Eckdaten:
Für die 38. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 743 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe das gute Gefühl, dass das ein tolles Fußballfest, ein tolles Sportereignis werden wird und wir uns schon auf den Juni des nächsten Jahres gemeinsam freuen können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich kann nicht ausschließen, dass sich die Türkei für die Fußball-Europameisterschaft qualifiziert. Ich kann auch nicht ausschließen, dass sich die Türkei für weitere Runden, sei es das Viertelfinale, das Semifinale oder das Finale, qualifiziert. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist ausschließlich eine Frage der sportlichen Leistungen, die im fairen Wettbewerb erbracht werden sollen.
Beifall bei den Grünen.
Meine Frage: Können Sie sicherstellen, dass diese Rollstuhlplätze auf den Rängen über die Europameisterschaft hinaus bestehen bleiben? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Ich werde unverzüglich mit unserem Koordinator und dem Vertreter der Host City Kontakt aufnehmen, dass auf jeden Fall gewährleistet ist, dass die Barrierefreiheit nicht nur während der Europameisterschaft, sondern auch danach dauerhaft gegeben ist. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
allgemeine Heiterkeit
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, wie Sie wissen, liegt die Einrichtung einer unabhängigen Medienbehörde nicht in meinem Zuständigkeitsbereich, sondern im Verantwortungsbereich der Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst. Aber wenn Sie mich schon fragen (allgemeine Heiterkeit), möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen und darauf hinweisen, dass wir einen Zeitplan entwickelt haben, der mit Juli dieses Jahres begonnen hat.
Beifall bei der SPÖ.
Ich gehe davon aus, dass die neue unabhängige Medienbehörde ja keine zusätzliche Behörde sein soll, sondern anstelle der bisherigen Behörden treten soll. Und wenn daraus irgendeine Art von Synergie entsteht, ist das erstens Ihre Beschlussfassung und soll es mir zweitens recht sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das wäre aber sehr interessant, Herr Bundeskanzler!
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Herr Abgeordneter, Sie haben recht: Die Verwaltungseinsparung ist ein zähes Thema, das muss man ganz unumwunden zugeben. Ich sage Ihnen auch, ohne jetzt zu sehr aus dem Nähkästchen der Bundesregierung plaudern zu wollen (Abg. Scheibner: Das wäre aber sehr interessant, Herr Bundeskanzler!) – ich sage ja auch etwas dazu, Herr Abgeordneter Scheibner –, dass das natürlich auch die spannendsten Ministerratssitzungen der Bundesregierung sind, wenn wir darauf hinweisen, dass die einzelnen Bundesminister die selbst gestellten Zielsetzungen, die wir mit ihnen vereinbart haben, auch entsprechend zu erfüllen haben. Da wird es dann meistens sehr ruhig. Daher weiß jeder, wie zäh diese Diskussionen sind. Aber sowohl der Vizekanzler als auch ich sind in dieser Frage sehr konsequent und bestimmt, weil wir der Meinung sind, dass wir die Effizienz unserer Verwaltung, und zwar auch auf Basis der bestehenden Gesetzeslage, weiter verbessern können.
Abg. Kickl: Die Summe haben Sie vergessen!
Was dazukommt, ist, dass wahrscheinlich die größte Verwaltungseinsparung durch eine Veränderung der Kompetenzlage erfolgen kann. Wir sind in nicht sehr einfachen Verhandlungen mit den österreichischen Bundesländern, weil wir hier natürlich den Konsens mit den Bundesländern brauchen. Das sind letztendlich Materien, die die Grundfesten der Bundesverfassung betreffen. Was wir ohne Verfassungsänderungen machen können, versuchen wir derzeit, aber größere Einsparungen sind dann möglich, wenn es einen Konsens auch mit den Bundesländern gibt. Daran versuchen wir zu arbeiten, und wenn Sie uns dabei unterstützen, wird uns das sicher helfen. (Abg. Kickl: Die Summe haben Sie vergessen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte diese Gelegenheit jetzt auch wahrnehmen und mich bei Ihnen als einen der Präsidenten der drei großen Sportvereine ganz persönlich für die gute Kooperation zu bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte das für ganz wichtig, dass wir vor allem ehemalige Spitzensportlerinnen dazu bewegen, dass sie sich weiter in den Dienst des Sports stellen, weil diese Vorbildwirkung vor allem für andere Frauen ganz wesentlich ist. Ich halte das für entscheidend! Wir werden nur dann die Zahl der Menschen, die sich in Österreich bewegen und Sport betreiben, erhöhen können, wenn wir vor allem mehr Mädchen und Frauen dazu motivieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Die geographische Lage war immer schon so!
Lassen Sie mich aber, bevor ich auf den Vertrag und seine Veränderungen eingehe, eines auch noch deutlich sagen, weil wir manchmal eine Europadiskussion in Österreich führen, die meiner Meinung nach nicht genügend wertet, was wir an diesem Europa haben: Wir müssen feststellen, dass Österreich im Zentrum dieser neuen erweiterten Europäischen Union liegt und dass das für Österreich ein unschätzbarer Vorteil ist (Abg. Rosenkranz: Die geographische Lage war immer schon so!), weil er Frieden, Stabilität und Sicherheit in einem Ausmaß garantiert, wie es noch nie zuvor in unserer Geschichte der Fall war. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Lassen Sie mich aber, bevor ich auf den Vertrag und seine Veränderungen eingehe, eines auch noch deutlich sagen, weil wir manchmal eine Europadiskussion in Österreich führen, die meiner Meinung nach nicht genügend wertet, was wir an diesem Europa haben: Wir müssen feststellen, dass Österreich im Zentrum dieser neuen erweiterten Europäischen Union liegt und dass das für Österreich ein unschätzbarer Vorteil ist (Abg. Rosenkranz: Die geographische Lage war immer schon so!), weil er Frieden, Stabilität und Sicherheit in einem Ausmaß garantiert, wie es noch nie zuvor in unserer Geschichte der Fall war. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Die Schönfärberstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen das die Menschen nicht, was Sie da sagen?
Zum Zweiten ist festzuhalten, dass unsere günstige Wirtschaftsentwicklung – und wir werden im heurigen Jahr wieder über 3 Prozent Wirtschaftswachstum haben – natürlich in erster Linie der Erfolg unserer österreichischen Unternehmungen, der Arbeitnehmer und der Initiativen vieler in unserem Land ist. Die Verwertungsmöglichkeiten für die Unternehmungen und für die Arbeitnehmer werden aber ganz entscheidend durch die Bedingungen geprägt, die wir in Europa vorfinden. Und wenn es ein Land gibt, das die Öffnung des früheren kommunistischen Ostens nach 1989 in einer ökonomisch exzellenten Art und Weise bewältigt hat – nämlich zum Nutzen vor allem für seine Bürgerinnen und Bürger –, dann ist das Österreich; und das sollen wir mit aller Deutlichkeit einmal festhalten! Österreich ist der Gewinner der Erweiterung der Europäischen Union – auch wirtschaftlich. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Die Schönfärberstunde! – Abg. Ing. Westenthaler: Warum wissen das die Menschen nicht, was Sie da sagen?)
Abg. Heinisch-Hosek: Genau!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich sage auch dazu: Man kann natürlich versuchen, all diese Erfolge kleinzureden. (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!) Aber ich sage Ihnen: Schauen Sie sich einmal in Europa um und fragen Sie die Menschen, die mit großer Hochachtung auf Österreich blicken und sagen (Abg. Strache: Dann fragen Sie doch die Österreicher, Herr Bundeskanzler! Lassen Sie doch die Österreicher abstimmen!), wie gut Österreich diese Erweiterung der Europäischen Union für sich genutzt hat! Und ich sage Ihnen: Wir werden uns diese historischen Erfolge von Ihnen auch nicht wegreden lassen!, um das auch gleich klarzustellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: Genau! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Abg. Strache: Dann fragen Sie doch die Österreicher, Herr Bundeskanzler! Lassen Sie doch die Österreicher abstimmen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich sage auch dazu: Man kann natürlich versuchen, all diese Erfolge kleinzureden. (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!) Aber ich sage Ihnen: Schauen Sie sich einmal in Europa um und fragen Sie die Menschen, die mit großer Hochachtung auf Österreich blicken und sagen (Abg. Strache: Dann fragen Sie doch die Österreicher, Herr Bundeskanzler! Lassen Sie doch die Österreicher abstimmen!), wie gut Österreich diese Erweiterung der Europäischen Union für sich genutzt hat! Und ich sage Ihnen: Wir werden uns diese historischen Erfolge von Ihnen auch nicht wegreden lassen!, um das auch gleich klarzustellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: Genau! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: Genau! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich sage auch dazu: Man kann natürlich versuchen, all diese Erfolge kleinzureden. (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!) Aber ich sage Ihnen: Schauen Sie sich einmal in Europa um und fragen Sie die Menschen, die mit großer Hochachtung auf Österreich blicken und sagen (Abg. Strache: Dann fragen Sie doch die Österreicher, Herr Bundeskanzler! Lassen Sie doch die Österreicher abstimmen!), wie gut Österreich diese Erweiterung der Europäischen Union für sich genutzt hat! Und ich sage Ihnen: Wir werden uns diese historischen Erfolge von Ihnen auch nicht wegreden lassen!, um das auch gleich klarzustellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Heinisch-Hosek: Genau! – Zwischenruf des Abg. Lutz Weinzinger.)
Abg. Mag. Hauser: Ein gerechtes Europa! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ein anderes Europa! Ende des Zentralismus, echte Demokratie!
Ich sage auch glasklar dazu: Jede kritische Auseinandersetzung mit der Politik der Europäischen Union ist genauso legitim wie die kritische Auseinandersetzung mit der Politik einer Bundesregierung, einer Landesregierung oder einer anderen politischen Einrichtung. Nur: Die, die heute gegen Europa aufstehen, sollen glasklar sagen, was denn die Alternative dazu ist (Abg. Mag. Hauser: Ein gerechtes Europa! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ein anderes Europa! Ende des Zentralismus, echte Demokratie!) und ob sie wirklich glauben, dass ein Österreich außerhalb der Europäischen Union besser dastehen würde als ein Österreich innerhalb der EU. Sie werden sich irgendwann einmal entscheiden müssen. Und ich sage Ihnen: Ein Österreich innerhalb der Europäischen Union ist bedeutend besser dran als ein Österreich außerhalb der Europäischen Union! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Ich sage auch glasklar dazu: Jede kritische Auseinandersetzung mit der Politik der Europäischen Union ist genauso legitim wie die kritische Auseinandersetzung mit der Politik einer Bundesregierung, einer Landesregierung oder einer anderen politischen Einrichtung. Nur: Die, die heute gegen Europa aufstehen, sollen glasklar sagen, was denn die Alternative dazu ist (Abg. Mag. Hauser: Ein gerechtes Europa! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ein anderes Europa! Ende des Zentralismus, echte Demokratie!) und ob sie wirklich glauben, dass ein Österreich außerhalb der Europäischen Union besser dastehen würde als ein Österreich innerhalb der EU. Sie werden sich irgendwann einmal entscheiden müssen. Und ich sage Ihnen: Ein Österreich innerhalb der Europäischen Union ist bedeutend besser dran als ein Österreich außerhalb der Europäischen Union! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Volksabstimmung ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin im Übrigen davon überzeugt, dass durch diesen Reformvertrag ... (Abg. Mag. Stadler: Volksabstimmung ...!) – Auch die Lautstärke kann die Argumente nicht ersetzen. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin im Übrigen davon überzeugt, dass durch diesen Reformvertrag ... (Abg. Mag. Stadler: Volksabstimmung ...!) – Auch die Lautstärke kann die Argumente nicht ersetzen. Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage daher ein klares Ja zu dieser Grundrechtecharta und zu ihrer Rechtsverbindlichkeit, weil sie die Bürgerinnen und Bürger in Europa stärkt und damit uns alle in Europa stärker machen wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie eigentlich nichts erreicht? Wieso kommen Sie mit leeren Händen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, man soll dabei nicht verschweigen, dass es natürlich Wermutstropfen gibt, wie zum Beispiel den Wermutstropfen, dass Großbritannien sich ein Opt-out genommen hat – ob es Polen letztendlich auch noch sein wird oder nicht, wird sich noch herausstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso haben Sie eigentlich nichts erreicht? Wieso kommen Sie mit leeren Händen?) –, weil das natürlich für die Bürgerinnen und Bürger in Großbritannien, so finde ich, keine gute Sache ist und weil man sich auch die Frage stellen muss, wie die weitere Entwicklung Europas aussieht, wenn einzelne Staaten sich von der gemeinsamen europäischen Politik immer wieder ein Opt-out nehmen. Das führt nämlich zu einer gewissen Unübersichtlichkeit in Europa und erreicht nicht das, was eigentlich das Ziel des europäischen Projekts ist.
Abg. Strache: Es geht um Verfassungsrechte und Demokratie!
Ich habe viel Verständnis für nationale Befindlichkeiten in diesem Zusammenhang, aber unser Ziel wird weiterhin bleiben ... (Abg. Strache: Es geht um Verfassungsrechte und Demokratie!) – Großbritannien hat im Übrigen nicht einmal eine Verfassung, sehr geehrter Herr Klubobmann! Wenn Sie schon darauf Bezug nehmen. (Abg. Strache: Aber wir! Wir haben eine Verfassung, Herr Bundeskanzler, und die sollte man die Bürger auch abstimmen lassen!)
Abg. Strache: Aber wir! Wir haben eine Verfassung, Herr Bundeskanzler, und die sollte man die Bürger auch abstimmen lassen!
Ich habe viel Verständnis für nationale Befindlichkeiten in diesem Zusammenhang, aber unser Ziel wird weiterhin bleiben ... (Abg. Strache: Es geht um Verfassungsrechte und Demokratie!) – Großbritannien hat im Übrigen nicht einmal eine Verfassung, sehr geehrter Herr Klubobmann! Wenn Sie schon darauf Bezug nehmen. (Abg. Strache: Aber wir! Wir haben eine Verfassung, Herr Bundeskanzler, und die sollte man die Bürger auch abstimmen lassen!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Was ist mit den Beneš-Dekreten?
Ich strebe an, dass wir ein Europa haben, wo es gleiches Recht für alle gibt (Abg. Dr. Haimbuchner: Was ist mit den Beneš-Dekreten?), und daher wird es das Ziel bleiben, dass diese Grundrechtecharta irgendwann einmal für alle Bürgerinnen und Bürger Europas gültig ist und nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger in 25 Mitgliedstaaten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Sie könnten das so schön der Bevölkerung erklären und dann abstimmen lassen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Sie könnten das so schön der Bevölkerung erklären und dann abstimmen lassen!
Ich strebe an, dass wir ein Europa haben, wo es gleiches Recht für alle gibt (Abg. Dr. Haimbuchner: Was ist mit den Beneš-Dekreten?), und daher wird es das Ziel bleiben, dass diese Grundrechtecharta irgendwann einmal für alle Bürgerinnen und Bürger Europas gültig ist und nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger in 25 Mitgliedstaaten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: Sie könnten das so schön der Bevölkerung erklären und dann abstimmen lassen!)
Abg. Vilimsky: „Die menschliche Gestaltung der Globalisierung!“
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe darauf hingewiesen, dass Europa nach Beendigung dieser langen Diskussionsphase nun wieder die Energie haben wird, sich mit den wirklich großen Fragen zu beschäftigen, die auch den Menschen unter den Nägeln brennen. Das ist die menschlichere Gestaltung der Globalisierung (Abg. Vilimsky: „Die menschliche Gestaltung der Globalisierung!“), das ist die Frage eines sozialeren Europas, das ist letztendlich die Frage, wie wir weiter die Arbeitslosigkeit in Europa bekämpfen können und reduzieren können.
Abg. Rosenkranz: Die wird immer größer!
Das sind natürlich Fragen, die den Menschen bedeutend wichtiger sind als die Frage, wie die Institutionen ihr Verhältnis zueinander regeln. Ich bin daher überzeugt davon, dass dann, wenn wir diese Verantwortung über eine Politik wahrnehmen, die den Menschen klar zeigt, worin die Vorzüge des gemeinsamen europäischen Wirkens bestehen, auch die Möglichkeit besteht, dort, wo die Menschen eine kritische Distanz zu Europa haben, diese kritische Distanz wieder zu verringern. (Abg. Rosenkranz: Die wird immer größer!) Ich bin davon überzeugt, dass wir einige der anstehenden Probleme eben nur gemeinsam in Europa lösen können. (Abg. Kickl: Erklären Sie es den Leuten, dann lassen wir es abstimmen!)
Abg. Kickl: Erklären Sie es den Leuten, dann lassen wir es abstimmen!
Das sind natürlich Fragen, die den Menschen bedeutend wichtiger sind als die Frage, wie die Institutionen ihr Verhältnis zueinander regeln. Ich bin daher überzeugt davon, dass dann, wenn wir diese Verantwortung über eine Politik wahrnehmen, die den Menschen klar zeigt, worin die Vorzüge des gemeinsamen europäischen Wirkens bestehen, auch die Möglichkeit besteht, dort, wo die Menschen eine kritische Distanz zu Europa haben, diese kritische Distanz wieder zu verringern. (Abg. Rosenkranz: Die wird immer größer!) Ich bin davon überzeugt, dass wir einige der anstehenden Probleme eben nur gemeinsam in Europa lösen können. (Abg. Kickl: Erklären Sie es den Leuten, dann lassen wir es abstimmen!)
Abg. Scheibner: Das haben aber nicht Sie gemacht!
Zu glauben, ein Land wie Österreich könne die Globalisierung allein menschlich gestalten, ist eine schwere Illusion. Das werden wir, wenn überhaupt, nur in gemeinsamem europäischen Wirken zustande bringen. Und daher plädiere ich dafür, dass wir diesen gemeinsamen europäischen Weg gehen, der im Übrigen eine Reihe von Erfolgen gebracht hat. Wenn wir uns in Österreich heuer darüber freuen können, dass wir die Arbeitslosenrate von 5 Prozent auf 4,2 Prozent gesenkt haben, dann ist das ein schöner Erfolg! (Abg. Scheibner: Das haben aber nicht Sie gemacht!)
Abg. Mag. Hauser: Dafür haben wir die massenweise Verarmung! – Abg. Kickl: Und das alles ohne Vertrag, Herr Bundeskanzler! Ohne Vertrag!
Im Übrigen ist das ein Erfolg, der in kleinerem oder größerem Maßstab auch in Europa stattfindet. Es ist zum Glück die Zahl der Arbeitslosen in ganz Europa zurückgegangen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung, die wir gehabt haben, und es ist heute die Frage der massenhaften Arbeitslosigkeit, wie sie in einzelnen Staaten vorhanden war, bedeutend gelöst worden. Das heißt, wir haben natürlich unseren eigenen Anteil – die österreichischen Unternehmen, die Arbeitnehmer und auch die politischen Maßnahmen –, aber auch der politische Kurs Europas zur Reduktion der Arbeitslosigkeit war richtig und hat sich bewährt. (Abg. Mag. Hauser: Dafür haben wir die massenweise Verarmung! – Abg. Kickl: Und das alles ohne Vertrag, Herr Bundeskanzler! Ohne Vertrag!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Weinzinger: Seit Jahren keine tatsächliche Lohnerhöhung!) Und genau diesen Weg werden wir mit aller Konsequenz weiterverfolgen; und dieser Reformvertrag von Lissabon wird uns dafür eine bessere Grundlage geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Hauser: Was tun wir nach den fünf Jahren, so wie mit dem Brenner-Transit?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war uns auch möglich, im Vorfeld dieses informellen Rates von Lissabon eine der Fragen in Richtung Lösung zu bringen, die Österreich ganz besonders bewegt hat, nämlich die Frage der Regelung des Zugangs zum Medizinstudium in Österreich, wo nach langen Diskussionen mit der Kommission nun der Kommissionspräsident brieflich in Aussicht gestellt hat, dass es erstens ein Moratorium von fünf Jahren geben wird und zweitens in diesen fünf Jahren eine dauerhafte Lösung gefunden wird, was den Zugang zum Medizinstudium in Österreich betrifft. (Abg. Mag. Hauser: Was tun wir nach den fünf Jahren, so wie mit dem Brenner-Transit?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, das ist außerordentlich wichtig, weil damit ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet wird, dass wir jene Ärztinnen und Ärzte in Österreich ausbilden können, die für die Aufrechterhaltung eines der besten Gesundheitssysteme der Welt auch notwendig sein werden. Und ich bin sehr froh, dass wir dieses Problem gemeinsam gelöst und bewältigt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Bei dem Lohnniveau müssen Sie aber mit den Bürgern ... – bei den Preissteigerungen!
Daher möchte ich den Verhandlern, den Sozialpartnern zu diesen Lohnabschlüssen außerordentlich gratulieren. Ich glaube, das ist ein wichtiger Beitrag für den sozialen Zusammenhalt und für den wirtschaftlichen Fortschritt in unserem Land. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Bei dem Lohnniveau müssen Sie aber mit den Bürgern ... – bei den Preissteigerungen!)
Abg. Vilimsky: Das haben Sie falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zum Start!, haben sie gesagt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die österreichische Bundesregierung, die Frau Außenministerin und ich haben natürlich den Auftrag des Parlaments so verstanden, dass wir versuchen, ein Maximum dieses Verfassungsvertrags, den Sie hier im Hohen Haus mit einer großen Mehrheit ratifiziert haben, auch im neuen Reformvertrag zu erhalten. (Abg. Vilimsky: Das haben Sie falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zum Start!, haben sie gesagt!) Denn klarerweise ist es so, dass die österreichische Bundesregierung zu handeln hat auf Basis der Gesetze und auf Basis der Beschlüsse des österreichischen Nationalrates; und wenn 182 von 183 Abgeordneten ja zu diesem Verfassungsvertrag gesagt haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser), dann war es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst viel
Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die österreichische Bundesregierung, die Frau Außenministerin und ich haben natürlich den Auftrag des Parlaments so verstanden, dass wir versuchen, ein Maximum dieses Verfassungsvertrags, den Sie hier im Hohen Haus mit einer großen Mehrheit ratifiziert haben, auch im neuen Reformvertrag zu erhalten. (Abg. Vilimsky: Das haben Sie falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Zurück zum Start!, haben sie gesagt!) Denn klarerweise ist es so, dass die österreichische Bundesregierung zu handeln hat auf Basis der Gesetze und auf Basis der Beschlüsse des österreichischen Nationalrates; und wenn 182 von 183 Abgeordneten ja zu diesem Verfassungsvertrag gesagt haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser), dann war es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass möglichst viel
Abg. Lutz Weinzinger: Das ist eine blanke Verhöhnung der Bevölkerung!
von diesem Verfassungsvertrag auch in den Reformvertrag von Lissabon mit einfließt, und ich bin froh, Ihnen mitteilen zu können, dass es uns gelungen ist, dass die Herzstücke dieses Verfassungsvertrages trotz verschiedenster Diskussionen und Veränderungen erhalten geblieben sind. Und das ist mir wichtig (Abg. Lutz Weinzinger: Das ist eine blanke Verhöhnung der Bevölkerung!), weil es auch der klare Auftrag war, den sich Europa vorgenommen hat. (Abg. Rosenkranz: Wer ist „Europa“?)
Abg. Rosenkranz: Wer ist „Europa“?
von diesem Verfassungsvertrag auch in den Reformvertrag von Lissabon mit einfließt, und ich bin froh, Ihnen mitteilen zu können, dass es uns gelungen ist, dass die Herzstücke dieses Verfassungsvertrages trotz verschiedenster Diskussionen und Veränderungen erhalten geblieben sind. Und das ist mir wichtig (Abg. Lutz Weinzinger: Das ist eine blanke Verhöhnung der Bevölkerung!), weil es auch der klare Auftrag war, den sich Europa vorgenommen hat. (Abg. Rosenkranz: Wer ist „Europa“?)
Abg. Strache: Für Österreichs Souveränität und Neutralität zu stehen, das wäre unsere Aufgabe!
Und ich sage Ihnen: Die richtige Antwort auf die Skepsis, auf die berechtigte Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger, was sozusagen politische Inhalte in Europa betrifft, ist nicht, herzugehen und gegen Europa zu polemisieren, sondern ist, eine bessere Politik zu machen (Abg. Strache: Für Österreichs Souveränität und Neutralität zu stehen, das wäre unsere Aufgabe!) und darzustellen, welch unschätzbare Vorteile Österreich durch seine Stellung im Herzen Europas hat.
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir stehen zu Österreich, wir stehen zu Europa, und wir stehen zu diesem Reformvertrag! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Hauser: Das sieht aber die Bevölkerung nicht so!
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Wir stehen unmittelbar vor einem europäischen Quantensprung (Abg. Mag. Hauser: Das sieht aber die Bevölkerung nicht so!): Wo vor nicht einmal 20 Jahren der Eiserne Vorhang war, wird in sechs Wochen keine Grenzkontrolle mehr sein. Grenzzäune, Grenzbalken werden bald der Vergangenheit angehören. (Abg. Lutz Weinzinger: Wieder eine gefährliche Drohung!) Kurz vor Weihnachten erfolgt damit der nächste große Schritt, um die Geschichte der großen europäischen Teilung zu überwinden, zwischen uns und jenen Ländern, die in den Jahrzehnten des Kalten Krieges so nahe und doch in einer so fernen Welt gelegen sind. 1 250 Kilometer österreichische Grenze mit der Tschechischen Republik, mit der Slowakei, mit Ungarn und Slowenien werden demnächst so sein, wie unsere Grenzen mit Deutschland und Italien es heute schon sind. Und nichts, meine Damen und Herren, kann die epochalen Änderungen in diesem Europa besser verdeutlichen als dieses Ereignis. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Lutz Weinzinger: Wieder eine gefährliche Drohung!
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Wir stehen unmittelbar vor einem europäischen Quantensprung (Abg. Mag. Hauser: Das sieht aber die Bevölkerung nicht so!): Wo vor nicht einmal 20 Jahren der Eiserne Vorhang war, wird in sechs Wochen keine Grenzkontrolle mehr sein. Grenzzäune, Grenzbalken werden bald der Vergangenheit angehören. (Abg. Lutz Weinzinger: Wieder eine gefährliche Drohung!) Kurz vor Weihnachten erfolgt damit der nächste große Schritt, um die Geschichte der großen europäischen Teilung zu überwinden, zwischen uns und jenen Ländern, die in den Jahrzehnten des Kalten Krieges so nahe und doch in einer so fernen Welt gelegen sind. 1 250 Kilometer österreichische Grenze mit der Tschechischen Republik, mit der Slowakei, mit Ungarn und Slowenien werden demnächst so sein, wie unsere Grenzen mit Deutschland und Italien es heute schon sind. Und nichts, meine Damen und Herren, kann die epochalen Änderungen in diesem Europa besser verdeutlichen als dieses Ereignis. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Wir stehen unmittelbar vor einem europäischen Quantensprung (Abg. Mag. Hauser: Das sieht aber die Bevölkerung nicht so!): Wo vor nicht einmal 20 Jahren der Eiserne Vorhang war, wird in sechs Wochen keine Grenzkontrolle mehr sein. Grenzzäune, Grenzbalken werden bald der Vergangenheit angehören. (Abg. Lutz Weinzinger: Wieder eine gefährliche Drohung!) Kurz vor Weihnachten erfolgt damit der nächste große Schritt, um die Geschichte der großen europäischen Teilung zu überwinden, zwischen uns und jenen Ländern, die in den Jahrzehnten des Kalten Krieges so nahe und doch in einer so fernen Welt gelegen sind. 1 250 Kilometer österreichische Grenze mit der Tschechischen Republik, mit der Slowakei, mit Ungarn und Slowenien werden demnächst so sein, wie unsere Grenzen mit Deutschland und Italien es heute schon sind. Und nichts, meine Damen und Herren, kann die epochalen Änderungen in diesem Europa besser verdeutlichen als dieses Ereignis. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
österreichische Politik hatte maßgeblichen Anteil daran. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Die organisierte Kriminalität wird zum ...!
Jetzt übernehmen unsere Partner im Norden, im Osten und im Süden die Verantwortung für die Sicherung der gemeinsamen Außengrenzen. Und die bevorstehende Schengen-Erweiterung zeigt auch, dass es sich Europa nicht leichtmacht, dass insbesondere so weitreichende Schritte wie die Aufhebung von Grenzkontrollen verantwortungsvolle, beharrliche und sehr präzise Vorarbeit von allen Seiten voraussetzen. Mir ist klar, dass es sich beim Ende der Grenzkontrollen im Empfinden vieler Österreicher und Österreicherinnen um eine Umstellung (Abg. Strache: Die organisierte Kriminalität wird zum ...!) mit emotionalem Sprengstoff handelt. Risiken überdecken für manche die Chancen. Niemand springt gern ins kalte Wasser.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Früher hatte etwa, um ein Beispiel zu geben, die Slowakei 240 Polizeibeamte an ihrer Grenze zur Ukraine, jetzt sind dort 886 im Einsatz. Um die 100 Millionen € hat die Slowakei für ihre Schengen-Maßnahmen ausgegeben, über 50 Millionen davon stammen aus EU-Geldern. Wir haben uns also, meine Damen und Herren, gründlich auf diesen Schritt vorbereitet. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Hauser: So viel Weihrauch!
Wir arbeiten aber auch an neuen, modernen Grundregeln für eine Union der 27. Es geht um das Gewicht, um den Einfluss Europas als Partner im Weltdorf. (Abg. Mag. Hauser: So viel Weihrauch!) Die Gründungsverträge, auf denen die Europäische Union beruht, sind ja in ihrem Kern auf eine Gemeinschaft von sechs Ländern in den fünfziger Jahren zugeschnitten und können schon deswegen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr in allen Punkten gerecht werden. Wir müssen besser gerüstet sein. Deshalb der Vertrag von Lissabon, deshalb die jahrelangen Verhandlungen, die schließlich zu dieser erneuerten Rechtsgrundlage geführt haben. Auch hier haben wir es uns nicht leichtgemacht, auch hier geschieht nichts Hals über Kopf, ganz im Gegenteil. (Abg. Mag. Hauser: Warum lassen Sie dann die Bevölkerung nicht abstimmen?)
Abg. Mag. Hauser: Warum lassen Sie dann die Bevölkerung nicht abstimmen?
Wir arbeiten aber auch an neuen, modernen Grundregeln für eine Union der 27. Es geht um das Gewicht, um den Einfluss Europas als Partner im Weltdorf. (Abg. Mag. Hauser: So viel Weihrauch!) Die Gründungsverträge, auf denen die Europäische Union beruht, sind ja in ihrem Kern auf eine Gemeinschaft von sechs Ländern in den fünfziger Jahren zugeschnitten und können schon deswegen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr in allen Punkten gerecht werden. Wir müssen besser gerüstet sein. Deshalb der Vertrag von Lissabon, deshalb die jahrelangen Verhandlungen, die schließlich zu dieser erneuerten Rechtsgrundlage geführt haben. Auch hier haben wir es uns nicht leichtgemacht, auch hier geschieht nichts Hals über Kopf, ganz im Gegenteil. (Abg. Mag. Hauser: Warum lassen Sie dann die Bevölkerung nicht abstimmen?)
Abg. Mag. Hauser: Sollen sie uns das Wasser auch noch nehmen? – Ist das ein „Erfolg“?!
Eine ganz konkrete Ausformung dieses neu geschärften Denkens ist der Bereich der Dienstleistungen der Gemeinden, wie etwa Wasserversorgung oder Müllabfuhr. Hier wird ganz klar die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten festgeschrieben, ihrer nationalen, lokalen, regionalen Behörden. Die Union erhebt nicht den Anspruch, mit dem Binnenmarkt auch jeden Winkel des wirtschaftlichen Lebens in Europa regeln zu wollen. (Abg. Mag. Hauser: Sollen sie uns das Wasser auch noch nehmen? – Ist das ein „Erfolg“?!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Ah?
Weitere strukturelle Neuerungen – auch hier haben wir uns mit Nachdruck eingesetzt – betreffen einen europäischen Demokratieschub: die Stärkung der parlamentarischen Komponente, aber auch erstmals die Möglichkeit, europäische Volksbegehren durchzuführen – wieder eine österreichische Forderung! Auf dem Tisch bleibt übrigens der österreichische Vorschlag einer gesamteuropäischen Volksabstimmung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Ah?)
Abg. Ing. Westenthaler: Die ist meistens wirkungslos, die gelbe Karte!
Wie sieht die Stärkung der parlamentarischen Komponente im Übrigen genau aus? – Die klare Betonung des Subsidiaritätsprinzips, denn bisher ist es ja immer ausschließlich um das Europäische Parlament, um seine Kompetenzen gegangen. Sie, meine Damen und Herren, die gewählten Volksvertreter, werden in Hinkunft direkt von der Kommission über Rechtssetzungsvorhaben informiert. Sie haben die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, wenn Sie der Ansicht sind, dass ein Kommissionsvorschlag eine Materie regeln will, für die die Zuständigkeit bei den Mitgliedstaaten liegt. In der Sprache des Fußballs: Sie können der Kommission notfalls die gelbe Karte zeigen. (Abg. Ing. Westenthaler: Die ist meistens wirkungslos, die gelbe Karte!)
Abg. Strache: Die Beneš-Dekrete zum Beispiel, ja!
Eine weitere wichtige Neuerung – und wieder mit unverkennbarer rot-weiß-roter Handschrift –: Mit dem Reformvertrag bekommt die Europäische Union erstmals eine Rechtsgrundlage für ein Tätigwerden im Bereich des Klimaschutzes. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Nachhaltigkeitsunion, denn die Europäische Union – und das ist ein wichtiger Punkt – setzt zunehmend Standards, die zu globalen Richtungsweisern werden: in der Umweltpolitik, bei den Grundrechten, beim Konsumentenschutz. (Abg. Strache: Die Beneš-Dekrete zum Beispiel, ja!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Eine neue eigene Rechtsgrundlage wird es auch für eine europäische Energiepolitik geben, denn nur durch ein geeintes Vorgehen kann sich Europa einerseits besser intern organisieren und andererseits besser auf den globalen Energiemärkten durchsetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Offene Grenzen!
Ein weiteres Zukunftsthema, für das uns der Reformvertrag wirksamere Werkzeuge in die Hand gibt, ist die innere Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Europa braucht im Kampf gegen Terrorismus (Abg. Strache: Offene Grenzen!), organisierte Kriminalität, Schlepperei und Menschenhandel noch mehr und bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. (Abg. Strache: Und daher offene Grenzen!) Genau für den Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen bringt der Reformvertrag schnellere Verfahren (Abg. Strache: Das ist sehr unschlüssig!) ohne Blockademöglichkeit durch einzelne Staaten.
Abg. Strache: Und daher offene Grenzen!
Ein weiteres Zukunftsthema, für das uns der Reformvertrag wirksamere Werkzeuge in die Hand gibt, ist die innere Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Europa braucht im Kampf gegen Terrorismus (Abg. Strache: Offene Grenzen!), organisierte Kriminalität, Schlepperei und Menschenhandel noch mehr und bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. (Abg. Strache: Und daher offene Grenzen!) Genau für den Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen bringt der Reformvertrag schnellere Verfahren (Abg. Strache: Das ist sehr unschlüssig!) ohne Blockademöglichkeit durch einzelne Staaten.
Abg. Strache: Das ist sehr unschlüssig!
Ein weiteres Zukunftsthema, für das uns der Reformvertrag wirksamere Werkzeuge in die Hand gibt, ist die innere Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Europa braucht im Kampf gegen Terrorismus (Abg. Strache: Offene Grenzen!), organisierte Kriminalität, Schlepperei und Menschenhandel noch mehr und bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit. (Abg. Strache: Und daher offene Grenzen!) Genau für den Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen bringt der Reformvertrag schnellere Verfahren (Abg. Strache: Das ist sehr unschlüssig!) ohne Blockademöglichkeit durch einzelne Staaten.
Abg. Scheibner: Aber wo ist denn das?
Die bisherigen Funktionen des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die des EU-Kommissars für auswärtige Beziehungen werden zusammengelegt. Das auswärtige Handeln der Union wird gestrafft. Ein einheitliches, glaubwürdiges Auftreten der Union nach außen ist ja ein ganz besonderes Anliegen der Bürger (Abg. Scheibner: Aber wo ist denn das?), das zeigen alle Meinungsumfragen. Das gemeinsame Handeln nach außen liegt an der Spitze der Erwartungen, und das durchaus mit einem optimistischen Unterton: Laut letztem Eurobarometer ist eine solide Mehrheit der EU-Bürger zuversichtlich, dass die Union zu einer führenden diplomatischen Kraft, einer wahren Friedensmacht in der Welt wird. Es besteht also eine deutliche Nachfrage nach europäischer Außenpolitik in Europa selbst und in der Welt.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es bleibt den neutralen und bündnisfreien Mitgliedstaaten auch in Zukunft im Einzelfall vorbehalten, über allfällige Unterstützungsleistungen selbst zu entscheiden, dem Grunde nach sowie über Art und Ausmaß. Bei Entscheidungen über militärische Fragen muss der EU-Rat jedenfalls auch weiterhin einstimmig entscheiden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Hauser: Lassen Sie doch die Bevölkerung abstimmen!
Unter den europäischen nationalen Parlamenten hat das österreichische zweifellos in vielem eine Vorreiterfunktion. Es hat ein spezifisches Europa-Know-how, das im parlamentarischen Genehmigungsverfahren für den EU-Reformvertrag besonders wertvoll ist, denn die Zustimmung zum Reformvertrag wird im Einklang mit unserer Bundesverfassung durch die gewählten Volksvertreter, durch Sie, erfolgen, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Hauser: Lassen Sie doch die Bevölkerung abstimmen!)
Abg. Kickl: Wie wollen Sie denn da europaweit abstimmen lassen?
Ich bekenne mich eindeutig zu dieser arbeitsteiligen repräsentativen Demokratie, in der gewählte Volksvertreter sorgsam und umsichtig (Abg. Kickl: Wie wollen Sie denn da europaweit abstimmen lassen?), weitblickend die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher wahrnehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: So steht es aber nicht in der österreichischen Verfassung! – Bei einer grundsätzlichen Änderung der Verfassung hat eine Volksabstimmung stattzufinden!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: So steht es aber nicht in der österreichischen Verfassung! – Bei einer grundsätzlichen Änderung der Verfassung hat eine Volksabstimmung stattzufinden!
Ich bekenne mich eindeutig zu dieser arbeitsteiligen repräsentativen Demokratie, in der gewählte Volksvertreter sorgsam und umsichtig (Abg. Kickl: Wie wollen Sie denn da europaweit abstimmen lassen?), weitblickend die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher wahrnehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: So steht es aber nicht in der österreichischen Verfassung! – Bei einer grundsätzlichen Änderung der Verfassung hat eine Volksabstimmung stattzufinden!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Oder der Einsatz im Tschad!
Viele Gesetze, meine Damen und Herren, die Sie als gewählte Volksvertreter beschließen, sind für die Bürger in diesem Land konkret weitergehender als der Vertrag von Lissabon, etwa bei der Pensionsreform, bei Steuern oder bei der Einführung der Briefwahl. (Abg. Dr. Haimbuchner: Oder der Einsatz im Tschad!) Auch hier haben Sie, meine Damen und Herren, und durch Sie das Volk das letzte Wort.
Ruf bei der FPÖ: „EU for Dummies“!
Meine Damen und Herren, es ist mir ein Anliegen, die Bürgerinnen und Bürger über den Inhalt des Vertrages umfassend zu informieren. Das ist eine gemeinsame Aufgabe, eine Aufgabe für uns alle: die Bundesregierung, die Volksvertreter, die Experten. Ich selbst habe damit bereits begonnen: beim Tag der offenen Tür am 26. Oktober mit einer ersten leicht lesbaren Broschüre über den Reformvertrag, mit der Website des Außenministeriums. Wir werden hier weiterarbeiten. (Ruf bei der FPÖ: „EU for Dummies“!)
Abg. Strache: Eine abgehobene Nomenklatura spricht da aus Ihnen!
In der Perspektive von außen gelingt das sehr oft besser. Wir werden positiver gesehen von unseren Partnern als von Ihnen. Mir geht es um ein realistisches Selbstbild Österreichs im Kreis der 27, ohne Großmannssucht, aber auch ohne Ohnmachtsgefühle, ein mittelgroßes, erfolgreiches Land mit Engagement und Verantwortungsbewusstsein. (Abg. Strache: Eine abgehobene Nomenklatura spricht da aus Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Eine abgehobene Nomenklatura vertreten Sie!
Meine Damen und Herren, wir dürfen uns ruhig mehr zutrauen, als wir manchmal glauben – in Österreich und in Europa! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Eine abgehobene Nomenklatura vertreten Sie!)
Abg. Strache: Völlig abgehoben und bürgerfern!
Der Reformvertrag ist eine Chance für eine demokratischere und handlungsfähigere Europäische Union. (Abg. Strache: Völlig abgehoben und bürgerfern!) Mit dem Vertrag allein wird die Union nicht perfekt, wird die EU nicht zum Paradies. (Abg. Strache: Der „Plassnik-Tausender“! Der kommt wahrscheinlich auch noch!) Der neue Vertrag wird aber ein Erfolg werden, wenn auf seiner Grundlage und auf allen Ebenen die richtige Politik gemacht wird. Und genau das, meine Damen und Herren, haben wir vor! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Der „Plassnik-Tausender“! Der kommt wahrscheinlich auch noch!
Der Reformvertrag ist eine Chance für eine demokratischere und handlungsfähigere Europäische Union. (Abg. Strache: Völlig abgehoben und bürgerfern!) Mit dem Vertrag allein wird die Union nicht perfekt, wird die EU nicht zum Paradies. (Abg. Strache: Der „Plassnik-Tausender“! Der kommt wahrscheinlich auch noch!) Der neue Vertrag wird aber ein Erfolg werden, wenn auf seiner Grundlage und auf allen Ebenen die richtige Politik gemacht wird. Und genau das, meine Damen und Herren, haben wir vor! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Der Reformvertrag ist eine Chance für eine demokratischere und handlungsfähigere Europäische Union. (Abg. Strache: Völlig abgehoben und bürgerfern!) Mit dem Vertrag allein wird die Union nicht perfekt, wird die EU nicht zum Paradies. (Abg. Strache: Der „Plassnik-Tausender“! Der kommt wahrscheinlich auch noch!) Der neue Vertrag wird aber ein Erfolg werden, wenn auf seiner Grundlage und auf allen Ebenen die richtige Politik gemacht wird. Und genau das, meine Damen und Herren, haben wir vor! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Jetzt kommt der „Gitti-Ederer-Tausender“! Der ist dabei in der Brusttasche!
Zu Wort gemeldet ist als Nächster Herr Klubobmann Dr. Cap. 9 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Strache: Jetzt kommt der „Gitti-Ederer-Tausender“! Der ist dabei in der Brusttasche!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht! Ich glaube, dass die meisten einer Meinung sind!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Es werden viele Menschen, die heute zusehen, bei diesem Thema sehr unterschiedlicher Meinung sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich nicht! Ich glaube, dass die meisten einer Meinung sind!) Es gibt welche, die diesem Prozess in der Europäischen Union vorbehaltlos zustimmen, und es gibt manche, die da sehr skeptisch bis ablehnend sind.
Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt müsst ihr die Türkei auch noch reinbringen!
Wir sollten uns sicherlich die Mühe machen, zu hinterfragen, warum das so ist. Das ist unsere Aufgabe. Wir werden gewählt, deswegen sind wir hier, und wir haben hier Verantwortung zu tragen. Wir sind froh, dass dieser lange Streit in der Europäischen Union jetzt ein Ende gefunden hat. Ich glaube aber, dass die Wurzel dieses Streits der Umstand war, dass zu schnell zu viele Länder in die EU aufgenommen wurden, keine klare Struktur vorhanden war, damit dann dieses Gebilde auch funktionsfähig ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt müsst ihr die Türkei auch noch reinbringen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das der Herr Bush auch, dass ihr Weltpolitik macht?
Ich möchte das erweitern: Nicht nur wir Österreicherinnen und Österreicher sollen uns mehr zutrauen, nein, wir Europäerinnen und Europäer sollen uns mehr zutrauen. Wir sind nicht der Gegenstand der Weltpolitik, wir machen Weltpolitik, wir wollen gestalten, und wir haben einen Anspruch darauf! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ha! – Abg. Ing. Westenthaler: Weiß das der Herr Bush auch, dass ihr Weltpolitik macht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Noch sozialer? – Das ist eine gefährliche Drohung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Diese Punkte sind drinnen – lange genug hat es gedauert! Und damals, unter Kanzler Vranitzky, wurden die ersten Schritte gemacht, hat das überhaupt Eingang gefunden in der Europäischen Union. Aber jetzt ist es drinnen, und wir werden alles dafür tun, dass diese Europäische Union noch sozialer wird, als sie es im Moment ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Noch sozialer? – Das ist eine gefährliche Drohung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Warum wehren Sie sich so gegen die Demokratie? – Abg. Strache: Arbeitnehmerschutzbestimmungen nach Brüssel abzutreten, das ist der falsche Weg!
In den Händen der Populisten ist sie nicht gut aufgehoben, das möchte ich schon sagen, Herr Klubobmann Strache! Und wenn Sie dann hier sprechen, sollten Sie einmal Ihre Alternativen anführen und darlegen, wo der bessere Weg ist. Sagen Sie das, entwickeln Sie dieses Szenario heute hier! Nur dagegen aufzutreten, das ist zu wenig. Was ist die Alternative? Wie soll das dann funktionieren? (Abg. Dr. Haimbuchner: Warum wehren Sie sich so gegen die Demokratie? – Abg. Strache: Arbeitnehmerschutzbestimmungen nach Brüssel abzutreten, das ist der falsche Weg!)
Abg. Kickl: Die Schweiz ist noch kleiner!
Ich sage Ihnen: Als kleines Land gegenüber den Herausforderungen aus China, aus Russland, aus den USA aufzutreten, ist weit schwieriger, als wenn man in einem großen Komplex gemeinsam auftritt. (Abg. Kickl: Die Schweiz ist noch kleiner!) Da fühlt man sich sicherer! Das müssen Sie als kleine Partei wissen, dass man sich in einer größeren Partei – das weiß nämlich ich – weit sicherer fühlt. Glauben Sie mir das! In der Größe liegt auch eine gewisse Stärke. (Abg. Strache: Schauen Sie in die Schweiz! Die Schweiz ist ein Vorbild!)
Abg. Strache: Schauen Sie in die Schweiz! Die Schweiz ist ein Vorbild!
Ich sage Ihnen: Als kleines Land gegenüber den Herausforderungen aus China, aus Russland, aus den USA aufzutreten, ist weit schwieriger, als wenn man in einem großen Komplex gemeinsam auftritt. (Abg. Kickl: Die Schweiz ist noch kleiner!) Da fühlt man sich sicherer! Das müssen Sie als kleine Partei wissen, dass man sich in einer größeren Partei – das weiß nämlich ich – weit sicherer fühlt. Glauben Sie mir das! In der Größe liegt auch eine gewisse Stärke. (Abg. Strache: Schauen Sie in die Schweiz! Die Schweiz ist ein Vorbild!)
Abg. Strache: Und die Gentechnik?!
Aber es geht auch um etwas anderes: Es geht auch um Gelder. Wir zahlen ja einen Beitrag, es muss das Geld verwaltet werden, und es wird damit die Entwicklung in Europa beeinflusst. Es geht auch um die Sauberkeit in dieser Europäischen Union. Herbert Bösch ist Vorsitzender eines Ausschusses, der für Kontrolle zuständig ist, und er klopft da wirklich den Leuten auf die Finger und schaut darauf, dass mit den Steuergeldern verantwortungsvoll umgegangen wird. (Abg. Strache: Und die Gentechnik?!) Das soll sich für alle hier in Europa, und das soll sich auch für die Österreicherinnen und Österreicher auszahlen, und Herbert Bösch sorgt dafür. Und es ist gut und richtig, dass, wenn es da Unregelmäßigkeiten gibt, das auch aufgedeckt wird. Das ist, finde ich, ein ganz wesentlicher Aspekt.
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Wo denn?
Wir haben jetzt in dem Reformvertrag auch eine Stärkung der nationalen Parlamente, eine Stärkung des Europäischen Parlaments, etwas, was wir immer gefordert haben. Kurzum: Wenn es in der Europäischen Union eine Entwicklung gibt, die uns in den nationalen Parlamenten nicht gefällt, dann kann man ab jetzt die Rote Karte zeigen. Das ist schon mehr Demokratie! (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Wo denn?) Sie sollten eigentlich dafür sein, denn Sie sitzen gerade in einem nationalen Parlament, und was uns nicht gefällt, wird zurückverwiesen an die Europäische Kommission. Das ist mehr Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Ist ja nicht wahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Ist ja nicht wahr!
Wir haben jetzt in dem Reformvertrag auch eine Stärkung der nationalen Parlamente, eine Stärkung des Europäischen Parlaments, etwas, was wir immer gefordert haben. Kurzum: Wenn es in der Europäischen Union eine Entwicklung gibt, die uns in den nationalen Parlamenten nicht gefällt, dann kann man ab jetzt die Rote Karte zeigen. Das ist schon mehr Demokratie! (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Wo denn?) Sie sollten eigentlich dafür sein, denn Sie sitzen gerade in einem nationalen Parlament, und was uns nicht gefällt, wird zurückverwiesen an die Europäische Kommission. Das ist mehr Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Ist ja nicht wahr!)
Abg. Kickl: Wenn Ihre Argumente so gut sind, dann lassen Sie doch darüber abstimmen! Fragen Sie doch die Bevölkerung!
Wenn Sie auf die plebiszitäre Karte setzen und wie auch wir sagen, dass die Bevölkerung einbezogen werden soll, dann ist die Einführung der Möglichkeit, dass es in der Europäischen Union Bürgerinitiativen gibt, etwas Positives. (Abg. Kickl: Wenn Ihre Argumente so gut sind, dann lassen Sie doch darüber abstimmen! Fragen Sie doch die Bevölkerung!)
Abg. Strache: Sie sind der Repräsentant, der über die Österreicher drüberfährt, ohne Abstimmung!
unseren Kopf hinweg, Wege suchen, damit da mehr Vertrauen entsteht, damit da Möglichkeiten gefunden werden, dass den Österreicherinnen und Österreichern klar gesagt wird, dass wir ihren Interessen in Brüssel stärker zum Durchbruch verhelfen können. Dafür brauchen wir die entsprechenden Instrumentarien. (Abg. Strache: Sie sind der Repräsentant, der über die Österreicher drüberfährt, ohne Abstimmung!)
Abg. Strache: Eine österreichische Volksabstimmung soll es geben!
Ich bin froh darüber, dass es die Bürgerinitiative gibt. Ich bin aber nicht froh darüber, dass es noch nicht die gesamteuropäische Volksabstimmung gibt. (Abg. Strache: Eine österreichische Volksabstimmung soll es geben!) Ich halte es nämlich für ganz entscheidend, dass es diese Volksabstimmung in ganz Europa gibt. Es ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass der Bürger mehr Identifikationsmöglichkeiten bekommt, dass er das Gefühl hat, er kann da mehr mitreden (Abg. Dr. Haimbuchner: Dazu muss er einmal gefragt werden!), damit er nicht dann eher denen Gehör schenkt, die ihm irgendetwas ins Ohr säuseln, was aber weder für ihn noch für die EU wirklich sinnvoll und von Bedeutung ist.
Abg. Dr. Haimbuchner: Dazu muss er einmal gefragt werden!
Ich bin froh darüber, dass es die Bürgerinitiative gibt. Ich bin aber nicht froh darüber, dass es noch nicht die gesamteuropäische Volksabstimmung gibt. (Abg. Strache: Eine österreichische Volksabstimmung soll es geben!) Ich halte es nämlich für ganz entscheidend, dass es diese Volksabstimmung in ganz Europa gibt. Es ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass der Bürger mehr Identifikationsmöglichkeiten bekommt, dass er das Gefühl hat, er kann da mehr mitreden (Abg. Dr. Haimbuchner: Dazu muss er einmal gefragt werden!), damit er nicht dann eher denen Gehör schenkt, die ihm irgendetwas ins Ohr säuseln, was aber weder für ihn noch für die EU wirklich sinnvoll und von Bedeutung ist.
Abg. Dr. Haimbuchner: Der glaubt das nicht einmal selber, was er da sagt!
Ich sage Ihnen noch etwas Wichtiges im Zusammenhang damit, dass wir darum kämpfen, dass es hier Wachstum, dass es hier mehr soziale Sicherheit, dass es hier Gerechtigkeit gibt. Wir wissen, das ist bis jetzt in der Europäischen Union nicht wirklich zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt worden. Da hat es viel Kritik gegeben. Und die Abstimmungen in Frankreich und in Holland waren ein Ausdruck dessen, dass man mit der Arbeitsplatzentwicklung, der Wachstumsentwicklung nicht zufrieden war. Viele sind der Meinung gewesen, da erfülle die EU nicht ihre Aufgabe. Diese Schutzfunktion, aber auch diese Impulsfunktion, die so wichtig ist – das wird sich jetzt ändern, ja das hat sich schon schrittweise geändert. (Abg. Dr. Haimbuchner: Der glaubt das nicht einmal selber, was er da sagt!)
Abg. Strache: So wie man mit dem „Gitti-Ederer-Tausender“ dem Bürger permanent etwas Falsches vorgegaukelt hat!
Das sollte man positiv bewerten – bei allem, was auch ich kritisch sehe. Wir werden in manchen Punkten durchaus auch eine gemeinsame kritische Auffassung haben. Sicherlich! Es gibt nichts Schädlicheres, als wenn man die EU schönredet. Es gibt aber nicht Verwerflicheres, als wenn man sie krankjammert. Man muss einfach den Zugang haben: Was’s wiegt, das hat’s für die Österreicherinnen und Österreicher! – Das ist das Entscheidende – und nicht, ihnen irgendwelche Dörfer vorgaukeln, irgendwelche Ziele vorgaukeln, die gar nicht erfüllbar sind und die jeder sofort durchschaut! (Abg. Strache: So wie man mit dem „Gitti-Ederer-Tausender“ dem Bürger permanent etwas Falsches vorgegaukelt hat!) – Ihre Aufregung beweist, dass Sie sich gerade jetzt ertappt fühlen.
Abg. Strache: Selbstverständlich!
Sparsamkeit, weniger Kommissare, weniger Abgeordnete – natürlich kann man bei der Bürokratie auch noch sparen, und natürlich kann man dort auch sagen, dass manche Verselbständigungstendenzen in der Bürokratie einzubremsen sind. (Abg. Strache: Selbstverständlich!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dann sollten wir uns, glaube ich, aber nicht zurücklehnen und sagen: Das war’s jetzt!, sondern dann sollten wir über die nächsten Schritte nachdenken! Denn: Es ist noch immer nicht perfekt. Es gibt noch immer vieles in der Europäischen Union zu verbessern und zu vertiefen. Und das sollten wir gemeinsam angehen, und zwar wirklich alle hier im Haus – das ist mein Appell an Sie –, im Interesse Österreichs! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: „Österreich ist frei!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt nun Herr Klubobmann Dr. Schüssel zu Wort. Redezeit: 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: „Österreich ist frei!“)
Abg. Ing. Westenthaler: George Bush und Josef Cap!
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wer, wie Josef Cap, Weltpolitik machen möchte (Abg. Ing. Westenthaler: George Bush und Josef Cap!), der sollte gleich einmal damit beginnen, dass er die Erweiterung der Union um unsere Nachbarländer auch als eine wirklich historische Chance für uns begreift. Da hat mir eigentlich der Ansatz von Gusenbauer und Plassnik sehr viel besser gefallen, dass wir ja sagen zu diesem europäischen und österreichischen Traum, dass die Grenzen fallen, unsere Nachbarn dabei sind. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wer, wie Josef Cap, Weltpolitik machen möchte (Abg. Ing. Westenthaler: George Bush und Josef Cap!), der sollte gleich einmal damit beginnen, dass er die Erweiterung der Union um unsere Nachbarländer auch als eine wirklich historische Chance für uns begreift. Da hat mir eigentlich der Ansatz von Gusenbauer und Plassnik sehr viel besser gefallen, dass wir ja sagen zu diesem europäischen und österreichischen Traum, dass die Grenzen fallen, unsere Nachbarn dabei sind. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Dass heute nicht nur die Grenze zwischen Nord- und Südtirol gefallen ist, dass wir dort die gleiche Währung haben – auch mit Österreich und Slowenien ist dies ja bereits der Fall –, dass dies ausgedehnt wird, dass uns das zurück ins Herz, ins Zentrum Europas bringt, das ist, finde ich, eigentlich wirklich ein Grund zur Freude und ein Grund, darauf stolz zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Der wird mit dem Reformvertrag umgesetzt!
Meine Damen und Herren, dieser Traum ist gescheitert, der ist ausgeträumt! (Abg. Strache: Der wird mit dem Reformvertrag umgesetzt!) Mit den Referenden in Frankreich und Holland ist das nicht mehr möglich. In manchen Bereichen ist das auch gar nicht mein Ziel, aber manches davon war natürlich interessant, war faszinierend. Dieser romantische Traum ist ausgeträumt. Und was mich persönlich sogar ein bisschen kränkt, ist, dass die Symbole, die Hymne, die Flagge, weggefallen sind. Immerhin hat Beethoven in Wien die europäische Hymne komponiert. Als einzige Symbole sind die Münze und die Geldscheine übriggeblieben. Diese Monetarisierung Europas kränkt mich schon ein wenig, muss ich ganz offen sagen. Das ist schade, denn Europa ist mehr als nur das gemeinsame Geld. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, dieser Traum ist gescheitert, der ist ausgeträumt! (Abg. Strache: Der wird mit dem Reformvertrag umgesetzt!) Mit den Referenden in Frankreich und Holland ist das nicht mehr möglich. In manchen Bereichen ist das auch gar nicht mein Ziel, aber manches davon war natürlich interessant, war faszinierend. Dieser romantische Traum ist ausgeträumt. Und was mich persönlich sogar ein bisschen kränkt, ist, dass die Symbole, die Hymne, die Flagge, weggefallen sind. Immerhin hat Beethoven in Wien die europäische Hymne komponiert. Als einzige Symbole sind die Münze und die Geldscheine übriggeblieben. Diese Monetarisierung Europas kränkt mich schon ein wenig, muss ich ganz offen sagen. Das ist schade, denn Europa ist mehr als nur das gemeinsame Geld. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube daher, in Summe ist vieles ident – vielleicht 90, 95 Prozent, das mag sein –, nur: Vergessen Sie nicht, dass auch der Mensch zu 95 Prozent seiner Gene mit dem Schimpansen verwandt oder ident ist, aber den Unterschied kennen wir wohl alle. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Vertrag ist manches wirklich demokratischer und transparenter als früher. Das Europäische Parlament bekommt die volle Mitgesetzgebung, und das finde ich in Ordnung. Wir werden auch aufgewertet. Das heißt, die Österreicher bekommen sogar einen Sitz, ja gegenüber Nizza sogar zwei Parlamentssitze mehr. Also das ist schon auch ein Stück mehr an Mitbestimmung. Und wir sind gegenüber den zehnmal größeren Deutschen, natürlich prozentuell, deutlich besser gestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Charta der Grundrechte wird eine sehr spannende Sache sein. Ich bin nicht einmal sicher, ob das Opt-Out oder Opt-In der Briten und möglicherweise auch der Polen wirklich etwas hilft, denn in der Judikatur werden sich natürlich die Höchstgerichte in allen Ländern sehr stark an diese Charta anlehnen. Und nicht vergessen: Die Agentur, die für die europäischen Grundrechte geschaffen wurde, ist in Wien beheimatet – auch kein ganz „unerfolgreiches“ Lobbying, das wir in den letzten Jahren hier betrieben haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Ein Volksbegehren haben wir seit Jahrzehnten in diesem Parlament nicht gemeinsam ...!
Ein letztes Wort zu den Fragen der Mitbestimmung: Volksabstimmung, Volksbegehren. Meine Linie kennen Sie. Es war eine österreichische Idee und Initiative, das Europäische Volksbegehren einzuführen, und das ist immerhin mit einer Million Menschen jetzt geschaffen worden, das haben wir erreicht. (Abg. Strache: Ein Volksbegehren haben wir seit Jahrzehnten in diesem Parlament nicht gemeinsam ...!)
Beifall bei der ÖVP
Misstrauen gegenüber dem parlamentarischen Ratifikationsprozess, meine Damen und Herren, ist wirklich nicht angebracht. Wir sind befugt und gewählt (Beifall bei der ÖVP), im Namen des Volkes wichtige Entscheidungen über die österreichische Verfassung, das Sozialrecht, Pensionsrecht, Steuergesetze, Bildungsfragen – was Sie wollen – zu behandeln und zu beraten. Und es wird unsere Aufgabe sein, diesen Vertrag gründlich und ganz penibel zu untersuchen und zu diskutieren und darüber auch der österreichischen Öffentlichkeit Rechenschaft zu geben. Das haben wir vor.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Aber mit diesem Vertrag ist Europa jedenfalls nicht schlecht aufgestellt. Kein Paradies – Ursula Plassnik hat recht –, aber eine Basis, für die Zukunft eine gute Politik zu machen. Und darauf werden wir uns konzentrieren. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wenn man über die Europäische Union redet, fallen einem natürlich zuerst einmal die Dinge ein, die einem nicht passen, aus der Sicht der Grünen Reizthemen über Jahre, Jahrzehnte, muss man bald sagen: Transitverkehr, Euratom-Vertrag und, und, und. Das liegt auf der Hand. Aber bei Gelegenheiten wie diesen soll man sich auch daran erinnern, dass bei allem gebührenden Pathos die Europäische Union außerdem wahrscheinlich das größte, umfassendste, ehrgeizigste (Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!) Friedensprojekt aller Zeiten ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wenn man über die Europäische Union redet, fallen einem natürlich zuerst einmal die Dinge ein, die einem nicht passen, aus der Sicht der Grünen Reizthemen über Jahre, Jahrzehnte, muss man bald sagen: Transitverkehr, Euratom-Vertrag und, und, und. Das liegt auf der Hand. Aber bei Gelegenheiten wie diesen soll man sich auch daran erinnern, dass bei allem gebührenden Pathos die Europäische Union außerdem wahrscheinlich das größte, umfassendste, ehrgeizigste (Abg. Ing. Westenthaler: Friedensprojekt!) Friedensprojekt aller Zeiten ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja, immer dieselbe Leier!)
Abg. Strache: Die Schweizer haben keinen Krieg!
Schauen Sie einmal in eine Krisenregion, Herr Kollege Westenthaler, und reden Sie da mit den Leuten! (Abg. Strache: Die Schweizer haben keinen Krieg!) Dann werden Sie
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Durch diese Betonung des Friedens, des europäischen Friedens, ist Europa eine Zone der Sicherheit geworden, wie es sie nie zuvor in der europäischen Geschichte gegeben hat. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kickl: Stellt das irgendjemand zur Diskussion?
Europa ist auch ein Raum der Freiheit, und gerade junge Leute wissen das zunehmend zu schätzen. Als ich in Westberlin in den siebziger Jahren gearbeitet habe, musste ich mich noch anstellen, jedes Jahr, bei der Fremdenpolizei, um eine Arbeitsbewilligung und eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. War kein Problem, ich habe sie bekommen, aber ich hatte kein Recht darauf. (Abg. Kickl: Stellt das irgendjemand zur Diskussion?) Genauso gut hätte es mir verweigert werden können.
Abg. Strache: Das ist aber nicht die Frage des Reformvertrages!
So war die Situation damals, während heute junge Leute im Prinzip den Arbeitsplatz vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, von Nordfinnland bis Sizilien frei auswählen können, sofern sie einen finden. (Abg. Strache: Das ist aber nicht die Frage des Reformvertrages!) Aber im Prinzip gibt es diese Freiheit. Diese Freiheit hat es in der europäischen Geschichte so noch nie gegeben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
So war die Situation damals, während heute junge Leute im Prinzip den Arbeitsplatz vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, von Nordfinnland bis Sizilien frei auswählen können, sofern sie einen finden. (Abg. Strache: Das ist aber nicht die Frage des Reformvertrages!) Aber im Prinzip gibt es diese Freiheit. Diese Freiheit hat es in der europäischen Geschichte so noch nie gegeben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Schweiz lebt es hervorragend vor! Das ist ein Paradebeispiel dafür!
Die Europäische Union ist auch die politische Antwort auf die wirtschaftliche Globalisierung. Sehr viele von uns, auch von meinen Parteifreunden schauen mit Argwohn auf diese wirtschaftliche Globalisierung, die Macht großer, riesiger multinationaler Konzerne. Aber die Antwort darauf kann nur sein, auf politischer Ebene eine entsprechende Gegenmacht aufzubauen. Und das schaue ich mir an, Kollege Strache, Herr Westenthaler, welches europäische Land – egal, ob groß, ob klein, ob Österreich, ob Deutschland – gegen einen multinationalen Konzern wie Microsoft gewinnen hätte können! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Schweiz lebt es hervorragend vor! Das ist ein Paradebeispiel dafür!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Microsoft ist wegen des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung von der Europäischen Kommission vor Gericht gebracht worden und hat dort verloren. Das verstehe ich unter einer politischen Antwort auf die wirtschaftliche Globalisierung – bravo! Keine andere Institution außerhalb der Europäischen Union wäre dazu in der Lage gewesen oder heute dazu in der Lage. Wir brauchen die Europäische Union! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn! Ich habe nicht vom „Misthaufen EU“ gesprochen, das war Ihr Voggenhuber!
Es ist nicht alles perfekt. No na, wenn sich 27 Mitgliedsländer auf ein Kompromisspapier einigen sollen, wird nicht alles perfekt sein. Wenn wir, die Grünen, eine europäische Verfassung, einen Reformvertrag geschrieben hätten, würde er naturgemäß anders ausschauen. Und ich nehme an, das gilt auch für die Fraktion der SPÖ und der ÖVP, nicht für die FPÖ und Westenthaler, weil diese ja eine europäische Einigung ablehnen. Das glaube ich schon, dass Sie gegen den Reformvertrag sind, weil Sie gegen jede Form von europäischer Integration sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Völliger Schwachsinn! Ich habe nicht vom „Misthaufen EU“ gesprochen, das war Ihr Voggenhuber!)
Abg. Mag. Hauser: Sie bestätigen genau das, was wir sagen: Wir haben nichts mehr mitzureden!
Ein weiterer Punkt: Die EU wird handlungsfähiger durch die größere Verbreitung der Mehrstimmigkeit bei Entscheidungen des Rates und durch ein anderes Stimmgewicht innerhalb des Rates, wenn auch aufgrund der polnischen Interventionen erst in zehn Jahren, aber so ist eben europäische Politik, dass es manchmal sehr lange dauert. (Abg. Mag. Hauser: Sie bestätigen genau das, was wir sagen: Wir haben nichts mehr mitzureden!)
Abg. Kickl: Das ist ja heute für Sie ein Feiertag!
Noch etwas, was auch Sie interessieren wird, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen und vom BZÖ: Ich finde noch etwas sehr gut, nämlich dass erstmals die Möglichkeit des freiwilligen Austritts aus der Union geregelt ist. Ich persönlich habe es satt, jetzt über bald zehn Jahre über diese Reformverträge und Verfassungsverträge zu diskutieren. (Abg. Kickl: Das ist ja heute für Sie ein Feiertag!) Wir ratifizieren hier im österreichischen Parlament, jedes Mal mit den Stimmen der Grünen – dann klappt es irgendwo nicht, und es kommt die nächstschwächere Version. Für diesen Prozess habe ich langsam kein Verständnis mehr.
Ruf bei der FPÖ: Gilt das auch für Österreich?
Wenn jetzt wieder ein Land aus dem Reformprozess ausschert, dann würde ich die Kolleginnen und Kollegen dort, wo immer das sein mag, und sei es ein Gründungsmitglied der Europäischen Union, höflich bitten, über den freiwilligen Austritt aus der Union nachzudenken und eine Art privilegierte Partnerschaft mit der Union neu zu verhandeln. (Ruf bei der FPÖ: Gilt das auch für Österreich?)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist aber schwierig, das zu übertreffen!
Auf der Minusseite dieses Vertrags ist natürlich auch etwas zu finden. Herr Klubobmann Schüssel hat das Ratstreffen in Laaken angesprochen, wo alle geschwärmt haben, Sie, wir auch ein bisschen, über die neue Transparenz, die Bürgerfreundlichkeit, die einfache Lesbarkeit eines solchen Vertrages. Dieser Vertrag ist absolut unleserlich! Sie brauchen jede Menge Experten, um sich darin zurechtzufinden. Das ist weitaus schlimmer als die 747. Novelle zum ASVG, die ja auch nur Experten verstehen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist aber schwierig, das zu übertreffen!) Das steht auf der Minusseite.
Abg. Strache: Die Industrie hat sich durchgesetzt!
Nicht richtig ist, was manche immer noch glauben, auch schon beim Verfassungsvertrag geglaubt haben, nicht richtig ist, dass das ein neoliberales Pamphlet ist, mit Sicherheit nicht. (Abg. Strache: Die Industrie hat sich durchgesetzt!) Und nicht richtig ist, dass hier die österreichische Neutralität gefährdet wird. Nein. Die österreichische Neutralität war einerseits betroffen durch den Beitritt zur Europäischen Union im Jahre 1995 und andererseits durch den Vertrag von Amsterdam – aber nicht durch diesen, der in dieser Beziehung nichts Neues bringt. (Abg. Strache: Das war schon eine Teilaushöhlung, jetzt geht es um eine weitere!)
Abg. Strache: Das war schon eine Teilaushöhlung, jetzt geht es um eine weitere!
Nicht richtig ist, was manche immer noch glauben, auch schon beim Verfassungsvertrag geglaubt haben, nicht richtig ist, dass das ein neoliberales Pamphlet ist, mit Sicherheit nicht. (Abg. Strache: Die Industrie hat sich durchgesetzt!) Und nicht richtig ist, dass hier die österreichische Neutralität gefährdet wird. Nein. Die österreichische Neutralität war einerseits betroffen durch den Beitritt zur Europäischen Union im Jahre 1995 und andererseits durch den Vertrag von Amsterdam – aber nicht durch diesen, der in dieser Beziehung nichts Neues bringt. (Abg. Strache: Das war schon eine Teilaushöhlung, jetzt geht es um eine weitere!)
Abg. Strache: Das ist das demokratische Grundrecht! Da geht es um demokratisches Grundrecht, das Sie nicht zulassen wollen!
In aller Deutlichkeit, Herr Kollege Strache, sage ich Ihnen: Wer jetzt 27 nationale Volksabstimmungen fordert, der sagt nichts anderes, als dass dieser Reformvertrag scheitern soll. (Abg. Strache: Das ist das demokratische Grundrecht! Da geht es um demokratisches Grundrecht, das Sie nicht zulassen wollen!) Und das ist Ihre wahre Intention: Sie wollen auf diesem Umweg einfach den Reformvertrag umbringen, weil Sie glauben, dass die Bevölkerung Ihrer Meinung ist. Ich glaube das nicht. (Abg. Dr. Graf: Alle Macht geht vom Volk aus! – Abg. Strache: So ist das, wenn man sich eine neue Verfassung gibt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Alle Macht geht vom Volk aus! – Abg. Strache: So ist das, wenn man sich eine neue Verfassung gibt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
In aller Deutlichkeit, Herr Kollege Strache, sage ich Ihnen: Wer jetzt 27 nationale Volksabstimmungen fordert, der sagt nichts anderes, als dass dieser Reformvertrag scheitern soll. (Abg. Strache: Das ist das demokratische Grundrecht! Da geht es um demokratisches Grundrecht, das Sie nicht zulassen wollen!) Und das ist Ihre wahre Intention: Sie wollen auf diesem Umweg einfach den Reformvertrag umbringen, weil Sie glauben, dass die Bevölkerung Ihrer Meinung ist. Ich glaube das nicht. (Abg. Dr. Graf: Alle Macht geht vom Volk aus! – Abg. Strache: So ist das, wenn man sich eine neue Verfassung gibt! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich sage nur: Mit 27 nationalen Volksabstimmungen bringen wir diesen Vertrag mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit um, und dafür stehen die Grünen nicht zur Verfügung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Wir Österreicher haben darüber abzustimmen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn das Volk gefragt wird, dann bitte das zuständige Volk – und das zuständige Volk in dieser Frage ist das europäische Volk. (Abg. Strache: Wir Österreicher haben darüber abzustimmen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja zu einer europäischen Volksabstimmung, ja zu einer europäischen Volksbefragung zu einer europäischen Frage, ja, aber nein zu diesen nationalen Kirchturmpolitiken der Vergangenheit! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wenn das Volk gefragt wird, dann bitte das zuständige Volk – und das zuständige Volk in dieser Frage ist das europäische Volk. (Abg. Strache: Wir Österreicher haben darüber abzustimmen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ja zu einer europäischen Volksabstimmung, ja zu einer europäischen Volksbefragung zu einer europäischen Frage, ja, aber nein zu diesen nationalen Kirchturmpolitiken der Vergangenheit! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Kurzum: Ich glaube, ein neuerliches Scheitern auch dieses Vertrages würde die europäische Demokratie und die Handlungsfähigkeit der Union um Jahre zurückwerfen, sie auf Jahre blockieren, und das ist ja das wahre Ziel der FPÖ und ihrer Gesinnungsgenossen. Dieser Reformvertrag verdient Zustimmung. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern!“ auf.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Klubobmann Strache. Redezeit ebenfalls 9 Minuten. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Strache begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern!“ auf.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Außenministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man heute dem Herrn Bundeskanzler und der Frau Außenministerin zugehört und dabei die Augen geschlossen hat, da hätte man fast den Gedanken fassen können, es handelt sich nicht um einen österreichischen Bundeskanzler, es handelt sich nicht um eine österreichische Außenministerin, sondern um EU-Kommissare oder EU-Propagandabeauftragte. Den Eindruck habe ich gewinnen müssen nach dem, was Sie heute hier wieder zum Besten gegeben haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Fraktion, zugeworfen. Ja, fragen Sie doch die Österreicher, Herr Bundeskanzler! Lassen Sie sie abstimmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da muss man schon festhalten, wenn Herr Klubobmann Schüssel heute hier gestanden ist und gesagt hat, der Reformvertrag ist leider nicht genau das, was uns damals der Verfassungsvertrag als Traum vorgegeben hat: Das ist ja genau diese Täuschung, eine Namenstäuschung! Man ist hergegangen und hat das statt „Verfassung“ jetzt „Reformvertrag“ genannt. Bis auf die Europafahne und eine Hymne, die man weggenommen hat, ist alles gleich geblieben. Das ist eine Verfassung! Das ist die größte Täuschung, die hier stattfindet! Und da muss man die Wahrheit sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sagen ja zu Österreich, wir sagen ja zu Europa, aber nein zu dieser zentralistischen Europäischen Union! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist eine klare Ansage und Botschaft, weil wir ein anderes Europa wollen, ein föderales Europa, wo Länder auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, aber eben nicht alle Rechte an Brüssel abtreten. Es geht darum, dass wir unsere Wasserrechte für uns schützen, dass wir Arbeitnehmerschutzbestimmungen in Österreich sicherstellen, dass wir nicht alle Entscheidungsgewalt abtreten und zu einem Bundesland der Europäischen Union verkommen.
Beifall bei der FPÖ.
Nein, wir wollen nicht haben, dass unsere Neutralität und unsere österreichische Verfassung zu Grabe getragen werden! (Beifall bei der FPÖ.) Die Gründerväter der Zweiten Republik würden sich im Grab umdrehen, wenn sie heute verfolgen müssten, wie Sie von Rot, Schwarz und Grün in dieser Frage vorgehen.
Beifall bei der FPÖ.
Bitte, seien Sie doch ehrlich und geben Sie den Namen „Grüne“ als Parteinamen auf! Sie haben die bürgerlichen Grünen, die einzigen Grünen eigentlich, aus Ihrer Partei hinausgedrängt. Sie machen heute keine Umweltpolitik mehr! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Zustimmen tun Sie!
dann schweigen Sie sich aus! (Abg. Dr. Graf: Zustimmen tun Sie!) Das ist die Doppelbödigkeit, die wir heute bei Ihnen vorfinden.
Beifall bei der FPÖ.
„Österreich ist frei!“, hat Figl gesagt. Sie wollen Österreich in die Unfreiheit führen. Schauen Sie alle hinauf auf unseren österreichischen Bundesadler, der hier in diesem Hohen Haus hängt! Dieser Adler hat gesprengte Ketten. Sie wollen diese gesprengten Ketten, die symbolisch für Freiheit stehen, dafür, dass wir die Freiheit als Republik Österreich errungen haben, die Souveränität errungen haben, die Neutralität, die uns ans Herz gewachsen ist, nicht aufgeben, Sie wollen diese gesprengten Ketten zusammenschmieden. Sie legen unserem Bundesadler, unserer Heimat die schweren Brüsseler Handschellen an. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist das, was Sie vorhaben, und das verschweigen Sie!
Abg. Dr. Schüssel: Das habt ihr auch gesagt!
Wenn Sie sagen: europaweite Abstimmung. – Bitte, was soll denn das? (Abg. Dr. Schüssel: Das habt ihr auch gesagt!) Nein, das haben wir nie gesagt! (Abg. Dr. Schüssel: Natürlich!) Einen Polen, einen Tschechen, einen Deutschen, einen Franzosen können wir doch nicht in einer europaweiten Abstimmung über die Aufgabe unserer österreichischen Bundesverfassung und über die Aufgabe unserer Neutralität abstimmen lassen! Das kann und darf nur der Österreicher tun! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Natürlich!
Wenn Sie sagen: europaweite Abstimmung. – Bitte, was soll denn das? (Abg. Dr. Schüssel: Das habt ihr auch gesagt!) Nein, das haben wir nie gesagt! (Abg. Dr. Schüssel: Natürlich!) Einen Polen, einen Tschechen, einen Deutschen, einen Franzosen können wir doch nicht in einer europaweiten Abstimmung über die Aufgabe unserer österreichischen Bundesverfassung und über die Aufgabe unserer Neutralität abstimmen lassen! Das kann und darf nur der Österreicher tun! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie sagen: europaweite Abstimmung. – Bitte, was soll denn das? (Abg. Dr. Schüssel: Das habt ihr auch gesagt!) Nein, das haben wir nie gesagt! (Abg. Dr. Schüssel: Natürlich!) Einen Polen, einen Tschechen, einen Deutschen, einen Franzosen können wir doch nicht in einer europaweiten Abstimmung über die Aufgabe unserer österreichischen Bundesverfassung und über die Aufgabe unserer Neutralität abstimmen lassen! Das kann und darf nur der Österreicher tun! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Erbe Kreiskys, Neutralität zu leben, friedensstiftende Neutralität, internationale Vermittlung bei Krisen und Konflikten sicherzustellen, das erwarte ich mir von Ihnen, Herr Bundeskanzler. Aber Sie haben leider nichts mehr mit dem Erbe Kreiskys zu tun, Sie treten es mit Füßen. (Beifall bei der FPÖ.) Das sage ich auch in dieser Deutlichkeit, denn das, was wir heute hier erlebt haben, ist eine Schande für österreichische Volksvertreter, die eigentlich unsere Interessen vertreten sollten.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es geht darum: Wollen wir unsere Hoheitsrechte bewahren, wollen wir diese schützen oder nicht? – Wir wollen sie schützen! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme schon zum Schluss.
Beifall bei der FPÖ.
Ganz zum Schluss: Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als die ruhige Knechtschaft! Das schreiben Sie sich in Ihr Stammbuch! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber ich sage Ihnen: Österreich liegt im Herzen Europas, aber diese jetzige Europäische Union ist nicht in den Herzen der Österreicher! Und das ist der Unterschied, Herr Bundeskanzler! Solange diese Europäische Union und die Bürokraten und die Mächtigen dieser Europäischen Union nicht erkennen, dass die Bürger und die Stimme der Bürger das Herz Europas sind, so lange wird diese EU kalt, herzlos und auch unnahbar für diese Menschen sein, und sie werden nicht mitmachen. – Das ist der Fehler der derzeit Mächtigen auf der Ebene der Europäischen Union! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deswegen treten wir dafür ein, dass wir selbstverständlich die Bevölkerung befragen und dass die Bevölkerung auch ein Mitbestimmungsrecht bekommt, wenn es darum geht, dass Kernpunkte der österreichischen Verfassung mit einer Europäischen Verfassung überstülpt werden. Daher sagen wir: Wenn Sie sich schon nicht trauen, eine Volksabstimmung durchzuführen, weil es verbindlich ist und weil Sie Angst haben, dass so wie in Irland, wo es eine Volksabstimmung geben wird, derzeit nach neuesten Berichten überhaupt nur 25 Prozent für diesen Vertrag sind, dann machen Sie, Herr Bundeskanzler, doch eine Volksbefragung! Wenn Sie sich so sicher sind, dass die Österreicher zu allem Ja und Amen sagen, wie Sie das glauben, dann machen Sie doch eine Volksbefragung! Und dann wissen Sie, wie die Menschen in diesem Land über Ihre EU-Politik denken. – Das verlangen wir, Herr Bundeskanzler! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Dr. Gusenbauer, es hat nicht einmal eineinhalb Jahre gedauert – Sie sind seit einem Jahr Kanzler –, und schon sind Sie „weichgeklopft“ und „weichgespült“. Der europäische „Weichspülgang“ hat stattgefunden, eine „Vollwaschung“. Es ist Ihnen offensichtlich wichtiger das Schulterklopfen Ihrer europäischen Kollegen als die Meinung der österreichischen Bevölkerung. – Das ist falsch, Herr Bundeskanzler! Das ist der falsche Zugang! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Bundeskanzler Gusenbauer hat selbst gesagt: Österreich ist pro Kopf der größte Nettozahler in der Europäischen Union! Ich zitiere ihn: Wir zahlen dort am meisten hinein pro Kopf! – Ja verdammt noch einmal, warum haben wir dann nicht eine Regierung, die dort auch mehr verlangt, nämlich das, was uns zusteht? Warum kommen Sie nicht heim und legen den Österreichern Lösungen auf den Tisch? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
werden sehen: Sie werden ähnlich wie die Engländer, Sie werden ähnlich wie die Polen, wie die Bulgaren, wie die Rumänen auch österreichische Interessen durchsetzen können! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nun zur Grundrechtscharta: Das ist nicht lustig, sondern sehr, sehr traurig. Meine Vorfahren sind auch Sudentendeutsche, und wenn Sie jetzt die Grundrechtscharta als einen großen Wurf bezeichnen, dann ist das doch ein Hohn für alle, die unter den Beneš-Dekreten – und auf Neubestimmungen der Tschechen warten wir noch immer – bis zum heutigen Tag leiden. Dass das, was da geboren ist, überhaupt etwas mit Grundrechten zu tun hat, ist ein Skandal und eine Verhöhnung der Österreicherinnen und Österreicher, die unter den Beneš-Dekreten bis heute und auch weiterhin leiden. Wir meinen mit Grundrechten eigentlich etwas anderes. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Altpartei!
Die Grünen sind schon so viel System, dass sie gar nicht mehr wissen, wie weit entfernt sie von den Bürgern sind. (Abg. Strache: Altpartei!) Sie haben sich schon verabschiedet von der Verantwortung gegenüber Ihren eigenen Menschen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Grünen sind schon so viel System, dass sie gar nicht mehr wissen, wie weit entfernt sie von den Bürgern sind. (Abg. Strache: Altpartei!) Sie haben sich schon verabschiedet von der Verantwortung gegenüber Ihren eigenen Menschen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
75 Prozent der Menschen sind gegen diese Politik einer Parteiendiktatur, gegen diese Politik der Bevormundung und letztlich gegen eine Politik, die mit Demokratie sehr, sehr wenig am Hut hat. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Deshalb gibt die SPÖ die Neutralität jetzt auf! Ganz „gescheit“!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Grundidee der Europäischen Gemeinschaft lag darin, durch wirtschaftliche Verflechtung Krieg und Nationalismus auf unserem leidgeprüften Kontinent zu überwinden, und dementsprechend wurden seinerzeit die Regeln gestaltet. (Abg. Strache: Deshalb gibt die SPÖ die Neutralität jetzt auf! Ganz „gescheit“!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel. – Abg. Strache: Sie schaffen Armut! Leider Gottes!
Die Probleme der Gegenwart und der Zukunft machen vor den Landesgrenzen nicht halt und können mit einzelstaatlichen Gesetzen nicht mehr gelöst werden. Und auch der europäische Rechtsrahmen reicht einfach nicht mehr dafür, dass die EU das leisten kann, was sie leisten soll und was sich die Menschen auch von ihr erwarten, nämlich ein soziales, ein sicheres und ein lebenswertes Europa, damit, Herr Kollege Strache, die Ketten der Armut gesprengt werden, um Ihren Vergleich zu verwenden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel. – Abg. Strache: Sie schaffen Armut! Leider Gottes!)
Abg. Kickl: Sie machen den europäischen Gedanken kaputt!
Der Reformvertrag von Lissabon entwickelt die gegenwärtigen Rechtsgrundlagen weiter, damit diese Aufgaben auch erfüllt werden können – nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Abg. Kickl: Sie machen den europäischen Gedanken kaputt!) Es wird kein europäischer Bundesstaat geschaffen oder keine Vereinigten Staaten von Europa. Also, gehen Sie hier nicht mit Falschinformationen hausieren! (Abg. Strache: Sagen Sie doch den Leuten die Wahrheit: Keinerlei Bürgermitsprache! Nirgendwo! Alles Recht geht vom Europäischen Rat aus!) Die Souveränität der Mitgliedstaaten bleibt erhalten und wird zuweilen sogar ausgedehnt, indem die Kontrollrechte des Parlaments gestärkt werden und die Kompetenzen auch klarer abgegrenzt werden.
Abg. Strache: Sagen Sie doch den Leuten die Wahrheit: Keinerlei Bürgermitsprache! Nirgendwo! Alles Recht geht vom Europäischen Rat aus!
Der Reformvertrag von Lissabon entwickelt die gegenwärtigen Rechtsgrundlagen weiter, damit diese Aufgaben auch erfüllt werden können – nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Abg. Kickl: Sie machen den europäischen Gedanken kaputt!) Es wird kein europäischer Bundesstaat geschaffen oder keine Vereinigten Staaten von Europa. Also, gehen Sie hier nicht mit Falschinformationen hausieren! (Abg. Strache: Sagen Sie doch den Leuten die Wahrheit: Keinerlei Bürgermitsprache! Nirgendwo! Alles Recht geht vom Europäischen Rat aus!) Die Souveränität der Mitgliedstaaten bleibt erhalten und wird zuweilen sogar ausgedehnt, indem die Kontrollrechte des Parlaments gestärkt werden und die Kompetenzen auch klarer abgegrenzt werden.
Abg. Strache: Unsere Abgeordnete Rosenkranz hat dagegen gestimmt, während alle anderen Fraktionen dafür gestimmt haben!
Das österreichische Parlament hat dem ursprünglichen Verfassungsvertrag, der ja sogar noch um ein Stück weiter gegangen ist, mit gutem Grund zugestimmt. Und da waren auch Ihre Parteien, meine Herren, dabei, sicherlich (Abg. Strache: Unsere Abgeordnete Rosenkranz hat dagegen gestimmt, während alle anderen Fraktionen dafür gestimmt haben!), auch wenn Sie sich jetzt von sich selbst distanzieren, meine Herren „Propagandabeauftragten“, um wieder einmal Ihren Begriff zu verwenden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Sie waren schon dran. Also hören Sie auf mit Ihrer unkultivierten Brüllerei!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Das österreichische Parlament hat dem ursprünglichen Verfassungsvertrag, der ja sogar noch um ein Stück weiter gegangen ist, mit gutem Grund zugestimmt. Und da waren auch Ihre Parteien, meine Herren, dabei, sicherlich (Abg. Strache: Unsere Abgeordnete Rosenkranz hat dagegen gestimmt, während alle anderen Fraktionen dafür gestimmt haben!), auch wenn Sie sich jetzt von sich selbst distanzieren, meine Herren „Propagandabeauftragten“, um wieder einmal Ihren Begriff zu verwenden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) – Sie waren schon dran. Also hören Sie auf mit Ihrer unkultivierten Brüllerei!
Abg. Strache: Diese Europäische Union bringt Globalisierung!
Die Menschen erwarten sich von der EU zu Recht soziale Sicherheit, Schutz vor den negativen Auswirkungen der Globalisierung, Maßnahmen gegen den Klimawandel und sind zu Recht enttäuscht und skeptisch, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. (Abg. Strache: Diese Europäische Union bringt Globalisierung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Mein Appell zum Abschluss: Ergeben wir uns nicht der Angst vor Neuem, sondern gestalten wir gemeinsam unser Europa! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Sie lassen die Bevölkerung nicht abstimmen! Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Diese Diskussion zeigt wieder ganz klar, wer verantwortungsvoll für die Menschen in Österreich arbeitet. (Abg. Strache: Sie lassen die Bevölkerung nicht abstimmen! Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Antwort liegt klar auf der Hand, Herr Strache: Sie schüren Angst, Sie schüren Neid – wir hingegen handeln verantwortungsvoll für Österreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Diese Diskussion zeigt wieder ganz klar, wer verantwortungsvoll für die Menschen in Österreich arbeitet. (Abg. Strache: Sie lassen die Bevölkerung nicht abstimmen! Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Antwort liegt klar auf der Hand, Herr Strache: Sie schüren Angst, Sie schüren Neid – wir hingegen handeln verantwortungsvoll für Österreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!
Ich weiß, warum das so ist, dass wir verantwortungsvoll handeln. (Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Bäuerinnen und Bauern in Österreich waren vor 1995 sehr kritisch gegenüber dem Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!) Wir haben uns aber klar dazu bekannt, dieses Europa mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen. Und es ist uns gelungen, meine Damen und Herren, Europa mitzugestalten, die Verantwortung mit zu übernehmen, insbesondere für den ländlichen Raum und für die bäuerlichen Familien in diesem Lande. (Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!) Der Grüne Pakt ist der Beweis dafür. Der Grüne Pakt ist das Ergebnis (Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!), wo wir sagen können, Europa gibt den Menschen in den ländlichen Räumen Sicherheit und Planbarkeit für die nächsten Jahre. – Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Menschen in Österreich, Herr Strache: nicht draußen Angst und Neid schüren, sondern Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitprägen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!
Ich weiß, warum das so ist, dass wir verantwortungsvoll handeln. (Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Bäuerinnen und Bauern in Österreich waren vor 1995 sehr kritisch gegenüber dem Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!) Wir haben uns aber klar dazu bekannt, dieses Europa mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen. Und es ist uns gelungen, meine Damen und Herren, Europa mitzugestalten, die Verantwortung mit zu übernehmen, insbesondere für den ländlichen Raum und für die bäuerlichen Familien in diesem Lande. (Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!) Der Grüne Pakt ist der Beweis dafür. Der Grüne Pakt ist das Ergebnis (Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!), wo wir sagen können, Europa gibt den Menschen in den ländlichen Räumen Sicherheit und Planbarkeit für die nächsten Jahre. – Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Menschen in Österreich, Herr Strache: nicht draußen Angst und Neid schüren, sondern Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitprägen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!
Ich weiß, warum das so ist, dass wir verantwortungsvoll handeln. (Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Bäuerinnen und Bauern in Österreich waren vor 1995 sehr kritisch gegenüber dem Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!) Wir haben uns aber klar dazu bekannt, dieses Europa mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen. Und es ist uns gelungen, meine Damen und Herren, Europa mitzugestalten, die Verantwortung mit zu übernehmen, insbesondere für den ländlichen Raum und für die bäuerlichen Familien in diesem Lande. (Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!) Der Grüne Pakt ist der Beweis dafür. Der Grüne Pakt ist das Ergebnis (Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!), wo wir sagen können, Europa gibt den Menschen in den ländlichen Räumen Sicherheit und Planbarkeit für die nächsten Jahre. – Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Menschen in Österreich, Herr Strache: nicht draußen Angst und Neid schüren, sondern Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitprägen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!
Ich weiß, warum das so ist, dass wir verantwortungsvoll handeln. (Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Bäuerinnen und Bauern in Österreich waren vor 1995 sehr kritisch gegenüber dem Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!) Wir haben uns aber klar dazu bekannt, dieses Europa mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen. Und es ist uns gelungen, meine Damen und Herren, Europa mitzugestalten, die Verantwortung mit zu übernehmen, insbesondere für den ländlichen Raum und für die bäuerlichen Familien in diesem Lande. (Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!) Der Grüne Pakt ist der Beweis dafür. Der Grüne Pakt ist das Ergebnis (Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!), wo wir sagen können, Europa gibt den Menschen in den ländlichen Räumen Sicherheit und Planbarkeit für die nächsten Jahre. – Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Menschen in Österreich, Herr Strache: nicht draußen Angst und Neid schüren, sondern Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitprägen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, warum das so ist, dass wir verantwortungsvoll handeln. (Abg. Strache: Sie haben Angst vor einer Volksabstimmung!) Die Bäuerinnen und Bauern in Österreich waren vor 1995 sehr kritisch gegenüber dem Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Strache: 30 000 Bauern sind zugrunde gegangen!) Wir haben uns aber klar dazu bekannt, dieses Europa mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen. Und es ist uns gelungen, meine Damen und Herren, Europa mitzugestalten, die Verantwortung mit zu übernehmen, insbesondere für den ländlichen Raum und für die bäuerlichen Familien in diesem Lande. (Abg. Strache: Fragen Sie einmal die 30 000 Bauern, die zusperren mussten!) Der Grüne Pakt ist der Beweis dafür. Der Grüne Pakt ist das Ergebnis (Abg. Strache: Die Gentechnik ist das Ergebnis!), wo wir sagen können, Europa gibt den Menschen in den ländlichen Räumen Sicherheit und Planbarkeit für die nächsten Jahre. – Das ist verantwortungsvolles Handeln für die Menschen in Österreich, Herr Strache: nicht draußen Angst und Neid schüren, sondern Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitprägen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Die Gentechnik ist ein umweltgefährdendes Programm!
Letztlich ist dieser Grüne Pakt nicht nur für die Menschen im ländlichen Raum eine entsprechende Sicherheit, sondern auch Grundlage dafür, dass die Konsumenten in Österreich auch das Recht auf sichere Lebensmittel haben, die sie auch geliefert bekommen, ein Recht auf eine umweltgerechte, eine tiergerechte Produktion. Er ist auch dazu da, die Landschaft offen zu halten. Für all das ist dieser Grüne Pakt eine entsprechende Grundlage! (Abg. Strache: Die Gentechnik ist ein umweltgefährdendes Programm!)
Abg. Strache: Aber das ist er!
Meine Damen und Herren! Europa stiftet somit Nutzen. Europa darf nicht – und das sage ich auch – ein zentralisierter Superstaat werden (Abg. Strache: Aber das ist er!), sondern die Stärke Europas liegt darin, in den Regionen die Identität aufrechtzuerhalten, Herr Strache. Im Reformvertrag ist das kommunale Selbstverwaltungsrecht auch dezidiert festgehalten.
Abg. Strache: Wie im illegalen Pflegebereich!
In Zukunft haben wir große Herausforderungen zu bewältigen. Global denken, ich weiß schon, Herr Strache, das ist schwer für Sie! (Abg. Strache: Wie im illegalen Pflegebereich!) Unser Motto lautet: Global denken und lokal handeln! Das gilt auch in der Klimapolitik und in der Energiepolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Zukunft haben wir große Herausforderungen zu bewältigen. Global denken, ich weiß schon, Herr Strache, das ist schwer für Sie! (Abg. Strache: Wie im illegalen Pflegebereich!) Unser Motto lautet: Global denken und lokal handeln! Das gilt auch in der Klimapolitik und in der Energiepolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Erklären Sie den Bauern die Gentechnik!
In diesen Bereichen haben wir große gesellschaftspolitische Fragen zu beantworten. Ich glaube, dass wir in Österreich da eine entsprechende Schrittmacherrolle einnehmen können, gerade was den Klimaschutz betrifft. Wir haben da enorme Potentiale, beispielsweise bei den erneuerbaren Energieträgern. Wir haben da die Technologie, wo wir einerseits Klima schützen, andererseits auch Arbeit schaffen. (Abg. Strache: Erklären Sie den Bauern die Gentechnik!) Wir wollen das Klima schützen und dabei Arbeit schaffen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Unverantwortliche Gentechnik! – Abg. Dr. Graf: Während Ihrer Rede sind fünf bäuerliche Betriebe gestorben!
Das sind Ziele mit klaren Umsetzungsmechanismen, und dafür zahlt es sich aus, zu arbeiten – im Sinne von verantwortungsvollem Handeln und nicht nur zu dem Zweck, Neid zu schüren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Unverantwortliche Gentechnik! – Abg. Dr. Graf: Während Ihrer Rede sind fünf bäuerliche Betriebe gestorben!)
Abg. Strache: Das wundert uns nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Bundeskanzler! Frau Außenministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst auf die Rede des Herrn Strache eingehen. (Abg. Strache: Das wundert uns nicht!) Da ist mir, ich sage es ganz offen, die Galle hochgestiegen. Diese Hetze, die Sie hier betreiben, und zwar gegen alles, was außerhalb unserer Grenzen ist, fremd ist, europäisch ist, entbehrt jeder Beschreibung. Es ist Hetze, was Sie hier betreiben, Herr Strache! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Beschäftigen Sie sich mit der Europäischen Union!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Beschäftigen Sie sich mit der Europäischen Union!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Bundeskanzler! Frau Außenministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst auf die Rede des Herrn Strache eingehen. (Abg. Strache: Das wundert uns nicht!) Da ist mir, ich sage es ganz offen, die Galle hochgestiegen. Diese Hetze, die Sie hier betreiben, und zwar gegen alles, was außerhalb unserer Grenzen ist, fremd ist, europäisch ist, entbehrt jeder Beschreibung. Es ist Hetze, was Sie hier betreiben, Herr Strache! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Beschäftigen Sie sich mit der Europäischen Union!)
Abg. Strache: Umweltschutz liegt uns am Herzen! Im Unterschied zu Ihnen sind wir konsequent bei der Anti-Atompolitik und konsequent bei der Gentechnik! Da schweigen Sie!
nur lachen! (Abg. Strache: Umweltschutz liegt uns am Herzen! Im Unterschied zu Ihnen sind wir konsequent bei der Anti-Atompolitik und konsequent bei der Gentechnik! Da schweigen Sie!) Ich sage Ihnen jetzt, was Sie tatsächlich sind: Sie sind die besten nationalistischen Populisten! Und was Sie versuchen, das ist, Begriffe wie „Heimat“ und „Freiheit“ braun einzufärben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
nur lachen! (Abg. Strache: Umweltschutz liegt uns am Herzen! Im Unterschied zu Ihnen sind wir konsequent bei der Anti-Atompolitik und konsequent bei der Gentechnik! Da schweigen Sie!) Ich sage Ihnen jetzt, was Sie tatsächlich sind: Sie sind die besten nationalistischen Populisten! Und was Sie versuchen, das ist, Begriffe wie „Heimat“ und „Freiheit“ braun einzufärben. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dazu gibt es ein ganz klares Nein von uns! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist Vergangenheit in Österreich, seit mehr als 60 Jahren, das wollen wir nicht mehr, das will hier niemand mehr. Mit Ihrer Hetze, die Sie betreiben, vergiften Sie das Klima in Österreich und tragen dazu bei, dass für Menschen, die nicht hier geboren wurden, gegen die gehetzt wird, ein Klima von Angst und Mutlosigkeit geschaffen wird. Dazu sagen wir Grünen ganz klar nein, Herr Strache. Nein, nein, nein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Es ist schon wichtig, Ihnen den Spiegel vorzuhalten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Es ist schon wichtig, Ihnen den Spiegel vorzuhalten!
Dazu gibt es ein ganz klares Nein von uns! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist Vergangenheit in Österreich, seit mehr als 60 Jahren, das wollen wir nicht mehr, das will hier niemand mehr. Mit Ihrer Hetze, die Sie betreiben, vergiften Sie das Klima in Österreich und tragen dazu bei, dass für Menschen, die nicht hier geboren wurden, gegen die gehetzt wird, ein Klima von Angst und Mutlosigkeit geschaffen wird. Dazu sagen wir Grünen ganz klar nein, Herr Strache. Nein, nein, nein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Es ist schon wichtig, Ihnen den Spiegel vorzuhalten!)
Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen haben wir ihn gelesen!
Sie wissen ganz genau, dass die Grünen von Anfang an – wir haben auch eine Geschichte dazu – die Europäische Union immer wieder kritisiert haben, und zwar aus Gründen, die wir zum Teil auch heute noch vorbringen. Wir sagen: Ja, es fehlt bisher an demokratischen Elementen! Aber ich weiß nicht, ob Sie sich den Reformvertrag genau angeschaut haben. (Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen haben wir ihn gelesen!) Genau darin wird nämlich ein großer Fortschritt gemacht. Dieses Parlament – auch Sie, auch wenn Sie das nicht wollen – hat mit diesem Reformvertrag die Möglichkeit, auf der europäischen Ebene mehr mitzubestimmen. (Abg. Strache: Wir werden zur Verwaltung degradiert! Die Gesetzgebung spielt sich in Brüssel ab!) Wenn Sie das nicht wollen, dann stimmen Sie dagegen. Aber diejenigen in diesem Haus, die auf der europäischen Ebene mehr mitreden wollen, sollen diesem Vertrag zustimmen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!)
Abg. Strache: Wir werden zur Verwaltung degradiert! Die Gesetzgebung spielt sich in Brüssel ab!
Sie wissen ganz genau, dass die Grünen von Anfang an – wir haben auch eine Geschichte dazu – die Europäische Union immer wieder kritisiert haben, und zwar aus Gründen, die wir zum Teil auch heute noch vorbringen. Wir sagen: Ja, es fehlt bisher an demokratischen Elementen! Aber ich weiß nicht, ob Sie sich den Reformvertrag genau angeschaut haben. (Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen haben wir ihn gelesen!) Genau darin wird nämlich ein großer Fortschritt gemacht. Dieses Parlament – auch Sie, auch wenn Sie das nicht wollen – hat mit diesem Reformvertrag die Möglichkeit, auf der europäischen Ebene mehr mitzubestimmen. (Abg. Strache: Wir werden zur Verwaltung degradiert! Die Gesetzgebung spielt sich in Brüssel ab!) Wenn Sie das nicht wollen, dann stimmen Sie dagegen. Aber diejenigen in diesem Haus, die auf der europäischen Ebene mehr mitreden wollen, sollen diesem Vertrag zustimmen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!
Sie wissen ganz genau, dass die Grünen von Anfang an – wir haben auch eine Geschichte dazu – die Europäische Union immer wieder kritisiert haben, und zwar aus Gründen, die wir zum Teil auch heute noch vorbringen. Wir sagen: Ja, es fehlt bisher an demokratischen Elementen! Aber ich weiß nicht, ob Sie sich den Reformvertrag genau angeschaut haben. (Abg. Strache: Im Unterschied zu Ihnen haben wir ihn gelesen!) Genau darin wird nämlich ein großer Fortschritt gemacht. Dieses Parlament – auch Sie, auch wenn Sie das nicht wollen – hat mit diesem Reformvertrag die Möglichkeit, auf der europäischen Ebene mehr mitzubestimmen. (Abg. Strache: Wir werden zur Verwaltung degradiert! Die Gesetzgebung spielt sich in Brüssel ab!) Wenn Sie das nicht wollen, dann stimmen Sie dagegen. Aber diejenigen in diesem Haus, die auf der europäischen Ebene mehr mitreden wollen, sollen diesem Vertrag zustimmen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!
Auch das Europäische Parlament bekommt mehr Rechte. (Abg. Dr. Haimbuchner: Temelín!) – Hören Sie zu schreien auf! Sie wollen mir ja gar nicht zuhören.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Für das Protokoll: Kein Applaus von den Grünen! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Lunacek, wo ist eigentlich Ihre Fraktion geblieben? Nur für die ORF-Kamera: Die Grünen sind gar nicht mehr da!
In Artikel 4 Abs. 2 des Reformvertrages steht ganz klar, dass die nationale Sicherheit weiterhin in die alleinige Zuständigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten fällt und dass jedes Land für sich entscheidet, welche Form des Beistands und der Solidarität es auf der Grundlage der eigenen verfassungsrechtlichen Struktur ausübt – und verfassungsrechtliche Struktur bedeutet in Österreich Neutralität. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Für das Protokoll: Kein Applaus von den Grünen! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau Kollegin Lunacek, wo ist eigentlich Ihre Fraktion geblieben? Nur für die ORF-Kamera: Die Grünen sind gar nicht mehr da!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Ex-Bundeskanzler, Herr Klubobmann Schüssel, Sie haben gesagt, es war eine österreichische Initiative, eine europaweite Volksabstimmung zu verlangen. – Sie liegen hier schlicht und einfach falsch! Im Entwurf des Konvents, in dem es eine Mehrheit von Parlamentariern gab, war die europäische Volksabstimmung enthalten; es waren Sie als Bundeskanzler und andere im Rat, die das damals gestrichen haben, weswegen sie dann im Endentwurf nicht mehr drin war. Sie waren es! Reden Sie jetzt nicht davon, dass Sie dafür sind und dafür waren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Wofür eine Befragung? Die Österreicher wollen eine Volksabstimmung! 75 Prozent der Österreicher wollen eine Volksabstimmung!
Und Initiativen von Ihrer Seite habe ich auch keine gesehen! – Das, was jetzt noch möglich ist, ist eine europaweite Volksbefragung. Wir wissen, dass einige Staaten keine Möglichkeit zu einer nationalen Volksabstimmung haben, deswegen stellen wir den Antrag, dass es eine europaweite Volksbefragung gibt – das ist auf kurze Sicht realistisch. (Abg. Strache: Wofür eine Befragung? Die Österreicher wollen eine Volksabstimmung! 75 Prozent der Österreicher wollen eine Volksabstimmung!) –:
Rufe bei der FPÖ: Agora, nicht Agora! – Abg. Strache: Agora, nicht Arigona!
Noch ein Letztes: Wissen Sie, was heute im Europaparlament auf Initiative der Grünen stattfindet? – Eine Agora-Veranstaltung mit 300 bis 500 Vertretern und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft, um mit Exponenten der europäischen Institutionen und der Zivilgesellschaft über die Vorteile und auch über die Kritik, die es an diesem Reformvertrag gibt, zu diskutieren. Das machen die Grünen; Sie und Sie reden nur und tun nichts. (Rufe bei der FPÖ: Agora, nicht Agora! – Abg. Strache: Agora, nicht Arigona!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ja unser Applaus noch lauter!
Unsere Initiativen sind diejenigen, die dazu beitragen, dass die Bevölkerung mitdiskutiert, und das ist auch in Zukunft gefordert. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da ist ja unser Applaus noch lauter!)
Abg. Rosenkranz begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern! Infos unter 01/406 75 17 oder www.fpoe.at“ auf.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Rosenkranz. Ihre Redezeit beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Rosenkranz begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern! Infos unter 01/406 75 17 oder www.fpoe.at“ auf.)
Beifall bei der FPÖ
alle als sehr selbstbewusst –, oder Sie wissen, und das ist schon eine bittere Erkenntnis, dass das, was Sie vorhaben, von einer großen Mehrheit der Bevölkerung nicht goutiert wird (Beifall bei der FPÖ), dass Ihre politischen Ziele nicht mehr mit dem Willen und dem politischen Wollen der Österreicher übereinstimmen, wollen es aber einfach trotzdem machen. Ich befürchte, dass das die realistische Variante ist, vor allem wenn ich mir auch die Reaktion auf die gescheiterte Verfassung anschaue.
Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Oh ja!
Sie haben das nicht gemacht. Im Gegenteil, Sie haben gesagt: Unsere Aufgabe, das haben wir als Auftrag verstanden – heute hat man es beim Herrn Bundeskanzler wieder gehört –, war nun, darüber nachzudenken, wie wir den größtmöglichen Anteil aus dieser Verfassung retten können. – Überhaupt nicht! Das war nicht im Geringsten Ihre Aufgabe! (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Oh ja!) – Ihre Aufgabe wäre es gewesen, zu korrigieren. Wenn Sie Demokrat sind, dann wäre Ihre Aufgabe gewesen, Ihre Meinungen mit denen des Volks in Einklang zu bringen, und nicht umgekehrt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Der ist zu Grabe getragen worden, der ...!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Der ist zu Grabe getragen worden, der ...!
Sie haben das nicht gemacht. Im Gegenteil, Sie haben gesagt: Unsere Aufgabe, das haben wir als Auftrag verstanden – heute hat man es beim Herrn Bundeskanzler wieder gehört –, war nun, darüber nachzudenken, wie wir den größtmöglichen Anteil aus dieser Verfassung retten können. – Überhaupt nicht! Das war nicht im Geringsten Ihre Aufgabe! (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Oh ja!) – Ihre Aufgabe wäre es gewesen, zu korrigieren. Wenn Sie Demokrat sind, dann wäre Ihre Aufgabe gewesen, Ihre Meinungen mit denen des Volks in Einklang zu bringen, und nicht umgekehrt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Der ist zu Grabe getragen worden, der ...!)
Beifall bei der FPÖ.
Die Frau Außenministerin hat von einer „Kluft“ zwischen der von ihr erkannten Realität – sie hat Realität gesagt! – und der Stimmung gesprochen. – Das ist eine Überheblichkeit, die ich im Namen aller Österreicher wirklich auf das Schärfste zurückweise! (Beifall bei der FPÖ.) – Da die Vernunft und das Argument – und dort, beim Volk, die Emotion, das Nichterkennen und die Stimmung?! – Dem ist nicht so!
Beifall bei der FPÖ.
Wie schaut es damit aus? – Das war schon bei dem vorgelegten Verfassungsvertrag unser Hauptkritikpunkt und der Grund, warum ich als Einzige in diesem Haus – und darauf bin ich stolz: dass Sie „mehrheitlich“ sagen müssen, und nicht „einstimmig“ sagen können – dagegen gestimmt habe. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieser Widerspruch ist bedeutend, denn der erste Satz unserer Bundesverfassung heißt: Das Recht geht vom Volk aus. – Der Vorrang des EU-Rechts bedeutet, das Recht wird in Brüssel gemacht. – Das heißt, eine Volksabstimmung ist zwingend notwendig. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Es ist kein Mehr an Sicherheit, es ist kein Mehr an Demokratie (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), es ist vor allem ein Weniger an Österreich und ein Weniger an Freiheit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist kein Mehr an Sicherheit, es ist kein Mehr an Demokratie (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), es ist vor allem ein Weniger an Österreich und ein Weniger an Freiheit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, das ist nicht die aktive Außenpolitik, die ich mir und, so glaube ich, die Österreicher sich von Österreich wünschen würden, und ich hoffe, dass das in Zukunft nicht unter aktiver und gestaltender Außenpolitik verstanden wird! (Beifall beim BZÖ.)
Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Das gesamte Feuerwehr-Komitee des Hauses!
Welcher österreichische Parlamentarier, sagen Sie mir das, war jetzt eingebunden in die Verhandlungen rund um den Reformvertrag? – Nennen Sie mir einen! Gab es einen? (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Das gesamte Feuerwehr-Komitee des Hauses!) – Ja, das gesamte Feuerwehr-Komitee. (Abg. Ing. Westenthaler: Freiwillige Feuerwehr von Purkersdorf!) – Da kann ich Ihnen schon Folgendes sagen, denn ich war auch Mitglied im Feuerwehr-Komitee: Um 2.15 Uhr hat mich ein Anruf ereilt, es sei alles wunderbar, und wir sind davon informiert worden, dass es eine Einigung gibt. – Großartig, das ist die „Einbindung“! In Verhandlungen hätten die Abgeordneten, die nationalen Parlamente, eingebunden werden können, aber das hat man verpasst, Herr Bundeskanzler!
Abg. Ing. Westenthaler: Freiwillige Feuerwehr von Purkersdorf!
Welcher österreichische Parlamentarier, sagen Sie mir das, war jetzt eingebunden in die Verhandlungen rund um den Reformvertrag? – Nennen Sie mir einen! Gab es einen? (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Das gesamte Feuerwehr-Komitee des Hauses!) – Ja, das gesamte Feuerwehr-Komitee. (Abg. Ing. Westenthaler: Freiwillige Feuerwehr von Purkersdorf!) – Da kann ich Ihnen schon Folgendes sagen, denn ich war auch Mitglied im Feuerwehr-Komitee: Um 2.15 Uhr hat mich ein Anruf ereilt, es sei alles wunderbar, und wir sind davon informiert worden, dass es eine Einigung gibt. – Großartig, das ist die „Einbindung“! In Verhandlungen hätten die Abgeordneten, die nationalen Parlamente, eingebunden werden können, aber das hat man verpasst, Herr Bundeskanzler!
Ruf: Logisch!
Wenn Sie heute etwas zur Sicherheitspolitik, etwa der Schengen-Problematik, sagen, dann würde ich mir erwarten – und das erwartet sich auch die Bevölkerung –, dass man einer Schengen-Erweiterung nur dann zustimmt, wenn die Länder, die jetzt neu zum Schengen-Raum gehören werden, auch die Sicherheitsstandards erfüllen. (Ruf: Logisch!) – Ja, logisch, aber warum ist es dann notwendig, den Bundesheereinsatz zu verlängern, wenn dem so ist? Es werden zwar an der Grenze keine Kontrollen mehr gemacht, aber das Bundesheer steht noch an der Grenze! – Also entweder gibt es die Sicherheit, dann ist das Bundesheer nicht notwendig, oder das Bundesheer ist notwendig, dann dürfen Sie aber auch der Schengen-Erweiterung nicht zustimmen.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Zu den Auslandseinsätzen: Meine Damen und Herren, ich bin grundsätzlich für Auslandseinsätze, denn wir verfolgen damit auch eigene Interessen. Wenn man fragt: Was machen wir im Tschad, was machen wir in Afghanistan?, dann sage ich Ihnen: Die Sicherheit, die wir dort nicht gewährleisten, die kommt dann als Unsicherheit zu uns, denn das Rauschgift, das dort produziert wird, kommt zu uns, die Flüchtlinge, die sich von dort auf den Weg machen, kommen zu uns, und das müssen wir auch entsprechend verhindern. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre unsere Idee für die Zukunft – als Alternative zum derzeitigen System der Europäischen Union. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir hatten sieben Jahre lang Stillstand in der Europäischen Union mit Selbstbeschäftigung, Diskussion über die vertraglichen Grundlagen, ein zähes Ringen überall in Europa. Diese sieben Jahre sind endlich vorbei, und die Europäische Union kann zu dem zurückkehren, was ihre Aufgabe ist, nämlich Politik für die Menschen in Europa zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Weil sie den Vertrag und seine Konsequenzen ablehnen
Viele europaskeptische Bürgerinnen und Bürger sind enttäuscht – nicht, weil sie Europa ablehnen, Herr Strache, sondern sie sind deshalb enttäuscht (Abg. Strache: Weil sie den Vertrag und seine Konsequenzen ablehnen), weil sie wollen, dass die
Abg. Strache: Die Leute wollen keine Zwangsbeglückung und keine europäische ...!
Beim Funktionieren geht es darum, dass die Menschen nicht die Europäische Union ablehnen – nehmen Sie das einmal zur Kenntnis! –, sondern Antworten und Lösungen auf die Probleme der Zeit wollen: Was die Leute wollen, ist ein besseres Europa. Der Vertrag von Lissabon schafft eine verbesserte Grundlage dafür. (Abg. Strache: Die Leute wollen keine Zwangsbeglückung und keine europäische ...!)
Abg. Strache: Wir wollen eben keinen zentralistischen Bundesstaat europäischer Prägung!
Das Wichtigste aber ist, und das sei auch den Damen und Herren von BZÖ und FPÖ gesagt, dass wir anerkennen, dass die Europäische Union eine politische Ebene ist, so wie Bezirke, Städte, Gemeinden, Länder und auch der Bund. Sie ist eine politische Ebene, die Politik macht, wo es gute Vorschläge gibt und wo es schlechte Vorschläge gibt. (Abg. Strache: Wir wollen eben keinen zentralistischen Bundesstaat europäischer Prägung!)
Abg. Strache: Die Schweiz bewältigt diese Probleme hervorragend!
Eines ist auch wichtig zu wissen: dass wir ohne die EU, alleine, all die Probleme, die sich heute in der Welt stellen, auch bewältigen müssten, aber kein Instrument hätten, an deren Lösung überhaupt nur zu arbeiten. (Abg. Strache: Die Schweiz bewältigt diese Probleme hervorragend!) – Die Stärkung der internationalen Dimension ist daher ein wichtiger Punkt im europäischen Vertrag.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Der Kreisky würde sich im Grabe umdrehen!
Neutralitätspolitik mit der Solidarität und mit der Möglichkeit, Hilfe für die Menschen zu schaffen, kombinieren kann. Das ist die Außenpolitik im Geiste von Bruno Kreisky, und nicht das, wovon Sie hier geredet haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Der Kreisky würde sich im Grabe umdrehen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dem Vertrag von Lissabon wird die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union verbessert, und das ist wichtig, denn wir wollen nicht weniger Europa, sondern wir wollen ein besseres, ein sozialeres Europa. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Neugebauer –: Gibt es eigentlich eine europäische Gesamtschule?! – Abg. Neugebauer: Nein, gibt es nicht! Wir sind für Regionen!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neugebauer. Seine Redezeit beträgt ebenfalls 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Neugebauer –: Gibt es eigentlich eine europäische Gesamtschule?! – Abg. Neugebauer: Nein, gibt es nicht! Wir sind für Regionen!)
Abg. Strache: Das ist das, was ihr versucht, den Österreichern zu verkaufen!
„,Wenn alles stimmt, was behauptet wird, müßten schon bald über Österreich und über die übrigen EU-Staaten das Paradies hereinbrechen.‘“ (Abg. Strache: Das ist das, was ihr versucht, den Österreichern zu verkaufen!) „Tatsächlich sei aber das genaue Gegenteil der Fall ...“
Beifall bei der ÖVP.
Was ist das Gegenteil vom Paradies, Herr Kollege Strache? – Die Hölle. Sie leben in einer Hölle, aber eigentlich leben Sie gar nicht so schlecht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch kleine Staaten, wenn sie sich gut vorbereiten, wenn sie nicht den politischen nationalen Egoismus in den Vordergrund stellen, sondern Solidarität mit den anderen üben, können viele Dinge erreichen, wie etwa hinsichtlich der Frage der Aufnahmefähigkeit bei der Erweiterung. Da ist zu Recht deren Geschwindigkeit kritisiert worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, die Frage der Stärkung der Regionen etwa ist ein wichtiger subsidiärer Ansatz, auch die verstärkte Absicherung von Dienstleistungen im allgemeinen Interesse. Dieses Vertragswerk sieht nach wie vor vor – verbreiten Sie da keine Ängste! –, dass Dienstleistungen von allgemeinem Interesse nationale Angelegenheiten sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So haben die Österreicher bereits damals, wahrscheinlich auf Grund einer gewissen Faszination, ein bestimmtes Lebensmodell verfolgt. Wir werden von den osteuropäischen Ländern übrigens viel mehr akzeptiert als Brüssel. Das weiß jeder, der ein wenig Kontakt auf der universitären Ebene, in der Wirtschaft oder auch in der internationalen Gewerkschaftsbewegung hat. Die Wiederbelebung der Diskussion, diesen guten Karren wieder flottzumachen, ist ein Verdienst der österreichischen EU-Präsidentschaft und hat den Boden dafür bereitet, dass wir heute über ein erweitertes Vertragswerk diskutieren können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also wenn es so weitergeht mit dem Krieg im Nahen Osten, ... mit den Türken und Kurden!
Ich bedanke mich bei Ihnen, liebe Frau Kollegin Grossmann, dass Sie der Union auf den Grund gegangen sind, denn kein Baum wächst ohne seine Wurzeln, und man muss sie pflegen. Die Gründungsidee ist wichtig. Ich habe einmal ein hervorragendes Referat von Hans-Dietrich Genscher gehört, der gesagt hat: Nie wieder Krieg in Europa! – Dass Kriege nicht nur praktisch unmöglich, sondern auch denkunmöglich werden, das ist das wahre Ziel dieser europäischen Einigung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Also wenn es so weitergeht mit dem Krieg im Nahen Osten, ... mit den Türken und Kurden!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist in den sechziger Jahren von einem großen Staatsmann gesagt worden. Und ich glaube, dass das heute an Gültigkeit und Gestaltungsauftrag nicht verloren hat. Es gibt dazu keine Alternative! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist nicht richtig!
Man sollte aber nicht vergessen, dass die Situation trotz dieser Fristverlängerung für Österreich eine schwierige bleibt. Und man darf sich auch fragen, ob die Taktik, alles auf eine Argumentationsschiene, auf eine Karte zu setzen, wie es Bundesminister Hahn macht, der mit einem drohenden Ärztemangel in Österreich spekuliert – muss ich fast sagen –, ob das ... (Abg. Dr. Brinek: Das ist nicht richtig!) – Frau Brinek! Ich glaube, ich kenne mich bei Ärzten zumindest ähnlich gut, wenn nicht besser aus als Sie.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Und noch etwas: Nur mit dem Bedarf an Ärzten zu argumentieren ist insofern schwierig, weil es eine massive Heuchelei ist. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Der Bedarf ist da, nur finanzieren will die öffentliche Hand den Bedarf nicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und noch etwas: Nur mit dem Bedarf an Ärzten zu argumentieren ist insofern schwierig, weil es eine massive Heuchelei ist. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Der Bedarf ist da, nur finanzieren will die öffentliche Hand den Bedarf nicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Hauser begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern! Infos unter 01/406 75 17 oder www.fpoe.at“ auf.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Hauser. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Mag. Hauser begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „EU-Volksabstimmung sichern! Infos unter 01/406 75 17 oder www.fpoe.at“ auf.)
Abg. Strache: Jetzt kommt die soziale Gerechtigkeit auf uns zu!
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Außenminister! Geschätzte Damen und Herren! Wenn man so über den Vormittag die Debatte verfolgt hat, hat man ja fast das Gefühl, die Österreicher bekommen jetzt einen Vertrag, bei dem künftig nur mehr Milch und Honig fließen. Es soll uns also künftig noch viel besser gehen, alles soll noch viel gerechter, viel genauer, viel sicherer werden. (Abg. Strache: Jetzt kommt die soziale Gerechtigkeit auf uns zu!)
Abg. Hörl: In Osttirol!
Ich weiß überhaupt nicht, Herr Bundeskanzler, von welcher Wahrnehmung Sie ausgehen. Erst gestern haben wir hier im Hohen Haus eine Debatte geführt, in der wir als Freiheitliche Partei eine Initiative eingebracht haben, etwas gegen die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung zu tun. (Abg. Hörl: In Osttirol!) Diese Initiative wurde hier im Hohen Haus einhellig abgelehnt. Sie müssen doch wissen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich permanent steigt (Abg. Hörl: In Osttirol!), dass es allein in Tirol laut einer ÖGB-Studie mittlerweile 95 000 Tiroler gibt, die armutsgefährdet sind – wobei die Grenze für die Armutsgefährdung bei 771 € angelegt worden ist. (Abg. Strache: Das kann er sich nicht vorstellen!) Und wissen Sie, was mich noch viel mehr schockiert, ist, dass 25 000 von diesen 95 000 trotz Arbeit armutsgefährdet sind.
Abg. Hörl: In Osttirol!
Ich weiß überhaupt nicht, Herr Bundeskanzler, von welcher Wahrnehmung Sie ausgehen. Erst gestern haben wir hier im Hohen Haus eine Debatte geführt, in der wir als Freiheitliche Partei eine Initiative eingebracht haben, etwas gegen die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung zu tun. (Abg. Hörl: In Osttirol!) Diese Initiative wurde hier im Hohen Haus einhellig abgelehnt. Sie müssen doch wissen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich permanent steigt (Abg. Hörl: In Osttirol!), dass es allein in Tirol laut einer ÖGB-Studie mittlerweile 95 000 Tiroler gibt, die armutsgefährdet sind – wobei die Grenze für die Armutsgefährdung bei 771 € angelegt worden ist. (Abg. Strache: Das kann er sich nicht vorstellen!) Und wissen Sie, was mich noch viel mehr schockiert, ist, dass 25 000 von diesen 95 000 trotz Arbeit armutsgefährdet sind.
Abg. Strache: Das kann er sich nicht vorstellen!
Ich weiß überhaupt nicht, Herr Bundeskanzler, von welcher Wahrnehmung Sie ausgehen. Erst gestern haben wir hier im Hohen Haus eine Debatte geführt, in der wir als Freiheitliche Partei eine Initiative eingebracht haben, etwas gegen die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung zu tun. (Abg. Hörl: In Osttirol!) Diese Initiative wurde hier im Hohen Haus einhellig abgelehnt. Sie müssen doch wissen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich permanent steigt (Abg. Hörl: In Osttirol!), dass es allein in Tirol laut einer ÖGB-Studie mittlerweile 95 000 Tiroler gibt, die armutsgefährdet sind – wobei die Grenze für die Armutsgefährdung bei 771 € angelegt worden ist. (Abg. Strache: Das kann er sich nicht vorstellen!) Und wissen Sie, was mich noch viel mehr schockiert, ist, dass 25 000 von diesen 95 000 trotz Arbeit armutsgefährdet sind.
Abg. Strache: Es gibt aber auch andere Fälle! Sechs Jahre Aufenthalt, zwei Jahre gearbeitet ! Das ist eine Katastrophe!
Ein Brite soll einen einzigen Tag in Tirol beschäftigt gewesen sein und dafür sechs Monate Arbeitslosenversicherung aus unserem Topf bekommen haben. (Abg. Strache: Es gibt aber auch andere Fälle! Sechs Jahre Aufenthalt, zwei Jahre gearbeitet ! Das ist eine Katastrophe!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Der steigert sich da hinein!
Als ich diese Überschrift aus der „NEUEN“ gelesen habe, konnte ich das nicht glauben. Die „NEUE“-Redaktion hat beim zuständigen AMS nachgefragt. Dort hat man die Antwort bekommen, das sei alles rechtens, weil dieser Brite bereits Vordienstzeiten in England geleistet hat, jetzt nach Tirol übersiedelt ist, dort – einen einzigen Tag, bitte – angemeldet wurde, am nächsten Tag abgemeldet wurde und jetzt ein halbes Jahr die Arbeitslosenversicherung aus unserem Sozialtopf bezieht, obwohl er in unseren Sozialtopf in Wahrheit geradezu nichts eingezahlt hat. Und das soll gerecht sein? Das soll jemand verstehen? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Der steigert sich da hinein!)
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen haben wir von der Freiheitlichen Partei bereits in der Vergangenheit in vier Anträgen hier im Hohen Haus eingefordert, dass dieser Reformvertrag einer Volksabstimmung – nämlich in Österreich und ausschließlich durch die österreichische Bevölkerung – zu unterziehen ist. Das haben Sie bereits viermal abgelehnt. (Beifall bei der FPÖ.) Wir werden es heute ein fünftes Mal probieren.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Graf und Parnigoni.
(Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Graf und Parnigoni.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Das hat mich jetzt schwer beeindruckt!
Herr Bundeskanzler, wenn für die Bevölkerung alles besser werden soll, wieso lassen Sie darüber nicht abstimmen? – Das versteht niemand. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hörl: Das hat mich jetzt schwer beeindruckt!)
Beifall beim BZÖ.
Jedes andere Land, das wirtschaftlich nicht so weit ist, wo auch die Bevölkerung das erkennt und sagt, wir wollen nicht in allen Bereichen mitgehen, ist in einem zweiten Bereich, einem äußeren Kreis, drinnen und trägt nur bestimmte Module mit. Im letzten Bereich, einem äußersten Kreis, sind jene Mitglieder dieser künftigen, nach unserem Konzept gestalteten Europäischen Union angesiedelt, die praktisch nur noch in einer Partnerschaft für Europa vorkommen, das heißt, eben in einzelnen Bereichen Verträge mit der Europäischen Union abschließen. Somit ist auch eine unterschiedliche Gangart, eine unterschiedliche Geschwindigkeit in der Entwicklung und eine faire Entwicklung in der Europäischen Union gewährleistet. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Nun aber zu der vorhin, am Anfang dieser Debatte, gehörten rosaroten Lobeshymne – sowohl aus schwarzem als auch aus rotem Munde – auf diesen EU-Reformvertrag. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Ich möchte zum einen Herrn Bundeskanzler Gusenbauer ansprechen, der wortwörtlich – und ich habe sehr genau aufgepasst,
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
damit Sie mir nicht wieder, wie sonst auch, von hinten hereinreden können – gesagt hat, in der Diskussion wird nicht genügend gewertet, was wir an diesem Europa haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Das heißt, hier wird zu wenig auf die Bevölkerung geachtet.
Beifall beim BZÖ.
Weiters ist von der Bundesministerin Plassnik gesagt worden, wir haben einen Beitrag Österreichs zu diesem Vertragswerk geleistet. – Ich hoffe, dass dieser Beitrag nicht dadurch erkauft wurde, dass wir nur eine Aussetzung dieses Studienquotenverfahrens in der Europäischen Kommission erreicht haben; die gilt nämlich nur für fünf Jahre. Das heißt, eine Aussetzung eines fünfjährigen Verfahrens für einen Reformvertrag, der Österreich dann ewig anhaftet – das wäre ein schlechtes Geschäft gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.
Zum Abschluss darf ich sagen – es wurde heute auch schon angeführt –, in Kärnten haben wir schon versucht, eine Volksbefragung in einer Regierungssitzung durchzubringen – direkt mit den Regierungspartnern, der ÖVP und der SPÖ. Diese haben sich geweigert, das Volk mit einzubinden. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.) – Ich weiß, Herr Kollege Auer, Sie sind damit nicht einverstanden, das ist aber Tatsache.
Beifall beim BZÖ.
Nun gehen wir den direkten Weg. Ab heute gibt es eine Unterschriftenaktion für eine Volksbefragung in Kärnten. Wir werden 15 000 Unterschriften sammeln, um diese Volksbefragung zu erzwingen. Und wir laden alle Kärntner recht herzlich ein, sich an dieser Befragung zu beteiligen, ihre Meinung kundzutun und der Regierung – nämlich nicht nur in Kärnten, sondern auch auf Bundesebene – mitzugeben, wie sie sich auf europäischer Ebene zu verhalten hat. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Ja, eh! Verfassung: ja oder nein! – Darum geht es! Wollen wir eine österreichische Verfassung oder eine EU-Verfassung?!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Außenminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Forderung nach einer Volksabstimmung, so wie sie hier gestellt wird, ist für mich in einem Kontext zu sehen, der nicht die Abstimmung über das, worüber man wirklich abstimmen will, in den Vordergrund stellt, sondern der so eine Pseudoabstimmung über ja oder nein zur EU beinhaltet. Das ist aber nicht die Abstimmung über ja oder nein zur EU! (Abg. Strache: Ja, eh! Verfassung: ja oder nein! – Darum geht es! Wollen wir eine österreichische Verfassung oder eine EU-Verfassung?!)
Abg. Strache: Aber geh, gar nicht!
Wissen Sie, wie die EU funktioniert? – Es gibt Verträge in der EU, die das Zusammenleben der Staaten in der EU regeln. Diese Verträge waren Maastricht, Amsterdam, Nizza. Der jetzt gültige Vertrag ist in Nizza beschlossen worden, dieser Vertrag gilt bereits. Das heißt, den können Sie nicht mehr in Frage stellen mit dieser Volksbefragung oder Volksabstimmung (Abg. Strache: Aber geh, gar nicht!), sondern Sie können nur einen neuen Vertrag, der in Lissabon abgeschlossen wurde und der Neuerungen bringt, nicht beschließen lassen. Das heißt, Sie würden auf einen alten Vertrag zurückfallen, der wesentlich schlechtere Regelungen beinhaltet als der neue Vertrag, der dort ausgehandelt wurde. (Abg. Strache: Nein, nein, nein!)
Abg. Strache: Nein, nein, nein!
Wissen Sie, wie die EU funktioniert? – Es gibt Verträge in der EU, die das Zusammenleben der Staaten in der EU regeln. Diese Verträge waren Maastricht, Amsterdam, Nizza. Der jetzt gültige Vertrag ist in Nizza beschlossen worden, dieser Vertrag gilt bereits. Das heißt, den können Sie nicht mehr in Frage stellen mit dieser Volksbefragung oder Volksabstimmung (Abg. Strache: Aber geh, gar nicht!), sondern Sie können nur einen neuen Vertrag, der in Lissabon abgeschlossen wurde und der Neuerungen bringt, nicht beschließen lassen. Das heißt, Sie würden auf einen alten Vertrag zurückfallen, der wesentlich schlechtere Regelungen beinhaltet als der neue Vertrag, der dort ausgehandelt wurde. (Abg. Strache: Nein, nein, nein!)
Abg. Strache: Über den Verfassungsvertrag!
Sie suggerieren der Bevölkerung, dass man hier abstimmt über ja oder nein zur EU (Abg. Strache: Über den Verfassungsvertrag!), das finde ich verwerflich! Denn man stimmt nur darüber ab, ob man einen alten Vertrag mit schlechten Bestimmungen will oder einen neuen Vertrag, bei dem es Verbesserungen gibt. (Abg. Strache: Für Sie ist es „verwerflich“, Österreich abstimmen zu lassen! Das ist „verwerflich“!)
Abg. Strache: Für Sie ist es „verwerflich“, Österreich abstimmen zu lassen! Das ist „verwerflich“!
Sie suggerieren der Bevölkerung, dass man hier abstimmt über ja oder nein zur EU (Abg. Strache: Über den Verfassungsvertrag!), das finde ich verwerflich! Denn man stimmt nur darüber ab, ob man einen alten Vertrag mit schlechten Bestimmungen will oder einen neuen Vertrag, bei dem es Verbesserungen gibt. (Abg. Strache: Für Sie ist es „verwerflich“, Österreich abstimmen zu lassen! Das ist „verwerflich“!)
Abg. Strache: Dafür brauche ich doch keinen EU-Vertrag! Das ist doch österreichisches Recht!
Wissen Sie, was Sie ablehnen? Wissen Sie überhaupt, was Sie ablehnen? Was steht in dem neuen Vertrag drinnen? – Schutz bei ungerechtfertigter Entlassung – als Grundrecht! Das lehnen Sie ab?! Verbot der Kinderarbeit! (Abg. Strache: Dafür brauche ich doch keinen EU-Vertrag! Das ist doch österreichisches Recht!) Das lehnen Sie ab? (Abg. Strache: Haben wir Kinderarbeit in Österreich?) – Das sind die Grundrechte, die Sie ablehnen? Soziale Sicherheit und soziale Unterstützung – das wollen Sie ablehnen? Das wollen Sie ablehnen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja absurd! Nonsens! Sie wollen den Österreichern das Recht nicht zugestehen!)
Abg. Strache: Haben wir Kinderarbeit in Österreich?
Wissen Sie, was Sie ablehnen? Wissen Sie überhaupt, was Sie ablehnen? Was steht in dem neuen Vertrag drinnen? – Schutz bei ungerechtfertigter Entlassung – als Grundrecht! Das lehnen Sie ab?! Verbot der Kinderarbeit! (Abg. Strache: Dafür brauche ich doch keinen EU-Vertrag! Das ist doch österreichisches Recht!) Das lehnen Sie ab? (Abg. Strache: Haben wir Kinderarbeit in Österreich?) – Das sind die Grundrechte, die Sie ablehnen? Soziale Sicherheit und soziale Unterstützung – das wollen Sie ablehnen? Das wollen Sie ablehnen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja absurd! Nonsens! Sie wollen den Österreichern das Recht nicht zugestehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja absurd! Nonsens! Sie wollen den Österreichern das Recht nicht zugestehen!
Wissen Sie, was Sie ablehnen? Wissen Sie überhaupt, was Sie ablehnen? Was steht in dem neuen Vertrag drinnen? – Schutz bei ungerechtfertigter Entlassung – als Grundrecht! Das lehnen Sie ab?! Verbot der Kinderarbeit! (Abg. Strache: Dafür brauche ich doch keinen EU-Vertrag! Das ist doch österreichisches Recht!) Das lehnen Sie ab? (Abg. Strache: Haben wir Kinderarbeit in Österreich?) – Das sind die Grundrechte, die Sie ablehnen? Soziale Sicherheit und soziale Unterstützung – das wollen Sie ablehnen? Das wollen Sie ablehnen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist ja absurd! Nonsens! Sie wollen den Österreichern das Recht nicht zugestehen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Recht auf Zugang zur Gesundheitsvorsorge! Das lehnen Sie ab mit diesem neuen Vertrag. Sie wissen ja gar nicht, was Sie ablehnen. Das steht alles nicht im alten Vertrag drinnen, aber im neuen würde das drinnen stehen. Das lehnen Sie ab! Sagen Sie das der Bevölkerung, dass Sie den Schutz auf Zugang zur Gesundheitsvorsorge ablehnen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.) Sagen Sie das der Bevölkerung, dann bin ich schon dabei.
Abg. Strache: Sagen Sie der Bevölkerung die Wahrheit!
Aber Sie stimmen nicht über ja oder nein zur EU ab. (Abg. Strache: Sagen Sie der Bevölkerung die Wahrheit!) Sie stimmen darüber ab, ob der Vertrag von Nizza mit schlechten Bestimmungen gilt oder der Vertrag von Lissabon, wo es Neuerungen und Verbesserungen gibt, wo es in Richtung soziales Europa geht, wo es darum geht, dass die nationalen Parlamente mehr Mitbestimmungsrechte bekommen, wo es darum geht, dass das Europäische Parlament mehr Mitbestimmungsrechte bekommt. – Das lehnen Sie ab in Wirklichkeit. Nur das wollen Sie nicht, es geht nicht um EU – ja oder nein, sondern es geht um den Vertrag von Nizza und um den Vertrag von Lissabon, der Neuerungen bringt. (Abg. Strache: Sind Sie das Kabarett-Programm heute, Herr Kollege? – Abg. Dr. Graf: Aber in Österreich gibt es schon eigene Gesetze! Diese Verfassung katapultiert uns ins soziale Paradies!)
Abg. Strache: Sind Sie das Kabarett-Programm heute, Herr Kollege? – Abg. Dr. Graf: Aber in Österreich gibt es schon eigene Gesetze! Diese Verfassung katapultiert uns ins soziale Paradies!
Aber Sie stimmen nicht über ja oder nein zur EU ab. (Abg. Strache: Sagen Sie der Bevölkerung die Wahrheit!) Sie stimmen darüber ab, ob der Vertrag von Nizza mit schlechten Bestimmungen gilt oder der Vertrag von Lissabon, wo es Neuerungen und Verbesserungen gibt, wo es in Richtung soziales Europa geht, wo es darum geht, dass die nationalen Parlamente mehr Mitbestimmungsrechte bekommen, wo es darum geht, dass das Europäische Parlament mehr Mitbestimmungsrechte bekommt. – Das lehnen Sie ab in Wirklichkeit. Nur das wollen Sie nicht, es geht nicht um EU – ja oder nein, sondern es geht um den Vertrag von Nizza und um den Vertrag von Lissabon, der Neuerungen bringt. (Abg. Strache: Sind Sie das Kabarett-Programm heute, Herr Kollege? – Abg. Dr. Graf: Aber in Österreich gibt es schon eigene Gesetze! Diese Verfassung katapultiert uns ins soziale Paradies!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich glaube, dass Sie der Bevölkerung hier ganz bewusst suggerieren, ein Nein zu Europa zu sagen – und das ist ganz gefährlich. Sie haben hier Ihre Verantwortung verkannt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wir haben österreichische Gesetze!
Sie sagen nicht nein zum Vertrag von Nizza und ja zum Vertrag von Lissabon – denn das würde niemand verstehen –, sondern Sie suggerieren ein ganz anderes Thema. Das halte ich für ein ganz gefährliches Spiel mit den Emotionen der Bevölkerung, weil niemand verstehen würde, dass man, wenn man hier nein sagt, auf den Vertrag von Nizza zurückfallen würde – mit ganz schlechten Bestimmungen –, der wirklich gegen eine Grund-Gesundheitsvorsorge ist (Abg. Strache: Wir haben österreichische Gesetze!), gegen Mitbestimmungsrechte der nationalen Parlamente, gegen Mitbestim-
Abg. Dr. Graf: Gestern hat Buchinger gesagt, alles ist gut! Diese Kritik an Buchinger ist ein Wahnsinn!
mungsrechte des Europäischen Parlaments. (Abg. Dr. Graf: Gestern hat Buchinger gesagt, alles ist gut! Diese Kritik an Buchinger ist ein Wahnsinn!)
Abg. Strache: Sie schaffen heute die Neutralität ab! Sie schicken Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan! Das ist die Realität!
Gerade die Freiheitlichen in ihrer Tradition der Diskussion: Ich kann mich noch erinnern, Sie waren die Ersten, die damals aufgesprungen sind auf den Zug, dass man die Neutralität abschaffen soll, und „Hurra, hinein in die NATO!“ (Abg. Strache: Sie schaffen heute die Neutralität ab! Sie schicken Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan! Das ist die Realität!) – Das war Ihr Zugang! Jetzt sichern wir die Neutralität in diesem Vertrag! Jetzt sind Sie auf einmal die Neutralitätsverfechter. Das kann es doch nicht sein, das ist doch ein Hohn der Geschichte, was Sie da machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie waren immer gegen Europa!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie waren immer gegen Europa!
Gerade die Freiheitlichen in ihrer Tradition der Diskussion: Ich kann mich noch erinnern, Sie waren die Ersten, die damals aufgesprungen sind auf den Zug, dass man die Neutralität abschaffen soll, und „Hurra, hinein in die NATO!“ (Abg. Strache: Sie schaffen heute die Neutralität ab! Sie schicken Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan! Das ist die Realität!) – Das war Ihr Zugang! Jetzt sichern wir die Neutralität in diesem Vertrag! Jetzt sind Sie auf einmal die Neutralitätsverfechter. Das kann es doch nicht sein, das ist doch ein Hohn der Geschichte, was Sie da machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie waren immer gegen Europa!)
Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen, Herr Kollege!
Das lehnen Sie ab, denn das steht im neuen Vertrag drinnen. Aber Sie, mit Ihrer NATO-Vergangenheit – das denke ich mir schon, dass da immer eine Hintertür offen bleiben soll gegen die Neutralität. Wir, die Regierungsparteien, haben ein Bekenntnis zur Neutralität, und Sie wollen das wahrscheinlich über die Hintertür abschaffen. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen, Herr Kollege!) – Also, Sie sind wirklich ... (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Das lehnen Sie ab, denn das steht im neuen Vertrag drinnen. Aber Sie, mit Ihrer NATO-Vergangenheit – das denke ich mir schon, dass da immer eine Hintertür offen bleiben soll gegen die Neutralität. Wir, die Regierungsparteien, haben ein Bekenntnis zur Neutralität, und Sie wollen das wahrscheinlich über die Hintertür abschaffen. (Abg. Strache: Sie wollen die Neutralität abschaffen, Herr Kollege!) – Also, Sie sind wirklich ... (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Ich glaube, Sie sind gegen ein sozialeres Europa, gegen eine Weiterentwicklung Europas – und das unter Vorgaukeln falscher Tatsachen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Ich finde das verwerflich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Super-Rede!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Super-Rede!
Ich glaube, Sie sind gegen ein sozialeres Europa, gegen eine Weiterentwicklung Europas – und das unter Vorgaukeln falscher Tatsachen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Ich finde das verwerflich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Super-Rede!)
Abg. Dr. Graf: Dann brauchen Sie nichts mehr sagen, wenn Sie sich anschließen! Aus ist die Redezeit!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich meinem Vorredner auch nur anschließen. (Abg. Dr. Graf: Dann brauchen Sie nichts mehr sagen, wenn Sie sich anschließen! Aus ist die Redezeit!) Ich finde, Sie von der Freiheitlichen Partei, Sie machen es sich (Abg. Strache: Jetzt kommt die Industrie-Lobby!) ein bisschen zu leicht. Und Sie sind meiner Meinung nach auch unehrlich. Sie sollten da jetzt nicht irgendeine Tafel herausgeben, auf der steht „EU-Volksabstimmung sichern!“, sondern Sie sollten eine Tafel herausgeben, auf der steht „Nein zu Europa!“. Sie sollten auch nicht eine Telefonnummer bekannt geben, bei der steht „Info-Hotline“ oder etwas Ähnliches (Zwischenrufe bei der FPÖ), sondern Sie sollten ganz einfach draufschreiben: „Propaganda-Hotline“. Dann wird das dem, was Sie hier heute argumentieren, einigermaßen gerecht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Jetzt kommt die Industrie-Lobby!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich meinem Vorredner auch nur anschließen. (Abg. Dr. Graf: Dann brauchen Sie nichts mehr sagen, wenn Sie sich anschließen! Aus ist die Redezeit!) Ich finde, Sie von der Freiheitlichen Partei, Sie machen es sich (Abg. Strache: Jetzt kommt die Industrie-Lobby!) ein bisschen zu leicht. Und Sie sind meiner Meinung nach auch unehrlich. Sie sollten da jetzt nicht irgendeine Tafel herausgeben, auf der steht „EU-Volksabstimmung sichern!“, sondern Sie sollten eine Tafel herausgeben, auf der steht „Nein zu Europa!“. Sie sollten auch nicht eine Telefonnummer bekannt geben, bei der steht „Info-Hotline“ oder etwas Ähnliches (Zwischenrufe bei der FPÖ), sondern Sie sollten ganz einfach draufschreiben: „Propaganda-Hotline“. Dann wird das dem, was Sie hier heute argumentieren, einigermaßen gerecht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich meinem Vorredner auch nur anschließen. (Abg. Dr. Graf: Dann brauchen Sie nichts mehr sagen, wenn Sie sich anschließen! Aus ist die Redezeit!) Ich finde, Sie von der Freiheitlichen Partei, Sie machen es sich (Abg. Strache: Jetzt kommt die Industrie-Lobby!) ein bisschen zu leicht. Und Sie sind meiner Meinung nach auch unehrlich. Sie sollten da jetzt nicht irgendeine Tafel herausgeben, auf der steht „EU-Volksabstimmung sichern!“, sondern Sie sollten eine Tafel herausgeben, auf der steht „Nein zu Europa!“. Sie sollten auch nicht eine Telefonnummer bekannt geben, bei der steht „Info-Hotline“ oder etwas Ähnliches (Zwischenrufe bei der FPÖ), sondern Sie sollten ganz einfach draufschreiben: „Propaganda-Hotline“. Dann wird das dem, was Sie hier heute argumentieren, einigermaßen gerecht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Außenminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich meinem Vorredner auch nur anschließen. (Abg. Dr. Graf: Dann brauchen Sie nichts mehr sagen, wenn Sie sich anschließen! Aus ist die Redezeit!) Ich finde, Sie von der Freiheitlichen Partei, Sie machen es sich (Abg. Strache: Jetzt kommt die Industrie-Lobby!) ein bisschen zu leicht. Und Sie sind meiner Meinung nach auch unehrlich. Sie sollten da jetzt nicht irgendeine Tafel herausgeben, auf der steht „EU-Volksabstimmung sichern!“, sondern Sie sollten eine Tafel herausgeben, auf der steht „Nein zu Europa!“. Sie sollten auch nicht eine Telefonnummer bekannt geben, bei der steht „Info-Hotline“ oder etwas Ähnliches (Zwischenrufe bei der FPÖ), sondern Sie sollten ganz einfach draufschreiben: „Propaganda-Hotline“. Dann wird das dem, was Sie hier heute argumentieren, einigermaßen gerecht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Damit man das löst, muss die Kammer in die Verfassung eingetragen werden!
Ich muss Ihnen auch Folgendes sagen, Herr Strache: Was mir einfach an der ganzen Argumentationslinie nicht gefällt, ist, dass Sie es sich ein bisschen zu einfach machen. Es gibt manche Probleme, es gibt auch eine schlechte Stimmung; aber die gibt es, weil Sie die tagtäglichen Lebensfälle, die auftreten und die irgendwie mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun haben, alle auf die EU-Ebene abschieben. (Abg. Dr. Graf: Damit man das löst, muss die Kammer in die Verfassung eingetragen werden!) Auf der anderen Seite sind Sie, wenn es um Lösungen geht, nicht bereit, irgendetwas an
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wovon reden Sie?
Lösungen, an anderen Konzepten einzubringen. Daher fordern Sie von der EU etwas, was Sie selbst gar nicht einzubringen bereit sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Wovon reden Sie?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Damit möchte ich ein bisschen stärker zum Thema kommen. Mich hat es auch irritiert, muss ich ganz ehrlich sagen, dass Kollege Hauser hier herausgeht und die Tiroler Arbeitslosenversicherung als Beispiel vorbringt, um zu begründen, warum er und die ganze Partei den EU-Vertrag ablehnt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Das ist doch einigermaßen unstimmig, was Sie hier vorbringen. (Abg. Strache: Weil der Sozialstaat zugrunde gerichtet wird!)
Abg. Strache: Weil der Sozialstaat zugrunde gerichtet wird!
Damit möchte ich ein bisschen stärker zum Thema kommen. Mich hat es auch irritiert, muss ich ganz ehrlich sagen, dass Kollege Hauser hier herausgeht und die Tiroler Arbeitslosenversicherung als Beispiel vorbringt, um zu begründen, warum er und die ganze Partei den EU-Vertrag ablehnt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Das ist doch einigermaßen unstimmig, was Sie hier vorbringen. (Abg. Strache: Weil der Sozialstaat zugrunde gerichtet wird!)
Abg. Strache: Weil wir den Sozialstaat erhalten wollen und ihn nicht aufgeben wollen!
Zurück aber zum eigentlichen Thema, das mir ein Anliegen ist (Abg. Strache: Weil wir den Sozialstaat erhalten wollen und ihn nicht aufgeben wollen!): Es ist heute schon mehrmals gesagt worden, dass die EU von der Grundkonzeption her die Idee hatte, durch wirtschaftliche Verflechtung Kriege zu verhindern und damit ein besseres Zusammenleben zu gewährleisten. (Abg. Strache: Deshalb nehmen wir jetzt die Türkei auf und sind mitten im nächsten Krieg drinnen!)
Abg. Strache: Deshalb nehmen wir jetzt die Türkei auf und sind mitten im nächsten Krieg drinnen!
Zurück aber zum eigentlichen Thema, das mir ein Anliegen ist (Abg. Strache: Weil wir den Sozialstaat erhalten wollen und ihn nicht aufgeben wollen!): Es ist heute schon mehrmals gesagt worden, dass die EU von der Grundkonzeption her die Idee hatte, durch wirtschaftliche Verflechtung Kriege zu verhindern und damit ein besseres Zusammenleben zu gewährleisten. (Abg. Strache: Deshalb nehmen wir jetzt die Türkei auf und sind mitten im nächsten Krieg drinnen!)
Abg. Dr. Graf: Sind alles nur Polizeiaktionen!
Ich glaube, dass zu dieser Zielsetzung mittlerweile andere Herausforderungen hinzugekommen sind: die Globalisierung (Abg. Dr. Graf: Sind alles nur Polizeiaktionen!), der demographische Wandel, die Migration, aber auch die Umweltproblematik. Ich glaube, dass dieser Vertrag, der hier vorliegt, doch eine ganz gewaltige Verbesserung bewirkt. Warum? – Weil hier Fortschritte genau bei der Problemlösung in diesen Bereichen erreicht werden können. Denn es ist klar, dass das eine Chance ist, und man muss Anspruch und Wirklichkeit verbinden.
Abg. Strache: Bei der Gentechnik?
Ich habe davon gesprochen, dass wir auch Herausforderungen im Bereich der Umweltpolitik besser angehen können. Das ist richtig. (Abg. Strache: Bei der Gentechnik?) Es gibt verbesserte Kompetenzen (Abg. Strache: Gentechnik-Freigabe!), beispielsweise für die Energiepolitik, eine umfassende, nachhaltige, auf die Förderung erneuerbarer Energien ausgerichtete Energiepolitik. All das ist jetzt gewährleistet. Damit wird auch der Klimawandel bewältigbar. Und all das gewährleistet ein einheitliches Auftreten auf EU-Ebene – der Nationalstaat ist da eindeutig überfordert. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Gentechnik-Freigabe!
Ich habe davon gesprochen, dass wir auch Herausforderungen im Bereich der Umweltpolitik besser angehen können. Das ist richtig. (Abg. Strache: Bei der Gentechnik?) Es gibt verbesserte Kompetenzen (Abg. Strache: Gentechnik-Freigabe!), beispielsweise für die Energiepolitik, eine umfassende, nachhaltige, auf die Förderung erneuerbarer Energien ausgerichtete Energiepolitik. All das ist jetzt gewährleistet. Damit wird auch der Klimawandel bewältigbar. Und all das gewährleistet ein einheitliches Auftreten auf EU-Ebene – der Nationalstaat ist da eindeutig überfordert. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Ich habe davon gesprochen, dass wir auch Herausforderungen im Bereich der Umweltpolitik besser angehen können. Das ist richtig. (Abg. Strache: Bei der Gentechnik?) Es gibt verbesserte Kompetenzen (Abg. Strache: Gentechnik-Freigabe!), beispielsweise für die Energiepolitik, eine umfassende, nachhaltige, auf die Förderung erneuerbarer Energien ausgerichtete Energiepolitik. All das ist jetzt gewährleistet. Damit wird auch der Klimawandel bewältigbar. Und all das gewährleistet ein einheitliches Auftreten auf EU-Ebene – der Nationalstaat ist da eindeutig überfordert. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Weg mit der Zwangsmitgliedschaft!
zen?) Daher verstehe ich auch nicht, mit welcher Aufgeregtheit Sie dem begegnen, dass hier in Österreich die Kammern, die auch Aufgaben des übertragenen Wirkungsbereiches wahrnehmen, die entsprechende Absicherung haben. Im tagtäglichen Leben wird das eigentlich nichts ändern. (Abg. Strache: Weg mit der Zwangsmitgliedschaft!)
Abg. Dr. Graf: Die Kammer im Verfassungsrang, das ist das Wichtigste!
Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen wir uns mehr Transparenz erhofft haben; das ist nicht so umgesetzt worden. Aber was erwartet die Wirtschaft im Großen und Ganzen? – Die Wirtschaft erwartet mehr Kontinuität, die Wirtschaft erwartet mehr Transparenz und mehr Klarheit, auch in der Form der Ausrichtung auf Wettbewerbsfähigkeit. (Abg. Dr. Graf: Die Kammer im Verfassungsrang, das ist das Wichtigste!) Das wird durch die EU gewährleistet. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Graf: Das Wichtigste für die Wirtschaft ist die Kammer in der Verfassung!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Graf: Das Wichtigste für die Wirtschaft ist die Kammer in der Verfassung!
Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen wir uns mehr Transparenz erhofft haben; das ist nicht so umgesetzt worden. Aber was erwartet die Wirtschaft im Großen und Ganzen? – Die Wirtschaft erwartet mehr Kontinuität, die Wirtschaft erwartet mehr Transparenz und mehr Klarheit, auch in der Form der Ausrichtung auf Wettbewerbsfähigkeit. (Abg. Dr. Graf: Die Kammer im Verfassungsrang, das ist das Wichtigste!) Das wird durch die EU gewährleistet. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Graf: Das Wichtigste für die Wirtschaft ist die Kammer in der Verfassung!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Daher, meine Damen und Herren, ist dieser Vertrag eine eindeutige Verbesserung! Ich verstehe nicht, was Sie daran auszusetzen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Wir malen nicht an die Wand, sondern wir sagen die Wahrheit!
Wenn allerdings Sie von den Freiheitlichen und vom BZÖ es an die Wand malen, dass die soziale Frage durch die EU irgendwie ganz furchtbar schlecht werden würde (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir malen nicht an die Wand, sondern wir sagen die Wahrheit!), dann möchte ich darauf hinweisen (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir brauchen keine Wand!), dass die Frage von Arm und Reich und die Kluft zwischen Arm und Reich ein Problem der Nationalstaaten ist. Wir haben dieses Problem in allen Nationalstaaten in Europa, wir haben es in Österreich. Den österreichischen nationalen Regierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist es nicht gelungen, diese Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. (Abg. Strache: Wir haben einen besseren Sozialstaat gehabt als die anderen Länder in Europa!) Im Gegenteil: Die Armen werden, relativ gesehen, ärmer, die Reichen reicher. Reden Sie sich nicht auf die EU aus! Das ist ein Problem der Nationalstaaten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Wir brauchen keine Wand!
Wenn allerdings Sie von den Freiheitlichen und vom BZÖ es an die Wand malen, dass die soziale Frage durch die EU irgendwie ganz furchtbar schlecht werden würde (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir malen nicht an die Wand, sondern wir sagen die Wahrheit!), dann möchte ich darauf hinweisen (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir brauchen keine Wand!), dass die Frage von Arm und Reich und die Kluft zwischen Arm und Reich ein Problem der Nationalstaaten ist. Wir haben dieses Problem in allen Nationalstaaten in Europa, wir haben es in Österreich. Den österreichischen nationalen Regierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist es nicht gelungen, diese Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. (Abg. Strache: Wir haben einen besseren Sozialstaat gehabt als die anderen Länder in Europa!) Im Gegenteil: Die Armen werden, relativ gesehen, ärmer, die Reichen reicher. Reden Sie sich nicht auf die EU aus! Das ist ein Problem der Nationalstaaten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Wir haben einen besseren Sozialstaat gehabt als die anderen Länder in Europa!
Wenn allerdings Sie von den Freiheitlichen und vom BZÖ es an die Wand malen, dass die soziale Frage durch die EU irgendwie ganz furchtbar schlecht werden würde (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir malen nicht an die Wand, sondern wir sagen die Wahrheit!), dann möchte ich darauf hinweisen (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir brauchen keine Wand!), dass die Frage von Arm und Reich und die Kluft zwischen Arm und Reich ein Problem der Nationalstaaten ist. Wir haben dieses Problem in allen Nationalstaaten in Europa, wir haben es in Österreich. Den österreichischen nationalen Regierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist es nicht gelungen, diese Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. (Abg. Strache: Wir haben einen besseren Sozialstaat gehabt als die anderen Länder in Europa!) Im Gegenteil: Die Armen werden, relativ gesehen, ärmer, die Reichen reicher. Reden Sie sich nicht auf die EU aus! Das ist ein Problem der Nationalstaaten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn allerdings Sie von den Freiheitlichen und vom BZÖ es an die Wand malen, dass die soziale Frage durch die EU irgendwie ganz furchtbar schlecht werden würde (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir malen nicht an die Wand, sondern wir sagen die Wahrheit!), dann möchte ich darauf hinweisen (Abg. Dr. Haimbuchner: Wir brauchen keine Wand!), dass die Frage von Arm und Reich und die Kluft zwischen Arm und Reich ein Problem der Nationalstaaten ist. Wir haben dieses Problem in allen Nationalstaaten in Europa, wir haben es in Österreich. Den österreichischen nationalen Regierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist es nicht gelungen, diese Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. (Abg. Strache: Wir haben einen besseren Sozialstaat gehabt als die anderen Länder in Europa!) Im Gegenteil: Die Armen werden, relativ gesehen, ärmer, die Reichen reicher. Reden Sie sich nicht auf die EU aus! Das ist ein Problem der Nationalstaaten! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Auch was die Souveränität Österreichs betrifft, bringen Sie hier einiges durcheinander. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie tun jetzt so, als ob dieser Vertrag, der hier vorliegt, die Souveränität Österreichs beschneiden würde. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Das ist falsch! Was wir an Souveränität abgegeben haben – und die Grünen haben das damals heftig diskutiert und kritisiert (Abg. Strache: Aber zugestimmt!) –, das geschah 1994. Dieser Vertrag ändert an diesem Punkt überhaupt nichts (Abg. Strache: O ja!), eher im Positiven. (Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!)
Abg. Strache: Das ist richtig!
Auch was die Souveränität Österreichs betrifft, bringen Sie hier einiges durcheinander. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie tun jetzt so, als ob dieser Vertrag, der hier vorliegt, die Souveränität Österreichs beschneiden würde. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Das ist falsch! Was wir an Souveränität abgegeben haben – und die Grünen haben das damals heftig diskutiert und kritisiert (Abg. Strache: Aber zugestimmt!) –, das geschah 1994. Dieser Vertrag ändert an diesem Punkt überhaupt nichts (Abg. Strache: O ja!), eher im Positiven. (Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!)
Abg. Strache: Aber zugestimmt!
Auch was die Souveränität Österreichs betrifft, bringen Sie hier einiges durcheinander. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie tun jetzt so, als ob dieser Vertrag, der hier vorliegt, die Souveränität Österreichs beschneiden würde. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Das ist falsch! Was wir an Souveränität abgegeben haben – und die Grünen haben das damals heftig diskutiert und kritisiert (Abg. Strache: Aber zugestimmt!) –, das geschah 1994. Dieser Vertrag ändert an diesem Punkt überhaupt nichts (Abg. Strache: O ja!), eher im Positiven. (Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!)
Abg. Strache: O ja!
Auch was die Souveränität Österreichs betrifft, bringen Sie hier einiges durcheinander. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie tun jetzt so, als ob dieser Vertrag, der hier vorliegt, die Souveränität Österreichs beschneiden würde. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Das ist falsch! Was wir an Souveränität abgegeben haben – und die Grünen haben das damals heftig diskutiert und kritisiert (Abg. Strache: Aber zugestimmt!) –, das geschah 1994. Dieser Vertrag ändert an diesem Punkt überhaupt nichts (Abg. Strache: O ja!), eher im Positiven. (Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!)
Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!
Auch was die Souveränität Österreichs betrifft, bringen Sie hier einiges durcheinander. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie tun jetzt so, als ob dieser Vertrag, der hier vorliegt, die Souveränität Österreichs beschneiden würde. (Abg. Strache: Das ist richtig!) Das ist falsch! Was wir an Souveränität abgegeben haben – und die Grünen haben das damals heftig diskutiert und kritisiert (Abg. Strache: Aber zugestimmt!) –, das geschah 1994. Dieser Vertrag ändert an diesem Punkt überhaupt nichts (Abg. Strache: O ja!), eher im Positiven. (Abg. Strache: Statt 60 Prozent der Gesetzgebung sind in Zukunft 100 Prozent ausgelagert!)
Abg. Dr. Graf: Dem Sie zugestimmt haben!
Das heißt – und das haben auch meine Vorredner schon gesagt –, man muss schauen, was der Status quo ist und was sich durch den Vertrag verändert. Der Status quo ist der Vertrag von Nizza, der in diesen demokratiepolitischen und sozialpolitischen Fragen tatsächlich ein Problem hat. (Abg. Dr. Graf: Dem Sie zugestimmt haben!) Aber wenn Sie das ändern wollen, wenn Sie der politischen Durchsetzbarkeit von Sozialpolitik, von Demokratiepolitik eine Chance geben wollen, dann brauchen Sie eine Verbesserung des Nizza-Vertrages. (Abg. Strache: Dann dürfen wir unsere Kompetenzen nicht abtreten! Dann müssen wir Kompetenzen behalten!)
Abg. Strache: Dann dürfen wir unsere Kompetenzen nicht abtreten! Dann müssen wir Kompetenzen behalten!
Das heißt – und das haben auch meine Vorredner schon gesagt –, man muss schauen, was der Status quo ist und was sich durch den Vertrag verändert. Der Status quo ist der Vertrag von Nizza, der in diesen demokratiepolitischen und sozialpolitischen Fragen tatsächlich ein Problem hat. (Abg. Dr. Graf: Dem Sie zugestimmt haben!) Aber wenn Sie das ändern wollen, wenn Sie der politischen Durchsetzbarkeit von Sozialpolitik, von Demokratiepolitik eine Chance geben wollen, dann brauchen Sie eine Verbesserung des Nizza-Vertrages. (Abg. Strache: Dann dürfen wir unsere Kompetenzen nicht abtreten! Dann müssen wir Kompetenzen behalten!)
Abg. Strache: Dann lassen Sie doch die Österreicher darüber abstimmen! Warum verwehren Sie das den Österreichern?
Das heißt, die Conclusio müsste ja, wenn Ihnen der derzeitige Zustand nicht passt, diese sein: eine Verbesserung, auch mit einem kleinen Schritt, und ein Schritt in die Zukunft, den dieser Vertrag mit Sicherheit bringt, aber nicht in die Vergangenheit, zurück zu einer nationalistischen Abgrenzung. (Abg. Strache: Dann lassen Sie doch die Österreicher darüber abstimmen! Warum verwehren Sie das den Österreichern?)
Abg. Strache: Wir reden einer Zeitung nicht hinein!
Was haben Sie da für ein Verständnis? – Ich frage mich auch, von welcher Kultur Sie denn sprechen, wenn Ihr Europa-Abgeordneter Mölzer zum Beispiel den Rechtsanwalt Schaller zu Diskussionen lädt und ihm eine Bühne bietet – jenem Rechtsanwalt Schaller (Abg. Strache: Wir reden einer Zeitung nicht hinein!), der ein ausgewiesener Holocaust-Leugner, ein Leugner der Konzentrationslager ist! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Wir reden keiner Zeitung hinein!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Wir reden keiner Zeitung hinein!
Was haben Sie da für ein Verständnis? – Ich frage mich auch, von welcher Kultur Sie denn sprechen, wenn Ihr Europa-Abgeordneter Mölzer zum Beispiel den Rechtsanwalt Schaller zu Diskussionen lädt und ihm eine Bühne bietet – jenem Rechtsanwalt Schaller (Abg. Strache: Wir reden einer Zeitung nicht hinein!), der ein ausgewiesener Holocaust-Leugner, ein Leugner der Konzentrationslager ist! (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Wir reden keiner Zeitung hinein!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist genau der Unsinn, den Sie verzapfen!
Das ist Ihre Kultur, und dem werden wir sicher keinen Platz geben! (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strache: Das ist genau der Unsinn, den Sie verzapfen!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nur als dann die beiden zu sehr miteinander zu schäkern begonnen haben – natürlich politisch –, ist gleich der gestrenge Vizekanzler, „Pater Willi“, herbeigeeilt und hat den Bundeskanzler eingeklemmt. Genau das ist auch das Bild dieser Regierung: Dominanz der ÖVP, und eingeklemmt in der Mitte der Bundeskanzler! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Herr Bundeskanzler, was heute hier fabriziert wird, ist mit Sicherheit die größte Münchhausen-Show der Zweiten Republik. Sie sind es, der auf einer Kanonenkugel daherreitet (Beifall bei der FPÖ) und den Österreicherinnen und Österreichern weismachen will, dass diese EU-Politik und dieser Reformvertrag etwas Gutes sind. Aber die Kanonenkugel, auf der Sie unterwegs sind, wird die österreichische Verfassung ramponieren, und sie wird die österreichische Identität zerstören!
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Aber es ist so bei der SPÖ, dass sie offensichtlich das „Champagnisieren“ im Ausland zur Kultur erhoben hat. Hier wollen Sie den Österreichern Wasser verkaufen! Das ist ein mehr als schlechtes Bild dessen, wie Ihre Politik ausschaut. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Der neueste Globalisierungsbericht, der Globalisierungsindex bringt es ja zum Ausdruck: Darin ist Österreich im Bereich des politischen Engagements, also wie stark jemand im Bereich der Globalisierung wirklich ist, vom 9. auf den 4. Platz nach vorn gerutscht. – Na bravo!, kann ich da nur sagen.
Beifall bei der FPÖ.
In Richtung Grüne – obwohl ich politisch mit Ihnen nichts am Hut habe –: Sie waren es ja, die einmal Basisdemokratie gefordert haben, die Mitbestimmung gefordert haben! Aber heute stellen Sie sich her und sagen: Nein, die Österreicherinnen und Österreicher sollen nicht mitstimmen dürfen. – Sie sind es, denen Ihre eigenen Jungen sagen: Sie sind eine Altpartei geworden! (Beifall bei der FPÖ.) Sie sind ein Klüngel von ein paar Etablierten, die sich im Mandat halten und niemand anderen in ihre Reihen hineinlassen.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und Sie von der ÖVP mit Ihren Taferln „Wir sind Europa“ – genau das ist es: Das ist die Selbstaufgabe der österreichischen Identität! Sie sind heute die Partei der europäischen EU-Lobbyisten und haben diese Republik und die Vertretung dieser Republik längst an den Nagel gehängt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das hat er nicht gesagt!
Wenn Herr Grillitsch vom Bauernbund hier heute herausgeht und tatsächlich meint: Ja, das ist gut mit dieser Europäischen Union, und wir Dumpfen von der FPÖ könnten nicht global denken (Abg. Rädler: Das hat er nicht gesagt!), dann sage ich Ihnen eines: Wir wollen in erster Linie nicht global denken. Wir wollen patriotisch denken, und wir wollen hier in diesem Haus rot-weiß-rot denken! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Herr Grillitsch vom Bauernbund hier heute herausgeht und tatsächlich meint: Ja, das ist gut mit dieser Europäischen Union, und wir Dumpfen von der FPÖ könnten nicht global denken (Abg. Rädler: Das hat er nicht gesagt!), dann sage ich Ihnen eines: Wir wollen in erster Linie nicht global denken. Wir wollen patriotisch denken, und wir wollen hier in diesem Haus rot-weiß-rot denken! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Wir alle wissen, dass der Euro Preissteigerungen und Teuerungen im Ausmaß von bis zu hundert Prozent in manchen Segmenten gefordert hat. Danke, dass Sie damals so offensichtlich gelogen haben, denn heute gehen den Österreichern die Augen darüber auf, dass dieser Zauber, den Sie verbreiten, wieder nur auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Dieses Europa geht den Weg zum europäischen Zentralstaat, dieses Europa will den europäischen Einheitskonsumenten haben. Wir von der FPÖ vertreten ein gegenteiliges Konzept. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir alle wissen, dass der Euro Preissteigerungen und Teuerungen im Ausmaß von bis zu hundert Prozent in manchen Segmenten gefordert hat. Danke, dass Sie damals so offensichtlich gelogen haben, denn heute gehen den Österreichern die Augen darüber auf, dass dieser Zauber, den Sie verbreiten, wieder nur auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Dieses Europa geht den Weg zum europäischen Zentralstaat, dieses Europa will den europäischen Einheitskonsumenten haben. Wir von der FPÖ vertreten ein gegenteiliges Konzept. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Krieg wird importiert! Man redet vom Frieden, geht aber in die andere Richtung!
Wenn Sie meinen, dass dieses Europa ein Friedensprojekt sei, frage ich mich: Wieso holt man dann die Türkei hinein, mit den Kurdenkonflikten? Wieso importiert man den Nahost-Konflikt in diese Europäische Union? – Das ist ein Unfriedensprojekt! (Abg. Strache: Krieg wird importiert! Man redet vom Frieden, geht aber in die andere Richtung!) Und Sie sind es, die dafür verantwortlich zeichnen, dass dieses Europa einen wirklich falschen Kurs einschlägt!
Präsident Dr. Spindelegger gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Der Herr Bundeskanzler hat einmal ... (Präsident Dr. Spindelegger gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Das werde ich das nächste Mal erzählen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Abg. Strache: Letzter Satz!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Herr Kollege, Ihre Redezeit ist beendet. Den Schlusssatz, bitte. (Abg. Strache: Letzter Satz!)
Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Vilimsky.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Ihre Redezeit ist beendet. (Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Vilimsky.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das muss natürlich wiederum der österreichische Steuerzahler bezahlen! Das kommt den österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern ganz einfach teurer. Das ist eine Tatsache. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Außerdem verliert Österreich ab dem Jahr 2014 einen eigenen Kommissar. Wir verlieren unseren Kommissar, haben kein Anrecht mehr auf Kommissarposten und sind nicht mehr direkt in der Europäischen Kommission vertreten. Laut Reformvertrag sinkt der Stimmenanteil des österreichischen Nettozahlers auf 2,53 Prozent.
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Geschätzte Damen und Herren! Die Neutralität ist, glaube ich, sehr stark in den Köpfen der Österreicherinnen und Österreicher verankert. Mehr Macht für den Brüsseler Zentralismus ist ganz einfach abzulehnen. Vor allem geht es um den Einfluss der größeren Länder; wir müssen auch an die kleinen Länder in Europa denken. Das ist heute schon angeschnitten worden: Wir sollten in Europa ein Zentraleuropa wählen. Wer ist Nettozahler? Wer ist in der Währungsunion? Wer ist in einer Verteidigungsunion? Wo sind die anderen Staaten? – Nach dieser Gewichtung sollten die Entscheidungen in der EU fallen. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Weiterentwicklung Europas muss geprägt sein vom Ausbau von Demokratie und Bürgerrechten. Es muss ein gemeinsames Europa werden und darf niemals weniger Freiheit für die Bürger bedeuten. Kosmetische Änderungen, geschätzte Damen und Herren, können diesen Anforderungen jedenfalls nicht gerecht werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Rates, das heißt der Regierungen, sein, diese Zielvorgaben auch tatsächlich mit Inhalt zu füllen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Bösch: Wir sagen es ihm weiter!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Es tut mir sehr leid, dass Kollege Strache jetzt nicht mehr hier ist, weil ich sehr gerne auf seinen Beitrag replizieren möchte. (Abg. Dr. Bösch: Wir sagen es ihm weiter!) Kollege Strache hat nämlich unter anderem gesagt, dass die FPÖ die Wahrheit sagt. Im selben Atemzug hat er erwähnt, dass Arbeitnehmerschutzbestimmungen in Österreich sicherzustellen sind. Das ist ein wichtiges Anliegen, da gebe ich ihm völlig recht. Um aber bei der Wahrheit zu bleiben, die er so sehr anstrebt, muss man auch dazusagen, dass sehr viele dieser Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die wir in Österreich sicherstellen, durch europarechtliche Vorgaben bedingt sind. (Abg. Kickl: Selber wären wir da gar nicht draufgekommen!)
Abg. Kickl: Selber wären wir da gar nicht draufgekommen!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Es tut mir sehr leid, dass Kollege Strache jetzt nicht mehr hier ist, weil ich sehr gerne auf seinen Beitrag replizieren möchte. (Abg. Dr. Bösch: Wir sagen es ihm weiter!) Kollege Strache hat nämlich unter anderem gesagt, dass die FPÖ die Wahrheit sagt. Im selben Atemzug hat er erwähnt, dass Arbeitnehmerschutzbestimmungen in Österreich sicherzustellen sind. Das ist ein wichtiges Anliegen, da gebe ich ihm völlig recht. Um aber bei der Wahrheit zu bleiben, die er so sehr anstrebt, muss man auch dazusagen, dass sehr viele dieser Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die wir in Österreich sicherstellen, durch europarechtliche Vorgaben bedingt sind. (Abg. Kickl: Selber wären wir da gar nicht draufgekommen!)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Über Dienstzettel habe ich schon vor 30 Jahren beim Arbeitsgericht prozessiert!
Lassen Sie mich dafür einige Beispiele nennen. Sagt Ihnen vielleicht die Betriebsübergangsrichtlinie etwas? Ja? Durch die Betriebsübergangsrichtlinie wird bewirkt, dass die Arbeitnehmer im Falle des Betriebsübergangs mit allen Rechten und Pflichten übernommen werden müssen und zum Beispiel im Zuge eines Betriebsübergangs nicht gekündigt werden dürfen. Der Dienstzettel ist auch eine wichtige Errungenschaft. Ohne die sogenannte Nachweisrichtlinie hätten wir vielleicht bis heute noch keinen Dienstzettel im österreichischen Recht verankert. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Über Dienstzettel habe ich schon vor 30 Jahren beim Arbeitsgericht prozessiert!) – Ja, aber der Dienstzettel war nicht für alle Arbeitnehmer rechtlich verankert.
Beifall bei der ÖVP.
Oder denken Sie zum Beispiel an die Entsenderichtlinie. Sozialdumping ist immer wieder ein Schlagwort. Was besagt die Entsenderichtlinie? Die Entsenderichtlinie besagt, dass dann, wenn Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland nach Österreich entsendet werden, der sogenannte harte Kern des Arbeitsrechts zur Anwendung gelangt. Das heißt, es gelangt bei diesen entsendeten EU-Ausländern etwa auch die Bestimmung des österreichischen Mindestlohns zur Anwendung. Das ist eine ganz wichtige Maßnahme im Kampf gegen Sozialdumping. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Der will das nicht hören! Er ist hinausgegangen!
Schließlich ist auch die Mobilität der Arbeitnehmer als wichtiger Pluspunkt der Europäischen Union erwähnt worden. Mobilität der Arbeitnehmer bedeutet auch, dass sichergestellt werden muss, dass die mobilen Arbeitnehmer keine sozialversicherungsrechtlichen Nachteile erleiden. Auch das wird durch europäische Rechtsakte, nämlich durch die Verordnung 1408/71, sichergestellt. Arbeitnehmer, die in mehreren Ländern erwerbstätig sind, erleiden daher zum Beispiel keinen pensionsversicherungsrechtlichen Nachteil, weil ihre Versicherungszeiten zusammengerechnet werden. Hier sieht man auch ganz deutlich, wo die von Herrn Kollegen Dolinschek angesprochenen persönlichen Vorteile der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union liegen. Genau dort! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Der will das nicht hören! Er ist hinausgegangen!) Ja, offensichtlich wollen sie das nicht hören, weil sie an diesen Vorteilen anscheinend nicht interessiert sind, sondern nur an Kritik. (Abg. Dr. Brinek: So ist es!)
Abg. Dr. Brinek: So ist es!
Schließlich ist auch die Mobilität der Arbeitnehmer als wichtiger Pluspunkt der Europäischen Union erwähnt worden. Mobilität der Arbeitnehmer bedeutet auch, dass sichergestellt werden muss, dass die mobilen Arbeitnehmer keine sozialversicherungsrechtlichen Nachteile erleiden. Auch das wird durch europäische Rechtsakte, nämlich durch die Verordnung 1408/71, sichergestellt. Arbeitnehmer, die in mehreren Ländern erwerbstätig sind, erleiden daher zum Beispiel keinen pensionsversicherungsrechtlichen Nachteil, weil ihre Versicherungszeiten zusammengerechnet werden. Hier sieht man auch ganz deutlich, wo die von Herrn Kollegen Dolinschek angesprochenen persönlichen Vorteile der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union liegen. Genau dort! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Der will das nicht hören! Er ist hinausgegangen!) Ja, offensichtlich wollen sie das nicht hören, weil sie an diesen Vorteilen anscheinend nicht interessiert sind, sondern nur an Kritik. (Abg. Dr. Brinek: So ist es!)
Abg. Dr. Brinek: Das interessiert die ja nicht!
tivverhandlungen und Kollektivmaßnahmen. Hier wäre noch vieles mehr zu nennen, was ja auch schon genannt worden ist. Auch dadurch werden Arbeitnehmerschutzrechte der Arbeitnehmer in Österreich sichergestellt. (Abg. Dr. Brinek: Das interessiert die ja nicht!) Dazu sei auch noch erwähnt, dass wir hiermit den modernsten rechtsverbindlichen Grundrechtekatalog auf der Welt haben.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Das soll alles mit dem Hinweis auf die nicht gelösten Probleme im Zusammenhang mit den Beneš-Dekreten vom Tisch gewischt werden?! Das ist nicht zum Wohle der europäischen Bürgerinnen und Bürger! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der ÖVP.
Gegen eines möchte ich mich allerdings verwahren. Aus den Ausführungen des Kollegen Grünewald war so ein leiser Vorwurf des Spekulierens mit dem Ärztemangel herauszuhören. Ich möchte dazu klar und deutlich sagen, und hier kann ich auch für den Herrn Wissenschaftsminister Hahn sprechen: Niemand in der ÖVP spekuliert mit einem Ärztemangel. Wir sind für eine maßvolle Weiterentwicklung der Studierendenzahl auch im Bereich der Medizin, allerdings sehen wir auch eines: Es müssen auch die Wartezeiten im Turnusbereich abgebaut werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ganz wichtig ist, dass wir eine gesundheitspolitische und wissenschaftspolitische Zusammenschau haben, denn nur so können wir zu qualifizierten Lösungen kommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe: Bösch! – Abg. Murauer: Bosch, das ist der Kühlschrank!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als nächstem Redner erteile ich Herrn Abgeordnetem Dr. Bosch für 5 Minuten das Wort. – Bitte. (Rufe: Bösch! – Abg. Murauer: Bosch, das ist der Kühlschrank!) – Bösch; Entschuldigung!
Beifall bei der FPÖ.
Der Herr Bundeskanzler hat angekündigt, dass während der Euro 2008 die Schengen-Regelungen selbstverständlich aufgehoben werden. – Ja, was ist denn das für eine Regelung, die unsere Grenzen sichern soll, dass sie immer dann, wenn Schwierigkeiten auftreten, aufgehoben werden muss. Meine Damen und Herren! Wir sollten uns auch in diesem Bereich überlegen, wie die europäische Politik weiter vorgehen soll. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit zur gescheiterten Verfassung und zum neuen Reformvertrag. Meine Damen und Herren von der ÖVP und von den anderen Parteien, die hier als Vorredner die sozialrechtlichen Errungenschaften im Rahmen dieses neuen Reformvertrages angesprochen haben: Ihnen sei gesagt, dass die Republik Österreich auch ohne die Europäische Union eine hervorragende Sozialgesetzgebung gehabt hat, Frau Kollegin Karl, und auch die Weiterentwicklung der Sozialgesetzgebung ohne die europäischen Vorgaben durchaus zuwege gebracht hätte. Davon bin ich überzeugt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Die Abschaffung der Beneš-Dekrete und der AVNOJ-Beschlüsse, das muss auf europäischer Ebene geregelt werden, und dazu sollten wir die Menschenrechtskonvention haben (Beifall bei der FPÖ) – und dazu sollten auch die Agenturen wie die in Wien bereitstehen, damit das Recht für alle europäischen Bürger gleich ist und es nicht solche gibt, die gleicher sind.
Beifall bei der FPÖ.
Wir müssen auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass der österreichische Einfluss auf die Entscheidungen der Organe der Union beibehalten wird. Wir müssen auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass die österreichischen Nettozahlungen reduziert werden. Wir müssen auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass die nationalen Parlamente nicht nur eine gelbe, sondern, wenn es notwendig ist, auch eine rote Karte zeigen können, wenn die Gesetzesvorhaben und Vorschläge der Kommission nicht den nationalen Interessen entsprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Aber nein!
Meine Damen und Herren, dieses Prinzip, dieses ganz einfache Prinzip unserer österreichischen Bundesverfassung wird durch diese Vorgehensweise Lügen gestraft. (Abg. Amon: Aber nein!) Sie hebeln die österreichische Verfassung mit dieser Vorgehensweise hier im Nationalrat und in der Bundesregierung aus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, dieses Prinzip, dieses ganz einfache Prinzip unserer österreichischen Bundesverfassung wird durch diese Vorgehensweise Lügen gestraft. (Abg. Amon: Aber nein!) Sie hebeln die österreichische Verfassung mit dieser Vorgehensweise hier im Nationalrat und in der Bundesregierung aus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir fordern Sie auf: Stimmen Sie unserem Antrag auf eine nationale Volksabstimmung über diesen neuen Verfassungsvertrag, über diesen neuen Reformvertrag zu! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wenn Sie das machen, geht dem Volk das Recht aus! – Abg. Dr. Fichtenbauer: Keine Angst! Die Verfassung hat aber nicht nur diesen einen Artikel!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Natürlich geht das Recht vom Volk aus, keine Frage, aber wir dürfen doch – und ich denke auch Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen – repräsentativ das Volk vertreten, und ich hoffe, dass Sie sich dieser Aufgabe durchaus noch bewusst sind. Ich denke, wir haben diesbezüglich durchaus Verpflichtungen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Wenn Sie das machen, geht dem Volk das Recht aus! – Abg. Dr. Fichtenbauer: Keine Angst! Die Verfassung hat aber nicht nur diesen einen Artikel!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
So meine ich, dass diese Weiterentwicklung, der „Lissabonner Vertrag“ eine Verbesserung der Handlungsfähigkeit und auch der Subsidiarität, der Mitsprache der einzelnen Länder, der Mitsprache Österreichs gebracht hat und dass das wieder besser gesichert ist. Wir wollen auf diesem Weg weiter für unser gemeinsames Europa arbeiten. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Grossmann: Aber jetzt erklären Sie uns, was ein Quantensprung ist! – Abg. Reheis: Klären Sie uns auf!
Frau Dr. Plassnik hat gesagt, dass wir unmittelbar vor einem Quantensprung stehen. – Meine Damen und Herren! Vielleicht sollte jemand von der ÖVP Frau Dr. Plassnik darüber aufklären, was ein Quantensprung ist. Jedenfalls das, was in diesem Vertrag steht, ist sicher kein Quantensprung. (Abg. Mag. Grossmann: Aber jetzt erklären Sie uns, was ein Quantensprung ist! – Abg. Reheis: Klären Sie uns auf!)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist, auch von Dr. Schüssel, die europäische Wertegemeinschaft immer wieder beschworen worden. – Die europäische Wertegemeinschaft, meine Damen und Herren, ist aus freiheitlicher Sicht mit Beneš-Dekreten und AVNOJ-Gesetzen nicht vereinbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Dr. Schüssel möchte ich die alte Spruchweisheit ins Stammbuch schreiben: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher hat so wie auch ich den Eindruck, dass eine abgehobene politische Klasse mit dem EU-Vertrag den europäischen Völkern etwas unterjubeln möchte, was diese nicht wollen. Sie wollen mit dieser Verfassung die europäischen Völker schlicht und einfach zwangsbeglücken, Sie trauen sich deshalb aber auch nicht, die Betroffenen direkt entscheiden zu lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Meine Damen und Herren! Das, was Dr. Schüssel gesagt hat, nämlich am Ende des Weges werde ohnedies eine gesamteuropäische Volksabstimmung stehen, ist ein reines Placebo, das er uns immer wieder gibt. Ich sehe nicht ein, warum Franzosen, warum Spanier über unsere österreichische Bundesverfassung entscheiden sollen. Das würde sich kein anderes Land gefallen lassen. Und natürlich wollen wir Österreicher, dass die Österreicherinnen und Österreicher über die Abschaffung unserer Bundesverfassung abstimmen und niemand anderer (Beifall bei der FPÖ) – und dass nicht in irgendeiner anonymen gesamteuropäischen Volksabstimmung irgendwelche Länder, die davon profitieren, die keine Nettozahler sind, wie wir es sind, über die Abschaffung unserer Bundesverfassung entscheiden.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir werden die Bevölkerung aufklären – das sage ich insbesondere den Zwischenrufern von der ÖVP, Kollege Amon –, wir werden die Bevölkerung aufklären über die Rolle, die Sie hier spielen. Ich bin überzeugt davon, dass Ihnen die Bevölkerung das nächste Mal die Quittung für diese doppelzüngige Politik geben wird, Sie kommen daran nicht vorbei. (Beifall bei der FPÖ.) Sie agieren abgehoben, bevölkerungsfremd und so wie Ihre EU-Kommissarin und gescheiterte Präsidentschaftskandidatin, Frau Dr. Ferrero-Waldner.
Abg. Dr. Schüssel: Benita!
Ich hätte noch viel mehr auf Lager, möchte Ihnen das aber zum Schluss mit Absicht nicht schenken. Frau Dr. Benito Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin (Abg. Dr. Schüssel: Benita!), hat in einem Radiointerview auf die Frage, warum denn die Bürger diesen EU-Reformvertrag nicht akzeptieren wollen (Abg. Dr. Schüssel: Benita – und nicht Benito!), schlicht und einfach gesagt: weil sie es nicht verstehen!
Abg. Dr. Schüssel: Benita – und nicht Benito!
Ich hätte noch viel mehr auf Lager, möchte Ihnen das aber zum Schluss mit Absicht nicht schenken. Frau Dr. Benito Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin (Abg. Dr. Schüssel: Benita!), hat in einem Radiointerview auf die Frage, warum denn die Bürger diesen EU-Reformvertrag nicht akzeptieren wollen (Abg. Dr. Schüssel: Benita – und nicht Benito!), schlicht und einfach gesagt: weil sie es nicht verstehen!
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Meine Damen und Herren, so etwas von Abgehobenheit habe ich überhaupt noch nicht erlebt! Das kann doch nicht sein! Das ist doch der Ausdruck einer Geisteshaltung, wie sie vielleicht im 18. Jahrhundert von Kaunitz und dann später von Metternich vertreten worden ist. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Aber man kann doch nicht sagen, dass die ganze Bevölkerung zu dumm ist, um einen EU-Reformvertrag zu durchschauen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, so etwas von Abgehobenheit habe ich überhaupt noch nicht erlebt! Das kann doch nicht sein! Das ist doch der Ausdruck einer Geisteshaltung, wie sie vielleicht im 18. Jahrhundert von Kaunitz und dann später von Metternich vertreten worden ist. (Zwischenruf des Abg. Kößl.) Aber man kann doch nicht sagen, dass die ganze Bevölkerung zu dumm ist, um einen EU-Reformvertrag zu durchschauen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie lassen sich ja auch von diesen „unmündigen“ Wählerinnen und Wählern immer wieder wählen! Dafür, dass Sie gewählt werden und das Geld dieser Bürger nehmen, sind sie nicht zu schlecht, aber Sie wollen die gleichen Leute nicht entscheiden lassen, wenn es um so wesentliche Zukunftsfragen wie diesen Reformvertrag geht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Geschätzte Frau Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wenn Sie, Herr Dr. Kurzmann, sich heute hier anschicken, eine Aufklärungskampagne machen zu wollen, dann müssen Sie sich aber auch einer besseren Rhetorik und einer anderen Sprache bedienen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kurzmann: Regen Sie sich wieder ab, Herr Kollege!
Bei Ihrer charakterlichen Spiritualität, Herr Dr. Kurzmann, haben Sie nicht das Recht, heute hier Dr. Schüssel als Lügner darzustellen! Dr. Schüssel ist ein anerkannter Staatsmann, ein großer Europäer (Abg. Dr. Kurzmann: Regen Sie sich wieder ab, Herr Kollege!) – und Sie haben einen ganz normalen, einen unterdurchschnittlichen Redebeitrag gebracht! Entschuldigen Sie sich bei Dr. Schüssel! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei Ihrer charakterlichen Spiritualität, Herr Dr. Kurzmann, haben Sie nicht das Recht, heute hier Dr. Schüssel als Lügner darzustellen! Dr. Schüssel ist ein anerkannter Staatsmann, ein großer Europäer (Abg. Dr. Kurzmann: Regen Sie sich wieder ab, Herr Kollege!) – und Sie haben einen ganz normalen, einen unterdurchschnittlichen Redebeitrag gebracht! Entschuldigen Sie sich bei Dr. Schüssel! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Es ist das Wesen der Demokratie und des Parlamentarismus, dass man über alles redet, aber man muss schon wissen, welche Rolle man spielt. Eine panische Abneigung, eine Aversion, wie sie bei manchen erkennbar war, bringt uns nicht weiter und wird auch Ihnen nicht Applaus und nicht Zustimmung bringen, auch wenn Sie sich das für die nächsten Wahlen erwarten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) – Bleiben Sie bei der Sache! Und Sache ist, dass wir in einer veränderten Zeit leben, dass es seit 1989 ein anderes Europa gibt.
Abg. Rosenkranz: Arme, arme Schweiz!
Stellen Sie sich einmal die Frage, und versuchen Sie auch, darauf eine Antwort zu geben: In welcher Rolle würde unser Land sein, wenn wir nicht Mitglied von Europa wären? (Abg. Rosenkranz: Arme, arme Schweiz!) Was denken Sie, wie wir die Phänomene von Migration, die Herausforderungen der Sicherheitspolitik allein bewältigen könnten? (Abg. Dr. Haimbuchner: Schauen Sie einmal die Schweiz an! – Weitere Zwischenrufe.) – Nein, ich kenne ja Ihre Beiträge, sie sind ja immer dieselben. Wir erwarten von Ihnen auch einmal klare Antworten oder Lösungen. Ich denke, das sind in Wirklichkeit die Fragen.
Abg. Dr. Haimbuchner: Schauen Sie einmal die Schweiz an! – Weitere Zwischenrufe.
Stellen Sie sich einmal die Frage, und versuchen Sie auch, darauf eine Antwort zu geben: In welcher Rolle würde unser Land sein, wenn wir nicht Mitglied von Europa wären? (Abg. Rosenkranz: Arme, arme Schweiz!) Was denken Sie, wie wir die Phänomene von Migration, die Herausforderungen der Sicherheitspolitik allein bewältigen könnten? (Abg. Dr. Haimbuchner: Schauen Sie einmal die Schweiz an! – Weitere Zwischenrufe.) – Nein, ich kenne ja Ihre Beiträge, sie sind ja immer dieselben. Wir erwarten von Ihnen auch einmal klare Antworten oder Lösungen. Ich denke, das sind in Wirklichkeit die Fragen.
Beifall bei der ÖVP.
Sehen Sie: All das sind Fragen, die wir uns auch im Rahmen dieser Diskussion, im Zusammenhang mit diesem Reformvertrag, der keine EU-Verfassung ist, stellen können und worauf wir seriöse Antworten finden sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn man es auf diese Punkte reduziert, meine Damen und Herren, dann wundert einen die heutige Diskussion nicht, denn das ist genau die, die von der Freiheitlichen Partei geführt wird. Deshalb mein Appell an die Medien – keine Kritik! –: Informieren Sie die Menschen umfangreicher, intensiver. Plakativ etwas hinzustellen und den Reformvertrag auf eine Senkung der Zahl der Kommissare und auf eine Ratspräsidentschaft zu reduzieren, das ist nicht richtig. Das wäre auch viel zu wenig, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Sie wissen natürlich, dass die Europäische Union ein Friedensmodell ist, wie es in der Geschichte von Europa kein Zweites gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.) Sie wissen, dass wir 60 Jahre Frieden haben, dass wir 60 Jahre Fortschritt und Wohlstand haben. Das wissen Sie. Und nur, um die eine oder andere Stimme zu bekommen, schüren Sie Angst.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Zu schnell darf nur der Kanzler fahren – ich will mir einen Kommentar ersparen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Strache: Dass man sie abstimmen lässt, wäre wichtig! Abstimmung! Die Österreicher mitreden lassen, das wäre wichtig!
Aber besonders wichtig ist es, dass die Bevölkerung, die das letztlich betrifft, versteht, worum es bei dieser Überarbeitung der Verträge geht. (Abg. Strache: Dass man sie abstimmen lässt, wäre wichtig! Abstimmung! Die Österreicher mitreden lassen, das wäre wichtig!) Als gewählte Vertreter des Volkes ist es nun unsere Aufgabe, die Menschen über die Wichtigkeit des Reformvertrages zu informieren.
Abg. Strache: Volksabstimmungen sollten Ihnen wichtig sein!
Ich halte nichts von Anti-EU-Populismus, wie er von einigen hier im Hohen Haus betrieben wird. Das ist schlicht und einfach kontraproduktiv. (Abg. Strache: Volksabstimmungen sollten Ihnen wichtig sein!) Wir brauchen eine sachliche und reale Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte nichts von Anti-EU-Populismus, wie er von einigen hier im Hohen Haus betrieben wird. Das ist schlicht und einfach kontraproduktiv. (Abg. Strache: Volksabstimmungen sollten Ihnen wichtig sein!) Wir brauchen eine sachliche und reale Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Gentechnik!
Zum Beispiel Landwirtschaftsminister Josef Pröll: Grüner Pakt. Er hat 3,9 Milliarden € für die ländliche Entwicklung nach Österreich geholt (Abg. Strache: Gentechnik!), was ich als Vertreter des ländlichen Raumes und als bäuerlicher Abgeordneter ganz besonders begrüße. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Beispiel Landwirtschaftsminister Josef Pröll: Grüner Pakt. Er hat 3,9 Milliarden € für die ländliche Entwicklung nach Österreich geholt (Abg. Strache: Gentechnik!), was ich als Vertreter des ländlichen Raumes und als bäuerlicher Abgeordneter ganz besonders begrüße. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Freund (fortsetzend): Wir können stolz auf unser Land sein, aber auch auf die EU, die uns mittlerweile seit mehr als 60 Jahren den Frieden gesichert hat. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bekenne mich dazu, dass ich ein begeisterter Europäer bin. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Eindeutig, gar keine Frage.
Beifall bei der FPÖ.
Oder soll die EU ein Bundesstaat werden – wenn Sie so wollen, nachdem unsere Sprache ja mehr und mehr vom Englischen dominiert wird –, „The United States of Europe“? Wollen wir das? – Wir Freiheitlichen wollen das nicht. (Beifall bei der FPÖ.) Wir meinen, dass in diesem EU-Vertrag, diesem Reformvertrag, der Weg zu diesen „United States of Europe“ gezeichnet ist – und was uns die United States of America in den letzten Jahren und Jahrzehnten antun, brauche ich Ihnen ja nicht zu schildern. Das ist der falsche Weg, darum sind wir dagegen.
Abg. Dr. Mitterlehner: „Wir sind das Volk“, das kennen wir schon!
Wir wollen über den neuen Vertrag, der unsere Verfassung ja tatsächlich in vielen Bereichen aushebelt, das Volk abstimmen lassen. Das ist doch sehr einfach und klar! Sie sind doch alle Demokraten und stolz darauf. Die Sozialdemokraten haben dieses Wort sogar in ihrem Parteinamen. Warum lassen wir nicht tatsächlich das Volk abstimmen? (Abg. Dr. Mitterlehner: „Wir sind das Volk“, das kennen wir schon!) Das Volk sind unsere Bürger, und unsere Bürger sind bereit und berechtigt, abzustimmen. Das muss doch selbstverständlich sein! Ich verstehe nicht, warum Sie den Ausdruck „Wir sind das Volk“ jetzt kriminalisieren. Das war der Ausdruck der Ostdeutschen beziehungsweise der Mitteldeutschen, als sie die Grenze weghaben wollten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen früher!) Da war das Wort „Wir sind das Volk“ – und das Volk entscheidet und nicht anders. (Abg. Strache: Also ungebildet auch noch, Herr Mitterlehner!) Lernen Sie Geschichte, wenn Sie so lieb sein würden, auch Zeitgeschichte! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen früher!
Wir wollen über den neuen Vertrag, der unsere Verfassung ja tatsächlich in vielen Bereichen aushebelt, das Volk abstimmen lassen. Das ist doch sehr einfach und klar! Sie sind doch alle Demokraten und stolz darauf. Die Sozialdemokraten haben dieses Wort sogar in ihrem Parteinamen. Warum lassen wir nicht tatsächlich das Volk abstimmen? (Abg. Dr. Mitterlehner: „Wir sind das Volk“, das kennen wir schon!) Das Volk sind unsere Bürger, und unsere Bürger sind bereit und berechtigt, abzustimmen. Das muss doch selbstverständlich sein! Ich verstehe nicht, warum Sie den Ausdruck „Wir sind das Volk“ jetzt kriminalisieren. Das war der Ausdruck der Ostdeutschen beziehungsweise der Mitteldeutschen, als sie die Grenze weghaben wollten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen früher!) Da war das Wort „Wir sind das Volk“ – und das Volk entscheidet und nicht anders. (Abg. Strache: Also ungebildet auch noch, Herr Mitterlehner!) Lernen Sie Geschichte, wenn Sie so lieb sein würden, auch Zeitgeschichte! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Strache: Also ungebildet auch noch, Herr Mitterlehner!
Wir wollen über den neuen Vertrag, der unsere Verfassung ja tatsächlich in vielen Bereichen aushebelt, das Volk abstimmen lassen. Das ist doch sehr einfach und klar! Sie sind doch alle Demokraten und stolz darauf. Die Sozialdemokraten haben dieses Wort sogar in ihrem Parteinamen. Warum lassen wir nicht tatsächlich das Volk abstimmen? (Abg. Dr. Mitterlehner: „Wir sind das Volk“, das kennen wir schon!) Das Volk sind unsere Bürger, und unsere Bürger sind bereit und berechtigt, abzustimmen. Das muss doch selbstverständlich sein! Ich verstehe nicht, warum Sie den Ausdruck „Wir sind das Volk“ jetzt kriminalisieren. Das war der Ausdruck der Ostdeutschen beziehungsweise der Mitteldeutschen, als sie die Grenze weghaben wollten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen früher!) Da war das Wort „Wir sind das Volk“ – und das Volk entscheidet und nicht anders. (Abg. Strache: Also ungebildet auch noch, Herr Mitterlehner!) Lernen Sie Geschichte, wenn Sie so lieb sein würden, auch Zeitgeschichte! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Wir wollen über den neuen Vertrag, der unsere Verfassung ja tatsächlich in vielen Bereichen aushebelt, das Volk abstimmen lassen. Das ist doch sehr einfach und klar! Sie sind doch alle Demokraten und stolz darauf. Die Sozialdemokraten haben dieses Wort sogar in ihrem Parteinamen. Warum lassen wir nicht tatsächlich das Volk abstimmen? (Abg. Dr. Mitterlehner: „Wir sind das Volk“, das kennen wir schon!) Das Volk sind unsere Bürger, und unsere Bürger sind bereit und berechtigt, abzustimmen. Das muss doch selbstverständlich sein! Ich verstehe nicht, warum Sie den Ausdruck „Wir sind das Volk“ jetzt kriminalisieren. Das war der Ausdruck der Ostdeutschen beziehungsweise der Mitteldeutschen, als sie die Grenze weghaben wollten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen früher!) Da war das Wort „Wir sind das Volk“ – und das Volk entscheidet und nicht anders. (Abg. Strache: Also ungebildet auch noch, Herr Mitterlehner!) Lernen Sie Geschichte, wenn Sie so lieb sein würden, auch Zeitgeschichte! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Es kann doch nicht sein, dass in unserer Republik ein so entscheidender Schritt gemacht wird, ohne dass unsere Bevölkerung, unsere Staatsbürger darüber abstimmen können. Daher bleibt unsere Forderung aufrecht: Über diesen Vertrag muss es eine Volksabstimmung geben. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Glauben Sie mir, der überwiegende Teil unserer Bürger will diese Volksabstimmung, und zwar der weit überwiegende Teil! Nicht 52 Prozent, nicht 54 Prozent, sondern mindestens 70 bis 80 Prozent wollen diese Abstimmung. – Warum sagen Sie dann nein? Ich verstehe es nicht!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wir stimmen jetzt gleich ab! Wir stimmen sogar namentlich ab!
Wenn es wirklich so gut ist, was Sie uns heute stundenlang erzählt und zu erklären versucht haben, dann müssen Sie doch die Möglichkeit haben, das bekannt zu machen. Dann darf man nicht sagen, die bösen Medien seien schuld, weil sie es den Leuten nicht sagen. Das ist zu wenig. – Lassen Sie uns abstimmen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Wir stimmen jetzt gleich ab! Wir stimmen sogar namentlich ab!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Zu Wort gelangt Herr Klubobmann Strache. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Sagen Sie einmal etwas Neues!
Aber dann geht man her und sagt: Aber das Volk lassen wir nicht mitreden, darüber lassen wir nicht abstimmen, darüber lassen wir nicht entscheiden! (Abg. Mag. Kukacka: Sagen Sie einmal etwas Neues!) Da wundert man sich und fragt: Warum lassen Sie die österreichische Bevölkerung nicht abstimmen? (Abg. Grillitsch: Diese Rede haben Sie schon gehalten! – Abg. Rosenkranz – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Sie haben ja nicht geantwortet!)
Abg. Grillitsch: Diese Rede haben Sie schon gehalten! – Abg. Rosenkranz – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Sie haben ja nicht geantwortet!
Aber dann geht man her und sagt: Aber das Volk lassen wir nicht mitreden, darüber lassen wir nicht abstimmen, darüber lassen wir nicht entscheiden! (Abg. Mag. Kukacka: Sagen Sie einmal etwas Neues!) Da wundert man sich und fragt: Warum lassen Sie die österreichische Bevölkerung nicht abstimmen? (Abg. Grillitsch: Diese Rede haben Sie schon gehalten! – Abg. Rosenkranz – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Sie haben ja nicht geantwortet!)
Beifall bei der FPÖ.
Glauben Sie eigentlich, dass die österreichische Bevölkerung nicht gescheit genug ist, das beurteilen zu können? Worauf begründen Sie Ihre Hochnäsigkeit und Abgehobenheit, wenn Sie hier mit solchen Argumenten heraustreten? Worauf? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist ja ein Armutszeugnis, das hier zum Besten gegeben wurde. In Wirklichkeit wollen Sie hier nämlich die Demokratie, die Grundrechte unserer Demokratie aushöhlen, das sage ich in dieser Offenheit. Darum geht es! Es geht um Grundrechte, um Freiheitsrechte, um demokratische Grundrechte, die in unserer österreichischen Verfassung festgeschrieben sind. Da kann man nicht herumturnen, so wie Sie das heute getan haben. Eigentlich ist es skandalös, wie Sie hier vorgegangen sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wachen Sie doch bitte auf! Das entspricht nicht mehr der ursprünglichen Europa-Idee. (Beifall bei der FPÖ.) Die ursprüngliche Europa-Idee war ein föderales Europa, wo Staaten auf Augenhöhe, gleichberechtigt miteinander über Partnerschaften gesprochen und diese definiert haben, aber es war nicht die ursprüngliche Europa-Idee, in einem Superbundesstaat aufzugehen, wo alle Gewalt nur mehr in Brüssel und beim Europäischen Unionsrat zu Hause wäre. – Das ist es nicht!
Abg. Parnigoni: Das ist Unsinn!
Sie wollen mit dem Reformvertrag unsere österreichische Verfassung generell ändern. Artikel 1, demgemäß das Recht vom Volk auszugehen hat, wollen Sie ersatzlos streichen und durch ein Ermächtigungsgesetz im Reformvertrag das Recht vom Volk zum Europäischen Unionsrat verschiffen. (Abg. Parnigoni: Das ist Unsinn!) Das ist es, was Sie wollen, nur sagen Sie das nicht.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.
verdenken, dass auch sie ein Anrecht auf einen eigenen Staat in dieser Welt haben und geltend machen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Heißt das, dass wir in Zukunft Seite an Seite mit der NATO, mit den Amerikanern, weil Bush es so will, gemeinsam irgendwo im Irak oder im Iran militärisch tätig werden? – Nein, das wollen wir nicht! Wir halten unsere Neutralität hoch! Sie ist uns heilig, und eine heilige Kuh darf und soll nicht geschlachtet werden, das ist uns wichtig. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Woher wissen Sie das?
Aber genau das ist es ja. Sie tun alles als Unsinn ab. Manche reden von Befragung. Also ich wundere mich, dass eine Befragung gefordert wird, denn: Warum muss ich die österreichische Bevölkerung befragen, wenn ich weiß, dass zwischen 70 und 80 Prozent eine Volksabstimmung fordern. (Abg. Parnigoni: Woher wissen Sie das?) – Das sind, in allen Zeitungen nachzulesen, aktuelle Umfrageergebnisse, denen zufolge 70 bis 80 Prozent der Österreicher ihr Recht auf Volksabstimmung einfordern. Da brauche ich sie nicht zu befragen, ob sie eine Volksabstimmung haben wollen oder nicht, das steht in der Verfassung. Noch einmal: Verfassung auch sicherstellen – das ist das, was Sie offenbar nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Aber genau das ist es ja. Sie tun alles als Unsinn ab. Manche reden von Befragung. Also ich wundere mich, dass eine Befragung gefordert wird, denn: Warum muss ich die österreichische Bevölkerung befragen, wenn ich weiß, dass zwischen 70 und 80 Prozent eine Volksabstimmung fordern. (Abg. Parnigoni: Woher wissen Sie das?) – Das sind, in allen Zeitungen nachzulesen, aktuelle Umfrageergebnisse, denen zufolge 70 bis 80 Prozent der Österreicher ihr Recht auf Volksabstimmung einfordern. Da brauche ich sie nicht zu befragen, ob sie eine Volksabstimmung haben wollen oder nicht, das steht in der Verfassung. Noch einmal: Verfassung auch sicherstellen – das ist das, was Sie offenbar nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Mag. Lunacek: Ist das ein österreichischer Verfassungsrechtler? Er ist ja Deutscher!
Ich hätte mir von einem Verfassungshüter, nämlich vom Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes Korinek, eigentlich erwartet, dass er unsere Verfassungshoheit sicherstellt und wie Verfassungsrechtler Professor Schachtschneider festhält, dass es ohne Volksabstimmung nicht sein kann und nicht sein darf. (Abg. Mag. Lunacek: Ist das ein österreichischer Verfassungsrechtler? Er ist ja Deutscher!) Es darf nicht sein, dass dieser Reform- und Verfassungsvertrag überhaupt in Kraft tritt! Darum geht es!
Abg. Grillitsch: Schuster, bleib bei deinen Leisten!
Dann stellt sich Herr Grillitsch heraus – als sogenannter Bauernvertreter – und will den Österreichern erklären, dass das Bauernsterben von 30 000 Bauern in den letzten Jahren für die Bauern und die bäuerliche Struktur ein unglaublicher Fortschritt war. (Abg. Grillitsch: Schuster, bleib bei deinen Leisten!) – Ein unglaublicher Fortschritt, dass wir jetzt im Gentechnikbereich von der Europäischen Union quasi zwangsverpflichtet worden sind, Gentechnikprodukte zu importieren. Ja wo endet das?
Beifall bei der FPÖ.
Da wollen Sie uns weismachen, dass das die großen Vorteile sind? – Das sind keine Vorteile! Ich will ein gentechnikfreies Österreich, ich will ein atomfreies Österreich, ich will ein neutrales Österreich, und ich will ein sozial gerechtes Österreich, in dem unser Sozialstaat nicht aufgegeben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen sind halt nur 21 Abgeordnete, aber die Österreicher wissen wenigstens, dass 21 Abgeordnete hier in diesem Hohen Haus ihre Interessen vertreten, und das werden wir klarmachen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wir sind Teil des Volkes!
Es besteht die Chance auf demokratische Veränderung in jeder Demokratie, und wenn die Volksvertreter, die heute hier sitzen und glauben, dass sie das Volk sind (Ruf bei der ÖVP: Wir sind Teil des Volkes!) ... – Sie sind ein Teil des Volkes, da gebe ich Ihnen recht, aber Sie sind nicht das Volk. (Abg. Parnigoni: Aber Sie auch nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie hätten als Volksvertreter die Interessen der Österreicher sicherzustellen und auch die Bundesverfassung in dieser Frage mittels Volksabstimmung für Österreichs Interessen sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Aber Sie auch nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es besteht die Chance auf demokratische Veränderung in jeder Demokratie, und wenn die Volksvertreter, die heute hier sitzen und glauben, dass sie das Volk sind (Ruf bei der ÖVP: Wir sind Teil des Volkes!) ... – Sie sind ein Teil des Volkes, da gebe ich Ihnen recht, aber Sie sind nicht das Volk. (Abg. Parnigoni: Aber Sie auch nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie hätten als Volksvertreter die Interessen der Österreicher sicherzustellen und auch die Bundesverfassung in dieser Frage mittels Volksabstimmung für Österreichs Interessen sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es besteht die Chance auf demokratische Veränderung in jeder Demokratie, und wenn die Volksvertreter, die heute hier sitzen und glauben, dass sie das Volk sind (Ruf bei der ÖVP: Wir sind Teil des Volkes!) ... – Sie sind ein Teil des Volkes, da gebe ich Ihnen recht, aber Sie sind nicht das Volk. (Abg. Parnigoni: Aber Sie auch nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie hätten als Volksvertreter die Interessen der Österreicher sicherzustellen und auch die Bundesverfassung in dieser Frage mittels Volksabstimmung für Österreichs Interessen sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Wir werden weiterhin und auch konsequent und nachhaltig in diesem Bereich gemeinsam mit den Österreichern eine Koalition für Österreich bilden. Darauf können Sie sich verlassen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Abg. Strache: Schachtschneider sagt das!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Ich wollte nur noch beim Verfassungsexperten Strache nachfragen, weil ich mich jetzt nicht mehr ganz auskenne. (Abg. Strache: Schachtschneider sagt das!) – Entschuldigen Sie, Herr Schachtschneider ist sicherlich ein Verfassungsexperte, aber nicht Abgeordneter dieses Hauses. Wenn wir hier darüber debattieren, ob wir einem Gesetzentwurf die Zustimmung geben oder nicht, dann frage ich nicht Herrn Schachtschneider, sondern Sie als Abgeordneten dieses Nationalrates in einem politischen Diskurs. (Abg. Strache: Ich habe Schachtschneider zitiert!) Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, warum Sie hier abstimmen, wo Sie zustimmen und weshalb oder etwas fragen.
Abg. Strache: Ich habe Schachtschneider zitiert!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Ich wollte nur noch beim Verfassungsexperten Strache nachfragen, weil ich mich jetzt nicht mehr ganz auskenne. (Abg. Strache: Schachtschneider sagt das!) – Entschuldigen Sie, Herr Schachtschneider ist sicherlich ein Verfassungsexperte, aber nicht Abgeordneter dieses Hauses. Wenn wir hier darüber debattieren, ob wir einem Gesetzentwurf die Zustimmung geben oder nicht, dann frage ich nicht Herrn Schachtschneider, sondern Sie als Abgeordneten dieses Nationalrates in einem politischen Diskurs. (Abg. Strache: Ich habe Schachtschneider zitiert!) Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, warum Sie hier abstimmen, wo Sie zustimmen und weshalb oder etwas fragen.
Abg. Strache: Warum haben Sie viermal gegen Volksabstimmungen gestimmt?
Herr Kollege Strache, ich gebe Ihnen auch die Antwort auf die Frage: Warum Volksbefragung? – Weil die Volksbefragung ... (Abg. Strache: Warum haben Sie viermal gegen Volksabstimmungen gestimmt?) – Passen Sie auf, jetzt lassen Sie mich einmal ausreden! Die Volksbefragung ist in unserer Bundesverfassung so vorgesehen. Man kann praktisch über jede Frage eine Volksbefragung durchführen. Eine sinnvolle Sache. Das wäre ein klares Signal (Abg. Strache: Warum lehnen Sie aber die Volksabstimmung ab? – Abg. Dr. Stummvoll: Er erklärt es ja gerade!) – das sage ich Ihnen gleich – an die Bevölkerung: Wir wollen eure Meinung wissen und diese dann auch als
Abg. Strache: Warum lehnen Sie aber die Volksabstimmung ab? – Abg. Dr. Stummvoll: Er erklärt es ja gerade!
Herr Kollege Strache, ich gebe Ihnen auch die Antwort auf die Frage: Warum Volksbefragung? – Weil die Volksbefragung ... (Abg. Strache: Warum haben Sie viermal gegen Volksabstimmungen gestimmt?) – Passen Sie auf, jetzt lassen Sie mich einmal ausreden! Die Volksbefragung ist in unserer Bundesverfassung so vorgesehen. Man kann praktisch über jede Frage eine Volksbefragung durchführen. Eine sinnvolle Sache. Das wäre ein klares Signal (Abg. Strache: Warum lehnen Sie aber die Volksabstimmung ab? – Abg. Dr. Stummvoll: Er erklärt es ja gerade!) – das sage ich Ihnen gleich – an die Bevölkerung: Wir wollen eure Meinung wissen und diese dann auch als
Abg. Strache: Über den Reformvertrag, das war heute Thema, Herr Abgeordneter, wenn Sie zugehört haben!
Ich kenne mich jetzt nicht genau aus, was Sie wollen, Herr Kollege Strache. Sie sagen, Sie wollen eine Volksabstimmung. Worüber? – Führen wir einen Diskurs. Worüber? (Abg. Strache: Über den Reformvertrag, das war heute Thema, Herr Abgeordneter, wenn Sie zugehört haben!) – Ja, das ist mir schon klar. Der Reformvertrag – das ist in Ordnung. So, dann zeigen Sie mir die Stelle in der österreichischen Bundesverfassung, wo steht, dass über einen Reformvertrag in der Europäischen Union eine Volksabstimmung durchgeführt werden kann. (Abg. Vilimsky: Die Iren machen es!) Die Iren, ja, wir sind aber nicht die Iren, die haben nicht die österreichische Bundesverfassung, sondern wir sind Österreicher. Ich möchte ja nur wissen, wie das geht. Sagen Sie mir das bitte! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das ist ein Student, der im ersten Abschnitt steckengeblieben und nicht weitergekommen ist!)
Abg. Vilimsky: Die Iren machen es!
Ich kenne mich jetzt nicht genau aus, was Sie wollen, Herr Kollege Strache. Sie sagen, Sie wollen eine Volksabstimmung. Worüber? – Führen wir einen Diskurs. Worüber? (Abg. Strache: Über den Reformvertrag, das war heute Thema, Herr Abgeordneter, wenn Sie zugehört haben!) – Ja, das ist mir schon klar. Der Reformvertrag – das ist in Ordnung. So, dann zeigen Sie mir die Stelle in der österreichischen Bundesverfassung, wo steht, dass über einen Reformvertrag in der Europäischen Union eine Volksabstimmung durchgeführt werden kann. (Abg. Vilimsky: Die Iren machen es!) Die Iren, ja, wir sind aber nicht die Iren, die haben nicht die österreichische Bundesverfassung, sondern wir sind Österreicher. Ich möchte ja nur wissen, wie das geht. Sagen Sie mir das bitte! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das ist ein Student, der im ersten Abschnitt steckengeblieben und nicht weitergekommen ist!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das ist ein Student, der im ersten Abschnitt steckengeblieben und nicht weitergekommen ist!
Ich kenne mich jetzt nicht genau aus, was Sie wollen, Herr Kollege Strache. Sie sagen, Sie wollen eine Volksabstimmung. Worüber? – Führen wir einen Diskurs. Worüber? (Abg. Strache: Über den Reformvertrag, das war heute Thema, Herr Abgeordneter, wenn Sie zugehört haben!) – Ja, das ist mir schon klar. Der Reformvertrag – das ist in Ordnung. So, dann zeigen Sie mir die Stelle in der österreichischen Bundesverfassung, wo steht, dass über einen Reformvertrag in der Europäischen Union eine Volksabstimmung durchgeführt werden kann. (Abg. Vilimsky: Die Iren machen es!) Die Iren, ja, wir sind aber nicht die Iren, die haben nicht die österreichische Bundesverfassung, sondern wir sind Österreicher. Ich möchte ja nur wissen, wie das geht. Sagen Sie mir das bitte! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das ist ein Student, der im ersten Abschnitt steckengeblieben und nicht weitergekommen ist!)
Abg. Dr. Graf: Dann lesen Sie den Entschließungsantrag! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie sich die Bundesverfassung ansehen, Herr Kollege Strache, Artikel 43, Volksabstimmungen: über einen Gesetzesbeschluss des Nationalrates. „Über einen Gesetzesbeschluss des Nationalrates“ – wo ist der Gesetzesbeschluss des Nationalrates, über den man eine Volksabstimmung durchführen muss? (Abg. Dr. Graf: Dann lesen Sie den Entschließungsantrag! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache
Jene unter Ihnen, die schon damals, 1994, hier gewesen sind, wissen ganz genau, dass es selbst beim EU-Beitritt ein Problem war und sich die Frage gestellt hat: Wie schafft man es, über diesen EU-Vertrag, über den Beitrittsvertrag eine Volksabstimmung durchzuführen? – Man hat damals hier im Nationalrat ein eigenes Ermächtigungsgesetz mit Zweidrittelmehrheit beschlossen (Zwischenruf des Abg. Strache) – das will ich ja von Ihnen wissen –, und darüber ist dann eine Volksabstimmung durchgeführt worden.
Abg. Strache: Das wird Ihnen jetzt Rechtsanwalt Fichtenbauer erklären!
Sie haben gesagt, eine Volksabstimmung über diesen Reformvertrag. Dazu sage ich Ihnen: Über diesen Reformvertrag kann man keine Volksabstimmung durchführen. Legen Sie doch ... (Abg. Strache: Das wird Ihnen jetzt Rechtsanwalt Fichtenbauer erklären!) – Da bin ich aber sehr froh, wenn er das machen wird. Sonst wäre es wirklich interessant, wenn wir hier ein Gesetz hätten – da müssten Sie aber dem Gesetz zustimmen –, über das wir eine Volksabstimmung durchführen können. (Abg. Strache: Das überlassen wir Ihnen, zuzustimmen!) – Nein, aber ein Gesetz, das es nicht gibt, das hier nicht beschlossen worden ist, können Sie nicht zur Grundlage einer Volksabstimmung machen. Sie haben gesagt, unabhängig davon, ob man dafür ist oder dagegen, Sie wollen, dass das Volk entscheidet. Gut, aber das Volk kann nur entscheiden über ein Gesetz, das hier im Nationalrat beschlossen worden ist.
Abg. Strache: Das überlassen wir Ihnen, zuzustimmen!
Sie haben gesagt, eine Volksabstimmung über diesen Reformvertrag. Dazu sage ich Ihnen: Über diesen Reformvertrag kann man keine Volksabstimmung durchführen. Legen Sie doch ... (Abg. Strache: Das wird Ihnen jetzt Rechtsanwalt Fichtenbauer erklären!) – Da bin ich aber sehr froh, wenn er das machen wird. Sonst wäre es wirklich interessant, wenn wir hier ein Gesetz hätten – da müssten Sie aber dem Gesetz zustimmen –, über das wir eine Volksabstimmung durchführen können. (Abg. Strache: Das überlassen wir Ihnen, zuzustimmen!) – Nein, aber ein Gesetz, das es nicht gibt, das hier nicht beschlossen worden ist, können Sie nicht zur Grundlage einer Volksabstimmung machen. Sie haben gesagt, unabhängig davon, ob man dafür ist oder dagegen, Sie wollen, dass das Volk entscheidet. Gut, aber das Volk kann nur entscheiden über ein Gesetz, das hier im Nationalrat beschlossen worden ist.
Beifall bei BZÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie dagegen sind, dann sind Sie auch gegen die Volksabstimmung. Das ist der Widerspruch, Herr Kollege Strache, bei der derzeitigen Verfassungslage. (Beifall bei BZÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Wenn ein Match im Verfassungsrecht gewünscht wird, ich stehe zur Verfügung! (Allgemeine Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
In Ihre Richtung, Kollegin Brinek: Sie sind ja Wissenschaftssprecherin, gehen Sie auf die Universität! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gehen Sie zu einer Vorlesung über Verfassungsrecht: Adamovich, Korinek, Funk – sehr interessant. (Beifall bei der FPÖ.) Und dann lesen Sie, was hier drinsteht. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Gesamtänderung!) Zum Beispiel Artikel 33: Ermächtigung zum einfachen Veränderungsverfahren – und zwar im Rat. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
In Ihre Richtung, Kollegin Brinek: Sie sind ja Wissenschaftssprecherin, gehen Sie auf die Universität! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gehen Sie zu einer Vorlesung über Verfassungsrecht: Adamovich, Korinek, Funk – sehr interessant. (Beifall bei der FPÖ.) Und dann lesen Sie, was hier drinsteht. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Gesamtänderung!) Zum Beispiel Artikel 33: Ermächtigung zum einfachen Veränderungsverfahren – und zwar im Rat. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Gesamtänderung!
In Ihre Richtung, Kollegin Brinek: Sie sind ja Wissenschaftssprecherin, gehen Sie auf die Universität! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gehen Sie zu einer Vorlesung über Verfassungsrecht: Adamovich, Korinek, Funk – sehr interessant. (Beifall bei der FPÖ.) Und dann lesen Sie, was hier drinsteht. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Gesamtänderung!) Zum Beispiel Artikel 33: Ermächtigung zum einfachen Veränderungsverfahren – und zwar im Rat. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
In Ihre Richtung, Kollegin Brinek: Sie sind ja Wissenschaftssprecherin, gehen Sie auf die Universität! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gehen Sie zu einer Vorlesung über Verfassungsrecht: Adamovich, Korinek, Funk – sehr interessant. (Beifall bei der FPÖ.) Und dann lesen Sie, was hier drinsteht. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist keine Gesamtänderung!) Zum Beispiel Artikel 33: Ermächtigung zum einfachen Veränderungsverfahren – und zwar im Rat. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Unruhe im Saal – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt neuerlich das Glockenzeichen
Artikel 19: Arten und Bereiche der Zuständigkeit der Union. – Ich wette, das haben Sie noch nicht einmal gerochen, geschweige denn durchgelesen. Da gibt es nämlich eine ausschließliche Zuständigkeit der Union für bestimmte Bereiche. Ich lese Ihnen das vor (Unruhe im Saal – Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt neuerlich das Glockenzeichen):
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, was die „ausschließliche Zuständigkeit“ ist: unter anderem die gemeinsame Handelspolitik. Kollege Mitterlehner, Sie können sich als Vertreter der österreichischen Wirtschaftspolitik abmelden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie sind nur mehr ein Bleistift.
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Auch wenn Sie laut „Hurra!“ schreien und Taferln aufstellen: Die Wahrheit werden Sie mit den übrigens sehr schlecht designten Taferln nicht verändern können. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Hagenhofer und Dr. Brinek werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Hagenhofer und Dr. Brinek werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren, ich sehe den Baukulturreport als Basis und quasi als Startrampe für einen vertiefenden kontinuierlichen Diskurs. Dazu gehören Behandlungen der Materie in den entsprechenden Ausschüssen sowie das Mitwirken aller betroffenen Ministerien, aber auch der Länder und Gemeinden. Zu einer engagierten Architekturpolitik gehört aus meiner Sicht auch die Notwendigkeit, bei den Menschen das Bewusstsein für Baukultur zu wecken, denn schließlich – und das muss man sich immer wieder vor Augen halten – geht es um eine qualitätsvoll bebaute Umwelt, ja letztendlich um Lebensqualität, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Genau hier befindet sich auch die Schnittstelle zum Bildungsbereich, denn – wie der Bericht so schön formuliert – das Erkennen von Architektur will gelernt sein. Bewusstsein für Architektur entsteht bei der Bevölkerung nicht von selbst. Es muss geweckt und gefördert werden. Und Ministerin Schmied hat dies erkannt und dankenswerterweise bereits erste Umsetzungsschritte angekündigt. Vielen Dank dafür! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren, damit ist uns ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Baukultur in Österreich gelungen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren Kollegen und Kolleginnen! Es gibt einen Spruch, der heißt: Das Bohren von harten Brettern – und damit ist immer die Politik gemeint. Glauben Sie mir: Man könnte mit diesem Ausspruch auch die Architektur meinen. Das, was wir hier heute auch im Parlament erleben, gibt möglicherweise den Architektinnen und Architekten auf der Galerie den Eindruck davon, dass es ein schwieriges, aber wichtiges Thema für diese Republik ist. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Deswegen, meine Damen und Herren, haben wir und Sie, Frau Bundesministerin, eine große Aufgabe vor sich, wenn wir die Behauptung aufrechterhalten, dass Baukultur ein Thema der Kultur ist. Und wenn ich von Kultur spreche, dann meine ich all das, was Sie, Frau Abgeordnete Muttonen, gesagt haben. Kulturpolitik ist Sozialpolitik, ist Baupolitik, ist Finanzpolitik, ist Schulpolitik, ist Universitätspolitik, es ist Kulturpolitik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schalle: Vergessen Sie den Kärntner Landeshauptmann nicht!
Ich habe das meinen Prölls, Sausgrubers und Van Staas geschickt. Ich erwarte mir von Ihnen, Frau Bundesministerin, dass wir das auch auf Ihrer Seite Ihren Kolleginnen und Kollegen schicken, einfach deswegen, dass wir diesen Dialog nicht nur hier im Parlament führen, sondern dass es auch in die Landtage kommt und auch in die Stadtparlamente. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schalle: Vergessen Sie den Kärntner Landeshauptmann nicht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn wir hier auch sehr schütter über dieses Thema diskutieren, es zeigt allen, die mit Architektur befasst sind, die leidenschaftlich Architektur leben, wie schwierig dieses Thema ist, wie schwierig es ist, ein Haus zu bauen, von dem wir sagen können, es ist gute Architektur. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Sonnberger: ... vorbildlich!
Aber was ist mit den anderen Ministerien? Was ist mit Minister Bartenstein? (Abg. Dr. Sonnberger: ... vorbildlich!) – Frau Staatssekretärin Marek, Sie haben mir im Bautenausschuss gesagt, das ist Sache der Bundesministerin Schmied. Ich glaube, das ist nicht nur eine Querschnittsmaterie, sondern auch eine Verantwortung jedes einzelnen Ministers und jeder einzelnen Ministerin, die angesprochen wurden, und vor allen Dingen auch des Wirtschaftsministers, der damit wirklich fast so etwas wie eine Kindesweglegung betreibt.
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dass jetzt wenigstens wieder ein Schritt gesetzt wird. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich schließe mich dem Dank an die Autoren dieses Baukulturreports an. Es ist sicher eine ausgezeichnete Leistung gewesen, die hier vollbracht worden ist, und ich hoffe, dass wir in diesem Sinne weiterarbeiten werden. Ihren Schlüssen, Frau Kollegin Muttonen, ist natürlich auch zuzustimmen, dass wir diesen Baukulturreport brauchen. Ich hoffe auch sehr, dass er in dieser Güte und in dieser Qualität in den nächsten Jahren wieder erstellt werden wird und dass wir in vier Jahren wieder einen derart guten Bericht haben werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ, Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ sowie Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Dem Baukulturreport, der heute das Thema ist, kann ich eigentlich sehr viel abgewinnen. Er stellt eine fundierte, umfassende Grundlage dar, auf der man aufbauen kann. Ein derartiges Werk hat es bis jetzt noch nicht gegeben, und der Report ist während der Zeit unserer Regierungsbeteiligung in Auftrag gegeben worden. Verwundert bin ich ein bisschen über die Wirtschaftskammer: Die hat sich hier eigentlich überhaupt nicht eingebracht. Das zeigt wieder einmal, dass ich mit meiner Ansicht recht habe, dass die für nicht viel zu gebrauchen ist. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ, Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ sowie Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abschließend: Der Kulturreport beinhaltet so viele Aufgaben, dass ich nur an die Damen und Herren Bundesminister appellieren kann, über ihre Grenzen hinaus Lösungen für das Land zu erarbeiten. Aber was mir ganz wichtig ist: Nicht wieder einen Ausschuss und nicht wieder einen Beauftragten einsetzen, sondern auch Maßnahmen umsetzen! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Abgeordnete! Auch mein Dank gilt in erster Linie den 54 Autorinnen und Autoren, die den Baukulturbericht verfasst haben. Meine Anerkennung gilt auch ganz besonders Ihnen, Herr Abgeordneter Morak, der Sie diesen Bericht initiiert haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Initiative, einen Beirat im Verantwortungsbereich des Bundeskanzleramtes einzurichten, sehe ich als eine sehr notwendige und hilfreiche Maßnahme, da es auch darum geht, aus dem Expertenbericht jetzt entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen, denn neben der direkten Umsetzung, die in der Verantwortung der Ressorts liegt, geht es auch darum, den Expertenbericht einer großen politischen Bewertung zu unterziehen. Wenn wir Themen wie Raumordnung oder Bauordnung ansprechen, dann geht das schon sehr stark auch in die Größenordnung eines Bauplanes der Republik, und da geht es um Verantwortungsebenen, Verantwortungsbereiche der unterschiedlichen Gebietskörperschaften. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dieser Report wurde vom Nationalrat beschlossen, und zwar im März 2005. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Ich möchte auch sehr herzlich Vertreter der Berufsfeuerwehr Graz auf der Galerie begrüßen, die unserer Debatte heute beiwohnen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich mache es möglichst kurz: Hauptverantwortlich für diese Mittel ist auch der Finanzminister. Es ist schon gesagt worden: Es ist Querschnittsmaterie, und wir brauchen mehrere Minister in dieser Diskussion. Und ich möchte meine Ausführungen mit einem Satz von Max Weber beenden, der gesagt hat: Politik ist das Bohren harter Bretter. Damit haben wir begonnen mit diesem Baukulturreport. Diese Diskussion wird nicht enden, es ist erst der Anfang, und ich denke, dass mit der Installierung dieser Expertengruppe beim Bundeskanzleramt auch eine engagierte Diskussion stattfinden wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es lohnt sich, dass wir diese Diskussion über Baukultur fortsetzen und möglichst versuchen, in der täglichen Arbeit konkrete, positive Maßnahmen für mehr Architekturqualität zu unterstützen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Wir haben in Österreich eine zunehmende Konfrontationsstellung zwischen Türken und Kurden. Den Hintergrund dazu lieferte interessanterweise heute die Statistik Austria, die den Migrationshintergrund der österreichischen Bevölkerung beleuchtet hat. Wir stehen in Österreich derzeit bei 16,3 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund. Und interessant ist, dass genau in den Städten, in denen es jetzt so „tuscht“, der höchste Migrationsanteil ist. In Wien stehen wir derzeit bei 31,4 Prozent Ausländern; in Vorarlberg sind es 19,5 Prozent, in Salzburg 17,8 Prozent, in Tirol 15,6 Prozent, in Oberösterreich 13,1 Prozent, und das geht dann so weiter. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn man noch dazu weiß, dass in Österreich rund 200 000 Türken und – geschätzt – 100 000 Kurden leben, kann man sich ungefähr vorstellen, wie stark diese Konfrontationsstellung, aufgeheizt aufgrund der Situation in der Türkei, im Irak und in den angrenzenden Ländern, für Österreich ist. Daher sind wir aufgerüttelt worden von den Auseinandersetzungen in Österreich. Diese Schlagzeilen: „Türkenkrieg in Österreich“, im „Kurier“: „Randale ohne Ende – gewalttätige Auseinandersetzungen“, bis hin zur „Kronen Zeitung“: „Blutige Massenschlägerei zwischen Kurden und Türken in Wien“, müssen uns aufrütteln, weil wir eines nicht haben wollen: Wir wollen nicht haben, dass Ausländer hier in Österreich, in den Städten, unsere Mitbürger tatsächlich gefährden, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht, wenn Wirtschaftstreibende ihre Geschäfte verbarrikadieren und zusperren müssen. Wir wollen nicht haben, dass solche Auseinandersetzungen, politische oder ethnische Auseinandersetzungen aus anderen Ländern – in dem Fall aus der Türkei –, auf offener Straße in Österreich ausgetragen werden! Da sind wir massiv dagegen, das lehnen wir ab, und deswegen ist es so wichtig, heute hier eine Dringliche Anfrage zu diesem Thema zu machen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich finde es beachtenswert, dass die SPÖ darin überhaupt kein Problem sieht. Sie setzt damit ihre Haltung des Leugnens von Integrationsproblemen fort. – Ich schaue nur einmal kurz nach, nur für das Protokoll (der Redner zählt laut die im Saal anwesenden Abgeordneten der SPÖ): Ungefähr zehn SPÖ-Abgeordnete sind im Saal, wenn es um eines der wichtigsten integrationspolitischen Themen – auch der Stadt Wien, wo die SPÖ regiert, auch der Stadt Linz, wo die SPÖ regiert! – geht, wenn es um eines der wichtigsten Themen geht, um die Sicherheit der dort lebenden Menschen, die aufgrund von Straßenschlachten türkischer und kurdischer Gruppen beeinträchtigt wird. Dass Sie das nicht interessiert und dass Sie lieber in die Kantine einen trinken gehen, das halte ich für einen wirklichen Skandal, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Wir schauen nicht weg! Wir haben das voll im Griff!
Daher warnen wir Sie, Herr Minister Pröll, und auch die ÖVP, vor einem Leugnen, einem Wegsehen – wie es jetzt die SPÖ zum Beispiel macht – bei diesen Problemen, und daher haben wir Ihnen heute einen umfangreichen Fragenkatalog ... (Abg. Mag. Kukacka: Wir schauen nicht weg! Wir haben das voll im Griff!) – Das glaube ich nicht, dass Sie das im Griff haben, Herr Kukacka! Wissen Sie, warum? – Die Polizei hat auch bei den Straßenschlachten in Favoriten geglaubt, sie hat es im Griff. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat sie eh gehabt!) Nein, hat sie nicht, sonst hätte es nicht fünf Schwerverletzte gegeben, Herr Minister Pröll, wovon drei im Spital liegen. Dann hätte die Polizei auch die Warnungen, die zwei Stunden vor dieser Straßenschlacht eingegangen sind, ernst genommen. Es wurde angerufen. Es hat zwei Stunden vor der Auseinandersetzung eine Warnung gegeben. Es wurden Autokennzeichen der Anführer durchgegeben, aber die Polizei hat das Ganze nicht ernst genommen. Das ist die Wahrheit!
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat sie eh gehabt!
Daher warnen wir Sie, Herr Minister Pröll, und auch die ÖVP, vor einem Leugnen, einem Wegsehen – wie es jetzt die SPÖ zum Beispiel macht – bei diesen Problemen, und daher haben wir Ihnen heute einen umfangreichen Fragenkatalog ... (Abg. Mag. Kukacka: Wir schauen nicht weg! Wir haben das voll im Griff!) – Das glaube ich nicht, dass Sie das im Griff haben, Herr Kukacka! Wissen Sie, warum? – Die Polizei hat auch bei den Straßenschlachten in Favoriten geglaubt, sie hat es im Griff. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Hat sie eh gehabt!) Nein, hat sie nicht, sonst hätte es nicht fünf Schwerverletzte gegeben, Herr Minister Pröll, wovon drei im Spital liegen. Dann hätte die Polizei auch die Warnungen, die zwei Stunden vor dieser Straßenschlacht eingegangen sind, ernst genommen. Es wurde angerufen. Es hat zwei Stunden vor der Auseinandersetzung eine Warnung gegeben. Es wurden Autokennzeichen der Anführer durchgegeben, aber die Polizei hat das Ganze nicht ernst genommen. Das ist die Wahrheit!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kukacka: ... erlassen, nicht Sie!
Das heißt: Es wird nicht ernst genommen. Und es wurde bis gestern auch nicht ernst genommen, dass am Samstag eine Großdemonstration auf der Wiener Mariahilfer Straße hätte stattfinden sollen. Wir haben das gestern hier thematisiert, und siehe da: Am Nachmittag hat es ein Gespräch gegeben, und sie findet eben nicht auf der Mariahilfer Straße statt! – Das haben wir erreicht. Das ist ein Erfolg des BZÖ, weil wir darauf aufmerksam gemacht haben, Herr Kollege Kukacka. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kukacka: ... erlassen, nicht Sie!)
Abg. Mag. Kukacka: Sagen Sie etwas zur Türkei und zur EU auch?
Ich weiß nicht, warum Sie so locker hier herinnen sitzen: Auseinandersetzungen in St. Pölten, in Salzburg, in Linz, überall Verletzte, in Graz, in Innsbruck, in Vorarlberg und zuletzt auch in Wien, eben in Favoriten – das muss Sie ja wachrütteln! Da können Sie nicht wegschauen und sagen: Das geht uns nichts an, wir haben ohnehin alles im Griff! (Abg. Mag. Kukacka: Sagen Sie etwas zur Türkei und zur EU auch?) Ich sage Ihnen dann schon, was wir machen sollten, wir haben auch Vorschläge. Es ist nicht so, dass wir nur kritisieren, wir haben auch Vorschläge.
Beifall beim BZÖ.
wie ich Ihnen heute zitiert habe, der Kurden-Sprecher etwa, sehr wohl die Situation in der Türkei und den Kurdengebieten des Irak in Zusammenhang mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Städten. Daher haben Sie auch die Pflicht, hier im Hohen Haus darüber nachzudenken, wie wir dem begegnen können – zum Schutz unserer Bevölkerung, unserer Mitbürger. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Machen Sie die Polizei nicht schlecht!
Oder was sagen Sie dazu, dass einer, der an dieser Straßenschlacht in Favoriten teilgenommen hat, ins Unfallkrankenhaus Meidling eingedrungen ist, dort einen Arzt niedergeschlagen hat, die Tür zur Intensivstation mit dem Fuß eingetreten hat und dort einem der Messerstecheropfer an die Gurgel wollte? Das hat man gerade noch abwenden können. Polizei war in diesem Krankenhaus bis zu dem Zeitpunkt keine! Die war im Nachhinein dort, weil die Polizeiführung noch immer glaubt, es handelt sich hier nicht ... (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Machen Sie die Polizei nicht schlecht!)
Beifall beim BZÖ
Ich mache die Polizei nicht schlecht! Die Polizeibeamten auf der Straße müssen ja das ausbaden, was Sie tun. Aber die Polizeiführung und Sie nehmen das Problem nicht ernst, und darauf weisen wir hin, Herr Minister Pröll. Sie haben das Problem ernst zu nehmen (Beifall beim BZÖ), denn das ist eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit, es wurden Unbeteiligte verletzt. Ich darf durchaus dazusagen, auch eine Politikerin, nämlich die Kandidatin der FPÖ Graz; auch die wurde in Auseinandersetzungen verwickelt, wurde attackiert. Das hat es auch gegeben. Also das, was hier stattfindet, ist nicht erfunden von uns, sondern existiert.
Beifall beim BZÖ.
Wir haben jetzt bereits weitere Ankündigungen im Internet, aber nicht nur im Internet, ganz öffentlich, auch in den Zeitungen, von weiteren Gruppenbildungen beider Seiten. Ich nehme da niemanden in Schutz, und ich diskutiere mit Ihnen auch heute nicht den Konflikt im Irak oder in der Türkei, das ist ein anderes Thema, sondern uns geht es allein um die Sicherheit der hier lebenden Menschen, die es sich nicht verdient haben, hier in Mitleidenschaft gezogen zu werden durch gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden auf offener Straße in unseren Städten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh, „Hunderte“?!
Es gibt im Internet Racheaufrufe, Schlachtrufe von beiden Seiten für kommende Demonstrationen. Und dann kommt auf einmal die Wiener Integrationsstadträtin Frauenberger – auch SPÖ, die heute an der Diskussion nicht teilnimmt – und sagt, es gibt in Wien keine Integrationsprobleme. Da schlagen sich Hunderte von Türken und Kurden in Favoriten die Schädeln ein (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh, „Hunderte“?!) – 100 waren es genau, sagt Ihr Innenminister (Ruf: „Hunderte!), also sind es 100; das habe ich auch gesagt –, und Sie sehen darin kein Integrationsproblem. Das ist etwas, was ich nicht verstehe, wo ich einfach nur den Kopf schütteln kann, weil es eben auch, wie gesagt, Teile der politischen und auch der Polizeiführung sind, die diesbezüglich den Kopf in den Sand stecken. Die betrifft es ja nicht, die stehen ja nicht auf der Straße. Auf der Straße, an der Front stehen die armen kleinen Polizeibeamten,
Ruf: „Hunderte!
Es gibt im Internet Racheaufrufe, Schlachtrufe von beiden Seiten für kommende Demonstrationen. Und dann kommt auf einmal die Wiener Integrationsstadträtin Frauenberger – auch SPÖ, die heute an der Diskussion nicht teilnimmt – und sagt, es gibt in Wien keine Integrationsprobleme. Da schlagen sich Hunderte von Türken und Kurden in Favoriten die Schädeln ein (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh, „Hunderte“?!) – 100 waren es genau, sagt Ihr Innenminister (Ruf: „Hunderte!), also sind es 100; das habe ich auch gesagt –, und Sie sehen darin kein Integrationsproblem. Das ist etwas, was ich nicht verstehe, wo ich einfach nur den Kopf schütteln kann, weil es eben auch, wie gesagt, Teile der politischen und auch der Polizeiführung sind, die diesbezüglich den Kopf in den Sand stecken. Die betrifft es ja nicht, die stehen ja nicht auf der Straße. Auf der Straße, an der Front stehen die armen kleinen Polizeibeamten,
Beifall beim BZÖ.
Auch in Innsbruck gibt es eine Demo am Samstag. In dieser Situation – da frage ich mich schon, wie verantwortungsvoll eigentlich die SPÖ ist – der aufgeheizten Stimmung rufen die Jungsozialisten in Innsbruck zu einer gemeinsamen Demo auf. Das muss man sich einmal vorstellen, wie sensibel die sind! Unglaublich: Da gibt es Auseinandersetzungen, eine politisch zugespitzte Situation, und die Junge SPÖ in Tirol und Innsbruck – ein Kandidat für die Landtagswahl, höre ich – ruft auf zu einer Demonstration von Kurden und Türken. Da sollen gleich alle gemeinsam hinkommen. Vielleicht meint er es ja gut, aber es ist doch völlig verantwortungslos und gegenüber der Sicherheit der Menschen einfach nicht akzeptabel, dass auch die SPÖ noch zu solchen Aktionen aufruft, wo es dann knallt, wo es dann „tuscht“ und wo die Fetzen fliegen. Das ist verantwortungslos! Pfeifen Sie Ihre Jusos in Tirol zurück! Die sollen diese Demonstration absagen, damit wäre allen gedient, und das wäre auch besser für die öffentliche Sicherheit. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein, nein!
Herr Minister! In Linz ist für Sonntag eine Demonstration angemeldet, bei der 8 000 Türken erwartet werden. 8 000! – Sie wissen, was in Linz bei der letzten derartigen Demonstration passiert ist: Es ist mutwillig ein Auto in die Masse der Demonstranten hineingefahren worden und hat Menschen verletzt. Vielleicht ist das etwas Geringes, ist das nicht so interessant (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Nein, nein!), aber um Gottes willen, Herr Minister, wissen Sie, was passiert, wenn dort der zündende Funke überspringt, wenn man, wie es der Kurdensprecher auch ankündigt, vielleicht noch ein bisschen weiter geht im Irak, wenn sich tatsächlich die Lage politisch weiter zuspitzt?! Dann kommt es wahrscheinlich zur nächsten offenen Straßenschlacht mit verletzten Demonstranten, vielleicht auch mit verletzten Bürgern, wo dann – gnade Gott! – vielleicht nicht nur mit Messern und Molotow-Cocktails vorgegangen wird, sondern auch mit Schusswaffen, die sich bei dem einen oder anderen Demonstranten finden und auch schon sichergestellt worden sind.
Abg. Öllinger: Wir haben Angst, dass Sie hyperventilieren!
Der multikulturelle Traum erlebt hier einen weiteren Dämpfer – weil die Grünen gerade so betroppezt schauen. (Abg. Öllinger: Wir haben Angst, dass Sie hyperventilieren!) Ich kann mir schon vorstellen, dass es für Sie besonders dramatisch ist, weil Sie mit Ihren multikulturellen Phantasien jetzt an eine weitere Grenze gestoßen sind, wenn hier bei uns in Österreich solche Aktionen stattfinden. (Abg. Öllinger: Passen Sie auf, dass Sie nicht an eine Grenze stoßen! Sie sind schon ziemlich nahe dran!)
Abg. Öllinger: Passen Sie auf, dass Sie nicht an eine Grenze stoßen! Sie sind schon ziemlich nahe dran!
Der multikulturelle Traum erlebt hier einen weiteren Dämpfer – weil die Grünen gerade so betroppezt schauen. (Abg. Öllinger: Wir haben Angst, dass Sie hyperventilieren!) Ich kann mir schon vorstellen, dass es für Sie besonders dramatisch ist, weil Sie mit Ihren multikulturellen Phantasien jetzt an eine weitere Grenze gestoßen sind, wenn hier bei uns in Österreich solche Aktionen stattfinden. (Abg. Öllinger: Passen Sie auf, dass Sie nicht an eine Grenze stoßen! Sie sind schon ziemlich nahe dran!)
Beifall beim BZÖ.
Das ist etwas, was wir nicht wollen, und daher sagen wir: Machen wir es den Italienern nach, und schauen wir uns das sehr genau an! Dann werden wir auch eine entsprechende Maßnahme für jene finden, die vielleicht in den nächsten Wochen bei diesen Demonstrationen etwas vorhaben und tatsächlich zum Mittel der Gewalt oder gar zu einer Waffe greifen. Und da sagen wir ganz offen: Wer das tut, der hat in Österreich nichts verloren! Dafür ist uns unsere Sicherheit zu wichtig, und daher sollten solche Menschen von vornherein abgeschoben werden. Das ist unsere Meinung. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister Pröll, weil Sie hier sitzen: Sie sind ja auch der Chef der ÖVP-Perspektivengruppe. Beantworten Sie mir eine Frage – wir haben sie in der Dringlichen als letzte Frage –: Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, der Politik Brodas bei diesem Haftentlastungspaket zuzustimmen? Gerade vor dem Hintergrund dessen, was ich Ihnen jetzt aufgezählt habe: 500 000 Verbrechen in Österreich allein in diesem Jahr, 70 Verbrechen pro Stunde, organisierte Kriminalität, Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle, Banken werden überfallen, in Wien haben wir die meisten Banküberfälle in der Geschichte, Trafiken werden ausgeraubt, Straßenschlachten von Ausländern in den Städten, Sexualstraftaten, und, und, und. Da geht die ÖVP her, die sich selbst immer Sicherheitspartei nennt, und stimmt einem Paket zu, das dafür sorgt, dass künftig noch mehr Straftäter noch früher, noch schneller und noch leichter in Freiheit gelangen können, als das bisher der Fall gewesen ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Es ist doch ganz klar, dass die Polizei frustriert ist, wenn sie vier-, fünf-, sechsmal denselben Straftäter, ausländischen Drogendealer festnimmt, den sie erst vor ein paar Wochen festgenommen hat. Übrigens: Das ist jetzt bei Ausländern neu, da gibt es eine Bevorzugung: Der Ausländer darf bei Strafen bis zu drei Jahren nach der halben Zeit nach Hause gehen. Man führt ihn noch zur Grenze, dann winkt man ihm nach und sagt: Auf Wiedersehen! – Herr Minister, nach ein paar Tagen ist der wieder hier! Der geht unter einem anderen Namen, mit einem anderen Pass über die Grenze und begeht hier wieder die Verbrechen. Das ist doch blauäugig! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das tun wir auch!
Wir sind der Meinung, Sie sollen das nicht zulassen. Wir brauchen hier eine harte Hand, und wir brauchen ein Maßnahmenpaket gegen die Gewalt der Ausländer, gegen die Bandenbildung, gegen diese Demonstrationen. Schützen Sie die österreichischen Bürger, Herr Minister Pröll und Abgeordnete von der ÖVP! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Das tun wir auch!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Eingangs Folgendes, sehr geehrter Herr Abgeordneter Westenthaler: Ich bin nicht zuständig für dieses Portfolio, aber was ich auch als Staatsbürger und als Mitglied der Bundesregierung sehr wohl weiß, ist: Es ist ganz sicher der Fall, dass es dann, wenn es Unruhe gibt, wenn potenziell Gefahren drohen, nicht darauf ankommt, Emotionen zu schüren, sondern darauf, Ruhe zu bewahren, besonnen und zielgerichtet vorzugehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.) Das ist ein wichtiger Punkt, das ist, denke ich, ein Grundkonsens in der Politik.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zum Schädeleinschlagen!
Wesentlich ist aus unserer Sicht: Das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Sie eigentlich im Kern hinterfragt haben, ist ein wichtiges demokratisches Grundrecht, das in der Verfassung verankert ist: Artikel 12 Staatsgrundgesetz, Artikel 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Das ist ein Grundpfeiler unserer demokratischen Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht zum Schädeleinschlagen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht nicht um die Frage, ob einzelne Demonstrationen bei uns große Freude auslösen oder nicht, aber es geht sehr wohl darum, dass man Grundrechte nicht nach Lust und Laune in Geltung oder außer Geltung setzen kann. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist ein wichtiger Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren, an dem wir uns orientieren sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Untersagungsrechte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Untersagungsrechte!
Es geht nicht um die Frage, ob einzelne Demonstrationen bei uns große Freude auslösen oder nicht, aber es geht sehr wohl darum, dass man Grundrechte nicht nach Lust und Laune in Geltung oder außer Geltung setzen kann. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist ein wichtiger Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren, an dem wir uns orientieren sollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Es gibt Untersagungsrechte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde Sie am Montag daran erinnern, Herr Minister!
Eine willkürliche Untersagung, die nicht tatsächlich begründet ist, wäre ein rechtswidriger Eingriff in das verfassungsgesetzlich gewährleistete Grundrecht. Willkür erzeugt keine Sicherheit, und Willkür hat sicher in einem Rechtsstaat nichts verloren. Daher ist klar: Um eine Demonstration zu untersagen, müssen auch tatsächlich konkrete Umstände vorliegen, die eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit befürchten lassen. Schwammige und diffuse Aussagen und Argumentationen können jedenfalls kein Grund dafür sein. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde Sie am Montag daran erinnern, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP.
Es sei auch gesagt, weil so ein Unterschleif in Ihren Ausführungen mit dabei war: Es wird sicher keine Toleranz für jene geben, die tatsächlich Gewalttaten begehen und das Recht auf Demonstration für sich zu einem Recht auf Gewalt und Unruhestiftung auslegen. Hier werden wir konsequent handeln und auch durchgreifen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Die war aber schon genehmigt! – Abg. Öllinger: Wenn er das Fähnchen nicht kriegt, dann bleibt ihm ja überhaupt nichts! – Ein Fähnchen für das BZÖ, bitte!
Es ist ein Gerücht, dass Sie mit Interventionen die Marschroute geändert und für die Neufestlegung derselben gesorgt hätten, sondern: In den Gesprächen mit den Veranstaltern der Demonstration wurde eine neue Demonstrationsmarschroute in Wien festgelegt. Sie sollten sich dieses Fähnchen nicht auf Ihren Hut stecken. (Abg. Ing. Westenthaler: Die war aber schon genehmigt! – Abg. Öllinger: Wenn er das Fähnchen nicht kriegt, dann bleibt ihm ja überhaupt nichts! – Ein Fähnchen für das BZÖ, bitte!) Da sehen Sie, wie die Behörden tatsächlich handeln, um mit den verfassungsrechtlichen Gegebenheiten das Beste zur Sicherstellung der Ordnung zu organisieren, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Polizei ist gewappnet! Machen Sie die Polizei, die Polizistinnen und Polizisten vor Ort nicht schlecht, sie sind Profis im Umgang mit solchen Situationen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da hat sich einer eine Zigarette angezündet, oder was? Es ist so ein Brandloch in der Auslage!
Die Bundespolizeidirektion Wien war mit dem betreffenden Verein in Verbindung, es wurden adäquate Präventivmaßnahmen gesetzt. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand kann nicht eindeutig auf einen Brandanschlag geschlossen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat sich einer eine Zigarette angezündet, oder was? Es ist so ein Brandloch in der Auslage!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie könnten eine haben!
Meinungen und Ansichten sind nicht Gegenstand des parlamentarischen Interpellationsrechtes. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber sie könnten eine haben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich schicke sie Ihnen dann!
Die Sicherheitsbehörden reagieren entsprechend den Erfahrungen und Vorkommnissen der letzten Wochen. Grundsätzlich liegen derzeit keine Hinweise auf geplante gewalttätige Auseinandersetzungen vor. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich schicke sie Ihnen dann!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht es doch!
Die zuständigen Behörden werden im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung angemeldete Kundgebungen innerhalb der verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Rahmenbedingungen bewerten, an andere Orte verlegen, aber auch gegebenenfalls untersagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt geht es doch!)
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Format haben Sie schon, dass Sie auch Meinungen sagen!
Meinungen sind nicht Gegenstand des Interpellationsrechtes. (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Format haben Sie schon, dass Sie auch Meinungen sagen!)
Abg. Öllinger: Sie machen das besser als der Platter!
Soviel zur Beantwortung der Fragen. (Abg. Öllinger: Sie machen das besser als der Platter!) Sie sehen, die Exekutive ist bestens gerüstet für die kommenden Ereignisse und Demonstrationen und wird mit großer Nachsicht zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Notwendigkeiten wie immer hervorragend und präzise agieren. Sie können sich auf die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land verlassen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass du dich keine Meinung sagen traust, das hätte ich mir nicht gedacht! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Frag mich etwas über den Klimaschutz!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass du dich keine Meinung sagen traust, das hätte ich mir nicht gedacht! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Frag mich etwas über den Klimaschutz!
Soviel zur Beantwortung der Fragen. (Abg. Öllinger: Sie machen das besser als der Platter!) Sie sehen, die Exekutive ist bestens gerüstet für die kommenden Ereignisse und Demonstrationen und wird mit großer Nachsicht zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Notwendigkeiten wie immer hervorragend und präzise agieren. Sie können sich auf die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land verlassen, Herr Abgeordneter! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dass du dich keine Meinung sagen traust, das hätte ich mir nicht gedacht! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Frag mich etwas über den Klimaschutz!)
Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Dann haben Sie am Anfang nicht zugehört, was meine Meinung ist!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Ich bedanke mich für die Beantwortung unserer Fragen. Aber ich muss sagen: Es ist etwas verwunderlich – und wir haben es schon aus dem Plenum gehört –, dass Sie keine politische Meinung haben, denn ich denke, gerade ein Minister, der sich in einem anderen Zusammenhang als Lebensminister bezeichnet, sollte zu diesem lebenswichtigen Thema auch eine politische Meinung haben. Darüber hätte ich mich gefreut. (Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Dann haben Sie am Anfang nicht zugehört, was meine Meinung ist!) – O ja, ich habe sehr genau zugehört, Herr Minister!
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich habe meine Meinung ausgedrückt!
Und es gibt die Ankündigung – und das haben auch Sie in Ihrer Beantwortung, Herr Bundesminister, gesagt ... (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich habe meine Meinung ausgedrückt!) Für die nächsten Tage erwarten wir Großdemonstrationen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ
Eines möchte ich auch hier für das BZÖ festhalten: Es zweifelt niemand daran, dass die Polizei vor Ort beste Arbeit leistet. Und dafür möchte ich mich auch bedanken (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ), denn diese Leute halten den Kopf für uns alle hin, für unsere Sicherheit. Das hat sich in der Vergangenheit immer schon gezeigt. Aber es geht darum, dass wir hier im Parlament als Volksvertreter, die wir hier auch Gesetze beschließen, die der Sicherheit dienen, nicht nur eine Meinung haben, sondern dann, wenn Gefahr im Verzug ist, auf dem Boden der Gesetze auch Möglichkeiten schaffen, wie wir da präventiv etwas machen können, wie wir da entsprechend vorbeugen können. (Abg. Parnigoni: Und was ist das?)
Abg. Parnigoni: Und was ist das?
Eines möchte ich auch hier für das BZÖ festhalten: Es zweifelt niemand daran, dass die Polizei vor Ort beste Arbeit leistet. Und dafür möchte ich mich auch bedanken (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ), denn diese Leute halten den Kopf für uns alle hin, für unsere Sicherheit. Das hat sich in der Vergangenheit immer schon gezeigt. Aber es geht darum, dass wir hier im Parlament als Volksvertreter, die wir hier auch Gesetze beschließen, die der Sicherheit dienen, nicht nur eine Meinung haben, sondern dann, wenn Gefahr im Verzug ist, auf dem Boden der Gesetze auch Möglichkeiten schaffen, wie wir da präventiv etwas machen können, wie wir da entsprechend vorbeugen können. (Abg. Parnigoni: Und was ist das?)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 4 000!
Als Oberösterreicherin möchte ich sagen: Glauben Sie mir, Herr Bundesminister, wenn kommenden Sonntag in Linz eine Demonstration von 8 000 türkischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet wird (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 4 000!), dann ist das keine Kleinigkeit. Sie werden Linz kennen. Linz ist zwar eine sehr schöne Stadt, aber wenn ich daran denke, dass der Demonstrationszug, der um 13 Uhr beginnt und vom Blumauer Platz über die Landstraße zum Hauptplatz geht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es tuschen! Die Verantwortung dafür tragen ab sofort Sie, Herr Bundesminister! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme sie gerne wahr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es tuschen! Die Verantwortung dafür tragen ab sofort Sie, Herr Bundesminister! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme sie gerne wahr!
Als Oberösterreicherin möchte ich sagen: Glauben Sie mir, Herr Bundesminister, wenn kommenden Sonntag in Linz eine Demonstration von 8 000 türkischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet wird (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 4 000!), dann ist das keine Kleinigkeit. Sie werden Linz kennen. Linz ist zwar eine sehr schöne Stadt, aber wenn ich daran denke, dass der Demonstrationszug, der um 13 Uhr beginnt und vom Blumauer Platz über die Landstraße zum Hauptplatz geht ... (Abg. Ing. Westenthaler: Da wird es tuschen! Die Verantwortung dafür tragen ab sofort Sie, Herr Bundesminister! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme sie gerne wahr!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Wenn Sie sagen, das alles sei nicht politisch motiviert, dann muss ich Ihnen, Herr Bundesminister, sagen: Da gibt es aber Aussagen, dass es sehr wohl politisch motiviert ist. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Wenn das Motto dabei heißt: „Frieden in der Heimat“, dann ist das sehr wohl politisch motiviert, vor allem wenn man an die Konflikte im Nordirak denkt. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn Sie sagen, das alles sei nicht politisch motiviert, dann muss ich Ihnen, Herr Bundesminister, sagen: Da gibt es aber Aussagen, dass es sehr wohl politisch motiviert ist. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Wenn das Motto dabei heißt: „Frieden in der Heimat“, dann ist das sehr wohl politisch motiviert, vor allem wenn man an die Konflikte im Nordirak denkt. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Geh, bitte!
Und ich stelle hier im Hohen Haus die Frage: Wollen wir in Zukunft, dass auch in Österreich Stellvertreterkriege geführt werden, bei welchen unsere Bevölkerung wirklich stark in Mitleidenschaft gezogen wird und unbescholtene Bürgerinnen und Bürger mit Leib und Leben bedroht werden? (Abg. Öllinger: Geh, bitte!)
Abg. Kainz: Wie hätten wir es denn gerne?
Ich gebe Ihnen recht – und darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren –, Österreich als ein demokratischer Staat hat Grundrechte, und eines der Grundrechte ist die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. (Abg. Kainz: Wie hätten wir es denn gerne?) Aber für die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit gibt es Spielregeln, und diese Spielregeln müssen von allen eingehalten werden: von unseren Bürgerinnen und Bürgern und von den Gästen, die bei uns sind.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Kainz: Das ist doch logisch! Dafür haben wir die Polizei! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das war meine Ansage!
Wenn es aber zu gewalttätigen Konflikten kommt, wenn es Bedrohungen gibt, wenn Radikalismen zum Vorschein kommen, wenn das Demonstrations- und Versammlungsrecht missbraucht wird, dann darf es keine Toleranz geben und dann muss es klare Grenzen geben! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Kainz: Das ist doch logisch! Dafür haben wir die Polizei! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das war meine Ansage!)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, heute hat hier im Plenum im Rahmen der EU-Debatte der Herr Bundeskanzler unter anderem gesagt: Europa muss sicher sein! – Ja, ich sage auch: Europa muss sicher sein! Aber zuerst muss Österreich sicher sein. Daher dürfen wir diese versteckten Drohungen und ständigen Angriffe gegen die öffentliche Ordnung nicht einfach hinnehmen, sondern müssen schauen, dass Österreich weiterhin sicher bleibt. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Auch gegen die Selbstverteidigung?
Abgeordneter Christian Hursky (SPÖ): Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Zunächst einmal möchte ich für meinen Teil festhalten, dass ich gegen jede Form von Gewalt bin (Abg. Mag. Kukacka: Auch gegen die Selbstverteidigung?) und dass jeder in Österreich entsprechend den Gesetzen behandelt werden soll.
Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?
Was ist in Favoriten wirklich geschehen? Was ist dort wirklich passiert? – Wenn das BZÖ besser recherchiert hätte, dann hätte es das auch gewusst, denn einfache Anrufe bei Polizeioffizieren genügen, die geben sehr bereitwillig Auskunft darüber, was dort wirklich geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?) – Nicht die roten Polizeioffiziere! Da gibt es zu wenig rote Polizeioffiziere, leider. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!) Dafür haben ja Sie, Herr Westenthaler, unter anderen auch gesorgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!
Was ist in Favoriten wirklich geschehen? Was ist dort wirklich passiert? – Wenn das BZÖ besser recherchiert hätte, dann hätte es das auch gewusst, denn einfache Anrufe bei Polizeioffizieren genügen, die geben sehr bereitwillig Auskunft darüber, was dort wirklich geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?) – Nicht die roten Polizeioffiziere! Da gibt es zu wenig rote Polizeioffiziere, leider. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!) Dafür haben ja Sie, Herr Westenthaler, unter anderen auch gesorgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ist in Favoriten wirklich geschehen? Was ist dort wirklich passiert? – Wenn das BZÖ besser recherchiert hätte, dann hätte es das auch gewusst, denn einfache Anrufe bei Polizeioffizieren genügen, die geben sehr bereitwillig Auskunft darüber, was dort wirklich geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Die roten Polizeioffiziere?) – Nicht die roten Polizeioffiziere! Da gibt es zu wenig rote Polizeioffiziere, leider. (Abg. Ing. Westenthaler: In Wien gibt es genug!) Dafür haben ja Sie, Herr Westenthaler, unter anderen auch gesorgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie wirklich? Wegen eines Fußballmatches?! – Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!
Also was ist tatsächlich in Favoriten passiert? – Jugendliche haben im Fernsehen ein Fußballmatch geschaut, und dann haben zwei Personen einander ein SMS mit beleidigenden Aussagen geschickt. Daraufhin haben sich beide schlicht und einfach jeweils ihre Anhängerschaft organisiert, und die haben dann auf offener Straße Auseinandersetzungen gehabt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie wirklich? Wegen eines Fußballmatches?! – Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?
Das, was dann dabei passiert ist, Herr Westenthaler, war schlicht und einfach so, dass auf beiden Seiten Türken und Kurden waren. Das ist so, wie wenn Klagenfurter und Villacher miteinander gegen Klagenfurter und Villacher eine Rauferei machen. So war das! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Westenthaler, solche Auseinandersetzungen hat es schon vor 50 Jahren gegeben! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie als Simmeringer – er ist ja kein Simmeringer, ist wahr, er kommt ja von woanders – müssten das in Wahrheit ja ganz genau aus den Erzählungen der Älteren kennen, die heute im Alter meines Vaters sind, irgendwo so zwischen 66 und 70, wie sich das früher abgespielt hat. Da gab es das ganz genauso, nur dass man vielleicht keine SMS gehabt hat! Da sind die Auseinandersetzungen auch so gewesen, dass die Laaerberger zur Hasenleiten hinuntermarschiert sind oder dass die Wienerberger nach Meidling marschiert sind und dass es dort Auseinandersetzungen gegeben hat. Das war es schlicht und einfach! (Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!) – Ja, wenn Sie alles glauben, was in der
Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!
Herr Kollege Westenthaler, solche Auseinandersetzungen hat es schon vor 50 Jahren gegeben! (Abg. Ing. Westenthaler: Glauben Sie das, was Sie da sagen?! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie als Simmeringer – er ist ja kein Simmeringer, ist wahr, er kommt ja von woanders – müssten das in Wahrheit ja ganz genau aus den Erzählungen der Älteren kennen, die heute im Alter meines Vaters sind, irgendwo so zwischen 66 und 70, wie sich das früher abgespielt hat. Da gab es das ganz genauso, nur dass man vielleicht keine SMS gehabt hat! Da sind die Auseinandersetzungen auch so gewesen, dass die Laaerberger zur Hasenleiten hinuntermarschiert sind oder dass die Wienerberger nach Meidling marschiert sind und dass es dort Auseinandersetzungen gegeben hat. Das war es schlicht und einfach! (Abg. Ing. Westenthaler – dem Redner die Kopie einer Zeitungsseite mit der Schlagzeile „Türkenkrieg in Österreich“ zeigend –: Schauen Sie einmal!) – Ja, wenn Sie alles glauben, was in der
Beifall bei der SPÖ.
Zeitung steht! Das bleibt Ihnen völlig unbenommen; ich glaube das, was mir Leute sagen, die tatsächlich über diese Dinge Bescheid wissen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo kommt denn der her? Ist das die Jungfernrede?
Der Ort der Auseinandersetzung ist seit 100 Jahren bekannt dafür, dass es dort leider immer wieder Schwierigkeiten gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo kommt denn der her? Ist das die Jungfernrede?)
Oh-Rufe bei BZÖ und FPÖ.
Aber wo liegen die wirklichen oder eigentlichen Probleme? – Da gebe ich Ihnen schon durchaus recht, wenn Sie heute sagen, das ist ein Sicherheitspolizei-Problem. In Favoriten arbeiten fleißige, engagierte Polizisten, die sehr mannigfaltig tätig sind, die auch bei Charity-Aktionen dabei sind, die wirklich eine sehr gute Arbeit leisten, aber – als Sechzehnjähriger, als ich mit dem Moped gefahren bin, hätte ich mir nicht gedacht, dass ich das jemals sagen muss – es gibt einfach zu wenige Polizisten! (Oh-Rufe bei BZÖ und FPÖ.) – Heute wird in Wahrheit keiner mehr erwischt, das ist es. Es gibt zu wenige Polizisten für präventive Einsätze. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber der Häupl! Der Häupl ist Bürgermeister in Wien, oder?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber der Häupl! Der Häupl ist Bürgermeister in Wien, oder?!
Aber wo liegen die wirklichen oder eigentlichen Probleme? – Da gebe ich Ihnen schon durchaus recht, wenn Sie heute sagen, das ist ein Sicherheitspolizei-Problem. In Favoriten arbeiten fleißige, engagierte Polizisten, die sehr mannigfaltig tätig sind, die auch bei Charity-Aktionen dabei sind, die wirklich eine sehr gute Arbeit leisten, aber – als Sechzehnjähriger, als ich mit dem Moped gefahren bin, hätte ich mir nicht gedacht, dass ich das jemals sagen muss – es gibt einfach zu wenige Polizisten! (Oh-Rufe bei BZÖ und FPÖ.) – Heute wird in Wahrheit keiner mehr erwischt, das ist es. Es gibt zu wenige Polizisten für präventive Einsätze. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber der Häupl! Der Häupl ist Bürgermeister in Wien, oder?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er sitzt eh da!
Das sind die wahren Probleme, und, Herr Minister, da bitte ich Sie, das Ihrem Kollegen Platter mitzugeben, der in der Asylrechtsdebatte hier gestanden ist und gesagt hat: Ich, Platter, stehe für Recht und Ordnung! (Abg. Ing. Westenthaler: Er sitzt eh da!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Als Favoritner Abgeordneter stehe ich hier für die Sicherheit der Favoritner Bevölkerung, und ich fordere diese Sicherheit in dem Fall auch ein. Und ich bitte Herrn Minister Platter, die entsprechenden Maßnahmen dafür zu treffen und genügend Personal dafür zur Verfügung zu stellen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig richtig!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Kollege Hursky, ich glaube, es wäre gescheiter gewesen, Sie wären im Wiener Landtag geblieben, denn die Rede, die Sie hier gehalten haben, glauben Sie wohl selbst nicht! Da haben Sie jetzt wirklich das Thema verfehlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist völlig richtig!)
Abg. Parnigoni: Er ist Simmeringer!
Herr Kollege Westenthaler, ich weiß, Sie sind ein Favoritner, das ist Ihnen ein Herzensanliegen, aber wenn Sie sich hier herausstellen und hier ... (Abg. Parnigoni: Er ist Simmeringer!) – Ja, aus Simmering, macht ja nichts. – Nein, er ist Favoritner, bitte! Er ist Favoritner! (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, dass drei Menschen auf der Intensivstation liegen? Drei Schwerverletzte auf der Intensivstation! Ist Ihnen das wurscht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, dass drei Menschen auf der Intensivstation liegen? Drei Schwerverletzte auf der Intensivstation! Ist Ihnen das wurscht?
Herr Kollege Westenthaler, ich weiß, Sie sind ein Favoritner, das ist Ihnen ein Herzensanliegen, aber wenn Sie sich hier herausstellen und hier ... (Abg. Parnigoni: Er ist Simmeringer!) – Ja, aus Simmering, macht ja nichts. – Nein, er ist Favoritner, bitte! Er ist Favoritner! (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, dass drei Menschen auf der Intensivstation liegen? Drei Schwerverletzte auf der Intensivstation! Ist Ihnen das wurscht?)
Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Wir haben in der Verfassung viele Rechte verankert, wie beispielsweise das Wahlrecht, die Pressefreiheit oder die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ich glaube, Sie können mir zuhören, Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihnen auch zugehört. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir wollen nicht, dass das demokratische Recht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit aufgeweicht wird! (Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben in der Verfassung viele Rechte verankert, wie beispielsweise das Wahlrecht, die Pressefreiheit oder die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ich glaube, Sie können mir zuhören, Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihnen auch zugehört. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir wollen nicht, dass das demokratische Recht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit aufgeweicht wird! (Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!)
Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!
Wir haben in der Verfassung viele Rechte verankert, wie beispielsweise das Wahlrecht, die Pressefreiheit oder die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ich glaube, Sie können mir zuhören, Herr Kollege Westenthaler, ich habe Ihnen auch zugehört. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Wir wollen nicht, dass das demokratische Recht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit aufgeweicht wird! (Abg. Ing. Westenthaler: ... öffentliche Sicherheit gefährden!)
Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.
Man sieht an der jetzigen Lösung und auch an den Initiatoren, dass sich diese sehr wohl eine friedliche Demonstration wünschen. (Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.) Die Ausschreitungen finden ja immer erst nach Auflösung der Demonstration statt, deswegen kann man doch jetzt nicht das Recht auf Demonstration in den Schmutz ziehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut mir leid! Das habe ich nicht gewusst, dass sie erst nach der Demonstration ...!) Nein, das kann man nicht, und darum sage ich Ihnen: Wenn Sie sich hier herstellen und das fordern, dann ist das der falsche Weg!
Abg. Ing. Westenthaler: Das tut mir leid! Das habe ich nicht gewusst, dass sie erst nach der Demonstration ...!
Man sieht an der jetzigen Lösung und auch an den Initiatoren, dass sich diese sehr wohl eine friedliche Demonstration wünschen. (Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.) Die Ausschreitungen finden ja immer erst nach Auflösung der Demonstration statt, deswegen kann man doch jetzt nicht das Recht auf Demonstration in den Schmutz ziehen! (Abg. Ing. Westenthaler: Das tut mir leid! Das habe ich nicht gewusst, dass sie erst nach der Demonstration ...!) Nein, das kann man nicht, und darum sage ich Ihnen: Wenn Sie sich hier herstellen und das fordern, dann ist das der falsche Weg!
Abg. Ing. Westenthaler: Drei im Spital!
keine Demonstration verbieten, und deswegen ist auch die Demonstrationsfreiheit nicht in Frage zu stellen. Das ist mit uns nicht möglich! (Abg. Ing. Westenthaler: Drei im Spital!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Wir wissen, dass der Herr Innenminister das schafft! Er hat auch genügend Polizei zur Verfügung, weil es in Wien jetzt mehr Planstellen gibt, als es sie noch unter roten Innenministern gegeben hat. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das ist eine Sache, die immer wieder kommt. Jetzt sind Sie in der Regierung, und trotzdem sagen Sie es immer wieder – das muss man wirklich einmal in Frage stellen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie am Montag an!
Wir vertrauen den Sicherheitswachebeamten, wir vertrauen unserem Innenminister und wir vertrauen ganz einfach den verantwortlichen Beamten, die schon bei vielen Demonstrationen gezeigt haben, dass sie es können. Das ist unsere Politik, und die werden wir auch weiter machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie am Montag an!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hättet ihr gerne!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Aus Sicht des grünen Klubs ist zur dringlichen Blamage des BZÖ Folgendes festzustellen (Abg. Ing. Westenthaler: Das hättet ihr gerne!):
Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist das alles wurscht!
Erstens: Herr Abgeordneter Westenthaler hat in diesem Haus einen sachdienlichen Hinweis geliefert – und das war vielleicht das einzig Substanzielle am Beitrag des BZÖ –, und ich ersuche die Organe der Sicherheitsexekutive und des Innenministeriums, diesem Hinweis des Abgeordneten Westenthaler nachzugehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch ist das alles wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das steht alles in der Zeitung! Das kann man alles nachlesen!
Um das zu begründen: In der Antwort des Innenministers beziehungsweise seiner Vertretung hat es wörtlich geheißen, es gebe derzeit keine Hinweise auf geplante Gewalttätigkeiten. – Herr Abgeordneter Westenthaler hat aber erklärt: Auch hier hören wir, dass ein Teil der Schläger von den Favoritner Straßenschlachten bei den nächsten Demonstrationen teilnehmen wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Das steht alles in der Zeitung! Das kann man alles nachlesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!
Das heißt, Herr Abgeordneter Westenthaler hat Informationen über geplante Gewalttaten, über die das Bundesministerium für Inneres nicht verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!) Es muss also direkte Informationen des Abgeordneten Westenthaler durch gewaltbereite Demonstranten, durch Personen, die das Demonstrationsrecht für möglicherweise kriminelle Akte missbrauchen wollen, geben, und es ist durchaus im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, dass diese Angaben des Abgeordneten Westenthaler überprüft werden, und auch festgestellt wird, welcher Art seine Kontakte zu den Gewalttätern sind. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!
Das heißt, Herr Abgeordneter Westenthaler hat Informationen über geplante Gewalttaten, über die das Bundesministerium für Inneres nicht verfügt. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen habe ich es heute gesagt!) Es muss also direkte Informationen des Abgeordneten Westenthaler durch gewaltbereite Demonstranten, durch Personen, die das Demonstrationsrecht für möglicherweise kriminelle Akte missbrauchen wollen, geben, und es ist durchaus im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, dass diese Angaben des Abgeordneten Westenthaler überprüft werden, und auch festgestellt wird, welcher Art seine Kontakte zu den Gewalttätern sind. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Ing. Westenthaler: Ja! Sehr konstruktiv!)
Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!
Sie müssen sich nur vorstellen, was passieren würde, wenn der BZÖ-Vorschlag, ein generelles Versammlungsverbot bis zum 1. Jänner 2008 zu verhängen (Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!), vom Innenministerium ernsthaft geprüft würde. Das wäre erstens ein glatter Bruch der österreichischen Bundesverfassung durch den Innenminister – ich gehe fest davon aus, dass es nicht dazu kommen wird – und zweitens auch sicherheitspolizeilich etwas sehr Gefährliches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?) – Stellen Sie sich vor, wenn die große Mehrheit der friedlichen Kurdinnen und Kurden und Türkinnen und Türken in Österreich nicht mehr die Möglichkeit zu friedlichen Versammlungen und Kundgebungen hat, wie die sicherheitspolizeilichen Auswirkungen dieser verfassungswidrigen Maßnahme aussehen würden. – So viel zur Selbstdarstellung von sieben Abgeordneten als Sicherheitspartei.
Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?
Sie müssen sich nur vorstellen, was passieren würde, wenn der BZÖ-Vorschlag, ein generelles Versammlungsverbot bis zum 1. Jänner 2008 zu verhängen (Abg. Ing. Westenthaler: 31. Jänner!), vom Innenministerium ernsthaft geprüft würde. Das wäre erstens ein glatter Bruch der österreichischen Bundesverfassung durch den Innenminister – ich gehe fest davon aus, dass es nicht dazu kommen wird – und zweitens auch sicherheitspolizeilich etwas sehr Gefährliches. (Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie viele Demonstranten ... in Österreich?) – Stellen Sie sich vor, wenn die große Mehrheit der friedlichen Kurdinnen und Kurden und Türkinnen und Türken in Österreich nicht mehr die Möglichkeit zu friedlichen Versammlungen und Kundgebungen hat, wie die sicherheitspolizeilichen Auswirkungen dieser verfassungswidrigen Maßnahme aussehen würden. – So viel zur Selbstdarstellung von sieben Abgeordneten als Sicherheitspartei.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Was wären die Konsequenzen? Welche?
Die Europäische Union hat hier eine sehr große Verpflichtung. Es muss von Seiten der Europäischen Union, aber auch von Seiten der österreichischen Bundesregierung und hier insbesondere der Außenministerin möglich sein, der türkischen Regierung unmissverständlich klarzumachen, dass jeder militärische Angriff türkischer Truppen auf den Nordirak zu sofortigen europäischen Konsequenzen politischer Natur führen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Was wären die Konsequenzen? Welche?) – Das ist eine ganz entscheidende Frage, dass es hier von Anfang an ausreichende Klarheit gibt!
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die wir betreiben!
Es nützt nichts, wenn man Konflikte in Wien erfindet und aufbläst, um dann verfassungswidrige Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Es gibt Möglichkeiten, durch eine intelligente Außenpolitik, eine intelligente und konsequente Polizeipolitik (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die wir betreiben!) und, wie Kollegin Weinzinger später hier noch schildern wird, auch eine intelligente Integrationspolitik wesentlich mehr Sicherheit zu schaffen als durch diese dringlichen Blamagen und diesen dringlichen Unfug des BZÖ.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr das letzte Mal auch schon geglaubt!
mehr beschäftigen müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das habt ihr das letzte Mal auch schon geglaubt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine folkloristische Geschichte!
Das ist ja nicht lustig, wie Sie da versuchen, diesen Vorfall verharmlosend und belustigend herunterzuspielen, da geht es um eine importierte Problematik, die wir heute in Österreich wahrnehmen müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Eine folkloristische Geschichte!), ein Problem – wie auch Herr Abgeordneter Pilz zu Recht festgehalten hat, und da sind wir ausnahmsweise einmal in einem Punkt einer Meinung –, das sich eben im Bereich der Türkei, des Nordiraks und auch umliegender Länder im Nahen Osten entfaltet, weil es in der Region ein 30-Millionen-Volk gibt, das bis heute kein Recht auf Selbstbestimmung, kein Recht auf einen Staat hat und dieses Recht für sich natürlich einfordert, bisher allerdings vergeblich.
Beifall bei der FPÖ.
Da müsste man jetzt konsequenterweise hergehen und sagen: Wenn so vorgegangen wird, wie die Türkei das macht, dann haben die Beitrittsverhandlungen sofort eingestellt zu werden. – Das wäre konsequent, anstatt zuzusehen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Darüber hinaus haben wir Fehlentwicklungen – und da sind wir jetzt nicht mehr einer Meinung, Herr Abgeordneter Pilz und ich, da wird es dann den Aufschrei geben –: Durch eine verfehlte Zuwanderungspolitik in den letzten Jahrzehnten haben wir Probleme aus unterschiedlichsten Regionen dieser Welt nach Österreich importiert. Wir haben durch eine falsche Massenzuwanderung türkische und kurdische Entwicklungen auch in Österreich wahrnehmen müssen, durch die feststeht, dass Ihre Integrationspolitik gescheitert ist, Ihr multikultureller Traum und Ihre Fantasterei real zerbrochen ist, weil wir wahrnehmen müssen – ob in Innsbruck, in Salzburg, in St. Pölten, in Wien oder in Graz –, dass Tausende Türken mit türkischen Fahnen marschieren. Wo ist denn da Ihre Integration? Was haben überhaupt türkische Fahnen im österreichischen Straßenbild verloren? Wo sind die rot-weiß-roten Fahnen? Wo ist die gelebte Integration? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!
Wir haben mehrere Orte in Österreich gesehen, wo Gewalt gelebt wurde: In Innsbruck gab es eine Massenschlägerei mit Schwerverletzten, in Favoriten in Wien gab es Schwerverletzte – sechs Personen, die mit Messern verletzt worden sind –, in Graz wurde unsere Spitzenkandidatin, Frau Dr. Susanne Winter, attackiert, als der Demonstrationszug dort vorbeimarschiert ist. Dann ist man mit 20 Demonstranten auf sie losgegangen und hat sie samt ihren Begleitern attackiert, geschlagen, getreten. Es kam zu Verletzungen, wo es auch Anzeigen gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!) – Das alles nehmen Sie nicht zur Kenntnis oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!) – Das dann auf ein Fußballmatch herunterzuspielen ist wirklich unglaublich, und das kann man so einfach nicht stehen lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!
Wir haben mehrere Orte in Österreich gesehen, wo Gewalt gelebt wurde: In Innsbruck gab es eine Massenschlägerei mit Schwerverletzten, in Favoriten in Wien gab es Schwerverletzte – sechs Personen, die mit Messern verletzt worden sind –, in Graz wurde unsere Spitzenkandidatin, Frau Dr. Susanne Winter, attackiert, als der Demonstrationszug dort vorbeimarschiert ist. Dann ist man mit 20 Demonstranten auf sie losgegangen und hat sie samt ihren Begleitern attackiert, geschlagen, getreten. Es kam zu Verletzungen, wo es auch Anzeigen gegeben hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem!) – Das alles nehmen Sie nicht zur Kenntnis oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist alles kein Problem! Das war nur ein Fußballmatch!) – Das dann auf ein Fußballmatch herunterzuspielen ist wirklich unglaublich, und das kann man so einfach nicht stehen lassen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Der Multikultitraum ist ausgeträumt; wir müssen diese Entwicklungen sehr ernst nehmen. Da nützt es nichts, wenn sich die feinen Herrschaften der Bundesregierung die feinen Häppchen in diversen Salons gönnen oder im ersten Bezirk in Restaurants gehen und dann dort beim Griechen eine funktionierende Multikulturalität feststellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.)
Ruf bei der SPÖ: Da haben Sie leider recht!
Ich muss nur schon auch zum BZÖ ein paar Dinge kritisch anmerken. Natürlich waren jene Herrschaften, die heute im BZÖ sitzen, auch jene Herrschaften, die in der vormaligen Regierung für diese Massenzuwanderung weiter verantwortlich waren. Denn 30 000 bis 50 000 Zuwanderer netto pro Jahr – 300 000 Zuwanderer allein in der Regierungsverantwortung der letzten Bundesregierung! – sind ein Beleg für eine falsche Politik. Sich dann herzustellen und so zu tun, als hätten Sie damit nichts zu tun gehabt, ist mehr als eigenartig. (Ruf bei der SPÖ: Da haben Sie leider recht!) Bis hin zu den explodierenden Zahlen bei Asylwerbern und anderen Problemen.
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Ich glaube, dass jetzt Handlungsbedarf gegeben ist – und es gibt Gesetze. Das muss ich auch festhalten: Versammlungsverbote brauchen wir nicht in Österreich, das ist einmal klar. Es gibt eine Versammlungsfreiheit, und die ist ein Grundrecht, und das haben wir sicherzustellen. Aber die bestehenden Gesetze anzuwenden wäre notwendig. § 6: Versammlungen, deren Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft oder deren Abhaltung die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet, sind von der Behörde zu untersagen. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) Das ist aber kein Versammlungsverbot. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das dann?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das dann?
Ich glaube, dass jetzt Handlungsbedarf gegeben ist – und es gibt Gesetze. Das muss ich auch festhalten: Versammlungsverbote brauchen wir nicht in Österreich, das ist einmal klar. Es gibt eine Versammlungsfreiheit, und die ist ein Grundrecht, und das haben wir sicherzustellen. Aber die bestehenden Gesetze anzuwenden wäre notwendig. § 6: Versammlungen, deren Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft oder deren Abhaltung die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet, sind von der Behörde zu untersagen. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) Das ist aber kein Versammlungsverbot. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das dann?)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Tamandl und Mag. Kukacka.
Und was ist der Verein ATIB? Natürlich ein ausländischer Verein, natürlich ein Verein, der ausländische Interessen in Österreich vertritt. Der hat keine politische Demonstration abzuhalten! Da muss man bitte die Gesetze dementsprechend ernst nehmen und umsetzen. Das ist es, worum es geht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Tamandl und Mag. Kukacka.)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist absurd! Das ist eine Rechtsverdrehung!
Es gibt eine Handhabe, der Innenminister könnte tätig werden, aber der Herr Innenminister tut sich schwer, Gesetze umzusetzen. Genauso, wie wir das leider Gottes auch vom Asylbereich wissen, wo er sich genauso erpressen lässt. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist absurd! Das ist eine Rechtsverdrehung!) Da tut er sich auch schwer, weil er verbal oftmals ein paar Dinge zum Besten gibt, und wenn man dann schaut, was setzt er um von dem, was er sagt, ist genau das Gegenteil der Fall. Das muss man schon kritisch anmerken.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Da sage ich schon einmal ein paar Schlussworte auch zum Thema Exekutive: Selbstverständlich sind wir der Exekutive zu Dank verpflichtet. Die leistet Großartiges! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Aber Sie haben in Ihrem Regierungsprogramm einen weiteren Abbau von Planposten festgeschrieben, nämlich über 400 Planposten, die Sie abbauen wollen, im Regierungsprogramm definiert, obwohl wir heute schon 3 500 Exekutivbeamte in Österreich zu wenig haben und mehr bräuchten.
Abg. Mag. Kukacka: Stimmt ja gar nicht!
Und das machen Sie gerade vor einem Großereignis, der Fußball-Europameisterschaft 2008. Da will man einsparen. Und die Kollegen, die Exekutivbeamten, sollen dann mit unzureichenden Plänen, die bis heute nicht vorhanden sind, mit zu wenig Ausrüstung auskommen – mit nicht ausreichenden Helmen, wenigen Flammenoveralls, Sicherheitshandschuhen et cetera. An allen Ecken und Enden fehlt es, und es gibt keine Konzepte. (Abg. Mag. Kukacka: Stimmt ja gar nicht!) Die schicken Sie dann vor, die sollen dann immer Ihre falsche Politik da draußen zurechtrücken und -bügeln. Das kann nicht funktionieren!
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Die brauchen dementsprechende Unterstützung. Mehr Exekutivbeamte sind auszubilden, ausreichend Ausrüstung ist notwendig – und vor allen Dingen ein Innenminister, der einmal mutig ist und im Sinne der Gesetze solche Sachen untersagt und verbietet, damit dementsprechend vorgegangen werden kann. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Das brauchen unsere Exekutivbeamten und nicht leere Worte und keinen warmen Händedruck, sondern konkrete Taten. Das ist notwendig, und das brauchen wir, damit da nicht eine weitere Zuspitzung folgt. Und da ist es in manchen Bereichen fünf nach zwölf.
Heiterkeit von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Wenn es ethnische Konflikte quer durch Österreich in allen möglichen Städten gibt – und das sind ethnische Konflikte! –, dann müssen wir das ernst nehmen. Dann kann man nicht so hergehen wie Sie, Herr Minister Pröll, und das einfach wegwischen, im multikulturellen Wolkenkuckucksheim weiterleben und glauben, dass dann, wenn man sich gegenseitig türkischen Honig und Pistazien vom Naschmarkt übermittelt, wieder alles gut ist. (Heiterkeit von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) So wird das nicht funk-
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
tionieren, und so kann das auch nicht funktionieren. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme schon zum Schlusssatz: Es braucht einen energischen Kurswechsel, und wir müssen auch den Innenminister auffordern, den Gesetzen entsprechend solche Sachen zu untersagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Meinung sitzt es sich leicht auf der Regierungsbank!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseher und Zuseherinnen! Mir ist durchaus bewusst, Herr Bundesminister Pröll, dass Sie heute hier einiges auszustehen haben, was natürlich nicht in Ihren Verantwortungsbereich fällt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Ing. Westenthaler: Ohne Meinung sitzt es sich leicht auf der Regierungsbank!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Es waren sehr wohl Worte, die Sie gefunden haben – und ich glaube nicht, dass das unbedingt von Innenminister Platter vorbereitet war –, als Sie gesagt haben, es soll besonnen und zielgerichtet vorgegangen werden. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) Das kann ich natürlich voll und ganz unterstützen, keine Frage. Aber wer verbietet es uns Volksvertretern, die wir für die Gesetzgebung zuständig sind, die Augen offen zu halten und für die Bevölkerung einzutreten (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das sagt ja keiner!) und die Anliegen der Bevölkerung auch hier herinnen aufzuzeigen, wenn es um die Einhaltung und Erhaltung der öffentlichen Sicherheit geht? – Das verbietet uns keiner, vielmehr sind wir von unserem Mandat her dazu verpflichtet, solche Sachen zusätzlich aufzuzeigen und gerecht darauf zu reagieren.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das sagt ja keiner!
Es waren sehr wohl Worte, die Sie gefunden haben – und ich glaube nicht, dass das unbedingt von Innenminister Platter vorbereitet war –, als Sie gesagt haben, es soll besonnen und zielgerichtet vorgegangen werden. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) Das kann ich natürlich voll und ganz unterstützen, keine Frage. Aber wer verbietet es uns Volksvertretern, die wir für die Gesetzgebung zuständig sind, die Augen offen zu halten und für die Bevölkerung einzutreten (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das sagt ja keiner!) und die Anliegen der Bevölkerung auch hier herinnen aufzuzeigen, wenn es um die Einhaltung und Erhaltung der öffentlichen Sicherheit geht? – Das verbietet uns keiner, vielmehr sind wir von unserem Mandat her dazu verpflichtet, solche Sachen zusätzlich aufzuzeigen und gerecht darauf zu reagieren.
Abg. Dr. Cap – auf das Sakko des Redners weisend –: Was ist das? – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist der Lindwurm! – Abg. Krainer: Aber die Krawatte passt farblich nicht dazu! Das sieht so nach Uniform aus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es ist auch so – und das stimmt natürlich auch –, dass es das verfassungsgesetzlich gewährleistete Grundrecht der Versammlungsfreiheit, der Demonstrationsfreiheit gibt, keine Frage. Aber wenn man sich die niedergeschriebenen Vorschriften diesbezüglich anschaut, wird man sehen, dass es wortwörtlich formuliert ist, dass dieses Versammlungsrecht auch eingeengt werden kann, nämlich nach Erfüllung gewisser Voraussetzungen, und das wurde heute schon mehrfach angeführt, dass diese Voraussetzung ... (Abg. Dr. Cap – auf das Sakko des Redners weisend –: Was ist das? – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist der Lindwurm! – Abg. Krainer: Aber die Krawatte passt farblich nicht dazu! Das sieht so nach Uniform aus! – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich weiß, Sie sind immer mein Modeberater, Herr Kollege Cap; das schauen wir uns nachher an, ich werde Ihnen das dann sagen, auch den Laden.
Abg. Dr. Cap: War nur eine Frage!
Auf jeden Fall ist es so, dass eine Voraussetzung zur Einengung dieses Verfassungsrechtes die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ist. Und wenn es Herrn Kollegen Cap nicht interessiert und er lieber über Mode redet, dann soll er vielleicht draußen irgendein Magazin lesen, aber wir reden hier jetzt über die innere Sicherheit. Vielleicht passen Sie ein bisschen auf! (Abg. Dr. Cap: War nur eine Frage!) Diese Gefährdung der öffentlichen Sicherheit – Herr Bundesminister, Sie haben es in einem Beispiel angeführt, das Sie vermutlich einem Kommentar entnommen haben – ist dann gegeben, wenn man bei einer Gegendemonstration von einer Gefahr ausgehen kann. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!
Auf jeden Fall ist es so, dass eine Voraussetzung zur Einengung dieses Verfassungsrechtes die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ist. Und wenn es Herrn Kollegen Cap nicht interessiert und er lieber über Mode redet, dann soll er vielleicht draußen irgendein Magazin lesen, aber wir reden hier jetzt über die innere Sicherheit. Vielleicht passen Sie ein bisschen auf! (Abg. Dr. Cap: War nur eine Frage!) Diese Gefährdung der öffentlichen Sicherheit – Herr Bundesminister, Sie haben es in einem Beispiel angeführt, das Sie vermutlich einem Kommentar entnommen haben – ist dann gegeben, wenn man bei einer Gegendemonstration von einer Gefahr ausgehen kann. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ja!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Wenn Sie gesagt haben, die Gefahreneinschätzung wird vom jeweiligen Behördenleiter vorgenommen, dann, muss ich sagen, tun mir unsere Polizistinnen und Polizisten auf der Straße leid, denn die machen ihre Arbeit wirklich korrekt, wirklich sehr gut. Aber sie müssen dafür den Kopf hinhalten, wenn vorweg diese Gefahreneinschätzung falsch gemacht wird. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) Wo ist denn dann der Behördenleiter, der im Büro sitzt, der jetzt diese Gefahreneinschätzung für die nächsten Demonstrationen in Wien, in Innsbruck, in Linz macht und die Polizisten dort mitten in die Demonstration hineinjagt?
Zwischenruf des Abg. Hursky.
Nach den derzeitigen Informationen, nach dem, was hier vorgefallen ist, sind hier wirklich Ausschreitungen zu erwarten. Und da kann Kollege Hursky, der mittlerweile zurückgekehrt ist, noch so viele Späße machen mit SMS-Schicken und der Behauptung, ein Fußballspiel ist der Grund für eine Massenschlägerei, wo 100 Leute aufeinander losgehen, sich prügeln, niederstechen. Ja, Entschuldigung! Das ist eine so tiefe Art der Realitätsverweigerung, die da von Ihnen geleistet wird! (Zwischenruf des Abg. Hursky.)
Abg. Heinisch-Hosek: Passen Sie auf! Passen Sie auf Ihre Argumente auf!
Selbst Sie von der SPÖ müssen erkennen, dass eine solche Gewaltbereitschaft bei einer so großen Zahl von Personen (Abg. Heinisch-Hosek: Passen Sie auf! Passen Sie auf Ihre Argumente auf!) – das kann ich auch Ihnen sagen, Frau Kollegin – sicherlich damit zusammenhängen wird, dass es an der irakischen Grenze Vorfälle gibt, die in den Personen wühlen. – Keine Sorge, ich passe schon auf meine Argumente auf, Sie sollten auf Ihre Argumente aufpassen! (Abg. Mag. Muttonen: Die Zeit ist gleich aus!)
Abg. Mag. Muttonen: Die Zeit ist gleich aus!
Selbst Sie von der SPÖ müssen erkennen, dass eine solche Gewaltbereitschaft bei einer so großen Zahl von Personen (Abg. Heinisch-Hosek: Passen Sie auf! Passen Sie auf Ihre Argumente auf!) – das kann ich auch Ihnen sagen, Frau Kollegin – sicherlich damit zusammenhängen wird, dass es an der irakischen Grenze Vorfälle gibt, die in den Personen wühlen. – Keine Sorge, ich passe schon auf meine Argumente auf, Sie sollten auf Ihre Argumente aufpassen! (Abg. Mag. Muttonen: Die Zeit ist gleich aus!)
Beifall beim BZÖ.
Weiters darf ich anführen, dass Herr Kollege Strache es nicht hat lassen können, das BZÖ da mit einzubauen und zu sagen, dass es durch uns jetzt mehr Asylzuzug gibt. Wer hat denn das Fremdenrechtspaket 2005 umgesetzt, das mit 1. Jänner 2006 in Kraft getreten ist? Wir wissen ganz genau, dass die Asylanträge seit dieser Zeit um über 40 Prozent zurückgegangen sind. Das ist die Realität – und nichts anderes. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Dann müssen wir alle BZÖ-Veranstaltungen verbieten! Jede BZÖ-Veranstaltung wird gewalttätig!
Tatsache ist – und damit möchte ich auch zum Schluss kommen –, dass es im Sinne der Sicherheit aller, nämlich nicht nur der österreichischen Bevölkerung, die vor Ort lebt, wo solche Demonstrationen abgehalten werden, sondern auch im Sinne der Sicherheit der Demonstranten, die dort sind, wo es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu gewalttätigen Vorfällen, zu gewalttätigen Exzessen kommen wird, ein vorläufiges Demonstrationsverbot geben sollte, solange hier wirklich offensichtlich ein gewaltiges Gefährdungspotenzial vorhanden ist. (Abg. Öllinger: Dann müssen wir alle BZÖ-Veranstaltungen verbieten! Jede BZÖ-Veranstaltung wird gewalttätig!) Das ist die Grundlage unseres Antrages, und ich bitte, diesen auch zu unterstützen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Tatsache ist – und damit möchte ich auch zum Schluss kommen –, dass es im Sinne der Sicherheit aller, nämlich nicht nur der österreichischen Bevölkerung, die vor Ort lebt, wo solche Demonstrationen abgehalten werden, sondern auch im Sinne der Sicherheit der Demonstranten, die dort sind, wo es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu gewalttätigen Vorfällen, zu gewalttätigen Exzessen kommen wird, ein vorläufiges Demonstrationsverbot geben sollte, solange hier wirklich offensichtlich ein gewaltiges Gefährdungspotenzial vorhanden ist. (Abg. Öllinger: Dann müssen wir alle BZÖ-Veranstaltungen verbieten! Jede BZÖ-Veranstaltung wird gewalttätig!) Das ist die Grundlage unseres Antrages, und ich bitte, diesen auch zu unterstützen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Jede BZÖ-Veranstaltung im Wirtshaus ist gefährlicher! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Kapeller. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger: Jede BZÖ-Veranstaltung im Wirtshaus ist gefährlicher! – Gegenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte einleitend versuchen, emotionslos so manches ins rechte Licht zu rücken, nämlich anhand des Behördenauftrages der BPD Linz anlässlich der bevorstehenden und angemeldeten Demonstration am kommenden Sonntag, und möchte Folgendes sagen: Angstmache ist hier genauso wenig angebracht wie fahrlässige Unterschätzung des Gefahrenpotenzials, denn beides kann in Wahrheit unser aller Sicherheit gefährden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Steckt kein ausländischer Verein dahinter? Das sind alles österreichische Staatsbürger? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie dann am Montag an! Geben Sie mir Ihre Telefonnummer!
Ich möchte zu den Ausführungen des Kollegen Darmann Folgendes sagen: Wenn Sie meinen, dass eine Gefahrenprognose gegeben ist, die das Untersagen dieser Demonstration zulässt, so kann ich nur antworten, dass es derzeit aus Sicht der oberösterreichischen Polizei keine Hinweise darauf gibt, die das Untersagen rechtfertigen würden. Daher, denke ich, steht das demokratische Recht auf Demonstration über der Einschränkung. (Abg. Strache: Steckt kein ausländischer Verein dahinter? Das sind alles österreichische Staatsbürger? – Abg. Ing. Westenthaler: Ich rufe Sie dann am Montag an! Geben Sie mir Ihre Telefonnummer!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen nur eines sagen: Alle Verantwortungsträger in der Polizei, vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung beginnend bis zu den Behördenleitern, Herr Westenthaler, wissen um die Gefahrenpotenziale, analysieren und werden auch dementsprechende Handlungen setzen und Polizeieinsätze leiten und planen, dass die Sicherheit in Oberösterreich, in Linz, und in Österreich auch bei solchen Demonstrationen gewährleistet ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.
Das Problempotenzial besteht bei Demonstrationen meist dann, wenn es zur Auflösung der Demonstration kommt, also zur rechtmäßigen Auflösung am Ende der Demonstration. Dann gehen zehn Personen dahin, fünf dorthin, manche steigen in die Straßenbahn ein, manche fahren mit Fahrzeugen, Autos weg. Diese Kleingruppen sind dann nicht mehr überwachbar, auch nicht mehr kontrollierbar, und dann kommt es oft dazu – auch im Windschatten solcher Demonstrationen –, dass Familienfehden, persönliche Konflikte von Türkischstämmigen, von Kurden, ganz egal, von wem, dann dort, im Windschatten dieser Demonstration, gewalttätig ausgetragen werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Aber das sind kleine Gruppierungen und daher für die Polizei kalkulierbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein völlig neuer Begriff: „im Windschatten einer Demonstration“! Was ist das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein völlig neuer Begriff: „im Windschatten einer Demonstration“! Was ist das?
Das Problempotenzial besteht bei Demonstrationen meist dann, wenn es zur Auflösung der Demonstration kommt, also zur rechtmäßigen Auflösung am Ende der Demonstration. Dann gehen zehn Personen dahin, fünf dorthin, manche steigen in die Straßenbahn ein, manche fahren mit Fahrzeugen, Autos weg. Diese Kleingruppen sind dann nicht mehr überwachbar, auch nicht mehr kontrollierbar, und dann kommt es oft dazu – auch im Windschatten solcher Demonstrationen –, dass Familienfehden, persönliche Konflikte von Türkischstämmigen, von Kurden, ganz egal, von wem, dann dort, im Windschatten dieser Demonstration, gewalttätig ausgetragen werden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Aber das sind kleine Gruppierungen und daher für die Polizei kalkulierbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ein völlig neuer Begriff: „im Windschatten einer Demonstration“! Was ist das?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der „Windschatten einer Demonstration“? – Gegenruf des Abg. Öllinger.
Herr Westenthaler, die Problemstellung ist nicht die angemeldete Demonstration, sondern die spontanen Gewalttaten, die nie kalkulierbar sind. Die Polizei, meine Kollegen, auch Polizeiführer haben nie eine Hundertschaft irgendwo in Städten zusammengezogen, um dann plötzlich reagieren zu können, wenn spontan Gewalttaten auftreten, so wie eben auch in Wien. Und ich glaube, das darf nicht aufgewogen werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist der „Windschatten einer Demonstration“? – Gegenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Murauer: Das war bei den Donnerstagsdemonstrationen auch so!
Und wenn Frau Kollegin Haubner sagt, dass die Straßenbahnen nicht fahren können und die Querverbindungen der Landstraße gesperrt werden müssen, dann sage ich ihr, das wäre auch bei jeder anderen Demonstration so. (Abg. Murauer: Das war bei den Donnerstagsdemonstrationen auch so!) – Es ist immer und überall so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.
Und wenn Frau Kollegin Haubner sagt, dass die Straßenbahnen nicht fahren können und die Querverbindungen der Landstraße gesperrt werden müssen, dann sage ich ihr, das wäre auch bei jeder anderen Demonstration so. (Abg. Murauer: Das war bei den Donnerstagsdemonstrationen auch so!) – Es ist immer und überall so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache und Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten sind in Österreich verboten! § 8! Ausländische politische Aktivitäten sind verboten!
Ich möchte schon eines auch noch anmerken. Herr Strache, ich möchte Sie wirklich an Folgendes erinnern: Wenn Sie in Ihrer Rede gemeint haben, was eigentlich türkische Fahnen im österreichischen Straßenbild zu suchen hätten, dann sind Sie aber mit den demokratiepolitischen Grundsätzen nicht wesentlich besser als die Türkei. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten sind in Österreich verboten! § 8! Ausländische politische Aktivitäten sind verboten!)
Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten!
Wenn Sie behaupten, der Verein ATIB und die Anmelder dieser Demonstration sind Ausländer (Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten!), und daher könnte man sie auf Grund dieser Ausländerklausel verbieten, dann sage ich Ihnen eines: In Linz ist der Verein ATIB ein österreichisch gemeldeter Verein, und in Linz sind die Führungspersonen, wie etwa der Schriftführer von ATIB, der diese Demonstration angemeldet hat, natürlich österreichische Staatsbürger. Also fällt der Untersagungsgrund ganz einfach weg. (Abg. Strache: Es sind nicht nur österreichische Staatsbürger, es sind auch Nicht-Staatsbürger!) – Nicht nur, aber es steht nicht „nur österreichische Staatsbürger“ im Gesetz drinnen, sondern: die Anmelder, die Ordner müssen Österreicher sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Aber das wird man dann auch vor Ort bei der Demonstration weiter im Auge behalten und überprüfen.
Abg. Strache: Es sind nicht nur österreichische Staatsbürger, es sind auch Nicht-Staatsbürger!
Wenn Sie behaupten, der Verein ATIB und die Anmelder dieser Demonstration sind Ausländer (Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten!), und daher könnte man sie auf Grund dieser Ausländerklausel verbieten, dann sage ich Ihnen eines: In Linz ist der Verein ATIB ein österreichisch gemeldeter Verein, und in Linz sind die Führungspersonen, wie etwa der Schriftführer von ATIB, der diese Demonstration angemeldet hat, natürlich österreichische Staatsbürger. Also fällt der Untersagungsgrund ganz einfach weg. (Abg. Strache: Es sind nicht nur österreichische Staatsbürger, es sind auch Nicht-Staatsbürger!) – Nicht nur, aber es steht nicht „nur österreichische Staatsbürger“ im Gesetz drinnen, sondern: die Anmelder, die Ordner müssen Österreicher sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Aber das wird man dann auch vor Ort bei der Demonstration weiter im Auge behalten und überprüfen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Wenn Sie behaupten, der Verein ATIB und die Anmelder dieser Demonstration sind Ausländer (Abg. Strache: Ausländische politische Aktivitäten!), und daher könnte man sie auf Grund dieser Ausländerklausel verbieten, dann sage ich Ihnen eines: In Linz ist der Verein ATIB ein österreichisch gemeldeter Verein, und in Linz sind die Führungspersonen, wie etwa der Schriftführer von ATIB, der diese Demonstration angemeldet hat, natürlich österreichische Staatsbürger. Also fällt der Untersagungsgrund ganz einfach weg. (Abg. Strache: Es sind nicht nur österreichische Staatsbürger, es sind auch Nicht-Staatsbürger!) – Nicht nur, aber es steht nicht „nur österreichische Staatsbürger“ im Gesetz drinnen, sondern: die Anmelder, die Ordner müssen Österreicher sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Aber das wird man dann auch vor Ort bei der Demonstration weiter im Auge behalten und überprüfen.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Das ist Ihre Integration: ein türkisches Fahnenmeer in Österreich!
Ich denke, angemeldete Demonstrationen – egal, von wem – hält eine österreichisch gelebte Demokratie aus, und das ist nichts anderes. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Das ist Ihre Integration: ein türkisches Fahnenmeer in Österreich!)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der Weg des Gartenschlauchs!
Herr Strache, Herr Westenthaler, aber auch geschätzter Kollege von der SPÖ! Ich bin der Meinung, Angstmache ist hier nicht angebracht, aber fahrlässige Unterschätzung des Gefahrenpotenzials genauso wenig. Und ich weiß eines: Die österreichische Polizei, meine Kolleginnen und Kollegen unter der Führung unseres Ministers Platter wissen den Weg der demokratischen Mitte zu gehen. – Danke schön. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Abg. Strache: Der Weg des Gartenschlauchs!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Gehen Sie davon aus!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Minister, ich habe mit großem Interesse und, ich gestehe, mit großer Freude Ihre Ausführungen zum Grundrecht der Demonstrations- und Versammlungsfreiheit verfolgt. Ich hoffe eindringlich, dass Sie da dieselbe Position vertreten, wie Innenminister Platter sie vertreten würde (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Gehen Sie davon aus!), und ich werde in einem völlig anderen Zusammenhang, auf den ich jetzt nicht eingehe, noch eindeutig darauf zurückkommen und Sie und hoffentlich auch Minister Platter beim Wort nehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie irgendetwas falsch gemacht!
Es war auch ganz spannend – auch das habe ich wohlwollend vermerkt –, dass es auch von ÖVP-Seite hieß, für jene Erscheinungen, die so im Nachspann einer angemeldeten Demonstration auftreten, kann man dann nicht die Demonstration haftbar machen und in Zukunft verbieten. Darauf werde ich gerne noch zurückkommen, aber ich teile hier Ihre Meinung ausnahmsweise voll und ganz. (Abg. Ing. Westenthaler: Da haben Sie irgendetwas falsch gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja etwas ganz anderes! Schottland und Spanien, sind die im Krieg? Marschieren die Spanier in Schottland ein?
Wollen Sie jetzt, weil es da in einem Fall Randale gab, hergehen und sagen, in Zukunft müssen Spiele dieser beiden Fußballmannschaften ohne Publikum stattfinden (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja etwas ganz anderes! Schottland und Spanien, sind die im Krieg? Marschieren die Spanier in Schottland ein?) und alle Fußballfans sind potenzielle Randalierer? Ist es das, was Sie machen wollen? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Darmann: Das ist ein schwindliger Vergleich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Darmann: Das ist ein schwindliger Vergleich!
Wollen Sie jetzt, weil es da in einem Fall Randale gab, hergehen und sagen, in Zukunft müssen Spiele dieser beiden Fußballmannschaften ohne Publikum stattfinden (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ja etwas ganz anderes! Schottland und Spanien, sind die im Krieg? Marschieren die Spanier in Schottland ein?) und alle Fußballfans sind potenzielle Randalierer? Ist es das, was Sie machen wollen? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Darmann: Das ist ein schwindliger Vergleich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht vergleichbar! Sind die Spanier vor dem Einmarsch nach Schottland, oder was?
Ich weiß schon, das ist unangenehm, Herr Klubobmann Westenthaler, aber Sie werden es aushalten. – Ich habe Ihnen auch zuhören müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht vergleichbar! Sind die Spanier vor dem Einmarsch nach Schottland, oder was?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich halte das für eine unglaubliche Frechheit und weise das für dieses Haus aufs Schärfste zurück, dass man jeden Menschen in Österreich, der einen Migrationshintergrund hat, unter Kriminalitätsverdacht stellt! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Die können es nicht besser!
Was ich wirklich traurig finde, ist, dass es sich bei diesem Phänomen der Kriminalisierung von ausländischen – oder ehemals ausländischen und inzwischen eingebürgerten – Mitbürgerinnen und Mitbürgern leider nicht um ein Phänomen von BZÖ und FPÖ handelt, wo man sagt: Okay, gut, das ist die bekannte Position, man soll das auch nicht mit übergebührlicher Aufmerksamkeit bedenken! (Abg. Öllinger: Die können es nicht besser!)
Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr!
Daraus machen Sie sehr gerne einen allgemeinen Vorwurf gegenüber konkreten Familien und Asylwerberinnen und Asylwerbern und weiten das dann in der politischen Debatte ganz generell auf Asylwerber aus. (Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt geht es in die Sippenhaftung!
Herr Minister! Es tut mir leid, dass Sie da eine Verwandtschaftsbeziehung haben, auf die ich jetzt nicht rekurrieren will (Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt geht es in die Sippenhaftung!), aber gerade Landeshauptmann Pröll hat da eine besondere Verantwortung zu tragen, weil er sich da noch weiter vorgewagt hat als die Bundesregierung bislang.
Beifall bei den Grünen.
Die Forderung, dass Asylwerberinnen und Asylwerber ganz generell einen Strafregisterauszug veröffentlichen sollen, ist an rechtsstaatlicher Missachtung von Grundrechten wirklich kaum noch zu überbieten. Kein Mensch verlangt das von Österreicherinnen und Österreichern – mit gutem Grund! Warum sollte man das auch machen? Es gibt in bestimmten einzelnen Fällen ein Einsichtrecht, das auch wahrgenommen werden soll, aber als Landeshauptmann eine Forderung in den Raum zu stellen, die bedeutet, dass Asylwerberinnen und Asylwerber unter dem Generalverdacht der Kriminalität stehen, kann man nur aufs Schärfste zurückweisen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ärgern tut es mich noch immer!
Ich halte es trotzdem, auch wenn es den Herrn Scheibner langweilt (Abg. Scheibner: Ärgern tut es mich noch immer!) – was glauben Sie, wie es mir manchmal geht, wenn ich Ihnen zuhöre! –, für nicht legitim, dass Sie politische Konflikte auch noch zusätzlich aufheizen, und ich verweise nur auf das, was sich rund um die Demonstration gegen eine geplante Moschee in Wien abgespielt hat – unter federführender Beteiligung von FPÖ-Funktionären und -Funktionärinnen. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war auch dabei!)
Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war auch dabei!
Ich halte es trotzdem, auch wenn es den Herrn Scheibner langweilt (Abg. Scheibner: Ärgern tut es mich noch immer!) – was glauben Sie, wie es mir manchmal geht, wenn ich Ihnen zuhöre! –, für nicht legitim, dass Sie politische Konflikte auch noch zusätzlich aufheizen, und ich verweise nur auf das, was sich rund um die Demonstration gegen eine geplante Moschee in Wien abgespielt hat – unter federführender Beteiligung von FPÖ-Funktionären und -Funktionärinnen. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war auch dabei!)
Abg. Binder-Maier: Soziale Probleme!
Jetzt aber noch eine Anmerkung, weil auch das Stichwort Paris gefallen ist – einmal abgesehen von diesem Missverständnis, dass es in Paris und bei den Unruhen in den Vororten um ethnische Konflikte gegangen wäre. (Abg. Binder-Maier: Soziale Probleme!) Das ist ja genau der Trugschluss, dem Sie immer wieder aufsitzen, wobei ich das ja eher für Absicht halte als für ein Versehen.
Beifall bei den Grünen.
In Österreich sind wir zum Glück noch nicht so weit, wie es in den Pariser Vororten zu sehen war, aber ob wir noch weit davon entfernt sind, wenn es so weitergeht, wie es derzeit läuft, weiß ich nicht. Daher kann man nur dringend daran appellieren, Integration als vorbeugende Sicherheitsmaßnahme ernst zu nehmen, denn soziale Sicherheit ist die Vorbedingung, damit es sonstige Sicherheit in einer Gesellschaft geben kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Hören wir endlich auf, Ausländerinnen und Ausländer unter den Generalverdacht der Kriminalität zu stellen, so wie auch ich noch nicht einmal beim BZÖ bereit wäre, einen Generalverdacht zu erheben, dass man dort gerne missliebige Pressesprecher von Ministerinnen, die einem früher angehört haben, verprügelt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist richtig!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist wahrscheinlich schwer nachvollziehbar – besonders für die doch in beeindruckender Zahl vorhandene junge Zuseherschar –, wie man über eigentlich selbstverständliche Dinge eine so verwirrendes Herumgerede inszenieren kann (Abg. Öllinger: Das ist richtig!), dass man zum Schluss als unbedarfter Zuschauer bei Gott nicht mehr weiß, woher sich da ein Fluidum in manche Gedankensphären hineinschleicht, das mit dem Anlass nichts zu tun hat.
Abg. Öllinger: Das ist aber immer so, sonst prügelt man sich ja nicht!
Der Anlass ist kein Fußballspiel, lieber Herr Kollege aus Favoriten, sondern der Anlass ist das, was alle Menschen, die das sehen konnten und wollten, im Fernsehen gesehen und in der Zeitung gelesen haben, nämlich dass zwei rivalisierende Gruppen – eine türkische Gruppe und eine kurdische Gruppe, die sich auch völlig offen zu diesem Phänomen und zu ihrem Konfliktpotential bekannt haben (Abg. Öllinger: Das ist aber immer so, sonst prügelt man sich ja nicht!) – öffentlich zum Teil mit Waffengewalt aufeinander losgegangen sind, eine Schlägerei inszeniert haben, Messer eingesetzt haben, und Faktum ist, dass dieser Umstand eine Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ist.
Abg. Öllinger: Was regen Sie sich denn auf? – Abg. Ing. Kapeller: Herr Doktor!
Ich kann nicht verstehen, wer das in diesem Haus bestreiten möchte! Ja, wo sind wir denn? Sind wir eine Verbrecherunterstützungspartie? Ich weiß nicht, was soll denn das heißen? (Abg. Öllinger: Was regen Sie sich denn auf? – Abg. Ing. Kapeller: Herr Doktor!) Jetzt muss man sich hier darum streiten, dass es legitim ist, darüber zu reflektieren, dass die Sicherheitsbehörden, die zuständig sind, diesen Ausbreitungen gegebenenfalls Einhalt gebieten. – Das kann doch nicht wahr sein! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: „Reflektieren“ ist vielleicht das falsche Wort! – Abg. Ing. Kapeller: Das tun wir ja auch!) – Moment!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: „Reflektieren“ ist vielleicht das falsche Wort! – Abg. Ing. Kapeller: Das tun wir ja auch!
Ich kann nicht verstehen, wer das in diesem Haus bestreiten möchte! Ja, wo sind wir denn? Sind wir eine Verbrecherunterstützungspartie? Ich weiß nicht, was soll denn das heißen? (Abg. Öllinger: Was regen Sie sich denn auf? – Abg. Ing. Kapeller: Herr Doktor!) Jetzt muss man sich hier darum streiten, dass es legitim ist, darüber zu reflektieren, dass die Sicherheitsbehörden, die zuständig sind, diesen Ausbreitungen gegebenenfalls Einhalt gebieten. – Das kann doch nicht wahr sein! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: „Reflektieren“ ist vielleicht das falsche Wort! – Abg. Ing. Kapeller: Das tun wir ja auch!) – Moment!
Abg. Öllinger: Sie!
Es ist davon geredet worden, dass das Versammlungsrecht ein Grundrecht sei. Ja bitte, wer wird denn jetzt über Selbstverständlichkeiten zu streiten beginnen? (Abg. Öllinger: Sie!) Jawohl, das ist ein Grundrecht, und das ist gar nicht mit komischem Gekicher zu quittieren. Sie sollten aber dazulernen, dass die Grundrechte in Österreich unter Gesetzesvorbehalt stehen. (Abg. Ing. Kapeller: Bravo!) Schauen Sie sich nächstes Mal den Präsidenten Korinek an, wenn er im Fernsehen spricht! – Der hat das der Bevölkerung erzählt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Kapeller: Bravo!
Es ist davon geredet worden, dass das Versammlungsrecht ein Grundrecht sei. Ja bitte, wer wird denn jetzt über Selbstverständlichkeiten zu streiten beginnen? (Abg. Öllinger: Sie!) Jawohl, das ist ein Grundrecht, und das ist gar nicht mit komischem Gekicher zu quittieren. Sie sollten aber dazulernen, dass die Grundrechte in Österreich unter Gesetzesvorbehalt stehen. (Abg. Ing. Kapeller: Bravo!) Schauen Sie sich nächstes Mal den Präsidenten Korinek an, wenn er im Fernsehen spricht! – Der hat das der Bevölkerung erzählt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist davon geredet worden, dass das Versammlungsrecht ein Grundrecht sei. Ja bitte, wer wird denn jetzt über Selbstverständlichkeiten zu streiten beginnen? (Abg. Öllinger: Sie!) Jawohl, das ist ein Grundrecht, und das ist gar nicht mit komischem Gekicher zu quittieren. Sie sollten aber dazulernen, dass die Grundrechte in Österreich unter Gesetzesvorbehalt stehen. (Abg. Ing. Kapeller: Bravo!) Schauen Sie sich nächstes Mal den Präsidenten Korinek an, wenn er im Fernsehen spricht! – Der hat das der Bevölkerung erzählt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Ja, aber wie?
Der Einschränkungstatbestand ist gemäß der einfachen Gesetzeslage zu prüfen. Wir verweisen hier daher auf das Versammlungsrecht. Ich kann es nicht mehr hören, dass wie „Om mani padme hum“ einhergebetet wird, die Polizisten tun ihren Dienst. – Ja selbstverständlich, was sollen sie denn sonst machen, wenn sie eingesetzt sind?! (Abg. Öllinger: Ja, aber wie?)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Entschuldigung, aber das nehmen Sie jetzt zurück!
Darunter ist auch ein Plakat mit der Aufschrift „Tod und Hass der FPÖ“ getragen worden. – Wahrscheinlich brandet jetzt gleich der Applaus der grünen Freunde auf. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Entschuldigung, aber das nehmen Sie jetzt zurück!) – Ja, das nehme ich gerne zurück. Das war überspitzt, nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich das daran messe, aber Sie haben keinen Anlass zur Empörung. (Abg. Dr. Haimbuchner: Da muss man sich nicht empören!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Da muss man sich nicht empören!
Darunter ist auch ein Plakat mit der Aufschrift „Tod und Hass der FPÖ“ getragen worden. – Wahrscheinlich brandet jetzt gleich der Applaus der grünen Freunde auf. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Entschuldigung, aber das nehmen Sie jetzt zurück!) – Ja, das nehme ich gerne zurück. Das war überspitzt, nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich das daran messe, aber Sie haben keinen Anlass zur Empörung. (Abg. Dr. Haimbuchner: Da muss man sich nicht empören!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Ein Skandal ist das!
Dann ist der Tatbestand wirklich erfüllt. – Das kann doch nicht wahr sein! (Abg. Dr. Haimbuchner: Ein Skandal ist das!)
Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das werden sie erfüllen!
Ich bitte daher darum, dass es sine ira et studio und bei aller Achtung verschiedener politischer Positionen ein gemeinsames, unstrittiges Fundament gibt – das muss es geben! –, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit, von wem auch immer sie durch Zusammenrottung und durch welchen Maßnahmenkatalog auch immer gestört wäre, herzustellen ist und solche gefährlichen Versammlungen zu unterbinden sind, und zwar unter Berufung auf das Grundrecht, das unter Gesetzesvorbehalt steht, und zwar unter dem Versammlungsgesetzes-Vorbehalt, und dazu sind die öffentlichen Behörden da. Das ist ein sehr, sehr billiges Verlangen, und das stelle ich als Volksvertreter. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das werden sie erfüllen!)
Abg. Dr. Graf: Bei den Demonstrationen gibt es immer Verletzte! – So, das ist es!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Ich habe jetzt über zwei Stunden hindurch versucht, als Nicht-Jurist irgendwo in der Diskussion einen Faden zu finden, worum es da eigentlich gehen sollte. (Abg. Dr. Graf: Bei den Demonstrationen gibt es immer Verletzte! – So, das ist es!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh verboten! Es werden ja Demonstrationen verboten!
Ich werde es mir nicht so leichtmachen wie die Grünen – auf die werde ich noch eingehen. Fordern kann man alles – jeder kann fordern –, aber umsetzen muss es ja letztendlich die Behörde, und die muss sich nach dem Gesetz richten, das wiederum – da sind wir uns alle einig – vom Verfassungsgerichtshof interpretiert wird. Dieser setzt sehr strenge Maßstäbe, denn sonst würden nach Willkür sehr viele Demonstrationen – viel mehr als jetzt – verboten, wahrscheinlich sogar rund um Fußball-Matches. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird eh verboten! Es werden ja Demonstrationen verboten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister sagt, es ist alles in Ordnung!
Der Verfassungsrichter fordert schlicht und einfach konkrete, objektiv festgestellte Umstände, weshalb die öffentliche Sicherheit und das Wohl gefährdet seien. Ich bin kein Jurist, aber dieser Bereich ist relativ eng. Ich möchte nur Folgendes sagen: Die Situation ist heikel. – Das ist keine Frage. Ich glaube, da muss man blind sein oder absichtlich wegschauen wie die SPÖ oder die Frau Stadträtin Frauenberger, die sagt: Alles leiwand, das gibt es nicht!, und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Minister sagt, es ist alles in Ordnung!)
Abg. Scheibner: Aber das kann ja nicht uns interessieren!
Entscheidend ist natürlich auch, wie sich die Situation zum Beispiel im Nordirak entwickeln wird. (Abg. Scheibner: Aber das kann ja nicht uns interessieren!)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!
Kollegin Weinzinger, Sie haben gemeint, Sie werden die ÖVP und die anderen Parteien darauf aufmerksam machen, dass es dann auch unter dem Titel Versammlungsfreiheit stehen wird, wenn am Rande einer Demo etwas passiert. – Na das wollen wir nicht, dass von eins bis drei eine Versammlung stattfindet, und dann nach drei gibt es den Wickel! (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!) Also so geht es nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!) – Im Windschatten einer Demo. Das können wir sicher nicht akzeptieren, dass es dann zu Gewalt kommt, und alle schauen weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!
Kollegin Weinzinger, Sie haben gemeint, Sie werden die ÖVP und die anderen Parteien darauf aufmerksam machen, dass es dann auch unter dem Titel Versammlungsfreiheit stehen wird, wenn am Rande einer Demo etwas passiert. – Na das wollen wir nicht, dass von eins bis drei eine Versammlung stattfindet, und dann nach drei gibt es den Wickel! (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!) Also so geht es nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!) – Im Windschatten einer Demo. Das können wir sicher nicht akzeptieren, dass es dann zu Gewalt kommt, und alle schauen weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!
Kollegin Weinzinger, Sie haben gemeint, Sie werden die ÖVP und die anderen Parteien darauf aufmerksam machen, dass es dann auch unter dem Titel Versammlungsfreiheit stehen wird, wenn am Rande einer Demo etwas passiert. – Na das wollen wir nicht, dass von eins bis drei eine Versammlung stattfindet, und dann nach drei gibt es den Wickel! (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Ihr Kollege Kapeller!) Also so geht es nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kapeller hat aber von „Windschatten“ gesprochen!) – Im Windschatten einer Demo. Das können wir sicher nicht akzeptieren, dass es dann zu Gewalt kommt, und alle schauen weg. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war der Kollege!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der ÖVP sind natürlich für die Einhaltung der Versammlungsfreiheit, weil es ein Verfassungsgut ist, aber wir erteilen jeglicher Provokation – vor allem gewaltsamer Provokation – eine entschiedene Absage. Das eine darf das andere nicht erlauben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Kapeller: Die ist gewährleistet!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Herr Landwirtschaftsminister! Ich freue mich auf die kompetente Vertretung des Herrn Innenministers. (Abg. Ing. Kapeller: Die ist gewährleistet!) Meine Damen und Herren, wir sind heute wieder mit einer Debatte des BZÖ beschäftigt, und irgendwie kommt es mir so vor, als hätte es in den vergangenen Jahren überhaupt keine Demonstrationen in Wien gegeben.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Die Mariahilfer Straße war phasenweise wöchentlich mit Demonstrationen konfrontiert, wobei vom Westbahnhof aus die ganze Mariahilfer Straße hinunter ein Zug stattgefunden hat, die Kaufleute malträtiert waren und es Umsatzeinbußen von ganz gewaltiger Art und Weise gegeben hat. Das alles hat Sie überhaupt nicht interessiert! –Das muss man auch einmal in aller Deutlichkeit sagen. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
die Polizei- und die Planstellen ein!, war euch das völlig egal. Ihr habt die Eurofighter gekauft und die Zahl der Planstellen bei der Exekutive reduziert, und heute kommen die Krokodilstränen. – Das ist nicht nur schäbig, das ist auch lächerlich! (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Krainer: Fünf Staaten!
Aber ich möchte einmal zu dieser Kurden-Problematik prinzipiell etwas sagen. Wo sind denn die Gutmenschen der SPÖ und der Grünen, wenn es darum geht, dass das größte Volk dieses Erdballs keinen eigenen Staat hat, auf vier Staaten aufgeteilt ist und von diesen vier Staaten in miserabler Art und Weise behandelt wird? – Da wäre einmal eine europäische Staatengemeinschaft ... (Abg. Krainer: Fünf Staaten!) – Wenn man den Teil der ehemaligen UdSSR dazuzählt; ich weiß, ja. (Abg. Krainer: Die UdSSR gibt es schon länger nicht mehr!)
Abg. Krainer: Die UdSSR gibt es schon länger nicht mehr!
Aber ich möchte einmal zu dieser Kurden-Problematik prinzipiell etwas sagen. Wo sind denn die Gutmenschen der SPÖ und der Grünen, wenn es darum geht, dass das größte Volk dieses Erdballs keinen eigenen Staat hat, auf vier Staaten aufgeteilt ist und von diesen vier Staaten in miserabler Art und Weise behandelt wird? – Da wäre einmal eine europäische Staatengemeinschaft ... (Abg. Krainer: Fünf Staaten!) – Wenn man den Teil der ehemaligen UdSSR dazuzählt; ich weiß, ja. (Abg. Krainer: Die UdSSR gibt es schon länger nicht mehr!)
Abg. Scheibner: Wer soll denn das machen?
Es ist aus Ihrer Sicht nichts gekommen, was die Kurden-Problematik vor Ort auch nur ein bisschen entspannen könnte. Es ist ja klar, dass man da nichts tut: Die Türkei soll in die Europäische Union geholt werden, daher macht man eben den Kniefall vor der Türkei und verschweigt sich hier. (Abg. Scheibner: Wer soll denn das machen?)
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Aber wenn Sie so sehr für die Versammlungsfreiheit sind: Machen wir die Probe aufs Exempel! Ich mache folgende Wette: Ich melde für 1. Mai des kommenden Jahres eine Demonstration an ... (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Jetzt hören Sie einmal zu und schreien Sie nicht. (Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege, Burschenschafter-Versammlungen werden auch geschützt!) – Ich melde für 1. Mai eine Demonstration auf dem Rathausplatz für mehr soziale Gerechtigkeit an. Ich bin gespannt, ob ich für uns die Möglichkeit erhalte, am 1. Mai, wenn der Rathausplatz der SPÖ gehört, dort demonstrieren zu dürfen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das darf ich sicher nicht; ich gehe jede Wette mit Ihnen ein.
Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege, Burschenschafter-Versammlungen werden auch geschützt!
Aber wenn Sie so sehr für die Versammlungsfreiheit sind: Machen wir die Probe aufs Exempel! Ich mache folgende Wette: Ich melde für 1. Mai des kommenden Jahres eine Demonstration an ... (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Jetzt hören Sie einmal zu und schreien Sie nicht. (Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege, Burschenschafter-Versammlungen werden auch geschützt!) – Ich melde für 1. Mai eine Demonstration auf dem Rathausplatz für mehr soziale Gerechtigkeit an. Ich bin gespannt, ob ich für uns die Möglichkeit erhalte, am 1. Mai, wenn der Rathausplatz der SPÖ gehört, dort demonstrieren zu dürfen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das darf ich sicher nicht; ich gehe jede Wette mit Ihnen ein.
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Aber wenn Sie so sehr für die Versammlungsfreiheit sind: Machen wir die Probe aufs Exempel! Ich mache folgende Wette: Ich melde für 1. Mai des kommenden Jahres eine Demonstration an ... (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Jetzt hören Sie einmal zu und schreien Sie nicht. (Abg. Ing. Kapeller: Herr Kollege, Burschenschafter-Versammlungen werden auch geschützt!) – Ich melde für 1. Mai eine Demonstration auf dem Rathausplatz für mehr soziale Gerechtigkeit an. Ich bin gespannt, ob ich für uns die Möglichkeit erhalte, am 1. Mai, wenn der Rathausplatz der SPÖ gehört, dort demonstrieren zu dürfen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das darf ich sicher nicht; ich gehe jede Wette mit Ihnen ein.
Abg. Krainer: Wird genehmigt!
Aber die Kaufleute sind Ihnen völlig egal! Die können Umsatzeinbußen der ganz großen Sorte haben, und es kümmert Sie nicht. Oder wenn irgendwo der ÖVP-Bundesparteivorstand tagt, und ich melde eine Demonstration vor den Räumlichkeiten der ÖVP an (Abg. Krainer: Wird genehmigt!) – ich bin überzeugt davon, dass die Demonstration keine Genehmigung findet. (Abg. Ing. Kapeller: Die Burschenschafter-Demonstration in Linz wurde nicht untersagt ...!) Das ist genau die Verlogenheit, mit der Sie heute hier argumentieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Kapeller: Die Burschenschafter-Demonstration in Linz wurde nicht untersagt ...!
Aber die Kaufleute sind Ihnen völlig egal! Die können Umsatzeinbußen der ganz großen Sorte haben, und es kümmert Sie nicht. Oder wenn irgendwo der ÖVP-Bundesparteivorstand tagt, und ich melde eine Demonstration vor den Räumlichkeiten der ÖVP an (Abg. Krainer: Wird genehmigt!) – ich bin überzeugt davon, dass die Demonstration keine Genehmigung findet. (Abg. Ing. Kapeller: Die Burschenschafter-Demonstration in Linz wurde nicht untersagt ...!) Das ist genau die Verlogenheit, mit der Sie heute hier argumentieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber die Kaufleute sind Ihnen völlig egal! Die können Umsatzeinbußen der ganz großen Sorte haben, und es kümmert Sie nicht. Oder wenn irgendwo der ÖVP-Bundesparteivorstand tagt, und ich melde eine Demonstration vor den Räumlichkeiten der ÖVP an (Abg. Krainer: Wird genehmigt!) – ich bin überzeugt davon, dass die Demonstration keine Genehmigung findet. (Abg. Ing. Kapeller: Die Burschenschafter-Demonstration in Linz wurde nicht untersagt ...!) Das ist genau die Verlogenheit, mit der Sie heute hier argumentieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Was?
Wir fordern erstens einmal ein Demonstrationsverbot für Demonstrationen dieses Ausmaßes im dicht verbauten Gebiet. (Abg. Öllinger: Was?) Wir fordern weiters ... (Abg. Ing. Kapeller: 4 000 Leute dürfen nicht mehr zusammenkommen?) – Hören Sie zu, oder kommen Sie nachher heraus.
Abg. Ing. Kapeller: 4 000 Leute dürfen nicht mehr zusammenkommen?
Wir fordern erstens einmal ein Demonstrationsverbot für Demonstrationen dieses Ausmaßes im dicht verbauten Gebiet. (Abg. Öllinger: Was?) Wir fordern weiters ... (Abg. Ing. Kapeller: 4 000 Leute dürfen nicht mehr zusammenkommen?) – Hören Sie zu, oder kommen Sie nachher heraus.
Abg. Ing. Kapeller: Wie viele Teilnehmer sind Ihnen recht? Zwei, drei, vier?
Wir fordern weiters den rigorosen Vollzug des Versammlungsgesetzes, das dem Innenminister sehr wohl die Möglichkeit gäbe, diese Demonstration im Vorfeld zu untersagen. (Abg. Ing. Kapeller: Wie viele Teilnehmer sind Ihnen recht? Zwei, drei, vier?)
Beifall bei der FPÖ.
Das Dritte ist, dass Sie endlich aufhören mit Ihrer verfehlten Politik der Zuwanderung und endlich einmal die Integrationsdefizite beseitigen, die Sie verursacht haben. Dann kann man über Weiteres reden. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht ja ...!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Es ist immer wieder lustig, sich die Pflichtübung der BZÖ-Beschimpfung von Herrn Vilimsky anzuhören, selbst jetzt bei diesem Thema, obwohl ich zuerst von einem Abgeordneten von Ihnen eigentlich gehört habe: Wieso bekämpfen wir uns da immer irgendwie gegenseitig in der Opposition? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das macht ja ...!) – Ja, dazu kommen wir noch ein anderes Mal.
Zwischenruf des Abg. Vilimsky.
Ich meine, diesen Frust oder diesen inneren Ärger sollte man einmal ein bisschen ablegen, Kollege Vilimsky! Aber ich weiß schon, das ist ein altes Motto: Wenn man zuerst, auch innerparteilich, auf einer anderen Seite gewesen ist, muss man dann besonders radikal gegen diejenigen zu Felde ziehen, bei denen man vorher gewesen ist. Soll sein, soll sein! (Zwischenruf des Abg. Vilimsky.) Na, da haben wir wieder den richtigen Nerv getroffen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich meine, diesen Frust oder diesen inneren Ärger sollte man einmal ein bisschen ablegen, Kollege Vilimsky! Aber ich weiß schon, das ist ein altes Motto: Wenn man zuerst, auch innerparteilich, auf einer anderen Seite gewesen ist, muss man dann besonders radikal gegen diejenigen zu Felde ziehen, bei denen man vorher gewesen ist. Soll sein, soll sein! (Zwischenruf des Abg. Vilimsky.) Na, da haben wir wieder den richtigen Nerv getroffen. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: War immer so!
Es gibt natürlich ein Versammlungsrecht, und deshalb kann ich es auch nicht befürworten, dass man Demonstrationen und Versammlungen grundsätzlich verbietet, ob jetzt mehr dabei sind oder nicht. Ich glaube, auch FPÖ-Abgeordnete waren es, die in ihrer Studentenzeit an Großdemonstrationen der Studenten teilgenommen haben. Ja, warum nicht! Das ist das Recht, in aller Ruhe seine Meinung auch auf der Straße kundzutun – selbstverständlich! (Abg. Dr. Graf: War immer so!) Martin, auch du hast sicherlich schon an der einen oder anderen Demonstration teilgenommen. Das ist das Recht, keine Frage.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das habe ich nie gesagt!
Frau Kollegin Weinzinger, dann gleich taxfrei zu sagen: Das ist Hetze, das ist Generalverdacht für alle!, das ist wieder die typische Verharmlosung und das typische Wegschieben in der ganzen Problematik, so wie ich auch Ihnen, Herr Bundesminister, und den Vertretern der SPÖ dieses Verharmlosen vorwerfen muss. Wenn man dann hört, das war ja ein Konflikt im Fußballerbereich (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Das habe ich nie gesagt!) – nein, nicht Sie, aber die SPÖ-Abgeordnete; Sie haben gesagt, es hat keinen politischen Hintergrund gegeben –, dann ist das, glaube ich, Verharmlosung.
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte das schon wissen, weil mich als Außenpolitiker dieser Konflikt natürlich interessiert – aber nicht hier in Europa! Dieser Konflikt soll, wenn es unbedingt sein muss, dort ausgetragen werden, wo er hingehört, nämlich dort, wo die Probleme sind, aber nicht hier in Europa; und wenn hier jemand einen Stellvertreterkrieg führen will, dann ohne uns! Dann kann man nur sagen: Mit aller Kraft auch unserer Gesetze werden wir das zu verhindern wissen; da gibt es kein Versammlungsrecht! (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Da muss ich sagen: Es gab auch wirklich einen interessanten Unterschied. Weil Herr Vilimsky noch gesagt hat, man solle etwas tun, um das Kurdenproblem zu lösen, frage ich in Anlehnung an die Europa-Debatte heute in der Früh: Wer soll denn das tun? Die Amerikaner? – Nein, das wollen wir nicht. Die EU? – Nein, das wollt ihr auch nicht, denn mit der EU geht es ja wieder um die Neutralität, und da soll man sich nicht einmischen. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll
Das erwarten wir auch von Ihnen (in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll) – jetzt nicht im Konkreten von Ihnen, aber von Ihnen als Regierungsvertreter und auch von den Regierungsparteien –, dass man nicht verharmlost, dass man natürlich auch nicht verallgemeinert, aber dass man ein klares Signal setzt, dass wir hier in Österreich keine Stellvertreterkriege zulassen werden und alles dafür tun, um das auch in Zukunft zu verhindern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das erwarten wir auch von Ihnen (in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll) – jetzt nicht im Konkreten von Ihnen, aber von Ihnen als Regierungsvertreter und auch von den Regierungsparteien –, dass man nicht verharmlost, dass man natürlich auch nicht verallgemeinert, aber dass man ein klares Signal setzt, dass wir hier in Österreich keine Stellvertreterkriege zulassen werden und alles dafür tun, um das auch in Zukunft zu verhindern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich hoffe, dass Sie – und hoffentlich nicht erst dann, wenn es zu spät ist – auch auf diese Linie eingehen werden und dass man solche gewalttätige Demonstrationen wirklich im Keim erstickt und verhindert. (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich bin sehr froh darüber, dass die Anfragebeantwortung vom Herrn Bundesminister für Landwirtschaft durchgeführt wurde, weil sonst Bundesminister Platter wieder so scharf „hineingefahren“ wäre. Gott sei Dank ist das etwas friedlicher abgegangen; ich danke Ihnen dafür. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!
Meine Damen und Herren, nach diesen Diskussionen, die ich heute miterlebt habe, nehme ich zur Kenntnis: Es gibt bei uns offensichtlich kein Problem zwischen Türken und Kurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Alles super!) Was heißt denn da überhaupt „Kurden“? – Das sind die „Bergtürken“, wie uns die Türken immer weismachen wollen! Nur: Wer Karl May gelesen hat, weiß, dass das etwas anderes ist.
Ruf bei der FPÖ: Das ist die Wahrheit!
Assimilation. – Diesen Thesen wurde nicht widersprochen, in keiner Weise, meine Damen und Herren. So schaut es nämlich tatsächlich aus! (Ruf bei der FPÖ: Das ist die Wahrheit!)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Ich bitte die Damen von den Grünen, jetzt kurz die Ohren zuzuhalten, damit sie nicht in Ohnmacht fallen: Ich bin Burschenschafter, und zwar überzeugter. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Die Burschenschaft trifft sich seit Jahren und Jahrzehnten jeden Mittwoch vor der Universität auf der Rampe zum so genannten „Bummel“. Seit einigen Wochen und Monaten werden diese Veranstaltungen aber schon schwerstens von gewaltbereiten Damen und Herren jüngeren Alters gestört. Es gab auch bereits Verletzungen. Die Polizei kommt, und sie schützt uns. Sie schützt uns dahin gehend und damit, dass sie sagt: Geht ihr nach Hause, weil es sonst Auseinandersetzungen gibt! – Das ist die Versammlungsfreiheit, wie man sie Rechtsgerichteten gegenüber zu verstehen gibt!
Abg. Brosz: Braunau, so ein Zufall!
Da gibt es auch eine weitere Geschichte, die ich Ihnen noch ganz kurz erzählen muss. Voriges Jahr im August habe ich mit einigen anderen Burschenschaftern in Braunau (Abg. Brosz: Braunau, so ein Zufall!) des 200. Todestages von Palm gedacht, der dort von napoleonischen Truppen nach einem kriegsgerichtlichen und illegalen Verfahren erschossen wurde, weil er für die Pressefreiheit eingetreten war. Wir demonstrierten dort eigentlich gar nicht, sondern wir wollten nur seiner gedenken. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Da gibt es auch eine weitere Geschichte, die ich Ihnen noch ganz kurz erzählen muss. Voriges Jahr im August habe ich mit einigen anderen Burschenschaftern in Braunau (Abg. Brosz: Braunau, so ein Zufall!) des 200. Todestages von Palm gedacht, der dort von napoleonischen Truppen nach einem kriegsgerichtlichen und illegalen Verfahren erschossen wurde, weil er für die Pressefreiheit eingetreten war. Wir demonstrierten dort eigentlich gar nicht, sondern wir wollten nur seiner gedenken. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es musste als Demonstration angemeldet werden; das haben wir getan. Anschließend wurden wir aber schon ordentlich bewacht! Wir waren etwa 200 Frauen und Männer, jüngere und ältere. Eine Hundertschaft Polizisten wurde abgestellt, um uns zu schützen – tatsächlich, um zu verhindern, dass wir in irgendeiner Form auftreten können. – Das ist die Demonstrationsfreiheit gegenüber rechtsgerichteten Gruppierungen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Kommen wir zurück nach Wien! „Tausend Jahre Österreich! – das darf man ja noch ... (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Mein Schlusssatz: „Tausend Jahre Österreich“, von der FPÖ angemeldeter Festzug am Ring. Eine Gegendemonstration wurde von wild gewordenen Linken angemeldet. Was ist geschehen? – Unser Demonstrationszug wurde abgesagt und verboten, und wir durften uns drinnen im Schweizerhof versammeln. (Oh-Rufe bei der FPÖ.) – Das ist die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit!
Oh-Rufe bei der FPÖ.
Kommen wir zurück nach Wien! „Tausend Jahre Österreich! – das darf man ja noch ... (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Mein Schlusssatz: „Tausend Jahre Österreich“, von der FPÖ angemeldeter Festzug am Ring. Eine Gegendemonstration wurde von wild gewordenen Linken angemeldet. Was ist geschehen? – Unser Demonstrationszug wurde abgesagt und verboten, und wir durften uns drinnen im Schweizerhof versammeln. (Oh-Rufe bei der FPÖ.) – Das ist die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit!
Abg. Krainer: Was ist das für ein Schlusssatz?
Ich habe heute mit großer Begeisterung zur Kenntnis genommen, dass sich das in Zukunft ändern wird. (Abg. Krainer: Was ist das für ein Schlusssatz?) – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe heute mit großer Begeisterung zur Kenntnis genommen, dass sich das in Zukunft ändern wird. (Abg. Krainer: Was ist das für ein Schlusssatz?) – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mandak: Es geht nicht nur um Geld!
Wir haben, als wir die Verantwortung getragen haben, im Wesentlichen daran gearbeitet, dass bei der Pflege von Pflegebedürftigen – und die werden ja in den nächsten Jahren immer mehr werden, deren Zahl wird sich in den nächsten 40 Jahren geradezu verdoppeln – richtig gehandelt wird. Es muss allen klar sein, dass wir in Zukunft mehr Geld für die Pflege in die Hand nehmen werden müssen. Das ist ganz klar. (Abg. Mandak: Es geht nicht nur um Geld!)
Beifall beim BZÖ.
Deswegen haben wir auch diesen Fristsetzungsantrag eingebracht, damit das bis zum 3. Dezember im Hohen Haus behandelt wird und wir noch vor Weihnachten hier im Plenum einen Beschluss für die österreichischen Pflegebedürftigen durchbringen, damit das auf legaler Basis passiert und nicht so wie bisher zum Teil auf illegaler Basis. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Mit dem Gesetz?
In den Koalitionsgesprächen war es uns völlig klar, dass es eine der Hauptaufgaben dieser neuen Bundesregierung sein muss, der Schwarzarbeit und Ausbeutung im Bereich der Betreuung zu Hause den Kampf anzusagen. Das wurde von der neuen Bundesregierung erledigt. (Abg. Öllinger: Mit dem Gesetz?) Und plötzlich soll alles anders sein? – Für uns SozialdemokratInnen ist das unverständlich.
Beifall bei der SPÖ.
Dieses reflexartige Einbringen von Fristsetzungsanträgen ist meiner Einschätzung nach so ein bisschen ein Überbleibsel der alten Bundesregierung: Ich weiß nicht, wohin ich will, aber Hauptsache, ich bin schneller dort! – Das ist sicherlich nicht die Linie, die die Regierung unter Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer weiter verfolgen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na geh!
Für mich bleibt nur mehr die Frage: Wem nützt eine Verlängerung der Amnestieregelung? – Sie nützt jenen, die sich durch die Vermittlung von BetreuerInnen bereichern. Sie nützt jenen, die hilfsbedürftige Menschen weiterhin verunsichern wollen. Und sie nützt jenen, die keine Qualitätssicherung in der Betreuung wollen, und vor allem auch jenen Menschen, die der Sozialversicherung Geld entziehen, indem sie BetreuerInnen nicht anmelden. Und all diesen Menschen will die ÖVP offensichtlich unter Adjutanz des BZÖ Vorschub leisten. (Abg. Scheibner: Na geh!) Dies sicherlich nicht mit Zustimmung der SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Für mich bleibt nur mehr die Frage: Wem nützt eine Verlängerung der Amnestieregelung? – Sie nützt jenen, die sich durch die Vermittlung von BetreuerInnen bereichern. Sie nützt jenen, die hilfsbedürftige Menschen weiterhin verunsichern wollen. Und sie nützt jenen, die keine Qualitätssicherung in der Betreuung wollen, und vor allem auch jenen Menschen, die der Sozialversicherung Geld entziehen, indem sie BetreuerInnen nicht anmelden. Und all diesen Menschen will die ÖVP offensichtlich unter Adjutanz des BZÖ Vorschub leisten. (Abg. Scheibner: Na geh!) Dies sicherlich nicht mit Zustimmung der SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Es gibt auch zu wenig Geld!
Kollegin Oberhauser möchte ich ganz kurz sagen, dass uns rückgemeldet wird, dass Menschen und Organisationen, im Speziellen Rotes Kreuz, Caritas et cetera, den derzeitigen Anforderungen bis dato nicht entsprechen können. Daher ist es notwendig, diesen Antrag einzubringen. (Abg. Öllinger: Es gibt auch zu wenig Geld!) – Das wissen wir. Geld ist auch im Finanzausgleich bereitgestellt worden. (Abg. Öllinger: Nein! Das ist zu wenig!) Doch, doch! Es ist eine Entwicklung. Ich habe einen Betrieb
Abg. Öllinger: Nein! Das ist zu wenig!
Kollegin Oberhauser möchte ich ganz kurz sagen, dass uns rückgemeldet wird, dass Menschen und Organisationen, im Speziellen Rotes Kreuz, Caritas et cetera, den derzeitigen Anforderungen bis dato nicht entsprechen können. Daher ist es notwendig, diesen Antrag einzubringen. (Abg. Öllinger: Es gibt auch zu wenig Geld!) – Das wissen wir. Geld ist auch im Finanzausgleich bereitgestellt worden. (Abg. Öllinger: Nein! Das ist zu wenig!) Doch, doch! Es ist eine Entwicklung. Ich habe einen Betrieb
Beifall bei der ÖVP.
Daher werden wir mit unserem Koalitionspartner in Ruhe reden und das besprechen. Die Verlängerung der Amnestieregelung ist einfach notwendig, wie es schon angeklungen ist. Sicherheit schaffen, Verunsicherung vermeiden können wir nur, indem wir endgültige und umsetzbare Lösungen anbieten, also Inhalte statt Fristen. Und daher werden wir dem Antrag des BZÖ nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Haidlmayr –: Lass die Begrüßungen weg!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Haidlmayr. Für Sie, Frau Kollegin, gilt eine maximale Redezeit von 5 Minuten. (Abg. Öllinger – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Haidlmayr –: Lass die Begrüßungen weg!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Angesichts der Rede der Kollegin von der ÖVP bleibt mir wirklich fast die Luft weg. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Gestern hat Frau Aubauer einen Antrag eingebracht, dass die Amnestie verlängert werden soll. – Wir haben heute, wenn das alle genau wissen wollen, den 8. November. Mit 31. Dezember läuft die Amnestieregelung aus. Jetzt gibt es heute den Antrag, den Fristsetzungsantrag, dass bis 3. Dezember eine Lösung herbeigeführt werden muss, um eben auch im Jahre 2008 zumindest noch diese Amnestieregelung gelten zu lassen. Jetzt kommt aber die Kollegin von der ÖVP und sagt: Wir stimmen dem nicht zu.
Abg. Öllinger: Seniorengärten!
Diese – einen Moment, wie hat sie der Herr Minister genannt?; „Altenkindergärten“ oder so ähnlich hat er gesagt; dann hat er gesagt, nein, dieser Begriff trifft es ohnehin nicht, aber er weiß keinen besseren. (Abg. Öllinger: Seniorengärten!) „Seniorengärten“! Also ich habe jetzt zu Hause einen „Seniorengarten“, muss ich sagen, weil es Herbst ist (Heiterkeit der Rednerin), und nächstes Jahr pflanze ich ihn wieder frisch an. Dann habe ich wieder einen „Jugendgarten“. (Allgemeine Heiterkeit.)
Heiterkeit der Rednerin
Diese – einen Moment, wie hat sie der Herr Minister genannt?; „Altenkindergärten“ oder so ähnlich hat er gesagt; dann hat er gesagt, nein, dieser Begriff trifft es ohnehin nicht, aber er weiß keinen besseren. (Abg. Öllinger: Seniorengärten!) „Seniorengärten“! Also ich habe jetzt zu Hause einen „Seniorengarten“, muss ich sagen, weil es Herbst ist (Heiterkeit der Rednerin), und nächstes Jahr pflanze ich ihn wieder frisch an. Dann habe ich wieder einen „Jugendgarten“. (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Diese – einen Moment, wie hat sie der Herr Minister genannt?; „Altenkindergärten“ oder so ähnlich hat er gesagt; dann hat er gesagt, nein, dieser Begriff trifft es ohnehin nicht, aber er weiß keinen besseren. (Abg. Öllinger: Seniorengärten!) „Seniorengärten“! Also ich habe jetzt zu Hause einen „Seniorengarten“, muss ich sagen, weil es Herbst ist (Heiterkeit der Rednerin), und nächstes Jahr pflanze ich ihn wieder frisch an. Dann habe ich wieder einen „Jugendgarten“. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Steibl: Sie wissen nicht, wie es Senioren wirklich geht!
Ich meine, wenn man sich bei so einem Thema, bei dem es um die sehr ernsthafte Situation von behinderten und pflegebedürftigen Menschen geht, auf so eine Ebene herablässt, da kann ich nur lachen, weil ich einfach einen gewissen Humor habe. (Abg. Steibl: Sie wissen nicht, wie es Senioren wirklich geht!) Ich sage Ihnen aber ganz ehrlich, dass das bedrohlich ist, und für viele ältere Menschen ist die Situation bedrohlich, weil sie heute nicht wissen, wie es weitergehen soll, was morgen sein wird. (Abg. Steibl: Sie haben keine Ahnung, wie es den alten Leuten geht!) Die wissen morgen nicht, was am 1. Jänner sein wird, und die haben vorgestern nicht gewusst, was eigentlich jetzt ab 1. Juli gilt, weil das die Leute nicht wissen können, weil Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, das nämlich auch nicht wissen. Und wie sollen es dann die anderen wissen?
Abg. Steibl: Sie haben keine Ahnung, wie es den alten Leuten geht!
Ich meine, wenn man sich bei so einem Thema, bei dem es um die sehr ernsthafte Situation von behinderten und pflegebedürftigen Menschen geht, auf so eine Ebene herablässt, da kann ich nur lachen, weil ich einfach einen gewissen Humor habe. (Abg. Steibl: Sie wissen nicht, wie es Senioren wirklich geht!) Ich sage Ihnen aber ganz ehrlich, dass das bedrohlich ist, und für viele ältere Menschen ist die Situation bedrohlich, weil sie heute nicht wissen, wie es weitergehen soll, was morgen sein wird. (Abg. Steibl: Sie haben keine Ahnung, wie es den alten Leuten geht!) Die wissen morgen nicht, was am 1. Jänner sein wird, und die haben vorgestern nicht gewusst, was eigentlich jetzt ab 1. Juli gilt, weil das die Leute nicht wissen können, weil Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, das nämlich auch nicht wissen. Und wie sollen es dann die anderen wissen?
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Also: Schluss dieser Debatte! Lassen wir die Amnestieregelung zumindest bis 31. Dezember 2008 gelten, und nutzen wir die Zeit (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), um wirklich ein umfassendes Paket sicherzustellen (Abg. Steibl: Die Redezeit ist vorbei!), damit die Menschen, die Hilfe, Pflege, Betreuung oder persönliche Assistenz brauchen, dann unter Umständen mit 1. Jänner 2009 wirklich ein Angebot bekommen, mit dem sie auch gut leben können, und nicht mehr Angst haben müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die erzählt hier so einen Quargel!)
Abg. Steibl: Die Redezeit ist vorbei!
Also: Schluss dieser Debatte! Lassen wir die Amnestieregelung zumindest bis 31. Dezember 2008 gelten, und nutzen wir die Zeit (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), um wirklich ein umfassendes Paket sicherzustellen (Abg. Steibl: Die Redezeit ist vorbei!), damit die Menschen, die Hilfe, Pflege, Betreuung oder persönliche Assistenz brauchen, dann unter Umständen mit 1. Jänner 2009 wirklich ein Angebot bekommen, mit dem sie auch gut leben können, und nicht mehr Angst haben müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die erzählt hier so einen Quargel!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die erzählt hier so einen Quargel!
Also: Schluss dieser Debatte! Lassen wir die Amnestieregelung zumindest bis 31. Dezember 2008 gelten, und nutzen wir die Zeit (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), um wirklich ein umfassendes Paket sicherzustellen (Abg. Steibl: Die Redezeit ist vorbei!), damit die Menschen, die Hilfe, Pflege, Betreuung oder persönliche Assistenz brauchen, dann unter Umständen mit 1. Jänner 2009 wirklich ein Angebot bekommen, mit dem sie auch gut leben können, und nicht mehr Angst haben müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Die erzählt hier so einen Quargel!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Der Antrag des BZÖ wird deshalb unsere Unterstützung finden. Ich ersuche aber dennoch auch – hoffentlich nicht umsonst – den Bundesminister, wirklich endlich mit seinen Kollegen von der Regierungspartei entsprechende Gespräche zu führen, auch die Möglichkeit zu nützen, die entsprechenden Vorschläge, die die Kommission vor einem Jahr ausgearbeitet hat, in die Gespräche mit einzubeziehen und daraus für die Bevölkerung die richtigen Schlüsse zu ziehen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Öllinger: Muss das sein?! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Auch wenn es wehtut, Herr Öllinger, das muss sein! Muss ich mich öfters melden, wenn Ihnen das wehtut, das wäre das Gescheiteste!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Ing. Westenthaler zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Öllinger: Muss das sein?! – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Auch wenn es wehtut, Herr Öllinger, das muss sein! Muss ich mich öfters melden, wenn Ihnen das wehtut, das wäre das Gescheiteste!)
Abg. Grander: Ein Jahr!
Daher haben wir heute hier die Initiative ergriffen und haben einen Fristsetzungsantrag eingebracht, weil – ich erinnere daran – 24 Stunden vorher hier in diesem Hohen Haus die ÖVP tatsächlich einen Antrag eingebracht hat, die Pflegeamnestie zu verlängern. (Abg. Grander: Ein Jahr!)
Beifall beim BZÖ.
Also haben wir uns gedacht, Frau Kollegin Aubauer, die ich – noch einmal – sehr schätze, helfen wir, und der ÖVP auch: Wir bringen einen Fristsetzungsantrag ein, und ihr könnt heute beschließen, dass bis zum 3. Dezember die Sache über die Bühne ist. Das ist ja eigentlich etwas Tolles. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das, was Sie hier machen, ist ein doppelter Murks, ein Murks zum Quadrat, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP! Sie bleiben ja nicht einmal 24 Stunden lang bei Ihrer Meinung, sondern ändern sie sofort. Ein Slalom ist eine gerade Linie gegenüber Ihrer Vorgangsweise, das muss ich wirklich sagen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Steibl: Aber Sie wissen ja selbst, welche Spielchen da gespielt werden!
kalte Füße bekommen. (Abg. Steibl: Aber Sie wissen ja selbst, welche Spielchen da gespielt werden!) Und ein zuständiger Minister sagt überhaupt: Keine Pflegeamnestie, und von Buchinger ist überhaupt das Modell schlecht. – Aber wie das Modell aussehen sollte, sagt niemand, nämlich dass man endlich einmal den pflegenden Menschen hilft, indem man zum Beispiel das Pflegegeld um 10 Prozent erhöht und es jedes Jahr valorisiert, wie das zuletzt die Regierung aus BZÖ und ÖVP getan hat. Das hat die derzeitige Regierung noch nicht zustande gebracht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
kalte Füße bekommen. (Abg. Steibl: Aber Sie wissen ja selbst, welche Spielchen da gespielt werden!) Und ein zuständiger Minister sagt überhaupt: Keine Pflegeamnestie, und von Buchinger ist überhaupt das Modell schlecht. – Aber wie das Modell aussehen sollte, sagt niemand, nämlich dass man endlich einmal den pflegenden Menschen hilft, indem man zum Beispiel das Pflegegeld um 10 Prozent erhöht und es jedes Jahr valorisiert, wie das zuletzt die Regierung aus BZÖ und ÖVP getan hat. Das hat die derzeitige Regierung noch nicht zustande gebracht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Ihr auch!
Ihr habt das Pflegegeld reell gekürzt, das wird durch die Inflation reell gekürzt. (Abg. Öllinger: Ihr auch!) – Soziale Wärme: Nullanzeige. Keine. (Abg. Öllinger: Einmal eine Erhöhung um 2 Prozent!)
Abg. Öllinger: Einmal eine Erhöhung um 2 Prozent!
Ihr habt das Pflegegeld reell gekürzt, das wird durch die Inflation reell gekürzt. (Abg. Öllinger: Ihr auch!) – Soziale Wärme: Nullanzeige. Keine. (Abg. Öllinger: Einmal eine Erhöhung um 2 Prozent!)
Abg. Mandak: Sie haben es in sieben Jahren um 2 Prozent erhöht! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Noch etwas, mit Verlaub: Die 7 000 € Vermögensobergrenze für dieses Pflegegeld sind wirklich eine Gemeinheit, eine kalte Enteignung jener Menschen, die sich ihr ganzes Leben hindurch vielleicht ein bisschen etwas erspart haben und dann in die Situation kommen, ein Pflegefall zu sein – oder, umgekehrt, junger Menschen, die sich sagen, ich bin ein Pflegefall, ich bin behindert, ich darf aber gar nicht mehr als 7 000 € haben. Das ist unsozial! (Abg. Mandak: Sie haben es in sieben Jahren um 2 Prozent erhöht! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ.
Stimmt der Fristsetzung zu, dann seid ihr glaubwürdig, dann nimmt man euch auch ernst! Andernfalls seid ihr im Bereich der Pflege – genauso wie in der Sicherheitspolitik – völlig abgetreten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
schiedliche Anforderungen an die Mobilität haben, dann würde es auch im Pflegebereich anders ausschauen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie wissen ja ganz genau, meine Damen und Herren, vor allem die Herren Bürgermeister, die Frau Bürgermeister von der ÖVP, dass wir in vielen Bereichen prinzipiell darunter leiden, dass in Österreich die Raumordnung de facto Landessache ist, de jure zum Teil auch beim Land und der Gemeinde liegt – Flächenwidmungsplan, Bebauungspläne (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, aber dass es insgesamt von der Infrastruktur her das große Problem gibt, dass Infrastrukturvorhaben österreichweit schwer durchgesetzt werden können, weil die Kompetenz nicht auf Bundesebene ist.
Beifall bei den Grünen.
Warum kann nicht der Finanzminister via Finanzausgleich ganz klar regeln, dass gewisse Standards sowohl in der Raumordnung als auch in der Architektur österreichweit einheitlich sein sollen, gewisse Standards, gewisse kulturelle Mindesterfordernisse, gewisse architektonische Grundprinzipien? Das wäre meines Erachtens auch möglich, und dann würde es nicht nur solch eine Diskussion alle fünf Jahre geben, wenn wir wieder einen neuen Baukulturreport haben, sondern dann gäbe es konkrete Schlussfolgerungen, konkrete Umsetzungen. Dann würde das leben, was die Experten in der Kommission, in der Enquete-Kommission hier im Parlament vorgebracht haben, dann würde das leben, was Architektinnen und Architekten österreichweit schon lang wollen, dann bräuchten wir nicht mühselige Beiräte und mühselige Bekenntnisse, Lippenbekenntnisse, sondern dann könnte Österreich endlich international nicht nur mit Einzelprojekten reüssieren, sondern mit einem gesamten Baukomplex, der das Land sozusagen in moderner Hinsicht einheitlich und auch vielfältig in einem, aber kulturell hochwertig umfasst. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jakob Auer.
Womit wir aber größere Probleme haben, das sage ich ganz offen, ist etwa die Forderung nach Erweiterung der Bundeskompetenz in Raumordnungsfragen. Wir haben in Österreich nun einmal so etwas wie gewachsene föderalistische Strukturen, und wir wollen diese Dinge nicht zentralisieren. Wir haben heute zu Mittag eine Diskussion über die neue EU-Verfassung gehabt. Und so, wie wir nicht wollen, dass der Zentralismus von Brüssel auf Österreich übergreift, wollen wir auch hier keine zentralen Strukturen aufbauen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jakob Auer.)
Abg. Mandak: Nein, das war ein Parlamentsantrag!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Herr Präsident! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich möchte mich zu Beginn gerne bei Herrn Abgeordnetem Morak bedanken, der dieses wichtige Thema in seiner Funktion als Kulturstaatssekretär aufgegriffen und auch weiter verfolgt hat. (Abg. Mandak: Nein, das war ein Parlamentsantrag!) Auf sein Engagement ist es zurückzuführen, dass wir heute diesen umfangreichen Bericht ... (Abg. Mandak: Warum? – Weil ein Antrag des Parlaments vorgelegen ist!)
Abg. Mandak: Warum? – Weil ein Antrag des Parlaments vorgelegen ist!
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Herr Präsident! Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich möchte mich zu Beginn gerne bei Herrn Abgeordnetem Morak bedanken, der dieses wichtige Thema in seiner Funktion als Kulturstaatssekretär aufgegriffen und auch weiter verfolgt hat. (Abg. Mandak: Nein, das war ein Parlamentsantrag!) Auf sein Engagement ist es zurückzuführen, dass wir heute diesen umfangreichen Bericht ... (Abg. Mandak: Warum? – Weil ein Antrag des Parlaments vorgelegen ist!)
Abg. Dr. Moser: Na geh, bitte, das stimmt ja überhaupt nicht!
Unser Ministerium, das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, ist darin in mehrfacher Weise angesprochen beziehungsweise mit mehreren vorgeschlagenen Maßnahmen konkret angesprochen. Selbstverständlich nimmt unser Ministerium das auch als Verantwortung wahr, und das schon seit langer Zeit. (Abg. Dr. Moser: Na geh, bitte, das stimmt ja überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Moser: Sie waren ja noch gar nicht im Parlament ...!
Um Ihnen hier zu sagen, um welche Bereiche es da geht, Frau Abgeordnete Moser (Abg. Dr. Moser: Sie waren ja noch gar nicht im Parlament ...!): Im operativen Bereich hat der Bund die Bundesimmobiliengesellschaft beauftragt. Auch Herr Abgeordneter Sonnberger hat das in seinem Redebeitrag bereits gesagt: Bei großen Bauvorhaben werden Architekturwettbewerbe mit ausgezeichneten Ergebnissen durchgeführt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Um Ihnen hier zu sagen, um welche Bereiche es da geht, Frau Abgeordnete Moser (Abg. Dr. Moser: Sie waren ja noch gar nicht im Parlament ...!): Im operativen Bereich hat der Bund die Bundesimmobiliengesellschaft beauftragt. Auch Herr Abgeordneter Sonnberger hat das in seinem Redebeitrag bereits gesagt: Bei großen Bauvorhaben werden Architekturwettbewerbe mit ausgezeichneten Ergebnissen durchgeführt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Abgeordneter Morak hat es in seinem Redebeitrag hervorgehoben: Das Besondere am Entstehen dieses Reports ist, dass der Bautenausschuss und der Kulturausschuss in dieser Querschnittsmaterie zusammengearbeitet haben. Vielleicht kann es ja eine Anregung sein, auch in anderen Bereichen, wo es um Querschnittsmaterien geht, ausschussübergreifend Synergien zu nutzen, um zu einem gemeinsamen Bild zu kommen. – Ich danke Ihnen vielmals. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne sehe ich den Baukulturreport – wie meine VorrednerInnen – als wichtige Handlungsanleitung für die Politik, um die darin formulierten Empfehlungen auf ihre alltagstaugliche Umsetzung zu prüfen und zu diskutieren, denn – das hat die Frau Staatssekretärin angesprochen – die Inhalte handeln von unser aller Lebensqualität. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
besser kooperiert werden kann, aber ich möchte mich entschieden dagegen verwahren, dass wir ein zentralistisches Raumordnungssystem in ganz Österreich haben. Ich glaube, die Gemeinden machen das ganz hervorragend. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, das sind gute Beispiele, und wir sollten mit dem Baukulturreport diesen Weg weitergehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Zinggl.
Das Weiterbeschäftigen mit dem Thema Bauen – Alltag – Kultur – Leben, wie auch der Drei-Parteien-Entschließungsantrag zeigt, ist sehr wichtig und geht auch in Richtung einer Gesellschaft für alle. Ich denke, diese gesellschaftliche Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Zinggl.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Eine nationale Bauvorschrift gibt es künftig durch die Artikel 15a-Vereinbarung; zwei Bundesländer müssen diese noch unterschreiben. Ich glaube, das reicht. Wir brauchen nicht auch noch eine nationale Bauordnung, denn diese hilft uns weder bei der Ortskerngestaltung noch für schönere Gebäude. Vielfalt und guter Wille helfen da viel und sind bei den Bürgermeistern, Architekten und Planenden in besten Händen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kainz: Oja!
Das entspricht nicht den Tatsachen! (Abg. Kainz: Oja!)
Abg. Kainz: Das stimmt nicht! Das habe ich nicht gesagt!
Richtig ist: Es war ein Parlamentsbeschluss, der zu diesem Baukulturreport geführt hat. (Abg. Kainz: Das stimmt nicht! Das habe ich nicht gesagt!) Eine Heiligsprechung von Herrn Kollegem Morak kann gerne stattfinden, aber nicht hier im Parlament. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Richtig ist: Es war ein Parlamentsbeschluss, der zu diesem Baukulturreport geführt hat. (Abg. Kainz: Das stimmt nicht! Das habe ich nicht gesagt!) Eine Heiligsprechung von Herrn Kollegem Morak kann gerne stattfinden, aber nicht hier im Parlament. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Da das Lamperl hier beim Rednerpult schon leuchtet, fasse ich mich kurz. Ich glaube, dass es um die bauliche Qualität geht und nicht nur um die Architektur. Ich hoffe auch, dass wir dadurch eine spannende und kontroversielle Diskussion über Architektur und bauliche Qualität in Österreich haben werden – ganz im Sinne des Ausspruchs der berühmten österreichischen Architekten Coop-Himmelblau, die gesagt haben: Architektur muss brennen. In diesem Sinn muss auch Architektur-Diskussion brennen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Wenn Baukultur in Österreich oder auch in Europa diskutiert wird, fällt sehr oft Vorarlberg als positives Beispiel auf. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.) Ausgehend von der Auer Zunft, die um 1615 gegründet wurde, bestimmten ab diesem Zeitpunkt zahlreiche Baumeisterfamilien vor allem aus dem Bregenzer Wald die sakrale Architektur des Bodenseeraumes und seiner Umgebung.
Abg. Dr. Brinek: Was heißt das? Bitte um Übersetzung!
„Meor ehrod das Ault, und grüssed das Nü, und blibot üs sealb und dr Hoamat trü.“ (Abg. Dr. Brinek: Was heißt das? Bitte um Übersetzung!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Gibt’s die Broschüre zu kaufen?
Ein weiterer Erfolgsfaktor war die frühe Zuwendung zum Thema Nachhaltigkeit in der Baukultur. Der sparsame Umgang mit den Ressourcen in der Vorarlberger Baukunst hängt auch stark mit der Holzbaukunst zusammen. Einfache, konstruktiv gedachte Grundrisse und Materialisierungen zeichnen die zeitgenössischen Bauten aus. Sie bilden aber auch das Bindeglied zur Tradition, denn dieser bewusste Umgang mit vorhandenen Mitteln ist schon im traditionellen Bregenzerwälder-Haus ablesbar und besticht noch heute. (Abg. Dr. Haimbuchner: Gibt’s die Broschüre zu kaufen?)
Beifall bei der ÖVP.
Die Herausforderungen für die Zukunft sehe ich darin, dass wir die Bildung und vor allem die Forschung vorantreiben müssen. Doch das alles sollte gepaart sein mit einer gesunden Portion Hausverstand. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frau Staatssekretärin hat vorhin davon gesprochen, dass eine Unterstützung für die Gemeinden wünschenswert wäre. Ich kann das nur unterstützen und denke auch, dass wir in den Gemeinden sehr oft die Sachverständigen und die übergeordneten Stellen im Land Kärnten brauchen würden, um gemeinsam schneller Verfahren abwickeln zu können. Es kann nicht sein, dass man oft wochen- und monatelang auf Sachverständige vom Amt der Kärntner Landesregierung oder der Landesregierungen warten muss, um ein Bauverfahren schnell und für die Bürgerinnen und Bürger relevant abwickeln zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der zweite und für mich in Wirklichkeit noch viel wichtigere Bereich in diesem Baukulturreport, der uns Kommunalpolitikern unter den Fingernägeln brennt, ist jener der Wohnbauförderungen. Da gibt es massiven Handlungsbedarf, denn langsam aber sicher wird Wohnen für viele Menschen in unserem Land einfach nicht mehr leistbar. Da sind wir aufgefordert, dem gemeinsam entgegenzuwirken und soziale Korrekturen anzubringen, wo es notwendig ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Erhöhung der Mittel für den Wohnbau macht aber nur dann Sinn, wenn diese Mittel auch für den Wohnbau gebunden werden. Eine Zweckbindung ist – auch wenn das sicherlich der eine oder andere Landesfinanzreferent nicht gerne hören wird – ein Gebot der Stunde. Daher nochmals meine Aufforderung: Diskutieren wir nicht zu lange und endlos über diesen Baukulturreport, sondern machen wir kurzfristig rasche, vernünftige und unbürokratische Entscheidungen im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.
Es gibt gerade im Forschungszentrum Seibersdorf sehr große Erfolge und gute Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Entwicklung dort bestätigt auch die hohen Aufträge, die um ein Vielfaches mehr an Einnahmen ausmachen, als unser Anteil im Budget dieses Projektes der ESA von etwa 1,3 Prozent, die Österreich zur Verfügung stellt, ist. Dieses Projekt bietet ein wesentliches Mehr an Einnahmen durch Aufträge. Ich bitte Sie um die Zustimmung zu diesem Antrag. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Pfeffer.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit einem Wort: Wir als Sozialdemokraten unterstützen diese Politik und stimmen diesem Antrag zu. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sburny – auf dem Weg zum Rednerpult –: 3 Minuten!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Sburny. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Sburny – auf dem Weg zum Rednerpult –: 3 Minuten!) – 3 Minuten, Frau Kollegin.
Beifall bei den Grünen.
Abgesehen davon werden wir dem Antrag unsere Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Brinek – zu dem auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Dipl.-Ing. Klement –: Dieser Beitrag ist ungemein teuer! ...!
Aus diesem Grunde natürlich eine hundertprozentige Unterstützung seitens der freiheitlichen Fraktion und die Hoffnung, dass wir in diesem Bereich tatsächlich auch den Unis und der Wirtschaft gute Impulse geben können. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Brinek – zu dem auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Dipl.-Ing. Klement –: Dieser Beitrag ist ungemein teuer! ...!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Liebe Gäste (in Richtung Galerie) aus dem Burgenland! Herr Bürgermeister Zapfl aus Nickelsdorf ist mit seinen Freunden hier auf Besuch. Herzlich willkommen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!
Durch diese Trägerrakete ist der ESA ein autonomer Zugang zum All gegeben, das heißt, hier können unabhängig von den Großmächten Satelliten in Umlauf gebracht werden – ein interessantes Projekt, an dem wir beteiligt sind. Ich selbst, meine Damen und Herren, hatte 2003 die Chance, im Zuge der NATO-Konferenz in Florida die Raketenbasis Cape Canaveral zu besuchen. (Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!) Dort waren natürlich größere Kaliber, nämlich die Apollo-Raketen und andere, zu besichtigen. Gabi Moser war auch mit dabei. (Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?)
Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?
Durch diese Trägerrakete ist der ESA ein autonomer Zugang zum All gegeben, das heißt, hier können unabhängig von den Großmächten Satelliten in Umlauf gebracht werden – ein interessantes Projekt, an dem wir beteiligt sind. Ich selbst, meine Damen und Herren, hatte 2003 die Chance, im Zuge der NATO-Konferenz in Florida die Raketenbasis Cape Canaveral zu besuchen. (Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!) Dort waren natürlich größere Kaliber, nämlich die Apollo-Raketen und andere, zu besichtigen. Gabi Moser war auch mit dabei. (Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.
Wir können daher auf unser europäisches Projekt sehr stolz sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Parnigoni: Wissen muss man schon, was dort passiert!
Zweitens, dass NATO-Konferenzen anscheinend auch für SPÖ und Grüne von großer Bedeutung und faszinierend sind. Auch das zu hören war entsprechend interessant. Zumindest bei solchen Debatten wird das auch zugegeben – sonst höre ich ja von der NATO immer nur als einem „Hort des Bösen“, um den man möglichst einen großen Bogen macht. (Abg. Parnigoni: Wissen muss man schon, was dort passiert!)
Beifall beim BZÖ.
Interessant war auch – Frau Kollegin Sburny hat es ja kritisiert –, dass der Abgeordnete Gartlehner den Eurofighter, na ja, zwar nicht gelobt hat, aber doch richtigerweise darauf hingewiesen hat, dass man mit solchen Projekten auch in Hochtechnologiebereiche für die jeweilige Wirtschaft, und damit für die österreichische Wirtschaft, hineinkommt. Und genau das ist es! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!
sein, dann muss man sich an dem Projekt beteiligen, dann muss man vielleicht auch einmal etwas investieren, damit diese Investments dann doppelt, dreifach, vielleicht auch zehnfach (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) und auf Dauer, Herr Kollege Öllinger, auch wieder zurückkommen. (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) – Ich weiß, es ist ein Unterschied: Das eine sind Flugzeuge, das andere sind Raketen. Aber ansonsten ist das Prinzip das gleiche. (Abg. Öllinger: ... ein ziviles Projekt!)
Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!
sein, dann muss man sich an dem Projekt beteiligen, dann muss man vielleicht auch einmal etwas investieren, damit diese Investments dann doppelt, dreifach, vielleicht auch zehnfach (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) und auf Dauer, Herr Kollege Öllinger, auch wieder zurückkommen. (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) – Ich weiß, es ist ein Unterschied: Das eine sind Flugzeuge, das andere sind Raketen. Aber ansonsten ist das Prinzip das gleiche. (Abg. Öllinger: ... ein ziviles Projekt!)
Abg. Öllinger: ... ein ziviles Projekt!
sein, dann muss man sich an dem Projekt beteiligen, dann muss man vielleicht auch einmal etwas investieren, damit diese Investments dann doppelt, dreifach, vielleicht auch zehnfach (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) und auf Dauer, Herr Kollege Öllinger, auch wieder zurückkommen. (Abg. Öllinger: Das ist ein Unterschied!) – Ich weiß, es ist ein Unterschied: Das eine sind Flugzeuge, das andere sind Raketen. Aber ansonsten ist das Prinzip das gleiche. (Abg. Öllinger: ... ein ziviles Projekt!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb von uns natürlich eine hundertprozentige Zustimmung zur Verlängerung dieser Erklärung. Wir sollten nur – das ist jetzt nicht Ihre Aufgabe, Herr Staatssekretär Winkler, sondern fällt vielleicht eher in den Bereich der Wirtschaft oder der Forschung – auch hier in Österreich der Wirtschaft mehr Möglichkeiten, auch mehr Basis geben, sich in diesen Bereichen zu engagieren. Wir haben leider oft viel zu wenige Betriebe, die sich hier entsprechend engagieren könnten, die dann profitieren könnten von den Aufträgen, die man etwa im Bereich der ESA, aber auch in anderen Bereichen in der Hochtechnologie erreichen könnte. Hier kann man also durchaus auch noch Schwerpunkte setzen. Aber ein wichtiges Prinzip: dabei sein, investieren und dann auch den Gewinn davon bekommen – das gilt überall, Herr Kollege Öllinger, und im Bereich der Hochtechnologie auf jeden Fall. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Also eine ausgezeichnete Beurteilung des gemeinnützigen Wohnbausektors! Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer dass es offensichtlich ist, was der Antrag wirklich beabsichtigt: Es ist eine parteipolitisch motivierte Breitseite gegen jene Bauvereinigungen, die in den letzten Jahren wirklich kostengünstigen Wohnraum für die Menschen zur Verfügung gestellt haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben ein modernes Genossenschaftsrevisionsgesetz 1997 und auch ein Abschlussprüfungs-Qualitätssicherungsgesetz, und ich glaube, dass derzeit der Prüfungsumfang ausreicht und dass die gemeinnützigen Bauvereinigungen, die im Übrigen in den letzten Jahrzehnten hervorragende Arbeit geleistet haben, ausreichend überprüft werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Die Gemeinden werden genauso viel geprüft wie die Gemeinnützigen!
Ich sehe momentan, nach dem jetzigen Stand der Diskussion, keine Notwendigkeit, den Rechnungshof in seinen Agenden noch in diese Richtung auszuweiten. Es gibt viel dringendere Prüfverfahren – ich erinnere nur etwa an die Überprüfung von Gemeinden mit unter 20 000 Einwohnern. Ich würde daher dieses Anliegen jetzt einmal hintanreihen und zuerst die anderen, dringenderen neuen Agenden für den Rechnungshof vorziehen (Abg. Mag. Gaßner: Die Gemeinden werden genauso viel geprüft wie die Gemeinnützigen!) und dann noch einmal eine Diskussionsrunde über diese Materie einziehen, weil ich momentan in diesem Bereich nicht den dringendsten Handlungsbedarf im Hinblick auf Rechnungshofprüfungen sehe.
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, auch die verfassungsrechtliche Schwierigkeit, die Kollegin Becher angesprochen hat, deutet in die Richtung, dass wir uns das noch einmal gründlich und grundsätzlich überlegen und andere Dinge prioritär reihen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich hoffe, dass das Einsehen – zumindest von der FPÖ und von den Grünen – gegeben ist, um diese Maßnahme umzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eine Finanzkontrolle der Gemeinden und Körperschaften öffentlichen Rechts ist auch zum Nutzen der überprüften Stellen, und die dadurch ermöglichte Transparenz ist gut für die politischen Entscheidungsträger, für die überprüften Einrichtungen und grundsätzlich sinnvoll. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher denke ich, dass wir diese Gemeinden nicht mehr prüfen sollten, sondern dass wir diesen Gemeinden finanzielle Zuwendungen geben sollten. Mit dem neu zu beschließenden Finanzausgleich werden wir das auch tun, und das ist gut so. Ich bin davon überzeugt, dass wir diesen Antrag im Rechnungshofausschuss auch sehr ausführlich diskutieren werden, nachdem dieser Antrag ja dem Ausschuss zugewiesen werden wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lentsch steht mit dem Rücken zum Rednerpult und spricht mit Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! – Ja, Frau Kollegin Lentsch, mehr Prüfung kommt gut an. Das ist schon richtig, aber es kommt immer darauf an, was man mit dem Prüfergebnissen macht. (Abg. Lentsch steht mit dem Rücken zum Rednerpult und spricht mit Abgeordneten der ÖVP.) – Vielleicht können Sie mir da auch zuhören, denn Sie haben die BAWAG angesprochen. Der OeNB-Bericht ist ja durchaus dagewesen, aber man hat im Finanzministerium und in der Finanzmarktaufsicht nichts daraus gemacht. Das ist das Problem gewesen! Der kritische Prüfbericht seitens der OeNB ist jedenfalls vorhanden gewesen.
Abg. Zweytick: Nein, kann man nicht sagen!
Schauen wir uns einmal an, welche Gemeinden das sind! Sie haben gesagt: Okay, jetzt werden 24 Gemeinden geprüft! Das ist richtig. Wenn man die 10-Millionen-Grenze hernimmt, sind es ungefähr 220 oder so etwa in dieser Größenordnung. Das ist immer noch weniger als 10 Prozent, und das heißt, 90 Prozent aller Gemeinden fallen noch immer nicht in die Prüftätigkeit des Rechnungshofes. Das erscheint mir zu wenig. Wenn ich das auf die Gemeindegrößen umlege, heißt das in etwa – mehr oder weniger, die Finanzmittelausstattung ist natürlich unterschiedlich, je nachdem, um welche Gemeinde es sich handelt –, dass praktisch Gemeinden mit unter 5 000 Einwohnern dann noch immer nicht unter die Prüfung des Rechnungshofes fallen, und das wäre aus meiner Sicht eigentlich ein unbefriedigendes Ergebnis. (Abg. Zweytick: Nein, kann man nicht sagen!) Unbefriedigend, selbstverständlich! Ich kann Ihnen das jetzt gerne erläutern, und das werde ich jetzt auch tun.
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
alle Gemeinden zu prüfen. Aber selbst das Damoklesschwert der Ankündigung einer Prüfung könnte hier schon sehr heilsam sein in Richtung einer verstärkten Prüfung. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Eine verstärkte Prüfung ist auch deshalb angezeigt, weil, wie Sie, Herr Kollege Bucher, ja selbst gesagt haben, die vielen Transfers zwischen den Gemeinden es ja geradezu notwendig machen, dass da der Rechnungshof prüft. Wir haben ja, wie schon betont, die Gemeindeaufsicht, aber das alleine scheint mir zu kurz zu greifen. Daher: Prüfung aller Gemeinden mit unter 20 000 Einwohnern und keine Beschränkung auf jene mit 10 Millionen-Budgetvolumengröße. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Reheis: Das tun sie ja bisher schon!
Ein möglicher Konsens, den wir von der Freiheitlichen Partei hiezu vorschlagen, könnte auch darin bestehen, dass der Bundes-Rechnungshof – so wie bisher – sämtliche Gemeinden mit bis 20 000 Einwohnern überprüft und die Landes-Rechnungshöfe sämtliche Gemeinden überprüfen, die weniger als 20 000 Einwohner haben, und zwar mit einer Berichtspflicht an den Bundes-Rechnungshof, der damit natürlich eine entsprechende Übersicht hätte. (Abg. Reheis: Das tun sie ja bisher schon!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Deshalb ist da eine Prüfung durch den Bundes-Rechnungshof schon längst überfällig, denn es ist nicht einzusehen, dass Gemeindeeigentum ohne gültige Gemeinderatsbeschlüsse einer Gemeinschaft übertragen wird – und später die Gemeinden von diesen Agrargemeinschaften zum Beispiel Grund und Boden um teures Geld zurückerwerben müssen, wenn sie Investitionen tätigen möchten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist wirklich ein großes Problem, und daher wäre mir da eine Regelung ein wichtiges Anliegen.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, Vorschläge gibt es also viele, und ich denke, wir sind gut beraten, wenn wir die vielen konstruktiven Vorschläge des Rechnungshofes umsetzen. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt also, auch auf diese Weise würde Präventivwirkung zur Anwendung kommen und somit auch den Anlegerinteressen Rechnung getragen werden. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher meine ich: Diese Sache sollte man sehr ernsthaft verfolgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, glaube ich, dass im Rechnungshofausschuss ausreichend Zeit sein wird, um diesen Antrag sehr genau zu diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Ja, bitte, wo sind wir denn? Wollen Sie die Gemeinden bedrohen, oder was?
Wenn Sie der Freigrenze hier noch einmal das Wort reden, so würde ich trotzdem glauben, dass alleine schon – auch wenn nicht alle Gemeinden geprüft werden können, das ist schon klar – die Androhung, dass eine Gemeinde geprüft werden könnte, einiges bewirkt. Das zeigt sich doch immer wieder. – Punkt eins. (Abg. Mag. Gaßner: Ja, bitte, wo sind wir denn? Wollen Sie die Gemeinden bedrohen, oder was?)
Beifall bei den Grünen.
Nun aber zum eigentlichen Antrag des Kollegen Bucher, nämlich zur Absenkung der Beteiligungsgrenze für Prüfungen von öffentlichen Unternehmungen auf 25 Prozent – ebenfalls ein Vorschlag zur Schließung einer Kontrolllücke, der vom Rechnungshofpräsidenten gekommen ist. In diesem Fall, Herr Kollege Bucher, haben Sie unsere volle Unterstützung. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Rossmann: Potenziell alle! Wollen Sie das nicht verstehen? Das Potenzial sollen alle sein!
Jetzt weiß ich nicht, wenn man mit aller Gewalt hier von einer Seite hört, dass man alle Gemeinden vom Bundes-Rechnungshof prüfen lassen soll, bis hin zu den kleinsten ... (Abg. Mag. Rossmann: Potenziell alle! Wollen Sie das nicht verstehen? Das Potenzial sollen alle sein!) – Ich verstehe schon, was Sie damit meinen, das Potenzial hat aber auch seine Grenzen.
Beifall bei der ÖVP.
reagieren kann. Dies ist aber freilich nur dann der Fall, wenn er wesentlichen Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Das dritte Ansinnen wurde ebenfalls schon besprochen. Das ist mir ziemlich klar, und es ist auch ganz leicht und einfach, pragmatisch zu beantworten: Nachdem es in Österreich nur rote und schwarze Wohnbaugenossenschaften gibt, werden wahrscheinlich die verfassungsrechtlichen Bedenken bereits im Ausschuss eine Mehrheit finden. Daher ist die Hoffnung, dass die Prüfung gemeinnütziger Wohnbauvereinigungen durch den Rechnungshof erfolgt, aus meiner Sicht sehr gering. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden im Rahmen der zweiten Lesung Gelegenheit haben, über dieses Thema ausführlich zu diskutieren. Für vernünftige Verbesserungen sind wir zweifellos offen. Wenn es aber darum geht, mehr Bürokratie zu schaffen, die Kosten zu erhöhen oder Gleichheitsgrundsätze zu verletzen, dann werden wir nicht dabei sein. Ich freue mich auf eine gute Diskussion in der zweiten Lesung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Daher findet das nicht unsere Zustimmung. Wir wollen keinen weiteren Bürokratieaufwand, speziell für die kleinen Gemeinden nicht. Die sollten arbeiten können, und das sollten wir ihnen ermöglichen – und nicht eine zusätzliche Prüf- und Kontrollschiene einziehen, die auf diesem Gebiet überhaupt nicht notwendig ist. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich merke schon, mehr Prüftätigkeit schmeckt der ÖVP nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn hier gerade mein Vorredner betont hat, dass man in den kleinen Gemeinden arbeiten und nicht geprüft werden will, wenn hier Kollege Zweytick gemeint hat, dass die kleinen Gemeinden gut verwaltet sind, dann frage ich mich: Wovor fürchten sich dann die kleinen Gemeinden? (Abg. Wöginger: Wir werden eh geprüft – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Vor den Kosten!) Warum sollten sie dann nicht auch potenziell zum Kreis der zu prüfenden Gemeinden in diesem Land gehören? (Beifall bei den Grünen.) Ich verstehe das nicht, das müssen Sie mir erst einmal erklären.
Abg. Wöginger: Wir werden eh geprüft – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Vor den Kosten!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich merke schon, mehr Prüftätigkeit schmeckt der ÖVP nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn hier gerade mein Vorredner betont hat, dass man in den kleinen Gemeinden arbeiten und nicht geprüft werden will, wenn hier Kollege Zweytick gemeint hat, dass die kleinen Gemeinden gut verwaltet sind, dann frage ich mich: Wovor fürchten sich dann die kleinen Gemeinden? (Abg. Wöginger: Wir werden eh geprüft – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Vor den Kosten!) Warum sollten sie dann nicht auch potenziell zum Kreis der zu prüfenden Gemeinden in diesem Land gehören? (Beifall bei den Grünen.) Ich verstehe das nicht, das müssen Sie mir erst einmal erklären.
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich merke schon, mehr Prüftätigkeit schmeckt der ÖVP nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn hier gerade mein Vorredner betont hat, dass man in den kleinen Gemeinden arbeiten und nicht geprüft werden will, wenn hier Kollege Zweytick gemeint hat, dass die kleinen Gemeinden gut verwaltet sind, dann frage ich mich: Wovor fürchten sich dann die kleinen Gemeinden? (Abg. Wöginger: Wir werden eh geprüft – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Vor den Kosten!) Warum sollten sie dann nicht auch potenziell zum Kreis der zu prüfenden Gemeinden in diesem Land gehören? (Beifall bei den Grünen.) Ich verstehe das nicht, das müssen Sie mir erst einmal erklären.
Demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Das, denke ich, müsste der Gegenstand der Prüfung sein – und nicht nur eingeschränkt auf ein Land, sondern ausgeweitet auf mehrere Länder, das heißt länderübergreifend. Das ist ja genau die Begründung, warum das der Bund machen sollte und warum das nicht die Landesämter machen sollen. Das ist die wesentliche Begründung dafür, dass das der Bund machen soll. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Braucht aber auch nicht bedroht werden von einer Prüfung!
Und wer nichts zu verstecken hat, der muss sich auch vor einer Prüfung überhaupt nicht fürchten. (Abg. Mag. Gaßner: Braucht aber auch nicht bedroht werden von einer Prüfung!)
Abg. Mag. Gaßner: Sie haben es ja gesagt! Sie haben es in Ihrer vorigen Wortmeldung gesagt!
Wenn die Möglichkeit einer Prüfung schon eine Bedrohung für Sie darstellt, dann schaut es aber traurig aus, muss ich ganz ehrlich sagen. Also dann schaut es wirklich traurig aus! (Abg. Mag. Gaßner: Sie haben es ja gesagt! Sie haben es in Ihrer vorigen Wortmeldung gesagt!)
Beifall bei den Grünen.
Daher bin ich der Meinung, dass, bevor man hier irgendetwas ändert, man zunächst einmal diese Prüfergebnisse offenlegt und schaut, ob es da noch zusätzlichen Handlungsbedarf gibt, nämlich einen Handlungsbedarf, wo der Rechnungshof tätig werden sollte. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Nicht schon wieder! Das ist heute ein Rede-Abo, gell?
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Bucher zu Wort. Redezeit: 1 Minute. – Bitte. (Abg. Dr. Brinek: Nicht schon wieder! Das ist heute ein Rede-Abo, gell?)
Ruf bei der ÖVP: Wöginger!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich möchte nur einen Satz zu meinem Vorredner von der ÖVP sagen. Herr Abgeordneter, Ihr Name ist mir jetzt nicht geläufig (Ruf bei der ÖVP: Wöginger!), aber Sie sind mir bekannt, weil Sie bei der Abstimmung über die Pensionsreform etwas Besseres zu tun gehabt haben.
Beifall beim BZÖ.
Also so gesehen haben diese Punkte, die wir jetzt auch unter den vorhergehenden Tagesordnungspunkten besprochen haben, unsere Sympathie, und ich hoffe, dass wir da auch Ihr Einsehen gewinnen – wenn nicht in allen Bereichen, dann zumindest, wie es durchgeklungen ist, bei der Prüfung von Gesellschaften, an denen der Staat mit zumindest 25 Prozent beteiligt ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Dr. Haimbuchner.
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich verzichte bei diesem Tagesordnungspunkt auf Eintragung in die Strichliste gehaltener Reden, verweise auf meine Ausführungen zu Tagesordnungspunkt 7 und überlasse die restliche Redezeit meinen Kollegen Eugen Bösch und Werner Neubauer. – Danke. (Beifall des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Es gibt ein paar SPÖ-Gemeinden bei uns in der Steiermark!
Nennen Sie mir eine einzige Gemeinde, wo wirklich Geld verwirkt wird, wo in den letzten Jahren Geld nicht rechtmäßig verwendet worden ist! Es gäbe viele andere Beispiele! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Es gibt ein paar SPÖ-Gemeinden bei uns in der Steiermark!)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch die dadurch entstehende finanzielle und personelle Mehraufwendung im Rechnungshof. Der Ausschuss wird darüber ausreichend zu diskutieren haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Hervorragend!
Auf der anderen Seite heißt es dann immer nur: Ja, wir wollen Geld haben und haben jetzt durch den Finanzausgleich Geld gekriegt, wiederum 100 Millionen € mehr für Gemeinden unter 20 000 Einwohnern! Aber was mich interessiert, und zwar nicht nur als Politiker, sondern auch als Staatsbürger, ist die Frage: Wie gehen Gemeinden mit diesem Geld um, einerseits im Sinne der Effizienz und andererseits im Sinne der Effektivität (Ruf bei der ÖVP: Hervorragend!), das heißt mit der Zielerreichung, die sich einer Gemeindepolitik stellt? – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auf der anderen Seite heißt es dann immer nur: Ja, wir wollen Geld haben und haben jetzt durch den Finanzausgleich Geld gekriegt, wiederum 100 Millionen € mehr für Gemeinden unter 20 000 Einwohnern! Aber was mich interessiert, und zwar nicht nur als Politiker, sondern auch als Staatsbürger, ist die Frage: Wie gehen Gemeinden mit diesem Geld um, einerseits im Sinne der Effizienz und andererseits im Sinne der Effektivität (Ruf bei der ÖVP: Hervorragend!), das heißt mit der Zielerreichung, die sich einer Gemeindepolitik stellt? – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Immerhin ist es möglich, dass eine Gemeinde Pleite geht und die Schulden von den Steuerzahlern aufgefangen werden müssen, die diese Schulden nicht verursacht haben. Daher bin ich ganz für die Vorschläge, die wir vorhin diskutiert haben, und sage: Eine angedrohte Prüfung führt schon zu einer sorgsameren Haushaltsführung und zu einem besseren Gewissen, und zwar auch der Gemeinderäte. Dass man nicht dieser Meinung ist, kann ich überhaupt nicht verstehen. Denn: Ein Gemeinderat fühlt sich doch besser, wenn er weiß, dass die Finanzgebarung der Gemeinde der Rechnungshofkontrolle unterliegt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann hat etwas anderes gesagt!
Die Regelung, lieber Herbert Scheibner, dass nur ein Gesetz, das wir hier mit der ausreichenden Mehrheit beschließen, einer Volksabstimmung unterzogen werden kann, ist eine Selbstverständlichkeit. So war auch der freiheitliche Antrag heute Vormittag formuliert. Dieser Zusatz, den wir mit dem Artikel 43a haben wollen, soll dieses Verlangen bekräftigen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann hat etwas anderes gesagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Den Weg, den wir jetzt wählen, nämlich Ermächtigungsgesetz und, wenn notwendig, dazwischen eine Volksabstimmung, um die Unterschrift dann entsprechend der Volksabstimmung zu leisten, halte ich für wesentlich vernünftiger und auch demokratischer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn es um eine Volksabstimmung geht, dann bleiben wir bei der Linie der ÖVP: Ja zu einer Volksabstimmung, wenn sie europaweit ist und – ich ergänze – wenn sie einheitlich und gleichzeitig ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bösch: Das schließt eine nationale nicht aus!
Auch die damals noch freiheitliche Abgeordnete Bleckmann äußerte sich am 11. Mai 2005 dazu und meinte: Ja zu einer europäischen Volksabstimmung! (Abg. Dr. Bösch: Das schließt eine nationale nicht aus!)
Beifall bei den Grünen.
Zu Ihrem Argument des Verlusts der immerwährenden Neutralität, das Sie hier vorbringen: Herr Kollege Bösch, glauben Sie das wirklich? – Das stimmt nicht. Österreich wird die Neutralität weiterhin behalten, kann sich auch weiterhin darauf berufen. Wir haben dieses Recht und diese Möglichkeit auch mit dem neuen Reformvertrag. – Das zu den inhaltlichen Punkten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rosenkranz: Nein, das gibt es nicht!
Herr Kollege Bösch, Sie haben heute Vormittag heftigst dagegen protestiert, dass es so etwas wie ein europäisches Volk gibt. (Abg. Rosenkranz: Nein, das gibt es nicht!) Na klar gibt es das! Wir alle sind Europäer und Europäerinnen, sonst hätten wir auch die europäische Fahne hier nicht hängen, was heißt, dass wir als Österreicherinnen und Österreicher Teil von Europa sind. Wenn Sie das nicht sein wollen, dann tut es mir leid. Wir sind es! (Abg. Dr. Bösch: Das eine schließt das andere nicht aus!)
Abg. Dr. Bösch: Das eine schließt das andere nicht aus!
Herr Kollege Bösch, Sie haben heute Vormittag heftigst dagegen protestiert, dass es so etwas wie ein europäisches Volk gibt. (Abg. Rosenkranz: Nein, das gibt es nicht!) Na klar gibt es das! Wir alle sind Europäer und Europäerinnen, sonst hätten wir auch die europäische Fahne hier nicht hängen, was heißt, dass wir als Österreicherinnen und Österreicher Teil von Europa sind. Wenn Sie das nicht sein wollen, dann tut es mir leid. Wir sind es! (Abg. Dr. Bösch: Das eine schließt das andere nicht aus!)
Abg. Rosenkranz: Das stimmt nicht!
Populismus betreiben wollen, missbraucht wird. (Abg. Rosenkranz: Das stimmt nicht!) Das können und wollen wir der österreichischen Bevölkerung nicht antun. (Abg. Dr. Bösch: Sie haben Angst vor einer Abstimmung!)
Abg. Dr. Bösch: Sie haben Angst vor einer Abstimmung!
Populismus betreiben wollen, missbraucht wird. (Abg. Rosenkranz: Das stimmt nicht!) Das können und wollen wir der österreichischen Bevölkerung nicht antun. (Abg. Dr. Bösch: Sie haben Angst vor einer Abstimmung!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Csörgits.
Wir wollen – aber das wird sich leider nicht mehr ausgehen – eine europaweite Volksabstimmung oder zumindest eine europaweite Volksbefragung in allen Teilen Europas – und keine Volksabstimmung, die nationalistische Tendenzen fördert. Dazu ist mir und uns Europa zu wichtig und zu wertvoll! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Csörgits.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.
Wir haben heute schon darüber diskutiert. Und ich habe, Kollege Bösch, deinen Klubobmann extra gefragt, worüber er abstimmen möchte. Er hat gesagt: über den Reformvertrag! Aber das geht ganz einfach nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Hauser.) – Jetzt werden Sie wieder munter.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
der Republik Österreich zu unterziehen, dann frage ich euch: Was ist eine solche Zustimmung? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Was ist die Zustimmung der Republik Österreich? Welcher Terminus technicus ist das? Wie funktioniert das?
Beifall beim BZÖ.
Also geben Sie doch endlich einmal zu – ob man das jetzt will oder nicht –, dass Sie mit dieser Verfassungsänderung von 1998 die Neutralität, die immerwährende Neutralität, so wie das immer völkerrechtlich entwickelt worden ist, zu Grabe getragen haben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
All das, was Sie hier jetzt diskutieren, ist Makulatur und zeigt nur, dass Ihnen in der Außenpolitik und in der Sicherheitspolitik seit 20 Jahren nichts Neues eingefallen ist. (Beifall beim BZÖ.)