Eckdaten:
Für die 67. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 781 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Was die Verhandlungen zu diesem Thema betrifft, haben wir eine große Bandbreite in Diskussion: von Infrastrukturmodellen in kommunaler Verantwortung bis hin zu Selbstregelsystemen der Wirtschaft. Ich möchte mich hier auch nicht definitiv festlegen, weil ich gebeten habe, dass alle – alle! – Möglichkeiten erarbeitet, mir vorgelegt und mit Vor- und Nachteilen bewertet werden. Wir wollen uns dann gemeinsam mit der Wirtschaft, mit den Gemeinden unter meiner federführenden Verantwortung natürlich für das effizienteste, kosteneffizienteste, aber schlagkräftigste System entscheiden. Das heißt, ich will hier keine Präferenzen frühzeitig bekannt geben, weil ich für alle diese Modelle grundsätzlich offen bin und dann gemeinsam konsensual die richtige Entscheidung treffen will. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das werde ich der Kommissarin auch entsprechend mitteilen. Wir werden auch in der Diskussion „Die Grüne Offensive – Unser Weg für eine starke Landwirtschaft“ in Österreich besprechen, welche Eckpunkte wir notwendigerweise brauchen, um dann auch in Europa mit einer Stimme zu sprechen. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Frage?!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (FPÖ): Herr Minister, wenn wir über die Grüne Offensive diskutieren, müssen wir uns auch den Stand der Dinge ansehen, und der Stand der Dinge in der Landwirtschaft ist wirklich dramatisch. Wir wissen, dass seit dem Beitritt zur Europäischen Union 47 000 Bauernhöfe aufgeben mussten. Wir wissen, dass 92 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verloren gingen. Wir wissen, dass heute die Einkommenssituation dramatisch ist. Es gibt Bauern, die einen Stundenlohn von 2 € haben. Wir wissen, dass die EU-Förderungen durch völlig falsche Kanäle fließen. Und wir wissen, dass die Landwirte durch eine ausufernde Bürokratie mit vielfachen Anträgen, Kontrollen und so weiter gehemmt werden. (Rufe bei der ÖVP: Frage?!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Wenn Sie einen Strukturwandel der österreichischen Landwirtschaft ansprechen, so bitte ich Sie, das fairerweise auch im Vergleich mit allen anderen europäischen Ländern zu sehen. Wir sind mit Abstand jenes Land Europas, das die geringste Abnahme bei der Zahl an Bauernhöfen hat und den höchsten Anteil an bäuerlichen, familienorientierten Betrieben. Darauf können wir stolz sein, und es ist auch Zeit, diesen Betrieben danke zu sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist die größte Herausforderung: Wie können wir die Märkte bedienen, nicht nur in Österreich, sondern in Europa und darüber hinaus? Was brauchen wir dazu? Wie können wir den Bäuerinnen und Bauern unter die Arme greifen, damit sich die Einkommensentwicklung der letzten zwei Jahre, die von einer sehr, sehr positiven Dynamik geprägt ist, auch nachhaltig in Zukunft fortsetzen kann? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Abgeordnete, ich muss nur ein Missverständnis aufklären: Meine Grüne Offensive hat überhaupt nichts – aber schon überhaupt nichts! – mit grüner Agrarpolitik in Ihrem Sinne zu tun, sondern mit zukunftsorientierter Landwirtschaftspolitik für unser Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Zum Zweiten, zur Frage der Gentechnikfreiheit: Streuen Sie den Menschen nicht Sand in die Augen, indem Sie Umweltprogramm mit Gentechnikfreiheit verknüpfen! Das Umweltprogramm – und Sie wissen es genau! – beruht auf freiwilliger Teilnahmebasis. Deswegen hat es überhaupt keinen Effekt, ob da Gentechnikfreiheit drinnen steht oder nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Wir haben ein europäisches Agrarmodell, und alle Bauern Europas haben denselben Rechtsrahmen, in dem sie sich bewegen müssen, können, sollen. Auch für Österreichs Bauern gilt das. Ich bin nicht bereit, vor 2013 auch nur auf einen Euro zu verzichten, den wir in Brüssel erkämpft haben. Deswegen ist dieses Ausgleichszahlungsmodell, das wir haben, ein richtiges, ein gutes. Die Bauern sind jetzt mit ihren Ausgleichszahlungen transparent, im Internet für jeden einsehbar. Ich erwarte mir das auch in der Diskussion hier, dass nun andere Bevölkerungsgruppen folgen, die ebenfalls von Transferzahlungen entsprechend betroffen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist ein wichtiger Punkt. Die Bauern können mit ihrer Leistung, aber auch mit ihren Ausgleichszahlungen selbstbewusst vor die Öffentlichkeit hintreten. Wir werden diese Höhe der Ausgleichszahlungen bis 2013 halten und auch dafür kämpfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Das musst du endlich einmal kapieren!
Der zweite Punkt ist: Der Milchpreis wird am Milchmarkt gemacht. Wenn Sie mich nach Gesprächsbedarf fragen, so sage ich Ihnen: Wenn der Preis am Milchmarkt gemacht wird, so ist es notwendig, dass die Betroffenen – die Bäuerinnen und Bauern, die Molkereien und die Verarbeiter und der Handel – Gespräche dort führen, wo sie hingehören, nämlich in dieses Szenario. Der Preis wird nicht von der Politik gemacht. Wer das suggeriert, liegt falsch und erweckt Hoffnungen, die niemand und schon gar nicht grüne Agrarpolitik erfüllen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Das musst du endlich einmal kapieren!)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Schauen Sie, Herr Bundesminister, da unterscheidet sich eben eine schwarze Agrarpolitik von einer grünen! (Rufe bei der ÖVP: Frage!) Wir wollen Rahmenbedingungen setzen, und Rahmenbedingungen können im Lebensmittelbereich zum Beispiel Antidumpingregelungen sein. Das Gespräch nicht mit den betroffenen Bäuerinnen und Bauern zu führen, ist ganz einfach auch demokratiepolitisch nicht akzeptabel. Das war meine Frage an Sie. Sie haben Sie nicht beantwortet. (Abg. Grillitsch: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Grillitsch: Das ist eine Unterstellung!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Schauen Sie, Herr Bundesminister, da unterscheidet sich eben eine schwarze Agrarpolitik von einer grünen! (Rufe bei der ÖVP: Frage!) Wir wollen Rahmenbedingungen setzen, und Rahmenbedingungen können im Lebensmittelbereich zum Beispiel Antidumpingregelungen sein. Das Gespräch nicht mit den betroffenen Bäuerinnen und Bauern zu führen, ist ganz einfach auch demokratiepolitisch nicht akzeptabel. Das war meine Frage an Sie. Sie haben Sie nicht beantwortet. (Abg. Grillitsch: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Tausende von Bauern!
Ich kann nicht – das ist unmöglich – mit allen Interessengruppen in Einzelgesprächen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Tausende von Bauern!) Ich gehe davon aus, dass auch die Interessengruppen als Mitglieder der Landwirtschaftskammer ihre Interessen innerhalb der gewählten gesetzlichen Vertretung wahrnehmen. Das ist die Herausforderung, vor der jeder steht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann nicht – das ist unmöglich – mit allen Interessengruppen in Einzelgesprächen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Tausende von Bauern!) Ich gehe davon aus, dass auch die Interessengruppen als Mitglieder der Landwirtschaftskammer ihre Interessen innerhalb der gewählten gesetzlichen Vertretung wahrnehmen. Das ist die Herausforderung, vor der jeder steht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Und nicht die Milchquote abschaffen!
Wo ich in der Verantwortung bin, kämpfe ich für die Anliegen und Sorgen der Milchbauern Österreichs, nämlich in Brüssel und in Österreich, wenn es um Finanzmittel, Ausgleichszahlungssysteme und die entsprechenden flankierenden Maßnahmen geht. Ich werde auch zukünftig gegen die Aufstockung der Milchquote konsequent auftreten und hoffe, dass dann auch jene von Ihnen zitierten Vertreter Seite an Seite in Brüssel vielleicht einmal ihre Anliegen vorbringen und effizient auch durch- und umsetzen. Davon kann ich niemanden entbinden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Und nicht die Milchquote abschaffen!)
Beifall bei der ÖVP.
Und was Sie in Ihrer Aufzählung vergessen haben, ist, dass wir den Bäuerinnen und Bauern geholfen haben: 50 Millionen € pro Jahr für die Rückerstattung im Betriebsmittelsektor, was den Treibstoff angeht. Das haben wenige andere Länder – wir haben es verwirklicht! (Beifall bei der ÖVP.) Sagen Sie alles und nicht nur die Hälfte!
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Bundesminister, wer ist „wir“? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir!) Das ist nicht der Bauernbund, das war der Steuerzahler, der Gott sei Dank geholfen hat! (Abg. Grillitsch: Das war der Bauernbund!)
Abg. Grillitsch: Das war der Bauernbund!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Bundesminister, wer ist „wir“? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir!) Das ist nicht der Bauernbund, das war der Steuerzahler, der Gott sei Dank geholfen hat! (Abg. Grillitsch: Das war der Bauernbund!)
Beifall bei der ÖVP.
gefüttert wurden, nicht gentechnisch verändert sind. Das ist die Position, die wissenschaftlich auch klar unterstrichen ist. Damit gibt es auch keine Kennzeichnungspflicht – nicht in Österreich und nicht in der Europäischen Union –, weil kein Konnex zwischen beiden Themen besteht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Man muss bei der Kennzeichnung einmal grundsätzlich unterscheiden, um jenen, die hier Angst machen und mit falschen Tatsachen operieren, entgegenzutreten. Wer heute österreichische Qualität kaufen will, kann das in allen Regalen dieses Landes tun: Kaufen Sie AMA-Gütezeichen, und Sie sind auf der sicheren Seite! (Beifall bei der ÖVP.) – Das ist die Botschaft. Jeder hat die Wahlfreiheit.
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Kogler: Und am Sonntag gehen wir mit dem Molterer in die Kirche!
Der letzte Punkt ist: Gerade aus der Biosprit- und Ethanolproduktion, die wir in Pischelsdorf begonnen haben, werden wir so viel Eiweißfutter erzeugen wie niemals zuvor – gentechnikfrei! –, und wir werden Gentechniksoja aus Brasilien damit ersetzen. – Nur: Leider sind Sie gegen diese Art der Produktion. Und das ist Ihr Problem, Herr Abgeordneter Pirklhuber, aber nicht mehr unseres. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Kogler: Und am Sonntag gehen wir mit dem Molterer in die Kirche!)
Abg. Öllinger: Das wird wieder eine leichte Frage!
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Österreich nimmt (Abg. Öllinger: Das wird wieder eine leichte Frage!) – es wird eine sachliche Frage! – in Bezug auf die deutlich ablehnende Haltung gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen gerade auch durch Ihre klare politische Haltung und Ihren Einsatz in Europa eine Vorreiterrolle ein. Die Österreicherinnen und Österreicher sind zweifellos zu Recht stolz auf die Produkte und auf die Qualität der Produkte der heimischen Bauern. Gerade die Bio-Landwirtschaft hat einen besonders hohen Stellenwert. Erst gestern haben wir hier im Hohen Haus einen Fünf-Parteien-Antrag einstimmig beschlossen.
Beifall bei der ÖVP.
Der Kampf ist noch nicht verloren, er wird im Herbst in die heiße Phase kommen. Ich bin dabei, Verbündete zu suchen in dem Bemühen, die Milchquote zu verlängern, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die Bereitschaft in anderen Ländern, bei anderen Ministern enden wollend ist. Und deswegen bereiten wir parallel eine Offensive vor, um mit Geldmitteln und flankierenden Maßnahmen im gegebenen Fall – beim Auslaufen, wenn wir sie nicht halten können – Hilfe anbieten zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin gegen die schleichende Aushöhlung der Milchquote durch ständige Erhöhung ebendieser Quote um zwei, drei, vier, fünf Prozent, wie es manche wollen. Das wird nie meine Zustimmung finden, da werden wir auch in Zukunft dagegenhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister, nach geltender Beschlusslage wird das Milchquotensystem 2014 auslaufen. Sie, Herr Minister, sind einer der wenigen Landwirtschaftsminister in Europa, die für den Erhalt dieses Milchquotensystems kämpfen. (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP.) Vor allem aber gehen Sie einen ehrlichen Weg und sagen den Bäuerinnen und Bauern die Wahrheit, während andere auf der einen Seite die hohen Konsumentenpreise bejammern und im selben Atemzug höhere Erzeugerpreise fordern. Das geht nicht zusammen.
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, die ganze Bandbreite wird von mir verhandelt, mit dem entsprechenden Geld, um dann bereit zu sein, wenn die Milchquote ausläuft. Der Kampf ist noch nicht verloren, allerdings: Wir bereiten uns zeitgleich darauf vor, um dann die richtigen Antworten zu haben, wenn es passiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und dafür kämpfe ich – nicht wahlkämpfend, sondern kämpfend für die Einkommen der Bauern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Schultes: Eine Werbeeinschaltung der OMV!
Wann werden Sie endlich diese völlig überzogenen Beimischziele für Agrotreibstoffe – 10 Prozent bis 2010 beziehungsweise 20 Prozent bis 2020 – revidieren? Bekanntlich ist der neue Report der Weltbank ja auch klar in seiner Aussage: 75 Prozent der weltweiten Lebensmittelpreissteigerungen gehen darauf zurück, dass Agrotreibstoffe in den USA inzwischen von 25 Prozent der Maisernte und 17 Prozent der Sojaernte erzeugt werden. (Abg. Ing. Schultes: Eine Werbeeinschaltung der OMV!)
Abg. Dr. Pirklhuber: In der Landwirtschaft zu 100 Prozent einsetzen! In der Landwirtschaft!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter, was die Biotreibstoffe und deren Entwicklung betrifft, bin ich ja gar nicht so ambitioniert, wie das die Grünen immer vorschlagen. 2006 haben Sie noch den Totalausstieg aus Benzin und Diesel verlangt, und dass alles mit Biotreibstoffen betrieben werden soll. (Abg. Dr. Pirklhuber: In der Landwirtschaft zu 100 Prozent einsetzen! In der Landwirtschaft!) Was ist in den letzten zwei Jahren passiert, Herr Abgeordneter? – Es hat sich nichts geändert, nur: Sie haben auf das falsche Pferd gesetzt!
Abg. Dr. Pirklhuber: Importiert! Alles importiert!
Wir gehen auf 10 Prozent Biotreibstoffe – wesentlich weniger, als das Amerika beziehungsweise Brasilien das tut. Wir haben nichts damit zu tun, was dort passiert, sondern die europäische Strategie ist, aus Europa heraus zu produzieren. Und das werden wir ganz konsequent umsetzen – gut für den Klimaschutz, gut für die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern (Abg. Dr. Pirklhuber: Importiert! Alles importiert!) und auch richtig, was die Unabhängigkeit von Russland, vom Nahen Osten und von den Erdölfeldern in politisch sensiblen Räumen betrifft. Das ist unsere Strategie – nicht mehr und nicht weniger. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir gehen auf 10 Prozent Biotreibstoffe – wesentlich weniger, als das Amerika beziehungsweise Brasilien das tut. Wir haben nichts damit zu tun, was dort passiert, sondern die europäische Strategie ist, aus Europa heraus zu produzieren. Und das werden wir ganz konsequent umsetzen – gut für den Klimaschutz, gut für die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern (Abg. Dr. Pirklhuber: Importiert! Alles importiert!) und auch richtig, was die Unabhängigkeit von Russland, vom Nahen Osten und von den Erdölfeldern in politisch sensiblen Räumen betrifft. Das ist unsere Strategie – nicht mehr und nicht weniger. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt nicht! Schauen Sie sich doch die Zahlen an!
Abgeordneter Thomas Einwallner (ÖVP): Geschätzter Herr Bundesminister! Die Wahrheit ist: Österreich hat sich in den letzten Jahren in der Klima- und Energiepolitik dank Österreichischer Volkspartei, aber auch dank Ihrer Initiativen stark entwickelt; der Ökostromanteil liegt bei uns mit 7,6 Prozent doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das stimmt nicht! Schauen Sie sich doch die Zahlen an!) Mit der vorliegenden Novelle zum Ökostromgesetz kann Österreich weiterhin seine Vorreiterrolle in der EU einnehmen.
Abg. Dr. Lichtenecker: Herr Bundesminister, Sie wissen, dass das nicht die Wahrheit ist!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Lichtenecker: Herr Bundesminister, Sie wissen, dass das nicht die Wahrheit ist!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin deswegen mit einer Artikel-15a-Vereinbarung mit den Ländern, die dort zuständig sind, in Begutachtung gegangen, und ich erwarte jetzt eine geeinte Vorgangsweise, dass wir in der Wohnbauförderung die ökologischen Kriterien beziehungsweise die Mindestkriterien erhöhen und bei der Sanierung mehr Engagement zeigen. Das ist gut für die Umwelt, das ist aber gerade in Zeiten der Teuerung in sozialer Hinsicht noch besser für die Geldbörse. Wer dämmt und seitens der Bundesländer mehr Geld für die Wohnbausanierung gibt, hilft den Menschen, zu sparen. Der Energieverbrauch ist zu reduzieren, und wir werden das vorantreiben. Diesbezüglich sind ganz besonders die Länder und gerade auch die Städte gefordert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens geht es um Strom für die privaten Haushalte: Ich habe ein Zehntausend-Dächer-Programm für Österreich vorgeschlagen. Wir wollen den Menschen mit einer Einmalinvestitionsunterstützung aus dem Klima- und Energiefonds ermöglichen, selbst in ihr eigenes Solarkraftwerk auf dem Dach zu investieren. – Das tun wir. Mein Vorschlag zählt: Zehntausend-Dächer-Programm für Österreich aus dem Klima- und Energiefonds. Und ich hoffe, dass dort bald die entsprechenden Notwendigkeiten konsensual, wie man das von einem Klimaschutzbeauftragten eigentlich erwarten sollte, erfüllt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt frage ich Sie: Wie wollen Sie einen Energiemasterplan, der die ausgezeichneten österreichischen Voraussetzungen – Biomasse und Wasserkraft – mit einbindet, wirklich rund gestalten, wenn Sie völlig auf Photovoltaik und auf die großen Chancen im Bereich dieser neuen Technologien verzichten? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens sind Energiesparen und Energieeffizienz ohnehin unverzichtbare Themen, die uns gemeinsam zu beschäftigen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Dann stellen Sie halt gescheite Fragen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister, das Institut der Fragestunde ist, glaube ich, nicht dazu da, dass Sie bei jeder Gelegenheit den Fra- ge stellenden Abgeordneten schulmeistern, sofern er nicht der ÖVP angehört! (Abg. Neugebauer: Dann stellen Sie halt gescheite Fragen!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Ich frage Sie also: Was wird getan, dass wir etwa in den Status der Bundesrepublik Deutschland oder der skandinavischen Länder kommen, wo entsprechende Arbeitsplatzeffekte nachgewiesen werden? – Ich bitte Sie, jetzt auf den NLP-Speech des ehemaligen Ministers Grasser zu verzichten! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter, erstens: Ich werde mich bemühen, nicht schulmeisternd zu sein, sondern die Fragen zu beantworten. Das habe ich jetzt seit einer Stunde getan, und zwar, wie ich hoffe, ganz ausführlich und im Detail. (Beifall bei der ÖVP.) – Erster Punkt.
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind mit einer eigenen Exportoffensive in den Nachbarländern unterwegs. Unsere Nachbarländer müssen 130 Milliarden € investieren, um die Umweltstandards Europas zu erreichen, und wenn es um dieses Geschäft geht, wollen wir auch mit dabei sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich beim Herrn Bundesminister, und ich bedanke mich auch für die Disziplin der Abgeordneten. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Strache.
Man darf aber nie zufrieden sein, sondern man muss unzufrieden sein und man muss schauen, wie man es besser und auch anders machen kann. Die Opposition hat ja die Möglichkeit, auch heute hier wieder ihren Beitrag zu leisten, wobei ich mit Interesse heute in einer Tageszeitung den Titel gelesen habe: „Wer küsst die Grünen wach?“ – Man könnte das ruhig erweitern und fragen: Wer küsst überhaupt die ganze Opposition wach? (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache.)
Abg. Strache: Der Wähler wird sie wach küssen!
Es hat uns nämlich in diesen eineinhalb Jahren eine etwas schläfrige Opposition mit wenig Alternativen begleitet. Die Opposition hat nur Kritik zu ihrem Programm gemacht, und das war eben sehr bescheiden! (Abg. Strache: Der Wähler wird sie wach küssen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Warum habt ihr das bis jetzt nicht getan?
Es gibt ein wirklich herzeigbares Ergebnis, aber vieles könnte besser sein, und vieles wurde auch nicht gelöst. Schwerpunkte müssen der Kampf gegen die Teuerung und der Kampf gegen die Inflation sein. Es muss dort angesetzt werden, wo es um das unmittelbare Lebensgefühl und die Lebenssituation der Menschen geht. Lohnerhöhungen und Pensionsanhebungen dürfen nicht quasi weggefressen werden, sondern es müssen in der nächsten Periode diesbezüglich entsprechende Schritte gesetzt werden. Gut, dass es die Pendlerpauschaleerhöhung und die Kilometergelderhöhung gegeben hat, gut, dass die Pensionsanpassung zwei Monate vorverlegt wird, gut, dass es Lohnerhöhungen gegeben hat. All das ist gut. Noch wichtiger wird es aber sein, in der nächsten Periode betreffend die unmittelbare Lebenssituation der Menschen, die die hohen Preise überall spüren, etwa im Zusammenhang mit den Nahrungsmittelpreisen oder den Mieten, wirklich Schritte zu setzen, und diese Regierung wird gefordert sein, das wirklich einmütig und gemeinsam zu tun. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum habt ihr das bis jetzt nicht getan?)
Beifall bei der SPÖ.
Bei den Pensionen sage ich gleich dazu: Da geht es um Menschen, die wirklich viel für dieses Land geleistet haben, die gekämpft haben und die Anerkennung verdienen. Daher wird es eine Pensionsverschlechterungsautomatik, wie sie die ÖVP immer wieder gefordert hat, mit Sicherheit mit uns nicht geben können! (Beifall bei der SPÖ.) Es wird einen Kampf um Sicherheit des Pensionssystems geben müssen, aber das sicherlich nicht!
Beifall bei der SPÖ.
Außerdem muss es noch einmal einen Anlauf in Richtung Gesundheitsreform geben. Es darf keine Zweiklassenmedizin geben! Es darf nicht für Sie, Herr Kollege Neugebauer, wieder eine Extrawurst gebraten werden! Alle Kassen sind zu kontrollieren, nur die Neugebauer-Kassa ist nicht zu kontrollieren, das ist nicht möglich: Dagegen werden wir uns wehren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unser Koalitionspartner darf nicht sagen: Das, was in den letzten sieben Jahren unter der Regierung Schüssel geschehen ist, war das Gelbe vom „Schüssel-Ei“, und das soll immer so bleiben, daran soll sich nichts ändern. – Ich sage: Es muss sich in diesem Land etwas zum Besseren und Sozialeren ändern. Dafür stehen wir, und dafür werden wir kämpfen. Das werden wir mit Sicherheit in dieser Wahlbewegung einbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Wir wissen, es gibt ein Problem des Vertrauens in die gesamte Politik, in die Glaubwürdigkeit. Wir werden uns um jeden Einzelnen bemühen und darum kämpfen, dies wiederherzustellen. Das verspreche ich. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Das Erste ist: Wir haben ab jetzt, so glaube ich, nicht mehr den Blick nach rückwärts zu richten – über die Bilanz haben wir gestern geredet –, sondern nach vorne. Ich denke, dass nicht die Rezepte der sechziger oder siebziger Jahre oder der Blick retro wichtig sind, sondern der Blick nach vorne, was das Land braucht und was auch die Menschen von der Politik erwarten. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei der ÖVP.
Das beginnt etwa bei der Bildung. Wir haben derzeit einen Boom, einen Run geradezu auf Privatschulen und auf jene öffentlichen Schulen, die besondere Angebote haben, auf Hauptschulen und Volksschulen, die Sport, Musik, Technik und Kaufmännisches anbieten. Das heißt, die Lösung liegt nicht so sehr in der Strukturfrage, sondern im Angebot von vielen Wahlmöglichkeiten, maßgeschneidert für die Begabungen und Talente unserer Kinder. Darauf müssen wir uns konzentrieren, meine Damen und Herren! Das ist wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Gesundheit. Da nehme ich jetzt wirklich – ausnahmsweise noch einmal nach gestern – Fritz Neugebauer in Schutz. Es gibt keine Krankenkasse, die so kontrolliert ist wie die Beamten-Krankenkasse, denn dort wird nicht nur jeder Beschluss vom Vorstand und von der Kontrollversammlung, sondern auch vom Staatskommissär für Finanzen und Soziales kontrolliert. Das ist in Ordnung. Daher ist die Gebarung dieser Kasse – im Unterschied zu anderen – positiv. Danke dafür Fritz Neugebauer und seinem Team! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Oberhauser.
waltung vielleicht sogar die beste der Welt ist, was IT, was Genauigkeit und was Serviceleistungen betrifft. Darauf kann man stolz sein. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Oberhauser.)
Beifall bei der ÖVP.
Zurück zum Thema Gesundheit. Ich gebe schon auch Folgendes zu bedenken: Das Sozialpartner-Papier war ein beachtlicher Wurf, aber trotzdem glaube ich, dass wir ein bisschen mutiger sein sollten. Es gibt 22 Krankenversicherungsträger. Warum trauen wir uns da nicht etwas mehr an Wahlmöglichkeiten zu? Warum trauen wir dem Versicherten nicht zu, dass er zwischen verschiedenen Modellen wählen kann, dass sehr wohl die Basissicherheit für alle da ist, aber dass man darüber hinaus bei den Angeboten etwas differenzieren kann, Risikoabsicherung, bessere Leistungen et cetera? Das sind doch Dinge, die angesichts der Situation unseres hervorragenden Gesundheitssystems hochinteressant wären. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sagen Sie das Ihrem Finanzminister! Das ist der größte Belaster!
Da sollten wir uns vornehmen, den Menschen, wenn sie Pflege und Betreuung brauchen, primär zu Hause diese Möglichkeit zu geben. Das ist der Grund dafür, warum wir, Martin Bartenstein und Willi Molterer, besonders stark dieses Selbständigen-Modell in der 24-Stunden-Betreuung zu Hause empfohlen haben. Der Zugriff auf das Vermögen muss aufhören, damit man nicht in die Armutsfalle kommt, wenn man Pflege braucht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Sagen Sie das Ihrem Finanzminister! Das ist der größte Belaster!) – Herr Abgeordneter Strache, das ist ja sein Vorschlag!
Abg. Öllinger: Zogaj! Die schicken wir wieder heim! Die können zu gut Deutsch!
Ein weiteres Thema ist die Integration. Da sind wir absolut dafür, dass jene, die legal zu uns kommen, wirklich integriert werden, dass sie auch hier bleiben können. Da gehört aber dann ausgesprochen ... (Abg. Öllinger: Zogaj! Die schicken wir wieder heim! Die können zu gut Deutsch!) – Legal zu uns kommen, habe ich gesagt. – Da gehört aber dann dazu, dass sie die Sprache beherrschen müssen und dass sie sich auch in ihrer kulturellen Identität bei uns integrieren. In Frankreich heißt das zuständige Ministerium Ministerium für Immigration, Integration und nationale Identität. Ein interessanter Titel. Vielleicht wäre es zum Beispiel in der nächsten Regierung eine Aufgabe für einen Staatssekretär, sich um Integration und nationale Identität zu kümmern. Das ist ein Thema: die Identität unseres Volkes, die Identität unserer Heimat. Das sollte man nicht abwerten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein weiteres Thema ist die Integration. Da sind wir absolut dafür, dass jene, die legal zu uns kommen, wirklich integriert werden, dass sie auch hier bleiben können. Da gehört aber dann ausgesprochen ... (Abg. Öllinger: Zogaj! Die schicken wir wieder heim! Die können zu gut Deutsch!) – Legal zu uns kommen, habe ich gesagt. – Da gehört aber dann dazu, dass sie die Sprache beherrschen müssen und dass sie sich auch in ihrer kulturellen Identität bei uns integrieren. In Frankreich heißt das zuständige Ministerium Ministerium für Immigration, Integration und nationale Identität. Ein interessanter Titel. Vielleicht wäre es zum Beispiel in der nächsten Regierung eine Aufgabe für einen Staatssekretär, sich um Integration und nationale Identität zu kümmern. Das ist ein Thema: die Identität unseres Volkes, die Identität unserer Heimat. Das sollte man nicht abwerten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Mobilität anlangt, wird es nicht reichen, die ÖBB-Tarife einzufrieren, Herr Abgeordneter Cap! Was ich mir angesichts dieser Milliardeninvestitionen und auch der Defizitabdeckung bei den ÖBB wünsche, das sind einfach attraktivere Gesamtmodelle, die beispielsweise wirklich vom Auto in die öffentlichen Verkehrsträger hineinlocken können. Das wäre ein Thema. Nicht nur das Einfrieren, das sowieso geplant gewesen ist, weil wir überhaupt keine Gebühren und Tarife erhöhen wollen, sondern auch ein Modell, ein attraktives Ganzjahresmodell, das wirklich den Pendlern, dem städtischen Verkehr die Möglichkeit gibt, auf öffentliche Verkehrsträger umzusteigen, halte ich für hochinteressant. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir werden uns hier alle wiedersehen, in die Augen schauen und gemeinsam für Österreich arbeiten. Machen wir daher zu unserem Motto nicht Frust, sondern Lust auf die Politik! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Österreich ist im Lauf dieser Jahre und Jahrzehnte ein wohlhabendes Land geworden. Österreich ist so wohlhabend, dass es sich auch ein Jahr Nichtstun einer Regierung leisten kann, ein Jahr Hickhack zwischen SPÖ und ÖVP, ein Jahr Erfolglosigkeit in allen wesentlichen Bereichen. So wohlhabend ist Österreich geworden, und es ist gut, dass dieser Zustand endlich ein Ende hat! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Familien mit mehreren Kindern orten Sie jetzt als Problem. – Richtig! Jetzt erst? Was haben Sie die letzten anderthalb Jahre getan? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Familienbeihilfe!
Sind vielleicht die Nachhilfestunden für die Betroffenen inzwischen leistbarer geworden? Werden dafür vielleicht nicht 150 Millionen € pro Jahr ausgegeben? Was haben Sie denn getan für die Familien mit kleinen Kindern, die mehrere Kinder in Kindergärten haben und bei denen sich alleine die Kosten für den Kindergartenplatz auf 300, 500, 800 € im Monat summieren können? (Abg. Dr. Schüssel: Familienbeihilfe!) Was haben Sie denn getan für diese Kinder und deren Eltern, für diese jungen Familien? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sind vielleicht die Nachhilfestunden für die Betroffenen inzwischen leistbarer geworden? Werden dafür vielleicht nicht 150 Millionen € pro Jahr ausgegeben? Was haben Sie denn getan für die Familien mit kleinen Kindern, die mehrere Kinder in Kindergärten haben und bei denen sich alleine die Kosten für den Kindergartenplatz auf 300, 500, 800 € im Monat summieren können? (Abg. Dr. Schüssel: Familienbeihilfe!) Was haben Sie denn getan für diese Kinder und deren Eltern, für diese jungen Familien? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Was haben Sie denn getan für die Mittelstandsfamilien, die zwei, drei Söhne und Töchter auf der Universität haben und alle Studiengebühren zahlen müssen? Haben Sie die Abschaffung der Studiengebühren vielleicht nicht blockiert über die Jahre? – Sie haben in Wahrheit die Familien im Stich gelassen und jetzt, da Wahlkampf ist, fällt Ihnen ein und auf, dass es hier ein Problem gibt. Insofern trägt diese Art von Inseraten aber schon gar nicht zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Politik bei. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Betreffend Steuerpolitik: Da haben Sie an die Familien gedacht? – Sie haben sich in die Geiselhaft von 3 000 Stiftungsbesitzern begeben, und die SPÖ hat bei diesem unwürdigen Spiel der ÖVP am Anfang mitgemacht. Na sicher, solange Professor Doralt von der Universität Wien und Bruno Rossmann von den Grünen sich nicht quergelegt haben: In jedem Leserbrief, in jedem Interview, in jeder Tageszeitung haben Sie das Problem gar nicht erkannt, meine Damen und Herren von der SPÖ. Erst dann sind Sie aufgewacht. Erst dann! (Beifall bei den Grünen.) SPÖ und ÖVP tun sich jetzt natürlich ganz schwer.
Beifall bei den Grünen.
Und was die Familienpolitik betrifft, meine Damen und Herren: Familie ist nicht nur dann, wenn sie einen österreichischen Pass hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Lapp: Phantasieren Sie nicht!
Aber der Umfaller von Herrn Faymann, der Kotau, der Kniefall vor den Leserbriefspalten der „Kronen Zeitung“, der von allen Interpretatoren als Kniefall vor Strache und der FPÖ interpretiert wurde, als Einleitung eines rot-blauen (Abg. Mag. Lapp: Phantasieren Sie nicht!) – Das ist Phantasie? Wer hat denn Jörg Haider als Landeshauptmann in Kärnten nicht verhindert? Wer war denn das? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber der Umfaller von Herrn Faymann, der Kotau, der Kniefall vor den Leserbriefspalten der „Kronen Zeitung“, der von allen Interpretatoren als Kniefall vor Strache und der FPÖ interpretiert wurde, als Einleitung eines rot-blauen (Abg. Mag. Lapp: Phantasieren Sie nicht!) – Das ist Phantasie? Wer hat denn Jörg Haider als Landeshauptmann in Kärnten nicht verhindert? Wer war denn das? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Rudas.
War das vielleicht nicht die SPÖ Kärnten, die sich zu schade war, mit ÖVP und Grünen gemeinsam einen Landeshauptmann Haider zu verhindern? Das war nicht die SPÖ Kärnten? (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Rudas.) Das ist doch lange schon Politik bei Ihnen! 5 nach 12 geht Herr Faymann her und sagt, nein, mit den Freiheitlichen nie und nimmer eine Koalition. 5 nach 12! Ja, wer glaubt denn das jetzt noch angesichts dieses Verlusts an grundsätzlicher Glaubwürdigkeit? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Wer ist Herr Faymann?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Wer ist Herr Faymann?
War das vielleicht nicht die SPÖ Kärnten, die sich zu schade war, mit ÖVP und Grünen gemeinsam einen Landeshauptmann Haider zu verhindern? Das war nicht die SPÖ Kärnten? (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Rudas.) Das ist doch lange schon Politik bei Ihnen! 5 nach 12 geht Herr Faymann her und sagt, nein, mit den Freiheitlichen nie und nimmer eine Koalition. 5 nach 12! Ja, wer glaubt denn das jetzt noch angesichts dieses Verlusts an grundsätzlicher Glaubwürdigkeit? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Wer ist Herr Faymann?)
Abg. Strache: Jubel!
Die Grünen haben in europapolitischen Fragen Kurs gehalten, Herr Kollege von der FPÖ. Es war auch bei uns nicht überall populär, diesem Reformvertrag zuzustimmen, diesen Vertrag im Parlament zu ratifizieren. (Abg. Strache: Jubel!) Wir, als Oppositionspartei, hätten das nicht unbedingt tun müssen, aber wir sind uns unserer europapolitischen Verantwortung bewusst. Wir wollen nicht, dass Österreich in Isolation gerät, wir wollen nicht, dass ein österreichischer Politiker in der gleichen Funktion und Rolle wie Präsident Kaczyński in Polen beispielsweise betrachtet wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Die Grünen haben in europapolitischen Fragen Kurs gehalten, Herr Kollege von der FPÖ. Es war auch bei uns nicht überall populär, diesem Reformvertrag zuzustimmen, diesen Vertrag im Parlament zu ratifizieren. (Abg. Strache: Jubel!) Wir, als Oppositionspartei, hätten das nicht unbedingt tun müssen, aber wir sind uns unserer europapolitischen Verantwortung bewusst. Wir wollen nicht, dass Österreich in Isolation gerät, wir wollen nicht, dass ein österreichischer Politiker in der gleichen Funktion und Rolle wie Präsident Kaczyński in Polen beispielsweise betrachtet wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie der ÖVP.
Wir wollen gute Nachbarschaft, wir wollen nicht den Stacheldraht wieder haben, wir wollen, dass österreichische Interessen gemeinsam mit den anderen 26 Mitgliedstaaten gewahrt bleiben, so wie in weiten Punkten bisher, trotz aller Kritik an der Europäischen Union. (Beifall bei den Grünen sowie der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Angesichts dieses Stillstandes stehen wir vor riesigen Herausforderungen in Österreich. Ich bin dafür, diese einfach mit Entschlossenheit und Optimismus anzunehmen und wahrzunehmen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer – auf die Regierungsbank klopfend –: „Regierungsbank“?
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Vizekanzler Mag. Molterer – auf die Regierungsbank klopfend –: „Regierungsbank“?) – Na ja, die
Abg. Heinzl: Wo sind die Damen auf der Regierungsbank, Herr Strache?
Herrschaften auf der Regierungsbank. (Abg. Heinzl: Wo sind die Damen auf der Regierungsbank, Herr Strache?)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, das Grundproblem, das in den letzten eineinhalb Jahren sichtbar geworden ist, ist jenes, dass weder die SPÖ noch die ÖVP, keine der beiden Parteien, bereit ist, die Probleme, die Sorgen und die Nöte der Österreicher ernst zu nehmen. Und das, was Sie heute hier zelebrieren und auch vorleben, bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass Sie einen Misstrauensantrag gegen sich selbst eingebracht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie von Rot und Schwarz, von SPÖ und ÖVP sind im Grunde genommen die gleiche Medaille mit zwei unterschiedlichen Seiten. Wenn ich heute beide Parteien vergleiche, so habe ich manchmal den Eindruck, bei Ihnen ist nur das Türschild anders, aber die Inhalte sind fast identisch. Aber das hat ja auch die SPÖ vorgezeigt: Die SPÖ hat sich voll und ganz und bedingungslos an die ÖVP verkauft, hat all ihre Grundsätze über Bord geworfen; und die ÖVP ist hergegangen und hat Politik gegen die eigene Bevölkerung gemacht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen ja zu Österreich, ja zu Rot-Weiß-Rot. Unsere österreichischen Interessen sind bitte zuerst zu berücksichtigen! Ja, wir sind selbstverständlich auch Teil Europas. Wir stehen auch zu Europa, aber wir wollen ein anderes Europa, ein föderales Europa und nicht diesen zentralistischen abgehobenen Verein der Europäischen Union, der völlig bürgerfern ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit Ihrer Art und Weise, wie Sie gegen die eigene Bevölkerung Politik gemacht haben, sie nicht eingebunden haben, kein Vertrauen gegenüber der eigenen Bevölkerung gezeigt haben, Volksabstimmungen verweigert haben, haben Sie gezeigt, dass Sie dem Volk selbst überhaupt nicht vertrauen. Da wundern Sie sich, wenn das Volk weder der ÖVP noch der SPÖ in diesen Fragen mehr vertraut?! – Wir vertrauen der eigenen Bevölkerung, und deshalb vertrauen uns auch immer mehr Menschen in diesen Fragen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Herr Klubobmann Cap, Sie haben gefragt: Wo ist die Opposition? – Ich sage Ihnen, gerade die Opposition, nämlich die freiheitliche Opposition, hat diese Regierung in den letzten Monaten ordentlich vor sich hergetrieben. Es ist gut, dass es diese einzige wirkliche österreichische Vertretung in diesem Haus gibt: die Freiheitliche Partei. Die Österreicher werden Ihnen zeigen, was sie von Ihrer Arbeit halten (Beifall bei der FPÖ) und welcher Oppositionspartei sie die Zustimmung geben und damit uns stärken werden.
Beifall bei der FPÖ.
Da zeigt ja auch der Herr Bürgermeister von Wien, Herr Landeshauptmann Häupl, dass er überhaupt nichts mit sozialem Gewissen zu tun hat – als der größte Belaster von Österreich mit unglaublichen Preiserhöhungen bei Müllgebühr, Kanalgebühr, Parkgebühr bis hin zum Kindergarten: 300 €, 400 € und mehr für Familien, die ihre Kinder betreut wissen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Das ist genau jene Belastungspolitik, die die Menschen satt haben, die den Menschen die Luft zum Atmen nimmt. Sie waren nicht bereit, die Menschen nachhaltig zu entlasten und Kaufkraft zu sichern. – Das fordern wir ein, und das werden wir sicherstellen: soziale Verantwortung für Österreicher zuerst, Herr Klubobmann Schüssel! Wozu 22 Sozialversicherungsträger mit einem unglaublichen Verwaltungs-, Bürokratie- und Kostenaufwand? Reduzieren wir auf zwei Sozialversicherungsträger, einen für Staatsbürger, einen für Nichtstaatsbürger (Beifall bei der FPÖ), dass alle Bürger Grundsicherungen haben, aber soziale Sonderleistungen Staatsbürgerleistungen werden!
Beifall bei der FPÖ.
Es braucht eine grundsätzliche Veränderung in diesem Land. Man muss die Probleme der Menschen ernst nehmen und darf nicht diese Piraterie gegen die eigene Bevölkerung leben. Genau das werden wir als soziale Heimatpartei für Österreich und für die österreichischen Interessen sicherstellen. Das braucht dieses Land. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ
Sie versprechen schon wieder. Sie gehen hier heraus und sagen: wir versprechen. Wissen Sie, was die Menschen mittlerweile fühlen, wenn Sie von der SPÖ sagen: wir versprechen? Ein kalter Schauer jagt über ihre Rücken (Beifall beim BZÖ), weil Sie all das, was Sie versprochen haben, nicht gehalten haben. Das haben sich die Menschen vom Jahr 2006 gemerkt.
Abg. Parnigoni: ...! Das ist ein Wahnsinn!
Ich möchte mich aber gar nicht mehr mit der Regierung von gestern beschäftigen, denn diese ist nach der Kapitulationserklärung Geschichte, sondern mit den Problemen von heute und morgen, und da gibt es sehr große Probleme. Wenn wir die Hiobsbotschaften von gestern und heute hören, etwa: dass IBM 450 Mitarbeiter abbaut, dass die Bank Austria in unserem Land 500 Mitarbeiter abbaut und, seit Neuestem, Siemens Österreich 500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abbaut und in die Wüste schickt ... (Abg. Parnigoni: ...! Das ist ein Wahnsinn!) – Das ist deshalb ein Wahnsinn, Herr Parnigoni, weil an der Spitze von Siemens Österreich eine sozialdemokratische Spitzenfunktionärin steht, und es ist eine Schande, dass unter dieser Führung Menschen abgebaut und in die Wüste geschickt werden. (Beifall beim BZÖ.) Das ist auch ein klarer Satz, der Ihnen zur Kenntnis zu bringen ist.
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte mich aber gar nicht mehr mit der Regierung von gestern beschäftigen, denn diese ist nach der Kapitulationserklärung Geschichte, sondern mit den Problemen von heute und morgen, und da gibt es sehr große Probleme. Wenn wir die Hiobsbotschaften von gestern und heute hören, etwa: dass IBM 450 Mitarbeiter abbaut, dass die Bank Austria in unserem Land 500 Mitarbeiter abbaut und, seit Neuestem, Siemens Österreich 500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abbaut und in die Wüste schickt ... (Abg. Parnigoni: ...! Das ist ein Wahnsinn!) – Das ist deshalb ein Wahnsinn, Herr Parnigoni, weil an der Spitze von Siemens Österreich eine sozialdemokratische Spitzenfunktionärin steht, und es ist eine Schande, dass unter dieser Führung Menschen abgebaut und in die Wüste geschickt werden. (Beifall beim BZÖ.) Das ist auch ein klarer Satz, der Ihnen zur Kenntnis zu bringen ist.
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.
Wir brauchen eine Politik des Mutes, der Hoffnung, des Ärmel-Aufkrempelns, der Visionen auch für die Zukunft, nämlich für die Menschen, die Sie in diesen eineinhalb Jahren sträflich im Stich gelassen haben – sträflich im Stich gelassen haben! –: Mütter und Familien, die nicht wissen, wie sie sich das tägliche Leben leisten sollen, die sich beim Einkaufen davor fürchten, dass die Preise schon wieder gestiegen sind. Das sind die Menschen, die Sie im Stich gelassen haben. Oder: Menschen, die den Weg zu ihrer Arbeit nicht mehr bezahlen können, weil sie sich den Spritpreis als Pendler nicht mehr leisten können; Mütter auf dem Land, die nicht einmal mehr in der Lage sind, ihre Kinder in den Kindergarten oder in die Schule zu bringen, weil die Spritpreise so hoch sind, dass Autofahren zum Luxus geworden ist. 1 Million Menschen in Armut! (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.)
Beifall beim BZÖ.
Das stimmt gar nicht, sagt die Frau Kollegin. Ja, wie weit sind Sie denn weg von den Menschen, dass Sie nicht spüren, dass es den Österreicherinnen und Österreichern nicht gut geht unter Ihrer Führung? Das sollten Sie von der SPÖ zur Kenntnis nehmen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben leistungsorientierte Menschen im Stich gelassen, die bereit sind, mehr zu arbeiten, die bereit sind, länger zu arbeiten, die aber, wenn es nach Ihnen geht, weniger herausbekommen. Überstunden werden besteuert für jene, die mehr leisten. Das ist unfair, das ist ungerecht – und dagegen treten wir auch auf! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei der kommenden Auseinandersetzung im Nationalratswahlkampf geht es nicht um die Partei, nicht um die Posten von Vizekanzler und Bundeskanzler, da geht es nicht um Macht, nicht um Taktik, es geht bei der kommenden Nationalratswahl ganz allein um die Menschen, die wir in den Mittelpunkt all unseres Handelns rücken sollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jawohl, wir sind bereit, nach der kommenden Nationalratswahl, wenn das Bündnis Zukunft Österreich stärker in diesem Hohen Haus vertreten sein wird, auch Verantwortung zu übernehmen und das Land mit aufgekrempelten Ärmeln aus der Krise, in die Sie, Schwarz und Rot, dieses Land geführt haben, herauszuführen. Dazu sind wir bereit, wenn der Wähler uns unterstützt. Wir haben gute Ideen, gute Visionen – eine gute Zukunft für unser Österreich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
sprachliche Förderung in allen Altersstufen der Pflichtschule, denn – und ich sage es auch heute in aller Deutlichkeit – jedes Kind, das in Österreich in die Schule geht, muss die deutsche Sprache beherrschen. Daher müssen wir hier Förderungen ansetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Aubauer und Schalle
Ein Projekt – und es freut mich, dass wir das gestern gemeinsam mit breitester Zustimmung beschlossen haben – ist das Projekt „Lehre mit Matura“ (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Aubauer und Schalle); ein zentrales Projekt für mehr Chancengleichheit. Ich danke hier vor allem auch den Sozialpartnern, der Industriellenvereinigung, den Bundesländern für die vorbildliche Zusammenarbeit, die konstruktive Arbeit und vor allem für die rasche Vorbereitung dieses Projektes. Es geht um Chancen für die Zukunft, es geht um Arbeitsplätze, vor allem aber auch um bessere Arbeitsplätze.
Beifall bei der SPÖ.
Allein diese Gesetze sind eine Weichenstellung in der österreichischen Politik, und der zukünftige Finanzminister wird dafür allein bis zum Jahr 2011 – wir haben das präzise ausgerechnet – ein Volumen von 1 Milliarde € zur Verfügung stellen müssen. – 1 Milliarde investiert in die Zukunft unserer Kinder, 1 Milliarde investiert in die Zukunft des Landes und auch für den Wirtschaftsstandort Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Verpflichtendes Kindergartenjahr, mehr Tagesbetreuung, mehr Kunst- und Kulturprojekte, neue Mittelschule in fünf Bundesländern, kleinere Klassen, Sprachförderung. – Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, für die gute und konstruktive Zusammenarbeit in den Ausschüssen über alle Fraktionen hinweg zu danken. Ich hoffe, dass auch der künftige Nationalrat diesen Geist der Zusammenarbeit, über parteipolitische Grenzen hinweg, in der Bildungspolitik zum Prinzip macht. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Mit dieser Kultur der Zusammenarbeit haben wir sehr viel zum Positiven gewendet. – Danke dafür. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben auch in Sachen Teuerung in den letzten Monaten reagiert, allen voran der Finanzminister. Gerade den Pendlern wurde mit der Erhöhung der Pendlerpauschale unter die Arme gegriffen. Das Problem ist aufgetaucht, wurde aber in kurzer Zeit einer positiven Lösung zugeführt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In den letzten Monaten ist etwas eingetreten, wofür Martin Bartenstein schon längere Zeit sehr erfolgreich gekämpft hat und wo wir jetzt gemeinsam die Früchte ernten können: Die Vollbeschäftigung ist in Österreich fast erreicht, ja man kann sagen, sie ist eigentlich schon erreicht. (Beifall bei der ÖVP.) Das fällt nicht vom Himmel, das ist harte Arbeit gewesen, die wir gemeinsam vorangetrieben und umgesetzt haben. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
In den letzten Monaten ist etwas eingetreten, wofür Martin Bartenstein schon längere Zeit sehr erfolgreich gekämpft hat und wo wir jetzt gemeinsam die Früchte ernten können: Die Vollbeschäftigung ist in Österreich fast erreicht, ja man kann sagen, sie ist eigentlich schon erreicht. (Beifall bei der ÖVP.) Das fällt nicht vom Himmel, das ist harte Arbeit gewesen, die wir gemeinsam vorangetrieben und umgesetzt haben. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Reden Sie einmal mit denen, deren Wohnungen und Häuser ausgeraubt wurden!
Wenn man sich anschaut, was unter der Verantwortung von ÖVP-Innenministern weitergegangen ist, so können wir heute sagen, Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt. Man kann sich wohlfühlen in diesem Land, es ist sehr vieles zum Positiven geschehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Reden Sie einmal mit denen, deren Wohnungen und Häuser ausgeraubt wurden!) Es wurde eine klare Sicherheitspolitik betrieben und umgesetzt.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben es – und das betrifft schon die nächsten Wahlen – mit einem Demokratiepaket den jungen Menschen, die uns so viel wert sind, ermöglicht, dass sie bereits ab 16 am 28. September mit ihrer Stimme die Zukunft des Landes mitentscheiden können. (Beifall bei der ÖVP.) Darauf sollten wir auch gemeinsam stolz sein, weil es einen Politisierungsschub im positiven Sinn in der Jugend Österreichs gebracht hat.
Abg. Dr. Graf: Das ist nicht passiert, darauf habt ihr hingearbeitet!
Aber dann ist etwas passiert in den letzten Wochen – das sage ich auch ganz bewusst als jener, der wöchentlich in der Koordination versucht hat, das Bestmögliche in der Umsetzung des Regierungsprogramms zu organisieren –, dann ist etwas passiert (Abg. Dr. Graf: Das ist nicht passiert, darauf habt ihr hingearbeitet!), wofür wir, die Volkspartei, nicht die Verantwortung tragen: eine schwere Führungskrise beim Koalitionspartner, ein ungeklärtes Führungsverhältnis, das sich in der Tagesarbeit begonnen hat niederzuschlagen. (Abg. Strache: Das war Ihr Ziel! Das war Ihre Strategie!) Ich sage das ganz emotionslos. So ist es halt, wenn in einer Partei, was die klare Füh-
Abg. Strache: Das war Ihr Ziel! Das war Ihre Strategie!
Aber dann ist etwas passiert in den letzten Wochen – das sage ich auch ganz bewusst als jener, der wöchentlich in der Koordination versucht hat, das Bestmögliche in der Umsetzung des Regierungsprogramms zu organisieren –, dann ist etwas passiert (Abg. Dr. Graf: Das ist nicht passiert, darauf habt ihr hingearbeitet!), wofür wir, die Volkspartei, nicht die Verantwortung tragen: eine schwere Führungskrise beim Koalitionspartner, ein ungeklärtes Führungsverhältnis, das sich in der Tagesarbeit begonnen hat niederzuschlagen. (Abg. Strache: Das war Ihr Ziel! Das war Ihre Strategie!) Ich sage das ganz emotionslos. So ist es halt, wenn in einer Partei, was die klare Füh-
Abg. Strache: Die Schwarze Witwe hat wieder zugebissen!
rung betrifft, keine Klarheit geschaffen wird. (Abg. Strache: Die Schwarze Witwe hat wieder zugebissen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da müssen Sie aber mit dem Herrn Finanzminister und Vizekanzler Molterer sprechen, der taube Ohren hat in dieser Frage!
Wir haben auch viel vor in dieser Wahlbewegung, und wir werden ganz klar skizzieren, was die brennenden Themen sind: Inflationsbekämpfung, Teuerungsbekämpfung mit klugen Modellen und nicht mit Einmal-Effekten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da müssen Sie aber mit dem Herrn Finanzminister und Vizekanzler Molterer sprechen, der taube Ohren hat in dieser Frage!) Wir werden auch, was die Sicherheit betrifft, keine Kompromisse für Österreich eingehen, sondern klar auf diesem sicherheitspolitischen Kurs bleiben, zu sagen, was zu sagen ist, nicht auszugrenzen, aber klar abzugrenzen, und diesen Weg weitergehen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir werden auch, was die Frage der Lebensqualität betrifft, gerade auch in meiner Verantwortung, diesen umweltpolitischen Kurs konstant fortsetzen, damit wir Österreich an der Spitze in Europa halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall der Abg. Mag. Aubauer.
Wenn man sich anschaut, was sich am Horizont abzeichnet, nämlich die ersten Gewitterwolken auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaftsentwicklung, weiß man, wir werden alle Hände voll zu tun haben, und wir bekennen uns dazu, Arbeit für die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen, zu sichern. Es ist genug zu tun! (Beifall der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wer sollte Ihnen glauben?
Wir werden jedenfalls nicht mehr versprechen, als wir halten können, weil wir auf Glaubwürdigkeit setzen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wer sollte Ihnen glauben?) Das war nämlich mit ein Grund, warum diese Regierung seitens der Sozialdemokratie nie wirklich funktioniert hat. Nur das zu versprechen, was man auch halten kann, das ist eine Lehre des letzten Wahlkampfes, die wir gemeinsam ziehen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden jedenfalls nicht mehr versprechen, als wir halten können, weil wir auf Glaubwürdigkeit setzen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Wer sollte Ihnen glauben?) Das war nämlich mit ein Grund, warum diese Regierung seitens der Sozialdemokratie nie wirklich funktioniert hat. Nur das zu versprechen, was man auch halten kann, das ist eine Lehre des letzten Wahlkampfes, die wir gemeinsam ziehen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: „Pater Willi“ – neue Dynamik? Mutlos und kurzsichtig, wie Landeshauptmann Pröll gesagt hat!
Deswegen braucht Österreich jetzt eine neue Dynamik. (Abg. Parnigoni: „Pater Willi“ – neue Dynamik? Mutlos und kurzsichtig, wie Landeshauptmann Pröll gesagt hat!) Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, nicht Brücken abzureißen, sondern sich auch dessen bewusst zu sein, dass wir nach dem Wahltag hier wieder gemeinsam Verantwortung für Österreich wahrzunehmen haben.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne alles Gute und einen spannenden Wahlkampf in den nächsten Wochen! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: 1995!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! In Replik auf die letzte Rede des Herrn Umweltministers muss man schon eines festhalten: Aus der Regierung gegangen ist die ÖVP! Sie will Neuwahlen, und das ist Teil ihrer Politik, ist es ja nicht das erste Mal, dass die ÖVP Neuwahlen will. Die ÖVP will dann, wenn für sie die Umfragen gut sind, Neuwahlen. Das ist 1996 so gewesen (Rufe bei der ÖVP: 1995!), da ist der damalige Vizekanzler Schüssel neu wählen gegangen. (Abg. Strache: 1995 war das! „Schüssel-Ditz-Kurs“ damals, der eine Absage erhalten hat!) Es ist 2002 die ÖVP neu wählen gegangen, und es geht 2008 die ÖVP neu wählen.
Abg. Strache: 1995 war das! „Schüssel-Ditz-Kurs“ damals, der eine Absage erhalten hat!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! In Replik auf die letzte Rede des Herrn Umweltministers muss man schon eines festhalten: Aus der Regierung gegangen ist die ÖVP! Sie will Neuwahlen, und das ist Teil ihrer Politik, ist es ja nicht das erste Mal, dass die ÖVP Neuwahlen will. Die ÖVP will dann, wenn für sie die Umfragen gut sind, Neuwahlen. Das ist 1996 so gewesen (Rufe bei der ÖVP: 1995!), da ist der damalige Vizekanzler Schüssel neu wählen gegangen. (Abg. Strache: 1995 war das! „Schüssel-Ditz-Kurs“ damals, der eine Absage erhalten hat!) Es ist 2002 die ÖVP neu wählen gegangen, und es geht 2008 die ÖVP neu wählen.
Beifall bei der SPÖ.
Jedes Mal dann, wenn Sie gute Umfragen haben, kündigen Sie die Arbeit auf. Jedes Mal dann, wenn Sie Ihren Machterhalt wieder kommen sehen, kündigen Sie die Koalition auf, ganz egal, mit welchem Partner. (Beifall bei der SPÖ.) Sie haben das mit uns im Jahr 1996 gemacht, Sie haben das mit den Blauen im Jahr 2002 gemacht – und Sie machen es heuer wieder.
Beifall bei der SPÖ.
In Wirklichkeit war der Schüssel-Molterer-Kurs für diese Republik sehr, sehr teuer. Wenn man bedenkt, dass manche Medien davon ausgehen, dass ein Wahlkampf 40 Millionen € kostet: Die beiden Herren kosten die Republik 120 Millionen! Damit hätte man ein Jahr Studiengebühren zahlen können. (Beifall bei der SPÖ.) 120 Millionen, nur um die Neuwahlgelüste der ÖVP zu befriedigen!
Abg. Strache: Das ist wie bei der „Muppet-Show“! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Herr Molterer, Sie wollen den Stil ändern. – Sie sind doch Teil des Problems! Sie waren doch der, der blockiert hat! (Abg. Strache: Das ist wie bei der „Muppet-Show“! – Gegenrufe bei der ÖVP.) Sie sind doch der, der letztendlich dafür verantwortlich ist, dass nichts weitergegangen ist. Sie sind doch ganz persönlich Teil des Problems, Sie ganz persönlich. Sie haben doch verhindert, dass in der Schulreform etwas weitergeht. Sie haben doch verhindert, dass in der Gesundheitsreform etwas weitergeht. Sie waren doch Teil des Problems und können daher jetzt nicht so tun, als wenn Sie nicht teilgenommen hätten an dieser Sache. (Abg. Strache: Und Sie überstimmen deshalb die ÖVP nicht, weil Sie Teil des Problems bleiben wollen! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Und Sie überstimmen deshalb die ÖVP nicht, weil Sie Teil des Problems bleiben wollen! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Herr Molterer, Sie wollen den Stil ändern. – Sie sind doch Teil des Problems! Sie waren doch der, der blockiert hat! (Abg. Strache: Das ist wie bei der „Muppet-Show“! – Gegenrufe bei der ÖVP.) Sie sind doch der, der letztendlich dafür verantwortlich ist, dass nichts weitergegangen ist. Sie sind doch ganz persönlich Teil des Problems, Sie ganz persönlich. Sie haben doch verhindert, dass in der Schulreform etwas weitergeht. Sie haben doch verhindert, dass in der Gesundheitsreform etwas weitergeht. Sie waren doch Teil des Problems und können daher jetzt nicht so tun, als wenn Sie nicht teilgenommen hätten an dieser Sache. (Abg. Strache: Und Sie überstimmen deshalb die ÖVP nicht, weil Sie Teil des Problems bleiben wollen! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP
Sie haben doch dem Partner keinen Erfolg gegönnt. Sie haben doch am 06.03.2008 gesagt, ein roter Kanzler ist ein Fehler, und dieser Fehler muss korrigiert werden. Deswegen gehen Sie in Neuwahlen (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP), weil Sie glauben, hier wieder ausschließlich Ihrem Machterhalt zu dienen. Sie gehen immer dann, wenn Sie glauben, eine Chance auf die Macht zu haben, wählen. (Abg. Strache: Warum bringen Sie dann einen Neuwahlantrag ein?) Das ist doch Ihr Problem! Sie sind doch nicht glaubwürdig in der Umsetzung dieser Frage, wenn Sie selbst Teil der Regierung waren und bei der nächsten Regierung wieder dabei sein wollen. Ganz egal, ob das Blau-Schwarz oder Grün-Schwarz ist, Sie werden wieder wählen gehen, wenn sich Ihr Partner profilieren will. Sie werden immer wieder den Machterhalt suchen!
Abg. Strache: Warum bringen Sie dann einen Neuwahlantrag ein?
Sie haben doch dem Partner keinen Erfolg gegönnt. Sie haben doch am 06.03.2008 gesagt, ein roter Kanzler ist ein Fehler, und dieser Fehler muss korrigiert werden. Deswegen gehen Sie in Neuwahlen (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP), weil Sie glauben, hier wieder ausschließlich Ihrem Machterhalt zu dienen. Sie gehen immer dann, wenn Sie glauben, eine Chance auf die Macht zu haben, wählen. (Abg. Strache: Warum bringen Sie dann einen Neuwahlantrag ein?) Das ist doch Ihr Problem! Sie sind doch nicht glaubwürdig in der Umsetzung dieser Frage, wenn Sie selbst Teil der Regierung waren und bei der nächsten Regierung wieder dabei sein wollen. Ganz egal, ob das Blau-Schwarz oder Grün-Schwarz ist, Sie werden wieder wählen gehen, wenn sich Ihr Partner profilieren will. Sie werden immer wieder den Machterhalt suchen!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie haben unsere Kompromissbereitschaft, die gegeben war und die dann letztendlich immer als Umfaller ausgelegt wurde, gegen Ihren Machterhalt ausgespielt. Es war immer Ihr Machterhaltungstrieb, der im Vordergrund gestanden ist, weil der Führende in der Koalition neben Ihnen keinen Erfolg haben darf. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es geht ausschließlich um den Machterhalt der ÖVP, und deswegen nehmen Sie jetzt die gesamte Republik in Geiselhaft. Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht wählen gehen, die wollen, dass gearbeitet wird!
Abg. Strache: Aber nur, wenn Sie dem Herrn Molterer wieder die Leiter machen!
Sie wollen wählen gehen, und Sie haben die Verantwortung dafür zu tragen, dass diese Koalition auseinandergebrochen ist – Sie ganz persönlich, Herr Vizekanzler, weil Sie Teil dieser Koalition waren. Und Sie werden auch Teil der nächsten Koalition sein, und Sie werden wahrscheinlich wieder versuchen, den Machterhalt in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die sachliche Arbeit. (Abg. Strache: Aber nur, wenn Sie dem Herrn Molterer wieder die Leiter machen!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: „Zehn Jahre“ stimmt schon wieder nicht!
Es geht Ihnen ausschließlich darum, ÖVP-Interessen und ÖVP-Machterhalt zu zelebrieren – und dafür ist die Republik etwas zu schade! Ich finde es unglaublich, dass Sie die dritte Neuwahl innerhalb von zehn Jahren vom Zaun brechen! (Bundesminister Dr. Bartenstein: „Zehn Jahre“ stimmt schon wieder nicht!) Es ist unfassbar, wie unverlässlich Sie sind und wie Sie diesen Staat in Wirklichkeit für sich gebrauchen, um immer wieder ausschließlich Ihren Machtverhältnissen zum Durchbruch zu verhelfen. Ich halte das für einen schweren Fehler. Die Österreicherinnen und Österreicher wollen nicht alle zwei Jahre wählen gehen – und Sie machen das seit 1996 zum Programm. (Vizekanzler Mag. Molterer: 1995!) – Oder 1995, wie immer Sie wollen, aber Sie waren dabei. (Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.)
Vizekanzler Mag. Molterer: 1995!
Es geht Ihnen ausschließlich darum, ÖVP-Interessen und ÖVP-Machterhalt zu zelebrieren – und dafür ist die Republik etwas zu schade! Ich finde es unglaublich, dass Sie die dritte Neuwahl innerhalb von zehn Jahren vom Zaun brechen! (Bundesminister Dr. Bartenstein: „Zehn Jahre“ stimmt schon wieder nicht!) Es ist unfassbar, wie unverlässlich Sie sind und wie Sie diesen Staat in Wirklichkeit für sich gebrauchen, um immer wieder ausschließlich Ihren Machtverhältnissen zum Durchbruch zu verhelfen. Ich halte das für einen schweren Fehler. Die Österreicherinnen und Österreicher wollen nicht alle zwei Jahre wählen gehen – und Sie machen das seit 1996 zum Programm. (Vizekanzler Mag. Molterer: 1995!) – Oder 1995, wie immer Sie wollen, aber Sie waren dabei. (Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.)
Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.
Es geht Ihnen ausschließlich darum, ÖVP-Interessen und ÖVP-Machterhalt zu zelebrieren – und dafür ist die Republik etwas zu schade! Ich finde es unglaublich, dass Sie die dritte Neuwahl innerhalb von zehn Jahren vom Zaun brechen! (Bundesminister Dr. Bartenstein: „Zehn Jahre“ stimmt schon wieder nicht!) Es ist unfassbar, wie unverlässlich Sie sind und wie Sie diesen Staat in Wirklichkeit für sich gebrauchen, um immer wieder ausschließlich Ihren Machtverhältnissen zum Durchbruch zu verhelfen. Ich halte das für einen schweren Fehler. Die Österreicherinnen und Österreicher wollen nicht alle zwei Jahre wählen gehen – und Sie machen das seit 1996 zum Programm. (Vizekanzler Mag. Molterer: 1995!) – Oder 1995, wie immer Sie wollen, aber Sie waren dabei. (Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Vizekanzler, Sie können lachen, aber ich glaube, den Österreichern wird das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn Sie immer wieder in Neuwahlen gehen und Koalitionen aufs Spiel setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Rechnen kann er auch nicht, der Wittmann!
Sie persönlich tragen die Verantwortung. Und Sie werden sich in einer anderen Regierung nicht anders verhalten, weil Sie persönlich die Blockade und den Misserfolg des Partners als Mittelpunkt Ihres politischen Handelns sehen. Es ist schade, dass man dafür Österreich missbraucht. Dreimal Neuwahlen in zehn Jahren, das ist genug! Ich glaube, Ihre Machtbedürfnisse sollten abgewählt werden – und Sie werden die Rechnung bekommen! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Rechnen kann er auch nicht, der Wittmann!)
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir heute die vorzeitige Beendigung der Legislaturperiode beschließen, dann auf Basis eines Initiativantrages, der als Erstunterzeichner den Namen Ihres Klubobmannes trägt, Herr Kollege Wittmann, nämlich Dr. Cap. (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Es ist kein Antrag Schüssel, es ist ein Antrag Cap, Schüssel, ein Antrag von beiden Klubobmännern der Regierungsparteien. Sie haben das offensichtlich übersehen. Ich gehe aber davon aus, dass trotzdem alle Zusagen halten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir heute die vorzeitige Beendigung der Legislaturperiode beschließen, dann auf Basis eines Initiativantrages, der als Erstunterzeichner den Namen Ihres Klubobmannes trägt, Herr Kollege Wittmann, nämlich Dr. Cap. (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Es ist kein Antrag Schüssel, es ist ein Antrag Cap, Schüssel, ein Antrag von beiden Klubobmännern der Regierungsparteien. Sie haben das offensichtlich übersehen. Ich gehe aber davon aus, dass trotzdem alle Zusagen halten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Und bei der ÖVP war das anders?
kationschef der SPÖ in den neunziger Jahren –, gemeint, und da bin ich schon hellhörig geworden: Eine Mehrheit der SPÖ hat innerlich die Große Koalition gar nie gewollt. – Ja, wie soll das funktionieren, meine Damen und Herren? (Abg. Strache: Und bei der ÖVP war das anders?)
Abg. Strache: Jetzt machen Sie sich doch bitte nicht lächerlich! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Punkt drei: dieser ungeheuerliche Schwenk in der EU-Politik, meine Damen und Herren. (Abg. Strache: Jetzt machen Sie sich doch bitte nicht lächerlich! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Erst im „profil“ dieser Woche hat der langjährige Kreisky-Sekretär Thomas Nowotny gemeint: Wenn die SPÖ von der Einbindung des Volkes spricht – Volksabstimmung –, dann meint sie eigentlich die Einbindung der „Kronen Zeitung“. – Thomas Nowotny, langjähriger Sekretär des Alt-Bundeskanzlers Kreisky.
ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Strache: Der erste Freud’sche Versprecher, der richtig war!
Vierter Punkt: die Führungskrise in der SPÖ. – Ja, meine Damen und Herren, da ist wirklich nicht die SPÖ schuld (ironische Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Strache: Der erste Freud’sche Versprecher, der richtig war!), da ist wirklich nicht die ÖVP schuld. In unbeschreiblicher Weise ist erstmals ein Bundeskanzler, der seiner Partei den ersten Platz in einer Wahl zurückgewonnen hat, scheibchenweise demontiert worden. Ich könnte jetzt eine Fülle von Zitaten bringen, aber ich zitiere nur Altbürgermeister Zilk: Hier gibt es eine Führungsschwäche, keine Führungskompetenz.
Beifall bei der ÖVP.
Was hier geschehen ist, ist einmalig in der Geschichte der Zweiten Republik: dass ein agierender Bundeskanzler von den eigenen Parteifreunden scheibchenweise demontiert wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Das werden wir auch tun! – Abg. Strache: Da wird es aber sozialpolitisch eiskalt in Österreich!
Wir werden den Wähler bitten, uns eine klare Mehrheit zu geben. (Ruf bei der SPÖ: Das werden wir auch tun! – Abg. Strache: Da wird es aber sozialpolitisch eiskalt in Österreich!) Der Slogan des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll „Klarheit durch Mehrheit“ ist völlig richtig. Wenn es klare Verhältnisse gibt, ist es viel besser, als wenn es so verwaschene Mehrheiten gibt wie derzeit. Wir sind optimistisch. Das Land braucht dringend eine klare Führung, braucht Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden den Wähler bitten, uns eine klare Mehrheit zu geben. (Ruf bei der SPÖ: Das werden wir auch tun! – Abg. Strache: Da wird es aber sozialpolitisch eiskalt in Österreich!) Der Slogan des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll „Klarheit durch Mehrheit“ ist völlig richtig. Wenn es klare Verhältnisse gibt, ist es viel besser, als wenn es so verwaschene Mehrheiten gibt wie derzeit. Wir sind optimistisch. Das Land braucht dringend eine klare Führung, braucht Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie wollen in die Regierung! Sagen Sie es endlich!
Wenn man sich jetzt die Debatte angehört hat, wenn man das Ganze beobachtet hat, dann – zumindest mich überfällt dieses Gefühl, und ich glaube, es geht vielen vor den Fernsehgeräten zu Hause und auch hier oben auf der Galerie ähnlich – hat man den Eindruck, es geht hier nur um das Interesse der Parteien, nur um gegenseitige Schuldzuweisungen, und es geht überhaupt nicht darum, wie man die Situation der Menschen in Österreich, die Lösungen brauchen ... (Abg. Parnigoni: Sie wollen in die Regierung! Sagen Sie es endlich!) – Sie können sich dann gern zu Wort melden, aber bitte lassen Sie mich jetzt ganz kurz einmal zumindest anfangen.
Abg. Dr. Schüssel: Was meinen Sie mit 25 Wochen Urlaub?
Sie sagen, in Niederösterreich sei das anders. Eine Mutter aus Brunn am Gebirge sagt aber, dass von drei Kindergärten nur einer geöffnet ist, und der auch nur während der ersten und der letzten Ferienwoche, und dass sie überhaupt nicht weiß, wie sie das managen soll. (Abg. Dr. Schüssel: Was meinen Sie mit 25 Wochen Urlaub?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?
Angesichts dessen sprechen Sie von Familienentlastung und davon, dass Ihnen die Familien wirklich wichtig sind. Das sind tatsächlich echte Probleme und Sorgen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?) 25 Urlaubstage! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!) – Danke für die Korrektur! Ich bleibe präzise.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!
Angesichts dessen sprechen Sie von Familienentlastung und davon, dass Ihnen die Familien wirklich wichtig sind. Das sind tatsächlich echte Probleme und Sorgen! (Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat 25 Wochen Urlaub?) 25 Urlaubstage! (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben Wochen gesagt! Das ist ein Unterschied!) – Danke für die Korrektur! Ich bleibe präzise.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Allerdings: 39 Tage Ersatzprogramm im Sommer, 45 Tage Ersatzprogramm – wie sollen das Eltern tatsächlich bewerkstelligen? (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sagen, durch Kindergärten und Kinderbetreuung soll man die Familien entlasten, dann frage ich mich, warum Sie es in den letzten zwei Jahren noch nicht zustande gebracht haben, Kindergärten in Österreich flächendeckend gratis anzubieten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schüssel: Niederösterreich!
Das ist ein konkretes Problem, wo es wirklich keine großen Umstände macht, eine Lösung zu finden. Da geht es nicht darum, welcher Politiker was zu wem gesagt hat, da geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern da geht es um die Lösung eines konkreten Problems. Bitte eine Lösung – und das rasch! (Abg. Dr. Schüssel: Niederösterreich!)
Abg. Dr. Schüssel: Vormittags gratis!
In Niederösterreich ist es dasselbe Problem, Herr Kollege Schüssel. (Abg. Dr. Schüssel: Vormittags gratis!) Ja, vormittags gratis! Aber sagen Sie mir, welche Frau/welcher Mann nur vormittags arbeiten möchte, zu Mittag nach Hause fährt, um zu kochen, und sich dann am Nachmittag um die Kinderbetreuung kümmert? (Abg. Dr. Schüssel: Immerhin vormittags gratis!)
Abg. Dr. Schüssel: Immerhin vormittags gratis!
In Niederösterreich ist es dasselbe Problem, Herr Kollege Schüssel. (Abg. Dr. Schüssel: Vormittags gratis!) Ja, vormittags gratis! Aber sagen Sie mir, welche Frau/welcher Mann nur vormittags arbeiten möchte, zu Mittag nach Hause fährt, um zu kochen, und sich dann am Nachmittag um die Kinderbetreuung kümmert? (Abg. Dr. Schüssel: Immerhin vormittags gratis!)
Beifall bei den Grünen.
Das sind Vorstellungen, die, wie ich meine, in das letzte Jahrhundert gehören. Wir wollen ganztägige Kinderbetreuung, flächendeckend gratis, und das in hoher Qualität: Das ist der Standard! Und der ist in Niederösterreich bei Weitem nicht erreicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie hätten gestern die Möglichkeit gehabt – und Sie haben sie heute wieder –, Sofortentlastungsmaßnahmen zu beschließen. Die Einkommensgruppen mit einem Einkommen unter 1 000 € leiden wirklich am massivsten unter den Teuerungen. Es gibt viele Familien, die zwar mehrere Jobs haben, aber davon nicht mehr leben können. Sie aber verschieben die ganze Problematik jetzt auf die nächste Wahl, auf die nächsten Regierungsverhandlungen. Eineinhalb Jahre verlorene Zeit – und dafür tragen Sie die Verantwortung! Die kann Ihnen niemand abnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Der hat viel zu tun!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wir nehmen zur Kenntnis, dass der „Hoffnungsträger der Sozialdemokratie“, Herr Faymann, hier noch immer nicht eingetroffen ist. Wahrscheinlich führt er im Hintergrund hektische Telefonate und schaut, ob er noch alle Landesparteiobleute hat. (Abg. Dr. Niederwieser: Der hat viel zu tun!)
Beifall bei der FPÖ.
Die Wahrheit ist, dass es massive Absetzbewegungen in der SPÖ gibt – das ist ja gar keine Frage, das lesen wir jeden Tag in der Zeitung, das sieht man ja überall –, und zwar Absetzbewegungen von denen, die noch den Mumm haben, zu sagen: So geht es nicht weiter!, Absetzbewegungen, die im Grunde genommen – und das prophezeie ich Ihnen – das schon vorwegnehmen, was die Wähler bei ihnen gemacht haben, nämlich die Flucht zu ergreifen vor dieser Chaospolitik, die sie ganz maßgeblich mit zu verantworten haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das hat keine Tradition!
Meine Damen und Herren, es ist ja auch bei der ÖVP nicht viel anders: Auch dort haben wir es mit einer unglaublichen Arroganz zu tun! Das war ja fast eine Sternstunde des Fernsehens gestern: Wir wissen jetzt von der ÖVP, dass für sie Volksbegehren, Volksbefragungen, Volksabstimmungen etwas sind, was wir ohnehin nicht brauchen. (Abg. Strache: Das hat keine Tradition!)
Abg. Strache: Aber die Stimme hätte er gerne!
Wer gestern den Herrn Vizekanzler in der „ZiB 2“ gesehen hat, der hat eigentlich das Gefühl gehabt: Wahlen brauchen wir auch nicht mehr!, denn das war eine Art Veranstaltung, wo er sich de facto via Fernsehen selbst zum nächsten Kanzler ausgerufen hat. Diesen Eindruck hat man zumindest gehabt. Also: Wahlen sind jetzt offensichtlich auch noch überflüssig. Wie ein „schwarzer Pfau“ hat der Vizekanzler dort sozusagen das Rad geschlagen und gesagt: Ich denke nicht einmal daran, nicht einmal im Mindesten, keine Sekunde lang denke ich daran, dass die Österreicher auf irgendeine andere Idee kommen könnten, als mich, den Wilhelm Molterer, den Sparefroh der Nation, zum nächsten Kanzler zu machen! Ich denke nicht daran! (Abg. Strache: Aber die Stimme hätte er gerne!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Aber Molterer war sehr gut!
An Ihrer Stelle, meine Damen und Herren von der ÖVP und Herr Vizekanzler, würde ich da ein bisschen vorsichtiger sein, ob diese Rechnung aufgeht. Ich würde nicht davon ausgehen, dass die Österreicher darauf verzichten, Ihnen einen ordentlichen Strich durch diese Rechnung zu machen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Aber Molterer war sehr gut!)
Beifall bei der FPÖ.
Das Ganze hat ja einen gewissen Symbolcharakter und zeigt, dass wir es im Grunde genommen bei beiden großen Parteien, die sich selber gerne staatstragende Parteien nennen, aber das Gegenteil davon sind, mit einem unglaublich faulen Kern zu tun haben. Und weil Sie von selbst nicht draufkommen, ist es halt so, dass wir Ihnen das sagen müssen: Sie haben etwas verloren, was es für eine anständige Politik braucht: Sie haben die Bodenhaftung verloren! Sie haben die für uns Freiheitliche ganz selbstverständliche Demut vor der Bevölkerung verloren! Das ist es, was Ihnen fehlt – sonst würde es solche Auftritte im Fernsehen à la Molterer nicht geben, wo man sich in der Manier des Ludwig XIV. mit dem Staat gleichsetzt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben, meine Damen und Herren, diese Demut verloren, weil Sie glauben, der Wind, mit dem Sie segeln, weht aus Brüssel. Nein, er weht nicht aus Brüssel, er weht gegen Brüssel! Wenn Sie eine Politik für die Österreicherinnen und Österreicher machen wollen, dann müssen Sie gegen diesen Wind kreuzen und dürfen nicht Ihre Fahnen in diesen Wind hineinhängen! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass die Bevölkerung glaubt, dass es ohne Sie nicht geht, wenn Sie in den letzten Monaten und eigentlich seit Beginn dieser Regierungskoalition bewiesen haben, dass es mit Ihnen nicht geht. Das ist ja das Problem! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Da muss man sich nur einmal anschauen, was Sie in der EU-Frage aufgeführt haben. Wie schaut denn das aus? – Ich meine, eines kann man der ÖVP nicht vorwerfen: dass sie nicht geradlinig (Zwischenruf bei der SPÖ) – „Beton“ war heute das Stichwort, das stimmt –, felsenfest gerade losmarschiert! Wirklich, da gibt es kein Wackeln, überhaupt kein Beirren. Aber was nützt denn das, wenn Sie am Holzweg unterwegs sind – geradlinig, stur und unbeirrt?! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Da muss man sich nur einmal anschauen, was Sie in der EU-Frage aufgeführt haben. Wie schaut denn das aus? – Ich meine, eines kann man der ÖVP nicht vorwerfen: dass sie nicht geradlinig (Zwischenruf bei der SPÖ) – „Beton“ war heute das Stichwort, das stimmt –, felsenfest gerade losmarschiert! Wirklich, da gibt es kein Wackeln, überhaupt kein Beirren. Aber was nützt denn das, wenn Sie am Holzweg unterwegs sind – geradlinig, stur und unbeirrt?! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Bitte, Herr Präsident, das geht nicht!
Herr Klubobmann Cap, seien Sie mir bitte nicht böse, wenn ich das sage: Sie sind eine Symbolfigur für die politische Rückgratlosigkeit und Charakterlosigkeit, die von dieser SPÖ und von ihren Führungsfunktionären Besitz ergriffen hat! (Abg. Dr. Niederwieser: Bitte, Herr Präsident, das geht nicht!) Das ist ein wirkliches Problem. Mit den Windungen, mit den Wendungen, mit den Verbiegungen, die Sie in den letzten Tagen und Wochen – auch hier herinnen – aufgeführt haben, sind Sie ein Kandidat für den chinesischen Nationalzirkus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Klubobmann Cap, seien Sie mir bitte nicht böse, wenn ich das sage: Sie sind eine Symbolfigur für die politische Rückgratlosigkeit und Charakterlosigkeit, die von dieser SPÖ und von ihren Führungsfunktionären Besitz ergriffen hat! (Abg. Dr. Niederwieser: Bitte, Herr Präsident, das geht nicht!) Das ist ein wirkliches Problem. Mit den Windungen, mit den Wendungen, mit den Verbiegungen, die Sie in den letzten Tagen und Wochen – auch hier herinnen – aufgeführt haben, sind Sie ein Kandidat für den chinesischen Nationalzirkus. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Sie, Herr Kollege Cap, erinnern mich an einen politischen Wurlitzer: Da kann man alles abrufen, vom Protestsong bis zur Lobeshymne, je nachdem, wie man es braucht. Cap spielt alles, meine Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Der Herr Faymann ist gar nicht da!
Gestatten Sie mir auch ein Wort zur Sozialpolitik. Dort, wo Sie „sozial“ draufschreiben, steckt in Wahrheit Belastung drinnen. Herr Faymann hat in Wien alles dazu getan, um die Gemeindebauten in Ausländer-Wohnheime umzumodeln. Das ist sein „Erfolgsprojekt“! Und da soll gleich jeder wissen, woher der Wind unter dem Herrn Faymann weht: Das ist sozialistische Politik! (Abg. Dr. Schüssel: Der Herr Faymann ist gar nicht da!)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Wenn man sich die sozialpolitischen Errungenschaften im Großen und Ganzen anschaut, muss man sagen: Es wird von den sozialpolitischen Dingen als Eintrag für die Geschichtsbücher die neue Frisur vom Herrn Buchinger übrigbleiben – ansonsten nicht wirklich etwas! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Werte dezimierte Bundesregierung heute hier! Herr Abgeordneter Wittmann von der SPÖ hat etwas Richtiges gesagt: Die Bevölkerung will nicht wählen, zumindest nicht vorzeitig, sondern sie will, dass eine Regierung, die für vier Jahre bestellt ist, auch vier Jahre arbeitet. Sehr richtig, Herr Kollege Wittmann! Das hat sich die Bevölkerung von Ihnen auch erwartet: dass vier Jahre gearbeitet wird und nicht nur versprochen wird, aber nichts davon gehalten wird und nur gestritten wird und dann, nach Bruch dieser Regierung, wieder alles für die Zukunft versprochen wird. Das wollen die Menschen nicht, meine Damen und Herren von dieser Regierung, vor allem jene von der Sozialdemokratie! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Es ist ja ungeheuerlich, dass man jetzt schon wieder diskutiert, was denn das alles kostet und wie hoch die Wahlkampfkostenrückerstattung sein wird. Ich sage Ihnen: Wir werden einen Antrag einbringen, dass es dann, wenn eine Legislaturperiode nur über die Hälfte der Zeit geht, auch nur die Hälfte der Wahlkampfkosten rückerstattet werden sollen (Beifall beim BZÖ), denn weshalb soll die Bevölkerung mit ihren Steuergeldern die Zeche dafür zahlen, dass wir eine Regierung haben, die nicht arbeiten will? Das ist unzumutbar, Herr Kollege Wittmann!
Abg. Dr. Stummvoll: Beim Herrn Dichand!
Herr Kollege Cap, heute könnte man fragen: Wo ist die SPÖ-Führungsmannschaft heute hier auf der Regierungsbank? Hat sie sich schon verabschiedet und wohin? (Abg. Dr. Stummvoll: Beim Herrn Dichand!) Beim Herrn Dichand sind die? – Das weiß ich nicht. Ich habe nur von einem SPÖ-Abgeordneten gehört – ich sage nicht, wer es war –, dass der Herr Faymann schon einen Spitznamen hat: Der Mister Faymann ist der „Mister Feigmann“ in der SPÖ-Fraktion, weil er sich dann, wenn es heikel wird, gerne irgendwo versteckt. (Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Das ist der Fischer!)
Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Das ist der Fischer!
Herr Kollege Cap, heute könnte man fragen: Wo ist die SPÖ-Führungsmannschaft heute hier auf der Regierungsbank? Hat sie sich schon verabschiedet und wohin? (Abg. Dr. Stummvoll: Beim Herrn Dichand!) Beim Herrn Dichand sind die? – Das weiß ich nicht. Ich habe nur von einem SPÖ-Abgeordneten gehört – ich sage nicht, wer es war –, dass der Herr Faymann schon einen Spitznamen hat: Der Mister Faymann ist der „Mister Feigmann“ in der SPÖ-Fraktion, weil er sich dann, wenn es heikel wird, gerne irgendwo versteckt. (Heiterkeit beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Das ist der Fischer!)
Beifall beim BZÖ.
Das wollen wir aber nicht, meine Damen und Herren! Wir wollen die Auseinandersetzung mit Ihnen auch heute führen. Wo sind Sie, damit wir mit Ihnen diskutieren können? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Heute sagt Herr Cap: Es muss sich jetzt etwas ändern! Da geben wir ihm recht, denn solch eine Regierung, wie wir sie bis jetzt gehabt haben, diese Große Koalition, darf es nicht wieder geben! Ihre Zeit ist vorbei! Meine Damen und Herren, Sie müssen abgewählt werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Darum geht es nicht! Es geht darum, Arbeitsplätze zu schaffen. Und Arbeitsplätze schaffen nicht Ihre Ideologen und Ihre Berater mit marxistischen Lehrbüchern, sondern Arbeitsplätze werden von Unternehmungen geschaffen. Das wäre unsere Linie, und es wäre dringend notwendig, dass wir diese Linie jetzt verfolgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist auch zu einer Halbierung der Zahl der Verleihung von Staatsbürgerschaften durch unsere Maßnahmen, die wir gesetzt haben, und durch Verschärfungen, die wir eingeführt haben, gekommen. Das ist eine geradlinige Politik, wo es zwar immer wieder Fehler gibt, aber wo die Perspektive stimmt und wo der Weg in eine gute Zukunft führt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Rudas.
Meine Damen und Herren, wir hören jetzt schon wieder, wer aller mit wem nicht koalieren wird. Was soll denn das? In einer Demokratie muss man mit allen reden. Es soll sich jetzt einmal der Wähler entscheiden für Programme, für Personen, und dann sollten wir uns anschauen, welche Möglichkeiten einer Zusammenarbeit, einer Kooperation es in der Zukunft gibt – und nicht ideologische Scheuklappen aufsetzen. Das interessiert nur die Parteisekretäre und vielleicht ein paar Journalisten, aber nicht die Bevölkerung. Der Bevölkerung sind ideologische und politische Streitereien völlig egal. Die Bevölkerung möchte Antworten auf die Fragen der Zukunft für dieses Land haben. Und da sind wir alle gefordert, zu handeln. Und da sollte die Bevölkerung sehr genau aufpassen ... (Zwischenruf der Abg. Rudas.) – Ja, Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren – auch für die Politik der Sozialdemokratie in den letzten eineinhalb Jahren!
Beifall beim BZÖ.
Wir stehen dazu: Konzepte für die Zukunft, niemanden ausschließen, aber klar zu sagen: Eine Große Koalition, so wie wir sie jetzt gehabt haben, darf es für dieses Land nie wieder geben! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Wo steht das? In der „Kronen Zeitung“?
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank, auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Hohes Haus! Die ÖVP ist kein verlässlicher Partner und ist alles andere als stabil, wie sie immer von sich selbst behauptet. (Abg. Rädler: Wo steht das? In der „Kronen Zeitung“?) Ganz im Gegenteil: Die ÖVP ist instabil! Und das werde ich Ihnen jetzt beweisen.
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?
Wussten Sie eigentlich, dass seit 1990, also seit fast 20 Jahren, jede zweite Legislaturperiode – das ist die Periode, in der der Nationalrat eigentlich arbeiten sollte – von der ÖVP beendet worden ist? (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) Und trotzdem geht die ÖVP noch her und kündigt in den heutigen Tageszeitungen an, dass sie für Klarheit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Handlungsfähigkeit steht! (Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!) Ich halte das für ziemlich vermessen.
Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!
Wussten Sie eigentlich, dass seit 1990, also seit fast 20 Jahren, jede zweite Legislaturperiode – das ist die Periode, in der der Nationalrat eigentlich arbeiten sollte – von der ÖVP beendet worden ist? (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) Und trotzdem geht die ÖVP noch her und kündigt in den heutigen Tageszeitungen an, dass sie für Klarheit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Handlungsfähigkeit steht! (Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!) Ich halte das für ziemlich vermessen.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Nehmen wir zum Beispiel als ersten Punkt die Klarheit her! – Wo ist in Ihrer Partei die Klarheit, wer jetzt das Sagen hat? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Ist es Vizekanzler Molterer oder vielleicht doch Klubobmann Schüssel? (Abg. Wöginger: Das ist ein Rohrkrepierer!) Oder ist es Herr Bundesminister Pröll, der heute in Ermangelung einer herzeigbaren Bilanz seines Ressorts eine kräftige Wahlrede halten musste? Oder ist es vielleicht doch der Landeshauptmann Pröll? (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Faymann? Wo ist der Infrastrukturminister?) Ich darf in diesem Zusammenhang an das aktuelle Zitat erinnern, das da lautet: Dem Vizekanzler fehlt der Mut oder der Weitblick oder vielleicht auch beides.
Abg. Wöginger: Das ist ein Rohrkrepierer!
Nehmen wir zum Beispiel als ersten Punkt die Klarheit her! – Wo ist in Ihrer Partei die Klarheit, wer jetzt das Sagen hat? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Ist es Vizekanzler Molterer oder vielleicht doch Klubobmann Schüssel? (Abg. Wöginger: Das ist ein Rohrkrepierer!) Oder ist es Herr Bundesminister Pröll, der heute in Ermangelung einer herzeigbaren Bilanz seines Ressorts eine kräftige Wahlrede halten musste? Oder ist es vielleicht doch der Landeshauptmann Pröll? (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Faymann? Wo ist der Infrastrukturminister?) Ich darf in diesem Zusammenhang an das aktuelle Zitat erinnern, das da lautet: Dem Vizekanzler fehlt der Mut oder der Weitblick oder vielleicht auch beides.
Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Faymann? Wo ist der Infrastrukturminister?
Nehmen wir zum Beispiel als ersten Punkt die Klarheit her! – Wo ist in Ihrer Partei die Klarheit, wer jetzt das Sagen hat? (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Ist es Vizekanzler Molterer oder vielleicht doch Klubobmann Schüssel? (Abg. Wöginger: Das ist ein Rohrkrepierer!) Oder ist es Herr Bundesminister Pröll, der heute in Ermangelung einer herzeigbaren Bilanz seines Ressorts eine kräftige Wahlrede halten musste? Oder ist es vielleicht doch der Landeshauptmann Pröll? (Abg. Dr. Schüssel: Wo ist der Faymann? Wo ist der Infrastrukturminister?) Ich darf in diesem Zusammenhang an das aktuelle Zitat erinnern, das da lautet: Dem Vizekanzler fehlt der Mut oder der Weitblick oder vielleicht auch beides.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Wir haben eine Staatssekretärin! Wir haben drei Frauen in der Regierung!
Das heißt, es gibt Schüssel, es gibt Molterer, es gibt zweimal Pröll. Die einzige Klarheit, die ich hier sehe, ist die, dass in der ÖVP nur Männer das Sagen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Wir haben eine Staatssekretärin! Wir haben drei Frauen in der Regierung!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ja, wir sind verlässlich!
Zweiter Punkt: Verlässlichkeit. – Sie von der ÖVP sind verlässlich? (Abg. Dr. Stummvoll: Ja, wir sind verlässlich!) Sie haben die Koalition aufgekündigt, und das nicht zum ersten Mal. Also, abgesehen davon, dass man sich als Koalitionspartner nicht auf die ÖVP verlassen kann, können sich auch die Menschen nicht auf die ÖVP verlassen, weil die ÖVP immer so lange wählen lässt, bis sie selbst das Wahlergebnis akzeptiert.
Abg. Rauch-Kallat: Das haben Sie bis heute nicht verwunden!
Noch ein Beispiel für die „Ehrlichkeit“ der ÖVP: Ich erinnere an ein Zitat des damali- gen Vizekanzlers Schüssel vor der Wahl 1999, als er gesagt hat: Wenn wir Dritter werden, dann gehen wir in Opposition! – Und wie war es wirklich? Schüssel hat sich mit Hilfe der FPÖ zum Bundeskanzler machen lassen! So viel zum Thema Ehrlichkeit. (Abg. Rauch-Kallat: Das haben Sie bis heute nicht verwunden!)
Abg. Rauch-Kallat: Darum haben Sie jetzt eine Frau durch einen Mann ersetzt bei der Regierungsumbildung!
Und bei uns kommen die Frauen nicht zu kurz, ganz im Gegenteil (Abg. Rauch-Kallat: Darum haben Sie jetzt eine Frau durch einen Mann ersetzt bei der Regierungsumbildung!), wir haben für die Frauen in Österreich gearbeitet und wollen dies auch in Zukunft tun. Wir wollen ihre Chancen erweitern und es ihnen ermöglichen, ein unabhängiges Leben zu führen. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Und bei uns kommen die Frauen nicht zu kurz, ganz im Gegenteil (Abg. Rauch-Kallat: Darum haben Sie jetzt eine Frau durch einen Mann ersetzt bei der Regierungsumbildung!), wir haben für die Frauen in Österreich gearbeitet und wollen dies auch in Zukunft tun. Wir wollen ihre Chancen erweitern und es ihnen ermöglichen, ein unabhängiges Leben zu führen. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Ruf bei der ÖVP: Vorsicht, Versprechen!
Und wir wollen noch viel mehr erreichen für die Frauen in diesem Land. Aber das können wir jetzt nicht mehr, weil die ÖVP mutwillig Neuwahlen vom Zaun gebrochen hat, dabei wäre noch so viel zu erledigen. Wir wollen ein zweites Gewaltschutzpaket, wir wollen eine Familienrechtsreform, wir wollen das Unterhaltssystem verbessern, wir wollen einen Papamonat und, und, und. (Ruf bei der ÖVP: Vorsicht, Versprechen!)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ ist die einzige Partei, die für die Frauen die Stimme erhebt und Verbesserungen umsetzen will und kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Weder die ÖVP, die in der Regierung so viel für Frauen verhindert hat, noch die anderen Parteien stellen die Frauen so in den Vordergrund, wie wir das machen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Schlusssatz? (Ruf bei der ÖVP: Es reicht!)
Ruf bei der ÖVP: Es reicht!
Weder die ÖVP, die in der Regierung so viel für Frauen verhindert hat, noch die anderen Parteien stellen die Frauen so in den Vordergrund, wie wir das machen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Schlusssatz? (Ruf bei der ÖVP: Es reicht!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, heute beschließen wir die vorzeitige Auflösung der XXIII. Gesetzgebungsperiode – eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für ein neues, sozial gerechtes Österreich. – Danke schön. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das tut die ÖVP nie! Gerade die ÖVP!
Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In einem Wahlkampf aufeinander loszudreschen bis hin zur persönlichen Diffamierung, das ist nicht der politische Stil, der den Respekt vor dieser Volksvertretung heben kann! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das tut die ÖVP nie! Gerade die ÖVP!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zweiter Eindruck: Wir haben uns dann gefunden, ein gutes Programm entwickelt – und dann kam das Thema Studiengebühren. Beide Parteien haben ihre Standpunkte dargestellt, und irgendwann hat dann Michael Häupl gesagt: Liebe Freunde, jetzt tun wir nicht lange herum, die Studiengebühren sind Gesetz, wir haben die Abschaffung verlangt, weil wir nicht gewusst haben, dass wir Erster werden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Für wen gilt das jetzt? – Abg. Rudas: Hat er Ihnen das persönlich gesagt?
Wahlversprechen sind in die Nähe der Umsetzbarkeit zu halten, in die Rufweite der Umsetzbarkeit, möchte man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, den Otto von Bismarck gebracht hat: Nie wird so viel gelogen wie nach einer Jagd und vor einer Wahl! – Wahrheit, Ehrlichkeit sind angesagt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Für wen gilt das jetzt? – Abg. Rudas: Hat er Ihnen das persönlich gesagt?)
Abg. Rudas: Warum nicht? – Abg. Parnigoni: Weil Sie dagegen sind!
niert – jedoch dort, wo Sie geglaubt haben, ein Wahlprogramm wie die Einheits-, Gesamtschule umsetzen zu müssen, konnte es ganz einfach nicht funktionieren! (Abg. Rudas: Warum nicht? – Abg. Parnigoni: Weil Sie dagegen sind!) Es ist wichtig in einer Vereinbarungskultur, dann, wenn man etwas vereinbart, die Thementreue auch zu halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
niert – jedoch dort, wo Sie geglaubt haben, ein Wahlprogramm wie die Einheits-, Gesamtschule umsetzen zu müssen, konnte es ganz einfach nicht funktionieren! (Abg. Rudas: Warum nicht? – Abg. Parnigoni: Weil Sie dagegen sind!) Es ist wichtig in einer Vereinbarungskultur, dann, wenn man etwas vereinbart, die Thementreue auch zu halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Wahlkampf!
Und dann heißt es weiter: „Aber wie soll man in Faymann den großen Neuerer erblicken, wenn er sich durch den unglaublichen Fauxpas mit der ,Kronenzeitung‘ jeglicher Vertrauenswürdigkeit beraubt hat? Sein politisches Talent mag unbestritten sein. Seine Begabung zu trüben Tricks und windigen Winkelzügen aber genauso.“ – (Abg. Dr. Cap: Wahlkampf!)
Abg. Rudas: Sie trauen sich, nachdem Sie mit der FPÖ in der Koalition waren ...?!
Ich zitiere weiter: „Wie sich daraus eine Läuterung der in zahlreiche unappetitliche Geschichten verwickelten Partei erreichen lassen soll, ist ein ziemlich großes Rätsel.“ (Abg. Rudas: Sie trauen sich, nachdem Sie mit der FPÖ in der Koalition waren ...?!)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP wird auch in Zukunft das allgemeine Interesse über das Parteiinteresse stellen. – Herzlichen Dank. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Im Parlament!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren hier im Haus! Auch die Zuschauer seien begrüßt! Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Ich frage mich: Auf welcher Veranstaltung bin ich da? (Ruf bei der ÖVP: Im Parlament!) Was erlebe ich da?
Abg. Parnigoni: Sie sind ja für höhere Benzinpreise, Herr Öllinger!
Das alles geschieht angesichts des Umstandes, dass die Menschen derzeit unter einer enormen Teuerung zu leiden haben, nicht nur bei den Energiepreisen, bei allem. Bei den Mieten, bei den Betriebskosten beispielsweise stehen im Herbst Teuerungen an. (Abg. Parnigoni: Sie sind ja für höhere Benzinpreise, Herr Öllinger!) Wo ist denn eine funktionierende Regierung im Herbst? Wo ist ein funktionierendes Parlament, das Beschlüsse fassen kann und fassen will? Sie haben sich selbst gelähmt, indem Sie gestern angekündigt haben, sich nicht überstimmen zu wollen. Sie hätten gestern die Chance gehabt, Studiengebühren ... (Abg. Parnigoni: Steht im Koalitionspakt, dass wir uns nicht überstimmen! Nicht erst seit gestern! Wir sind pakttreu!) – Ja, aber ich denke, die Koalition ist zu Ende. Kommen Sie mir nicht mit einem Koalitionspakt, an den sich von beiden Seiten niemand gehalten hat!
Abg. Parnigoni: Steht im Koalitionspakt, dass wir uns nicht überstimmen! Nicht erst seit gestern! Wir sind pakttreu!
Das alles geschieht angesichts des Umstandes, dass die Menschen derzeit unter einer enormen Teuerung zu leiden haben, nicht nur bei den Energiepreisen, bei allem. Bei den Mieten, bei den Betriebskosten beispielsweise stehen im Herbst Teuerungen an. (Abg. Parnigoni: Sie sind ja für höhere Benzinpreise, Herr Öllinger!) Wo ist denn eine funktionierende Regierung im Herbst? Wo ist ein funktionierendes Parlament, das Beschlüsse fassen kann und fassen will? Sie haben sich selbst gelähmt, indem Sie gestern angekündigt haben, sich nicht überstimmen zu wollen. Sie hätten gestern die Chance gehabt, Studiengebühren ... (Abg. Parnigoni: Steht im Koalitionspakt, dass wir uns nicht überstimmen! Nicht erst seit gestern! Wir sind pakttreu!) – Ja, aber ich denke, die Koalition ist zu Ende. Kommen Sie mir nicht mit einem Koalitionspakt, an den sich von beiden Seiten niemand gehalten hat!
Abg. Parnigoni: Sie hätten damals einer Minderheitsregierung zustimmen können und haben es nicht gemacht!
Sie hätten gestern die Möglichkeit gehabt, die Studiengebühren abzulehnen. Sie hätten gestern die Möglichkeit gehabt, der Krankenkassensanierung zuzustimmen. (Abg. Parnigoni: Sie hätten damals einer Minderheitsregierung zustimmen können und haben es nicht gemacht!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Wissen Sie, was im Oktober oder November in der Wiener Gebietskrankenkasse droht, Herr Kollege Parnigoni? Sie wissen es! – Entweder wird die Wiener Gebietskrankenkasse als Erste – dann kommt die Niederösterreichische, dann kommt die Steirische – Konkurs anmelden. Das wird man wahrscheinlich nicht tun. Oder es kommen Selbstbehalte. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Selbstbehalte in der Höhe von 30 Prozent sind angesagt. Und die haben Sie zu verantworten. Sie haben das zu verantworten, auch Sie hier, die Regierungsparteien, indem Sie sagen, dass Sie jetzt nichts entscheiden wollen. (Abg. Parnigoni: Ausschließlich der Finanzminister!)
Abg. Parnigoni: Ausschließlich der Finanzminister!
Wissen Sie, was im Oktober oder November in der Wiener Gebietskrankenkasse droht, Herr Kollege Parnigoni? Sie wissen es! – Entweder wird die Wiener Gebietskrankenkasse als Erste – dann kommt die Niederösterreichische, dann kommt die Steirische – Konkurs anmelden. Das wird man wahrscheinlich nicht tun. Oder es kommen Selbstbehalte. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Selbstbehalte in der Höhe von 30 Prozent sind angesagt. Und die haben Sie zu verantworten. Sie haben das zu verantworten, auch Sie hier, die Regierungsparteien, indem Sie sagen, dass Sie jetzt nichts entscheiden wollen. (Abg. Parnigoni: Ausschließlich der Finanzminister!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist uninteressant! Lösungen sind gefragt, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und die verweigern Sie – beide Parteien – konsequent seit Monaten! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Worum geht es bei den Neuwahlen? Wenn man Ihnen zuhört, gewinnt man den Eindruck, es gehe eigentlich nur um einen „Boxenstopp“, bei dem entschieden wird, wer als Erster, als Sieger durch das Ziel fährt. Dieser „Boxenstopp“ – es ist dann klar, wenn man Ihnen zuhört, Sie wollen im Prinzip so wie bisher weitermachen – ist eine teure Angelegenheit. 100 Millionen € werden vermutlich insgesamt ausgegeben dafür, dass entschieden wird, wer als Erster durchs Ziel geht! Entweder wird dann nach den Wahlen die große Koalition weitergeführt oder Rot-Blau, Schwarz-Blau sind die Alternative. Ist das eine Alternative, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
und eines für alle anderen, die Kolaric, Vastic oder sonst irgendwie heißen und auch österreichische Staatsbürger sind oder hier in diesem Land Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen wie wir. Das ist nicht die Alternative! (Beifall bei den Grünen. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Daher werden wir alles daran legen, dass die Grünen die nächsten Jahre politisch gestalten können und nicht Sie von der FPÖ. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: 2000 war das anders!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie hinter mir aufgefädelt auf der Regierungsbank sitzen! Meine werten Kolleginnen und Kollegen! Ein Wort zu meinem Vorredner: Sie brauchen keine Angst zu haben, dass wir irgendwo durch die Hintertür irgendwelche Pakte schließen – das ist vielleicht für Sie ungewöhnlich, für uns nicht –, denn für uns zählt nach der Wahl das, was wir vor der Wahl gesagt haben, und wir sind sicher nicht bereit, hier oder dort irgendwelche Pakte einzugehen gegen die dezidierte Aussage gegenüber der Bevölkerung, dass nämlich sowohl ÖVP als auch SPÖ ausschließen, mit uns in eine Regierung zu gehen. Bei einem solch faulen Trick machen wir mit Sicherheit nicht mit. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: 2000 war das anders!)
Beifall bei der FPÖ.
Dass wir heute den Nationalrat auflösen, hat auch einen Grund, und der Grund hat einen Namen, dieser Name ist ÖVP, und im Konkreten betrachtet ist es Wolfgang Schüssel. Zum dritten Mal schon hat Schüssel den Knopf gedrückt und eine Regierung in die Luft gesprengt. Wenn heute ein Biograph über Wolfgang Schüssel ein Buch schreiben würde, würde er wahrscheinlich den Titel „Vom Mascherlträger zum Sprengmeister“ wählen. Genau das ist die Politik der ÖVP, aus Egomanie, aus Machtkalkül diese Republik in den Würgegriff zu nehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Beste ist überhaupt, dass wir uns von dieser Fraktion den Vorwurf gefallen lassen müssen, wir säßen im Hooligansektor. Das Gegenteil ist der Fall. Sie (in Richtung ÖVP) sitzen heute im Hooligan-Sektor der Politik, und um Sie herum ist eine Firewall zu ziehen! Das muss Ihnen einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ihr Arbeitsverweigerer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber die SPÖ hat schon recht, das ist wirklich das Übel, dass die ÖVP ab dem ersten Tag der Bildung dieser Regierung dagegen gearbeitet (Abg. Rädler: Ihr Arbeitsverweigerer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) und versucht hat, diese Regierung zu
Abg. Rädler: Ihr wart Arbeitsverweigerer!
sprengen. (Abg. Rädler: Ihr wart Arbeitsverweigerer!) – Kommen Sie dann heraus und erregen Sie sich nicht so in der hinteren Reihe.
Abg. Mag. Gaßner: Es gibt genug gute Leute bei uns!
Man muss aber auch zur SPÖ etwas sagen: Ich habe den Eindruck, nachdem bei Ihnen gerade ein Massenexodus der Fall ist, Sie sind wie ein Stück roter Würfelzucker (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt genug gute Leute bei uns!), der gerade im schwarzen Kaffee gelandet ist, und Herr Klubobmann Schüssel rührt gemütlich diesen Kaffee um. Sie sind in Auflösung begriffen. Sie haben alles versprochen, Sie haben nichts gehalten. Ihren eigenen Kanzler und Vorsitzenden haben Sie abmontiert in einer grausamen Manier, haben ihn geopfert auf einer roten Guillotine und haben ihn durch den Neoliberalisten schlechthin ersetzt, Herrn Faymann, von dem Ihre Kollegen sagen, dass er noch glatter sein soll als ein Aal und eine Teflonpolitik betreibt. (Abg. Mag. Gaßner: Da könnt ihr euch auf etwas gefasst machen! – Abg. Dr. Cap betritt soeben den Sitzungssaal.) – Ich begrüße Klubobmann Cap herzlich in unseren Reihen!
Abg. Mag. Gaßner: Da könnt ihr euch auf etwas gefasst machen! – Abg. Dr. Cap betritt soeben den Sitzungssaal.
Man muss aber auch zur SPÖ etwas sagen: Ich habe den Eindruck, nachdem bei Ihnen gerade ein Massenexodus der Fall ist, Sie sind wie ein Stück roter Würfelzucker (Abg. Mag. Gaßner: Es gibt genug gute Leute bei uns!), der gerade im schwarzen Kaffee gelandet ist, und Herr Klubobmann Schüssel rührt gemütlich diesen Kaffee um. Sie sind in Auflösung begriffen. Sie haben alles versprochen, Sie haben nichts gehalten. Ihren eigenen Kanzler und Vorsitzenden haben Sie abmontiert in einer grausamen Manier, haben ihn geopfert auf einer roten Guillotine und haben ihn durch den Neoliberalisten schlechthin ersetzt, Herrn Faymann, von dem Ihre Kollegen sagen, dass er noch glatter sein soll als ein Aal und eine Teflonpolitik betreibt. (Abg. Mag. Gaßner: Da könnt ihr euch auf etwas gefasst machen! – Abg. Dr. Cap betritt soeben den Sitzungssaal.) – Ich begrüße Klubobmann Cap herzlich in unseren Reihen!
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Ich weiß, dass die rot-schwarze Suppe von Ihnen bestellt wurde (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), aber ich garantiere Ihnen: Am Wahltag wird ein riesiges blaues Überraschungsei drinliegen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß, dass die rot-schwarze Suppe von Ihnen bestellt wurde (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), aber ich garantiere Ihnen: Am Wahltag wird ein riesiges blaues Überraschungsei drinliegen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Wenn man jetzt die Debattenbeiträge verfolgt hat, dann konnte man merken, dass der Rosenkrieg zwischen ÖVP und SPÖ voll entbrannt ist. Ich wundere mich nur ein bisschen, warum man so streitet, denn normalerweise streitet man, wenn man sich scheiden lässt, um ein Vermögen, aber da gibt es ja kein Vermögen, sondern da ist bestenfalls eine Konkursmasse vorhanden. Daher bräuchte man da eigentlich nicht so heftig aufeinander loszugehen. – Aber sei’s so. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bösch: Nicht schon wieder Leserbriefe!
Ich finde es mehr als ungerecht, dass eine Regierung, die eigentlich nichts arbeitet, das volle Gehalt bezieht. – (Abg. Dr. Bösch: Nicht schon wieder Leserbriefe!) –Hoffentlich zahlt die ÖVP die Neuwahlen, nicht das Volk. Für solche Scherze hat der Finanzminister Geld, nicht aber für die Armen und für die Pensionisten. – Zitatende. Das sind nur zwei Beispiele aus einer Zahl von Leserbriefen.
Abg. Prinz: Ein Teil dieser Regierung!
Ich sage noch einmal: Gewählt werden politische Parteien und ihre Vertreter, um für das Land und für die Menschen zu arbeiten. Sie werden nicht dafür bezahlt, dass sie ihre parteipolitischen Machtspiele oder vor allem auch ihre eigenen Befindlichkeiten pflegen. Gewählt wird man dafür, dass man das, was man versprochen hat, auch einhält. Gerade diese Regierung ist ein wahrer Meister, was das Umfallen anbelangt. Ich sage jetzt ... (Abg. Prinz: Ein Teil dieser Regierung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nein, nein, ganz verabschieden können Sie sich nicht, denn es ist nicht nur der „Gusi-Hunderter“, der versprochen worden ist, sondern auch das Vorziehen der Steuerreform. Man braucht gar nicht so weit zurückzuschauen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Für mich ist es sehr bedrückend, dass Sie es nach 543 Tagen der SPÖ- und ÖVP-Katastrophenregierung geschafft haben, dass sich immer mehr Menschen wirklich von der Politik abwenden und sich weigern, in Zukunft von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Für uns ein ganz wichtiger Punkt ist eine echte Reform des Gesundheitssystems (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), damit der Patient nicht im Regen stehen gelassen wird.
Präsident Dr. Spindelegger gibt erneut das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren, zum Abschluss sage ich: Wir vom BZÖ stehen für diese Inhalte! Wir werden alles tun, damit es eine solche große Koalition nicht mehr gibt und damit die gefährliche Drohung, die heute der rote Haider in Oberösterreich ausgesprochen hat (Präsident Dr. Spindelegger gibt erneut das Glockenzeichen), nämlich, es soll nach der Wahl wieder eine große Koalition ohne Wenn und Aber geben, nicht wahr wird! (Abg. Parnigoni: Ihre Redezeit, Ihre Zeit ist abgelaufen, Frau Kollegin!) Dafür werden wir uns einsetzen: dass das den Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr zugemutet wird! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Parnigoni: Ihre Redezeit, Ihre Zeit ist abgelaufen, Frau Kollegin!
Meine Damen und Herren, zum Abschluss sage ich: Wir vom BZÖ stehen für diese Inhalte! Wir werden alles tun, damit es eine solche große Koalition nicht mehr gibt und damit die gefährliche Drohung, die heute der rote Haider in Oberösterreich ausgesprochen hat (Präsident Dr. Spindelegger gibt erneut das Glockenzeichen), nämlich, es soll nach der Wahl wieder eine große Koalition ohne Wenn und Aber geben, nicht wahr wird! (Abg. Parnigoni: Ihre Redezeit, Ihre Zeit ist abgelaufen, Frau Kollegin!) Dafür werden wir uns einsetzen: dass das den Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr zugemutet wird! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, zum Abschluss sage ich: Wir vom BZÖ stehen für diese Inhalte! Wir werden alles tun, damit es eine solche große Koalition nicht mehr gibt und damit die gefährliche Drohung, die heute der rote Haider in Oberösterreich ausgesprochen hat (Präsident Dr. Spindelegger gibt erneut das Glockenzeichen), nämlich, es soll nach der Wahl wieder eine große Koalition ohne Wenn und Aber geben, nicht wahr wird! (Abg. Parnigoni: Ihre Redezeit, Ihre Zeit ist abgelaufen, Frau Kollegin!) Dafür werden wir uns einsetzen: dass das den Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr zugemutet wird! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Morak.
Abgeordnete Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Mitglieder auf der Regierungsbank! Sehr geehrtes Hohes Haus! ZuschauerInnen auf der Zuschauertribüne! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Apropos moderne Politik: Kollege Neugebauer, Sie stellen sich hier heraus und reden im Zusammenhang mit unserem Spitzenkandidaten Werner Faymann über Anstand und Moral. Sie stellen sich hier heraus und reden darüber, was appetitlich oder unappetitlich ist! (Zwischenruf des Abg. Morak.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wer hat Hetze, Ausgrenzung und Menschenhass hier auf die Regierungsbank verpflanzt? – Sie waren es damals, die keine Moral hatten, als es darum ging, dass ganz Europa gesagt hat: Mit dieser FPÖ ist keine Regierung zusammenzustellen! Sie waren das, Herr Neugebauer! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Morak: Sie sind der Koalitionspartner!
Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, und ich merke das gerade im Kontakt mit Gleichaltrigen: Die kommenden Wochen werden nicht leicht. Ich hoffe, es ist unser aller Bestreben – und dies wird auch unser aller Aufgabe sein –, in den kommenden Wochen die Wahlbeteiligung zu steigern. (Abg. Morak: Sie sind der Koalitionspartner!)
Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Ruf bei der ÖVP: Es war notwendig!
Mein Politikverständnis lässt ja Konflikte zu, weil sich sonst nie etwas verändern würde. Aber „Konflikte“ heißt nicht: Politik-Hickhack zum Selbstzweck. In den letzten zwölf Jahren – das heißt, seit ich fünfzehn war – hat die Molterer-ÖVP drei Mal die Regierung gesprengt, drei Mal frühzeitig Neuwahlen ausgerufen (Ruf bei der ÖVP: Es war notwendig!), ohne Argumentation, einfach so. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?) Da sage ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Österreich hat sich da mehr verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?
Mein Politikverständnis lässt ja Konflikte zu, weil sich sonst nie etwas verändern würde. Aber „Konflikte“ heißt nicht: Politik-Hickhack zum Selbstzweck. In den letzten zwölf Jahren – das heißt, seit ich fünfzehn war – hat die Molterer-ÖVP drei Mal die Regierung gesprengt, drei Mal frühzeitig Neuwahlen ausgerufen (Ruf bei der ÖVP: Es war notwendig!), ohne Argumentation, einfach so. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?) Da sage ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Österreich hat sich da mehr verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Politikverständnis lässt ja Konflikte zu, weil sich sonst nie etwas verändern würde. Aber „Konflikte“ heißt nicht: Politik-Hickhack zum Selbstzweck. In den letzten zwölf Jahren – das heißt, seit ich fünfzehn war – hat die Molterer-ÖVP drei Mal die Regierung gesprengt, drei Mal frühzeitig Neuwahlen ausgerufen (Ruf bei der ÖVP: Es war notwendig!), ohne Argumentation, einfach so. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?) Da sage ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Österreich hat sich da mehr verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir sind gewählt worden – und manchmal, ich bin noch nicht lange hier im Haus, habe ich den Eindruck, das wird vergessen –, wir sind gewählt worden, um die Welt zu verbessern! Politik kann etwas verändern. Politik kann für soziale Gerechtigkeit sorgen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gerade als große Koalition hätten wir auch viele Möglichkeiten gehabt. Ich sage gar nicht, dass wir nicht auch etwas weitergebracht haben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber die großen Herausforderungen stehen doch noch vor der Tür! Warum konzentrieren wir uns nicht aufs Weltverbessern statt aufs Streiten, aufs Hickhack, aufs Ausrufen von Neuwahlen, auf Nostalgie der vergangenen Tage? (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Gerade als große Koalition hätten wir auch viele Möglichkeiten gehabt. Ich sage gar nicht, dass wir nicht auch etwas weitergebracht haben. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber die großen Herausforderungen stehen doch noch vor der Tür! Warum konzentrieren wir uns nicht aufs Weltverbessern statt aufs Streiten, aufs Hickhack, aufs Ausrufen von Neuwahlen, auf Nostalgie der vergangenen Tage? (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Dr. Brinek: Er gibt die richtige Antwort!
Ziehen wir Bilanz! Ich bin voller Elan hier in das Parlament gekommen, um eben die Welt zu verbessern. Wir sagen: Erhöhung des Pflegegelds! Sie, Herr Molterer, sagen hingegen: Nein! (Abg. Dr. Brinek: Er gibt die richtige Antwort!)
Abg. Rädler: Warum machen Sie es nicht?
Wir sagen: Gesundheitsreform, damit auch meine Generation im Sozialstaat gesund leben kann! (Abg. Rädler: Warum machen Sie es nicht?) Herr Neugebauer, was war die Antwort Ihrer Partei? – Nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir sagen: Gesundheitsreform, damit auch meine Generation im Sozialstaat gesund leben kann! (Abg. Rädler: Warum machen Sie es nicht?) Herr Neugebauer, was war die Antwort Ihrer Partei? – Nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Sburny: Was ist Ihre Ansage?
Wir kommen und sagen: Abschaffung der Studiengebühren! Das wollen die jungen Leute, und es hat jede und jeder in diesem Land das Recht, die Bildung zu absolvieren, die sie oder ihn interessiert und für die sie oder er sich entschieden hat. Was ist Ihre Antwort? (Abg. Sburny: Was ist Ihre Ansage?) – Kollege Schüssel ist nicht hier. – Nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir kommen und sagen: Abschaffung der Studiengebühren! Das wollen die jungen Leute, und es hat jede und jeder in diesem Land das Recht, die Bildung zu absolvieren, die sie oder ihn interessiert und für die sie oder er sich entschieden hat. Was ist Ihre Antwort? (Abg. Sburny: Was ist Ihre Ansage?) – Kollege Schüssel ist nicht hier. – Nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wofür stehen Sie? – Nein sagen, Blockade, Parteien-Hickhack und dann Neuwahlen! Das ist Politik von vorgestern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Für die Menschen da zu sein!
Ich sage es noch einmal, und das muss man unterstreichen: Politik ist etwas Tolles, Politik ist etwas Wichtiges, und Politik ist dazu da, Lösungen zu finden! (Abg. Strache: Für die Menschen da zu sein!)
Abg. Rädler: 10 Prozent mehr für die FPÖ!
Liebe Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, da Sie vorhin erzählt haben, was Sie am Gang von meinen Kolleginnen und Kollegen hören, erzähle ich Ihnen, was ich von Ihren Kolleginnen und Kollegen am Gang höre: 1 Prozent weniger für die ÖVP – und die alte Riege ist weg! (Abg. Rädler: 10 Prozent mehr für die FPÖ!) Ich sage es Ihnen ganz ehrlich – und ich zeige jetzt extra ein bisschen nach hinten –: Dann können wir, vielleicht auch wir, konstruktive Politik für Österreich machen, dann können wir tatsächlich einen Neustart wagen!
Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!
Ich sage ganz deutlich: Wenn wir jetzt Neuwahlen machen, damit Sie Schwarz-Blau wiederbeleben können, dann ersparen Sie das bitte den SteuerzahlerInnen! (Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!) Wenn wir Neuwahlen machen, hat das nur dann einen Sinn, wenn sie in einer neuen, optimistischen, weltoffenen und lösungsorientierten Politik münden. Ich hoffe, das ist auch denjenigen bewusst, die diese Neuwahlen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) unbedingt herbeiführen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Ich sage ganz deutlich: Wenn wir jetzt Neuwahlen machen, damit Sie Schwarz-Blau wiederbeleben können, dann ersparen Sie das bitte den SteuerzahlerInnen! (Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!) Wenn wir Neuwahlen machen, hat das nur dann einen Sinn, wenn sie in einer neuen, optimistischen, weltoffenen und lösungsorientierten Politik münden. Ich hoffe, das ist auch denjenigen bewusst, die diese Neuwahlen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) unbedingt herbeiführen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage ganz deutlich: Wenn wir jetzt Neuwahlen machen, damit Sie Schwarz-Blau wiederbeleben können, dann ersparen Sie das bitte den SteuerzahlerInnen! (Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!) Wenn wir Neuwahlen machen, hat das nur dann einen Sinn, wenn sie in einer neuen, optimistischen, weltoffenen und lösungsorientierten Politik münden. Ich hoffe, das ist auch denjenigen bewusst, die diese Neuwahlen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) unbedingt herbeiführen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Unter anderem Ruf bei der FPÖ: ... Mandate gehören!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Auer. 5 Minuten maximale Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Unter anderem Ruf bei der FPÖ: ... Mandate gehören!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Ruf bei der SPÖ: Frau Abgeordnete Rudas ist keine Göre!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Ruf bei der SPÖ: Frau Abgeordnete Rudas ist keine Göre!)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Meine Damen und Herren, am Wort ist Herr Abgeordneter Auer. Ich bitte, ihm die nötige Aufmerksamkeit zuzuwenden! (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Rudas: Ich bin ein bisschen jünger als Herr Neugebauer!
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren hier im Hohen Haus und auf der Regierungsbank! Frau Kollegin Rudas, Sie sind offensichtlich noch zu jung, um alles zu wissen; das soll kein Vorwurf sein, aber nur zur Erinnerung (Abg. Rudas: Ich bin ein bisschen jünger als Herr Neugebauer!): Wer hat denn seit Wochen geschrieben, dass es Zeit für ein Ende ist? – Darf ich Ihnen den Namen in Erinnerung rufen: Helmut Zilk! Wer hat denn gesagt: „Ich schäme mich für meine Partei!“? – Heinz Schaden! Was hat Ihnen denn Androsch ausgerichtet, ein ehemals großer Politiker der SPÖ, meine Damen und Herren? (Abg. Parnigoni: Wer hat denn gesagt ...? Pröll!)
Abg. Parnigoni: Wer hat denn gesagt ...? Pröll!
Abgeordneter Jakob Auer (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren hier im Hohen Haus und auf der Regierungsbank! Frau Kollegin Rudas, Sie sind offensichtlich noch zu jung, um alles zu wissen; das soll kein Vorwurf sein, aber nur zur Erinnerung (Abg. Rudas: Ich bin ein bisschen jünger als Herr Neugebauer!): Wer hat denn seit Wochen geschrieben, dass es Zeit für ein Ende ist? – Darf ich Ihnen den Namen in Erinnerung rufen: Helmut Zilk! Wer hat denn gesagt: „Ich schäme mich für meine Partei!“? – Heinz Schaden! Was hat Ihnen denn Androsch ausgerichtet, ein ehemals großer Politiker der SPÖ, meine Damen und Herren? (Abg. Parnigoni: Wer hat denn gesagt ...? Pröll!)
Abg. Strache: Herr Pröll hat ihn kritisiert!
Herr Kollege Kickl, Sie haben sich dazu verstiegen, Herrn Vizekanzler Molterer vorzuwerfen, dass er sein Ohr nicht am Volk hätte. – Wissen Sie, Herr Kollege Kickl, da hat der Wähler ein ganz feines Gespür! (Abg. Strache: Herr Pröll hat ihn kritisiert!) Schauen Sie sich Ihre Vorzugsstimmen an, und schauen Sie sich seine Vorzugsstimmen an: Mag. Molterer hatte über 5 000, aber Sie keine einzige! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Waren Sie offensichtlich zu feig, in einem Wahlkreis zu kandidieren, Herr Kollege Kickl, weil Sie Angst vor dem Urteil der Wähler hatten? – Daher: Mäßigen Sie sich ein bisschen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Mäßigen Sie sich ein bisschen!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Kickl, Sie haben sich dazu verstiegen, Herrn Vizekanzler Molterer vorzuwerfen, dass er sein Ohr nicht am Volk hätte. – Wissen Sie, Herr Kollege Kickl, da hat der Wähler ein ganz feines Gespür! (Abg. Strache: Herr Pröll hat ihn kritisiert!) Schauen Sie sich Ihre Vorzugsstimmen an, und schauen Sie sich seine Vorzugsstimmen an: Mag. Molterer hatte über 5 000, aber Sie keine einzige! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Waren Sie offensichtlich zu feig, in einem Wahlkreis zu kandidieren, Herr Kollege Kickl, weil Sie Angst vor dem Urteil der Wähler hatten? – Daher: Mäßigen Sie sich ein bisschen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Mäßigen Sie sich ein bisschen!
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Herr Kollege Kickl, Sie haben sich dazu verstiegen, Herrn Vizekanzler Molterer vorzuwerfen, dass er sein Ohr nicht am Volk hätte. – Wissen Sie, Herr Kollege Kickl, da hat der Wähler ein ganz feines Gespür! (Abg. Strache: Herr Pröll hat ihn kritisiert!) Schauen Sie sich Ihre Vorzugsstimmen an, und schauen Sie sich seine Vorzugsstimmen an: Mag. Molterer hatte über 5 000, aber Sie keine einzige! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Waren Sie offensichtlich zu feig, in einem Wahlkreis zu kandidieren, Herr Kollege Kickl, weil Sie Angst vor dem Urteil der Wähler hatten? – Daher: Mäßigen Sie sich ein bisschen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) Mäßigen Sie sich ein bisschen!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Morak: Welche Partei ist das?
Meine Damen und Herren, wenn man heute gemeint hat, dass durch diesen Neuwahlantrag die Zukunft der Krankenkassen gefährdet wäre – ja, das ist ein Problem. Aber welche Krankenkasse ist denn wirklich krank, meine Damen und Herren? – Es ist dies die Wiener, und diese ist unter der Führung einer ganz bestimmten Partei abzuhaken, geschätzte Damen und Herren! Darüber sollte man einmal nachdenken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Morak: Welche Partei ist das?)
Abg. Strache: Aber das war eindeutig die schlimmste!
Interessant: Ich gehöre ja zu jenen, die schon einige Regierungsformen hier in diesem Haus erlebt haben. Sinowatz/Steger, dann viele andere. (Abg. Strache: Aber das war eindeutig die schlimmste!)
Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!
Herr Kollege Strache, Sie waren durchaus ein wirklich guter Erfüllungsgehilfe Ihres ehemaligen Bundesparteiobmannes Haider. (Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!) Da haben Sie noch gejubelt, da haben Sie noch geschrien, da haben Sie noch mitgeholfen, ihn auf den Schultern zu tragen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Heute wollen Sie ja davon nichts mehr wissen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Sie wollen nichts mehr wissen – ja, Sie haben sich abgewandt, das sagt man dann ganz einfach. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) „Abgefahren“ ist etwas anderes. Das sagt auch sehr viel über die Zustände der Partei, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!)
Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!
Herr Kollege Strache, Sie waren durchaus ein wirklich guter Erfüllungsgehilfe Ihres ehemaligen Bundesparteiobmannes Haider. (Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!) Da haben Sie noch gejubelt, da haben Sie noch geschrien, da haben Sie noch mitgeholfen, ihn auf den Schultern zu tragen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Heute wollen Sie ja davon nichts mehr wissen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Sie wollen nichts mehr wissen – ja, Sie haben sich abgewandt, das sagt man dann ganz einfach. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) „Abgefahren“ ist etwas anderes. Das sagt auch sehr viel über die Zustände der Partei, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!)
Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!
Herr Kollege Strache, Sie waren durchaus ein wirklich guter Erfüllungsgehilfe Ihres ehemaligen Bundesparteiobmannes Haider. (Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!) Da haben Sie noch gejubelt, da haben Sie noch geschrien, da haben Sie noch mitgeholfen, ihn auf den Schultern zu tragen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Heute wollen Sie ja davon nichts mehr wissen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Sie wollen nichts mehr wissen – ja, Sie haben sich abgewandt, das sagt man dann ganz einfach. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) „Abgefahren“ ist etwas anderes. Das sagt auch sehr viel über die Zustände der Partei, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!)
Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!
Herr Kollege Strache, Sie waren durchaus ein wirklich guter Erfüllungsgehilfe Ihres ehemaligen Bundesparteiobmannes Haider. (Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!) Da haben Sie noch gejubelt, da haben Sie noch geschrien, da haben Sie noch mitgeholfen, ihn auf den Schultern zu tragen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Heute wollen Sie ja davon nichts mehr wissen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Sie wollen nichts mehr wissen – ja, Sie haben sich abgewandt, das sagt man dann ganz einfach. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) „Abgefahren“ ist etwas anderes. Das sagt auch sehr viel über die Zustände der Partei, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!)
Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!
Herr Kollege Strache, Sie waren durchaus ein wirklich guter Erfüllungsgehilfe Ihres ehemaligen Bundesparteiobmannes Haider. (Abg. Strache: Ich war in keiner Regierung!) Da haben Sie noch gejubelt, da haben Sie noch geschrien, da haben Sie noch mitgeholfen, ihn auf den Schultern zu tragen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Heute wollen Sie ja davon nichts mehr wissen. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) Sie wollen nichts mehr wissen – ja, Sie haben sich abgewandt, das sagt man dann ganz einfach. (Abg. Strache: Ich bin mit Herrn Haider abgefahren!) „Abgefahren“ ist etwas anderes. Das sagt auch sehr viel über die Zustände der Partei, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Er hat unsere Grundsätze verlassen, unsere Wähler verlassen!)
Abg. Dr. Graf: Das klingt wie eine Abschiedsrede!
Meine Damen und Herren, es gab einen durchaus passablen Start: Ein Doppelbudget wurde in kürzester Zeit abgehakt, und es gab eine hervorragende Finanzausgleichsverhandlung. Auch hier sei gedankt: dem Kollegen Gaßner, dem Kollegen Steier, auch aus meiner Fraktion dem Kollegen Prinz, dem Kollegen Hornek und vielen anderen. Meine Damen und Herren, vor allem auch deshalb, weil der Herr Bundesminister für Finanzen und Vizekanzler Molterer ein Gefühl und ein Gespür dafür hatte, dass auch der ländliche Raum und die kleineren Gemeinden eine Stärkung der Finanzkraft brauchen, wurde das umgesetzt. (Abg. Dr. Graf: Das klingt wie eine Abschiedsrede!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb ist ja diese Regierung entgleist, weil alles auf Schiene gebracht wurde! Dann ist diese Regierung entgleist!
Ja, wir wissen, dass das in erster Linie ein Verdienst der Wirtschaft ist, dass den hervorragenden Führungskräften, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Applaus dafür gebührt. Aber auch die politischen Rahmenbedingungen wurden von dieser Regierung und vor allem auch von der Vorgänger-Regierung – das sei lobend erwähnt – auf Schiene gebracht. Das sollte man nicht vergessen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Deshalb ist ja diese Regierung entgleist, weil alles auf Schiene gebracht wurde! Dann ist diese Regierung entgleist!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Wenn etwas stimmt, dann hat Herr Bundesminister Faymann einen richtigen Satz gesagt, als er meinte: Die SPÖ hat den Umstieg von der Opposition in die Regierung nicht verkraftet. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das stimmt – nicht auf der Regierungsbank, sondern seine eigene Fraktion, sein eigener Klub hat es nicht verkraftet und hat den eigenen Bundeskanzler Gusenbauer abmontiert, wie es das auf diese Weise in Österreich noch nie gegeben hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn etwas stimmt, dann hat Herr Bundesminister Faymann einen richtigen Satz gesagt, als er meinte: Die SPÖ hat den Umstieg von der Opposition in die Regierung nicht verkraftet. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Das stimmt – nicht auf der Regierungsbank, sondern seine eigene Fraktion, sein eigener Klub hat es nicht verkraftet und hat den eigenen Bundeskanzler Gusenbauer abmontiert, wie es das auf diese Weise in Österreich noch nie gegeben hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Weil der eigene Klub ...!
Wenn Kollegin Rudas sagt, sie möchte die Welt verbessern, und der ÖVP vorwirft, dass sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren war und ist, dann muss ich ihr recht geben. Meine Frage ist aber: Warum haben Sie die Chance nicht wahrgenommen, die Studiengebühren heute oder morgen abzuschaffen? (Abg. Strache: Weil der eigene Klub ...!) – Da haben Sie gekniffen, da sind Sie zu feig geworden! (Beifall bei den Grünen.) Sie verraten Ihre eigenen Leute, obwohl Sie hier sagen, Sie wollen die Welt verbessern. (Abg. Rädler: Die falsche Partei!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Kollegin Rudas sagt, sie möchte die Welt verbessern, und der ÖVP vorwirft, dass sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren war und ist, dann muss ich ihr recht geben. Meine Frage ist aber: Warum haben Sie die Chance nicht wahrgenommen, die Studiengebühren heute oder morgen abzuschaffen? (Abg. Strache: Weil der eigene Klub ...!) – Da haben Sie gekniffen, da sind Sie zu feig geworden! (Beifall bei den Grünen.) Sie verraten Ihre eigenen Leute, obwohl Sie hier sagen, Sie wollen die Welt verbessern. (Abg. Rädler: Die falsche Partei!)
Abg. Rädler: Die falsche Partei!
Wenn Kollegin Rudas sagt, sie möchte die Welt verbessern, und der ÖVP vorwirft, dass sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren war und ist, dann muss ich ihr recht geben. Meine Frage ist aber: Warum haben Sie die Chance nicht wahrgenommen, die Studiengebühren heute oder morgen abzuschaffen? (Abg. Strache: Weil der eigene Klub ...!) – Da haben Sie gekniffen, da sind Sie zu feig geworden! (Beifall bei den Grünen.) Sie verraten Ihre eigenen Leute, obwohl Sie hier sagen, Sie wollen die Welt verbessern. (Abg. Rädler: Die falsche Partei!)
Abg. Rädler: Der KPÖ!
Das ist einfach die Politik der SPÖ: Sie machen große Ankündigungen (Abg. Rädler: Der KPÖ!), und wenn die Chance besteht, dann machen Sie es nicht! Sie haben die aktuellen Probleme nicht gelöst, und Sie lassen überhaupt keinen Zweifel daran, dass
Beifall bei den Grünen.
Das heißt: Je besser qualifiziert, je größer die Anstrengung, desto weniger verdienen die Frauen! Das ist Ihre Frauenpolitik, und da gibt es in Zukunft sicher einiges zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Von den Freiheitlichen rede ich da gar nicht, sie haben ja in den Frauen ein neues Angstthema entdeckt. Denn sie machen nicht nur Angst vor der EU und Angst vor den Ausländern, sondern das neueste Angstthema ist die Angst vor den Frauen, sodass sie sagen: Wenn es um die Gleichstellung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt geht, ist das Gehirnwäsche!, und ähnliche Vokabeln. Mit ihnen kann man in dieser Sache also nicht rechnen, das ist mir klar. Aber von ÖVP und SPÖ, die da den Mund immer sehr voll nehmen, könnte man vielleicht doch ein bisschen etwas anderes erwarten. (Beifall bei den Grünen.)
Präsi- dent Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Ich gehe davon aus, dass SPÖ und ÖVP größtes Interesse an Transparenz und an geringen Kosten für den Wahlkampf haben und diesem Antrag zustimmen. (Präsi- dent Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich gehe davon aus, dass SPÖ und ÖVP größtes Interesse an Transparenz und an geringen Kosten für den Wahlkampf haben und diesem Antrag zustimmen. (Präsi- dent Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Gestern Abend ist mir der kalte Schauer über den Rücken gelaufen, Herr Vizekanzler Molterer, als Sie die Transformation vom „Pater Willi“ zum selbstgekrönten Bundeskanzler dieser Republik vollzogen haben. Ich muss Ihnen schon sagen – Herr Präsident, ich weiß, ich darf das Wort „scheinheilig“ nicht verwenden, aber eines ist schon gegeben: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Schein und Sein in der ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie sind hergegangen und haben das zum Spielball gemacht – Sie haben etwas gebraucht – und haben es scheitern lassen. Sie haben ganz bewusst in Kauf genommen, dass die Gebietskrankenkassen jetzt vor dem Nichts stehen, vor dem Aus stehen, und Sie haben bewusst in Kauf genommen, dass die Bevölkerung draußen jetzt zittern muss. Nach der Teuerungswelle bei den Lebensmitteln, bei den Treibstoffen, bei den Mieten wissen die Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr, ob sie sich im Herbst, im Spätherbst und im nächsten Jahr überhaupt noch den Arzt leisten können. Das haben Sie bewusst in Kauf genommen! Das ist ein politisches Spiel, das abzulehnen ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
form nur daran, dass Sie sich nicht einigen konnten, wer in diesem „Hauptverband neu“, in dieser sogenannten Hauptverbandsholding das Sagen haben soll, wer dort wichtiger sein soll, wer dort mehr Macht haben soll: Soll es die ÖVP sein oder soll es die SPÖ sein? – Das ist der wahre Hintergrund des Ganzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau daran hat es sich gespießt! Herr Klubobmann Cap, es ist zu wenig, wenn Sie sagen, Sie haben „gekämpft“! Worum haben Sie denn gekämpft? – Sie haben gekämpft, dass die Beamten-Versicherung kontrolliert wird, und Sie (in Richtung ÖVP) haben gekämpft, dass sie nicht kontrolliert wird. Und auf der Strecke bleiben die Österreicherinnen und Österreicher! Das ist ein Skandal, weil Sie auf dem Rücken der Österreicher Ihr ganzes Proporz- und Machtsystem aufrechterhalten wollen! Das ist der eigentliche Skandal! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist richtig!
Etwas muss ich Ihnen von der SPÖ auch noch vorwerfen: Sie sind in dieser Koalitionszeit permanent von der ÖVP geprügelt, vor sich her geknüppelt worden. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Und was machen Sie jetzt? – Jetzt kriechen Sie noch zu Kreuze vor dieser ÖVP, anstatt dass Sie sich jetzt endlich einmal hinstellen und sagen: Gut, dann gehen wir jetzt die Probleme an! Geben wir den Krankenkassen einmal eine Finanzspritze! Nehmen wir nicht in Kauf, dass die Wienerinnen und Wiener im Herbst keinen Arzt mehr haben! Nehmen wir nicht in Kauf, dass die Studiengebühren bleiben! – Aber nein, das alles machen Sie nicht! Sie haben ein Stillhalteabkommen, damit die ÖVP nur ja nicht böse werden kann, denn sonst nimmt sie einen ja im Herbst womöglich nicht mehr mit in die Koalitionsverhandlungen – und dann haben Sie vielleicht gar nichts mehr. (Abg. Strache: Ganz genau so wie das BZÖ damals!) Genau das ist der Grund! Das opfern Sie, das opfern Sie alles zugunsten einer möglichen beziehungsweise eventuellen Koalition nach dieser Wahl.
Abg. Strache: Ganz genau so wie das BZÖ damals!
Etwas muss ich Ihnen von der SPÖ auch noch vorwerfen: Sie sind in dieser Koalitionszeit permanent von der ÖVP geprügelt, vor sich her geknüppelt worden. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Und was machen Sie jetzt? – Jetzt kriechen Sie noch zu Kreuze vor dieser ÖVP, anstatt dass Sie sich jetzt endlich einmal hinstellen und sagen: Gut, dann gehen wir jetzt die Probleme an! Geben wir den Krankenkassen einmal eine Finanzspritze! Nehmen wir nicht in Kauf, dass die Wienerinnen und Wiener im Herbst keinen Arzt mehr haben! Nehmen wir nicht in Kauf, dass die Studiengebühren bleiben! – Aber nein, das alles machen Sie nicht! Sie haben ein Stillhalteabkommen, damit die ÖVP nur ja nicht böse werden kann, denn sonst nimmt sie einen ja im Herbst womöglich nicht mehr mit in die Koalitionsverhandlungen – und dann haben Sie vielleicht gar nichts mehr. (Abg. Strache: Ganz genau so wie das BZÖ damals!) Genau das ist der Grund! Das opfern Sie, das opfern Sie alles zugunsten einer möglichen beziehungsweise eventuellen Koalition nach dieser Wahl.
Vizekanzler Mag. Molterer: Genau!
Sie von ÖVP und SPÖ haben 18 Monate lang reinen Stillstand produziert. Es ist ein Raunen und ein Aufatmen durch diese Republik gegangen, als endlich einmal einer gesagt hat: Gut, es geht nicht mehr, machen wir Neuwahlen! (Vizekanzler Mag. Molterer: Genau!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Herr Vizekanzler, Sie sind doch der Organisator der Untätigkeit dieser Regierung!
Dies aber nicht, Herr Vizekanzler, weil sich die Leute freuen, Sie endlich wählen zu dürfen! Nein! Die Menschen freuen sich, genau Sie abwählen zu dürfen, Herr Vizekanzler! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Herr Vizekanzler, Sie sind doch der Organisator der Untätigkeit dieser Regierung!)
Beifall bei der FPÖ.
Nach Ihrem gestrigen Auftritt in der „ZIB 2“ kann ich Ihnen versichern, Herr Vizekanzler, da sind es noch viel, viel mehr Leute geworden, die Sie wieder herunterholen wollen von diesem Thron, von diesem Kanzlerthron der Republik Österreich. Da werden Sie nicht bleiben! So locker werden Sie es nicht haben, Herr Vizekanzler Molterer; das sage ich Ihnen schon. Nach eineinhalb Jahren politischer Selbstbefriedigung haben es die Österreicher bis obenhin satt, und Sie werden abtreten müssen. Das kann ich Ihnen jetzt schon prophezeien. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Zur SPÖ: Das, was Sie treiben, ist nackte Kapitulation. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Ihnen ist es nur wichtig – Ihnen beiden! –, das schwarz-rote Proporz- und Machtmodell aufrechtzuerhalten; aber da werden Ihnen die Österreicher eine Absage erteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zur SPÖ: Das, was Sie treiben, ist nackte Kapitulation. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Ihnen ist es nur wichtig – Ihnen beiden! –, das schwarz-rote Proporz- und Machtmodell aufrechtzuerhalten; aber da werden Ihnen die Österreicher eine Absage erteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wer hat sie denn verhindert? Der Herr Vizekanzler!
Wenn man in diesen Inseraten zum Beispiel liest – ich möchte jetzt ein paar Punkte anführen –, die Teuerung sei wirkungsvoll zu bekämpfen, und dann noch im Detail „rasche Hilfe für die Betroffenen“ geschrieben wird, und wenn man sich zurückerinnert, wie die rasche Hilfe dieser Bundesregierung ausgesehen hat im letzten Herbst, als es die Teuerungswelle gegeben hat, kann man sich nur wundern! Da wurde darüber diskutiert, dass wir im Jahr 2010 eine Steuerreform machen werden. – Das ist die rasche Hilfe? – Das ist keine rasche Hilfe! (Abg. Strache: Wer hat sie denn verhindert? Der Herr Vizekanzler!)
Abg. Strache: Das war der „Gusi-Hunderter“ in Kärnten!
Eine gegenteilige Aktion haben wir in Kärnten gesetzt; zu Beginn dieses Jahres gab es einen Teuerungsausgleich. Dort, wo das BZÖ unter Landeshauptmann Dr. Jörg Haider Verantwortung trägt, hat es für Einzelpersonen, die das Geld dringend brauchen, 100 € und für Familien 200 € gegeben. (Abg. Strache: Das war der „Gusi-Hunderter“ in Kärnten!) Und das war jetzt nicht nur eine einmalige Aktion in Kärnten, sondern im kommenden Herbst wird es diesen Teuerungsausgleich noch einmal geben. Daran sieht man: Diese Regierung hat viel geredet – aber wir in Kärnten, wo wir die Verantwortung getragen haben, haben auch gehandelt.
Beifall beim BZÖ.
Dort, wo wir Verantwortung tragen, haben wir – so das BZÖ in Kärnten – gegenteilige Maßnahmen gesetzt. Wir haben die Landestankstellen, die Billigdiesel-Tankstellen für die gesamte Bevölkerung geöffnet! Kollege Auer war dort sicher auch schon tanken. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir schon bei den Benzinpreisen sind: Die Pendlerpauschale in Kärnten, und da bitte ich schon aufzupassen, liegt 400 Prozent über dem Österreichschnitt. Das sind Maßnahmen, die die Bevölkerung entlasten, die der Bevölkerung helfen, und nicht nur mit ein paar Cent auf oder ab an die Bevölkerung Almosen ausgeben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Ihr habt auch gegen unseren Volksabstimmungsantrag gestimmt!
Zum EU-Reformvertrag. Meine Damen und Herren, das kann man Ihnen nicht ersparen und nicht oft genug hier wiederholen, was diese Bundesregierung nicht alles aufgeführt hat, um die Bevölkerung von der Meinungsbildung auszuschließen, nicht zu befragen, keine Volksabstimmung zu ermöglichen ... (Abg. Strache: Ihr habt auch gegen unseren Volksabstimmungsantrag gestimmt!)
Abg. Strache: Und ihr habt dabei mitgespielt!
Diese Bundesregierung hat wirklich alles versucht, um die Meinung der Bevölkerung nicht in ihre Entscheidung mit aufzunehmen. (Abg. Strache: Und ihr habt dabei mitgespielt!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Ihr habt gegen die Volksabstimmung gestimmt!
Wir in Kärnten haben Unterschriften gesammelt, beglaubigte Unterschriften, 15 000 bei Notaren, beim Gemeindeamt, um eine Volksbefragung zu erwirken. Aber was macht diese Bundesregierung? – Sie zieht – auch mit Hilfe der FPÖ; das kann ich Ihnen nicht ersparen – den Ratifizierungstermin vor, sodass diese Volksbefragung in Kärnten nicht mehr durchgeführt werden konnte. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Ihr habt gegen die Volksabstimmung gestimmt!) Das heißt, da hat die FPÖ leider mit dieser Bundesregierung gepackelt und somit eine Volksbefragung in Kärnten, die einzig mögliche in ganz Österreich, verhindert.
Abg. Strache: Haider ist der Einzige, der in Kärnten zweisprachige Ortstafeln aufstellt!
Nun kann man auch noch Weiteres anführen: Heizkostenzuschuss in Kärnten für die Bürger, Müttergeld in Kärnten für die Bürger, Schulstartgeld in Kärnten für die Bürger, Lehre mit Matura kostenlos, hoffentlich in Österreich schlussendlich dann auch komplett kostenlos, und, unerledigt weiterhin, von Bundeskanzler Gusenbauer versprochen, eine endgültige Lösung der Ortstafelfrage in Kärnten bereits im vergangenen Jahr. (Abg. Strache: Haider ist der Einzige, der in Kärnten zweisprachige Ortstafeln aufstellt!) Bis jetzt wurde das immer von der SPÖ verhindert. Wo bleibt diese endgültige Lösung? Bis heute liegt da nichts auf dem Tisch! Der Bundeskanzler zieht sich zurück und flüchtet.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
So gesehen kann man sagen: Die Bevölkerung verdient sich für die Zukunft eine Poli- tik des Vertrauens, eine Politik der Verlässlichkeit. Wir vom BZÖ zeigen dort, wo wir Verantwortung tragen, dass wir dieses Vertrauen rechtfertigen und diese Verlässlichkeit den Bürgern sichern und gemeinsam mit den Bürgern in die Zukunft gehen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
So gesehen kann man sagen: Die Bevölkerung verdient sich für die Zukunft eine Poli- tik des Vertrauens, eine Politik der Verlässlichkeit. Wir vom BZÖ zeigen dort, wo wir Verantwortung tragen, dass wir dieses Vertrauen rechtfertigen und diese Verlässlichkeit den Bürgern sichern und gemeinsam mit den Bürgern in die Zukunft gehen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das eine: Herr Kollege Strache, Sie würden gut daran tun, Ihre Mannen ein bisschen zur Ordnung zu rufen, wenn ich zum Beispiel daran denke, dass einer aus Ihren Reihen – jetzt schaut er ganz unschuldig herunter; ich glaube, Sie waren es, Herr Kollege Auer – unsere Abgeordnete Laura Rudas als Göre bezeichnet hat. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Was behaupten Sie da?
Dann waren Sie es! – Aus Ihren Reihen hat man eindeutig gehört, dass Sie unsere Abgeordnete als Göre bezeichnet haben. (Abg. Strache: Was behaupten Sie da?) Aus Ihren Reihen! Nicht behaupten, ich habe das ... (Abg. Strache: Lügen Sie nicht herum!) Das haben sechs, sieben gehört. (Abg. Strache: Lügen Sie doch nicht herum! Lügen Sie doch nicht!)
Abg. Strache: Lügen Sie nicht herum!
Dann waren Sie es! – Aus Ihren Reihen hat man eindeutig gehört, dass Sie unsere Abgeordnete als Göre bezeichnet haben. (Abg. Strache: Was behaupten Sie da?) Aus Ihren Reihen! Nicht behaupten, ich habe das ... (Abg. Strache: Lügen Sie nicht herum!) Das haben sechs, sieben gehört. (Abg. Strache: Lügen Sie doch nicht herum! Lügen Sie doch nicht!)
Abg. Strache: Lügen Sie doch nicht herum! Lügen Sie doch nicht!
Dann waren Sie es! – Aus Ihren Reihen hat man eindeutig gehört, dass Sie unsere Abgeordnete als Göre bezeichnet haben. (Abg. Strache: Was behaupten Sie da?) Aus Ihren Reihen! Nicht behaupten, ich habe das ... (Abg. Strache: Lügen Sie nicht herum!) Das haben sechs, sieben gehört. (Abg. Strache: Lügen Sie doch nicht herum! Lügen Sie doch nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Strache.
Ich sage es Ihnen deshalb, Herr Strache, weil Sie allen Grund hätten, ganz vorsichtig umzugehen mit diesen Dingen. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Strache.)
Abg. Strache: Das war vielleicht von der ÖVP!
Wenn Sie denken, Herr Strache, keiner aus unseren Reihen hat Sie als Neonazi beschimpft, nur weil Sie mit Ihren Wehrsportübungen aufgetreten sind. Keiner von uns! Jeder hat Respekt gehabt und gesagt, das sind Jugendsünden und andere Blödeleien, die Sie getrieben haben. Wir lassen es uns aber nicht gefallen, auch von einer FPÖ nicht, auch von einem Strache nicht, oder wer da noch in seinem Gefolge ist, dass Abgeordnete unserer Fraktion als Gören beschimpft werden. (Abg. Strache: Das war vielleicht von der ÖVP!) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie denken, Herr Strache, keiner aus unseren Reihen hat Sie als Neonazi beschimpft, nur weil Sie mit Ihren Wehrsportübungen aufgetreten sind. Keiner von uns! Jeder hat Respekt gehabt und gesagt, das sind Jugendsünden und andere Blödeleien, die Sie getrieben haben. Wir lassen es uns aber nicht gefallen, auch von einer FPÖ nicht, auch von einem Strache nicht, oder wer da noch in seinem Gefolge ist, dass Abgeordnete unserer Fraktion als Gören beschimpft werden. (Abg. Strache: Das war vielleicht von der ÖVP!) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollten Almosen verteilen! – Abg. Marizzi: Ui, ui, ui!
Gleichzeitig aber haben Sie, als unser Bundeskanzler gefordert hat, als erste Maßnahme zur Teuerungsentlastung für die Kleinst- und Kleinverdiener eine Einmalzahlung von 100 € durchzusetzen, sozusagen sofort mit dem Neuwahl-Schwert gedroht. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollten Almosen verteilen! – Abg. Marizzi: Ui, ui, ui!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Weil der Gusenbauer weg ist?! Oder was?
In Wirklichkeit haben Sie uns ja damit einen Riesengefallen getan; das muss man schon dazusagen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Weil der Gusenbauer weg ist?! Oder was?) In Wirklichkeit war Ihre Entscheidung die einzig richtige, nämlich zu sagen: Wenn es so nicht mehr weitergeht, dann soll es nicht weitergehen! Und es freut mich, denn es ist selten so ein Ruck durch die Partei gegangen wie zu dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass Werner Faymann dieses Amt übernehmen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Oh- und Ah-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Oh- und Ah-Rufe bei der ÖVP.
In Wirklichkeit haben Sie uns ja damit einen Riesengefallen getan; das muss man schon dazusagen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Weil der Gusenbauer weg ist?! Oder was?) In Wirklichkeit war Ihre Entscheidung die einzig richtige, nämlich zu sagen: Wenn es so nicht mehr weitergeht, dann soll es nicht weitergehen! Und es freut mich, denn es ist selten so ein Ruck durch die Partei gegangen wie zu dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass Werner Faymann dieses Amt übernehmen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Oh- und Ah-Rufe bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Und ich schwöre Ihnen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen): Den Wahltag werden die Österreicherinnen und Österreicher dazu nutzen, um endlich diesen unseligen Schüssel-Blockade-Kurs abzuwählen. Wir freuen uns darauf und werden uns alle anstrengen, zu erreichen, dass endlich dieser unselige Schüssel-Kurs abgewählt wird. Am 28. September haben wir die Möglichkeit dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und ich schwöre Ihnen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen): Den Wahltag werden die Österreicherinnen und Österreicher dazu nutzen, um endlich diesen unseligen Schüssel-Blockade-Kurs abzuwählen. Wir freuen uns darauf und werden uns alle anstrengen, zu erreichen, dass endlich dieser unselige Schüssel-Kurs abgewählt wird. Am 28. September haben wir die Möglichkeit dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich zum Beispiel auch als Jugendsprecherin sehr herzlich bei unserem Finanzminister Molterer bedanken, der der Einzige in dieser Bundesregierung ist, der es geschafft hat, tatsächlich in seinen Agenden auch generationengerecht zu agieren. Er kennt die Nöte und die Sorgen der älteren Bevölkerung, nimmt aber auch die Anliegen der jungen Menschen ernst, und das ist richtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Anerkennung zollen möchte ich auch der Initiative von Herrn Bundesminister Bartenstein, bei den Problemen rund um den Jugendschutz sofort aktiv zu werden. Es nützt nämlich das beste Jugendschutzgesetz nichts, wenn Handels- und Gewerbebetriebe von niemandem kontrolliert werden. Bundesminister Bartenstein hat hiezu sofort die Initiative ergriffen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
schen Union gesucht und gesagt, dass es wohl nicht sein kann, dass österreichische Studierende einen Nachteil haben – während andere noch hilflos herumgestanden sind und nicht gewusst haben, was sie tun sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich möchte mich aber auch bei Frau Außenministerin Plassnik und bei Herrn Staatssekretär Winkler bedanken, die sich von Ihrem europapolitischen Kurs nicht beirren lassen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es sind gerade die Jungen und ihre Zukunft, die von der Europäischen Union natürlich profitieren. Man denke an Ausbildungs- oder Jobmöglichkeiten, jedes Jahr absolvieren 8 000 Studierende ein Auslandssemester. Aber Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, wollen das madig machen und schlechtreden! Vielmehr muss man weiter denken und die Initiative ergreifen, damit das auch für Lehrlinge möglich wird. Man muss den Kurs allgemein auf die Zukunft setzen, anstatt aus irgendwelchen populistischen Gründen hiezu in die Vergangenheit zu blicken!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Apropos Vergangenheit: Kollegin Stadlbauer hat in ihrer Rede kritisiert, dass die Pensionen vom Computer ausgerechnet werden. Glauben Sie wirklich, dass die Leute in Pensionsversicherungen mit dem Rechenschieber arbeiten und, um Pensionen zu errechnen, blaue oder rote Kugeln herumschieben? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das könnte daran liegen, dass Sie mit Block und Bleistift nicht ordentlich rechnen können und durch Ihre Berechnungen ständig Schulden auf Kosten der Jungen machen. Das werden wir sicher nicht zulassen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Apropos Vergangenheit: Kollegin Stadlbauer hat in ihrer Rede kritisiert, dass die Pensionen vom Computer ausgerechnet werden. Glauben Sie wirklich, dass die Leute in Pensionsversicherungen mit dem Rechenschieber arbeiten und, um Pensionen zu errechnen, blaue oder rote Kugeln herumschieben? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das könnte daran liegen, dass Sie mit Block und Bleistift nicht ordentlich rechnen können und durch Ihre Berechnungen ständig Schulden auf Kosten der Jungen machen. Das werden wir sicher nicht zulassen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren – vor allem die, die hier zusehen –, ich wette, die SPÖ hat schon längst einen Entwurf für den nächsten Pensionistenbrief verfasst, in der Hoffnung, dass ältere Menschen, die sehr viel Erfahrung haben und sehr klug sind, wieder auf ihre Versprechungen und Plattitüden hereinfallen. Aber ich sage Ihnen eines: Sie haben weder bei der älteren Bevölkerung noch bei den Jungen irgendetwas zu melden! Ich möchte erwähnen, dass die SPÖ sogar auf Ebene der Schüler- und Studentenvertretung nichts mehr zu melden hat. Es wurde nämlich auch dem VSStÖ-ÖH-Vorsitzenden das Vertrauen entzogen, er wurde abgewählt. Wir gratulieren jetzt dem AG-Vorsitzenden Samir Al-Mobayyed, der an den Universitäten sehr gute Politik machen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist kein Zufall, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass die vor Kurzem stattgefundenen Landesschülervertretungswahlen 24 zu 5 für die Österreichische Schülerunion ausgegangen sind – gerade einmal fünf Landesschulsprecher-Positionen werden von der SPÖ-nahen AKS besetzt. Das zeigt, wem hier das Vertrauen geschenkt wird. Sicherlich nicht jemandem, der sich heute einer Zeitung verkauft und morgen anderen Lobbyisten. Österreich verdient einen Bundeskanzler, der ehrlich ist und Rückgrat hat. Dafür gibt es nur einen: Willi Molterer! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Damit ist es aber auch schon genug des Unterschiedes und des Lobes gegenüber der ÖVP. Sie sind zwar bei parlamentarischen Debatten wirklich oft präsenter – das ist schon seit Jahren so –, aber das ist nicht mein Punkt. Das schützt Sie nicht vor folgender Kritik: Die ÖVP stellt sich regelmäßig vor jedem Wahlkampf als Hort des politischen Sonnensystems in Österreich dar, als Zentrum, um das sich alle drehen müssen. Ein Wunder, dass das so lange gelingt; diesmal sollte es Ihnen aber nicht mehr gelingen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Was diese Strategie betrifft, sage ich Ihnen: Wer einen solchen Butterberg auf dem Kopf hat, sollte sich nicht immer als „Hort der Stabilität“ bezeichnen. Das wird sich nicht mehr ausgehen! (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Strache: Die SPÖ hat auch nichts für den Mittelstand getan, weder für die kleinen noch für die mittleren Unternehmen!
Wir haben eine ÖVP, die ihre eigenen Wahlversprechen – das ist etwas, das sie immer wunderbar der SPÖ umhängt – in der Koalition nicht einmal annähernd umgesetzt hat. (Abg. Strache: Die SPÖ hat auch nichts für den Mittelstand getan, weder für die kleinen noch für die mittleren Unternehmen!) Sie kann das nur dadurch kaschieren, dass eine Sozialdemokratie in der Regierung, bevor sie überhaupt versucht hat, etwas zu erkämpfen, schon die Energie verpuffen ließ und – entschuldigen Sie den Ausdruck, es ist zwar kein schönes Bild, aber mir fällt kein treffenderes ein – flachliegend irgendetwas oberhalb der Tischkante erreichen wollte. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir haben eine ÖVP, die ihre eigenen Wahlversprechen – das ist etwas, das sie immer wunderbar der SPÖ umhängt – in der Koalition nicht einmal annähernd umgesetzt hat. (Abg. Strache: Die SPÖ hat auch nichts für den Mittelstand getan, weder für die kleinen noch für die mittleren Unternehmen!) Sie kann das nur dadurch kaschieren, dass eine Sozialdemokratie in der Regierung, bevor sie überhaupt versucht hat, etwas zu erkämpfen, schon die Energie verpuffen ließ und – entschuldigen Sie den Ausdruck, es ist zwar kein schönes Bild, aber mir fällt kein treffenderes ein – flachliegend irgendetwas oberhalb der Tischkante erreichen wollte. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Man soll deshalb von seinen Forderungen nicht wirklich Abstand nehmen. Man muss es so erklären, dass vor eineinhalb Jahren fast nur die große Koalition möglich war. So war es! Es braucht sich niemand dafür zu schämen in diesem Haus. Es ist allerdings in der Verantwortung derer, die diese Koalition eingehen, wenigstens den glaubwürdigen Versuch zu unternehmen, das umzusetzen, was sie sich vorgenommen haben. An dieser Glaubwürdigkeit und Kompromissbereitschaft hat es jedoch gemangelt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
verteilung bedarf und auch etwas kosten darf. Dass das bei der ÖVP kein Thema ist, wissen wir schon, aber warum Sie das auslaufen ließen, ist weniger verständlich. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Aber es geht sich etwas aus. Deshalb wird es bei der Richtungsentscheidung um diese Art von Glaubwürdigkeit gehen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Es wird in Wahrheit eine Entscheidung zwischen Grün und Blau sein, und nicht zwischen Rot und Schwarz. Diese Art von Fortsetzung ist, glaube ich, nicht mehr zu unterbieten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber es geht sich etwas aus. Deshalb wird es bei der Richtungsentscheidung um diese Art von Glaubwürdigkeit gehen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Es wird in Wahrheit eine Entscheidung zwischen Grün und Blau sein, und nicht zwischen Rot und Schwarz. Diese Art von Fortsetzung ist, glaube ich, nicht mehr zu unterbieten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Zwischenruf!
Ich darf Ihnen mitteilen, dass nach gefestigter Umfrageerkenntnis, die auch von einigen Abgeordneten Ihrer Fraktion geteilt wird, der von Ihnen beklagte (Abg. Strache: Zwischenruf!) Ruf beziehungsweise die Wortwahl gegenüber der Frau Kollegin Rudas nicht aus den Reihen der Freiheitlichen Partei, sondern aus dem Nachbarsegment gekommen ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen mitteilen, dass nach gefestigter Umfrageerkenntnis, die auch von einigen Abgeordneten Ihrer Fraktion geteilt wird, der von Ihnen beklagte (Abg. Strache: Zwischenruf!) Ruf beziehungsweise die Wortwahl gegenüber der Frau Kollegin Rudas nicht aus den Reihen der Freiheitlichen Partei, sondern aus dem Nachbarsegment gekommen ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Ich nehme mir aber die Freiheit, fraktionsübergreifend als Gentleman zu handeln. Frau Kollegin Rudas, wer immer Ihnen diesen Ruf zugedacht hat: Ich entschuldige mich für einen Mann dieses Hauses, der so gehandelt hat! (Allgemeiner Beifall.) – Vielen Dank für die Zustimmung! (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich nehme mir aber die Freiheit, fraktionsübergreifend als Gentleman zu handeln. Frau Kollegin Rudas, wer immer Ihnen diesen Ruf zugedacht hat: Ich entschuldige mich für einen Mann dieses Hauses, der so gehandelt hat! (Allgemeiner Beifall.) – Vielen Dank für die Zustimmung! (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Bei aller Bescheidenheit!
Herr Kollege, ich bin nicht bereit, mich auf Basis solcher akustischen Verwerfungen, die Sie zum Besten geben, weiter hier auseinanderzusetzen. Ich bin eher geneigt, mich den Dingen des Staates zuzuwenden, die wir jetzt abhandeln. Vielleicht halten Sie es aus, kurze Reflexionen über rechtsstaatliche Prinzipien durchzuführen. Das lohnt sich, und zwar persönlich, für das Parlament und auch für den Staat. (Abg. Dr. Mitterlehner: Bei aller Bescheidenheit!)
Beifall bei der FPÖ.
Warum kam das so? – Die Antwort ist relativ einfach: Weil sich die SPÖ selbst von Grundsätzen, die sie über viele Jahrzehnte glaubwürdig vertreten hat, verabschiedet hat. Ich meine den Grundsatz, keine wesentlichen Handlungen, die den Staat betreffen, ohne Verklammerung mit den Interessen der Bevölkerung durchzuführen. Es gehört zu den später wohl als schädlich zu beschreibenden Dingen, dass von der Mehrheit dieses Hauses jeder Ansatz, der von uns, von der Freiheitlichen Partei, in Richtung einer Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon vorgetragen wurde – oder auch Volksbefragung, wie manche gemeint haben, wir wollten aber die Volksabstimmung –, mit aller Gewalt als EU-widrig, EU-feindlich und mit ähnlichen Vokabeln bezeichnet wurde. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Und zukünftiger Bundeskanzler! – Abg. Strache: Das ist Wunschdenken!
Herr Noch-Vizekanzler (Abg. Dr. Mitterlehner: Und zukünftiger Bundeskanzler! – Abg. Strache: Das ist Wunschdenken!), ich bitte Sie, nicht im Stile einer Savonarola-Verbrennung eine Denk- und Sprechverbotspolitik zu betreiben und keine Ausgrenzung in Richtung politischer Meinung zu betreiben, die sich von den Grundsätzen unterscheidet, die Sie vertreten. Solange politische Darbietungen und Überzeugungen auf dem Boden des österreichischen Verfassungsrechtes abgehandelt werden, sind sie recht, billig und vertretbar. Niemand steht außerhalb eines Raumes, der zu respektieren und dessen Auffassungen möglich, richtig und nur mehrheitsabhängig in diesem Hause sind. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Noch-Vizekanzler (Abg. Dr. Mitterlehner: Und zukünftiger Bundeskanzler! – Abg. Strache: Das ist Wunschdenken!), ich bitte Sie, nicht im Stile einer Savonarola-Verbrennung eine Denk- und Sprechverbotspolitik zu betreiben und keine Ausgrenzung in Richtung politischer Meinung zu betreiben, die sich von den Grundsätzen unterscheidet, die Sie vertreten. Solange politische Darbietungen und Überzeugungen auf dem Boden des österreichischen Verfassungsrechtes abgehandelt werden, sind sie recht, billig und vertretbar. Niemand steht außerhalb eines Raumes, der zu respektieren und dessen Auffassungen möglich, richtig und nur mehrheitsabhängig in diesem Hause sind. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Als Nächsten möchte ich in diesem Zusammenhang Herrn Bundespräsidenten Fischer erwähnen. Er war einer der Architekten dieser großen Koalition. (Beifall beim BZÖ.) Er hat zum Herrn Bundeskanzler gesagt: Weißt du, was? Es kann nicht sein, dass es hier eine Dreierkoalition gibt – ob rot-grün-blau, schwarz-grün-blau oder mit einer orange Schattierung –, das darf nicht sein. Wir brauchen stabile Verhältnisse, wir brauchen eine Zweidrittelmehrheit, wir brauchen eine große Koalition!
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Kommen wir zum Thema Studiengebühren: Diese wurden seinerzeit eingeführt, damit Menschen nicht nur inskribieren, um gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu dürfen; und damit keine Gaststudenten herkommen, die hier nur studieren, unsere Plätze wegnehmen und dann wieder ins Ausland gehen. Dafür wurden die Studiengebühren eingeführt! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Beifall beim BZÖ.
Man muss andere Förderungen finden, um die Studierenden zu unterstützen, Frau Kollegin Trunk, aber nicht an alten Zöpfen festhalten! Dass das auch mit der ÖVP als Partner nicht möglich sein wird, muss jedem klar sein. So ist das Scheitern sozusagen vorprogrammiert! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Den klaren Auftrag und die klare Mehrheit gab es schon jetzt, Herr Vizekanzler! Es kann in Zukunft nicht anders werden, es sei denn, es gibt in Zukunft keine große Koalition. Ich hoffe sehr, dass es nicht dazu kommt! (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Sie hatten große Möglichkeiten, die Teuerung wirkungsvoll zu bekämpfen. Auch das steht in diesem Inserat, Herr Vizekanzler. – Warum haben Sie das nicht getan? Bei uns ist schon eine Koalition nur wegen einer vorgezogenen Steuerreform in die Brüche gegangen. Auch das machen Sie jetzt nicht! Obwohl die Leute unter den hohen Preisen für Lebensmittel, Sprit und Waren des täglichen Bedarfs leiden, führen Sie keine Steuerreform durch, Sie versprechen das nur. Wann wird sie denn kommen, um die Familien und den Mittelstand zu entlasten, geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank? Trotz hoher Spritpreise haben Sie keinen amtlichen Preisstopp eingeführt, wie dies in Luxemburg der Fall war. Jetzt wollen Sie aber die Rückerstattung der hohen Wahlkampfkosten. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Wenn Sie ein bisschen Anstand haben, dann stimmen Sie diesem Entschließungsantrag auch zu, denn wenn kürzer gearbeitet wird – nicht einmal die Hälfte –, dann muss es auch weniger Wahlkampfkostenrückerstattung geben. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann
Ich berichtige also tatsächlich, dass das nicht so ist (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann), sondern dass vielmehr in diversen Zeitungen Fotos abgelichtet wurden, wo unter anderem der Herr Landeshauptmann mit seinem orangen Verkehrsreferenten drauf war, als er beim Tanken an diesen Billig-Tankstellen, die von den Kärntner Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern finanziert wurden, ertappt wurde. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich berichtige also tatsächlich, dass das nicht so ist (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann), sondern dass vielmehr in diversen Zeitungen Fotos abgelichtet wurden, wo unter anderem der Herr Landeshauptmann mit seinem orangen Verkehrsreferenten drauf war, als er beim Tanken an diesen Billig-Tankstellen, die von den Kärntner Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern finanziert wurden, ertappt wurde. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren der Bundesregierung! Ich bin ja eigentlich froh, in einem Land zu leben, in dem jeder tanken darf, wo er will und wo das nicht von einem Landeshauptmann vorgeschrieben werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn man heute diese Debatte hört, dann fällt eines auf: dass der ÖVP gleichsam für alles die Verantwortung gegeben wird. Ich meine, wir übernehmen gerne Verantwortung, weil wir auch verlässlich sind, wenn wir Verantwortung übernehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber für eines, meine Damen und Herren, übernehmen wir nicht die Verantwortung: für das Tohuwabohu und das Chaos, das in der Sozialdemokratie herrscht. Dafür übernehmen wir nicht die Verantwortung! Denn es ist für die Menschen leicht nachvollziehbar, was Sie aufgeführt haben, und daher gehen Ihre Angriffe da auch völlig ins Leere.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist nicht so, dass wir das zweifelsohne für uns schmerzhafte Wahlergebnis im Jahr 2006 nicht verkraftet haben. Es war schmerzhaft. Aber vielmehr war es so, dass Sie von der Sozialdemokratie bis heute nicht das verwunden haben, was Ihre Spitze an SPÖ-Wahlversprechen, an SPÖ-Zusagen dem Wähler gegenüber, an SPÖ-Positionen aufgegeben hat und was im Regierungsübereinkommen zu stehen kam. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das haben Sie nie verwunden. Und deshalb war es auch von Anfang an für Sie ein Problem, mit Ihrer Spitze in dieser Koalition zu sein. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren, und das erkennen die Menschen auch! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist nicht so, dass wir das zweifelsohne für uns schmerzhafte Wahlergebnis im Jahr 2006 nicht verkraftet haben. Es war schmerzhaft. Aber vielmehr war es so, dass Sie von der Sozialdemokratie bis heute nicht das verwunden haben, was Ihre Spitze an SPÖ-Wahlversprechen, an SPÖ-Zusagen dem Wähler gegenüber, an SPÖ-Positionen aufgegeben hat und was im Regierungsübereinkommen zu stehen kam. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das haben Sie nie verwunden. Und deshalb war es auch von Anfang an für Sie ein Problem, mit Ihrer Spitze in dieser Koalition zu sein. Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren, und das erkennen die Menschen auch! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Es ist traurig, dass Ihr nunmehriger Spitzenkandidat Werner Faymann keine andere Möglichkeit sieht, als sich einem Zeitungsherausgeber an den Hals zu werfen, dort unter der Türe hineinzukriechen, um wenigstens die Zustimmung der „Kronen Zeitung“ zu finden. Das ist doch peinlich für eine staatstragende Partei! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Diese Worte sind aus den Reihen der Freiheitlichen Partei und der freiheitlichen Parlamentarier nicht gefallen! Das ist auch im Stenographischen Protokoll so nachzulesen. – Wenn, dann handelt es sich um den Nachbarsektor. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Wir haben heute Wichtiges zu beraten. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Kollege, beruhigen Sie sich! Österreich hat wirklich andere Sorgen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Bei der Wahrheit bleiben, meine Damen und Herren, ja: Bleiben wir bei der Wahrheit! Da möchte ich Ihnen auch sagen: Vorher hat ein Kollege, Werner Amon, gesagt, die ehemals staatstragende Partei SPÖ ist dabei, sich aufzulösen. – Das mag sein, aber das ist auch kein Wunder, denn: Wenn der Koalitionspartner „Salzsäure“ über den Partner gießt, dann löst sich der Partner eben auf.
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Wir haben heute Wichtiges zu beraten. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Kollege, beruhigen Sie sich! Österreich hat wirklich andere Sorgen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Bei der Wahrheit bleiben, meine Damen und Herren, ja: Bleiben wir bei der Wahrheit! Da möchte ich Ihnen auch sagen: Vorher hat ein Kollege, Werner Amon, gesagt, die ehemals staatstragende Partei SPÖ ist dabei, sich aufzulösen. – Das mag sein, aber das ist auch kein Wunder, denn: Wenn der Koalitionspartner „Salzsäure“ über den Partner gießt, dann löst sich der Partner eben auf.
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.) Wir haben heute Wichtiges zu beraten. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Herr Kollege, beruhigen Sie sich! Österreich hat wirklich andere Sorgen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Bei der Wahrheit bleiben, meine Damen und Herren, ja: Bleiben wir bei der Wahrheit! Da möchte ich Ihnen auch sagen: Vorher hat ein Kollege, Werner Amon, gesagt, die ehemals staatstragende Partei SPÖ ist dabei, sich aufzulösen. – Das mag sein, aber das ist auch kein Wunder, denn: Wenn der Koalitionspartner „Salzsäure“ über den Partner gießt, dann löst sich der Partner eben auf.
Abg. Parnigoni: Schuld ist der Finanzminister!
Zum Beispiel: Wertanpassung beim Pflegegeld. – Wir haben einen Inflationsverlust von 20 Prozent; das Pflegegeld aber ist leider nicht wertangepasst worden. (Abg. Parnigoni: Schuld ist der Finanzminister!)
Abg. Parnigoni: Schuld ist der Finanzminister!
Oder: Abschaffung des Angehörigenregresses. – Warum, meine Damen und Herren, müssen Kinder, wenn Eltern pflegebedürftig werden, was ohnehin schwierig genug ist, auch noch die finanzielle Last tragen? Das ist doch ungerecht. Für jemanden, der keine Kinder hat, wird das bezahlt. Wenn ich Kinder habe, dann müssen meine Kinder für mich als Pflegebedürftigen in die Tasche greifen. Das kostet sehr viel Geld. Das ist aus meiner Sicht ungerecht. (Abg. Parnigoni: Schuld ist der Finanzminister!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn das die Wahlkampfbroschüren der SPÖ sind, mit denen Sie glauben, erfolgreich in den Wahlkampf ziehen zu können, dann wünsche ich Ihnen viel Glück und alles Gute! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, hier eine Raucherhatz zu betreiben, indem man Raucher mit großen Strafen quasi verfolgt und mit großen Strafen versucht, sie vom Rauchen wegzubringen. Eine positive Motivation ist eine weit sinnvollere, weit bessere und weit erfolgreichere. Und letztendlich ist es das, was ja unser gemeinsames Ziel ist. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Alle, die jetzt nicht hier sind, sind gerade rauchen!
Wenn Sie sich die Zahlen der WHO anschauen, dann werden Sie sehen, dass Raucher acht Jahre früher sterben und 30 Prozent aller – aller! – Karzinome – das wären in Österreich 11 000 – durch das Rauchen verursacht sind, 85 Prozent der COPD, wo die Leute qualvoll ersticken, 85 Prozent von Kehlkopfkrebs und Lungenkrebs, die durch Rauchen entstehen. Es muss also unser Fokus einmal in Richtung Aktivrauchen gehen. Beim Passivrauchen findet sich der Hauptschädigungsfaktor in der familiären Umgebung. Fragen Sie einmal die Kinder, die dann an Asthma leiden oder eine schlechtere Entwicklung der Lunge haben, die im häuslichen Raum passiv bequalmt werden. Das heißt, so muss man das Problem einmal einordnen. (Abg. Dr. Graf: Alle, die jetzt nicht hier sind, sind gerade rauchen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist, glaube ich, der österreichische Schritt ein wichtiger Schritt nach vorne. Ich bin aber überhaupt nicht blauäugig, ich bin sicher, dass der Trend von Seiten der EU, aber auch der gesellschaftliche Trend eigentlich eher in Richtung Nichtrauchen geht. Als Arzt sage ich Ihnen: Das ist auch ganz gut so. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Offenbar gibt es die nächste Krisensitzung – Herr Klubobmann Cap, nur damit Sie sie nicht versäumen! Es ist nämlich keiner da hinter Ihnen. Es ist völlig leer. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) – Ja, wir sind recht gut vertreten, muss ich sagen; bei uns ist die Mehrheit hier.
Beifall beim BZÖ.
Das ist eine Entwicklung, die wir als liberal denkende Menschen keinesfalls zur Kenntnis nehmen können. Daher setzen wir uns auch dafür ein, dass der Unternehmer auf der einen Seite und der Gast in seiner Freizeit auf der anderen Seite frei entscheiden können, was sie tun und lassen und was nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sagen wir klipp und klar: Die Lösung liegt auf der Hand. Es soll jeder Unternehmer, jeder Gastronom selbst entscheiden, ob er sein Lokal zu einem Nichtraucher-, zu einem Raucherlokal macht, ob er eine Mixzone macht oder zwei verschiedene Zonen. So viel Freiheit muss doch gewährleistet sein! Er trägt ja dann auch die Verantwortung dafür. Er trägt dafür die Verantwortung, ob überhaupt noch jemand zu ihm kommt oder nicht. Und er trägt auch dafür die Verantwortung, ob er letztlich damit erfolgreich ist oder nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Wir sind aber auch dafür, dass es neben dieser freien Entscheidung für Gastronomen und für Gäste durchaus auch zu einer verstärkten Förderung – das ist ein wesentlicher Punkt! – von wirklich guten Entlüftungsanlagen kommt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Beifall beim BZÖ.
Ich denke, man hätte die Finger überhaupt davon lassen sollen. Wir sind hier für gänzliche Freiheit – und nicht für Bevormundung, nicht für Zwang und nicht für Verbote, denn das widerspricht einer liberalen Gesellschaftspolitik. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nur?!
Meine Damen und Herren, glauben Sie mir eines: Ich war 38 Jahre lang begeisterter Raucher (Abg. Dr. Van der Bellen: Nur?!) Seit einem halben Jahr aber rauche ich nicht mehr. (Abg. Dr. Graf: Und nervös bist du auch, und deswegen ist die Regierung geplatzt!) Das ist zwar eine kurze Zeit, muss man sagen, aber eines habe ich in diesem halben Jahr festgestellt: Wenn ich in ein Lokal gehe – und das ist mir vorher nicht aufgefallen –, in dem geraucht wird, ist es unangenehm, wenn ich dort esse, wenn ich etwas trinke und wenn ich mich unterhalte. Ich habe selbst jahrelang – das gebe ich zu – andere Personen mit meinem Rauch belästigt. Mir fällt aber jetzt auf, dass das wirklich eine Belästigung ist.
Abg. Dr. Graf: Und nervös bist du auch, und deswegen ist die Regierung geplatzt!
Meine Damen und Herren, glauben Sie mir eines: Ich war 38 Jahre lang begeisterter Raucher (Abg. Dr. Van der Bellen: Nur?!) Seit einem halben Jahr aber rauche ich nicht mehr. (Abg. Dr. Graf: Und nervös bist du auch, und deswegen ist die Regierung geplatzt!) Das ist zwar eine kurze Zeit, muss man sagen, aber eines habe ich in diesem halben Jahr festgestellt: Wenn ich in ein Lokal gehe – und das ist mir vorher nicht aufgefallen –, in dem geraucht wird, ist es unangenehm, wenn ich dort esse, wenn ich etwas trinke und wenn ich mich unterhalte. Ich habe selbst jahrelang – das gebe ich zu – andere Personen mit meinem Rauch belästigt. Mir fällt aber jetzt auf, dass das wirklich eine Belästigung ist.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Wenn in der Regierung mehr Leute rauchen würden, dann wäre sie nicht geplatzt, dann hättet ihr eine Friedenspfeife geraucht!
ist ein starker Raucher und wird natürlich anders argumentieren. Ich denke, dass dieses Gesetz zum Schutze der Nichtraucher gut ist, und man soll von den Rauchern wirklich verlangen dürfen, dass sie Rücksicht auf die Nichtraucher nehmen. Mit diesem Gesetz wird ihnen ein kleiner Teil vorgeschrieben. Ich glaube, diese Verantwortung werden sie auch tragen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Wenn in der Regierung mehr Leute rauchen würden, dann wäre sie nicht geplatzt, dann hättet ihr eine Friedenspfeife geraucht!)
Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger auf dem Weg zum Rednerpult.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Lutz Weinzinger. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger auf dem Weg zum Rednerpult.) – Wollen Sie 5 Minuten Redezeit? – Gut.
Abg. Ing. Westenthaler: Dann haben wir eine Mehrheit!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Präsident! Wir haben heute kurz nach dieser interessanten Diskussion und Debatte vor dem Auflösungsbeschluss dieses Nationalrates und dieser Regierung eine „Abstimmung mit den Füßen“ miterlebt: Es sind alle gegangen. Sie wussten genau, dass es um dieses Problem geht. Es interessiert niemanden. Sie sind gegangen. Das heißt, wenn wir jetzt abstimmen, hier auf der Stelle, kriegen wir nicht einmal das Quorum zusammen. (Abg. Ing. Westenthaler: Dann haben wir eine Mehrheit!) Dann haben wir eine Mehrheit, wir, die wir rauchen!
Abg. Dr. Niederwieser: Ja!
Es ist selbstverständlich so, dass man Rücksicht nimmt. Haben Sie erlebt, wie das in Italien ausschaut, wenn alle vor dem Lokal, vor dem Restaurant stehen und dort rauchen und versuchen, irgendeine Art von Aschenbecher zu erreichen, wo sie ihren Tschick hineinschmeißen. Und im Restaurant ist niemand drinnen! Wollen Sie das haben? (Abg. Dr. Niederwieser: Ja!) Wollen Sie wirklich, dass wir in Zukunft die Gesellschaft in Raucher und Nichtraucher teilen? Wollen Sie das haben?
Ruf bei der SPÖ: Das ist leider von Natur aus gegeben!
Diese Teilungstendenzen haben ja einige politische Kräfte bei uns schon seit einiger Zeit: Teilung in Mann und Frau (Ruf bei der SPÖ: Das ist leider von Natur aus gegeben!), Teilung in Raucher und Nichtraucher, Teilung in verheiratete Frauen und nicht verheiratete Frauen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da ist aber die Regierung nicht schuld! – Abg. Öllinger: Ausländer und Inländer!) – Ausländer und Nichtausländer – richtig –, auch diese Teilung will ich nicht! (Allgemeine Heiterkeit.) Ich mag Ausländer, die bei uns zu Besuch sind. (Beifall bei der FPÖ.) Und ich mag auch Ausländer, die zu uns kommen und bei uns einwandern wollen. Da habe ich gar nichts dagegen, dann sollen sie aber die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Ich habe nichts gegen Einwanderung, aber Einwanderung auf dem Weg, der dafür vorgesehen ist – und nicht mit Wegschmeißen des Ausweises, um dann schwarz über die Grenze zu gehen und dann zu sagen: Asyl! – Das ist der falsche Weg.
Abg. Dr. Van der Bellen: Da ist aber die Regierung nicht schuld! – Abg. Öllinger: Ausländer und Inländer!
Diese Teilungstendenzen haben ja einige politische Kräfte bei uns schon seit einiger Zeit: Teilung in Mann und Frau (Ruf bei der SPÖ: Das ist leider von Natur aus gegeben!), Teilung in Raucher und Nichtraucher, Teilung in verheiratete Frauen und nicht verheiratete Frauen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da ist aber die Regierung nicht schuld! – Abg. Öllinger: Ausländer und Inländer!) – Ausländer und Nichtausländer – richtig –, auch diese Teilung will ich nicht! (Allgemeine Heiterkeit.) Ich mag Ausländer, die bei uns zu Besuch sind. (Beifall bei der FPÖ.) Und ich mag auch Ausländer, die zu uns kommen und bei uns einwandern wollen. Da habe ich gar nichts dagegen, dann sollen sie aber die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Ich habe nichts gegen Einwanderung, aber Einwanderung auf dem Weg, der dafür vorgesehen ist – und nicht mit Wegschmeißen des Ausweises, um dann schwarz über die Grenze zu gehen und dann zu sagen: Asyl! – Das ist der falsche Weg.
Allgemeine Heiterkeit.
Diese Teilungstendenzen haben ja einige politische Kräfte bei uns schon seit einiger Zeit: Teilung in Mann und Frau (Ruf bei der SPÖ: Das ist leider von Natur aus gegeben!), Teilung in Raucher und Nichtraucher, Teilung in verheiratete Frauen und nicht verheiratete Frauen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da ist aber die Regierung nicht schuld! – Abg. Öllinger: Ausländer und Inländer!) – Ausländer und Nichtausländer – richtig –, auch diese Teilung will ich nicht! (Allgemeine Heiterkeit.) Ich mag Ausländer, die bei uns zu Besuch sind. (Beifall bei der FPÖ.) Und ich mag auch Ausländer, die zu uns kommen und bei uns einwandern wollen. Da habe ich gar nichts dagegen, dann sollen sie aber die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Ich habe nichts gegen Einwanderung, aber Einwanderung auf dem Weg, der dafür vorgesehen ist – und nicht mit Wegschmeißen des Ausweises, um dann schwarz über die Grenze zu gehen und dann zu sagen: Asyl! – Das ist der falsche Weg.
Beifall bei der FPÖ.
Diese Teilungstendenzen haben ja einige politische Kräfte bei uns schon seit einiger Zeit: Teilung in Mann und Frau (Ruf bei der SPÖ: Das ist leider von Natur aus gegeben!), Teilung in Raucher und Nichtraucher, Teilung in verheiratete Frauen und nicht verheiratete Frauen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da ist aber die Regierung nicht schuld! – Abg. Öllinger: Ausländer und Inländer!) – Ausländer und Nichtausländer – richtig –, auch diese Teilung will ich nicht! (Allgemeine Heiterkeit.) Ich mag Ausländer, die bei uns zu Besuch sind. (Beifall bei der FPÖ.) Und ich mag auch Ausländer, die zu uns kommen und bei uns einwandern wollen. Da habe ich gar nichts dagegen, dann sollen sie aber die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Ich habe nichts gegen Einwanderung, aber Einwanderung auf dem Weg, der dafür vorgesehen ist – und nicht mit Wegschmeißen des Ausweises, um dann schwarz über die Grenze zu gehen und dann zu sagen: Asyl! – Das ist der falsche Weg.
Abg. Dr. Niederwieser: Eine Katastrophe ist etwas anderes!
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, dieses Gesetz nicht zu beschließen. Ich bitte Sie, Rücksicht auch auf einen ganz wesentlichen Teil unserer Wirtschaft, der für unsere Art des Zusammenlebens wichtig ist, zu nehmen, nämlich auf unsere Wirte. Was sollen die jetzt machen? Sie werden ja mit Strafe bedroht. Sollen sie die Raucher hinausschmeißen? – Eine Katastrophe! Oder die Raucher nicht hinausschmeißen und dort rauchen lassen, wo sie nicht dürfen? – Eine Katastrophe! Oder sollen sie die Nichtraucher hinausschmeißen? – Eine Katastrophe! (Abg. Dr. Niederwieser: Eine Katastrophe ist etwas anderes!)
Abg. Mag. Trunk: Genau das wird es geben! Deswegen müssen Sie jetzt ja sagen!
Ich bin in vielen Bereichen nicht der Meinung meines Vorvorredners, des Klubobmannes Westenthaler, aber hier hat er recht: Hier muss man die freie Entscheidung der Wirtschaft überlassen, die freie Entscheidung: Ich bin ein Nichtraucherlokal, ich bin ein Raucherlokal, ich bin ein gemischtes Lokal, hier kann man rauchen und in abgetrennten Bereichen nicht rauchen. (Abg. Mag. Trunk: Genau das wird es geben! Deswegen müssen Sie jetzt ja sagen!) Das kann man machen, aber doch nicht mit solchen Zwangsmaßnahmen.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, nehmen Sie Rücksicht auf eine aussterbende Rasse: auf uns Raucher! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei Grünen und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Gestatten Sie mir, zum Tabakgesetz Stellung zu nehmen, obwohl ich bei den Grünen nicht für Knigge zuständig bin und auch nicht der grüne Kultursprecher bin! (Heiterkeit bei Grünen und ÖVP.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Daher stimmen wir dieser Gesetzesvorlage zu, meinen aber doch, dass man es sehr genau auf die Auswirkungen, auf den Grad der Umsetzung evaluieren muss, um zu sehen, ob dieser eine Schritt genügt oder ein zweiter folgen muss. – Vielen Dank. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neugebauer: Habt ihr das wissenschaftlich untersucht, die Anbandlerei?
Wir fordern daher eine Wahlfreiheit für Raucher und Nichtraucher. Es soll für jeden Bürger in Österreich auch in Zukunft diese Möglichkeit bestehen – und nicht so wie in anderen Ländern, wo die Scheidungsrate, wie sich in Italien gezeigt hat, wesentlich angestiegen ist, weil das „Anbandeln“ draußen vor dem Lokal natürlich viel einfacher geworden ist. (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Neugebauer: Habt ihr das wissenschaftlich untersucht, die Anbandlerei?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lutz Weinzinger: Die Stammtische werden sich in unserem Land auflösen! – Cannabis, sagt ihr alle, darf man rauchen! Cannabis darf man rauchen ...!
Ich denke, dass wir mit diesem Gesetzesbeschluss einen guten und richtigen Weg gehen, der dazu führen wird, dass uns zukünftig ein gesünderer Aufenthalt in unseren Gastrobetrieben möglich sein wird, womit auch ein Gewinn an Lebensqualität für viele Menschen verbunden sein wird. Ich bin auch der Überzeugung, dass diese Panikmache, die es am Anfang bezüglich der Überregulierung und bezüglich der Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit gab, bald im Sande verlaufen wird und sich das Ganze in Wohlgefallen auflösen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lutz Weinzinger: Die Stammtische werden sich in unserem Land auflösen! – Cannabis, sagt ihr alle, darf man rauchen! Cannabis darf man rauchen ...!)
Abg. Wöginger: Als Arbeitnehmerin!
Es ist auch eine Kulturfrage. Stellen Sie sich doch ein Kaffeehaus wie das Hawelka und ähnliche Lokale vor: Da gehen die Nichtraucher doch gerne hinein – und dann dürfen sie eigentlich nicht mehr! Und wenn eine Frau schwanger ist, dann darf sie dort in Wirklichkeit auch nicht mehr hineingehen. (Abg. Wöginger: Als Arbeitnehmerin!)
Abg. Wöginger: Als Arbeitnehmerin, Herr Dr. Graf!
Man kann natürlich jetzt beginnen, alle einzeln abzustrafen. (Abg. Wöginger: Als Arbeitnehmerin, Herr Dr. Graf!) – Ja, jeder Vergleich hinkt, das wissen wir schon. Und Sie von der ÖVP mit Ihrem Wirtschaftsbund werden es wieder hervorragend in der Gastronomie den Wirtsleuten beibringen, wie toll Sie nicht gekämpft haben dafür, dass weiterhin ein bisserl geraucht werden darf und dass man das Ganze etwas abgemindert hat. – Sie werden sehen, es werden genug sein, die am Ende abgestraft werden.
Abg. Wöginger: Wo sind Sie denn daheim, Herr Doktor?
Am Ende ist es ja nur mehr Randgruppenpolitik, die wir machen: Jetzt gibt es die Autofahrer, die permanent belastet werden und die eine Randgruppe sind. Es gibt die Männer, die in Wirklichkeit ja schon diskriminiert werden. Wenn man heterosexuell ist, hat man schon gar keine Chance mehr. Wenn man dann noch Raucher ist, ist es überhaupt schon ganz arg. Und jetzt kommt noch dazu: der Wirt, der Raucher, Autofahrer, Mann und heterosexuell ist, hat keinen Platz mehr in der Gesellschaft! – So sehe ich das, und ich möchte das eigentlich nicht. (Abg. Wöginger: Wo sind Sie denn daheim, Herr Doktor?)
Abg. Wöginger: Wo sind Sie denn zu Hause?
Ich will eigentlich, dass wir einen österreichischen Weg gehen, dass wir uns das, was wir in Österreich lieb gewonnen haben, erhalten und nicht permanent den amerikanischen (Abg. Wöginger: Wo sind Sie denn zu Hause?) und europäischen und EU-Lobbyisten frönen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Das ist makaber, Herr Doktor! – Abg. Dr. Graf – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Ich bin Raucher, ich darf das sagen! Ein Nichtraucher darf das nicht! – Und jetzt geh’ ich eine Zigarette rauchen – zu allen anderen Kollegen, die rauchen!
Das wissen wir ja am Ende ohnehin, dass man im Leben immer die gleichen Gesundheitskosten hat: Sie fallen immer in den letzten paar Jahren des Lebens an, und zwar wurscht, ob Sie 80, 90 oder 60 Jahre alt werden. Aber der Raucher lebt kürzer. Und wenn wir das jetzt alles verbieten, dann wird unser Pensionssystem erst recht und noch früher einen Kollaps erleiden! – Das will ich auch verhindern, das sei eben- falls dazugesagt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Das ist makaber, Herr Doktor! – Abg. Dr. Graf – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Ich bin Raucher, ich darf das sagen! Ein Nichtraucher darf das nicht! – Und jetzt geh’ ich eine Zigarette rauchen – zu allen anderen Kollegen, die rauchen!)
Abg. Dr. Graf: Und ich hab’ es ertragen!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! – Werter Kollege Graf, ich würde dich doch ersuchen, noch hierzubleiben! – Auch ich muss mich outen, so wie Kollege Keck, der es sehr schön beschrieben hat, wie es jemandem geht, der selbst Kettenraucher war. Vor vier Jahren habe ich noch drei Packungen Zigaretten täglich geraucht. (Abg. Dr. Graf: Und ich hab’ es ertragen!) Ich habe damit meine Umwelt, meine Familie belästigt, und ich gestehe eines: Mir geht es, seit ich zu rauchen aufgehört habe, besser! (Abg. Dr. Graf: Ist in Ordnung!) Ich gehöre allerdings nicht zu diesen intoleranten Nichtrauchern, sondern ich glaube, dass wir in dieser Frage einen Kompromiss eingehen sollen. Und dieser Entwurf, dieses Gesetz wird dem gerecht.
Abg. Dr. Graf: Ist in Ordnung!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! – Werter Kollege Graf, ich würde dich doch ersuchen, noch hierzubleiben! – Auch ich muss mich outen, so wie Kollege Keck, der es sehr schön beschrieben hat, wie es jemandem geht, der selbst Kettenraucher war. Vor vier Jahren habe ich noch drei Packungen Zigaretten täglich geraucht. (Abg. Dr. Graf: Und ich hab’ es ertragen!) Ich habe damit meine Umwelt, meine Familie belästigt, und ich gestehe eines: Mir geht es, seit ich zu rauchen aufgehört habe, besser! (Abg. Dr. Graf: Ist in Ordnung!) Ich gehöre allerdings nicht zu diesen intoleranten Nichtrauchern, sondern ich glaube, dass wir in dieser Frage einen Kompromiss eingehen sollen. Und dieser Entwurf, dieses Gesetz wird dem gerecht.
Abg. Dr. Graf: Da darf man auch nicht mehr rauchen, im Flugzeug!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich denke wie Reinhard Mey: Nur über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. (Abg. Dr. Graf: Da darf man auch nicht mehr rauchen, im Flugzeug!) Es gibt Grenzen der Freiheit, und zwar am Arbeitsplatz. Hier geht es um den Arbeitnehmerschutz. Es geht um die Grenzen der Freiheit auch in der Gastronomie, und hier gehen wir einen Kompromissweg. Es gibt auch in der Familie Grenzen der Freiheit, insbesondere auch in den Kinderzimmern.
Beifall bei der SPÖ.
Heute werden wir ein Gesetz beschließen. Die Diskussion wird damit nicht abgeschlossen sein, und ich stimme Kurt Grünewald zu: Wir werden diese Regelungen in ein, zwei, drei Jahren gemeinsam evaluieren müssen. – Heute darf ich Sie einladen, diesem Gesetz zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Selbstverständlich hätten Kassen, Kranken- oder Gesundheitskassen, jetzt eigentlich die prioritäre Aufgabe, all jenen, die tatsächlich mit dem Rauchen aufhören wollen, das entsprechend zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen. Dafür fehlt ihnen aber leider wirklich das Geld, das sie brauchen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber zum Kollegen Weinzinger und auch zu Ihnen, Herr Kollege Graf: Es wird nicht so sein, dass mit diesem Gesetz die Gesellschaft gespalten wird, denn wir haben im Verlauf der Gesetzeswerdung darauf geachtet, dass die Wahlfreiheit bestehen bleibt: dass die Wahlfreiheit bei den Wirten bestehen bleibt, vor allem im ländlichen Raum, in den kleineren Gaststätten, wo das Zusammentreffen der Menschen noch ein wichtiger Faktor im gesellschaftlichen Leben ist. Dass dort der Wirt entscheiden können soll, ob er sagt, bei mir wird geraucht oder bei mir wird nicht geraucht, das ermöglichen wir mit diesem Papier. Dazu stehen wir auch, dazu bekennen wir uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Du bist ja noch gar nicht so alt!
Ich denke, wir sollten einen sehr wichtigen Punkt ehrlich ansprechen: Es geht vor allem auch darum, die Nichtraucher zu schützen. Ich habe auch zehn Jahre lang geraucht, von 15 bis 25, ich habe dieses Laster von der Schule mitgenommen. Vor acht Jahren habe ich es aber Gott sei Dank geschafft, aufzuhören. (Abg. Dr. Graf: Du bist ja noch gar nicht so alt!) Zur Aufklärung: Ich bin jetzt 33, Herr Kollege Graf!
Abg. Dr. Graf: Irgendwann!
Ich habe es Gott sei Dank geschafft, und ich meine, es gebührt jenen Menschen, die von diesem gesundheitsschädigenden Suchtmittel wegkommen und es schaffen, loszulassen, auch Respekt und Anerkennung. Wenn auch einige hier unter uns sind, die das schaffen, ist das sicherlich auch erwähnenswert. – Herr Kollege Graf, falls Sie das anstreben, wünsche ich Ihnen alles Gute! (Abg. Dr. Graf: Irgendwann!) Es ist machbar. Es spielt sich hauptsächlich im Kopf ab – und nicht in irgendwelchen Büchern oder sonst wo!
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich noch sagen: Ich meine, man sollte all jene ermuntern, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Es ist möglich. Und es ist sicherlich gesünder, nicht zu rauchen als zu rauchen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir sollten diesen Weg des geänderten Bewusstseins und des friedlichen Nebeneinander vor allem auch in der künftigen Wahlzeit gehen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Die Kassen sind ja pleite! Was sollen die zahlen?
Neben der Prävention, neben den Bemühungen, dass junge Menschen erst gar nicht zur Zigarette greifen, weil Rauchen nicht mehr als schick gilt, und der Unterstützung beim Aufhören trägt das Rauchverbot in umschlossenen öffentlichen Räumen aber auch dazu bei, das Rauchen einzudämmen. Ich glaube, es wird in Zusammenarbeit mit den Kassen auch Möglichkeiten geben, entsprechende diesbezügliche Angebote zu schaffen. Es gibt zumindest schon ganz konkrete Gespräche. (Abg. Dr. Graf: Die Kassen sind ja pleite! Was sollen die zahlen?) Neben den Kampagnen, die angeboten werden, ist das auch einer der Schritte, gegen die Passivrauch-Situation massiv aufzutreten.
Beifall bei der ÖVP.
Die Herkunft dieser Unterlagen ist sehr unterschiedlich: Die Sammlung umfasst unter anderem medizinische Fachliteratur, Statistiken aus anderen europäischen Ländern, entsprechende Verfassungsgerichtshofsbeschlüssen, aber natürlich auch verschiedene Studien. So hat etwa die Tabakindustrie – ich erinnere jetzt nur an die vielen Universitätskliniken, die von Reynolds, einem großen Tabakunternehmen, finanziert werden – zahlreiche Studien in Auftrag gegeben, zum Beispiel zum Schutz von Jugendlichen vor dem Tabakrauchen. Ich sehe also keinen Grund dafür, diese öffentlichen Studien, die auch international definiert wurden, der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung zu stellen. Von Seiten des Ministeriums sind wir gerne bereit, diese Unterlagen an alle Interessierten weiterzuleiten. Wir haben zu diesem Thema eine Bibliothek geschaffen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Ich sage Ihnen ganz offen: Fraglos haben die Krankenkassen zum Teil Probleme. Sie können uns aber nicht in eine Reform hineinargumentieren, bei welcher Träger ganz unterschiedlicher Struktur über einen Leisten geschlagen werden. Da machen wir nicht mit! Die Kassen werden bundesweit von drei Ministerien geprüft, nämlich vom Finanz-, vom Sozial- und vom Gesundheitsministerium. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
den Lösungen finden, mit denen es in diesem Land gut weitergeht. Davon bin ich überzeugt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Riepl: Der Raucher-Raum ist aber viel größer!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! An die Adresse der Kritiker: Ist das Parlament eine Insel der Seligen? Hier funktioniert nämlich das Miteinander beziehungsweise Nebeneinander von Rauchern und von Nichtrauchern, und zwar nicht nur hier im Saal. Wer rauchen will, geht hinaus, und auch in der Cafeteria ist Raum für Nichtraucher und Raucher. (Abg. Dr. Riepl: Der Raucher-Raum ist aber viel größer!) Jedenfalls sieht man, dass es funktioniert, wenn es klare Spielregeln gibt. Daher brauchen wir auch klare Spielregeln in der Gastronomie.
Beifall bei der ÖVP.
Ich ersuche Sie um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin, ich danke Ihnen für dieses Gesetz mit Augenmaß, das dem Gesundheitsaspekt besonders Rechnung trägt. Wenn es in näherer oder fernerer Zukunft aus einer inneren Überzeugung und im breiten Konsens zu einem totalen Rauchverbot kommen sollte, werde ich das auch mittragen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sollen nicht unbedingt auf andere Länder schauen, wir sollten eigene kreative Lösungen im Sinne von Nichtraucherschutz und im Sinne des Friedens in der Gesellschaft suchen. Die Frau Ministerin ist da sehr behutsam und geschickt vorgegangen. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich habe das Gefühl, die Zahl derer, die sagen, dieses Gesetz geht zu weit, ist jetzt höher als die Zahl jener, die sagen, es geht zu wenig weit. Das ist für mich ein Beweis, dass dieses Gesetz auch aus gesundheitlicher Sicht ein gutes Gesetz ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist ein gutes Gesetz, es sichert viele Arbeitsplätze, sichert vielen Unternehmen ihre Existenz, gerade den kleinen Beiseln und den Gastwirten. Dafür möchte ich mich bei euch allen und ganz besonders bei Ihnen, Frau Ministerin – Sie als Gesundheitsministerin haben da sehr stark stehen müssen –, recht herzlich bedanken. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich noch einmal bei allen, die das möglich gemacht haben – bei dir, liebe Frau Ministerin, ganz besonders. Sie hat hier wirklich ein Standing bewiesen; Kollege Obernosterer hat es schon gesagt. Ich bedanke mich aber auch bei der Gesundheitssprecherin des scheidenden Koalitionspartners und bei allen, die hier Verständnis hatten, im Namen der Wirte dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Binder-Maier und Dr. Brinek werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Binder-Maier und Dr. Brinek werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich also, warum solche diffusen Ängste und Vorurteile dazu führen, dass ÄrztInnen und PatientInnen gleichzeitig mehr als einen warnenden Finger erheben, man aber einfach sagt, es soll so sein. Ich trete mit aller Vehemenz gegen dieses Gesetz auf – und das hat nichts mit Verherrlichung von Drogen zu tun. Das sage ich nur, um nicht wieder irgendwelchen seltsamen Vorwürfen ausgesetzt zu sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Alles in allem glaube ich sagen zu können, dieses Suchtmittelgesetz geht einfach den österreichischen Weg weiter. Wir waren nie in Extremen verhaftet, und ich muss sagen, die Erfolge – heute sind fast 50 Prozent der Süchtigen in Substitution – zeigen, dass wir dieses Problem, welches in jedem Land der Welt existent ist, doch möglichst klein halten. Nur eines: Die Sucht hat ganz andere Wurzeln, und zu glauben, dass man das mit Strafrecht und irgendwelchen Registern in den Griff bekommt, das wäre wirklich naiv – und so naiv sind wir alle nicht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ein weiterer Kritikpunkt – und ich weiß, es ist geltendes Recht, aber das hätte ich mir von einer Novelle sehr wohl erwartet –: dass schon der bloße Verdacht ausreicht, um in dieses Register eingetragen zu werden. Das ist etwas, womit wir überhaupt nichts anfangen können, denn das ist ein Vernaderungsparagraph. Das würde bedeuten, Frau Bundesminister, Sie erhalten eine anonyme Anzeige, dass Sie drogenkrank sind, und dann kommen Sie in dieses Register – ob das jetzt stimmt oder nicht! Selbst wenn die Staatsanwaltschaft derartige Fälle niederlegt, so ist das etwas, das mit meinem Rechtsverständnis überhaupt nicht konform geht. Das ist etwas, das aus dem Gesetz wirklich entfernt gehört, und zwar sehr dringend. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Es ist das für uns ein Gesetz, das undurchschaubar ist, das in sich unlogisch und inkomplett ist, und daher werden wir diesem Gesetz nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass wir diesem Gesetzentwurf beruhigt zustimmen können. Vor allem glaube ich, dass es gut ist, eine derart abgespeckte Variante zu haben, denn man weiß nicht, was zukünftige Regierungen bringen könnten. Ich glaube, dass das in der Form sicherlich die gescheitere Variante ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der Datenschutzrat, Herr Abgeordneter Rasinger, hat in der Begutachtung sehr wohl einiges an diesem Entwurf kritisiert. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Auer: Und was haben Sie am Vorabend gemacht? – Abg. Murauer: Dann wissen Sie, dass Sie vorher irgendetwas falsch gemacht haben!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte MinisterInnen! Hohes Haus! Stellen Sie sich vor, Sie werden frühmorgens wach, weil vor Ihnen ein maskierter bewaffneter Polizist mit gezogener Waffe steht, mit mehreren Kollegen, und Sie auffordert, sofort aufzustehen und die Arme über den Kopf zu nehmen. (Abg. Dipl.-Ing. Auer: Und was haben Sie am Vorabend gemacht? – Abg. Murauer: Dann wissen Sie, dass Sie vorher irgendetwas falsch gemacht haben!) – Ja, genau, der Kollege sagt, dann wissen Sie, dass Sie irgendetwas falsch gemacht haben. Sie überlegen fieberhaft, was das gewesen sein könnte. – Sie wissen es nicht. (Abg. Murauer: Das wird er einem dann schon sagen!) Das wird er einem dann schon sagen, meint der Kollege. Ja, die Polizei sagt: Kommen Sie mit, das erfahren Sie schon noch rechtzeitig!
Abg. Murauer: Das wird er einem dann schon sagen!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte MinisterInnen! Hohes Haus! Stellen Sie sich vor, Sie werden frühmorgens wach, weil vor Ihnen ein maskierter bewaffneter Polizist mit gezogener Waffe steht, mit mehreren Kollegen, und Sie auffordert, sofort aufzustehen und die Arme über den Kopf zu nehmen. (Abg. Dipl.-Ing. Auer: Und was haben Sie am Vorabend gemacht? – Abg. Murauer: Dann wissen Sie, dass Sie vorher irgendetwas falsch gemacht haben!) – Ja, genau, der Kollege sagt, dann wissen Sie, dass Sie irgendetwas falsch gemacht haben. Sie überlegen fieberhaft, was das gewesen sein könnte. – Sie wissen es nicht. (Abg. Murauer: Das wird er einem dann schon sagen!) Das wird er einem dann schon sagen, meint der Kollege. Ja, die Polizei sagt: Kommen Sie mit, das erfahren Sie schon noch rechtzeitig!
Abg. Murauer: Da haben wir es eh schon!
Bei der Einvernahme wird Ihnen dann erklärt, Sie seien Mitglied einer kriminellen Organisation. (Abg. Murauer: Da haben wir es eh schon!) Jetzt sind Sie Mitglied bei der ÖVP. (Abg. Murauer: Das ist keine kriminelle Organisation!) Das ist in meinen Augen keine kriminelle Organisation. Wenn es nach dem § 278a geht, bin ich mir da schon nicht mehr so sicher, Herr Kollege. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Murauer: Das ist keine kriminelle Organisation!
Bei der Einvernahme wird Ihnen dann erklärt, Sie seien Mitglied einer kriminellen Organisation. (Abg. Murauer: Da haben wir es eh schon!) Jetzt sind Sie Mitglied bei der ÖVP. (Abg. Murauer: Das ist keine kriminelle Organisation!) Das ist in meinen Augen keine kriminelle Organisation. Wenn es nach dem § 278a geht, bin ich mir da schon nicht mehr so sicher, Herr Kollege. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Bei der Einvernahme wird Ihnen dann erklärt, Sie seien Mitglied einer kriminellen Organisation. (Abg. Murauer: Da haben wir es eh schon!) Jetzt sind Sie Mitglied bei der ÖVP. (Abg. Murauer: Das ist keine kriminelle Organisation!) Das ist in meinen Augen keine kriminelle Organisation. Wenn es nach dem § 278a geht, bin ich mir da schon nicht mehr so sicher, Herr Kollege. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
anzugehören, aber es gibt sonst keine konkreten Anklagepunkte. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass in einem Rechtsstaat, dass in Österreich so etwas möglich ist und einem Bürger oder einer Bürgerin so etwas passieren kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Glauben Sie, entspricht es einem modernen Rechtsstaat mit korrektem Vorgehen, mit klaren Bestimmungen für das Vorgehen, wenn man einem Beschuldigten bei einer Hausdurchsuchung erstens einmal gleich ungeschaut die Tür eintritt, nicht einmal fragt, ob er aufmacht, nicht sagt, er möge gesuchte Gegenstände freiwillig herausgeben – was auch nicht geht, weil der Durchsuchungsbescheid so formuliert ist, dass relevante Informationen gesucht werden, und das kann man schlecht herausgeben –, wenn man dann den Beschuldigten in der Unterhose in Handschellen auf den öffentlichen Gang vor seine Wohnung zerrt und dort eine Stunde lang „abstellt“, während in seiner Abwesenheit die Hausdurchsuchung durchgeführt wird? – Das spottet nicht nur jeder Beschreibung, sondern das widerspricht vor allem den Rechtsvorschriften für die Vorgangsweise bei solchen Hausdurchsuchungen. Das ist glatt rechtswidrig! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Auer: 33, das ist aber nicht wenig!
Wie ist es jetzt dazu gekommen? – Es gab, glaubt man den Schriften der Staatsanwaltschaft, in den letzten elf Jahren 33 einzelne Straftaten von so genannten Gasanschlägen, gemeint sind Stinkbomben, nichts sonst. Brandstiftungen wurden genannt, bis zu gelinderen Sachbeschädigungen. Wenn man das alles durchgeht und sich das anschaut, nachdem die Oberstaatsanwaltschaft das überprüft hat, stellen wir fest, dass von den 33 einzelnen Straftaten (Abg. Dipl.-Ing. Auer: 33, das ist aber nicht wenig!) nur noch – je nachdem, ob man nur jene ab Geltung des Gesetzes dazu nimmt oder nicht – vermutlich 22 Straftaten übrigbleiben, davon mehrere Schmierereien an Hauswänden, mehrere eingeschlagene Fensterscheiben, es war in den Unterlagen nicht eindeutig, ob zwei oder fünf beschädigte Hochstände, und besagte Stinkbomben. Das sind die konkreten Straftaten, um die es geht.
Beifall bei den Grünen.
wurf einer Brandstiftung konstruieren. Das ist haarsträubend, das spottet jedem rechtsstaatlichen Prinzip, wie hier umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
So kann man nicht vorgehen! Das ist völlig unkorrekt, das spottet jedem Rechtsstaat, und ich beharre darauf, dass wir in Österreich nach rechtsstaatlichen Prinzipien vorgehen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist keine Lappalie, das ist keine Schlamperei, die man sich so nebenbei erlauben darf – und schon gar nicht, wenn das quer durch den Akt immer wieder auftritt! Das ist eine strafrechtlich relevante Informationsverfälschung – ob absichtlich oder unabsichtlich, das sei dahingestellt, aber so geht es nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Kein Rauch ohne Feuer!
All das wurde und wird den Beschuldigten noch immer ausgelegt als ein Beweis dafür, dass ihre Tätigkeit nicht einfach normale Tierschutzarbeit ist, nicht einfach normale NGO-Tätigkeit ist, sondern den Tatbestand der kriminellen Organisation erfüllt. (Abg. Rädler: Kein Rauch ohne Feuer!) – Kein Rauch ohne Feuer, außer bei Brandstiftungen an Jagdhütten, wo sich dann alles als Schall und Rauch entpuppt.
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege! Die Frage ist, wo da das Feuer ist, wo der viele Rauch herkommt. Und ich werde darauf noch zu sprechen kommen, was es alles aufzuklären gibt bei der Geschichte. Da ist von vorne bis hinten so ziemlich alles mehr als aufklärungswürdig, das kann ich Ihnen versichern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schalle: Es können aber auch weniger sein!
Drittens: Es muss eine Mindestpersonenanzahl gegeben sein, erst dann ist von einer Organisation zu reden. Man geht in der Justiz immer davon aus, dass das zehn Personen sein müssen. – Welch ein Zufall: Es wurden genau zehn Personen festgenommen! (Abg. Schalle: Es können aber auch weniger sein!) Wenn man genauer hinschaut und sich die Auswertungen der Staatsanwaltschaft anschaut, erkennt man, es sind eigentlich zwei Fünfer-Gruppen, die untereinander mehr verfeindet als befreundet sind und die jedenfalls nicht unbedingt freiwillig auch nur legale Aktionen miteinander machen würden.
Abg. Prinz: Das ist ein sehr schlechter Vergleich!
Das ist so, müssen Sie sich vorstellen – vielleicht ein Beispiel vor allem für Ihre Bereiche –, als würden Sie verdächtigt, einer kriminellen Organisation anzugehören, weil Sie bei der Freiwilligen Feuerwehr sind und weil es des Öfteren im Zuge von Feuerwehrfesten zu irgendeiner Schlägerei gekommen ist. (Abg. Prinz: Das ist ein sehr schlechter Vergleich!)
Beifall bei den Grünen.
Also: Entweder bei den einen das zulassen oder es bei allen gemeinsam argumentieren. Und da sind wir an dem Punkt, dass nichts mehr geht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mandak: Seit sieben Wochen!
Es spricht nichts dagegen, Verfahren gegen einzelne auf freiem Fuß befindliche Personen wegen Sachbeschädigung durchzuführen. Wenn sie etwas strafrechtlich Relevantes getan haben, dann ja. Jede Sachbeschädigung, jedes strafrechtlich relevante Detail ist zu verfolgen. Aber Sie haben nicht einmal einen einfachen Tatverdacht, und die Menschen sitzen in Untersuchungshaft. Nur bei dringendem Tatverdacht ist eine Untersuchungshaft zulässig! (Abg. Mandak: Seit sieben Wochen!)
Beifall bei den Grünen.
Das, was wir brauchen, ist die sofortige Enthaftung dieser zehn Beschuldigten. Führen Sie gegen auf freiem Fuß befindliche Personen ein Verfahren! Wir brauchen eine sofortige Reparatur dieses unseligen und, wie wir jetzt wissen, für jeden Missbrauch anfälligen § 278a StGB. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Das wäre es ja!
Ich darf auch daran erinnern, dass dieser Nationalrat aufgrund meiner Initiative in der Verfassung festgehalten hat, dass die Staatsanwaltschaft ein Teil der Gerichtsbarkeit ist und daher in besonderem Maße den Geboten der unbeeinflussten, objektiven Verfahrensführung verpflichtet ist. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Das wäre es ja!) In diesem Sinne habe ich mich immer auch dazu bekannt, auch nur den bloßen Anschein einer wie auch immer gearteten Einflussnahme auf die Entscheidungen von Gerichtsbarkeit und Staatsanwaltschaft zu vermeiden, gleichzeitig jedoch allen Informationspflichten gegenüber den gesetzgebenden Körperschaften nachzukommen.
Beifall bei der ÖVP.
Andreas Koller hat in der heutigen Ausgabe der „Salzburger Nachrichten“ in einem etwas anderen Zusammenhang bemerkt, ob es denn tatsächlich sinnvoll wäre, darüber abzustimmen, welche Strafe in einem bestimmen Fall angemessen wäre. Ich meine, dass dies den Kern trifft, weil ich nicht akzeptieren kann, dass während eines anhängigen gerichtlichen Verfahrens die noch zu treffenden Entscheidungen der Rechtsmittelgerichte präjudiziert werden sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Deswegen dürfen wir keine Gesetze ändern?
Ein unbestreitbarer Vorteil der Strafprozessreform liegt ja darin, dass auch gegenüber Polizeiorganen erhobene Vorwürfe einer unverhältnismäßigen Anwendung von Zwang im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens geprüft werden. Ich denke, dass es ein Zeichen des Respekts vor der unabhängigen Justiz wäre, diese Entscheidungen abzuwarten und der Justiz hier das Vertrauen auszusprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Deswegen dürfen wir keine Gesetze ändern?)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Fichtenbauer und Schalle. – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Was ist eine schwerwiegende Straftat?
Der Tierschutz ist auch mir ein wichtiges Anliegen. Ich empfinde Hochachtung für jeden, der sich hier aktiv einsetzt, um zum Beispiel illegale und tierquälerische Aktivitäten und Praktiken aufzudecken. Allerdings kann kein noch so ehrenwertes Motiv einen Rechtfertigungsgrund für schwerwiegende Straftaten bieten, wenn das nicht ausdrücklich im Gesetz vorgesehen ist. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Fichtenbauer und Schalle. – Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Was ist eine schwerwiegende Straftat?)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Demonstrationen zum Beispiel!
die Ausübung von Menschenrechten ausgerichtet ist. Friedliche Proteste bis hin zu Maßnahmen, die ein Einschreiten der zuständigen Organe zur Verfolgung tierquälerischer Aktivitäten ermöglichen, sind sicher durch die Grundrechte der Meinungsfreiheit und der Versammlungsfreiheit gedeckt. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Demonstrationen zum Beispiel!)
Beifall des Abg. Neubauer.
Tierschutz darf sich daher aktiv an Protestmaßnahmen und Blockaden oder Ähnlichem beteiligen, nicht jedoch fortgesetzt fremdes Eigentum beschädigen oder andere Straftaten begehen. (Beifall des Abg. Neubauer.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Nennen Sie mir eine schwerwiegende Straftat, Frau Ministerin!
Ich möchte, dass Sie berücksichtigen, dass jede andere Auffassung eine grundlegende Änderung des Prinzips darstellen würde, wonach Gewaltausübung staatlicher Autorität vorbehalten ist. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Nennen Sie mir eine schwerwiegende Straftat, Frau Ministerin!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Schalle und Neubauer.
trag auch ansprechen, als bereits in die Wege geleitet zu betrachten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Schalle und Neubauer.)
Abg. Dr. Brinek: Bei welcher Veranstaltung waren Sie da?
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Bundesministerin, ich habe Sie immer als sensible Rechtspolitikerin geschätzt. Ich von der Opposition und Sie in der Regierung waren nicht immer einer Meinung, aber das, was ich geschätzt habe, ist der Umstand, dass Sie sich nie einer Diskussion verschlossen haben. (Abg. Dr. Brinek: Bei welcher Veranstaltung waren Sie da?)
Beifall bei den Grünen.
Heute allerdings haben Sie das getan, denn es gibt im Zusammenhang mit den Tierschützern einiges zu diskutieren, nämlich hinsichtlich der Anwendbarkeit des § 278a Strafgesetzbuch, und Sie entziehen sich der Debatte mit der Unterstellung, wir würden ein Gesetz für einen Einzelfall ändern wollen. Sie wissen, dass das nicht so ist. Der Entschließungsantrag ist natürlich in die Zukunft gerichtet. Es sollen damit nur die Lehren aus diesem Fall gezogen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
500 000 Frauen in Europa arbeiten in Zwangsprostitution, und es läuft mir kalt über den Rücken, wenn ich Berichte höre, dass Menschenhändler asiatische und afrikanische Flüchtlingslager durchwandern und sich jene Frauen aussuchen, die sie dann unter falschen Versprechungen in Bordellen Europas verkaufen. Der Umsatz dieser Menschenhändler in Europa beträgt über 10 Milliarden €. Keine Nachsicht, kein Mitleid mit diesen Menschenhändlern, mit diesen Waffenschiebern, mit diesen Geldwäschern (Beifall bei den Grünen), und das Parlament hat 1993 – Sie haben es erwähnt – möglicherweise durchaus gute Gründe gehabt, warum die ursprüngliche Richtlinie zur Geldwäscherei verschärft wurde, wenn man sich diese Zahlen anschaut.
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wenn ich bedenke, dass bis zu 5 Prozent des Weltbruttoinlandsprodukts aus ille- galen Quellen stammt, dann verstehe ich schon, dass man einen Straftatbestand braucht, der diesen Verbrechensgruppen gerecht wird. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wenn man sich die Unterlagen anschaut, Herr Kollege, dann sieht man auch relativ genau, wer die Adressaten dieses Paragraphen waren. Damals war die Rede von der sizilianischen Mafia, von der kalabrischen N’Drangheta und von den chinesischen Triaden – aber sicher nie von Tierschützern! Die kommen dort garantiert nicht vor. Es wurde im gegenständlichen Fall der § 278a Strafgesetzbuch missbraucht, um eine unbeugsame, kritische und vielleicht auch unbequeme Gruppe politisch mundtot zu machen. Das ist der Hintergrund! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Möglicherweise? Schauen Sie sich einmal an, was die aufgeführt haben!
Während offensichtlich – wenn man sich die Zahlen anschaut, so kann man das feststellen – Geldwäscher, Waffenschieber, Frauenhändler ihren Geschäften nachgehen können, sitzen die Tierschützer in Österreich in Untersuchungshaft. Stellen wir noch einmal gegenüber: dort Versklavung und Milliardenumsätze, da Tierschutz und möglicherweise – das ist natürlich in einem Verfahren zu klären – Sachbeschädigung in der Höhe von einigen tausend Euro! (Abg. Mag. Donnerbauer: Möglicherweise? Schauen Sie sich einmal an, was die aufgeführt haben!)
Beifall bei den Grünen.
Natürlich „möglicherweise“, denn in Österreich gilt immer noch die Unschuldsvermutung. Vielleicht nicht bei Ihnen – aber das ist ein Rechtsgrundsatz! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
ist eines Rechtsstaates schlichtweg unwürdig. So geht das nicht! Man kann nicht beliebig einen strafbaren Vorwurf erheben, ohne ihn zu beweisen, nur um zu Ermittlungsergebnissen zu kommen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der dritte Punkt ist der erhebliche Einfluss auf Wirtschaft und Politik – das ist eine ganz wichtige Bestimmung in diesem § 278a StGB. Da fragen wir uns: Wo ist der Einfluss auf Wirtschaft und Politik bei den Tierschützern? – Wissen Sie, wie das untermauert wird? Es wird behauptet, dass diese Tierschützer Unternehmen in den wirtschaftlichen Ruin treiben würden, indem sie Kampagnen gegen den Pelzhandel veranstalten würden. Wenn das nicht so gefährlich wäre, würde ich lachen. Das ist ja schlichtweg lächerlich, denn politische Kampagnen in eine bestimmte Richtung führen Sie alle, meine Damen und Herren, führt jede NGO. Das allein kann und darf in einem Rechtsstaat nicht zur Anwendung des § 278a StGB führen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Aspöck.
Wir haben auch schon einen Initiativantrag eingebracht, der jedoch aufgrund der Auflösung des Nationalrates leider nicht mehr in Diskussion genommen werden wird – wir werden ihn natürlich wieder einbringen –, der ein ganz wesentliches Merkmal einschieben soll, nämlich dass ein wesentliches Identitätsmerkmal einer kriminellen Organisation immer Gewinnabsicht und Bereicherungsstreben sind. Damit ist garantiert, dass NGOs und andere politische Organisationen nicht mehr mit dieser gefährlichen Waffe Zielscheibe werden können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Aspöck.) Das ist das einzige Ziel. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben auch schon einen Initiativantrag eingebracht, der jedoch aufgrund der Auflösung des Nationalrates leider nicht mehr in Diskussion genommen werden wird – wir werden ihn natürlich wieder einbringen –, der ein ganz wesentliches Merkmal einschieben soll, nämlich dass ein wesentliches Identitätsmerkmal einer kriminellen Organisation immer Gewinnabsicht und Bereicherungsstreben sind. Damit ist garantiert, dass NGOs und andere politische Organisationen nicht mehr mit dieser gefährlichen Waffe Zielscheibe werden können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Aspöck.) Das ist das einzige Ziel. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ich glaube, jegliche strafbare Handlung, die begangen wird, ist eine strafbare Handlung zu viel – da gibt es keine Ausrede –, ist zu verurteilen, ist zu verfolgen, ist zu bestrafen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Es ist bedauerlich, und ich denke und hoffe, dass die Justiz feststellt, dass die Norm hier nicht anzuwenden ist. Wenn es nicht so sein sollte, werden wir, glaube ich, einen Diskurs darüber führen müssen, ob es wirklich so sein soll, dass die Bestimmung auf diese Sachverhalte anzuwenden ist. Ich hoffe allerdings, dass der Oberste Gerichtshof hier entsprechende Klarheit schafft. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
len Fraktionen hier im Haus in vielen und wochenlangen Verhandlungen ausverhandelt hat und das auch umgesetzt wurde. Völlig klar. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Aber, werte Kolleginnen und Kollegen, insbesondere der grünen Fraktion, der Umstand, dass man für Tierschutz ist, rechtfertigt weder Gewaltdaten noch strafbare Handlungen. Und das ist der Punkt. (Zwischenrufe bei den Grünen)
Rufe bei den Grünen: Nein!
Sie haben heute hier eine klare Themenverfehlung begangen. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Wir sind hier im Nationalrat, hier ist nicht das Oberlandesgericht oder der Oberste Gerichtshof, der jetzt einen Strafakt zu beurteilen hat. Dazu fehlt uns ja auch die Information. (Abg. Mag. Kogler: Lesen Sie doch den Antrag durch, bevor Sie schulmeistern! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Lesen Sie doch den Antrag durch, bevor Sie schulmeistern! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Sie haben heute hier eine klare Themenverfehlung begangen. (Rufe bei den Grünen: Nein!) Wir sind hier im Nationalrat, hier ist nicht das Oberlandesgericht oder der Oberste Gerichtshof, der jetzt einen Strafakt zu beurteilen hat. Dazu fehlt uns ja auch die Information. (Abg. Mag. Kogler: Lesen Sie doch den Antrag durch, bevor Sie schulmeistern! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Eine Novelle soll sie vorlegen, die Bundesregierung! Lesen Sie das vorher! Das war eh zu befürchten, dass Sie das nicht tun!
Ich verstehe Ihre Aufregung nicht. Frau Kollegin Weinzinger hat uns in ihrer gesamten zehnminütigen Rede hier nur irgendwelche Informationen aus einem Strafakt vorgelesen und vorgehalten. (Abg. Mag. Kogler: Eine Novelle soll sie vorlegen, die Bundesregierung! Lesen Sie das vorher! Das war eh zu befürchten, dass Sie das nicht tun!) Ich kann das nicht nachvollziehen, ich kenne diesen Strafakt nicht. Woher ihn Frau Kollegin Weinzinger kennt, weiß ich nicht, aber das ist nicht unser Thema, bitte. Es geht nicht darum, dass wir hier einen konkreten Strafakt zu beurteilen haben. Das ist Sache der Gerichte, und dort soll es auch bleiben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Ja, selbstverständlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Ja, selbstverständlich!
Ich verstehe Ihre Aufregung nicht. Frau Kollegin Weinzinger hat uns in ihrer gesamten zehnminütigen Rede hier nur irgendwelche Informationen aus einem Strafakt vorgelesen und vorgehalten. (Abg. Mag. Kogler: Eine Novelle soll sie vorlegen, die Bundesregierung! Lesen Sie das vorher! Das war eh zu befürchten, dass Sie das nicht tun!) Ich kann das nicht nachvollziehen, ich kenne diesen Strafakt nicht. Woher ihn Frau Kollegin Weinzinger kennt, weiß ich nicht, aber das ist nicht unser Thema, bitte. Es geht nicht darum, dass wir hier einen konkreten Strafakt zu beurteilen haben. Das ist Sache der Gerichte, und dort soll es auch bleiben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Ja, selbstverständlich!)
Abg. Mandak: Kollege Jarolim hat verstanden, worum es geht!
Ich halte es einfach für gefährlich, wenn wir beginnen, hier im Parlament einzelne Strafverfahren herauszunehmen und zu zergliedern. (Abg. Mandak: Kollege Jarolim hat verstanden, worum es geht!) Das widerspricht auch der Gewaltentrennung, und die Gewaltentrennung ist doch ein Grundprinzip des Rechtsstaates und der Demokratie. Wir sind für den Beschluss von Gesetzen, für die Regeln zuständig (Abg. Mandak: Genau!), und die Gerichte sind dafür zuständig, darüber zu urteilen. Und dabei soll es auch in Zukunft bleiben, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Mandak: Genau!
Ich halte es einfach für gefährlich, wenn wir beginnen, hier im Parlament einzelne Strafverfahren herauszunehmen und zu zergliedern. (Abg. Mandak: Kollege Jarolim hat verstanden, worum es geht!) Das widerspricht auch der Gewaltentrennung, und die Gewaltentrennung ist doch ein Grundprinzip des Rechtsstaates und der Demokratie. Wir sind für den Beschluss von Gesetzen, für die Regeln zuständig (Abg. Mandak: Genau!), und die Gerichte sind dafür zuständig, darüber zu urteilen. Und dabei soll es auch in Zukunft bleiben, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger
Wenn wir heute hier den § 278a StGB in den Mittelpunkt stellen – Sie, liebe Frau Kollegin Weinzinger, haben das nicht gemacht; Sie haben diesen Strafakt, diesen Straffall hier in den Mittelpunkt Ihrer Ausführungen gestellt (Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger); ich stelle jetzt diesen § 278a in den Mittelpunkt der Ausführungen (Abg. Mag. Kogler: Genau, probieren Sie es!) –, so ist die erste frage: Was stellt denn dieser Paragraph unter Strafe? – Es heißt:
Abg. Mag. Kogler: Genau, probieren Sie es!
Wenn wir heute hier den § 278a StGB in den Mittelpunkt stellen – Sie, liebe Frau Kollegin Weinzinger, haben das nicht gemacht; Sie haben diesen Strafakt, diesen Straffall hier in den Mittelpunkt Ihrer Ausführungen gestellt (Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger); ich stelle jetzt diesen § 278a in den Mittelpunkt der Ausführungen (Abg. Mag. Kogler: Genau, probieren Sie es!) –, so ist die erste frage: Was stellt denn dieser Paragraph unter Strafe? – Es heißt:
Abg. Dr. Van der Bellen: Wir können lesen, Herr Kollege!
„die, wenn auch nicht ausschließlich, auf die wiederkehrende und geplante Begehung schwerwiegender strafbarer Handlungen, die das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die Freiheit oder das Vermögen bedrohen, oder schwerwiegender strafbarer Handlungen im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Menschen, der Schlepperei oder des unerlaubten Verkehrs mit Kampfmitteln, Kernmaterial und radioaktiven Stoffen, gefährlichen Abfällen, Falschgeld oder Suchtmitteln ausgerichtet ist“, ist zu bestrafen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Wir können lesen, Herr Kollege!)
Abg. Öllinger: Wo sind da die Tierschützer?
Wollen Sie das ändern, meine sehr geehrten Damen und Herren der Grünen? – Sie haben gerade gesagt, Sie wollen diesen Paragraphen ändern. (Abg. Öllinger: Wo sind da die Tierschützer?) Wollen Sie das ändern? Ich möchte daran nichts ändern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wollen Sie das ändern, meine sehr geehrten Damen und Herren der Grünen? – Sie haben gerade gesagt, Sie wollen diesen Paragraphen ändern. (Abg. Öllinger: Wo sind da die Tierschützer?) Wollen Sie das ändern? Ich möchte daran nichts ändern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Typisch!
Wie gesagt, ich kenne diesen konkreten Fall nicht, ich kenne auch diesen Akt nicht, und ich werde mich auch nicht damit beschäftigen (Abg. Öllinger: Typisch!), weil das
Abg. Dr. Van der Bellen: Was denn, das sind keine Bürger?
nicht unser Aufgabe hier ist. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was denn, das sind keine Bürger?) Das ist Aufgabe der Gerichte, in die wir vertrauen.
Abg. Mag. Kogler: Sie brauchen immer einen Untersuchungsausschuss, bis Sie überhaupt ein Ohr aufmachen!
Nehmen Sie das Tatbestandsmerkmal der unternehmensähnlichen Verbindung her. (Abg. Mag. Kogler: Sie brauchen immer einen Untersuchungsausschuss, bis Sie überhaupt ein Ohr aufmachen!) Beschäftigen Sie sich doch einmal wirklich mit diesen Regelungen. Ziehen Sie die Stenographischen Protokolle vom Zeitpunkt der Beschlussfassung im Jahr 1992 heran, als dieser Paragraph hier vom Hohen Haus eingeführt wurde.
Abg. Mag. Steinhauser: Genau! Die liegen nicht vor!
„Der Begriff ,unternehmensähnlich‘, sagen die damaligen Erläuterungen, „soll die Elemente arbeitsteiligen Vorgehens, hierarchischen Aufbaus sowie des Vorhandenseins einer gewissen Infrastruktur ... zusammenfassen.“ (Abg. Mag. Steinhauser: Genau! Die liegen nicht vor!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Steinhauser: Soll auch so angewendet werden, wenn es so gefordert ist!
Das ist gut und richtig so, und das soll auch in Zukunft in diesem Paragraphen so bleiben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Steinhauser: Soll auch so angewendet werden, wenn es so gefordert ist!)
Abg. Öllinger: Haben Sie zugehört?
Oder wollen Sie abschaffen, dass bestraft wird, wer andere korrumpiert oder einschüchtert oder sich gegen Strafverfolgungsmaßnahmen abschirmt? (Abg. Öllinger: Haben Sie zugehört?) – Wir wollen das nicht abschaffen! Daher ist dieser Paragraph so, wie er ist, richtig und sind wir auch nicht dafür, ihn zu verändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Bitte lesen Sie unseren Antrag, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Bitte lesen Sie unseren Antrag, Herr Kollege!
Oder wollen Sie abschaffen, dass bestraft wird, wer andere korrumpiert oder einschüchtert oder sich gegen Strafverfolgungsmaßnahmen abschirmt? (Abg. Öllinger: Haben Sie zugehört?) – Wir wollen das nicht abschaffen! Daher ist dieser Paragraph so, wie er ist, richtig und sind wir auch nicht dafür, ihn zu verändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Bitte lesen Sie unseren Antrag, Herr Kollege!)
Abg. Mag. Steinhauser: Unsinn! Wir sind auch dafür, dass der CV ausgenommen wird!
Sie verlangen, dass es Ausnahmen gibt, so quasi: Wenn der grüne Klub es will, dann sind manche Organisationen aus den Strafgesetzen ausgenommen, für die gelten die Gesetze der Republik nicht. (Abg. Mag. Steinhauser: Unsinn! Wir sind auch dafür, dass der CV ausgenommen wird!) Genau das ist das, was Sie hier wollen.
Beifall bei der ÖVP.
Oder wollen Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass in Zukunft Kollege Pilz, der sich einer strafrechtlichen Überprüfung durch seine Immunität entzieht, durch Handauflegung Organisationen von den Strafgesetzen ausnimmt? – Wir wollen das nicht, und dafür stehen wir auch nicht zur Verfügung! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend: Ich glaube, wir sollten uns davor hüten, einzelne Straffälle, einzelne Strafverfahren hier in den Mittelpunkt unserer Debatte zu stellen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.) Das sollen, bitte, die Gerichte machen, dort gibt es Rechtsmittel, dort gibt es den rechtsstaatlichen Instanzenzug und einen entsprechenden Aufbau. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend: Ich glaube, wir sollten uns davor hüten, einzelne Straffälle, einzelne Strafverfahren hier in den Mittelpunkt unserer Debatte zu stellen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.) Das sollen, bitte, die Gerichte machen, dort gibt es Rechtsmittel, dort gibt es den rechtsstaatlichen Instanzenzug und einen entsprechenden Aufbau. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind natürlich auch für Meinungs- und für Demonstrationsfreiheit, das sind grundlegende Werte in unserer Gesellschaft, aber eines kann nicht sein: Es kann nicht sein, dass man dann, wenn man für seine Überzeugung einsteht, andere schädigt, Gewalt gegen andere ausübt, Sachbeschädigung begeht. Das kann es nicht sein, und das soll in Zukunft auch so bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Steinhauser: Es gibt ja keine ...!
Da sind wir zunächst einmal bei der polizeilichen Arbeit. Ich darf doch in aller – un- ter Anführungszeichen – „Freundschaft“ darauf verweisen, dass die geschätzte Frau Volksanwältin Stoisits für polizeiliche Dinge zuständig ist und dass bis zur heuti- gen Stunde – wir haben das überprüft – keine Missstandsfeststellung der Volksanwaltschaft in Bezug auf die Handlungen, über die wir hier sprechen, auffindbar ist. Da hapert es also irgendwie im grünen Gebiet der Beobachtung von Missbräuchen. (Abg. Mag. Steinhauser: Es gibt ja keine ...!)
Abg. Dr. Graf: Weil die Grünen nicht mit ihr sprechen!
Na ja, wenn der gesamte Sachverhalt polizeilich zunächst fehlerhaft erfasst worden ist, dann darf man doch diese Kontrollfrage stellen, warum die von den Grünen entsendete Volksanwältin eine Missbrauchs- oder Missstandsfeststellung bisher noch nicht getroffen hat. (Abg. Dr. Graf: Weil die Grünen nicht mit ihr sprechen!)
Beifall bei der FPÖ.
Dass die Evaluierung der Befugnis der StA nach der neuen StPO durchzuführen ist, ist wohl auch eine Selbstverständlichkeit. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: Nicht einmal für die Anwälte!
Zum einen ist, glaube ich, klarerweise für uns alle hier eine vollständige Akteneinsicht in den Ermittlungsakt nicht gegeben (Abg. Mag. Steinhauser: Nicht einmal für die Anwälte!), da gewisse Punkte beziehungsweise Aktenteile von der Einsicht StPO-konform ausgenommen sind. Das heißt, es ist für uns alle sehr, sehr schwierig – außerdem soll es ein sehr umfangreicher Akt sein; man kann nur nach den Medienberichten gehen, und da ist immer nur von punktuellen Einblicken die Rede –, hier konkret über diesen Fall zu sprechen. (Abg. Mag. Kogler: Da sollte man die Raiffeisen-Meldung ...!)
Abg. Mag. Kogler: Da sollte man die Raiffeisen-Meldung ...!
Zum einen ist, glaube ich, klarerweise für uns alle hier eine vollständige Akteneinsicht in den Ermittlungsakt nicht gegeben (Abg. Mag. Steinhauser: Nicht einmal für die Anwälte!), da gewisse Punkte beziehungsweise Aktenteile von der Einsicht StPO-konform ausgenommen sind. Das heißt, es ist für uns alle sehr, sehr schwierig – außerdem soll es ein sehr umfangreicher Akt sein; man kann nur nach den Medienberichten gehen, und da ist immer nur von punktuellen Einblicken die Rede –, hier konkret über diesen Fall zu sprechen. (Abg. Mag. Kogler: Da sollte man die Raiffeisen-Meldung ...!)
Abg. Mag. Kogler: Herr Konrad vom Hochsitz herunter kommentiert!
Deswegen muss man sich natürlich sehr hüten, hier Verdächtigungen in den Raum zu stellen (Abg. Mag. Kogler: Herr Konrad vom Hochsitz herunter kommentiert!), sowohl in die eine Richtung als auch in die andere Richtung. Deswegen muss man auch sehr vorsichtig sein, wenn man hier sagt, dass es vielleicht bestimmte Fehlleistungen in der Art absichtlicher und unbegründeter Beschuldigungen in eine Richtung gegeben hat.
Abg. Mag. Steinhauser: ... ist ja legitim!
Zum Dritten darf ich erwähnen, dass es doch sehr entlarvend war, Herr Kollege Steinhauser, dass Sie hier im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel in Deutschland davon reden, dass es „natürlich“ einen Widerstand, eine Menge Widerstand gegeben hat. (Abg. Mag. Steinhauser: ... ist ja legitim!) Dieses Wort „natürlich“ ist hier sehr interessant: dass Sie es als „natürlich“ voraussetzen, dass es einen Widerstand gegen einen G8-Gipfel – noch dazu, wie man gesehen hat, einen gewaltbereiten Widerstand – gegeben hat.
Abg. Mag. Kogler: Mafia ...!
Zum Abschluss sei mir der Hinweis gestattet, dass es für uns doch ein starkes Stück war, dass die Grünen gerade heute die Debatte über diesen Dringlichen Antrag führen, obwohl die Grünen seit Wochen, seit Monaten immer wieder in Verbindung gebracht werden mit dieser Organisation, die auch gegen Peek & Cloppenburg in Bezug auf den Pelzhandel (Abg. Mag. Kogler: Mafia ...!) demonstriert hat, angeblich – das steht seit Monaten im Raum und ist noch durch nichts widerlegt worden – von Peek & Cloppenburg erhebliche Spenden bekommen hat und dann im zeitlichen Naheverhältnis diese Gruppierungen abgezogen sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Zum Abschluss sei mir der Hinweis gestattet, dass es für uns doch ein starkes Stück war, dass die Grünen gerade heute die Debatte über diesen Dringlichen Antrag führen, obwohl die Grünen seit Wochen, seit Monaten immer wieder in Verbindung gebracht werden mit dieser Organisation, die auch gegen Peek & Cloppenburg in Bezug auf den Pelzhandel (Abg. Mag. Kogler: Mafia ...!) demonstriert hat, angeblich – das steht seit Monaten im Raum und ist noch durch nichts widerlegt worden – von Peek & Cloppenburg erhebliche Spenden bekommen hat und dann im zeitlichen Naheverhältnis diese Gruppierungen abgezogen sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Öllinger: Ich gehe dort einkaufen! Bin ich auch verdächtig?
Im Gegensatz dazu haben anderen Handelsketten keine Zahlungen getätigt (Abg. Öllinger: Ich gehe dort einkaufen! Bin ich auch verdächtig?), und dort wurden diese Maßnahmen dieser Tierschutzorganisationen sogar noch verstärkt. Das heißt, das ist ein starkes Stück! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Im Gegensatz dazu haben anderen Handelsketten keine Zahlungen getätigt (Abg. Öllinger: Ich gehe dort einkaufen! Bin ich auch verdächtig?), und dort wurden diese Maßnahmen dieser Tierschutzorganisationen sogar noch verstärkt. Das heißt, das ist ein starkes Stück! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Aber, wie gesagt, wenn sich die Vorwürfe der grünen Fraktion bewahrheiten sollten, dass es bewusst widerrechtliche Maßnahmen in eine Richtung gegeben hat, nämlich speziell auch, hier ohne entsprechende Tatbestandsmerkmale vorzugehen, dann ist das natürlich ein Skandal. Bis jetzt ist nur der Schutzmantel der Grünen über diverse Tatverdächtige der eigentliche Skandal. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist der normalste Vorgang im Parlament, gerade in Österreich, dass man die Bundesregierung auffordert, eine solche Regierungsvorlage vorzulegen, damit wir im Haus eine andere Grundlage haben, wenn es nämlich so ist, wie Sie sagen: dass unter diesem Paragraphen diese Verfolgungshandlungen möglich sind. Das passt uns nicht. Wenn es Ihnen passt, dann ist das Ihr Problem, und dann erklären Sie sich! Aber wir haben hier einen Antrag gestellt, dass eine Regierungsvorlage ins Haus kommt. Das ist das Normalste – aber offensichtlich nicht bei den Abgeordneten der Regierungsfraktionen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Wir haben in Österreich ein Problem in diesem ganzen Umgebungsbereich, auf das wir wirklich hinschauen sollten. Wir rutschen bei allen internationalen Rankings zurück, etwa in der Korruptionsbekämpfung. Solche Rankings gibt mittlerweile auch die OECD heraus, und das ist ja nicht niemand! Wir haben hier Probleme, gerade im wirtschaftlichen Bereich – das ist nicht lustig, das ist nicht gesund, Sie reden doch immer vom Wirtschaftsstandort! –, aber auch nach Transparency International. Da sollte die Polizei ihre Ermittlungskünste einmal anwenden, statt auf die kleinen Tierschützer losgehen! Das ist das Anliegen. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Vier!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin kein Jurist und werde mich da heraußen auch nicht juristisch äußern. Denn eines weiß ich: Drei Juristen zum selben Thema um eine Meinung gefragt, das ergibt drei verschiedene Meinungen. (Ruf bei der FPÖ: Vier!) Ich kann hier zu dieser Thematik nur eines sagen: Wenn Straftaten begangen wurden, dann sind diese Straftaten auch zu verurteilen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich glaube, zu dem stehen wir alle in einem Rechtsstaat, und das werden auch wir alle vertreten. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) – Klatschen Sie noch nicht, meine Damen und Herren, es kommt noch mehr! (Heiterkeit bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin kein Jurist und werde mich da heraußen auch nicht juristisch äußern. Denn eines weiß ich: Drei Juristen zum selben Thema um eine Meinung gefragt, das ergibt drei verschiedene Meinungen. (Ruf bei der FPÖ: Vier!) Ich kann hier zu dieser Thematik nur eines sagen: Wenn Straftaten begangen wurden, dann sind diese Straftaten auch zu verurteilen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich glaube, zu dem stehen wir alle in einem Rechtsstaat, und das werden auch wir alle vertreten. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) – Klatschen Sie noch nicht, meine Damen und Herren, es kommt noch mehr! (Heiterkeit bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin kein Jurist und werde mich da heraußen auch nicht juristisch äußern. Denn eines weiß ich: Drei Juristen zum selben Thema um eine Meinung gefragt, das ergibt drei verschiedene Meinungen. (Ruf bei der FPÖ: Vier!) Ich kann hier zu dieser Thematik nur eines sagen: Wenn Straftaten begangen wurden, dann sind diese Straftaten auch zu verurteilen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich glaube, zu dem stehen wir alle in einem Rechtsstaat, und das werden auch wir alle vertreten. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) – Klatschen Sie noch nicht, meine Damen und Herren, es kommt noch mehr! (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin kein Jurist und werde mich da heraußen auch nicht juristisch äußern. Denn eines weiß ich: Drei Juristen zum selben Thema um eine Meinung gefragt, das ergibt drei verschiedene Meinungen. (Ruf bei der FPÖ: Vier!) Ich kann hier zu dieser Thematik nur eines sagen: Wenn Straftaten begangen wurden, dann sind diese Straftaten auch zu verurteilen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich glaube, zu dem stehen wir alle in einem Rechtsstaat, und das werden auch wir alle vertreten. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) – Klatschen Sie noch nicht, meine Damen und Herren, es kommt noch mehr! (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren, ich möchte jetzt durch Bilder einiges in Erinnerung rufen. Hätten diese Tierschützer nicht Sachbeschädigungen begangen, in Höfen, bei Stallungen Fotos gemacht und sie uns hier im Parlament präsentiert (der Redner hält nacheinander ein paar entsprechende Fotografien in die Höhe) – wir hätten nicht das Käfighalteverbot von Hühnern. Aufgrund dieser Fotos haben wir es gemacht, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Schauen Sie sich diese Bilder an, wir haben sie hier im Plenum schon einmal präsentiert.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren, jetzt wirft man diesen Tierschützern vor, dass sie von 2000 bis 2008 – ich entnehme das aus Medienberichten – 14 Sachbeschädigungen begangen haben. Da kann ich nur eines sagen – ich habe das schon bei einer Pressekonferenz gesagt, meine Damen und Herren –: Wenn sie 14 Sachbeschädigungen begangen haben, dann sollen sie aufgrund dieser Sachbeschädigungen verurteilt werden. Aber das ist kein Anlass, eine Untersuchungshaft von – bis jetzt – sieben Wochen zu verhängen und um weitere acht Wochen zu verlängern! (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Ich glaube, meine Damen und Herren, da ist etwas zu weit gegangen und zu weit gegriffen worden. (Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes!)
Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes!
Meine Damen und Herren, jetzt wirft man diesen Tierschützern vor, dass sie von 2000 bis 2008 – ich entnehme das aus Medienberichten – 14 Sachbeschädigungen begangen haben. Da kann ich nur eines sagen – ich habe das schon bei einer Pressekonferenz gesagt, meine Damen und Herren –: Wenn sie 14 Sachbeschädigungen begangen haben, dann sollen sie aufgrund dieser Sachbeschädigungen verurteilt werden. Aber das ist kein Anlass, eine Untersuchungshaft von – bis jetzt – sieben Wochen zu verhängen und um weitere acht Wochen zu verlängern! (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Ich glaube, meine Damen und Herren, da ist etwas zu weit gegangen und zu weit gegriffen worden. (Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes!)
Abg. Mag. Kogler: So ist es!
Das für mich ganz Wichtige ist: Ist die lange Untersuchungshaft vielleicht ein Versuch der Einschüchterung, meine Damen und Herren? – Denn eines ist vollkommen klar: Leicht haben es die Tierschützer nicht. Ich bin Tierschützer, ich bin auch aktiver Tierschützer, und ich trete für den Tierschutz ein. Da wird man natürlich eingeschüchtert, weil Lobbying hinter diesen Maßnahmen steht. (Abg. Mag. Kogler: So ist es!)
Ruf bei der ÖVP: Eingedrungen!
Ich kann nur für einen einzigen und letzten Fall sagen, was diese Tierschützer gemacht haben. Sie sind in eine Schweinezucht in Niederösterreich eingedrungen. (Ruf bei der ÖVP: Eingedrungen!) Eingedrungen: Sie haben die Stallungen aufgemacht, Fotos gemacht und diese ins Internet gestellt, weil dieser Schweinezüchter schon 15 Mal angezeigt wurde – und 15 Mal von der Behörde nicht reagiert wurde! 15 Mal wurde nichts gemacht. Sie haben wieder Bilder – das sind solche Bilder (der Redner verweist auf die von ihm mitgebrachten Fotografien) – ins Internet gestellt, wieder eine Anzeige gemacht. Nichts ist passiert! (Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes an den Tierschützern ist das!)
Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes an den Tierschützern ist das!
Ich kann nur für einen einzigen und letzten Fall sagen, was diese Tierschützer gemacht haben. Sie sind in eine Schweinezucht in Niederösterreich eingedrungen. (Ruf bei der ÖVP: Eingedrungen!) Eingedrungen: Sie haben die Stallungen aufgemacht, Fotos gemacht und diese ins Internet gestellt, weil dieser Schweinezüchter schon 15 Mal angezeigt wurde – und 15 Mal von der Behörde nicht reagiert wurde! 15 Mal wurde nichts gemacht. Sie haben wieder Bilder – das sind solche Bilder (der Redner verweist auf die von ihm mitgebrachten Fotografien) – ins Internet gestellt, wieder eine Anzeige gemacht. Nichts ist passiert! (Abg. Öllinger: Die Rache des Bauernbundes an den Tierschützern ist das!)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Man soll sich in Wirklichkeit der Tierquäler annehmen! Die Tierschützer soll man zwar nicht streicheln – das sage ich nicht unbedingt –, aber den Tierschützern sollte man wirklich wohlwollend entgegentreten. Wenn sie Straftaten begangen haben, gehören sie verurteilt. Aber trotzdem glaube ich, ohne die Arbeit dieser Tierschützer wäre eines nicht möglich gewesen: Diese Gesetze, die wir in Österreich in den letzten Jahren verabschiedet haben, hätten wir nicht verabschieden können! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Öllinger: Der CV auch! Die Burschenschaften!
Aber dann wird es bei den Nicht-Regierungsorganisationen auch juristisch ein bisschen heikel. Was ist das wirklich? Wer ist das wirklich? (Abg. Öllinger: Der CV auch! Die Burschenschaften!) – Das können Sie in dem Sinn gar nicht fordern wollen. Denn ich sage (Abg. Öllinger: Der Bauernbund!), es gibt Personen, die entweder Straftaten begehen oder keine Straftaten begehen. Es gibt mehrere Personen, die sich zusammentun und Straftaten begehen oder auch keine Straftaten begehen. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Öllinger: Der Bauernbund!
Aber dann wird es bei den Nicht-Regierungsorganisationen auch juristisch ein bisschen heikel. Was ist das wirklich? Wer ist das wirklich? (Abg. Öllinger: Der CV auch! Die Burschenschaften!) – Das können Sie in dem Sinn gar nicht fordern wollen. Denn ich sage (Abg. Öllinger: Der Bauernbund!), es gibt Personen, die entweder Straftaten begehen oder keine Straftaten begehen. Es gibt mehrere Personen, die sich zusammentun und Straftaten begehen oder auch keine Straftaten begehen. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Aber dann wird es bei den Nicht-Regierungsorganisationen auch juristisch ein bisschen heikel. Was ist das wirklich? Wer ist das wirklich? (Abg. Öllinger: Der CV auch! Die Burschenschaften!) – Das können Sie in dem Sinn gar nicht fordern wollen. Denn ich sage (Abg. Öllinger: Der Bauernbund!), es gibt Personen, die entweder Straftaten begehen oder keine Straftaten begehen. Es gibt mehrere Personen, die sich zusammentun und Straftaten begehen oder auch keine Straftaten begehen. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann hören wir: Na ja, wie ist das jetzt mit der Untersuchungshaft? Darüber können wir hier dann theoretisch sprechen. Wir können uns über Gesetze unterhalten, ob die gut oder schlecht sind. Wir können uns natürlich auch über den § 278a StGB unterhalten. Was hat sich der Gesetzgeber damals dabei gedacht? Allerdings sollten wir auch vorsichtig sein, wenn die Politik auf einmal Rechtsprechung betreiben möchte. Die Politik hat nicht Rechtsprechung zu betreiben und hat auch nicht Druck auszuüben auf ein Bundesministerium! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mandak: Die Oberstaatsanwaltschaft beurteilt das so!
Wenn das so gewesen ist, dann haben die gerichtlichen Instanzen das zu entscheiden und diese Entscheidungen zu revidieren. Und wenn diese Menschen zu Unrecht in Untersuchungshaft gesessen sind und inhaftiert waren, dann haben sie auch einen Anspruch auf Haftentschädigung. Und so weit funktioniert unser Rechtsstaat schon, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Mandak: Die Oberstaatsanwaltschaft beurteilt das so!)
Abg. Öllinger: Könnten Sie das vielleicht zeitlich ein bisschen genauer zuordnen?
Wir dürfen hier auch eines nicht machen: nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ kriminellen Organisationen zu unterscheiden. Irgendjemand, der Straftaten begeht, aber vielleicht für etwas Höheres kämpft – da sollten wir sehr vorsichtig sein. Das hat es in der Geschichte schon mehrmals gegeben – und davor sei gewarnt. (Abg. Öllinger: Könnten Sie das vielleicht zeitlich ein bisschen genauer zuordnen?)
Abg. Öllinger: Ich passe auf!
Wir Freiheitliche treten auch für den Tierschutz ein. – Hören Sie ruhig zu, Herr Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger: Ich passe auf!) – Wir treten für den Tierschutz ein. Da müssen wir dann aber auch dementsprechende Gesetze hier im Parlament verabschieden, aber eines kann nicht sein: Dass bei Landwirten hausiert wird, dass Sachbeschädigungen begangen werden, dass Druck ausgeübt wird. Das müssen wir ablehnen. Manchmal ist es auch so – ich rede jetzt wirklich abstrakt, weil ich den konkreten Fall nicht kenne, und ich werde mich hüten, davon zu sprechen –, und das kann nicht sein, dass auch anständige Bürger unter Umständen in ein schiefes Licht geraten aufgrund eines entsprechenden Drucks.
Beifall bei der FPÖ.
Für den Tierschutz: ja. Wir sind aber auch für eine unabhängige Justiz. Es ist daher nicht die Frage, die wir hier erörtern sollten, ob diese Personen jetzt zu Recht oder zu Unrecht in Untersuchungshaft sitzen. Dafür haben wir eine unabhängige Justiz und unabhängige Gerichte. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Was mir in diesem Zusammenhang noch eingefallen ist, sind die berühmten Jagdeinladungen eines gewissen Mensdorff-Pouilly. Einmal im Jahr wird das Kabinett des Innenministers nach Schottland zur Jagd eingeladen. Es kann sich heute zwar keiner mehr genau daran erinnern, ob er dabei war oder nicht, aber wie dem auch sei. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Sie haben recht, es war nicht nur das Kabinett des Innenministers, es war auch das Kabinett des Landwirtschaftsministers. – Danke, dass Sie mich erinnern! – Die sind also einmal im Jahr auf diese Jagd gefahren, und öfters war man eben auch noch so zwischendurch, denn ein Jahr ist doch relativ lang, in Luising, im Burgenland, auch auf einem Jagdgut des Mensdorff-Pouilly.
Abg. Öllinger: So könnte es gewesen sein!
Also, wir geben der Polizei Instrumente in die Hand, ja, damit sie Drogen- und Uran-Dealer, Menschenhändler, Geldwäscher, Mafia, Leute, die mit Mord, Totschlag und Erpressung arbeiten, jagt. Wir geben ihnen diese Instrumente, damit sie diese Leute jagen, ja. Und was passiert? – Visa sind schnell auszustellen, aber diese Instrumente werden dann gegen Tierschützer eingesetzt, und das ist schon rasend bedenklich. Und dieser Zusammenhang ... Ich will jetzt gar nicht sagen, dass Mensdorff-Pouilly gesagt hat: „Schafft mir die vom Hals!“ oder wer auch immer. (Abg. Öllinger: So könnte es gewesen sein!)
Abg. Dr. Brinek: Nennen Sie die Vorwürfe beim Namen!
Es sollten sich alle überlegen, die in leitenden Positionen in einem Ministerium oder in einem Kabinett sind, ganz genau überlegen, ob sie Jagdeinladungen oder irgendwelche Einladungen annehmen, noch dazu, wo doch Mensdorff-Pouilly bekanntlich einer der größten Waffenhändler Österreichs ist und das Innenministerium für das Kriegsmaterialiengesetz zuständig ist. Da gibt es ja Vorwürfe en masse! Das sollte man sich also genau überlegen, weil sich ein Unbeteiligter natürlich dann genau diese Fragen stellt, die ich mir hier stelle. (Abg. Dr. Brinek: Nennen Sie die Vorwürfe beim Namen!) Und deswegen ... – Ich habe das relativ klar gesagt, wie ich das hier sehe.
Abg. Lentsch: Die sind ja so arm!
Wir haben alle gedacht, dass diese Instrumente, die wir als Parlament der Polizei geben, gegen Mord, Totschlag, Menschenhandel, Drogenhandel, Geldwäsche, gegen die Bösen der Bösen eingesetzt werden. Keiner von uns hat daran gedacht, dass es dann darum geht, Menschen, die Fotos von Tieren machen, von denen sie der Meinung sind, dass sie schlecht gehalten werden, und dabei vielleicht eine Fensterscheibe einschlagen oder dergleichen, dass diese Instrumente gegen diese Personen eingesetzt werden. (Abg. Lentsch: Die sind ja so arm!) Dafür hat nämlich die Polizei und die Justiz andere Instrumente, nämlich Sachbeschädigung et cetera.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Wir sollten, glaube ich, das jetzt anschauen, wie das weitergeht, und dann, nach diesem Fall und nicht im laufenden Verfahren, denn das sage ich auch: Respekt vor dem Rechtsstaat, vor der Unabhängigkeit der Justiz, dann also, wenn das alles abgeschlossen ist, schauen wir uns genau an, was da passiert ist. Vom heutigen Tag aus beurteilt schaut es jedoch nicht gut aus, was hier passiert ist, vor allem von Seiten des BVT und des Innenministeriums. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Steinhauser: Welche?
Wenn ich dann aber höre, dass auch der Tatbestand krimineller Handlungen vorgeworfen wird (Abg. Mag. Steinhauser: Welche?), dass zum Beispiel Gerätschaften wie Bagger und so weiter zerstört werden sollen, und wenn ich höre, dass Pelzmäntel verunstaltet worden sind und eingebrochen wurde, dann muss ich sagen: Das alles sind Dinge, wo man als Abgeordneter, der ja auch einen Eid auf die Einhaltung der Gesetze abgelegt hat, nicht mehr mitgehen kann. Das kann man dann nicht mehr mittragen. Da kann ich nur sagen: Wenn die Tierschützer das gemacht haben, dann haben sie leider sicherlich eine bestimmte Grenze überschritten.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zusammengefasst sage ich namens der Freiheitlichen: Ja zum Tierschutz, Ja zum Aktionismus – das gehört zum Tierschutz oftmals dazu, eben im Interesse der Tiere –, aber ein klares Nein dort, wo es kriminell wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Das ist aber schade!
Meine Damen und Herren, abschließend möchte ich noch einige persönliche Worte sprechen. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, nicht mehr für den Nationalrat zu kandidieren. (Abg. Jakob Auer: Das ist aber schade!) Die nächste Nationalratswahl kommt nun früher als angenommen, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung und werde dem nächsten Nationalrat nicht mehr angehören.
Allgemeiner Beifall.
Es ist für mich kein wirklicher Abschied, denn ich bin, wie viele von Ihnen wissen, auch in der Parlamentsdirektion tätig. Ich bin vom damaligen Präsidenten Benya als erste Frau in den Konzeptsdienst der Parlamentsdirektion aufgenommen worden. – Das war damals eine Sensation, heute ist das zum Glück eine Selbstverständlichkeit. Ich werde also im Herbst in einer anderen Funktion wieder mit Ihnen zu tun haben. Ich möchte mich daher jetzt nicht verabschieden, sondern nur bedanken und Ihnen allen persönlich alles Gute wünschen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege Pilz! Sind Sie im Herbst noch da?
Wahr ist vielmehr: Die Volksanwaltschaft hat eine Prüfung eingeleitet, am 18. Juni 2008 ein schriftliches Ersuchen an das Innenministerium zur Stellungnahme in dieser Causa gerichtet und bis heute keine Antwort vom Innenministerium bekommen. Ihnen, Herr Kollege Fichtenbauer, kann ich nur den Appell widmen: Lernen Sie telefonie- ren! Das steht auch einem Justizsprecher der Freiheitlichen Partei nicht schlecht an. (Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege Pilz! Sind Sie im Herbst noch da?)
Abg. Ing. Kapeller: Kandidieren Sie wieder?
Zweitens zu den Fakten selbst und zu dem, was da passiert ist (Abg. Ing. Kapeller: Kandidieren Sie wieder?): Stellen Sie sich einmal vor, die Wiener Kriminalpolizei ermittelt in einer Causa – und das ist nicht an den Haaren herbeigezogen! – Raiffeisen, Geldwäsche in Osteuropa, insbesondere in Russland, und setzt durch, dass zum Zwecke der weiteren Aufklärung der Vorstand des Bauernbundes in Untersuchungshaft genommen wird. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Zweitens zu den Fakten selbst und zu dem, was da passiert ist (Abg. Ing. Kapeller: Kandidieren Sie wieder?): Stellen Sie sich einmal vor, die Wiener Kriminalpolizei ermittelt in einer Causa – und das ist nicht an den Haaren herbeigezogen! – Raiffeisen, Geldwäsche in Osteuropa, insbesondere in Russland, und setzt durch, dass zum Zwecke der weiteren Aufklärung der Vorstand des Bauernbundes in Untersuchungshaft genommen wird. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Prinz: ... Tierschützer ... eine Vorfeldorganisation der Grünen!
Warum ist das bei den Tierschützern dann ganz anders? (Abg. Prinz: ... Tierschützer ... eine Vorfeldorganisation der Grünen!)
Ruf beim BZÖ: Die grüne Mafia!
Das ist ja der große Konstruktionsfehler des § 278a StGB! Deshalb hat es ja Warnungen nicht nur von der österreichischen Richtervereinigung gegeben. Sie haben uns damals gesagt: Niemals! Es gehe um die russische Mafia, es gehe um die sizilianische Mafia, es gehe um die moldawische, die chinesische – und so weiter – Mafia, aber doch niemals um Bürgerinitiativen, Nicht-Regierungs-Organisationen, Organisationen der österreichischen Zivilgesellschaft. – Und jetzt ist genau das passiert! (Ruf beim BZÖ: Die grüne Mafia!)
Ruf bei der ÖVP: Bitte nicht!
Es gibt keinen konkreten Tatverdacht der Begehung eines schweren Delikts. Jetzt stellt sich die Frage, was eigentlich passiert ist. – Ich erzähle Ihnen die Geschichte im Zeitraffer (Ruf bei der ÖVP: Bitte nicht!):
Ruf bei der ÖVP: Seien Sie doch froh!
Es gibt ein völlig erfolgloses Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Der Rechungshof hat festgestellt, dass es bis zum Endpunkt der Prüfung, also bis 2006, nur eine einzige operative Analyse gab – das heißt, ein polizeilich und gerichtlich verwertbares Ergebnis. (Ruf bei der ÖVP: Seien Sie doch froh!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Wahnsinn! – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Dann ist ein Anfallsbericht der Sonderkommission unter Leitung von Oberstleutnant Böck gekommen: Mitteilung an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen des Verdachts der Begehung eines schweren Verbrechens nach dem Strafgesetzbuch – also eine StPO-mäßige Anzeige. Inhalt ist eine Pressekonferenz im Grünen Klub zur Unterstützung der Rechtshilfe. Oberstleutnant Böck verweist darauf – ich werde Ihnen dieses Dokument öffentlich vorlegen –, dass Missfallenskundgebungen von Tierschützern und Grünen strafrechtlich geprüft werden sollen. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Wahnsinn! – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Unglaublich!
Sie sehen einerseits, dass unbescholtene Tierschützer, gegen die es keinen konkreten schweren Tatverdacht gibt, in Untersuchungshaft sitzen, andererseits aber Menschenhändler und ihre Unterstützer im Außenministerium und im Innenministerium nach wie vor Karriere machen und hochrangige wirtschaftliche Persönlichkeiten wie Julius Meinl und Karl-Heinz Grasser nach wie vor von den Millionen geprellter Kleinanleger und Kleinanlegerinnen einen beträchtlichen Teil – nämlich hunderte Millionen – in die eigenen Kassen umleiten können. – Die stehen aber alle unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Unglaublich!)
Abg. Hornek: Das ist ja ein Skandal, diese Wortmeldung! Jetzt reicht es!
Diejenigen, die Bordelle mit Visa des Außenministeriums in Linz und in Wien beliefern, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! Die, die Kleinanleger mit Hilfe der Meinl Bank prellen, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! (Abg. Hornek: Das ist ja ein Skandal, diese Wortmeldung! Jetzt reicht es!) Die, die im Bereich Raiffeisen Geldwäsche in Russland vertuschen, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! – Aber die Tierschützer, die stehen nicht unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! (Abg. Hornek: Du bist ein Feigling ...! – Abg. Eßl: So ein Schwachsinn!)
Abg. Hornek: Du bist ein Feigling ...! – Abg. Eßl: So ein Schwachsinn!
Diejenigen, die Bordelle mit Visa des Außenministeriums in Linz und in Wien beliefern, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! Die, die Kleinanleger mit Hilfe der Meinl Bank prellen, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! (Abg. Hornek: Das ist ja ein Skandal, diese Wortmeldung! Jetzt reicht es!) Die, die im Bereich Raiffeisen Geldwäsche in Russland vertuschen, stehen unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! – Aber die Tierschützer, die stehen nicht unter dem Schutz der Österreichischen Volkspartei! (Abg. Hornek: Du bist ein Feigling ...! – Abg. Eßl: So ein Schwachsinn!)
Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Ein Skandal!
Meine Damen und Herren, selbstverständlich können und wollen wir uns nicht in ein laufendes Verfahren einmischen. (Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Ein Skandal!) Und selbstverständlich soll die Justiz auch im Bereich des Tierschutzes konkrete Straftaten verfolgen. Wenn aber Instrumente des Rechtsstaates missbraucht werden, dann schlägt die Stunde des Parlaments und der parlamentarischen Kontrolle. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, selbstverständlich können und wollen wir uns nicht in ein laufendes Verfahren einmischen. (Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Ein Skandal!) Und selbstverständlich soll die Justiz auch im Bereich des Tierschutzes konkrete Straftaten verfolgen. Wenn aber Instrumente des Rechtsstaates missbraucht werden, dann schlägt die Stunde des Parlaments und der parlamentarischen Kontrolle. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Deswegen haben wir ja auch Untersuchungsausschüsse eingesetzt, die genau Missbrauch dieser Art untersuchen. Eines mussten wir bis jetzt aber noch nie untersuchen: Dass Unschuldige möglicherweise auch aus politischen Motiven mit Unterstützung eines bereits abgewanderten Innenministers willkürlich ihrer Freiheit beraubt werden. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Ein Skandal!
Deshalb ergeht mein Appell an die Justizministerin, wieder rechtsstaatliche Zustände herzustellen und die Menschenrechte in Österreich auch in der Justiz und in der Polizei wieder gebührend zu schützen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Ein Skandal!)
Abg. Lentsch: Der Herr Pilz kann das hervorragend!
Im zweiten Teil Ihrer Rede gehen Sie dann aber so weit, dass man Ihnen nicht mehr folgen kann. Ich bin nicht der Beschützer oder der Hüter der ÖVP, aber es ist auch nicht in Ordnung, dass man die ÖVP generalverurteilt, als ob sie mit mafiosen Leuten im Dauerkontakt stünde. (Abg. Lentsch: Der Herr Pilz kann das hervorragend!) Das geht nicht. Das ist ein bisschen zu viel, was Sie da machen, und dann bringen Sie das auch immer zu einer bestimmten Wendung.
Beifall bei FPÖ und Grünen.
Ich verurteile diese Tierschinderei! Sie ist auch als unzulässig zu beurteilen, ethisch absolut unvertretbar und letztlich als wissenschaftlicher Unfug zu bezeichnen, da diese Versuche ohne jeden klinischen Bezug originär nicht mit der Entwicklung von Medikamenten im Zusammenhang stehen und keine neuen Therapieansätze bringen sollten, sondern lediglich – jetzt sage ich es in meinen Worten – der Publikationsgeilheit von Wissenschaftern dienen. – Und das verurteile ich. Das ist ein Aspekt. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Beifall bei FPÖ und Grünen.
Aber wir sind auch politisch dazu aufgerufen und ethisch dafür verantwortlich, nach Möglichkeit diejenigen Forscher nach Österreich zu holen, die tatsächlich einen Mehrwert für die Gesellschaft erzeugen und nicht bloß unter ethisch fadenscheinigen beziehungsweise bedenklichen Umständen bei uns Karriere machen wollen, wobei unsere Spitzenrepräsentanten in dieser Republik nicht merken, welche Personalentscheidungen sie treffen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Wer hat denn für Chernoy interveniert?
Wahr ist vielmehr, dass sich die ÖVP immer für eine effiziente Aufklärung und eine konsequente Verfolgung sowie Bestrafung von Kriminellen – und von allen Menschen, die Straftaten begehen – eingesetzt hat, egal, welcher ideologischen Ausrichtung sie sind und aus welchen Motiven sie solche Taten begehen. (Abg. Mag. Kogler: Wer hat denn für Chernoy interveniert?) Wahr ist aber leider auch, dass Kollege Pilz unter dem Schutz der Immunität steht und das auch weidlich ausnützt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wahr ist vielmehr, dass sich die ÖVP immer für eine effiziente Aufklärung und eine konsequente Verfolgung sowie Bestrafung von Kriminellen – und von allen Menschen, die Straftaten begehen – eingesetzt hat, egal, welcher ideologischen Ausrichtung sie sind und aus welchen Motiven sie solche Taten begehen. (Abg. Mag. Kogler: Wer hat denn für Chernoy interveniert?) Wahr ist aber leider auch, dass Kollege Pilz unter dem Schutz der Immunität steht und das auch weidlich ausnützt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Daher ist der Anbau der Pflanze der Gattung Cannabis zwecks Gewinnung von Substanzen für die Arzneimittelherstellung meiner Meinung nach grundsätzlich zu begrüßen. Wir werden dem zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist mir noch wichtig, Folgendes zu sagen: Das Substitutionsprogramm war ursprünglich für jene Suchtkranke gedacht, die nicht mehr von ihrer Sucht loskommen können, wird aber immer mehr Jugendlichen verschrieben. Das halte ich für absolut falsch. Die Jugendlichen brauchen eine Perspektive, die da heißt: Drogenfrei und nicht Ersatzdroge, nämlich zur Rettung von Menschenleben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Ich hoffe, dass das Suchtmittelgesetz ein Beitrag zu einer Drogenpolitik ist, die den Weg des Rationalen, des Aufklärerischen und des Vernünftigen geht. Ich hoffe, dass das ein Beitrag dazu ist, in diesem Bereich nicht mehr marktschreierisch Ängste zu schüren. Wenn das so ist, ist es sicher ein guter Schritt in die richtige Richtung. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Ganz wichtig ist, glaube ich, die Möglichkeit, jetzt auch den Cannabisanbau unter der Kontrolle der AGES durchführen zu können. Das war unter anderem ein wichtiges Anliegen vieler Behindertenorganisationen. Ich möchte diesbezüglich ein großes Dankeschön an Franz-Joseph Huainigg richten, der gerade in diesem Bereich viele Jahre gekämpft hat, weil damit auch Medikamente zur Erleichterung für behinderte Menschen in bestimmten Bereichen geschaffen werden können. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist auch untragbar, die besten Punkte dieser initialen Reform der Sozialpartner oder dieses Vorschlages sofort zu kippen in einer Art Demutsgeste vor den Ländern. Es ist untragbar, eine Vereinheitlichung von Verantwortung und Kompetenz wegzunehmen, die in Österreich maximal diversifiziert ist, und eine Lederhosen-Politik fortzusetzen, die unterschiedlichste Budgettöpfe letztlich zu Ungunsten der Kranken historisch fortsetzt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also: Ich würde dafür stimmen, auch wenn Sie es ablehnen. Im Herbst ist es in vielen Bereichen zu spät – und das ist eine Schande! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Grünewald, genau das ist der Punkt. Wenn Sie den Präsidenten Moser aus Ihrer Sicht zitieren und das herausnehmen, was Sie hören wollen, dann sage ich Ihnen, was für uns wichtig ist: Im Rechnungshofbericht, in dem Oberösterreich Wien gegenübergestellt und der städtische Faktor berücksichtigt wurde, kommt klar zum Ausdruck, dass in Wien nicht ordentlich gewirtschaftet wird. Daher sehen wir nicht ein, dass frisches Steuergeld für diese Gebietskrankenkassen fließen soll; die anderen zahlen hier nämlich über den Ausgleichstopf ein. Das können wir so nicht akzeptieren und nehmen das so auch nicht zur Kenntnis. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist genau falsch!
Was die Verwaltungszahl angeht, Herr Dr. Grünewald, schauen Sie sich das an: In Wien ist ein Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse für 414 Versicherte zuständig, in Oberösterreich für 600 Versicherte. Solange diese Maßnahmen hier nicht gesetzt werden, werden wir nicht zulassen, dass Steuergelder in diese Kassen fließen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das ist genau falsch!)
Abg. Mag. Kogler: Reden Sie einmal von der Bauernkasse, Sie Ignorant!
Uns ist bewusst, dass mit Beginn des nächsten Jahres hiezu eine Lösung auf dem Tisch liegen muss. Aber jetzt herzugehen und Gelder in einer Höhe von Hunderten Millionen zu beschließen und zu sagen, es wird schon irgendwie weitergehen – das ist uns zu wenig! Geld kann nur Maßnahmen und Leistungen folgen. (Abg. Mag. Kogler: Reden Sie einmal von der Bauernkasse, Sie Ignorant!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Oberhauser: Selbstbehalte!
Abgeordneter August Wöginger (fortsetzend): Herr Präsident, kein Problem. – Herr Kollege Kogler! Wenn andere Kassen die Struktur übernommen hätten, auch die Selbstbehalte, die wir bei den Bauern und vor allem auch bei der BVA haben, nämlich bundesweit, dann hätten wir die Probleme gar nicht, die wir bei manchen Gebietskrankenkassen haben! Das muss man hier dazusagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Oberhauser: Selbstbehalte!)
Beifall bei der ÖVP.
Alle Stakeholder sind mit eingebunden, auch die Experten, so wie bei den Hearings auch im Sozialausschuss, die meiner Meinung nach sehr ertragreich waren und wo man viele Neuigkeiten hier mit einbinden kann. Aus unserer Sicht sind diese Ergebnisse abzuwarten und auch in einem neuen Anlauf für eine Gesundheitsreform mit einzuarbeiten. Das sehen wir als die nächsten wichtigen Schritte. Und ich bin auch überzeugt davon, dass der Zeitrahmen im Herbst ausreichend ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Und genau das Problem haben Sie. Sie glauben, Sie haben Ihre eigenen Kassen. Sie sind irgendwo in einer anderen Sphäre, und da lassen wir eben die bei der Gebietskrankenkasse Versicherten auf der Strecke. Wird schon irgendwie gehen, sollen sie halt schauen, wo sie bleiben. Genau das ist offensichtlich Ihre Einstellung und Ihre Meinung. Deswegen haben Sie es auch platzen lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kößl: Das ist ein Trauerspiel!
Und was machen Sie dann? – Dann gehen Sie her, lassen das Ganze, opfern das also, nur damit Sie Ihre Neuwahlen machen können, nur damit es einen Grund gibt, hier Neuwahlen vom Zaun zu brechen. Da lassen Sie das alles platzen und lassen die Bevölkerung, lassen die Wienerinnen und Wiener, lassen die Steirerinnen und Steirer, lassen die Niederösterreicher im Regen stehen. (Abg. Kößl: Das ist ein Trauerspiel!)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Trauerspiel spielt sich in der ÖVP ab, weil die ÖVP für diese unsoziale Politik verantwortlich ist. Sie als ÖVP sind dafür verantwortlich, dass die Krankenkassen im Herbst den Konkurs anmelden werden müssen. Dafür sind Sie verantwortlich, und das ist das Trauerspiel, nicht das andere! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Glauben Sie mir: Das werden sich die Menschen da draußen schon merken. Da können Sie sich mit Ihren frühen Wahlterminen gar nicht mehr drüberretten. Das kommt bei der Bevölkerung an, denn Hochmut kommt vor dem Fall, und das wird die ÖVP noch zu spüren bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Riepl: Jetzt wird es wieder sachlich!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Lapp. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Riepl: Jetzt wird es wieder sachlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo?
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen für eine Politik von Ergebnissen, und daran arbeiten wir. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wo?)
Beifall beim BZÖ.
hätten, dann hätten wir uns vielleicht viele leere Kilometer und viele Diskussionen hier herinnen erspart, wo wir über Dinge geredet haben, die vielleicht gar nicht mehr in Verhandlung gewesen sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sage ich noch einmal ja zu einem rechtzeitigen und umfassenden Gesundheitsgipfel. Das BZÖ hat das in Oberösterreich auch im Landtag schon unterstützt. Kärnten hat als einziges Bundesland auch in diesem Zusammenhang einen Gesundheitsgipfel gemacht. Und das hat sehr, sehr viel genützt, auch im Hinblick auf Information und vieles andere. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lapp: In der vergangenen!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Lapp hat vorher gemeint, man sei in der letzten Legislaturperiode von Gipfel zu Gipfel geeilt (Abg. Mag. Lapp: In der vergangenen!) – in der vergangenen –, aber es liegt kein Ergebnis vor. Sie haben diese gemeint? (Abg. Mag. Lapp: Nein!) Aber da muss ich Ihnen sagen, in dieser Legislaturperiode haben Sie auch kein Ergebnis erzielt im Rahmen der Gesundheitsreform oder, besser gesagt, im Rahmen eines Krankenkassensanierungspakets. Hier stimmt das Ergebnis also auch nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Mag. Lapp: Nein!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Lapp hat vorher gemeint, man sei in der letzten Legislaturperiode von Gipfel zu Gipfel geeilt (Abg. Mag. Lapp: In der vergangenen!) – in der vergangenen –, aber es liegt kein Ergebnis vor. Sie haben diese gemeint? (Abg. Mag. Lapp: Nein!) Aber da muss ich Ihnen sagen, in dieser Legislaturperiode haben Sie auch kein Ergebnis erzielt im Rahmen der Gesundheitsreform oder, besser gesagt, im Rahmen eines Krankenkassensanierungspakets. Hier stimmt das Ergebnis also auch nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Lapp hat vorher gemeint, man sei in der letzten Legislaturperiode von Gipfel zu Gipfel geeilt (Abg. Mag. Lapp: In der vergangenen!) – in der vergangenen –, aber es liegt kein Ergebnis vor. Sie haben diese gemeint? (Abg. Mag. Lapp: Nein!) Aber da muss ich Ihnen sagen, in dieser Legislaturperiode haben Sie auch kein Ergebnis erzielt im Rahmen der Gesundheitsreform oder, besser gesagt, im Rahmen eines Krankenkassensanierungspakets. Hier stimmt das Ergebnis also auch nicht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen können wir hier auch nicht beim niedergelassenen Arzt ansetzen. Im Gegenteil: Mehr Aktivitäten beim niedergelassenen Arzt bedeuten auch niedrigere Kosten im Gesundheitssystem. Daher müssen wir den Mut haben, auch eine Gesundheitsreform anzugehen, und ich glaube, da wäre ein Gesundheitsgipfel sicherlich der richtige Weg. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
fe Österreich. Das ist ein Zusammenschluss der Dachverbände, Selbsthilfegruppen und Vereine Österreichs. Wir unterstützen also diese Petition. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit verbunden muss auch die Ressourcenfrage untertags mit berücksichtigt werden. Um diese von mir aus Zeitgründen nur teilweise angeführten Probleme zu lösen, gibt es den gemeinsamen Entschließungsantrag, der noch eingebracht wird, denn dieser wird ja einen Befund der Situation in Auftrag geben, um im Gesundheitsausschuss diese ernst zu nehmende Thematik im Sinne der Betroffenen positiv abhandeln zu können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das letzte Beispiel für die Notwendigkeit der Zusammenführung von Kompetenzen und Budgetströmen ist das unwürdige Herumschieben von DialysepatientInnen zwischen Niederösterreich und Wien und der unwürdige Streit um deren Transportkosten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Resolution selbst begrüßen wir natürlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt, über den noch viel weiter diskutiert gehört, beziehungsweise gehört diese Information verbreitet. Wie gesagt, es ist sehr positiv, dass sich der Ausschuss durchringen konnte, einen Fünf-Parteien-Antrag zu dieser wichtigen Thematik zu verfassen. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich verurteile natürlich niemanden, der keine Kinder hat. Es gibt in Österreich derzeit 1,1 Millionen Ein-Personen-Haushalte – und dieser Trend geht weiter. Jeder entscheidet selbst, wie er lebt. Es ist aber doch ungerecht, dass sich jemand, der keine Kinder hat, auch keine Sorgen machen muss, dass seine Familie, dass seine Kinder für diese Kosten aufkommen – das geht natürlich nicht. In dem Fall kommt die öffentliche Hand für die Kosten auf. Ich meine, das sollte auch für jene gelten, Frau Kollegin Lapp, die eben Kinder haben, dass die öffentliche Hand für die Pflegekosten aufkommt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Der Steuerzahler bezahlt auch so!
Sie sind anderer Meinung. Ich kann mir aber nicht genau erklären, warum Sie hier anderer Meinung sind. Ich bin gespannt auf Ihre Argumentation! Was können meine Kinder dafür, wenn ich beim Paragleiten abstürze und mir das Kreuz breche und dann vielleicht ein Pflegefall werde? Wenn ich keine Kinder habe, dann bezahlt der Steuerzahler die Kosten, die zu berappen sind. (Abg. Mag. Lapp: Der Steuerzahler bezahlt auch so!) – Also, ich kann Ihnen sagen, Frau Kollegin Lapp, ich habe in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis viele Menschen, deren Eltern pflegebedürftig sind. Diese bezahlen sehr hohe Beträge für diese Pflege. Es wundert mich, dass Ihnen das nicht bekannt ist oder dass Sie das nicht wissen, dass die Kinder finanziell ... (Abg. Mag. Lapp: Pflegegeld?) – Nein, nicht das Pflegegeld! Jeder von Ihnen wird das aus dem eigenen Familienkreis vielleicht kennen, dass Sie dann, wenn die Eltern pflegebedürftig sind, zur Kassa gebeten werden.
Abg. Mag. Lapp: Pflegegeld?
Sie sind anderer Meinung. Ich kann mir aber nicht genau erklären, warum Sie hier anderer Meinung sind. Ich bin gespannt auf Ihre Argumentation! Was können meine Kinder dafür, wenn ich beim Paragleiten abstürze und mir das Kreuz breche und dann vielleicht ein Pflegefall werde? Wenn ich keine Kinder habe, dann bezahlt der Steuerzahler die Kosten, die zu berappen sind. (Abg. Mag. Lapp: Der Steuerzahler bezahlt auch so!) – Also, ich kann Ihnen sagen, Frau Kollegin Lapp, ich habe in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis viele Menschen, deren Eltern pflegebedürftig sind. Diese bezahlen sehr hohe Beträge für diese Pflege. Es wundert mich, dass Ihnen das nicht bekannt ist oder dass Sie das nicht wissen, dass die Kinder finanziell ... (Abg. Mag. Lapp: Pflegegeld?) – Nein, nicht das Pflegegeld! Jeder von Ihnen wird das aus dem eigenen Familienkreis vielleicht kennen, dass Sie dann, wenn die Eltern pflegebedürftig sind, zur Kassa gebeten werden.
Beifall bei der FPÖ.
Dass Ihnen als Mandatarin einer Regierungspartei das völlig neu ist, das verwundert mich dann doch sehr. Hier brauchen wir mehr Gerechtigkeit, das heißt: kein Angehörigen-Regress. Ich glaube auch, dass es möglich sein muss, bei den vernunftbetonten Mandataren dieses Hauses eine Mehrheit für dieses Anliegen zu finden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mir ist schon bewusst, dass Sie jetzt diesem Antrag nicht zustimmen werden. Aber wer auch immer die nächste Bundesregierung stellen wird, sollte sich mit diesem Anliegen ernsthaft auseinandersetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Vorschlag ist sogar: Erhöhen wir das Pflegegeld so wie die Pensionen mit 1. November 2008 – und nicht erst mit 1. Jänner 2009. Ich lade die anwesenden Damen und Herren der ÖVP, denen dieser sozialpolitische Fortschritt ein Anliegen ist, ein, beim Herrn Finanzminister in diese Richtung auch auf eine Änderung seiner Haltung einzuwirken! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Und was ist mit Regress in den SPÖ-Ländern?
400 000 Österreicherinnen und Österreicher würden Ihnen das sehr, sehr danken. Es gibt 400 000 Bezieher und Bezieherinnen von Pflegegeld in Österreich, die ganz dringend diese rasche Erhöhung brauchen. Gerade die Bezieher von Pflegegeld sind finanziell meist nicht sehr günstig gestellt, sie sind daher von Inflation besonders betroffen. Wenn sie mit dem Pflegegeld Leistungen zukaufen, was im Regelfall der Fall ist, oder die Pflege und Betreuung durch Angehörige damit finanzieren, sind sie auf diese rasche und maßgebliche Erhöhung des Pflegegeldes sehr, sehr angewiesen. Nehmen Sie sich ein Herz, meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wirken Sie hier auf Ihren Kollegen Finanzminister ein! (Abg. Steibl: Und was ist mit Regress in den SPÖ-Ländern?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben insgesamt mit dieser Erhöhung sowohl bei den 5 Prozent als auch bezüglich der Demenzkranken und der schwerstbehinderten Kinder und Jugendlichen ein Volumen von knapp 130 Millionen € an Verbesserung für pflegebedürftige Menschen. Das wäre die stärkste Verbesserung finanziell und inhaltlich beim Pflegegeld seit seiner Einführung im Jahr 1993. Das ist ein wichtiges Anliegen – nicht nur mir, das sollte auch Ihnen ein wichtiges Anliegen sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Lapp – in Richtung FPÖ –: So schaut es aus! – Abg. Ing. Hofer: Mit einer Zweidrittelmehrheit! – Abg. Kickl: Wie haben Sie das dann bei der Mindestsicherung angedacht?
Ich würde Sie gerne einladen, Ihre vielfältigen Initiativen im Sozialbereich auf Felder zu konzentrieren, wo es einen Sinn macht, wo es eine Verbesserung für den Menschen als Resultat geben kann – und nicht nur hier eine aus meiner Sicht nicht sachgerechte Beschäftigung zu betreiben. Der Initiativantrag greift inhaltlich etwas auf, was es nicht gibt. Es gibt bundesweit beim Pflegegeld sowohl bei den Grundleistungen als auch bei den Angehörigenleistungen keinen Regress von Angehörigen. Wir wollen ihn auch nicht, wir wollten ihn nie, daher brauchen wir ihn auch nicht abzuschaffen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Lapp – in Richtung FPÖ –: So schaut es aus! – Abg. Ing. Hofer: Mit einer Zweidrittelmehrheit! – Abg. Kickl: Wie haben Sie das dann bei der Mindestsicherung angedacht?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dadurch ist ein sehr wichtiger integrativer Anreiz geschaffen worden, wo behinderte Menschen mit VertreterInnen von Menschenrechtsorganisationen und anderen NGOs für eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft eintreten. Das ist ein guter Schritt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Straßenverkehrsordnung!
Das Dritte ist: Wir werden sicher nicht zustimmen, dass das Thema der einheitlichen ärztlichen Begutachtung für die Ausstellung des Behindertenausweises nach § 29b StVO wieder einem anderen Ausschuss zugewiesen wird. Ich kann mich erinnern, das erste Mal, im Herbst 2007, wurde das mit der Begründung vertagt, dass man im kommenden Jahr Verbesserungen schaffen will, und der Herr Bundesminister hat gesagt, er stellt diese Verbesserungen in Aussicht. Bis heute ist nichts an Verbesserungen geschehen, sondern das Einzige, das man macht, ist, dass man es jetzt dem Verkehrsausschuss zuweist. Aber was hat der Verkehrsausschuss mit der einheitlichen ärztlichen Begutachtung zu tun? (Abg. Mag. Lapp: Straßenverkehrsordnung!)
Abg. Mag. Lapp: Nein, das ist die Straßenverkehrsordnung!
Aber das ist eben das Dilemma dieser Regierung (Abg. Mag. Lapp: Nein, das ist die Straßenverkehrsordnung!): Etwas versprechen und es dann nicht halten. In diesem Zusammenhang, wo es darum geht, für die Behinderten Erleichterungen zu schaffen, ist das wirklich ein starkes Stück. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber das ist eben das Dilemma dieser Regierung (Abg. Mag. Lapp: Nein, das ist die Straßenverkehrsordnung!): Etwas versprechen und es dann nicht halten. In diesem Zusammenhang, wo es darum geht, für die Behinderten Erleichterungen zu schaffen, ist das wirklich ein starkes Stück. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Strache.
Besonderes Augenmerk gilt auch dem Artikel 10 der UN-Konvention, in dem ein Grundrecht auf Leben für behinderte Menschen festgeschrieben ist. Das klingt so selbstverständlich. Wenn man aber gleichzeitig in Österreich sieht, dass die Geburt eines behinderten Kindes als Schadensfall deklariert wird und seine gesamte Lebensexistenz als Schadenersatzforderung durch ein OGH-Urteil zugesprochen wird, dann gibt es hier Handlungsbedarf. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Abg. Haidlmayr: Nicht nur vermutlich! Ganz sicher!
Entschließungsanträge machen heute wenig Sinn, weil das Parlament ja morgen vermutlich aufgelöst wird. (Abg. Haidlmayr: Nicht nur vermutlich! Ganz sicher!) Aber ich möchte als Anliegen weitergeben, dass die UN-Konvention in einer „Leichter Lesen“-Fassung erstellt wird, damit auch Menschen mit Lernbehinderung diese Rechte nutzen können und sie ihnen verständlich gemacht werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Haidlmayr fährt im Rollstuhl auf die Rampe, um sich zum Rednerpult zu begeben.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Haidlmayr fährt im Rollstuhl auf die Rampe, um sich zum Rednerpult zu begeben.
Entschließungsanträge machen heute wenig Sinn, weil das Parlament ja morgen vermutlich aufgelöst wird. (Abg. Haidlmayr: Nicht nur vermutlich! Ganz sicher!) Aber ich möchte als Anliegen weitergeben, dass die UN-Konvention in einer „Leichter Lesen“-Fassung erstellt wird, damit auch Menschen mit Lernbehinderung diese Rechte nutzen können und sie ihnen verständlich gemacht werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Haidlmayr fährt im Rollstuhl auf die Rampe, um sich zum Rednerpult zu begeben.)
Abg. Haidlmayr: Ich fahre einmal hinunter!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Frau Abgeordnete Haidlmayr, es ist vor Ihnen noch ein anderer Redner an der Reihe. Vielleicht bleiben Sie noch kurz oben, bis Herr Kollege Huainigg das Rednerpult wieder über die Rampe verlassen hat. (Abg. Haidlmayr: Ich fahre einmal hinunter!) – Wie Sie wünschen.
Abg. Themessl gibt zu verstehen, dass er gerne der sich bereits neben dem Rednerpult befindlichen Abg. Haidlmayr den Vortritt lässt.
In der Zwischenzeit wird Herr Abgeordneter Themessl das Wort nehmen. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 2 Minuten. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Themessl gibt zu verstehen, dass er gerne der sich bereits neben dem Rednerpult befindlichen Abg. Haidlmayr den Vortritt lässt.) Sie sind ein Kontra-Redner und daher nach der Geschäftsordnung als Nächster für die Wortmeldung vorgesehen. – Bitte, Sie haben das Wort.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja kein Partner, das ist ja ein Koalitionsgegner!
Herr Bundesminister, Sie verfügen heute und morgen in diesem Hohen Haus noch über eine Zweidrittelmehrheit. Es wäre ein Leichtes für Sie, mit Ihrem Koalitionspartner, der ÖVP, einmal bundesweit diese Regressforderungen abzuschaffen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja kein Partner, das ist ja ein Koalitionsgegner!)
Abg. Steibl: Jetzt sagen Sie es uns einmal im Klartext, oder?
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Vorredner und auch Herr Hofer haben zuerst über diese Regresskosten gesprochen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich erzähle Ihnen jetzt einmal etwas, wenn Sie es noch nicht wissen (Abg. Steibl: Jetzt sagen Sie es uns einmal im Klartext, oder?): Die Regressansprüche in Vorarlberg, wie Sie sie gerade beschrieben haben, und in anderen Bundesländern sind Ländersache! Da gibt es kein Bundesgesetz, das irgendwo vorschreiben würde, dass es an Angehörige Regressansprüche gibt, sondern das macht sich jedes Bundesland für sich selbst! (Abg. Ing. Hofer: Ein Verfassungsgesetz verabschieden!)
Abg. Ing. Hofer: Ein Verfassungsgesetz verabschieden!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Vorredner und auch Herr Hofer haben zuerst über diese Regresskosten gesprochen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich erzähle Ihnen jetzt einmal etwas, wenn Sie es noch nicht wissen (Abg. Steibl: Jetzt sagen Sie es uns einmal im Klartext, oder?): Die Regressansprüche in Vorarlberg, wie Sie sie gerade beschrieben haben, und in anderen Bundesländern sind Ländersache! Da gibt es kein Bundesgesetz, das irgendwo vorschreiben würde, dass es an Angehörige Regressansprüche gibt, sondern das macht sich jedes Bundesland für sich selbst! (Abg. Ing. Hofer: Ein Verfassungsgesetz verabschieden!)
Abg. Steibl: Eben! Und das sind alles rote Länder: Steiermark und so weiter! Ihr könnt euch schon auf ein Packl hauen!
Ich meine, das muss man sich vorstellen: Der Bund kann es nicht abschaffen, weil das Ländersache ist. (Abg. Steibl: Eben! Und das sind alles rote Länder: Steiermark und so weiter! Ihr könnt euch schon auf ein Packl hauen!)
Die Rednerin hält, wie schon vor, so auch nach diesem Ausdruck, einen Augenblick inne. – Heiterkeit.
Und das ist wirklich, mit Verlaub, Herr Präsident – verlogen! (Die Rednerin hält, wie schon vor, so auch nach diesem Ausdruck, einen Augenblick inne. – Heiterkeit.)
Abg. Ing. Hofer: Verfassungsgesetz machen!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (fortsetzend): Mein Kollege, der ebenfalls behindert ist, hat gesagt, es wird doch keiner glauben, dass wir deppert genug sind – wortwörtlich! –, dass wir nicht checken, was Landes- und Bundesgesetze sind – und die Regressforderungen sind Landessache! (Abg. Ing. Hofer: Verfassungsgesetz machen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Also: Die Steiermark hat einen roten Landeshauptmann und einen roten Soziallandesrat!
Und für diese Landessachen, diese Landesgesetze, wo Ihre eigenen Landeshauptleute das Geld einstecken, nämlich über den Regress, brauchen Sie nicht 400 000 PflegegeldbezieherInnen in Geiselhaft zu nehmen. Das ist unseriös, und das tut man einfach nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Also: Die Steiermark hat einen roten Landeshauptmann und einen roten Soziallandesrat!)
Abg. Steibl: Und Burgenland, Wien, Salzburg ...!
So. Das war es einmal zum Aktuellen. – Jetzt aber zu dem (Abg. Steibl: Und Burgenland, Wien, Salzburg ...!) – Ja, die Landeshauptleute. Das ist Ländersache! Regen Sie sich nicht auf, ich habe es Ihnen gesagt. Sie wissen es jetzt sicher, auch wenn Sie
Beifall bei den Grünen.
es vielleicht vorher noch nicht gewusst haben: Das ist Ländersache! Und suchen Sie sich andere Menschen, die Sie in Geiselhaft nehmen, aber lassen Sie uns in Ruhe! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP! Sie reden immer nur davon, dass Sie Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen wollen. Wenn es aber dann konkret darum geht, sie auch zu machen, dann sind Sie die Letzten, die dafür sind. Und das ist absolut schändlich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Ich habe es nicht gehört!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Frau Abgeordnete Haidlmayr, für den Ausdruck „verlogen“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf, den Sie erwartet haben. (Abg. Haidlmayr: Ich habe es nicht gehört!)
Abg. Haidlmayr: Ich habe nicht gehört, was Sie gesagt haben, ...
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schopf. (Abg. Haidlmayr: Ich habe nicht gehört, was Sie gesagt haben, ...)
Abg. Haidlmayr: Ist in Ordnung! Den nehme ich!
Frau Kollegin Haidlmayr, ich wiederhole: Ich habe Ihnen einen Ordnungsruf für den Ausdruck „verlogen“ erteilt. (Abg. Haidlmayr: Ist in Ordnung! Den nehme ich!) Ob das
Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Haidlmayr: Trotzdem ist mir die Wahrheit noch immer lieber! – Ruf: Das brauchst du dir nicht gefallen zu lassen! – Abg. Haidlmayr: Nein, das passt schon! Wenn es die Wahrheit ist, ...!
in Ordnung ist oder nicht, darüber zu urteilen, steht Ihnen nicht zu! – Das war der Ordnungsruf. (Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Haidlmayr: Trotzdem ist mir die Wahrheit noch immer lieber! – Ruf: Das brauchst du dir nicht gefallen zu lassen! – Abg. Haidlmayr: Nein, das passt schon! Wenn es die Wahrheit ist, ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Worum geht es in dieser Angelegenheit? – Es geht letztendlich darum, dass diese Personengruppe, dass behinderte Menschen, schwerstbehinderte Menschen durch diese persönliche Arbeitsassistenz die Möglichkeit erhalten, einen Job auszuführen, wo Arbeitnehmer und Arbeitgeber à la longue zufrieden sind. Ich denke nämlich, dass das das Wichtigste ist, dass diese Menschen auch eine Möglichkeit haben, einer Beschäftigung nachzugehen. Und ich meine, das muss letztendlich das Ziel von uns allen sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
einem ÖVP-Landeshauptmann hat für Familien den Regress zurückgreifend auch auf Grund und Boden mit 1. Jänner 2008 abgeschafft. Ich denke, man muss auch wissen, wovon man spricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin stolz darauf und froh darüber, in einem Land wie Österreich leben zu dürfen, arbeiten zu dürfen, insbesondere dort, wo die ÖVP regiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen jetzt natürlich auch dementsprechend unsere österreichischen Programme anpassen. Etwas, was ein sehr wichtiges Mittel in der Entwicklungspolitik ist, ist das Drei-Jahres-Programm, in dessen letzter Auflage die Menschen mit Behinderungen als speziell erwähnte Zielgruppe herausgefallen sind. Ich fordere uns alle auf, dass wir darauf achten, dass diese beim nächsten Drei-Jahres-Programm wieder drinnen stehen, dass wir unsere Projekte nach den Bedürfnissen von behinderten Menschen ausrichten, denn nur dann werden wir es schaffen, die acht Ziele, die sich die Welt gesteckt hat, bis 2015 zu erreichen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Und diese Freiheit, meine sehr geehrten Damen und Herren, diesen Anspruch auf unsere Selbstbestimmung und Freiheit können Sie uns nicht nehmen. Sie können das nur verzögern, aber nehmen lassen wir uns das nicht. Deshalb werde ich weiterkämpfen, werden wir weiterkämpfen. Die Rechte behinderter Menschen sind Menschenrechte – und die gelten auch für uns. – Danke. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Die Zuweisung macht schon die Präsidentin?!
Abgeordnete Hedwig Wechner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Verehrte Damen und Herren! Mein Redebeitrag wird einen etwas formalen Charakter haben. Der freiheitliche Klub brachte einen Entschließungsantrag betreffend Erstellung eines Plans zum Abbau baulicher Barrieren für die Gebäude, die vom Bundesministerium für Landesverteidigung genutzt werden, im Sozialausschuss ein. Allerdings hat dieser Antrag wohl nicht seinen Platz im Sozialausschuss, sondern muss sinnvollerweise an den Landesverteidigungsausschuss gerichtet werden. (Abg. Dr. Graf: Die Zuweisung macht schon die Präsidentin?!)
Beifall bei der SPÖ.
Am Ende meiner Ausführungen möchte ich mich ganz herzlich bei Herrn Minister Buchinger und bei Herrn Minister Darabos für ihre geleistete Arbeit im Bereich des Sozialen wie auch der Landesverteidigung bedanken. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zweitens, gnädige Frau: Der Vergleich mit dem Munitionslager ist nicht wirklich sehr seriös. Ich weiß nicht, ob Sie beim Militär gedient haben, ich glaube aber nicht. Es gibt auch beim Bundesheer natürlich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Die Rede war in Ordnung, aber trotzdem: Der Vergleich mit dem Munitionslager war doch ein sehr harter. Lassen Sie mich das beurteilen! Seien Sie nicht so streng mit mir! Es ist heute eine meiner letzten Reden. Das darf ich zu meiner Verteidigung sagen. (Rufe bei der SPÖ: Wirklich?) – Heute! Ja. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Wirklich?
Zweitens, gnädige Frau: Der Vergleich mit dem Munitionslager ist nicht wirklich sehr seriös. Ich weiß nicht, ob Sie beim Militär gedient haben, ich glaube aber nicht. Es gibt auch beim Bundesheer natürlich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Die Rede war in Ordnung, aber trotzdem: Der Vergleich mit dem Munitionslager war doch ein sehr harter. Lassen Sie mich das beurteilen! Seien Sie nicht so streng mit mir! Es ist heute eine meiner letzten Reden. Das darf ich zu meiner Verteidigung sagen. (Rufe bei der SPÖ: Wirklich?) – Heute! Ja. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Zweitens, gnädige Frau: Der Vergleich mit dem Munitionslager ist nicht wirklich sehr seriös. Ich weiß nicht, ob Sie beim Militär gedient haben, ich glaube aber nicht. Es gibt auch beim Bundesheer natürlich ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Die Rede war in Ordnung, aber trotzdem: Der Vergleich mit dem Munitionslager war doch ein sehr harter. Lassen Sie mich das beurteilen! Seien Sie nicht so streng mit mir! Es ist heute eine meiner letzten Reden. Das darf ich zu meiner Verteidigung sagen. (Rufe bei der SPÖ: Wirklich?) – Heute! Ja. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Das Heeresspital!
Aber natürlich gibt es auch beim Bundesheer, beim Militär „Parteienverkehr“ – unter Anführungszeichen. Ich will auch nicht den Truppenübungsplatz Allentsteig barrierefrei machen oder den Hindernisparcours beim Militär (Abg. Dr. Graf: Das Heeresspital!), aber es geht darum, dass auch das Bundesministerium für Landesverteidigung die Pflicht hatte, so wie alle anderen Ministerien, mit 1. Jänner 2006 die Etappenpläne abzugeben. Und keiner verlangt vom Ministerium, dass jetzt sofort alles barrierefrei wird. Das wäre auch in diesem Ministerium nicht wirklich sinnvoll. Aber man muss doch sagen, was umsetzbar und bis wann es umsetzbar ist. Darum geht es in diesem Antrag.
Beifall bei der FPÖ.
Ich finde es schade, dass wir jetzt durch diese neuerliche Zuweisung diesen Antrag nicht beschließen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielleicht können Sie in diesem Bereich wirklich einmal den Gedanken hintanstellen, dass Bundesminister Buchinger keinen Erfolg haben darf, denn dieser Erfolg ist nicht für den Minister, sondern wäre wirklich für die Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aus diesem Grund werden wir beiden Anträgen unsere Zustimmung verweigern. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Ich brauche keinen Gesundheitsmanager! Wenn ich krank bin, gehe ich zum Doktor!
Aber jetzt zu den beiden Anträgen. Erstens: Gesundheitsmanager. Ich möchte ein Beispiel erzählen, warum ich das für ein gutes Modell halte. (Abg. Haidlmayr: Ich brauche keinen Gesundheitsmanager! Wenn ich krank bin, gehe ich zum Doktor!) Frau Kollegin Haidlmayr, bitte! Ich habe oft den Eindruck, Sie überziehen derart, dass Sie unserer Gruppe, die wir vertreten wollen, mehr schaden als nützen. (Beifall bei FPÖ, SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ, SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Aber jetzt zu den beiden Anträgen. Erstens: Gesundheitsmanager. Ich möchte ein Beispiel erzählen, warum ich das für ein gutes Modell halte. (Abg. Haidlmayr: Ich brauche keinen Gesundheitsmanager! Wenn ich krank bin, gehe ich zum Doktor!) Frau Kollegin Haidlmayr, bitte! Ich habe oft den Eindruck, Sie überziehen derart, dass Sie unserer Gruppe, die wir vertreten wollen, mehr schaden als nützen. (Beifall bei FPÖ, SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Abg. Haidlmayr: Gleichgestellt!
Frau Kollegin Haidlmayr, ich möchte Ihnen nicht zu sehr nahetreten, aber wenn wir dafür eintreten, dass wir Behinderte – ich kann sagen „wir Behinderte“ – gleich behandelt werden wollen (Abg. Haidlmayr: Gleichgestellt!), gleichgestellt werden wollen, dann dürfen wir auch nicht hergehen und für uns Sonderrechte in Anspruch nehmen. Wenn es einen Ordnungsruf vom Präsidenten gibt, dann muss ich ihn zur Kenntnis nehmen. Das ist eben so, und da ist es egal, ob ich behindert oder nicht behindert bin. Ich glaube, wir machen für unsere Klientel viel, wenn wir das auch so zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Haidlmayr, ich möchte Ihnen nicht zu sehr nahetreten, aber wenn wir dafür eintreten, dass wir Behinderte – ich kann sagen „wir Behinderte“ – gleich behandelt werden wollen (Abg. Haidlmayr: Gleichgestellt!), gleichgestellt werden wollen, dann dürfen wir auch nicht hergehen und für uns Sonderrechte in Anspruch nehmen. Wenn es einen Ordnungsruf vom Präsidenten gibt, dann muss ich ihn zur Kenntnis nehmen. Das ist eben so, und da ist es egal, ob ich behindert oder nicht behindert bin. Ich glaube, wir machen für unsere Klientel viel, wenn wir das auch so zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum zweiten Antrag betreffend das Pflegegeld: Pflegegeld wird grundsätzlich für die im Inland Wohnhaften ausbezahlt. Es gibt natürlich durch die Mobilität, durch die offenen Grenzen immer wieder andere Möglichkeiten, Pflegegeld auch im Ausland zu beziehen; Kollegin Mandak hat ein sehr gutes Beispiel dafür genannt. Daher sage ich: Sicher muss man darauf achten, dass nicht Missbrauch betrieben wird, aber grundsätzlich zu sagen, dass für diejenigen, die sich im Ausland aufhalten, kein Pflegegeld bezahlt wird, wird so nicht funktionieren. Daher werden wir auch diesen beiden Anträgen nicht unsere Zustimmung geben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte das hier ganz bewusst sagen, weil es ganz, ganz wichtig ist, dass auch nichtbehinderte Menschen mit uns auf Augenhöhe diskutieren und nicht über uns stehen – denn sie sind nicht größer, sie stehen nur! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Jetzt kann man sagen: Das ist ein Vergleich, den sie da gemacht hat! Das könnte man auch mit einer Allegorie gleichstellen: Da werden manche aufgrund unseres Sozialsystems – wie das Licht eben auch Motten anzieht – angezogen, um dieses Sozialsystem zu nützen, sprich zu missbrauchen. Wir wissen, dass dieser Missbrauch stattfindet – und er ist bis heute nicht abgestellt worden. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Beispiel Europäische Union, weil ich immer höre: Das geht nicht! – „Das geht nicht!“, heißt in Wirklichkeit: „Ich will nicht!“, denn in Dänemark, einem Europäischen Unionsland, gibt es diese Differenzierung. Dort gibt es das Staatsbürgerrecht, obwohl es sich um ein Land der Europäischen Union handelt. Dort gibt es bei Sonderleistungen Staatsbürgerrechte, dort gibt es gewisse Sonderleistungen nur für Staatsbürger. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich muss man auch kritisch festmachen, dass die Wirtschaft oder auch Teile der Industriellenvereinigung immer wieder hier schon ein Interesse haben und damit argumentieren, dass wir qualifizierte Fachkräfte brauchen. – Ja, aber in erster Linie brauchen wir qualifizierte Fachkräfte in Österreich. Wir wollen österreichische Arbeitskräfte hier fachlich qualifiziert ausgebildet wissen, das sollte der Schwerpunkt Nummer 1 sein, und wir sollten hier nicht einen Verdrängungswettbewerb zum Besten geben. Wenn Menschen gebraucht werden, dann sollen sie auch die Möglichkeit haben, zu uns zu kommen, ja, dann sollen sie auch die Möglichkeit haben, hier zu arbeiten und auch Steuern zu zahlen, hier zu leben und sich zu integrieren. Nur: Wenn jemand dann nach einem oder eineinhalb Jahren seinen Arbeitsplatz verliert und keinen mehr findet, dann soll er bitte nicht auf Dauer die Möglichkeit haben, hier im Land zu verbleiben und auf ewig sozusagen vom Sozialstaat zu leben. Hier muss man eingreifen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre ein wichtiger Punkt, um endlich den Sozialstaat auf Dauer zu sichern, nämlich für den Staatsbürger, dem gegenüber wir in erster Linie verantwortlich sind. Wir wollen daher diesen Missbrauch, der entstanden ist, abgeschafft wissen, und dazu braucht es eine Grundlage – die Grundlage einer Studie. Und ich verstehe nicht, dass Sie sich so sträuben, diese Studie zu genehmigen, dass Sie dagegen sind. Sie sagen ja immer, das, was wir sagen, stimme nicht. Da wäre es doch ein Leichtes, dass Sie unserem Antrag auf eine Studie zustimmen, damit Sie uns endlich den Wind aus den Segeln nehmen können, damit Sie endlich, Herr Minister, sagen können: Ich habe es schwarz auf weiß, dass das, was die Freiheitlichen sagen, nicht stimmt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber Sie wissen offenbar, dass das, was wir sagen, richtig ist. Deshalb haben Sie Angst vor dieser Studie, und deshalb sind Sie nicht bereit, diese Studie zu machen, weil Sie nämlich dann selbst entlarvt würden, und zwar insofern, als alle Ihre Argumente, die Sie bis dato gebracht haben, nicht stimmig sind und Sie ein schlechtes Gewissen haben müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man die Zuwanderungsquoten der letzten 30 Jahre hernimmt und wir heute in etwa von 900 000 Zuwanderern in Österreich reden, dann kann man sich durchaus ausrechnen, von welcher Summe wir da reden. Und da sollten wir uns schon überlegen, ob es nicht gescheit gewesen wäre, schon vor 30 Jahren diese Summe in die Familienförderungspolitik zu investieren, damit wir in unserer eigenen Gesellschaft wieder mehr Kinder und zusätzliche neue Arbeitskräfte haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, wir sollten ganz offen über diese falsche demographische und sozialpolitische Entwicklung reden und nicht wieder mit irgendwelchen Totschlagargumenten kommen, das sei angeblich menschen- oder ausländerfeindlich – Unsinn! Wir wollen menschenfreundlich sein, und wir sind den Staatsbürgern verpflichtet, und da haben wir eine Verantwortung, und die wollen wir sicherstellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In Wahlzeiten, habe ich immer so den Eindruck, kommt immer wieder dieses alte Trauma der FPÖ zum Vorschein: Ganz Österreich ist von Ausländern umzingelt, und jedes Eindringen insbesondere von Asylsuchenden, von Familienmitgliedern, von Wirtschaftsflüchtlingen muss verhindert werden. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Dann machen Sie doch die Studie!
Man zitiert Experten zum Teil verkürzt, komplett falsch oder sehr eigenwillig. Zumindest interpretiert man die Aussagen. Meistens operiert man auch mit Zahlen, die durch nichts zu belegen sind. (Abg. Strache: Dann machen Sie doch die Studie!) In jedem Fall sollen einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, Neid und Missgunst sollen geschürt werden und mit unglaublichen Wortspielereien Ängste und Aufregung provoziert werden. (Abg. Strache: Warum sträuben Sie sich dann so gegen die Studie?)
Abg. Strache: Warum sträuben Sie sich dann so gegen die Studie?
Man zitiert Experten zum Teil verkürzt, komplett falsch oder sehr eigenwillig. Zumindest interpretiert man die Aussagen. Meistens operiert man auch mit Zahlen, die durch nichts zu belegen sind. (Abg. Strache: Dann machen Sie doch die Studie!) In jedem Fall sollen einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, Neid und Missgunst sollen geschürt werden und mit unglaublichen Wortspielereien Ängste und Aufregung provoziert werden. (Abg. Strache: Warum sträuben Sie sich dann so gegen die Studie?)
Abg. Strache: Das ist schon lange her!
Ein Beispiel. Kollege Strache, du hast vor kurzem in einem „profil“-Interview, nachzulesen, gesagt: Wisst ihr, was eine Maul- und Klauenseuche ist? Wenn osteuropäische Arbeiter im Westen arbeiten müssen, dann maulen sie, und wenn sie nicht arbeiten, dann klauen sie. (Abg. Strache: Das ist schon lange her!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Ein allegorischer Vergleich! Das ist schon lange her, das ist aus dem Jahr 2005!
Meine Damen und Herren, solche Aussagen sind absolut menschenunwürdig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Ein allegorischer Vergleich! Das ist schon lange her, das ist aus dem Jahr 2005!) Wer Menschen – egal aus welchem Land – derartig verunglimpft, will keine sachlichen Gründe hinter einer Studie finden, sondern sein versteck-
Beifall bei der SPÖ.
tes Ziel, nämlich in Bezug auf diese Studie, ist nichts anderes als Spaltung und Förderung von Intoleranz und Neid, und das lehnen wir SozialdemokratInnen entschieden ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Ihr kürzt lieber den Österreichern Sozialleistungen!
Wir haben es heute am Vormittag gehört: Sozialversicherungsträger zusammenlegen, eine für Österreicher, eine für Ausländer. (Abg. Strache: Ihr kürzt lieber den Österreichern Sozialleistungen!) Dieser Logik folgend würde dann bei der nächsten Regierungsbeteiligung der FPÖ, zu der es hoffentlich nie kommt, als Nächstes kommen: Kindergärten trennen, Schulen trennen, Wohnblöcke trennen, Betriebe trennen, Menschen ausweisen.
Beifall bei der SPÖ.
Das Programm der FPÖ ist immer schon gewesen: Einbunkern, Ängste schüren, Ausländer diffamieren! – Das lehnen wir ab, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Und was spricht jetzt gegen die Studie?
Unser Zugang zum Thema Flüchtlinge, Asylsuchende, Familienzusammenführung, Zuwanderer ist: Problem erkennen, Herausforderung annehmen, menschliche Lösungen finden. (Abg. Strache: Und was spricht jetzt gegen die Studie?) Das Miteinander, meine Damen und Herren, ist allemal besser, als Intoleranz aufzubauen und so den sozialen Frieden unseres Landes, um den uns viele Länder auf dieser Erde beneiden, aufs Spiel zu setzen. (Abg. Strache: Welches Argument spricht gegen die Studie, Herr Kollege?)
Abg. Strache: Welches Argument spricht gegen die Studie, Herr Kollege?
Unser Zugang zum Thema Flüchtlinge, Asylsuchende, Familienzusammenführung, Zuwanderer ist: Problem erkennen, Herausforderung annehmen, menschliche Lösungen finden. (Abg. Strache: Und was spricht jetzt gegen die Studie?) Das Miteinander, meine Damen und Herren, ist allemal besser, als Intoleranz aufzubauen und so den sozialen Frieden unseres Landes, um den uns viele Länder auf dieser Erde beneiden, aufs Spiel zu setzen. (Abg. Strache: Welches Argument spricht gegen die Studie, Herr Kollege?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Vom Staatsbürgerrecht haben Sie überhaupt noch nichts gehört! Das hat schon der Herr Faymann in Wien ausgehöhlt!
Dieser Antrag auf Spaltung der Bevölkerungsgruppen, auf weiteres gegenseitiges Ausspielen von Nationalitäten, von Familien und von Menschen, die aus verschiedensten Gründen verfolgt werden, wird von uns keinesfalls unterstützt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Vom Staatsbürgerrecht haben Sie überhaupt noch nichts gehört! Das hat schon der Herr Faymann in Wien ausgehöhlt!)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren: Gerade aus diesen Gründen, dass wir endlich einmal darüber eine sachliche Diskussion führen können, eine sachliche Diskussion auf Basis von Daten und Fakten, die Österreich-relevant sind, stimmen wir dieser Studie zu! Ich glaube, dann, wenn eine Studie vorliegt, kann jede Partei ihre Schlüsse daraus ziehen, und über diese diskutieren wir dann auch wieder in diesem Haus. Und das BZÖ wird auch seine Schlüsse daraus ziehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Aber so zu reden und sich nur gegenseitig etwas vorzuwerfen, ohne eigentlich genau zu wissen, welche Zahlen und Daten für Österreich relevant sind, das ist für mich keine seriöse Diskussion. Aus diesem Grund stimmen wir dieser Studie zu. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: Sie tun sich schon mit anderen Meinungen schwer! Für Sie ist es sehr schwer, andere Meinungen zuzulassen!
Das Problem mit dem Klubobmann Strache ist, dass man eine sachliche Diskussion mit ihm schwer führen kann, weil er hauptsächlich die drei Urängste der Freiheitlichen abwechselnd bemüht, in diesem Fall die vor den Ausländern. (Abg. Strache: Sie tun sich schon mit anderen Meinungen schwer! Für Sie ist es sehr schwer, andere Meinungen zuzulassen!)
Beifall bei den Grünen.
Den Sozialstaat gibt es bei Ihnen ja offenkundig nur für Inländer und vermutlich auch nur in der männlichen Form. Was Sie wollen, ist ein nationaler Sozialstaat. Da wird mir ein bisschen schwummerlig dabei. Jedenfalls kann ich Ihnen eines sagen: Mit den Grünen wird es Apartheid im Sozialsystem in Österreich nicht geben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Vielleicht für diese georgischen Asylwerber, die als Kriminelle unterwegs sind quer durch Österreich!
Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob man nicht noch etwas verbessern kann. Natürlich! In dem Moment, wo man den Arbeitsmarktzugang für MigrantInnen erleichtert, haben diese ein Arbeitseinkommen, das heißt, sie zahlen Einkommensteuer, sie zahlen Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer und brauchen weniger Sozialtransfers. Das Logischste wäre daher, herzugehen und zu sagen: Wer legal in Österreich lebt, hat automatisch legal Zugang zum Arbeitsmarkt. Das ist das, was das Sozialsystem ganz eindeutig rasch entlasten könnte. Und das sollte zumindest für Flüchtlinge, die ja nicht freiwillig kommen, gelten. (Abg. Strache: Vielleicht für diese georgischen Asylwerber, die als Kriminelle unterwegs sind quer durch Österreich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Sie haben Angst vor der Realität!
Es sollte daher die logische Folgerung sein: Wir brauchen vor allem verbesserte Integration, verbesserten Arbeitsmarktzugang für Migranten und Migrantinnen. Das Letzte, was wir brauchen, ist eine Studie mit erkennbarer Absicht, die sich die Freiheitlichen für den Wahlkampf da gerne bestellen würden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Sie haben Angst vor der Realität!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst zum Kollegen Krist, der offensichtlich irgendetwas in die falsche Kehle bekommen hat, was die Zusammenstellung von Fußballmannschaften betrifft. Er sollte das eigentlich besser wissen als Vorsitzender des Sportausschusses, wo es doch darum geht, dass heimische Fußballer auch ihre Chance haben und überhaupt noch ein Leiberl in einer Kampfmannschaft finden, und das von der Jugend auf. Das ist der Hintergrund solcher Regelungen. Und ich muss Ihnen, glaube ich, nicht ausdrücklich sagen, dass selbst die EU in ihren entsprechenden Weißbüchern und Richtlinien solche Dinge vorsieht und es ausdrücklich gutheißt, dass der heimische Nachwuchs durch solche Kontingentierungen geschützt wird. Das ist einmal das eine. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Der war gut, der Schmäh!
Zum anderen, meine Damen und Herren: Wir diskutieren jetzt über diese Studie nicht das erste Mal, und natürlich ist es Ihr gutes Recht, das abzulehnen, no na. Aber was mir damals schon beim ersten Mal im Ausschuss gefehlt hat und heute wieder fehlt, das ist im Grunde genommen eine sachliche Begründung dieser Ablehnung. (Abg. Öllinger: Der war gut, der Schmäh!) Das ist genau der Punkt: eine sachliche Begründung, die man als zureichend bezeichnen kann. (Abg. Strache: Die können das nur populistisch ablehnen, anders geht das gar nicht!)
Abg. Strache: Die können das nur populistisch ablehnen, anders geht das gar nicht!
Zum anderen, meine Damen und Herren: Wir diskutieren jetzt über diese Studie nicht das erste Mal, und natürlich ist es Ihr gutes Recht, das abzulehnen, no na. Aber was mir damals schon beim ersten Mal im Ausschuss gefehlt hat und heute wieder fehlt, das ist im Grunde genommen eine sachliche Begründung dieser Ablehnung. (Abg. Öllinger: Der war gut, der Schmäh!) Das ist genau der Punkt: eine sachliche Begründung, die man als zureichend bezeichnen kann. (Abg. Strache: Die können das nur populistisch ablehnen, anders geht das gar nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe damals vieles gehört im Ausschuss, und heute habe ich auch wieder vieles gehört, aber das geht am Kern der Sache vorbei. Das ist schon interessant: Die grüne Fraktion insbesondere und die SPÖ als Teil der linken Reichshälfte, das sind diejenigen, die sich sonst überall aufplustern, um sozusagen als Tabubrecher aktiv zu werden, die sich einen Spaß daraus machen, jedes Tabu zu brechen, das ist eine ihrer Lieblingssportarten. Aber wenn Sie dann hergehen und die Themen Zuwanderung und Kosten zusammenbringen, dann hauen sie den großen Tabusack drüber, dann darf darüber nicht diskutiert werden, und dann gibt es da offensichtlich ein Gesprächsverbot. Und das ist schon etwas sehr Seltsames. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt ja nur die zwei Möglichkeiten, Kollege Öllinger: Entweder Sie haben recht, dann ist der Tag, wo diese Studie erscheint, ein Feiertag für die Grünbewegung – oder wir haben recht, und die Indizien, die wir bisher haben, sprechen sehr dafür, dass wir recht haben. Und dann werden Sie sich überlegen müssen, wie Sie das in Zukunft argumentieren. Mit Ihrem Gutmenschentum allein wird es dann nicht getan sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Sie sollten sich ein bissel mehr um die Rechte und die Interessen der Staatsbürger kümmern. Es ist ja sehr lobenswert, dass Sie sich auch für Tierschützer einsetzen, da waren heute interessante Aspekte dabei, aber da sind auch Leute dabei, so wie ich mich erkundigt habe, die auf abstruse Ideen kommen, etwa den Menschenaffen Menschenrechte zu geben. Und ich bin mir sicher, dass man da auch in Ihrer Fraktion ein paar Befürworter von solchen Ideen finden kann. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Antihumanistisch ist das! Ein Kastensystem wollen Sie! Das ist menschenverachtend!
Meine Damen und Herren, was man nicht machen kann, ist, ganz einfach zu sagen: Jeder, der eine solche Studie fordert, gehört in die Pfui-Abteilung, das ist ein ganz schlimmes Tabu, das ist etwas Unmenschliches, das darf man nicht machen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Antihumanistisch ist das! Ein Kastensystem wollen Sie! Das ist menschenverachtend!) Das hat mit Seriosität überhaupt nichts zu tun. Gehen Sie doch her
Beifall bei der FPÖ.
und nehmen Sie dieses Zahlenmaterial; besonders Kollege Öllinger macht sich ja immer die Mühe, diese Texte auseinanderzuklauben und zu sagen: Das ist unzureichend, das kommt aus Deutschland, da hat man nur einen Teil untersucht! Ja, so kann man argumentieren, aber man kann so nicht argumentieren, wenn man damit unseren Ansatz widerlegen will, dass wir endlich Zahlenmaterial für Österreich brauchen, denn da beißt sich die Katze in den Schwanz. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie würden ja auch nicht sagen, dass die Physik deswegen nicht stimmt, weil man später aus den Erkenntnissen eine Atombombe gebaut hat. Die physikalischen Gesetze sind die Grundlage, um das eine daraus zu machen oder das andere. Und diese Grundlagen sind es, die wir uns wünschen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Grunde genommen sollten Sie sich endlich dazu durchringen, weniger dogmatisch zu sein, sich einmal von Ihren Vorurteilen gegenüber einer solchen Studie befreien und vielleicht dazu finden, die Vorteile einer solchen Studie zu erkennen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Es sind alle schlafen gegangen! – Abg. Dr. Cap: Es sind eh alle da!
Das war so auch bei der letzten Pensionsanpassung. Was ist passiert? Die Masse der Frauen hat die niedrigsten Pensionen, aber was haben diese Frauen als Erhöhung bekommen? – 1,7 Prozent. Das ist erschütternd! Wir fordern 2,4 Prozent. Nur gegeben wird es nicht. Und da hätte ich eine Frage an die Regierung. Aber es ist leider niemand hier, den ich ansprechen könnte. (Abg. Strache: Es sind alle schlafen gegangen! – Abg. Dr. Cap: Es sind eh alle da!) Ich sehe niemanden. Es tut mir leid. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.) – Darf ich weiter fortsetzen?
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Das war so auch bei der letzten Pensionsanpassung. Was ist passiert? Die Masse der Frauen hat die niedrigsten Pensionen, aber was haben diese Frauen als Erhöhung bekommen? – 1,7 Prozent. Das ist erschütternd! Wir fordern 2,4 Prozent. Nur gegeben wird es nicht. Und da hätte ich eine Frage an die Regierung. Aber es ist leider niemand hier, den ich ansprechen könnte. (Abg. Strache: Es sind alle schlafen gegangen! – Abg. Dr. Cap: Es sind eh alle da!) Ich sehe niemanden. Es tut mir leid. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.) – Darf ich weiter fortsetzen?
Beifall bei der FPÖ.
Auf der einen Seite wird über Gender gesprochen, auf der anderen Seite, wo es möglich wäre, solche Dinge zu verändern, vor allem zugunsten der Frauen, geschieht aber gar nichts. Darauf wird einfach vergessen, es wird übersehen. (Beifall bei der FPÖ.) Dabei sind diese kostenlosen Leistungen zurzeit für unsere Gesellschaft absolut lebensnotwendig, ja sogar überlebensnotwendig. Das möchte ich auch noch hinzufügen.
Heiterkeit bei der SPÖ.
Nächster Punkt: Die Vorgängerregierung hat auch zugegeben, dass die Teuerungen exorbitant hoch sind und dass man dagegen etwas tun muss. Geschehen ist leider bisher nichts! Das ist unanständig! Das muss ich Euch sagen, geschätzte Damen und Herren. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist es, dass es das überhaupt gibt!
Es gibt Haushalte, die ein Monatseinkommen von 470 € haben – ich nenne das jetzt als Beispiel –, und die Miete kostet 310 €, mittags müssen diese Leute mit dem Häferl zu den Padres oder zu den Schwestern in die Klöster gehen, um überhaupt ein Essen zu erhalten, ein warmes Essen einmal am Tag. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist es, dass es das überhaupt gibt!) Was sagen Sie? Ich verstehe kein Wort. Sie müssen deutlicher reden. Gewöhnen Sie sich einen anderen Dialekt an! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt Haushalte, die ein Monatseinkommen von 470 € haben – ich nenne das jetzt als Beispiel –, und die Miete kostet 310 €, mittags müssen diese Leute mit dem Häferl zu den Padres oder zu den Schwestern in die Klöster gehen, um überhaupt ein Essen zu erhalten, ein warmes Essen einmal am Tag. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist es, dass es das überhaupt gibt!) Was sagen Sie? Ich verstehe kein Wort. Sie müssen deutlicher reden. Gewöhnen Sie sich einen anderen Dialekt an! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!
Ich will nur darauf hinweisen, wie es bei uns in Österreich wirklich ausschaut. Das Elend grassiert und wird immer mehr und es ergreift auch den Mittelstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!) Und wenn Sie Pech haben, Kollege – ich weiß nicht einmal, wie Sie heißen, ich bin neu hier –, passiert Ihnen das Gleiche im späten Alter. Seien Sie vorsichtig! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich will nur darauf hinweisen, wie es bei uns in Österreich wirklich ausschaut. Das Elend grassiert und wird immer mehr und es ergreift auch den Mittelstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!) Und wenn Sie Pech haben, Kollege – ich weiß nicht einmal, wie Sie heißen, ich bin neu hier –, passiert Ihnen das Gleiche im späten Alter. Seien Sie vorsichtig! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Neubauer gibt dem Redner ein Zeichen, dass seine Redezeit abgelaufen ist.
Ich wäre vorsichtig an Ihrer Stelle. Das kann passieren, glauben Sie mir das. Und wenn Sie dann zu den Padres um eine Suppe gehen müssen, damit Sie einmal am Tag etwas Warmes im Bauch haben ... (Abg. Neubauer gibt dem Redner ein Zeichen, dass seine Redezeit abgelaufen ist.) – Ich sehe noch kein rotes Licht leuchten.
Beifall bei der FPÖ.
Aber das sind keine Einzelfälle, sondern es gibt eine ganze Menge solcher Familien beziehungsweise Haushalte, die so knapp mit dem Geld sind. Und was tun wir oder was tut diese Regierung dagegen? – Nichts! Wir liefern immer mehr Geld nach Brüssel ab, wir zahlen immer mehr für irgendwelchen Firlefanz, aber für die Familien, vor allem für die Familien der Aufbaugeneration tun wir nichts. Und das ist eine Schande, das muss ich hier sagen. – Ich sage: Vergelt’s Gott fürs Zuhorchen! – so lange ich es noch sagen darf. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Wir hatten schon eine Frauenministerin, die für Veterinärangelegenheiten zuständig war! Sie haben überhaupt keinen Respekt vor dem Alter!
hier als frauenpolitische Partei darstellt, ist ein bisschen zu hinterfragen, zumal, soweit ich mich zurückerinnere, ein ehemaliger Frauenminister vom Beruf Tierarzt war. Ich wäre da nicht ganz so mutig, die FPÖ als frauenpolitische Partei darzustellen, zumal ich mich auch an Diskussionen rund um die Abtreibung und das Abtreibungsrecht von Frauen erinnere. (Abg. Dr. Graf: Wir hatten schon eine Frauenministerin, die für Veterinärangelegenheiten zuständig war! Sie haben überhaupt keinen Respekt vor dem Alter!)
Abg. Dr. Graf: Die Ewiggestrige! Was ist in den letzten zwei Jahren passiert?
Wenn wir über Pensionssicherung reden, sollen wir nicht vergessen, was im Jahre 2000 passiert ist: die größte Pensionskürzung der Zweiten Republik, eine Pensionsverschlechterungsreform, unter der noch meine Generation leiden wird. (Abg. Dr. Graf: Die Ewiggestrige! Was ist in den letzten zwei Jahren passiert?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir SozialdemokratInnen haben in dieser Regierung die richtigen Schritte gesetzt und werden in der nächsten Regierung mit einem sozialdemokratischen Bundeskanzler und mit einem sozialdemokratischen Sozialminister auch weiterhin für sichere Pensionen der heutigen Pensionsbezieherinnen und -bezieher und auch für die meiner Generation sorgen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rudas: Nein, aber er ist ein Mann!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Rudas, Sie sind eine sehr junge engagierte Frau, aber ich glaube, es steht Ihnen nicht zu, aufgrund eines Berufes zu qualifizieren, ob jemand ein guter Politiker ist oder nicht. (Abg. Rudas: Nein, aber er ist ein Mann!) Ich weiß, dass Herbert Haupt ein hervorragender Politiker ist. Es kann auch ein Mann ein guter Frauenpolitiker sein, genauso wie eine Frau auch eine gute Politikerin sein kann und sich für die Anliegen der Männer einsetzen kann. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Rudas, Sie sind eine sehr junge engagierte Frau, aber ich glaube, es steht Ihnen nicht zu, aufgrund eines Berufes zu qualifizieren, ob jemand ein guter Politiker ist oder nicht. (Abg. Rudas: Nein, aber er ist ein Mann!) Ich weiß, dass Herbert Haupt ein hervorragender Politiker ist. Es kann auch ein Mann ein guter Frauenpolitiker sein, genauso wie eine Frau auch eine gute Politikerin sein kann und sich für die Anliegen der Männer einsetzen kann. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Analyse richtig! Aber was tun Sie dagegen? Da wäre unser Antrag ein richtiger Schritt in die Richtung, dass man dagegen etwas tut. In Kärnten hat es ein erstes Projekt in diese Richtung gegeben. Es war ein erfolgreiches Projekt. Wir haben jetzt ein Modell vorgestellt, das erweitert ist, wo nicht nur Kinderbetreuung enthalten ist, sondern auch Pflegeleistungen mit eingebunden sind. Und ich denke, man könnte gerade jetzt im Hinblick darauf, dass es eine Mindestsicherung so schnell nicht geben wird, zumindest für diese Gruppe von Frauen mit der Zustimmung zu diesem Antrag etwas machen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Sie können natürlich Ihre RednerInnenlisten machen, wie immer Sie wollen, das steht Ihnen frei. Nur: Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich frage mich schon, welche Art Parlamentarismus es ist, wenn Anträge der Oppositionsparteien nicht einmal als diskussionswürdig empfunden werden. Das ist äußerst eigenartig. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Gerade wollte ich sagen: Ich finde es auch äußerst eigenartig, dass nicht einmal ein Regierungsmitglied auf der Regierungsbank sitzt. Mittlerweile sitzt Frau Bundesministerin Kdolsky hier. Bis jetzt war die Regierungsbank leer. Falls Ihnen das nicht aufgefallen ist: Es war vorhin kein einziges Regierungsmitglied hier anwesend. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ein auf einer Rückbank Zeitung lesender Minister ist für mich kein anwesendes Mitglied der Bundesregierung. (Beifall bei den Grünen.) Wirklich nicht! – Er nickt mit dem Kopf. Er ist nämlich deswegen nicht auf der Regierungsbank gesessen, weil er, wie er
Abg. Öllinger: Die Bundesregierung ist für nichts mehr zuständig!
Sie sind dafür auch nicht zuständig? (Bundesministerin Dr. Kdolsky: Nein!) Okay. Dann möchte ich gerne wissen, wer für das Thema „Generationengeld“ zuständig ist. Offenbar in dieser Bundesregierung gar niemand mehr. (Abg. Öllinger: Die Bundesregierung ist für nichts mehr zuständig!) Dieses Thema ist der Bundesregierung offenbar wurscht. Das Tragische ist, dass das schon seit Monaten so geht und deswegen hier im Haus nichts weitergeht. Das ist schlimm, vor allem schlimm für die Betroffenen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind dafür auch nicht zuständig? (Bundesministerin Dr. Kdolsky: Nein!) Okay. Dann möchte ich gerne wissen, wer für das Thema „Generationengeld“ zuständig ist. Offenbar in dieser Bundesregierung gar niemand mehr. (Abg. Öllinger: Die Bundesregierung ist für nichts mehr zuständig!) Dieses Thema ist der Bundesregierung offenbar wurscht. Das Tragische ist, dass das schon seit Monaten so geht und deswegen hier im Haus nichts weitergeht. Das ist schlimm, vor allem schlimm für die Betroffenen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde Ihnen wirklich empfehlen, sich das grüne Pensionsmodell anzuschauen, weil es eine Möglichkeit ist, einerseits eine Grundsicherung zu geben, andererseits alle Anteile von Erwerbsarbeit dazuzuzählen, also ein ideales Modell, gerade auch für Frauen, aber eben nicht nur für Frauen, ein umfassenderes Modell und deswegen das weitaus Bessere als ein Generationengeld. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen, meinem lieben Vorredner Hartmann Lautenschlager für seine berührenden Worte recht herzlich zu danken. Es ist seine erste Rede gewesen und wahrscheinlich auch seine letzte, und ich glaube, das verdient durchaus die Wertschätzung dieses Hohen Hauses. Er hat ein sehr schweres Los hinter sich. Ich bedanke mich bei dir ganz herzlich für deine wirklich berührenden Worte! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche um Annahme unseres Antrages. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bedauere, dass diese Legislaturperiode zu Ende geht, und zwar deswegen, weil wir im Bereich Lebensmittelsicherheit gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium auf gutem Wege waren. Ich möchte das ausdrücklich betonen und möchte mich in diesem Zusammenhang bei den Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, insbesondere bei Herrn Mag. Herzog für die konstruktive Zusammenarbeit recht herzlich bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich kann namens meiner Fraktion nur eines festhalten: Ich hoffe, dass es in der kommenden Legislaturperiode wieder einen Ausschuss für Konsumentenschutz gibt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Danke für die Zusammenarbeit, Kollege Maier. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Auch wenn jetzt der Wahlkampf begonnen hat, ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass diese Entscheidungen noch vollzogen und umgesetzt werden. Denn das ist die Basis für unseren Start im Herbst in einem ganz sensiblen Bereich der Lebensmittelsicherheit, in dem die österreichische Bevölkerung Vertrauen zu gentechnikfreien Lebensmitteln haben will. Diese sollen nicht gefährdet sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe Ihnen (in Richtung Bundesministerin Dr. Kdolsky) auch ein kleines Büchlein von ihm mitzubringen. Alles Gute an Sie, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie dann aufheben werden, was an Kontrollen da ist. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Was den Konsumentenschutz betrifft, muss ich eines sagen: Die Einrichtung dieses Konsumentenschutzausschusses war sicherlich eines der positiven Merkmale in dieser Gesetzgebungsperiode. Ich hoffe, dieser wird auch in Zukunft weitergeführt. Da es eine Materie ist, die in sämtliche Bereiche eingreift, der Konsumentenschutz eine Querschnittsmaterie darstellt, sollten wir darauf achten, dass der Konsumentenschutz nicht von gewissen Lobbyisten oder Interessenvertretern in andere Ausschüsse getragen wird. Darauf sollten wir auch in Zukunft achten. Ich glaube, die Arbeit in diesem Ausschuss war in den letzten eineinhalb Jahren außerordentlich positiv. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Beifall bei der SPÖ.
Dank! Ich hoffe, dass es in dem Sinne, dass Konsumentenschutz und Lebensmittelsicherheit ganz große Anliegen der österreichischen Bevölkerung sind, diesen Ausschuss auch in Zukunft wieder geben wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Was wäre passiert, wenn wir das nicht tun würden? – Es wäre dann zur Verhän- gung von finanziellen Sanktionen durch den EuGH gekommen, die der Bund zu tragen hätte. Ich kann Sie daher nur dazu auffordern, dieser Regierungsvorlage Ihre Zustimmung zu geben, kann mich auch für die gute Arbeit im Konsumentenschutzausschuss nur bedanken und denke ebenfalls, dass das eine hervorragende Einrichtung in diesem Hohen Hause ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das wollen wir aber nicht!
Meine Kritik leite ich weiter an Herrn Bundesminister Buchinger, und ich bitte Sie, den Begriff „ÖVP“ durch den Begriff „SPÖ“ zu ersetzen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das wollen wir aber nicht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend Dr. Andrea Kdolsky: Frau Präsidentin! Geschätzte Abgeordnete! Um die Frage des Abgeordneten Pirklhuber zu diesem Thema zu beantworten: Beide Verordnungen, sowohl bezüglich der MON-Sorten als auch hinsichtlich der Raps-Sorten, werden noch im Juli – meine Verordnung ist bereits unterschrieben – per Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Bei diesem Tagesordnungspunkt geht es um konkrete Entschließungsanträge, die aus der parlamentarischen Arbeit heraus im Ausschuss intensivst beraten wurden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es wäre nur logisch und richtig, im Folgeschluss und im nächsten Schritt die Kennzeichnung auch auf Verarbeitungseier auszudehnen. Warum? – Damit dort kein Dumping passiert, damit dort nicht plötzlich Billigst-Industrieeier mit dem niedrigsten Preis möglicherweise als österreichisches Produkt dem Konsumenten vorgegaukelt und in Verarbeitungsprodukte hineingeschwindelt werden. Das ist ja möglich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ein Nudelprodukt kann selbstverständlich gekennzeichnet sein – ein österreichischer Hersteller mit einem österreichischen Gütezeichen –, aber diese Eier sind unter Umständen Import-Industrieeier aus Käfighaltung.
Abg. Höfinger: Wir auch!
Wir Grüne treten dafür ein (Abg. Höfinger: Wir auch!), dass diese Kennzeichnung auch bei Verarbeitungseiern erfolgt. Wir haben diesen Antrag schon sehr früh, im September 2007, eingebracht. Ich muss ehrlich sagen, die SPÖ war bereit, Kollege Maier war bereit – und auch die anderen KollegInnen im Ausschuss –, in der Verhandlung wirklich zu versuchen, eine Lösung zu finden, um eine gemeinsame Entschließung zustande zu bringen.
Abg. Mag. Donnerbauer: Anreize!
Deswegen müssen wir ganz einfach feststellen: schade darum! Es wird daher einen sehr vagen Antrag der Regierungsfraktionen geben, in dem nur von freiwilliger Kennzeichnung die Rede ist. (Abg. Mag. Donnerbauer: Anreize!) Meine Damen und Herren, freiwillig ist alles im Leben, da kann man alles machen. Es geht aber um verbindliche Normen, und der Verordnungsentwurf des Ministeriums hätte das schon vorgesehen. Sie wissen das genau, Herr Kollege Donnerbauer. Diesen Vorschlag des Ministeriums hätten wir vom Parlament aus gerne unterstützt; das haben Sie von der ÖVP leider verhindert.
Abg. Eßl: Wer redet denn das dem Konsumenten ein?
dewegs auf die Ursprungs- und Herkunftskennzeichnung bezieht. In diesem Bereich hat auch die FPÖ sehr gute Anträge eingebracht, was das Herkunftskennzeichen und den Schlachtstempel betrifft. Der derzeitige Veterinärschlachtstempel ist kein Herkunftszeichen, sondern eben nur sozusagen ein Verarbeitungsstempel. Wir müssen diese Dinge weiterentwickeln, damit nicht dort, wo ein österreichischer Schlachtstempel drauf ist, ein polnisches Rind drinnen ist, das dann plötzlich missbräuchlich als österreichische Ware auf den Markt kommt, in die Gastronomie, in den Tourismus. (Abg. Eßl: Wer redet denn das dem Konsumenten ein?)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß, Kollege Brosz ist schon ungeduldig, der Tag ist lang. Daher – ich könnte noch stundenlang darüber referieren –: Wir sind für Herkunftskennzeichnung und für klare Regionsbezeichnungen. In diesem Punkt haben Sie unsere Zustimmung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Eßl: Bodenhaltung!
ob das Eier aus Käfighaltungen sind, ob das Eier aus Freilandhaltungen sind oder ob das Eier aus dieser dritten Klasse sind, deren Name mir jetzt – ihr müsst mir verzeihen – nicht einfällt. (Abg. Eßl: Bodenhaltung!)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Wunsch wäre es wirklich, dass es noch zur Einsicht in der ÖVP kommt, dass wir hier – wir haben ja noch Sitzungen vor den Wahlen, wie anzunehmen ist – eine Änderung herbeiführen können und dies in Österreich verpflichtend machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Eßl: Bis zum Hendl!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Ich bin ganz überrascht, dass bei den Grünen anscheinend ein Umdenken stattfindet. Jetzt kämpft Kollege Pirklhuber mit mir schon gegen ausländische Eier! Und wenn man dann noch weiß: Am Anfang war das Ei!, werden wir einmal schauen, wohin sich das noch entwickelt, Herr Kollege Pirklhuber. (Abg. Eßl: Bis zum Hendl!) Vielleicht kommen wir einmal noch ein bisschen in engeren Kontakt, nicht? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Ich bin ganz überrascht, dass bei den Grünen anscheinend ein Umdenken stattfindet. Jetzt kämpft Kollege Pirklhuber mit mir schon gegen ausländische Eier! Und wenn man dann noch weiß: Am Anfang war das Ei!, werden wir einmal schauen, wohin sich das noch entwickelt, Herr Kollege Pirklhuber. (Abg. Eßl: Bis zum Hendl!) Vielleicht kommen wir einmal noch ein bisschen in engeren Kontakt, nicht? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Morak: Bitte nicht! – Abg. Dr. Schüssel: Das war nicht das Gelbe vom Ei!
Und weil wir gerade über Konsumentenschutz sprechen: Wähler sind auch Konsumenten, Konsumenten der Regierungspolitik, und da werden wir Freiheitliche wirklich zum Schutze der Bevölkerung alles daransetzen, dass so etwas wie in diesen letzten Monaten und Jahren nicht mehr vorkommen kann, diese Häklerei und Papierlerei. Es ist unglaublich, was da passiert ist. Sie werden sich im Herbst bei den Wahlen, glaube ich, den Gürtel ein bisschen enger schnallen, und wir werden – vielleicht mit Eiern – ein bisschen stärker hier herinnen sitzen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Morak: Bitte nicht! – Abg. Dr. Schüssel: Das war nicht das Gelbe vom Ei!)
Beifall bei der ÖVP.
Diskussion „Das Gelbe vom Ei“ mische ich mich hier nicht ein. Das war jedenfalls nicht das Gelbe vom Ei, lieber Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Kleingedrucktes auf Lebensmittelpackungen muss leichter lesbar werden. Wir wollen die Festsetzung einer ausreichenden Schriftgröße bei gutem Kontrast. Auch Farben können verstärkt eingesetzt werden. Ziel ist: Alle Menschen, die das wollen, sollen sich gesund ernähren können. An der unlesbaren Mikroschrift soll es künftig jedenfalls nicht scheitern. Dann wäre schon sehr viel gewonnen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich wundere mich, dass die ÖVP diesen Entschließungsantrag unterstützt, weil an mich sehr viele Gastronomenvertreter von der Wirtschaftskammer herangetreten sind – Helmut Hinterleitner, Hans Schenner et cetera –, die alle bei mir interveniert haben, diesen Entschließungsantrag zur Sprache zu bringen und nicht zuzustimmen. Da sollten Sie sich schon einmal überlegen, ob Sie damit der österreichischen Tourismuswirtschaft einen Dienst erweisen. Ich will das nicht. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Zum Abschluss möchte ich noch feststellen, dass der Konsumentenschutzausschuss ein großer Gewinn für alle Konsumentinnen und Konsumenten ist, und ich danke allen Mitgliedern dieses Ausschusses und vor allem dem Vorsitzenden, Johann Maier, für das großartige Engagement. Hoffentlich geht das so in diesem Sinne weiter! – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Abg. Schalle: Nicht auf der Mehlspeise!
Abgeordnete Bettina Hradecsni (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Nur ganz kurz zu Ihren Ausführungen, Herr Kollege Bucher: Zu aufwändig würde es nicht werden für die Gastronomie, denn europaweit muss bereits jetzt jedes einzelne Ei gekennzeichnet sein. Wenn Sie ein Ei kaufen – ganz egal, woher aus Europa –, so ist das gekennzeichnet. (Abg. Schalle: Nicht auf der Mehlspeise!)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass das alles mit diesem Antrag dann obsolet sein wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf auch ein paar Worte zur Kennzeichnung verarbeiteter Eier sagen. Zunächst herzlichen Dank an die österreichischen Eierproduzenten, die in den letzten Jahren in wirklich vorbildlicher Art und Weise dem Bundestierschutzgesetz gerecht geworden sind und unter großem finanziellen Aufwand die Haltungsform auf biologische Haltung, auf Freiland- oder Bodenhaltungsformen umgestellt haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, momentan stellt dieses Gesetz wirklich eine Hilfestellung für die österreichischen Eierproduzenten dar, damit sie sich eben besser auf dem Markt positionieren können. Daher unterstütze ich das auch von meiner Seite aus voll. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Froh bin ich, dass heute sozusagen die Forderung nach „Made in the EU“ wegfällt, denn da wäre es noch viel unklarer, denn, auch wenn das Wiener Schnitzel mit „Made in the EU“ gekennzeichnet ist, weiß man ja erst recht nicht, ob die österreichischen Richtlinien auch eingehalten wurden. Nur wenn ehrlich „Made in Austria“ draufsteht, dann weiß der Konsument auch, was tatsächlich drinnen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir setzen nicht nur ein Zeichen, sondern das ist die logische Konsequenz aus dem Tierschutzgesetz. Wir entscheiden für die Bauern, wir entscheiden für die Wirtschaft, wir entscheiden für die Konsumenten und für die Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Umso wichtiger ist es daher, dass auf nationaler Ebene in Zusammenarbeit mit der AGES das Thema Nanotechnologie in Kosmetika und Lebensmitteln aufgegriffen und damit dem Konsumentenschutz weiterhin mehr Raum gegeben wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Im Konsumentenausschuss hatten wir an und für sich besprochen, dass im Forschungsausschuss ein Unterausschuss eingerichtet werden sollte, der sich mit diesem dringenden Thema auseinandersetzen sollte. Jetzt stehen wir mit der Auflösung des Nationalrates vor dem Problem, dass sich das um weitere Monate verzögern wird. Es wäre jedoch ganz dringend nötig, im Bereich der Nanotechnologie auf nationaler Ebene endlich tätig zu werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Schließlich ist das Thema Kosmetika ja mittlerweile auch ein wichtiges Thema für die Männer. – Man könnte ja bald sagen, es ist ein Genderthema. Immer mehr Männer verwenden Kosmetika, damit sie mit einem noch schöneren und gepflegteren Auftritt die Damen erfreuen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden dieser Neufassung der europäischen Verordnung über Kosmetika natürlich unsere Zustimmung erteilen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn das gelingt und die Bundesregierung sich auch dafür einsetzt, dann ist das wirklich ein gutes Beispiel dafür, wie nationales Recht schwächer ist im Vergleich zum Europarecht, das konsumentenfreundlicher und produktsicherer ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Alles in allem kann man sagen, das ist ein Antrag, der ein positives Beispiel für ein kunden- beziehungsweise konsumentenorientiertes Zusammenspiel von EU und Nationalstaat darstellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte dich, Herr Minister, dass du dich diesbezüglich in Brüssel stark machst, um eine ähnliche Regelung, wie es sie schon für die Handynutzer gibt, auch für die Internetuser zu erwirken. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Brosz: Ist von der ÖVP überhaupt ein Redner anwesend?
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als nächste Rednerin zu Wort gemel- det ist Frau Abgeordnete Fuhrmann. – Sie ist nicht anwesend. (Abg. Brosz: Ist von der ÖVP überhaupt ein Redner anwesend?)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin ja schon sehr neugierig. Wir sind eine moderne Kommunikationsgesellschaft, und es ist voriges Jahr der EU-Kommissarin Reding gelungen, die Handy-Telefonrechnungen im Ausland, also die Roaming-Gebühren, zu senken. Sie hat an und für sich den Betreibern, den Anbietern eine Frist bis 1. Juli 2008 gesetzt und gemeint, dass sie eben auch im Datenroaming und im Bereich SMS entsprechend nachbessern und weitaus kostengünstiger werden müssen. Bis jetzt hat sich da nicht allzu viel getan, und ich hoffe, dass die EU-Kommissarin dann auch in diesem Bereich mit einer entsprechenden Verordnung reagiert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre eine Angelegenheit für die Europäische Union. Herr Bundesminister, ich bitte Sie, das auch dort vorzubringen, denn das wäre sicherlich eine Aufgabe für die Europäische Union. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Insofern unterstützen wir eine solche Initiative auf europäischer Ebene, die auch hier gestartet werden soll, zu der die Bundesregierung heute aufgefordert wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden das auch in persönlichen Gesprächen dort, wo wir Gelegenheit haben, noch unterstreichen. Und es sollten in einer umfassenden Regelung der Europäischen Union beide aufgezeigten Probleme im Interesse der Konsumenten und Konsumentinnen einer Lösung zugeführt werden, um Transparenz und Kostenbegrenzung zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aus diesem Grund wird es wohl nicht genügen, nur die Probleme bei einem zufälligen Über-die-Grenze-Roamen zu beseitigen, was durch ein Gerichtsurteil bereits geschehen ist. Wir müssen hier Transparenz schaffen, die ich auch für wichtig halte. Darüber hinaus wird es allerdings notwendig sein, dass die Europäische Union ganz grundlegende Regelungen trifft, dass die Grenzüberschreitung als alleiniges Kriterium für eine Vervielfachung der Kosten in Zukunft in Europa nicht mehr möglich ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Da es bei Handys via SMS sehr einfach ist, den BürgerInnen klarzumachen, dass sie sich in einem anderen Netz befinden – vor allem jene, die in Grenzregionen leben, haben ja ständig damit zu kämpfen –, sollte das, meine ich, vor allem bei der Datenübertragung im Internet beziehungsweise beim Arbeiten mit dem Computer auch der Fall sein. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Kommissarin hat ja in diese Richtung auch schon ihre Absicht und ihre Bestrebungen artikuliert. Ich denke, dass das auf Schiene ist und im Sinne des Konsumentenschutzes, da es hier auch um viel Geld geht, eine wichtige Frage ist, die wir auf europäischer Ebene mit österreichischer Unterstützung klären werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne bin ich sehr optimistisch, dass wir in den nächsten Jahren auch eine stark steigende Forschungsquote haben und ehestmöglich diese 3-Prozent-Quote erreichen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen hoffe ich, dass in der nächsten Legislaturperiode jemand die Verantwortung für dieses Zukunftsressort tragen wird, der sich traut und imstande ist, diese für das Land essentiell notwendigen Fragen anzugehen und aus dem Verkehrs- und Innovationsressort ein Zukunftsressort zu machen. Bundesminister Faymann war es wohl nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wie gesagt, wir werden zustimmen, weil er im Großen und Ganzen in Ordnung ist, es gibt aber heftige Kritikpunkte, auf die wir bei einem nächsten Bericht eingehen sollten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Warum überrascht uns das nicht?
Verwunderlich ist aber – damit gehe ich auf meine Vorrednerin ein –, dass in diesem Bericht von fünf Kapiteln ein ganzes Kapitel für Frauen in Forschung, Entwicklung und Innovation gewidmet ist. Die Frage ist zu stellen: Glauben wir wirklich, dass in Österreich mehr Innovation und Forschung mit künstlich herbeigeführten Quoten erreicht werden kann und dass wir dadurch Qualität steigern können? Ich glaube es nicht. (Abg. Sburny: Warum überrascht uns das nicht?)
Abg. Öllinger: Sie haben schon ein Problem mit Frauen!
Das ist sehr interessant. Gehen die davon aus, dass jetzt Mathematik, Physik, Chemie plötzlich nur mehr männlich sind? Gibt es überhaupt Geschlecht bei Physik, Mathematik, Chemie? Gibt es bald einmal ein Gendergesetz von Pythagoras? Oder gibt es ein archimedisches Prinzip extra für Frauen? (Abg. Öllinger: Sie haben schon ein Problem mit Frauen!) Oder sprechen Sie Forschern ab, dass sie offen bestellen können, wenn sie Personal brauchen? Ich glaube, da sind wir völlig auf dem falschen Weg. (Abg. Pfeffer: Sind Sie Frauenhasser?)
Abg. Pfeffer: Sind Sie Frauenhasser?
Das ist sehr interessant. Gehen die davon aus, dass jetzt Mathematik, Physik, Chemie plötzlich nur mehr männlich sind? Gibt es überhaupt Geschlecht bei Physik, Mathematik, Chemie? Gibt es bald einmal ein Gendergesetz von Pythagoras? Oder gibt es ein archimedisches Prinzip extra für Frauen? (Abg. Öllinger: Sie haben schon ein Problem mit Frauen!) Oder sprechen Sie Forschern ab, dass sie offen bestellen können, wenn sie Personal brauchen? Ich glaube, da sind wir völlig auf dem falschen Weg. (Abg. Pfeffer: Sind Sie Frauenhasser?)
Abg. Öllinger: Das ist aber schon ziemlich primitiv!
Etwas ist auch zu sagen, das ist ganz klar – die ehemalige Frauenministerin wird besonders gerne zuhören –: Wir haben keine Geschlechterapartheid an den Universitäten. Ich habe noch nie Bänke gesehen auf den Unis, wo draufsteht: Nur für Männer. Also ich kenne das nicht. (Abg. Öllinger: Das ist aber schon ziemlich primitiv!)
Abg. Öllinger: Ist schon notiert!
Ich kenne auch keine Zulassungskriterien, die Frauen von der Forschung ausschließen. Wer Technik studieren will, der kann das, egal ob er Mann oder Frau ist. Ich sehe also hier keine Behinderungen für Frauen, außer Sie wollen wirklich Quantenphysiker oder Techniker, Montanisten mit Quoten bestellen. Gut, dann müssen wir überlegen, ob wir Universitäten zu linksfeministischen Genderzentralen machen. Das kann ja auch sein. (Abg. Öllinger: Ist schon notiert!) Aber ich glaube, das ist der falsche Weg, um Verbesserungen auf den Unis herbeizuführen. (Abg. Öllinger: Kommt schon ins Programm!)
Abg. Öllinger: Kommt schon ins Programm!
Ich kenne auch keine Zulassungskriterien, die Frauen von der Forschung ausschließen. Wer Technik studieren will, der kann das, egal ob er Mann oder Frau ist. Ich sehe also hier keine Behinderungen für Frauen, außer Sie wollen wirklich Quantenphysiker oder Techniker, Montanisten mit Quoten bestellen. Gut, dann müssen wir überlegen, ob wir Universitäten zu linksfeministischen Genderzentralen machen. Das kann ja auch sein. (Abg. Öllinger: Ist schon notiert!) Aber ich glaube, das ist der falsche Weg, um Verbesserungen auf den Unis herbeizuführen. (Abg. Öllinger: Kommt schon ins Programm!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen, das führt nicht zur Verbesserung unserer Universitäten, der Forschung und Entwicklung. Wir brauchen eine geschlechtsneutrale Förderung. Wir brauchen Begabtenförderung und keine künstlichen Quoten, die der Wissenschaft in Österreich sicher nicht helfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Wie viele Menschen leben in China? 1,3 Milliarden!
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Zum Forschungsbericht und Technologiebericht 2008 möchte ich eigentlich nur sagen: Es hängt schon großteils die Zukunft der Arbeitsplätze davon ab. Ich denke, wir haben einen großen Schritt mit 2,63 Prozent gemacht, aber wir sind noch immer nicht bei den 3 Prozent, die notwendig wären. Ich darf nur darauf verweisen, wie es in anderen Ländern aussieht, die ein wesentlich größeres Potential nicht nur an Menschen, sondern auch an Geldern dafür zur Verfügung haben: Deutschland oder vielleicht Indien oder China. In China alleine gibt es 1,2 Millionen Forscher und Forscherinnen. Ich glaube, es ist ganz besonders wichtig, dass wir unsere Kräfte und unsere Gelder konzentrieren auf wesentliche ... (Abg. Parnigoni: Wie viele Menschen leben in China? 1,3 Milliarden!) – 1,2 Millionen Forscher gibt es in China. (Abg. Parnigoni: Und wie viele Menschen leben dort?) – Das ist ja das Thema, das ich anschneiden will!
Abg. Parnigoni: Und wie viele Menschen leben dort?
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Zum Forschungsbericht und Technologiebericht 2008 möchte ich eigentlich nur sagen: Es hängt schon großteils die Zukunft der Arbeitsplätze davon ab. Ich denke, wir haben einen großen Schritt mit 2,63 Prozent gemacht, aber wir sind noch immer nicht bei den 3 Prozent, die notwendig wären. Ich darf nur darauf verweisen, wie es in anderen Ländern aussieht, die ein wesentlich größeres Potential nicht nur an Menschen, sondern auch an Geldern dafür zur Verfügung haben: Deutschland oder vielleicht Indien oder China. In China alleine gibt es 1,2 Millionen Forscher und Forscherinnen. Ich glaube, es ist ganz besonders wichtig, dass wir unsere Kräfte und unsere Gelder konzentrieren auf wesentliche ... (Abg. Parnigoni: Wie viele Menschen leben in China? 1,3 Milliarden!) – 1,2 Millionen Forscher gibt es in China. (Abg. Parnigoni: Und wie viele Menschen leben dort?) – Das ist ja das Thema, das ich anschneiden will!
Beifall beim BZÖ.
Ich will damit sagen, dass wir unsere Kräfte bündeln und konzentrieren müssen und nicht nach dem Gießkannenprinzip das bisschen Geld, das wir haben, verteilen sollen. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir uns darauf besinnen, wo unsere Stärken sind. Auf das will ich besonders hinweisen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich habe noch eine letzte Frage, Herr Bundesminister: Was ist eigentlich mit den 4 Millionen € passiert, die das Bundesministerium für Finanzen im ersten Quartal 2008 als überplanmäßig für den Betrieb von ISDA genehmigt hat? Ich hätte gerne gewusst, wie man 4 Millionen € zusätzlich schon im ersten Quartal ausgeben kann. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Die haben aber ein anderes Problem!
Was mein Haus jedenfalls anbelangt, haben wir uns in der letzten Zeit wirklich als starke Partner in der Grundlagenforschung herauskristallisiert und unseren Anwalt gestellt. Auch die Mittel für die einzelnen Bereiche konnten seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt werden. Ich bin auch zuversichtlich, Herr Abgeordneter Schalle, dass jetzt mit der Bestellung beziehungsweise mit der Wahl von Professor Bonhoeffer gerade für I.S.T. Austria eine hervorragende Grundlage geschaffen werden konnte, um gerade in dem sehr zukunftsträchtigen Segment der Gehirnforschung im weitesten Sinne ein europäisches, ein globales Kompetenzzentrum zu werden. (Abg. Öllinger: Die haben aber ein anderes Problem!)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Manches probieren Sie nicht einmal aus!
Daher muss es unser Ziel sein, mit geeigneten Förderinstrumenten diese Exzellenz zu fördern. Hier ist nicht Quote angesagt, hier sind intelligente Förderung und Unterstützung angesagt. Ich sage ganz offen: Manche Instrumente greifen gut, manche greifen weniger gut. Diese Offenheit muss man haben, auch Förderinstrumente hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu überprüfen. Ich unterstelle jedem Förderinstrument grundsätzlich den positiven Anspruch, etwas bewirken zu wollen. Oft stellt sich in der Praxis heraus, dass das eine besser und das andere schlechter geht. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Manches probieren Sie nicht einmal aus!)
Abg. Sburny: Na!
Frau Abgeordnete Sburny, zu den Hinweisen auf Kunst-Uni und Donau-Uni: In dem Fall ist die Frauenthematik, wie ich glaube, zu kurz gegriffen (Abg. Sburny: Na!), denn die Auseinandersetzungen dort sind strategischer Natur. Es sind Auseinandersetzungen über die Verfolgung von Entwicklungsplänen, ja oder nein. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.
Frau Abgeordnete Sburny, zu den Hinweisen auf Kunst-Uni und Donau-Uni: In dem Fall ist die Frauenthematik, wie ich glaube, zu kurz gegriffen (Abg. Sburny: Na!), denn die Auseinandersetzungen dort sind strategischer Natur. Es sind Auseinandersetzungen über die Verfolgung von Entwicklungsplänen, ja oder nein. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, in den letzten sieben, acht Jahren hat eine sehr erfolgreiche Forschungspolitik in Österreich stattgefunden. Wenn ich mir die indirekten Forschungsförderungsmaßnahmen ansehe, dann haben sie in einer Art und Weise gegriffen, wie sie für Europa exemplarisch ist, und diesen Weg gilt es fortzusetzen. Dann bin ich hundertprozentig sicher, dass wir in der nächsten Dekade absolut zur europäischen Spitze aufschließen können. Und das ist notwendig, dass wir uns von einem Land der Imitatoren zu einem Land der Innovatoren entwickeln. Wir sind auf dem besten Weg dahin. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Morak –: Du musst die Zeit vom Hahn jetzt einbringen, ein bissel!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es gelangt nun Herr Abgeordneter Morak zu Wort. Gewünschte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Morak –: Du musst die Zeit vom Hahn jetzt einbringen, ein bissel!)
Beifall bei der ÖVP.
war, das viele Agenden gebündelt hat – vom Wirtschaftsministerium, vom Unterrichtsministerium. Ich glaube, je mehr sich zuständig für diesen Aspekt der Ausbildung fühlen, desto besser ist das für die Forschungsquote, für die Forschung, aber auch für die Entwicklung eines Forschungskonzepts in diesem Lande. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Neuwahlen sind eine Chance. Ich hoffe, wir können sie gemeinsam nutzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Ich meine, dieser Weg muss weiterhin intensiv gegangen werden, auch wenn es bereits zahlreiche nennenswerte Initiativen der verschiedenen Ministerien gibt, in denen es unter anderem um das Sichtbarmachen von Frauen in Forschung und Technologie beziehungsweise von hervorragenden weiblichen Forschungsleistungen geht. Wesentlich wird es sein, dass zukünftig die richtigen Maßnahmen und Gelder an den richtigen Schlüsselstellen eingesetzt werden, damit Frau und Forschung Alltag werden und damit Wissen und Wissenschaft, egal, ob männlich oder weiblich, in Österreich weiter an Attraktivität gewinnen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, wir haben viele Aufgabenbereiche, die uns weiterhin begleiten werden, und die Hoffnung, dass unter der nächsten Regierung da mehr weitergeht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
nach diesen eineinhalb Jahren durchaus sehr positiv bewerten, dass die Zusammenarbeit auch möglich war, weil alle das Ziel, nämlich 3 Prozent F&E-Quote erreichen zu wollen, in diesem Bereich Österreich wirklich nach vorne zu bringen, gemeinsam wollten. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben gestern sehr ausführlich über Bildung, über Maßnahmen im Unterrichtsbereich diskutiert. Neben der Bildung ist es sicherlich so, dass die Forschung und Entwicklung einer der Wachstumstreiber sein wird und schon ist, den wir gemeinsam weiterentwickeln müssen, um im internationalen Wettbewerb, so wie in der Vergangenheit, erfolgreich bestehen zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Aber womit ich mich noch beschäftigen möchte, das ist eine Aussendung der ÖVP-Technologie-Sprecherin Hakl von heute Nachmittag, die es für notwendig erachtet hat, den Wahlkampf zu eröffnen, denn sie meinte, die Bilanz, die da gelegt wird, sei nicht gut, sie sei traurig. Da lohnt es sich schon einmal, diese Bilanz etwas kritisch zu beleuchten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Weiters ist da zu lesen: nur Personal- und Postenbesetzung. – Ich denke, Sie meinen da vielleicht Seibersdorf, wo Dinge kritisiert worden sind, wo sogar die Schlagzeile lautete: Rechnungshof liefert Stoff für den Staatsanwalt. Das ist nämlich Ihre Hinterlassenschaft gewesen in Seibersdorf. Sie haben alle zugeschaut, wie sich die FPÖ das unter den Nagel gerissen hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.) Was jetzt herauskommt, ist ein Chaos in Seibersdorf. Dass Sie da zugeschaut haben, ist ei- ne Schande, wenn Sie das mit Postenbesetzungen meinen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Genauso ist es!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Genauso ist es!
Weiters ist da zu lesen: nur Personal- und Postenbesetzung. – Ich denke, Sie meinen da vielleicht Seibersdorf, wo Dinge kritisiert worden sind, wo sogar die Schlagzeile lautete: Rechnungshof liefert Stoff für den Staatsanwalt. Das ist nämlich Ihre Hinterlassenschaft gewesen in Seibersdorf. Sie haben alle zugeschaut, wie sich die FPÖ das unter den Nagel gerissen hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer.) Was jetzt herauskommt, ist ein Chaos in Seibersdorf. Dass Sie da zugeschaut haben, ist ei- ne Schande, wenn Sie das mit Postenbesetzungen meinen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Riepl: Genauso ist es!)
Beifall bei der SPÖ.
Zu den Versäumnissen einer langfristigen Forschungspolitik gehört auch, dass ein kontinuierliches Arbeiten nicht möglich ist, dass hier der Zuständige dafür sitzt, der dreimal die Koalition gesprengt hat, der Kollege Schüssel. Das wird auch für die Forschergenerationen von Politologen, Psychologen und Soziologen ein reiches Betätigungsfeld werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Geschätzte Kollegen! Ganz kurz: Es geht hierbei um einen Polizeikooperationsvertrag mit Kroatien. Er ist genau so notwendig wie jene, die wir mit Tschechien, mit Deutschland, mit Ungarn und mit Slowenien abgeschlossen haben. Das ist eine Weiterführung, ein Ausbau der polizeilichen Kompetenzen. Gerade auf der sogenannten Balkanroute ist diese Zusammenarbeit dringend notwendig. Daher denke ich, dass wir diesem Vertrag auch hier im Haus zustimmen können, der am 14. November vorigen Jahres auf Beamtenebene paraphiert wurde. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist auch gut so!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (fortsetzend): Danke. Ist in Ordnung. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist auch gut so!) – Dem kann ich beipflichten. Es könnte auch ein Bosheitsakt innerhalb der grünen Fraktion gewesen sein, den Abgeordneten Pilz nicht mehr an das Rednerpult zu lassen. (Abg. Sburny: Nie! – Heiterkeit.)
Abg. Sburny: Nie! – Heiterkeit.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (fortsetzend): Danke. Ist in Ordnung. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist auch gut so!) – Dem kann ich beipflichten. Es könnte auch ein Bosheitsakt innerhalb der grünen Fraktion gewesen sein, den Abgeordneten Pilz nicht mehr an das Rednerpult zu lassen. (Abg. Sburny: Nie! – Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ich möchte auf alle Fälle dem beipflichten, was Kollege Kapeller hier ausgeführt hat. Es ist ein Abkommen, das sich einer Reihe vieler derartiger Abkommen anschließt und das dazu beitragen wird, dass die Sicherheit in unserem Land verbessert wird, wobei ich der Frau Ministerin Fekter für die wenigen Tage, die sie im Amt ist, noch mitgeben möchte, darauf zu schauen, dass die Polizistinnen und Polizisten, die sich bei der EURO so hervorragend geschlagen haben, nicht nur mit einem warmen Händedruck abgespeist werden, sondern durchaus auch eine entsprechende Belobigung und Belohnung bekommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Danke schön, ich muss jetzt sehr schnell sprechen. Erstens: Wir stimmen dagegen. Zweitens: deswegen, weil es die Möglichkeit gibt, ohne richterlichen Befehl grenzüberschreitend Hausdurchsuchungen und Ähnliches vorzunehmen. Drittens würden wir in ähnlichen Fällen auch dagegenstimmen. – Danke, Herr Kollege Parnigoni. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sollten die Beamten hier im Land lassen, hier ist es unsicher genug. Es gibt genug ungeklärte Fälle aufzuklären. Daher finde ich das unangebracht. 6 Millionen € kostet dieser Einsatz. Und dass zum Beispiel – gleich wieder ein Sonderbeispiel – in Brünn bei einem Motorradrennen zehn Beamte ein ganzes Wochenende lang eingesetzt werden, das finde ich schlicht und ergreifend unverständlich. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.
Jetzt ist es einmal ein bilateraler Vertrag; mit diesem soll die Kriminalitätsbekämpfung grenzüberschreitend optimiert werden. – Ich danke dem Hohen Haus für die Zustimmung zu diesem Vertrag. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Ministerin Fekter ist auch eine Garantin dafür, dass diese Maßnahmen, die wir hier beschließen, entsprechend umgesetzt werden. Frau Ministerin Fekter, Sie sind die richtige Frau am richtigen Platz. – Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Ich möchte mich letztendlich auch bei allen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für ihren Einsatz während der EURO recht herzlich bedanken und ihnen ein hohes Lob aussprechen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.) Hier hat die österreichische Exekutive gezeigt, was in ihr steckt und dass wir ohne Weiteres problemlos in der Lage sind, derartige Events und Großveranstaltungen über die Bühne zu bringen. – In diesem Sinne: Alles Gute und danke! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich letztendlich auch bei allen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für ihren Einsatz während der EURO recht herzlich bedanken und ihnen ein hohes Lob aussprechen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.) Hier hat die österreichische Exekutive gezeigt, was in ihr steckt und dass wir ohne Weiteres problemlos in der Lage sind, derartige Events und Großveranstaltungen über die Bühne zu bringen. – In diesem Sinne: Alles Gute und danke! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sie hätten sich anschauen sollen, was sich da abgespielt hat!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Wir stimmen natürlich diesem Vertrag gerne zu, er wird zu einer weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Republik Kroatien und der Republik Österreich führen. Diese Zusammenarbeit hat sich ja bei der EURO schon bestens bewährt. 350 000 Kroaten waren in Österreich bei den Spielen. Die Zusammenarbeit mit der Exekutive hat hervorragend funktioniert. (Abg. Scheibner: Sie hätten sich anschauen sollen, was sich da abgespielt hat!) Dafür auch von unserer Seite ein herzliches Dankeschön.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das einzige Problem, das wir mit den Kroaten hatten, war, dass wir sie im Happel-Stadion nicht besiegt haben, aber in dieser Hinsicht, so glaube ich, können wir auch darüber hinwegsehen. Es war dank des Einsatzes unserer Exekutive eine gute Europameisterschaft. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
All das ist zu begrüßen – zum einen deswegen, weil die Kriminalität ständig im Steigen begriffen ist, zum anderen vor allem deshalb, weil die Aufklärungsrate im Sinken ist; sie ist dramatisch zurückgegangen. Ich erinnere: bei den angezeigten Fällen in Österreich um 6,9 Prozent, um 7,3 Prozent bei den geklärten Fällen. Die Aufklärungsquote ist ebenfalls gesunken. Dieser negative Trend in Österreich sollte raschest gestoppt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im letzten Jahr ist dieser Polizeikooperationsvertrag entstanden, nach neuesten Standards. Er liegt nun vor und bedeutet konkret die Erweiterung, Verstärkung und Vertiefung der polizeilichen Zusammenarbeit beider Staaten und bringt Verbesserungen bei der Abstimmung der polizeilichen Strategien, aber auch Verbesserungen und Vereinfachungen im Informationsaustausch. Deswegen ist diese Beschlussfassung heute sehr zu begrüßen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb, sehr geehrte Damen und Herren, Hohes Haus, hoffe ich, dass wir nach den Nationalratswahlen im Herbst 2008 eine Innenministerin oder einen Innenminister haben werden, die/der für die innere Sicherheit mehr übrig hat als nur leere Worte und Personalabbau. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines möchte ich hier noch klarstellen, Kollege Heinzl: Es ist möglicherweise an dir vorübergegangen: Im ersten Halbjahr 2008 gibt es ein Minus bei der Kriminalstatistik von 9 Prozent, und das ist, glaube ich, ein großer Erfolg unserer Exekutive. Ich gratuliere der Exekutive und bedanke mich für deren hervorragende Arbeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kößl: Na geh, bitte!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist das heute ein Antrag, den wir – eine der Regierungsparteien – unterstützen, der von der Opposition kommt. Ein klares Wort zur ÖVP: Es gab viele vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien. Und wir als Sozialdemokratische Partei haben nicht verstanden, dass Anträge, die sinnvoll waren, von der Österreichischen Volkspartei nicht unterstützt wurden; gerade auch im Konsumentenausschuss. (Abg. Kößl: Na geh, bitte!) – Kollege Kößl, es gab und gibt vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien, zu denen es einfach ein striktes Nein von der ÖVP gegeben hat (Abg. Kößl: Nein, das stimmt nicht!), und wir sehen das nicht ein. (Beifall bei SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.)
Abg. Kößl: Nein, das stimmt nicht!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist das heute ein Antrag, den wir – eine der Regierungsparteien – unterstützen, der von der Opposition kommt. Ein klares Wort zur ÖVP: Es gab viele vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien. Und wir als Sozialdemokratische Partei haben nicht verstanden, dass Anträge, die sinnvoll waren, von der Österreichischen Volkspartei nicht unterstützt wurden; gerade auch im Konsumentenausschuss. (Abg. Kößl: Na geh, bitte!) – Kollege Kößl, es gab und gibt vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien, zu denen es einfach ein striktes Nein von der ÖVP gegeben hat (Abg. Kößl: Nein, das stimmt nicht!), und wir sehen das nicht ein. (Beifall bei SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.)
Beifall bei SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist das heute ein Antrag, den wir – eine der Regierungsparteien – unterstützen, der von der Opposition kommt. Ein klares Wort zur ÖVP: Es gab viele vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien. Und wir als Sozialdemokratische Partei haben nicht verstanden, dass Anträge, die sinnvoll waren, von der Österreichischen Volkspartei nicht unterstützt wurden; gerade auch im Konsumentenausschuss. (Abg. Kößl: Na geh, bitte!) – Kollege Kößl, es gab und gibt vernünftige Anträge von den Oppositionsparteien, zu denen es einfach ein striktes Nein von der ÖVP gegeben hat (Abg. Kößl: Nein, das stimmt nicht!), und wir sehen das nicht ein. (Beifall bei SPÖ und BZÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kößl: Das ist unter deiner Würde!
Ich möchte hier mit allem Nachdruck festhalten: Das ist keine Form von Parlamentarismus! Parlamentarismus, Kollege Kößl, ist mehr. Parlamentarismus bedeutet, dass wir gemeinsam zu Lösungen kommen. – Leider waren Sie dazu nicht bereit. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kößl: Das ist unter deiner Würde!)
Beifall bei SPÖ, Grüne und BZÖ.
Ich bin froh, dass uns das bei diesem Antrag gelungen ist, und ich hoffe, dass alle Fraktionen diesem auch zustimmen werden. (Beifall bei SPÖ, Grüne und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Abgeordneter Leopold Mayerhofer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Jawohl, es kann nie genug ermittelt werden, es kann nie genau genug gearbeitet werden. Auch bei den angesprochenen Fehlern sind menschliche Fehler passiert, glaube ich. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Ja, so ist es, Herr Kollege, wir können uns auch noch darüber unterhalten. Dass du natürlich deine Fraktion und deine Minister verteidigst, ist für mich verständlich, es kommt aber deswegen der Wahrheit nicht näher.
Beifall bei der FPÖ.
Wir bräuchten dort auch Psychologen und vor allem wesentlich mehr Beamte; zum Beispiel genau jene 133 Beamten, die ich vorhin angesprochen habe, die aus meiner Sicht zu Unrecht im Ausland eingesetzt sind. Die würden wir hier benötigen, geschätzte Frau Ministerin! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da ist Gefahr im Verzug. Das, was die armen Eltern der Vermissten, was die Angehörigen mitmachen, möchte ich nie erleben müssen. Sie, Frau Ministerin, sind da jetzt besonders gefordert. – Schönen Abend! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Nochmals herzlichen Dank. Es ist schön, Herr Klubobmann Cap, dass zumindest am Ende einer Legislaturperiode auch einmal ein Antrag, ein wichtiger Antrag des BZÖ von Ihnen und auch von den anderen Parteien mitgetragen worden ist. – Das ist an sich ein nettes Ende. Danke schön. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Mayerhofer! Es ist mir schon ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass Hausdurchsuchungen ohne Verdachtslage, ohne Delikt rechtsstaatlich, sage ich einmal, höchst bedenklich wären, unzulässig sind und dass kein Richter dafür einen Hausdurchsuchungsbefehl erteilen würde. Es ist mir ein Bedürfnis, das hier zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Durch das Bundeskriminalamt wird weiters darüber hinausgehend gegenwärtig eine generelle Auswertung des österreichweiten abgängigen Fahndungsdatenbestandes vorgenommen. Das sind wahrscheinlich jene Fälle, die Sie gemeint haben: abgängige Personen ohne Delikt. Auch das soll geklärt werden – wird bereits durch das Bundeskriminalamt getätigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin zuversichtlich, dass wir vielleicht den einen oder anderen Fall auch aus diesem Anlass heraus lösen können. – Alles Gute für die Maßnahmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Das sollten wir aber in Zukunft anders gestalten. Gute Anträge, egal von wem sie kommen, sollten überprüft und auch entsprechend abgestimmt werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.) Ja, ich weiß, Sie haben sich im Rahmen des Unterausschusses bei mir schon mehrmals als Pressesprecher beworben, aber ich habe schon jemanden. Danke, ich brauche eigentlich niemanden mehr in diese Richtung, Herr Kollege Kukacka. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, er hat das schon mehrmals versucht.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das sollten wir aber in Zukunft anders gestalten. Gute Anträge, egal von wem sie kommen, sollten überprüft und auch entsprechend abgestimmt werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.) Ja, ich weiß, Sie haben sich im Rahmen des Unterausschusses bei mir schon mehrmals als Pressesprecher beworben, aber ich habe schon jemanden. Danke, ich brauche eigentlich niemanden mehr in diese Richtung, Herr Kollege Kukacka. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, er hat das schon mehrmals versucht.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Ich möchte mich abschließend ebenfalls für die geleistete Arbeit der vielen Kolleginnen und Kollegen von der Polizei im Rahmen der EURO 2008 bedanken, denn diese haben wirklich – und ich war sehr viel unterwegs mit ihnen – eine ganz hervorragende Arbeit geleistet. Und ich meine, die waren wirklich mit einer guten Deeskalationsstrategie unterwegs. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)