische Agenda wie das TTIP und das CETA kritisieren kann, ohne die Regierungssolidarität zu verletzen. Das hätten auch Sie machen können. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Man kann durchaus die Klubdisziplin wahren, den Klubzwang wahren und sagen, es ist alles gut und das, was wir sagen, ist alles blöd. (Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!) Aber man muss nicht in der Sache sagen, es ist alles super, der Welthandel ist super, alles ist bestens, und die Konzerne müssen verhindert werden (Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!) – und das geschieht ohnehin nicht. (Abg. Auer: Hat niemand gesagt!) Plus/minus hat er das gesagt.
Abg. Auer: Hat niemand gesagt!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Bei Ihnen kann ich mich nicht bedanken, Kollege Auer. (Abg. Auer: Das wäre zu viel!) Aber gleich eine Anmerkung: Ich glaube, Kollege Cap hat uns heute gut vorgeführt, wie man in der Sache eine höchst problematische Agenda wie das TTIP und das CETA kritisieren kann, ohne die Regierungssolidarität zu verletzen. Das hätten auch Sie machen können. (Zwischenruf des Abg. Auer.) Man kann durchaus die Klubdisziplin wahren, den Klubzwang wahren und sagen, es ist alles gut und das, was wir sagen, ist alles blöd. (Abg. Auer: Probieren Sie es einmal!) Aber man muss nicht in der Sache sagen, es ist alles super, der Welthandel ist super, alles ist bestens, und die Konzerne müssen verhindert werden (Ruf bei der ÖVP: Hat er nicht gesagt!) – und das geschieht ohnehin nicht. (Abg. Auer: Hat niemand gesagt!) Plus/minus hat er das gesagt.
Abg. Auer: brauchen offensichtlich ein Hörgerät!
Was mich wundert, ist: Es haben hier mittlerweile alle Fraktionen außer Ihrer die kritischen Punkte beleuchtet. (Abg. Auer: brauchen offensichtlich ein Hörgerät!) Sogar der Klubobmann der Weltbürgerpartei NEOS, Herr Kollege Strolz, hat gemeint, das Agrarkapitel gehöre jedenfalls aus dem TTIP ausgeschlossen. Das wundert mich.
Abg. Auer: Was schätzen Sie?
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Abg. Auer: Von der Produktion!
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Abg. Auer: Wer will das?
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!
se wir exportieren?) – Na wie viel? Wie viel nach Amerika? (Abg. Auer: Was schätzen Sie?) – Sie werden es mir sagen. (Abg. Auer: Von der Produktion!) – Wie viel wird das sein? (Abg. Auer: 40 Prozent der Produktion!) Bitte, 40 Prozent der Produktion! Wozu ist es notwendig, wenn wir 40 Prozent der Produktion angeblich nach Amerika exportieren, wozu wollen Sie dann alle Schranken niederreißen (Abg. Auer: Niemand will das! Das will ja niemand!) und ein Abkommen machen, das unseren Markt vollkommen öffnet? (Abg. Auer: Wer will das?) – Sie, weil das TTIP das vorsieht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Auer: Fairer Handel!)
Abg. Kogler: Wir sind umzingelt von Mutigen!
Aber kommen wir zu einem anderen Kapitel, und da muss ich auch auf die SPÖ zu sprechen kommen, weil es immer heißt, dass das kein Grund für Alarm ist, dass das nur Panikmache und Geschrei sind, da unsere Regierung all das verhindern wird und Österreich das zur gegebenen Zeit nicht unterfertigen wird. Entschuldigen Sie, Kollege Cap, aber das glaube nicht nur ich nicht, sondern das glauben, glaube ich, auch Sie nicht wirklich, nämlich dass die österreichische Bundesregierung, wenn das TTIP oder das CETA ausverhandelt ist, dann, wenn die Kommission gesagt hat, das machen wir, und vielleicht eine Mehrzahl der europäischen Länder sagt, das machen wir, aufstehen und sagen wird, wir unterschreiben das nicht, wir bringen das zu Fall. (Abg. Kogler: Wir sind umzingelt von Mutigen!) Das glaubt doch niemand!
Heiterkeit bei der FPÖ.
2. September – am 1. September war die Ratskonferenz – Faymann in den Medien: Es ist richtig, man muss die Sanktionen gegen Russland verschärfen. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was erwarten Sie sich dann für einen Widerstand von Österreich allein, wenn alles gelaufen ist? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Wir sind der Meinung, es gehört jetzt in die nationalen Parlamente, und in den nationalen Parlamenten, das kann ich euch versichern, wird das scheitern, wenn das drinnen ist. Die Deutschen machen es teilweise, aber wo machen wir das? (Zwischenruf bei der SPÖ.) Wir sagen, der Faymann wird das schon machen, wir glauben dem Bundeskanzler. – Kommentar überflüssig. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Wir sind der Meinung, es gehört jetzt in die nationalen Parlamente, und in den nationalen Parlamenten, das kann ich euch versichern, wird das scheitern, wenn das drinnen ist. Die Deutschen machen es teilweise, aber wo machen wir das? (Zwischenruf bei der SPÖ.) Wir sagen, der Faymann wird das schon machen, wir glauben dem Bundeskanzler. – Kommentar überflüssig. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Warum ist es überhaupt so weit gekommen, dass Zeitungen wie die „Kronen Zeitung“ eine Kampagne fahren, dass sich europaweit eine Vielzahl von Bürgerinitiativen formiert hat, dass es überparteiliche Resolutionen gibt? – Eben weil sich die Bürger nicht informiert fühlen, ganz einfach! Weil die Verhandlungen geheim sind und hinter verschlossenen Türen stattfinden, weil nicht einmal die nationalen Parlamente eingebunden sind, weil die Demokratie ausgehöhlt wird und die Volksvertreter de facto entmündigt werden. Und genau das ist das Problem. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, meine Damen und Herren, der Herr Bürgermeister irrt sich! Ich glaube, es besteht sehr wohl eine Notwendigkeit auf Information. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Riemer. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, dass die Menschen sehr wohl das Bedürfnis haben, informiert zu werden, in Inzenhof und im Parlament. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Riemer. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Dr. Rainer Hable (NEOS): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Geschätzte Bürger und Bürgerinnen! Eine Anmerkung, Herr Kollege Hübner: „Weltbürger“ verstehen wir durchaus als Kompliment! Ich weiß nicht, ob es in diese Richtung gemeint war, ansonsten müssten Sie sich etwas anderes überlegen. Dem stehen wir durchaus positiv gegenüber. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Ha! Ein Hohn ist das!
Und was ist Teil dieser Angstmache, dieser Panikmache? – Vom Chlorhuhn haben wir zum Beispiel schon gehört. Natürlich drehen sich diese Diskussionen um die Senkung von Standards, dabei drehen sich die meisten Diskussionen überhaupt nicht um die Senkung von Standards, sondern sie drehen sich um die Unterschiedlichkeit von Standards. (Abg. Pirklhuber: Ha! Ein Hohn ist das!) Sie drehen sich um unterschiedliche Zulassungsverfahren, sie drehen sich um unterschiedliche Produktstandards, sie drehen sich um unterschiedliche technische Vorschriften.
Abg. Glawischnig-Piesczek: Dieses Problem wird sich auch ohne ein Handelsabkommen lösen lassen!
Lassen Sie mich ein Beispiel geben: In den USA ist es offenbar so, dass die Blinker bei Autos rot blinken müssen, das ist sozusagen für die Amerikaner der Sicherheitsstandard, in Europa müssen die Blinker orange blinken, das ist bei uns der Sicherheitsstandard. Es kann niemand vernünftig erklären, dass das eine besser ist als das andere, dass das eine sicherer ist als das andere. Das heißt, in Wirklichkeit geht es darum, die Produktstandards, die Zulassungsverfahren vernünftigerweise anzugleichen. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Dieses Problem wird sich auch ohne ein Handelsabkommen lösen lassen!)
Abg. Pirklhuber: Das haben wir nie gesagt!
Das bringt mich zum nächsten Punkt, nämlich alles nicht nur schwarz-weiß zu sehen, nicht immer nur die Angstmache und die Panikmache in den Vordergrund zu stellen, sondern auch das Positive zu sehen, das Positive am Handel zu sehen, denn Handel ist tatsächlich friedenstiftend. Ich habe jetzt schon zum zweiten Mal von den Grünen – und ich stelle das mit Bedauern fest – gehört, dass sie Handel nicht für friedenstiftend erachten. (Abg. Pirklhuber: Das haben wir nie gesagt!) Ich habe das von Ihrer Kollegin Lunacek im Europäischen Parlament bei einer Podiumsdiskussion gehört. Frau Kollegin Brunner hat es jetzt hier wiederholt. Und da spüre ich, da spüren wir eine zunehmend negative Haltung gegenüber der Wirtschaft und Arbeitsplätzen.
Abg. Pilz: Wissen Sie, wer der Haupthandelspartner der Ukraine ist? Der Haupthandelspartner der Ukraine ist Russland! Lernen Sie Geografie!
Das ist falsch, denn Sie verstehen nicht nur das Funktionieren der Wirtschaft nicht, wenn Sie dieser Meinung folgen, sondern Sie verstehen auch die Einigungsidee Europas nicht. Auf dieser Idee, dass Handel friedenstiftend ist, ist Europa aufgebaut. Das ist ein zentraler Pfeiler der europäischen Einigung. Länder, die miteinander Handel treiben, Länder, deren Wirtschaften verschränkt sind, schießen nicht aufeinander. Und das erleben wir heutzutage leider viel zu oft. In Europa herrscht Frieden und rundherum brennt es und steigen Rauchsäulen auf. (Abg. Pilz: Wissen Sie, wer der Haupthandelspartner der Ukraine ist? Der Haupthandelspartner der Ukraine ist Russland! Lernen Sie Geografie!)
Beifall bei den NEOS.
Nehmen wir diese Chance wahr! Es gibt natürlich immer Risiken, aber diese – das ist die Aufgabe der Politik – müssen minimiert werden, können gemanagt werden. Nehmen wir die Chance dieser internationalen Handelsübereinkommen wahr, schaffen wir die Voraussetzung für mehr Arbeitsplätze und schaffen wir gemeinsame hohe globale Standards in Sozial- und Umweltfragen! Wenn es nicht Europa und Amerika schaffen, dann werden die globalen Handelsstandards von China und Russland dominiert. Das werden wir auch nicht wollen. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den Grünen.
den sich die Geister. Das haben wir jetzt beim Kollegen Hable gesehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Richtig! Ja! Ausbeutung!
Das sagt ein US-Ökonom, der lange bei der Weltbank war, der gesehen hat, was mit einer – unter Anführungszeichen – „überzogenen Konzernpolitik“ geschieht, wo man Entwicklungsländer unter dem Diktat des sogenannten Freihandels in die Knie gezwungen hat, Bedingungen anzunehmen, die dann dazu geführt haben, dass ganze Sektoren ausgehöhlt, privatisiert und zerstört wurden. Das ist die Realität. Nicht nur der Regenwald, auch die Menschen zahlen drauf. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Richtig! Ja! Ausbeutung!)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Riemer und Hübner.
Und das ist der Grund dafür, warum wir das dringlich behandeln. Das sind einfach die Herausforderung und die Frage. CETA ist, wenn es durchgesetzt wird, das Trojanische Pferd, mit dem die US-Konzerne die europäischen Standards aushöhlen werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Riemer und Hübner.) Wir werden das gemeinsam mit der europäischen Zivilbevölkerung, auch mit den ArbeitnehmerInnenvertretern angehen. Ich hoffe sehr wohl, dass hier auch die Gewerkschaften gemeinsam mit den Grünen gegen eine Politik marschieren werden, die an den Bürgern vorbeigeht. (Abg. Königsberger-Ludwig: Umgekehrt! – Abg. Rädler: Das könnt ihr gut!) Und marschieren werden wir voraussichtlich müssen, weil die EU-Kommission bisher nicht bereit war, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen.
Abg. Königsberger-Ludwig: Umgekehrt! – Abg. Rädler: Das könnt ihr gut!
Und das ist der Grund dafür, warum wir das dringlich behandeln. Das sind einfach die Herausforderung und die Frage. CETA ist, wenn es durchgesetzt wird, das Trojanische Pferd, mit dem die US-Konzerne die europäischen Standards aushöhlen werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Riemer und Hübner.) Wir werden das gemeinsam mit der europäischen Zivilbevölkerung, auch mit den ArbeitnehmerInnenvertretern angehen. Ich hoffe sehr wohl, dass hier auch die Gewerkschaften gemeinsam mit den Grünen gegen eine Politik marschieren werden, die an den Bürgern vorbeigeht. (Abg. Königsberger-Ludwig: Umgekehrt! – Abg. Rädler: Das könnt ihr gut!) Und marschieren werden wir voraussichtlich müssen, weil die EU-Kommission bisher nicht bereit war, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen.
Abg. Strolz: Was ist die Conclusio?
Warum ist das passiert? – Ganz einfache Erklärung: Das ist der südostasiatische Raum, auch die Integration von Russland in den Welthandel. Die Europäische Union hat einen ganz massiven Austausch mit diesen Regionen. Der Handel, der internationale Handel hat sich massiv verbreitert. (Abg. Strolz: Was ist die Conclusio?) – So, das ist die eine Faktenlage, Kollege Strolz.
Abg. Strolz: Das ist alles klar! Die Conclusio fehlt!
Und die zweite Faktenlage ist mindestens so wichtig. Der tatsächliche Außenhandel – und das war das, was ich dem Kollegen Auer ins Stammbuch geschrieben hätte, als er sagte, seine kleinen Firmen exportieren zu 75 Prozent. – Ja, aber wohin denn, bitte? Das ist innereuropäischer Handel. Der innereuropäische Außenhandel ist zehn Mal so groß – zehn Mal so groß! – wie der Handel mit den USA. (Abg. Strolz: Das ist alles klar! Die Conclusio fehlt!) Das sind Fakten, und die sollte man sehen.
Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?
Daher ist die Frage, die sich mir auch stellt, folgende: Wie sieht es mit den Beschäftigungseffekten aus? Wie sieht es aus? Deutsche Institute, das Institut für Marktforschung – was sagen sie? Wachstumseffekte des TTIP jährlich zwischen 0,03 und 0,04 Prozent in der Prognose, und wahrscheinlich werden erst in zehn bis zwanzig Jahren die Auswirkungen überhaupt feststellbar sein. (Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?) – Wissen Sie, Kollege Strolz, nur ist es so: Wenn ich (Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?) – Sicher brauchen wir ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Herr Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!) Aber dazu braucht es eine europäische Wirtschaftspolitik, die die Regionalwirtschaft stärkt, die die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten stärkt. Und das ist ein anderes Konzept: fairen Handel, der auch soziale Standards berücksichtigt, der auch ökologische Standards weiterentwickelt, der eine nachhaltige, ressourceneffiziente Ökonomie in Europa weiterentwickelt. Das ist ein grünes Konzept. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das ist Green Economy, Kollege Strolz. Green Economy! Und die werden wir umsetzen, da können Sie sich sicher sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?
Daher ist die Frage, die sich mir auch stellt, folgende: Wie sieht es mit den Beschäftigungseffekten aus? Wie sieht es aus? Deutsche Institute, das Institut für Marktforschung – was sagen sie? Wachstumseffekte des TTIP jährlich zwischen 0,03 und 0,04 Prozent in der Prognose, und wahrscheinlich werden erst in zehn bis zwanzig Jahren die Auswirkungen überhaupt feststellbar sein. (Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?) – Wissen Sie, Kollege Strolz, nur ist es so: Wenn ich (Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?) – Sicher brauchen wir ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Herr Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!) Aber dazu braucht es eine europäische Wirtschaftspolitik, die die Regionalwirtschaft stärkt, die die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten stärkt. Und das ist ein anderes Konzept: fairen Handel, der auch soziale Standards berücksichtigt, der auch ökologische Standards weiterentwickelt, der eine nachhaltige, ressourceneffiziente Ökonomie in Europa weiterentwickelt. Das ist ein grünes Konzept. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das ist Green Economy, Kollege Strolz. Green Economy! Und die werden wir umsetzen, da können Sie sich sicher sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!
Daher ist die Frage, die sich mir auch stellt, folgende: Wie sieht es mit den Beschäftigungseffekten aus? Wie sieht es aus? Deutsche Institute, das Institut für Marktforschung – was sagen sie? Wachstumseffekte des TTIP jährlich zwischen 0,03 und 0,04 Prozent in der Prognose, und wahrscheinlich werden erst in zehn bis zwanzig Jahren die Auswirkungen überhaupt feststellbar sein. (Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?) – Wissen Sie, Kollege Strolz, nur ist es so: Wenn ich (Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?) – Sicher brauchen wir ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Herr Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!) Aber dazu braucht es eine europäische Wirtschaftspolitik, die die Regionalwirtschaft stärkt, die die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten stärkt. Und das ist ein anderes Konzept: fairen Handel, der auch soziale Standards berücksichtigt, der auch ökologische Standards weiterentwickelt, der eine nachhaltige, ressourceneffiziente Ökonomie in Europa weiterentwickelt. Das ist ein grünes Konzept. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das ist Green Economy, Kollege Strolz. Green Economy! Und die werden wir umsetzen, da können Sie sich sicher sein. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.
Daher ist die Frage, die sich mir auch stellt, folgende: Wie sieht es mit den Beschäftigungseffekten aus? Wie sieht es aus? Deutsche Institute, das Institut für Marktforschung – was sagen sie? Wachstumseffekte des TTIP jährlich zwischen 0,03 und 0,04 Prozent in der Prognose, und wahrscheinlich werden erst in zehn bis zwanzig Jahren die Auswirkungen überhaupt feststellbar sein. (Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?) – Wissen Sie, Kollege Strolz, nur ist es so: Wenn ich (Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?) – Sicher brauchen wir ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Herr Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!) Aber dazu braucht es eine europäische Wirtschaftspolitik, die die Regionalwirtschaft stärkt, die die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten stärkt. Und das ist ein anderes Konzept: fairen Handel, der auch soziale Standards berücksichtigt, der auch ökologische Standards weiterentwickelt, der eine nachhaltige, ressourceneffiziente Ökonomie in Europa weiterentwickelt. Das ist ein grünes Konzept. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das ist Green Economy, Kollege Strolz. Green Economy! Und die werden wir umsetzen, da können Sie sich sicher sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Daher ist die Frage, die sich mir auch stellt, folgende: Wie sieht es mit den Beschäftigungseffekten aus? Wie sieht es aus? Deutsche Institute, das Institut für Marktforschung – was sagen sie? Wachstumseffekte des TTIP jährlich zwischen 0,03 und 0,04 Prozent in der Prognose, und wahrscheinlich werden erst in zehn bis zwanzig Jahren die Auswirkungen überhaupt feststellbar sein. (Abg. Strolz: Wissen Sie, wie viele Zehntausende Jugendliche keinen Job bekommen in Europa?) – Wissen Sie, Kollege Strolz, nur ist es so: Wenn ich (Abg. Strolz: Was machen wir gegen die Jugendarbeitslosigkeit?) – Sicher brauchen wir ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Herr Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Neues Biedermeier?!) Aber dazu braucht es eine europäische Wirtschaftspolitik, die die Regionalwirtschaft stärkt, die die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten stärkt. Und das ist ein anderes Konzept: fairen Handel, der auch soziale Standards berücksichtigt, der auch ökologische Standards weiterentwickelt, der eine nachhaltige, ressourceneffiziente Ökonomie in Europa weiterentwickelt. Das ist ein grünes Konzept. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das ist Green Economy, Kollege Strolz. Green Economy! Und die werden wir umsetzen, da können Sie sich sicher sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Genau! Das Gegenteil vom Kanzler! Lauter Schmähführer! Sagen Sie etwas, Herr Staatssekretär!
Eines zum Herrn Vizekanzler, zum Wirtschaftsminister, weil er gesagt hat, er hätte dieselbe Meinung, da wäre kein Blatt zwischen ihm und dem Bundeskanzler. Ich zitiere aus einer Anfragebeantwortung vom Juni 2014: „Investitionsschutz und investor-state dispute settlements () machen grundsätzlich auch in Abkommen mit Ländern mit entwickeltem Rechtssystem Sinn.“ (Abg. Kogler: Genau! Das Gegenteil vom Kanzler! Lauter Schmähführer! Sagen Sie etwas, Herr Staatssekretär!)
Abg. Kogler: Das ist eine Sauerei von der Regierungsbank!
Das sagt er, der Herr Wirtschaftsminister. Das sagt er in einer Anfragebeantwortung. Und das ist diametral entgegengesetzt zu dem, was der Kanzler sagt. (Abg. Kogler: Das ist eine Sauerei von der Regierungsbank!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein Gebot der Stunde, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Matznetter.
Wir leben in einer Zeit knapper werdender Ressourcen, und wir haben jetzt gerade den Klimagipfel der UNO in New York, und manchmal kommt es mir so vor, dass es da noch Propheten des Neoliberalismus gibt, die sagen, je mehr gehandelt wird, je mehr verkauft wird, desto besser ist die Lebenssituation der Menschen. Dem ist nicht so! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Matznetter.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Aber in den offiziellen parlamentarischen Materialien behauptet er das Gegenteil! Es geht um den Vizekanzler!
Ich glaube, mehr als diese deutliche Aussage und das Bekenntnis des Vizekanzlers, das genauso zu sehen, kann man nicht bringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Aber in den offiziellen parlamentarischen Materialien behauptet er das Gegenteil! Es geht um den Vizekanzler!)
Abg. Kogler: Sie verweigern die Information!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Bürgerinnen und Bürger! Natürlich müssen wir die Diskussion rund um die Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA ernstnehmen, auch hier im Parlament, aber ich bin dagegen, wenn hier manche Diskussionsbeiträge zur Verunsicherung der Bevölkerung führen (Abg. Kogler: Sie verweigern die Information!) und auch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, Herr Kollege Kogler. Das ist bei dieser Diskussion nicht notwendig. (Abg. Kogler: Was ist das überhaupt?)
Abg. Kogler: Was ist das überhaupt?
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Bürgerinnen und Bürger! Natürlich müssen wir die Diskussion rund um die Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA ernstnehmen, auch hier im Parlament, aber ich bin dagegen, wenn hier manche Diskussionsbeiträge zur Verunsicherung der Bevölkerung führen (Abg. Kogler: Sie verweigern die Information!) und auch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, Herr Kollege Kogler. Das ist bei dieser Diskussion nicht notwendig. (Abg. Kogler: Was ist das überhaupt?)
Abg. Kogler: Ja!
Nehmen wir ein paar Fakten und Daten her und legen diese auf den Tisch! (Abg. Kogler: Ja!) Morgen und übermorgen wird beim EU-Kanada-Gipfel überhaupt nichts unterzeichnet. (Abg. Kogler: Das wissen wir eh!) Aber diese Behauptung wurde hier in den Raum gestellt, Herr Kollege Kogler, und das ist eine Verunsicherung der Bevölkerung! (Abg. Kogler: Nein! Sie können ja nicht einmal zuhören!) Das haben wir bei diesem Thema nicht notwendig. Die Umsetzung dauert in diesem Bereich noch mindestens ein Jahr.
Abg. Kogler: Das wissen wir eh!
Nehmen wir ein paar Fakten und Daten her und legen diese auf den Tisch! (Abg. Kogler: Ja!) Morgen und übermorgen wird beim EU-Kanada-Gipfel überhaupt nichts unterzeichnet. (Abg. Kogler: Das wissen wir eh!) Aber diese Behauptung wurde hier in den Raum gestellt, Herr Kollege Kogler, und das ist eine Verunsicherung der Bevölkerung! (Abg. Kogler: Nein! Sie können ja nicht einmal zuhören!) Das haben wir bei diesem Thema nicht notwendig. Die Umsetzung dauert in diesem Bereich noch mindestens ein Jahr.
Abg. Kogler: Nein! Sie können ja nicht einmal zuhören!
Nehmen wir ein paar Fakten und Daten her und legen diese auf den Tisch! (Abg. Kogler: Ja!) Morgen und übermorgen wird beim EU-Kanada-Gipfel überhaupt nichts unterzeichnet. (Abg. Kogler: Das wissen wir eh!) Aber diese Behauptung wurde hier in den Raum gestellt, Herr Kollege Kogler, und das ist eine Verunsicherung der Bevölkerung! (Abg. Kogler: Nein! Sie können ja nicht einmal zuhören!) Das haben wir bei diesem Thema nicht notwendig. Die Umsetzung dauert in diesem Bereich noch mindestens ein Jahr.
Abg. Kogler: Durch den innereuropäischen Export – ohne diese Abkommen offensichtlich!
Zweiter Punkt: Die Freihandelsabkommen sind aus österreichischer Sicht grundsätzlich positiv zu bewerten. Wir sind ein Exportland! Wir erwirtschaften 60 Prozent des BIP durch den Export (Abg. Kogler: Durch den innereuropäischen Export – ohne diese Abkommen offensichtlich!), sechs von zehn Euro verdienen wir im Export, und jeder zweite Arbeitsplatz ist exportabhängig. (Abg. Kogler: Aber ohne nordamerikanische Ab-
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler!
Wir haben derzeit 62 bilaterale Freihandelsabkommen, und wir (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler!) Ich habe gesagt „bilaterale“, Herr Kollege Kogler! Können Sie auch einmal zuhören? Es würde dem Parlamentarismus dienen, wenn Sie sich auch einmal andere Meinungen anhören würden. Das würde Ihnen als langjährigen Parlamentarier gut anstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben derzeit 62 bilaterale Freihandelsabkommen, und wir (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kogler!) Ich habe gesagt „bilaterale“, Herr Kollege Kogler! Können Sie auch einmal zuhören? Es würde dem Parlamentarismus dienen, wenn Sie sich auch einmal andere Meinungen anhören würden. Das würde Ihnen als langjährigen Parlamentarier gut anstehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Sie sind ahnungslos! Die machen morgen zu!
Dritter Punkt: Investitionsschutz. – Natürlich ist es notwendig, weiterzuverhandeln, auch nach dem Prinzip, was für die Staaten notwendig ist und was die Staaten brauchen, die Investoren und die Gaststaaten. (Abg. Kogler: Sie sind ahnungslos! Die machen morgen zu!) Es ist auch notwendig, über die Aufnahme entsprechender Bestimmungen in TTIP und CETA nachzudenken. Die 150 000 Stellungnahmen im Zuge der Online-Konsultation bilden da eine gute Grundlage. Die wurden heute überhaupt noch nicht erwähnt. Es sind auch 35 000 aus Österreich gekommen.
Beifall bei der ÖVP.
Vizekanzler Mitterlehner hat heute ganz klar in diesem Bereich seine Position dargelegt. Er hat dabei meine volle Unterstützung. Die sollte er von Ihnen auch haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen kämpfen dafür, dass der Letztentscheider in allen wesentlichen Angelegenheiten des Zusammenlebens das Staatsvolk – „Demos“, das Volk – sein muss. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, sei es im Wege der mittelbaren Demokratie über unser österreichisches Parlament und unsere Bundesregierung oder über den Weg der direkten Demokratie mit Volksabstimmungen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Das ist eine Schwächung der Europäischen Union!
Das ist zum Zweiten die Tatsache, dass die im Raum stehenden Sonderklagsrechte für Großkonzerne, die Staaten auf Milliarden verklagen, demokratischen und rechtsstaatlichen Standards von unabhängigen Rechtssystemen zuwiderlaufen. Sie werden eine massive weitere Schwächung des Staates darstellen. Mir kommt es schön langsam so vor, dass das eigentliche Ziel die völlige Abschaffung von Staaten an sich ist. (Abg. Pirklhuber: Das ist eine Schwächung der Europäischen Union!)
Abg. Lichtenecker: Das nennt man Flexibilität!
Jetzt muss ich mich ein bisschen kürzer halten. Gut, dann lassen wir etwas weg. (Abg. Lichtenecker: Das nennt man Flexibilität!) Das ist flexibel.
Beifall bei der FPÖ.
Ich befürchte aber, dass CETA – und damit TTIP durch den Ausweg der Verlegung des Sitzes von den USA nach Kanada – de facto bereits fix ausverhandelt und beschlossene Sache ist. Da ist der Kas bereits gebissen; und wir haben nichts davon mitbekommen. Und das ist der eigentliche Skandal! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Und da stellt sich natürlich auch wieder die Frage, ob wir das wollen. Wollen wir tatsächlich unsere Bauern sterben lassen und die minderwertigen Hühner und minderwertigen Lebensmittel aus anderen Ländern importieren? (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Vor einigen Jahren gab es dort das Problem, dass man Masttieren, also im Speziellen Rindern, billigstes Futter gegeben hat, um Kosten zu sparen. Daraufhin haben sich Bakterien gebildet (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), die das Rindfleisch verseucht haben, und zig Kinder in den USA sind daran gestorben. Als das groß zum Thema wurde und es die Moderatorin einer Talkshow gewagt hat, zu sagen, dass sie schon lange keine Hamburger mehr esse, wurde sie von den Lebensmittelkonzernen in den USA verklagt – und diese haben auch noch gewonnen! Diese Konzerne haben alle, auch eine Mutter, die sich beschwert hat, dass ihr Kind an diesen vergifteten Burgern gestorben ist, verklagt und damit mundtot gemacht. Und genau das Gleiche will man hier. Sehen Sie das nicht?
Zwischenruf des Abg. Kogler.
Deshalb wollen sie auch nicht auf dieses Klagsrecht verzichten. Sie wollen uns ihre billigen Lebensmittel nach Europa schicken, und wenn wir sie dann nicht schlucken, werden wir verklagt, so lange, bis alle mundtot sind und letztlich das Prinzip, Profite über die Interessen der Verbraucher zu stellen, durchgesetzt ist. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) Das ist genau der Punkt! Diese Konzerne müssen ja die Folgekosten nicht bezahlen.
Beifall beim Team Stronach.
leugnen – gemeinsam mit dem Ratspräsidenten den Auftrag erteilt, dieses Abkommen zu verhandeln. Deshalb hat er eine Verantwortung und kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Krainer
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Ich tu mich jetzt ein bisschen schwer, wo ich anfangen soll (Zwischenruf des Abg. Krainer), aber ja, Herr Kogler, ich gebe Ihnen recht betreffend Intransparenz – Sie haben völlig recht –, falsche Kommunikation von EU-Seite – auch völlig richtig. Wenn aber selbst Ihre Klubobfrau davon spricht, dass man fundiert argumentieren solle, dann darf ich gleich auf die Ausführungen des Herrn Lugar zu sprechen kommen.
Abg. Kogler: Das ist ja das Problem und nicht die Lösung!
Wissen Sie nicht, dass wir jetzt schon über 10 000 Tonnen Rindfleisch aus den USA importieren? Wissen Sie nicht, dass wir allein aus Südamerika 37 000 Tonnen Rindfleisch importieren? (Abg. Kogler: Das ist ja das Problem und nicht die Lösung!) – Nein, das Problem, Herr Kogler, ist etwas anderes. Sie müssten es, glaube ich, anders ansetzen und von Ihrer Verbotsdogmatik wegkommen, in der Sie vorschreiben, dass wir zwei Tage pro Woche kein Fleisch essen dürfen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Wir können das, was wir jeden Tag zu uns nehmen, nicht mehr produzieren. Das ist die Realität! (Abg. Kogler: Dafür sterben Leute in Südamerika !)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Wissen Sie nicht, dass wir jetzt schon über 10 000 Tonnen Rindfleisch aus den USA importieren? Wissen Sie nicht, dass wir allein aus Südamerika 37 000 Tonnen Rindfleisch importieren? (Abg. Kogler: Das ist ja das Problem und nicht die Lösung!) – Nein, das Problem, Herr Kogler, ist etwas anderes. Sie müssten es, glaube ich, anders ansetzen und von Ihrer Verbotsdogmatik wegkommen, in der Sie vorschreiben, dass wir zwei Tage pro Woche kein Fleisch essen dürfen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Wir können das, was wir jeden Tag zu uns nehmen, nicht mehr produzieren. Das ist die Realität! (Abg. Kogler: Dafür sterben Leute in Südamerika !)
Abg. Kogler: Dafür sterben Leute in Südamerika !
Wissen Sie nicht, dass wir jetzt schon über 10 000 Tonnen Rindfleisch aus den USA importieren? Wissen Sie nicht, dass wir allein aus Südamerika 37 000 Tonnen Rindfleisch importieren? (Abg. Kogler: Das ist ja das Problem und nicht die Lösung!) – Nein, das Problem, Herr Kogler, ist etwas anderes. Sie müssten es, glaube ich, anders ansetzen und von Ihrer Verbotsdogmatik wegkommen, in der Sie vorschreiben, dass wir zwei Tage pro Woche kein Fleisch essen dürfen. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Lugar.) Wir können das, was wir jeden Tag zu uns nehmen, nicht mehr produzieren. Das ist die Realität! (Abg. Kogler: Dafür sterben Leute in Südamerika !)
Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!
Herr Lugar, wir importieren Hühner aus Thailand und aus Brasilien. – Ist daran etwas Schlechtes? Sind wir daran gestorben? (Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!) Glauben Sie, dass es jetzt schlechter wird? Diese Panikmache! Warum können Sie das nicht fundiert argumentieren? Warum verbreiten Sie immer Panik? (Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Nein.
Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Lugar, wir importieren Hühner aus Thailand und aus Brasilien. – Ist daran etwas Schlechtes? Sind wir daran gestorben? (Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!) Glauben Sie, dass es jetzt schlechter wird? Diese Panikmache! Warum können Sie das nicht fundiert argumentieren? Warum verbreiten Sie immer Panik? (Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Nein.
Zwischenruf bei den Grünen.
Diese Panikmache! Wir sollten es auf ein anderes Level stellen. Schauen Sie, wir können unsere Standards auch insofern heben, als wir (Zwischenruf bei den Grünen.) – Ja, aber wir können ja auch einen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere Standards heben. (Abg. Pirklhuber: Ja, wie denn?)
Abg. Pirklhuber: Ja, wie denn?
Diese Panikmache! Wir sollten es auf ein anderes Level stellen. Schauen Sie, wir können unsere Standards auch insofern heben, als wir (Zwischenruf bei den Grünen.) – Ja, aber wir können ja auch einen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere Standards heben. (Abg. Pirklhuber: Ja, wie denn?)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Was ist mit der Massenproduktion? Was ist mit den 780 000 Tonnen Soja, die wir nach Österreich bringen? (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Was wollen Sie damit? Wollen Sie es weghaben? Sollen wir nicht mehr füttern? Was wollen Sie? (Abg. Kogler: Das ist ja alles ein Problem! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Das ist ja alles ein Problem! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Was ist mit der Massenproduktion? Was ist mit den 780 000 Tonnen Soja, die wir nach Österreich bringen? (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Was wollen Sie damit? Wollen Sie es weghaben? Sollen wir nicht mehr füttern? Was wollen Sie? (Abg. Kogler: Das ist ja alles ein Problem! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Ruf bei den Grünen: Was für eine Panik?
der landwirtschaftlichen Produktion auch bei uns sorgen. Ab 13. Dezember 2014 tritt zum Beispiel die neue Lebensmittelinformationsverordnung in Kraft, die zumindest konsumentenseitig mehr Information bietet. Das ist zweifellos ein Schritt, aber auf der anderen Seite: Wo mache ich den nächsten Schritt? Und an dieser Stelle muss ich einfach sagen, dass diese Panikmache unhaltbar ist (Ruf bei den Grünen: Was für eine Panik?), und Sie lassen sich am medialen Nasenring durch den Plenarsaal ziehen. (Ruf bei den Grünen: Du eh auch!) – Nein, ich nicht! Wir brauchen das nicht.
Ruf bei den Grünen: Du eh auch!
der landwirtschaftlichen Produktion auch bei uns sorgen. Ab 13. Dezember 2014 tritt zum Beispiel die neue Lebensmittelinformationsverordnung in Kraft, die zumindest konsumentenseitig mehr Information bietet. Das ist zweifellos ein Schritt, aber auf der anderen Seite: Wo mache ich den nächsten Schritt? Und an dieser Stelle muss ich einfach sagen, dass diese Panikmache unhaltbar ist (Ruf bei den Grünen: Was für eine Panik?), und Sie lassen sich am medialen Nasenring durch den Plenarsaal ziehen. (Ruf bei den Grünen: Du eh auch!) – Nein, ich nicht! Wir brauchen das nicht.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zu den Ausführungen der Kollegin Brunner sage ich nur eines: Wenn ich Unternehmer bin, dann produziere ich etwas, dann muss ich damit handeln. Und wenn ich nicht handle, unterlasse ich etwas; dann bin ich Unterlasser und kein Unternehmer. Ich glaube, dass der Wohlstand sehr wohl durch dieses Unternehmertum in Österreich aufgebaut wurde und dass wir davon leben. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Lichtenecker: Jetzt kommt der Christoph auch noch! – Abg. Kogler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Matznetter –: Jetzt erklär’s !
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Lichtenecker: Jetzt kommt der Christoph auch noch! – Abg. Kogler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Matznetter –: Jetzt erklär’s !)
Abg. Nachbaur: gerne übersetzen!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frank Stronach ist ja nicht immer leicht zu verstehen; da haben nicht nur wir, sondern die gesamte Bevölkerung hat da Probleme gehabt. (Abg. Nachbaur: gerne übersetzen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Nachbaur: In erster Linie ! Regierung bis auf den Herrn Schelling!
Wenn ich aber die morgige Ausgabe der „Kronen Zeitung“ lese, auf Seite 2, dann muss ich sagen: Der Mann äußert sich manchmal, und wir verstehen ihn auch – und eigentlich hat er auch recht. Wenn er könnte, wie er wollte, würde er gleich mehrere der Abgeordneten seines Teams Stronach auf der Stelle in die Wüste schicken. Der Mann weiß, wovon er redet – wenn ich dem Lugar zugehört habe Der Mann hat dieses Interview gegeben, bevor dieser hier geredet hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Nachbaur: In erster Linie ! Regierung bis auf den Herrn Schelling!) – Ich will ja nur einmal sozusagen etwas Positives über ihn sagen, ist ja nichts Schlechtes. (Abg. Wöginger: Wer sind denn die zwei, die ?)
Abg. Wöginger: Wer sind denn die zwei, die ?
Wenn ich aber die morgige Ausgabe der „Kronen Zeitung“ lese, auf Seite 2, dann muss ich sagen: Der Mann äußert sich manchmal, und wir verstehen ihn auch – und eigentlich hat er auch recht. Wenn er könnte, wie er wollte, würde er gleich mehrere der Abgeordneten seines Teams Stronach auf der Stelle in die Wüste schicken. Der Mann weiß, wovon er redet – wenn ich dem Lugar zugehört habe Der Mann hat dieses Interview gegeben, bevor dieser hier geredet hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Nachbaur: In erster Linie ! Regierung bis auf den Herrn Schelling!) – Ich will ja nur einmal sozusagen etwas Positives über ihn sagen, ist ja nichts Schlechtes. (Abg. Wöginger: Wer sind denn die zwei, die ?)
Zwischenruf beim Team Stronach.
Es ist ja nicht so, dass ich immer den Äußerungen, die von der NEOS-Seite kommen, zustimmen kann, aber jetzt zum ernsthaften Teil: Ja, gerade diese Zeitung (der Redner hält eine Zeitung in die Höhe) polemisiert in einem sehr starken populistischen Ansatz gegen das Freihandelsabkommen. (Zwischenruf beim Team Stronach.)
Abg. Brosz: Das sollte man mit dem Herrn Bundeskanzler einmal besprechen!
Betreffend den Vorwurf, den mein Vorredner erhoben hat, dass hier ein bisschen viel Panikmache betrieben werde: Das würde ich mir zumindest einmal überlegen – dies an die schärfsten Proponenten der Kritiker hier. (Abg. Brosz: Das sollte man mit dem Herrn Bundeskanzler einmal besprechen!)
Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !
Wir haben ein Freihandelsabkommen vor uns – das heißt: in ein paar Jahren vor uns –, dessen Nutzen mit Sicherheit – und da werden mir wohl alle zustimmen (Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !) – für alle, vor allem auf europäischer Seite, gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?) Bei aller Liebe, dass die USA ihre Reindustrialisierung machen, die besten Produkte stellen wir hier in Europa, ganz besonders auch in Österreich her. Und für uns ist es eine Riesenchance, diesen Freihandel zu erreichen, und daher sollten wir das Gesamtprojekt nicht durch Panikmache gefährden. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !) – Ja, eh!
Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?
Wir haben ein Freihandelsabkommen vor uns – das heißt: in ein paar Jahren vor uns –, dessen Nutzen mit Sicherheit – und da werden mir wohl alle zustimmen (Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !) – für alle, vor allem auf europäischer Seite, gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?) Bei aller Liebe, dass die USA ihre Reindustrialisierung machen, die besten Produkte stellen wir hier in Europa, ganz besonders auch in Österreich her. Und für uns ist es eine Riesenchance, diesen Freihandel zu erreichen, und daher sollten wir das Gesamtprojekt nicht durch Panikmache gefährden. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !) – Ja, eh!
Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !
Wir haben ein Freihandelsabkommen vor uns – das heißt: in ein paar Jahren vor uns –, dessen Nutzen mit Sicherheit – und da werden mir wohl alle zustimmen (Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !) – für alle, vor allem auf europäischer Seite, gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?) Bei aller Liebe, dass die USA ihre Reindustrialisierung machen, die besten Produkte stellen wir hier in Europa, ganz besonders auch in Österreich her. Und für uns ist es eine Riesenchance, diesen Freihandel zu erreichen, und daher sollten wir das Gesamtprojekt nicht durch Panikmache gefährden. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !) – Ja, eh!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riemer
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riemer.
Ich brauche an dieser Stelle ja nur das Chlorhuhn zu nennen. Meine Damen und Herren! Das Waschen der Hühner in Chlorwasser ist in Europa verboten. Irgendjemand muss mir dann noch sagen, warum das Chlorgas – das zulässig ist – besser ist; aber das ist nur eine Kleinigkeit. (Zwischenruf des Abg. Riemer.) In Asien verkauft man lebende Hühner – auch eine Form, sie länger haltbar zu machen –, aber dann hatte man dort Vogelgrippe und SARS. (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Schwentner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Schwentner.
Ich brauche an dieser Stelle ja nur das Chlorhuhn zu nennen. Meine Damen und Herren! Das Waschen der Hühner in Chlorwasser ist in Europa verboten. Irgendjemand muss mir dann noch sagen, warum das Chlorgas – das zulässig ist – besser ist; aber das ist nur eine Kleinigkeit. (Zwischenruf des Abg. Riemer.) In Asien verkauft man lebende Hühner – auch eine Form, sie länger haltbar zu machen –, aber dann hatte man dort Vogelgrippe und SARS. (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Schwentner.)
Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Demonstrativer Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der zweite Teil: Wem die Angst vor der lokalen Produktion und vor dem lokalen Essen kommt, sei nur ins Stammbuch geschrieben: Es gäbe in Italien keine Pasta, wenn nicht der 17-jährige Marco Polo Anfang des 13. Jahrhunderts zu Kublai Khan nach China gefahren wäre. – So viel zum Thema Freihandel! Wir hätten keine Paradeiser, wir hätten keine Erdäpfel, all das ist ein Ergebnis von Freihandel. (Demonstrativer Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wer jetzt also das Wiener Schnitzel – eigentlich ein italienisches Schnitzel (Abg. Steinhauser: Als Sozialdemokrat würde ich mich schämen !) – als lokale Kost zu sich nimmt, sollte sich darüber freuen (Abg. Neubauer: Schämen Sie sich als Sozialdemokrat !), dass es diese Vielfalt gibt. (Unruhe im Saal. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Steinhauser: Als Sozialdemokrat würde ich mich schämen !
Der zweite Teil: Wem die Angst vor der lokalen Produktion und vor dem lokalen Essen kommt, sei nur ins Stammbuch geschrieben: Es gäbe in Italien keine Pasta, wenn nicht der 17-jährige Marco Polo Anfang des 13. Jahrhunderts zu Kublai Khan nach China gefahren wäre. – So viel zum Thema Freihandel! Wir hätten keine Paradeiser, wir hätten keine Erdäpfel, all das ist ein Ergebnis von Freihandel. (Demonstrativer Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wer jetzt also das Wiener Schnitzel – eigentlich ein italienisches Schnitzel (Abg. Steinhauser: Als Sozialdemokrat würde ich mich schämen !) – als lokale Kost zu sich nimmt, sollte sich darüber freuen (Abg. Neubauer: Schämen Sie sich als Sozialdemokrat !), dass es diese Vielfalt gibt. (Unruhe im Saal. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Neubauer: Schämen Sie sich als Sozialdemokrat !
Der zweite Teil: Wem die Angst vor der lokalen Produktion und vor dem lokalen Essen kommt, sei nur ins Stammbuch geschrieben: Es gäbe in Italien keine Pasta, wenn nicht der 17-jährige Marco Polo Anfang des 13. Jahrhunderts zu Kublai Khan nach China gefahren wäre. – So viel zum Thema Freihandel! Wir hätten keine Paradeiser, wir hätten keine Erdäpfel, all das ist ein Ergebnis von Freihandel. (Demonstrativer Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wer jetzt also das Wiener Schnitzel – eigentlich ein italienisches Schnitzel (Abg. Steinhauser: Als Sozialdemokrat würde ich mich schämen !) – als lokale Kost zu sich nimmt, sollte sich darüber freuen (Abg. Neubauer: Schämen Sie sich als Sozialdemokrat !), dass es diese Vielfalt gibt. (Unruhe im Saal. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Der zweite Teil: Wem die Angst vor der lokalen Produktion und vor dem lokalen Essen kommt, sei nur ins Stammbuch geschrieben: Es gäbe in Italien keine Pasta, wenn nicht der 17-jährige Marco Polo Anfang des 13. Jahrhunderts zu Kublai Khan nach China gefahren wäre. – So viel zum Thema Freihandel! Wir hätten keine Paradeiser, wir hätten keine Erdäpfel, all das ist ein Ergebnis von Freihandel. (Demonstrativer Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wer jetzt also das Wiener Schnitzel – eigentlich ein italienisches Schnitzel (Abg. Steinhauser: Als Sozialdemokrat würde ich mich schämen !) – als lokale Kost zu sich nimmt, sollte sich darüber freuen (Abg. Neubauer: Schämen Sie sich als Sozialdemokrat !), dass es diese Vielfalt gibt. (Unruhe im Saal. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Präsident Karlheinz Kopf: Meine Damen und Herren, es hat jede Fraktion und theoretisch jeder Abgeordnete die Möglichkeit (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), sich hier vorne zu Wort zu melden. Zwischenrufe – ich habe es heute schon einmal gesagt – gehören zur parlamentarischen Usance, aber Dauerzwischenreden, um den Redner am Reden zu hindern, das gehört nicht zu den Usancen. Ich bitte also, sich ein bisschen zurückzuhalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Doppler.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Doppler.
Präsident Karlheinz Kopf: Meine Damen und Herren, es hat jede Fraktion und theoretisch jeder Abgeordnete die Möglichkeit (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), sich hier vorne zu Wort zu melden. Zwischenrufe – ich habe es heute schon einmal gesagt – gehören zur parlamentarischen Usance, aber Dauerzwischenreden, um den Redner am Reden zu hindern, das gehört nicht zu den Usancen. Ich bitte also, sich ein bisschen zurückzuhalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Doppler.)
Zwischenruf des Abg. Kogler
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (fortsetzend): Im Sinne der Sinnhaftigkeit dieser Freihandelsabkommen (Zwischenruf des Abg. Kogler) – mit einer Riesenchance für die österreichische Wirtschaft unter Beibehaltung der europäischen Standards – möchte ich einen Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Matznetter, Haubner, Kolleginnen und Kollegen betreffend Anforderungen an Freihandelsabkommen der EU einbringen.
Abg. Matznetter: Er hat mehr als eine Seite!
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter, bevor Sie vom Rednerpult weggehen: Sie müssen den Antrag im Wortlaut verlesen. (Abg. Matznetter: Er hat mehr als eine Seite!) – Der Antragstext ist genau eine Seite lang. Ich habe kein Ersuchen vorliegen, ihn zu verteilen, also muss ich Sie bitten, ihn zu verlesen, sonst ist er nicht ordnungsgemäß eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Kogler.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter, bevor Sie vom Rednerpult weggehen: Sie müssen den Antrag im Wortlaut verlesen. (Abg. Matznetter: Er hat mehr als eine Seite!) – Der Antragstext ist genau eine Seite lang. Ich habe kein Ersuchen vorliegen, ihn zu verteilen, also muss ich Sie bitten, ihn zu verlesen, sonst ist er nicht ordnungsgemäß eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Bravoruf des Abg. Kogler.
(Bravoruf des Abg. Kogler.) – Ich sehe Nicken bei der Opposition und hoffe auf eine möglichst breite Zustimmung in diesem Bereich.
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, rate ich davon ab, hier mitzugehen. Gehen wir den Weg gemeinsam, wir werden unsere Standards erhalten! (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Die Frage der Schiedsgerichtsbarkeit ist damit, glaube ich, endgültig geklärt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, rate ich davon ab, hier mitzugehen. Gehen wir den Weg gemeinsam, wir werden unsere Standards erhalten! (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Die Frage der Schiedsgerichtsbarkeit ist damit, glaube ich, endgültig geklärt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Gut gedacht!
Es tut mir leid, aber in diesem Falle musste ich Ihnen das abverlangen. Ich bitte um Verständnis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Gut gedacht!)
Abg. Pirklhuber – auf den Entschließungsantrag zeigend –: Das klärt etwas!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ganz ehrlich gesagt, die Grünen verstehe ich nicht mehr! Herr Kollege Kogler, Herr Kollege Pirklhuber, Frau Klubobfrau Glawischnig! Jetzt wollt ihr fast in allen oder in vielen Bundesländern mitregieren, auch auf Bundesebene. Aber da habt ihr jetzt ein Orientierungsproblem, denn ihr betreibt noch immer Verunsicherungspolitik. (Abg. Pirklhuber – auf den Entschließungsantrag zeigend –: Das klärt etwas!) Regierungsarbeit heißt verantworten und den Menschen Sicherheit bieten, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ganz ehrlich gesagt, die Grünen verstehe ich nicht mehr! Herr Kollege Kogler, Herr Kollege Pirklhuber, Frau Klubobfrau Glawischnig! Jetzt wollt ihr fast in allen oder in vielen Bundesländern mitregieren, auch auf Bundesebene. Aber da habt ihr jetzt ein Orientierungsproblem, denn ihr betreibt noch immer Verunsicherungspolitik. (Abg. Pirklhuber – auf den Entschließungsantrag zeigend –: Das klärt etwas!) Regierungsarbeit heißt verantworten und den Menschen Sicherheit bieten, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Vergleichbare Standards!
Ein globaler Markt, das sage ich ganz offen, verlangt natürlich auch klare Spielregeln, die man hier erarbeiten muss. (Abg. Kogler: Vergleichbare Standards!) Globaler Markt heißt aber auch, dass es Chancen gibt (Abg. Kogler: Ja eh!), Exportchancen gibt. Die österreichischen Bauern beispielsweise produzieren mehr, als im Inland abgesetzt werden kann. Daher müssen wir auch Exportmärkte wahrnehmen, auch diese Chance nutzen.
Abg. Kogler: Ja eh!
Ein globaler Markt, das sage ich ganz offen, verlangt natürlich auch klare Spielregeln, die man hier erarbeiten muss. (Abg. Kogler: Vergleichbare Standards!) Globaler Markt heißt aber auch, dass es Chancen gibt (Abg. Kogler: Ja eh!), Exportchancen gibt. Die österreichischen Bauern beispielsweise produzieren mehr, als im Inland abgesetzt werden kann. Daher müssen wir auch Exportmärkte wahrnehmen, auch diese Chance nutzen.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Gleichzeitig sollten wir darüber diskutieren, Herr Kollege Pirklhuber, durch klare Kennzeichnung, durch klare Transparenz auf dem heimischen Markt regionale Produkte zu forcieren. Das ist die Diskussion, die wir hier führen sollten, meine Damen und Herren. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Österreich hat gerade auf EU-Ebene, was Standards betrifft, eine ganz, ganz große Vorreiterrolle. Ich glaube, dass gerade die EU-Position oder eine starke EU-Position in diesen Verhandlungen auch ein Schutzmechanismus für Österreich sein kann, meine Damen und Herren.
Abg. Pirklhuber: Da haben wir unseren Antrag!
Daher hören wir auf, da ständig zu verunsichern! Es ist ja möglich, wie wir wissen, Sie wissen das ja auch, wenn man hier versucht, sachlich, emotionsfrei, zielorientiert zu diskutieren. (Abg. Pirklhuber: Da haben wir unseren Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Sehr gut!
Glauben Sie mir, niemand von uns will hier schrankenlosen Import, niemand! (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) Wir wollen diese klaren Spielregeln, für die kämpfen wir. Für die setzen wir uns ein, indem wir beispielsweise die bäuerliche Landwirtschaft, wie wir sie in Österreich haben, forcieren, wo die Konsumenten dazu stehen, wo sie wissen, wer wie wo produziert, die wollen wir marktfähig machen, die wollen wir einem fairen Wettbewerb stellen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Dann müssen wir das auch umsetzen!
Wir wollen, und das sprechen wir ganz klar aus, sicher keine industrialisierte Landwirtschaft, wo Gentechnik, Hormone und alles erlaubt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Dann müssen wir das auch umsetzen!)
Beifall bei der FPÖ.
Im Übrigen ist es so, Herr Kollege Matznetter, dass Europa die Tomate und die Kartoffel nicht dem Freihandel, sondern der kolonialen Ausbeutung verdankt, Sie Sozialdemokrat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler.
Denn, meine Damen und Herren von der ÖVP, Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass, wenn diese Abkommen in Kraft treten, Ihre gesamte Landwirtschaftspolitik, die Sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, ad absurdum geführt werden wird. Dann können Sie Ihre ganze Regionalität, dann können Sie sich alle Ihre AMA-Gütesiegel und was damit zusammenhängt, an den Steirerhut stecken. Das kann ich Ihnen heute schon sagen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, es ist deshalb höchst an der Zeit, dass die Bundesregierung beginnt, die Interessen Österreichs auch auf europäischer Ebene zu vertreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Also ich denke, es sollte einiges an Diskussionen noch im Hohen Haus geben. Das Thema Nachhaltigkeit ist wichtig, aber es ist jedenfalls keine Barriere für einen vernünftigen Freihandel. – In diesem Sinne danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Kogler: Inklusive Konzernschutzklausel!
Daher: Im Gegensatz zum Kollegen Kogler halte ich es für einen Fortschritt, wenn es am Ende des Tages unter diesen Bedingungen, die ich genannt habe, zu einem solchen Freihandelsabkommen kommt. Im Übrigen haben vor geraumer Zeit auch die Grünen einem entsprechenden Antrag, damals gemeinsam mit den Regierungsparteien, die Zustimmung gegeben. Ja prinzipiell zum Freihandelsabkommen, aber unter den Bedingungen, die ich genannt habe. Heute haben Sie in einem Zwischenruf gemeint, Sie brauchen dieses Abkommen nicht. (Abg. Kogler: Inklusive Konzernschutzklausel!) – Das haben wir gerade gesagt, dass wir diese Schutzklausel nicht sehen und nicht brauchen. Aber ein Freihandelsabkommen bringt einen Fortschritt, das wollte ich abschließend zu dieser Debatte sagen.
Beifall bei der ÖVP.
sind mir die USA noch immer, ich sage es ganz direkt, näher als andere Machtblöcke. Und daher: Wenn wir hier wirtschaftlich mit den Standards, die wir wollen, zu einem Abkommen kommen, dann sehe ich das als Fortschritt. Ich hoffe, dass wir uns auf das verständigen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Seite zwei!
Präsident Reisecker kritisiert aber im selben Artikel, dass diese Russlandhilfe aus dem Agrarbudget kommt. – Das ist überhaupt ganz lässig, ganz selten, dass sich die katholische Kirche selber einen Umbau finanziert. (Abg. Wöginger: Seite zwei!)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Aber jetzt kommt es noch besser. Die Ober-Headline lautet: „Echt. Gut. Aus Österreich.“, mit rot-weiß-roter Flagge, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Da kauft eine oberösterreichische Firma leider in sieben Nationen ein und hat natürlich nur österreichische Qualität. Wie lange schauen wir da noch zu? (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Das ist heute in der gesamten Diskussion bis zu den Arbeitsplätzen auf die Spitze gebracht worden. Auch Steyr-Traktoren werden in der Türkei erzeugt und als österreichische Steyr-Traktoren angeboten, geschätzte Kolleginnen und Kollegen.
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich habe eine große Bitte. Heute wurde einige Male gesagt, die Regierung soll handeln, die Regierung muss informieren. Das ist okay, auch Minister Rupprechter hat sich in Amerika jetzt darüber beschwert, dass Information nicht gefragt ist – das schreibt die heutige „Kronen Zeitung“. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach.
Dieses Parlament ist handlungsfähig. Ich bitte um Unterstützung unseres Antrages auf das Qualitätsgütesiegel-Gesetz. Die Opposition hat ihn gestern dankenswerterweise unterstützt. Nun geht es darum, dass auch die Regierungsparteien mitgehen. Das ist der beste und ehrlichste Schutz. Ich bitte um Ehrlichkeit. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Wöginger – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Steinbichler –: Nimm deine Tafel mit! – Heiterkeit. – Abg. Steinbichler macht kehrt und nimmt seine Tafel vom Rednerpult.
Präsident Karlheinz Kopf: Die Grünen haben sich auch noch entschlossen, ihre Restredezeit zu verwenden. Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kogler. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Wöginger – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Steinbichler –: Nimm deine Tafel mit! – Heiterkeit. – Abg. Steinbichler macht kehrt und nimmt seine Tafel vom Rednerpult.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt ist die Frage: Wie bekommt die Europäische Kommission, wie bekommen die Vertreter der kanadischen Regierung in Ottawa und in Toronto diesen unseren Antrag noch? Das werden wir anschließend mit der Parlamentsdirektion klären, denn dem Herrn Vizekanzler würde ich es noch nicht überantworten wollen. Der Herr Bundeskanzler richtet es wieder über die „Kronen Zeitung“ aus, das kommt dort aber so geschwind noch nicht hin, also werden wir schauen, wie wir das organisieren. Dann sind wir ganz, ganz weit gekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Gleichzeitig sprechen sie auch über diese Teile, nämlich die Konzernklagsrechte. Das war heute unsere Anlage, weil sie die Brandbeschleuniger dieser ganzen Geschichte sind. Da geht es um diese Konzernklagerechte, die sie haben wollen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass alles so geheim sein soll: weil alles andere dadurch perforiert wird. Wo eine Schieflage ist, wird es noch schiefer (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), und wo etwas gerade steht, kann es auch problematisch werden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: Sternstunde, sehr gut!
Toronto und Ottawa ist, dann ist das eine Sternstunde dieses Nationalrates. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lopatka: Sternstunde, sehr gut!)
Beifall bei den NEOS.
Ich möchte auch wissen, wie jetzt eigentlich die konkrete Position der ÖVP dazu ist. Ich weiß aus den Medien, wofür Sie stehen, Frau Ministerin, leider nicht aus der Anfrage, ich weiß, dass der Staatssekretär Mahrer das anders sieht; und ehrlich gesagt möchte ich jetzt nicht einen ganzen Evolutionsprozess abwarten, um eine Position von Ihnen zu bekommen. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der ÖVP.
Darüber hinaus gibt es verschiedene andere Qualitätsparameter, die gefördert werden. Stichwort: Männer im Kindergarten. Das halte ich auch für ein Element der Qualität, wofür wir insgesamt 450 000 € investieren, als Kofinanzierung für Kampagnen, die sich diesem Thema widmen. Es liegt also ein klarer Fokus auf diesem Thema, das jetzt natürlich gemeinsam mit den Ländern ausgearbeitet wird. Das ist als Minimum-Investition zu sehen, die von den Ländern selbstverständlich noch ergänzt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen bin ich sehr offen für weitere Verhandlungen und Inputs in Bezug auf die Qualität, herzlich gern! Wir können uns auch gerne darüber austauschen, dem steht nichts entgegen. Und was die tertiäre Ausbildung als Ergänzungsprogramm und als Ergänzungskompetenz für die Elementarpädagogik betrifft: selbstverständlich, weil ich auch davon überzeugt bin, dass wir in der Elementarpädagogik bilden und fördern und nicht aufbewahren oder betreuen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch wenn in gewissen Aussagen und Zitaten in Ihrer Anfrage, aber auch in der Anfragebeantwortung durch die Ministerin leider nicht ausgeräumt wurde, dass hier Dinge eventuell nicht umgesetzt werden sollen, steht für uns dieses Abkommen fest. Vom Regierungsübereinkommen wird in diesem Punkt unserer Meinung nach dementsprechend auch nicht abgegangen, weil es eine wertvolle Entwicklung ist, die wir und die Kinder in diesem Sinne auch brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Als Sozialdemokraten ist es uns wichtig, alle Kinder von Anfang an bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und bei den Lernprozessen bestmöglich zu unterstützen. Deshalb braucht es mehr Zeit für die individuelle Entwicklung der Kinder in der gemeinsamen Schuleingangsphase. Eine Stärkung der Elementarpädagogik ist genau diese wertvolle Grundlage für die erste Bildungsstätte im Leben eines Kindes. Deshalb bleiben wir da unbedingt dran, und ich bitte da auch um Unterstützung. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann Ihnen ebenfalls versichern, bei uns im westlichen Niederösterreich und im angrenzenden Oberösterreich kommen hochqualifizierte und hochmotivierte Damen und Herren aus diesen Schulen zu uns. Wir haben beste Arbeitsbedingungen für sie, und für die meisten Absolventen haben wir auch einen Arbeitsplatz! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Meinl-Reisinger: Bei Bildung ...!
Auch die Eltern und die Kinder sind in den Bundesländern über weite Strecken mit dem Service in den Kindergärten und Krippen hochzufrieden. Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang durchaus ersuchen, die Situation in Wien nicht immer direkt zu vergleichen (Abg. Meinl-Reisinger: Bei Bildung ...!) mit den Situationen in den Bundesländern.
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger
Wir haben uns das genau angeschaut. In Graz gibt es einen existierenden Lehrstuhl, in Innsbruck, Linz, Salzburg und Feldkirch in Vorarlberg werden gerade Lehrstühle aufgebaut. Am FH-Campus in Wien gibt es einen neuen Lehrgang, und (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger) die Initiative KIWI wurde auch bereits genannt. Aber was Sie uns verschwiegen haben, ist, dass unser geschätzter Kollege Karlheinz Töchterle maßgeblich an der Entwicklung dieser Angebote beteiligt war. An dieser Stelle: ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns das genau angeschaut. In Graz gibt es einen existierenden Lehrstuhl, in Innsbruck, Linz, Salzburg und Feldkirch in Vorarlberg werden gerade Lehrstühle aufgebaut. Am FH-Campus in Wien gibt es einen neuen Lehrgang, und (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger) die Initiative KIWI wurde auch bereits genannt. Aber was Sie uns verschwiegen haben, ist, dass unser geschätzter Kollege Karlheinz Töchterle maßgeblich an der Entwicklung dieser Angebote beteiligt war. An dieser Stelle: ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
Aufbauend auf diesen Gedanken schließe ich mit einem Zitat eines befreundeten jungen, hochmotivierten Pädagogen, der in einer BAKIP und auch auf einer Pädagogischen Hochschule unterrichtet – also ein Mann, der durchaus weiß, wovon er spricht, und der die Praxis sehr gut kennt –, heute zu Mittag eingeholt: Wir brauchen KindergartenpädagogInnen, die PraktikerInnen sind und ein großes Herz für Kinder haben, und keine bloßen Akademiker. – Danke schön und alles Gute! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Jarolim: Zu viel Herz kann auch nicht das Hirn ersetzen!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Wortmeldung: Frau Abgeordnete Kitzmüller. – Bitte. (Abg. Jarolim: Zu viel Herz kann auch nicht das Hirn ersetzen!)
Zwischenruf des Abg. Jarolim.
Wir müssen die Kindergartenpädagogen motivieren. (Zwischenruf des Abg. Jarolim.) Wir müssen ihnen in den Kindergärten die Qualität der Arbeit ermöglichen, die sie benötigen. Das heißt, wir müssen Kindergartengruppen kleiner machen – der Ansatz ist ja schon da –, wir müssen ihnen die Räumlichkeiten bieten, um tatsächlich frei und ungestört mit den Kindern arbeiten zu können. Das sind einmal vorrangig Punkte, die wir den Kindern und den Kindergartenpädagogen ermöglichen müssen.
Abg. Walser: Da sind Sie schlecht informiert!
Wenn wir uns eine akademische Ausbildung anschauen, stellen wir fest, die Neuen Mittelschulen haben akademisch ausgebildete Professoren; und wie schaut das Niveau dort in den Schulen aus? – Jede Hauptschule schlägt das Niveau der Ausbildung in den Neuen Mittelschulen bei Weitem! Wir haben diese Umfragen gehört, und die Studien gibt es ja, dass eben das Niveau nicht unbedingt damit gestiegen ist, dass wir dort akademisch ausgebildete Lehrer, Professoren haben. (Abg. Walser: Da sind Sie schlecht informiert!)
Abg. Walser: Das sind dieselben Lehrerinnen und Lehrer, nach wie vor!
Aber die Entlohnung ist, glaube ich, auch ein großer Punkt, womit wir die Kindergartenpädagogen motivieren können. (Abg. Walser: Das sind dieselben Lehrerinnen und Lehrer, nach wie vor!) Die Entlohnung der Kindergartenpädagogen ist sicherlich ein Punkt, der hier anzustreben ist, diese muss höher werden. Dann haben wir eventuell auch ein paar Männer, die sich bewerben, um die Kindergartenkinder zu betreuen und ihnen zu helfen.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir uns aber dieses Gesetz der Gleichbehandlung anschauen – ich möchte nicht sagen, dieses Genderwahngesetz, das möchte ich hier nicht so ausdrücken –, dann sehen wir, es sollen die Frauen bevorzugt werden, wenn sie sich als Kindergartenpädagogen bewerben. Na, wenn wir Frauen bevorzugen, wo haben wir denn dann die Männer? – Die sind dann tatsächlich benachteiligt. Hier muss man eine Lanze für die Männer brechen, indem man sagt: Warum sollen in dem Fall nicht Männer bevorzugt angestellt werden, eben statt Frauen, wenn wir schon sagen, wir wollen, dass mehr Männer in den Kindergärten unsere Kinder betreuen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher sind wir der Meinung, dass eine pädagogische Ausbildung sehr wohl angebracht und eine universitäre Ausbildung nicht zwingend notwendig ist. Wie soll es denn dann weitergehen bei den Tageseltern, Tagesmüttern, Tagesvätern? Müssen die in Zukunft auch ein universitäres Studium abschließen, um Tageseltern zu werden? – Das wird dann also sicherlich noch eine interessante Diskussion, und darauf freuen uns. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jarolim: Die Kollegin Meinl-Reisinger hat eine tatsächliche Berichtigung vorzubringen! – Weitere Zwischenrufe.
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Walser. – Bitte. (Abg. Jarolim: Die Kollegin Meinl-Reisinger hat eine tatsächliche Berichtigung vorzubringen! – Weitere Zwischenrufe.)
Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.
All das haben Sie in Kopenhagen gesehen, wir harren hier der Umsetzung dessen. Was tun wir aber inzwischen in Österreich? – Wir jammern! Wir jammern, dass in Österreich zu wenig Kinder geboren werden, und fragen nicht nach, warum das so ist. Denn in Ländern wie Dänemark, Schweden, anderen skandinavischen Ländern oder Frankreich sind es genau die ausgebauten Kinderbetreuungseinrichtungen und Kindergärten, die dazu führen, dass Frauen problemlos Kinder bekommen können, weil eben ein entsprechendes Angebot für die Betreuung der Kinder zur Verfügung steht. (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei Grünen und NEOS.
Niemand will eine vollkommen durchtheoretisierte Ausbildung von KindergartenpädagogInnen. Natürlich muss in dieser Ausbildung die Praxis eine wesentliche Rolle spielen. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
in Richtung des Abg. Rädler
Wir brauchen hier nicht drum herumzureden, das, was Sie ansprechen, hat finanzielle Gründe. Die Bürgermeister – und hier (in Richtung des Abg. Rädler) ist schon einer – weigern sich. Sie wollen nicht besser ausgebildete PädagogInnen, weil die dann natürlich auch etwas teurer kommen.
Beifall bei Grünen und NEOS.
Ich höre, Sie haben 450 000 € für eine Kampagne, um Männer in den Kindergarten zu bringen. Ich fürchte, Sie müssen beim Gehaltsschema anfangen, wenn Sie diesen Beruf attraktiv machen wollen. Heute entnehme ich der „Kleinen Zeitung“: zusätzlich 50 000 in die Werbung. – Mit Zeitungsanzeigen kommen wir beim besten Willen nicht weiter. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
Abg. Strasser: Das sind Ihre Kollegen!
Sie loben die BAKIP. Ja, die BAKIP macht eine gute Ausbildung. Ich kenne sehr viele in Feldkirch, ich habe mir das auch sehr häufig angeschaut. (Abg. Strasser: Das sind Ihre Kollegen!) – Nur, Herr Kollege, warum ist es denn so, dass von 100 Absolventinnen gerade noch zwischen 25 und 30 in den Kindergarten gehen und diesen Beruf ergreifen? – Weil sie mit der Matura sagen: Bitte, bei dieser Bezahlung kann ich diesen Beruf nicht ergreifen. – Es gibt Klassen, da sind es gerade noch zwei Maturantinnen und Maturanten, die den Beruf ergreifen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie loben die BAKIP. Ja, die BAKIP macht eine gute Ausbildung. Ich kenne sehr viele in Feldkirch, ich habe mir das auch sehr häufig angeschaut. (Abg. Strasser: Das sind Ihre Kollegen!) – Nur, Herr Kollege, warum ist es denn so, dass von 100 Absolventinnen gerade noch zwischen 25 und 30 in den Kindergarten gehen und diesen Beruf ergreifen? – Weil sie mit der Matura sagen: Bitte, bei dieser Bezahlung kann ich diesen Beruf nicht ergreifen. – Es gibt Klassen, da sind es gerade noch zwei Maturantinnen und Maturanten, die den Beruf ergreifen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und NEOS.
Daher müssen wir woanders ansetzen. Und das kommt uns, bitte, teuer. Denn die KindergartenpädagogInnen brauchen bis zur Matura bekanntlich ein Jahr länger. Hier machen wir eine Fachausbildung für einen Beruf – nebenbei bemerkt, die BAKIP ist eine der teuersten Schultypen –, den die AbsolventInnen dann größtenteils nicht ergreifen. Da gibt es intelligentere Methoden. Lassen wir die jungen Frauen, die jungen Männer mit 18 Jahren entscheiden, welchen Beruf sie ergreifen wollen! Machen wir eine entsprechende akademische Ausbildung, wie Sie es in Dänemark gesehen haben! Auf diesem Weg müssen wir weitergehen und wir müssen endlich von dieser verzopften Vorstellung wegkommen, dass es die Kindergartentante schon irgendwie richtet und dass es im Kindergarten nur um Betreuung geht. Diese Zeiten sind vorbei, bitte. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Neubauer: Gott sei Dank!
Dazu brauchen wir entsprechend ausgebildete Kräfte. Leider, Frau Ministerin, sind wir da noch nicht auf dem richtigen Weg. (Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Neubauer: Gott sei Dank!)
Abg. Walser: So ist es!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wenn man sich den Antrag ansieht und die Forderungen anhört, dann merkt man, dass einige im Hohen Haus anscheinend sehr weit von der Realität entfernt sind. (Abg. Walser: So ist es!)
Abg. Strolz – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Deswegen haben wir hier die Lösung!
Ganz einfach deshalb: Wir haben in manchen Bundesländern das Problem, dass es genau so viele ausgebildete Pädagogen wie Assistenzkräfte gibt, die Assistenzkräfte aber genau das tun, was die Pädagogen tun. Und das liegt daran, dass es einfach viel zu wenige gibt. Das heißt, bevor wir anfangen, die Pädagogen zu verbessern und ihnen sozusagen noch eine höhere Hürde hinzulegen, sollten wir endlich dort ansetzen, wo das Problem tatsächlich liegt. (Abg. Strolz – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Deswegen haben wir hier die Lösung!) Es gibt nämlich zu wenige. Es gibt zu wenige, weil anscheinend das Gehalt zu gering ist, und da kann man nicht hergehen und sagen, wir wollen nur Akademiker haben, denn dann wird die Hürde noch höher und wir bekommen noch weniger.
Abg. Strolz: Stufenplan!
eine Quote von zwischen 20 und 30 Prozent, je nach Bundesland – und auf eine Quote von 50 oder besser noch auf 100 Prozent kommen wollen, dann brauchen wir schon Hunderte, wenn nicht Tausende zusätzliche Pädagogen. (Abg. Strolz: Stufenplan!) Wenn wir dann auch noch die Assistenzkräfte dorthin „verbannen“ – unter Anführungszeichen –, wo sie hingehören, und das auch noch mit Pädagogen auffüllen, dann brauchen wir nochmals Tausende zusätzliche Pädagogen.
Abg. Strolz: Stufenplan!
Wenn Sie aber jetzt eine akademische Ausbildung fordern, dann machen Sie die Einstiegshürde noch höher (Abg. Strolz: Stufenplan!), es kommen noch weniger. Und letztlich werden diese Assistenzkräfte, die jetzt schon angestellt werden, nach einem Crashkurs mit praktisch keiner Ausbildung auf unsere Kinder losgelassen. – Das ist wahrscheinlich auch nicht das, was Sie haben wollen. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Strolz: Wir liegen nicht so weit auseinander!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Strolz: Wir liegen nicht so weit auseinander!
Wenn Sie aber jetzt eine akademische Ausbildung fordern, dann machen Sie die Einstiegshürde noch höher (Abg. Strolz: Stufenplan!), es kommen noch weniger. Und letztlich werden diese Assistenzkräfte, die jetzt schon angestellt werden, nach einem Crashkurs mit praktisch keiner Ausbildung auf unsere Kinder losgelassen. – Das ist wahrscheinlich auch nicht das, was Sie haben wollen. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Strolz: Wir liegen nicht so weit auseinander!)
Abg. Rädler: Ist eh gescheiter!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen! Ich bereite eine Rede vor und kann sie nicht brauchen (Abg. Rädler: Ist eh gescheiter!), weil da jetzt so viel gekommen ist, dass ich unmittelbar darauf eingehen muss.
Beifall bei NEOS und Grünen.
Sie werden diesem Thema keinen guten Dienst erweisen, wenn Sie sagen, Sie investieren fast eine halbe Million in Inserate. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Karmasin.) Sie werden keinen zusätzlichen Mann bekommen, denn so läuft es nicht. Sie müssen das Berufsbild attraktiver machen, sonst werden die Männer nicht kommen. So ist es leider. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Sie, da bekomme ich solche „Kabeln“. Diese Trivialisierung der Begleitung von jungen Menschen halte ich nicht aus. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Stellen Sie sich einmal bildlich die Bibliothek (Zwischenruf des Abg. Rädler) über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Sprachforschung für Menschen zwischen drei und sechs Jahren und die Bibliothek über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Lernforschung und so weiter für Menschen zwischen 10 und 13 Jahren vor. Ja glauben Sie, dass diese Bibliothek für Menschen zwischen drei und sechs Jahren kleiner ist? Glauben Sie, dass in diesen Menschen, nur weil sie klein sind, nicht unendlich viel los ist? – Sie haben doch alle selbst Kinder. Sie wissen, die explodieren zwischen drei und sechs Jahren in ihrer Entwicklung. Und wir sagen, für die Kleinen reicht eine Tante, da muss man nichts können! (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Und wir finden es noch cool. – Das ist machoeske Bildungspolitik, die drücke ich nicht durch. Das ist auf dem Rücken der Kinder, das ist unglaublich.
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Stellen Sie sich einmal bildlich die Bibliothek (Zwischenruf des Abg. Rädler) über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Sprachforschung für Menschen zwischen drei und sechs Jahren und die Bibliothek über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Lernforschung und so weiter für Menschen zwischen 10 und 13 Jahren vor. Ja glauben Sie, dass diese Bibliothek für Menschen zwischen drei und sechs Jahren kleiner ist? Glauben Sie, dass in diesen Menschen, nur weil sie klein sind, nicht unendlich viel los ist? – Sie haben doch alle selbst Kinder. Sie wissen, die explodieren zwischen drei und sechs Jahren in ihrer Entwicklung. Und wir sagen, für die Kleinen reicht eine Tante, da muss man nichts können! (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Und wir finden es noch cool. – Das ist machoeske Bildungspolitik, die drücke ich nicht durch. Das ist auf dem Rücken der Kinder, das ist unglaublich.
Abg. Strasser: Großmeister im Schneckentempo! Die leisten großartige Arbeit!
Das müssen wir doch beheben. (Abg. Strasser: Großmeister im Schneckentempo! Die leisten großartige Arbeit!) – Nein, Herr Strasser, ich respektiere das sehr, dass großartige Arbeit geleistet wird. Aber Sie wissen auch, dass bei den Assistenzkräften, unterschiedlich in jedem Bundesland, teilweise Leute hineingelassen werden, die einen Crashkurs von ein paar Wochen haben. Das ist nicht okay. Das ist nicht okay. Wir müssen das Berufsbild stärken. Wandeln wir die BAKIPs in eine Sekundarstufe II für Sozial-, für Gesundheits-, für Bildungsberufe um! Die Absolventinnen und Absolventen können wir wunderbar auch mit auf die Reise in die Kindergärten nehmen. Und dann setzen wir etwas im tertiären Bereich darauf. So machen es andere Länder.
Beifall bei den NEOS.
Sie haben eine Regierungsklausur, Sie können am Wochenende gerne abschreiben. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenrufe.
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Loacker. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Zwischenrufe.)
in Richtung des Abg. Rädler
Das geht natürlich in der Schweiz viel leichter als in Österreich – da können Sie (in Richtung des Abg. Rädler) den Kopf schütteln, der Beweis ist aber schon angetreten, Herr Bürgermeister –, weil dort die Einheit für die Einnahmen verantwortlich ist, die auch für die Ausgaben verantwortlich ist. Und die Bürger wissen haargenau, wenn wir uns alles selbst leisten, selbst eine Bauabteilung leisten, selbst einen Bauhof leisten, selbst ein Kulturhaus leisten, selbst ein Schwimmbad leisten, dann müssen wir es auch selbst mit unseren Steuern zahlen.
Beifall bei den NEOS.
Es gibt schon gute Beispiele. Es gibt für Gemeindekooperation auch in meinem Heimatbundesland gute Beispiele, aber da geht absolut noch mehr. Und je mehr Verantwortung die Gemeinden selber tragen, umso eher sind sie auch bereit, diese zu übernehmen. Daher würden wir den Gemeinden diese Verantwortung direkt zukommen lassen. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses wichtige Anliegen, meine Damen und Herren, hat entsprechende Unterstützung erhalten. Mittlerweile sind es mit den Onlineunterstützungen und den unterzeichneten schriftlichen Unterstützungen schon 18 000 Bürgerinnen und Bürger, die diese Bürgerinitiative unterstützt haben. Auch ich unterstütze diese Bürgerinitiative voll und ganz. Ich hoffe, denn sie wurde dem Sozialausschuss zugewiesen, dass alle hier im Haus vertretenen Parteien diesem Missstand ein Ende setzen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Die Anträge, die Abgeordneter Loacker jetzt eingebracht hat, entsprechen grundsätzlich auch unserer Position, aber, und das gebe ich wirklich zu bedenken, gerade auch auf Grund der Erfahrungen in der Steiermark, Herr Abgeordneter, muss ich sagen, wäre es gut, die Bevölkerung auch mit einzubeziehen und damit auch attraktivere Gemeindepolitik sicherzustellen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Denn eines ist auch klar, wir stehen für gute Gemeindepolitik und wir brauchen Bürgermeister, wir brauchen Gemeinderäte, wir brauchen vor allen Dingen aber auch die Bevölkerung an Bord. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Es würde uns in der Politik gut tun, insgesamt wieder mehr auf die Menschen zu hören und weniger vielleicht das Kirchturmdenken, das oftmals in den Gemeinden Einzug gehalten hat, weiterzuleben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Yilmaz.
Daher haben wir auch Stellungnahmen von drei Ministerien eingefordert und diese Petition, weil sie so dringlich und wichtig ist, dem Unterrichtsausschuss zugewiesen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Yilmaz.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinn hat auch das Regierungsprogramm festgeschrieben, dass eine Entlastung und Senkung der Lohnnebenkosten eintreten soll. Wir unterstützen das zur Gänze. Unser großes Ziel wird mehr Netto von Brutto sein. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir es in Österreich zustande bringen, dass wir die Flüchtlingsbetreuung auf ein Maß stellen. Aber in Zukunft wird diese Herausforderung nur auf europäischer Ebene geleistet werden können. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir alle, Bund, Länder, Gemeinden, haben die Verpflichtung, Asylwerberinnen und Asylwerbern eine menschenwürdige Unterkunft zu geben, bis über ihren Status entschieden ist. Das ist eine gemeinsame organisatorische und finanzielle Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, dem kann ich nicht nur zustimmen, sondern das muss ich auch unterstreichen, denn gegenseitige Schuldzuweisung wird keinem einzigen Bürgermeister, keiner einzigen Gemeinde, keinem einzigen Flüchtling, keinem einzigen Asylwerber helfen. – In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der ÖVP sind jedenfalls immer zu haben, wenn es darum geht, gemeinsam tragfähige Lösungen für den Erhalt und den Bestand des österreichischen Bundesheeres zu erarbeiten und umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Na, du verwechselst die mit den Grünen!
Wer macht die Tests? – Die macht der VCÖ. Von denen sagte doch einmal der Herr Generaldirektor Kern: Das ist doch unsere Vorfeldorganisation. (Abg. Heinzl: Na, du verwechselst die mit den Grünen!) Na ja, das ist ein wenig so, als ob die ÖVP sagt, sie ist vom Bauernbund geprüft worden. Das mag alles ehrlich sein, aber Wert hat das, bitte, keinen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wer macht die Tests? – Die macht der VCÖ. Von denen sagte doch einmal der Herr Generaldirektor Kern: Das ist doch unsere Vorfeldorganisation. (Abg. Heinzl: Na, du verwechselst die mit den Grünen!) Na ja, das ist ein wenig so, als ob die ÖVP sagt, sie ist vom Bauernbund geprüft worden. Das mag alles ehrlich sein, aber Wert hat das, bitte, keinen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Das Stichwort heißt: schaffnerlos. Ich möchte das theoretische und technische Wort Null-zu-Null-Betrieb gar nicht mehr strapazieren. Für mich heißt das, dass beispielsweise Schulkinder oder ältere und gebrechliche Personen (Zwischenruf bei der ÖVP) bei irgendwelchen Problemen sich möglicherweise selbst evakuieren dürfen beziehungsweise müssen. Wir wissen, Übergriffe auf das Fahrpersonal häufen sich. Das heißt, es gibt Personen in den Zügen, die nicht ganz einwandfrei sind. Vor denen möchte ich nicht nur das ÖBB-Personal geschützt haben, sondern vor allem auch die Fahrgäste. Das Problem ist nur, dass da niemand ist. Daher ist dieser schaffnerlose Betrieb absolut abzulehnen.
Beifall bei der FPÖ.
Achten Sie darauf, dass das Personal kein Kostenfaktor ist, auf dessen Rücken man vielleicht ein paar Millionen Euro Gewinn machen kann! Schauen Sie darauf, dass die Leistungen, die verlangt werden und die auch genau spezifiziert sind, im Endeffekt wirklich erbracht werden können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Deimek: Das war der Generaldirektor selbst!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Also gleich eines vorweg: Lieber Kollege Dipl.-Ing. Deimek, du weißt, ich schätze deine Sachpolitik in der Verkehrspolitik wirklich sehr, aber dass der VCÖ eine Vorfeldorganisation der ÖBB ist – entschuldige, wenn ich da gelacht habe –, das kann nur die Aussage eines Oppositionspolitikers sein. (Abg. Deimek: Das war der Generaldirektor selbst!) So sehe ich das.
Abg. Moser: Es waren aber schon viel mehr! Es sollten mehr sein!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Wir in Österreich sind zu Recht stolz darauf, dass rund ein Drittel aller Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert wird. Da sind wir Europameister. Da sind wir in Europa spitze. (Abg. Moser: Es waren aber schon viel mehr! Es sollten mehr sein!)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend, sehr geehrte Damen und Herren: Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Verkehrspolitik. Wir sind zu Recht stolz darauf. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Yilmaz und Heinzl.
Zusammengefasst: Wir müssen uns anschauen, wie wir mit den Steuermitteln effizient umgehen und wie wir das bestmögliche Angebot schaffen – Stichwort eben Bestbieterprinzip bei den Vergaben –, um die Qualität hier weiterhin aufrechterhalten zu können. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Yilmaz und Heinzl.)
Abg. Moser: Ja, aber erst auf unseren Druck über Jahrzehnte hin!
Zunächst, Herr Minister, ein Kompliment für den Bericht: Ich finde, von Jahr zu Jahr wird dieser Bericht informativer. Wir bekommen mehr Zahlen, auch bessere Zahlen. (Abg. Moser: Ja, aber erst auf unseren Druck über Jahrzehnte hin!) Ich hoffe, dass dieser frische Wind im BMVIT unter Ihnen anhält. (Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!) – Ich danke natürlich der Frau Präsidentin, die das noch zu verantworten hatte. Also der frische Wind kommt von einer Frau – und setzt sich bei einem Mann sozusagen fort. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!
Zunächst, Herr Minister, ein Kompliment für den Bericht: Ich finde, von Jahr zu Jahr wird dieser Bericht informativer. Wir bekommen mehr Zahlen, auch bessere Zahlen. (Abg. Moser: Ja, aber erst auf unseren Druck über Jahrzehnte hin!) Ich hoffe, dass dieser frische Wind im BMVIT unter Ihnen anhält. (Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!) – Ich danke natürlich der Frau Präsidentin, die das noch zu verantworten hatte. Also der frische Wind kommt von einer Frau – und setzt sich bei einem Mann sozusagen fort. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Zunächst, Herr Minister, ein Kompliment für den Bericht: Ich finde, von Jahr zu Jahr wird dieser Bericht informativer. Wir bekommen mehr Zahlen, auch bessere Zahlen. (Abg. Moser: Ja, aber erst auf unseren Druck über Jahrzehnte hin!) Ich hoffe, dass dieser frische Wind im BMVIT unter Ihnen anhält. (Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!) – Ich danke natürlich der Frau Präsidentin, die das noch zu verantworten hatte. Also der frische Wind kommt von einer Frau – und setzt sich bei einem Mann sozusagen fort. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinzl: Nahverkehr!
So, aber worüber reden wir? – Wir reden in Summe von über 620 Millionen €, die die österreichischen Bahnen für den Personenverkehr bekommen. Jetzt heißt es gleich, 620 Millionen € sind ein Haufen Geld. Eine kleine Vergleichszahl: Wir fördern die Pendlerinnen und Pendler mit der Pendlerpauschale. Allein die Autopendlerinnen und ‑pendler bekommen pro Jahr rund 800 Millionen €, also mehr als alle Bahnen für den Personenverkehr. (Abg. Heinzl: Nahverkehr!) Der Güterverkehr bekommt noch einmal 75 Millionen €, damit wir viele Güter, vor allem Gefahrenguttransporte, auf der Schiene haben, damit es mehr Kombiverkehre gibt und wir Bahnhöfe oder Bedienstellen für den Güterverkehr aufrechterhalten, obwohl sie sich eigentlich nicht rechnen. Ich finde, das ist eine sehr kluge Investition.
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Jetzt aber das Wichtige: 85 Prozent dieser Gelder gehen in den Nahverkehr, 15 Prozent in den Fernverkehr. Also der größere Teil geht in den Nahverkehr, und was sehen wir? – Das führt zu interessanten und richtigen Effekten. Der Nahverkehr bei den Bahnen ist in Österreich um 5,5 Prozent angewachsen – eine stattliche Zahl! –, der Fernverkehr um 1,7 Prozent, also nur um ein Drittel davon. Das heißt, der Leistungsträger ist der Nahverkehr. Aber kennen Sie die Werbung der ÖBB? – Da sieht man immer den Railjet, immer schnell. Ja, das ist ja toll, aber, Herr Minister, Ihr Erfolgsprodukt ist der Nahverkehr. Wenn ich ein Erfolgsprodukt habe, dann konzentriere ich mich auf mein Erfolgsprodukt und daher auf den Nahverkehr. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Integrierter Taktfahrplan bedeutet erstens ein super Angebot und eine Mindestversorgung bis in den kleinsten Ort, zweitens kurze Umsteigemöglichkeiten an den Knoten, und das heißt auch hohe Qualität, Bedienerfreundlichkeit und am Ende für den Konsumenten, für den Kunden, attraktive Ticketpreise. Da gibt es zwei Bundesländer, die toll sind, Wien und Vorarlberg: 365-€-Ticket, also ein ganzes Jahr alle Öffis um 365 €. Und ich sage Ihnen, das hätten wir in Tirol auch gerne, in Oberösterreich gerne, in der Steiermark. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.) Da brauchen wir Geld, das müssen wir in die Hand nehmen. Das müssen Sie in die Hand nehmen und den Bundesländern auch helfen, dass das gelingt.
Beifall bei den Grünen.
Sie sehen 10 Prozent Steigerung vor, aber ich sage Ihnen, das wird zu wenig sein. Das heißt, wir müssen zwei Dinge tun, um die Menschen auf den umweltfreundlichen Verkehr zu bringen: ein tolles Angebot schaffen mit solchen Leistungen, die in diesem Bericht angeführt sind, und auf der anderen Seite, indem attraktive Tickets angeboten werden. Ich hoffe, dass in ganz vielen Ihrer Geldtaschen Jahreskarten für den öffentlichen Verkehr stecken, bei mir sind sie jedenfalls gut aufgehoben, und ich genieße sie. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, da kann man natürlich den Beamten des Ministeriums garantiert ein Lob aussprechen. Er ist sehr umfangreich, aber ich sage jetzt einmal: Nichts Neues im Westen oder im Osten! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: pünktlichste Bahn in ganz Europa!
Wir alle kennen das Sprichwort: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! – Die Zahlen sprechen für sich, also das ist ein Schönen von Zahlen. Das möchte ich etwas kritisieren, und vielleicht könnte man das beim nächsten Bericht etwas anders machen. (Abg. Heinzl: pünktlichste Bahn in ganz Europa!) – Darum sind wir die pünktlichste Bahn, weil wir die Züge, die gar nicht fahren, einfach streichen. Da müssten wir die volle Zeit rechnen. Das ist der eine Punkt. (Beifall beim Team Stronach. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Beifall beim Team Stronach. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Wir alle kennen das Sprichwort: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! – Die Zahlen sprechen für sich, also das ist ein Schönen von Zahlen. Das möchte ich etwas kritisieren, und vielleicht könnte man das beim nächsten Bericht etwas anders machen. (Abg. Heinzl: pünktlichste Bahn in ganz Europa!) – Darum sind wir die pünktlichste Bahn, weil wir die Züge, die gar nicht fahren, einfach streichen. Da müssten wir die volle Zeit rechnen. Das ist der eine Punkt. (Beifall beim Team Stronach. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Zwischenruf des Abg. Cap.
Der zweite Punkt: Wenn ich nicht mit dem Zug nach Wien fahre, dann fliege ich ab und zu einmal, und ab und zu fahre ich auch mit dem Auto. Und wenn ich dann herfliege, dann fahre ich natürlich am Freitagnachmittag mit der Schnellbahn von Wien nach Schwechat. Da fällt mir immer wieder auf, da gibt es zwei Züge, die aufeinander geschaltet sind. Der eine bleibt nicht bei jeder Station stehen, sondern nur bei gewissen Stationen, das heißt, er kommt schneller voran Richtung Schwechat beziehungsweise Richtung Wolfsthal. (Zwischenruf des Abg. Cap.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Dieser Zug ist immer extrem überfüllt, und der wird meistens als Kurzzug geführt, sodass er noch überfüllter ist. Da stehen sich die Leute gegenseitig auf den Zehen, und ich möchte nicht wissen, was passiert – ich habe mir das schon oft gedacht –, wenn es da wirklich zu einem Problem kommt, wenn es zu einer Notbremsung kommt oder zu sonst etwas, dann haben wir gleich einen Haufen Verletzte, denn da drängen sich die Leute hinein. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Pendl: Sag einfach, es ist alles bestens!
Jetzt kann man scherzhaft sagen, es kann nichts passieren, da kann eh keiner umfallen, weil die Leute so eng beisammen stehen. Aber ich glaube, das ist die falsche Taktik, und es ist mir aufgefallen, dass es bis jetzt nicht passiert ist, dass diese Zuggarnituren einmal vergrößert worden sind. Da wird noch immer mit dem Kurzzug gefahren. Das ist keine gescheite Sache. (Abg. Pendl: Sag einfach, es ist alles bestens!)
Zwischenruf des Abg. Cap.
Dann gibt es noch etwas, was mich als Vorarlberger vom Zugfahren etwas abhält. Der Kollege Walser hat es im Ausschuss auch schon angesprochen: Es ist die Dauer der Fahrt. Wenn ich von Bregenz nach Wien mit dem Railjet fahre, dann dauert das im Normalfall 6 Stunden 50 Minuten, wenn er nicht Verspätung hat. Das kommt aber öfter vor, dann sind wir bei über 7 Stunden. (Zwischenruf des Abg. Cap.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Das Problem ist, die Strecke zwischen Salzburg und Wien fährt man in zweieinhalb Stunden, und im Rest Österreichs – auch Vorarlberg gehört zu Österreich, wie auch Tirol – wird zu wenig investiert, Herr Minister. Dort müssten Sie die Bahn ausbauen, dass dort wirklich ein konkurrenzfähiges Verkehrsangebot da ist. Denn wenn ich mit dem Pkw zwischen fünfeinhalb und sechs Stunden, je nach Verkehrssituation, von Vorarlberg nach Wien brauche und mit dem Zug eine Stunde länger, dann läuft irgendetwas falsch. Herr Minister, da haben Sie noch einige Aufgaben zu meistern. Das möchte ich Ihnen mitgeben. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Willi. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Im Großen und Ganzen ist es ein übersichtlicher Bericht, aber bitte nehmen Sie auch die Kritik und die Forderungen und die Tatsachenberichte mit, die wir als Parlamentarier draußen aufnehmen. Ich gebe Sie Ihnen gerne mit und lade Sie ein: Verbessern Sie das Ganze, Sie werden mehr Kundschaft bekommen! Sie werden nicht nur die Besten im Westen, sondern die Besten in Europa unter den Bahnfahrern sein, ja, Sie werden die Überbesten sein, wenn Sie das Angebot dementsprechend machen, dass es auch gut für die Bevölkerung ist, die ihr Steuergeld in die Bahn investiert. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Willi. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pock –: Und wo fahren Sie mit der Eisenbahn?
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Pock. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pock –: Und wo fahren Sie mit der Eisenbahn?)
Abg. Heinzl: Mit gemeinwirtschaftlichen Leistungen hat das nicht viel zu tun!
Jetzt frage ich mich, wenn wir neue Studien haben, wenn wir wissen, dass es möglicherweise das Potenzial zur Redimensionierung beim Brenner-Basistunnel gibt, wenn wir tatsächlich wissen, dass wir auch in der Streckenführung beim Semmering-Basistunnel noch Optimierungspotenzial haben, und wir sparen vielleicht nur 10 Prozent ein, wie wäre dieses Geld im Nahverkehr sozusagen wieder einzusetzen? Also für mich ist tatsächlich wichtig: Die Mittel sind begrenzt, wie kann man hier rational und vernünftig am besten vorgehen? (Abg. Heinzl: Mit gemeinwirtschaftlichen Leistungen hat das nicht viel zu tun!)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Willi.
Ich denke, das sollten wir uns als Vorbild nehmen! – Danke schön. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Willi.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Es ist mir noch ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass man Verkehre nicht gegeneinander aufrechnen kann. Für manche ist etwas Fernverkehr, was für einen anderen Regionalverkehr ist. Wenn ich von Wien nach Salzburg fahre und es steigt in Wels jemand nach Attnang-Puchheim zu, dann ist das für mich Fernverkehr und für den in Wels Nahverkehr. Also es ist nicht immer das Gleiche. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was aus meiner Sicht auch noch wichtig ist, deutlich zu machen, ist, dass durch die Investitionen in den Fernverkehr auch der Nahverkehr gestärkt wird. Ich sage Ihnen ein Beispiel: Es leben auf der Weststrecke gleich viele Menschen wie auf der Südstrecke, Wien nach Salzburg sind gleich viele wie Wien nach Villach. Wir haben aber, weil wir eine bessere Verkehrsverbindung haben, viermal so viel öffentliches Verkehrsaufkommen. Ich sage, daher ist es auch notwendig, in andere Bahnstrecken zu investieren. Das werden wir tun. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das werden wir tun, und ich bedanke mich bei allen Verkehrsträgern, die einen Beitrag dazu leisten, einen guten öffentlichen Verkehr anzubieten. Ich denke, dieser Bericht zeigt die Zukunft auch auf. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Genau so ist es!
teien sagen, dass der vorgelegte Bericht ein guter Bericht ist, sondern auch die Regierungsfraktionen. Wir sind stolz auf diesen Bericht, denn er zeigt, dass der Weg richtig eingeschlagen wurde. (Abg. Heinzl: Genau so ist es!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, der Gemeinwirtschaftliche Leistungsbericht 2013 zeigt, dass wir in Österreich auf dem richtigen Weg sind. Verbesserungen sind möglich, und wir werden gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen versuchen, auch daran zu arbeiten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Heinzl: Für die Infrastruktur, Herr Kollege! Bleiben wir genau!
Höhe von 4,8 Milliarden € für die ÖBB ausgegeben. (Abg. Heinzl: Für die Infrastruktur, Herr Kollege! Bleiben wir genau!) Auch für die Infrastruktur. (Abg. Heinzl: Ja, dann sind wir richtig!)
Abg. Heinzl: Ja, dann sind wir richtig!
Höhe von 4,8 Milliarden € für die ÖBB ausgegeben. (Abg. Heinzl: Für die Infrastruktur, Herr Kollege! Bleiben wir genau!) Auch für die Infrastruktur. (Abg. Heinzl: Ja, dann sind wir richtig!)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Solche Mitfahrnetzwerke könnten aus meiner Sicht eine Antwort auf die fehlende Mobilität, dort, wo der öffentliche Verkehr nicht funktioniert oder auch nicht funktionieren kann, vor allem auch im ländlichen Raum, sein. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung Präsidentin Bures und Bundesminister Stöger
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Verkehrsminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir diskutieren den Gemeinwirtschaftlichen Leistungsbericht. Vielen Dank an Sie beide (in Richtung Präsidentin Bures und Bundesminister Stöger) für den Bericht. In diesem Bericht geht es um Leistungen von Eisenbahnunternehmen, die die öffentliche Hand finanziert. Und ich denke, Eisenbahnunternehmen, Zugverkehr und öffentlicher Verkehr insgesamt sollten überhaupt ein massives und auch ein größeres öffentliches Interesse werden.
Beifall bei den Grünen.
noch viel schlimmer aus, also denke ich, es kann nur das Gebot der Stunde sein, auch endlich das Verkehrssystem anzugreifen, das Verkehrssystem umzusteuern und den Verkehr zu reduzieren, aber auch massiv in den öffentlichen Verkehr zu investieren und es den Menschen zu ermöglichen – wie es der Vorredner angesprochen hat –, gerade auch in ländlichen Regionen auf den öffentlichen Verkehr vermehrt umzusteigen. Das bedeutet gut ausgebaute Verkehrssysteme, gutes Angebot an Verbindungen, qualitativ hochwertige Verbindungen, sodass es auch attraktiv ist, dieses Angebot zu nutzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das möchte ich Ihnen mitgeben, Herr Minister. Das ist eine wichtige Aufgabe für die Bürgerinnen und Bürger im Land, aber vor allem auch für den Klimaschutz. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Großes Lob möchte ich dem BMVIT auch für jenen Teil im Gemeinwirtschaftlichen Leistungsbericht 2013, der der internationalen Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden im EU-Raum gewidmet ist, aussprechen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister, wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit im Sinne aller Menschen und vor allem auch unserer älteren Menschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Gute Beschäftigungsbedingungen sind ganz klar wichtige Voraussetzungen für qualitätsvolle Verkehrsdienstleistungen. Wie schon am Anfang erwähnt, wir wollen weg vom Billigstbieterprinzip hin zum Bestbieterprinzip. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Höfinger: Der Mensch ist ein lebendes Lexikon!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Frau Präsident! Herr Bundesminister! Der Bericht über die gemeinwirtschaftlichen Leistungen enthält viel Lob, auch zu Recht. Es gibt Steigerungen beim Güterverkehr, 270 Millionen Reisende auf den Österreichischen Bundesbahnen. (Abg. Höfinger: Der Mensch ist ein lebendes Lexikon!) Der Wirtschaftsstandort und auch der Tourismusbereich tragen natürlich dazu bei, aber die wesentlichen Voraussetzungen dafür liegen in der Infrastruktur.
Beifall bei der ÖVP.
Lärmschutz ist, glaube ich, eine der wichtigsten Maßnahmen auch für Sie, Herr Minister Stöger, auch aufgrund Ihrer Vergangenheit als Gesundheitsminister. Ich bitte darum. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen
Als Menschenrechtssprecherin der ÖVP fühle ich mich dem christlich-sozialen Menschenbild sehr verbunden, und ich möchte daher meine verbleibende Redezeit dazu nutzen, Sie alle hier im Saal und die Österreicherinnen und Österreicher vor den Bildschirmen eindringlich zu bitten und dazu aufzurufen, ihre Herzen gegenüber jenen schutzsuchenden Menschen zu öffnen, die derzeit Hilfe und Unterstützung in Österreich suchen (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen) – danke schön! –, denn die Unterbringung dieser Menschen ist ein Aspekt, aber der viel wichtigere Aspekt ist, wie ich meine, dass wir diesen armen, traumatisierten Menschen offen und wertschätzend entgegenkommen und versuchen, ihnen zu helfen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu überwinden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Mir ist durchaus bewusst – ich bin keine Sozialromantikerin –, dass es viele unterschiedliche Aspekte bei der Unterbringung der Menschen zu berücksichtigen gibt, wir können darüber momentan sehr viel in den Medien lesen und sehen, und im Laufe des heutigen Tages galt auch ein Teil der Debatte diesem Thema, aber eines ist ganz klar: Wir als eines der reichsten Länder Europas sind wirtschaftlich durchaus in der Lage, diese Menschen aufzunehmen und zu versorgen. Ich bin überzeugt davon, dass wir hier in Österreich alle gemeinsam diese Herausforderung auch in menschlicher Hinsicht stemmen können, wenn wir alle mit einer positiven Einstellung an die Lösung herangehen. – Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
ganzen Bundesgebiet. Dank an jene, die diese Hilfseinrichtungen geschaffen und sie weiterentwickelt haben und die heute mit großem persönlichen Einsatz tätig sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Zusammengefasst: Wir wollen die Sensibilisierung in Europa voranbringen und wirksam zur Bekämpfung der sexuellen Gewalt an Frauen beitragen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Carmen Gartelgruber (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kollegen! Wenn wir heute diesen Antrag gegen sexuelle Gewalt an Frauen diskutieren, dann möchte ich eingangs feststellen, dass wir jede Art von Gewalt ablehnen und dass jeder Art von Gewalt vehement entgegengetreten werden muss. Da ist jede Anstrengung zu unterstützen und jede Initiative zu verfolgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber in diesem Zusammenhang möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, dass traditionelle Gewalt mancher Kulturen auch bei uns Einzug gehalten hat und wir noch viel zu wenig vehement dagegen auftreten. Es ist nicht zu tolerieren, dass es in Österreich immer noch Zwangsverheiratungen, Beschneidungen und sogar Ehrenmorde gibt. Dagegen müssen wir wirklich vehement auftreten, da dürfen wir nicht wegschauen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Thema Gewalt und Gewalt gegen Frauen ist meiner Meinung nach aber auch ein größeres. Dieser Antrag, den wir selbstverständlich auch mit unterstützen, müsste noch viel breiter diskutiert werden. Mir geht er nicht weit genug. Ich glaube, wir müssen auch Kinder, Jugendliche und Behinderte miteinbeziehen. Auch in diesem Zusammenhang wäre ein internationaler Austausch notwendig und wichtig. Deshalb werden wir auch diesbezüglich noch einen Antrag einbringen, und ich bitte Sie, so wie wir den jetzt zur Debatte stehenden unterstützen, auch diesem unserem Antrag zuzustimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und NEOS.
Wir haben unter anderem über einen Grünen-Antrag mit dem Ziel der besseren Erkennung von Folteropfern im Asylverfahren diskutiert. Weil hier auch von schutzbedürftigen Menschen, von schutzbedürftigen Asylwerbern/Asylwerberinnen die Rede war, ist es umso weniger nachvollziehbar, warum so ein Antrag vertagt wird, und zwar, wie die parlamentarische Erfahrung leider zeigt, oft auf den Sankt-Nimmerleins-Tag. Es sind auch zwei Oppositionsanträge zum Thema Grundrechtsschutz im Schubhaftzentrum Vordernberg, das teilprivatisiert wurde, vorgelegen: ein Antrag von uns, von den Grünen, ein Antrag von den Kollegen von NEOS. Auch diese Anträge wurden vertagt. Leider können wir deshalb nicht, zumindest nicht in der Ausführlichkeit, die geboten wäre, über diese vertagten Themen diskutieren. Es ist mir aber trotzdem ein Anliegen, weil diese Vertagungspraxis von den Regierungsfraktionen ständig betrieben wird, dass hier auch noch einmal zu betonen. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
Beifall bei den Grünen.
Zurzeit haben wir es mit dem grausigen Phänomen der Frauenverschleppungen durch die Terrororganisation IS zu tun. Mindestens 1 000 yezidische Frauen zum Beispiel wurden verschleppt, und auch Vergewaltigungen werden ganz bewusst als Kriegswaffe gegen Frauen und gegen Yeziden, gegen Kurden/Kurdinnen, gegen Christen/Christinnen, gegen unterschiedliche Minderheiten eingesetzt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Also da gibt es auch bei uns noch einiges zu tun, und selbstverständlich braucht es auch mehr internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von sexueller Gewalt an Frauen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Yilmaz: Wir nehmen es sehr ernst, Herr Kollege!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ja, auch wir vom Team STRONACH sprechen uns natürlich ganz klar gegen die Gewalt gegen Frauen aus. Auch wenn ich jetzt auf den Antrag eingehen möchte, möchte ich etwas wiederholen, das von zwei Vorrednerinnen schon angesprochen worden ist: Der Antrag ist halt so allgemein gehalten, eine Absichtserklärung, und – Frau Kollegin Korun hat das schon angesprochen – das ist halt, damit man etwas getan hat, aber es ist nicht Fisch und nicht Fleisch. (Abg. Yilmaz: Wir nehmen es sehr ernst, Herr Kollege!) Meine Damen und Herren, ich glaube, dass nur mit dem Antrag nicht sehr viel getan ist. Da muss ich meinen Vorrednerinnen recht geben. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ja, auch wir vom Team STRONACH sprechen uns natürlich ganz klar gegen die Gewalt gegen Frauen aus. Auch wenn ich jetzt auf den Antrag eingehen möchte, möchte ich etwas wiederholen, das von zwei Vorrednerinnen schon angesprochen worden ist: Der Antrag ist halt so allgemein gehalten, eine Absichtserklärung, und – Frau Kollegin Korun hat das schon angesprochen – das ist halt, damit man etwas getan hat, aber es ist nicht Fisch und nicht Fleisch. (Abg. Yilmaz: Wir nehmen es sehr ernst, Herr Kollege!) Meine Damen und Herren, ich glaube, dass nur mit dem Antrag nicht sehr viel getan ist. Da muss ich meinen Vorrednerinnen recht geben. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall der Abg. Lintl.
So richtig dieser Antrag ist, er gehört ausgeweitet, wie das Kollegin Gartelgruber schon angesprochen hat. Wir sollen unsere Schwächsten, unsere Kinder nicht vergessen. Das wäre aus meiner Sicht auch noch wünschenswert. Aber natürlich werden wir diesen Antrag auch unterstützen. – Danke. (Beifall der Abg. Lintl.)
Zwischenruf der Abg. Gessl-Ranftl.
Das Problem ist nur, dass dieser nicht gegeben ist. Und als ich im Ausschuss gesagt habe, im Bericht der Volksanwaltschaft wird das auch kritisiert, dass er nicht gegeben ist, hat Frau Gessl-Ranftl gesagt, es werden eh alle Empfehlungen von der Gemeinde Vordernberg umgesetzt. Das Problem ist nur, die Gemeinde Vordernberg kann keine bundesgesetzlichen Regelungen machen und die kann keinen Grundrechtsschutz einführen. (Zwischenruf der Abg. Gessl-Ranftl.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Das Problem an dem Ganzen ist: Wir diskutieren hier menschenrechtliche Probleme, und es ist immer das Gleiche. Das spiegelt einfach wider, wie die Regierungsparteien sich mit diesem Thema auseinandersetzen, nämlich so gut wie gar nicht. Wenn wir konkrete menschenrechtliche Probleme in Österreich diskutieren, dann stellen sie sich entweder blind oder taub und wollen zu diesem Thema schlichtweg nichts sagen. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Scherak, ich finde das ziemlich unverfroren, dass Sie sich hier herstellen und sagen, die Regierungsfraktionen nehmen die Menschenrechte nicht ernst, weil sie nicht bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen. Das ist ungeheuerlich, was Sie da behaupten. Nur weil Ihr Antrag keine Mehrheit gefunden hat, behaupten Sie, uns wären die Menschenrechte nicht wichtig. Das lehne ich kategorisch ab, und das ist nicht in Ordnung, dass Sie das hier ansprechen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Pendl: Na genau!
Daher müssen wir gemeinsam, quer durch alle Gesellschaftsschichten, gegen diese Gewalt gegen Frauen und natürlich auch gegen häusliche Gewalt auftreten, denn Wegschauen ist ein Teil des Problems und nicht die Lösung. Man muss diesem Problem offensiv begegnen. Setzen wir ein Zeichen gegen diese Gewalt! Wir müssen und wir wollen unseren Frauen und auch den Kindern Sicherheit geben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Pendl: Na genau!)
Abg. Kitzmüller: Das ist doch Unfug!
Unter Schwarz-Blau war es nicht wirklich wichtig, auch hier weiterzuarbeiten. (Abg. Kitzmüller: Das ist doch Unfug!) – Das ist kein Unfug, Frau Kollegin. Da sind die meisten Beratungsstellen fast geschlossen worden, die haben keine Unterstützung mehr bekommen. Opferschutz war kein Thema. Ich bin sehr froh, dass für diese Bundesregierung Opferschutz, Frauen vor Gewalt zu schützen, wirklich ein großes Thema ist. Ich bedanke mich auch bei der Bundesregierung, insbesondere bei unserer Frauenmi-
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Arbeitsprogramm steht fest, und es ist ein sehr, sehr gutes, damit dieser Schutz noch besser gestrickt ist und alle Frauen und auch die Kinder vor Gewalt geschützt werden können. Ein herzliches Dankeschön dafür an alle, die auch daran gearbeitet haben! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Seit Jahren beobachten wir als aufmerksame Politiker die Medienlandschaft, verfolgen die Berichterstattung aus dem In- und Ausland, und nicht nur als Politiker, sondern allein schon als fühlende und mitfühlende Menschen muss uns dieses Faktum aufgefallen sein. Deswegen bin ich nicht ganz beim Kollegen Scherak von den NEOS, der gesagt hat, es ist gut, dass es diesen Antrag an die Bundesregierung gibt, dass es solche Initiativen geben soll. Ich finde – und ich spreche jetzt auch für meine Fraktion, die FPÖ –, dass es noch viel besser gewesen wäre, hätte es eine Eigeninitiative unserer Bundesregierung auf europäischer Ebene gegeben (Beifall bei der FPÖ) und wäre es nicht notwendig, hier – zum Glück parteiübergreifend – mit einer einstimmigen Unterstützung dieses sehr wichtigen Antrags im Kampf gegen Gewalt an Frauen ein klares Signal zu geben. – Das ist die eine Seite.
Beifall bei der FPÖ.
Im Menschenrechtsausschuss letzte Woche habe ich in meinen Ausführungen festgehalten – und dieses Anliegen, das ich letzte Woche formlos der Bundesministerin für Inneres mitgegeben habe, möchte ich auch hier betonen –, dass es gilt, diese Initiative im Kampf gegen Gewalt an Frauen, diesen Antrag nicht so eng formuliert zu sehen und als Auftrag mitzunehmen, sondern darüber hinaus Gewalt an Kindern, sexuelle Gewalt an Kindern, Gewalt an Jugendlichen, sexuelle Gewalt an Jugendlichen, Gewalt und sexuelle Gewalt gegenüber Männern, die es auch geben soll, ebenso mit zu berücksichtigen. Dieses Thema soll auf europäischer Ebene einer gewissen Wertigkeit zugeführt werden, und diese Maßnahmen und Initiativen sollen in einem entsprechenden Meinungsaustausch und mit der – leider! – in den letzten Jahren in Österreich erarbeiteten Expertise der Politik, des Gesetzgebers und auch der entsprechenden Stellen, die dafür zuständig sind, hier präventiv tätig zu werden, auch in andere europäische Länder und in die Europäische Union hinausgetragen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche Sie auch, dass wir, nach entsprechend korrektem Einbringen dieses unseres Antrages – nicht nur als Abgeordnete, sondern als Menschen, die wir mit offenen Augen durchs Leben gehen und tagtäglich auch diese erschütternden Fakten aufnehmen und zur Kenntnis nehmen müssen, was alles in Österreich und über die Landesgrenzen hinaus passiert – alle zusammen ein klares Signal geben, dass dieser Antrag unsere Unterstützung findet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich wiederhole mein inniges Ersuchen an Sie alle, werte Kolleginnen und Kollegen, auch diesem Antrag die Unterstützung und die entsprechende Wertschätzung im Sinne der betroffenen Menschen zu geben, um in Zukunft hoffentlich Fälle von Gewalt zu verhindern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Bitte sorgt dafür, dass ein Krisenstab gebildet wird, der sich explizit um die entführten Frauen und Mädchen kümmert, und eruiert, wo diese verschleppt werden! Bitte seid mutig und kämpft mit mir, mit uns für Frauen- und Menschenrechte! – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Körperliche sowie auch sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen ist und bleibt eine massive Menschenrechtsverletzung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und NEOS.
Wir alle sind gefordert, denn die Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie wichtig ein verbesserter und effektiver Gewaltschutz in Europa ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und NEOS.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Auch in Österreich gibt es, wie wir wissen, Gewalt in der Familie, und sie kommt sehr oft vor, in den unterschiedlichsten Formen. Es wurde ja schon angesprochen, welche Formen von Gewalt es gibt. Ich denke, es gibt ein paar Punkte, auf die man ganz besonders achten muss, zum Beispiel auf die Prävention, was ja heute auch schon angesprochen wurde. Da denke ich, dass es ganz wichtig ist, in den Schulen starke Mädchen und starke Buben zu formen, zu erziehen, sie zu begleiten und ihnen beizubringen, dass es andere Mechanismen der Konfliktlösung gibt als Gewalt. Probleme gibt es immer, aber man soll sie nicht mit Gewalt lösen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.
Ich hätte noch viel zu sagen, habe aber leider nur zwei Minuten Zeit, daher möchte ich abschließend noch erwähnen, dass ich die Initiative der FPÖ unterstütze, diesen Antrag generell auf Gewalt, ganz egal, wem gegenüber, zu erweitern, und dass wir, soweit ich jetzt richtig informiert bin, auch zustimmen werden. (Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ.
Ich denke, es ist ein Menschenrecht, vor Gewalt geschützt zu werden, denn Gewalt ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Diese Zahlen beweisen, dass Gewalt gegen Frauen auch in unserer Gesellschaft kein Randthema ist, und ich unterstütze daher den vorliegenden Antrag aus vollem Herzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Schönegger: Auch dort!
Was Herr Gudenus in Moskau gemacht hat und welche Ängste er da geschürt hat, welche bösen Mächte da am Werk seien, die versuchen würden, die Europäische Union zu unterwandern mit ihrer Homosexuellen-Lobby, das war so etwas von zum Schämen, dass ich eigentlich gar nicht gewusst habe, wie man damit umgehen soll. Das haben de facto alle Parteien – außer eben der von Gudenus (Abg. Schönegger: Auch dort!) – so gesehen und sich entsprechend dazu geäußert.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne appelliere ich ausdrücklich an die Abgeordneten der Regierungsparteien – ich glaube, bei der FPÖ werde ich da kein Gehör finden –, da endlich moderne Regelungen zu machen, dass wir das Institut Ehe für alle Menschen öffnen, und zwar unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben, und unabhängig davon, ob sie verschiedene Geschlechter haben. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
quent daran arbeiten, alle Formen von Diskriminierung zu beseitigen, und ich hoffe, dass Sie uns – da schaue ich jetzt auf die rechte Seite dieses Hauses (in Richtung ÖVP) – dabei helfen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Meinl-Reisinger: Der Verfassungsgerichtshof ...!
Ob mit dem vorliegenden Antrag der NEOS diese behauptete Diskriminierung beseitigt werden soll oder ob das nur ein ideologisch motivierter Angriff auf bestehende Strukturen ist, das werden wir im Ausschuss eingehend, sachlich und inhaltlich, ohne große Emotionen und ohne Schaum vor dem Mund zu diskutieren haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Der Verfassungsgerichtshof ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber noch einmal: Wir verschließen uns selbstverständlich einer solchen Debatte nicht und freuen uns auf eine ordentliche inhaltliche Diskussion im Ausschuss. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schönegger: Das habe ich nie bestritten!
Abgeordneter Mag. Philipp Schrangl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Kollege Schönegger von der ÖVP, der Familienpartei ÖVP! Ich finde schon, dass es sachlich gerechtfertigt ist, dass der historische Gesetzgeber 1811 betreffend die Ehe zwischen getrenntgeschlechtlichen Partnern festgesetzt hat (Abg. Schönegger: Das habe ich nie bestritten!) – ich sage es Ihnen nur –, dass aus der Ehe wenn möglich Kinder entspringen sollen. Ein Staat muss danach trachten ... (Heiterkeit der Abg. Elisabeth Hakel.) – Ja, Sie von der SPÖ mögen das anders sehen, aber es ist meine Meinung, und auch diese muss gehört werden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Elisabeth Hakel: Es geht um die Formulierung „entspringen“!)
Heiterkeit der Abg. Elisabeth Hakel.
Abgeordneter Mag. Philipp Schrangl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Kollege Schönegger von der ÖVP, der Familienpartei ÖVP! Ich finde schon, dass es sachlich gerechtfertigt ist, dass der historische Gesetzgeber 1811 betreffend die Ehe zwischen getrenntgeschlechtlichen Partnern festgesetzt hat (Abg. Schönegger: Das habe ich nie bestritten!) – ich sage es Ihnen nur –, dass aus der Ehe wenn möglich Kinder entspringen sollen. Ein Staat muss danach trachten ... (Heiterkeit der Abg. Elisabeth Hakel.) – Ja, Sie von der SPÖ mögen das anders sehen, aber es ist meine Meinung, und auch diese muss gehört werden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Elisabeth Hakel: Es geht um die Formulierung „entspringen“!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Elisabeth Hakel: Es geht um die Formulierung „entspringen“!
Abgeordneter Mag. Philipp Schrangl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Kollege Schönegger von der ÖVP, der Familienpartei ÖVP! Ich finde schon, dass es sachlich gerechtfertigt ist, dass der historische Gesetzgeber 1811 betreffend die Ehe zwischen getrenntgeschlechtlichen Partnern festgesetzt hat (Abg. Schönegger: Das habe ich nie bestritten!) – ich sage es Ihnen nur –, dass aus der Ehe wenn möglich Kinder entspringen sollen. Ein Staat muss danach trachten ... (Heiterkeit der Abg. Elisabeth Hakel.) – Ja, Sie von der SPÖ mögen das anders sehen, aber es ist meine Meinung, und auch diese muss gehört werden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Elisabeth Hakel: Es geht um die Formulierung „entspringen“!)
Zwischenruf der Abg. Elisabeth Hakel.
Liebe und Sexualität sind eine Privatsache und sollen auch privat bleiben. Wir sind natürlich für die rechtliche Gleichstellung in Erbsachen, damit die eben voneinander erben dürfen, beim Eintreten in Mietverträge und so weiter, aber das haben wir alles, obwohl wir es damals natürlich abgelehnt haben, im Partnerschaftsgesetz gemacht. Aber das ist typisch: 2009 hat die ÖVP gesagt, mit der Einführung der eingetragenen Partnerschaft wird uns jede weitere Diskussion erspart bleiben. Schon damals – ich habe es mit – haben unser Klubobmann Strache und auch unser Generalsekretär Kickl gesagt, das ist nur eine reine Salami-Taktik, die Grünen werden immer mehr wollen. (Zwischenruf der Abg. Elisabeth Hakel.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Wir wollen die Ehe, weil sie so großartig ist, noch mehr Menschen ermöglichen!
Ich habe geglaubt – und das enttäuscht mich unglaublich –, die NEOS sind eine frische und neue Partei, aber das ist leider so etwas von alt und verzopft, dass auch ihr das unterstützt, was die Altachtundsechziger fordern, nämlich die Abschaffung der Ehe als die Gemeinschaft der Getrenntgeschlechtlichen. Das ist wirklich peinlich, und man sieht eindeutig in Ländern wie Vorarlberg, dass ihr dann auch verlieren werdet. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Meinl-Reisinger: Wir wollen die Ehe, weil sie so großartig ist, noch mehr Menschen ermöglichen!)
Zwischenruf des Abg. Cap.
Ihr solltet aus der Geschichte lernen! Ein sehr prominenter Bundeskanzler hat einmal gesagt: Lernen Sie Geschichte! – Das Liberale Forum ist daran zugrunde gegangen, und das wird auch Ihnen blühen. Ich verabschiede mich daher jetzt schon von Ihnen. (Zwischenruf des Abg. Cap.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Also meine Kinder sind nicht „entsprungen“! – Heiterkeit.
Für uns ist klar – und wir wissen den Großteil der Bevölkerung hinter uns –, die Ehe ist etwas zwischen Getrenntgeschlechtlichen, und der Ehe sollen nach Möglichkeit – und ich wünsche es jedem, der diesen Bund fürs Leben eingeht – auch Kinder entspringen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Königsberger-Ludwig: Also meine Kinder sind nicht „entsprungen“! – Heiterkeit.)
Abg. Schrangl: Da sind wir ja Gott sei Dank schon weit weg davon!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Schrangl, der historische Gesetzgeber ist nur bedingt hilfreich, weil der historische Gesetzgeber 1811 grundsätzlich davon ausgegangen ist, dass Homosexualität strafbar sein muss und verboten gehört, und daher war es ganz logisch, dass eine Ehedefinition nur auf heterosexuelle Beziehungen Bezug nimmt, denn etwas anderes war in dieser Zeit ja gar nicht denkbar. (Abg. Schrangl: Da sind wir ja Gott sei Dank schon weit weg davon!) Heute bewerten wir alle das gesellschaftspolitisch aber anders, auch Sie, denn auch Sie wollen nicht das Strafrecht gegen Homosexuelle einsetzen, und daher ist sozusagen der historische Gesetzgeber kein zeitgemäßer Zeuge mehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Schrangl, der historische Gesetzgeber ist nur bedingt hilfreich, weil der historische Gesetzgeber 1811 grundsätzlich davon ausgegangen ist, dass Homosexualität strafbar sein muss und verboten gehört, und daher war es ganz logisch, dass eine Ehedefinition nur auf heterosexuelle Beziehungen Bezug nimmt, denn etwas anderes war in dieser Zeit ja gar nicht denkbar. (Abg. Schrangl: Da sind wir ja Gott sei Dank schon weit weg davon!) Heute bewerten wir alle das gesellschaftspolitisch aber anders, auch Sie, denn auch Sie wollen nicht das Strafrecht gegen Homosexuelle einsetzen, und daher ist sozusagen der historische Gesetzgeber kein zeitgemäßer Zeuge mehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schrangl: Ja, aber nicht in der Ehe!
Daher gibt es aus meiner Sicht nur einen einzigen Schluss, wenn wir sagen, und das sagen wir hoffentlich alle, Homosexualität ist nichts Verwerfliches, sondern jeder soll seiner Sexualität und seiner Beziehung so nachgehen können, wie er will (Abg. Schrangl: Ja, aber nicht in der Ehe!), dass wir auch den zeitgemäßen gesetzlichen Rahmen zur Verfügung stellen.
Abg. Schrangl: Das habe ich gelesen!
Und weil Sie so ein bisschen konservativ argumentiert haben – auch wenn er nicht aus Ihrer Parteienfamilie ist –: Ich habe es spannend gefunden, was David Cameron in England gesagt hat: Weil ich Konservativer bin, bin ich nicht gegen, sondern für die Öffnung der Ehe für Gleichgeschlechtliche (Abg. Schrangl: Das habe ich gelesen!), weil er die Ehe als Konservativer offensichtlich als prinzipiellen Wert ansieht und sagt, jeder, der gemeinsam Verantwortung übernehmen will, soll diesen Rahmen in der Ehe vorfinden.
Abg. Schrangl: Das ist sehr kleinbürgerlich!
Ich glaube nicht, dass David Cameron ein Altachtundsechziger ist, zumindest lassen seine sonstigen politischen Anschauungen diesen Schluss eher weniger zu, sondern er hat verstanden, worum es im Kern bei der Ehe geht, für diejenigen, die dieses Institut wählen wollen, nämlich ... (Abg. Schrangl: Das ist sehr kleinbürgerlich!) – Ob kleinbürgerlich oder nicht, darüber maße ich mir gar kein Urteil an. (Abg. Kogler: Wieso dürfen die den Fehler nicht machen?) Das müssen jene entscheiden, die dieses Institut wählen wollen.
Abg. Kogler: Wieso dürfen die den Fehler nicht machen?
Ich glaube nicht, dass David Cameron ein Altachtundsechziger ist, zumindest lassen seine sonstigen politischen Anschauungen diesen Schluss eher weniger zu, sondern er hat verstanden, worum es im Kern bei der Ehe geht, für diejenigen, die dieses Institut wählen wollen, nämlich ... (Abg. Schrangl: Das ist sehr kleinbürgerlich!) – Ob kleinbürgerlich oder nicht, darüber maße ich mir gar kein Urteil an. (Abg. Kogler: Wieso dürfen die den Fehler nicht machen?) Das müssen jene entscheiden, die dieses Institut wählen wollen.
Beifall und Bravoruf des Abg. Kogler – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Ich habe auch einen Ehering und fühle mich nicht als kleinbürgerlich, aber jeder muss das individuell entscheiden können. Und wenn sich jemand für dieses Institut entscheidet, dann soll er das rechtlich können (Beifall und Bravoruf des Abg. Kogler – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ), und zwar unabhängig vom Geschlecht. Und das hat David Cameron, mit dem mich sonst nichts verbindet, verstanden, und darüber sollten, wie ich glaube, auch Sie nachdenken.
Abg. Schönegger: In der schönen Vorstellung!
Dass die Ehe-Definition nicht mehr zeitgemäß ist, ich glaube, das lässt sich an vielen Punkten festmachen. Es redet die Ehe-Definition von der Unzertrennlichkeit (Abg. Schönegger: In der schönen Vorstellung!), aber wir wissen, dass 50 Prozent der Ehen geschieden werden. Auch das möchte ich nicht bewerten – es ist so.
Abg. Schönegger: Man darf aber Ideale formulieren!
Auch was die Zeugung von Kindern anlangt: Ja, das ist das programmatische Ziel der Ehe, aber wir wissen, dass das nicht immer im Vordergrund steht (Abg. Schönegger: Man darf aber Ideale formulieren!), und wir wissen auch, dass betagte Senioren noch heiraten, und auch das ist schön, aber sie werden trotzdem keine Kinder zeugen. Wir verwehren ihnen die Ehe nicht.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher glaube ich, dass es zeitgemäß ist, wenn wir das Institut der Ehe öffnen und sagen: Es ist schön, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen wollen und zueinander stehen, und dafür wollen wir einen modernen rechtlichen Rahmen bieten, und das kann auch die Ehe sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, wir sollten uns sehr bald dazu entschließen, diesen Paragraphen zu ändern, und ich bitte da um Ihre Unterstützung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Brosz.
Also auch ich sehe das so, dass die Begründung ein bisschen hinkt. Was das jetzt aber für uns betreffend den Antrag bedeutet, ist, dass wir auf jeden Fall wieder mit den Theaterunternehmen Kontakt aufnehmen werden, uns noch einmal mit den ExpertInnen die Argumente anhören werden und dann auf jeden Fall schauen, dass wir im Sozialausschuss zu einer hoffentlich gemeinsamen Lösung kommen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Brosz.)
Beifall bei der ÖVP.
Also ich denke, diese Punkte müssen wir uns auf jeden Fall genau anschauen, aber so, wie der Antrag jetzt vorliegt, glaube ich nicht, dass er einfach umsetzbar ist, weil er nicht praktikabel wäre. Und wenn wir davon ausgehen, dass das in Wirklichkeit eine klassische Sozialpartnermaterie ist, sollte man das, so denke ich, auch sozialpartnerschaftlich diskutieren – aber darüber werden wir uns im Ausschuss natürlich noch weiter unterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Zinggl.
In der Begründung – das wurde bereits vom Herrn Kollegen Zinggl angesprochen – der Regierungsvorlage für das Arbeitsverfassungsgesetz aus dem Jahr 1973 ist zu lesen, dass in der Praxis kein Bedürfnis bestand. – Damals, liebe Freunde! Jetzt gibt es aber das Bedürfnis, dass Betriebsräte in Aufsichtsräten mitwirken, auch im Theaterbereich. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Zinggl.)
Beifall bei den Grünen.
Also, gehen wir es an! Machen wir zunächst vielleicht einmal die Geschäftsordnungsbestimmungen für den Untersuchungsausschuss fertig – da sollten wir in drei Wochen fertig sein –, und versuchen wir dann den nächsten Punkt zu lösen und die Einbindung der Europaparlamentarier auch im österreichischen Nationalrat zu ermöglichen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer.
Wir werden uns, wie ich meine, da sicher auf eine gute Lösung einigen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Auer.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, die schreibt: „Wir werden uns jetzt die Vorschläge der Koalition im Detail anschauen.“ – Ich glaube, das ist ja der Weg, den wir gehen, und damit ist das alles im Geschäftsordnungsausschuss letztendlich auch gut aufgehoben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man in die Stimme der Bevölkerung hineinhört – in die Stimme der Bevölkerung, ja –, was ja an sich sehr wesentlich für all unser Tun als Abgeordnete, als Volksvertreter hier im Hohen Haus sein sollte, dann kann man dort sehr wohl vernehmen: Wieso soll es für Abgeordnete einer anderen Kammer, des Europäischen Parlaments, hier im Hohen Haus in Wien ein Rederecht im Plenum geben? Vielmehr sollte es für viele Abgeordnete, die ihrer Tätigkeit in Straßburg und in Brüssel nachgehen, eine Zuhörpflicht geben, was Initiativen, was Notwendigkeiten im Interesse unserer Republik betrifft, um diese schlussendlich dann in Straßburg und in Brüssel zu vertreten, und zwar nicht nur in Form eines Rederechts, sondern einer Redepflicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Für uns auch sehr wesentlich, für andere Fraktionen vielleicht nicht so zu verstehen ist – das ist für Freiheitliche auch eine sehr klare Ansage –: Auch die Symbolik ist wichtig, und ein solches Rederecht hier heraußen für Abgeordnete, die nicht Mitglieder dieser Kammer sind, ist verheerend, denn das österreichische Parlament soll kein Subparlament des Europäischen Parlaments werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Sinne wird es, glaube ich, noch eine spannende Diskussion im Ausschuss geben. Ich freue mich auf den Gedanken-, Meinungs- und Argumenteaustausch, bin aber doch der Überzeugung, dass viele dieser unserer freiheitlichen Argumente etwas für sich haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei NEOS und Grünen.
Also ich bin zuversichtlich. – Danke schön. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Klubobmann, Sie waren tatsächlich oder bildeten das Ende der Rednerliste, aber allemal besser das Ende als das Letzte. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)