Eckdaten:
Für die 20. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 669 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Grünen.
Ich erwähne weiters die Neuregelung der Wertpapierdeckung für die Pensionsrückstellung nach Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof. Das ist grundsätzlich positiv zu beurteilen. Problematisch ist aber, dass der Gewinnzuschlag bei fehlender Wertpapierdeckung von 60 auf 30 Prozent des nicht vorhandenen Wertpapierbestandes reduziert werden soll. Das senkt die Kosten der Unterdeckung, reduziert die Sanktionierung bei Fehlverhalten und macht das Gesetz, diese Gesetzesänderung, insgesamt weniger bissig. Längerfristige Unterdeckungen sollten jedenfalls vermieden werden, da sie ein Risiko für die Pensionsberechtigten darstellen. Bei wirtschaftlichen Problemen des Unternehmens ist ja nicht nur der Job weg, sondern auch die Betriebspension. Und das sollte wohl jedenfalls verhindert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ganz böse Gedanken!
Und noch bunter wird es, wenn ich daran denke, dass für dieses Projekt eine eigene Internetseite eingerichtet wurde, www.verwaltungskostensenken.at, initiiert durch das Bundesministerium für Finanzen, zusammen mit zehn anderen Ressorts. Und als Partner auf dieser Internetseite sind prominent vertreten – na, wer? – Die Wirtschaftskammer Österreich und die Industriellenvereinigung! Da kommen doch böse Gedanken hoch, wenn man hört: Internetseite und Industriellenvereinigung. (Abg. Dr. Stummvoll: Ganz böse Gedanken!) Aber Spaß beiseite, Herr Bundesminister: Wie hoch sind denn die Kosten für die Einrichtung dieser Internetseite? Und wo sind denn die anderen Partner, etwa die Arbeitnehmervertretungen oder aber die Konsumentenschützer?
Beifall bei den Grünen.
Wo, Herr Finanzminister, bleibt dieses Projekt? – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
erfolgreiches Doppelbudget 2007/2008, ein Doppelbudget, das eine Finanzpolitik fortsetzt mit der Doppelstrategie: einerseits Stabilität im Staatshaushalt, andererseits massive Investitionen in die Zukunft. Das war in den letzten Jahren schon die Basis für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung und auch für mehr Beschäftigung in Österreich. – Eine Politik für Wachstum und Beschäftigung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass breiter Konsens darüber besteht, im Bereich Klimaschutz offensiv zu werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.
Meine Damen und Herren, unglaubliche Reserven, die wir im Bereich Klimaschutz haben! Daher ist es richtig und notwendig, dass wir einen Teil der MöSt-Erhöhung auch für Maßnahmen zum Klimaschutz verwenden und den Klimafonds demnächst hier beschließen, noch vor dem Sommer. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne herzlichen Dank, Herr Finanzminister, für dieses Budgetbegleitgesetz, herzlichen Dank auch für alle aufmunternden Zurufe, in Richtung Klimaschutz, in Richtung Energiesparen, aber auch in Richtung moderne Unternehmensbesteuerung tätig zu werden! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dass der Herr Finanzminister Geld braucht, ist verständlich, es fragt sich aber: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? – Es gibt eine klare Antwort darauf: Sparen sollte das Ziel dieser Regierung sein, und zwar an der richtigen Stelle, nämlich bei sich selbst! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: ... Bundesbudget!
Ich hoffe, dass sich die Wiener und Wienerinnen das auf Dauer nicht gefallen lassen und diese Abkassierer nicht mehr wählen. (Abg. Parnigoni: ... Bundesbudget!) – Ich komme darauf zu sprechen.
Beifall bei der FPÖ.
Noch ein Letztes zum Budgetbegleitgesetz: Bei der Mutwillensstrafe wird der Grenzbetrag von 290 auf 400 € erhöht, das ist eine Erhöhung um 38 Prozent und ist mit nichts zu rechtfertigen. Da tun wir einfach nicht mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nicht Steuern erhöhen oder neue Steuern einführen, sondern Steuern senken und vor allem solche Steuern abschaffen, die weniger bringen, als der Verwaltungsaufwand ausmacht, wie es zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer der Fall ist. Das ist die Forderung der Freiheitlichen Partei. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Gradauer, wie absurd dieser Vorwurf des Abkassierens in Richtung Stadt Wien oder SPÖ ist, lässt sich am besten an dem Beispiel, das Sie selbst gebracht haben, nämlich Parkgebühr, belegen. Stimmt, die wird um 50 Prozent erhöht – das erste Mal seit 20 Jahren, seit 20 Jahren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wissen Sie, was in den 20 Jahren passiert ist? – Die Inflation beträgt über 70 Prozent, während die Parkgebühren in Wien in diesen 20 Jahren gesunken sind. Wissen Sie, wieso? – Weil die Stadt Wien, als der Euro eingeführt wurde, etwas ganz anderes gemacht hat als Sie, die Sie in der Bundesregierung gesessen sind. In Wien wurde die Euro-Einführung nicht dafür herangezogen, Gebühren zu erhöhen, sondern dort wurde abgerundet. In Wirklichkeit ist nämlich die Parkgebühr in den letzten 20 Jahren gesunken. Jetzt wird sie entsprechend der Hälfte der Inflationsrate angehoben. (Ruf: Abkassierer!) Wenn das soziale Kälte ist, dann kaufe ich mir gerne einen Anorak; da wird mir allerdings ziemlich heiß werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf: Abkassierer!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Gradauer, wie absurd dieser Vorwurf des Abkassierens in Richtung Stadt Wien oder SPÖ ist, lässt sich am besten an dem Beispiel, das Sie selbst gebracht haben, nämlich Parkgebühr, belegen. Stimmt, die wird um 50 Prozent erhöht – das erste Mal seit 20 Jahren, seit 20 Jahren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wissen Sie, was in den 20 Jahren passiert ist? – Die Inflation beträgt über 70 Prozent, während die Parkgebühren in Wien in diesen 20 Jahren gesunken sind. Wissen Sie, wieso? – Weil die Stadt Wien, als der Euro eingeführt wurde, etwas ganz anderes gemacht hat als Sie, die Sie in der Bundesregierung gesessen sind. In Wien wurde die Euro-Einführung nicht dafür herangezogen, Gebühren zu erhöhen, sondern dort wurde abgerundet. In Wirklichkeit ist nämlich die Parkgebühr in den letzten 20 Jahren gesunken. Jetzt wird sie entsprechend der Hälfte der Inflationsrate angehoben. (Ruf: Abkassierer!) Wenn das soziale Kälte ist, dann kaufe ich mir gerne einen Anorak; da wird mir allerdings ziemlich heiß werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Gradauer, wie absurd dieser Vorwurf des Abkassierens in Richtung Stadt Wien oder SPÖ ist, lässt sich am besten an dem Beispiel, das Sie selbst gebracht haben, nämlich Parkgebühr, belegen. Stimmt, die wird um 50 Prozent erhöht – das erste Mal seit 20 Jahren, seit 20 Jahren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sehr viel! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wissen Sie, was in den 20 Jahren passiert ist? – Die Inflation beträgt über 70 Prozent, während die Parkgebühren in Wien in diesen 20 Jahren gesunken sind. Wissen Sie, wieso? – Weil die Stadt Wien, als der Euro eingeführt wurde, etwas ganz anderes gemacht hat als Sie, die Sie in der Bundesregierung gesessen sind. In Wien wurde die Euro-Einführung nicht dafür herangezogen, Gebühren zu erhöhen, sondern dort wurde abgerundet. In Wirklichkeit ist nämlich die Parkgebühr in den letzten 20 Jahren gesunken. Jetzt wird sie entsprechend der Hälfte der Inflationsrate angehoben. (Ruf: Abkassierer!) Wenn das soziale Kälte ist, dann kaufe ich mir gerne einen Anorak; da wird mir allerdings ziemlich heiß werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Insofern glaube ich, dass das Budgetbegleitgesetz vor allem auch hier im Kern etwas sehr Positives ist, und ersuche alle um Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Nur zwei Zahlen, damit Sie es auch wissen: In den letzten 13 Jahren hat es in Wien bei der roten Stadtregierung unter sozialistischer Führung vier Mal eine Erhöhung der Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel gegeben! Vier Mal! Insgesamt hat es in den letzten 13 Jahren eine Erhöhung von 56 Prozent beim Einzelfahrschein und 43 Prozent bei der Jahreskarte gegeben. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Herr Kollege Krainer! Und jetzt gehen Sie nach Wien, setzen Sie sich in die Tramway und erklären Sie dort Mindestrentnern, Menschen, die es sich nicht leisten können, aber auch Autofahrern, die Sie zum Umsteigen bringen wollen, diese Teuerung bei den Tarifen der Verkehrsmittel! Das ist Abkassieren, sozialdemokratisches Abkassieren in Wien, Herr Kollege Krainer, und das meinen wir! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nur zwei Zahlen, damit Sie es auch wissen: In den letzten 13 Jahren hat es in Wien bei der roten Stadtregierung unter sozialistischer Führung vier Mal eine Erhöhung der Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel gegeben! Vier Mal! Insgesamt hat es in den letzten 13 Jahren eine Erhöhung von 56 Prozent beim Einzelfahrschein und 43 Prozent bei der Jahreskarte gegeben. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Herr Kollege Krainer! Und jetzt gehen Sie nach Wien, setzen Sie sich in die Tramway und erklären Sie dort Mindestrentnern, Menschen, die es sich nicht leisten können, aber auch Autofahrern, die Sie zum Umsteigen bringen wollen, diese Teuerung bei den Tarifen der Verkehrsmittel! Das ist Abkassieren, sozialdemokratisches Abkassieren in Wien, Herr Kollege Krainer, und das meinen wir! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was die Autofahrer betrifft: Sie werden die Autofahrer wahrscheinlich noch mehr belasten. CO2-Steuer wird kommen, was weiß ich noch alles. Aber, Herr Minister, ich sage Ihnen etwas: Zu den Wahlzellen kommt man auch zu Fuß. So weit sind die nicht weg. Da können Sie die Autofahrer noch so viel belasten. Die werden sich merken, was Sie ihnen heute antun, und dann in der Wahlzelle das nächste Mal auch entsprechend ihre Stimme abgeben. Davon bin ich überzeugt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abg. Steibl sowie weiterer Abgeordneter der ÖVP.
Und Sie haben darauf geantwortet: „Bin heute“ – also gestern – „im Metropol bei einer Benefizveranstaltung ... wo ich die Gräfin Mariza gebe, in Abhängigkeit des Publikumsechos können wir uns über diese Frage zu einem späteren Zeitpunkt unterhalten.“ – Sie haben es offengelassen. (Zwischenrufe der Abg. Steibl sowie weiterer Abgeordneter der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Mich würde interessieren, Frau Ministerin: War es ein Publikumserfolg?, denn dann hätten wir die Chance, dass Sie vielleicht anheuern beim Metropol, im Theater als Schauspielerin, als Gräfin Mariza, und uns hier erspart bleiben. Das wäre vielleicht eine gute Sache, Frau Ministerin. (Beifall beim BZÖ.) Ich hoffe, es war ein Publikumserfolg, denn Ihre Bilanz in den letzten Wochen und Monaten ist Chaos, Pleiten, Pech und Pannen, eine Familienpolitik, die in die völlig falsche Richtung geht. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Mich würde interessieren, Frau Ministerin: War es ein Publikumserfolg?, denn dann hätten wir die Chance, dass Sie vielleicht anheuern beim Metropol, im Theater als Schauspielerin, als Gräfin Mariza, und uns hier erspart bleiben. Das wäre vielleicht eine gute Sache, Frau Ministerin. (Beifall beim BZÖ.) Ich hoffe, es war ein Publikumserfolg, denn Ihre Bilanz in den letzten Wochen und Monaten ist Chaos, Pleiten, Pech und Pannen, eine Familienpolitik, die in die völlig falsche Richtung geht. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Kindergeld, das wir gemeinsam mit der ÖVP beschlossen haben, ist ein politischer Meilenstein, ist ein Meilenstein, ein Erfolg, der eigentlich herausragt aus der Regierungsarbeit der letzten Jahre. Und was passiert jetzt? – Jetzt wird eine Zuverdienstgrenze im Nachhinein abkassiert, abgezockt von Familien, die sich bisher darauf verlassen konnten, dass das nicht der Fall ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Und was ist mit dem Kollegen Amon? Wo ist er? Ich gehe davon aus, dass er herauskommt und auch seine Meinung sagt, denn er hat schon öffentlich kundgetan, dass er für die gänzliche Abschaffung der Zuverdienstgrenze ist. Oder auch die Frauenvertreterinnen in der ÖVP! Schaffen wir gemeinsam diese Zuverdienstgrenze ab! Jedes Kind ist gleich viel wert! Das haben wir von Ihnen auch gehört. Daher muss diese ungerechte, leistungshemmende, leistungsfeindliche Zuverdienstgrenze weg! Aber jetzt nicht abkassieren beginnen, Frau Ministerin! Lassen Sie die Finger von den Familien und kassieren Sie nicht dort ab, wo Sie nicht kassieren dürfen! Das ist unser Anliegen. Das wollen wir von Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abg. Steibl.
Aber das entspricht ja auch Ihrem Familienbild, Frau Kollegin Kdolsky. Sie haben halt offensichtlich ein anderes Verhältnis zu Familien und Kindern. Das sei Ihnen unbenommen. Aber wenn Sie in der Öffentlichkeit stehen und dann darüber philosophieren, dass Sie lieber Tante sind, denn dann kann man die kleinen Quälgeister wieder zurückgeben, und dass Sie sich gestört fühlen im Flugzeug und in Luxusrestaurants, wenn Kinder schreien, dann ist das diskreditierend! (Zwischenrufe der Abg. Steibl.) Das ist keine Ansage für eine zukunftsträchtige Familienpolitik.
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen ein Klima für Familien, für Kinder. Und Sie haben als Familienministerin die Verpflichtung, sich an die Spitze einer solchen Bewegung für Kinder, für Familien zu stellen – und nicht dagegen, Frau Ministerin! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
ternehmen ihrer unternehmerischen Freiheit zu berauben! Lassen Sie hier Meinungsfreiheit und Gedankenfreiheit zu! Es soll sich doch jeder selbst entscheiden können, wie er das macht, wie er das gestaltet in seinen Restaurants! Da brauchen wir keine Ministerin. 70 Prozent der Menschen sind gegen ein generelles Rauchverbot. Und deswegen sind wir auch dagegen. Das ist kein neuer Weg, Frau Ministerin. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen aber, Frau Ministerin, nicht nur das BZÖ spricht Ihnen heute das Misstrauen aus – nein: Österreichs Kinder sprechen Ihnen heute das Misstrauen aus! Österreichs Familien sprechen Ihnen heute das Misstrauen aus! Österreichs Patientinnen und Patienten sprechen Ihnen heute das Misstrauen aus! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Österreichs Ärztinnen und Ärzte sprechen Ihnen heute das Misstrauen aus! Und Österreichs Pensionisten und jene Menschen, die sich die teuren Medikamente und die Gesundheit in dem Land nicht mehr leisten können, sprechen Ihnen heute das Misstrauen aus!
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Sonnberger. – Vizekanzler Mag. Molterer: Peinlich, peinlich, peinlich!
Ich glaube, das Maß ist voll, Frau Ministerin Kdolsky! Treten Sie ab! – Damit würden Sie Österreich einen Dienst erweisen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Sonnberger. – Vizekanzler Mag. Molterer: Peinlich, peinlich, peinlich!)
Abg. Eder: Maßlos!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Westenthaler, Herr Klubobmann, ich glaube, Sie überschätzen sich ein wenig, wenn Sie meinen (Abg. Eder: Maßlos!) – oder auch maßlos! –, dass, weil das BZÖ – übrigens in einer äußerst menschenverachtenden Diktion aus der gestrigen Presseaussendung – meint, Frau Bundesministerin Kdolsky das Misstrauen aussprechen zu können, sich dem ganz Österreich anschließen würde. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Westenthaler, Herr Klubobmann, ich glaube, Sie überschätzen sich ein wenig, wenn Sie meinen (Abg. Eder: Maßlos!) – oder auch maßlos! –, dass, weil das BZÖ – übrigens in einer äußerst menschenverachtenden Diktion aus der gestrigen Presseaussendung – meint, Frau Bundesministerin Kdolsky das Misstrauen aussprechen zu können, sich dem ganz Österreich anschließen würde. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zuverdienstgrenze!
Lieber Herr Westenthaler, wenn Sie meinen, dass Sie hier elf gute Gründe anführen, um das Misstrauen auszusprechen – ich würde meinen, es sind ziemlich dumme, aber um keinen Ordnungsruf zu riskieren, würde ich sagen, wenig intelligente Gründe –, dann werde ich versuchen, Ihnen zehn gute Gründe zu nennen, Frau Bundesministerin Kdolsky das volle Vertrauen auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Zuverdienstgrenze!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassiert’s!
Bleiben wir gleich bei Ihrer Zuverdienstgrenze. Zuerst einmal: Die Zuverdienstgrenze ist nicht von Frau Bundesministerin Kdolsky eingeführt worden, sondern lag ursprünglich in der SPÖ-Zeit bei der Mindestgrenze von 4 000 € im Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassiert’s!) Wir sind jetzt bei 14 600 € im Jahr und werden diese Zuverdienstgrenze – und das wird Frau Bundesministerin Kdolsky tun! – auf über 16 000 € anheben und valorisieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Bleiben wir gleich bei Ihrer Zuverdienstgrenze. Zuerst einmal: Die Zuverdienstgrenze ist nicht von Frau Bundesministerin Kdolsky eingeführt worden, sondern lag ursprünglich in der SPÖ-Zeit bei der Mindestgrenze von 4 000 € im Jahr. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie kassiert’s!) Wir sind jetzt bei 14 600 € im Jahr und werden diese Zuverdienstgrenze – und das wird Frau Bundesministerin Kdolsky tun! – auf über 16 000 € anheben und valorisieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, das ist ein wirklich guter Grund, der Frau Bundesministerin das Vertrauen auszusprechen. Und was die Kontrolle dieser Zuverdienstgrenze, die wir in unserer Regierungszeit erhöht haben, anlangt, so würde ich einmal meinen: Ich glaube, wenn Österreich sich und seine Gesetze nicht ernst nimmt, dann dürften wir uns in die Riege der Bananenrepubliken einordnen. Das wollen wir auf keinen Fall! Wir nehmen das ernst. Und wir wollen nicht, dass die, die sich an das Gesetz halten, die Dummen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
auch nicht weggeben!) – Na, selbstverständlich nicht! Davon hat ja auch Frau Bundesministerin Kdolsky nicht gesprochen. Wir müssen aber den Eltern helfen! Wir müssen sie unterstützen und wir müssen auch das Klima schaffen – und das tut Frau Bundesministerin Kdolsky! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Eltern ist das nicht so gut angekommen!
Die Frau Bundesministerin spricht Dinge offen an. Wenn Sie von den Kondomen reden, sage ich Ihnen: Es ging um AIDS-Vorsorge, nicht um Parteipolitik. Es geht darum, jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich es sein kann. Eine Sache, die vor 20 Jahren noch alle Menschen in der Öffentlichkeit bewegt hat, ist in Vergessenheit geraten. Sie ist deswegen aber leider nicht erledigt. Wir müssen junge Menschen auch darüber aufklären, welche Gefahren drohen. Das tut Frau Bundesministerin Kdolsky – und sie tut es in einer Art und Weise, wie es bei den jungen Menschen ankommt, und dann ist es auch richtig. Und daher sprechen wir ihr auch das Vertrauen aus. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Bei den Eltern ist das nicht so gut angekommen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas anderes!
Herr Abgeordneter Westenthaler, zum Rauchverbot: Ich verstehe ja nicht, warum das BZÖ die Nichtraucher nicht schützen will. Ich verstehe das schlicht und einfach nicht. Ich denke, es wäre dringend notwendig, auch hier festzuhalten, dass Frau Bundesministerin Kdolsky überhaupt nicht von einem generellen Rauchverbot gesprochen hat, ganz genauso wenig, wie ich das getan habe – ganz im Gegenteil! (Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas anderes!) Wir haben immer für die Wahlfreiheit gesprochen, aber für den größtmöglichen Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Dazu bekennen wir uns auch weiterhin – und das tut die Frau Bundesministerin ganz genauso. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Westenthaler, zum Rauchverbot: Ich verstehe ja nicht, warum das BZÖ die Nichtraucher nicht schützen will. Ich verstehe das schlicht und einfach nicht. Ich denke, es wäre dringend notwendig, auch hier festzuhalten, dass Frau Bundesministerin Kdolsky überhaupt nicht von einem generellen Rauchverbot gesprochen hat, ganz genauso wenig, wie ich das getan habe – ganz im Gegenteil! (Abg. Ing. Westenthaler: Jeden Tag etwas anderes!) Wir haben immer für die Wahlfreiheit gesprochen, aber für den größtmöglichen Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Dazu bekennen wir uns auch weiterhin – und das tut die Frau Bundesministerin ganz genauso. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die sehen das aber so!
Es geht überhaupt nicht um die Bevormundung der Wirte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die sehen das aber so!) Wir haben das gemeinsam mit den Wirten gemacht, und auch Frau Bundesministerin Kdolsky macht das gemeinsam mit der Gastronomie. Sie wird sicher einen Weg finden, mit dem alle Österreicher gut umgehen können.
Beifall bei der ÖVP.
Die Krankenversicherungsbeiträge: Herr Klubobmann Westenthaler, wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt. Wir haben mit diesem Gesundheitssystem auch schlicht und einfach erreicht, dass die Österreicherinnen und Österreicher alle jene Leistungen bekommen, die sie brauchen. Und das sind sehr viele. Gott sei Dank werden es immer mehr, weil die Medizin fortschreitet. Das kostet auch Geld, das hat seinen Preis. Wir wollen, dass dieses Gesundheitssystem erhalten bleibt. Die Hälfte des Geldes wird Frau Bundesministerin Kdolsky durch Einsparungen aufbringen, die andere Hälfte wird durch eine sehr moderate Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge abgedeckt. Ich bin überzeugt, dass die Österreicherinnen und Österreicher das gerne zahlen, wenn sie wissen, dass sie damit auch das beste Gesundheitssystem der Welt erhalten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die teuersten Medikamente in der EU!
Der Beitrag, den wir in diesem Zusatzantrag haben, Herr Klubobmann Westenthaler, ist schlicht und einfach ein Beitrag, der sicherstellt, dass die Medikamente auch in Zukunft sicher sind. Darf ich Ihnen etwas sagen? – Als ich vor etwas mehr als vier Jahren Ministerin wurde, habe ich eine Situation vorgefunden, wo die Medikamente nicht ausreichend kontrolliert wurden. Es ist uns gelungen, mit der PharmMed Austria eine Institution zu schaffen, dass Zulassungen schneller bewerkstelligt werden und die Überprüfung der Medikamente auch entsprechend sichergestellt ist. Das wird jedem Österreicher und jeder Österreicherin sicher einen Cent wert sein, damit sie sichere Medikamente haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Die teuersten Medikamente in der EU!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Bundesministerin Kdolsky hat diese Herausforderung sehr engagiert und mit Verve angenommen. Wir sind überzeugt, dass sie die vielfältigen Aufgaben dieses Ressorts auch hervorragend meistern wird. Daher spricht meine Fraktion unserer Ministerin das volle Vertrauen aus. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Vizekanzler Mag. Molterer: 650 Millionen Schilling!
Den Klimaschutzfonds dieses Jahr mit 50 Millionen € auszustatten, kann man als Beginn betrachten. (Vizekanzler Mag. Molterer: 650 Millionen Schilling!) – Herr Vizekanzler, gut gerechnet! Dennoch: Es ist zu wenig. Herr Vizekanzler, das ist so, als wenn Sie, um wirklich einen großen Schritt zu machen und tatsächlich Wasser auf die Mühlen zu treiben, damit etwas vorangeht, vor Ihren Äckern und Feldern in Sierning auf dem Bauernhof stehen und bei dieser Dürre – wahrscheinlich auch wieder eine Folge des Klimawandels! – mit zwei Zehn-Liter-Gießkannen der Dürre Herr werden wollen. Das wird nicht gehen, und genauso wenig wird es mit diesem Fonds gehen – mit dieser mageren Ausstattung auch für die nächsten Jahre.
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!
Regierung, statt dass Sie hergehen und sagen: Wir haben große Herausforderungen und genauso auch große Chancen – und genau die packen wir an. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir kennen ja die Argumente: Auf der einen Seite redet man von einem falschen Budget, auf der anderen Seite redet man davon, wie man die Überschüsse aus der besseren Wirtschaftsentwicklung, die heute schon erwartet werden dürfen – nämlich von rund 700 bis 800 Millionen €! –, sinnvoll und wirkungsvoll in der österreichischen Volkswirtschaft einsetzen kann. Man muss sich also entscheiden, ob das Budget falsch ist oder ob man darüber diskutiert, wie man die Überschüsse gut und wirkungsvoll für Arbeitsplätze und anderes mehr einsetzen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass auch die Frage, die von meinem Vorredner Krainer eingebracht wurde, sehr wichtig ist – ich beziehe mich auf die Pendlerpauschale. Ich halte sie in einem Land, in dem so viel Mobilität auf dem Arbeitsmarkt notwendig ist, für immens wichtig. Ich begrüße es, dass man nicht nur generell die Anhebung um 10 Prozent vorgenommen hat, sondern dass man nun auch durch die Anhebung der Negativsteuer von 110 € auf 200 € erreicht hat, dass auch jene eine Förderung bekommen, die ein Einkommen unter der Besteuerungsgrenze haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne ist das Budgetbegleitgesetz ein Paket von Gesetzen, die als wichtige Ergänzung zum Gesamtbudget anzusehen sind und eine hervorragende positive Wirkung haben werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Gar nicht!
Wir haben es hier mit einer Grundlage dafür zu tun, dass wir ein Doppelbudget beschließen, das geprägt ist von neuerlichen Belastungen (Ruf bei der ÖVP: Gar nicht!), einem Angriff oder Rachefeldzug auf den Mittelstand, einem Angriffsversuch auf alle Klein- und Mittelbetriebe in diesem Land – und das, meine Damen und Herren, wird sich rächen!
Vizekanzler Mag. Molterer: Besser als Sie jedenfalls!
Herr Finanzminister, ich weiß nicht: Kennen Sie die Einnahmen in Ihrem Budget nicht? (Vizekanzler Mag. Molterer: Besser als Sie jedenfalls!) In den ersten zwei Monaten des neuen Jahres haben wir bereits Mehreinnahmen von über einer halben Milliarde €! Was allerdings zurückhängt – und das vergessen Sie immer dazuzusagen –, das sind natürlich die Einnahmen bei der Umsatzsteuer, wo ein Einbruch zu verzeichnen ist, weil die Kaufkraft in unserem Land nicht anspringt. Und warum springt sie nicht an? – Weil wir Wirtschaftspolitik nicht so gut machen wie Vorzeigeländer in der EU, wie das Dänemark, Holland, Irland, Schweden und etliche andere mehr sind. Mein Vorredner Dr. Hannes Bauer hat gesagt, wir befinden uns bei einem Wirtschaftswachstum von 2,5 bis 3 Prozent. Das ist ja zugegebenermaßen nicht schlecht, aber Tatsache ist, dass die guten Länder in Europa, die uns eigentlich als Vorbild dienen müssten, von einem Wirtschaftswachstum von 4 bis 5 Prozent sprechen und dadurch auch Budgetüberschüsse erzielen können, zum Großteil bis zu 4 und mehr Prozent des Bruttoinlandsproduktes – und wir machen nach wie vor Schulden!
Beifall bei der FPÖ.
keine Ansätze dazu erkennbar –, und Sie machen trotzdem Schulden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben im heurigen Jahr Schulden von 4 Milliarden € zusätzlich. Wenn Sie die ausgelagerten Bereiche noch dazunehmen, dann kommen wir auf einen Schuldenstand im heurigen Jahr von 7 Milliarden €; und wenn Sie das nächste Jahr noch dazunehmen, dann von 10 Milliarden €. Herr Finanzminister, bei einem Schuldenstand von 168 Milliarden €, der jetzt vorliegt, hinzugerechnet noch die ausgelagerten Schulden – ASFINAG und etliche andere Betriebe – von über 30 Milliarden €, die ab dem Jahr 2012 ja dann in das offizielle Budget hineingenommen werden müssen, liegen wir jetzt bereits bei einem Schuldenstand von über 200 Milliarden €. Meine Damen und Herren, das ist das Dreifache des Jahresbudgets dieses Staates! – Das ist eine verantwortungslose Budgetpolitik, die hier betrieben wird, und vor allen Dingen ist das verantwortungslos gegenüber der Wirtschaft! (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Ja was haben wir denn dann heute?
Das ist verantwortungslose Politik! Sie müssten jetzt, und zwar jetzt sofort, eine Steuerreform in Angriff nehmen, damit diese zumindest im Jahr 2008 greift. Ich gebe Ihnen schon recht, dass eine Vorlaufzeit für eine vernünftige Steuerreform natürlich auch vorhanden sein muss, aber wenn Sie jetzt nicht anfangen, dann frage ich mich: Wann wollen Sie das machen? – Wenn Sie jetzt die Österreicher und die Wirtschaft auf das Jahr 2010 vertrösten und wenn wir uns die ersten 100 Tage Ihrer Regierung anschauen, wo Sie so gut wie nichts gemacht haben – es ist in der heutigen Sitzung nicht einmal eine Regierungsvorlage auf dem Tapet (Vizekanzler Mag. Molterer: Ja was haben wir denn dann heute?) –, dann denke ich mir, Sie werden ja vor dem Jahr 2009 gar nicht anfangen! Das wird nichts anderes sein als ein Steuerzuckerl.
Beifall bei der FPÖ.
und für sich ein lächerlicher Betrag. Dazu muss ich schon Folgendes festhalten: Bei der Pendlerpauschale ist hier angedacht, eine 10-prozentige Erhöhung vorzunehmen. Herr Kollege Krainer! Wenn 50 Prozent nicht viel sind, dann sind 10 Prozent einfach ein Witz! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, denken Sie um! Nehmen Sie sich ein Herz, seien Sie nicht so feige, nehmen Sie sich den Mut und beginnen Sie jetzt mit einer Steuerreform, damit wir im Jahr 2008 den hoffentlich anhaltenden Wirtschaftsaufschwung auch für unseren Staat positiv nutzen können! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich auf das Budgetbegleitgesetz eingehe, Herr Kollege Westenthaler, nur einige Sätze zu dem, was Sie hier von sich gegeben haben – denn eine „parlamentarische Rede“ würde ich das qua Definition noch nicht nennen –: Sie überschätzen sich etwas! (Abg. Ing. Westenthaler: Oberlehrer auf der Regierungsbank!) Herr Kollege Westenthaler, Sie überschätzen sich etwas – ich würde sagen, Sie überschätzen sich maßlos! (Abg. Ing. Westenthaler: Als Regierungsmitglied den Abgeordneten sagen, was eine Rede ist und was keine ist!) Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie reden für alle Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: „Pater Willi“!), dann überschätzen Sie sich nicht nur, sondern Sie haben ein völlig falsches Politikverständnis: Die Kinder haben eine eigene Stimme – sie brauchen Westenthaler nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt die Predigt des „Pater Willi“!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie protestieren auch so! Das ist mir klar!
Herr Kollege Westenthaler, Sie gehen hier heraus und sagen, Sie reden für alle Eltern. – Ich sage Ihnen: Die Eltern brauchen Westenthaler nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sie protestieren auch so! Das ist mir klar!), denn sie haben eine eigene Stimme.
Abg. Ing. Westenthaler: Und die Frau Kdolsky brauchen sie gar nicht!
Und, Herr Kollege Westenthaler, Sie gehen her und sagen, Sie reden für alle Patienten. – Auch da sage ich Ihnen: Die Patienten brauchen Sie nicht, denn sie haben ihre eigene Stimme und brauchen Westenthaler nicht! – Erster Punkt. (Abg. Ing. Westenthaler: Und die Frau Kdolsky brauchen sie gar nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bis auf euren Parteitag!
Zweiter Punkt: Ich glaube, dass Sie sich nicht nur überschätzen, sondern ich glaube, dass Sie sich verschätzen, und zwar ziemlich gewaltig. Es ist interessant, dass Sie Kollegin Kdolsky das Misstrauen aussprechen, aber interessanterweise zeigen alle Umfragen, dass die Österreicherinnen und Österreicher Andrea Kdolsky vertrauen! (Abg. Ing. Westenthaler: Bis auf euren Parteitag!) Sie liegen schlicht und einfach
Beifall bei der ÖVP.
daneben, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.) – Aber damit habe ich kein Problem, wenn dieser Schuss nach hinten losgeht, Herr Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent der eigenen Leute, das ist nicht viel!)
Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent der eigenen Leute, das ist nicht viel!
daneben, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.) – Aber damit habe ich kein Problem, wenn dieser Schuss nach hinten losgeht, Herr Kollege Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: 85 Prozent der eigenen Leute, das ist nicht viel!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?
Dritter Punkt: Ich würde sagen, gehen Sie etwas in sich, denn Sie haben mit dieser Erklärung, die Sie hier abgegeben haben, eigentlich jeden Respekt im Umgang mit Menschen vermissen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?) Und ich erwarte auch im politischen Streit und in der politischen Auseinandersetzung ein Mindestmaß an Respekt im Umgang mit Menschen, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Darauf lege ich Wert. Das ist einfach ein notwendiges Element von demokratischer Kultur.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Dritter Punkt: Ich würde sagen, gehen Sie etwas in sich, denn Sie haben mit dieser Erklärung, die Sie hier abgegeben haben, eigentlich jeden Respekt im Umgang mit Menschen vermissen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo denn?) Und ich erwarte auch im politischen Streit und in der politischen Auseinandersetzung ein Mindestmaß an Respekt im Umgang mit Menschen, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Darauf lege ich Wert. Das ist einfach ein notwendiges Element von demokratischer Kultur.
Beifall bei der ÖVP.
Und jetzt frage ich Sie: Wogegen sprechen Sie das Misstrauen aus? – Sprechen Sie wirklich das Misstrauen aus gegen Hausverstand und Vernunft, wenn es um die Frage des Schutzes der Nichtraucher geht? Da ist eine Lösung in Diskussion mit Hausverstand und Vernunft, auch in den Wirtshäusern in Österreich. – Wenn Sie eine besondere Erfahrung mit Wirtshäusern in Österreich haben, dann ist das Ihr persönliches Problem, Herr Kollege Westenthaler. Ich sage Ihnen aber ganz trocken: Hausverstand und Vernunft ist hier zu Hause, bei Andrea Kdolsky! Das verdient Vertrauen, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen Misstrauen aus, wenn sich jemand um die Sicherung des besten Gesundheitssystems der Welt kümmert. – Da sage ich Ihnen schon, das verdient Vertrauen, wenn jemand den Mut hat zu sagen: Jawohl, da sind wir auch bereit, eine geringfügige Anhebung der KV-Beiträge zu diskutieren, am Ende des Tages auch zu entscheiden, wenn gleichzeitig gespart wird im System, dort wo Sparen möglich ist. – Das verdient Vertrauen, Herr Kollege Westenthaler, und das hat unsere Andrea Kdolsky! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das sehen aber die Eltern ganz anders! Die beklagen sich!
Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen Misstrauen aus, wenn sich jemand um die gesundheitlichen Risken bei jungen Menschen kümmert? – Da sage ich Ihnen, das verdient Vertrauen und Unterstützung! Wenn jemand den Mut hat, auch diese Diskussion offen anzusprechen, dann bin ich dankbar dafür! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sehen aber die Eltern ganz anders! Die beklagen sich!) Die jungen Menschen in diesem Land sind froh, dass jemand da ist, der sich auch um diese sensiblen und manchmal schwierigen Fragen kümmert. – Das verdient Vertrauen, Herr Kollege Westenthaler – und keineswegs Misstrauen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen Misstrauen aus, wenn sich jemand um die gesundheitlichen Risken bei jungen Menschen kümmert? – Da sage ich Ihnen, das verdient Vertrauen und Unterstützung! Wenn jemand den Mut hat, auch diese Diskussion offen anzusprechen, dann bin ich dankbar dafür! (Abg. Ing. Westenthaler: Das sehen aber die Eltern ganz anders! Die beklagen sich!) Die jungen Menschen in diesem Land sind froh, dass jemand da ist, der sich auch um diese sensiblen und manchmal schwierigen Fragen kümmert. – Das verdient Vertrauen, Herr Kollege Westenthaler – und keineswegs Misstrauen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren, billiges Abkassieren ist das, sonst gar nichts!
Und, Herr Kollege Westenthaler, Sie sprechen jemandem das Misstrauen aus – oder wollen dies tun; es wird ja beim Wollen bleiben, wie oft bei Ihnen –, der sich um die Einhaltung der Gesetze kümmert? – Was ist denn das für eine Haltung eines Parlamentariers?! Eigentlich habe ich mir gedacht, das Parlament ist unter anderem dazu da, zu prüfen, ob die Minister sich in ihrer Tätigkeit an die Gesetze halten. – Nichts anderes macht Andrea Kdolsky: Sie hält sich an die Gesetze. (Abg. Ing. Westenthaler: Abkassieren, billiges Abkassieren ist das, sonst gar nichts!)
Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!
Das verdient nach Ihrer Diktion Misstrauen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!) Welches Signal geben Sie denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!) – Ein Minister, eine Ministerin, der/die sich an Gesetze hält, verdient Vertrauen, weil das das Selbstverständlichste der Welt ist, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!
Das verdient nach Ihrer Diktion Misstrauen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!) Welches Signal geben Sie denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!) – Ein Minister, eine Ministerin, der/die sich an Gesetze hält, verdient Vertrauen, weil das das Selbstverständlichste der Welt ist, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das verdient nach Ihrer Diktion Misstrauen?! (Abg. Ing. Westenthaler: Billiges Abkassieren bei den Familien!) Welches Signal geben Sie denn? (Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der Minister Haupt!) – Ein Minister, eine Ministerin, der/die sich an Gesetze hält, verdient Vertrauen, weil das das Selbstverständlichste der Welt ist, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das ist schon lange her!
schläge gegangen ist. (Abg. Steibl: Das ist schon lange her!) Heute, Herr Kollege Westenthaler, sprechen Sie einer Persönlichkeit, die diesen Mut aufbringt, das Misstrauen aus. Was ist denn mit Ihnen passiert? (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
schläge gegangen ist. (Abg. Steibl: Das ist schon lange her!) Heute, Herr Kollege Westenthaler, sprechen Sie einer Persönlichkeit, die diesen Mut aufbringt, das Misstrauen aus. Was ist denn mit Ihnen passiert? (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Kann sie selber auch sprechen, oder sind Sie jetzt der Anwalt von ihr?
Hat Sie plötzlich irgendwie die Feigheit erwischt? Da sage ich Ihnen: Nein, jemand, der den Mut hat, auch kritische Dinge anzusprechen, der verdient Vertrauen! (Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Kann sie selber auch sprechen, oder sind Sie jetzt der Anwalt von ihr?) Andrea Kdolsky hat dieses Vertrauen, sie macht tolle Arbeit!
Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?
Probieren Sie es öfter! (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen?) Herr Kollege Westenthaler, probieren Sie es öfter (Abg. Ing. Westenthaler: „Mund zu“ – sitzt daneben und schaut zu, anstatt sich zu Wort zu melden!) – ich würde sagen, es wird die Reputation und das Ansehen der Andrea Kdolsky erhöhen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie soll sich einmal zu Wort melden!) Jeder Misstrauensantrag, den Sie stellen, geht für Sie nach hinten los und hilft unserer Andrea Kdolsky in ihrer Arbeit. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie der Sprachlehrer?)
Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!
Danke dafür, dass Sie auch mit diesem Antrag der Arbeit von Andrea Kdolsky wirklichen Rückenwind geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!) Sie hätte es nicht gebraucht, aber wir nehmen es durchaus, so wie wir es verstehen (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?), nämlich als Auftrag, in der Öffentlichkeit Vertrauen für Andrea Kdolsky auszusprechen. – Genau das tun wir, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?
Danke dafür, dass Sie auch mit diesem Antrag der Arbeit von Andrea Kdolsky wirklichen Rückenwind geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!) Sie hätte es nicht gebraucht, aber wir nehmen es durchaus, so wie wir es verstehen (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?), nämlich als Auftrag, in der Öffentlichkeit Vertrauen für Andrea Kdolsky auszusprechen. – Genau das tun wir, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Danke dafür, dass Sie auch mit diesem Antrag der Arbeit von Andrea Kdolsky wirklichen Rückenwind geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Rhetoriklehrer ist das!) Sie hätte es nicht gebraucht, aber wir nehmen es durchaus, so wie wir es verstehen (Abg. Ing. Westenthaler: Kann sie selber auch sprechen? Sind Sie der Pressesprecher?), nämlich als Auftrag, in der Öffentlichkeit Vertrauen für Andrea Kdolsky auszusprechen. – Genau das tun wir, Herr Kollege Westenthaler! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Themessl, Sie treten allen Ernstes hier ans Rednerpult und sagen, es gibt keine Regierungsvorlage?! – Dann frage ich Sie: Warum haben Sie dann überhaupt das Wort ergriffen? – Das ist eine Regierungsvorlage, über die wir heute diskutieren, nämlich das Budgetbegleitgesetz! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) – Also zumindest dieses müssten Sie wissen, wenn Sie sich mit den Themen hier beschäftigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Er wird es noch lernen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Er wird es noch lernen!
Herr Kollege Themessl, Sie treten allen Ernstes hier ans Rednerpult und sagen, es gibt keine Regierungsvorlage?! – Dann frage ich Sie: Warum haben Sie dann überhaupt das Wort ergriffen? – Das ist eine Regierungsvorlage, über die wir heute diskutieren, nämlich das Budgetbegleitgesetz! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) – Also zumindest dieses müssten Sie wissen, wenn Sie sich mit den Themen hier beschäftigen. (Abg. Dr. Stummvoll: Er wird es noch lernen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, Sie waren – wenn ich mich richtig erinnere – im Budgetausschuss beim Budgethearing, und interessanterweise haben uns dort die Experten Folgendes gesagt: Erstens, es ist selbstverständlich, dass es Prognosen gibt, die über ein Jahr hinausgehen. Das Wifo prognostiziert 2007, 2008, das Wifo hat sogar eine mittelfristige Prognose in der Konjunkturperspektive bis zum Jahr 2011. – Also die Kritik, dass es Prognosen über den Tag hinaus gibt, die verstehe ich überhaupt nicht! Was wollen Sie dann? Wollen Sie, dass wir uns nur mit dem Heute beschäftigen? – Nein, wir beschäftigen uns mit dem Morgen! Und das ist der Unterschied: Vielleicht beschäftigen Sie sich zu viel mit dem Gestern, Herr Kollege Themessl! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweite Sache, Steuerreform. – Interessant: Alle Experten im Budgethearing haben uns recht gegeben mit dem Budget – im Detail die eine oder andere Kritik; nun, das ist kein Problem – in folgender Frage: dass es grundsätzlich richtig ist, antizyklisch vorzugehen. Wir haben jetzt eine sehr gute Konjunktursituation, sind stolz darauf! Ich würde wirklich auch von Ihnen die Beachtung der Grundsätze wirtschaftspolitischer Vernunft erwarten, die nämlich besagt: In guten Zeiten müssen wir im Budget vorsorgen, müssen wir sparen, damit wir dann, wenn die Konjunktur etwas flacher wird, richtig reagieren können und dann mit einer Steuerentlastung den Konjunkturmotor unterstützen. – Das ist unsere Politik: Das Richtige zur rechten Zeit tun! Und das haben übrigens alle Experten im Hearing auch entsprechend dargestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Abzocke ist das!
Jetzt auch ein offenes Wort zur Frage Mineralölsteuer. – Ja, es stimmt, wir haben uns bei der Mineralölsteuer für eine Erhöhung entschieden, und zwar über das Ausmaß hinaus, das wir ursprünglich im Regierungsübereinkommen festgelegt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Abzocke ist das!) Dazu bekennen wir uns, Herr Kollege Westenthaler, und wenn Ihnen dazu nicht mehr einfällt, dann sitzen Sie auf dem richtigen Platz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt auch ein offenes Wort zur Frage Mineralölsteuer. – Ja, es stimmt, wir haben uns bei der Mineralölsteuer für eine Erhöhung entschieden, und zwar über das Ausmaß hinaus, das wir ursprünglich im Regierungsübereinkommen festgelegt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Abzocke ist das!) Dazu bekennen wir uns, Herr Kollege Westenthaler, und wenn Ihnen dazu nicht mehr einfällt, dann sitzen Sie auf dem richtigen Platz. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Klima-Schmäh!
Bei der Frage der Mineralölsteuer, Herr Kollege Westenthaler, müssen Sie doch Folgendes sehen: Wir können nicht einerseits die Klimastrategie, die Herausforderungen aus der Klimapolitik diskutieren, aber dann, wenn es konkret wird, sagen: Aber das nicht! Ich frage Sie: Was sonst? Es gibt wenige Elemente wie die Mineralölsteuer, die so verbrauchsorientiert ist – jeder getankte Liter ist ein gefahrener Liter – und daher auch das richtige Signal in Richtung Klimaentwicklung gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein Klima-Schmäh!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Weil wir mit dem Geld auch etwas Sinnvolles – nicht im Sinne der Budgetkonsolidierung, sondern strategisch – machen, haben wir erstens festgelegt: Mit dem Geld wird teilweise auch die ASFINAG unterstützt und somit die Investitionsmöglichkeit in den Straßenbau gewahrt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Das hilft den Autofahrern in diesem Land, dazu sind wir auch verpflichtet.
Abg. Ing. Westenthaler: Was planen Sie als Nächstes mit der Mineralölsteuer?
Daher sage ich Ihnen sehr offen: Jawohl, wir bekennen uns zu dieser Erhöhung der Mineralölsteuer, weil sie einerseits ökologisch richtig wirkt (Abg. Ing. Westenthaler: Was planen Sie als Nächstes mit der Mineralölsteuer?) und weil wir mit dem Geld, Herr Kollege Westenthaler, sinnvolle Zukunftsinvestitionen unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich Ihnen sehr offen: Jawohl, wir bekennen uns zu dieser Erhöhung der Mineralölsteuer, weil sie einerseits ökologisch richtig wirkt (Abg. Ing. Westenthaler: Was planen Sie als Nächstes mit der Mineralölsteuer?) und weil wir mit dem Geld, Herr Kollege Westenthaler, sinnvolle Zukunftsinvestitionen unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Almosen!
Dass wir selbstverständlich auch die soziale Dimension hochhalten, zeigt sich darin, dass wir die Pendlerpauschale um 10 Prozent anheben (Abg. Ing. Westenthaler: Almosen!); das Pendlerpauschale, um grammatikalisch korrekt zu sein. Ich weiß nicht, wer von den Oppositionsrednern gemeint hat, das sei die einzige Anhebung, aber da ist offensichtlich vergessen worden: Wir haben in den letzten Jahren das Pendlerpauschale einmal um 10 Prozent, einmal um 15 Prozent angehoben – und jetzt wiederum um 10 Prozent. Und weil wir wissen, dass die, die keine Steuer bezahlen, durch das Pendlerpauschale nicht berücksichtigt würden, haben wir uns selbstverständlich im Sinne dieser sozialen Verantwortung dazu entschlossen, heute diesen Abänderungsantrag vorzulegen, dass auch jene, die keine Einkommen- respektive Lohnsteuer bezahlen, mit dem Pendlerzuschlag eine entsprechend notwendige und richtige Abfederung erhalten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dass wir selbstverständlich auch die soziale Dimension hochhalten, zeigt sich darin, dass wir die Pendlerpauschale um 10 Prozent anheben (Abg. Ing. Westenthaler: Almosen!); das Pendlerpauschale, um grammatikalisch korrekt zu sein. Ich weiß nicht, wer von den Oppositionsrednern gemeint hat, das sei die einzige Anhebung, aber da ist offensichtlich vergessen worden: Wir haben in den letzten Jahren das Pendlerpauschale einmal um 10 Prozent, einmal um 15 Prozent angehoben – und jetzt wiederum um 10 Prozent. Und weil wir wissen, dass die, die keine Steuer bezahlen, durch das Pendlerpauschale nicht berücksichtigt würden, haben wir uns selbstverständlich im Sinne dieser sozialen Verantwortung dazu entschlossen, heute diesen Abänderungsantrag vorzulegen, dass auch jene, die keine Einkommen- respektive Lohnsteuer bezahlen, mit dem Pendlerzuschlag eine entsprechend notwendige und richtige Abfederung erhalten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Genau so macht man es, meine Damen und Herren: Verantwortung übernehmen und sozial handeln. (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Viele meiner Vorredner haben heute eher negativ argumentiert: dass wir nichts gemacht hätten, dass wir jetzt keine Steuerreform machen. – Ich kann Ihnen sagen, wir haben sehr viel getan. Wir haben eine Steuerreform gemacht, mit der wir besonders niedrige Einkommen entlastet haben. Und wer es immer noch nicht weiß: Wir haben 2,55 Millionen Steuerpflichtige in Österreich, die überhaupt keine Steuer bezahlen. Ich weiß wirklich nicht, was man hier immer wieder zu bekritteln hat. Das ist ein Erfolg, und das ist ein Erfolg der letzten Bundesregierung gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Kollege Günter Stummvoll hat heute schon beispielsweise eine rechtsformneutrale Besteuerung angesprochen, und ich sage Ihnen, neben einer rechtsformneutralen Besteuerung werden wir auch eine Form der Familienbesteuerung brauchen, um die Familien in diesem Land wirklich zu entlasten. Die Familien sind teilweise oder größtenteils der Mittelstand, sie erhalten unser System, sie sind auch jene, die sich für Kinder entscheiden. Wir reden ja immer davon, wir müssen den Familien Mut geben, dass sie sich für Kinder entscheiden. – Wir tun das, wir sind die Familienpartei! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluss noch zu Herrn Kollegem Themessl: Sie haben gesagt, wir haben so viele Schulden und so weiter. Ich darf in Erinnerung rufen: Wir zahlen jährlich 7 Milliarden € lediglich für die Zinsen der Schulden der Vorjahre, und das sind nicht die letzten sieben Jahre, sondern das sind die Jahre davor. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Über 2!
Wir haben 1,5 Millionen Pendler in Österreich. (Abg. Dr. Moser: Über 2!) Von diesen 1,5 Millionen Pendlern sind 600 000 an ihren eigenen PKW gebunden. 600 000 müssen mit dem PKW zur Arbeit fahren. Nehmen Sie sich doch dieser Größe an und berücksichtigen Sie in Ihren Überlegungen, was das für diese Pendler bedeutet. Mit der 10 Prozent-Pendlerpauschale werden Sie diesen Schmerz nicht beheben, den diese Pendler zu erleiden haben.
Beifall beim BZÖ.
Schließen Sie sich unserem Vorschlag an, nämlich eine Pendlerbeihilfe zur Verfügung zu stellen, die endlich den Pendlern mehr Geld zur Verfügung stellt, als das mit diesem Pendlerpauschale gemacht werden kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Das muss unser Interesse sein, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), diesem Weg der Entlastung fühlen wir uns verpflichtet – und nicht dem Weg der Verwaltung unseres Staates, wie er in diesem Budgetbegleitgesetz zum Ausdruck kommt, das wir nicht unterstützen werden. – Danke sehr. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das muss unser Interesse sein, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), diesem Weg der Entlastung fühlen wir uns verpflichtet – und nicht dem Weg der Verwaltung unseres Staates, wie er in diesem Budgetbegleitgesetz zum Ausdruck kommt, das wir nicht unterstützen werden. – Danke sehr. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher nickt.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bucher, nur zur Klarstellung: Sie haben zwar von Entschließungsanträgen gesprochen, aber sie nicht eingebracht. (Abg. Bucher nickt.) – Okay.
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Frau Bundesministerin Kdolsky – entschuldigen Sie bitte, ich war jetzt so auf das Budget eingestellt. Wir diskutieren heute ein Budget – ein erstes Budget dieser neuen Bundesregierung –, und sehr viele haben große Bedenken gehabt, dass diese Bundesregierung in ihren Disharmonien, die es anfänglich gegeben hat, auch ein vernünftiges Budget zustande bringt. Herr Kollege Bucher kritisiert im Augenblick, dass die Menge der Budgetbegleitgesetze und der Umfang und das Volumen dieser Budgetbegleitgesetze zu gering sind, und deutet darauf hin beziehungsweise vermutet, dass aufgrund dieser Tatsache zu wenig Dynamik in dieser Bundesregierung ist. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne: Ich glaube, wir haben ein vernünftiges Doppelbudget für die Jahre 2007/2008. Wir wissen natürlich, die Situation am Markt ist sehr gut, die Konjunktur in ganz Europa boomt, wir partizipieren davon, aber trotzdem oder gerade deshalb: ein richtiger Ansatz für diese Jahre. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin! Frau Bildungsministerin! Werter Herr Staatssekretär! Leider ist der Herr Vizekanzler nicht mehr da; eigentlich sollte man mit dem Herrn Vizekanzler und Finanzminister hier weiter argumentativ fortgehen können. Ich nehme ihn wirklich beim Wort. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich nehme ihn völlig beim Wort (Abg. Grillitsch: Sie vertrauen dem Finanzminister?), denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der sich gerade bei Budgetdebatten sehr stark in NLP-Formulierungen gebadet hat, hat Molterer argumentiert.
Abg. Grillitsch: Sie vertrauen dem Finanzminister?
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin! Frau Bildungsministerin! Werter Herr Staatssekretär! Leider ist der Herr Vizekanzler nicht mehr da; eigentlich sollte man mit dem Herrn Vizekanzler und Finanzminister hier weiter argumentativ fortgehen können. Ich nehme ihn wirklich beim Wort. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich nehme ihn völlig beim Wort (Abg. Grillitsch: Sie vertrauen dem Finanzminister?), denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der sich gerade bei Budgetdebatten sehr stark in NLP-Formulierungen gebadet hat, hat Molterer argumentiert.
Beifall bei den Grünen
Ich gehe jetzt auf diese Argumentation ein. Argument eins war: Schuldenstand abbauen. – Meine Damen und Herren, lesen Sie genau das Begleitheft, den Budgetbericht, und schauen Sie nach bei der Tabelle 21! Dort sehen Sie, wo der Schuldenstand durch Ihre Regierung in dieser Periode massiv erhöht wird – Stichwort Infrastruktur. Der Herr Vizekanzler und Finanzminister negiert den Schuldenberg, den er uns bis 2010 in der Infrastruktur anhäuft (Beifall bei den Grünen), in der Infrastruktur Straße vor allem, die völlig kontraproduktiv ist zum Aspekt des Klimaschutzes. Ich würde ja gerne mit dem Herrn Vizekanzler und Finanzminister über den Klimaschutz und auch über den Klimaschutzfonds diskutieren, aber er ist nicht mehr hier. (Abg. Grillitsch: So viel ist noch nie gemacht worden für den Klimaschutz wie jetzt!) Ich sage eindeutig: Molterer baut Schulden auf statt Schulden ab. Er schaue nach in seinem eigenen Budgetbericht auf Seite 101!
Abg. Grillitsch: So viel ist noch nie gemacht worden für den Klimaschutz wie jetzt!
Ich gehe jetzt auf diese Argumentation ein. Argument eins war: Schuldenstand abbauen. – Meine Damen und Herren, lesen Sie genau das Begleitheft, den Budgetbericht, und schauen Sie nach bei der Tabelle 21! Dort sehen Sie, wo der Schuldenstand durch Ihre Regierung in dieser Periode massiv erhöht wird – Stichwort Infrastruktur. Der Herr Vizekanzler und Finanzminister negiert den Schuldenberg, den er uns bis 2010 in der Infrastruktur anhäuft (Beifall bei den Grünen), in der Infrastruktur Straße vor allem, die völlig kontraproduktiv ist zum Aspekt des Klimaschutzes. Ich würde ja gerne mit dem Herrn Vizekanzler und Finanzminister über den Klimaschutz und auch über den Klimaschutzfonds diskutieren, aber er ist nicht mehr hier. (Abg. Grillitsch: So viel ist noch nie gemacht worden für den Klimaschutz wie jetzt!) Ich sage eindeutig: Molterer baut Schulden auf statt Schulden ab. Er schaue nach in seinem eigenen Budgetbericht auf Seite 101!
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Das ist es! Und Herr Vizekanzler Finanzminister Molterer stellt sich hin und sagt: Keine Schulden, und wir investieren dort, wo es volkswirtschaftlich am sinnvollsten ist. – Beides kann ich widerlegen, beides dank der verschiedenen fachlichen Gutachten. (Zwischenruf des Abg. Donabauer.)
Abg. Grillitsch: Die S 36 nicht vergessen!
Nun zu einem anderen Diskussionsthema, das heute sehr stark im Mittelpunkt steht, auch vom Herrn Finanzminister angesprochen: die Erhöhung der Mineralölsteuer. Der Finanzminister hat darauf hingewiesen, das nütze dem Klima. Er hat auch darauf hingewiesen, das nütze der ASFINAG. Jetzt frage ich, Herr Finanzminister: Was tut die ASFINAG für den Klimaschutz? Erzählen Sie mir, dass der Autobahnbau, dass die Nord Autobahn, dass die Lobau Autobahn (Abg. Grillitsch: Die S 36 nicht vergessen!),
Abg. Grillitsch: Das stimmt ja nicht!
dass verschiedene Autobahnprojekte –Traisental et cetera – klimafördernd sind?! Nein, genau das Gegenteil ist der Fall! (Abg. Grillitsch: Das stimmt ja nicht!) Wir wissen, der Verkehr ist Klimakiller Nummer eins. Investition in den Autobahnbau ist Klimakiller-Investition! Das ist Klimakiller-Investition, und das macht der Herr Minister mit der MöSt.
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Außerdem, hat er gesagt, wird der Länderanteil für den öffentlichen Verkehr verwendet. – Sein Wort in Gottes Ohr, sein Wort in das Ohr des Herrn Landeshauptmannes Pühringer, Voves et cetera. Das schaue ich mir dann an, denn der Herr Finanzminister hat im Budgetausschuss immer gesagt, es werde eine politische Vereinbarung über diese Verwendung des MöSt-Anteils der Länder geben. Und wir wissen, was politische Vereinbarungen wert sind: null Komma Josef, nichts, die sind für die Würscht’! Wenn nicht gesetzliche Vorgaben gelten, wenn nicht vertragliche Vereinbarungen mit wirklichem Gültigkeitscharakter geschlossen werden, nützt das gar nichts. Die Länder werden das MöSt-Geld als Körberlgeld fürs Budget betrachten. Sie sind ja in Budgetnöten. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Sie bestrafen die Pendlerin oder den Pendler, der/die öffentliche Verkehrsmittel verwendet, und Sie belohnen die Pendlerin oder den Pendler, der/die mit dem Auto unterwegs ist. Und das ist genau der Zwiespalt, der sich durch verschiedenste Sachbereiche zieht, wenn man das Kriterium des Klimaschutzes anwendet, zum Beispiel bei der Pendlerpauschale. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wer soll dann die Straßen bauen?
wo endlich – und das ist für mich das Allerwichtigste! – der öffentliche Verkehr mit MöSt-Mitteln ausgebaut wird, und zwar massiv ausgebaut wird, nicht um Peanuts, sondern mindestens um 100 bis 200 Millionen pro Jahr. Das ist eine Investitionsnotwendigkeit beim ÖV, und das braucht man meines Erachtens nicht bei der ASFINAG zu tun, denn das geht dort in die falsche Richtung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wer soll dann die Straßen bauen?)
Abg. Grillitsch: Beides: öko-sozial! Ökosoziales Budget!
Abschließend: Der Herr Finanzminister und Vizekanzler hat davon gesprochen, dass er auf jeden Fall Verantwortung übernimmt und gleichzeitig sozial handelt. Das war sozusagen seine Schluss-Devise. Ich konnte allein am Beispiel der Pendlerpauschale deutlich beweisen, dass weder verantwortungsvoll noch sozial gehandelt wird. (Abg. Grillitsch: Beides: öko-sozial! Ökosoziales Budget!) Ich glaube, da müssen wir den Reformhebel massiv ansetzen, gerade in der Diskussion der ökosozialen Steuerreform, wo wir nämlich die ganze Kfz-Besteuerungsebene auf neue Beine stellen müssen, wo wir Gerechtigkeit durch Ökobonusgeld brauchen und wo wir endlich den Menschen das geben müssen, was sie angesichts des Klimawandels, angesichts steigender Energiepreise wirklich brauchen: ein Recht auf sanfte und solare Mobilität! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Der Herr Finanzminister und Vizekanzler hat davon gesprochen, dass er auf jeden Fall Verantwortung übernimmt und gleichzeitig sozial handelt. Das war sozusagen seine Schluss-Devise. Ich konnte allein am Beispiel der Pendlerpauschale deutlich beweisen, dass weder verantwortungsvoll noch sozial gehandelt wird. (Abg. Grillitsch: Beides: öko-sozial! Ökosoziales Budget!) Ich glaube, da müssen wir den Reformhebel massiv ansetzen, gerade in der Diskussion der ökosozialen Steuerreform, wo wir nämlich die ganze Kfz-Besteuerungsebene auf neue Beine stellen müssen, wo wir Gerechtigkeit durch Ökobonusgeld brauchen und wo wir endlich den Menschen das geben müssen, was sie angesichts des Klimawandels, angesichts steigender Energiepreise wirklich brauchen: ein Recht auf sanfte und solare Mobilität! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zuerst möchte ich aber diese Gelegenheit wahrnehmen, mich bei allen herzlich zu bedanken für die sehr faire und konstruktive Diskussion im Budgetausschuss: bei allen Kolleginnen und Kollegen, gleich welcher Fraktion, vor allem aber bei meinen Stellvertretern Weinzinger, Ing. Gartlehner und Dr. Sonnberger, aber genauso auch bei den Damen und Herren des Rechtspolitischen Dienstes und auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klubs. Es war tatsächlich eine sehr sachliche, sehr konstruktive und durchaus interessante Debatte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zum Kollegen Westenthaler, der heute meinte, er müsste unserer Bundesministerin Kdolsky das Misstrauen seiner Fraktion aussprechen: Er war ja, wie wir wissen, in den letzten vier Jahren nicht im Parlament und weiß es vielleicht nicht, daher sei es ihm gesagt: Angesichts der Performance so mancher seiner Kolleginnen und Kollegen hier haben wir allen Grund, stolz auf unsere Bundesministerin zu sein, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Eines sei klar festgehalten: Das österreichische Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Und wenn man es nicht glaubt, dann sollte man sich erkundigen. Ich bin überzeugt davon, dass unsere neue Bundesministerin hier weiterhin hervorragende Arbeit leisten wird. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.
2003 waren Sie, Kollege Rossmann, noch nicht Abgeordneter, damals waren Sie Experte bei den Grünen, und wenn ich mir Ihre Beiträge, die Sie damals als Experte – und ich bestreite nicht, dass Sie einer sind – lieferten, in Erinnerung rufe, so fällt mir ein, dass Sie damals massive Kritik an dem Umfang des Budgetbegleitgesetzes – 96 Gesetze waren damals davon umfasst, sofern ich es noch richtig im Kopf habe – geübt haben. Wir hatten damals massive Kritik einzustecken, wo es hieß, was denn nicht alles in dieses Gesetz hineinverpackt worden wäre. Interessant, kann ich da nur sagen, denn diesmal ist es ein direkter Vergleich, denn diesmal sind es in direktem Zusammenhang mit den Budgetauswirkungen stehende Unterlagen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ich meine, dass dieser Klimafonds durchaus die richtige Richtung vorzeigt. Natürlich kann man darüber streiten, ob es nicht vielleicht noch mehr sein sollte. Unbestritten, gar keine Frage! Aber wenn die einen beklagen, dass die Erhöhung der MöSt zu viel ist, den anderen dieser Schritt zu wenig ist, so wird die goldene Mitte schon stimmen. Offensichtlich ist es beim Klimaschutz so wie beim Straßenbau in den Gemeinden: Jeder ist dafür, außer es betrifft ihn selber! Dann sagt er: Macht es bei den anderen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gerade was den Klimaschutz betrifft, ist Ihre Fraktion, Herr Kollege Rossmann, nicht so glaubwürdig. Wissen Sie, meine Gemeinde ist die Nachbargemeinde von Lambach, und dort gab es einmal ein schönes Wasserkraftwerk. Es ist gar nicht so lange her. Rufen Sie sich in Erinnerung oder erkundigen Sie sich zumindest über das Verhalten Ihrer Fraktion im Zusammenhang mit diesem Wasserkraftwerk! Dann werden Sie sehen, wie glaubwürdig Sie sind. – Werden Sie glaubwürdiger! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Vielleicht wäre auch einmal an alle Kolleginnen und Kollegen dieses Hauses die Frage zu stellen, wie denn das eigene Haus oder die eigene Wohnung beheizt wird, mit welcher Energieform. Das wäre eine durchaus interessante Sache! Dann könnten Sie, meine Damen und Herren von den Grünen, hier vom Klimaschutz mehr erzählen! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Sie sollten nicht immer nur reden von den nachwachsenden Energieformen, aber selber auf andere Energiebereiche greifen. Ich würde mir wünschen, dass die Glaubwürdigkeit im eigenen Haus begänne. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) – Frau Kollegin Glawischnig, Sie haben sich auch nicht ausgezeichnet im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Lambach! Das sei Ihnen auch einmal deutlich in Erinnerung gebracht!
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf mich an dieser Stelle bedanken beim ehemaligen Bundeskanzler und jetzigen Klubobmann Dr. Schüssel und bei unserem Bundesminister Pröll, die in Brüssel Sensationelles im Zusammenhang mit dem ländlichen Raum erreicht haben. Hier seien erwähnt: die Chancen der Bäuerinnen und Bauern, die Chancen der LEADER-Projekte für die Regionen, auch die Chance, jeden Euro in Brüssel durch die nationale Absicherung abzuholen. Das ist besonders lobenswert und sei deutlich erwähnt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Wenn Sie schon, meine Damen und Herren, das eine oder das andere kritisieren, dann würde ich Sie bitten: Vergleichen Sie das Wachstum in Europa, in der Eurozone! Vergleichen Sie die Inflation international! Vergleichen Sie die Arbeitslosigkeit Österreichs mit jener der anderen EU-Staaten! Vergleichen Sie auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Österreich! Vergleichen Sie vor allem auch die Steuersätze in Österreich mit jenen in Deutschland! Vergleichen Sie auch das Wirtschaftswachstum in Österreich, den Erfolg der Börse Österreichs und vieler anderer Bereiche! Das ist zugegebenermaßen auch ein Erbe und eine Auswirkung einer sehr positiven und guten Politik der letzten Jahre. Die wollen wir weiterhin fortsetzen! – Herzlichen Dank. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Vizekanzler, Sie dürften damit die Kondomaktion gemeint haben. Ich sage Ihnen: Das war nicht Hausverstand und Vernunft, sondern das war einfach unerträglich und peinlich! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Würden Sie es wünschen, dass ich mit Ihren Kindern in einer der Schulen, wo Ihre Kinder sind, fotografiert werde? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme davon Abstand, aber Sie machen es! Und man protestiert! (Ruf bei der SPÖ: Da ist ja ein Unterschied!) Ach, da ist ein Unterschied? Das ist ja wirklich ganz interessant! Das ist ja unglaublich! – Also ich finde, dass man darauf verzichten sollte, in den Schulen Parteipropaganda zu machen. Sie tun sich leicht, wenn Sie sagen, dass ein Elternteil protestiert. Glauben Sie mir, es ist vielen sehr zuwider. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Da ist ja ein Unterschied!
Würden Sie es wünschen, dass ich mit Ihren Kindern in einer der Schulen, wo Ihre Kinder sind, fotografiert werde? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme davon Abstand, aber Sie machen es! Und man protestiert! (Ruf bei der SPÖ: Da ist ja ein Unterschied!) Ach, da ist ein Unterschied? Das ist ja wirklich ganz interessant! Das ist ja unglaublich! – Also ich finde, dass man darauf verzichten sollte, in den Schulen Parteipropaganda zu machen. Sie tun sich leicht, wenn Sie sagen, dass ein Elternteil protestiert. Glauben Sie mir, es ist vielen sehr zuwider. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Würden Sie es wünschen, dass ich mit Ihren Kindern in einer der Schulen, wo Ihre Kinder sind, fotografiert werde? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich nehme davon Abstand, aber Sie machen es! Und man protestiert! (Ruf bei der SPÖ: Da ist ja ein Unterschied!) Ach, da ist ein Unterschied? Das ist ja wirklich ganz interessant! Das ist ja unglaublich! – Also ich finde, dass man darauf verzichten sollte, in den Schulen Parteipropaganda zu machen. Sie tun sich leicht, wenn Sie sagen, dass ein Elternteil protestiert. Glauben Sie mir, es ist vielen sehr zuwider. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer. – Vizekanzler Mag. Molterer: Frau Rosenkranz, täuschen Sie sich nicht!
Herr Vizekanzler, haben Sie damit vielleicht gemeint, dass Frau Bundesministerin Kdolsky sich jetzt auch solchen Themen öffnet wie einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft, die rechtlich registriert ist? Ich sage Ihnen: Das ist nicht mutig! Das ist die totale Hinwendung zu dem und das endgültige totale Angepasstsein an das, was man Zeitgeist nennt! Und es ist übrigens das alte bürgerliche Leiden: Sie haben eine Mordsfreude damit, wenn Sie endlich dort angekommen sind, wo die Linke Sie seit 1968 haben will! (Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer. – Vizekanzler Mag. Molterer: Frau Rosenkranz, täuschen Sie sich nicht!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Die FPÖ ist es nicht!
Wenn der scheidende Parteiobmann, Klubobmann Schüssel auf Ihrem Parteitag gesagt hat: Es ist uns leider nicht gelungen, klarzumachen, dass wir eine Familienpartei sind!, dann muss ich sagen: Welch ein Missverständnis! Das ist keine Sache des schlechten Verkaufs, da sind Sie perfekt. Ich kenne das aus Niederösterreich. Sie investieren grandiose Summen – übrigens auch aus öffentlichen Mitteln –, und Sie haben da gute Werbeberater, überhaupt keine Frage, aber es ist keine Sache des Verkaufs, sondern Sie sind nicht die Familienpartei! Sie sind es längst nicht mehr! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Die FPÖ ist es nicht!)
Abg. Mag. Kukacka: Sie sind keine bürgerliche Partei!
So redlich muss man sein: Wenn keine Diskriminierungen, dann keine Diskriminierungen! Da sind Sie auch dann schlecht aufgestellt, wenn es darum geht, zum Beispiel das Adoptionsrecht zuzuerkennen. Es gibt dann kein Argument dagegen, denn: Keine Diskriminierungen sind keine Diskriminierungen! Manchmal muss man den Mut haben – der, wie bekannt ist, nicht unbedingt die erste bürgerliche Tugend ist –, die Dinge im Grundsatz zu diskutieren. (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind keine bürgerliche Partei!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir halten fest: Die Ehe, die auf Kinder ausgerichtet ist, ist deswegen, weil sie auf Kinder ausgerichtet ist, in einer privilegierten Stellung zu erhalten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften leisten genau das nicht! Die beiden Dinge sind in keiner Weise gleich oder auch nur vergleichbar, und eine unterschiedliche Behandlung ist deswegen nicht nur gerechtfertigt, sondern notwendig. – Nur so kommen Sie durch! Sie werden es nicht wagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hausverstand und Vernunft hätten geheißen, dass man klar sieht, dass sich die Familien im reichen Österreich nach wie vor zwischen Kindern oder Teilhabe am Wohlstand entscheiden müssen. Bei Arbeiterfamilien fällt das Pro-Kopf-Einkommen mit dem zweiten Kind unter die Armutsgrenze, bei Angestellten-Familien ist das beim dritten Kind der Fall. Mutig wäre es gewesen, zu sagen: Wir widmen die zusätzlichen Steuereinnahmen, die aufgrund der Konjunktur erzielt worden sind, einer massiven Steuerentlastung der Familien! Wir sehen das Familiensplitting jetzt als erstes und prioritäres Ziel! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben all das nicht gemacht! Das Familienressort ist ein Schlüsselressort – und wir sind nicht der Ansicht, dass Sie die Richtige dafür sind! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Danke! – Abg. Strache: Danke! Großzügig!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr, sehr geschätzte Ministerinnen! Geschätzte Minister! Werte Kollegen und Kolleginnen! In aller Kürze, Frau Kollegin Rosenkranz: Dass Sie eine völlig andere Wertehaltung in der Familienpolitik haben, ist eine Frage der Demokratie. Das steht Ihnen zu (Abg. Rosenkranz: Danke! – Abg. Strache: Danke! Großzügig!), und zwar so, wie es uns zusteht, eine andere zu haben. Was Ihnen nicht zusteht – was auch Ihnen nicht zusteht, Herr Parteivorsitzender der FPÖ – ist, dass Frau erst dann oder ausschließlich dann oder nur dann zählt, wenn Sie den Beweis erbracht hat, ein Kind auf die Welt gesetzt zu haben. (Abg. Strache: Nein! Sie müssen doch diesen Frauen eine freie Wahlentscheidung geben!) Frau hat Anrecht auf Eigenständigkeit und freie Wahl. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Nein! Sie müssen doch diesen Frauen eine freie Wahlentscheidung geben!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr, sehr geschätzte Ministerinnen! Geschätzte Minister! Werte Kollegen und Kolleginnen! In aller Kürze, Frau Kollegin Rosenkranz: Dass Sie eine völlig andere Wertehaltung in der Familienpolitik haben, ist eine Frage der Demokratie. Das steht Ihnen zu (Abg. Rosenkranz: Danke! – Abg. Strache: Danke! Großzügig!), und zwar so, wie es uns zusteht, eine andere zu haben. Was Ihnen nicht zusteht – was auch Ihnen nicht zusteht, Herr Parteivorsitzender der FPÖ – ist, dass Frau erst dann oder ausschließlich dann oder nur dann zählt, wenn Sie den Beweis erbracht hat, ein Kind auf die Welt gesetzt zu haben. (Abg. Strache: Nein! Sie müssen doch diesen Frauen eine freie Wahlentscheidung geben!) Frau hat Anrecht auf Eigenständigkeit und freie Wahl. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr, sehr geschätzte Ministerinnen! Geschätzte Minister! Werte Kollegen und Kolleginnen! In aller Kürze, Frau Kollegin Rosenkranz: Dass Sie eine völlig andere Wertehaltung in der Familienpolitik haben, ist eine Frage der Demokratie. Das steht Ihnen zu (Abg. Rosenkranz: Danke! – Abg. Strache: Danke! Großzügig!), und zwar so, wie es uns zusteht, eine andere zu haben. Was Ihnen nicht zusteht – was auch Ihnen nicht zusteht, Herr Parteivorsitzender der FPÖ – ist, dass Frau erst dann oder ausschließlich dann oder nur dann zählt, wenn Sie den Beweis erbracht hat, ein Kind auf die Welt gesetzt zu haben. (Abg. Strache: Nein! Sie müssen doch diesen Frauen eine freie Wahlentscheidung geben!) Frau hat Anrecht auf Eigenständigkeit und freie Wahl. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ein wenig mehr Sachlichkeit, weniger Feminismus!
Was der Frau Kollegin Rosenkranz überhaupt nicht zusteht, das ist, Frau ohne Kind zu diskriminieren. – Das steht Ihnen nicht zu, auch nicht in einer Demokratie! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Ein wenig mehr Sachlichkeit, weniger Feminismus!)
Beifall bei der SPÖ.
winkler!) Ich stehe für Prävention statt Tabuisierung, so wie Sie es versuchen, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meiner politischen Kultur entspricht es – keine Zeit mehr –, die Kritik, die ich das letzte Mal beim Budgetbegleitgesetz angebracht habe, mit dem zu vergleichen, was heute daliegt. Ich sehe mit dem Budgetbegleitgesetz und dem Budget deutliche Ansätze für eine Perspektive, in der soziale Gerechtigkeit, sozialer Ausgleich und vor allem wieder der Mensch im Mittelpunkt stehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Reden Sie von sich?
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Ministerinnen und Minister auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Es ist altbekannt, dass das Budget eine in Zahlen gegossene Politik ist, und wie mein Kollege Bucher schon gesagt hat, ist dieses Budget, ist diese Politik eine, die mehr verwaltet als gestaltet. Das Budget wird getragen von einer Regierung, die in den ersten hundert Tagen viel geredet hat, sehr unterschiedlich geredet hat, sich immer wieder uneinig gewesen ist und wenig Konkretes getan hat (Abg. Mag. Trunk: Reden Sie von sich?), mit Ausnahme von massiven Belastungen auf der einen Seite bis zu bloßen Ankündigungen auf der anderen Seite. (Abg. Mag. Trunk: Reden Sie von der Regierung, der Sie angehört haben? – Abg. Strache – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: Wo sind die Regie-
Beifall beim BZÖ.
Daher hätte ich mir auch hier Ihren Mut erwartet, Ihren Mut und Ihr unkonventionelles Verhalten, das Sie ja schon sehr oft unter Beweis gestellt haben. Hier hätte ich mir auch Ihren Mut erwartet, dass Sie gesagt hätten: Streichen wir die Zuverdienstgrenze im Nachhinein – ähnlich wie es die vergangene Regierung beim Kinderzuschuss zum Karenzgeld gemacht hat – und entscheiden wir uns im Sinne der Familien! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden dieser großkoalitionären Belastungs- und Verbotspolitik unsere Ideen mit einer starken Familienorientierung, mit einer starken Orientierung im sozialen Bereich entgegensetzen als eine sehr lösungsorientierte, sehr verantwortungsvolle Opposition in diesem Haus, die in der Vergangenheit als Regierungspartei wichtige, positive Weichenstellungen vorgenommen hat, von denen viele Menschen in Österreich heute noch profitieren. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Beruf und Familie geführt, sondern das hat auch einen effektiven Beitrag gegen die Armutsgefährdung gebracht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Genau umgekehrt!
In einem Statusbericht des Österreichischen Institutes für Familie 2003 wurde gesagt, dass die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes den Anteil der über der Geringfügigkeitsgrenze Beschäftigten Bezieherinnen verdoppelt hat. Es wird aber auch gesagt – und da komme ich jetzt zur Abschaffung –, dass eine echte Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung, die wir uns wünschen, nur durch eine Zuverdienstgrenze gewährleistet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau umgekehrt!) Ohne Zuverdienstgrenze würden Väter weiter, trotz Vollbeschäftigung, eine Geldleistung ohne jegliche tatsächliche Betreuungsleistung erhalten, Mütter würden noch länger nicht auf den Arbeitsmarkt gehen können (Abg. Strache: Das sollen sich doch die Familien ausmachen!), und wir haben dementsprechend auch den Experten Rechnung getragen.
Abg. Strache: Das sollen sich doch die Familien ausmachen!
In einem Statusbericht des Österreichischen Institutes für Familie 2003 wurde gesagt, dass die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes den Anteil der über der Geringfügigkeitsgrenze Beschäftigten Bezieherinnen verdoppelt hat. Es wird aber auch gesagt – und da komme ich jetzt zur Abschaffung –, dass eine echte Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung, die wir uns wünschen, nur durch eine Zuverdienstgrenze gewährleistet ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Genau umgekehrt!) Ohne Zuverdienstgrenze würden Väter weiter, trotz Vollbeschäftigung, eine Geldleistung ohne jegliche tatsächliche Betreuungsleistung erhalten, Mütter würden noch länger nicht auf den Arbeitsmarkt gehen können (Abg. Strache: Das sollen sich doch die Familien ausmachen!), und wir haben dementsprechend auch den Experten Rechnung getragen.
Abg. Ing. Westenthaler: Besonders bei den Vierzehnjährigen!
Bezug nehmend auf die mir gegenüber immer wieder gemachten Missbrauchsvorwürfe – die ich weit von mir weise, denn jeder, der sich in diesem Bereich ein bisschen beschäftigt, weiß, dass Missbrauch etwas anderes und etwas Schreckliches bedeu- tet –: Es handelte sich um keine parteipolitische Veranstaltung, ich habe in meiner Verantwortlichkeit als Ärztin und als Gesundheitsministerin erschreckende Zahlen über die Ausbreitung von durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Erkrankungen in Österreich auf meinen Schreibtisch erhalten. Ich sage nur: Vor zwei Jahren hatten wir null Syphilis-Fälle in Österreich, wir haben heuer bereits über 600 – in Deutschland sind es 20 000 –, die Prognose liegt bei 2 500. (Abg. Ing. Westenthaler: Besonders bei den Vierzehnjährigen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Verantwortung ist gefragt!
Es ist meine Aufgabe, entsprechend bei Fünfzehn- bis Sechzehnjährigen, die mit mir sehr gerne diskutiert haben, diese Aufklärung zu leisten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Verantwortung ist gefragt!) Und die Reaktionen hier im Hohen Hause zeigen mir, dass diese Aufklärung weiter notwendig ist, denn es muss jemanden geben, der fachpolitisch und sachpolitisch diese Themen anspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Reaktionen der Eltern sollten Ihnen wichtig sein!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Reaktionen der Eltern sollten Ihnen wichtig sein!
Es ist meine Aufgabe, entsprechend bei Fünfzehn- bis Sechzehnjährigen, die mit mir sehr gerne diskutiert haben, diese Aufklärung zu leisten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Verantwortung ist gefragt!) Und die Reaktionen hier im Hohen Hause zeigen mir, dass diese Aufklärung weiter notwendig ist, denn es muss jemanden geben, der fachpolitisch und sachpolitisch diese Themen anspricht. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Reaktionen der Eltern sollten Ihnen wichtig sein!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Klubobmann, es ist eine gesellschaftspolitisch unterschiedliche Diskussion. Hätte ich den Gesamtnichtraucherschutz wirklich gefordert, hätte sich die andere Seite dagegen gewehrt. Mir geht es hier nicht um Raucher oder Nichtraucher, wir sind hier gegen jede Form der Diskriminierung, aber wir sind für den Nichtraucherschutz – und das in enger Zusammenarbeit mit der Gastronomie. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber doch eine Erhöhung!
Wenn nun der KV-Beitragssatz um 0,15 Prozentpunkte angehoben wird, bedeutet das zum Beispiel bei einem Versicherten mit 1 000 € Bruttolohn eine monatliche Erhöhung um einen Euro und 50 Cent, wovon nur ein Teil vom Arbeitnehmer und der andere Teil vom Arbeitgeber zu zahlen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist aber doch eine Erhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber doch nicht alles!
Für die Patientinnen und Patienten, auf die Sie, Herr Klubobmann, immer wieder hinweisen, die über die Sozialversicherung die Kosten für die Medikamente ersetzt bekommen (Abg. Ing. Westenthaler: Aber doch nicht alles!), ist die Höhe, vor allem bei den rezeptpflichtigen Medikamenten, nicht erheblich, da lediglich die Rezeptgebühr zu zahlen ist.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ging darum, Leistungsverschiebungen in den extramuralen Bereich umzusetzen, was aus betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Gründen hervorragend ist, aber vor allem die wohnortnahe Versorgung der Patientinnen und Patienten garantiert, was letztendlich dem Patienten die beste Qualität direkt vor Ort gibt und dem niedergelassenen Arzt die Möglichkeit eröffnet, seine Position aufzuwerten. Immer damit vergesellschaftet war die Aussage, dass einer Leistung Geld folgt und dass natürlich die Finanzierung des niedergelassenen Bereichs dadurch auch garantiert sein muss. Eine Steuerung von Finanzierung und Planung aus regional einer Hand ist die einzige Chance, hier wirklich ein flächendeckendes Gesundheitssystem weiter aufzubauen, zu verbessern und zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!
Herr Klubobmann Westenthaler, lassen Sie mich noch etwas Persönliches sagen: Ich werde mich hier nicht einer Diskussion stellen, ob ich kinderlieb bin oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!), weil ich nicht glaube, dass das in diesen Räumlichkeiten Platz hat. Aber etwas werde ich Ihnen sagen: Ich habe gerne mitgemacht bei einer Benefizveranstaltung für die CliniClowns, für kranke Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!), damit sie lachen und damit wir ihnen die Möglichkeit geben, diesbezüglich weiterzumachen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!
Herr Klubobmann Westenthaler, lassen Sie mich noch etwas Persönliches sagen: Ich werde mich hier nicht einer Diskussion stellen, ob ich kinderlieb bin oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!), weil ich nicht glaube, dass das in diesen Räumlichkeiten Platz hat. Aber etwas werde ich Ihnen sagen: Ich habe gerne mitgemacht bei einer Benefizveranstaltung für die CliniClowns, für kranke Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!), damit sie lachen und damit wir ihnen die Möglichkeit geben, diesbezüglich weiterzumachen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Westenthaler, lassen Sie mich noch etwas Persönliches sagen: Ich werde mich hier nicht einer Diskussion stellen, ob ich kinderlieb bin oder nicht (Abg. Ing. Westenthaler: Sollten Sie aber! Sie sind Familienministerin!), weil ich nicht glaube, dass das in diesen Räumlichkeiten Platz hat. Aber etwas werde ich Ihnen sagen: Ich habe gerne mitgemacht bei einer Benefizveranstaltung für die CliniClowns, für kranke Kinder (Abg. Ing. Westenthaler: Da waren Sie nicht die Einzige, die mitgemacht hat!), damit sie lachen und damit wir ihnen die Möglichkeit geben, diesbezüglich weiterzumachen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Ferdinand Maier (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren hier im Hohen Haus! Ich möchte Frau Bundesministerin Kdolsky zu diesen Ihren Klarstellungen gratulieren. Man muss ja froh sein, dass es Typen wie Peter Westenthaler gibt, sonst könnte man nicht jetzt schon diese Klarstellungen treffen, wie Sie, Frau Ministerin, sie getroffen haben. Ich glaube auch, dass man dem Herrn Klubobmann – er ist ja leider hinausgegangen – nachrufen sollte: Genau das ist der Stil, der abgewählt wird! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Eine Politik der Unterstellungen, eine Politik der Feststellungen, die an der Realität vorbeiführen, eine Politik von Behauptungen, die unreal sind – da kann ich nur sagen: Wenn das der Stil ist, halte ich das für ungeheuerlich! Und angesichts der Beantwortung durch die Frau Bundesministerin wäre es an der Zeit, dass er seinen Klub einberuft und nachfragt, ob er die Dringliche nicht zurückziehen sollte. Es ist eine Schande, dass diese Dringliche überhaupt eingebracht wurde. Die Beantwortung durch die Frau Bundesministerin hat auch gezeigt, welchen Irrweg diese Partei geht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
100 Tage noch in Erinnerung hat. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass die sozialdemokratische Regierungsfraktion irgendwann im März eine eigene Klausur einberufen hat. Das war eigentlich nur ein Beitrag zur Steigerung der Orientierungslosigkeit dieser Gruppe. (Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Auch zur Regierungsklausur, die dann in Oberösterreich stattgefunden hat, Herr Kollege Marizzi – und ich sehe ja in der Funktion des Herrn Bundeskanzlers den obersten Koordinator der Regierung –, ist zu sagen: Hätte der Herr Vizekanzler nicht wenige Tage vorher das Doppelbudget fertig ausgearbeitet, hätte es bei dieser Regierungsklausur nichts gegeben außer der Botschaft, dass die Regierung mit den Bundesbahnen fährt. Also, wenn das alles ist, was der Herr Bundeskanzler in seiner Koordinationsaufgabe zu bieten hat, wird das für die nächsten 100 Tage – oder wie lange jetzt immer in die Zukunft projiziert wird – ein bisschen zu wenig sein. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Abg. Strache: Jetzt glänzen Sie mit Niveau!
Ich erinnere aber auch daran, Herr Marizzi, dass der Herr Bundeskanzler nach Brüssel aufgebrochen ist, um dort seinen Antrittsbesuch bei der Kommission zu absolvieren. Hingekommen ist er als Herr Gusenbauer; zurückgekommen ist er als „Herr Barolo“. Das haben wir ja wirklich nicht notwendig gehabt, dass der Bundeskanzler Österreichs in einer Pressekonferenz über den EU-Kommissionspräsidenten als „Herr Barolo“ spricht! (Abg. Strache: Jetzt glänzen Sie mit Niveau!) Das kann einen Zusammenhang haben, steht aber sicherlich nicht im Zusammenhang mit dem Antrittsbesuch des österreichischen Regierungschefs bei der Europäischen Kommission! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich erinnere aber auch daran, Herr Marizzi, dass der Herr Bundeskanzler nach Brüssel aufgebrochen ist, um dort seinen Antrittsbesuch bei der Kommission zu absolvieren. Hingekommen ist er als Herr Gusenbauer; zurückgekommen ist er als „Herr Barolo“. Das haben wir ja wirklich nicht notwendig gehabt, dass der Bundeskanzler Österreichs in einer Pressekonferenz über den EU-Kommissionspräsidenten als „Herr Barolo“ spricht! (Abg. Strache: Jetzt glänzen Sie mit Niveau!) Das kann einen Zusammenhang haben, steht aber sicherlich nicht im Zusammenhang mit dem Antrittsbesuch des österreichischen Regierungschefs bei der Europäischen Kommission! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Da geniert sich sogar der Vizekanzler hinter Ihnen!
Ich glaube aber auch, meine Damen und Herren (Abg. Strache: Da geniert sich sogar der Vizekanzler hinter Ihnen!), es ist auch ganz schwierig, wenn man nach Brüssel kommt und dann gefragt wird: Was habt denn ihr jetzt da für einen? – Mir war und ist ja der Herr Gusenbauer insbesondere aus seiner Zeit als Oppositionsführer sehr sympathisch, daher habe ich ihn auch in Schutz genommen. Es kann natürlich einige Fehler geben, da haben Sie völlig Recht! Aber in Zukunft sollte man ein bisschen aufpassen, wie man auf außenpolitischem Terrain, aber auch im Inland agiert.
Zwischenruf des Abg. Brosz. – Abg. Mag. Rossmann: Budgetbegleitgesetz ist auf der Tagesordnung!
Im Inland zum Beispiel zu sagen, dass der mögliche Deal – jetzt schaut es ja ein bisschen anders aus – bei Böhler-Uddeholm ... Also, da herzugehen und zu sagen (Zwischenruf des Abg. Brosz. – Abg. Mag. Rossmann: Budgetbegleitgesetz ist auf der Tagesordnung!): Das ist eine Katastrophe!, halte ich – ich habe es hier ohnehin schon einmal gesagt – für eine Katastrophe. Das sollten Sie übrigens auch so sehen, Herr Marizzi. Sie könnten auch darüber sagen: Das war eine Katastrophe, was Dr. Gusenbauer da gesagt hat!
Zwischenrufe bei den Grünen.
Lassen Sie mich aber ganz kurz noch – viel Redezeit habe ich ja nicht mehr – auf etwas hinweisen, hochinteressant! Ich lade Sie ein: Schauen Sie sich die Prognosen in Deutschland an! Seit es dort eine Bundesregierung unter Beteiligung der CDU/CSU gibt, gibt es nicht nur Wachstum, sondern die Prognosen wurden sogar, weiter in die Zukunft projizierend, auf 2,7 Prozent angehoben. Der Schluss lässt doch zu, dass Rot-Grün dort ein Chaos hinterlassen hat, und nur durch den Eintritt der CDU/CSU in die Regierung kam es zu diesem Umschwung. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Darf der reden, was er will? – Abg. Mag. Rossmann: Zum Budgetbegleitgesetz einen Satz noch!
Es wurde ja heute schon darauf hingewiesen, ... (Abg. Brosz: Darf der reden, was er will? – Abg. Mag. Rossmann: Zum Budgetbegleitgesetz einen Satz noch!) – Hören Sie mir zu! Sie sollten eigentlich dagegen ankämpfen, dass in Wien diese Politik ge-
Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.
macht wird, wo die Fahrscheinpreise dermaßen erhöht werden, dass die Senioren mit 9,6 Prozent belastet werden. Das ist die Politik der Wiener Sozialdemokratie, und die Grünen schweigen dazu. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Beim Pensionistenpreisindex habt ihr auch keine Anpassung gemacht!
Sie regen sich auf, dass ich das hier sage. Kommen Sie heraus und bekämpfen Sie das genauso! – Das wäre an sich der Beitrag, den ich von Ihnen erwarten würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Beim Pensionistenpreisindex habt ihr auch keine Anpassung gemacht!)
Abg. Brosz: Kennen Sie das Wort „Tagesordnung“? ... jetzt abgeschafft!
Lassen Sie mich jetzt auch ein Wort zur Gruppenbesteuerung sagen. Das ist ein Bestandteil des Programms dieser Bundesregierung und auch einer künftigen Steuerreform. Wissen Sie, Sie, aber auch die Sozialdemokratie, haben die Gruppenbesteuerung bekämpft. (Abg. Brosz: Kennen Sie das Wort „Tagesordnung“? ... jetzt abgeschafft!) Gott sei Dank hat der nicht mehr im Amt befindliche Wirtschafts- und Finanzstadtrat in Wien eine Anfrage beantwortet und darauf hingewiesen, dass die Ansiedlung ausländischer Unternehmen dank der Gruppenbesteuerung möglich war. (Abg. Brosz: Das steht im Budgetbegleitgesetz? ... Geschäftsordnungsreform? Da kann man dann sagen, was man will? – Rufe bei den Grünen: Wir reden irgendetwas! – Abg. Mag. Rossmann: Beweise, Beweise!)
Abg. Brosz: Das steht im Budgetbegleitgesetz? ... Geschäftsordnungsreform? Da kann man dann sagen, was man will? – Rufe bei den Grünen: Wir reden irgendetwas! – Abg. Mag. Rossmann: Beweise, Beweise!
Lassen Sie mich jetzt auch ein Wort zur Gruppenbesteuerung sagen. Das ist ein Bestandteil des Programms dieser Bundesregierung und auch einer künftigen Steuerreform. Wissen Sie, Sie, aber auch die Sozialdemokratie, haben die Gruppenbesteuerung bekämpft. (Abg. Brosz: Kennen Sie das Wort „Tagesordnung“? ... jetzt abgeschafft!) Gott sei Dank hat der nicht mehr im Amt befindliche Wirtschafts- und Finanzstadtrat in Wien eine Anfrage beantwortet und darauf hingewiesen, dass die Ansiedlung ausländischer Unternehmen dank der Gruppenbesteuerung möglich war. (Abg. Brosz: Das steht im Budgetbegleitgesetz? ... Geschäftsordnungsreform? Da kann man dann sagen, was man will? – Rufe bei den Grünen: Wir reden irgendetwas! – Abg. Mag. Rossmann: Beweise, Beweise!)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich also nur noch abschließend sagen: Ich lade Herrn Staatssekretär Matznetter ein, das bei der Gruppenbesteuerung ähnlich zu sehen, wie es auch sein Kollege Sepp Rieder in Wien gesehen hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, hier wäre mehr Weitsichtigkeit in diese Richtung wünschenswert. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Ferdinand Maier: Das sollten Sie dem Cap sagen!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen Ministerinnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zum Budgetbegleitgesetz, zum Bereich Energie und CO2-Steuer einiges anmerken, aber es nützt nichts: Kollege Maier hat mich herausgefordert, doch einige Anmerkungen zu seinen Ausführungen zu machen, die mich eher leicht irritiert haben (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Das sollten Sie dem Cap sagen!), denn ich hatte den Eindruck, es ist ihm nicht ganz bekannt, dass wir gemeinsam in einer Koalition arbeiten (Abg. Dr. Brinek: Wo ist der Herr Cap?), und eine Reihe deiner Vorredner hat das auch bereits in ihren Redebeiträgen bewiesen. (Abg. Dr. Brinek: Weiß das der Herr Cap auch?) – Aber von einer Fraktion, deren Motto „Hände falten, Goschen halten“ lautet, kann man sich eben nicht viel mehr erwarten, das ist leider so.
Abg. Dr. Brinek: Wo ist der Herr Cap?
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen Ministerinnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zum Budgetbegleitgesetz, zum Bereich Energie und CO2-Steuer einiges anmerken, aber es nützt nichts: Kollege Maier hat mich herausgefordert, doch einige Anmerkungen zu seinen Ausführungen zu machen, die mich eher leicht irritiert haben (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Das sollten Sie dem Cap sagen!), denn ich hatte den Eindruck, es ist ihm nicht ganz bekannt, dass wir gemeinsam in einer Koalition arbeiten (Abg. Dr. Brinek: Wo ist der Herr Cap?), und eine Reihe deiner Vorredner hat das auch bereits in ihren Redebeiträgen bewiesen. (Abg. Dr. Brinek: Weiß das der Herr Cap auch?) – Aber von einer Fraktion, deren Motto „Hände falten, Goschen halten“ lautet, kann man sich eben nicht viel mehr erwarten, das ist leider so.
Abg. Dr. Brinek: Weiß das der Herr Cap auch?
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen Ministerinnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zum Budgetbegleitgesetz, zum Bereich Energie und CO2-Steuer einiges anmerken, aber es nützt nichts: Kollege Maier hat mich herausgefordert, doch einige Anmerkungen zu seinen Ausführungen zu machen, die mich eher leicht irritiert haben (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Das sollten Sie dem Cap sagen!), denn ich hatte den Eindruck, es ist ihm nicht ganz bekannt, dass wir gemeinsam in einer Koalition arbeiten (Abg. Dr. Brinek: Wo ist der Herr Cap?), und eine Reihe deiner Vorredner hat das auch bereits in ihren Redebeiträgen bewiesen. (Abg. Dr. Brinek: Weiß das der Herr Cap auch?) – Aber von einer Fraktion, deren Motto „Hände falten, Goschen halten“ lautet, kann man sich eben nicht viel mehr erwarten, das ist leider so.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und daher glaube ich, dass es klüger wäre, wenn man in einer Koalition – ich sage das nur einmal so – zu Sachthemen gute Positionen bezöge, auch kritische Positionen bezöge. Aber diese ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Beim Cap sind es ... Versprecher!
Wenn jemand einmal einen Versprecher hat ... – Bitte, es melde sich einer, der sich noch nie versprochen hat! So ist es ja nicht, das kann man jetzt so oder so aufbauschen. Ich halte nichts davon! (Abg. Dr. Brinek: Beim Cap sind es ... Versprecher!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Und ich glaube, es wäre gescheiter, anders zu argumentieren! Vielleicht gelingt es dann, das Mandat, das du im Wahlkreis verloren hast, wieder zurückzuholen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.) Dort ist es nämlich dann aus mit der Hetz, meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wäre es gescheiter, wenn man sich die Dinge ein bisschen überlegter ansehen würde!
Abg. Grillitsch: Biomasse!
Aber da das alles – und das wissen wir alle sehr genau – noch lange nicht ausreicht, um das Klimaschutzziel – nämlich die 13 Prozent – zu erreichen – da sind wir noch sehr weit weg –, gibt es auch eine Reihe anderer Maßnahmen, die notwendig sind, hier rasch getroffen zu werden. Da ist es meines Erachtens so, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man jede Maßnahme ergreifen muss, um dieses Ziel zu erreichen. Und da gibt es zum Beispiel – und das möchte ich einmal deutlich sagen – auch Gespräche auf Regierungsebene, weil wir ganz einfach als Realität, als Fakt, in Österreich noch rund 900 000 Einzelölofenheizungen haben, die zu einem beachtlichen Teil – zu über 45 Prozent – Brenner eingebaut haben, die älter als 15 oder 20 Jahre sind. Und wenn man hier vernünftige … (Abg. Grillitsch: Biomasse!) – Ja, auch Biomasse. Ich habe ja gesagt, man soll alle Maßnahmen setzen.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn man das umstellt und geschickt macht, würde das Ganze eine Einsparung von in etwa einer Million Tonnen CO2 bringen. Das macht viel mehr aus als Glühbirnen, die hier heute schon erwähnt wurden. Man soll alles tun, aber diese Einsparung von einer Million Tonnen CO2 – das würde ich bitten – sollte man auch gemeinsam machen. Da fällt den Bio-Heizungsanlagen an Markt oder sonst etwas überhaupt nichts weg, sondern alles zusammen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Bundesministerinnen! Heute ist die ganze Damenriege auf der Ministerbank. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ist ja nichts Negatives, ich sehe das ja auch positiv, keine Frage. Und ich stelle auch fest, dass keine der Damen in der vorherigen Regierung war. (Abg. Mag. Wurm: Sie schon!) Sie setzen sich sozusagen an den gedeckten Tisch, den wir von 2000 bis 2006 aufbereitet haben. (Abg. Broukal: Sie machen das sicher besser!) – Ja, Herr Kollege, Sie lachen, aber die Zahlen der Hochkonjunktur, die ausgezeichneten Wirtschaftsdaten und das Wirtschaftswachstum sprechen ja für sich. Und die Steuereinnahmen sprudeln jetzt nur so heraus; diese Voraussetzungen, diese Vorarbeiten sind eben in den Jahren 2000 bis 2006 getätigt worden. Wir haben sozusagen gut gesät. Wir wollen aber auch eines haben, dass diese Ernte, die wir gesät haben, auch gerecht verteilt wird.
Abg. Mag. Wurm: Sie schon!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Bundesministerinnen! Heute ist die ganze Damenriege auf der Ministerbank. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ist ja nichts Negatives, ich sehe das ja auch positiv, keine Frage. Und ich stelle auch fest, dass keine der Damen in der vorherigen Regierung war. (Abg. Mag. Wurm: Sie schon!) Sie setzen sich sozusagen an den gedeckten Tisch, den wir von 2000 bis 2006 aufbereitet haben. (Abg. Broukal: Sie machen das sicher besser!) – Ja, Herr Kollege, Sie lachen, aber die Zahlen der Hochkonjunktur, die ausgezeichneten Wirtschaftsdaten und das Wirtschaftswachstum sprechen ja für sich. Und die Steuereinnahmen sprudeln jetzt nur so heraus; diese Voraussetzungen, diese Vorarbeiten sind eben in den Jahren 2000 bis 2006 getätigt worden. Wir haben sozusagen gut gesät. Wir wollen aber auch eines haben, dass diese Ernte, die wir gesät haben, auch gerecht verteilt wird.
Abg. Broukal: Sie machen das sicher besser!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Bundesministerinnen! Heute ist die ganze Damenriege auf der Ministerbank. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Ist ja nichts Negatives, ich sehe das ja auch positiv, keine Frage. Und ich stelle auch fest, dass keine der Damen in der vorherigen Regierung war. (Abg. Mag. Wurm: Sie schon!) Sie setzen sich sozusagen an den gedeckten Tisch, den wir von 2000 bis 2006 aufbereitet haben. (Abg. Broukal: Sie machen das sicher besser!) – Ja, Herr Kollege, Sie lachen, aber die Zahlen der Hochkonjunktur, die ausgezeichneten Wirtschaftsdaten und das Wirtschaftswachstum sprechen ja für sich. Und die Steuereinnahmen sprudeln jetzt nur so heraus; diese Voraussetzungen, diese Vorarbeiten sind eben in den Jahren 2000 bis 2006 getätigt worden. Wir haben sozusagen gut gesät. Wir wollen aber auch eines haben, dass diese Ernte, die wir gesät haben, auch gerecht verteilt wird.
Beifall des Abg. Schalle. – Abg. Lentsch: Großer Applaus!
Das Nächste ist natürlich, dass beim Kinderbetreuungsgeld im Gegensatz zum Karenzgeld, das eine Familienleistung und keine Versicherungsleistung ist … Und bei den Familienleistungen ist das ja so wie beim Pflegegeld: Da gibt es keine Obergrenze und keinen Einkommensunterschied, das ist für alle gleich. Und eines möchte ich Ihnen ins Stammbuch schreiben, Frau Bundesminister: Jedes Kind sollte uns gleich viel wert sein! (Beifall des Abg. Schalle. – Abg. Lentsch: Großer Applaus!)
Beifall des Abg. Schalle.
Vor allem der ländliche Raum wird gnadenlos ausgebeutet. Die ländliche Bevölkerung – das wird immer wieder verlangt, es wird von Mobilität geredet. Ja, wo bleibt denn hier die Mobilität, meine Damen und Herren, wenn die Mineralölsteuer erhöht und die Steuer von der Steuer mit der Mehrwertsteuer ebenfalls noch eingehoben wird? So kann es nicht gehen! Auf jeden Fall sollte man sich für diese Leute etwas einfallen lassen und auf jeden Fall statt der Pendlerpauschale auch den Verkehrsabsetzbetrag – die Umstellung auf eine kilometerabhängige Pendlerbeihilfe mit Negativsteuer – einrichten. Ein diesbezüglicher Antrag von uns liegt vor. Der wird noch im Zuge dieser Debatte eingebracht werden. (Beifall des Abg. Schalle.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir diese Richtung weiter beibehalten, dann werden wir auch unser Budgetziel, das von unserem Finanzminister angepeilt wurde, nämlich ein Nulldefizit, im Jahr 2010 erreichen und eine weitere Steuerreform für unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer umsetzen können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der Kernpunkt ist der soziale Ausgleich, und der kann in diesem Modell, das Sie jetzt als gemeinsame Schule bezeichnen, in Kärnten nicht funktionieren, denn es umfasst nur einen Teil der SchülerInnen und nicht alle. Der Kern dieser Überlegung ist ja, es gibt ein gemeinsames Dach, wo individuell gefördert wird. Dieses gemeinsame Dach besteht aber bei Ihnen nicht. Das, was ich Ihnen da schon vorhalten muss, ist, dass das doch eine relativ populistische Ansage war, und die Gefahr, die darin besteht, ist, dass das Modell einer gemeinsamen Schule desavouiert wird. Und da möchten wir uns schon dagegen verwahren, dass man jetzt quasi nur das Türschild austauscht – damit hat die Frau Gehrer auch gute Erfahrungen gehabt, ich glaube, die pädagogischen Akademien haben flächendeckend neue Schilder bekommen und heißen jetzt Hochschulen und sind bei Ihnen im Ressort angesiedelt –, dass man das Gleiche jetzt mit den Schulen macht und einfach „Gemeinsame Schule“ auf das Türschild schreibt. Das wird mit Sicherheit nicht ausreichend sein, um dieses wichtige Projekt der Schulentwicklung in Österreich voranzutreiben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dolinschek: Die waren viel ärger!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Schülerinnen und Schüler auf der Galerie! Sehr geehrtes Hohes Haus! Prinzipiell habe ich gedacht, dass ich hier antreten werde, um die zum Teil unqualifizierten Äußerungen des Herrn Klubobmannes Westenthaler, die gegenüber der Ministerin Kdolsky gefallen sind, richtigzustellen. Allerdings muss ich gestehen, dass die Ausführungen des Herrn Dr. Maier mich schon dazu veranlasst haben, zu fragen (Abg. Dolinschek: Die waren viel ärger!), ob der Versprecher unseres Herrn Bundeskanzlers, nämlich „Barolo“ statt „Barroso“, nicht vielleicht ein bisschen harmloser ist als das, was im Rahmen der sogenannten Frühstücksaffäre vorgefallen ist, wo der damalige Bundeskanzler hochrangige
Beifall bei der SPÖ.
Personen des öffentlichen Lebens mit einschlägigen Wörtern bedacht hat. Ich würde gerne wissen, ob diese beiden Dinge wirklich gleichzusetzen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Stimmen Sie diesem Antrag zu, und es ist sicher, dass es nicht passiert! Eine etwaige anzudenkende Gesetzesänderung, die die Ministerin ermächtigen würde, genau das nicht mehr zu machen, sondern sich das Geld von Patientinnen und Patienten zu holen, müsste erst eingebracht werden. Und ich garantiere Ihnen, dass wir, die SPÖ, genauso wie wir jetzt in der Gesetzeswerdung darauf geachtet haben, dass Patientinnen und Patienten nicht belastet werden, eine solche Änderung auf jeden Fall wieder abschlägig behandeln würden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!
In diesem Sinne bringe ich den Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Bucher und Kollegen ... (Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!) – Ja, das ist ja das Problem, lieber Kollege Parnigoni, dass ihr dieses System nicht umsetzt, sondern ihr geht wieder den ideologischen Schritt in die Vergangenheit zurück, wo man sagt, man muss den Leuten das Geld wieder wegnehmen und es dann umverteilen (Beifall beim BZÖ), und wo der Staat und vor allem die Partei dann darüber entscheiden, wer welche Geldmittel bekommt, damit man die Menschen wieder in die Abhängigkeit bringt. Danke für den Zwischenruf, Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Wir wollen nicht, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!)
Beifall beim BZÖ
In diesem Sinne bringe ich den Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Bucher und Kollegen ... (Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!) – Ja, das ist ja das Problem, lieber Kollege Parnigoni, dass ihr dieses System nicht umsetzt, sondern ihr geht wieder den ideologischen Schritt in die Vergangenheit zurück, wo man sagt, man muss den Leuten das Geld wieder wegnehmen und es dann umverteilen (Beifall beim BZÖ), und wo der Staat und vor allem die Partei dann darüber entscheiden, wer welche Geldmittel bekommt, damit man die Menschen wieder in die Abhängigkeit bringt. Danke für den Zwischenruf, Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Wir wollen nicht, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!)
Abg. Parnigoni: Wir wollen nicht, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!
In diesem Sinne bringe ich den Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Bucher und Kollegen ... (Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!) – Ja, das ist ja das Problem, lieber Kollege Parnigoni, dass ihr dieses System nicht umsetzt, sondern ihr geht wieder den ideologischen Schritt in die Vergangenheit zurück, wo man sagt, man muss den Leuten das Geld wieder wegnehmen und es dann umverteilen (Beifall beim BZÖ), und wo der Staat und vor allem die Partei dann darüber entscheiden, wer welche Geldmittel bekommt, damit man die Menschen wieder in die Abhängigkeit bringt. Danke für den Zwischenruf, Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Wir wollen nicht, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!)
Abg. Parnigoni: Die sozialen Aspekte sind Ihnen völlig egal, so wie immer!
Da unterscheiden wir uns, auch grundsatzpolitisch – Gott sei Dank! –, und darauf bin ich stolz, denn ich möchte, dass die Bevölkerung möglichst viel von dem Geld, das sie sich selbst erwirtschaftet hat, behalten kann und selbst darüber entscheiden kann, wofür sie es ausgibt. Ich möchte, dass wir die Kaufkraft stärken, die Unternehmen stärken, damit Arbeitsplätze geschaffen werden, und über diesen Umweg die steuerlichen Einnahmen erhöhen, so wie wir das in der letzten Legislaturperiode gemacht haben. (Abg. Parnigoni: Die sozialen Aspekte sind Ihnen völlig egal, so wie immer!)
Abg. Parnigoni: Weniger Privat, mehr Staat ist angesagt!
Der Sozialstaat wird nur dadurch finanzierbar sein, wenn die Unternehmungen für Arbeitsplätze sorgen, und er wird nur dadurch finanzierbar sein, wenn über die erhöhte Kaufkraft die Umsatzsteuereinnahmen erhöht werden – und nicht so, wie Sie das wollen: Leistung abschöpfen, Gelder abschöpfen, alles über den Staat herein und dann über die Partei wieder verteilen. (Abg. Parnigoni: Weniger Privat, mehr Staat ist angesagt!) Dieses System hat überall, wo es durchgesetzt worden ist, Schiffbruch erlitten, auch in Österreich in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der Sozialstaat wird nur dadurch finanzierbar sein, wenn die Unternehmungen für Arbeitsplätze sorgen, und er wird nur dadurch finanzierbar sein, wenn über die erhöhte Kaufkraft die Umsatzsteuereinnahmen erhöht werden – und nicht so, wie Sie das wollen: Leistung abschöpfen, Gelder abschöpfen, alles über den Staat herein und dann über die Partei wieder verteilen. (Abg. Parnigoni: Weniger Privat, mehr Staat ist angesagt!) Dieses System hat überall, wo es durchgesetzt worden ist, Schiffbruch erlitten, auch in Österreich in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Parnigoni, stimmen Sie zu! Dann hätten Sie etwas Gutes für unser Land gemacht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gäbe noch andere Dinge zu sagen, aber die Zeit ist zu knapp bemessen. Insgesamt darf ich feststellen, dass die Änderungen der einzelnen Rechtsmaterien, die wir mit diesem Budgetbegleitgesetz beschließen, das gelungene und solide Doppelbudget 2007 und 2008 abrunden und eine Veränderung zum Wohle der Österreicherinnen und Österreicher ergeben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Werte Frau Ministerinnen! Hohes Haus! Zuerst nur einen Satz zum Kollegen Westenthaler und seiner Definition von Rücktrittsreife: Ich glaube, man sollte mit „Rücktrittsreife“ dann vorsichtig sein, wenn man weder bei Wahlen noch in Sachfragen wirklich an- und auftrittsreif ist. – Das wäre alles. (Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!
Ich fange jetzt vielleicht ein bisschen atypisch an und erinnere Sie an Folgendes (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Professor, bleiben Sie bei Ihren Leisten!): Wir alle haben hier, als wir ins Parlament gekommen sind, einmal Treue zur Republik, ihren Gesetzen und der Verfassung gelobt. (Abg. Ing. Westenthaler: ... heute noch bei der Dringlichen!) Treue zu Gesetzen setzt aber voraus, dass man Gesetze liest (Abg. Ing. Westenthaler: Dass Grüne ...!), sie lesen kann und sich mit ihnen vertraut macht.
Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!
Da alle sitzen bleiben, frage ich ... (Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!) Sie brauchen wegen mir nicht aufzustehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!), Sie brauchen sich aber auch nicht niederzulegen. – Daher frage ich mich: Wie sollen solche Debatten stattfinden?
Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!
Da alle sitzen bleiben, frage ich ... (Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!) Sie brauchen wegen mir nicht aufzustehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!), Sie brauchen sich aber auch nicht niederzulegen. – Daher frage ich mich: Wie sollen solche Debatten stattfinden?
Beifall bei den Grünen.
Mein Verdacht ist schon ein bisschen derjenige, dass Budgetbegleitgesetze vielfach dazu benutzt werden, im allgemeinen Aufruhr der 4 000 Seiten dem Parlament noch etwas unterzujubeln, was man gerne übersieht. Das hat Tradition, und ich frage mich, warum Änderungen des Universitätsgesetzes unbedingt bei den Begleitgesetzen stattfinden müssen, ohne dass sie das Licht der Tagesordnung des betreffenden Ausschusses erblicken. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Ach so, was haben Sie denn für eine Aufgabe?
So kann es nicht gehen! Ich bin nicht der Verteidiger der Pharmaindustrie, aber die Pharmaindustrie ... (Vizekanzler Mag. Molterer: Ach so, was haben Sie denn für eine Aufgabe?) Was ich für eine Aufgabe habe? – Die staatlichen Interessen so zu verteidigen, dass sie wahrgenommen werden. Das heißt, dass der Staat auch manche Dinge finanzieren muss, und es kann nicht so sein – bitte, Herr Vizekanzler, sonst lassen Sie unser Verteidigungsbudget von der Rüstungsindustrie finanzieren! Das wäre ungefähr dasselbe. Und dieses Beispiel ist kein schlechtes, wenn auch ein gefährliches, das Sie geben.
Beifall bei den Grünen.
Man kann darüber diskutieren; aber worüber man nicht diskutieren kann, ist, dass so etwas nicht mit der Opposition besprochen wird, dass so etwas nicht mit dem Gesundheitsausschuss besprochen wird, sondern einfach über den Budgetausschuss abgehandelt und enderledigt wird. Solche Enderledigungen fördern nicht die Demokratie, nicht den Parlamentarismus und auch nicht Transparenz und breite Mitsprache aller Beteiligten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Neugebauer: Schön gesagt!
Auf der anderen Seite, Frau Ministerin, ist es natürlich so, dass Sie in Ihrer neuen Funktion auch Möglichkeiten haben, die Sie früher nicht hatten. Der Kaufpreis dafür, mit der Respektlosigkeit umgehen zu müssen, ist also, dass man andererseits auch eine größere Wirksamkeit entfalten kann. Es möge immer so sein, dass Ihnen der Teil Wirksamkeit bedeutender und wichtiger erscheint als der Ärger über die Respektlosigkeit! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Neugebauer: Schön gesagt!)
Abg. Sburny: ... vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Kurt Grünewald, wenn ich daran denke, wie viele vergebliche Versuche wir seit Wochen unternehmen, uns auf einen Termin des Wissenschaftsausschusses zu einigen, dann muss ich sagen, es genügt nicht, hier zu sagen: „Ich will Ausschüsse!“, sondern: „Sire, geben Sie Termine!“, müsste ich mit Schiller fast sagen. Endlich, ja bitte! (Abg. Sburny: ... vorgeschlagen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Ja, natürlich!
Frau Sburny, kennen Sie den Mailverkehr? (Abg. Sburny: Ja, natürlich!) Sie kennen seinen Mailverkehr – gut, das freut mich, ist in Ordnung. Aber dann werden Sie doch sehen, wie es nicht gelingt! (Abg. Sburny: Wir informieren uns wechselseitig, im Gegensatz zur SPÖ!) Ja, okay, gut. An mir liegt es jedenfalls nicht, mit mir können Sie jeden Tag Termine machen. (Abg. Dr. Graf: Aber dann sagen Sie doch, wer blockiert, bitte!) Okay, aber er gehört jedenfalls auch zu denen, daher braucht er nicht herunterzugehen und zu sagen: Es gibt keine Termine! Ich hätte auch gerne mehr Termine, an mir liegt es nicht. (Abg. Dr. Grünewald: Gegen die Verfassung, habe ich gesagt!)
Abg. Sburny: Wir informieren uns wechselseitig, im Gegensatz zur SPÖ!
Frau Sburny, kennen Sie den Mailverkehr? (Abg. Sburny: Ja, natürlich!) Sie kennen seinen Mailverkehr – gut, das freut mich, ist in Ordnung. Aber dann werden Sie doch sehen, wie es nicht gelingt! (Abg. Sburny: Wir informieren uns wechselseitig, im Gegensatz zur SPÖ!) Ja, okay, gut. An mir liegt es jedenfalls nicht, mit mir können Sie jeden Tag Termine machen. (Abg. Dr. Graf: Aber dann sagen Sie doch, wer blockiert, bitte!) Okay, aber er gehört jedenfalls auch zu denen, daher braucht er nicht herunterzugehen und zu sagen: Es gibt keine Termine! Ich hätte auch gerne mehr Termine, an mir liegt es nicht. (Abg. Dr. Grünewald: Gegen die Verfassung, habe ich gesagt!)
Abg. Dr. Graf: Aber dann sagen Sie doch, wer blockiert, bitte!
Frau Sburny, kennen Sie den Mailverkehr? (Abg. Sburny: Ja, natürlich!) Sie kennen seinen Mailverkehr – gut, das freut mich, ist in Ordnung. Aber dann werden Sie doch sehen, wie es nicht gelingt! (Abg. Sburny: Wir informieren uns wechselseitig, im Gegensatz zur SPÖ!) Ja, okay, gut. An mir liegt es jedenfalls nicht, mit mir können Sie jeden Tag Termine machen. (Abg. Dr. Graf: Aber dann sagen Sie doch, wer blockiert, bitte!) Okay, aber er gehört jedenfalls auch zu denen, daher braucht er nicht herunterzugehen und zu sagen: Es gibt keine Termine! Ich hätte auch gerne mehr Termine, an mir liegt es nicht. (Abg. Dr. Grünewald: Gegen die Verfassung, habe ich gesagt!)
Abg. Dr. Grünewald: Gegen die Verfassung, habe ich gesagt!
Frau Sburny, kennen Sie den Mailverkehr? (Abg. Sburny: Ja, natürlich!) Sie kennen seinen Mailverkehr – gut, das freut mich, ist in Ordnung. Aber dann werden Sie doch sehen, wie es nicht gelingt! (Abg. Sburny: Wir informieren uns wechselseitig, im Gegensatz zur SPÖ!) Ja, okay, gut. An mir liegt es jedenfalls nicht, mit mir können Sie jeden Tag Termine machen. (Abg. Dr. Graf: Aber dann sagen Sie doch, wer blockiert, bitte!) Okay, aber er gehört jedenfalls auch zu denen, daher braucht er nicht herunterzugehen und zu sagen: Es gibt keine Termine! Ich hätte auch gerne mehr Termine, an mir liegt es nicht. (Abg. Dr. Grünewald: Gegen die Verfassung, habe ich gesagt!)
Abg. Dr. Brinek: Die haben sie!
Wir haben heute eine ganz kleine Änderungen des Universitätsgesetzes: Die Universitäten sollen Zahlen, die sie bisher ein Mal im Jahr an das Finanzministerium abzuliefern hatten, über den Weg des Wissenschaftsministeriums jetzt alle drei Monate abliefern. Es handelt sich um 20 Zahlen, die in den Universitäten, so sie eine auch nur einigermaßen den Namen verdienende Buchhaltung und ein einigermaßen den Namen verdienendes Rechnungswesen haben (Abg. Dr. Brinek: Die haben sie!) – was sie ja haben –, sozusagen automatisch anfallen. Was neu ist, ist, dass sie jetzt nicht einmal im Jahr, sondern alle vier Monate zu melden sind.
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Brinek. – Beifall bei der SPÖ.
Die Universitäten sollen, so wie jetzt, den Anspruch darauf haben, jeden Monat ein Zwölftel ihres Budgets zu bekommen. Das Finanzministerium soll nicht die Möglichkeit haben, zu sagen: Jetzt sind wir euch durch das Controlling draufgekommen, ihr habt Geld auf der Kante, verbraucht doch einmal das! – Das wäre gegen den Geist der Autonomie und findet daher auch nicht statt. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Brinek. – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Diesen Entschließungsantrag wird Kollegin Schittenhelm später noch im Detail vorstellen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. – (In Richtung Bundesministerin Dr. Kdolsky:) Nochmals alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Tatsache ist, dass ich gesagt habe: Ich kritisiere, dass diese Themen nicht in den Wissenschafts- und Gesundheitsausschuss kommen. Von Terminen war nicht die Rede! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Vielleicht eines nun zu den Budgetbegleitgesetzen, die schließlich so etwas wie die Schienen des Gesamtbudgets sein könnten, nämlich die Eckpunkte, die auch neue Perspektiven sichtbar machen könnten. Könnten, sage ich – das ist genau unser Problem: Wir sehen leider diese neuen Schienen nicht. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie über aktuelle Studien in Frankreich informieren, die zeigen, dass das Konstrukt MON 863, ein gentechnisch veränderter Mais, in einem Fütterungsversuch massive Auswirkungen auf Ratten gezeigt hat. Und ich ersuche Sie ernsthaft, hier in einem der nächsten, wesentlichen, internen Entscheidungsdiskurse in Ihrem Ministerium ein Importverbot für dieses Konstrukt auszusprechen, denn das ist ein Erfordernis der Zeit und steht absolut auf der Tagesordnung. – Danke schön, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn man all den Studien Glauben schenken darf – und ich bin davon überzeugt, dass der Tenor richtig ist –, dann kann man sagen, dass diese Sportgroßveranstaltungen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind. Vor allem geht aus diesen Studien hervor, dass sie sowohl beim Wirtschaftswachstum als auch für den Arbeitsmarkt die richtigen Impulse setzen. In dieser Hinsicht freue ich mich nicht nur auf die Fußballeuropameisterschaft 2008, sondern denke, dass wir mit diesen wirtschaftspolitischen Maßnahmen auch die richtigen Impulse für die Zukunft setzen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Wer denn, wer soll es ihm denn sagen?
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Budgetbegleitgesetze, Herr Abgeordneter Dr. Grünewald – er ist leider nicht hier, aber Sie werden es ihm ausrichten (Abg. Dr. Niederwieser: Wer denn, wer soll es ihm denn sagen?) –, natürlich habe auch ich die Budgetbegleitgesetze nicht in ihrer Gesamtheit gelesen, selbstverständlich. Sie haben in Ihrem Beitrag etwas vorweggenommen, das auch ich ansprechen wollte, nämlich dass hier Rechtsbestimmungen unter Umgehung der normalen Gesetzwerdung unterschoben werden, und das nicht zu knapp. Nun kann man dazu stehen, wo man jeweils sitzt, nämlich auf der einen Seite als Regierungsangehörige beziehungsweise als Angehörige jener Parteien, die die Regierung bilden, steht man natürlich positiv dazu. Und man lobt sie über den grünen Klee. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Aber auf der anderen Seite, seitens der Opposition verwirft man alles, denn es kann ja nicht gut sein, was nicht gut sein darf. (Abg. Dr. Niederwieser: Das werden Sie uns vormachen!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Budgetbegleitgesetze, Herr Abgeordneter Dr. Grünewald – er ist leider nicht hier, aber Sie werden es ihm ausrichten (Abg. Dr. Niederwieser: Wer denn, wer soll es ihm denn sagen?) –, natürlich habe auch ich die Budgetbegleitgesetze nicht in ihrer Gesamtheit gelesen, selbstverständlich. Sie haben in Ihrem Beitrag etwas vorweggenommen, das auch ich ansprechen wollte, nämlich dass hier Rechtsbestimmungen unter Umgehung der normalen Gesetzwerdung unterschoben werden, und das nicht zu knapp. Nun kann man dazu stehen, wo man jeweils sitzt, nämlich auf der einen Seite als Regierungsangehörige beziehungsweise als Angehörige jener Parteien, die die Regierung bilden, steht man natürlich positiv dazu. Und man lobt sie über den grünen Klee. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Aber auf der anderen Seite, seitens der Opposition verwirft man alles, denn es kann ja nicht gut sein, was nicht gut sein darf. (Abg. Dr. Niederwieser: Das werden Sie uns vormachen!)
Abg. Dr. Niederwieser: Das werden Sie uns vormachen!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Budgetbegleitgesetze, Herr Abgeordneter Dr. Grünewald – er ist leider nicht hier, aber Sie werden es ihm ausrichten (Abg. Dr. Niederwieser: Wer denn, wer soll es ihm denn sagen?) –, natürlich habe auch ich die Budgetbegleitgesetze nicht in ihrer Gesamtheit gelesen, selbstverständlich. Sie haben in Ihrem Beitrag etwas vorweggenommen, das auch ich ansprechen wollte, nämlich dass hier Rechtsbestimmungen unter Umgehung der normalen Gesetzwerdung unterschoben werden, und das nicht zu knapp. Nun kann man dazu stehen, wo man jeweils sitzt, nämlich auf der einen Seite als Regierungsangehörige beziehungsweise als Angehörige jener Parteien, die die Regierung bilden, steht man natürlich positiv dazu. Und man lobt sie über den grünen Klee. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Aber auf der anderen Seite, seitens der Opposition verwirft man alles, denn es kann ja nicht gut sein, was nicht gut sein darf. (Abg. Dr. Niederwieser: Das werden Sie uns vormachen!)
Beifall bei der FPÖ.
Etliche Änderungen von Rechtsbestimmungen, die hier durchgeführt wurden, sind Anpassungen nach dem Verbraucherpreisindex. Nun, dazu stehe ich, ich halte es für richtig, dass man alles, was bei uns in Zahlen festgelegt wird, dem Verbraucherpreisindex anpasst, dass man das entsprechend valorisiert, aber das sollte nicht nur für Belastungsgesetze gelten, das sollte nicht nur für Steuern und Abgaben gelten, sondern das müsste auch auf der anderen Seite dafür gelten, was wir dem Bürger, dem bedürftigen Bürger oder dem, dem es zusteht, zur Verfügung stellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser: Gefleht?!
Wir begannen doch unsere Gesetzgebungsperiode, indem wir versucht haben – damals noch im koalitionsfreien Raum –, die eine oder andere Valorisierung durchzuführen, das eine oder andere sozial verträgliche Gesetz einzubringen. Erinnern Sie sich noch an die Angelegenheit mit der Steigerung, mit der Erhöhung der Pensionen? 1,6 Prozent sind dann herausgekommen. Nach dem Verbraucherpreisindex für Pensionisten hätten es 1,9 Prozent sein müssen, aber das kam nicht. Erinnern Sie sich weiters, dass wir beantragt haben, gefleht haben, vorgerechnet haben, wie viele Verluste die Gepflegten haben? (Abg. Dr. Niederwieser: Gefleht?!) Nichts war es damit!
Beifall bei der FPÖ.
Ich hatte am Sonntag das Vergnügen, vor dem Michaelertor zu stehen und diese wunderbaren Skulpturen zu betrachten. Bei einer davon sieht man, wie Herkules den Zerberus aus der Unterwelt herausholt und bezwingt. Das hat man vor 200 Jahren gemacht; vielleicht könnte man heute auch wiederum in diese Richtung etwas tun und zumindest unsere Staatsgeschäfte, die Geldgeschäfte des Staates nicht über Cerberus abwickeln. Bitte, diesen Entschließungsantrag positiv zu beurteilen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vorgeschrieben habe ich das bekommen!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter DDr. Niederwieser. Sie haben sich 4 Minuten Redezeit vorgenommen. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Niederwieser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vorgeschrieben habe ich das bekommen!)
Beifall bei der SPÖ.
Sensationell im Verhältnis zu dem, was bisherige Bundesregierungen gemacht haben, ist die Erhöhung bei den Schülerbeihilfen. Sie wurden ja seit sieben Jahren, seit 1999 nicht erhöht, und wenn heute die Abgeordneten von FPÖ und BZÖ hier an das Rednerpult gegangen sind und gesagt haben, was man da alles machen sollte und könnte und so weiter, dann frage ich Sie, Frau Kollegin Haubner beispielsweise: Wieso haben Sie sich nie dafür eingesetzt, dass die Schülerbeihilfe erhöht wird, wenn Ihnen die Familie so ein wichtiges Anliegen gewesen ist? Fünf Jahre FPÖ-Regierungsbeteiligung, zwei Jahre BZÖ-Regierungsbeteiligung, keine Erhöhung der Schülerbeihilfe, null Erhöhungen bei den Schülerbeihilfen. Jetzt brauchen Sie also nicht herauszugehen, um uns zu belehren, was wir da hätten tun sollen. Hätten Sie das in Ihrer Zeit in der Regierung doch selbst gemacht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein rundum gelungenes Gesetz also, diese Novelle zum Schülerbeihilfengesetz. Ich danke auch der Bundesregierung und der Frau Ministerin Schmied, die das so gut vorbereitet hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Wir sind davon überzeugt, dass dieser Entschließungsantrag dazu führen würde, die Mehrbelastungen der Pendler abzugelten, die angesichts der Treibstofferhöhung evident sind, und dadurch eine effektive Bekämpfung der Aushöhlung des ländlichen Raumes zu ermöglichen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ihre Wortmeldung, Herr Kollege Westenthaler, Frau Ministerin Kdolsky betreffend war respektlos. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erfolg haben, die entsprechenden Werte erreichen, durch den Rost fallen. Es wäre eine gute Sache, würde man auch die Leistungsstipendien anheben. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kreativität und Augenmaß sind gefragt, wenn es darum geht, die Wirtschaft zu stützen, die gute Konjunktur auszunützen und für schlechtere Konjunkturzeiten vorzusorgen. Ich meine, wenn es den Menschen in unserem Land gut geht und sie sich etwas leisten können, dann geht es auch der Wirtschaft gut. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend möchte ich herausstreichen, dass jeder Euro, der in Sport investiert wird, 3 € im Gesundheitsbereich erspart. In diesem Sinne muss es unser Ziel sein, den erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortzusetzen und den Sport auch in Zukunft tatkräftig zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz garantiert, dass wir Fachkräfte, die wir dringend brauchen, ausbilden können. Ich möchte dazu nur ein Beispiel bringen: Wir haben in der Region Braunau für 89 Personen, die sich dafür interessiert haben – arbeitslose Personen –, Altenfachbetreuer-, Pflegehilfeausbildung und Diplomausbildung zu machen, diese Möglichkeit. Wir werden das mit 2. Mai starten, und die nächste Gruppe startet im September. Das ist sehr wohl ein Ansatz, der den Menschen zugute kommt, etwas, das die Menschen auch freut, weil sie tatsächlich eine qualitative Ausbildung für die Zukunft erhalten können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Alleine darüber sprechen zu können, ist erfreulich, denn hier geht es um positive Investitionen in die Zukunft – für unsere Menschen, für unser Land, und letztlich ist das auch im Sinne unseres gesamten Steueraufkommens. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Es bedarf oft schriller Töne in unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Zeit, um Gehör zu finden, aber, Herr Klubobmann Westenthaler – und ich bitte die Kollegin Haubner, ihm das auch auszurichten –, dieser persönlich verletzende Stil hat auch in der härtesten Auseinandersetzung in der Politik nichts verloren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich werde es bei dieser Aussage bewenden lassen. Ich hätte zwar auch gern einiges in diesem Zusammenhang gesagt, aber das ist nicht der Stil der ÖVP. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch in diesem Bereich des Budgetbegleitgesetzes ist das mutige und ambitionierte Ziel unseres ÖVP-Finanzministers und Vizekanzlers Wilhelm Molterer erkennbar, die Lebensmittel und somit die Lebensqualität nachhaltig zu sichern und Österreich in eine gute Zukunft zu führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann
Es ist heute von der Opposition schon sehr viel Kritik hier eingeflossen, zum Beispiel auch was die Erhöhung der Mineralölsteuer betrifft. Vor allem die Kritik der Grünen hat mich schon ein bisschen überrascht, weil ja allein durch diese Maßnahme, eben die Erhöhung der Mineralölsteuer, in Zukunft eben 440 Millionen € mehr zur Verfügung stehen werden – davon werden direkt 120 Millionen €, wie heute schon angeführt, in Schiene und Straße investiert (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann), und das war auch lange Zeit – zumindest habe ich das immer so verstanden – eine Forderung der Grünen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann
Uns war es sehr wichtig, dass diese Erhöhung der Mineralölsteuer sozial abgefedert wird, erstens durch die Erhöhung der Pendlerpauschale (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann) – wie wir wissen, wird die Pendlerpauschale um 10 Prozent angehoben – und zweitens durch die Erhöhung der Negativsteuer von 110 € auf 200 €; dazu ist ja heute schon ein Abänderungsantrag Krainer, Auer eingebracht worden.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
wenig. Ich gehe davon aus, dass dieser Antrag heute beschlossen wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses Budgetbegleitgesetz schafft die Voraussetzung für ein zukunftsorientiertes Budget für die nächsten zwei Jahre, und daher fordern wir Sie auf, auch die Opposition, diesem Budgetbegleitgesetz zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Noch nie haben so viele junge Menschen an Österreichs Universitäten studiert, noch nie hatten wir so viele Absolventinnen und Absolventen an den Hochschulen, noch nie war die Studienzeit so kurz wie jetzt, noch nie konnten die jungen Menschen so rasch und effizient in das Wirtschaftsleben, in den Arbeitsmarkt einsteigen, wo wir sie dringend brauchen. Dieses Universitätsgesetz trägt bereits Früchte! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek
Diese Regierung hat ein schweres Erbe ihrer Vorgängerin übernommen. Wurden bis zuletzt wesentliche Teile des Staatshaushaltes wie Stiefkinder behandelt (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek), so gelingt es nun, diese Altlasten und Belastungen zugunsten der Bevölkerung zu sanieren.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Es gibt mehr Geld für die Bereiche Bildung und Soziales und endlich wieder eine aktive Arbeitsmarktpolitik. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Beifall des Abg. Reheis.
Die derzeitige Konsumschwäche der österreichischen Bevölkerung ist darauf zurückzuführen, dass Einkommensentwicklung und Einkommensverteilung immer weiter auseinanderklaffen. Derzeit müssen Bezieher niedriger Einkommen von 10 € zwangsweise rund 8 € wieder ausgeben, die Bezieher höherer Einkommen geben zwischen 4 € und 6 € wieder aus. Diese Zahlen zeigen uns, dass wir noch mehr dafür sorgen müssen, dass die unteren Einkommensschichten mehr Geld zur Verfügung haben. (Beifall des Abg. Reheis.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Gegensatz zu den Sparbudgets und Belastungen der letzten Jahre für die Österreicherinnen und Österreicher werden nun Zukunftsbudgets beschlossen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein paar Mal wurde heute schon zu Recht gesagt, dass diese Erhöhung natürlich für die Pendler eine Belastung darstellt und dass man versucht hat, mit der Erhöhung der Pendlerpauschale dieser Belastung entgegenzuwirken. Es freut mich ganz besonders, dass es jetzt noch gelungen ist, mit einem Abänderungsantrag sicherzustellen, dass gerade für jene, die relativ wenig verdienen, gewährleistet ist, dass sie ebenfalls dieses Pendlerpauschale möglichst ausnützen können. Letztlich ist das auch ein wichtiger Beitrag für die Mobilität unserer Bürger gerade im ländlichen Raum. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, dass der Klimaschutz bei unserem Umweltminister Sepp Pröll in allerbesten Händen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zusammenfassend – das ist, glaube ich, die positive Nachricht gerade auch für periphere ländliche Regionen –: Es wurden in den letzten Jahren mehr als 1 000 Arbeitsplätze durch diesen Impuls geschaffen. Es werden, wenn es gut geht, in den nächsten beiden Jahren weitere 500 Arbeitsplätze geschaffen werden, sodass erneuerbare Energie in vielen Bereichen und für uns alle, gerade aber für den ländlichen Raum ein Hoffnungsträger ist, den wir nicht genug unterstützen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Wir müssen – und darin sind wir uns einig – nach kreativen Lösungen suchen und diese auch vollwertig entwickeln, wobei eines Gültigkeit hat: Vieles ist denkbar, nur eines nicht, nämlich dass wir auf dem Niveau der Vergangenheit verharren. Wir müssen hier gemeinsam trachten, es zu verbessern und es besser zu machen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang ist dann auch eine moderate Fahrpreiserhöhung nicht nur verträglich, sondern den Wienerinnen und Wienern auch durchaus einsichtig. Und wir werden auch im nächsten Jahr wieder steigende Fahrgastzahlen verzeichnen können und damit auch beweisen können, dass das, was hier von Seiten des BZÖ gesagt wurde, sicherlich nicht richtig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch erwähnen, dass dieser Pendlerzuschlag nicht einmal im Koalitionsübereinkommen vorgesehen ist, dass es eine soziale Maßnahme ist, die diese Regierung auf Grund einer parlamentarischen Initiative zusätzlich getroffen hat. Und das macht den Erfolg meiner Ansicht nach sogar noch größer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit diesem erhöhten Pendlerzuschlag setzt die Bundesregierung, eigentlich nicht die Bundesregierung, sondern das Parlament einen weiteren wichtigen Schritt zur Armutsbekämpfung. Neben der Anhebung der Mindestpensionen über die Armutsgrenze von 726 €, neben der Anhebung des Mindestlohnes auf 1 000 €, neben der abschlagsfreien Pension von 40 beziehungsweise 45 Jahren Versicherungszeiten ist nun dieser erhöhte Pendlerzuschlag eben auch eine jener Maßnahmen, die zeigt, dass diese Regierung und diese parlamentarische Mehrheit die Armutsbekämpfung ernst nehmen. Es ist eine gute Handschrift, weil es eine rote Handschrift ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Franz Kirchgatterer (SPÖ): Frau Präsident! Werte Bundesregierung! Hohes Haus! Nach Abschluss der Ausschussberatungen und zu Beginn dieser Plenarwoche möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Finanzministeriums für ihre positive Arbeit danken (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP), ebenso den Vorsitzführenden in den Budgetunterausschusssitzungen für die Debatten und Fragen aller Fraktionen. Sie haben beigetragen zur Vorbereitung der zweiten Lesung des Voranschlages und zu diesen Tagesordnungspunkten.
Beifall bei der SPÖ.
Die Menschen in unserem Land, insbesondere die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Klein- und Mittelbetriebe, die die größte Steuerlast tragen, haben mit der Sozialdemokratie und mit Staatssekretär Christoph Matznetter einen verlässlichen, konsequenten und soliden Partner im Hinblick auf mehr Zukunftsorientierung, mehr Effizienz und mehr soziale Gerechtigkeit und die Vorbereitungen einer Steuerreform, die mehr Steuergerechtigkeit bringen soll. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich komme zum Schluss und halte es für angebracht, allen, die mit ihrer Arbeit, mit ihren Leistungen das Steueraufkommen erwirtschaftet haben, Arbeitern, Arbeiterinnen, den Selbständigen, Generaldirektorinnen und Generaldirektoren in gleicher Weise und gleichermaßen meine Wertschätzung auszusprechen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammengefasst: Trotz aller oppositioneller Kritik denke ich, dass dieses Doppelbudget neue Qualitäten bringt und damit auch mehr Fairness für die Menschen in Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit dem Vorliegen des Budgetbegleitgesetzes 2007 und vor allem unter der sozialdemokratischen Führung der neuen Bundesregierung wird wieder und endlich seit dem Jahr 2000 eine neue faire und soziale Zeit in unserem Land einbegleitet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Genau deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollten wir alle diesem Budgetbegleitgesetz 2007 die Zustimmung erteilen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Punkt „Pendlerpauschale“: Es gibt eine Erhöhung, sie wird massiv kritisiert. Ich denke, nur dort, wo das BZÖ noch etwas zum Reden hat, und zwar im Land Kärnten, wurde die Pendlerpauschale im Jahre 2004 abgeschafft, und erst im Jahr 2006 wurde sie auf Antrag der ÖVP wieder beschlossen. (Beifall und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Folgendes muss ich auch noch dazusagen, wenn man schon vom Budget und den Abgaben spricht: Unser Finanzminister und diese Regierung schauen, dass unsere Jugend ein ordentliches Budget hat. In Kärnten wird nicht einmal mehr der Stabilitätspakt erfüllt. Bitte kehrt vor der eigenen Haustüre beziehungsweise macht vor der eigenen Haustüre Ordnung, bevor Ihr mit solchen Worten auffahrt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und was die Fotos betrifft, die dort gemacht werden: Es ist mir fremd, dass bei Auftritten von Ministerinnen und Ministern keine Fotografen und kein Fernsehteam mehr dabei sein darf. Wenn wir schon sehen, dass vom BZÖ die Kinder verurteilt werden, dann möchte ich euch zeigen, wie das BZÖ arbeitet: mit Babys! (Der Redner hält besagte Fotos in die Höhe.) – Und das ist zu verurteilen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Obernosterer.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich berichtige tatsächlich, dass es nicht stimmt, was Herr Abgeordnete Obernosterer in seinem Debattenbeitrag gesagt hat, dass die Fahrtkosten, die Pendlerpauschale in Kärnten abgeschafft wurde. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer.)
Abg. Steibl: Das ist eine Rede, das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Tatsache ist, dass die Pendlerpauschale auf Fahrtkostenzuschüsse umstrukturiert und wesentlich erhöht wurde. Offensichtlich hat der Kollege keine Ahnung davon. Es ist in Kärnten auf eine kilometerabhängige Fahrtkostenbeihilfe für ArbeitnehmerInnen umgestellt worden, die die Pendlerinnen und Pendler tatsächlich entlastet. (Abg. Steibl: Das ist eine Rede, das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Hier gibt es auch noch das Papier dazu, Herr Kollege. (Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Tatsache ist, dass die Pendlerpauschale auf Fahrtkostenzuschüsse umstrukturiert und wesentlich erhöht wurde. Offensichtlich hat der Kollege keine Ahnung davon. Es ist in Kärnten auf eine kilometerabhängige Fahrtkostenbeihilfe für ArbeitnehmerInnen umgestellt worden, die die Pendlerinnen und Pendler tatsächlich entlastet. (Abg. Steibl: Das ist eine Rede, das ist keine tatsächliche Berichtigung!) Hier gibt es auch noch das Papier dazu, Herr Kollege. (Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Klubobmann Westenthaler hat den Antrag begründet mit folgenden Worten: Chaos, Pleiten, Pech und Pannen. Wenn ich diesen Satz höre, dann fällt mir zumindest im ersten Moment nicht die Frau Bundesministerin ein, sondern das BZÖ-Ministerteam in der letzten Legislaturperiode. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Wenn es möglich wäre, dann würden wir gerne nachträglich diesen Misstrauensantrag gegen das BZÖ-Ministerteam einbringen. (Heiterkeit bei den Grünen.) Das hätte sich diesen Misstrauensantrag zurecht verdient.
Heiterkeit bei den Grünen.
Herr Klubobmann Westenthaler hat den Antrag begründet mit folgenden Worten: Chaos, Pleiten, Pech und Pannen. Wenn ich diesen Satz höre, dann fällt mir zumindest im ersten Moment nicht die Frau Bundesministerin ein, sondern das BZÖ-Ministerteam in der letzten Legislaturperiode. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Wenn es möglich wäre, dann würden wir gerne nachträglich diesen Misstrauensantrag gegen das BZÖ-Ministerteam einbringen. (Heiterkeit bei den Grünen.) Das hätte sich diesen Misstrauensantrag zurecht verdient.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines, Herr Klubobmann Westenthaler: Ich spreche hier gegen diesen Misstrauensantrag, nicht weil wir Grüne in allen Punkten einer Meinung mit der Frau Bundesministerin sind – mit Sicherheit nicht! Die Frage des Fotografierens an den Schulen ist eine höchst sensible Frage. Sie ist auch eindeutig geregelt. Egal, ob das – und das geht an die Adresse des ÖVP-Abgeordneten – auch das BZÖ mit Babys gemacht hat, wenn es nicht zulässig ist, dann ist es nicht zulässig, und das gilt dann, egal für welche Partei. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
das ist ein Anliegen, Frau Bundesministerin. Das teilen wir auch. Dann, Frau Bundesministerin, wäre es notwendig – und vielleicht haben Sie diese Schritte auch schon eingeleitet –, dass wir uns endlich mit einer besseren sozialrechtlichen oder mit einer sozialrechtlichen Absicherung von Personen, die im Prostitutionsgewerbe tätig sind, beschäftigen. Das wäre notwendig und eine richtige Antwort – und vielleicht, Frau Bundesministerin, können Sie dazu auch Stellung nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Das macht ja nichts!
Wir sind auch – um es ganz offen zu sagen – mit Ihnen in der Frage der Pille danach, die Sie nicht rezeptfrei verordnen oder freigeben wollen, nicht einer Meinung. Wir sind auch nicht einer Meinung mit Ihnen, Frau Bundesministerin, in der Frage der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. (Abg. Steibl: Das macht ja nichts!) Weil Sie hier medizinische Gründe geltend machen, sage ich Ihnen, Frau Bundesministerin: Die medizinischen Gründe sind mit Sicherheit nicht ausreichend und erklären gar nichts. Sie haben es damit gerechtfertigt, dass in diesen Beziehungen die Männer und die Frauen fehlen. Wir wissen doch aus eindeutigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, dass zwischen dem Geschlecht und der Geschlechterrolle ein großer Unterschied ist. Es gibt einen männlichen Teil und eine weiblichen Teil. Warum soll das nicht auch in homosexuellen Partnerschaften – wie es ja auch anderswo möglich ist und gelebt wird und auch in Österreich gelebt wird – möglich sein, dass diese Kinder erziehen? (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ich halte das für sinnvoll.
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Wir sind auch – um es ganz offen zu sagen – mit Ihnen in der Frage der Pille danach, die Sie nicht rezeptfrei verordnen oder freigeben wollen, nicht einer Meinung. Wir sind auch nicht einer Meinung mit Ihnen, Frau Bundesministerin, in der Frage der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare. (Abg. Steibl: Das macht ja nichts!) Weil Sie hier medizinische Gründe geltend machen, sage ich Ihnen, Frau Bundesministerin: Die medizinischen Gründe sind mit Sicherheit nicht ausreichend und erklären gar nichts. Sie haben es damit gerechtfertigt, dass in diesen Beziehungen die Männer und die Frauen fehlen. Wir wissen doch aus eindeutigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, dass zwischen dem Geschlecht und der Geschlechterrolle ein großer Unterschied ist. Es gibt einen männlichen Teil und eine weiblichen Teil. Warum soll das nicht auch in homosexuellen Partnerschaften – wie es ja auch anderswo möglich ist und gelebt wird und auch in Österreich gelebt wird – möglich sein, dass diese Kinder erziehen? (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Ich halte das für sinnvoll.
Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi!
Wenn aber Sie, Herr Klubobmann Westenthaler ... (Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi!) – „Bussi, Bussi“ können Sie sich sparen! Wenn Sie davon sprechen, dass die Frau Bundesministerin oder diese Bundesregierung bei der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld abzockt, dann frage ich mich schon: Was haben denn Ihre Minister gemacht in den Jahren, wo Sie das Kinderbetreuungsgeld zur Administrierung gehabt haben? Wo waren denn Ihre Minister, die entsprechend tätig geworden wären? – Nichts haben Sie gemacht, also werfen Sie es bitte nicht anderen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn aber Sie, Herr Klubobmann Westenthaler ... (Abg. Ing. Westenthaler: Bussi, Bussi!) – „Bussi, Bussi“ können Sie sich sparen! Wenn Sie davon sprechen, dass die Frau Bundesministerin oder diese Bundesregierung bei der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld abzockt, dann frage ich mich schon: Was haben denn Ihre Minister gemacht in den Jahren, wo Sie das Kinderbetreuungsgeld zur Administrierung gehabt haben? Wo waren denn Ihre Minister, die entsprechend tätig geworden wären? – Nichts haben Sie gemacht, also werfen Sie es bitte nicht anderen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Noch eines, Herr Klubobmann Westenthaler: Ihre Minister, die waren es, die jede Evaluierung des Kinderbetreuungsgeldes verheimlicht haben, die die Evaluierung der Zuverdienstgrenze unterbunden haben! Da hätten wir die Möglichkeit gehabt, auf Grund von Fakten zu urteilen. Werfen Sie das, wenn Sie das jemandem vorwerfen, nicht der Frau Bundesministerin in diesem Fall vor, sondern werfen Sie es Ihren eigenen Ministern und Ministerinnen vor! Chaos, Pleiten, Pech und Pannen: Das sind Begriffe, die untrennbar mit dem BZÖ verbunden bleiben, und daran werden auch Ihre verzweifelten Versuche, jetzt hier mit einem Misstrauensantrag vorstellig zu werden, nichts ändern! Das ist das Markenzeichen des BZÖ. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ, da sich Abg. Ing. Westenthaler bereits von seinem Sitzplatz erhoben hat
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Ing. Westenthaler, Kolleginnen und Kollegen (Heiterkeit und Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ, da sich Abg. Ing. Westenthaler bereits von seinem Sitzplatz erhoben hat) betreffend Versagen des Vertrauens gegenüber der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend gemäß Artikel 74 Absatz 1 des Bundes-Verfassungsgesetzes.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist abgelehnt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
s. Korrektur von Präsidentin Dr. Glawischnig S 123.
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Brosz, Kolleginnen und Kollegen betreffend jährliche Erhöhung der SchülerInnen- und Studiengebühren. (s. Korrektur von Präsidentin Dr. Glawischnig S 123.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Studiengebühren? Interessant! Brosz beantragt die Erhöhung der Studiengebühren! Ich finde das sehr gut! – Allgemeine Heiterkeit.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Vizekanzler Mag. Molterer: Studiengebühren? Interessant! Brosz beantragt die Erhöhung der Studiengebühren! Ich finde das sehr gut! – Allgemeine Heiterkeit.) – Ich bitte um Ruhe! Für diese Verkürzung kann ich jetzt nichts. (Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.)
Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Vizekanzler Mag. Molterer: Studiengebühren? Interessant! Brosz beantragt die Erhöhung der Studiengebühren! Ich finde das sehr gut! – Allgemeine Heiterkeit.) – Ich bitte um Ruhe! Für diese Verkürzung kann ich jetzt nichts. (Heiterkeit des Vizekanzlers Mag. Molterer.)
Allgemeine Heiterkeit.
Herr Vizekanzler, ich bitte Sie ein bisschen um Ruhe! Ich kann sonst nicht weiterlesen, wenn sie vor mir dauernd lachen. – Danke. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ein Vizekanzler hat mit der Tatsache, dass in dieser kurzen Zeit ein Doppelbudget unter Dach und Fach gebracht wurde, einfach leicht lachen. Dazu gratuliere ich unserem Herrn Vizekanzler. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, mit diesem gemeinsamen Fünf-Parteien-Antrag entsprechen wir dem überwiegenden Teil der österreichischen Bevölkerung. Harmonisierte europäische Lösungen wären im Hinblick auf den freien Warenverkehr allerdings besser geeignet als diese nationale Maßnahme. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Das haben wir uns gedacht! Aber abgestimmt haben Sie etwas ganz anderes!
Das tue ich hiermit: Der Entschließungsantrag „betreffend jährliche Erhöhung der SchülerInnen- und Studienbeihilfen“, hat es gelautet. (Abg. Dr. Fekter: Das haben wir uns gedacht! Aber abgestimmt haben Sie etwas ganz anderes!) – Im Amtlichen Protokoll ist es aber richtig vermerkt.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte Ihnen allen, meine Damen und Herren Abgeordneten, recht herzlich dafür danken, dass Sie heute diesem Antrag zustimmen, und ich freue mich, dass wir es gemeinsam geschafft haben, auch etwas für den Tierschutz in Österreich zu tun, und dass wir hier einen großen Schritt weitergekommen sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Insofern ist es gut, dass es heute hier, gemeinsam von allen Parteien getragen, zu diesem Import- und Handelsverbot von Robbenprodukten kommt und des Weiteren auch der Minister aufgefordert wird, entsprechende Aktivitäten auch auf EU-Ebene einzubringen, um zu erreichen, dass es ein „menschliches“, ein tatsächlich auch langfristiges Überleben der Robben in dieser Form geben wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein paar kritische Fragen an die Grünen hätte ich jedoch, um ein bisschen einem tierschutzrechtlichen Populismus Einhalt zu gebieten, denn die Frage ist, ob die Sattelrobben und Klappmützenrobben vom Washingtoner Artenschutzabkommen überhaupt betroffen sind oder ob die Population der Robben vor allem dadurch gefährdet ist, dass der industrielle Fischfang, der noch dazu von der EU gefördert wird, zu einer Entziehung der Lebensgrundlage der Robben führt. In diesem Zusammenhang müssten auch die Grünen ihre Stellung zur EU einmal grundsätzlich überdenken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Von den Grünen würde ich mir aber erwarten, dass sie sich nicht nur für Robbenarten in der Arktis einsetzen, sondern auch für das ungeborene menschliche Leben, anstatt eine Tötung auf Krankenschein zu fordern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Brosz: Gegen die Abtreibung, generell? – Abg. Dr. Haimbuchner – auf dem Weg zurück zu seinem Sitzplatz –: Ich schon, ...! – Abg. Öllinger: Die Freiheitlichen gegen die Fristenlösung! – Abg. Strache: Gegen kostenlose Abtreibung! – Seine Meinung, ...!
Wir Freiheitliche treten sehr wohl für den Tierschutz, für die Achtung der Schöpfung ein, aber im Vordergrund steht für uns noch immer das menschliche Leben. Dabei kann es keinen Unterschied geben zwischen ungeborenem und geborenem Leben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Brosz: Gegen die Abtreibung, generell? – Abg. Dr. Haimbuchner – auf dem Weg zurück zu seinem Sitzplatz –: Ich schon, ...! – Abg. Öllinger: Die Freiheitlichen gegen die Fristenlösung! – Abg. Strache: Gegen kostenlose Abtreibung! – Seine Meinung, ...!)
Ruf: Robben!
Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir aber nun, dass ich in meinem Debattenbeitrag zu einem Thema Stellung nehme, das uns Menschen in ureigenem Sinn betrifft. Meine Damen und Herren, ich übertreibe nicht: Wir sitzen alle auf einer Zeitbombe namens Temelín! Ich frage mich, wie sorglos diese Bundesregierung mit diesem Thema noch weiter umgehen will. Faktum ist, dass man kein Atomgegner sein muss, um die Gefährlichkeit von Temelín bemessen zu können, denn schon der einfache Hausverstand sagt einem, dass bei den andauernden Störfällen von Grund auf etwas nicht stimmen kann. Weit über hundert Störfälle beweisen, dass östliche und westliche Technologie, wie sie in Temelín bestehen, nicht kompatibel sind. Die Situation heute, nach sechs Jahren, ist so, dass das Problem durch die Westinghouse-Modernisierung offensichtlich nicht gelöst, sondern, im Gegenteil, ganz massiv verschärft wurde. (Ruf: Robben!)
Abg. Pfeffer: Wir sind bei den Robben!
Die amerikanischen Brennstabbündel verformen sich während des Betriebes und drücken auf die Führungsrohre der Kontrollstäbe, wodurch Letztere im freien Einfallen – besonders wichtig bei Notabschaltungen! – behindert werden. Die zunehmende Verschlechterung der Situation veranlasste die tschechische Aufsichtsbehörde, vorzuschreiben, dass die Reaktoren monatlich abgefahren werden müssen, um Kontrollstabfalltests durchführen zu können. (Abg. Pfeffer: Wir sind bei den Robben!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Keck: Das war die falsche Rede!
Ich glaube, es genügt nicht, wenn Herr Gusenbauer nach Temelín fährt und nicht einmal den Umweltminister mitnimmt, um das Problem Temelín zu lösen. Ich denke, hier müssen wir alles daransetzen und den Tschechen entgegenkommen, auch die EU um Hilfe bitten, dass wir Temelín abschalten können. Das geht aber nur, wenn wir alle zusammensteuern, um das Problem Temelín für Österreich und für die Tschechen und auch für die Deutschen zu lösen. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Keck: Das war die falsche Rede!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ und Bravorufe bei der SPÖ
Abgeordnete Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Minister! Sehr geehrte Damen Staatssekretärinnen! Hohes Haus! Auch wir Schwarzen sind für die Robben (Beifall bei ÖVP und SPÖ und Bravorufe bei der SPÖ) – Kollege Hornek hat das ja auch schon ausführlich dargelegt –, und ich habe Ihnen dazu eine kleine Robbe mitgebracht, wie sie letzte Woche vor dem Parlament verteilt wurde. (Die Rednerin hält eine kleine Robbe aus weißem Plüsch in die Höhe.) Ich stelle sie hier auf das Rednerpult, damit wir alle daran erinnert werden, wie
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es dann schon peinlich!
wichtig uns die Robben sein sollten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wird es dann schon peinlich!)
Ruf: Katzenmutter?
Es ist heute ein sehr positives Zeichen, dass dieser Antrag hier im Parlament behandelt wird. Unser Umweltminister Josef Pröll ist darüber hinaus auch auf EU-Ebene sehr intensiv bemüht, dieses Handelsverbot auch auf Katzen- und Hundefelle auszuweiten. Dem kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen, zumal ich selbst auch „Katzenmutter“ bin. (Ruf: Katzenmutter?) – Ja! (Abg. Rosenkranz: Katzenmutter?!)
Abg. Rosenkranz: Katzenmutter?!
Es ist heute ein sehr positives Zeichen, dass dieser Antrag hier im Parlament behandelt wird. Unser Umweltminister Josef Pröll ist darüber hinaus auch auf EU-Ebene sehr intensiv bemüht, dieses Handelsverbot auch auf Katzen- und Hundefelle auszuweiten. Dem kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen, zumal ich selbst auch „Katzenmutter“ bin. (Ruf: Katzenmutter?) – Ja! (Abg. Rosenkranz: Katzenmutter?!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend freue ich mich, dass wir heute mit dem vorliegenden Fünf-Parteien-Antrag gemeinsam etwas für den österreichischen Tierschutz machen können. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Eine Dringliche an sich selber ist ein bisschen schwer!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Dr. Pilz als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Eine Dringliche an sich selber ist ein bisschen schwer!)
Abg. Dr. Fekter: Aber unter Einhaltung ...!
Dieses Zitat stammt vom 11. April 2007 (Abg. Dr. Fekter: Aber unter Einhaltung ...!) und ist von Vizekanzler Molterer. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Vizekanzler Mag. Molterer: Richtig! Getroffen! Das Einzige, wo der Pilz recht hat!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Vizekanzler Mag. Molterer: Richtig! Getroffen! Das Einzige, wo der Pilz recht hat!
Dieses Zitat stammt vom 11. April 2007 (Abg. Dr. Fekter: Aber unter Einhaltung ...!) und ist von Vizekanzler Molterer. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Vizekanzler Mag. Molterer: Richtig! Getroffen! Das Einzige, wo der Pilz recht hat!)
in Richtung Vizekanzler Mag. Molterer
Der Herr Magister hinter mir (in Richtung Vizekanzler Mag. Molterer) erwartet jetzt volle Transparenz und Aufklärung. Die Frage ist, wie er das erwartet, aber die noch wichtigere Frage ist, was er selbst dazu beiträgt. – Regelmäßig wendet sich der Untersuchungsausschuss mit sogenannten Beweisbeschlüssen an den Finanzminister und ersucht um die Übermittlung von Steuerakten. Heute hat es wieder einen Brief aus dem Finanzministerium gegeben, in dem wir ersucht werden, zu begründen, welcher Zusammenhang zwischen Generalmajor Wolf und der Causa Eurofighter bestünde, denn nur dann, wenn wir gegenüber dem Finanzministerium begründen, dass hier ein Zusammenhang besteht, können uns die Steuerakte übermittelt werden.
Abg. Dr. Fekter: Gemäß der Verfassung!
Ich fasse zusammen: Der Finanzminister kennt den Zusammenhang zwischen Generalmajor Wolf und der Causa Eurofighter nicht, er kennt den Zusammenhang zwischen Steininger und Eurofighter nicht, er kennt den Zusammenhang zwischen allen anderen Lobbyisten und Eurofighter nicht – aber er maßt sich an, in Unkenntnis aller Zusammenhänge (Abg. Dr. Fekter: Gemäß der Verfassung!), in Unkenntnis aller Fakten, in Unkenntnis aller Personen, wie er uns in einem Schreiben nach dem anderen dokumentiert, die Akten so zu schwärzen, bis sie ausschauen wie ein Parteiprogramm der Österreichischen Volkspartei. Ich habe noch nie einen Akt gesehen, der derart ausschaut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich fasse zusammen: Der Finanzminister kennt den Zusammenhang zwischen Generalmajor Wolf und der Causa Eurofighter nicht, er kennt den Zusammenhang zwischen Steininger und Eurofighter nicht, er kennt den Zusammenhang zwischen allen anderen Lobbyisten und Eurofighter nicht – aber er maßt sich an, in Unkenntnis aller Zusammenhänge (Abg. Dr. Fekter: Gemäß der Verfassung!), in Unkenntnis aller Fakten, in Unkenntnis aller Personen, wie er uns in einem Schreiben nach dem anderen dokumentiert, die Akten so zu schwärzen, bis sie ausschauen wie ein Parteiprogramm der Österreichischen Volkspartei. Ich habe noch nie einen Akt gesehen, der derart ausschaut. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Oja, im Bankenausschuss permanent!
Und das hier (neuerlich ein Schriftstück in die Höhe haltend) ist nicht nur ein Kontoblatt. Da ist das nächste, da sind die nächsten – wir können das so durchgehen: schwarz, schwärzer, noch schwärzer, ein Akt, wie diesem Haus in dieser Form noch kein einziger zugeleitet worden ist. (Abg. Dr. Graf: Oja, im Bankenausschuss permanent!)
Abg. Dr. Fekter: Aber selbstverständlich, Herr Pilz! Das ist verfassungskonform!
Ich habe mich an die Präsidentin des Nationalrates gewandt, und die Frau Präsidentin hat ein Gutachten des Rechts- und Legislativdienstes in Auftrag gegeben. – Herr Mag. Molterer, ich an Ihrer Stelle würde mir dieses Gutachten, das eine sehr klare Position des Parlaments feststellt, sehr zu Herzen nehmen, denn das Parlament, die Juristen des Hauses, stellen unmissverständlich fest, dass keine einzige dieser Schwärzungen eine gesetzliche Basis hat. (Abg. Dr. Fekter: Aber selbstverständlich, Herr Pilz! Das ist verfassungskonform!)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Ihnen das zu wenig ist: Wir legen eine Stellungnahme von Universitätsprofessor Heinz Mayer vor, der wörtlich erklärt: „Vor dem Hintergrund ...“ (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, so ist die Situation in diesem Haus: Wir sprechen von Verfassungsrecht – Antwort: höhnisches Gelächter vonseiten der Österreichischen Volkspartei. Das ist die Art und Weise, in der mit der Bundesverfassung vonseiten der Österreichischen Volkspartei seit Jahren umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Ihnen das zu wenig ist: Wir legen eine Stellungnahme von Universitätsprofessor Heinz Mayer vor, der wörtlich erklärt: „Vor dem Hintergrund ...“ (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, so ist die Situation in diesem Haus: Wir sprechen von Verfassungsrecht – Antwort: höhnisches Gelächter vonseiten der Österreichischen Volkspartei. Das ist die Art und Weise, in der mit der Bundesverfassung vonseiten der Österreichischen Volkspartei seit Jahren umgegangen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Für Sie ist unter Bundeskanzler Schüssel – bedauerlicherweise – der ständige und vorsätzliche Verfassungsbruch zu einem ganz normalen Mittel der Politik geworden. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Genau an diesem Punkt sind wir. (Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, „vorsätzlicher Verfassungsbruch“, ist das kein Ordnungsruf?) Und da ist es wichtig (Abg. Dr. Schüssel: Ist das ein Ordnungsruf oder nicht?), dass einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler dieser Republik, Mayer, feststellt – ich zitiere und bemerke die Nervosität vonseiten der ÖVP; aber im Zuge der Ausschussarbeit wird sich diese berechtigte Nervosität weiter steigern –:
Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, „vorsätzlicher Verfassungsbruch“, ist das kein Ordnungsruf?
Für Sie ist unter Bundeskanzler Schüssel – bedauerlicherweise – der ständige und vorsätzliche Verfassungsbruch zu einem ganz normalen Mittel der Politik geworden. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Genau an diesem Punkt sind wir. (Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, „vorsätzlicher Verfassungsbruch“, ist das kein Ordnungsruf?) Und da ist es wichtig (Abg. Dr. Schüssel: Ist das ein Ordnungsruf oder nicht?), dass einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler dieser Republik, Mayer, feststellt – ich zitiere und bemerke die Nervosität vonseiten der ÖVP; aber im Zuge der Ausschussarbeit wird sich diese berechtigte Nervosität weiter steigern –:
Abg. Dr. Schüssel: Ist das ein Ordnungsruf oder nicht?
Für Sie ist unter Bundeskanzler Schüssel – bedauerlicherweise – der ständige und vorsätzliche Verfassungsbruch zu einem ganz normalen Mittel der Politik geworden. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Genau an diesem Punkt sind wir. (Abg. Dr. Schüssel: Frau Präsidentin, „vorsätzlicher Verfassungsbruch“, ist das kein Ordnungsruf?) Und da ist es wichtig (Abg. Dr. Schüssel: Ist das ein Ordnungsruf oder nicht?), dass einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler dieser Republik, Mayer, feststellt – ich zitiere und bemerke die Nervosität vonseiten der ÖVP; aber im Zuge der Ausschussarbeit wird sich diese berechtigte Nervosität weiter steigern –:
Abg. Dr. Schüssel: „Vorsätzlicher Verfassungsbruch“! – Die unterste Liga, tiefer geht es nicht mehr!
Das stellt Universitätsprofessor Heinz Mayer unmissverständlich fest. (Abg. Dr. Schüssel: „Vorsätzlicher Verfassungsbruch“! – Die unterste Liga, tiefer geht es nicht mehr!)
Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie diesen Vorwurf zurück, Herr Abgeordneter, ja oder nein?
„Das System der einschlägigen Regeln und Grundsätze des Geschäftsordnungsrechts lässt ein klares Gesamtbild erkennen: Die Entscheidung darüber, welche Informationen angefordert werden, ist ausschließlich in die Hand des Ausschusses gelegt. Verlangt der Ausschuss die Vorlage bestimmter Akten, so sind die vorlagepflichtigen Ämter verpflichtet, diesem Auftrag nachzukommen. Eine Prüfung oder Auswahl unter den Gesichtspunkten der Relevanz oder der Wahrung der Amtsverschwiegenheit steht den vorlageverpflichteten Ämtern nicht zu.“ (Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie diesen Vorwurf zurück, Herr Abgeordneter, ja oder nein?)
Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie jetzt diesen Vorwurf zurück?
Funk schließt: „Wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, ist die Vorgangsweise der Finanzverwaltung (Vorlage von Steuerakten mit unkenntlich gemachten Textteilen) in der konkreten Situation nicht rechtskonform.“ (Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie jetzt diesen Vorwurf zurück?)
Abg. Dr. Fekter: Entschuldigen Sie sich!
Das ist vollkommen eindeutig und vollkommen klar. (Abg. Dr. Fekter: Entschuldigen Sie sich!) Und eines, Herr Dr. Schüssel, in Ihr politisches Tagebuch: Die Zeiten, in denen Sie diktieren können, was im österreichischen Parlament passiert, diese Zeiten sind zum Glück vorbei! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie sind verurteilt, Herr Pilz! – Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie das jetzt zurück oder nicht?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie sind verurteilt, Herr Pilz! – Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie das jetzt zurück oder nicht?
Das ist vollkommen eindeutig und vollkommen klar. (Abg. Dr. Fekter: Entschuldigen Sie sich!) Und eines, Herr Dr. Schüssel, in Ihr politisches Tagebuch: Die Zeiten, in denen Sie diktieren können, was im österreichischen Parlament passiert, diese Zeiten sind zum Glück vorbei! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Sie sind verurteilt, Herr Pilz! – Abg. Dr. Schüssel: Ziehen Sie das jetzt zurück oder nicht?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Ihre gesamte politische Macht gegenüber dem Untersuchungsausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) ist nichts anderes als Störversuche, als Behinderungsversuche, die bis jetzt unwirksam geblieben sind. Sie müssen jetzt einmal zur Kenntnis nehmen: Sie haben es mit einem neuen Parlament zu tun! (Abg. Dr. Schüssel: Wir haben es mit einem alten Pilz zu tun!) Sie haben es mit einem Parlament zu tun, das nicht mehr von der ÖVP an der kurzen Leine geführt werden kann! Sie haben kein Regierungsparlament, das auf Knopfdruck das tut, was Bundeskanzler Schüssel Klubobmann Molterer aufgetragen hat. (Abg. Dr. Schüssel: Halten Sie jetzt den Vorwurf aufrecht oder nicht?) Nur dadurch, dass es zum Rollentausch gekommen ist, sind die alten Verhältnisse nicht für die Zukunft garantiert. Wir haben neue Verhältnisse. Wir haben parlamentarische Untersuchungen, wir haben ein kontrollierendes Parlament, und wir haben ein Parlament, das sieht, wie ein Kanzler bei einem einfachen Kanzlerfrühstück eine Entscheidung getroffen hat, von der wir im Lichte der Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses heute wissen, dass sie niemals in dieser Form hätte getroffen werden dürfen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!)
Abg. Dr. Schüssel: Wir haben es mit einem alten Pilz zu tun!
Ihre gesamte politische Macht gegenüber dem Untersuchungsausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) ist nichts anderes als Störversuche, als Behinderungsversuche, die bis jetzt unwirksam geblieben sind. Sie müssen jetzt einmal zur Kenntnis nehmen: Sie haben es mit einem neuen Parlament zu tun! (Abg. Dr. Schüssel: Wir haben es mit einem alten Pilz zu tun!) Sie haben es mit einem Parlament zu tun, das nicht mehr von der ÖVP an der kurzen Leine geführt werden kann! Sie haben kein Regierungsparlament, das auf Knopfdruck das tut, was Bundeskanzler Schüssel Klubobmann Molterer aufgetragen hat. (Abg. Dr. Schüssel: Halten Sie jetzt den Vorwurf aufrecht oder nicht?) Nur dadurch, dass es zum Rollentausch gekommen ist, sind die alten Verhältnisse nicht für die Zukunft garantiert. Wir haben neue Verhältnisse. Wir haben parlamentarische Untersuchungen, wir haben ein kontrollierendes Parlament, und wir haben ein Parlament, das sieht, wie ein Kanzler bei einem einfachen Kanzlerfrühstück eine Entscheidung getroffen hat, von der wir im Lichte der Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses heute wissen, dass sie niemals in dieser Form hätte getroffen werden dürfen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!)
Abg. Dr. Schüssel: Halten Sie jetzt den Vorwurf aufrecht oder nicht?
Ihre gesamte politische Macht gegenüber dem Untersuchungsausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) ist nichts anderes als Störversuche, als Behinderungsversuche, die bis jetzt unwirksam geblieben sind. Sie müssen jetzt einmal zur Kenntnis nehmen: Sie haben es mit einem neuen Parlament zu tun! (Abg. Dr. Schüssel: Wir haben es mit einem alten Pilz zu tun!) Sie haben es mit einem Parlament zu tun, das nicht mehr von der ÖVP an der kurzen Leine geführt werden kann! Sie haben kein Regierungsparlament, das auf Knopfdruck das tut, was Bundeskanzler Schüssel Klubobmann Molterer aufgetragen hat. (Abg. Dr. Schüssel: Halten Sie jetzt den Vorwurf aufrecht oder nicht?) Nur dadurch, dass es zum Rollentausch gekommen ist, sind die alten Verhältnisse nicht für die Zukunft garantiert. Wir haben neue Verhältnisse. Wir haben parlamentarische Untersuchungen, wir haben ein kontrollierendes Parlament, und wir haben ein Parlament, das sieht, wie ein Kanzler bei einem einfachen Kanzlerfrühstück eine Entscheidung getroffen hat, von der wir im Lichte der Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses heute wissen, dass sie niemals in dieser Form hätte getroffen werden dürfen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!
Ihre gesamte politische Macht gegenüber dem Untersuchungsausschuss (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) ist nichts anderes als Störversuche, als Behinderungsversuche, die bis jetzt unwirksam geblieben sind. Sie müssen jetzt einmal zur Kenntnis nehmen: Sie haben es mit einem neuen Parlament zu tun! (Abg. Dr. Schüssel: Wir haben es mit einem alten Pilz zu tun!) Sie haben es mit einem Parlament zu tun, das nicht mehr von der ÖVP an der kurzen Leine geführt werden kann! Sie haben kein Regierungsparlament, das auf Knopfdruck das tut, was Bundeskanzler Schüssel Klubobmann Molterer aufgetragen hat. (Abg. Dr. Schüssel: Halten Sie jetzt den Vorwurf aufrecht oder nicht?) Nur dadurch, dass es zum Rollentausch gekommen ist, sind die alten Verhältnisse nicht für die Zukunft garantiert. Wir haben neue Verhältnisse. Wir haben parlamentarische Untersuchungen, wir haben ein kontrollierendes Parlament, und wir haben ein Parlament, das sieht, wie ein Kanzler bei einem einfachen Kanzlerfrühstück eine Entscheidung getroffen hat, von der wir im Lichte der Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses heute wissen, dass sie niemals in dieser Form hätte getroffen werden dürfen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!
Herr Mag. Molterer! Nachdem diese Zensurmaßnahmen im Steininger-Akt eindeutig rechts- und verfassungswidrig sind (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!), lautet die Frage, die sich uns jetzt stellt: Warum tun Sie das? Was verbirgt sich hinter diesen Zeilen? (Abg. Dr. Fekter: Gutachten Mayer genau lesen!) Was ist hier zu befürchten? Was haben Sie hier sachlich und politisch zu verbergen? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gibt es hier weitere Hinweise auf Militärs? Gibt es hier Hinweise auf weitere Zahlungen? Gibt es hier Hinweise auf Zuwendungen in politische Bereiche?
Abg. Dr. Fekter: Gutachten Mayer genau lesen!
Herr Mag. Molterer! Nachdem diese Zensurmaßnahmen im Steininger-Akt eindeutig rechts- und verfassungswidrig sind (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!), lautet die Frage, die sich uns jetzt stellt: Warum tun Sie das? Was verbirgt sich hinter diesen Zeilen? (Abg. Dr. Fekter: Gutachten Mayer genau lesen!) Was ist hier zu befürchten? Was haben Sie hier sachlich und politisch zu verbergen? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gibt es hier weitere Hinweise auf Militärs? Gibt es hier Hinweise auf weitere Zahlungen? Gibt es hier Hinweise auf Zuwendungen in politische Bereiche?
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Mag. Molterer! Nachdem diese Zensurmaßnahmen im Steininger-Akt eindeutig rechts- und verfassungswidrig sind (Vizekanzler Mag. Molterer: Falsch!), lautet die Frage, die sich uns jetzt stellt: Warum tun Sie das? Was verbirgt sich hinter diesen Zeilen? (Abg. Dr. Fekter: Gutachten Mayer genau lesen!) Was ist hier zu befürchten? Was haben Sie hier sachlich und politisch zu verbergen? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gibt es hier weitere Hinweise auf Militärs? Gibt es hier Hinweise auf weitere Zahlungen? Gibt es hier Hinweise auf Zuwendungen in politische Bereiche?
Abg. Mag. Kukacka: Sie sind noch nie auf der Seite des Rechts gestanden?
Die Frage, die sich immer mehr stellt, ist: Wenn auf der einen Seite das Parlament, die Mehrheit des Untersuchungsausschusses und alle führenden Juristen dieser Republik eine klare und verfassungskonforme Rechtsmeinung formulieren, warum steht die Österreichische Volkspartei immer auf der anderen Seite? (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind noch nie auf der Seite des Rechts gestanden?) Warum vertritt die Österreichische Volkspartei in der Frage der parlamentarischen Untersuchung der Affäre Eurofighter in keinem einzigen Fall die Interessen der Republik, sondern ausschließlich die Interessen zweier Firmen, nämlich die von EADS und von Eurofighter? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Welche Motive hat die Österreichische Volkspartei?
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Frage, die sich immer mehr stellt, ist: Wenn auf der einen Seite das Parlament, die Mehrheit des Untersuchungsausschusses und alle führenden Juristen dieser Republik eine klare und verfassungskonforme Rechtsmeinung formulieren, warum steht die Österreichische Volkspartei immer auf der anderen Seite? (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind noch nie auf der Seite des Rechts gestanden?) Warum vertritt die Österreichische Volkspartei in der Frage der parlamentarischen Untersuchung der Affäre Eurofighter in keinem einzigen Fall die Interessen der Republik, sondern ausschließlich die Interessen zweier Firmen, nämlich die von EADS und von Eurofighter? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Welche Motive hat die Österreichische Volkspartei?
Abg. Hornek: Sie sind ein Wiederholungstäter!
Jetzt sage ich Ihnen etwas zu einem Urteil, von dem ich heute aus der APA erfahren habe und das meinem Anwalt noch nicht zugestellt ist: Selbstverständlich (Abg. Hornek: Sie sind ein Wiederholungstäter!) werde ich mich – wie andere Mitglieder des Untersuchungsausschusses – nicht daran hindern lassen, auch weiterhin alles Nötige
Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.
über die Scheinrechnungen der Firmen des Ehepaars Rumpold zu veröffentlichen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) Selbstverständlich, wenn das Gericht an der Form Anstoß nimmt, dann werden wir eine andere und in der Sache schärfere Form finden. Ich werde anstelle dieser Rechnungen Wort für Wort die Rechnungen aus den Protokollen des Untersuchungsausschusses auf meine Website stellen. Und wir werden garantieren, dass kein einziger Zensurversuch (Abg. Dr. Stummvoll: Dann wird er wieder verurteilt!), sei es von den Anwälten des Ehepaars Rumpold, sei es von der Spitze der Österreichischen Volkspartei her (Zwischenrufe bei der ÖVP), in diesem Hause und in dieser Causa Eurofighter erfolgreich sein kann und wird.
Abg. Dr. Stummvoll: Dann wird er wieder verurteilt!
über die Scheinrechnungen der Firmen des Ehepaars Rumpold zu veröffentlichen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) Selbstverständlich, wenn das Gericht an der Form Anstoß nimmt, dann werden wir eine andere und in der Sache schärfere Form finden. Ich werde anstelle dieser Rechnungen Wort für Wort die Rechnungen aus den Protokollen des Untersuchungsausschusses auf meine Website stellen. Und wir werden garantieren, dass kein einziger Zensurversuch (Abg. Dr. Stummvoll: Dann wird er wieder verurteilt!), sei es von den Anwälten des Ehepaars Rumpold, sei es von der Spitze der Österreichischen Volkspartei her (Zwischenrufe bei der ÖVP), in diesem Hause und in dieser Causa Eurofighter erfolgreich sein kann und wird.
Zwischenrufe bei der ÖVP
über die Scheinrechnungen der Firmen des Ehepaars Rumpold zu veröffentlichen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schüssel.) Selbstverständlich, wenn das Gericht an der Form Anstoß nimmt, dann werden wir eine andere und in der Sache schärfere Form finden. Ich werde anstelle dieser Rechnungen Wort für Wort die Rechnungen aus den Protokollen des Untersuchungsausschusses auf meine Website stellen. Und wir werden garantieren, dass kein einziger Zensurversuch (Abg. Dr. Stummvoll: Dann wird er wieder verurteilt!), sei es von den Anwälten des Ehepaars Rumpold, sei es von der Spitze der Österreichischen Volkspartei her (Zwischenrufe bei der ÖVP), in diesem Hause und in dieser Causa Eurofighter erfolgreich sein kann und wird.
Abg. Öllinger: Schifferl versenken ist das!
Jetzt kommt Vizekanzler Molterer und sagt: Ja, bitte schön, stellen Sie doch genauere Fragen. Stellen Sie mir weitere Fragen, dann werden wir die eine oder andere Zeile zugänglich machen. – Herr Vizekanzler, wir spielen nicht Quartett, wir spielen nicht lustiges Zeilenraten, indem wir raten, ob etwas in dieser oder jener Zeile sein könnte, und wenn wir die richtige Frage stellen, dann sagen Sie: Okay, ihr könnt in die eine oder andere Zeile reinschauen. (Abg. Öllinger: Schifferl versenken ist das!) – Es geht um ein grundsätzliches Recht auf Aufklärung. Es geht um das Recht des Parlaments. Es geht um ein Recht der Republik Österreich. Es geht um ein Recht der Bürgerinnen und Bürger, das durch keinen Minister dieser Bundesregierung geschmälert werden darf.
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Herr Mag. Molterer, die politische Frage, die sich Ihnen jetzt stellt, ist die Frage, ob Sie den Kurs Ihres Vorgängers Wolfgang Schüssel fortsetzen wollen oder fortsetzen müssen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sie haben als neugewählter ÖVP-Obmann eine politische Chance. Sie wissen, dass in der Sache die Causa Eurofighter für die Österreichische Volkspartei politisch verloren ist. Sie kennen die Beweise, die der Untersuchungsausschuss zutage gebracht hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie kennen die Protokolle und die Erklärungen der Universitätsprofessoren Aicher, Kletecka, Mayer, die ganz genau erklärt haben, dass eigentlich alles auf dem Tisch liegt, um einen sofortigen Rücktritt aus dem Eurofighter-Kaufvertrag zu ermöglichen. (Abg. Hornek: Was hindert Sie vor Ihrem Rücktritt?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Mag. Molterer, die politische Frage, die sich Ihnen jetzt stellt, ist die Frage, ob Sie den Kurs Ihres Vorgängers Wolfgang Schüssel fortsetzen wollen oder fortsetzen müssen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sie haben als neugewählter ÖVP-Obmann eine politische Chance. Sie wissen, dass in der Sache die Causa Eurofighter für die Österreichische Volkspartei politisch verloren ist. Sie kennen die Beweise, die der Untersuchungsausschuss zutage gebracht hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie kennen die Protokolle und die Erklärungen der Universitätsprofessoren Aicher, Kletecka, Mayer, die ganz genau erklärt haben, dass eigentlich alles auf dem Tisch liegt, um einen sofortigen Rücktritt aus dem Eurofighter-Kaufvertrag zu ermöglichen. (Abg. Hornek: Was hindert Sie vor Ihrem Rücktritt?)
Abg. Hornek: Was hindert Sie vor Ihrem Rücktritt?
Herr Mag. Molterer, die politische Frage, die sich Ihnen jetzt stellt, ist die Frage, ob Sie den Kurs Ihres Vorgängers Wolfgang Schüssel fortsetzen wollen oder fortsetzen müssen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sie haben als neugewählter ÖVP-Obmann eine politische Chance. Sie wissen, dass in der Sache die Causa Eurofighter für die Österreichische Volkspartei politisch verloren ist. Sie kennen die Beweise, die der Untersuchungsausschuss zutage gebracht hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie kennen die Protokolle und die Erklärungen der Universitätsprofessoren Aicher, Kletecka, Mayer, die ganz genau erklärt haben, dass eigentlich alles auf dem Tisch liegt, um einen sofortigen Rücktritt aus dem Eurofighter-Kaufvertrag zu ermöglichen. (Abg. Hornek: Was hindert Sie vor Ihrem Rücktritt?)
Abg. Dr. Stummvoll: Sicherheit brauchen wir nicht!
Sie wissen, dass die Causa für die Partei Eurofighter und ÖVP im Großen und Ganzen verloren ist. Herr Vizekanzler, die Frage an Sie ist: Sind Sie in der Lage und bereit, diesen Kurs zu ändern und mit uns und diesem Haus gemeinsam zu versuchen, weiteren Schaden von der Republik Österreich abzuwenden? Es geht nicht um Kleinigkeiten, es geht um 2 Milliarden €! Wir stehen kurz davor, diese 2 Milliarden € aus dem Bundesbudget für ganz andere Investitionen in die Zukunft Österreichs zu retten. Wir können 2 Milliarden € retten für Klimaschutz, für Bildungspolitik, für die Finanzierung von Grundsicherung, für all das, das Sie beschwören, aber nicht finanzieren können. (Abg. Dr. Stummvoll: Sicherheit brauchen wir nicht!)
Abg. Mag. Kukacka: Sie wiederholen sich!
Wir haben eine einmalige politische Chance, denn Chancen und Investitionen in die Zukunft brauchen Geld. Ganz selten hat eine Bundesregierung die Chance, durch einen Brief nach Bayern 2 Milliarden € an Geld, das ganz anders und besser investiert werden kann, für die Republik zu sichern. Ich frage Sie: Warum ist die Österreichische Volkspartei bis heute nicht bereit, diese Chance beim Schopf zu ergreifen, endlich eine Kehrtwende durchzuführen, endlich der Realität Rechnung zu tragen und endlich den Ausstieg aus dem Eurofighter-Kaufvertrag als Chance zu betrachten? (Abg. Mag. Kukacka: Sie wiederholen sich!)
Abg. Dr. Fekter: Verurteilt ist nur der Pilz!
Trotzdem, ich komme zurück zum Kern und Ausgangsthema. Das österreichische Parlament hat zu klären, ob es sich ständige Gesetzes- und Verfassungsverletzungen durch den Finanzminister gefallen lässt oder nicht. (Abg. Dr. Fekter: Verurteilt ist nur der Pilz!)
Abg. Dr. Fekter: Die herrschende Lehre der Universitätsprofessoren! Die haben eine andere Position als Sie!
Wenn Sie versuchen – und ich weiß, dass das Ihr letzter juristischer Versuch ist, der letzte juristische Winkelzug, den Sie heute öffentlich vorhaben –, zu erklären, dass das Steuergeheimnis mehr ist als die Amtsverschwiegenheit, dann widersprechen Sie hier nicht nur dem Verfassungsgerichtshof, nicht nur der geltenden Judikatur, sondern auch den Juristen Ihres eigenen Hauses. (Abg. Dr. Fekter: Die herrschende Lehre der Universitätsprofessoren! Die haben eine andere Position als Sie!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihnen wurscht, weil Sie sind verurteilt!
Es ist schon richtig, dass es für uns sehr wichtig ist, die Persönlichkeitsrechte von Menschen (Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihnen wurscht, weil Sie sind verurteilt!), deren Daten und deren Tätigkeiten untersucht werden, zu schützen, aber das Interesse an Aufklärung durch die Republik und im Interesse der Republik Österreich wirkt schwerer als bestimmte, sehr wichtige Rechte. Der österreichische Nationalrat als Gesetzgeber hat die Aufgabe, darauf zu achten, dass sich alle in dieser Republik, insbesondere die Mitglieder der Bundesregierung, nicht nur an die Gesetze, sondern auch an die Bundesverfassung halten.
Abg. Dr. Schüssel: Na wirklich nicht! Ungeheuer! Das ist eine Zumutung, was Sie hier sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Mag. Molterer, Sie haben in den letzten Tagen und Wochen bewiesen, dass Sie im Interesse Ihrer Partei bereit sind, sich über die österreichische Bundesverfassung hinwegzusetzen. (Abg. Dr. Schüssel: Na wirklich nicht! Ungeheuer! Das ist eine Zumutung, was Sie hier sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das Geschrei der Österreichischen Volkspartei hat auch im Untersuchungsausschuss die Aufklärung nicht behindern können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ungeheuerlich!) Ich betrachte die Zunahme der Lautstärke vonseiten der Österreichischen Volkspartei als klare Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Aufklärung auf dem richtigen Weg sind. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ungeheuerlich!
Herr Mag. Molterer, Sie haben in den letzten Tagen und Wochen bewiesen, dass Sie im Interesse Ihrer Partei bereit sind, sich über die österreichische Bundesverfassung hinwegzusetzen. (Abg. Dr. Schüssel: Na wirklich nicht! Ungeheuer! Das ist eine Zumutung, was Sie hier sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das Geschrei der Österreichischen Volkspartei hat auch im Untersuchungsausschuss die Aufklärung nicht behindern können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ungeheuerlich!) Ich betrachte die Zunahme der Lautstärke vonseiten der Österreichischen Volkspartei als klare Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Aufklärung auf dem richtigen Weg sind. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Mag. Molterer, Sie haben in den letzten Tagen und Wochen bewiesen, dass Sie im Interesse Ihrer Partei bereit sind, sich über die österreichische Bundesverfassung hinwegzusetzen. (Abg. Dr. Schüssel: Na wirklich nicht! Ungeheuer! Das ist eine Zumutung, was Sie hier sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das Geschrei der Österreichischen Volkspartei hat auch im Untersuchungsausschuss die Aufklärung nicht behindern können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ungeheuerlich!) Ich betrachte die Zunahme der Lautstärke vonseiten der Österreichischen Volkspartei als klare Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Aufklärung auf dem richtigen Weg sind. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, wenn Ihre Lautstärke bei parlamentarischen Debatten der Maßstab für den Erfolg parlamentarischer Kontrolle ist, dann garantiere ich Ihnen, dass Sie in den nächsten Wochen noch sehr oft Gelegenheit haben werden, sehr, sehr laut zu werden. Ich garantiere Ihnen auch noch etwas: Es wird Ihnen nichts nützen! Wir werden unserem Aufklärungsauftrag nachkommen, wir werden alle Fakten, die uns zugänglich sind, auf den Tisch legen. Wir werden unsere Schlüsse ziehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Wir werden unsere Empfehlungen abgeben. Und wir werden, so hoffe ich, als Nebenprodukt unserer parlamentarischen Tätigkeit auch dazu kommen, dass wir einen Finanzminister dazu bringen, sich wieder – wie es sich gehört – an die österreichische Bundesverfassung zu halten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, wenn Ihre Lautstärke bei parlamentarischen Debatten der Maßstab für den Erfolg parlamentarischer Kontrolle ist, dann garantiere ich Ihnen, dass Sie in den nächsten Wochen noch sehr oft Gelegenheit haben werden, sehr, sehr laut zu werden. Ich garantiere Ihnen auch noch etwas: Es wird Ihnen nichts nützen! Wir werden unserem Aufklärungsauftrag nachkommen, wir werden alle Fakten, die uns zugänglich sind, auf den Tisch legen. Wir werden unsere Schlüsse ziehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Wir werden unsere Empfehlungen abgeben. Und wir werden, so hoffe ich, als Nebenprodukt unserer parlamentarischen Tätigkeit auch dazu kommen, dass wir einen Finanzminister dazu bringen, sich wieder – wie es sich gehört – an die österreichische Bundesverfassung zu halten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
nichts verloren, und daher erteile ich Ihnen diesbezüglich einen Ordnungsruf. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: So ist es!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie, die Abgeordneten des Nationalrates haben dem Untersuchungsausschuss einen sehr klaren Auftrag – einen Untersuchungsauftrag – gegeben. Diesen Auftrag hat der Untersuchungsausschuss zu erfüllen; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist für mich daher ganz klar, dass der Untersuchungsausschuss meine Unterstützung im Rahmen dieses Auftrages hat, aber selbstverständlich auch die Unterstützung des von mir geführten Bundesministeriums für Finanzen. (Ruf bei der ÖVP: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Bundesministerium und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, meine Damen und Herren, kennen den Untersuchungsauftrag und stellen nach bestem Wissen und Gewissen und unter strikter Einhaltung aller Gesetze die vom Ausschuss verlangten Unterlagen zur Verfügung. Das möchte ich eingangs ganz klar und unmissverständlich feststellen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Das Bundesministerium für Finanzen hat dem Ausschuss alle Unterlagen übermittelt, die angefordert worden sind und vom Untersuchungsgegenstand umfasst sind. (Zwischenruf bei den Grünen.) Herr Kollege Pilz, wenn Sie Ihre Angriffe politisch gegen mich richten, dann ist das okay, dann ist das ein klarer Beweis dafür, welche Absicht Sie haben. Nicht zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass etwa die APA heute nicht schreibt, dass es eine Dringliche Anfrage gibt, sondern eine „dringliche Attacke“ der Grünen gegen Molterer. Damit ist das Ziel sehr klar.
Beifall bei der ÖVP.
Die APA schreibt auch, dass Sie den Feldzug gegen Wilhelm Molterer offensichtlich fortführen. – Gut, das können Sie. Aber, meine Damen und Herren, in der Sache erheben Sie ungerechtfertigte Vorwürfe gegen die Beamtinnen und Beamten meines Hauses, und diese ungerechtfertigten Vorwürfe weise ich in aller Schärfe und in aller Klarheit zurück, Herr Dr. Pilz! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, ebenso wie zur Unterstützung des Untersuchungsausschusses sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses bei dieser Aufgabe dem Steuergeheimnis verpflichtet, das nur in Ausnahmefällen durchbrochen werden kann. Das erwarten sich die Bürgerinnen und Bürger des Landes, die Unternehmer, und das erwarten sie sich zu Recht, weil das ein fundamentales Bürgerrecht ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ja!
Die Einhaltung dieses fundamentalen Bürgerrechtes ist mir gleich wichtig wie die Unterstützung der Arbeit des Untersuchungsausschusses. Ich habe eigentlich erwartet, meine Damen und Herren, dass gerade die Einhaltung der Bürgerrechte die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Fraktionen dieses Hauses genießt. (Abg. Öllinger: Ja!) Üblicherweise höre ich das von Ihnen ja in ganz besonderer Art und Weise.
Abg. Dr. Pilz: Nein!
Die Bereitstellung von Unterlagen, Herr Kollege Pilz, für den Untersuchungsausschuss und der Schutz des Steuergeheimnisses der Bürgerinnen und Bürger sind gleichrangige Zielsetzungen. (Abg. Dr. Pilz: Nein!) Ob das Steuergeheimnis durchbrochen wird, hat die Behörde bei ihrer Arbeit selbständig zu beurteilen – nicht Sie. Ich zitiere Ihnen
Abg. Dr. Pilz: Falsch!
dann auch Gutachten, Herr Kollege Pilz, die diese Rechtsauffassung sehr, sehr klar und nachdrücklich unterstützen. Sie nicht, Herr Dr. Pilz, sondern die angefragte Behörde muss diese Entscheidungen treffen. (Abg. Dr. Pilz: Falsch!) Das sagt – ich zitiere Ihnen das sehr gerne – die Finanzprokuratur in einem an Sie gerichteten Schreiben (Abg. Dr. Fekter: Richtig!), und das sagt auch Professor Heinz Mayer, der in einem Gutachten, in der Publikation „Untersuchungsausschüsse und Rechtsstaat“ Folgendes festhält (Abg. Dr. Stummvoll: Alle Entscheidungen trifft der Pilz! Pilz entscheidet alles!):
Abg. Dr. Fekter: Richtig!
dann auch Gutachten, Herr Kollege Pilz, die diese Rechtsauffassung sehr, sehr klar und nachdrücklich unterstützen. Sie nicht, Herr Dr. Pilz, sondern die angefragte Behörde muss diese Entscheidungen treffen. (Abg. Dr. Pilz: Falsch!) Das sagt – ich zitiere Ihnen das sehr gerne – die Finanzprokuratur in einem an Sie gerichteten Schreiben (Abg. Dr. Fekter: Richtig!), und das sagt auch Professor Heinz Mayer, der in einem Gutachten, in der Publikation „Untersuchungsausschüsse und Rechtsstaat“ Folgendes festhält (Abg. Dr. Stummvoll: Alle Entscheidungen trifft der Pilz! Pilz entscheidet alles!):
Abg. Dr. Stummvoll: Alle Entscheidungen trifft der Pilz! Pilz entscheidet alles!
dann auch Gutachten, Herr Kollege Pilz, die diese Rechtsauffassung sehr, sehr klar und nachdrücklich unterstützen. Sie nicht, Herr Dr. Pilz, sondern die angefragte Behörde muss diese Entscheidungen treffen. (Abg. Dr. Pilz: Falsch!) Das sagt – ich zitiere Ihnen das sehr gerne – die Finanzprokuratur in einem an Sie gerichteten Schreiben (Abg. Dr. Fekter: Richtig!), und das sagt auch Professor Heinz Mayer, der in einem Gutachten, in der Publikation „Untersuchungsausschüsse und Rechtsstaat“ Folgendes festhält (Abg. Dr. Stummvoll: Alle Entscheidungen trifft der Pilz! Pilz entscheidet alles!):
Abg. Öllinger: Ja!
„... so zeigt sich, dass eine Pflicht aller öffentlichen Ämter zur Vorlage ihrer Akten nur angenommen werden kann, wenn und soweit diese Akten einen Inhalt haben, der sich auf die Kompetenz des Ausschusses, der ihre Vorlagen verlangt, bezieht. Nur soweit die Ausschusskompetenz reicht, wird das Verlangen rechtswirksam und löst eine Vorlagepflicht aus. Ein Verlangen um Aktenvorlagen, das die Ausschusskompetenz transzendiert, ist – mangels Fehlerkalküls – absolut nichtig und begründet keine Vorlagepflicht der untersuchten Behörde.“ (Abg. Öllinger: Ja!) „Ob ein Ausschussersuchen eine Pflicht zur Aktenvorlage begründet oder absolut nichtig ist, hat die ersuchte Behörde zu prüfen. Kommt diese zum Ergebnis, dass das Ersuchen eines Ausschusses dessen Kompetenz überschreitet, sei es, dass der Nationalratsbeschluss wegen Fehlerhaftigkeit zumindest teilweise nichtig ist, sei es, dass der Ausschuss seine ihm verfassungsrechtlich einwandfrei eingeräumte Kompetenz verlässt, so ist das Ersuchen abzulehnen. Damit kann auch der Fall eintreten,“ – Herr Kollege Pilz – „dass Akten nur zum Teil vorgelegt werden dürfen.“ – Zitatende. – Ich zitiere ausschließlich Universitätsprofessor DDr. Heinz Mayer.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich werde es als Finanzminister nicht zulassen, dass fundamentale Rechte der Bürger verletzt werden, und ich werde es auch nicht zulassen, dass durch rechtlich nicht gedeckte Vorgangsweisen die Republik Österreich schadenersatzpflichtig wird. Ich halte mich an die Gesetze der Republik und an die Verfassung. Alles andere weise ich als Unterstellung zurück, Herr Dr. Pilz! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Verurteilt!
Wie verantwortungsvoll im Übrigen mit den Gesetzen im Rahmen einer Untersuchung umgegangen werden muss, hat heute auch ein Urteil des Wiener Straflandesgerichtes gezeigt. Es betrifft Ihre Tätigkeit, Herr Kollege Pilz. Ausgerechnet Sie als Ausschussvorsitzender (Abg. Dr. Fekter: Verurteilt!) wurden verurteilt (Abg. Dr. Stummvoll: Eine Schande!), mit der Veröffentlichung von Steuerunterlagen aus dem Ausschuss gegen
Abg. Dr. Stummvoll: Eine Schande!
Wie verantwortungsvoll im Übrigen mit den Gesetzen im Rahmen einer Untersuchung umgegangen werden muss, hat heute auch ein Urteil des Wiener Straflandesgerichtes gezeigt. Es betrifft Ihre Tätigkeit, Herr Kollege Pilz. Ausgerechnet Sie als Ausschussvorsitzender (Abg. Dr. Fekter: Verurteilt!) wurden verurteilt (Abg. Dr. Stummvoll: Eine Schande!), mit der Veröffentlichung von Steuerunterlagen aus dem Ausschuss gegen
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Eine Schande!
die Gesetze verstoßen zu haben. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Eine Schande!) Der Ordnung halber füge ich hinzu: Diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig! Das gehört korrekterweise dazugesagt.
Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!
Interessant: Das Gericht hat befunden, dass Sie den Tatbestand der Verletzung der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht erfüllt haben, da Sie Unterlagen, die dem Ausschuss vertraulich für seine Arbeit zur Verfügung gestellt wurden, auf Ihrer Homepage veröffentlicht haben, Herr Dr. Pilz. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Legen Sie den Vorsitz nieder!
Sehr geehrter Herr Dr. Pilz, die Erfüllung des parlamentarischen Untersuchungsauftrages verlangt selbstverständlich Transparenz, selbstverständlich Professionalität und die strikte Einhaltung der Gesetze, um nicht selbst zum Ziel von Angriffen zu werden. Das Finanzministerium und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen diese Voraussetzungen genauso wie der Bundesminister für Finanzen. Ich fordere Sie auf: Tun auch Sie es! Halten Sie sich an die Gesetze, Herr Dr. Pilz! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Legen Sie den Vorsitz nieder!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann daher feststellen, dass ich als Vizekanzler und Bundesminister für Finanzen zwar für den organisatorischen Rahmen verantwortlich bin, ich aber in die konkreten Aktenanforderungen und -übermittlungen nicht eingreife und daher auch nicht involviert bin. Aber ich möchte Ihnen ganz klar sagen, Herr Dr. Pilz und meine Damen und Herren des Hohen Hauses: Ich stehe voll und ganz hinter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Finanzämtern und im Ministerium. Und ich weise auch aus diesem Grund Ihre Vorwürfe zurück. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: Das wäre ein Bruch der Vertraulichkeit!
Die Beamtinnen und Beamten verfügen nicht über derartige Listen. Es liegt am Untersuchungsausschuss, den Beamten all jene Informationen zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, um einen Zusammenhang des Beweisantrages zum Untersuchungsgegenstand herzustellen. (Abg. Dr. Pilz: Das wäre ein Bruch der Vertraulichkeit!) Das Bundesministerium für Finanzen ist jederzeit bereit, konkreten Beweisanträgen aufgrund des Wissensstandes des Untersuchungsausschusses nachzukommen. (Abg. Dr. Pilz, den Vogel zeigend: Das ist ja verrückt! – Abg. Mag. Hakl: Ordnungsruf! „Verrückt“ hat er gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz, den Vogel zeigend: Das ist ja verrückt! – Abg. Mag. Hakl: Ordnungsruf! „Verrückt“ hat er gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Beamtinnen und Beamten verfügen nicht über derartige Listen. Es liegt am Untersuchungsausschuss, den Beamten all jene Informationen zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, um einen Zusammenhang des Beweisantrages zum Untersuchungsgegenstand herzustellen. (Abg. Dr. Pilz: Das wäre ein Bruch der Vertraulichkeit!) Das Bundesministerium für Finanzen ist jederzeit bereit, konkreten Beweisanträgen aufgrund des Wissensstandes des Untersuchungsausschusses nachzukommen. (Abg. Dr. Pilz, den Vogel zeigend: Das ist ja verrückt! – Abg. Mag. Hakl: Ordnungsruf! „Verrückt“ hat er gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Pilz, ich lege Wert darauf, dass Sie den Beamtinnen und Beamten des Bundesministeriums für Finanzen und dessen Führung – das heißt, meiner Person – jedenfalls zugestehen, dass wir uns an die Gesetze halten, und ich weise daher Aussprüche – Frau Präsidentin, ich bitte, das zu prüfen – wie beispielsweise, Beamte seien verrückt, in aller Klarheit zurück. – Herr Dr. Pilz, so macht man das nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: Das ist falsch!
möglich wäre, wenn der konkrete Bezug zum Untersuchungsgegenstand vom Ausschuss in der konkreten Beweisanforderung dargelegt wird. (Abg. Dr. Pilz: Das ist falsch!) Dem Vorschlag des Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses konnte daher aus rechtlichen Gründen nicht nähergetreten werden. Darüber hat er, nämlich der Beamte, mein Kabinett informiert, welches diese Rechtsauffassung, diese Rechtsmeinung zur Kenntnis genommen hat.
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Daher abschließend, Herr Kollege Pilz: Ich halte mich an die Gesetze, ich halte mich an die Verfassung, denn für mich gibt es einen einzigen Maßstab, und das ist der Rechtsstaat Österreich! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz muss den Vorsitz zurücklegen!
Zunächst kommt zu einer tatsächlichen Berichtigung Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort. – Herr Abgeordneter, Sie kennen die Bestimmungen der Geschäftsordnung: 2 Minuten Redezeit; zunächst den zu berichtigenden, dann den berichtigten Sachverhalt. – Bitte. (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz muss den Vorsitz zurücklegen!)
Vizekanzler Mag. Molterer: So habe ich das gehört!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Vizekanzler, Sie haben in Ihrer Anfragebeantwortung behauptet, Abgeordneter Pilz hätte zwischengerufen, Beamte seien verrückt. (Vizekanzler Mag. Molterer: So habe ich das gehört!) – Das ist unrichtig!
ironische Heiterkeit und heftige Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Pilz hat in seinem Zwischenruf gesagt: Das ist ja verrückt!, und hat diesen seinen Zwischenruf ausdrücklich auf Ihre Rechtsmeinung bezogen (ironische Heiterkeit und heftige Zwischenrufe bei der ÖVP – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), wonach der Untersuchungsausschuss Ihrem Ministerium zu melden
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Noch ärger!
habe. Und das geht wirklich nicht, weil der Untersuchungsausschuss vertraulich ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Noch ärger!)
Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Distanzieren Sie sich vom Pilz!
Als Nächster hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. Redezeit: 2 Minuten. – Herr Abgeordneter, Sie kennen die betreffenden Bestimmungen der Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Distanzieren Sie sich vom Pilz!)
Abg. Dr. Fekter: Ja! Richtig!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Vizekanzler Molterer hat unter Verweis auf eine Publikation von Herrn Professor Mayer vorhin ausgeführt, dass nach Ansicht von Herrn Professor Mayer eine Schwärzung der Daten aus dem Steuerakt rechtmäßig wäre. (Abg. Dr. Fekter: Ja! Richtig!)
Abg. Dr. Fekter: Das stimmt ja nicht!
Ich berichtige tatsächlich: Herr Professor Mayer hat ausdrücklich – und daher ist die Information vonseiten der Frau Kollegin Fekter falsch – über Befragung in der letzten Sitzung des Ausschusses darauf hingewiesen, dass das im gegenständlichen Fall nicht so ist (Abg. Dr. Fekter: Das stimmt ja nicht!), und hat wortwörtlich – ich darf aus dem Protokoll zitieren ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich: Herr Professor Mayer hat ausdrücklich – und daher ist die Information vonseiten der Frau Kollegin Fekter falsch – über Befragung in der letzten Sitzung des Ausschusses darauf hingewiesen, dass das im gegenständlichen Fall nicht so ist (Abg. Dr. Fekter: Das stimmt ja nicht!), und hat wortwörtlich – ich darf aus dem Protokoll zitieren ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim – bei der Regierungsbank stehend in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Es geht um die Frage der Authentizität eines Zitates!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Jarolim, das ist tatsächlich keine tatsächliche Berichtigung, weil es nicht darum geht, dass hier zwei Zitate gegenübergestellt werden können. Herr Abgeordneter, es tut mir leid! (Abg. Dr. Jarolim – bei der Regierungsbank stehend in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Es geht um die Frage der Authentizität eines Zitates!) Ja, aber das ist keine tatsächliche Berichtigung! (Rufe bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim, der noch immer bei der Regierungsbank steht und mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht –: Niedersetzen! – Abg. Dr. Fekter – ebenfalls in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Sie als Jurist kennen sich überhaupt nicht aus!)
Rufe bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim, der noch immer bei der Regierungsbank steht und mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht –: Niedersetzen! – Abg. Dr. Fekter – ebenfalls in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Sie als Jurist kennen sich überhaupt nicht aus!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Jarolim, das ist tatsächlich keine tatsächliche Berichtigung, weil es nicht darum geht, dass hier zwei Zitate gegenübergestellt werden können. Herr Abgeordneter, es tut mir leid! (Abg. Dr. Jarolim – bei der Regierungsbank stehend in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Es geht um die Frage der Authentizität eines Zitates!) Ja, aber das ist keine tatsächliche Berichtigung! (Rufe bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Dr. Jarolim, der noch immer bei der Regierungsbank steht und mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht –: Niedersetzen! – Abg. Dr. Fekter – ebenfalls in Richtung des Abg. Dr. Jarolim –: Sie als Jurist kennen sich überhaupt nicht aus!)
Anhaltende Rufe bei der ÖVP in Richtung des Abg. Dr. Jarolim, der nach wie vor bei der Regierungsbank steht und mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht: Jarolim, niedersetzen! – Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Herr Klubobmann, distanzieren Sie sich vom Pilz!
Als Erster kommt Herr Klubobmann Dr. Van der Bellen zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Anhaltende Rufe bei der ÖVP in Richtung des Abg. Dr. Jarolim, der nach wie vor bei der Regierungsbank steht und mit Vizekanzler Mag. Molterer spricht: Jarolim, niedersetzen! – Abg. Mag. Kukacka – in Richtung des Abg. Dr. Van der Bellen –: Herr Klubobmann, distanzieren Sie sich vom Pilz!)
Abg. Dr. Stummvoll: Da haben Sie nicht aufgepasst!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren! Das war eine ganz originelle Anfragebeantwortung des Herrn Vizekanzlers, nämlich buchstäblich keine einzige Frage zu beantworten. (Abg. Dr. Stummvoll: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Wenn das der Stil ist! Aber das entspricht dem Stil des Finanzministeriums – offenbar dem neuen Stil, muss ich sagen –, auf Anfragen des Untersuchungsausschusses zu reagieren.
Vizekanzler Mag. Molterer: Genau! – Abg. Dr. Fekter: Aber nicht ...!
Behörden einzufordern. (Vizekanzler Mag. Molterer: Genau! – Abg. Dr. Fekter: Aber nicht ...!) Aber Sie sagen sinngemäß: Ja, dieses Recht hat er, aber was übermittelt wird, in welchem Umfang, in welcher Detailliertheit, das entscheiden immer noch wir, nämlich das Finanzministerium!?
Abg. Dr. Fekter: Artikel 53!
Wie stellen Sie sich vor, dass Kontrolle unter solchen Umständen funktionieren kann: Die kontrollierte Behörde hat das Recht – Ihrer Meinung nach, Frau Kollegin Fekter unter anderen, die Sie rechtskundig sind, wie Sie behaupten (Abg. Dr. Fekter: Artikel 53!); auch das Finanzministerium könnte dazugehören, Sie wissen ja gar nicht, welche Zahlungen geflossen sind –, selbst zu entscheiden, welche Unterlagen, welche Akten hergegeben werden und welche nicht!? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Frau Kollegin Fekter, Sie müssen den Heinz Mayer missverstanden haben!
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wie stellen Sie sich vor, dass Kontrolle unter solchen Umständen funktionieren kann: Die kontrollierte Behörde hat das Recht – Ihrer Meinung nach, Frau Kollegin Fekter unter anderen, die Sie rechtskundig sind, wie Sie behaupten (Abg. Dr. Fekter: Artikel 53!); auch das Finanzministerium könnte dazugehören, Sie wissen ja gar nicht, welche Zahlungen geflossen sind –, selbst zu entscheiden, welche Unterlagen, welche Akten hergegeben werden und welche nicht!? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Frau Kollegin Fekter, Sie müssen den Heinz Mayer missverstanden haben!
Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig!
Herr Vizekanzler Molterer, ich meine, man kann Heinz Mayer sicherlich vieles vorwerfen, so wie vielen von uns auch, aber auf den Kopf gefallen ist er nicht. Heinz Mayer sagt ganz klar: Es gibt eine Befugnis der Behörde im Rahmen dieses Auskunftsbegehrens, nämlich zu prüfen, ob der Antrag auf Ausfolgung der Akten im Rahmen des Untersuchungsgegenstandes erfolgt. (Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig!) Das ja!
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!
Lesen Sie Heinz Mayer! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Schauen Sie, wenn Sie schon die allgemeinen Ausführungen nicht verstehen, dann wenigstens die zu dem konkreten Fall Steininger. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Der überwiegende Teil der Werbungskosten, der Werbeausgaben von Herrn Steininger wurde unkenntlich gemacht. Diese Vorgangsweise ist unzulässig! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!
Lesen Sie Heinz Mayer! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Schauen Sie, wenn Sie schon die allgemeinen Ausführungen nicht verstehen, dann wenigstens die zu dem konkreten Fall Steininger. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Der überwiegende Teil der Werbungskosten, der Werbeausgaben von Herrn Steininger wurde unkenntlich gemacht. Diese Vorgangsweise ist unzulässig! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!)
Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!
Lesen Sie Heinz Mayer! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Schauen Sie, wenn Sie schon die allgemeinen Ausführungen nicht verstehen, dann wenigstens die zu dem konkreten Fall Steininger. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!) Der überwiegende Teil der Werbungskosten, der Werbeausgaben von Herrn Steininger wurde unkenntlich gemacht. Diese Vorgangsweise ist unzulässig! (Abg. Dr. Fekter: Lesen Sie die Ziffer 4 vor!)
Beifall bei den Grünen. – Rufe der Empörung bei der ÖVP.
Verstehen Sie Deutsch, Frau Kollegin Fekter? Vier Worte: „Diese Vorgangsweise ist unzulässig!“ (Beifall bei den Grünen. – Rufe der Empörung bei der ÖVP.) „Unzulässig“ ist ein anderer Ausdruck für rechtswidrig, für „nicht rechtskonform“. Das sind die Worte, die Herr Professor Bernd-Christian Funk in seinem Schlusssatz verwendet. (Abg. Dr. Fekter: Die Ziffer 4 relativiert das! Und dazu schweigen Sie!)
Abg. Dr. Fekter: Die Ziffer 4 relativiert das! Und dazu schweigen Sie!
Verstehen Sie Deutsch, Frau Kollegin Fekter? Vier Worte: „Diese Vorgangsweise ist unzulässig!“ (Beifall bei den Grünen. – Rufe der Empörung bei der ÖVP.) „Unzulässig“ ist ein anderer Ausdruck für rechtswidrig, für „nicht rechtskonform“. Das sind die Worte, die Herr Professor Bernd-Christian Funk in seinem Schlusssatz verwendet. (Abg. Dr. Fekter: Die Ziffer 4 relativiert das! Und dazu schweigen Sie!)
Abg. Dr. Schüssel: Mit Recht!
Wie nennen Sie das jetzt? – Sie haben sich vorhin so echauffiert durch Zwischenrufe aller Art, angefangen vom Klubobmann Schüssel bis zur Kollegin Fekter (Abg. Dr. Schüssel: Mit Recht!), das sei verfassungskonform und die Klassifizierung vom Kollegen Pilz als vorsätzlicher Verfassungsbruch sei unerhört.
Abg. Dr. Schüssel: An beidem!
Gut, nennen wir das anders! Woran stoßen Sie sich jetzt: Stoßen Sie sich am Wort „vorsätzlich“ oder stoßen Sie sich am Wort „Verfassungsbruch“ oder an beidem? (Abg. Dr. Schüssel: An beidem!) Und wie nennen Sie es, wenn die Verfassung nicht eingehalten wird? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wurde eingehalten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wurde eingehalten!
Gut, nennen wir das anders! Woran stoßen Sie sich jetzt: Stoßen Sie sich am Wort „vorsätzlich“ oder stoßen Sie sich am Wort „Verfassungsbruch“ oder an beidem? (Abg. Dr. Schüssel: An beidem!) Und wie nennen Sie es, wenn die Verfassung nicht eingehalten wird? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Wurde eingehalten!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz hat nichts davon gehört! Sonst wäre er nicht verurteilt!
Ehrlich gesagt, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, das geht Sie auch an. Irgendwann fragt man sich, was der Bundeskanzler zu dieser Vorgangsweise zu sagen hat. Das ist keine Auseinandersetzung mit der grünen Fraktion, die hier geführt wird, da geht es um grundlegende Rechte des Parlaments, darum, ob wir unsere Kontrollrechte hier einhalten können oder nicht. (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz hat nichts davon gehört! Sonst wäre er nicht verurteilt!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz darf die Vertraulichkeit brechen?! Er hat nicht das Recht, die Vertraulichkeit zu brechen!
Bis jetzt ist mir nichts darüber bekannt, dass der Bundeskanzler in dieser Form etwas gesagt hat. Das ist nicht nur eine Rechtsfrage. Aber ich muss schon dazu sagen: Der Hausverstand, meine Damen und Herren, sagt einem nichts anderes, als was unsere anerkanntesten Verfassungsjuristen sagen. Der Hausverstand sagt einem, es gibt einen vom Parlament beauftragten Untersuchungsausschuss, dieser hat aufgrund von Aktenvorlagen, von Informationen aller Art zu untersuchen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Der Pilz darf die Vertraulichkeit brechen?! Er hat nicht das Recht, die Vertraulichkeit zu brechen!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Sagen Sie etwas zum Vertraulichkeitsbruch!
Das Nächste wird sein, dass das Verteidigungsministerium genauso vorgeht. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sagen Sie etwas zum Vertraulichkeitsbruch!) Der Untersuchungsausschuss fordert Akten vom Verteidigungsministerium an, der Verteidigungsminister gibt die Akten her (Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt es auch nicht her!) – und schwärzt Seite für Seite.
Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt es auch nicht her!
Das Nächste wird sein, dass das Verteidigungsministerium genauso vorgeht. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sagen Sie etwas zum Vertraulichkeitsbruch!) Der Untersuchungsausschuss fordert Akten vom Verteidigungsministerium an, der Verteidigungsminister gibt die Akten her (Abg. Ing. Westenthaler: Der gibt es auch nicht her!) – und schwärzt Seite für Seite.
Abg. Mag. Kukacka: Das bestimmen Sie nicht, Herr Professor! – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht so überheblich sein!
Im Bankenausschuss dasselbe. Kollege Graf hat mir gerade Akten gezeigt, die genauso ausschauen. Das nennen Sie verfassungskonforme Durchführung eines Untersuchungsauftrages durch das Parlament? – Da zuckt Herr Klubobmann Schüssel mit den Schultern, da kann man eben nichts machen? (Abg. Mag. Kukacka: Das bestimmen Sie nicht, Herr Professor! – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht so überheblich sein!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Genau!
Herr Kollege Schüssel, es gibt tatsächlich bestimmte Dinge, auch in einem Steuerakt, Stichwort „Bürgerrechte“ und dergleichen, die den Untersuchungsausschuss nichts angehen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Genau!) Das gibt es, Kollegin Fekter! Ja, aber was? – Sicher nicht die Betriebsausgaben einer Person, die im Rahmen des Eurofighter-Ankaufs im dringenden Verdacht steht, sich – sagen wir es einmal so – an Sachen beteiligt zu haben, die nicht mit rechten Dingen zugegangen sind. Die Betriebsausgaben sind grundsätzlich relevant. (Abg. Dr. Fekter: Aber sicher! Die Dienstnehmerdaten sind geschwärzt! )
Abg. Dr. Fekter: Aber sicher! Die Dienstnehmerdaten sind geschwärzt!
Herr Kollege Schüssel, es gibt tatsächlich bestimmte Dinge, auch in einem Steuerakt, Stichwort „Bürgerrechte“ und dergleichen, die den Untersuchungsausschuss nichts angehen. (Vizekanzler Mag. Molterer: Genau!) Das gibt es, Kollegin Fekter! Ja, aber was? – Sicher nicht die Betriebsausgaben einer Person, die im Rahmen des Eurofighter-Ankaufs im dringenden Verdacht steht, sich – sagen wir es einmal so – an Sachen beteiligt zu haben, die nicht mit rechten Dingen zugegangen sind. Die Betriebsausgaben sind grundsätzlich relevant. (Abg. Dr. Fekter: Aber sicher! Die Dienstnehmerdaten sind geschwärzt! )
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: „Sehr lustig“!
byismustätigkeit. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: „Sehr lustig“!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Nicht der Willkür! – Abg. Dr. Stummvoll: Rechtsstaat!
Ich muss schon sagen, Herr Vizekanzler Molterer, der Eindruck, den Sie hier erwecken, ist, es obliegt der Willkür der ... (Vizekanzler Mag. Molterer: Nicht der Willkür! – Abg. Dr. Stummvoll: Rechtsstaat!) – Herr Finanzminister Molterer, Herr Vizekanzler, Herr Parteiobmann der ÖVP! Wollen Sie mir als durchschnittlich begabtem Menschen tatsächlich weismachen, dass irgendjemand im Finanzministerium, irgendjemand von Haus aus weiß, wenn er sieht, Buchungszeile XY, Ziffer sowieso, Betrag das und das (Abg. Dr. Fekter: Ja sicher! Weil er so ... des Kontos weiß!), und da steht irgendein Name, das ist die Firma Meier GesmbH, die Firma Hinterpoldler GesmbH, die Firma irgendwas – da steht doch in der Regel nicht „Wolf“, da steht nicht „Cap“ oder „Van der Bellen“. Diese Namen würde der Beamte kennen oder müsste sie kennen. Bestenfalls weiß er im Nachhinein aus der Zeitung, was der Untersuchungsausschuss schon aufgedeckt hat, aber doch nicht im Vorhinein!
Abg. Dr. Fekter: Ja sicher! Weil er so ... des Kontos weiß!
Ich muss schon sagen, Herr Vizekanzler Molterer, der Eindruck, den Sie hier erwecken, ist, es obliegt der Willkür der ... (Vizekanzler Mag. Molterer: Nicht der Willkür! – Abg. Dr. Stummvoll: Rechtsstaat!) – Herr Finanzminister Molterer, Herr Vizekanzler, Herr Parteiobmann der ÖVP! Wollen Sie mir als durchschnittlich begabtem Menschen tatsächlich weismachen, dass irgendjemand im Finanzministerium, irgendjemand von Haus aus weiß, wenn er sieht, Buchungszeile XY, Ziffer sowieso, Betrag das und das (Abg. Dr. Fekter: Ja sicher! Weil er so ... des Kontos weiß!), und da steht irgendein Name, das ist die Firma Meier GesmbH, die Firma Hinterpoldler GesmbH, die Firma irgendwas – da steht doch in der Regel nicht „Wolf“, da steht nicht „Cap“ oder „Van der Bellen“. Diese Namen würde der Beamte kennen oder müsste sie kennen. Bestenfalls weiß er im Nachhinein aus der Zeitung, was der Untersuchungsausschuss schon aufgedeckt hat, aber doch nicht im Vorhinein!
Abg. Dr. Fekter: Nein, laut Verfassung ...! – Vizekanzler Mag. Molterer: Strafrechtlich ... verurteilt!
Die Verantwortung für solche Informationen, sie geheim zu halten, sie öffentlich zu machen, sie teilweise öffentlich zu machen, liegt bei einer Institution allein, und die trägt dafür die volle Verantwortung – und eine hohe Verantwortung –, und das ist der Untersuchungsausschuss. (Abg. Dr. Fekter: Nein, laut Verfassung ...! – Vizekanzler Mag. Molterer: Strafrechtlich ... verurteilt!) Und da ist niemand strafrechtlich verurteilt worden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Verantwortung für solche Informationen, sie geheim zu halten, sie öffentlich zu machen, sie teilweise öffentlich zu machen, liegt bei einer Institution allein, und die trägt dafür die volle Verantwortung – und eine hohe Verantwortung –, und das ist der Untersuchungsausschuss. (Abg. Dr. Fekter: Nein, laut Verfassung ...! – Vizekanzler Mag. Molterer: Strafrechtlich ... verurteilt!) Und da ist niemand strafrechtlich verurteilt worden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Erstens ist dieses Urteil nicht rechtskräftig, gegen das wir selbstverständlich berufen werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Hoffnung stirbt zuletzt!) Zweitens ist es kein strafrechtliches Urteil, sondern ein medienrechtliches Urteil, das zufällig ... (Abg. Dr. Fekter: Weil er das unter dem Deckmantel der Immunität macht, Herr Professor!) – Bitte schön, aus formalen Gründen: Kollege Pilz hat Dinge auf seine Homepage gestellt, die vielleicht nicht wortwörtlich dem Protokoll zu entnehmen sind. So hat das Gericht geurteilt. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Zurücktreten soll er!)
Abg. Dr. Fekter: Weil er das unter dem Deckmantel der Immunität macht, Herr Professor!
Erstens ist dieses Urteil nicht rechtskräftig, gegen das wir selbstverständlich berufen werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Hoffnung stirbt zuletzt!) Zweitens ist es kein strafrechtliches Urteil, sondern ein medienrechtliches Urteil, das zufällig ... (Abg. Dr. Fekter: Weil er das unter dem Deckmantel der Immunität macht, Herr Professor!) – Bitte schön, aus formalen Gründen: Kollege Pilz hat Dinge auf seine Homepage gestellt, die vielleicht nicht wortwörtlich dem Protokoll zu entnehmen sind. So hat das Gericht geurteilt. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Zurücktreten soll er!)
Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Zurücktreten soll er!
Erstens ist dieses Urteil nicht rechtskräftig, gegen das wir selbstverständlich berufen werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Hoffnung stirbt zuletzt!) Zweitens ist es kein strafrechtliches Urteil, sondern ein medienrechtliches Urteil, das zufällig ... (Abg. Dr. Fekter: Weil er das unter dem Deckmantel der Immunität macht, Herr Professor!) – Bitte schön, aus formalen Gründen: Kollege Pilz hat Dinge auf seine Homepage gestellt, die vielleicht nicht wortwörtlich dem Protokoll zu entnehmen sind. So hat das Gericht geurteilt. (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Zurücktreten soll er!)
Beifall bei den Grünen. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
In Zukunft werden wir das eben wortwörtlich hineinstellen. Wem ist damit gedient? Der Firma Rumpold? Stellen Sie sich echt in den ...? Machen Sie die Rückendeckung der Firma Rumpold? Sie, die ÖVP? (Beifall bei den Grünen. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Fekter: Wenn Pilz einen Funken Anstand hat, soll er zurücktreten!
Dazu erwarte ich mir auch eine Stellungnahme vonseiten der SPÖ. Reihen Sie sich ein?! (Abg. Dr. Fekter: Wenn Pilz einen Funken Anstand hat, soll er zurücktreten!)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt habe ich den Entschließungsantrag vergessen, aber das wird meine Kollegin später noch machen. – Danke, Frau Präsidentin. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Fekter.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich finde, dass die Kontrollrechte des Parlaments ein ureigenstes Recht sind, das es zu schützen gilt und wofür man alles tun muss, damit das Parlament das auch machen kann. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Mich stört ein wenig (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) – Sie sind genau die Richtige mit dem Zwischenruf –, wie mit diesen Kontrollrechten und wie mit diesen Untersuchungsausschüssen umgegangen wird. (Abg. Dr. Fekter: Uns auch! – Abg. Mag. Kukacka: Vom Pilz!)
Abg. Dr. Fekter: Uns auch! – Abg. Mag. Kukacka: Vom Pilz!
Mich stört ein wenig (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) – Sie sind genau die Richtige mit dem Zwischenruf –, wie mit diesen Kontrollrechten und wie mit diesen Untersuchungsausschüssen umgegangen wird. (Abg. Dr. Fekter: Uns auch! – Abg. Mag. Kukacka: Vom Pilz!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Frau Kollegin Fekter, Sie tragen da hohe Verantwortung. Wenn Sie sich für eine Strategie hergeben, die im Endeffekt so aussehen könnte, dass man diese Arbeit der Untersuchungsausschüsse einfach schlechtmacht, dass man versucht, zu skandalisieren, dass man versucht, hier so zu tun, als ob ein Untersuchungsausschuss etwas wäre, das es am besten nicht geben sollte (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) – auf dieser Seite stehen wir nicht. Das möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Frau Kollegin Fekter, Sie tragen da hohe Verantwortung. Wenn Sie sich für eine Strategie hergeben, die im Endeffekt so aussehen könnte, dass man diese Arbeit der Untersuchungsausschüsse einfach schlechtmacht, dass man versucht, zu skandalisieren, dass man versucht, hier so zu tun, als ob ein Untersuchungsausschuss etwas wäre, das es am besten nicht geben sollte (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) – auf dieser Seite stehen wir nicht. Das möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist der Verfahrensanwalt des Ausschusses! Einstimmig gewählt!
Wenn ich mich richtig erinnere, ist das Ihr Verfahrensanwalt. Und wenn ich mich richtig erinnere, ist das nicht irgendjemand, sondern jemand, der eine ganz wichtige Aufgabe zum Funktionieren dieses Ausschusses zu erfüllen hat. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist der Verfahrensanwalt des Ausschusses! Einstimmig gewählt!)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist Ihr Verfahrensanwalt!
Und was er weiters im „Kurier“ hinzufügt, ist (Abg. Mag. Kukacka: Das ist Ihr Verfahrensanwalt!): Er plädiert dafür, dass das Ministerium in Zukunft begründet, warum gewisse Passagen nicht dem Ausschuss übergeben werden.
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dass das, bitte, hier die Aufgabe von allen – auch von Ihnen als Finanzminister, aber auch die des Untersuchungsausschusses – erleichtern und auch verbessern würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Absatz 4 vorlesen!
„Im Ergebnis bedeutet dies, dass der Steuerakt ,Steininger‘ dem Ausschuss vollständig und ohne Unkenntlichmachungen vorzulegen ist.“ (Abg. Dr. Fekter: Absatz 4 vorlesen!) – Auch für Sie, Frau Abgeordnete Fekter, noch einmal:
Abg. Dr. Fekter: Absatz 4 vorlesen!
Dr. Mayer sagt: „Im Ergebnis bedeutet dies, dass der Steuerakt ,Steininger‘ dem Ausschuss vollständig und ohne Unkenntlichmachungen vorzulegen ist.“ (Abg. Dr. Fekter: Absatz 4 vorlesen!) „Eine Ausnahme könnte allenfalls dann Platz greifen, wenn der Steuerakt Aktenstücke enthält, die offensichtlich in keinem wie immer gearteten Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand stehen können.“ (Abg. Dr. Fekter: Genau!) – Dazu bekennen wir uns.
Abg. Dr. Fekter: Genau!
Dr. Mayer sagt: „Im Ergebnis bedeutet dies, dass der Steuerakt ,Steininger‘ dem Ausschuss vollständig und ohne Unkenntlichmachungen vorzulegen ist.“ (Abg. Dr. Fekter: Absatz 4 vorlesen!) „Eine Ausnahme könnte allenfalls dann Platz greifen, wenn der Steuerakt Aktenstücke enthält, die offensichtlich in keinem wie immer gearteten Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand stehen können.“ (Abg. Dr. Fekter: Genau!) – Dazu bekennen wir uns.
Abg. Dr. Fekter: Eh nicht! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Fekter und Strache.
Wo liegt da das Problem? (Abg. Dr. Fekter: Eh nicht! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Fekter und Strache.) – Ja! Das ist ein richtiger Standpunkt, und es ist das, wo wir eigentlich – ich komme mir hier schon wie ein Mediator vor – alle miteinander einer Meinung sein könnten.
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich will die Durchfinanzierung der dritten Zähne, die Kosten dafür, nicht wissen, sondern ich will das wissen, was Klubobmann Van der Bellen als Beispiel angesprochen hat. Und ich glaube, dass es auch im Interesse der ÖVP-Vertreter im Untersuchungsausschuss ist, das zu wissen, oder, Frau Abgeordnete Fekter? – Jetzt schweigen Sie. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Das wäre doch wirklich im Zentrum der Überlegungen, und genau das soll es sein.
Abg. Lentsch: Ja, eh!
Ich glaube, das wäre es dann, dann bräuchten wir uns hier im Plenum nicht mehr zu treffen! Die ganze Diskussion gehört ja sowieso primär in den Untersuchungsausschuss (Abg. Lentsch: Ja, eh!), aber dann bräuchten wir uns hier auch nicht mehr zu treffen.
Abg. Murauer: Was hat sich als wahr herausgestellt?
Hier geht es um Milliarden von Euro an Steuergeldern, hier geht es um die größte Anschaffung in der Zweiten Republik, seit 1945. All das, wovor wir gewarnt haben, all das, worauf wir hingewiesen haben, hat sich dank der Arbeit des Untersuchungsausschusses als wahr herausgestellt. Und ich bin daher daran interessiert ... (Abg. Murauer: Was hat sich als wahr herausgestellt?) – Weil es die größte Verschwendung von Steuergeld seit 1945 ist, wenn Sie es genau wissen wollen, Herr Abgeordneter Murauer! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Geben Sie einmal kurz den Steuerknüppel aus der Hand und diskutieren Sie einmal in aller Ruhe!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hier geht es um Milliarden von Euro an Steuergeldern, hier geht es um die größte Anschaffung in der Zweiten Republik, seit 1945. All das, wovor wir gewarnt haben, all das, worauf wir hingewiesen haben, hat sich dank der Arbeit des Untersuchungsausschusses als wahr herausgestellt. Und ich bin daher daran interessiert ... (Abg. Murauer: Was hat sich als wahr herausgestellt?) – Weil es die größte Verschwendung von Steuergeld seit 1945 ist, wenn Sie es genau wissen wollen, Herr Abgeordneter Murauer! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Geben Sie einmal kurz den Steuerknüppel aus der Hand und diskutieren Sie einmal in aller Ruhe!
Beifall bei der SPÖ.
Davon rücken wir nicht ab! Das ist unsere Meinung – Koalition hin, Koalition her –, dazu bekennen wir uns, und das werden wir immer wieder sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Gut so, genau!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Herr Kollege Cap, wenn Sie sich hier herausstellen und seine Wichtigkeit als Instrument und den Prüfauftrag des Ausschusses hervorheben, warum hat dann gerade Ihr Minister Darabos das Koziol-Gutachten nicht „herausgerückt“, obwohl es einen einstimmigen Beschluss gab? (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Gut so, genau!)
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die nur vollstreckende ...!
Es ist in Wissenschaft und Lehre unbestritten – unbestritten!, nur Herr Pilz hat eine andere Meinung –, dass die ersuchte Behörde nur jene Akten übermitteln darf, die vom Prüfauftrag umfasst sind. Das Koziol-Gutachten war auf alle Fälle davon umfasst, und das hat Darabos nicht „herausgerückt“. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Aber die nur vollstreckende ...!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Weil hier von den Schwärzungen die Rede ist: Aufgrund der Unterlagen, die wir haben, darf die Behörde diese Dinge nicht übermitteln! Sie unterliegen dem Amtsgeheimnis und bei einem Steuerakt auch dem Steuergeheimnis und dem Datenschutz (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!), wenn es unbeteiligte Dritte betrifft, die geschützt werden müssen, und es nicht vom Prüfauftrag umfasst ist.
Abg. Dr. Stummvoll: Pilz kann das nicht!
Also, ich habe hier ein Datenblatt, da sind beispielsweise die Kontonummern angeführt. Ich habe die Handelsakademie besucht, ich kann Buchhaltung, ich kann auch eine Bilanz lesen. (Abg. Dr. Stummvoll: Pilz kann das nicht!) Das scheint aber Herr Pilz nicht zu können, und, Herr Professor, von Ihnen hätte ich es erwartet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Soll ich Buchhaltung studieren?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Soll ich Buchhaltung studieren?
Also, ich habe hier ein Datenblatt, da sind beispielsweise die Kontonummern angeführt. Ich habe die Handelsakademie besucht, ich kann Buchhaltung, ich kann auch eine Bilanz lesen. (Abg. Dr. Stummvoll: Pilz kann das nicht!) Das scheint aber Herr Pilz nicht zu können, und, Herr Professor, von Ihnen hätte ich es erwartet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Soll ich Buchhaltung studieren?)
Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!
Sie hätten wissen müssen, dass sich hinter den Kontonummern 600, 620 et cetera bis 690 die Dienstnehmerdaten verbergen, nämlich Löhne, Gehälter, Aufwendungen für Abfertigungen, lohnabhängige Abgaben (Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!), gehaltsabhängige Sozialabgaben, freiwillige Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge et cetera. Und genau das ist geschwärzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!) Und darin wollen Sie schnüffeln: bei Dienstnehmerdaten?! – Das halte ich für ungeheuerlich! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!
Sie hätten wissen müssen, dass sich hinter den Kontonummern 600, 620 et cetera bis 690 die Dienstnehmerdaten verbergen, nämlich Löhne, Gehälter, Aufwendungen für Abfertigungen, lohnabhängige Abgaben (Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!), gehaltsabhängige Sozialabgaben, freiwillige Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge et cetera. Und genau das ist geschwärzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!) Und darin wollen Sie schnüffeln: bei Dienstnehmerdaten?! – Das halte ich für ungeheuerlich! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Sie hätten wissen müssen, dass sich hinter den Kontonummern 600, 620 et cetera bis 690 die Dienstnehmerdaten verbergen, nämlich Löhne, Gehälter, Aufwendungen für Abfertigungen, lohnabhängige Abgaben (Abg. Dr. Stummvoll: Da wollen die Grünen hineinschauen! – Abg. Ing. Westenthaler: Schnüffel, schnüffel!), gehaltsabhängige Sozialabgaben, freiwillige Sozialabgaben, Krankenversicherungsbeiträge et cetera. Und genau das ist geschwärzt! (Abg. Ing. Westenthaler: Da soll geschnüffelt werden!) Und darin wollen Sie schnüffeln: bei Dienstnehmerdaten?! – Das halte ich für ungeheuerlich! (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP
ber, Herr Professor Mayer (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP) – genau so publiziert. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Darmann.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Darmann.
ber, Herr Professor Mayer (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP) – genau so publiziert. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Darmann.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Kontrolle existiert nicht für Sie! Kontrolle ist ein Fremdwort, Frau Fekter!
Professor Mayer hat gemeinsam mit anderen Verfassungsrechtlern eine Publikation verfasst mit dem Titel „Untersuchungsausschüsse und Rechtsstaat“. (Die Rednerin hält ein Exemplar des erwähnten Buches in die Höhe.) Darin ist ganz klar die herrschende Lehrmeinung angeführt, dass nämlich die ersuchte Behörde – und nur diese! – zu prüfen hat, ob sie etwas „herausrücken“ darf oder nicht. (Abg. Dr. Van der Bellen: Kontrolle existiert nicht für Sie! Kontrolle ist ein Fremdwort, Frau Fekter!) – Nein, Herr Professor!
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Blödsinn!
Allein aufgrund der Verurteilung von Herrn Pilz ist es gut, dass die Verfassung das konkret so vorsieht. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Blödsinn!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie vielleicht nicht? – Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Pilz erlaubt sich unter dem Deckmantel der Immunität alles und jedes (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie vielleicht nicht? – Zwischenrufe bei der ÖVP), verletzt Gesetze nach der Reihe. Die Beamten können diese Gesetzesverletzung nicht begehen, ohne der Amtshaftung zu unterliegen und schadenersatzpflichtig zu werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unerträglich ist das!) Daher schützt diese Bestimmung die Beamten davor, Amtshaftungs- oder Schadenersatzklagen befürchten zu müssen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unsinn!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Unerträglich ist das!
Herr Pilz erlaubt sich unter dem Deckmantel der Immunität alles und jedes (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie vielleicht nicht? – Zwischenrufe bei der ÖVP), verletzt Gesetze nach der Reihe. Die Beamten können diese Gesetzesverletzung nicht begehen, ohne der Amtshaftung zu unterliegen und schadenersatzpflichtig zu werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unerträglich ist das!) Daher schützt diese Bestimmung die Beamten davor, Amtshaftungs- oder Schadenersatzklagen befürchten zu müssen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unsinn!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Unsinn!
Herr Pilz erlaubt sich unter dem Deckmantel der Immunität alles und jedes (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie vielleicht nicht? – Zwischenrufe bei der ÖVP), verletzt Gesetze nach der Reihe. Die Beamten können diese Gesetzesverletzung nicht begehen, ohne der Amtshaftung zu unterliegen und schadenersatzpflichtig zu werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unerträglich ist das!) Daher schützt diese Bestimmung die Beamten davor, Amtshaftungs- oder Schadenersatzklagen befürchten zu müssen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Unsinn!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie auch!
Herr Abgeordneter Pilz erlaubt sich unter dem Deckmantel der Immunität alles. (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie auch!) Wenn er einen Funken Anstand hätte, dann würde er den Vorsitz im Untersuchungsausschuss zurücklegen. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Die Advokatin der Scheinheiligkeit! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Die Advokatin der Scheinheiligkeit! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Abgeordneter Pilz erlaubt sich unter dem Deckmantel der Immunität alles. (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie auch!) Wenn er einen Funken Anstand hätte, dann würde er den Vorsitz im Untersuchungsausschuss zurücklegen. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Mag. Kogler: Die Advokatin der Scheinheiligkeit! – Weitere Zwischenrufe.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Grünen und der ÖVP
Es ist eine Ungeheuerlichkeit – es ist eine Ungeheuerlichkeit! –, dass wir derzeit einen Untersuchungsausschuss-Vorsitzenden haben, der wegen Verletzung von Gesetzen im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuss rechtlich verurteilt ist (Rufe und Gegenrufe zwischen den Grünen und der ÖVP) – zugegebenermaßen nicht rechtskräftig, aber wenn er Anstand hätte, dann würde er zurücktreten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Ja, „sicher“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Ja, „sicher“!
Es ist eine Ungeheuerlichkeit – es ist eine Ungeheuerlichkeit! –, dass wir derzeit einen Untersuchungsausschuss-Vorsitzenden haben, der wegen Verletzung von Gesetzen im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuss rechtlich verurteilt ist (Rufe und Gegenrufe zwischen den Grünen und der ÖVP) – zugegebenermaßen nicht rechtskräftig, aber wenn er Anstand hätte, dann würde er zurücktreten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Ja, „sicher“!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie werden uns nicht vorschreiben, was Anstand ist!
Es ist ein klassischer Unvereinbarkeitsgrund, dass er derzeit ein Verfahren „am Hals hat“, das beweist, dass er sich nicht an Gesetze hält. (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie werden uns nicht vorschreiben, was Anstand ist!) – Herr Professor, zumindest die Verfassung müsste man einhalten, und die Verfassung besagt in § 53, dass die untersuchte Behörde die Akten zu prüfen hat. (Abg. Dr. Van der Bellen: Eben nicht!) – Ja natürlich!
Abg. Dr. Van der Bellen: Eben nicht!
Es ist ein klassischer Unvereinbarkeitsgrund, dass er derzeit ein Verfahren „am Hals hat“, das beweist, dass er sich nicht an Gesetze hält. (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie werden uns nicht vorschreiben, was Anstand ist!) – Herr Professor, zumindest die Verfassung müsste man einhalten, und die Verfassung besagt in § 53, dass die untersuchte Behörde die Akten zu prüfen hat. (Abg. Dr. Van der Bellen: Eben nicht!) – Ja natürlich!
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Ehrenbeleidigung! Wiederholen Sie das in der Öffentlichkeit und ...! Feigheit ist das!
Ihr habt ja bei Herrn Mayer ein Gutachten bestellt (die Rednerin hält erwähntes Gutachten in die Höhe), und in Ziffer 4 sagt dieser dezidiert – er bleibt bei der vorherrschenden Lehrmeinung: Herr Mayer widerspricht sich ja nicht selbst, er bleibt dabei (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Ehrenbeleidigung! Wiederholen Sie das in der Öffentlichkeit und ...! Feigheit ist das!) –, eine Ausnahme könnte sein, wenn in Steuerakten Daten sind, die nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun haben. Und Dienstnehmerdaten haben mit Sicherheit nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun, und daher wurden sie geschwärzt. (Abg. Heinisch-Hosek: Schreien Sie nicht so! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) – Herr Öllinger, Sie kennen sich mit Sicherheit nicht aus, wie das bei uns im Untersuchungsausschuss diskutiert wird. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Schreien Sie nicht so! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Ihr habt ja bei Herrn Mayer ein Gutachten bestellt (die Rednerin hält erwähntes Gutachten in die Höhe), und in Ziffer 4 sagt dieser dezidiert – er bleibt bei der vorherrschenden Lehrmeinung: Herr Mayer widerspricht sich ja nicht selbst, er bleibt dabei (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Ehrenbeleidigung! Wiederholen Sie das in der Öffentlichkeit und ...! Feigheit ist das!) –, eine Ausnahme könnte sein, wenn in Steuerakten Daten sind, die nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun haben. Und Dienstnehmerdaten haben mit Sicherheit nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun, und daher wurden sie geschwärzt. (Abg. Heinisch-Hosek: Schreien Sie nicht so! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) – Herr Öllinger, Sie kennen sich mit Sicherheit nicht aus, wie das bei uns im Untersuchungsausschuss diskutiert wird. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Ihr habt ja bei Herrn Mayer ein Gutachten bestellt (die Rednerin hält erwähntes Gutachten in die Höhe), und in Ziffer 4 sagt dieser dezidiert – er bleibt bei der vorherrschenden Lehrmeinung: Herr Mayer widerspricht sich ja nicht selbst, er bleibt dabei (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Ehrenbeleidigung! Wiederholen Sie das in der Öffentlichkeit und ...! Feigheit ist das!) –, eine Ausnahme könnte sein, wenn in Steuerakten Daten sind, die nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun haben. Und Dienstnehmerdaten haben mit Sicherheit nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun, und daher wurden sie geschwärzt. (Abg. Heinisch-Hosek: Schreien Sie nicht so! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) – Herr Öllinger, Sie kennen sich mit Sicherheit nicht aus, wie das bei uns im Untersuchungsausschuss diskutiert wird. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Scheinheilig! Das ist eine Spezialität von ihr!
Daher ist es rechtens, wenn sich die Beamten des Finanzamtes ansehen, was etwas mit dem Untersuchungsauftrag zu tun hat (Abg. Mag. Kogler: Scheinheilig! Das ist eine Spezialität von ihr!), das übermitteln sie, und wenn es nichts mit dem Untersuchungsauftrag zu tun hat, dann schwärzen sie es zum Schutz unbeteiligter Dritter.
Abg. Öllinger: Hallo!
Es ist für mich schon erschreckend, wie die Grünen den Datenschutz über Bord werfen, wie sie die Rechtsordnung inklusive der Verfassung insgesamt über Bord werfen, nur damit sie eine populistische Ansage haben, dass sie den Finanzminister und Vizekanzler anpatzen können. Wie der Herr Professor sich hier herausstellt und nur Halbwahrheiten verbreitet (Abg. Öllinger: Hallo!), das ist in Wirklichkeit für mich das Empörende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist für mich schon erschreckend, wie die Grünen den Datenschutz über Bord werfen, wie sie die Rechtsordnung inklusive der Verfassung insgesamt über Bord werfen, nur damit sie eine populistische Ansage haben, dass sie den Finanzminister und Vizekanzler anpatzen können. Wie der Herr Professor sich hier herausstellt und nur Halbwahrheiten verbreitet (Abg. Öllinger: Hallo!), das ist in Wirklichkeit für mich das Empörende. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall beim BZÖ.
Denn der Herr Professor hätte vom Mayer-Gutachten ohne Weiteres auch die Ziffer 4 vorlesen können, so wie Kollege Cap es dann doch noch getan und damit die Kurve gekratzt hat. Aber, Herr Kollege Cap, die Kurve haben Sie nicht gekriegt, als Darabos uns das Koziol-Gutachten verheimlicht hat. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Dr. Fekter, ich habe nach der Rede des Herrn Abgeordneten Dr. Pilz gesagt, ich habe nichts gegen spitze Formulierungen, allerdings etwas dagegen, wenn Grenzen überschritten werden. So, wie ich vorhin den Ordnungsruf bezüglich „Verfassungsbruch“ erteilt habe, erteile ich Ihnen jetzt einen Ordnungsruf bezüglich der Unterstellung des Bruches der Rechtsordnung. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat! Sie hat den Wahrheitsbeweis angetreten! Er ist ja wirklich verurteilt!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja die Wahrheit, was sie gesagt hat! Sie hat den Wahrheitsbeweis angetreten! Er ist ja wirklich verurteilt!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Verehrte Damen und Herren von der ÖVP, regen Sie sich nicht so auf! Sie würden es ja auch verteidigen, wenn die alte Regierung einen Doppeldecker angeschafft hätte. – Auf Sie, Frau Kollegin Fekter, werde ich später noch einmal zu sprechen kommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich bin als Abgeordneter dieses Hohen Hauses zutiefst entsetzt über das Vorgehen des Bundesministers für Finanzen, dass uns derartige Akten vorgelegt werden. (Der Redner hält Akten in die Höhe.) Es handelt sich dabei um eine Zensur wie zu Zeiten Metternichs. Da fühlen Sie sich offensichtlich wohl bei Metternich. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Die Begründungen, welche seitens des Bundesministeriums dazu erfolgen, sind ja hanebüchen (Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie Anwalt oder nicht?): Dem BMF sei bis dato nicht bekannt, mit welcher Begründung diese Akten angefordert werden, insbesondere, in welchem Zusammenhang diese Anforderung mit dem Untersuchungsgegenstand steht.
Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie Anwalt oder nicht?
Ich bin als Abgeordneter dieses Hohen Hauses zutiefst entsetzt über das Vorgehen des Bundesministers für Finanzen, dass uns derartige Akten vorgelegt werden. (Der Redner hält Akten in die Höhe.) Es handelt sich dabei um eine Zensur wie zu Zeiten Metternichs. Da fühlen Sie sich offensichtlich wohl bei Metternich. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Die Begründungen, welche seitens des Bundesministeriums dazu erfolgen, sind ja hanebüchen (Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie Anwalt oder nicht?): Dem BMF sei bis dato nicht bekannt, mit welcher Begründung diese Akten angefordert werden, insbesondere, in welchem Zusammenhang diese Anforderung mit dem Untersuchungsgegenstand steht.
Abg. Murauer: Geh!
Sehr geehrter Herr Bundesminister, haben Sie Ihr Ministerium beziehungsweise Ihre Beamten nicht unter Kontrolle? Lesen Ihre Beamten keine Zeitungen, dass sie nicht wissen, welche Rolle der Waffenlobbyist Steininger bei der Draken-Nachfolge gespielt hat? Meine sehr geehrten Damen und Herren, Herr Steininger ist nicht irgendein Mustermaier aus Attnang-Puchheim, nicht irgendein Bürger, der brav seine Steuern zahlt, sondern die Schlüsselfigur in der Causa Eurofighter! (Abg. Murauer: Geh!) Herr Steininger ging im BMLV aus und ein. Er kannte die wichtigsten Personen; Sie wahrscheinlich auch alle. Herr Steininger ist der Trauzeuge des damaligen Kommandanten der Luftstreitkräfte, des jetzigen Air-Chief Wolf. Herr Steininger hat Frau Wolf den Gefallen getan, dass er ihr 87 600 € überwiesen hat, um ihre Firma vor dem Bankrott zu retten! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Bundesminister, haben Sie Ihr Ministerium beziehungsweise Ihre Beamten nicht unter Kontrolle? Lesen Ihre Beamten keine Zeitungen, dass sie nicht wissen, welche Rolle der Waffenlobbyist Steininger bei der Draken-Nachfolge gespielt hat? Meine sehr geehrten Damen und Herren, Herr Steininger ist nicht irgendein Mustermaier aus Attnang-Puchheim, nicht irgendein Bürger, der brav seine Steuern zahlt, sondern die Schlüsselfigur in der Causa Eurofighter! (Abg. Murauer: Geh!) Herr Steininger ging im BMLV aus und ein. Er kannte die wichtigsten Personen; Sie wahrscheinlich auch alle. Herr Steininger ist der Trauzeuge des damaligen Kommandanten der Luftstreitkräfte, des jetzigen Air-Chief Wolf. Herr Steininger hat Frau Wolf den Gefallen getan, dass er ihr 87 600 € überwiesen hat, um ihre Firma vor dem Bankrott zu retten! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kainz: Schreien Sie nicht so!
Meine Damen und Herren, beim Steuerakt des Herrn Steininger handelt es sich nicht um irgendeinen Steuerakt, sondern um den Akt jenes Mannes, der sich im Ausschuss der Aussage verweigert hat, dem nach wie vor eine Beugestrafe droht, der sich monatelang vor dem Untersuchungsausschuss in Thailand versteckt! Der Steuerakt dieser Schlüsselfigur und von Air-Chief Wolf wird dem Ausschuss vorenthalten! (Abg. Kainz: Schreien Sie nicht so!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz: Schreien Sie nicht so!
Herr Bundesminister, sehen Sie sich diese Akten einmal an, sehen Sie sich das an! (Der Redner hält abermals Akten in die Höhe.) Was soll ein Untersuchungsausschuss da untersuchen?! Vielleicht, mit welchem Edding-Stift das geschwärzt worden ist? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz: Schreien Sie nicht so!) Das sage ich Ihnen, Herr Bundesminister: Als Abgeordneter, als Vertreter des Souveräns hier in diesem Hause fühle ich mich zutiefst hinters Licht geführt! Ich fühle mich betrogen, das sage ich Ihnen ganz offen und ehrlich. Und: Die Argumentation des BMF ist scheinheilig und juristisch nicht nachvollziehbar! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, sehen Sie sich diese Akten einmal an, sehen Sie sich das an! (Der Redner hält abermals Akten in die Höhe.) Was soll ein Untersuchungsausschuss da untersuchen?! Vielleicht, mit welchem Edding-Stift das geschwärzt worden ist? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz: Schreien Sie nicht so!) Das sage ich Ihnen, Herr Bundesminister: Als Abgeordneter, als Vertreter des Souveräns hier in diesem Hause fühle ich mich zutiefst hinters Licht geführt! Ich fühle mich betrogen, das sage ich Ihnen ganz offen und ehrlich. Und: Die Argumentation des BMF ist scheinheilig und juristisch nicht nachvollziehbar! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Beim Steuerakt Rumpold, Frau Kollegin Fekter, hat es keine Schwärzungen gegeben. Ja, war das nicht im Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand? Warum hat man da keine Schwärzungen vorgenommen? Vielleicht weil Herr Rumpold früher, vor vielen Jahren einmal für die FPÖ gearbeitet hat? Ist das der Grund, meine Damen und Herren? Diese Vorgangsweise, Herr Bundesminister, haben Sie bis dato nicht erklären können. Mich und vor allem die Bevölkerung würde einmal schwer interessieren, welche Namen sich hinter diesen Schwärzungen überhaupt verstecken. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Rumpelstilzchen!
Ich merke immer wieder: Wenn es bei der ÖVP ein bisschen anstrengender wird – wenn sozusagen die Hälse lauter werden –, weiß ich, dass ich richtig liege, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Kukacka: Rumpelstilzchen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz – auf die Besuchergalerie weisend –: Die gehen weg!
„Von derartigen Fällen abgesehen besteht keine Befugnis der Behörde, die Vorlage von Aktenbestandteilen zu verweigern. Dies gilt insbesondere für Betriebsausgaben, die Herr Steininger im fraglichen Zeitraum getätigt hat; diese sind dem Ausschuss lückenlos vorzulegen.“ – Betonung auf lückenlos, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz – auf die Besuchergalerie weisend –: Die gehen weg!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz: Der „Souverän“!
Das ist nicht irgendein Wunsch ans Christkind, meine sehr geehrten Damen und Herren, sondern das ist eine Verpflichtung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kainz: Der „Souverän“!)
Abg. Mag. Kukacka: Wir sind nicht bei der Volksanwaltschaft!
Wir haben alle einmal gelernt – Frau Kollegin Fekter, Sie haben Jus studiert –, was die Volksanwaltschaft ist. Die Volksanwaltschaft ist ein Hilfsorgan des Nationalrates. (Abg. Mag. Kukacka: Wir sind nicht bei der Volksanwaltschaft!) Das heißt also, dass das Hilfsorgan des Nationalrates Akteneinsicht nehmen darf, aber der Nationalrat selbst, die Abgeordneten dürfen das nicht!? – Das ist doch hanebüchen! Seien Sie mir bitte nicht böse, da würden Sie auf der Universität vielleicht einen Ordnungsruf von einem Universitätsprofessor bekommen.
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas. Wenn Sie Herrn Universitätsprofessor Mayer zitieren, dann zitieren Sie ihn richtig, nicht mit veralteter Literatur, denn das haben wir auch auf der Universität gelernt: Man soll immer die aktuelle Literatur zitieren. Ansonsten heißt es, wie wir wissen: Nicht genügend, setzen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das sind eh eure Parteigänger! Lauter ehemalige FPÖ-ler!
Wir werden uns aber sicherlich nicht daran hindern lassen, diesen Beschaffungsvorgang bis ins Detail zu überprüfen, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn dazu sind wir unserem Volk, unserer Heimat und unseren Bürgern gegenüber im Sinne der Transparenz verpflichtet. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das sind eh eure Parteigänger! Lauter ehemalige FPÖ-ler!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Menschenrechte – gegenüber wem auch immer – auszuschalten! Das sollte man nicht außer Acht lassen! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Mag. Kogler: So hören Sie doch auf!
Herr Kollege Kogler, wie oft haben wir hier im Hohen Haus diskutiert, wenn es darum gegangen ist, sogar noch Rechtsbrecher ... (Abg. Mag. Kogler: So hören Sie doch auf!) Nein, ich höre nicht auf! Ich kann mich sehr gut erinnern!
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben diskutiert, als es um Rasterfahndungen, um Schleierfahndungen oder um Telefonüberwachungen gegen Verbrecher und um den Lauschangriff gegangen ist. Da waren die Grünen hier die Ersten, die gesagt haben, dass Menschenrechte nicht missachtet werden dürfen, dass Staatsbürgerrechte wichtig sind und nicht missachtet werden dürfen und dass das Sicherheitsinteresse der Bürger nicht über die Einzelinteressen der Menschenrechte solcher Verdächtiger und Straftäter gestellt werden darf. – Das waren Ihre Worte hier im Hohen Haus! Offenbar sind Ihnen die Rechte jedes Drogendealers wichtiger als die Rechte einer unbescholtenen Auskunftsperson in einem Untersuchungsausschuss! Das soll hier auch einmal geklärt werden. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Herr Kollege! Wer hat noch kassiert?
Meine Damen und Herren! Genau darum geht es. Selbstverständlich muss, wenn rechtswidrig gehandelt wurde, aufgeklärt werden. (Abg. Mag. Kogler: Herr Kollege! Wer hat noch kassiert?) Herr Kollege, wenn es strafrechtliche Handlungen gegeben hat, dann gibt es in einem Rechtsstaat eine Instanz dafür, die das zu beurteilen und auch entsprechend abzuurteilen hat: Das sind nicht Sie, das sind nicht wir hier, und das ist auch nicht der Untersuchungsausschuss, sondern das sind die Gerichte der Republik Österreich! Diese allein haben über Schuld und Nichtschuld von Staatsbürgern und von Menschen in diesem Land zu entscheiden, und sonst niemand! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Legen Sie Ihre Parteispenden offen!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Legen Sie Ihre Parteispenden offen!
Meine Damen und Herren! Genau darum geht es. Selbstverständlich muss, wenn rechtswidrig gehandelt wurde, aufgeklärt werden. (Abg. Mag. Kogler: Herr Kollege! Wer hat noch kassiert?) Herr Kollege, wenn es strafrechtliche Handlungen gegeben hat, dann gibt es in einem Rechtsstaat eine Instanz dafür, die das zu beurteilen und auch entsprechend abzuurteilen hat: Das sind nicht Sie, das sind nicht wir hier, und das ist auch nicht der Untersuchungsausschuss, sondern das sind die Gerichte der Republik Österreich! Diese allein haben über Schuld und Nichtschuld von Staatsbürgern und von Menschen in diesem Land zu entscheiden, und sonst niemand! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Legen Sie Ihre Parteispenden offen!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Für einen Untersuchungsausschuss gelten andere Regeln, das wissen Sie doch, Herr Scheibner!
Herr Kollege Van der Bellen, da gibt es einen Abs. 2: „Ebenso ist zu bestrafen, wer als Mitglied eines Ausschusses gemäß Art. 53 B-VG“ – das ist der Untersuchungsausschuss – ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Für einen Untersuchungsausschuss gelten andere Regeln, das wissen Sie doch, Herr Scheibner!) Das weiß ich. – Ich wiederhole Abs. 2:
Abg. Dr. Van der Bellen: Es ist ohnedies alles geschwärzt!
Nun sagt das eine Gericht, dass Geheimnisse verletzt wurden. § 310 Strafgesetzbuch, Herr Kollege Van der Bellen, ist hier relevant! Für das, was hier regelmäßig passiert und was Sie anscheinend überhaupt nicht interessiert, dass nämlich private Daten veröffentlicht werden, ist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorgesehen. Und was geschieht, wenn sich der Herr Ausschussvorsitzende Pilz dann noch in der Zeitung mit dem Steuerakt fotografieren lässt? (Abg. Dr. Van der Bellen: Es ist ohnedies alles geschwärzt!) Egal, ob geschwärzt oder nicht! Sie sehen ja, dass nicht alles geschwärzt ist! Handelt es sich dabei nicht um das Weitergeben von vertraulichen Informationen? Und geht es dabei nur um diese eine Seite?
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, darum geht es uns: In Österreich gibt es leider eine Politjustiz, aber nicht eine Justiz, die politisch urteilt. Die Justiz urteilt korrekt. Allerdings gibt es in diesem Land Politiker, die sich Justizaufgaben anmaßen, und das sind in erster Linie Sie, meine Damen und Herren von den Grünen, aber auch von der Sozialdemokratie! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Wenn es um Ihre Angelegenheiten geht, dann ist all das nicht so tragisch. Wenn Herr Darabos, der ein Verwaltungsorgan ist und verpflichtet ist, dem Ausschuss alle Unterlagen herauszugeben, ein Gutachten, das ihm anscheinend nicht passt, nicht herausgibt, dann ist das überhaupt kein Problem. Das gilt als selbstverständlich, denn Sie werden ja nicht Ihre Verhandlungspositionen schwächen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Da muss man erst einmal recherchieren!
Ich sage es noch einmal: Wenn es klare Vorwürfe gibt, dass es in diesem Zusammenhang strafrechtlich relevante Delikte gegeben hat, dann soll es sofort einen Bericht an die Justiz geben. Das ist die Aufgabe des Untersuchungsausschusses. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da muss man erst einmal recherchieren!) Richtig, Herr Kollege Van der
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kogler! Wo ist der Antragsteller? Ist er schon wieder bei Gericht?
Darum geht es: Ein Untersuchungsausschuss und parteipolitisch motivierte Aktionen dürfen nicht den Rechtsstaat außer Kraft setzen. Untersuchung ja, Aufklärung ja, die Inquisition lassen wir aber in den Geschichtsbüchern! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kogler! Wo ist der Antragsteller? Ist er schon wieder bei Gericht?)
Beifall bei den Grünen.
Es liegt der massive Verdacht vor, dass es hier zu unzulässigen Geldzuwendungen gekommen ist. Und jetzt ist das noch gar nicht der Vorwurf als solcher, sondern es geht darum, dass dieses Haus hier mit Mehrheit – daran sollten Sie sich auch erinnern! – einen Auftrag an uns beschlossen hat. Es soll nicht behauptet werden, dass es so war, diese Sache wurde aber ausdrücklich mit einem Beweisauftrag versehen, der auf einem hier beschlossenen Antrag fußt, diesen Zahlungen nachzugehen. Nichts anderes ist es. Ich meine, es ist wirklich primitive Nebelwerferei, hier mit Menschenrechten herumzufuchteln! Das ist wirklich ein absurder Vorgang, und es ist schade um jede Protokollzeile, die Sie damit verbrauchen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Morak: Herr Kogler, was machen wir jetzt mit dem Koziol-Gutachten? Gibt es dazu eine Antwort oder nicht?
So etwas Ähnliches spielt sich im Ausschuss auch dann ab, wenn sich die ÖVP dort – übrigens sehr wortreich – beteiligt. Aber es wird halt nichts nützen. Das Einzige, was wir lernen, ist, dass der Scheinheiligenschein offensichtlich zum neuen Parteiabzeichen der ÖVP avanciert ist, und leider wurden Sie, Herr Vizekanzler, diesem Verdacht und diesem Ruf mit Ihrer Beantwortung heute hier auch gerecht. (Abg. Morak: Herr Kogler, was machen wir jetzt mit dem Koziol-Gutachten? Gibt es dazu eine Antwort oder nicht?)
Beifall bei den Grünen.
geht, sondern sinnvollerweise nur dann, wenn es um Unbeteiligte beziehungsweise solche geht, die sich hier nicht wehren können. Das wäre ordnungsrufwürdig. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.
Ich bedanke mich nochmals für den Zwischenruf betreffend das Koziol-Gutachten, auf den ich jetzt eingehe, bevor wir uns dem Herrn Bundesminister und seiner Anfragebeantwortung zuwenden. Der Ausschuss hat einstimmig die Herausgabe der Gutachten beziehungsweise Teilgutachten beantragt. Die Ausschussmeinung ist völlig klar: Es handelt sich hiebei um Unterlagen, die im Zuge der Bundesvollziehung erstellt wurden. Seien Sie doch nicht kindisch: Herr Minister Darabos hat nicht eine Nachtkästchen-Lektüre geordert, weil er von diesem Thema nicht mehr genug bekommen kann! Er hat dieses Gutachten nicht als Privatperson angefordert, um sich irgendwie daran zu delektieren, sondern um – wie wir jedenfalls hoffen – diesen Beschaffungsvorgang auch im Nachhinein so zu bewerten, dass daraus eine politische Haltung gestärkt werden kann. Wir hoffen jedenfalls noch auf diese politische Haltung Ihrerseits! Konkret geht es jetzt aber darum, dass natürlich völlig unbestritten ist, jedenfalls aus meiner Sicht, dass für das Parlament völlig unbestritten sein muss, dass diese Unterlagen zu übermitteln sind. Einen Privatminister werden auch Sie nicht erfinden! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.)
Beifall bei den Grünen.
weil es geschwärzt ist, offensichtlich nicht Untersuchungsgegenstand ist. Und da sind wir genau beim Kern des Problems: Es muss der Ausschuss selbst zumindest eine Mitsprachemöglichkeit darüber haben, was nun zum Untersuchungsgegenstand gehört oder nicht, sonst führt sich nämlich das ganze U-Ausschussverfahren ad absurdum. Das müssen doch auch Sie, wenn Sie ein bisschen ehrlich sind, nachvollziehen können! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz legt ein Schriftstück auf das Rednerpult.
Es ist doch ganz einfach und passt ins Bild: Seit Jahren versuchen Sie, wo Sie nur können, das Parlament mit Ihrer Mehrheit an diesen Aufklärungen zu behindern, und zwar schon im Rechnungshofausschuss: Alle Fragen waren auf dem Tisch, und alles wurde abgedreht. (Abg. Brosz legt ein Schriftstück auf das Rednerpult.) – Vielen Dank, Herr Kollege Brosz, aber wir haben uns darauf verständigt, dass den Antrag die Nachrednerin oder der Nachredner einbringt!
Beifall bei den Grünen.
Jetzt, da die Mehrheit zumindest vorübergehend etwas ermöglicht hat, betreiben Sie nichts anderes als die konsequente Fortsetzung Ihrer parteipolitischen Linie. Eines geht aber nicht, Herr Vizekanzler: Dass Sie das Amt des Finanzministers dazu missbrauchen, das Parlament am Aufklären zu hindern! Das geht nicht, und das betreiben Sie, und das haben Sie in Ihrer Antwort auch ausgedrückt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
(Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber das hat es halt nicht gespielt, und es schaut jetzt eben so aus, meine sehr geehrten Damen und Herren! – Die Öffentlichkeit vermutet zu Recht Schmutz unter dieser Schwärzung, und das wird aufgeklärt werden. Das ist ganz klar und eindeutig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Wir auch!
Über diese Unterstützung freuen wir uns. Ich hätte ja gehofft, dass Herr Dr. Schüssel vielleicht auch selbst das Wort ergreift (Abg. Dr. Jarolim: Wir auch!), aber immerhin: Das ist eine Unterstützung, und ich hoffe, dass Dr. Schüssel auf den Finanzminister einwirkt, was die „rückhaltlose Aufklärung“ betrifft.
Abg. Eßl: Was ist mit dem Gusenbauer? Welche Berater hat Gusenbauer gehabt?
Tatsache ist – und das ist nicht geschwärzt –, dass 12 Monate vor Lieferung des ersten Flugzeuges die Lizenzen hätten hier sein müssen. (Abg. Eßl: Was ist mit dem Gusenbauer? Welche Berater hat Gusenbauer gehabt?)
Abg. Strache: Die Listen wollen wir einmal sehen! Endlich einmal die Listen transparent machen! Die Listen der Gegengeschäfte! – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Aber ich appelliere auch an den Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Der hat auch eine Verantwortung, der war bei dem ominösen Frühstück auch dabei. Mit ihm werden wir noch über die Gegengeschäfte reden. (Abg. Strache: Die Listen wollen wir einmal sehen! Endlich einmal die Listen transparent machen! Die Listen der Gegengeschäfte! – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?
Das Paradegegengeschäft mit FACC, wo ja selbst EADS von Beginn an schon gesagt hat, das ist schon vierzig Tage vor dem Stichtag erledigt gewesen, ist ja inzwischen auch zerbröselt, denn niemand anderer als der Co-Eigentümer ... (Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal den Herrn Androsch unter Wahrheitspflicht!
Androsch: „Mit uns sind ja Gegengeschäfte nicht vereinbart worden. Das waren ganz normale bilaterale Geschäfte.“ (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal den Herrn Androsch unter Wahrheitspflicht!)
Abg. Lentsch: Vor Ihnen sicher nicht!
Für Frau Fekter hätte ich nur – sie ist jetzt geflüchtet (Abg. Lentsch: Vor Ihnen sicher nicht!) – eine einzige, aber nicht unwichtige Sache: Sie bestreitet ja öffentlich – in Sitzungen, überall, wo sie nur kann –, dass Herr Steininger an Vertragsverhandlungen für Eurofighter teilgenommen hat. Es lässt sie bisher auch völlig unbeeindruckt, dass es ja ein Dokument gibt, wo nachnominiert wird und von Eurofighter an die Republik geschrieben wird:
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Wenn Sie in einer Zeitung behaupten, Steininger sei später dazugekommen: Da ist der Gegenbeweis! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Und weil Herr Westenthaler auch noch etwas zwischenruft: In der „Wiener Zeitung“ vom 31.5.2006 sagen Sie in einem Interview, natürlich hätten Sie Fehler gemacht. – Das ist im Jahr 2006! Wovon Sie derzeit leben, fragt die „Wiener Zeitung“. Westenthaler: „Ich werde sozialversichert sein, und zwar zu sehr geringfügigen Bezügen. Das wird über die Werbeagentur Rumpolds laufen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist falsch! – Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider falsch!
Also wenn die Rumpolds zu Ihnen, Herr Westenthaler, einigermaßen so großzügig waren, wie zu sich selbst, dann brauchen wir uns um Sie keine Sorgen zu machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist leider falsch!)
Abg. Mag. Kogler: Der Antragsteller ...!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Professor Van der Bellen, ich bin eigentlich schwer verstört darüber, in welcher Form Sie jetzt hier ein Gerichtsurteil bagatellisiert haben (Abg. Mag. Kogler: Der Antragsteller ...!) – ein Gerichtsurteil, das deswegen so wesentlich ist, weil es jetzt nachweist, dass in einem Höchstmaß Vertrauen, das in Ausschüsse zu setzen ist, gebrochen wurde, und zwar vom Ausschussvorsitzenden, Kollegem Pilz von Ihrer Partei.
Abg. Mag. Kogler: Sie sind im Ausschuss diskutiert worden!
Wenn man sich die Website anschaut – und das kann jeder tun, denn es ist dort noch immer alles zu finden –, dann stellt man – wenn es einem um Datenschutz und um das Steuergeheimnis ernst ist – mit großem Schrecken fest, dass da Rechnungen eins zu eins abgebildet werden, die für jedermann nachvollziehbar sind, Rechnungen, die Dritte betreffen, die mit dem Verfahren überhaupt nichts zu tun haben, Herr Professor Van der Bellen! (Abg. Mag. Kogler: Sie sind im Ausschuss diskutiert worden!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben das gestaltet, Kolleginnen und Kollegen auch von der grünen Fraktion, auch von der freiheitlichen Fraktion! Wir haben es gestaltet, und wir haben eine Pflicht den Österreicherinnen und Österreichern gegenüber, das, was wir hier selbst als Gesetzgeber gestalten, auch ernst zu nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sind Sie jetzt an einer Aufklärung interessiert oder nicht?
ten, mit Füßen zu treten, Herr Professor! (Abg. Dr. Van der Bellen: Sind Sie jetzt an einer Aufklärung interessiert oder nicht?)
Abg. Dr. Van der Bellen: „Mit letzter Konsequenz“, was heißt das?
Ich sage Ihnen: Das mag Ihre Partei tun, das mögen die Freiheitlichen tun: Wir werden uns mit letzter Konsequenz dagegenstellen. (Abg. Dr. Van der Bellen: „Mit letzter Konsequenz“, was heißt das?)
Abg. Dr. Van der Bellen: „Schamlos“? Hat er ja nicht! Das ist alles öffentlich, nur nicht in dieser Form!
Was mich als Nächstes völlig fassungslos gemacht hat: Sie finden keine kritischen Worte dazu, dass ein Ausschussvorsitzender Ihrer Partei schamlos geheime Dokumente auf seine Website stellt und am 19. April in der „Zeit im Bild 2“ mit solchen Dokumenten in die Kamera wachelt! (Abg. Dr. Van der Bellen: „Schamlos“? Hat er ja nicht! Das ist alles öffentlich, nur nicht in dieser Form!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: So wird jedenfalls der Eurofighter-Beschaffungsvorgang nicht aufgeklärt werden!
Ich sage Ihnen: Ein Glück, dass da die Beamten ihre Pflicht getan haben und das ausgeschwärzt haben, was Dritte dann in ein Verfahren gezogen hätte, mit dem sie nichts zu tun haben. – Das ist unsere Pflicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: So wird jedenfalls der Eurofighter-Beschaffungsvorgang nicht aufgeklärt werden!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie sind an einer Aufklärung völlig desinteressiert!
Und ich sage Ihnen noch etwas, Herr Professor! (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie sind an einer Aufklärung völlig desinteressiert!) – Hören Sie bitte zu, es kann nur nützlich sein! (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie haben mir keine Sekunde zugehört!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie haben mir keine Sekunde zugehört!
Und ich sage Ihnen noch etwas, Herr Professor! (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie sind an einer Aufklärung völlig desinteressiert!) – Hören Sie bitte zu, es kann nur nützlich sein! (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie haben mir keine Sekunde zugehört!)
Abg. Sburny: Der Minister versteckt sich ja hinter den Beamten!
Ich sage Ihnen noch etwas: Wenn wir – wie Sie das getan haben – die Beamten, die ihre Pflicht tun, nicht schützen ... (Abg. Sburny: Der Minister versteckt sich ja hinter den Beamten!) Es ist nicht so, dass der Beamte das Recht hat zu entscheiden, nein, er hat die Pflicht zu entscheiden! (Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: Der Minister ist verantwortlich, nicht die Beamten sind verantwortlich! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: Der Minister ist verantwortlich, nicht die Beamten sind verantwortlich! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Ich sage Ihnen noch etwas: Wenn wir – wie Sie das getan haben – die Beamten, die ihre Pflicht tun, nicht schützen ... (Abg. Sburny: Der Minister versteckt sich ja hinter den Beamten!) Es ist nicht so, dass der Beamte das Recht hat zu entscheiden, nein, er hat die Pflicht zu entscheiden! (Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Sburny: Der Minister ist verantwortlich, nicht die Beamten sind verantwortlich! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Sburny: Gibt es jetzt eine Ministerverantwortlichkeit oder eine Beamtenverantwortlichkeit? Entschuldigen Sie, aber das ist ein Schwachsinn, was Sie da sagen!
Die Exekutive ist an den Legalitätsgrundsatz gebunden und ist daher dazu verpflichtet! (Abg. Sburny: Gibt es jetzt eine Ministerverantwortlichkeit oder eine Beamtenverantwortlichkeit? Entschuldigen Sie, aber das ist ein Schwachsinn, was Sie da sagen!) Ich sage Ihnen noch etwas – auch daran ist Ihre Fraktion beteiligt –: Wenn wir das Bankgeheimnis, das keinen Durchbrechungstatbestand für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss darstellt – oder? Geben Sie mir da recht? (Abg. Sburny: Das ist ein fürchterlicher Unsinn, was Sie da sagen! Das ist reine Hetze, was Sie betreiben!)
Abg. Sburny: Das ist ein fürchterlicher Unsinn, was Sie da sagen! Das ist reine Hetze, was Sie betreiben!
Die Exekutive ist an den Legalitätsgrundsatz gebunden und ist daher dazu verpflichtet! (Abg. Sburny: Gibt es jetzt eine Ministerverantwortlichkeit oder eine Beamtenverantwortlichkeit? Entschuldigen Sie, aber das ist ein Schwachsinn, was Sie da sagen!) Ich sage Ihnen noch etwas – auch daran ist Ihre Fraktion beteiligt –: Wenn wir das Bankgeheimnis, das keinen Durchbrechungstatbestand für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss darstellt – oder? Geben Sie mir da recht? (Abg. Sburny: Das ist ein fürchterlicher Unsinn, was Sie da sagen! Das ist reine Hetze, was Sie betreiben!)
Abg. Mag. Kogler: Das Bankgeheimnis ...!
Das Bankgeheimnis stellt keinen Durchbrechungstatbestand dar. Das ist im Gesetz so geregelt, und das wurde so auch ausreichend begutachtet. (Abg. Mag. Kogler: Das Bankgeheimnis ...!) Wenn Sie dann in Ausschüssen Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank vorladen, um sie zu befragen, und sie dann stundenlang unter Druck setzen (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich?), immer mit der Absicht, dass die dann in diesen Ausschüssen genau das, was zu wahren unsere Pflicht ist, brechen, dann ist das ein Skandal! (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich habe nichts gebrochen!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ich?
Das Bankgeheimnis stellt keinen Durchbrechungstatbestand dar. Das ist im Gesetz so geregelt, und das wurde so auch ausreichend begutachtet. (Abg. Mag. Kogler: Das Bankgeheimnis ...!) Wenn Sie dann in Ausschüssen Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank vorladen, um sie zu befragen, und sie dann stundenlang unter Druck setzen (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich?), immer mit der Absicht, dass die dann in diesen Ausschüssen genau das, was zu wahren unsere Pflicht ist, brechen, dann ist das ein Skandal! (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich habe nichts gebrochen!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ich habe nichts gebrochen!
Das Bankgeheimnis stellt keinen Durchbrechungstatbestand dar. Das ist im Gesetz so geregelt, und das wurde so auch ausreichend begutachtet. (Abg. Mag. Kogler: Das Bankgeheimnis ...!) Wenn Sie dann in Ausschüssen Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank vorladen, um sie zu befragen, und sie dann stundenlang unter Druck setzen (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich?), immer mit der Absicht, dass die dann in diesen Ausschüssen genau das, was zu wahren unsere Pflicht ist, brechen, dann ist das ein Skandal! (Abg. Dr. Van der Bellen: Ich habe nichts gebrochen!)
Abg. Dr. Van der Bellen: ... schwärzen lassen! Schwärzen, schwärzen, schwärzen! Sie sind nicht dazu da, den Behörden den Rücken zu decken! Sie sind Parlamentarier!
Das ist ein Missbrauch des Instrumentes Untersuchungsausschuss, und ich sage Ihnen: Wir als ÖVP werden uns vor die Bürger und vor ihre berechtigten Schutzinteressen stellen. Wir nehmen das ernst. Wir werden den Behörden den Rücken decken, dass sie rechtskonform handeln, und wir werden in den Ausschüssen alles daransetzen, dass die Interessen – die berechtigten Schutzinteressen! – dritter Personen auch wirklich gewahrt bleiben. (Abg. Dr. Van der Bellen: ... schwärzen lassen! Schwärzen, schwärzen, schwärzen! Sie sind nicht dazu da, den Behörden den Rücken zu decken! Sie sind Parlamentarier!)
Abg. Mag. Kogler: Für wen lobbyieren Sie eigentlich? Legen Sie Ihre Verhältnisse offen! Lobbyist!
Es ist traurig, dass die Grünen das offensichtlich für einen Bettel, um ein bisschen politisches Kleingeld zu schlagen, über Bord werfen. (Abg. Mag. Kogler: Für wen lobbyieren Sie eigentlich? Legen Sie Ihre Verhältnisse offen! Lobbyist!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden den Weg nicht gehen, und es wird uns niemand von Ihnen auch nur einen Augenblick darin beirren oder gar davon abbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das haben aber Sie unter Zitat gesagt, dass Sie finanziert werden vom Unternehmen Rumpold!
Nur, damit es auch im Protokoll steht: Ich war natürlich nicht bei der Werbeagentur von Rumpold beschäftigt. (Abg. Strache: Das haben aber Sie unter Zitat gesagt, dass Sie finanziert werden vom Unternehmen Rumpold!) Ich war drei Monate lang bei der Orange Werbeagentur GmbH beschäftigt, die mit der von Herrn Rumpold nichts zu tun hat.
Beifall beim BZÖ.
Bitte behaupten Sie hier keine Unwahrheiten! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Brosz: Wieso „strafrechtliche Verurteilung“? – Einstweilige Verfügung!
In diesem Zusammenhang frage ich aber auch Herrn Pilz – er ist jetzt nicht da –, ob er als Ausschussvorsitzender seinen Ankündigungen nachgekommen ist, die er mir und auch dem Ausschuss gegenüber kundgetan hat, den ständigen Vertraulichkeitsverletzungen durch den Untersuchungsausschuss einen Riegel vorschieben zu wollen, indem er auch ein persönliches Gespräch mit der Präsidentin Mag. Prammer führt. Jetzt ist sie ja da. Vielleicht kann er dann beantworten, ob er diesen Ankündigungen nachgekommen ist und wie er sich im Lichte der heutigen Informationen der strafrechtlichen Verurteilung selbst unter Kontrolle bringen will. (Abg. Brosz: Wieso „strafrechtliche Verurteilung“? – Einstweilige Verfügung!)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, wenn schon so offiziell vertrauliche Unterlagen an die Medien gespielt werden, muss das wirklich Konsequenzen haben, und dafür hätte an sich der Ausschussvorsitzende zu sorgen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Abschluss möchte ich noch einmal von unserer Seite festhalten: Wir wollen eine Aufklärung, aber Recht und vor allem das Recht der Bürger muss Recht bleiben! – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sicher war es eine! Das war eine klassische sogar!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Ich wollte mich eigentlich nicht mehr mit der tatsächlichen Berichtigung des Herrn Ing. Westenthaler, die keine war, auseinandersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sicher war es eine! Das war eine klassische sogar!) Ja, „klassisch“ in Ihrem Sinn. Ich möchte nur, damit es auch im Protokoll steht, sagen, was Sie tat-
Abg. Ing. Westenthaler: Ist es aber nicht!
Frage: Wovon leben Sie derzeit? – Westenthaler: „Ich werde sozialversichert sein, und zwar zu sehr geringfügigen Bezügen. Das wird über die Werbeagentur Rumpolds laufen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Ist es aber nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!
Also was soll dann Ihre tatsächliche Berichtigung? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!) Dann müssen Sie sich mit der Zeitung auseinandersetzen und nicht mit dem Parlament hier! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.
Also was soll dann Ihre tatsächliche Berichtigung? (Abg. Ing. Westenthaler: Weil es nicht gelaufen ist!) Dann müssen Sie sich mit der Zeitung auseinandersetzen und nicht mit dem Parlament hier! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habe ich gemacht! – Abg. Ing. Westenthaler macht in Richtung des Redners die sogenannte Scheibenwischerbewegung.)
Ruf bei der ÖVP: Pilz!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben heute schon wirklich „tolle“ Ansätze gehört, wie es denn so in diesem Untersuchungsausschuss zugeht. Und wenn Frau Fekter heute gemeint hat, dass da jemand schnüffeln will: Sehr geehrte Frau Kollegin Fekter! Ich glaube, schnüffeln hat eigentlich mit der Arbeit unseres Untersuchungsausschusses nichts zu tun (Ruf bei der ÖVP: Pilz!), denn ich für meinen Teil und, soweit ich das auch für die sozialdemokratischen Abgeordneten im Ausschuss sagen kann, wir bemühen uns tatsächlich und ehrlich, dem Prüfauftrag gerecht zu werden, und haben keine Lust, da irgendwo herumzuschnüffeln! Das würde ich schon ganz entschieden zurückweisen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben heute schon wirklich „tolle“ Ansätze gehört, wie es denn so in diesem Untersuchungsausschuss zugeht. Und wenn Frau Fekter heute gemeint hat, dass da jemand schnüffeln will: Sehr geehrte Frau Kollegin Fekter! Ich glaube, schnüffeln hat eigentlich mit der Arbeit unseres Untersuchungsausschusses nichts zu tun (Ruf bei der ÖVP: Pilz!), denn ich für meinen Teil und, soweit ich das auch für die sozialdemokratischen Abgeordneten im Ausschuss sagen kann, wir bemühen uns tatsächlich und ehrlich, dem Prüfauftrag gerecht zu werden, und haben keine Lust, da irgendwo herumzuschnüffeln! Das würde ich schon ganz entschieden zurückweisen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Frau Kollegin, wäre es nicht möglich, wenn man sich diesen Akt anschauen würde, auch die Lohnverrechnungsakte, dass man da drinnen Namen findet, die ganz einfach auf der Lohnliste stehen und die plötzlich in Zusammenhang stehen mit der Anschaffung der Eurofighter? Und das dürfen wir nicht anschauen, das dürfen wir nicht untersuchen?! Das sehe ich nicht ein! Das sehe ich bitte überhaupt nicht ein! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Dr. Fekter: ... Koziol-Gutachten ...!
Ich erinnere an den Vorschlag des Klubobmannes Cap, der gemeint hat: Warum nehmen wir nicht unseren Verfahrensanwalt, vor dem wir alle Hochachtung haben, nehme ich einmal an – ich höre nichts anderes im Ausschuss –, und bitten ihn, dass er sich diese Akten mit den Beamten des Finanzministeriums ansieht? Und wenn der dann kommt und sagt, das brauchen wir nicht, dann ist es gut; und wenn er sagt, diese Daten wollen wir, dann wollen wir sie auch haben, um unserem Untersuchungsauftrag gerecht zu werden. Das ist doch gar nicht so schwierig! Wo liegt hier das Problem? (Abg. Dr. Fekter: ... Koziol-Gutachten ...!)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt wieder den Vorsitz.
Wir diskutieren zurzeit etwas anderes, Frau Kollegin. Ich glaube, es kommt dann noch eine Debatte, wo Sie dann wieder den „Koziol“ hereinrufen können. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Fekter: Der war aber nicht geschwärzt! Sonst wüssten wir es ja nicht, Herr Bürgermeister!
Interessanterweise, meine Damen und Herren, diese Zahlung Steininger an Wolf beziehungsweise an Frau Wolf, das ist genau der Akt, um den es geht, in dem viele, viele Zeilen geschwärzt sind. (Abg. Dr. Fekter: Der war aber nicht geschwärzt! Sonst wüssten wir es ja nicht, Herr Bürgermeister!) Ja, bitte, warum denn jetzt plötzlich? Der ganz normale Bürger denkt sich: Ja, warum denn? Warum darf denn das nicht offengelegt werden?
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Ich bitte Sie wirklich, im Interesse unseres Prüfauftrages so vorzugehen, dass wir tatsächlich sagen können: Ja, das war korrekt!, oder: Nein, das war nicht sauber!, und dann sind die Konsequenzen zu tragen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Nur so, Herr Finanzminister, kann ich mir erklären, dass Sie heute derartig mauern und uns im Parlament, uns im Untersuchungsausschuss die Kontrollrechte massiv einschwärzen. Das geht nicht, das ist ein Skandal, da müssen Sie endlich uns gegenüber einmal die Rechtsstaatlichkeit, die Rechtssetzung des Parlaments voranstellen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Das ist ungeheuerlich!
Ich habe am 6. März 2007 ein böses Schreiben bekommen, weil ich damals in einem Interview gesagt habe, die Justizbehörden, insbesondere die Landesgerichte, übermitteln uns die entsprechenden Unterlagen nicht, deren Vorlage wir beschlossen und abverlangt haben – und das ist unser gutes Recht! Beschlossen wurde die Aktenbeischaffung am 17. November 2006, und am 6. März 2007 bekomme ich dann ein Schreiben vom Gerichtshofpräsidenten, in dem er mir mitteilt: Erst mit 1. Februar sind wir vom Justizministerium verständigt worden, dass wir Unterlagen vorzulegen haben! (Abg. Strache: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Strache: Das nennt man bremsen!
Das ist ungeheuerlich, wenn das Justizministerium in dem Fall – aber es gab das Gleiche auch im Finanzministerium – drei Monate braucht, um eine Behörde zu verständigen, in dem Fall die Justizverwaltungsbehörde vor Ort, dass sie Unterlagen vorzulegen hat! (Abg. Strache: Das nennt man bremsen!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Das haben Sie ja selber beschlossen, Herr Kollege Graf!
Untersuchungsausschuss …?! (Vizekanzler Mag. Molterer: Das haben Sie ja selber beschlossen, Herr Kollege Graf!)
Vizekanzler Mag. Molterer: Das Bankgeheimnis zu wahren, das haben Sie ja selber beschlossen!
Das haben wir nicht beschlossen! (Vizekanzler Mag. Molterer: Das Bankgeheimnis zu wahren, das haben Sie ja selber beschlossen!) Ja, wir haben beschlossen, das Bankgeheimnis zu wahren, und die Geschäftsordnung und die Verfahrensordnung geben das auch her.
Beifall bei der FPÖ.
Umgekehrt ist es! Das Selbstverständnis des Parlamentariers muss sein: Schicke mir alle wesentlichen Unterlagen und mache glaubhaft, warum uns manche Unterlagen nicht zustehen! Dann können wir mit dem Verfahrensanwalt prüfen – so steht es geregelt –, ob wir dieser Glaubhaftmachung vertrauen oder auch nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Wenn wir im Ausschuss hören – veröffentlichtes Protokoll, daher kein Geheimnisverrat oder sonst irgendetwas, in der 18. Sitzung, Seite 40 folgende, und in der 20. Sitzung, Seite 40 folgende –, dass man sich laut Auskunft der bei der Finanzmarktaufsicht und bei der Nationalbank für die Aktenbeischaffung Zuständigen im Vorfeld, schon im November, mit der Finanzprokuratur und ähnlichen Institutionen getroffen hat und dort beschlossen hat, welche Unterlagen man uns nicht vorlegt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), dann ist das ein Missbrauch des Amtsverständnisses gegenüber dem Parlament! Nicht anders ist das zu werten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir im Ausschuss hören – veröffentlichtes Protokoll, daher kein Geheimnisverrat oder sonst irgendetwas, in der 18. Sitzung, Seite 40 folgende, und in der 20. Sitzung, Seite 40 folgende –, dass man sich laut Auskunft der bei der Finanzmarktaufsicht und bei der Nationalbank für die Aktenbeischaffung Zuständigen im Vorfeld, schon im November, mit der Finanzprokuratur und ähnlichen Institutionen getroffen hat und dort beschlossen hat, welche Unterlagen man uns nicht vorlegt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), dann ist das ein Missbrauch des Amtsverständnisses gegenüber dem Parlament! Nicht anders ist das zu werten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. – Es ist das Selbstverständnis der Parlamentarier, dass wir uns auch im Rahmen der vielen Ausgliederungen Anfrage-, Interpellationsrechte und Ähnliches wieder zurückerkämpfen müssen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Treten Sie zurück als Vorsitzender des Ausschusses!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. 3 Minuten Restredezeit der Fraktion. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Mag. Donnerbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Treten Sie zurück als Vorsitzender des Ausschusses!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Legen Sie Ihren Vorsitz zurück!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt einen seit jetzt sechs Monaten, glaube ich, geäußerten Wunsch vonseiten der Österreichischen Volkspartei (Abg. Mag. Donnerbauer: Legen Sie Ihren Vorsitz zurück!), der aus mehreren Teilen besteht: Der Ausschuss solle seine Arbeit einstellen, der Vorsitzende solle zurücktreten, der Fraktionsführer der SPÖ solle zurücktreten, der Fraktionsführer der FPÖ solle zurücktreten, der Ausschuss solle seine Tätigkeit einstellen und so weiter. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt einen seit jetzt sechs Monaten, glaube ich, geäußerten Wunsch vonseiten der Österreichischen Volkspartei (Abg. Mag. Donnerbauer: Legen Sie Ihren Vorsitz zurück!), der aus mehreren Teilen besteht: Der Ausschuss solle seine Arbeit einstellen, der Vorsitzende solle zurücktreten, der Fraktionsführer der SPÖ solle zurücktreten, der Fraktionsführer der FPÖ solle zurücktreten, der Ausschuss solle seine Tätigkeit einstellen und so weiter. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Legen Sie den Vorsitz zurück!
Das Zweite ist eine ganz konkrete Befürchtung. Es war am Anfang dieser Debatte nicht klar, ob Herr Vizekanzler und Finanzminister Molterer dem Parlament nicht doch signalisiert: Ja, wir nehmen eure Wünsche, eure rechtlichen Vorstellungen und die Feststellungen der wichtigsten Verfassungsjuristen der Republik – inklusive der Juristen dieses Hauses – ernst (Abg. Mag. Donnerbauer: Legen Sie den Vorsitz zurück!), wir werden uns in Zukunft bei der Aktenübermittlung an diesen Prinzipien orientieren, und wir suchen mit dem Ausschuss, oder mit beiden Ausschüssen, ein klärendes Gespräch. Das Mindeste wäre doch das Angebot eines klärenden Gesprächs mit den Ausschüssen seitens des Finanzministers gewesen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Nichts davon! Das Einzige, was wir vom Finanzminister erwarten können, ist eine Extra-Zuteilung von schwarzen Filzstiften an seine Beamten. Das ist nach dieser Debatte klar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es kommen die Akte Wolf, es kommen zusätzliche Akte Rumpold (Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!), es kommen Akte anderer Rüstungslobbyisten und ‑lobbyistinnen wie Plattner, wie Keglevich und, und, und, bis hin zur Schlüsselperson Bergner aus dem Bereich EADS selbst. (Ruf bei der ÖVP: Edlinger!) Diese Akte, so meint der Finanzminister, darf er auch seitenweise schwärzen lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!
Nichts davon! Das Einzige, was wir vom Finanzminister erwarten können, ist eine Extra-Zuteilung von schwarzen Filzstiften an seine Beamten. Das ist nach dieser Debatte klar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es kommen die Akte Wolf, es kommen zusätzliche Akte Rumpold (Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!), es kommen Akte anderer Rüstungslobbyisten und ‑lobbyistinnen wie Plattner, wie Keglevich und, und, und, bis hin zur Schlüsselperson Bergner aus dem Bereich EADS selbst. (Ruf bei der ÖVP: Edlinger!) Diese Akte, so meint der Finanzminister, darf er auch seitenweise schwärzen lassen.
Ruf bei der ÖVP: Edlinger!
Nichts davon! Das Einzige, was wir vom Finanzminister erwarten können, ist eine Extra-Zuteilung von schwarzen Filzstiften an seine Beamten. Das ist nach dieser Debatte klar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es kommen die Akte Wolf, es kommen zusätzliche Akte Rumpold (Abg. Ing. Westenthaler: Die Akte Edlinger!), es kommen Akte anderer Rüstungslobbyisten und ‑lobbyistinnen wie Plattner, wie Keglevich und, und, und, bis hin zur Schlüsselperson Bergner aus dem Bereich EADS selbst. (Ruf bei der ÖVP: Edlinger!) Diese Akte, so meint der Finanzminister, darf er auch seitenweise schwärzen lassen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Ich glaube, dass es nicht dabei bleiben kann; ich glaube, dass jetzt irgendwann die Stunde des Bundeskanzlers kommt. Wenn er es mit der Unterstützung des Parlaments und auch seiner eigenen Partei ernst meint, dann muss er irgendwann hergehen und sagen: Nicht mein Stellvertreter entscheidet darüber, was im Namen dieser Bundesregierung gegenüber dem Parlament passiert! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), sondern da muss endlich einmal der Bundeskanzler sagen: Wenn es zur Unterstützung des Parlaments, zur Klärung und zur Vertretung der Interessen der Republik Österreich notwendig ist, dann habe auch ich etwas dazu zu sagen!
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Deshalb auch meine letzte Aufforderung: Herr Bundeskanzler Dr. Gusenbauer! Stellen Sie endlich klar, auf welcher Seite Sie stehen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), auf der Seite von Parlament und Rechtsstaat oder auf der Seite der Österreichischen Volkspartei! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ruf: Er steht nicht, er ist umgefallen!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf: Er steht nicht, er ist umgefallen!
Deshalb auch meine letzte Aufforderung: Herr Bundeskanzler Dr. Gusenbauer! Stellen Sie endlich klar, auf welcher Seite Sie stehen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), auf der Seite von Parlament und Rechtsstaat oder auf der Seite der Österreichischen Volkspartei! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Ruf: Er steht nicht, er ist umgefallen!)
Abg. Dr. Fekter: Oje!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. 4 Minuten Redezeit, das ist auch die Restredezeit der Fraktion. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Dr. Fekter: Oje!)
Abg. Dr. Fekter: Die herrschende Lehre!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte eingangs meiner Rede das, was ich in der tatsächlichen Berichtigung nicht unterbringen konnte, jetzt noch einmal ausdrücklich darlegen, weil Kollegin Fekter doch schon über geraume Zeit hinweg eigentlich Rechtsmeinungen vorgebracht hat, die von den Gutachtern (Abg. Dr. Fekter: Die herrschende Lehre!), denen sie zugeordnet werden, mehrfach entgegnet worden sind, als unrichtig dargestellt worden sind. (Abg. Dr. Fekter: Nachlesen, Herr Jarolim! Nachlesen!)
Abg. Dr. Fekter: Nachlesen, Herr Jarolim! Nachlesen!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte eingangs meiner Rede das, was ich in der tatsächlichen Berichtigung nicht unterbringen konnte, jetzt noch einmal ausdrücklich darlegen, weil Kollegin Fekter doch schon über geraume Zeit hinweg eigentlich Rechtsmeinungen vorgebracht hat, die von den Gutachtern (Abg. Dr. Fekter: Die herrschende Lehre!), denen sie zugeordnet werden, mehrfach entgegnet worden sind, als unrichtig dargestellt worden sind. (Abg. Dr. Fekter: Nachlesen, Herr Jarolim! Nachlesen!)
Abg. Strache: Wo Molterer draufsteht, ist Schüssel drinnen!
Herr Finanzminister, lassen Sie mich sagen, wir respektieren hier wirklich alle Ihre Versuche, den rechtsstaatlich korrekten Weg zu gehen. Aber mit Beratungen wie jener durch Kollegin Fekter wird das leider Gottes nicht möglich sein. Ich respektiere auch, dass Sie hier nicht zuständig waren, sondern das Ganze eigentlich unter dem ehemaligen Bundeskanzler Dr. Schüssel gelaufen ist, und wundere mich darüber, dass dieser sich heute hier nicht zu Wort gemeldet (Abg. Strache: Wo Molterer draufsteht, ist Schüssel drinnen!) und einmal seine Sicht der Dinge dargelegt hat. Das möchte ich bei der Gelegenheit anmerken.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frau Kollegin Fekter, ich möchte nur Folgendes sagen, damit hier Professor Mayer nicht dauernd falsch zitiert wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren von der ÖVP, ich würde Sie wirklich ersuchen: Ich bemühe mich hier, diese Dinge sachlich durchzuargumentieren und ein klein wenig Licht dort ins Dunkel zu bringen, wo Kollegin Fekter Ihnen offensichtlich etwas Falsches mitgeteilt hat. Lassen Sie mich bitte nur kurz das verlesen, was ich vorhin sagen wollte.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.
Ich glaube, das sind wir der Wissenschaft schuldig, das sind wir uns selbst schuldig, und das sind wir dem Auftrag des Souveräns schuldig, hier Untersuchungen durchzuführen, die letztlich aufklären, was sogar Ihr eigener ehemaliger Bundes- kanzler gefordert hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Mag. Donnerbauer: ... dem Ergebnis nicht vorzugreifen!
Es hat darüber intensive Debatten gegeben – Sie erinnern sich sicher noch daran –, und dann hat man sich darauf geeinigt, dass man gesagt hat: Gut, aus der Geschäftsordnung geht hervor, dass man den Minister klarerweise nicht für den Inhalt einer Beantwortung kritisieren kann, aber der Minister ist jedenfalls im Sinne des Interpellationsrechtes der Abgeordneten verpflichtet, auf Fragen eine Antwort zu geben, nicht irgendwelche Ausflüchte zu suchen und zu sagen, dass er aus diesen und jenen Gründen, mit ganz wenigen Ausnahmen, die Beantwortung verweigert. (Abg. Mag. Donnerbauer: ... dem Ergebnis nicht vorzugreifen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Er ist hier gestanden und hat gesagt: Sie werden sehen, wir werden mit der Opposition anders umgehen als Sie – dabei hat er auf uns gezeigt – das gemacht haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), denn das Interpellationsrecht ist eines der wichtigsten Rechte des Parlaments! Ich verspreche es Ihnen, und Sie können mich beim Wort nehmen, wir werden diese Rechte achten! – Ende des Cap-Zitats, hier vom Rednerpult aus. (Abg. Mag. Donnerbauer: Darabos hat auch so ähnlich geredet!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Darabos hat auch so ähnlich geredet!
Er ist hier gestanden und hat gesagt: Sie werden sehen, wir werden mit der Opposition anders umgehen als Sie – dabei hat er auf uns gezeigt – das gemacht haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), denn das Interpellationsrecht ist eines der wichtigsten Rechte des Parlaments! Ich verspreche es Ihnen, und Sie können mich beim Wort nehmen, wir werden diese Rechte achten! – Ende des Cap-Zitats, hier vom Rednerpult aus. (Abg. Mag. Donnerbauer: Darabos hat auch so ähnlich geredet!)
Abg. Murauer: ... abschaffen!
Die Task Force ist schön und gut, nur bedauere ich die Mitglieder dieser Task Force, weil man Angehörige des österreichischen Bundesheeres (Abg. Murauer: ... abschaffen!) und des Bundesministeriums für Landesverteidigung in Wirklichkeit mit der Abschaffung zumindest eines Bereichs beauftragt, nachdem man sonst eigentlich in der gesamten Geschichte der Republik Minister gehabt hat, die versucht haben, für das österreichische Bundesheer etwas zu erstreiten, etwas zu bekommen! Und jetzt haben wir das erste Mal einen Minister, der seine eigenen Beamten zwingt, etwas wegzugeben, was man schon hat! Das ist ja etwas ganz Außergewöhnliches.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Minister, Sie sind auf diese österreichische Bundesverfassung vereidigt worden, und deshalb haben Sie sich auch an diese österreichische Bundesverfassung zu halten, ganz egal, ob das jetzt Ihren parteipolitischen Intentionen entspricht oder nicht! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schopf. – Abg. Faul: Wir sind geklagt worden!
Das alles sind doch Dinge, Herr Minister, die in Ihrem Verantwortungsbereich liegen, womit Sie der Republik Österreich und den Sicherheitsinteressen massiven Schaden zufügen! (Zwischenruf des Abg. Schopf. – Abg. Faul: Wir sind geklagt worden!)
Beifall beim BZÖ.
die für die Sicherheit des Landes verantwortlich sein sollte und sich dann hinter unflätigen Zwischenrufen und Herunterrufen versteckt! Sonst wissen Sie nichts mehr! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Herr Minister, vor diesem Hintergrund haben wir auch angekündigt, wenn sich das nicht rasch ändert – ja, Sie bringen nicht einmal eine tatsächliche Berichtigung zustande –, dass wir dann mit Misstrauensanträgen und mit Ministeranklagen darauf reagieren werden. Wir werden aber darauf bestehen, so wie wir es jetzt verlangen, dass Sie zumindest einem grundlegenden Recht von Abgeordneten entsprechen und auf sachliche Fragen auch entsprechend umfassende und sachliche Antworten geben. Sie haben jetzt noch die Chance, das zu korrigieren. Ich bin sehr gespannt, ob Sie diese Chance wahrnehmen. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!) Herr Kollege Westenthaler, ich werde versuchen, die Emotion herauszunehmen. Mein Vorvorgänger ist sehr emotional, das verstehe ich, da er dann in der letzten Regierung diese Funktion nicht mehr ausüben durfte, die er so gerne ausgeübt hat. Ich sage in aller Kürze ... (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!) Herr Kollege Westenthaler, ich werde versuchen, die Emotion herauszunehmen. Mein Vorvorgänger ist sehr emotional, das verstehe ich, da er dann in der letzten Regierung diese Funktion nicht mehr ausüben durfte, die er so gerne ausgeübt hat. Ich sage in aller Kürze ... (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben mich gebeten, die Anfrage zu beantworten. Ich werde das auch tun. Ich sage Ihnen ganz offen: Wir haben eine andere politische Haltung in dieser Frage, das ist richtig. Ich stehe zur Luftraumüberwachung, ich habe mit Herrn Kollegen Platter, mit Ihrem Nachfolger und meinem Vorgänger ausverhandelt: Eine Luftraumüberwachung ist in Österreich zu gewährleisten, und dazu steht die Sozialdemokratie wie die gesamte Regierung! Das habe ich ausverhandelt, und meine Unterschrift steht auch unter diesem Regierungsprogramm. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis und sagen Sie nicht, die SPÖ sei gegen die Luftraumüberwachung. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Das haben wir schon!
Es gibt eine Menge anderer Initiativen meiner Amtsführung, beispielsweise: Sechs Monate Wehrdienst sind genug! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Das haben wir schon!) Dazu stehen wir, auch wenn die ÖVP lacht. Ich hoffe, sie wird es hier im Parlament mitbeschließen. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!) Das ist ebenfalls im Regierungsübereinkommen schriftlich festgelegt, und zwar so festgelegt, dass es eine gesetzliche Initiative gibt, Herr Kollege Murauer. Ich nehme an, Sie werden das auch mit beschließen.
Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!
Es gibt eine Menge anderer Initiativen meiner Amtsführung, beispielsweise: Sechs Monate Wehrdienst sind genug! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Das haben wir schon!) Dazu stehen wir, auch wenn die ÖVP lacht. Ich hoffe, sie wird es hier im Parlament mitbeschließen. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!) Das ist ebenfalls im Regierungsübereinkommen schriftlich festgelegt, und zwar so festgelegt, dass es eine gesetzliche Initiative gibt, Herr Kollege Murauer. Ich nehme an, Sie werden das auch mit beschließen.
Abg. Scheibner: Das gibt es schon!
Ich stehe zur Umsetzung der ÖBH-Reform 2010. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon!) Das gibt es nicht gesetzlich, Herr Kollege Scheibner, das wissen Sie ganz genau. (Abg. Amon: Das ist nicht wahr!) Ich stehe zur Umsetzung der Bundesheerreform 2010, die mit den Stimmen aller im Parlament vertretenen Parteien beschlossen wurde. Wir werden diese Reform vorantreiben. Sie wurde in den letzten Monaten, auch auf Grund des Wahlkampfes, nicht in der Intensität vorangetrieben, wie sie vorangetrieben werden muss.
Abg. Amon: Das ist nicht wahr!
Ich stehe zur Umsetzung der ÖBH-Reform 2010. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon!) Das gibt es nicht gesetzlich, Herr Kollege Scheibner, das wissen Sie ganz genau. (Abg. Amon: Das ist nicht wahr!) Ich stehe zur Umsetzung der Bundesheerreform 2010, die mit den Stimmen aller im Parlament vertretenen Parteien beschlossen wurde. Wir werden diese Reform vorantreiben. Sie wurde in den letzten Monaten, auch auf Grund des Wahlkampfes, nicht in der Intensität vorangetrieben, wie sie vorangetrieben werden muss.
Abg. Scheibner: März!
wenige Tage nach meinem Amtsantritt vom BZÖ an mich gerichtet worden, und ich habe nach bestem Wissen und Gewissen rasch geantwortet, soweit das den politischen Intentionen und Kriterien auch gerecht werden kann. (Abg. Scheibner: März!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß nur nichts davon!
Ich habe daher sofort nach meinem Amtsantritt Gespräche und Verhandlungen mit EADS und Eurofighter aufgenommen, und diese Gespräche finden seither laufend, in unregelmäßigen Abständen statt. Mein Hauptansprechpartner dabei ist – auch das ist ja bekannt – Eurofighter-Chef Aloysius Rauen. Und das ist die Beantwortung der Frage 1. (Abg. Ing. Westenthaler: Der weiß nur nichts davon!)
Abg. Scheibner: Wie war das in der Nacht?
Wir haben einige große Events in Österreich gehabt, beispielsweise die Überwachung des Lateinamerika-Forums oder auch – nicht in Österreich direkt, aber in Davos – das Weltwirtschaftsforum, für das wir natürlich in Vorarlberg und Tirol auch dafür sorgen mussten, dass der Luftraum dort überwacht wird, und das haben diese zwölf, Herr Kollege Scheibner – ich betone das Wort „zwölf“ –, F-5-Flieger hervorragend für Österreich gewährleistet. (Abg. Scheibner: Wie war das in der Nacht?)
Abg. Amon: Auf Kosten der Landesverteidigung! Auf Kosten der Sicherheit!
Ich habe eine Taskforce eingesetzt, die das Ausstiegsszenario prüft. Ich habe eine Dreiergruppe eingesetzt, die die Verhandlungen mit Eurofighter und EADS führt, und ich lasse mir hier auch nichts vorwerfen. Ich möchte die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler von unnötigen Ausgaben befreien, und da lasse ich mich auch nicht mit Anfragebeantwortungen einschüchtern. (Abg. Amon: Auf Kosten der Landesverteidigung! Auf Kosten der Sicherheit!)
Abg. Scheibner: Eine parlamentarische Anfrage ist eine Einschüchterung! – Abg. Mag. Donnerbauer: Wenn das schon Druck ist!
Ich werde in den nächsten Wochen darum kämpfen, dass die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler eine Verbilligung dieses Vertrags auch sichtbar vor Augen geführt bekommen werden, egal, unter welchen Druck Sie mich parlamentarisch setzen wollen, unter welchen Druck mich Eurofighter und EADS setzen möchten. (Abg. Scheibner: Eine parlamentarische Anfrage ist eine Einschüchterung! – Abg. Mag. Donnerbauer: Wenn das schon Druck ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine parlamentarische Anfrage als Druckausübung!
Ich habe die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet, und zwar alle 28, wie sie von Ihnen gestellt worden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Unglaublich! Eine parlamentarische Anfrage als Druckausübung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären für dich als Minister gewesen!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Kollege Scheibner, sicher liegt uns die Sicherheit am Herzen, das haben wir in den vergangenen Jahren unserer Zusammenarbeit ja auch bestätigt und bewiesen, und auch in diesem Bereich stehen wir Sozialdemokraten für Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen; das möchte ich vorausschicken. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wären für dich als Minister gewesen!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Sehr positiv!
Die Sozialdemokraten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Sicherheitspolitik nicht für Parteipolitik eignet. (Abg. Dr. Mitterlehner: Sehr positiv!) Das haben wir gesagt, auch in der Opposition, und daran halten wir auch heute hier als Regierungspartei fest. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen reicht nicht! Das muss man auch umsetzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen reicht nicht! Das muss man auch umsetzen!
Die Sozialdemokraten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Sicherheitspolitik nicht für Parteipolitik eignet. (Abg. Dr. Mitterlehner: Sehr positiv!) Das haben wir gesagt, auch in der Opposition, und daran halten wir auch heute hier als Regierungspartei fest. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen reicht nicht! Das muss man auch umsetzen!)
Beifall bei der SPÖ.
Eines muss auch der Wahrheit die Ehre gebend gesagt werden: Diese Eurofighter-Beschaffung hat natürlich nichts mit Luftraumüberwachung zu tun. Dazu, meine Damen und Herren, benötigt man keine Luxuskampfjets, die schwer zu finanzieren sind. Die brauchen wir nicht, nicht in Österreich und auch nicht in Europa. Auch die heutige Anfragebeantwortung und die Dringliche Anfrage davor bestätigen, dass der einzige Ausweg aus diesem Eurofighter-Debakel nach wie vor der schnellstmögliche Ausstieg ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie sich zurückerinnern: Der Rechnungshofausschuss hat in seinen Ausführungen, bei seiner Prüfung, die wesentlichen Punkte der SPÖ-Kritik vollinhaltlich bestätigt, meine Damen und Herren. Denn: Wir wissen, dass hier Muss-Forderungen nicht erfüllt oder in Soll-Forderungen umgeändert worden sind. Das Pflichtenheft wurde nachträglich zugunsten von EADS geändert und zum Nachteil der Republik Österreich und zum Nachteil der österreichischen Steuerzahler. Und auch das bisherige Ergebnis im Untersuchungsausschuss – das müssen auch die Kollegen von der ÖVP hier bestätigen – zeigt die Richtigkeit der SPÖ-Positionen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher verstehe ich eines nicht, Kollege Scheibner: Das, was heute hier von eurer Seite geschieht, ist für mich ein reines Ablenkungsmanöver, und das kommt gerade von jener Partei, die hier Mitverantwortung trägt. Diese Beschaffung trägt die Handschrift der ÖVP, trägt im besonderen Maße die Handschrift des früheren Bundeskanzlers Schüssel und wird von euch hier mitzuverantworten sein, meine Damen und Herren, denn Sie setzen mit dieser Beschaffung – das wissen Sie längst – die falschen Prioritäten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Sie haben mit dieser Eurofighter-Beschaffung die mit Abstand teuerste Variante gewählt, ohne ein Finanzierungskonzept vorzulegen. Diese Einkaufspolitik findet nach wie vor nicht unsere Zustimmung, meine Damen und Herren. Und noch einmal sei es gesagt: Die einzige Chance, aus diesem Debakel herauszukommen, ist der sofortige Ausstieg. Und wir werden dieses Ziel weiterhin im Ausschuss verfolgen. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Landesverteidigungsminister, darf ich Ihnen vorweg mitteilen, dass die sechs Monate Grundwehrdienst auf Grund einer Verordnung bereits durchgeführt werden. Und das Gesetz, das wir beschlossen haben – Sie waren nicht dabei, also Sie haben dagegengestimmt –, tritt mit 1. Jänner kommenden Jahres in Kraft, und wir können das selbstverständlich, Toni Gaál, auch noch ein paarmal beschließen, wenn Ihnen dabei leichter ist. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mir ist es egal – Herr Bundesminister, Sie haben die Verantwortung! –, ob wir in Zukunft 18, 12 oder 9 Flugzeuge bestellen oder für jedes Bundesland einen Eurofighter. Was Ihnen vorschwebt, weiß ich nicht! Sie sind verantwortlich für die Sicherheit unseres Landes, Sie sind verantwortlich dafür, dass der Luftraum unseres Landes gesichert ist. Wir haben uns im Regierungsübereinkommen darauf geeinigt, und ich erwarte von Ihnen, dass Sie dafür die notwendigen Schritte setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Herr Bundesminister, Sie sind für die Sicherheit Österreichs zuständig – und das erwarten wir von Ihnen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie schon zurückgetreten, Herr Kollege Pilz? – Ruf: Höchste Zeit!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Ebenfalls 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Kukacka: Sind Sie schon zurückgetreten, Herr Kollege Pilz? – Ruf: Höchste Zeit!)
Abg. Mag. Kukacka: ... den Rechtsschutz nicht verletzen!
Aber stellen wir uns jetzt vor, hier wäre nicht nach der Methode Darabos, sondern nach der Methode ÖVP vorgegangen worden. Dann kann man sich ungefähr ausmalen, was passiert wäre: Ein ÖVP-Minister hätte gesagt: Na ja, das ist schon vom Untersuchungsgegenstand umfasst, ich werde euch das Gutachten schicken, aber nur die Teile, die mir passen, aber den Teil, wo drinnen steht, dass man möglicherweise aussteigen kann, werden wir einmal schwärzen! (Abg. Mag. Kukacka: ... den Rechtsschutz nicht verletzen!) Dann ist da ein Teil, wo die Existenz von Eurofightern akzeptiert wird, dass solche Flugzeuge im Ausland gebaut werden, das lassen wir! Und dann wird auf Rechte des Ausschusses hingewiesen, das streichen wir wieder durch!
Abg. Mag. Kukacka: Sie waren immer ein Gegner der Landesverteidigung!
So hätte es unter einem ÖVP-Minister ausgeschaut! – Ich bin ja aus meiner ganzen Geschichte alles andere als ein tiefer Freund aller Sitten und Gebräuche der österreichischen Sozialdemokratie, aber wir können im vorliegenden Fall froh sein, dass kein Mitglied der Österreichischen Volkspartei das Verteidigungsressort führt. (Abg. Mag. Kukacka: Sie waren immer ein Gegner der Landesverteidigung!)
Abg. Mag. Kukacka: Sie waren immer gegen die Landesverteidigung!
So oder so, der Konflikt bleibt uns nicht erspart. Wir werden den Konflikt mit dem Verteidigungsminister, was ich persönlich bedauere, als Untersuchungsausschuss weiterführen müssen, weil wir dazu verpflichtet sind. (Abg. Mag. Kukacka: Sie waren immer gegen die Landesverteidigung!) Was das Koziol-Gutachten angeht, so habe ich persönlich nach letztem Freitag, dem Tag, an dem uns einige Professoren, von Aicher über Mayer bis Kletecka, sehr detailliert geschildert haben, dass es wahrscheinlich gar keine rechtliche und sachliche Alternative zur Vertragskündigung gibt, den Eindruck, dass das geplante Ausschuss-Gutachten von der Qualität her wesentlich mehr erwarten lässt als das Koziol-Gutachten, erstens schon aus dem einfachen Grund, weil einer seiner Hauptautoren auch einer der Verfasser der Verhaltensregeln des Vertrags sein wird, und zweitens, weil hier nicht nur ein Zivilrechtler, sondern Zivilrechtler, Vertragsrechtler, Verfassungsrechtler und möglicherweise auch Vertreter und Vertreterinnen anderer rechtlicher Disziplinen urteilen werden.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Letzte Bemerkung dazu: Obwohl im Grunde rechtlich eine vergleichbare Situation herrscht, handelt es sich bei dem, was der Finanzminister dem Parlament zumutet, um eine völlig andere politische Qualität. Es ist völlig inakzeptabel, dass ein Minister gegen Geist und Buchstaben der Verfassung sich anmaßt, zum Zensor des Parlaments werden zu können. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen
Wie gesagt, das ist der Punkt, um den es geht (Beifall bei den Grünen): dass es einen Minister in der Bundesregierung gibt, der der Meinung ist, dass für ihn die Verfassung nicht gilt. Es liegt am Hohen Haus, damit Schluss zu machen! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ein Ausschussobmann, der verurteilt ist!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ein Ausschussobmann, der verurteilt ist!
Wie gesagt, das ist der Punkt, um den es geht (Beifall bei den Grünen): dass es einen Minister in der Bundesregierung gibt, der der Meinung ist, dass für ihn die Verfassung nicht gilt. Es liegt am Hohen Haus, damit Schluss zu machen! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ein Ausschussobmann, der verurteilt ist!)
Beifall bei der FPÖ.
gutem Wetter langt, aber den verfassungsmäßigen Inhaltsvorgaben ist damit nicht Genüge getan. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nächster Punkt und abschließend: Morgen bei der Budgetdebatte werden wir die sonstigen Belange, die es im Zusammenhang mit der Landesverteidigung noch zu beachten gibt, zu besprechen haben. Ich lade aber nur dazu ein, dass es einer seriösen Verwaltung dieses Ministeriums extrem dienlich wäre, nicht wegen des Eurofighters alle Aspekte der dringenden Erfordernisse der Landesverteidigung außer Acht zu lassen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Reheis: Was soll das heißen? Was soll diese Unterstellung?!
Herr Abgeordneter, Sie sagen, wenn der Ausschuss weitersucht, dann müsste noch einiges zu finden sein. – Sie kennen sich anscheinend in Waffengeschäften sehr gut aus, bei Schmiergeldern und so weiter! (Abg. Reheis: Was soll das heißen? Was soll diese Unterstellung?!) Wissen Sie, was auf Grund solcher Aussagen bei der Bevölkerung übrig bleibt, Herr Kollege? Wissen Sie, was da übrig bleibt? – Dass alle Politiker in Österreich korrupt sind und Schmiergelder nehmen. Das bleibt übrig bei solchen Aussagen! Aber Sie müssen sich ja gut auskennen, wenn Sie genau wissen, dass man drei Prozent kassiert! Ja, was soll denn das? Das ist ja ein Wahnsinn! (Abg. Parnigoni: Sigisbert, du musst große Angst haben, weil du so aufgeregt bist! Sigisbert, leg deinen Steuerakt offen!)
Abg. Parnigoni: Sigisbert, du musst große Angst haben, weil du so aufgeregt bist! Sigisbert, leg deinen Steuerakt offen!
Herr Abgeordneter, Sie sagen, wenn der Ausschuss weitersucht, dann müsste noch einiges zu finden sein. – Sie kennen sich anscheinend in Waffengeschäften sehr gut aus, bei Schmiergeldern und so weiter! (Abg. Reheis: Was soll das heißen? Was soll diese Unterstellung?!) Wissen Sie, was auf Grund solcher Aussagen bei der Bevölkerung übrig bleibt, Herr Kollege? Wissen Sie, was da übrig bleibt? – Dass alle Politiker in Österreich korrupt sind und Schmiergelder nehmen. Das bleibt übrig bei solchen Aussagen! Aber Sie müssen sich ja gut auskennen, wenn Sie genau wissen, dass man drei Prozent kassiert! Ja, was soll denn das? Das ist ja ein Wahnsinn! (Abg. Parnigoni: Sigisbert, du musst große Angst haben, weil du so aufgeregt bist! Sigisbert, leg deinen Steuerakt offen!)
lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ
Den Antrag des Abgeordneten Dolinschek – das bin ich, ja (lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ) – auf Nichtkenntnisnahme der schriftlichen Anfragebeantwortung 260/AB, die nicht vollständig erfolgt ist.
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie auch dieser Meinung sind – und das sollten Sie sich jetzt gründlich überlegen –, dann stimmen auch Sie dieser Nichtkenntnisnahme zu! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, das Ziel kann nur eine vorsorgende Meerespolitik sein, damit die Ozeane auch in Zukunft als Nahrungsquelle für die Menschen dienen und gleichzeitig auch als artenreicher und gesunder Lebensraum für Fische, Meeressäuger, Vögel, Robben und viele andere Lebewesen. In diesem Sinne begrüße ich die Fünf-Parteien-Einigung zum Schutz der Robben noch einmal sehr. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was sind aber in Österreich lösbare Probleme? – Es gibt natürlich in Österreich Probleme, deren Lösung wir wirklich hier angehen können, und die FPÖ ist eine Partei, die sich für den Tierschutz stark macht. Ich denke an Tierschutzmöglichkeiten beim Tiertransport, ich denke aber auch an die Schächtung und daran, dass gerade im Bereich der Schächtung einiges getan werden könnte – zuerst den Hals aufschneiden und dann betäuben, das sind nicht unbedingt Methoden, die einem mitteleuropäischen Staat zur Ehre gereichen. Wir könnten wirklich überlegen, auch das Tierschutzgesetz in diese Richtung zu ändern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich freue mich, dass alle Parteien im Hohen Haus diesem heutigen Antrag zustimmen und dass wir mit diesem Antrag beziehungsweise mit dieser Beschlussfassung wieder eine weitere Vorreiterrolle in Europa zum Wohl der Tiere einnehmen und sozusagen beschließen werden. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Generelle Handelsverbote sind der beste Weg, um dem Schlachten Einhalt zu gebieten. Das hat sich in der Vergangenheit auch anhand der europäischen Jungrobbenrichtlinie 1983 gezeigt. Auf EU-Ebene – und ich betone: auf EU-Ebene – sind daher künftig Aktivitäten zu verstärken, damit diese Richtlinie greift. Zusätzlich zum EU-weiten Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte brauchen wir auch noch effiziente Kontrollmechanismen, nämlich eine spezielle Kennzeichnungspflicht für in Kleidungsstücken verarbeitete Robbenfelle, damit das Leid der Robben künftig der Vergangenheit angehört. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und den Grünen.
Daher, meine Damen und Herren, müssen wir der grausamen Tötung gegensteuern, um diese Massaker zu beenden. Der beste Weg wäre natürlich, wenn möglichst viele Länder ein internationales Handelsverbot für Robbenprodukte erließen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher ist es vorbildhaft, dass wir heute im Parlament diesen Fünfparteienantrag beschließen. Ein Dankeschön an den Herrn Bundesminister und an Sie alle, denen der Tierschutz am Herzen liegt. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren, einige Fakten und Zahlen wurden ja schon genannt. Im letzten Jahr wurden allein in Kanada 325 000 Jungtiere geschlachtet, in diesem Jahr bereits über 250 000. Informationen zufolge werden die Produkte nicht nur von einigen anderen Staaten, sondern vor allem auch von der Republik Österreich importiert. Es gibt Firmen, die sich mit diesen Themen und mit diesen Produkten vor allem im Wellnessbereich beschäftigen. Wir wissen ja, dass es genügend gute Ersatzstoffe gibt. Daher brauchen wir keinen Import. Es muss mit dieser grauslichen Maßnahme, mit dieser Tötung endlich Schluss gemacht werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Na, na!
Es ist auch sehr schön – und Frau Kollegin Eder-Gitschthaler hat das erwähnt –, dass auch die Schwarzen für die Robben sind. (Ruf bei der ÖVP: Na, na!) Wortwörtlich hier zitiert worden.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Leider wird unser Antrag das Tierleid nicht von heute auf morgen stoppen können. Er ist aber mit Sicherheit ein klares Signal dafür, dass Österreich nicht alle perversen Auswüchse der globalen Kommerzialisierung mitmacht. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend habe ich persönlich noch einen großen Wunsch: dass solche Bilder, wie wir sie heute bereits gesehen haben, von unseren Fernsehschirmen verschwinden. Diese Bilder des brutalen Abschlachtens sollten keinen Platz in der Medienwelt haben. Ich glaube, wir alle hier in diesem Raum wollen unseren Kindern diese blutigen Bilder, dieses blutige Tierleid nicht erklären müssen. Daher mein Dank an alle Parteien für diese Initiative. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin davon überzeugt, dass diese Bundesregierung alle notwendigen Schritte und Maßnahmen rasch und entschieden setzen wird, damit der Import, die Verarbeitung und der Vertrieb von Robbenprodukten in Österreich wirkungsvoll unterbunden werden. Besonders wichtig ist es, meine ich, auch, dass wir in Brüssel entschieden dafür auftreten, dass in der gesamten EU ein gültiges Einfuhr- und Handelsverbot mit Produkten aller Robbenarten beschlossen wird. Seitens der SPÖ wird unsere Bundesregierung dabei natürlich jede erdenkliche Unterstützung bekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Dobar dan!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! (Abg. Dr. Lichtenecker: Dobar dan!) Ich habe natürlich insgeheim gehofft, dass Frau Ministerin Berger auch zu diesen ersten Lesungen kommen wird, denn es gibt auch noch … (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Rudi, ich bin so ruhig, und er ruft irgendwie dazwischen.
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! (Abg. Dr. Lichtenecker: Dobar dan!) Ich habe natürlich insgeheim gehofft, dass Frau Ministerin Berger auch zu diesen ersten Lesungen kommen wird, denn es gibt auch noch … (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Rudi, ich bin so ruhig, und er ruft irgendwie dazwischen.
Beifall bei den Grünen.
Ich würde mir wünschen, dass wir in Österreich auf einen Mittelwert zwischen der Schweiz und Deutschland kommen – also sagen wir rund um 60 Prozent, wenn es im einen Fall 92 Prozent und im anderen 50 Prozent sind. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich freue mich, dass wir in den letzten Wochen und Monaten auch im Budgetausschuss doch so viel Engagement für den Strafvollzug gehabt haben. Ich darf mich bei dir, liebe Kollegin Stoisits, dafür bedanken, dass das wieder auf der Tagesordnung ist. Ich möchte alle einladen, einmal nachzudenken, welche Perspektive Insassen haben, wenn es keine Chance auf bedingte Entlassung gibt. Nicht nur im internationalen und europäischen Vergleich ist es notwendig, sondern: Was glaubt ihr, wie es bei uns in den Anstalten aussehen würde, wenn man einem Insassen nicht irgendeine Chance – nicht einmal eine theoretische – mit auf den Weg geben kann? (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, wir haben derzeit – Kollegin Stoisits hat das ausgeführt – die schwierigste Situation überhaupt in der Geschichte des österreichischen Strafvollzuges. Das ist überhaupt keine Frage. Ich lade einmal alle ein, die oft so locker und teilweise populistisch argumentieren: Schaut euch einmal an, wie es in den österreichischen Vollzugsanstalten ausschaut! Da wäre viel zu diskutieren. Ich hoffe, dass wir auf die Initiativen der Bundesregierung und der Frau Justizministerin auch im Interesse der Humanität zählen können. Und, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen: Vergessen wir nicht, es sind unsere öffentlich Bediensteten, die für uns da und für die Österreicherinnen und Österreicher den Kopf hinhalten! Denen sollte man wenigstens danken und auch helfen! – Das muss man auch einmal in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Ich freue mich auf eine konstruktive Debatte im Justizausschuss und hoffe, dass wir gute Vorschläge nicht nur erarbeiten, sondern auch umsetzen werden können. – Danke schön. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zuerst – so glaube ich – ist es einmal ein Erfolg auch des Innenministers bei der Aufklärung, bei der Verfolgung von Straftätern und natürlich vor allem ein Erfolg der Kolleginnen und Kollegen unserer Exekutive, die Tag und Nacht unterwegs sind, um Straftätern das Handwerk zu legen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Antwort kann sein – und ich glaube, die geben wir im Budget für die Jahre 2007 und 2008, das wir in den nächsten Tagen diskutieren –: Mehr Geld, mehr Personal auch für die Justizanstalten. 150 Wachebeamte mehr im Jahr 2007, über 12 Prozent, fast 13 Prozent mehr Budget im Bereich der Justizanstalten im Jahr 2007 ist eine wichtige und richtige Antwort auf größere und gestiegene Häftlingszahlen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend: Wir werden diese Diskussion gerne führen. Ich bin gespannt auf eine konstruktive Diskussion, und ich bin überzeugt, dass es natürlich auch Verbesserungen im System der bedingten Entlassungen geben wird, die wir auch dann gemeinsam umsetzen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Man sollte dafür Sorge tragen, dass wir ausreichend Hafträume sicherstellen, dass wir in ausreichend Hafträume, in ausreichend Personal investieren, das heute letztlich auch darunter leidet, weil es auch in diesem Bereich, im Bereich des Strafvollzuges nicht ausreichend Beamte gibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber nein, man macht den Vorstoß in Sachen Verringerung der Häftlingszahl, in Richtung frühzeitiger bedingter Entlassung. Und wenn man sich dann die Zahlen anschaut, dann sieht man: Im Jahr 2005 wurden 45 691 Personen in Österreich verurteilt. 22 402 Personen davon waren vorbestraft, sprich keine Unbekannten, keine Täter, die das erste Mal eine Tat begangen haben und überführt worden sind – nein, Vorbestrafte! Wir haben darüber hinaus 11 533 Personen, die verurteilt worden sind, die sogar mehr als drei Vorstrafen gehabt haben – also durchaus Täter, wo man klar erkennt: Das sind keine Ersttäter, das sind Täter, die immer wieder Verbrechen begehen. Und da wollen Sie der Bevölkerung weismachen, wenn man die frühzeitig entlässt, dass das zu mehr Sicherheit beitragen kann? – Mit Sicherheit nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist einfach unverantwortlich, wenn man so vorgeht! Von 7 136 Personen, die zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt wurden, waren 6 055 vorbestraft! Allein anhand dieser Vergleichssumme sieht man, wovon wir hier reden. Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche, die hier Forderungen aufstellen, so wie die Abgeordnete Stoisits, nicht wissen, wovon sie sprechen! Oder – noch viel schlimmer –: Wenn Abgeordnete Stoisits weiß, wovon sie spricht, dann handelt sie eigentlich noch viel unverantwortlicher – und das ist etwas, wo wir zu Recht sagen, damit eignet sie sich auf gar keinen Fall als Volksanwältin. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
ÖVP gemeinsam mit der Sozialdemokratie leider Gottes mit. Unsicherheit wird geschaffen, und ich sage: Wenn Sie so weitertun, dann werden wir in Österreich bald amerikanische Verhältnisse haben – und das wollen wir mit Sicherheit nicht, und dagegen werden wir antreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: „Eher nicht“?
Das heißt, darüber können wir diskutieren. Über den von euch eingebrachten Antrag, so wie er hier vorliegt, werden wir in dieser Form wohl eher nicht diskutieren können. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: „Eher nicht“?)
Abg. Strache: Dass wir eine so hohe Häftlingszahl haben, ist eine Rückführung auf populistische Parolen?!
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Dieses sensible Thema hätte sich vermutlich mehr Anwesenheit verdient. Es ist aber trotzdem niemandem hier im Haus verborgen geblieben, dass sich der österreichische Strafvollzug in einer Krise befindet. Wir haben von Frau Kollegin Stoisits schon gehört, dass es im Jahre 1989 noch einen historischen Tiefstand an Insassen, nämlich in etwa 6 000, gegeben hat und dieser sich ab 2001 dramatisch erhöht hat. Wir können heute – und das haben wir heute auch mehrfach gehört –, mit Stand März 2007, als exakte Zahl 9 093 Menschen, die sich in Österreich in Gefängnissen befinden, registrieren. Der Grund dafür sind einerseits sicherheitspopulistische Parolen und andererseits aber auch der Rückbau des österreichischen Sozialstaates. (Abg. Strache: Dass wir eine so hohe Häftlingszahl haben, ist eine Rückführung auf populistische Parolen?!) – Doch! (Abg. Strache: Sie erkennen nicht, dass es mehr Verbrechen gibt? Das wollen Sie in Abrede stellen?)
Abg. Strache: Sie erkennen nicht, dass es mehr Verbrechen gibt? Das wollen Sie in Abrede stellen?
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Dieses sensible Thema hätte sich vermutlich mehr Anwesenheit verdient. Es ist aber trotzdem niemandem hier im Haus verborgen geblieben, dass sich der österreichische Strafvollzug in einer Krise befindet. Wir haben von Frau Kollegin Stoisits schon gehört, dass es im Jahre 1989 noch einen historischen Tiefstand an Insassen, nämlich in etwa 6 000, gegeben hat und dieser sich ab 2001 dramatisch erhöht hat. Wir können heute – und das haben wir heute auch mehrfach gehört –, mit Stand März 2007, als exakte Zahl 9 093 Menschen, die sich in Österreich in Gefängnissen befinden, registrieren. Der Grund dafür sind einerseits sicherheitspopulistische Parolen und andererseits aber auch der Rückbau des österreichischen Sozialstaates. (Abg. Strache: Dass wir eine so hohe Häftlingszahl haben, ist eine Rückführung auf populistische Parolen?!) – Doch! (Abg. Strache: Sie erkennen nicht, dass es mehr Verbrechen gibt? Das wollen Sie in Abrede stellen?)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollege Strache, das ist einerseits. Und andererseits habe ich aber gesagt, dass der Rückbau des österreichischen Sozialstaates und die mangelnde Integration von Randgruppen ebenfalls ein Grund dafür sein werden. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Jack Unterweger zum Beispiel! – Abg. Grillitsch: Den kennt er nicht!
An der Linzer Universität gibt es führende Strafrechtsexperten, die dafür eintreten, dass vorzeitige Haftentlassungen begründet sein sollen – und das mit der Begründung, das entstehende Risiko von Rückfällen sei vertretbar. Aber die Herren Wissenschaftler stellen auch fest, dass vorzeitig bedingt entlassene Straftäter weniger häufig rückfällig werden. Sie sehen aber die Ursache dessen in erster Linie in der richtigen Auswahl dieser Straftäter durch die Gerichte. (Abg. Strache: Jack Unterweger zum Beispiel! – Abg. Grillitsch: Den kennt er nicht!) – Ich komme aus diesem Metier. (Abg. Grillitsch: Vom Unterweger?!) Jack Unterweger!
Abg. Grillitsch: Vom Unterweger?!
An der Linzer Universität gibt es führende Strafrechtsexperten, die dafür eintreten, dass vorzeitige Haftentlassungen begründet sein sollen – und das mit der Begründung, das entstehende Risiko von Rückfällen sei vertretbar. Aber die Herren Wissenschaftler stellen auch fest, dass vorzeitig bedingt entlassene Straftäter weniger häufig rückfällig werden. Sie sehen aber die Ursache dessen in erster Linie in der richtigen Auswahl dieser Straftäter durch die Gerichte. (Abg. Strache: Jack Unterweger zum Beispiel! – Abg. Grillitsch: Den kennt er nicht!) – Ich komme aus diesem Metier. (Abg. Grillitsch: Vom Unterweger?!) Jack Unterweger!
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Richter urteilen und verurteilen meist mit Gefühl und mit Kompetenz, wobei sie nach Punkt und Beistrich die geltenden Gesetze anwenden. Aber wir, die Abgeordneten dieses Hauses, sind für die geltenden Gesetze verantwortlich, und wir können uns vor dieser Verantwortung auch nicht drücken. Daher bleibt uns allen nur zu wünschen, dass sich unsere gemeinsamen, gut gemeinten Entscheidungen speziell in dieser Frage auf die Betroffenen und die Gesellschaft positiv auswirken. Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass jeder richterliche Irrtum in dieser Frage fatale Folgen für so manchen Bürger nach sich ziehen kann. Möge daher unser Glaube an das Gute im Menschen in dieser Frage nicht sehr oft enttäuscht werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das geht so auch!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich kann eigentlich nahtlos an die Ausführungen meines Klubobmannes anschließen. Zunächst aber ein kleiner Vorspann: Ich habe mir bei der Vorbereitung dieses Themas – weil ich ja die Argumente, die da zu erwarten waren, eben schon so, wie sie vorgebracht wurden, erwartet habe und diese auch im Antrag gestanden sind – eigentlich schon eine Frage gestellt: Sind wir in unserer Gesellschaft schon so weit, dass man völlig abstruse Gedanken haben muss, um Schickimicki sein zu können? (Ruf bei der ÖVP: Das geht so auch!)
Abg. Strache: So ist es! 37 Prozent Aufklärungsquote haben wir!
Das ist ehrlich die Frage, denn: Die Gefängnisse sind voll wie nie, und das bei einer katastrophalen Aufklärungsquote (Abg. Strache: So ist es! 37 Prozent Aufklärungsquote haben wir!) seitens unserer Exekutive, die natürlich – das sei betont – überhaupt nichts dafür kann, die seit Jahren ausgehungert wurde. Und trotzdem sind die „Häfen“ fürchterlich überfüllt!
Ruf: Die Verbrecher laufen frei herum, weil die Verbrechen nicht aufgeklärt werden! – Abg. Strache: Das ist der Hintergrund!
Jetzt kommt das Paradoxon: Unsere Gefängnisse sind überfüllt – jetzt schicken wir die Gauner nach Hause und lassen sie eben frei herumlaufen! – Das ist das Paradoxon in dieser Gesellschaft, Herr Kollege. (Ruf: Die Verbrecher laufen frei herum, weil die Verbrechen nicht aufgeklärt werden! – Abg. Strache: Das ist der Hintergrund!) Das ist der Hintergrund. Schicken wir sie nach Hause! (Weiterer Zwischenruf.) – Auch darauf komme ich noch zu sprechen, Frau Kollegin.
Weiterer Zwischenruf.
Jetzt kommt das Paradoxon: Unsere Gefängnisse sind überfüllt – jetzt schicken wir die Gauner nach Hause und lassen sie eben frei herumlaufen! – Das ist das Paradoxon in dieser Gesellschaft, Herr Kollege. (Ruf: Die Verbrecher laufen frei herum, weil die Verbrechen nicht aufgeklärt werden! – Abg. Strache: Das ist der Hintergrund!) Das ist der Hintergrund. Schicken wir sie nach Hause! (Weiterer Zwischenruf.) – Auch darauf komme ich noch zu sprechen, Frau Kollegin.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schalle.
Zweite Konsequenz: Wir bräuchten zumindest eine wesentlich verstärkte und nicht ausgehungerte Exekutive, um die Menschen in unserem Lande vor diesen frei herumlaufenden Gesetzesbrechern zu schützen, denn darauf wird immer wieder vergessen bei diesen modernen Strafrechtsdiskussionen: Es geht nicht in erster Linie um den Täterschutz – es geht um den Opferschutz, um den Schutz der Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schalle.)
Beifall bei der FPÖ.
Dritte Konsequenz: Ein solches Gesetz würde mit seinen zwingenden gesetzlichen Bestimmungen auch die Unabhängigkeit der Rechtsprechung untergraben. Der Herr Kollege von der ÖVP hat es kurz angeschnitten: Wie sollten denn die Richter darauf reagieren? – Na ja, die einen sagen: Ich möchte drei Jahre, drei Jahre sollen drei Jahre sein, daher muss ich viereinhalb Jahre geben. Oder, der andere sagt: Ich beuge mich diesem Diktat. – Nein, meine Damen und Herren, ich glaube nicht, dass man hier den Richtern irgendwo ins Handwerk pfuschen sollte. Man sollte genau diesen Bereich der freien und unabhängigen Rechtsprechung überlassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es hat seinen guten Grund und ist auch bewährte Tradition, dass der Gesetzgeber in unserer Republik Strafrahmen vorgibt und unabhängige Gerichte anhand des Einzelfalles über das tatsächliche Strafmaß entscheiden – und nicht die Politik! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schalle.
All die aufgezählten Punkte, meine Damen und Herren, sind inakzeptabel. Man kann doch nicht nur deswegen, weil der Platz im Gefängnis knapp wird, die Strafrahmen zwingend herunterreduzieren oder die Strafen überhaupt mehr oder weniger abschaffen. Dieser Traum, verehrte Frau Kollegin von der ÖVP, wurde in dieser Republik bereits einmal geträumt, und in Anbetracht der Realitäten wurde er auch endgültig ausgeträumt. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Schalle.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich ersuche Sie, diesen Gesetzentwurf genau zu studieren und dazu beizutragen, dass Opfer von unrechtmäßigen und menschenrechtswidrigen Gesetzen zwar spät, aber dennoch eine Entschädigung und Rehabilitierung erfahren. Ich denke, diese Menschen haben sich das verdient durch all das Ungemach und das Leid, das sie erfahren haben. Ich hoffe, es gibt dazu Ihre Zustimmung. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir unterstützen jedenfalls diese Initiative, und ich freue mich auf die Diskussionen im Ausschuss. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu hinterfragen wären auch die Kosten, die damit verbunden sind. Sie schreiben ja hier, dass der Steuerzahler/die Steuerzahlerin dafür zu 100 Prozent aufzukommen hat. Da stellt sich die Frage, ob das aus Sicht des Parlaments auch tatsächlich gerechtfertigt ist. Diese zwei Punkte würden wir ersuchen noch einmal zu diskutieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt eine angenehme Abwechslung!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer. 7 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Das war jetzt eine angenehme Abwechslung!)
Abg. Neugebauer: Warum muss Jarolim das erlauben?
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Kollege Jarolim, wenn Sie erlauben, ich habe eine andere Position rechtstheoretischer Art. Die Tilgung ist nicht eine provisorische Befreiung ... (Abg. Neugebauer: Warum muss Jarolim das erlauben?) – Ich bin ein höflicher Mensch. Das ist eine rein semantische Ausdrucksform meiner skeptischen Beurteilung seiner Äußerungen, aber das ist eine Stilfrage.
Abg. Mag. Lunacek: Es ist zu wenig!
„Tilgen“ heißt vollständige Beseitigung der Rechtsfolgen, die durch urteilsmäßigen Spruch judiziert worden sind. Insofern ist also der Vorgang der Tilgung nichts Tadelnswertes, und Tilgung zielt auf die Beseitigung eines Urteiles ab. Das ist nicht wirklich diskutierbar. (Abg. Mag. Lunacek: Es ist zu wenig!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Jetzt sind wir bei der zielgerichteten Absicht einer Generalamnestie, wie das von der Vertreterin der ÖVP genannt worden ist. Da muss ich schon auch sagen: Eine blanke Generalamnestie von Tathandlungen, die zu einem Urteil geführt haben, die durchaus von der Begehungsform gewisse Mischformen gehabt haben mögen, über die wir heute aber überhaupt nichts mehr wissen – zum Beispiel, ob Zwang oder Ausnutzung eines Vorgesetzten- oder Untergebenenverhältnisses bestanden haben mag –, würde wieder andere diskriminieren, die zu Recht wegen ähnlicher – und zwar gar nicht auf homosexueller Ebene begangener – Handlungen verurteilt worden sind. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der uns vorliegende Entwurf wird wahrscheinlich nicht geeignet sein, unsere Zustimmung im Justizausschuss zu erlangen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Cap – in Bezug auf das Rednerpult –: Etwas tiefer!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! – Wir werden noch ziemlich die gleichen sein wie vorhin. Ich darf den Kollegen von den Grünen zu ihrer Anfrage zur Kenntnis bringen, dass der vorliegende Antrag bereits in der letzten Gesetzgebungsperiode praktisch (Abg. Dr. Cap – in Bezug auf das Rednerpult –: Etwas tiefer!) – hört man mich schlecht? Das kann doch nicht wahr sein! (Abg. Dr. Cap: Es ist zu hoch!) – textgleich eingebracht, im Ausschuss behandelt und von allen Fraktionen – bis auf die Grünen – abgelehnt wurde. Nun hat man zwar schon herausgehört, dass die SPÖ diesen Antrag nunmehr unterstützen wird, aber, wie gesagt, es hat diesen Antrag schon einmal gegeben.
Abg. Dr. Cap: Es ist zu hoch!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! – Wir werden noch ziemlich die gleichen sein wie vorhin. Ich darf den Kollegen von den Grünen zu ihrer Anfrage zur Kenntnis bringen, dass der vorliegende Antrag bereits in der letzten Gesetzgebungsperiode praktisch (Abg. Dr. Cap – in Bezug auf das Rednerpult –: Etwas tiefer!) – hört man mich schlecht? Das kann doch nicht wahr sein! (Abg. Dr. Cap: Es ist zu hoch!) – textgleich eingebracht, im Ausschuss behandelt und von allen Fraktionen – bis auf die Grünen – abgelehnt wurde. Nun hat man zwar schon herausgehört, dass die SPÖ diesen Antrag nunmehr unterstützen wird, aber, wie gesagt, es hat diesen Antrag schon einmal gegeben.
Beifall beim BZÖ.
Diese Belobigung kann von unserer Seite, vom BZÖ, gerade in Bezug auf die zwei letztgenannten Gruppen, die im § 207 b StGB genannt sind, sicherlich nicht mitgetragen werden, und es wird daher diesbezüglich keine Zustimmung von uns geben. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir glauben, dieser Antrag, der nun schon seit zwei Jahrzehnten immer wieder eingebracht wird, könnte jetzt – nicht zuletzt aufgrund der günstigen wirtschaftlichen Lage – akzeptiert und angenommen werden. Wir könnten dadurch so manchem Behinderten einen wenn auch nicht gigantischen, so doch immerhin spürbaren Vorteil zukommen lassen, und unser Staatshaushalt wäre sozusagen in keiner Weise gefährdet. Ich bitte daher, diesen Antrag im zuständigen Ausschuss entsprechend zu beraten und positiv zu behandeln und dann in zweiter und dritter Lesung anzunehmen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden das als Koalitionspartei in die Verhandlungen über die Steuerreform mitnehmen, wo es, wie ich meine, gut angesiedelt ist und wo man sich dann technisch anschaut, mit welchen Einschränkungen et cetera man das machen kann. Wir werden dieses Ansinnen im Rahmen der Steuerreformdiskussion behandeln und nach einer vernünftigen Lösung suchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Namens meiner Fraktion darf ich daher festhalten, dass wir dem Antrag in der vorliegenden Form nicht zustimmen werden. Ich darf aber gleichzeitig anbieten, dass wir dieses Thema für die Steuerreform 2010 in Evidenz nehmen und bereits jetzt beginnen, darüber mit dem Bundesminister für Finanzen Gespräche zu führen. Ich glaube, wir brauchen eine tragfähige und eine saubere gesetzliche Regelung, eine Regelung mit klaren Richtlinien über die Abzugsfähigkeit dieser Sonderausgaben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Werbungskosten!
Wenn man das über die außergewöhnliche Belastung macht, wie es jetzt von der ÖVP vorgeschlagen wird (Abg. Tamandl: Werbungskosten!), dann sind es nicht mehr 9 €, sondern nur mehr 2,60 € unter dem Strich, weil ab 6 Prozent dann dieses Einkommen, das über die Belastungsgrenze hinausgeht, absetzbar wäre. Davon haben behinderte Menschen nichts!
Beifall bei den Grünen.
weil auch Menschen mit Behinderungen rechnen können und nicht etwas fordern, wo ihnen unter dem Strich 2,60 € bleiben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Menschen mit Behinderungen können, wie gesagt, sehr wohl rechnen und stellen genau dieselben Forderungen, die andere Personengruppen auch für sich in Anspruch nehmen. In diesem Fall ist das die Erhöhung der generellen Freibeträge plus die Negativsteuer für jenen Personenkreis, der das steuerlich nicht absetzen kann. Aber mit 2,60 € bis 9 € – sorry, mit diesem Betrag können Sie uns ganz sicher nicht abspeisen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Da prüft man schon lange!
Grundsätzlich muss ich aber eines sagen: Es ist im Finanzministerium schon seit zwei Perioden eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die prüft, wie man diese Absetzbarkeit machen kann (Abg. Öllinger: Da prüft man schon lange!), und es wäre sehr, sehr vielen Vereinen und Trägerorganisationen, Herr Kollege Öllinger, geholfen, wenn private Spenden auch absetzbar wären. Natürlich müssen diese Vereine, Trägerorganisationen und Verbände der Rechnungshofprüfung unterliegen. Das ist keine Frage, das muss schon sein, Kontrolle muss sein, aber es wäre wichtig, dass diese Vereine auch über private Spendengelder finanziert würden.
Abg. Haidlmayr: Seit 1988!
Das andere Thema, das Frau Kollegin Haidlmayr angesprochen hat, ist uns natürlich auch bekannt. Wir wissen, dass die Freibeträge schon seit zirka 20 Jahren (Abg. Haidlmayr: Seit 1988!), schon seit 1988 nicht angehoben worden sind. Jeder Sozialsprecher beziehungsweise Behindertensprecher hat ja das Schreiben vom Behindertenverband erhalten, wo drinsteht, dass man endlich einmal die Freibeträge anheben soll. Menschen, die auch ein Kraftfahrzeug haben, kommen, wo jetzt noch die Mineralölsteuer angehoben werden wird, mit der Pendlerpauschale von 10 Prozent nicht aus, da sie natürlich einen erhöhten Aufwand für ihr behindertengerechtes Fahrzeug haben. Das ist das eine: dass das angehoben werden muss.
Abg. Haidlmayr – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Lesen Sie sich das durch!
Auf der anderen Seite muss man natürlich auch Maßnahmen setzen, dass es eine steuerliche Absetzbarkeit für Sozialausgaben gibt. Es ist nur die Frage, in welcher Form. Natürlich auch in Form einer Negativsteuer. Aber vor allem sollen auch jene Menschen, die nicht behindert sind, aber für soziale Zwecke spenden, diese ihre Spende auch steuerlich absetzen können. Dann wäre vielen geholfen. (Abg. Haidlmayr – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Lesen Sie sich das durch!)
Beifall beim BZÖ.
Stein –, dass wir auch hier gemeinsam etwas weiterbringen werden. (Beifall beim BZÖ.)