Eckdaten:
Für die 197. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 515 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Rufe bei der FPÖ: Ein bisschen lauter!
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Steuerzahlerinnen und Steuerzahler vor den Bildschirmen! (Rufe bei der FPÖ: Ein bisschen lauter!) Ich wende mich heute mit dieser Erklärung an Sie alle nicht nur als Finanzminister, der die finanziell angespannte Lage dieser Republik sehr genau kennt – und ich gehe davon aus, dass auch Sie alle diese Lage genau kennen; wir hatten viele Diskussionen in den Sitzungen des Budgetausschusses darüber, in denen das ganz klar dargestellt wurde –, sondern ich wende mich an Sie auch als Staatsbürger in der Erkenntnis, dass es auch einen Tag nach der Wahl gibt und dass wir auch am 16. Oktober diese Republik in eine gute Zukunft führen werden müssen.
Abg. Strolz: „Enkelfit“ hat er gesagt!
Ich wende mich an Sie aber auch – und das erlebe ich sehr intensiv – als Großvater, dem bewusst ist, dass all das, was jetzt beschlossen wird und budgetbelastend ist, die Generation unserer Kinder und Enkelkinder finanzieren und bezahlen wird müssen. Daher habe ich mich dazu entschlossen, diese Erklärung abzugeben, weil wir das, was wir eigentlich immer selbst sagen – nämlich auf die zukünftige Generation zu schauen und den Staat enkelfit zu machen (Abg. Strolz: „Enkelfit“ hat er gesagt!) –, nicht nur als Lippenbekenntnisse sehen sollten, sondern tatsächlich auch danach handeln sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wende mich an Sie aber auch – und das erlebe ich sehr intensiv – als Großvater, dem bewusst ist, dass all das, was jetzt beschlossen wird und budgetbelastend ist, die Generation unserer Kinder und Enkelkinder finanzieren und bezahlen wird müssen. Daher habe ich mich dazu entschlossen, diese Erklärung abzugeben, weil wir das, was wir eigentlich immer selbst sagen – nämlich auf die zukünftige Generation zu schauen und den Staat enkelfit zu machen (Abg. Strolz: „Enkelfit“ hat er gesagt!) –, nicht nur als Lippenbekenntnisse sehen sollten, sondern tatsächlich auch danach handeln sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Den ÖVP-Schuldenhaufen der letzten 30 Jahre noch größer machen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine Bitte, ja mein Appell und mein ehrliches Anliegen sind: Bitte fassen Sie heute und bei der noch ausstehenden Sitzung dieses Nationalrates keine Beschlüsse mehr, die dem Staatshaushalt neue Kosten aufbürden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Den ÖVP-Schuldenhaufen der letzten 30 Jahre noch größer machen!) – Da alleine heute wieder 16 Anträge eingebracht werden, werde ich noch kurz aus der Erfahrung der letzten Sitzung berichten.
Abg. Belakowitsch: Aber!
Ich habe in diesem Wahlkampf von allen Parteien gehört, dass es ihnen bewusst sei, dass die Österreicherinnen und Österreicher vom herrschenden alten Politstil genug haben. (Abg. Belakowitsch: Aber!) Und alle haben gesagt: Machen wir es doch anders! (Abg. Korun: Sie waren 30 Jahre in der Regierung!) – Sie sind die Ersten, die hier jetzt mit Zwischenrufen brillieren. Machen wir es doch anders!, war doch Ihre Aufforderung. Sie können heute beweisen, ob Sie diese Ankündigung: Machen wir es doch anders!, tatsächlich ernst meinen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Korun: Sie waren 30 Jahre in der Regierung!
Ich habe in diesem Wahlkampf von allen Parteien gehört, dass es ihnen bewusst sei, dass die Österreicherinnen und Österreicher vom herrschenden alten Politstil genug haben. (Abg. Belakowitsch: Aber!) Und alle haben gesagt: Machen wir es doch anders! (Abg. Korun: Sie waren 30 Jahre in der Regierung!) – Sie sind die Ersten, die hier jetzt mit Zwischenrufen brillieren. Machen wir es doch anders!, war doch Ihre Aufforderung. Sie können heute beweisen, ob Sie diese Ankündigung: Machen wir es doch anders!, tatsächlich ernst meinen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe in diesem Wahlkampf von allen Parteien gehört, dass es ihnen bewusst sei, dass die Österreicherinnen und Österreicher vom herrschenden alten Politstil genug haben. (Abg. Belakowitsch: Aber!) Und alle haben gesagt: Machen wir es doch anders! (Abg. Korun: Sie waren 30 Jahre in der Regierung!) – Sie sind die Ersten, die hier jetzt mit Zwischenrufen brillieren. Machen wir es doch anders!, war doch Ihre Aufforderung. Sie können heute beweisen, ob Sie diese Ankündigung: Machen wir es doch anders!, tatsächlich ernst meinen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinhauser: Genau! Freie Mehrheiten!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manche haben ja diese Sitzung als „Sternstunde des Parlaments“ bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Genau! Freie Mehrheiten!) Ich sehe das deutlich anders (Abg. Hauser: War die Erhöhung der Familienbeihilfe schlecht?), denn alleine der Umstand, dass wir damals eine Art Geldverbrennungsaktion gemacht haben, hat dazu geführt, dass alle hier im Parlament vertretenen Parteien, die damals dabei waren, gesagt haben: Nie wieder! Das wollen wir nicht wiederholen. Nicht alle – wie heute die Anträge auch zeigen – haben sich daran gehalten. (Abg. Brunner: Aber ist es nicht schlimmer, wenn die Regierung die ganze Zeit gar nichts macht?!) – Frau Kollegin, Sie können sich ja gerne dann zu Wort melden und Ihre Meinung dazu kundtun. Sie sind ja auch ein Treiber dessen, was die Kostenlage anlangt. (Abg. Schieder: Das ist hier unsere Geschäftsordnung! Halten Sie Ihre Erklärung, aber tun Sie da nicht Abgeordnete maßregeln!)
Abg. Hauser: War die Erhöhung der Familienbeihilfe schlecht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manche haben ja diese Sitzung als „Sternstunde des Parlaments“ bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Genau! Freie Mehrheiten!) Ich sehe das deutlich anders (Abg. Hauser: War die Erhöhung der Familienbeihilfe schlecht?), denn alleine der Umstand, dass wir damals eine Art Geldverbrennungsaktion gemacht haben, hat dazu geführt, dass alle hier im Parlament vertretenen Parteien, die damals dabei waren, gesagt haben: Nie wieder! Das wollen wir nicht wiederholen. Nicht alle – wie heute die Anträge auch zeigen – haben sich daran gehalten. (Abg. Brunner: Aber ist es nicht schlimmer, wenn die Regierung die ganze Zeit gar nichts macht?!) – Frau Kollegin, Sie können sich ja gerne dann zu Wort melden und Ihre Meinung dazu kundtun. Sie sind ja auch ein Treiber dessen, was die Kostenlage anlangt. (Abg. Schieder: Das ist hier unsere Geschäftsordnung! Halten Sie Ihre Erklärung, aber tun Sie da nicht Abgeordnete maßregeln!)
Abg. Brunner: Aber ist es nicht schlimmer, wenn die Regierung die ganze Zeit gar nichts macht?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manche haben ja diese Sitzung als „Sternstunde des Parlaments“ bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Genau! Freie Mehrheiten!) Ich sehe das deutlich anders (Abg. Hauser: War die Erhöhung der Familienbeihilfe schlecht?), denn alleine der Umstand, dass wir damals eine Art Geldverbrennungsaktion gemacht haben, hat dazu geführt, dass alle hier im Parlament vertretenen Parteien, die damals dabei waren, gesagt haben: Nie wieder! Das wollen wir nicht wiederholen. Nicht alle – wie heute die Anträge auch zeigen – haben sich daran gehalten. (Abg. Brunner: Aber ist es nicht schlimmer, wenn die Regierung die ganze Zeit gar nichts macht?!) – Frau Kollegin, Sie können sich ja gerne dann zu Wort melden und Ihre Meinung dazu kundtun. Sie sind ja auch ein Treiber dessen, was die Kostenlage anlangt. (Abg. Schieder: Das ist hier unsere Geschäftsordnung! Halten Sie Ihre Erklärung, aber tun Sie da nicht Abgeordnete maßregeln!)
Abg. Schieder: Das ist hier unsere Geschäftsordnung! Halten Sie Ihre Erklärung, aber tun Sie da nicht Abgeordnete maßregeln!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manche haben ja diese Sitzung als „Sternstunde des Parlaments“ bezeichnet. (Abg. Steinhauser: Genau! Freie Mehrheiten!) Ich sehe das deutlich anders (Abg. Hauser: War die Erhöhung der Familienbeihilfe schlecht?), denn alleine der Umstand, dass wir damals eine Art Geldverbrennungsaktion gemacht haben, hat dazu geführt, dass alle hier im Parlament vertretenen Parteien, die damals dabei waren, gesagt haben: Nie wieder! Das wollen wir nicht wiederholen. Nicht alle – wie heute die Anträge auch zeigen – haben sich daran gehalten. (Abg. Brunner: Aber ist es nicht schlimmer, wenn die Regierung die ganze Zeit gar nichts macht?!) – Frau Kollegin, Sie können sich ja gerne dann zu Wort melden und Ihre Meinung dazu kundtun. Sie sind ja auch ein Treiber dessen, was die Kostenlage anlangt. (Abg. Schieder: Das ist hier unsere Geschäftsordnung! Halten Sie Ihre Erklärung, aber tun Sie da nicht Abgeordnete maßregeln!)
Abg. Schieder: Aber das ist nicht Ihre Aufgabe! – Unruhe im Sitzungssaal.
Ich habe überhaupt niemanden abgemahnt, ich habe Sie aufgefordert ... (Abg. Schieder: Aber das ist nicht Ihre Aufgabe! – Unruhe im Sitzungssaal.) – Herr Klubobmann Schieder, ich habe alle gebeten, ihre Redebeiträge dann abzugeben und ihre Sicht der Dinge zu bringen. (Abg. Krainer: Um das kümmert sich schon noch die Präsidentin!) Sie können ja gerne sagen, Herr Klubobmann Schieder, dass Sie dagegen sind, das ist ja alles kein Problem. (Abg. Schieder: Sie sind hier Gast im Haus! – Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Abg. Krainer: Um das kümmert sich schon noch die Präsidentin!
Ich habe überhaupt niemanden abgemahnt, ich habe Sie aufgefordert ... (Abg. Schieder: Aber das ist nicht Ihre Aufgabe! – Unruhe im Sitzungssaal.) – Herr Klubobmann Schieder, ich habe alle gebeten, ihre Redebeiträge dann abzugeben und ihre Sicht der Dinge zu bringen. (Abg. Krainer: Um das kümmert sich schon noch die Präsidentin!) Sie können ja gerne sagen, Herr Klubobmann Schieder, dass Sie dagegen sind, das ist ja alles kein Problem. (Abg. Schieder: Sie sind hier Gast im Haus! – Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Abg. Schieder: Sie sind hier Gast im Haus! – Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Ich habe überhaupt niemanden abgemahnt, ich habe Sie aufgefordert ... (Abg. Schieder: Aber das ist nicht Ihre Aufgabe! – Unruhe im Sitzungssaal.) – Herr Klubobmann Schieder, ich habe alle gebeten, ihre Redebeiträge dann abzugeben und ihre Sicht der Dinge zu bringen. (Abg. Krainer: Um das kümmert sich schon noch die Präsidentin!) Sie können ja gerne sagen, Herr Klubobmann Schieder, dass Sie dagegen sind, das ist ja alles kein Problem. (Abg. Schieder: Sie sind hier Gast im Haus! – Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Abg. Schimanek: Wo ist er denn? – Ruf bei der FPÖ: Er ist ja nie da!
Nun, niemand oder nur wenige haben das unterstützt. Sebastian Kurz hat sich zu Wort gemeldet und gesagt, er komme aus dieser Generation. (Abg. Schimanek: Wo ist er denn? – Ruf bei der FPÖ: Er ist ja nie da!) Er hat zwei meiner Vorschläge aufgegriffen: Der eine Vorschlag ist eine Schuldenbremse in der Verfassung und der zweite Vorschlag ist, dass wir ein Gesetz beschließen, dass nach Beschlussfassung über die Auflösung des Nationalrates – außer es sei Gefahr im Verzug – keine budgetrelevanten Beschlüsse mehr umgesetzt werden sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Parlamentsknebelungsantrag! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Parlamentsknebelungsantrag! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Nun, niemand oder nur wenige haben das unterstützt. Sebastian Kurz hat sich zu Wort gemeldet und gesagt, er komme aus dieser Generation. (Abg. Schimanek: Wo ist er denn? – Ruf bei der FPÖ: Er ist ja nie da!) Er hat zwei meiner Vorschläge aufgegriffen: Der eine Vorschlag ist eine Schuldenbremse in der Verfassung und der zweite Vorschlag ist, dass wir ein Gesetz beschließen, dass nach Beschlussfassung über die Auflösung des Nationalrates – außer es sei Gefahr im Verzug – keine budgetrelevanten Beschlüsse mehr umgesetzt werden sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Parlamentsknebelungsantrag! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Kickl: Was hat Ihre Grenzöffnung gekostet?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
mache darauf aufmerksam, dass das Budget durch die Beschlüsse des Jahres 2008 mit 4 Milliarden € nachhaltig belastet ist. Das sind Mittel, die wir dringend woanders bräuchten. (Abg. Kickl: Was hat Ihre Grenzöffnung gekostet?! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fragestellungen, die wir hier haben, deuten alle darauf hin, dass wir eine Art Wahlkampf mit Steuergeld führen. (Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!) Daher bitte ich Sie wirklich nochmals: Versuchen Sie, Ihre Verantwortung wahrzunehmen! Versuchen Sie, die Verantwortung jedes Einzelnen wahrzunehmen, dass wir das nicht mehr machen! (Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!)
Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fragestellungen, die wir hier haben, deuten alle darauf hin, dass wir eine Art Wahlkampf mit Steuergeld führen. (Abg. Belakowitsch: Geh, wirklich?!) Daher bitte ich Sie wirklich nochmals: Versuchen Sie, Ihre Verantwortung wahrzunehmen! Versuchen Sie, die Verantwortung jedes Einzelnen wahrzunehmen, dass wir das nicht mehr machen! (Abg. Belakowitsch: ... das ist auch Steuergeld!)
Abg. Weninger: Schwache Abschlussrede! – Abg. Schimanek: Wer hat das damals beschlossen?!
In der letzten Sitzung – ich habe das kurz erwähnt – sind in Summe Anträge eingebracht worden, die eine Belastung von ungefähr 1,2 Milliarden € ausgelöst hätten. Jetzt kann man sagen, die Anträge sind nicht angenommen worden, aber ich möchte Ihnen einen Vergleich vorlegen: 1,2 Milliarden € sind mehr, als das gesamte Gesundheitsbudget in Österreich beträgt. Und wenn wir darüber diskutieren, Zukunftsinvestitionen zu machen, dann sollten wir wissen, dass wir diese Mittel dringend für Investitionen brauchen, zum Beispiel ins Breitband, das von allen gefordert wird, wofür – nur um einen Vergleich zu bringen – im aktuellen Budget 110 Millionen € enthalten sind. Daher noch einmal mein Appell: Tun Sie das, was 2008 passiert ist, nicht! (Abg. Weninger: Schwache Abschlussrede! – Abg. Schimanek: Wer hat das damals beschlossen?!)
Abg. Kickl: Ah so! Wie war das beim Sicherheitspaket?!
Ich glaube, dass in vielen Bereichen nur Minimalkompromisse zustande kommen, die wird aber niemand – und schon gar nicht die Bürgerinnen und Bürger – als großen Wurf betrachten. Es standen vier Jahre zur Verfügung, um diese Beschlüsse ernsthaft und mit allen Konsequenzen zu diskutieren, und jetzt sollen sie in der letzten Minute in so einer Husch-Pfusch-Art über die Bühne gehen. Nichts von dem, was Sie heute zu beschließen haben oder beschließen wollen, ist so dringlich, dass es nicht dem nächsten Nationalrat nach einer konstituierenden Sitzung übertragen werden könnte – ordentlich durchdacht, auf zukünftige budgetäre Auswirkungen überprüft, mit ordnungsgemäßer Begutachtung und solider Gegenfinanzierung. (Abg. Kickl: Ah so! Wie war das beim Sicherheitspaket?!) Glauben Sie mir: Die Menschen wissen, dass diese Schnellschussaktionen in letzter Minute dem Wahlkampf geschuldet sind, aber nicht der Zukunft dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass in vielen Bereichen nur Minimalkompromisse zustande kommen, die wird aber niemand – und schon gar nicht die Bürgerinnen und Bürger – als großen Wurf betrachten. Es standen vier Jahre zur Verfügung, um diese Beschlüsse ernsthaft und mit allen Konsequenzen zu diskutieren, und jetzt sollen sie in der letzten Minute in so einer Husch-Pfusch-Art über die Bühne gehen. Nichts von dem, was Sie heute zu beschließen haben oder beschließen wollen, ist so dringlich, dass es nicht dem nächsten Nationalrat nach einer konstituierenden Sitzung übertragen werden könnte – ordentlich durchdacht, auf zukünftige budgetäre Auswirkungen überprüft, mit ordnungsgemäßer Begutachtung und solider Gegenfinanzierung. (Abg. Kickl: Ah so! Wie war das beim Sicherheitspaket?!) Glauben Sie mir: Die Menschen wissen, dass diese Schnellschussaktionen in letzter Minute dem Wahlkampf geschuldet sind, aber nicht der Zukunft dieses Landes. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwentner: Arbeiten!
Sie wissen auch, dass es, glaube ich, von den Bürgerinnen und Bürgern nicht honoriert wird, wenn wir die letzten Sitzungen in dieser Legislaturperiode (Abg. Schwentner: Arbeiten!) zu einem Ausverkauf machen – und zwar zu einem Ausverkauf des Menschenverstandes –, der auf die Bürger wirkt, denn die erwarten sich von uns Verantwortung. Sie sind die gewählten Vertreterinnen und Vertreter dieser Bürger; machen Sie sich bewusst (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl, Pirklhuber und Steinbichler), dass dieser Ausverkauf nicht mit zusätzlichen Wählerstimmen, sondern mit der Zukunft und den Schulden des Landes bezahlt wird.
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl, Pirklhuber und Steinbichler
Sie wissen auch, dass es, glaube ich, von den Bürgerinnen und Bürgern nicht honoriert wird, wenn wir die letzten Sitzungen in dieser Legislaturperiode (Abg. Schwentner: Arbeiten!) zu einem Ausverkauf machen – und zwar zu einem Ausverkauf des Menschenverstandes –, der auf die Bürger wirkt, denn die erwarten sich von uns Verantwortung. Sie sind die gewählten Vertreterinnen und Vertreter dieser Bürger; machen Sie sich bewusst (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl, Pirklhuber und Steinbichler), dass dieser Ausverkauf nicht mit zusätzlichen Wählerstimmen, sondern mit der Zukunft und den Schulden des Landes bezahlt wird.
Beifall bei der ÖVP.
schlussfassung über die Auflösung des Nationalrates keine Beschlüsse, die Auswirkungen auf das Budget haben, mehr gefasst werden dürfen und dass alle anderen Gesetzesvorlagen, die dieses Hohe Haus beschließen soll, verpflichtend einer ordentlichen Begutachtung unterworfen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Es gäbe sogar Anträge, womit man sparen könnte! – Abg. Pirklhuber: Stillstand verwalten ist auch keine Politik! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Ich glaube, dass es auch richtig war, die Entscheidung zu treffen, dass in einer aufrechten Koalition keine gegenseitige Überstimmung stattfinden sollte. Ich glaube, es ist richtig, dass man sich daran hält, auch wenn es für andere offensichtlich nicht richtig erscheint. Ich weiß, dass die Versuchung groß ist, und ich bestätige Ihnen hier ganz offiziell, dass auch aus den Ressorts, die von der ÖVP geführt werden, solche Wünsche an mich herangetragen werden. Ich kann Ihnen versichern, sie werden genauso wie alle anderen Ansuchen, mit denen an mich herangetreten wird, im Hinblick auf ihre Budgetrelevanz behandelt. (Abg. Kickl: Es gäbe sogar Anträge, womit man sparen könnte! – Abg. Pirklhuber: Stillstand verwalten ist auch keine Politik! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Ihnen sollte man das auf die Schreibtischunterlage schreiben!
Es ist meine Verantwortung, mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger sorgsam umzugehen. Sie sollten sich nicht nur heute, sondern immer bewusst machen, dass die Quelle allen Geldes die Bürgerinnen und Bürger sind, von denen Sie gewählt wurden und denen gegenüber Sie verantwortlich sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Ihnen sollte man das auf die Schreibtischunterlage schreiben!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Kickl.
Alle Parteien haben in ihren Programmen auch das Thema Steuer- und Abgabenquote verankert, und alle wollen, dass die Steuer- und Abgabenquote sinkt. Jede Million, die Sie heute beschließen, verbaut den Weg, dass Sie mit Ihren eigenen Programmen dieses Ziel realisieren können, wie auch immer die nächste Bundesregierung zusammengesetzt sein wird. (Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Kickl.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steinhauser: Tun Sie nicht so dramatisieren!
Haben Sie sich eigentlich – und da gibt es für mich eine klare Antwort – die Frage gestellt, ob Sie die heute erwarteten Anträge auch ohne Wahlkampf eingebracht hätten? – Meine klare Antwort ist: Nein! Glauben Sie, dass dieses Spiel, dass es hier um Wahlzuckerltaktik und nicht um nachhaltige Beschlüsse geht, nicht längst von den Bürgerinnen und Bürgern durchschaut wird? Wenn Sie mir nicht glauben, dann erinnere ich Sie daran, dass alle renommierten Wirtschaftsforscher dieses Landes, der Gouverneur der Nationalbank, die internationalen Organisationen bis hin zu den Ratingagenturen, dass alle dringend davor gewarnt haben, Beschlüsse zu fassen, die das Budget belasten, um die Konsolidierung des österreichischen Haushalts nicht zu gefährden. Also wenn Sie es mir nicht glauben, dann glauben Sie doch bitte diesen Experten! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steinhauser: Tun Sie nicht so dramatisieren!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Ganz ehrlich gesagt halte ich die Aufforderung von einem Experten, man sollte einen Wandertag statt einer Plenarsitzung machen, nicht für angebracht. Ich halte das für nicht angebracht! Aber stellen wir doch das Vertrauen in die Politik wieder her, indem wir uns verantwortungsvoll verhalten! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie haben es in der Hand, diesen Entwürfen zuzustimmen und keine weiteren Maßnahmen zu beschließen. (Abg. Brosz: Die nächstwöchige Sitzung sagen wir ab!) Wir engen das Budget der Zukunft durch unvernünftige, übereilte Beschlüsse enorm ein, und wir verhindern für jeden zukünftigen Finanzminister, wer immer das ist, aber auch für das Parlament und die Bundesregierung, dass wir für die Zukunft gestalterische Spielräume, die
Abg. Brosz: Die nächstwöchige Sitzung sagen wir ab!
Ganz ehrlich gesagt halte ich die Aufforderung von einem Experten, man sollte einen Wandertag statt einer Plenarsitzung machen, nicht für angebracht. Ich halte das für nicht angebracht! Aber stellen wir doch das Vertrauen in die Politik wieder her, indem wir uns verantwortungsvoll verhalten! (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie haben es in der Hand, diesen Entwürfen zuzustimmen und keine weiteren Maßnahmen zu beschließen. (Abg. Brosz: Die nächstwöchige Sitzung sagen wir ab!) Wir engen das Budget der Zukunft durch unvernünftige, übereilte Beschlüsse enorm ein, und wir verhindern für jeden zukünftigen Finanzminister, wer immer das ist, aber auch für das Parlament und die Bundesregierung, dass wir für die Zukunft gestalterische Spielräume, die
Abg. Brosz: Dann sollten wir sagen, wen das treffen wird! – Abg. Steinhauser: ... Ihrer Fraktion! Zu wem reden Sie?! – Abg. Kickl: Da darf er nicht reden!
Ich darf Ihnen sagen, dass unser Budget durch die Beschlüsse aus dem Jahr 2008 heute – ich habe das schon erwähnt – mit 4 Milliarden € belastet ist. Wenn man die Steuer- und Abgabenquote senken will, dann sollte man davor nicht die Kosten erhöhen, um die Spielräume einzuengen. (Abg. Brosz: Dann sollten wir sagen, wen das treffen wird! – Abg. Steinhauser: ... Ihrer Fraktion! Zu wem reden Sie?! – Abg. Kickl: Da darf er nicht reden!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz, Kogler und Krainer.
Dabei machen Sie mit diesen Dingen nicht einmal mehr politisches Kleingeld, sondern Sie hinterlassen mit diesen Entscheidungen einen budgetären Scherbenhaufen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz, Kogler und Krainer.) Darum bitte ich Sie noch einmal eindringlich: Erinnern Sie sich an Ihre Verantwortung als Volksvertreter, schalten Sie nicht aus wahltaktischen Gründen Ihr Gewissen und Ihre Vernunft aus!
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Denken Sie an das Land und die Menschen, für die Sie Verantwortung tragen, und handeln Sie auch danach! – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Finanzminister, das war ein interessantes Schauspiel, was Sie da abgeliefert haben (Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!), aber vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass gestern im Fernsehen schon Ihr Nachfolger aufgetreten ist und dass Sie sich jetzt gedacht haben: Jetzt muss ich mir noch einmal im Parlament einen Fehltritt leisten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Um Ihnen das auch einmal ganz offen und ehrlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, das Parlament zu maßregeln! (Abg. Steinhauser: Genau!) Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, über die Verfassung drüberzuspringen und alle hier für blöd zu verkaufen – wirklich nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Finanzminister, das war ein interessantes Schauspiel, was Sie da abgeliefert haben (Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!), aber vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass gestern im Fernsehen schon Ihr Nachfolger aufgetreten ist und dass Sie sich jetzt gedacht haben: Jetzt muss ich mir noch einmal im Parlament einen Fehltritt leisten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Um Ihnen das auch einmal ganz offen und ehrlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, das Parlament zu maßregeln! (Abg. Steinhauser: Genau!) Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, über die Verfassung drüberzuspringen und alle hier für blöd zu verkaufen – wirklich nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!)
Abg. Steinhauser: Genau!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Finanzminister, das war ein interessantes Schauspiel, was Sie da abgeliefert haben (Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!), aber vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass gestern im Fernsehen schon Ihr Nachfolger aufgetreten ist und dass Sie sich jetzt gedacht haben: Jetzt muss ich mir noch einmal im Parlament einen Fehltritt leisten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Um Ihnen das auch einmal ganz offen und ehrlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, das Parlament zu maßregeln! (Abg. Steinhauser: Genau!) Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, über die Verfassung drüberzuspringen und alle hier für blöd zu verkaufen – wirklich nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Finanzminister, das war ein interessantes Schauspiel, was Sie da abgeliefert haben (Abg. Steinhauser: Na ja! – Abg. Belakowitsch: Interessant war’s weniger!), aber vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass gestern im Fernsehen schon Ihr Nachfolger aufgetreten ist und dass Sie sich jetzt gedacht haben: Jetzt muss ich mir noch einmal im Parlament einen Fehltritt leisten. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Um Ihnen das auch einmal ganz offen und ehrlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, das Parlament zu maßregeln! (Abg. Steinhauser: Genau!) Es ist nicht die Aufgabe des Finanzministers, über die Verfassung drüberzuspringen und alle hier für blöd zu verkaufen – wirklich nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Bravorufe bei der FPÖ. – Rufe bei den Grünen: Genau!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Vielleicht ist es aber schon ein gewisser Vorgeschmack, wie Ihr Demokratieverständnis dann sein wird, wenn die totale Machtübernahme der neuen ÖVP stattgefunden haben wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ehrlich gesagt kann man sich das ja so nicht gefallen lassen, dass ein Finanzminister 183 frei gewählten Abgeordneten alles aberklärt, was parlamentarische Rechte sind. – So nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS. – Ruf bei der ÖVP: Silberstreifen!)
Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS. – Ruf bei der ÖVP: Silberstreifen!
Vielleicht ist es aber schon ein gewisser Vorgeschmack, wie Ihr Demokratieverständnis dann sein wird, wenn die totale Machtübernahme der neuen ÖVP stattgefunden haben wird. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ehrlich gesagt kann man sich das ja so nicht gefallen lassen, dass ein Finanzminister 183 frei gewählten Abgeordneten alles aberklärt, was parlamentarische Rechte sind. – So nicht, Herr Finanzminister! (Beifall bei SPÖ, Grünen und NEOS. – Ruf bei der ÖVP: Silberstreifen!)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Ehrlich gesagt: Wenn es Ihnen um Ihre Arbeit geht, dann wäre es gescheiter gewesen, Sie hätten den Mut gehabt, sich in der Plenarsitzung nächste Woche hierherzustellen, um einfach einen Budgetvorschlag vorzulegen. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Aber das machen Sie auch nicht, weil ja Ihr Sebastian Kurz gesagt hat, wir müssen Neuwahlen haben – und wir sind jetzt da, wo wir sind! Also bitte, Herr Finanzminister, nehmen Sie den Mund nicht so voll, wenn Sie in dieser Frage auch selbst genug Dreck am Stecken haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: „Dreck am Stecken“!)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: „Dreck am Stecken“!
Ehrlich gesagt: Wenn es Ihnen um Ihre Arbeit geht, dann wäre es gescheiter gewesen, Sie hätten den Mut gehabt, sich in der Plenarsitzung nächste Woche hierherzustellen, um einfach einen Budgetvorschlag vorzulegen. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Aber das machen Sie auch nicht, weil ja Ihr Sebastian Kurz gesagt hat, wir müssen Neuwahlen haben – und wir sind jetzt da, wo wir sind! Also bitte, Herr Finanzminister, nehmen Sie den Mund nicht so voll, wenn Sie in dieser Frage auch selbst genug Dreck am Stecken haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: „Dreck am Stecken“!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In diesem Zusammenhang war übrigens der Beschluss von 2008, die Studiengebühren abzuschaffen, kein Fehler, wie Sie das sagen, Herr Finanzminister, sondern ein Vorteil für unsere Jugend, den sie bis heute immer noch hat. Das, was Sie wieder einführen wollen, was in Ihrem Wahlprogramm steht, ist eine doppelt so hohe Studiengebühr wie jene, die wir damals abgeschafft haben. Das sage ich nur, damit die Studierenden einmal wissen, was ihnen droht, wenn der Langzeitstudent Sebastian Kurz die Macht in diesem Land übernimmt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Omafit, dieses Wort hätte ich mir einmal erwartet (Zwischenruf bei der ÖVP), denn omafit heißt sichere Pensionen. Was sagen Sie dazu? – Geld verbrennen. Na, das werden sich die Pensionisten in diesem Land gefallen lassen, dass der Opa Schelling sagt, sichere Pensionen sind Geldverbrennung. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.) Na pfiat di Gott, das ist eine interessante Herangehensweise. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Berlakovich.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Berlakovich.
Omafit, dieses Wort hätte ich mir einmal erwartet (Zwischenruf bei der ÖVP), denn omafit heißt sichere Pensionen. Was sagen Sie dazu? – Geld verbrennen. Na, das werden sich die Pensionisten in diesem Land gefallen lassen, dass der Opa Schelling sagt, sichere Pensionen sind Geldverbrennung. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.) Na pfiat di Gott, das ist eine interessante Herangehensweise. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Berlakovich.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wofür wir eintreten – nur damit das klar gesagt ist –: Wir haben sieben Punkte veröffentlicht, nämlich unter anderem 3 Milliarden € weniger Steuern auf Arbeit, damit Schluss ist mit Steuerprivilegien und Sonderrechten für Großkonzerne und damit die Arbeit entlastet wird. Wir haben gesagt: 1 500 € steuerfrei und einen Mindestlohn ab 1 500 € ab 2019. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Ganztags- und Kinderbetreuung. Wir wollen 5 000 Lehrer mehr; und wir brauchen auch 2 500 Polizisten mehr, Herr Innenminister. Wir wollen die Pflegefinanzierung sicherstellen und das übrigens auch durch eine gerechte Erbschaftssteuer ab 1 Million € finanzieren. Viele Menschen in diesem Land würden sich wünschen, dass sie so viel erben, dass sie überhaupt Erbschaftssteuer nach unserem Modell zahlen müssten. Zudem fordern wir sichere Pensionen für alle statt Pensionsprivilegien für wenige und eine moderne Verwaltung. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Wofür wir eintreten – nur damit das klar gesagt ist –: Wir haben sieben Punkte veröffentlicht, nämlich unter anderem 3 Milliarden € weniger Steuern auf Arbeit, damit Schluss ist mit Steuerprivilegien und Sonderrechten für Großkonzerne und damit die Arbeit entlastet wird. Wir haben gesagt: 1 500 € steuerfrei und einen Mindestlohn ab 1 500 € ab 2019. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Ganztags- und Kinderbetreuung. Wir wollen 5 000 Lehrer mehr; und wir brauchen auch 2 500 Polizisten mehr, Herr Innenminister. Wir wollen die Pflegefinanzierung sicherstellen und das übrigens auch durch eine gerechte Erbschaftssteuer ab 1 Million € finanzieren. Viele Menschen in diesem Land würden sich wünschen, dass sie so viel erben, dass sie überhaupt Erbschaftssteuer nach unserem Modell zahlen müssten. Zudem fordern wir sichere Pensionen für alle statt Pensionsprivilegien für wenige und eine moderne Verwaltung. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Wenn, dann das gleiche, nicht dasselbe!
Wenn man sich auf der anderen Seite das ÖVP-Programm anschaut – was übrigens irgendwie wie eine Gruppenarbeit zwischen Schelling und Kickl ausschaut, so wie ich es lese, denn komischerweise haben ÖVP und FPÖ dasselbe Wirtschaftsprogramm, was diese 14 Milliarden € betrifft; das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! (Abg. Kickl: Wenn, dann das gleiche, nicht dasselbe!) –, dann kommt man drauf – auch dann wenn man liest, was Ihre Berater wie die Industriellenvereinigung immer so veröffentlichen –, dass dann ein Megasparprogramm und Sozialabbauprogramm auf uns zukommen wird. Das ist die Warnung vor Schwarz-Blau. (Abg. Kickl: Ah!) Mit Schwarz-Blau werden die Pensionen gekürzt, werden die sozialen Sicherheiten gekürzt (Zwischenrufe bei der FPÖ), und man kann das alles schon jetzt in den Wahlprogrammen von Schwarz und Blau lesen, die miteinander, voneinander abgeschrieben haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Silberstein-Modus! – Abg. Neubauer: Sie lassen von Silberstein schreiben!)
Abg. Kickl: Ah!
Wenn man sich auf der anderen Seite das ÖVP-Programm anschaut – was übrigens irgendwie wie eine Gruppenarbeit zwischen Schelling und Kickl ausschaut, so wie ich es lese, denn komischerweise haben ÖVP und FPÖ dasselbe Wirtschaftsprogramm, was diese 14 Milliarden € betrifft; das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! (Abg. Kickl: Wenn, dann das gleiche, nicht dasselbe!) –, dann kommt man drauf – auch dann wenn man liest, was Ihre Berater wie die Industriellenvereinigung immer so veröffentlichen –, dass dann ein Megasparprogramm und Sozialabbauprogramm auf uns zukommen wird. Das ist die Warnung vor Schwarz-Blau. (Abg. Kickl: Ah!) Mit Schwarz-Blau werden die Pensionen gekürzt, werden die sozialen Sicherheiten gekürzt (Zwischenrufe bei der FPÖ), und man kann das alles schon jetzt in den Wahlprogrammen von Schwarz und Blau lesen, die miteinander, voneinander abgeschrieben haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Silberstein-Modus! – Abg. Neubauer: Sie lassen von Silberstein schreiben!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Wenn man sich auf der anderen Seite das ÖVP-Programm anschaut – was übrigens irgendwie wie eine Gruppenarbeit zwischen Schelling und Kickl ausschaut, so wie ich es lese, denn komischerweise haben ÖVP und FPÖ dasselbe Wirtschaftsprogramm, was diese 14 Milliarden € betrifft; das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! (Abg. Kickl: Wenn, dann das gleiche, nicht dasselbe!) –, dann kommt man drauf – auch dann wenn man liest, was Ihre Berater wie die Industriellenvereinigung immer so veröffentlichen –, dass dann ein Megasparprogramm und Sozialabbauprogramm auf uns zukommen wird. Das ist die Warnung vor Schwarz-Blau. (Abg. Kickl: Ah!) Mit Schwarz-Blau werden die Pensionen gekürzt, werden die sozialen Sicherheiten gekürzt (Zwischenrufe bei der FPÖ), und man kann das alles schon jetzt in den Wahlprogrammen von Schwarz und Blau lesen, die miteinander, voneinander abgeschrieben haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Silberstein-Modus! – Abg. Neubauer: Sie lassen von Silberstein schreiben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Silberstein-Modus! – Abg. Neubauer: Sie lassen von Silberstein schreiben!
Wenn man sich auf der anderen Seite das ÖVP-Programm anschaut – was übrigens irgendwie wie eine Gruppenarbeit zwischen Schelling und Kickl ausschaut, so wie ich es lese, denn komischerweise haben ÖVP und FPÖ dasselbe Wirtschaftsprogramm, was diese 14 Milliarden € betrifft; das ist Sand-in-die-Augen-Streuen! (Abg. Kickl: Wenn, dann das gleiche, nicht dasselbe!) –, dann kommt man drauf – auch dann wenn man liest, was Ihre Berater wie die Industriellenvereinigung immer so veröffentlichen –, dass dann ein Megasparprogramm und Sozialabbauprogramm auf uns zukommen wird. Das ist die Warnung vor Schwarz-Blau. (Abg. Kickl: Ah!) Mit Schwarz-Blau werden die Pensionen gekürzt, werden die sozialen Sicherheiten gekürzt (Zwischenrufe bei der FPÖ), und man kann das alles schon jetzt in den Wahlprogrammen von Schwarz und Blau lesen, die miteinander, voneinander abgeschrieben haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Silberstein-Modus! – Abg. Neubauer: Sie lassen von Silberstein schreiben!)
Zwischenruf des Abg. Schultes.
Das Gleiche gilt beim Verbot von Glyphosat, also einem einfachen Nein in der Europäischen Union zu Glyphosat. Wer hat sich geweigert? – Der Umweltminister Rupprechter. Das kostet auch nichts, es ist einfach gratis und trotzdem sinnvoll. (Zwischenruf des Abg. Schultes.) Vielleicht könnten Sie sich einmal dafür einsetzen, anstatt uns hier mit Ihren Reden auch irgendwie zu nerven.
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
derung – endlich eingeführt wird. Was schlägt er jetzt vor? – Dass man nur dann eine Unterhaltsgarantie bekommt, wenn man auf sein ganzes Vermögen verzichtet. Das ist ehrlich gesagt auch keine redliche Politik. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist genau das, was die Bürger bis obenhin satthaben: Ihre Belehrungen, Herr Finanzminister, Ihre Vorgehensweise und Ihre Sozialabbauprogramme, die jetzt schon im Wahlprogramm stehen. Dazu braucht es ein Nein, und das Nein kann nur ein Ja zur SPÖ heißen – damit Sie es auch einmal wissen! (Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede war das!)
Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede war das!
derung – endlich eingeführt wird. Was schlägt er jetzt vor? – Dass man nur dann eine Unterhaltsgarantie bekommt, wenn man auf sein ganzes Vermögen verzichtet. Das ist ehrlich gesagt auch keine redliche Politik. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist genau das, was die Bürger bis obenhin satthaben: Ihre Belehrungen, Herr Finanzminister, Ihre Vorgehensweise und Ihre Sozialabbauprogramme, die jetzt schon im Wahlprogramm stehen. Dazu braucht es ein Nein, und das Nein kann nur ein Ja zur SPÖ heißen – damit Sie es auch einmal wissen! (Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede war das!)
Abg. Brosz: Das sollte man dem Schelling sagen! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Schieder, ich würde mir in Tagen wie diesen gut überlegen, wie man hier an das Rednerpult tritt. (Abg. Brosz: Das sollte man dem Schelling sagen! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist nämlich so: Wenn man im Glashaus sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Schieder, ich würde mir in Tagen wie diesen gut überlegen, wie man hier an das Rednerpult tritt. (Abg. Brosz: Das sollte man dem Schelling sagen! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist nämlich so: Wenn man im Glashaus sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: ... Schnöselpolitik!
Es ist Ihre Fraktion, meine Damen und Herren, es ist die SPÖ (Abg. Pirklhuber: ... Schnöselpolitik!), die derzeit dafür verantwortlich ist, dass wir, was das politische Image anbelangt, einen absoluten Tiefpunkt in Österreich erreicht haben. Das sollte zu Beginn dieser Debatte auch erwähnt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Es ist Ihre Fraktion, meine Damen und Herren, es ist die SPÖ (Abg. Pirklhuber: ... Schnöselpolitik!), die derzeit dafür verantwortlich ist, dass wir, was das politische Image anbelangt, einen absoluten Tiefpunkt in Österreich erreicht haben. Das sollte zu Beginn dieser Debatte auch erwähnt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Brosz: Parlamentsknebelungsantrag! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Ich danke dem Finanzminister für seine Initiative, dass er heute, elf Tage vor einer Nationalratswahl, hier noch einmal einen Aufruf an die 183 Abgeordneten tätigt, dass wir unsere Verantwortung letzten Endes auch wahrnehmen. (Abg. Brosz: Parlamentsknebelungsantrag! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Brosz: Aber nur die, die euch passen! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Wir von der Volkspartei haben seit dem Zeitpunkt, als klar war, dass es Neuwahlen geben wird – und diesen Antrag haben wir hier gemeinsam beschlossen –, immer klar festgehalten, dass wir bereit sind, noch Punkte abzuarbeiten, die wir gemeinsam ausgearbeitet haben (Abg. Brosz: Aber nur die, die euch passen! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), dass wir aber keine Beschlüsse mehr haben wollen, die budgetschädlich sind. Wir haben uns auch darauf verständigt, dass wir unseren Koalitionspartner nicht überstimmen werden. (Abg. Brosz: Welchen Koalitionspartner?) Das halten wir auch ein, meine Damen und Herren, weil es gegenüber der Bevölkerung unverantwortlich wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bösch.)
Abg. Brosz: Welchen Koalitionspartner?
Wir von der Volkspartei haben seit dem Zeitpunkt, als klar war, dass es Neuwahlen geben wird – und diesen Antrag haben wir hier gemeinsam beschlossen –, immer klar festgehalten, dass wir bereit sind, noch Punkte abzuarbeiten, die wir gemeinsam ausgearbeitet haben (Abg. Brosz: Aber nur die, die euch passen! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), dass wir aber keine Beschlüsse mehr haben wollen, die budgetschädlich sind. Wir haben uns auch darauf verständigt, dass wir unseren Koalitionspartner nicht überstimmen werden. (Abg. Brosz: Welchen Koalitionspartner?) Das halten wir auch ein, meine Damen und Herren, weil es gegenüber der Bevölkerung unverantwortlich wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bösch.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bösch.
Wir von der Volkspartei haben seit dem Zeitpunkt, als klar war, dass es Neuwahlen geben wird – und diesen Antrag haben wir hier gemeinsam beschlossen –, immer klar festgehalten, dass wir bereit sind, noch Punkte abzuarbeiten, die wir gemeinsam ausgearbeitet haben (Abg. Brosz: Aber nur die, die euch passen! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), dass wir aber keine Beschlüsse mehr haben wollen, die budgetschädlich sind. Wir haben uns auch darauf verständigt, dass wir unseren Koalitionspartner nicht überstimmen werden. (Abg. Brosz: Welchen Koalitionspartner?) Das halten wir auch ein, meine Damen und Herren, weil es gegenüber der Bevölkerung unverantwortlich wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Bösch.)
Abg. Schwentner: Aber wenn Sie fünf Jahre nichts getan haben!
Wir wollen auch keine Husch-Pfusch-Aktionen! Und, Herr Kollege Schieder, bei allen anderen Gesetzen wird während einer Legislaturperiode darauf gepocht, dass es ordentliche Begutachtungen gibt, dass die Sozialpartner auch bei wichtigen Materien ein Mitspracherecht haben (Abg. Schwentner: Aber wenn Sie fünf Jahre nichts getan haben!); und jetzt soll man innerhalb weniger Tage hier Gesetze durchpeitschen, die weitreichende Veränderungen auch im gesellschaftlichen Leben, auch im wirtschaftlichen Leben und auch für die Menschen in Österreich haben. (Abg. Schieder: Das war ja der Schelling!) Meine Damen und Herren, da machen wir von der Volkspartei schlicht und einfach nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Das war ja der Schelling!
Wir wollen auch keine Husch-Pfusch-Aktionen! Und, Herr Kollege Schieder, bei allen anderen Gesetzen wird während einer Legislaturperiode darauf gepocht, dass es ordentliche Begutachtungen gibt, dass die Sozialpartner auch bei wichtigen Materien ein Mitspracherecht haben (Abg. Schwentner: Aber wenn Sie fünf Jahre nichts getan haben!); und jetzt soll man innerhalb weniger Tage hier Gesetze durchpeitschen, die weitreichende Veränderungen auch im gesellschaftlichen Leben, auch im wirtschaftlichen Leben und auch für die Menschen in Österreich haben. (Abg. Schieder: Das war ja der Schelling!) Meine Damen und Herren, da machen wir von der Volkspartei schlicht und einfach nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen auch keine Husch-Pfusch-Aktionen! Und, Herr Kollege Schieder, bei allen anderen Gesetzen wird während einer Legislaturperiode darauf gepocht, dass es ordentliche Begutachtungen gibt, dass die Sozialpartner auch bei wichtigen Materien ein Mitspracherecht haben (Abg. Schwentner: Aber wenn Sie fünf Jahre nichts getan haben!); und jetzt soll man innerhalb weniger Tage hier Gesetze durchpeitschen, die weitreichende Veränderungen auch im gesellschaftlichen Leben, auch im wirtschaftlichen Leben und auch für die Menschen in Österreich haben. (Abg. Schieder: Das war ja der Schelling!) Meine Damen und Herren, da machen wir von der Volkspartei schlicht und einfach nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schimanek: ... Familienbeihilfe ... das war ja nichts Schlechtes!
Warum machen wir bei diesen Aktionen nicht mit? – Weil wir den 24. September 2008 noch in schlechter Erinnerung haben. (Abg. Schimanek: ... Familienbeihilfe ... das war ja nichts Schlechtes!) Ja, es ist richtig, auch wir haben damals bei einigen Gesetzesbeschlüssen mitgestimmt. Und wissen Sie warum? – Weil es hier herinnen vier Tage vor einer Wahl, wie es damals war, leider Gottes wie am Basar ist. Man versucht, sich ge-
Abg. Pirklhuber: Ihr seid gegen jede Vermögensbesteuerung!
Wir haben bei einigen Gesetzen mitgestimmt, wir haben aber auch einige verhindert oder versucht zu verhindern. Erinnern wir uns nur an die letzte Sitzung – der Herr Finanzminister hat es bereits ausgeführt –: Es sind Anträge, die Kosten in der Höhe von 1,2 Milliarden € verursachen würden, hier vorgelegen, haben aber Gott sei Dank keine Mehrheit gefunden. (Abg. Pirklhuber: Ihr seid gegen jede Vermögensbesteuerung!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir haben auch wenige Tage vor der Wahl unsere Verantwortung gegenüber der Bevölkerung wahrzunehmen. Daher lehnen wir von der Volkspartei es ab, hier budgetschädliche Beschlüsse in einem derartigen Ausmaß noch zu fassen. Das haben sich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schieder: Ohne Begutachtung, oder? Was ist mit der Begutachtung?
Wir bringen daher zwei Anträge ein. Der eine Antrag beinhaltet genau das, was auch viele andere europäische Länder bereits umgesetzt haben (Abg. Schieder: Ohne Begutachtung, oder? Was ist mit der Begutachtung?): dass es dann zu keinen budgetschädlichen Beschlüssen mehr kommen darf.
Zwischenruf des Abg. Scherak.
Ich möchte die Aussage zurückweisen, dass das Parlament damit ausgeschaltet wird. Das stimmt nicht! Im Gesetzestext steht ganz vorne, dass bei Gefahr im Verzug das Parlament natürlich zusammentreten und auch Beschlüsse fassen kann. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Aber wir wollen einfach nicht, dass es zu diesen budgetschädlichen Beschlüssen kommt, weil eine Nachfolgeregierung letzten Endes in der Verantwortung steht und sozusagen ja auch mit dem umgehen muss. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Ich möchte die Aussage zurückweisen, dass das Parlament damit ausgeschaltet wird. Das stimmt nicht! Im Gesetzestext steht ganz vorne, dass bei Gefahr im Verzug das Parlament natürlich zusammentreten und auch Beschlüsse fassen kann. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Aber wir wollen einfach nicht, dass es zu diesen budgetschädlichen Beschlüssen kommt, weil eine Nachfolgeregierung letzten Endes in der Verantwortung steht und sozusagen ja auch mit dem umgehen muss. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Nur ein Beispiel: Es würde doch in einer Gemeinde, also auf der kommunalen Ebene – ich bin ja nach wie vor in einer 800-Einwohner-Gemeinde als Gemeinderat tätig –, der Gemeinderat niemals vor einer Gemeinderatswahl Beschlüsse fassen, die weitreichende Änderungen zum Nachteil des Gemeindebudgets zur Folge hätten. (Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.) Also wenn es auf Gemeindeebene nicht gemacht wird, dann brauchen wir es hier im Nationalrat auch nicht zu machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Das ist ja unglaublich! Die ganzen schwarzen niederösterreichischen Gemeinden ...! – Abg. Schimanek: In meiner Gemeinde hat die ÖVP gegen das Sparprogramm gestimmt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Das ist ja unglaublich! Die ganzen schwarzen niederösterreichischen Gemeinden ...! – Abg. Schimanek: In meiner Gemeinde hat die ÖVP gegen das Sparprogramm gestimmt!
Nur ein Beispiel: Es würde doch in einer Gemeinde, also auf der kommunalen Ebene – ich bin ja nach wie vor in einer 800-Einwohner-Gemeinde als Gemeinderat tätig –, der Gemeinderat niemals vor einer Gemeinderatswahl Beschlüsse fassen, die weitreichende Änderungen zum Nachteil des Gemeindebudgets zur Folge hätten. (Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.) Also wenn es auf Gemeindeebene nicht gemacht wird, dann brauchen wir es hier im Nationalrat auch nicht zu machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Das ist ja unglaublich! Die ganzen schwarzen niederösterreichischen Gemeinden ...! – Abg. Schimanek: In meiner Gemeinde hat die ÖVP gegen das Sparprogramm gestimmt!)
Abg. Schimanek: Es gibt aber ein Regierungsprogramm, das umgesetzt gehört hätte!
Meine Damen und Herren, abschließend zu diesem Thema: Es gibt keinen Grund dafür, dass Wahlprogramme noch vor der Wahl umgesetzt werden müssen. (Abg. Schimanek: Es gibt aber ein Regierungsprogramm, das umgesetzt gehört hätte!) Das Wahlprogramm ist dazu da, die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, dass sie einen wählen sollen, und zu zeigen, dass man das nach der Wahl auch umsetzen möchte. So machen wir es auch in den Gemeinden. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren, abschließend zu diesem Thema: Es gibt keinen Grund dafür, dass Wahlprogramme noch vor der Wahl umgesetzt werden müssen. (Abg. Schimanek: Es gibt aber ein Regierungsprogramm, das umgesetzt gehört hätte!) Das Wahlprogramm ist dazu da, die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, dass sie einen wählen sollen, und zu zeigen, dass man das nach der Wahl auch umsetzen möchte. So machen wir es auch in den Gemeinden. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Jetzt sind die Wählerinnen und Wähler am Wort. Nehmen wir diese Verantwortung gemeinsam wahr, werben wir in den letzten Tagen für unsere Programme, für unsere Ideen – und dann haben die Wählerinnen und Wähler das Wort. Das sind wir den Menschen in unserem Land schuldig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Krainer.
Verantwortung für Steuermittel muss man auch in Vorwahlkampfzeiten, nicht nur in Wahlkampfzeiten zeigen, Herr Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Krainer.)
Beifall bei der FPÖ.
Da haben Sie allerdings kläglich versagt. Wo waren denn Ihre mahnenden Worte, als die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise das Geld abgeschafft hat? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Fast 5 Milliarden € haben Sie in der Vergangenheit an Flüchtlingskosten in die Luft geblasen, und da hat man von Ihnen aber überhaupt nichts gehört, Herr Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ.) – So viel zu Ihrer Glaubwürdigkeit.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kogler: Da hat er recht! – Abg. Steinhauser: Das ist alles eine Doppelmoral!
Ein weiterer Aspekt: Eigenartigerweise zeigen sich die rot-schwarzen Ministerien in Wahlkampfzeiten besonders geberfreundlich, was das Schalten von Inseraten anbelangt: Mehr als dreimal so viele Inserate wie die wahlwerbenden Parteien schalteten die rot-schwarzen Ministerien im Zeitraum 1. September 2017 bis 22. September 2017, also in 22 Tagen. 1,64 Millionen € beträgt der Bruttowerbewert, den die rot-schwarzen Ministerien in 22 Tagen in die Luft geblasen haben. Das sind fast 75 000 € pro Tag! Und dann stellt sich der Herr Finanzminister heute hier im Parlament her und spricht vollmundig von Verantwortung für Steuermittel auch in Wahlkampfzeiten. Wie glaubwürdig ist das denn, Herr Finanzminister? – Stoppen Sie diesen millionenteuren Inseratenunfug Ihrer rot-schwarzen Regierungskollegen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kogler: Da hat er recht! – Abg. Steinhauser: Das ist alles eine Doppelmoral!)
Abg. Schimanek: So sind sie! – Abg. Kickl: Der schwarze Mann spricht mit gespaltener Zunge!
Die FPÖ hat in der Vergangenheit unzählige Male die verfassungsrechtliche Verankerung einer Schuldenbremse gefordert. Die ÖVP hat das immer abgelehnt und gesagt, keine Schuldenbremse in der Verfassung. (Abg. Schimanek: So sind sie! – Abg. Kickl: Der schwarze Mann spricht mit gespaltener Zunge!) Und heute präsentiert die ÖVP mit ihrem zukünftigen Juniorpartner aus der roten Reichshälfte ein Bundesverfassungsgesetz zur Schuldenbremse. Die ÖVP ist hier gleich glaubwürdig wie ihr Finanzminister samt den Regierungskollegen, die eine Verantwortung für Steuermittel einmahnen, gleichzeitig aber das Geld mit dem Schalten von Inseraten zum Fenster hinauswerfen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.
Die FPÖ hat in der Vergangenheit unzählige Male die verfassungsrechtliche Verankerung einer Schuldenbremse gefordert. Die ÖVP hat das immer abgelehnt und gesagt, keine Schuldenbremse in der Verfassung. (Abg. Schimanek: So sind sie! – Abg. Kickl: Der schwarze Mann spricht mit gespaltener Zunge!) Und heute präsentiert die ÖVP mit ihrem zukünftigen Juniorpartner aus der roten Reichshälfte ein Bundesverfassungsgesetz zur Schuldenbremse. Die ÖVP ist hier gleich glaubwürdig wie ihr Finanzminister samt den Regierungskollegen, die eine Verantwortung für Steuermittel einmahnen, gleichzeitig aber das Geld mit dem Schalten von Inseraten zum Fenster hinauswerfen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.
Wenn man sich Ihre beiden Entwürfe zur Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes ansieht, dann fragt man sich schon: Kommen diese Entwürfe aus Ihrer Legistikabteilung oder – was ich eher vermute – aus Ihrer Marketingabteilung? Im ersten Punkt formulieren Sie, dass es in Wahlkampfzeiten keine Gesetzesbeschlüsse mehr geben soll, die sich auf das Budget auswirken. – Herr Finanzminister! Die Bundesregierung befindet sich seit zwei Jahren in einem Dauerwahlkampf! Das heißt, wir wären zwei Jahre lang arbeitslos gewesen und hätten hier überhaupt keine Beschlüsse fassen können. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak. – Abg. Kogler: Ja, richtig!
Ein zweiter Punkt: Auch in Wahlkampfzeiten fordert der Herr Finanzminister ein ordentliches Begutachtungsverfahren. – Herr Finanzminister! Wir haben nicht einmal außerhalb der Wahlkampfzeiten ein ordentliches Begutachtungsverfahren. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak. – Abg. Kogler: Ja, richtig!)
Abg. Kogler: Ja!
Herr Finanzminister! Das beste Beispiel sind ja Ihre beiden Vorschläge zur Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes. Wir haben gestern um 19.25 Uhr den Entwurf einer Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes bekommen (Abg. Kogler: Ja!) – zwölf Tage vor der Wahl –, und heute sollen wir darüber abstimmen. Und Sie stellen sich hierher und fordern ein ordentliches Begutachtungsverfahren! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.
Herr Finanzminister! Das beste Beispiel sind ja Ihre beiden Vorschläge zur Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes. Wir haben gestern um 19.25 Uhr den Entwurf einer Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes bekommen (Abg. Kogler: Ja!) – zwölf Tage vor der Wahl –, und heute sollen wir darüber abstimmen. Und Sie stellen sich hierher und fordern ein ordentliches Begutachtungsverfahren! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, Grünen und NEOS.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Finanzminister! Wenn Sie schon Verantwortung für Steuermittel und Arbeitsplätze einmahnen, dann können Sie sich selbst gleich an der Nase nehmen und die Steuermittel, die Sie den österreichischen Steuerzahlern in der Vergangenheit durch die kalte Progression weggenommen haben, wieder zurückgeben. Die FPÖ wird die Abschaffung der kalten Progression in der heutigen Sitzung des Finanzausschusses wieder thematisieren, und ich bin neugierig, ob es der ÖVP wirklich um eine Entlastung der Steuerzahler geht oder ob das nur wahlkampfbedingte Lippenbekenntnisse sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Österreich verdient Fairness. Die Abschaffung der kalten Progression ist kein Wahlzuckerl, und die FPÖ wird sicherstellen, dass die durch Rot und Schwarz in Österreich verursachte Fairnesskrise am 15. Oktober 2017 beendet wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Der Kopf hat ja gar nicht geredet!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir sollten den Versuch unternehmen, die Debatte wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. (Ruf bei der FPÖ: Der Kopf hat ja gar nicht geredet!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Heiterkeit bei der FPÖ.
Bei allem Respekt, Herr Finanzminister – es verbinden uns ja einige Erfolge –: Ganz erschließt sich dieser Vorgang nicht. Die Bundesregierung hat laut der österreichischen Verfassung und der Geschäftsordnung dieses Hauses das Recht, sich hier zu erklären – auch Minister. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Verfassungsgesetzgeber vorausgesehen hat, dass sich Minister in dieses Parlament begeben werden, um sich dem Parlament zu erklären und dem Parlament zu erklären, dass es gefälligst die Pappen halten soll, nämlich das Parlament. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Steinhauser: Das war eine Entlastung der BürgerInnen!
Selbst dann, wenn es so wäre, wie Sie es befürchten: Man kann ja die Studiengebührendebatte von damals aufgreifen. Es hat halt eine Mehrheit dafür gegeben, eine demokratisch gewählte Mehrheit, die das beschlossen hat. (Abg. Steinhauser: Das war eine Entlastung der BürgerInnen!) Und dann ist das halt so. Die Wählerinnen und Wähler hatten dann im Jahr 2013 die Möglichkeit, dieses zu betrachten, zu berücksichtigen – vorausgesetzt die Medienlandschaft funktioniert und berichtet all das relativ korrekt – und sich ein Bild zu machen. Und diejenigen, die das für Geldverbrennerei halten, wie Ihre Fraktion das formuliert, wählen halt dann andere Parteien. Dann kann man schauen, wer sich wie gegenüber den jungen Menschen verhält – apropos enkelfit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Selbst dann, wenn es so wäre, wie Sie es befürchten: Man kann ja die Studiengebührendebatte von damals aufgreifen. Es hat halt eine Mehrheit dafür gegeben, eine demokratisch gewählte Mehrheit, die das beschlossen hat. (Abg. Steinhauser: Das war eine Entlastung der BürgerInnen!) Und dann ist das halt so. Die Wählerinnen und Wähler hatten dann im Jahr 2013 die Möglichkeit, dieses zu betrachten, zu berücksichtigen – vorausgesetzt die Medienlandschaft funktioniert und berichtet all das relativ korrekt – und sich ein Bild zu machen. Und diejenigen, die das für Geldverbrennerei halten, wie Ihre Fraktion das formuliert, wählen halt dann andere Parteien. Dann kann man schauen, wer sich wie gegenüber den jungen Menschen verhält – apropos enkelfit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sprechen immer und überall von enkelfit, reden von der Zukunft, vom Wirtschaftsstandort, Forschungsstandort, Wissenschaftsstandort, und dann sind wir nicht einmal in der Lage, das Budget, ausreichend für ein paar Monate, ein paar Jahre, zu beschließen, dass man gestalten kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Autoritärer Stil!
Deshalb war es richtig, dass das Parlament das beschlossen hat. Das war richtig. In dieser, von Ihnen gezeichneten Welt dürften wir das gar nicht mehr. – Das wäre die Selbstentleibung des Parlaments! Was hören wir denn da? Was hören wir denn da? (Abg. Pirklhuber: Autoritärer Stil!)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Heiterkeit bei der FPÖ.
Ja, dass Herr Kurz nie ins Parlament kommt, in das er als Regierungsmitglied gehörte, das wissen wir. Wo ist er denn überhaupt die ganze Zeit? Erklärt er sich hier? – Nein, er tritt nur mehr im Fernsehen auf, wie ein Fernsehguru. Und dann tritt Herr Wöginger, vermutlich der zukünftige Klubobmann, hier ans Rednerpult und gestaltet seinen Auftritt hier wieder so, dass man in der letzten Reihe schon den Sektenbeauftragten alarmieren muss. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Heiterkeit bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: ... die Frau Lunacek? – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Das sind Ihre Vorgaben und Inszenierungen hier. (Ruf bei der ÖVP: ... die Frau Lunacek? – Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Und deshalb bleiben wir dabei und deshalb sage ich: vom Kopf auf die Füße.
Heiterkeit bei den Grünen.
Man fragt sich eigentlich, warum grün überhaupt – nach der Farbenmischungslehre – ein Bestandteil von türkis sein soll, denn das ist nicht erkennbar. (Heiterkeit bei den Grünen.) Sie sollten sich eine andere Farbe nehmen, am besten wieder schwarz, denn so sind Sie nämlich noch immer unterwegs. Diese Tarnkappenbomberei muss man Ihnen halt immer wieder vorhalten. Es fallen ja genug Leute darauf herein; das ist halt so. Das muss man in der Demokratie auch aushalten. Aber Sie werden es nicht schaffen, dem Parlament hier mit solchen Vorträgen sozusagen de facto die Beschlussfähigkeit zu entziehen. Ja, so weit kommt es noch! Wir können uns ja vorstellen, wohin das alles führt, wenn Sie denn einmal und so weiter und so fort. (Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Man fragt sich eigentlich, warum grün überhaupt – nach der Farbenmischungslehre – ein Bestandteil von türkis sein soll, denn das ist nicht erkennbar. (Heiterkeit bei den Grünen.) Sie sollten sich eine andere Farbe nehmen, am besten wieder schwarz, denn so sind Sie nämlich noch immer unterwegs. Diese Tarnkappenbomberei muss man Ihnen halt immer wieder vorhalten. Es fallen ja genug Leute darauf herein; das ist halt so. Das muss man in der Demokratie auch aushalten. Aber Sie werden es nicht schaffen, dem Parlament hier mit solchen Vorträgen sozusagen de facto die Beschlussfähigkeit zu entziehen. Ja, so weit kommt es noch! Wir können uns ja vorstellen, wohin das alles führt, wenn Sie denn einmal und so weiter und so fort. (Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben also durch die Abgeordneten Sigi Maurer, Christiane Brunner und Harald Walser in all diesen Bereichen noch etwas zustande gebracht – Uni-Milliarde, Ökostromgesetz, Bildungsreform –, das Sie in Zukunft verhindern wollen und die Sie an ihrer Arbeit hindern wollen. Na wunderbar! Seien wir froh, dass es hier ein paar aufgeweckte, gute Abgeordnete gibt, die die Regierung wieder an der Hand nehmen und darauf schauen, dass hier etwas weitergeht – und selbst, wenn es vor der Wahl ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brunner: Das ist kein Problem!
Wenn wir schon beim Herrn Außenminister und Spitzenkandidaten sind, der ja ständig auf der Flucht ist – er ist ja die halbe Zeit nicht in den Sitzungen des Europäischen Rates, wenn er dort sein sollte, er ist die halbe Zeit nicht in der Regierung und im Parlament schon gar nicht, aber andere erklären sich hier ständig; das geht nicht –: Im Fernsehen erklärt er Steuersenkungen ohne ausreichende Gegenfinanzierung von plus/minus – ist ja eh nicht so genau. (Abg. Brunner: Das ist kein Problem!) Selbst die Industriellenvereinigung hat sich zu Recht aufgeregt, weil man nicht so schludrig über Beträge von plus/minus 15 Milliarden € reden kann. Da regt sich in der ÖVP keiner auf?
Beifall bei den Grünen.
Hier geht es um Beschlüsse in der Höhe von ein paar Hundert Millionen, da kriegen Sie die Panik, wenn einmal vielleicht auch noch etwas Richtiges geschieht, aber nur, weil es Ihnen nicht passt. Aber wenn ein Spitzenkandidat damit hausieren geht, unschuldige, vor dem Fernseher sitzende Österreicherinnen und Österreicher überfällt und ihnen erklärt, dass sie 15 Milliarden an Steuersenkungen zu erwarten haben, ohne ausreichende Gegenfinanzierung, ist Ihnen das wurscht! Da wären Sie als Finanzminister gefordert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Finanzminister, es heißt „Steuern“, deshalb: Umsteuern in eine moderne Wirtschaftspolitik und nicht irgendeine altmodische Geschichte erzählen und sich dann als neue Partei verkaufen wollen! – Das ist furchtbar. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Brosz: Das gilt aber für Regierungsmitglieder auch!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich kann gut verstehen und es war auch zu erwarten, dass wir heute eine sehr emotionale Debatte führen werden. Ich ersuche Sie dennoch, dass wir die sachliche Ebene nicht verlassen und dass wir, so wie wir das in der Geschäftsordnung festgelegt haben, unsere Reden so formulieren, dass wir nicht die Würde des Hauses verletzen. (Abg. Brosz: Das gilt aber für Regierungsmitglieder auch!) – Das war ein Appell an das gesamte Haus.
Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Schieder.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Sachliche Leidenschaft ist unsere Stärke, Frau Präsidentin, diese werden wir einhalten. Bei der Aufforderung, die sachliche Ebene nicht zu verlassen, tue ich mir ein bisschen schwer, da heute die sachliche Ebene von diesem Minister noch nie erreicht wurde. Das ist alles Inszenierung, wenn wir uns ehrlich sind, und passt natürlich gut ins Bild dieses ÖVP-Wahlkampfs. (Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Schieder.)
Beifall bei NEOS, FPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die ÖVP wird gewinnen, das ist sicher, jedenfalls den Staatspreis für die beste und auch für die teuerste Eventagentur des Landes, denn was sie im ganzen Land an Inszenierungen organisiert, das ist mit 7 Millionen € nie und nimmer darstellbar. (Beifall bei NEOS, FPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist mit kreativen Finanzierungen versehen, mit ihren Vorfeldorganisationen, Vereinen et cetera. Das wird Österreich auch nach diesem Wahltag noch beschäftigen, denn das ist nichts anderes, als den Menschen in einer Art und Weise Sand in die Augen zu streuen, sodass sie verschaukelt werden – ich möchte keine Kraftausdrücke verwenden, damit die Frau Präsidentin nicht mit einem Ordnungsruf ausrücken muss.
Abg. Tamandl: Das stimmt ja gar nicht!
Warum ist das, was Sie hier machen, nicht glaubwürdig, Herr Minister? – Weil NEOS mehrfach genau diesen Antrag betreffend eine Schuldenbremse im Verfassungsrang eingebracht haben. Wir halten das auch für sinnvoll. Wer hat es immer abgelehnt? – Die ÖVP! (Abg. Tamandl: Das stimmt ja gar nicht!) – Schauen Sie in die Protokolle! Ich weiß nicht, wo Sie hinschauen, wenn Sie hier sind, aber jedenfalls nicht ... (Abg. Tamandl: Da warst du ja noch gar nicht da, wie das geplatzt ist!) – Wenn Sie ernsthaft in die Protokolle schauen, dann werden Sie feststellen, Sie haben das immer wieder abgelehnt.
Abg. Tamandl: Da warst du ja noch gar nicht da, wie das geplatzt ist!
Warum ist das, was Sie hier machen, nicht glaubwürdig, Herr Minister? – Weil NEOS mehrfach genau diesen Antrag betreffend eine Schuldenbremse im Verfassungsrang eingebracht haben. Wir halten das auch für sinnvoll. Wer hat es immer abgelehnt? – Die ÖVP! (Abg. Tamandl: Das stimmt ja gar nicht!) – Schauen Sie in die Protokolle! Ich weiß nicht, wo Sie hinschauen, wenn Sie hier sind, aber jedenfalls nicht ... (Abg. Tamandl: Da warst du ja noch gar nicht da, wie das geplatzt ist!) – Wenn Sie ernsthaft in die Protokolle schauen, dann werden Sie feststellen, Sie haben das immer wieder abgelehnt.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich war gestern mit Josef Moser, den ich für seine Reformvorschläge schätze, bei der Wahldiskussion im ORF. Josef Moser hat uns 1 007 Reformvorschläge hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sehr viele dieser Reformvorschläge wurden von der ÖVP blockiert. Jetzt aber wechselt Moser in die Rolle eines ÖVP-Mandatars, und was passiert? Er wird plötzlich vom Virus des Unmutes angesteckt. Bei der Pensionsreform kann er sich plötzlich nicht erinnern, was er selber vorgeschlagen hat. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Fekter.
Ich war gestern mit Josef Moser, den ich für seine Reformvorschläge schätze, bei der Wahldiskussion im ORF. Josef Moser hat uns 1 007 Reformvorschläge hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sehr viele dieser Reformvorschläge wurden von der ÖVP blockiert. Jetzt aber wechselt Moser in die Rolle eines ÖVP-Mandatars, und was passiert? Er wird plötzlich vom Virus des Unmutes angesteckt. Bei der Pensionsreform kann er sich plötzlich nicht erinnern, was er selber vorgeschlagen hat. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Das muss man sich vorstellen: Zum Thema Transparenzdatenbank sagt er auf den Vorschlag hin, wir sollten Sanktionen für jene Landeshauptleute vorsehen, die eben nicht die Transparenz herstellen: Na ja, lassen wir sie doch, da müssen wir ihnen gut zureden. – Gut zureden kann man einer schwangeren Kuh, aber nicht einem störrischen Landeshauptmann! (Beifall bei den NEOS. – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.) – Das mit der Kuh ist ein Vorarlberger Sprichwort, glaube ich, das ist nichts tierisch Sexistisches. – Und dann schickt sich dieser Mann an, Finanzminister der nächsten Regierung zu werden. Jetzt haben wir schon drei Anwärter für das Amt des Finanzministers, da sitzen zwei (auf die Bundesminister Schelling und Sobotka weisend), Moser ist der Dritte. Ich würde sagen, ein Duell bei Philippi ist angesagt. Wir werden sehen, einer bleibt möglicherweise übrig. Alle drei sind irgendwie prominente Gefangene der Bünde, der Landeshauptleute, der Tausendschaften an Funktionären.
Abg. Wöginger: Von den Bauern kriegst du keine Stimme!
All diese schreiben jetzt lange Listen (Abg. Wöginger: Von den Bauern kriegst du keine Stimme!), diese sagen, jetzt halte ich noch bis zum 15. Oktober den Mund, und am 16. Oktober stehen sie auf der Matte und sagen: Nicht die Perspektive der Menschen zählt, nein, das ist die Ansicht der NEOS, sondern die Perspektive der Funktionäre zählt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Jetzt sind wir wieder dran. Jetzt machen wir heiter weiter mit der Selbstbedienung in diesem Land, mit der Plünderung dieser Republik in Rot-Schwarz. (Abg. Wöginger: „Plünderung“?!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
All diese schreiben jetzt lange Listen (Abg. Wöginger: Von den Bauern kriegst du keine Stimme!), diese sagen, jetzt halte ich noch bis zum 15. Oktober den Mund, und am 16. Oktober stehen sie auf der Matte und sagen: Nicht die Perspektive der Menschen zählt, nein, das ist die Ansicht der NEOS, sondern die Perspektive der Funktionäre zählt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Jetzt sind wir wieder dran. Jetzt machen wir heiter weiter mit der Selbstbedienung in diesem Land, mit der Plünderung dieser Republik in Rot-Schwarz. (Abg. Wöginger: „Plünderung“?!)
Abg. Wöginger: „Plünderung“?!
All diese schreiben jetzt lange Listen (Abg. Wöginger: Von den Bauern kriegst du keine Stimme!), diese sagen, jetzt halte ich noch bis zum 15. Oktober den Mund, und am 16. Oktober stehen sie auf der Matte und sagen: Nicht die Perspektive der Menschen zählt, nein, das ist die Ansicht der NEOS, sondern die Perspektive der Funktionäre zählt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Jetzt sind wir wieder dran. Jetzt machen wir heiter weiter mit der Selbstbedienung in diesem Land, mit der Plünderung dieser Republik in Rot-Schwarz. (Abg. Wöginger: „Plünderung“?!)
Beifall bei den NEOS.
Dagegen müssen wir antreten und dafür braucht es so (mit den Händen eine entsprechende Länge zeigend) einen Stachel. Dafür werden wir da sein! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn dieser Vorschlag, den der Herr Finanzminister hier gemacht hat, bereits Realität gewesen wäre, nämlich dass wir vor Wahlen oder ab dem Auflösungsbeschluss keine Gesetze, die Geld kosten, mehr beschließen dürfen, hätten wir zum Beispiel im Jahr 2008 das Bankenpaket nicht beschließen dürfen. Ich glaube, dass niemand in der ÖVP der Meinung ist, dass das ein schlechtes Gesetz war; es war notwendig. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das Parlament muss 365 Tage im Jahr voll handlungsfähig sein, und jede Idee, das zu ändern, halte ich für katastrophal. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn dieser Vorschlag, den der Herr Finanzminister hier gemacht hat, bereits Realität gewesen wäre, nämlich dass wir vor Wahlen oder ab dem Auflösungsbeschluss keine Gesetze, die Geld kosten, mehr beschließen dürfen, hätten wir zum Beispiel im Jahr 2008 das Bankenpaket nicht beschließen dürfen. Ich glaube, dass niemand in der ÖVP der Meinung ist, dass das ein schlechtes Gesetz war; es war notwendig. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das Parlament muss 365 Tage im Jahr voll handlungsfähig sein, und jede Idee, das zu ändern, halte ich für katastrophal. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Spenden gesammelt!
ben Abkommen geschlossen, dass mutmaßliches Schwarzgeld von dort mit 30 bis 38 Prozent zu besteuern ist. Frau Kollegin Fekter war damals Finanzministerin. Wir haben ein Gesetz beschlossen, dass uns die Banken die Abschleicher, also jene Österreicherinnen und Österreicher, die ganz knapp vor dem Stichtag Geld nach Österreich überwiesen haben, melden müssen. Wir wissen, dass wenige Tage, bevor diese 30 bis 38 Prozent fällig gewesen wären, 3,3 Milliarden € nur auf Privatkonten nach Österreich verschoben wurden. Sie kennen seit 1. Jänner von allen die Namen und Adressen. Was haben Sie bisher gemacht, damit da Geld hereinkommt? – Gar nichts haben Sie gemacht, gar nichts! (Abg. Belakowitsch: Spenden gesammelt!)
Abg. Kogler: Genau!
Sie haben kein einziges Verfahren eingeleitet. Ich weiß, auf dieser Liste steht das Who‘s who von Österreich, die obersten Zehntausend sind oben, auch Ihr neuer Hauptaktionär Stefan Pierer. Er hat es selbst bestätigt, dass er auf der Liste ist, er hat selbst bestätigt, dass er über 20 Millionen € 14 Tage vor dem Stichtag nach Österreich verschoben hat. (Abg. Kogler: Genau!) Sie haben gar nichts getan, um darauf zu schauen, dass die Millionäre und die oberen Zehntausend ihre Steuern zahlen. (Bundesminister Schelling: Die glatte Unwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist in Wirklichkeit der Skandal, dass Sie sich nicht darum kümmern, dass nicht diejenigen, die hart arbeiten, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, sondern diejenigen, die wahnsinnig viel Geld haben, die Millionen haben, einen Beitrag leisten. Das ist wirklich verwerflich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau, gell!
Ich habe jetzt eine zusätzliche Information, nämlich dass derselbe Stefan Pierer im Jahr 2013 eine Steuererklärung und eine Steuerprüfung hatte, bei der er ein ähnlich windiges Konstrukt wie Grasser abgegeben hat (Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau, gell!), dass er nämlich keine Steuer für sein Einkommen als Vorstandsvorsitzender von KTM in Österreich zahlen darf. Der Steuerprüfer hat gesagt: Sicher nicht!, und hat ihm über eine halbe Million Euro an Steuern, an Einkommensteuern, die er zu bezahlen hat, vorgeschrieben.
Abg. Kogler: Hört! Hört!
Was ist dann passiert? – Es kam der Druck von oben und der Bescheid musste aufgehoben werden. (Abg. Kogler: Hört! Hört!) Ich kann Ihnen sagen, wie viel Steuer Stefan Pierer im Jahr 2012 bezahlt hat. Im Jahr 2012: 2 779 € Einkommensteuer, im Jahr 2013: 2 642 €. Jede Österreicherin, jeder Österreicher, die/der mehr als 1 400 € netto verdient, zahlt mehr Einkommensteuer als der Vorstandsvorsitzende eines Milliardenunternehmens! (Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Kogler: Larmoyant!) Und was macht der Finanzminister? – Er schaut weg! Das kann doch nicht sein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Kogler: Larmoyant!
Was ist dann passiert? – Es kam der Druck von oben und der Bescheid musste aufgehoben werden. (Abg. Kogler: Hört! Hört!) Ich kann Ihnen sagen, wie viel Steuer Stefan Pierer im Jahr 2012 bezahlt hat. Im Jahr 2012: 2 779 € Einkommensteuer, im Jahr 2013: 2 642 €. Jede Österreicherin, jeder Österreicher, die/der mehr als 1 400 € netto verdient, zahlt mehr Einkommensteuer als der Vorstandsvorsitzende eines Milliardenunternehmens! (Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Kogler: Larmoyant!) Und was macht der Finanzminister? – Er schaut weg! Das kann doch nicht sein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ist dann passiert? – Es kam der Druck von oben und der Bescheid musste aufgehoben werden. (Abg. Kogler: Hört! Hört!) Ich kann Ihnen sagen, wie viel Steuer Stefan Pierer im Jahr 2012 bezahlt hat. Im Jahr 2012: 2 779 € Einkommensteuer, im Jahr 2013: 2 642 €. Jede Österreicherin, jeder Österreicher, die/der mehr als 1 400 € netto verdient, zahlt mehr Einkommensteuer als der Vorstandsvorsitzende eines Milliardenunternehmens! (Ruf bei der FPÖ: Unerhört! – Abg. Kogler: Larmoyant!) Und was macht der Finanzminister? – Er schaut weg! Das kann doch nicht sein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Schultes
Sie sorgen dafür, dass die ein Millioneneinkommen haben, diese bezahlen weniger Steuern als der Portier oder die Putzfrau der Firma. Sie aber überlegen sich neue Geschenke. Das ist das, was Sie machen. Was ist das anderes als der Vorschlag für nicht entnommene Gewinne? – Damit investiert werden kann: Jede Investition in einem Betrieb ist zumindest zu 100 Prozent steuerlich absetzbar, wenn nicht zu 120 Prozent oder 110 Prozent, wenn es Sonderaktionen wie Forschungsprämie und dergleichen gibt (Zwischenruf des Abg. Schultes); mindestens zu 100 Prozent absetzbar.
Beifall bei der SPÖ.
Das Einzige, was nicht absetzbar ist, sind Finanzinvestitionen. Das, was Sie in Wirklichkeit machen, ist, dass Sie für Millionäre ein neues Steuerloch aufmachen, das 4 bis 6 Milliarden € kostet, damit Herr Pierer jedenfalls keine Steuern mehr in Österreich zahlen muss. Ich sage Ihnen: Wir brauchen einen Finanzminister, der nicht Millionäre schützt, sondern der dafür sorgt, dass diese auch ihren ordentlichen Beitrag leisten. Wir brauchen einen Finanzminister, der dafür sorgt, dass Vorstandsvorsitzende von Unternehmen nicht weniger Steuern zahlen als die Putzfrau oder der Portier, sondern ihren gerechten Beitrag leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir brauchen in diesem Parlament keine Parteien, die sich von Millionären kaufen lassen, sondern Parteien, die hier Politik für die 95 Prozent, die jeden Tag hart arbeiten, machen. Wir brauchen keinen Kanzler, der sich neue Geschenke für die Millionäre und für die oberen Zehntausend überlegt (Zwischenrufe bei der ÖVP), sondern einen Kanzler, der auf die Herausforderungen, die durch Digitalisierung und so weiter auf unsere Gesellschaft zukommen, die richtigen Antworten hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede! – Abg. Heinzl – in Richtung des Abg. Rädler –: Sehr witzig, Herr Kollege! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede! – Abg. Heinzl – in Richtung des Abg. Rädler –: Sehr witzig, Herr Kollege! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wir brauchen in diesem Parlament keine Parteien, die sich von Millionären kaufen lassen, sondern Parteien, die hier Politik für die 95 Prozent, die jeden Tag hart arbeiten, machen. Wir brauchen keinen Kanzler, der sich neue Geschenke für die Millionäre und für die oberen Zehntausend überlegt (Zwischenrufe bei der ÖVP), sondern einen Kanzler, der auf die Herausforderungen, die durch Digitalisierung und so weiter auf unsere Gesellschaft zukommen, die richtigen Antworten hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede! – Abg. Heinzl – in Richtung des Abg. Rädler –: Sehr witzig, Herr Kollege! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Strolz ist herausgekommen und hat gesagt, es war noch nichts Sachliches und er macht es jetzt sachlich. – Das habe ich vermisst, Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft!) Du bist ins Parlament gekommen und hast gesagt, du möchtest eine wertschätzende und sachliche Politik machen. – Das hast du verfehlt. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft! Max Weber!) Du bist jetzt vier Jahre da, das hast du verfehlt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft! Max Weber!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Strolz ist herausgekommen und hat gesagt, es war noch nichts Sachliches und er macht es jetzt sachlich. – Das habe ich vermisst, Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft!) Du bist ins Parlament gekommen und hast gesagt, du möchtest eine wertschätzende und sachliche Politik machen. – Das hast du verfehlt. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft! Max Weber!) Du bist jetzt vier Jahre da, das hast du verfehlt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Strolz ist herausgekommen und hat gesagt, es war noch nichts Sachliches und er macht es jetzt sachlich. – Das habe ich vermisst, Kollege Strolz. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft!) Du bist ins Parlament gekommen und hast gesagt, du möchtest eine wertschätzende und sachliche Politik machen. – Das hast du verfehlt. (Abg. Strolz: Sachliche Leidenschaft! Max Weber!) Du bist jetzt vier Jahre da, das hast du verfehlt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Wieso illegal?
Zum Kollegen Krainer: Es ist meines Erachtens gleich einmal zu klären, woher illegale Informationen von Steuerakten kommen, wenn es ein Steuergeheimnis gibt. (Abg. Kogler: Wieso illegal?) Ich glaube, das werden Herr Pierer oder seine Anwälte zu klären haben, woher diese Informationen kommen, denn legal aus dem Finanzministerium kann es nicht sein. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.
Zum Kollegen Krainer: Es ist meines Erachtens gleich einmal zu klären, woher illegale Informationen von Steuerakten kommen, wenn es ein Steuergeheimnis gibt. (Abg. Kogler: Wieso illegal?) Ich glaube, das werden Herr Pierer oder seine Anwälte zu klären haben, woher diese Informationen kommen, denn legal aus dem Finanzministerium kann es nicht sein. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.)
Abg. Krainer: Das ist nicht Thema! – Abg. Schieder: Wegen der Begutachtung, das hat der August selber gesagt!
Damals hat sich im Übrigen auch die SPÖ für eine Schuldenbremse in der Verfassung ausgesprochen. Ich weiß nicht, warum das heute so ein No-Go sein soll, dass man sich dazu ... (Abg. Krainer: Das ist nicht Thema! – Abg. Schieder: Wegen der Begutachtung, das hat der August selber gesagt!) – Das ist immer ein Thema, Kollege Schieder und Kollege Krainer! Das ist immer ein Thema. Warum hat es die deutsche Regierung geschafft, dass in Deutschland jedes Jahr Überschüsse von circa einer halben Milliarde Euro gemacht werden? (Abg. Schieder: Vielleicht haben sie einen Fairness-Finanzminister!) Genau aus dem Grund, weil sie diese Schuldenbremse in der Verfassung haben. (Beifall bei der ÖVP.) Wir werden dafür kämpfen, und gelingt es uns heute nicht, dann werden wir das in der nächsten Legislaturperiode machen.
Abg. Schieder: Vielleicht haben sie einen Fairness-Finanzminister!
Damals hat sich im Übrigen auch die SPÖ für eine Schuldenbremse in der Verfassung ausgesprochen. Ich weiß nicht, warum das heute so ein No-Go sein soll, dass man sich dazu ... (Abg. Krainer: Das ist nicht Thema! – Abg. Schieder: Wegen der Begutachtung, das hat der August selber gesagt!) – Das ist immer ein Thema, Kollege Schieder und Kollege Krainer! Das ist immer ein Thema. Warum hat es die deutsche Regierung geschafft, dass in Deutschland jedes Jahr Überschüsse von circa einer halben Milliarde Euro gemacht werden? (Abg. Schieder: Vielleicht haben sie einen Fairness-Finanzminister!) Genau aus dem Grund, weil sie diese Schuldenbremse in der Verfassung haben. (Beifall bei der ÖVP.) Wir werden dafür kämpfen, und gelingt es uns heute nicht, dann werden wir das in der nächsten Legislaturperiode machen.
Beifall bei der ÖVP.
Damals hat sich im Übrigen auch die SPÖ für eine Schuldenbremse in der Verfassung ausgesprochen. Ich weiß nicht, warum das heute so ein No-Go sein soll, dass man sich dazu ... (Abg. Krainer: Das ist nicht Thema! – Abg. Schieder: Wegen der Begutachtung, das hat der August selber gesagt!) – Das ist immer ein Thema, Kollege Schieder und Kollege Krainer! Das ist immer ein Thema. Warum hat es die deutsche Regierung geschafft, dass in Deutschland jedes Jahr Überschüsse von circa einer halben Milliarde Euro gemacht werden? (Abg. Schieder: Vielleicht haben sie einen Fairness-Finanzminister!) Genau aus dem Grund, weil sie diese Schuldenbremse in der Verfassung haben. (Beifall bei der ÖVP.) Wir werden dafür kämpfen, und gelingt es uns heute nicht, dann werden wir das in der nächsten Legislaturperiode machen.
Abg. Pirklhuber: ... sechs Jahre!
stimmen. Man will das doch breiter diskutieren. Es kann nicht sein, dass alle Maßnahmen, die irgendjemand aus einer Fraktion, irgendein Spitzenpolitiker sagt, gleich umgesetzt werden. (Abg. Pirklhuber: ... sechs Jahre!)
Abg. Scherak: Wir machen sie, im Gegensatz zu euch!
Im Übrigen, die NEOS haben selber gesagt, sie wollen enkelfitte Politik machen. (Abg. Scherak: Wir machen sie, im Gegensatz zu euch!) – Was macht ihr? Wo habt ihr denn Lösungen? Ihr habt überhaupt keine Lösungen!
Abg. Pirklhuber: Unser Basti! – Zwischenrufe bei den NEOS.
Im Übrigen, Kollege Strolz, zum Pakt, dass man keine Beschlüsse mehr fasst, die Geld kosten: Warum kann man da nicht mitgehen? – Wir zeigen es vor. Wir machen eine andere Art von Politik. Wir sind Sebastian Kurz sehr dankbar, dass er eine andere Art von Politik macht. (Abg. Pirklhuber: Unser Basti! – Zwischenrufe bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Kogler
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, im Übrigen hat unser Bundesparteiobmann Sebastian Kurz, unser Kanzlerkandidat, gesagt: Wir überstimmen unseren Koalitionspartner nicht. Das heißt, die SPÖ kann es sich überlegen. Wir überstimmen sie nicht, obwohl es – das ist schon angesprochen worden – heute im Finanzausschuss einen Antrag zur Abschaffung der kalten Progression gibt. Wir werden die SPÖ da schweren Herzens nicht überstimmen, aber wir stehen zu unserem Wort (Zwischenruf des Abg. Kogler), und wir drehen uns nicht wie eine Fahne im Wind, wie das andere Fraktionen tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Da die große Moral verkünden, aber den Mitterlehner meucheln!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Da die große Moral verkünden, aber den Mitterlehner meucheln!
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, im Übrigen hat unser Bundesparteiobmann Sebastian Kurz, unser Kanzlerkandidat, gesagt: Wir überstimmen unseren Koalitionspartner nicht. Das heißt, die SPÖ kann es sich überlegen. Wir überstimmen sie nicht, obwohl es – das ist schon angesprochen worden – heute im Finanzausschuss einen Antrag zur Abschaffung der kalten Progression gibt. Wir werden die SPÖ da schweren Herzens nicht überstimmen, aber wir stehen zu unserem Wort (Zwischenruf des Abg. Kogler), und wir drehen uns nicht wie eine Fahne im Wind, wie das andere Fraktionen tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Da die große Moral verkünden, aber den Mitterlehner meucheln!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak.
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist interessant zu sehen, Herr Finanzminister, dass Sie sich jetzt so kurz vor der Wahl hier hinstellen und sich Sorgen über Belastungen für das Budget vielleicht Ihres Nachfolgers oder für das laufende Budget oder wie auch immer machen. Ich glaube, es wäre vernünftiger, Sie würden sich Sorgen über die Belastungen für die Bevölkerung und für die Betriebe, die Sie in den letzten Jahren in diesem Haus beschlossen haben, machen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scherak.)
Beifall des Abg. Loacker.
Sie blockieren die Novelle der Gewerbeordnung. Mit den Roten wäre in der Gewerbeordnung wesentlich mehr möglich gewesen. Wer blockiert? – Die ÖVP. Sie haben die Immobilienertragsteuer eingeführt, Sie haben die Körperschaftsteuer erhöht, Sie haben die Lohnnebenkosten erhöht, indem Sie die Auflösungsabgabe abgeschafft haben. Sie haben eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage veranlasst, Sie haben die Streichung der Energieabgabenrückvergütung veranlasst, Sie haben die Kürzung bei den Zuschüssen zu Bausparverträgen und Zukunftsvorsorge vorgenommen – und das auch rückwirkend, nämlich auch für bestehende Verträge, nicht nur für neue! (Beifall des Abg. Loacker.) Da haben Sie keinen Genierer gehabt, auch rückwirkend einzugreifen.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Scherak.
Geht es um Luxuspensionen, dann versteckt man sich dahinter und sagt, rückwirkend kann man nicht eingreifen. – Das ist Ihre Ehrlichkeit, die Sie an den Tag legen! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Loacker und Scherak.)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das ist kein Parteitag!
Wenn die Österreicher wirklich wollen, dass sich nach dem 15. Oktober in diesem Land etwas bewegt, dass ihnen die Belastungen, die ihnen diese Finanzminister der letzten zehn Jahre aufgebrummt haben, wieder zurückgegeben werden, dass es ihnen besser geht, dass mehr Netto vom Brutto bleibt, dann bleibt ihnen nur eines übrig: Wählen Sie die Freiheitliche Partei am 15. Oktober, und ich garantiere Ihnen, dass dann in diesem Land in diesem Bereich einiges vorwärtsgehen wird! (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das ist kein Parteitag!)
Abg. Kogler: So schaut’s aus!
von der ÖVP haben das offensichtlich gemacht, weil sich Herr Kurz als Vorsitzender der Partei gerne auf Plakaten mit zu pflegenden alten Menschen abbilden lässt –, wie konnten Sie das mittragen, ohne dass Sie ein Pflegekonzept, ein Gegenfinanzierungskonzept haben (Abg. Kogler: So schaut’s aus!) und ohne vorweisen zu können, wie wir dieses große Problem, diese große Herausforderung bewältigen und auch wirklich gewährleisten können, dass Menschen in Österreich im Alter in Zukunft gut und sicher gepflegt werden? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
von der ÖVP haben das offensichtlich gemacht, weil sich Herr Kurz als Vorsitzender der Partei gerne auf Plakaten mit zu pflegenden alten Menschen abbilden lässt –, wie konnten Sie das mittragen, ohne dass Sie ein Pflegekonzept, ein Gegenfinanzierungskonzept haben (Abg. Kogler: So schaut’s aus!) und ohne vorweisen zu können, wie wir dieses große Problem, diese große Herausforderung bewältigen und auch wirklich gewährleisten können, dass Menschen in Österreich im Alter in Zukunft gut und sicher gepflegt werden? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: So ist es! Genau!
Das ist ein Bereich, bei dem vor allem auch die ÖVP seit Jahren wegschaut (Abg. Kogler: So ist es! Genau!), immer alles schönredet und sich nicht der Verantwortung stellt! (Abg. Kogler: Das hat schon bei Schüssel angefangen!) Apropos Verantwortung: Ich vermisse das. Das hat bei Schüssel begonnen und endet jetzt auch in Ihrer Regierungsverantwortung – Verantwortung, ich sage nur das Wort.
Abg. Kogler: Das hat schon bei Schüssel angefangen!
Das ist ein Bereich, bei dem vor allem auch die ÖVP seit Jahren wegschaut (Abg. Kogler: So ist es! Genau!), immer alles schönredet und sich nicht der Verantwortung stellt! (Abg. Kogler: Das hat schon bei Schüssel angefangen!) Apropos Verantwortung: Ich vermisse das. Das hat bei Schüssel begonnen und endet jetzt auch in Ihrer Regierungsverantwortung – Verantwortung, ich sage nur das Wort.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wünsche mir da noch eine dringende Debatte, damit wir etwas auf die Reihe bringen – bis zum nächsten Plenum. Einstweilen ist sicher der SPÖ-Vorschlag einer, den man gut mittragen kann, beziehungsweise eine Diskussionsgrundlage, aber insgesamt müssen wir eine Lösung im Sinne der vielen Alleinerziehenden in diesem Land finden. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kogler: Des alten Israel!
Und was sich seit dem Zusammenspiel des Ministers Schelling mit dem ÖVP-Obmann Kurz abspielt, das lässt jeden Pharisäer des alten Israel fad aussehen. (Abg. Kogler: Des alten Israel!) Da wird Wasser gepredigt und nochmals Wasser und nochmals Wasser, aber da wird politisch Wein getrunken in einem Maß, dass mancher Bürgermeister neidisch wird.
Abg. Kogler: Das stimmt!
Allein der Beschäftigungsbonus mit seinen 2 Milliarden € ist eine reine Industrieförderung für Ihre Großsponsoren von der ÖVP. Das schafft keinen Arbeitsplatz. Das ist verheiztes Steuergeld. Die Firma Magna hat gesagt, sie bekommt jetzt für 3 000 Leute einen Beschäftigungsbonus und die 3 000 Leute hätte sie sowieso eingestellt. (Abg. Kogler: Das stimmt!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“: Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, Herr Rädler, horchen Sie zu, und nachher gehen Sie baden, dann können Sie sich bei Ihnen in der Therme abkühlen! – Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit. Und 42 von diesen 55 Jahren hat die ÖVP mitregiert. Ja, wer glaubt Ihnen denn die Schuldenbremse? Alle ÖVP-Finanzminister haben auch immer Schulden fabriziert, es war ihnen einfach schnurzegal! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“: Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, Herr Rädler, horchen Sie zu, und nachher gehen Sie baden, dann können Sie sich bei Ihnen in der Therme abkühlen! – Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit. Und 42 von diesen 55 Jahren hat die ÖVP mitregiert. Ja, wer glaubt Ihnen denn die Schuldenbremse? Alle ÖVP-Finanzminister haben auch immer Schulden fabriziert, es war ihnen einfach schnurzegal! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt sollen die Leute glauben, es wird alles anders. Es war einfach 42 ÖVP-Regierungsjahre so, und jetzt, jetzt kommt Sebastian Kurz, und jetzt wird alles anders, jetzt, ganz ehrlich, wirklich. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, wir sind uns einig, wenn wir sagen: Kinderarmut zu vermeiden ist kein Wahlgeschenk, sondern eine Notwendigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schwentner.
Und wenn Kinderarmut zu vermeiden, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die letzten Jahre in dieser Bundesregierung nicht gelungen ist, dann unter anderem auch deshalb, weil es mehrere Justizministerinnen und Justizminister gebraucht hat, damit wir überhaupt einmal dazu kommen, über eine neue Kinderkostenanalyse zu sprechen – die letzte stammt aus dem Jahr 1964, da war ich gerade einmal drei Jahre alt. Wenn wir nicht einmal diese Kinderkostenanalyse mit einem angepassten Warenkorb zustande bringen, um zu sehen, was ein Kind heute kostet, dann muss es uns als Parlamentarierinnen und Parlamentarier aber sehr wohl möglich sein, bis zum letzten Tag, bis zum letzten Tag vor einer Wahl zu versuchen, Kinderarmut zu vermeiden. Nur um ein Beispiel herauszugreifen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Schwentner.)
Die Rednerin stellt eine Tafel mit einer Fotografie von Bundesminister Kurz, der ein Schild mit der Aufschrift „Ja“ in der Hand hält, auf das Rednerpult.
Es war erst vor wenigen Tagen, da herrschte in einer Fernsehdebatte Einstimmigkeit darüber, dass eine Unterhaltsgarantie in Österreich das Gebot der Stunde ist. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit einer Fotografie von Bundesminister Kurz, der ein Schild mit der Aufschrift „Ja“ in der Hand hält, auf das Rednerpult.) Wir haben 180 000 Ein-Eltern-Familien in Österreich, 90 Prozent davon sind Frauen mit ihren Kindern, und 40 Prozent davon, also fast die Hälfte, sind armutsgefährdet. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Es war erst vor wenigen Tagen, da herrschte in einer Fernsehdebatte Einstimmigkeit darüber, dass eine Unterhaltsgarantie in Österreich das Gebot der Stunde ist. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit einer Fotografie von Bundesminister Kurz, der ein Schild mit der Aufschrift „Ja“ in der Hand hält, auf das Rednerpult.) Wir haben 180 000 Ein-Eltern-Familien in Österreich, 90 Prozent davon sind Frauen mit ihren Kindern, und 40 Prozent davon, also fast die Hälfte, sind armutsgefährdet. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer
Und es geht noch weiter: Ihre Enkel, unsere Enkel sind vielleicht nicht armutsgefährdet, weil sie uns als Großeltern haben, die wir ihnen gewisse Dinge auch ermöglichen können, aber an die 90 000 Frauen in Österreich können ihre Kinder nicht auf einen Schulskikurs schicken, auf eine Schullandwoche schicken (Zwischenruf des Abg. Neubauer), vielleicht nicht einmal auf einen Ausflug schicken. Nein: Schulbeginn stellt schon eine Herausforderung dar, dass man nicht einmal die richtigen Turnschuhe einkaufen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil unter anderem – und jetzt bin ich wieder beim Punkt (Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?) – Männer, Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder nicht nachkommen wollen und diesen Kindern daher dieser Unterhalt fehlt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Belakowitsch
Und es geht noch weiter: Ihre Enkel, unsere Enkel sind vielleicht nicht armutsgefährdet, weil sie uns als Großeltern haben, die wir ihnen gewisse Dinge auch ermöglichen können, aber an die 90 000 Frauen in Österreich können ihre Kinder nicht auf einen Schulskikurs schicken, auf eine Schullandwoche schicken (Zwischenruf des Abg. Neubauer), vielleicht nicht einmal auf einen Ausflug schicken. Nein: Schulbeginn stellt schon eine Herausforderung dar, dass man nicht einmal die richtigen Turnschuhe einkaufen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil unter anderem – und jetzt bin ich wieder beim Punkt (Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?) – Männer, Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder nicht nachkommen wollen und diesen Kindern daher dieser Unterhalt fehlt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?
Und es geht noch weiter: Ihre Enkel, unsere Enkel sind vielleicht nicht armutsgefährdet, weil sie uns als Großeltern haben, die wir ihnen gewisse Dinge auch ermöglichen können, aber an die 90 000 Frauen in Österreich können ihre Kinder nicht auf einen Schulskikurs schicken, auf eine Schullandwoche schicken (Zwischenruf des Abg. Neubauer), vielleicht nicht einmal auf einen Ausflug schicken. Nein: Schulbeginn stellt schon eine Herausforderung dar, dass man nicht einmal die richtigen Turnschuhe einkaufen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil unter anderem – und jetzt bin ich wieder beim Punkt (Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?) – Männer, Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder nicht nachkommen wollen und diesen Kindern daher dieser Unterhalt fehlt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Und es geht noch weiter: Ihre Enkel, unsere Enkel sind vielleicht nicht armutsgefährdet, weil sie uns als Großeltern haben, die wir ihnen gewisse Dinge auch ermöglichen können, aber an die 90 000 Frauen in Österreich können ihre Kinder nicht auf einen Schulskikurs schicken, auf eine Schullandwoche schicken (Zwischenruf des Abg. Neubauer), vielleicht nicht einmal auf einen Ausflug schicken. Nein: Schulbeginn stellt schon eine Herausforderung dar, dass man nicht einmal die richtigen Turnschuhe einkaufen kann (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch), weil unter anderem – und jetzt bin ich wieder beim Punkt (Abg. Neubauer: Was haben Sie denn als Ministerin gemacht?) – Männer, Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder nicht nachkommen wollen und diesen Kindern daher dieser Unterhalt fehlt. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollen eine Unterhaltsgarantie, die hilft, Kinderarmut, Jugendlichenarmut zu vermeiden, und wir können es bis zum 15. Oktober noch schaffen. Wie gesagt, wir lassen uns nicht vorschreiben, wie lange wir hier zu arbeiten haben, sondern wir wollen im Sinne der österreichischen Bevölkerung bis zum letzten Tag arbeiten. Und vielleicht gelingt es doch noch, gemeinsam einen Antrag zu beschließen, der Kinderarmut vermeidet und eine Unterhaltsgarantie für Kinder in Österreich sicherstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl – in Richtung der zu ihrem Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Heinisch-Hosek –: Sie haben Ihr Taferl vergessen! – Abg. Heinisch-Hosek: Oje, jetzt habe ich das Taferl vergessen! Soll ich es holen? – Abg. Haubner entfernt die Tafel vom Rednerpult.
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Haubner. – Bitte. (Abg. Kickl – in Richtung der zu ihrem Sitzplatz zurückgekehrten Abg. Heinisch-Hosek –: Sie haben Ihr Taferl vergessen! – Abg. Heinisch-Hosek: Oje, jetzt habe ich das Taferl vergessen! Soll ich es holen? – Abg. Haubner entfernt die Tafel vom Rednerpult.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Minister! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Steuerzahlerinnen und Steuerzahler! Ja, der Herr Minister trägt die Verantwortung, und weil er das tut, hat er errechnet und darauf hingewiesen, dass wir allein in der letzten Sitzung Anträge im Ausmaß von 1,2 Milliarden € eingebracht haben. Das soll heute so weitergehen, und deshalb sind wir von der ÖVP der Meinung, das wollen wir nicht, nämlich heute Dinge zu beschließen, die wir dann morgen und nach der Wahl bezahlen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kogler: Ja, von was?
Es gibt nämlich einen Tag nach der Wahl, und da gibt es auch die Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder, und der Finanzminister war ja klar und deutlich: Wir können uns die Folgekosten nicht leisten. (Abg. Kogler: Ja, von was?) Sie wollen jetzt mit Schnellschüssen politisches Kleingeld schlagen, und nach der Wahl kommen dann die neuen Steuern. Wir kennen das ja aus den Programmen. Maschinensteuer: Für den Standort und für die Betriebe ist das Gift; die gibt es nur im SPÖ-Programm und in keinem einzigen Land in Europa. Oder die Erbschaftssteuer: Jeder, der sich für seine En-
Abg. Kucharowits: Bitte! – Abg. Kogler: Das ist doch eine Lüge!
kel etwas erspart hat, dem wollen Sie wieder in die Tasche greifen. (Abg. Kucharowits: Bitte! – Abg. Kogler: Das ist doch eine Lüge!) Wir kennen das schon: zuerst 1 Million €, dann reicht das nicht als Grenze ...
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Es ist aber eine!
Präsident Karlheinz Kopf: Moment! Herr Abgeordneter Kogler, auch von Ihrer Bank aus ist der Vorwurf der „Lüge“ wirklich nicht angebracht. Ich muss Ihnen dafür einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Es ist aber eine!)
Abg. Pirklhuber: Unwahrheit! Unwahrheit hat er gesagt!
Herr Abgeordneter! Noch einmal (Abg. Pirklhuber: Unwahrheit! Unwahrheit hat er gesagt!): Ich warne Sie wirklich, in dieser Art fortzufahren. Sie kennen die Usancen dieses Hauses, bitte halten Sie sich daran! (Abg. Kogler: Er sagt dauernd bewusst die Unwahrheit!)
Abg. Kogler: Er sagt dauernd bewusst die Unwahrheit!
Herr Abgeordneter! Noch einmal (Abg. Pirklhuber: Unwahrheit! Unwahrheit hat er gesagt!): Ich warne Sie wirklich, in dieser Art fortzufahren. Sie kennen die Usancen dieses Hauses, bitte halten Sie sich daran! (Abg. Kogler: Er sagt dauernd bewusst die Unwahrheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Plessl: Auch für Millionäre!
Abgeordneter Peter Haubner (fortsetzend): Wir kennen das. Zuerst beginnen Sie bei einer Grenze von 1 Million €, dann reicht das nicht aus, dann wird die Grenze heruntergesetzt, und dann betrifft es wieder jeden von uns. Wir wollen das nicht, wir wollen keine neuen Steuern, wir von der ÖVP wollen die Steuern senken, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Plessl: Auch für Millionäre!)
Abg. Krainer: Weniger geht ja wirklich nicht!
Und wenn ich so wie heute höre, dass Herr Klubobmann Schieder (Abg. Krainer: Weniger geht ja wirklich nicht!) sagt: Das kostet ja nichts!, dann weiß ich, wenn das die SPÖ sagt, dann zahlt es immer der Unternehmer. Meine Damen und Herren, auch das wollen wir nicht, denn das ist eine gefährliche Drohung! (Abg. Krainer: Was zahlt der Herr Pierer?) – Herr Kollege Krainer, ich glaube, was keine KÖSt auf nicht entnommene Gewinne betrifft: Sie haben da irgendetwas falsch verstanden und auch falsch interpretiert. Wir wollen, dass die Unternehmer Eigenkapital aufbauen, dass sie Investitionen finanzieren, dass sie Arbeitsplätze schaffen. Sie können es nicht, das können nur die Unternehmer, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Alles absetzbar! Alles absetzbar! Alles heute absetzbar!)
Abg. Krainer: Was zahlt der Herr Pierer?
Und wenn ich so wie heute höre, dass Herr Klubobmann Schieder (Abg. Krainer: Weniger geht ja wirklich nicht!) sagt: Das kostet ja nichts!, dann weiß ich, wenn das die SPÖ sagt, dann zahlt es immer der Unternehmer. Meine Damen und Herren, auch das wollen wir nicht, denn das ist eine gefährliche Drohung! (Abg. Krainer: Was zahlt der Herr Pierer?) – Herr Kollege Krainer, ich glaube, was keine KÖSt auf nicht entnommene Gewinne betrifft: Sie haben da irgendetwas falsch verstanden und auch falsch interpretiert. Wir wollen, dass die Unternehmer Eigenkapital aufbauen, dass sie Investitionen finanzieren, dass sie Arbeitsplätze schaffen. Sie können es nicht, das können nur die Unternehmer, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Alles absetzbar! Alles absetzbar! Alles heute absetzbar!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Alles absetzbar! Alles absetzbar! Alles heute absetzbar!
Und wenn ich so wie heute höre, dass Herr Klubobmann Schieder (Abg. Krainer: Weniger geht ja wirklich nicht!) sagt: Das kostet ja nichts!, dann weiß ich, wenn das die SPÖ sagt, dann zahlt es immer der Unternehmer. Meine Damen und Herren, auch das wollen wir nicht, denn das ist eine gefährliche Drohung! (Abg. Krainer: Was zahlt der Herr Pierer?) – Herr Kollege Krainer, ich glaube, was keine KÖSt auf nicht entnommene Gewinne betrifft: Sie haben da irgendetwas falsch verstanden und auch falsch interpretiert. Wir wollen, dass die Unternehmer Eigenkapital aufbauen, dass sie Investitionen finanzieren, dass sie Arbeitsplätze schaffen. Sie können es nicht, das können nur die Unternehmer, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Alles absetzbar! Alles absetzbar! Alles heute absetzbar!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Wie soll ich heute zustimmen, wenn es nicht zur Abstimmung steht? – Abg. Kogler: Ist für die Galerie!
Deshalb warne ich davor, dass wir elf Tage vor der Nationalratswahl hier Schnellschüsse beschließen, die uns und Generationen nach uns belasten, und die Rechnung wieder die Unternehmer in diesem Land zahlen. Deshalb sind beide Vorschläge des Herrn Ministers – dem ersten haben Sie ja schon zugestimmt, nämlich der Schuldenbremse in der Verfassung, diesen können Sie heute wieder beschließen; und keine budgetrelevanten Beschlüsse vor der Neuwahl – voll zu begrüßen. Geld auszugeben ohne Strategie löst keine Probleme, daher: Nehmen Sie die Verantwortung für unser Land und für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler wahr! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Krainer: Wie soll ich heute zustimmen, wenn es nicht zur Abstimmung steht? – Abg. Kogler: Ist für die Galerie!)
Beifall bei der ÖVP.
terreich. Wir stehen vor einem Basar der Wünsche, wir sehen einen Reigen populistischer Begehrlichkeiten, und ich sage Ihnen ganz offen: Die ÖVP macht da nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.
Für uns gilt das Prinzip der Sparsamkeit als Zeichen der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Nimmt man das Prinzip der Nachhaltigkeit wirklich ernst – und die Generationen in diesem Land fordern das auch ein –, sollte man sorgfältig handeln, und besonders die Jugend hat es sich verdient, dass wir hier sorgfältig handeln, damit wir Österreich wieder an die Spitze bringen. (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller.)
Abg. Krainer: Wovon reden Sie? Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben? Das stimmt ja alles nicht!
Was waren die Konsequenzen aus 2008? – Es waren Steuererhöhungen und eine Steigerung der Abgabenquote. Das wollen wir alles nicht, denn unser Ziel ist es nämlich, die Abgabenquote unter 40 Prozent zu senken. Wir wollen die Haushalte entlasten, und wir wollen die Kaufkraft in diesem Land sichern. Wir fordern, dass in den Monaten vor der Wahl keine unüberlegten Beschlüsse gefasst werden. (Abg. Krainer: Wovon reden Sie? Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben? Das stimmt ja alles nicht!)
Abg. Krainer: Aber das, was Sie sagen, stimmt ja nicht!
Aus bäuerlicher Sicht gibt es eine entscheidende Situation: die Hofübergabe. Diese Situation der Hofübergabe ist auch geprägt von dem Prinzip der Sparsamkeit. (Abg. Krainer: Aber das, was Sie sagen, stimmt ja nicht!) In bäuerlichen Betrieben wird über Generationen hinweg gewirtschaftet und Eigentum über Generationen hinweg gepflegt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Kitzmüller.) Und auch Bäuerinnen und Bauern – das möchte ich durchaus unserem Herrn Bundeskanzler ausrichten – zahlen in diesem Land, so wie alle Bevölkerungsgruppen, Abgaben und Steuern. Nur: Wenn die Einkommen gering sind – und, ich glaube, das ist auch ein Prinzip der SPÖ –, dann gibt es, Herr Bundeskanzler, bei uns nicht viel zu holen. Aus diesem Grund lehnen wir jegliche Ansätze von Substanzbesteuerungen ab, besonders die Erbschaftssteuer, weil sie das Prinzip der Hofübergabe konterkarieren würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer hat denn einen Hof um 3 Millionen €?! – Abg. Wöginger: Verkehrswert! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Wöginger und Krainer.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Kitzmüller.
Aus bäuerlicher Sicht gibt es eine entscheidende Situation: die Hofübergabe. Diese Situation der Hofübergabe ist auch geprägt von dem Prinzip der Sparsamkeit. (Abg. Krainer: Aber das, was Sie sagen, stimmt ja nicht!) In bäuerlichen Betrieben wird über Generationen hinweg gewirtschaftet und Eigentum über Generationen hinweg gepflegt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Kitzmüller.) Und auch Bäuerinnen und Bauern – das möchte ich durchaus unserem Herrn Bundeskanzler ausrichten – zahlen in diesem Land, so wie alle Bevölkerungsgruppen, Abgaben und Steuern. Nur: Wenn die Einkommen gering sind – und, ich glaube, das ist auch ein Prinzip der SPÖ –, dann gibt es, Herr Bundeskanzler, bei uns nicht viel zu holen. Aus diesem Grund lehnen wir jegliche Ansätze von Substanzbesteuerungen ab, besonders die Erbschaftssteuer, weil sie das Prinzip der Hofübergabe konterkarieren würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer hat denn einen Hof um 3 Millionen €?! – Abg. Wöginger: Verkehrswert! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Wöginger und Krainer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer hat denn einen Hof um 3 Millionen €?! – Abg. Wöginger: Verkehrswert! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Wöginger und Krainer.
Aus bäuerlicher Sicht gibt es eine entscheidende Situation: die Hofübergabe. Diese Situation der Hofübergabe ist auch geprägt von dem Prinzip der Sparsamkeit. (Abg. Krainer: Aber das, was Sie sagen, stimmt ja nicht!) In bäuerlichen Betrieben wird über Generationen hinweg gewirtschaftet und Eigentum über Generationen hinweg gepflegt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Kitzmüller.) Und auch Bäuerinnen und Bauern – das möchte ich durchaus unserem Herrn Bundeskanzler ausrichten – zahlen in diesem Land, so wie alle Bevölkerungsgruppen, Abgaben und Steuern. Nur: Wenn die Einkommen gering sind – und, ich glaube, das ist auch ein Prinzip der SPÖ –, dann gibt es, Herr Bundeskanzler, bei uns nicht viel zu holen. Aus diesem Grund lehnen wir jegliche Ansätze von Substanzbesteuerungen ab, besonders die Erbschaftssteuer, weil sie das Prinzip der Hofübergabe konterkarieren würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Wer hat denn einen Hof um 3 Millionen €?! – Abg. Wöginger: Verkehrswert! – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Wöginger und Krainer.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aus diesem Grund alle Kolleginnen und Kollegen aufrufen, dass sie unsere Anträge unterstützen. Beweisen wir den Menschen in diesem Land, dass auch die Wahlkampfzeit eine Zeit der Vernunft sein kann beziehungsweise sein muss. Ich ersuche Sie darum, weil ich glaube, dass sich das die Menschen in diesem Land verdient haben. – Danke schön, alles Gute! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Nein, Herr Finanzminister, wir sind das Parlament! Wir geben Ihnen Aufträge und nicht Sie uns! – So schaut es in einer parlamentarischen Demokratie aus! (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Abg. Kogler: Das ist wahr, eine berechtigte Frage!
Die SPÖ hat dazu einen Initiativantrag erarbeitet, welchen ich im Grunde für durchaus zielführend halte. Es gibt ein paar Punkte, die unserer Meinung nach verbessert werden könnten, aber das ist einmal eine solide Basis. Jetzt geht die ÖVP plötzlich her und sagt: Das Wort unseres Spitzenkandidaten gilt nicht mehr! Da wird öffentlich hier im Plenum des Nationalrates von der ÖVP das Wort von Sebastian Kurz gebrochen. Ich bin gespannt, ob sich Sebastian Kurz das gefallen lässt. Ich bin gespannt, ob Sebastian Kurz seinen eigenen Finanzminister und seine eigene Partei noch unter Kontrolle hat. Was gilt hier, das Wort von Sebastian Kurz oder das Wort des Finanzministers? (Abg. Kogler: Das ist wahr, eine berechtigte Frage!) – Das wird hier im Parlament beantwortet werden. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Die ÖVP ist uns da abhandengekommen. Das ist keine soziale Partei, das ist keine Gerechtigkeitspartei, die pfeift auf Menschen, die wir gemeinsam aus der Armut retten wollen. Deswegen hoffe ich, dass es uns gemeinsam mit SPÖ, mit Freiheitlicher Partei, mit Grünen und mit NEOS gelingt, dass diese Initiative – trotz ÖVP, trotz Finanzminister! – zu einem großen politischen Erfolg im Kampf gegen Kinderarmut wird. – Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Bundesminister Schelling: Aber Sie könnten der kommunistischen Partei beitreten!
Wenn Sie sagen, wir sollen Verantwortung übernehmen, dann möchte ich abschließend noch die Aufmerksamkeit auf eine Maßnahme lenken, die in den letzten Monaten, nämlich Anfang Juli, hier in diesem Hohen Haus beschlossen worden ist: die Abschaffung des Pflegeregresses. Ja, sie hat eine Lücke im Budget hinterlassen, das ist richtig, aber trotzdem stehen alle zu dieser Maßnahme. Und was haben Sie und Ihre Partei verweigert, Herr Finanzminister? – Eine Gegenfinanzierung durch eine Erbschaftssteuer, die in diesem Lande mehr als überfällig ist; 1 Prozent der Reichsten besitzen 41 Prozent des gesamten Vermögens. – Danke sehr. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Bundesminister Schelling: Aber Sie könnten der kommunistischen Partei beitreten!)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Ich finde, dass er von ATV, PULS 4 und der „Kronen Zeitung“ sehr privilegiert behandelt worden ist. Wir sind in einer völlig vergleichbaren Situation, das werden die Zuhörerinnen und Zuhörer ja auch wissen. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Er hat sich von seiner Partei getrennt, ich habe mich von meiner Partei getrennt, er hat 4 Abgeordnete, ich habe 4 Abgeordnete. Wir haben sogar einen Landtagsklub in Salzburg. Sie (in Richtung des Abg. Pilz) werden eingeladen, da, dort und überall, Sie werden zu den Etablierten gerechnet – wir nicht! (Die Abgeordneten Auer und Lopatka: Ja, das stimmt!)
in Richtung des Abg. Pilz
Ich finde, dass er von ATV, PULS 4 und der „Kronen Zeitung“ sehr privilegiert behandelt worden ist. Wir sind in einer völlig vergleichbaren Situation, das werden die Zuhörerinnen und Zuhörer ja auch wissen. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Er hat sich von seiner Partei getrennt, ich habe mich von meiner Partei getrennt, er hat 4 Abgeordnete, ich habe 4 Abgeordnete. Wir haben sogar einen Landtagsklub in Salzburg. Sie (in Richtung des Abg. Pilz) werden eingeladen, da, dort und überall, Sie werden zu den Etablierten gerechnet – wir nicht! (Die Abgeordneten Auer und Lopatka: Ja, das stimmt!)
Die Abgeordneten Auer und Lopatka: Ja, das stimmt!
Ich finde, dass er von ATV, PULS 4 und der „Kronen Zeitung“ sehr privilegiert behandelt worden ist. Wir sind in einer völlig vergleichbaren Situation, das werden die Zuhörerinnen und Zuhörer ja auch wissen. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Er hat sich von seiner Partei getrennt, ich habe mich von meiner Partei getrennt, er hat 4 Abgeordnete, ich habe 4 Abgeordnete. Wir haben sogar einen Landtagsklub in Salzburg. Sie (in Richtung des Abg. Pilz) werden eingeladen, da, dort und überall, Sie werden zu den Etablierten gerechnet – wir nicht! (Die Abgeordneten Auer und Lopatka: Ja, das stimmt!)
Beifall bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Ich frage mich nach dem Grund. – Es wird wohl der sein, dass Sie tatsächlich zu den Etablierten gehören und wir nicht. Wir wollen das auch nicht, und wir wissen, an welchen Punkten es liegt: Wer kein bedingungsloses Unterwerfungsangebot an die EU, ganz egal, wohin sie sich auch entwickelt, macht, der gehört halt nicht dazu, und wir werden das tragen müssen und hoffen darauf, dass es genügend Bürgerinnen und Bürger gibt, die hinter die Kulissen blicken können. Davon sind wir auch überzeugt. (Beifall bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Beifall bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Höbart: Ein enthusiastisches Klatschen war das jetzt!
Ich meine, meine sehr verehrten Damen und Herren, einerseits von der FPÖ, andererseits Herr Finanzminister, die Debatte über diese zwei Fragen wäre es wert, in den verbleibenden elf Tagen noch geführt zu werden. Vielleicht können Sie das gleich hier beantworten. Auf alle Fälle wäre eine Debatte darüber ein guter Dienst an der Demokratie. (Beifall bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit. – Abg. Höbart: Ein enthusiastisches Klatschen war das jetzt!)
Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Wie wäre es, wenn wir diese Spielräume, die es aktuell für keine Alleinerzieherin, die mit ihren Kindern an der Armutsgrenze steht, gibt, einmal schaffen würden, bevor wir hier herinnen darüber debattieren, dass eventuell Spielräume für den nächsten Nationalrat beschnitten werden würden. (Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!
Kinder und Jugendliche von Alleinerzieherinnen sind in Österreich mehr als doppelt so oft von Armut betroffen wie andere Kinder. Alleinerzieherinnen in Österreich leben zu 42 Prozent in Armut und bilden jene Erwerbs- und Bevölkerungsgruppe, die am stärksten von Armut betroffen ist. (Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!) Einer der Hauptgründe dafür ist gerade die unzureichende oder fehlende Unterhaltszahlung für genau diese betroffene Gruppe.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
„Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.“ – Das steht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die wir unterschrieben haben. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Ignoranz ist das!
Dazu bekennen wir uns – beziehungsweise sollten wir uns eigentlich dazu bekennen, aber wir stehen einer Diskussion gegenüber, bei der uns Finanzminister Schelling hier herinnen mahnt, wir sollen keine das Budget belastenden Beschlüsse treffen. (Abg. Pirklhuber: Ignoranz ist das!) Ermöglichen wir doch den Menschen in Österreich, überhaupt einmal über der Armutsgrenze leben zu können, anstatt Gesetze zu machen, die diesen unsäglichen Zustand noch weiter fortschreiben!
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Wir stehen jetzt einer Situation gegenüber, bei der es den Anschein hat – das ist die Sicht der Bevölkerung, wenn ich das widerspiegeln darf –, dass sich alle Parteien einig wären, dass es hier eine Lösung braucht, was die Unterhaltssicherung betrifft. Warum passiert denn dann schon wieder nichts? Es gibt schon wieder nur Streit. Es wird vonseiten der ÖVP gesagt – nein, nein, vorgeschoben; ich hab mir das herausgesucht –, es würden wieder Hunderte Millionen Euro ins Ausland gehen. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.) – Das ist die glatte Unwahrheit!
Abg. Pirklhuber: Asozial ist das!
Das ist keine neue Politik! Auch wenn sie türkis angemalt ist, das ist keine neue Politik. (Abg. Pirklhuber: Asozial ist das!) Es gibt keinerlei Bewegung in diese Richtung. Sich hier an ausländischen Kindern – weil es so tituliert wird – abzuputzen, ist meiner Meinung nach schäbig. Und zu blockieren, weil verarmte Kinder keine großzügigen Wahlspenden abliefern können, ist mehr als durchschaubar. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.
Das ist keine neue Politik! Auch wenn sie türkis angemalt ist, das ist keine neue Politik. (Abg. Pirklhuber: Asozial ist das!) Es gibt keinerlei Bewegung in diese Richtung. Sich hier an ausländischen Kindern – weil es so tituliert wird – abzuputzen, ist meiner Meinung nach schäbig. Und zu blockieren, weil verarmte Kinder keine großzügigen Wahlspenden abliefern können, ist mehr als durchschaubar. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.)
Abg. Belakowitsch: Das sind eh schon fünf! Das reicht doch!
Sie haben auch mit keinem Wort erwähnt, dass der ORF seinem gesetzlichen Auftrag nicht nachkommt und nicht alle Parteien in die Fernsehdiskussionen einlädt. Warum werden nur die Parlamentsparteien eingeladen? – Der ORF kommt da seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht nach und lädt nicht alle Parteien ein, und das ist auch etwas, was von den Wählerinnen und Wählern nicht verstanden wird. (Abg. Belakowitsch: Das sind eh schon fünf! Das reicht doch!)
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Diese Alternative zu den etablierten Systemparteien ist die Freie Liste Österreich, die FLÖ, mit Barbara Rosenkranz an der Spitze, mit Dr. Karl Schnell in Salzburg, der mit seinen Leuten im Landtag dort ausgezeichnete Arbeit macht und der auch – das möchte ich noch ganz zum Schluss erwähnen – der Initiator war (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), dass der Salzburger Landtag einstimmig beschlossen hat, das Glyphosatverbot an die Bundesregierung weiterzuleiten. Wie ich jetzt den Medien entnehmen konnte, ist das nun endlich umgesetzt worden. Daran sehen Sie, wie wichtig und richtig es ist, die Freie Liste Österreich zu unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Doppler.)
Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Doppler.
Diese Alternative zu den etablierten Systemparteien ist die Freie Liste Österreich, die FLÖ, mit Barbara Rosenkranz an der Spitze, mit Dr. Karl Schnell in Salzburg, der mit seinen Leuten im Landtag dort ausgezeichnete Arbeit macht und der auch – das möchte ich noch ganz zum Schluss erwähnen – der Initiator war (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), dass der Salzburger Landtag einstimmig beschlossen hat, das Glyphosatverbot an die Bundesregierung weiterzuleiten. Wie ich jetzt den Medien entnehmen konnte, ist das nun endlich umgesetzt worden. Daran sehen Sie, wie wichtig und richtig es ist, die Freie Liste Österreich zu unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Doppler.)
Abg. Neubauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler –: Für welche Partei kandidierst du denn gerade? – Abg. Steinbichler: Bis ich dir das erklärt habe, ist die Redezeit vorbei!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Neubauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler –: Für welche Partei kandidierst du denn gerade? – Abg. Steinbichler: Bis ich dir das erklärt habe, ist die Redezeit vorbei!)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Ehrenmord in Wien – das läuft alles für Sie offensichtlich unter der Zusammenfassung: Passt eh alles, ist eh alles gut! Abschiebungen gibt es de facto nicht. Herr Bundesminister, ich weiß, Sie werden uns dann wieder erzählen, wie großartig das funktioniert hat. Ich habe es Ihnen schon einmal gesagt: Sie tricksen mit dieser Abschiebestatistik, dass sich die Balken nur so biegen. Da werden die Leute genannt, die freiwillig zurück nach Ungarn ausreisen, zurück nach Rumänien. Das fällt bei Ihnen alles unter freiwillige Ausreise, sozusagen unter Abschiebung. Das sind EU-Bürger, die das Land aus welchen Gründen auch immer verlassen. Die geben Sie in Asylstatistiken, in Ausreisestatistiken hinein, um den Menschen das Gefühl zu verleihen: Es funktioniert eh alles, wir schieben ja eh großartig ab. – Das tun Sie eben nicht, Herr Minister! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jeder, der einmal hier in unserem Land gelandet ist, weiß, dass er hierbleiben wird. Es wird nicht abgeschoben, er muss auch nicht mehr das Land verlassen, egal, ob er kriminell wird, egal, ob er zu einem Mörder wird, ob er vergewaltigt, ob er sonstige Kriminalität wie Drogen- oder Kleinkriminalität vollführt. Alle bleiben sie hier! Alle bleiben sie hier! Es ist beschämend, wenn man sich anschaut, wenn es dann zu Verurteilungen kommt, was da teilweise herauskommt. Da kommt ein Mann, der einen zehnjährigen Buben im Schwimmbad vergewaltigt, mit wenigen Jahren Gefängnis davon. Das ist eine Justiz und das ist eine Politik, die wir nicht mittragen wollen, weil sie die Menschen nicht wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist es, meine Damen und Herren: Sie haben unsere Republik damals aufgegeben, als Sie die Tore aufgemacht haben! Und Sie haben sie bis heute nicht geschlossen! (Beifall bei der FPÖ.) Und Sie haben auch gar kein Interesse daran (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), denn wenn ich mir anschaue, was die ÖVP Wien vor wenigen Tagen im Wiener Gemeinderat beantragt hat, nämlich dass Asylwerber – ich spreche hier von Asylwerbern! – bei den Wiener Stadtgärten angestellt werden sollen, dann weiß man, wohin die Reise geht. Mit uns wird es das nicht geben!
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen
Genau das ist es, meine Damen und Herren: Sie haben unsere Republik damals aufgegeben, als Sie die Tore aufgemacht haben! Und Sie haben sie bis heute nicht geschlossen! (Beifall bei der FPÖ.) Und Sie haben auch gar kein Interesse daran (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), denn wenn ich mir anschaue, was die ÖVP Wien vor wenigen Tagen im Wiener Gemeinderat beantragt hat, nämlich dass Asylwerber – ich spreche hier von Asylwerbern! – bei den Wiener Stadtgärten angestellt werden sollen, dann weiß man, wohin die Reise geht. Mit uns wird es das nicht geben!
Allgemeine Heiterkeit.
Also genau dahin geht die Reise, Herr Präsident! – Herr Präsident, Sie sind jetzt gar nicht gemeint, jetzt haben Sie mich doch irritiert. (Allgemeine Heiterkeit.) – Herr Minister, genau dahin soll die Reise nämlich gehen, dass Sie die Asylwerber als billige Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt einschleusen. Das ist Ihr Ziel, meine Damen und Herren von der ÖVP!
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre auch im Sinne der zuständigen Beamten und Juristen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, nur mehr Belakowitsch!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein! (Abg. Belakowitsch: Nein, nur mehr Belakowitsch!) – Frau Kollegin Belakowitsch, ich habe zwei Anmerkungen zu Ihren Ausführungen.
Abg. Hübner: Das ist aber ein bisschen ungewöhnlich!
Zweitens – um zu Ihrem Entschließungsantrag zu kommen, in dem Sie verlangen, die Bundesregierung solle jetzt eine Neukodifikation des Asyl- und Fremdenrechts als Regierungsvorlage vorlegen –: Das ist ein interessanter Vorschlag, es ist auch nichts dagegen zu sagen, dass man einmal eine Neukodifikation des Fremdenrechts vornimmt, aber an sich sind wir ja hier der Gesetzgeber. Sie hätten ja als Klub die Möglichkeit, eine solche Neukodifikation als Antrag vorzulegen. (Abg. Hübner: Das ist aber ein bisschen ungewöhnlich!) Also ich lade Sie herzlich ein, hier sozusagen Arbeit nicht weiterzuschupfen, sondern doch die Arbeit selbst zu erledigen, wenn Sie sich das schon wünschen, Frau Kollegin Belakowitsch. Gesetzgeber sind schon wir. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie geben mir schon recht, die permanenten Novellen haben es unlesbar oder schwer lesbar gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie geben mir schon recht, die permanenten Novellen haben es unlesbar oder schwer lesbar gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zweitens – um zu Ihrem Entschließungsantrag zu kommen, in dem Sie verlangen, die Bundesregierung solle jetzt eine Neukodifikation des Asyl- und Fremdenrechts als Regierungsvorlage vorlegen –: Das ist ein interessanter Vorschlag, es ist auch nichts dagegen zu sagen, dass man einmal eine Neukodifikation des Fremdenrechts vornimmt, aber an sich sind wir ja hier der Gesetzgeber. Sie hätten ja als Klub die Möglichkeit, eine solche Neukodifikation als Antrag vorzulegen. (Abg. Hübner: Das ist aber ein bisschen ungewöhnlich!) Also ich lade Sie herzlich ein, hier sozusagen Arbeit nicht weiterzuschupfen, sondern doch die Arbeit selbst zu erledigen, wenn Sie sich das schon wünschen, Frau Kollegin Belakowitsch. Gesetzgeber sind schon wir. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Aber Sie geben mir schon recht, die permanenten Novellen haben es unlesbar oder schwer lesbar gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!
Ich möchte aber schon darauf eingehen, dass Sie hier kritisieren, dass es immer wieder Novellen gibt; das haben wir ja in anderen Bereichen auch, wenn Sie etwa das ASVG hernehmen. (Abg. Belakowitsch: Das macht es ja nicht besser!) Ja, warum haben wir denn laufend Novellen? – Weil in manchen Bereichen, die sehr dynamisch sind, natürlich eine laufende Anpassung der legistischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Gerade die Änderungen auch im Asyl- und Fremdenrecht zeigen eines sehr, sehr deutlich: dass wir auf die Entwicklungen, die es gibt, reagieren, dass wir notwendige Maßnahmen setzen und diese eben in eine entsprechende Rechtsordnung gießen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja das Problem: das Reagieren hintennach!) Aus der Anzahl von Novellen können Sie weiß Gott noch keine negative Vorgangsweise ableiten, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch: „Spätzünder“ nennt man das!)
Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Welche genau?
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!
Ich denke, Österreich hat sich in der Aufnahme von Flüchtlingen nichts vorzuwerfen, wir haben da eine große Tradition. Wir haben immer geholfen, wenn es notwendig war (Abg. Belakowitsch: „Wenn es notwendig war“, ganz richtig!), ganz gleich, ob in der Ungarnkrise, ob beim Prager Frühling, ob in der Jugoslawienkrise (Abg. Hübner: Das sind Europäer! – Abg. Belakowitsch: Das waren aber die Nachbarländer!) – und auch jetzt. Es ist aber richtig und es ist wahr, dass mit dieser Flüchtlingsbewegung auch eine Fülle von Migranten nach Österreich gekommen ist, die nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. (Abg. Belakowitsch: Aber! Was machen wir jetzt mit denen?) – Es wundert mich, dass Sie das überrascht. (Abg. Hübner: Sie haben ja keine Ahnung!) Und wir setzen Maßnahmen (Abg. Belakowitsch: Welche genau?), damit diese Personen, die zu Unrecht hier sind, die auch negative Bescheide haben, auch dazu angehalten werden, das Land zu verlassen, Frau Kollegin Belakowitsch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Sie tun es aber nicht! Sie tun es aber nicht!)
Abg. Belakowitsch: Nein, das tun Sie eben nicht! Unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie reden – und wir tun es mit diesem Fremdenrecht. (Abg. Belakowitsch: Nein, das tun Sie eben nicht! Unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben ja auch die Zahlen angezweifelt, ich sage es Ihnen: Wir haben im heurigen Jahr 10 614 negative Bescheide; dabei sind im heurigen Jahr bereits 8 829 Rückführungen vorgenommen worden. (Abg. Belakowitsch: Lauter Ungarn, Rumänen, Mazedonier!) Das zeigt ja, dass die Systematik funktioniert. (Abg. Belakowitsch: Funktioniert ja nicht! Das ist ja eine Augenauswischerei!) Im letzten Jahr wurden auch über 10 000 Menschen zurückgeführt; insgesamt sind davon nur 2 290 Dublinfälle, Frau Belakowitsch. Also wenn Sie das schon infrage stellen, dann würde ich Sie bitten, schauen Sie sich die Zahlen noch einmal an! (Abg. Belakowitsch: Hab’ ich!) Nur die Kritik alleine hilft nichts, man muss die Dinge auch tun – und wir tun es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hauser: Das sagen wir schon seit 2015! Das haben Sie aber nicht verstanden!
Insgesamt steht darüber: Österreich darf nicht ein attraktives Zielland für Wirtschaftsflüchtlinge sein. Das kann nicht die Intention sein. (Abg. Hauser: Das sagen wir schon seit 2015! Das haben Sie aber nicht verstanden!) Österreich gewährt jenen Asyl, die Hilfe brauchen, aber wir sind ganz sicherlich nicht jenes Land, das in diesem Bereich ein attraktiver Standort sein will.
Abg. Hauser: Aber ihr habt es ja beschlossen! Seid doch nicht so scheinheilig!
Der letzte Punkt: Wir haben immer kritisiert, dass die Mindestsicherung auch an jene geht, die einen positiven Asylbescheid haben. Das geht zu weit, das versteht niemand im Land, wenn Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, den gleichen Betrag erhalten wie jemand, der einen Tag lang einen Asylbescheid hat. (Abg. Hauser: Aber ihr habt es ja beschlossen! Seid doch nicht so scheinheilig!) Das wird nicht verstanden, und ich kann Ihnen sagen, wir werden, wenn wir ein entsprechendes Mandat bekommen, das auch bundeseinheitlich regeln und ändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Das sagen Sie schon seit Jahren! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Sobotka –: ...! Das ist ja unglaublich! Das wissen Sie ganz genau! Das sind Ihre Zahlen! Ihre Anfragebeantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Das sagen Sie schon seit Jahren! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Sobotka –: ...! Das ist ja unglaublich! Das wissen Sie ganz genau! Das sind Ihre Zahlen! Ihre Anfragebeantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Der letzte Punkt: Wir haben immer kritisiert, dass die Mindestsicherung auch an jene geht, die einen positiven Asylbescheid haben. Das geht zu weit, das versteht niemand im Land, wenn Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, den gleichen Betrag erhalten wie jemand, der einen Tag lang einen Asylbescheid hat. (Abg. Hauser: Aber ihr habt es ja beschlossen! Seid doch nicht so scheinheilig!) Das wird nicht verstanden, und ich kann Ihnen sagen, wir werden, wenn wir ein entsprechendes Mandat bekommen, das auch bundeseinheitlich regeln und ändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Peter Wurm: Das sagen Sie schon seit Jahren! – Abg. Belakowitsch – in Richtung Bundesminister Sobotka –: ...! Das ist ja unglaublich! Das wissen Sie ganz genau! Das sind Ihre Zahlen! Ihre Anfragebeantwortung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Wirtschaftsflüchtlinge!
Die Bundesregierung versucht bereits seit Jahren, das Asylrecht so zu verschärfen, dass schutzsuchende Menschen möglichst abgeschreckt werden und sie nicht nach Österreich kommen. (Abg. Rädler: Wirtschaftsflüchtlinge!) Dabei geht es aber darum, Fluchtursachen zu bekämpfen, statt geflüchtete Menschen zu bekämpfen. Erstens ist es aus menschenrechtlicher Sicht ein No-Go, Menschen zu bekämpfen, weil sie sich auf die Flucht begeben haben; aber auch, was Nachhaltigkeit von Politik betrifft ... (Unruhe im Sitzungssaal.) – Ich höre viele Zwischenrufe. Ich habe auch den Kolleginnen und Kollegen vor mir zugehört, es wäre nett, wenn man hier seine Rede einfach halten dürfte.
Beifall bei den Grünen.
lich effektiv etwas unternehmen kann. Wenn es uns als Politikern und Politikerinnen ab heute nicht gelingt, effektive Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, dann kann es sein, dass in den nächsten Jahren Hunderttausende und Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden, weil beispielsweise Inseln im Pazifik überflutet werden, weil ganze Landstriche unter Wasser sein werden und dort die Lebensgrundlage weg sein wird. Sich dann darüber zu beschweren, dass sich schon wieder Millionen auf den Weg gemacht haben, wird zu spät sein. Deshalb sagen die Grünen: Klimaschutz ist auch Menschenschutz. Und Klimaschutz ist eine ganz wesentliche Säule bei der Bekämpfung von Fluchtursachen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn das unsere Politik ist, dass wir einen Außenminister haben, der ständig von Hilfe vor Ort spricht, und gleichzeitig unsere Unterstützung des Welternährungsprogramms nicht und nicht steigt und deshalb Menschen in Kenia Hunger droht, dann wird es leider weiterhin ganz massiv zu Fluchtbewegungen kommen. Es liegt aber an uns, mit einer nachhaltigen Politik Flucht zu verhindern, indem wir Fluchtursachen bekämpfen. Bitte fangen wir endlich damit an! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja die Beantwortung vom Innenminister! Das waren die Zahlen vom Innenminister!
Frau Kollegin Belakowitsch, es stimmen alle Zahlen nicht, die Sie nennen, und die haben noch nie gestimmt. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja die Beantwortung vom Innenminister! Das waren die Zahlen vom Innenminister!) Mich stört jede einzelne strafbare Handlung, jede einzelne. Zu jedem Problemfall, den wir haben, gibt es irgendwo einen negativen rechtsgültigen Bescheid, und wir bringen ihn nicht außer Landes. Das habe ich immer selber kritisiert.
Abg. Belakowitsch: Alles ist gut im Land!
Aber immer ein Bild zu zeichnen, als wäre bei uns was weiß ich welche Unsicherheit, das ist sicher nicht richtig. Seien wir froh, dass wir nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt sind! Seien wir froh, dass unsere Aufklärungsraten stimmen! Da kann man nur sagen: Danke, liebe Polizistinnen und Polizisten!, und ich sage das tatsächlich. (Abg. Belakowitsch: Alles ist gut im Land!) Schaut euch die Zahlen einmal an! Daher sollten wir so eine Debatte, wo wir wissen, dass wir das Gesetz aus formalen Gründen heute noch einmal zu beschließen haben, nicht in diese Richtung steuern. Das haben wir, glaube ich, nicht notwendig, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Abg. Belakowitsch: Und deshalb wurschteln wir immer so weiter?!
Ich nehme den positiven Ansatz: Selbst wenn wir es machen, garantiere ich Ihnen, dass bei der Beschlussfassung aufgrund der langen Zeitspanne schon wieder Probleme aufgetaucht sind, weswegen wir schon wieder eine Novelle machen müssen. (Abg. Belakowitsch: Und deshalb wurschteln wir immer so weiter?!) Das ist normal, denn
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In der Sache selbst durchaus konsequent, das ist alles okay, aber trotzdem: Wir reden hier immer über Menschen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Es sind Dinge in diesem FrÄG enthalten, die nachvollziehbar sind und bei denen wir von den NEOS keine Probleme sehen. Wir haben beim letzten Mal getrennt abgestimmt und werden das wiederum tun, wenn es um die Anordnung der Unterkunftnahme, der Wohnsitzbeschränkung und der Wohnsitzauflage geht. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Das sind zwar sinnvolle Maßnahmen, Herr Kollege Amon, aber es geht leider am Kern der Problematik vorbei.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.
Bei den wesentlichen Maßnahmen, die wir bräuchten, ist es wie immer die ÖVP, die blockiert. Was wir nämlich wirklich bräuchten, wäre eine Residenzpflicht für anerkannte Asylberechtigte, damit wir Integration möglich machen können, und zwar insbesondere dort, wo Integration möglich ist, nämlich dort, wo im ländlichen Raum die entsprechenden Ressourcen vorhanden sind. Aber es sind Ihre Landeshauptleute, die jedes Mal sagen: Nein, das wollen wir nicht, denn wir wollen an der Integration nicht mitwirken! Das ist ein riesiger Fehler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Amon.
Und natürlich brauchen wir – und da hat Frau Kollegin Belakowitsch wiederum recht, und demzufolge werden wir dem auch zustimmen –, um schnellere Asylverfahren zu garantieren, ein neues Asylrecht, weil bei dieser komplexen Materie in Wirklichkeit niemand mehr einen Durchblick haben kann. Da wäre ein weiteres Mal die ÖVP gefordert. Aber was Sie von der ÖVP mit dieser FrÄG-Änderung machen, ist reine Symbolpolitik. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Amon.) Ich weiß, das klingt immer gut, aber konkret geändert haben Sie an der Sache noch gar nichts. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.
Und natürlich brauchen wir – und da hat Frau Kollegin Belakowitsch wiederum recht, und demzufolge werden wir dem auch zustimmen –, um schnellere Asylverfahren zu garantieren, ein neues Asylrecht, weil bei dieser komplexen Materie in Wirklichkeit niemand mehr einen Durchblick haben kann. Da wäre ein weiteres Mal die ÖVP gefordert. Aber was Sie von der ÖVP mit dieser FrÄG-Änderung machen, ist reine Symbolpolitik. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Amon.) Ich weiß, das klingt immer gut, aber konkret geändert haben Sie an der Sache noch gar nichts. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Abgeordneter David Lasar (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Am Beginn meiner Ausführungen einige Worte zu Herrn Amon: Ich weiß nicht, waren Sie nicht letztes Mal im Ausschuss, zu dem wir Experten geladen haben, die eindeutig klargelegt haben, dass diese Gesetzesnovellierung nichts anderes als ein Flickwerk ist?! Es kennt sich da keiner mehr aus. (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.
Zweitens – er hat noch viel mehr gesagt, aber ich werde nur zwei seiner Aussagen hier zitieren – hat er zu diesem Gesetz gesagt: Dieses wichtige Gesetz muss klare und deutliche Aussagen liefern. Das heißt: Zurück an den Start zu kompletten Neuverhandlungen und damit zu einer Neufassung des Fremdenrechts. Und Sie, Herr Amon, wollen uns jetzt erklären, dass das eh alles in Ordnung sei. Sogar Ihr Bundesparteiobmann Kurz äußert sich schon in die Richtung, dass er selbst an diesem Gesetz zweifelt. Das sagt er ja schon im Fernsehen bei all seinen Interviews. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) Nehmen Sie doch auch einmal ernst, was Ihr Bundesparteiobmann sagt! Sie und Ihr Obmann sagen zu diesem Gesetz zwei verschiedene Dinge, nämlich: Wäh-
Weiterer Zwischenruf des Abg. Amon.
rend Ihr Parteiobmann sagt, so könne es nicht weitergehen, stellen Sie sich hier her und sagen, es sei alles in Ordnung. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Amon.) Jetzt haben Sie ein Flickwerk geschaffen, nämlich ein Flickwerk, bei dem sich kein Experte, kein Rechtsanwalt, niemand mehr auskennt, und Sie stellen sich hier her und sagen, es sei bei diesem Gesetz alles in Ordnung.
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß nicht, die wievielte Novellierung das jetzt schon ist, die fünfte, sechste oder siebente, ich weiß es nicht. Dieses Gesetz ist zigmal novelliert worden, und es haben Ihre Experten, die Sie geladen haben – auch wir haben welche geladen, auch von den anderen Parteien wurden Experten geladen, und die waren auch dieser Meinung –, eindeutig gesagt: Bitte macht ein neues Gesetz und nicht ein Flickwerk! – Genau das ist der Punkt, wo ich Ihnen heute wieder sage: Es muss ja nicht heute beschlossen werden; machen Sie ein gescheites Gesetz, mit dem alle leben können, es ist jetzt nicht wichtig! Es ist nicht wichtig, so ein Flickwerk zu beschließen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin überzeugt davon, dass wir in ein paar Monaten hier wieder über dieses Gesetz diskutieren werden, das ja in Wirklichkeit kein Gesetz ist, sondern ein reines Flickwerk. Aber dann – das kann ich Ihnen jetzt schon sagen – stehen wir mit Sicherheit nicht zur Verfügung, denn wir wollen ein Gesetz, das wirklich Verschärfungen enthält und nicht Tür und Tor durch die Hintertür öffnet. So kann es bei Gott nicht sein! Es kann nicht sein, dass so ein Gesetz oder so ein Flickwerk, muss man sagen, noch befürwortet wird. Das ist für mich – und auch für die Experten! – kein Gesetz. Ich kann daher hier nur sagen – aber das brauche ich gar nicht laut und deutlich hier zu sagen, denn Sie wissen es ohnehin –, dass wir so einem Flickwerk nicht zustimmen werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das war mir sehr wichtig, daher nochmals danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Das wäre im Interesse einer ehrlichen Politik, denn wenn Sie das nicht machen und wenn Sie zulassen, dass die Kompetenz nach Brüssel geht, dann können Sie hier nichts von dem, was Sie versprechen, nämlich die Einwanderung zu stoppen, einhalten. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Die Abgeordneten von SPÖ und NEOS stehen mit zeitlicher Verzögerung auf. – Abg. Belakowitsch: Bitte fürs Protokoll: Sehr zögerlich!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich dafür aussprechen, um ein Zeichen. – Ich glaube schon, oder? (Die Abgeordneten von SPÖ und NEOS stehen mit zeitlicher Verzögerung auf. – Abg. Belakowitsch: Bitte fürs Protokoll: Sehr zögerlich!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich hätte mir vorgestellt, dass wir auch über das Verbot von Tierversuchen in der chemischen, agrarischen und kosmetischen Industrie diskutieren. (Beifall bei der FPÖ.) Ich hätte mir vorgestellt, die Zustände in den diversen Schlachthäusern zu untersuchen. Ich hätte mir vorgestellt, dass wir eigentlich dahin kommen zu sagen: Tiere, das gehört in der Rechtsordnung neu definiert, denn sie sind Lebewesen und keine Sache; und dann kommen wir weg von diesem Begriff. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hätte mir vorgestellt, dass wir auch über das Verbot von Tierversuchen in der chemischen, agrarischen und kosmetischen Industrie diskutieren. (Beifall bei der FPÖ.) Ich hätte mir vorgestellt, die Zustände in den diversen Schlachthäusern zu untersuchen. Ich hätte mir vorgestellt, dass wir eigentlich dahin kommen zu sagen: Tiere, das gehört in der Rechtsordnung neu definiert, denn sie sind Lebewesen und keine Sache; und dann kommen wir weg von diesem Begriff. (Beifall bei der FPÖ.)
Der Redner verlässt das Rednerpult und übergibt Bundesministerin Rendi-Wagner ein Schriftstück. – Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, ich darf Ihnen im Namen vieler Tierschutzfreunde, Tierschutzvereinigungen ein Konzept – oder einen Beweis – dafür übergeben, er ist unterstützt von 24 819 Tierschützern und auch von Udo Guggenbichler, Liane Moitzi ... (Der Redner verlässt das Rednerpult und übergibt Bundesministerin Rendi-Wagner ein Schriftstück. – Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Riemer: Natürlich!
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter, kommen Sie noch einmal an das Rednerpult zurück? (Abg. Riemer: Natürlich!) – Ich frage nur, damit ich Ihre Rede nicht vorzeitig für beendet erkläre. (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter, kommen Sie noch einmal an das Rednerpult zurück? (Abg. Riemer: Natürlich!) – Ich frage nur, damit ich Ihre Rede nicht vorzeitig für beendet erkläre. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ.
Es lebe mehr Verständnis für den Tierschutz: Welttierschutztag 2017. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wesentlicher Faktor ist aber auch, dass die fachliche Kompetenz entsprechend vorhanden ist. Tierhalter müssen über das Wesen und über die Bedürfnisse der Tiere Bescheid wissen. Ich darf an dieser Stelle die hohe Tierhaltekompetenz unserer Bäuerinnen und Bauern hervorstreichen. (Beifall bei der ÖVP.) Ich bedanke mich jedenfalls bei den vielen Hundertausenden Menschen, die Tiere halten, dass sie verantwortungsvoll mit dem Ziel handeln, dass es den Tieren gut geht.
Zwischenrufe des Abg. Steinbichler.
Wir verändern heute einen Punkt des Tierschutzgesetzes. In Summe haben wir ein gutes, ein modernes Tierschutzgesetz, das den Schwerpunkt auf eine gesamtheitliche Betrachtung legt. Und wenn es auch den Anschein hat, dass nach dem 15. Oktober kein Stein mehr auf dem anderen bleibt – erste Silbersteine bröckeln ja bereits ab –, so hoffe ich doch, dass dieses Tierschutzgesetz einen dauerhaften Bestand hat. (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP jedenfalls bekennt sich dazu. Die ÖVP will, dass es den Tieren gut geht, und die ÖVP will, dass es den Menschen in diesem Land gut geht. Und in diesem Sinne bitte ich darum, dass wir dieser Änderung auch zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Zinggl.
finde, der Respekt beginnt schon bei den Begrifflichkeiten, denn Tiere sind Lebewesen und keine Dinge. In Österreich geht es darum – das sollten wir auch heute zum Anlass nehmen –, Verbesserungen für den Tierschutz zu erreichen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Zinggl.)
Beifall bei den Grünen.
Höhe gehaltenen Tierfotos verweisend) einen Platz und ein gutes Zuhause suchen! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kogler: Was?
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen Bundesministerinnen! Kollegin Brunner, was du hier gesagt hast, ist von Unwahrheiten wirklich durchpflügt – sensationell. (Abg. Kogler: Was?)
Zwischenruf der Abg. Brunner
Nummer eins, liebe Kollegin Brunner (Zwischenruf der Abg. Brunner): Du hast gesagt, die Umsetzung ist ein Pfusch, wir bringen Vereine ins Kriminal, weil sie keine Tiere mehr vermitteln dürfen. – Das ist die Unwahrheit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.) Die Unwahrheit aus dem einfachen Grund (Abg. Kogler: Nein, das ist Gesetz!), weil es eine Übergangsfrist bis 13. Juli 2018 für die Vereine gibt, während der sie nach wie vor normal vermitteln dürfen. In dieser Zeit wird eine Verordnung gemacht, in der die Bedingungen festgelegt werden, wie diese Vermittlung per Internethandel ausschaut. (Abg. Auer: Gesetze lesen!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.
Nummer eins, liebe Kollegin Brunner (Zwischenruf der Abg. Brunner): Du hast gesagt, die Umsetzung ist ein Pfusch, wir bringen Vereine ins Kriminal, weil sie keine Tiere mehr vermitteln dürfen. – Das ist die Unwahrheit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.) Die Unwahrheit aus dem einfachen Grund (Abg. Kogler: Nein, das ist Gesetz!), weil es eine Übergangsfrist bis 13. Juli 2018 für die Vereine gibt, während der sie nach wie vor normal vermitteln dürfen. In dieser Zeit wird eine Verordnung gemacht, in der die Bedingungen festgelegt werden, wie diese Vermittlung per Internethandel ausschaut. (Abg. Auer: Gesetze lesen!)
Abg. Kogler: Nein, das ist Gesetz!
Nummer eins, liebe Kollegin Brunner (Zwischenruf der Abg. Brunner): Du hast gesagt, die Umsetzung ist ein Pfusch, wir bringen Vereine ins Kriminal, weil sie keine Tiere mehr vermitteln dürfen. – Das ist die Unwahrheit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.) Die Unwahrheit aus dem einfachen Grund (Abg. Kogler: Nein, das ist Gesetz!), weil es eine Übergangsfrist bis 13. Juli 2018 für die Vereine gibt, während der sie nach wie vor normal vermitteln dürfen. In dieser Zeit wird eine Verordnung gemacht, in der die Bedingungen festgelegt werden, wie diese Vermittlung per Internethandel ausschaut. (Abg. Auer: Gesetze lesen!)
Abg. Auer: Gesetze lesen!
Nummer eins, liebe Kollegin Brunner (Zwischenruf der Abg. Brunner): Du hast gesagt, die Umsetzung ist ein Pfusch, wir bringen Vereine ins Kriminal, weil sie keine Tiere mehr vermitteln dürfen. – Das ist die Unwahrheit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Brunner.) Die Unwahrheit aus dem einfachen Grund (Abg. Kogler: Nein, das ist Gesetz!), weil es eine Übergangsfrist bis 13. Juli 2018 für die Vereine gibt, während der sie nach wie vor normal vermitteln dürfen. In dieser Zeit wird eine Verordnung gemacht, in der die Bedingungen festgelegt werden, wie diese Vermittlung per Internethandel ausschaut. (Abg. Auer: Gesetze lesen!)
Abg. Auer: Unwahr!
Genau dasselbe macht Frau Madeleine Petrovic. Sie hat gestern eine Aussage gemacht – ich zitiere aus dem „Kurier“ –: „‘So kann es nicht weitergehen‘, beantwortet die Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV) Madeleine Petrovic die Frage nach der Situation seit Inkrafttreten des neuen Tierschutzgesetzes. Die Tierheime platzen laut der Grünen-Politikerin aus allen Nähten. Denn“ – und nun kommt es – „kleine, private Tierschutzvereine dürfen ihre Schützlinge nun nicht mehr öffentlich via Internet oder Printmedien vermitteln.“ (Abg. Auer: Unwahr!)
Abg. Pirklhuber: Es gibt einen Abänderungsantrag!
Das stimmt nicht! Es ist die Unwahrheit, denn wir haben eine Übergangsfrist. Das gehört jetzt endlich klargemacht! (Abg. Pirklhuber: Es gibt einen Abänderungsantrag!) Das, was Frau Petrovic da macht, ist Sozialmobbing, sage ich, Sozialmegamobbing. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Das stimmt nicht! Es ist die Unwahrheit, denn wir haben eine Übergangsfrist. Das gehört jetzt endlich klargemacht! (Abg. Pirklhuber: Es gibt einen Abänderungsantrag!) Das, was Frau Petrovic da macht, ist Sozialmobbing, sage ich, Sozialmegamobbing. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Ich sage Ihnen nämlich etwas, meine Damen und Herren, wissen Sie, was passiert ist, seit Frau Petrovic das erste Mal herausgegangen ist (weitere Zwischenrufe bei den Grünen): Ich bin als Mörder bezichtigt worden, von Institutionen, ich habe E-Mails bekommen. Ich bin bedroht worden, weil ich verhindern würde, dass Tiere in Österreich leben dürfen. Wir haben diese Mails. (Abg. Kogler: Was ich für E-Mails kriege!)
Abg. Kogler: Was ich für E-Mails kriege!
Ich sage Ihnen nämlich etwas, meine Damen und Herren, wissen Sie, was passiert ist, seit Frau Petrovic das erste Mal herausgegangen ist (weitere Zwischenrufe bei den Grünen): Ich bin als Mörder bezichtigt worden, von Institutionen, ich habe E-Mails bekommen. Ich bin bedroht worden, weil ich verhindern würde, dass Tiere in Österreich leben dürfen. Wir haben diese Mails. (Abg. Kogler: Was ich für E-Mails kriege!)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Dann wird behauptet, wir setzen uns mit keinen Tierschutzorganisationen zusammen. Wenn Frau Petrovic glaubt, sie ist die einzige Tierschutzorganisation als WTV, dann muss ich sagen, dass sie ein prinzessinnenhaftes Auftreten hat. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Wir reden mit vielen anderen Vereinen und Institutionen, wir reden mit Landestierschutzverbänden, wir reden mit Tierheimen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich habe drei Ordner komplett voll mit wirklichen Mitteilungen, in denen uns die Menschen sagen, was los ist. Und nun sage ich Ihnen, was los ist.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
So. Nun komme ich zum nächsten Fall, den ich habe, es geht wieder um einen Hund, der vermittelt worden ist: Er ist brav, er ist super, mit allen verträglich. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Hör zu, Kollege Pirklhuber! – Die Realität ist, dieser Hund ist das nicht. Sie wollten den Hund zurückgeben. Als Antwort haben sie bekommen: Wir nehmen den Hund nicht mehr zurück, daher entbinden wir Sie nun von der Pflicht, uns den Hund zurückzugeben. Machen Sie, was Sie wollen! – Diese Frau sagt ganz klar, dass das nicht sein darf.
Abg. Brunner: Aber sie treffen alle!
Und genau gegen solche Vereine wollen wir vorgehen, genau deswegen ist dieses Gesetz gemacht worden, und nicht für die seriösen Vereine. Da werden in einer Verordnung Maßnahmen festgelegt (Abg. Brunner: Aber sie treffen alle!), sodass das funktioniert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Und genau gegen solche Vereine wollen wir vorgehen, genau deswegen ist dieses Gesetz gemacht worden, und nicht für die seriösen Vereine. Da werden in einer Verordnung Maßnahmen festgelegt (Abg. Brunner: Aber sie treffen alle!), sodass das funktioniert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist eine Frage von Kontrolle, das wollen wir ja!
Da wird Missbrauch betrieben. (Abg. Pirklhuber: Das ist eine Frage von Kontrolle, das wollen wir ja!) Ich sage noch einmal, dass wir mit Tierschutzverbänden reden, gleich im Anschluss sogar mit einem Dachverband, der weit über 100 Vereine vertritt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Steinbichler. – Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Wir sind wirklich daran, Maßnahmen zu setzen, sodass wir die unseriösen Vereine herausfiltern können und es den seriösen Vereinen ermöglicht wird, dass sie es machen können – aber nur unter bestimmten Auflagen und Bedingungen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Steinbichler. – Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Walser: Richtig!
Dieses Gesetz, das jetzt repariert werden soll, hätte, Herr Kollege Keck, sehr wohl das Aus für viele private, gut geführte Tierpflegeeinrichtungen bedeutet. (Abg. Walser: Richtig!) Auf dem Papier scheinen die neuen Regelungen tatsächlich zum Schutz der Tiere zu sein: Der teils illegale Welpenhandel soll oder wird – wie bereits angesprochen – eingedämmt und die Vierbeiner sollen rund um die Uhr durch geschultes Personal beaufsichtigt werden. In der Praxis schaut die Welt anders aus. Diese Gesetzesänderung hätte massive negative Auswirkungen auf private und kleine Tierhelferorganisationen. Regelungen im Sinne des Tierschutzes und seriöser Tierschutzvereine, die sich in der Praxis sehr wohl bewährt haben, würden oder werden abgeschafft, ausgehebelt und Tätigkeiten mit Strafen belegt. Die daraus resultierenden Folgen: Tiere wurden vermehrt ausgesetzt und kamen zum Teil auch zu Tode. Und das, Herr Kollege, wollen wir alle nicht.
Beifall der Abg. Barbara Rosenkranz.
Tierschutz, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist uns allen wichtig. Das steht außer Frage. Ich glaube, dieses Tierleid, Herr Kollege und Herr Präsident Eßl, gehört beseitigt. Deshalb fordere ich auch dich als Präsidenten auf: Schaffen wir endlich dieses Schächten ab, Herr Kollege, denn das ist Tierleid pur! Du hast es ja gerade angesprochen: Die ÖVP will, dass es den Tieren gut geht, aber beim Schächten, liebe Damen und Herren, geht es den Tieren absolut nicht gut. – Herzlichen Dank. (Beifall der Abg. Barbara Rosenkranz.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich würde mir wünschen, dass wir bei anderen Gesetzen auch solche kontinuierlichen Verbesserungen erreichen. Wenn heute das Bank-Austria-Gesetz vermutlich aufgehoben wird, dann ist das ein Punkt, den man vielleicht in ähnlicher Weise laufend verbessern hätte sollen. – Danke. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Brunner: Aber die widerspricht ja dem Gesetz!
Ich weise auch darauf hin, dass gerade kleine Tierschutzvereine, Helferinnen und Helfer in diesem Bereich einen wesentlichen und wichtigen Beitrag für den Tierschutz in Österreich leisten. Daher hat mein Ressort – und das kann ich Ihnen heute hier nochmals bestätigen, es wurde auch schon erwähnt – nach der Novelle des Tierschutzgesetzes auch eine entsprechende Verordnung erarbeitet, nämlich die Tierschutz-Sonderverordnung, die jetzt ganz gezielt für die kleinen Tierschutzvereine wesentliche Erleichterungen bringen soll. (Abg. Brunner: Aber die widerspricht ja dem Gesetz!) Dieser Vorschlag liegt derzeit bei der ÖVP und wird dort diskutiert. Ich habe jetzt vor, mit dieser Verordnung in den nächsten Tagen in den Begutachtungsprozess zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weise auch darauf hin, dass gerade kleine Tierschutzvereine, Helferinnen und Helfer in diesem Bereich einen wesentlichen und wichtigen Beitrag für den Tierschutz in Österreich leisten. Daher hat mein Ressort – und das kann ich Ihnen heute hier nochmals bestätigen, es wurde auch schon erwähnt – nach der Novelle des Tierschutzgesetzes auch eine entsprechende Verordnung erarbeitet, nämlich die Tierschutz-Sonderverordnung, die jetzt ganz gezielt für die kleinen Tierschutzvereine wesentliche Erleichterungen bringen soll. (Abg. Brunner: Aber die widerspricht ja dem Gesetz!) Dieser Vorschlag liegt derzeit bei der ÖVP und wird dort diskutiert. Ich habe jetzt vor, mit dieser Verordnung in den nächsten Tagen in den Begutachtungsprozess zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das wäre unser Vorschlag. Ich glaube, das müssen wir machen, und wir sollten uns dabei auch an bestimmte Prinzipien halten. Das erste Prinzip ist: Wir müssen dort ansetzen, wo die Debatte am heftigsten geführt wird, nämlich bei der Schule der 10- bis 14-Jährigen, wir müssen uns mit den Übergängen von der Volksschule in die Schule der 10- bis 14-Jährigen und danach auseinandersetzen. Diese Kernbereiche hätten wir gerne untersucht, diese Fakten brauchen wir. Es gibt zwar schon sehr, sehr gute Untersuchungen, es gibt den Nationalen Bildungsbericht, es gibt andere Studien, die wir zurate ziehen können, aber dadurch hätten wir einen Blick von außen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgesehen von Fakten, meine Damen und Herren, braucht es auch Empathie. Der Herr Finanzminister hat heute Morgen sein Dasein als Großvater ins Treffen geführt, um das Parlament zur Selbstentmündigung aufzufordern. Ich würde meinen – auch ich bin Großvater –, wir sollten das hernehmen, um an unsere Enkel zu denken, um an unsere Kinder zu denken, um an nachfolgende Generationen zu denken und ihnen ein Bildungssystem zu offerieren, das menschlich ist; ein Bildungssystem, in dem alle Kinder eine Chance haben, ein Bildungssystem, das keine Leistungsroboter heranzieht, sondern Kinder, die selbstbewusst sind und selbständig denken können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass Kinder in diesem System am Druck zerbrechen; das ist nicht selten der Fall. Wir dürfen nicht zulassen, dass Eltern verzweifeln, dass Großeltern verzweifeln, wenn es beispielsweise um einen Platz im Gymnasium für ihre Kinder geht. Wir wollen eine Schule für alle Kinder haben. Das ist eine Schule, die keine Angst erzeugt, gleichzeitig aber bitte auch eine leistungsfähige Schule, eine Schule, in der neugierige Kinder lernen, und zwar mit Engagement lernen, denn wir alle wissen aus der Hirnforschung: Kinder, die Angst haben, sind blockiert, die können nicht lernen. Angst ist der pädagogisch schlechteste Ratgeber, den es gibt. Darüber hinaus müssen wir Kindern auch Zeit geben. Lassen wir den Kindern in der Volksschule Zeit, lassen wir sie Fehler machen, lassen wir sie miteinander lernen und lassen wir sie zu Ergebnissen kommen, die sie weiterbringen! Das tun wir nicht, indem wir Kinder im Alter von neuneinhalb Jahren aussortieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Bravoruf des Abg. Steinhauser.
Was uns Grüne schon sehr erstaunt hat und wo wir heute gegensteuern wollen, ist, dass diese Bildungsdebatte in diesem Wahlkampf untergeht, dass kaum eine Partei dieses Thema aufgreift. Deshalb haben wir diese Sondersitzung beantragt, um uns noch vor den Wahlen vernünftig unterhalten und auch Konzepte präsentieren zu können. Vorhin hat mir ein Kollege gesagt: Wahlkampfgetöse. – Ja, meine Damen und Herren, es ist Wahlkampf, und im Wahlkampf muss man sagen, was man will! Wir Grüne sagen es: Wir wollen eine Schulreform! Das ist ein zentraler Punkt. (Beifall bei den Grünen. – Bravoruf des Abg. Steinhauser.)
Abg. Mölzer: Das ist nicht so schwer!
Es ist schon interessant, wenn man sich die FPÖ-Wahlpropaganda und die FPÖ-Aussendungen anschaut. Herr Kollege Mölzer, wenn Sie schreiben, „es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass 25 Prozent der Schüler nicht sinnerfassend lesen können und somit nicht in der Lage sind, die digitalen Anwendungen sinngemäß zu verwenden“, dann muss man schon fragen: Was ist denn das? Digitale Anwendungen sinngemäß verwenden? Anwendungen verwenden? (Abg. Mölzer: Das ist nicht so schwer!) – Ich habe lange nachgedacht, ich bin nicht darauf gekommen, was damit gemeint sein kann. Herr Mölzer, Sie haben das mit: besser Spätzünder als Rohrkrepierer – in Richtung SPÖ gemünzt – überschrieben, ich würde meinen, mit solchen Aussagen sollten Sie vorsichtig sein! Wenn ich nur daran denke, was in dieser Aussendung (eine Kopie in die Höhe haltend) alles drinsteht, haufenweise Sätze, die kein Ende finden, und so weiter. – Deutsch vor Schuleintritt würde ich empfehlen, falls Sie das selbst geschrieben haben, was ich nicht glaube, aber beginnen Sie bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern!
Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen.
Nun doch kein Islam-Unterricht für unsere Kinder“. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Nehmen Sie sich selbst noch ernst, angesichts solch einer Wahlwerbung? – Das ist Hetze pur, und das hat in Österreich nichts zu suchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steger
Das Mauthausen-Komitee hat vor Kurzem (Zwischenruf der Abg. Steger) 60 Fälle mit rechtsextremen Inhalten seitens der FPÖ dokumentiert. Inzwischen, es sind wenige Wochen vergangen, ist eine neue Broschüre herausgekommen – neun weitere Einzelfälle seitens der FPÖ! Bei Ihnen geht das im Wochenrhythmus, und ich weiß nicht, wohin das noch führen soll (Abg. Mölzer: In die Piaristengasse!), denn ich glaube ... – Ich weiß, wohin das führt. Das führt nach den nächsten Wahlen höchstwahrscheinlich zu einer schwarz-blauen Koalition, und das ist etwas, wovor uns eigentlich grausen müsste und wovor vielen ÖsterreicherInnen graust. (Abg. Hauser: Das ist Hetze! Sie hetzen im Parlament!)
Abg. Mölzer: In die Piaristengasse!
Das Mauthausen-Komitee hat vor Kurzem (Zwischenruf der Abg. Steger) 60 Fälle mit rechtsextremen Inhalten seitens der FPÖ dokumentiert. Inzwischen, es sind wenige Wochen vergangen, ist eine neue Broschüre herausgekommen – neun weitere Einzelfälle seitens der FPÖ! Bei Ihnen geht das im Wochenrhythmus, und ich weiß nicht, wohin das noch führen soll (Abg. Mölzer: In die Piaristengasse!), denn ich glaube ... – Ich weiß, wohin das führt. Das führt nach den nächsten Wahlen höchstwahrscheinlich zu einer schwarz-blauen Koalition, und das ist etwas, wovor uns eigentlich grausen müsste und wovor vielen ÖsterreicherInnen graust. (Abg. Hauser: Das ist Hetze! Sie hetzen im Parlament!)
Abg. Hauser: Das ist Hetze! Sie hetzen im Parlament!
Das Mauthausen-Komitee hat vor Kurzem (Zwischenruf der Abg. Steger) 60 Fälle mit rechtsextremen Inhalten seitens der FPÖ dokumentiert. Inzwischen, es sind wenige Wochen vergangen, ist eine neue Broschüre herausgekommen – neun weitere Einzelfälle seitens der FPÖ! Bei Ihnen geht das im Wochenrhythmus, und ich weiß nicht, wohin das noch führen soll (Abg. Mölzer: In die Piaristengasse!), denn ich glaube ... – Ich weiß, wohin das führt. Das führt nach den nächsten Wahlen höchstwahrscheinlich zu einer schwarz-blauen Koalition, und das ist etwas, wovor uns eigentlich grausen müsste und wovor vielen ÖsterreicherInnen graust. (Abg. Hauser: Das ist Hetze! Sie hetzen im Parlament!)
Beifall bei den Grünen.
Besonders fies von Ihrer Seite ist: Sie sagen, immer mehr Migranten, Asylwerbende, bereits anerkannte Flüchtlinge werden als Schülerlotsen eingesetzt. Was macht die FPÖ? – Sie versucht, das als verfassungswidrig zu unterbinden. Ich habe in Bludenz mit einem Polizisten gesprochen, und der sagt, das funktioniere super. Das sei das beste Beispiel für Integration, die verlässlichsten Schülerlotsen, die er habe, kämen aus dem Asylwerberheim. Und was macht die FPÖ? – Die FPÖ will sie draußen haben. – Dank an Rudi Anschober in Oberösterreich, er hat das dem Verfassungsdienst vorgelegt, und es ist – dank der Grünen – verhindert worden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: Ihnen offenbar auch, sonst hätten Sie einmal zu dem Bildungsbonus ...!
In Wirklichkeit haben Sie keine Ahnung von Bildungspolitik, und sie ist Ihnen auch völlig egal. Ihnen geht es um etwas ganz anderes. (Abg. Neubauer: Ihnen offenbar auch, sonst hätten Sie einmal zu dem Bildungsbonus ...!)
Abg. Neubauer: Jetzt weiß ich, warum sich der Pilz von euch getrennt hat!
Ich meine, dass Sie den Genitiv abgeschafft haben, ist das eine – es ist Ihnen gelungen, Ihre zentrale bildungspolitische Forderung mit einem schweren Grammatikfehler in Ihrem Programm zu verkünden –, das ist das Mindeste, was ich kritisieren würde, viel, viel ärger, meine Damen und Herren, ist das, was Sie machen wollen, ist das, was Sie mit der FPÖ gemeinsam vorhaben. Davor haben viele Lehrerinnen und Lehrer zu Recht Angst. (Abg. Neubauer: Jetzt weiß ich, warum sich der Pilz von euch getrennt hat!)
Zwischenruf des Abg. Hauser
Wir erinnern uns noch, was zuletzt unter Schwarz-Blau passiert ist. Es war eine Landsfrau von mir, leider, es war Elisabeth Gehrer, die damals Unterrichtsministerin war und deren zentrale Maßnahme eine Kürzung war: zwei Stunden querbeet von der Volksschule bis zur Matura. – Und dann wundert man sich Jahre später, wenn die Bildungsergebnisse schlechter werden, wenn wir in der Schule kürzen, Unterricht verhindern, einsparen (Zwischenruf des Abg. Hauser) und Jahre später die Ergebnisse schlechter werden?! So, meine Damen und Herren, werden wir im Bildungssystem nicht weiterkommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir erinnern uns noch, was zuletzt unter Schwarz-Blau passiert ist. Es war eine Landsfrau von mir, leider, es war Elisabeth Gehrer, die damals Unterrichtsministerin war und deren zentrale Maßnahme eine Kürzung war: zwei Stunden querbeet von der Volksschule bis zur Matura. – Und dann wundert man sich Jahre später, wenn die Bildungsergebnisse schlechter werden, wenn wir in der Schule kürzen, Unterricht verhindern, einsparen (Zwischenruf des Abg. Hauser) und Jahre später die Ergebnisse schlechter werden?! So, meine Damen und Herren, werden wir im Bildungssystem nicht weiterkommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hauser: Was macht sie denn mit den anderen Kindern?
ren in der Klasse, bei schwierigen Fächern, Deutsch, Mathe und so weiter, blieben sie nicht in der Klasse, bekamen aber Sprachnachhilfe, und sie kamen wieder in die Klasse bei Zeichnen, Turnen, bei kreativen Fächern. (Abg. Hauser: Was macht sie denn mit den anderen Kindern?) Das Ergebnis: Zu Weihnachten waren diese tschetschenischen Kinder in der Lage, dem Unterricht zu folgen.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.
Integration ist die Herausforderung und nicht Segregation! Eingliederung und nicht Ausgliederung, das ist das, was wir machen müssen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Abg. Kogler: Das wäre was für die Landeshauptleute!
Interessant ist natürlich auch, wenn ich mir anschaue, was Sie für die Volksschule fordern: Kulturkompetenzen. Eine Forderung in diesem Zusammenhang ist der Umgang mit Geld. Ich würde meinen, als Kulturkompetenz bei den Volksschülern ist das vielleicht ein bisschen früh angesetzt, Sie sollten vielleicht besser Ihren Finanzminister danach fragen. (Abg. Kogler: Das wäre was für die Landeshauptleute!)
Beifall bei den Grünen.
Aber auch zur SPÖ ein paar Worte: Denken wir an Otto Glöckel, Fred Sinowatz damals, aber auch an Johanna Dohnal, eine engagierte Frau, für sie war immer klar: Eine zentrale Forderung ist eine gemeinsame Schule, damit es in unserem Schulsystem gerechter zugeht. Und was machen Sie? – Nicht einmal das Wort kommt vor! Es gibt einen Plan A des Herrn Bundeskanzlers. Durchstöbern Sie einmal diesen Plan A und versuchen Sie, den Ausdruck gemeinsame Schule zu finden! Sie haben die zentrale Forderung der Sozialdemokratie aufgegeben. Wir haben im Rahmen der Bildungsverhandlungen dafür gekämpft, um überhaupt nur eine Modellregion zu ermöglichen. Ich würde mir von der SPÖ wirklich etwas mehr Engagement wünschen, damit wir auch im bildungspolitischen Bereich weiterkommen. (Beifall bei den Grünen.)
in Richtung Abg. Strolz
Ich darf auch noch ein bisschen auf unsere grünen Vorschläge eingehen. Die NEOS, muss ich sagen, sind immer dafür gewesen, haben aber in der Vergangenheit dagegengestimmt. Sobald es konkret geworden ist, Matthias (in Richtung Abg. Strolz), habt ihr immer gekniffen, war überhaupt nichts. Das war bei der Bildungsreform so. Die einzige Partei, die in Vorarlberg nicht dazu beigetragen hat, dass es einen einstimmigen Beschluss für die gemeinsame Schule gibt, wart ihr, die NEOS.
Abg. Strolz: Ihr seid immer Steigbügelhalter für die Interessen der Landeshauptleute!
Da haben 50 Prozent dagegengestimmt. Der Schaden war geschätzt, es sind nur zwei Abgeordnete drin, aber bitte, das ist kein Ausweis für einen Umgang. Immer dann, wenn es konkret wird, dann verleiht ihr euch selbst Flügel, dann seid ihr weg vom Fenster. Da hätte ich mir auch einen Kampf um das Bildungssystem erwartet und kein Wegtreten, wenn es in diesem Bereich hart wird. (Abg. Strolz: Ihr seid immer Steigbügelhalter für die Interessen der Landeshauptleute!) – Nein, nein! Ihr seid Steigbügelhalter für diejenigen, die das System bewahren wollen. (Abg. Strolz: Für die Landesfürsten!) Ihr habt euch dort verweigert, wo wir harte Verhandlungen geführt haben. (Abg. Strolz: Ihr seid das grüne Feigenblatt!)
Abg. Strolz: Für die Landesfürsten!
Da haben 50 Prozent dagegengestimmt. Der Schaden war geschätzt, es sind nur zwei Abgeordnete drin, aber bitte, das ist kein Ausweis für einen Umgang. Immer dann, wenn es konkret wird, dann verleiht ihr euch selbst Flügel, dann seid ihr weg vom Fenster. Da hätte ich mir auch einen Kampf um das Bildungssystem erwartet und kein Wegtreten, wenn es in diesem Bereich hart wird. (Abg. Strolz: Ihr seid immer Steigbügelhalter für die Interessen der Landeshauptleute!) – Nein, nein! Ihr seid Steigbügelhalter für diejenigen, die das System bewahren wollen. (Abg. Strolz: Für die Landesfürsten!) Ihr habt euch dort verweigert, wo wir harte Verhandlungen geführt haben. (Abg. Strolz: Ihr seid das grüne Feigenblatt!)
Abg. Strolz: Ihr seid das grüne Feigenblatt!
Da haben 50 Prozent dagegengestimmt. Der Schaden war geschätzt, es sind nur zwei Abgeordnete drin, aber bitte, das ist kein Ausweis für einen Umgang. Immer dann, wenn es konkret wird, dann verleiht ihr euch selbst Flügel, dann seid ihr weg vom Fenster. Da hätte ich mir auch einen Kampf um das Bildungssystem erwartet und kein Wegtreten, wenn es in diesem Bereich hart wird. (Abg. Strolz: Ihr seid immer Steigbügelhalter für die Interessen der Landeshauptleute!) – Nein, nein! Ihr seid Steigbügelhalter für diejenigen, die das System bewahren wollen. (Abg. Strolz: Für die Landesfürsten!) Ihr habt euch dort verweigert, wo wir harte Verhandlungen geführt haben. (Abg. Strolz: Ihr seid das grüne Feigenblatt!)
Abg. Hauser: Das meiste habt ihr eh schon hingemacht!
Wir Grüne sagen: Wir werden uns an die Ergebnisse halten, wir werden das tun, was uns die OECD vorgibt, weil wir Vertrauen haben, dass das wirkliche Fachleute sind und dass die Ergebnisse vorzeigbar sind. Aber wir sind auch Realisten: In der jetzigen Situation – wir wissen, Schwarz-Blau ist ausgemacht – wird das für das österreichische Bildungssystem ein sehr, sehr harter Schlag werden. In den nächsten Jahren geht es an das Verteidigen dessen, was im österreichischen Bildungssystem noch verteidigenswert ist, und es ist nicht wenig, sage ich, was die Lehrerinnen und Lehrer leisten. (Abg. Hauser: Das meiste habt ihr eh schon hingemacht!) Wir haben bewiesen, dass wir auch aus der Opposition heraus in der Lage sind (Abg. Strolz: Steigbügelhalter zu spielen!) – nein! –, dass wir aus der Opposition heraus in der Lage sind, weiterzukommen. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Strolz: Steigbügelhalter zu spielen!
Wir Grüne sagen: Wir werden uns an die Ergebnisse halten, wir werden das tun, was uns die OECD vorgibt, weil wir Vertrauen haben, dass das wirkliche Fachleute sind und dass die Ergebnisse vorzeigbar sind. Aber wir sind auch Realisten: In der jetzigen Situation – wir wissen, Schwarz-Blau ist ausgemacht – wird das für das österreichische Bildungssystem ein sehr, sehr harter Schlag werden. In den nächsten Jahren geht es an das Verteidigen dessen, was im österreichischen Bildungssystem noch verteidigenswert ist, und es ist nicht wenig, sage ich, was die Lehrerinnen und Lehrer leisten. (Abg. Hauser: Das meiste habt ihr eh schon hingemacht!) Wir haben bewiesen, dass wir auch aus der Opposition heraus in der Lage sind (Abg. Strolz: Steigbügelhalter zu spielen!) – nein! –, dass wir aus der Opposition heraus in der Lage sind, weiterzukommen. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.
Wir Grüne sagen: Wir werden uns an die Ergebnisse halten, wir werden das tun, was uns die OECD vorgibt, weil wir Vertrauen haben, dass das wirkliche Fachleute sind und dass die Ergebnisse vorzeigbar sind. Aber wir sind auch Realisten: In der jetzigen Situation – wir wissen, Schwarz-Blau ist ausgemacht – wird das für das österreichische Bildungssystem ein sehr, sehr harter Schlag werden. In den nächsten Jahren geht es an das Verteidigen dessen, was im österreichischen Bildungssystem noch verteidigenswert ist, und es ist nicht wenig, sage ich, was die Lehrerinnen und Lehrer leisten. (Abg. Hauser: Das meiste habt ihr eh schon hingemacht!) Wir haben bewiesen, dass wir auch aus der Opposition heraus in der Lage sind (Abg. Strolz: Steigbügelhalter zu spielen!) – nein! –, dass wir aus der Opposition heraus in der Lage sind, weiterzukommen. (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, wir werden an der Seite der Betroffenen weiterkämpfen müssen, wir werden das Kaputtsparen des österreichischen Bildungssystems verhindern, und ich ersuche Sie, heute eine Entscheidung zu treffen, die vorzeigbar ist. Unterstützen Sie unseren Antrag, dann werden wir mit dem österreichischen Bildungssystem einen Schritt weiterkommen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Walser: Umsetzen!
Ich glaube, Analysen gibt es, und seitens der OECD im Speziellen, wahrlich genug, konkrete Empfehlungen gibt es auch. (Abg. Walser: Umsetzen!) Diese Empfehlungen genügen jedenfalls den internationalen bildungswissenschaftlichen Ansprüchen, die sind auf dem modernsten Stand der Bildungswissenschaft. Ich glaube, dazu gibt es eine gemeinsame Sicht.
Abg. Mölzer: Die ärmsten Länder der Welt!
Ich darf ein zweites Beispiel bringen, die ganztägige Schule. Auch das war eine Empfehlung der OECD, denn die OECD-Mitgliedstaaten oder viele der OECD-Mitgliedstaaten haben gar keinen Begriff für das, was wir in Österreich noch viel zu oft haben, nämlich für die Halbtagsschule. Die kennen das gar nicht. Eine halbtägige Schule gibt es eigentlich nur mehr in Deutschland und Österreich (Abg. Mölzer: Die ärmsten Länder der Welt!), dann ist es schon relativ aus. Die meisten und vor allem leistungsfähigen Bildungssysteme Europas und auch der OECD-Mitgliedstaaten haben längst ganztägige Schulen.
Abg. Mölzer: Die keiner will!
Eine Dreiviertelmilliarde zu reservieren, um die ganztägige Schule (Abg. Mölzer: Die keiner will!) entsprechend ausbauen zu können, ist ein wichtiger Schritt, vor allem ein Schritt, der die Chancen unserer Kinder in den Mittelpunkt stellt. Denn was passiert da? – Wir haben endlich Zeit – und das ist heute auch schon Thema gewesen –, in den ganztägigen Schulen mit den Kindern zu arbeiten, sie zu fördern, Talente besonders zu fördern, aber auch jene, die sich mit manchen Dingen schwerer tun, besonders zu unterstützen. Wir haben auch Zeit, dahin gehend gut zu gestalten, dass wir Musikvereine, Sportvereine einbinden können und wahrlich ein kreatives, innovatives Angebot für unsere Kinder schaffen können. Dieses Gesetz ist seit 1. September in Kraft und wird jetzt ausgerollt, und es ist eine Ausbauoffensive, sowohl was Infrastrukturen anlangt, als auch was Pädagoginnen und Pädagogen und auch pädagogische Konzepte anlangt.
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe in den letzten Wochen und Monaten mit sehr, sehr vielen Eltern gesprochen, viele Eltern getroffen, die sagen, Frau Hammerschmid, dieses ganztägige Schulangebot interessiert uns sehr, aber wir können es uns nicht leisten, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Es sind je nach Bundesland unterschiedliche Beiträge für Betreuungsmaßnahmen und vor allem auch für das Mittagessen zu bezahlen, das geht in Hunderte von Euro, das ist für eine junge Familie schwer zu stemmen. Und deshalb fordern wir von der SPÖ ganz klar, dass die ganztägige Schule – das Mittagessen genauso wie die Betreuungsabschnitte und -angebote, die wir an den ganztägigen Schulen haben – kostenfrei für die Eltern sein muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Andernfalls schaffen wir es wieder nicht, jene Kinder an die Schulen zu bringen, die es ganz besonders brauchen, die keine Eltern haben, die ihnen beim Lernen helfen können oder ihnen Nachhilfe zahlen. Kinder aus bildungsferneren Schichten sind uns da wirklich ein besonderes Anliegen, und darum diese Forderung, um da treffsicher zu bleiben, denn sonst bleibt ganztägige Schule das, was sie heute schon allzu oft ist, nämlich ein Elitenprogramm, das in Privatschulen stattfindet, und das soll es nicht sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Das habt ihr mitverursacht! – Abg. Schimanek: Warum nicht? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.
Ich möchte noch einen Fakt aus den OECD-Diagnosen herausgreifen, nämlich einmal mehr PISA. Sie wissen, was jetzt kommt. Wir kennen die Ergebnisse: Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler kann nicht ausreichend lesen, schreiben, rechnen. (Abg. Neubauer: Das habt ihr mitverursacht! – Abg. Schimanek: Warum nicht? – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Das ist inakzeptabel für Österreich, für ein Land wie unseres, und da müssen wir sofort und gleich handeln. Das haben wir auch getan. Wir haben in
Abg. Walser: Ohne Gesamtschule wird das nicht möglich sein!
den letzten Monaten gemeinsam mit der Schulaufsicht, gemeinsam mit den Pädagogischen Hochschulen ein Konzept für jene Schulen entwickelt, die im fairen Vergleich unter ihren Erwartungswerten bleiben. Das ist ein Maßnahmenprogramm, das ganz genau auf die Schule zugeschnitten wird und das schon in der Ausrollung ist. (Abg. Walser: Ohne Gesamtschule wird das nicht möglich sein!) Wir haben uns vorgenommen, die 500 Schulen, die am stärksten betroffen sind, herzunehmen und sie über mehrere Jahre intensiv zu begleiten.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Zusammenfassung: Wir haben eine Unzahl von Studien, wir haben eine Unzahl an Daten, Fakten und Zahlen. Wir müssen die Empfehlungen ernst nehmen, die aus diesen Studien kommen. Es braucht nicht eine zusätzliche Studie, sondern es braucht ein gemeinsames, überparteiliches Handeln im Sinne unserer Kinder, im Sinne unserer jungen Menschen, denn sie gestalten unsere Zukunft und sie müssen wir befähigen, dass sie diesen Herausforderungen, die auf uns warten, gut und gerüstet entgegentreten können. Das ist das Wichtigste. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Handeln wir, handeln wir gemeinsam in diesem Parlament! Nehmen wir die Verantwortung an, hier parteiübergreifend und fern von Parteiideologien Schule gemeinsam zu gestalten! Das braucht es. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jarolim: Wobei wir uns vor allem vor der Engstirnigkeit schützen müssen! Das ist, glaube ich, ein großes Problem in diesem Land!
Zu Wort gelangt Herr Klubobmann Mag. Steinhauser. – Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Jarolim: Wobei wir uns vor allem vor der Engstirnigkeit schützen müssen! Das ist, glaube ich, ein großes Problem in diesem Land!)
Beifall bei den Grünen.
Aber was wir nicht glauben – und das klingt bei Ihnen durch und das klingt bei der gesamten Nicht-Debatte im Wahlkampf durch –, das ist, dass jetzt unter die bildungspolitische Debatte ein Schlussstrich gezogen werden kann. Das ist der falsche Schluss. (Beifall bei den Grünen.) Die Reform bedeutet nicht das Ende der Debatte, sondern die Reform bedeutet, dass wir jetzt über die Maßnahmen diskutieren müssen, damit die Reform im Klassenzimmer ankommt!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich beginne bei den Lehrerinnen und Lehrern. Wenn wir über Probleme im Schulsystem reden, dann haben Lehrerinnen und Lehrer oft das Gefühl, man wirft ihnen das vor. – Nein, Lehrerinnen und Lehrer arbeiten unter schwierigen Bedingungen und leisten hervorragende Arbeit. Morgen ist meines Wissens der Weltlehrertag, und ich möchte das als Anlass nehmen, mich auch bei den Lehrerinnen und Lehrern zu bedanken, die tagtäglich im Klassenzimmer arbeiten und unter nicht ganz einfachen Bedingungen das Beste für unsere Kinder erreichen wollen. Dafür ein Dankeschön! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Steinbichler: Das stimmt ja nicht!
Das erste Problem beim Bildungssystem: Unser gesamtes Bildungssystem, Frau Bundesministerin, ist defizitorientiert. Eltern und Kinder hören ständig, was Kinder nicht können. Es wird nicht über Talente geredet, es wird nicht über Stärken geredet. (Abg. Steinbichler: Das stimmt ja nicht!) Das wäre ungefähr so, wie wenn unser Ski-Nationalkader die Slalomläufer Abfahrt fahren schickt, weil sie beim Abfahrtfahren nicht gut genug sind, statt dass man darüber redet, dass sie im Slalomfahren Weltklasse sind. So würden wir keine einzige Olympiamedaille erlangen, wenn wir unseren Ski-Nationalkader nach den Prinzipien trainierten, wie die Schule funktioniert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das erste Problem beim Bildungssystem: Unser gesamtes Bildungssystem, Frau Bundesministerin, ist defizitorientiert. Eltern und Kinder hören ständig, was Kinder nicht können. Es wird nicht über Talente geredet, es wird nicht über Stärken geredet. (Abg. Steinbichler: Das stimmt ja nicht!) Das wäre ungefähr so, wie wenn unser Ski-Nationalkader die Slalomläufer Abfahrt fahren schickt, weil sie beim Abfahrtfahren nicht gut genug sind, statt dass man darüber redet, dass sie im Slalomfahren Weltklasse sind. So würden wir keine einzige Olympiamedaille erlangen, wenn wir unseren Ski-Nationalkader nach den Prinzipien trainierten, wie die Schule funktioniert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo, Albert!
mehr zurechtkommen. Warum tun wir den Kleinen das an?, frage ich. Ein Bildungssystem, das den Kleinsten das antut, ist kein gutes Bildungssystem! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Bravo, Albert!)
Beifall bei den Grünen.
Damit wäre ich beim Problem Nummer vier – und das haben Sie ja zugestanden –: Die Geldtasche entscheidet in Österreich nach wie vor über den Bildungsweg. Dass Bildung vererbt wird, das ist ohnedies hochproblematisch und wird gar nicht mehr bestritten, aber Österreich ist auch ein Nachhilfeland. Ich möchte jetzt nicht von Schutzgeld reden, denn es hat ja nichts mit den Lehrern zu tun und es schützt auch niemanden wirklich, aber die Wahrheit bei der Nachhilfe ist: Wer zahlen kann, der macht seinen Weg ins Bildungssystem, und wer nicht zahlen kann, der bleibt auf der Strecke. Es kann aber nicht sein, dass ein Bildungssystem so aufgebaut ist, dass jene, die sich Nachhilfe leisten können, irgendwie durchkommen und jene, die es sich nicht leisten können, aussortiert werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir drehen an Schrauben und Rädern, aber was wir brauchen, ist eine Vogelperspektive über das Bildungssystem mit seinen Herausforderungen. Darum geht es uns! Und daher geht es nicht um eine weitere Studie, sondern es geht um das Durchbrechen der Reformblockade, indem die OECD diese Gesamtschau für uns verfasst. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mölzer
Das muss man auch offen aussprechen können, dass es einfach am politischen Willen Einzelner in diesem Hause fehlt, das Notwendige, das, was auf der Hand liegt, was uns auch alle Studien sagen und empfehlen, auch umzusetzen! Da nützt es nichts, sich hinter weiteren Studien zu verstecken, die erstens einen Haufen Geld kosten, das man sicher woanders einsetzen könnte (Zwischenruf des Abg. Mölzer), und die zweitens aber auch keine neuen Erkenntnisse erwarten lassen, sondern eher eine Bestätigung dessen, was wir schon jetzt wissen, Herr Kollege – Sie kommen dann ohnedies noch zu Wort –: dass nämlich zum Beispiel die Elementarpädagogik aufgewertet gehört. Kindergärten sind die ersten Bildungseinrichtungen, die auch als solche anerkannt gehören, indem man sie etwa in das Bildungssystem, in das Bildungsressort des Bundes eingliedert und indem man vor allem österreichweit die bestmöglichen Rahmenbedingungen für diese wertvolle pädagogische Aufgabe schafft. Und natürlich muss das zweite verpflichtende, kostenlose Kindergartenjahr endlich Realität werden, und zwar für alle Kinder (Beifall bei der SPÖ) – nicht nur für jene, die den Stempel „Sprachdefizit“ aufgedrückt bekommen, wie das zum Beispiel der ÖVP vorschwebt, sondern alle Kinder brauchen diese Bildungschance.
Beifall bei der SPÖ
Das muss man auch offen aussprechen können, dass es einfach am politischen Willen Einzelner in diesem Hause fehlt, das Notwendige, das, was auf der Hand liegt, was uns auch alle Studien sagen und empfehlen, auch umzusetzen! Da nützt es nichts, sich hinter weiteren Studien zu verstecken, die erstens einen Haufen Geld kosten, das man sicher woanders einsetzen könnte (Zwischenruf des Abg. Mölzer), und die zweitens aber auch keine neuen Erkenntnisse erwarten lassen, sondern eher eine Bestätigung dessen, was wir schon jetzt wissen, Herr Kollege – Sie kommen dann ohnedies noch zu Wort –: dass nämlich zum Beispiel die Elementarpädagogik aufgewertet gehört. Kindergärten sind die ersten Bildungseinrichtungen, die auch als solche anerkannt gehören, indem man sie etwa in das Bildungssystem, in das Bildungsressort des Bundes eingliedert und indem man vor allem österreichweit die bestmöglichen Rahmenbedingungen für diese wertvolle pädagogische Aufgabe schafft. Und natürlich muss das zweite verpflichtende, kostenlose Kindergartenjahr endlich Realität werden, und zwar für alle Kinder (Beifall bei der SPÖ) – nicht nur für jene, die den Stempel „Sprachdefizit“ aufgedrückt bekommen, wie das zum Beispiel der ÖVP vorschwebt, sondern alle Kinder brauchen diese Bildungschance.
Abg. Walser: ...! Plan A! Kein Wort!
Auch die gemeinsame Schule ist natürlich nach wie vor auf unserer Agenda (Abg. Walser: ...! Plan A! Kein Wort!), aber in den Verhandlungen mit dem Koalitionspartner haben wir eben nicht das Trennende vorangestellt, sondern das gemeinsam Erreichbare. So ist es uns gelungen, ein umfassendes Bildungsreformpaket zu schnüren. Wir sind so weit gegangen, wie eben der Koalitionspartner mitgehen konnte und natürlich auch die Grünen mitgehen konnten – dafür allen ein herzliches Danke. Aber bleiben wir nicht auf halbem Wege stehen, sondern gehen wir weiter zu einer chancengerechten inklusiven Schule! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch die gemeinsame Schule ist natürlich nach wie vor auf unserer Agenda (Abg. Walser: ...! Plan A! Kein Wort!), aber in den Verhandlungen mit dem Koalitionspartner haben wir eben nicht das Trennende vorangestellt, sondern das gemeinsam Erreichbare. So ist es uns gelungen, ein umfassendes Bildungsreformpaket zu schnüren. Wir sind so weit gegangen, wie eben der Koalitionspartner mitgehen konnte und natürlich auch die Grünen mitgehen konnten – dafür allen ein herzliches Danke. Aber bleiben wir nicht auf halbem Wege stehen, sondern gehen wir weiter zu einer chancengerechten inklusiven Schule! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steinhauser: Das hat der Sebastian Kurz auch gemacht beim Programm!
Abgeordneter Asdin El Habbassi, BA (ÖVP): Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann bild’ ich einen Arbeitskreis. (Abg. Steinhauser: Das hat der Sebastian Kurz auch gemacht beim Programm!) – So oder so ähnlich könnte man im Endeffekt das zusammenfassen, was die Grünen hier fordern. Man könnte auch sagen: Wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann beauftrage ich die OECD mit einer weiteren, x-ten
Abg. Brosz: Anstatt die Studien selbst zu fälschen, nicht?
teuren und für Lehrerinnen und Lehrer wahnsinnig aufwendigen Studie, anstatt endlich Lösungen anzubieten. (Abg. Brosz: Anstatt die Studien selbst zu fälschen, nicht?) – Nein. Hören Sie mir vielleicht zu, liebe Kollegen! (Abg. Brosz: Mit Studien haben Sie ja eher nicht so viel am Hut!)
Abg. Brosz: Mit Studien haben Sie ja eher nicht so viel am Hut!
teuren und für Lehrerinnen und Lehrer wahnsinnig aufwendigen Studie, anstatt endlich Lösungen anzubieten. (Abg. Brosz: Anstatt die Studien selbst zu fälschen, nicht?) – Nein. Hören Sie mir vielleicht zu, liebe Kollegen! (Abg. Brosz: Mit Studien haben Sie ja eher nicht so viel am Hut!)
Abg. Brosz: Dann hören Sie damit auf! – Abg. Brunner: Das haben Sie schon gemacht!
Ich weiß, es ist Wahlkampf. Ich weiß, Sie haben jetzt die Aufmerksamkeit, die Sie brauchen, denn es ist natürlich schwierig, neben den ganzen Silberstein-Geschichten, die da jetzt im Wahlkampf Thema sind, da irgendwie durchzukommen, aber jetzt haben wir diese Sondersitzung, und sehen wir es positiv – ich möchte jetzt nicht polemisieren (Abg. Brosz: Dann hören Sie damit auf! – Abg. Brunner: Das haben Sie schon gemacht!) –: Wir haben jetzt die Gelegenheit, sachlich über Bildung zu diskutieren, und das ist gut, und darum danken wir Ihnen dafür, dass Sie dieses Thema aufs Tapet gebracht haben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schwentner: Dann fangen Sie an ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schwentner: Dann fangen Sie an ...!
Ich weiß, es ist Wahlkampf. Ich weiß, Sie haben jetzt die Aufmerksamkeit, die Sie brauchen, denn es ist natürlich schwierig, neben den ganzen Silberstein-Geschichten, die da jetzt im Wahlkampf Thema sind, da irgendwie durchzukommen, aber jetzt haben wir diese Sondersitzung, und sehen wir es positiv – ich möchte jetzt nicht polemisieren (Abg. Brosz: Dann hören Sie damit auf! – Abg. Brunner: Das haben Sie schon gemacht!) –: Wir haben jetzt die Gelegenheit, sachlich über Bildung zu diskutieren, und das ist gut, und darum danken wir Ihnen dafür, dass Sie dieses Thema aufs Tapet gebracht haben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Schwentner: Dann fangen Sie an ...!)
Abg. Walser: Warum halten Sie sich dann nicht daran, wenn Sie es wissen – all das, was Sie jetzt gesagt haben, alles, was Sie jetzt zitiert haben?
Jetzt möchte ich kurz zu dem Punkt kommen, um den es geht: Sie schlagen vor, eine weitere Studie zu beauftragen, die OECD soll Vorschläge machen. Da frage ich Sie: Haben Sie schon einmal die Lehrerinnen und Lehrer gefragt, was sie davon halten, wenn wir jetzt noch weitere Studien machen, sie noch einmal zusätzlich mit Dingen zumüllen? Wissen Sie, Herr Walser – Sie schreiben es ja selbst auf Ihrem Blog –, wir haben den Nationalen Bildungsbericht, wir haben PISA, wir haben PIRLS, wir haben TIMSS, wir haben die Bildungsstandards, wir haben bis zu 60 OECD-Studien, die in den letzten Jahren verfasst wurden. Wir wissen, worum es geht! (Abg. Walser: Warum halten Sie sich dann nicht daran, wenn Sie es wissen – all das, was Sie jetzt gesagt haben, alles, was Sie jetzt zitiert haben?)
Abg. Brosz: Und mit Wolfgang Sobotka!
Wir von der ÖVP sind da schon ein bisschen weiter. Wir haben ein Programm, Herr Walser, in dem drinnen steht, wofür die ÖVP, die neue Volkspartei mit Sebastian Kurz steht. (Abg. Brosz: Und mit Wolfgang Sobotka!) Wir haben den Leuten zugehört. Wir wissen, dass sich die Schüler wünschen, dass sie die besten Lehrer haben. (Abg. Walser: Bildungspolitik à la 19. Jahrhundert!) Wir wissen, dass die Schüler nicht mehr nur an ihren Defiziten gemessen werden wollen, sondern zukunftsorientierte Inhalte im Schulunterricht haben wollen. Wir wissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich damit kämpfen, dass viele Kinder gar nicht mehr ordentlich Deutsch können, dass sie disziplinär nicht mehr zu bändigen sind und nicht mehr aufpassen. Wir wissen, dass soziale, psychische, alle möglichen Probleme (Abg. Deimek: Spätzünder!) mittlerweile an die Schule abgeschoben werden und es den PädagogInnen erschweren, ihre Arbeit zu machen.
Abg. Walser: Bildungspolitik à la 19. Jahrhundert!
Wir von der ÖVP sind da schon ein bisschen weiter. Wir haben ein Programm, Herr Walser, in dem drinnen steht, wofür die ÖVP, die neue Volkspartei mit Sebastian Kurz steht. (Abg. Brosz: Und mit Wolfgang Sobotka!) Wir haben den Leuten zugehört. Wir wissen, dass sich die Schüler wünschen, dass sie die besten Lehrer haben. (Abg. Walser: Bildungspolitik à la 19. Jahrhundert!) Wir wissen, dass die Schüler nicht mehr nur an ihren Defiziten gemessen werden wollen, sondern zukunftsorientierte Inhalte im Schulunterricht haben wollen. Wir wissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich damit kämpfen, dass viele Kinder gar nicht mehr ordentlich Deutsch können, dass sie disziplinär nicht mehr zu bändigen sind und nicht mehr aufpassen. Wir wissen, dass soziale, psychische, alle möglichen Probleme (Abg. Deimek: Spätzünder!) mittlerweile an die Schule abgeschoben werden und es den PädagogInnen erschweren, ihre Arbeit zu machen.
Abg. Deimek: Spätzünder!
Wir von der ÖVP sind da schon ein bisschen weiter. Wir haben ein Programm, Herr Walser, in dem drinnen steht, wofür die ÖVP, die neue Volkspartei mit Sebastian Kurz steht. (Abg. Brosz: Und mit Wolfgang Sobotka!) Wir haben den Leuten zugehört. Wir wissen, dass sich die Schüler wünschen, dass sie die besten Lehrer haben. (Abg. Walser: Bildungspolitik à la 19. Jahrhundert!) Wir wissen, dass die Schüler nicht mehr nur an ihren Defiziten gemessen werden wollen, sondern zukunftsorientierte Inhalte im Schulunterricht haben wollen. Wir wissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich damit kämpfen, dass viele Kinder gar nicht mehr ordentlich Deutsch können, dass sie disziplinär nicht mehr zu bändigen sind und nicht mehr aufpassen. Wir wissen, dass soziale, psychische, alle möglichen Probleme (Abg. Deimek: Spätzünder!) mittlerweile an die Schule abgeschoben werden und es den PädagogInnen erschweren, ihre Arbeit zu machen.
Abg. Walser: Wahnsinn!
Wir wollen Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten. Wir wollen, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, zusätzlich in einer Deutsch-Klasse sind, bevor sie in den Regelunterricht kommen (Abg. Walser: Wahnsinn!), dass ihre Sprachkompetenz ordentlich ausgebildet wird (Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!), weil wir wissen, dass die Sprache der Schlüssel ist. Das heißt nicht, dass wir Leute von anderen absondern wollen (Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!), sondern wir wollen, dass sie Förderung zusätzlich bekommen und nachher gemeinsam mit allen anderen Schülern am Unterricht teilnehmen können. (Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?)
Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!
Wir wollen Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten. Wir wollen, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, zusätzlich in einer Deutsch-Klasse sind, bevor sie in den Regelunterricht kommen (Abg. Walser: Wahnsinn!), dass ihre Sprachkompetenz ordentlich ausgebildet wird (Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!), weil wir wissen, dass die Sprache der Schlüssel ist. Das heißt nicht, dass wir Leute von anderen absondern wollen (Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!), sondern wir wollen, dass sie Förderung zusätzlich bekommen und nachher gemeinsam mit allen anderen Schülern am Unterricht teilnehmen können. (Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?)
Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!
Wir wollen Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten. Wir wollen, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, zusätzlich in einer Deutsch-Klasse sind, bevor sie in den Regelunterricht kommen (Abg. Walser: Wahnsinn!), dass ihre Sprachkompetenz ordentlich ausgebildet wird (Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!), weil wir wissen, dass die Sprache der Schlüssel ist. Das heißt nicht, dass wir Leute von anderen absondern wollen (Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!), sondern wir wollen, dass sie Förderung zusätzlich bekommen und nachher gemeinsam mit allen anderen Schülern am Unterricht teilnehmen können. (Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?)
Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?
Wir wollen Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten. Wir wollen, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, zusätzlich in einer Deutsch-Klasse sind, bevor sie in den Regelunterricht kommen (Abg. Walser: Wahnsinn!), dass ihre Sprachkompetenz ordentlich ausgebildet wird (Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!), weil wir wissen, dass die Sprache der Schlüssel ist. Das heißt nicht, dass wir Leute von anderen absondern wollen (Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!), sondern wir wollen, dass sie Förderung zusätzlich bekommen und nachher gemeinsam mit allen anderen Schülern am Unterricht teilnehmen können. (Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?)
Abg. Moser: Wozu waren Sie dann in der Regierung?
Wir wollen, dass es mehr Transparenz und dass es Talenteförderung gibt, damit man sich eben mehr auf die Talente und weniger auf die Defizite fokussiert. (Abg. Moser: Wozu waren Sie dann in der Regierung?) Und wir wollen Vielfalt, Wahlfreiheit und individuelle Förderung in unseren Schulen. Und deswegen sind wir für ein differenziertes Schulsystem. Sie können das alles im Wahlprogramm der ÖVP nachlesen (Abg. Walser: Ich habe es mir angeschaut, ja!), und wenn wir eine entscheidende Mehrheit bekommen, dann können wir das auch umsetzen, Herr Kollege Walser.
Abg. Walser: Ich habe es mir angeschaut, ja!
Wir wollen, dass es mehr Transparenz und dass es Talenteförderung gibt, damit man sich eben mehr auf die Talente und weniger auf die Defizite fokussiert. (Abg. Moser: Wozu waren Sie dann in der Regierung?) Und wir wollen Vielfalt, Wahlfreiheit und individuelle Förderung in unseren Schulen. Und deswegen sind wir für ein differenziertes Schulsystem. Sie können das alles im Wahlprogramm der ÖVP nachlesen (Abg. Walser: Ich habe es mir angeschaut, ja!), und wenn wir eine entscheidende Mehrheit bekommen, dann können wir das auch umsetzen, Herr Kollege Walser.
Abg. Walser: ... die OECD, die international Länder berät, bildungspolitisch! Sagen Sie jetzt, die OECD hat die Kompetenz nicht?
Aber was wir nicht brauchen, ist eines: Wissen Sie, was die OECD ist? Ich glaube, ich brauche es Ihnen nicht zu erklären. Sie sind zwar manchmal sehr oberlehrerhaft, aber Sie werden sicher wissen, dass das eine Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit ist. Ich bin daher schon etwas verwundert und frage mich, warum die Grünen – die sonst immer der Meinung sind, es geht bei Bildung um mehr als nur darum, dass wir die Kinder für den Arbeitsmarkt ausbilden – eine Organisation beauftragen wollen, die ganz explizit – ich habe es mir extra herausgesucht – den Sinn ihrer Bildungsstudien darin sieht, festzustellen, wie der ökonomische Nutzen für den Einzelnen und die Gesellschaft ist. (Abg. Walser: ... die OECD, die international Länder berät, bildungspolitisch! Sagen Sie jetzt, die OECD hat die Kompetenz nicht?)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pendl und Strolz.
Da dies meine letzte Rede hier ist und ich in Zukunft nicht mehr im Nationalrat sein werde, möchte ich diese Gelegenheit nützen, mich bei all jenen zu bedanken, die uns immer im Hintergrund unterstützt haben, ob das meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren, ob das die Mitarbeiter im Klub oder jene in der Parlamentsdirektion waren. Ich glaube, ihnen gehört einmal ein ordentliches Danke gesagt, genauso wie wir vorhin auch den Lehrern gedankt haben, die eine tolle Arbeit machen. Vielen, vielen Dank dafür! – Sie dürfen auch klatschen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pendl und Strolz.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS sowie des Abg. Mayer.
Ich würde mir wünschen, dass das Parlament ein stärkeres, ein selbstbewussteres wird, und wünsche Ihnen alles, alles Gute und freue mich auf ein Wiedersehen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS sowie des Abg. Mayer.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Walser, Sie haben heute zu Recht den Antrag des ÖVP-Finanzministers auf eine Quasiselbstbeschränkung des Nationalrates kritisiert. Diese Kritik teilen wir. Ich glaube, dass das nicht gut wäre. Sie haben aber mit diesem vorliegenden Antrag ja nichts anderes vor, denn Sie wollen nämlich im Grunde genommen, dass die OECD eine Studie für uns in unserem Auftrag macht und dass wir uns dann eins zu eins an diese Studie halten beziehungsweise uns von außen sagen lassen, wie wir Bildungspolitik gestalten sollen. Das lehnen wir ab, da können wir definitiv – einmal abseits der Inhalte – nicht mitgehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Sie wollen lieber ein Zwei-Klassen-System!
Überhaupt muss ich sagen, so, wie Sie heute hier Ihren Auftritt zelebriert haben, wird mir schnell klar, warum die Grünen in den Umfragen nicht so rasend gut liegen. Sie sind beckmesserisch – das ist immer in einer Tour das Gleiche –, Sie sind moralinsauer, Sie wollen uns oberlehrerhaft erklären, was wir zu sagen, zu denken, zu tun haben. Und das überträgt sich auch auf das Bildungswesen – natürlich oft im Einklang mit den Sozialisten –, in dem sie im Grunde genommen fast nur mit Zwang arbeiten wollen und wo es nur darum geht, die Menschen möglichst früh, im besten Fall ab dem ersten Lebensjahr, in ein einheitliches Bildungssystem zu pressen. (Ruf bei den Grünen: Sie wollen lieber ein Zwei-Klassen-System!) Das ist sicher nicht unser Weg. (Abg. Mayer: Irrweg!)
Abg. Mayer: Irrweg!
Überhaupt muss ich sagen, so, wie Sie heute hier Ihren Auftritt zelebriert haben, wird mir schnell klar, warum die Grünen in den Umfragen nicht so rasend gut liegen. Sie sind beckmesserisch – das ist immer in einer Tour das Gleiche –, Sie sind moralinsauer, Sie wollen uns oberlehrerhaft erklären, was wir zu sagen, zu denken, zu tun haben. Und das überträgt sich auch auf das Bildungswesen – natürlich oft im Einklang mit den Sozialisten –, in dem sie im Grunde genommen fast nur mit Zwang arbeiten wollen und wo es nur darum geht, die Menschen möglichst früh, im besten Fall ab dem ersten Lebensjahr, in ein einheitliches Bildungssystem zu pressen. (Ruf bei den Grünen: Sie wollen lieber ein Zwei-Klassen-System!) Das ist sicher nicht unser Weg. (Abg. Mayer: Irrweg!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Werte Kollegen von den Grünen! Was ich in diesem Zusammenhang auch noch interessant finde, ist, muss ich sagen, dass Sie bemängeln, dass es mangelnde Bildungsreformen gegeben hat. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Da haben Sie natürlich recht. Nur, Sie waren es ja selbst, die gerade vor drei Monaten hier im Hohen Haus der Regierung von Schwarz und Rot diese letzte unselige Bildungsreform ermöglicht haben. (Abg. Steinhauser: Sonst geht gar nichts weiter! Wir sind ja auf Veränderung ...!) Und
Abg. Steinhauser: Sonst geht gar nichts weiter! Wir sind ja auf Veränderung ...!
Werte Kollegen von den Grünen! Was ich in diesem Zusammenhang auch noch interessant finde, ist, muss ich sagen, dass Sie bemängeln, dass es mangelnde Bildungsreformen gegeben hat. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Da haben Sie natürlich recht. Nur, Sie waren es ja selbst, die gerade vor drei Monaten hier im Hohen Haus der Regierung von Schwarz und Rot diese letzte unselige Bildungsreform ermöglicht haben. (Abg. Steinhauser: Sonst geht gar nichts weiter! Wir sind ja auf Veränderung ...!) Und
Beifall bei der FPÖ.
da wundere ich mich schon, wenn man dann zwei, drei Monate später vergessen hat, dass man im Großen und Ganzen bei vielen Dingen selber dabei war. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man nämlich bedenkt, dass zum Beispiel in Wien – seit 70 Jahren SPÖ-regiert – jedes fünfte Kind in eine Privatschule geht, dass in Österreich, wo seit mittlerweile zehn oder elf Jahren eine rote Bildungsministerin am Werken ist, jedes zehnte Kind eine Privatschule besucht – was eine Zunahme um 15 Prozent seit 2006 bedeutet –, muss ich sagen, dass da irgendetwas absolut falsch läuft. Diese Einschätzung wird Herr Kollege Walser sicher teilen. In Wien sind Sie aber selbst mit in der Regierung. Da muss man klar sagen: Das darf und soll so nicht weitergehen. Wir sind meilenweit entfernt von einem sozial gerechten Zugang zu unserem Bildungswesen. Wir haben da eine Entwicklung, die eher in eine andere Richtung geht, was definitiv abzulehnen ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Ich habe die Plakate gesehen! Die Plakateschreiber der FPÖ sollten einen Grundkurs machen!
Was überhaupt und generell in der Debatte bis heute ausgeklammert wird – das tun die Kollegen von den Grünen genauso wie die von der SPÖ –, das ist die Zuwanderungs- und Integrationsproblematik in unserem Bildungswesen. Da muss man ganz klar sagen, dass das, leider Gottes, ein exogenes Problem ist, dem wir uns stellen müssen, nämlich das Problem mit der Beherrschung der deutschen Sprache, der Unterrichtssprache. (Abg. Pirklhuber: Ich habe die Plakate gesehen! Die Plakateschreiber der FPÖ sollten einen Grundkurs machen!)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Herr Kollege Walser, Sie haben vorhin das Beispiel gebracht, dass zwei Tschetschenenkinder in eine Schulklasse kommen und das Ganze dann funktioniert. Ja, das ist wahrscheinlich so, das haben wir in der Vergangenheit auch erlebt. (Zwischenruf des Abg. Walser.) Nur bin ich der Überzeugung, dass es eben nicht so ist, dass es nur zwei Kinder sind, sondern wir haben ja mit 14 oder 15 von 20 Kindern ein Vielfaches des Problems. Dann wird es natürlich problematisch, und dann müssen wir natürlich Maßnahmen ergreifen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walser.) Und da ist unsere zentrale Maßnahme – das wissen Sie; die ÖVP unterstützt das ebenfalls, auch wenn sie bis dato noch nicht bereit war, dem zuzustimmen –, dass wir sagen, wir brauchen diese Deutschpflicht, um am Regelunterricht teilzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walser.
Herr Kollege Walser, Sie haben vorhin das Beispiel gebracht, dass zwei Tschetschenenkinder in eine Schulklasse kommen und das Ganze dann funktioniert. Ja, das ist wahrscheinlich so, das haben wir in der Vergangenheit auch erlebt. (Zwischenruf des Abg. Walser.) Nur bin ich der Überzeugung, dass es eben nicht so ist, dass es nur zwei Kinder sind, sondern wir haben ja mit 14 oder 15 von 20 Kindern ein Vielfaches des Problems. Dann wird es natürlich problematisch, und dann müssen wir natürlich Maßnahmen ergreifen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walser.) Und da ist unsere zentrale Maßnahme – das wissen Sie; die ÖVP unterstützt das ebenfalls, auch wenn sie bis dato noch nicht bereit war, dem zuzustimmen –, dass wir sagen, wir brauchen diese Deutschpflicht, um am Regelunterricht teilzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Walser, Sie haben vorhin das Beispiel gebracht, dass zwei Tschetschenenkinder in eine Schulklasse kommen und das Ganze dann funktioniert. Ja, das ist wahrscheinlich so, das haben wir in der Vergangenheit auch erlebt. (Zwischenruf des Abg. Walser.) Nur bin ich der Überzeugung, dass es eben nicht so ist, dass es nur zwei Kinder sind, sondern wir haben ja mit 14 oder 15 von 20 Kindern ein Vielfaches des Problems. Dann wird es natürlich problematisch, und dann müssen wir natürlich Maßnahmen ergreifen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Walser.) Und da ist unsere zentrale Maßnahme – das wissen Sie; die ÖVP unterstützt das ebenfalls, auch wenn sie bis dato noch nicht bereit war, dem zuzustimmen –, dass wir sagen, wir brauchen diese Deutschpflicht, um am Regelunterricht teilzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Liebe Kollegen von der ÖVP, das ist heute wieder einmal ein Lackmustest, Sie sind herzlich eingeladen, dem zuzustimmen – aber natürlich auch die restlichen Kollegen im Saale! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend noch: Ich glaube, unsere Gesellschaft muss generell auch ein bisschen die Einstellung zur Bildung überdenken. Es ist nicht nur eine Bringschuld des Staates, sondern es ist natürlich auch eine Holschuld der Menschen selbst. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Und wenn Harald Walser da eine OECD-Studie hilft, so soll es sein – wenn es nichts hilft, schadet es auch nicht. Machen wir sie. Ein bisschen fantasielos wart ihr natürlich schon bei der Auswahl dieses Themas. Ich kann mir vorstellen, wie das vonstattengegangen ist. Da sind drei Grüne zusammengesessen und haben gesagt: Ui, wir haben noch ein Kontingent für eine Sondersitzung, was tun wir? (Zwischenruf des Abg. Walser.) Die NEOS sind doch so klasse bei der Bildung, wir könnten versuchen, da ein wenig hineinzugraben. Was könnten wir denn für ein Thema nehmen? (Zwischenrufe
Abg. Steinhauser: So war es definitiv nicht, ich war dabei!
bei den Grünen.) Ui, da fällt uns nichts ein, geben wir doch eine Studie in Auftrag! (Abg. Steinhauser: So war es definitiv nicht, ich war dabei!) – So war es. Das ist extrem fantasielos, aber es ist okay. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Wir werden das unterstützen, wir sind da großzügig mit Ihrer Fantasielosigkeit, wenn es nichts schadet – wobei ich allerdings auch nicht sicher bin, ob es etwas hilft. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Brunner: Das war aber jetzt fantasielos! – Abg. Steinhauser: Die NEOS haben dabei keine Rolle gespielt, so viel kann ich versichern!)
Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
bei den Grünen.) Ui, da fällt uns nichts ein, geben wir doch eine Studie in Auftrag! (Abg. Steinhauser: So war es definitiv nicht, ich war dabei!) – So war es. Das ist extrem fantasielos, aber es ist okay. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Wir werden das unterstützen, wir sind da großzügig mit Ihrer Fantasielosigkeit, wenn es nichts schadet – wobei ich allerdings auch nicht sicher bin, ob es etwas hilft. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Brunner: Das war aber jetzt fantasielos! – Abg. Steinhauser: Die NEOS haben dabei keine Rolle gespielt, so viel kann ich versichern!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Brunner: Das war aber jetzt fantasielos! – Abg. Steinhauser: Die NEOS haben dabei keine Rolle gespielt, so viel kann ich versichern!
bei den Grünen.) Ui, da fällt uns nichts ein, geben wir doch eine Studie in Auftrag! (Abg. Steinhauser: So war es definitiv nicht, ich war dabei!) – So war es. Das ist extrem fantasielos, aber es ist okay. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Wir werden das unterstützen, wir sind da großzügig mit Ihrer Fantasielosigkeit, wenn es nichts schadet – wobei ich allerdings auch nicht sicher bin, ob es etwas hilft. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Brunner: Das war aber jetzt fantasielos! – Abg. Steinhauser: Die NEOS haben dabei keine Rolle gespielt, so viel kann ich versichern!)
Abg. Steinhauser: Das stimmt!
Warum habe ich da so meine Zweifel? – Wir sehen zum Beispiel, dass die letzte OECD-Länderprüfung zum Thema Migration/Bildung 2009 sehr umfassend war. An Bildungspapieren, an Bildungsstudien fehlt es uns ja nicht – die füllen ganze Bibliotheken –, sondern es fehlt an der Umsetzung. Auch diese Vorschläge der OECD bezüglich Migration und Bildung wurden in keinster Weise umgesetzt, das ist fast ein kompletter, hundertprozentiger Fail. Auch der Integrationsminister hat da großartig ausgelassen, tragisch ausgelassen. Ein Sebastian Kurz, den ich als Staatssekretär damals immer noch gelobt habe, weil er es wirklich geschafft hat, eine neue Sprache für ein Thema zu finden, ist mittlerweile eine große Enttäuschung, weil er sich einfach seit Jahren nicht mehr um das Thema Integration kümmert, denn es bringt ihm keine Stimmen. Er kümmert sich grundsätzlich nur um Dinge, die ihm Stimmen bringen, und dabei ist er völlig beliebig. (Abg. Steinhauser: Das stimmt!) Hauptsache, es bringt Stimmen!
Zwischenrufe bei der ÖVP
Und wo keine Stimmen kommen, da geht er auch nicht hin. Ich war gestern beim „Standard“ online im Chat, ich war gestern beim KRONEHIT-Radio. Alle sagen, dass alle kommen, nur Sebastian Kurz nicht, weil er einfach dort nicht hingeht (Zwischenrufe bei der ÖVP), wo es ein bisschen unberechenbarer wird, wo es ein bisschen spontaner wird. Da geht der aalglatte junge Mann nicht hin, denn da könnte es ja unberechenbar werden, da könnten die Textbausteine, die vorgefertigten, nicht reichen. (Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Und wo keine Stimmen kommen, da geht er auch nicht hin. Ich war gestern beim „Standard“ online im Chat, ich war gestern beim KRONEHIT-Radio. Alle sagen, dass alle kommen, nur Sebastian Kurz nicht, weil er einfach dort nicht hingeht (Zwischenrufe bei der ÖVP), wo es ein bisschen unberechenbarer wird, wo es ein bisschen spontaner wird. Da geht der aalglatte junge Mann nicht hin, denn da könnte es ja unberechenbar werden, da könnten die Textbausteine, die vorgefertigten, nicht reichen. (Zwischenruf des Abg. Gahr.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist zu wenig Leadership für einen Kanzler. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das wünsche ich mir anders. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS.
Das ist zu wenig Leadership für einen Kanzler. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das wünsche ich mir anders. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Er ist auch gestern Abend nicht zur Diskussion mit mir gekommen. Wir hatten eine spannende Diskussion auf Puls 4, die für ihn sehr durchwachsen war. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Manche sagen, das war bisher das beste Duell auf Puls 4. Natürlich haben dann seine Berater entschieden, dass sie da lieber nicht mehr hingehen, dass sie kneifen und ihn lieber ins Ausland schicken. (Abg. Gahr: Das ist eine Unterstellung!) – Strache hat schon recht: Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz. So ist es! Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz! (Beifall bei NEOS und FPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Gahr: Das ist eine Unterstellung!
Er ist auch gestern Abend nicht zur Diskussion mit mir gekommen. Wir hatten eine spannende Diskussion auf Puls 4, die für ihn sehr durchwachsen war. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Manche sagen, das war bisher das beste Duell auf Puls 4. Natürlich haben dann seine Berater entschieden, dass sie da lieber nicht mehr hingehen, dass sie kneifen und ihn lieber ins Ausland schicken. (Abg. Gahr: Das ist eine Unterstellung!) – Strache hat schon recht: Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz. So ist es! Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz! (Beifall bei NEOS und FPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei NEOS und FPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Er ist auch gestern Abend nicht zur Diskussion mit mir gekommen. Wir hatten eine spannende Diskussion auf Puls 4, die für ihn sehr durchwachsen war. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.) Manche sagen, das war bisher das beste Duell auf Puls 4. Natürlich haben dann seine Berater entschieden, dass sie da lieber nicht mehr hingehen, dass sie kneifen und ihn lieber ins Ausland schicken. (Abg. Gahr: Das ist eine Unterstellung!) – Strache hat schon recht: Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz. So ist es! Der teuerste Flüchtling Österreichs heißt Kurz! (Beifall bei NEOS und FPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS.
Und der prominenteste Gefangene der Republik heißt demnächst Josef Moser. Das habe ich gestern auch erfahren. Josef Moser hat nämlich großartige Vorschläge auf den Tisch gelegt, zum Beispiel auch für das Thema Bildung. (Der Redner hält mehrere Seiten des Rechnungshofberichtes „Effizientere Verwaltung – Mehr Geld für die Schule“ in die Höhe.) Allein für die Bildungsverwaltungsreform gibt es großartige Vorschläge vom Rechnungshof. Sie können sichergehen, dass Josef Moser mittlerweile jeden einzelnen dieser Vorschläge vergessen oder verdrängt hat, denn er ist vom Schwurbelvirus der ÖVP infiziert. Er wird bei all diesen Dingen von der ÖVP gehindert werden, vor allem vom ÖAAB, dem „Österreichweit allseits anerkannten Betoniererbund“. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. El Habbassi: Na geh!
Es ist so, dass Sie selbst die guten Geister, die Sie in Ihren Reihen haben – die haben Sie, auch in der ÖVP sitzen gute Geister. (Abg. El Habbassi: Na geh!) – Ja, El Habbassi, ich bedaure es, dass du beim nächsten Mal nicht mehr dabei bist. Diese guten Geister werden aber strukturell ausgebremst, das ist das Problem. Sie werden strukturell ausgebremst (neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP), weil Sie Bildungspolitik immer als Klientelpolitik begreifen – immer als Klientelpolitik!
neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP
Es ist so, dass Sie selbst die guten Geister, die Sie in Ihren Reihen haben – die haben Sie, auch in der ÖVP sitzen gute Geister. (Abg. El Habbassi: Na geh!) – Ja, El Habbassi, ich bedaure es, dass du beim nächsten Mal nicht mehr dabei bist. Diese guten Geister werden aber strukturell ausgebremst, das ist das Problem. Sie werden strukturell ausgebremst (neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP), weil Sie Bildungspolitik immer als Klientelpolitik begreifen – immer als Klientelpolitik!
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und dann finden Sie auch noch dreiste Steigbügelhalter für Ihre Ansätze, zuletzt die Grünen im Juni, als Sie festgelegt haben, dass sich die Landeshauptleute auch in Zukunft zu den Chefs der neuen Landesbildungsbehörden machen können – und diese Chance werden diese nutzen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Walser.
Es geht nicht um die Eltern, es geht nicht um die Kinder, nicht um die Jugendlichen, es geht einzig und allein – jeder Einzelne hier herinnen weiß das, unter vier Augen gibt es auch jeder zu – um Machtpolitik. Das ist das Beklemmende, dass Sie wider besseres Wissen und Gewissen handeln. Und Sie, Harald Walser, haben den Steigbügelhalter gemacht! (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Walser.)
Abg. Steinhauser: Sie waren einmal ein ernst zu nehmender Bildungspolitiker, nun sind Sie ein Kasperl!
Es geht darum, dass mit Hilfe der Grünen festgelegt und zementiert ist (Abg. Steinhauser: Sie waren einmal ein ernst zu nehmender Bildungspolitiker, nun sind Sie ein Kasperl!), dass sich in Zukunft die Landeshauptleute wieder um die Schule kümmern werden. Und wenn sich die Landeshauptleute um die Schule kümmern, dann heißt das, dass sie sich um 6 000 Direktorenbesetzungen und um die parteipolitische Kontrolle der Zuteilung von 125 000 Lehrerposten kümmern. Auf die Kinder wird gepfiffen, die sind maximal sekundär. (Abg. Rädler: Verbale Drehorgel!)
Abg. Rädler: Verbale Drehorgel!
Es geht darum, dass mit Hilfe der Grünen festgelegt und zementiert ist (Abg. Steinhauser: Sie waren einmal ein ernst zu nehmender Bildungspolitiker, nun sind Sie ein Kasperl!), dass sich in Zukunft die Landeshauptleute wieder um die Schule kümmern werden. Und wenn sich die Landeshauptleute um die Schule kümmern, dann heißt das, dass sie sich um 6 000 Direktorenbesetzungen und um die parteipolitische Kontrolle der Zuteilung von 125 000 Lehrerposten kümmern. Auf die Kinder wird gepfiffen, die sind maximal sekundär. (Abg. Rädler: Verbale Drehorgel!)
Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
So, und dann kommt der grüne Klubobmann hier heraus und sagt, dass wir aus den ideologischen Schützengräben herauskommen sollen. – Gerne! (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Wir haben zu Beginn der Periode die überparteiliche Plattform „Talente blühen“ für Bildungsfragen gegründet, und ich habe damals den Grünen angeboten, dass wir es gemeinsam machen – wir sind nie in die ideologischen Schützengräben hinabgestiegen! –, die Grünen haben das aber abgelehnt, weil sie da eben ideologisch gefangen sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
So, und dann kommt der grüne Klubobmann hier heraus und sagt, dass wir aus den ideologischen Schützengräben herauskommen sollen. – Gerne! (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.) Wir haben zu Beginn der Periode die überparteiliche Plattform „Talente blühen“ für Bildungsfragen gegründet, und ich habe damals den Grünen angeboten, dass wir es gemeinsam machen – wir sind nie in die ideologischen Schützengräben hinabgestiegen! –, die Grünen haben das aber abgelehnt, weil sie da eben ideologisch gefangen sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen
Einmal mehr auch in diesem Antrag, in dem sie sagen: eine OECD-Studie bitte mit Fokus auf die Sekundarstufe 1. Und das ist Ihre ewige Obsession, Harald Walser! Das größte Problem ist nicht die Sekundarstufe 1. Ich bin mir sicher, wenn wir zu zweit, du und ich, Harald Walser (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen), in einen Kindergarten gehen (Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und FPÖ), dann werden wir in drei Tagen – mein Abschlusssatz – feststellen können, wer in zehn Jahren vermutlich bei jenen 23 Prozent Kindern sein wird, die nicht sinnerfassend lesen können. Na dann müssen wir aber besser auf den Kindergarten und auf die Volksschule schauen. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und FPÖ
Einmal mehr auch in diesem Antrag, in dem sie sagen: eine OECD-Studie bitte mit Fokus auf die Sekundarstufe 1. Und das ist Ihre ewige Obsession, Harald Walser! Das größte Problem ist nicht die Sekundarstufe 1. Ich bin mir sicher, wenn wir zu zweit, du und ich, Harald Walser (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen), in einen Kindergarten gehen (Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und FPÖ), dann werden wir in drei Tagen – mein Abschlusssatz – feststellen können, wer in zehn Jahren vermutlich bei jenen 23 Prozent Kindern sein wird, die nicht sinnerfassend lesen können. Na dann müssen wir aber besser auf den Kindergarten und auf die Volksschule schauen. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Einmal mehr auch in diesem Antrag, in dem sie sagen: eine OECD-Studie bitte mit Fokus auf die Sekundarstufe 1. Und das ist Ihre ewige Obsession, Harald Walser! Das größte Problem ist nicht die Sekundarstufe 1. Ich bin mir sicher, wenn wir zu zweit, du und ich, Harald Walser (Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen), in einen Kindergarten gehen (Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS, SPÖ und FPÖ), dann werden wir in drei Tagen – mein Abschlusssatz – feststellen können, wer in zehn Jahren vermutlich bei jenen 23 Prozent Kindern sein wird, die nicht sinnerfassend lesen können. Na dann müssen wir aber besser auf den Kindergarten und auf die Volksschule schauen. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Beifall bei den NEOS.
Schluss mit Ideologie, her mit Lösungen! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Strolz: Es werden sicher E-Mails auftauchen!
rauf, was die NEOS vielleicht tun könnten und so weiter. (Abg. Strolz: Es werden sicher E-Mails auftauchen!) Das entspricht nicht unserer Wahrnehmung.
Abg. Strolz: Ich ermutige, ich schimpfe nicht!
Wie bereits gesagt, wir haben diese Sondersitzung deshalb einberufen, weil dieses Thema unterbelichtet war, wie du ja auch erwähnt hast. Ich finde es schon ein bisschen lustig, wenn du dich da herausstellst, wieder auf uns schimpfst und sagst: Die Bildungsreform, der ihr zugestimmt habt und so weiter, das geht alles nicht! (Abg. Strolz: Ich ermutige, ich schimpfe nicht!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Ich möchte schon noch einmal herausstreichen, was der Unterschied zwischen der Position der NEOS und unserer Position war, warum wir dieser Bildungsreform zugestimmt haben. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ihr habt nämlich einen Abänderungsantrag eingebracht, und der einzige Unterschied, die einzige Begründung, mit der die NEOS nicht zugestimmt haben, war folgender Satz – ich zitiere –: „Der zuständige Bundesminister bestellt den Bildungsdirektor im Einvernehmen mit dem Landeshauptmann auf dessen Vorschlag.“
Abg. Strolz: Ja!
Das war euer Text. Eure Forderung, euer Vorschlag war, dass – du nennst ja die Landeshauptleute immer die Fürsten der Finsternis (Abg. Strolz: Ja!) – die Fürsten der Finsternis dem Bundesminister vorschlagen, wer Bildungsdirekter werden soll (Abg. Strolz: Und nicht einmal dazu waren sie bereit!), und dann ist alles besser. – Sorry, Matthias, aber das ist ein Kasperltheater, das ist lächerlich! (Beifall bei den Grünen.) Es ist ein lächerlicher Grund, wegen dieses Unterschieds der Bildungsreform nicht zuzustimmen. Und es ist, muss ich leider sagen, taktisches Geplänkel – wie auch jetzt der Versuch, uns hier anzuschütten. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Abg. Strolz: Und nicht einmal dazu waren sie bereit!
Das war euer Text. Eure Forderung, euer Vorschlag war, dass – du nennst ja die Landeshauptleute immer die Fürsten der Finsternis (Abg. Strolz: Ja!) – die Fürsten der Finsternis dem Bundesminister vorschlagen, wer Bildungsdirekter werden soll (Abg. Strolz: Und nicht einmal dazu waren sie bereit!), und dann ist alles besser. – Sorry, Matthias, aber das ist ein Kasperltheater, das ist lächerlich! (Beifall bei den Grünen.) Es ist ein lächerlicher Grund, wegen dieses Unterschieds der Bildungsreform nicht zuzustimmen. Und es ist, muss ich leider sagen, taktisches Geplänkel – wie auch jetzt der Versuch, uns hier anzuschütten. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Beifall bei den Grünen.
Das war euer Text. Eure Forderung, euer Vorschlag war, dass – du nennst ja die Landeshauptleute immer die Fürsten der Finsternis (Abg. Strolz: Ja!) – die Fürsten der Finsternis dem Bundesminister vorschlagen, wer Bildungsdirekter werden soll (Abg. Strolz: Und nicht einmal dazu waren sie bereit!), und dann ist alles besser. – Sorry, Matthias, aber das ist ein Kasperltheater, das ist lächerlich! (Beifall bei den Grünen.) Es ist ein lächerlicher Grund, wegen dieses Unterschieds der Bildungsreform nicht zuzustimmen. Und es ist, muss ich leider sagen, taktisches Geplänkel – wie auch jetzt der Versuch, uns hier anzuschütten. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Zwischenruf des Abg. Strolz.
Das war euer Text. Eure Forderung, euer Vorschlag war, dass – du nennst ja die Landeshauptleute immer die Fürsten der Finsternis (Abg. Strolz: Ja!) – die Fürsten der Finsternis dem Bundesminister vorschlagen, wer Bildungsdirekter werden soll (Abg. Strolz: Und nicht einmal dazu waren sie bereit!), und dann ist alles besser. – Sorry, Matthias, aber das ist ein Kasperltheater, das ist lächerlich! (Beifall bei den Grünen.) Es ist ein lächerlicher Grund, wegen dieses Unterschieds der Bildungsreform nicht zuzustimmen. Und es ist, muss ich leider sagen, taktisches Geplänkel – wie auch jetzt der Versuch, uns hier anzuschütten. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Zwischenruf bei den NEOS
Ich bin jetzt ständig bei Schuldiskussionen, wo ich gemeinsam mit den NEOS sitze – erst gestern mit Niki Scherak –, und ich stelle fest, wir haben in der Bildungspolitik in ganz vielen Bereichen gemeinsame Positionen (Zwischenruf bei den NEOS); aber jetzt gehst du wieder da her und sagst: die grünen Steigbügelhalter und so weiter – als gäbe es da andere Positionen. Das kann ich ehrlicherweise nicht ernst nehmen. Ihr seid hier eingezogen – und das war sehr, sehr positiv für dieses Parlament – mit dem Vorsatz, positiv zu arbeiten. Bei dem, was ihr hier heute macht – sorry –, kann ich davon nichts erkennen. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Ich bin jetzt ständig bei Schuldiskussionen, wo ich gemeinsam mit den NEOS sitze – erst gestern mit Niki Scherak –, und ich stelle fest, wir haben in der Bildungspolitik in ganz vielen Bereichen gemeinsame Positionen (Zwischenruf bei den NEOS); aber jetzt gehst du wieder da her und sagst: die grünen Steigbügelhalter und so weiter – als gäbe es da andere Positionen. Das kann ich ehrlicherweise nicht ernst nehmen. Ihr seid hier eingezogen – und das war sehr, sehr positiv für dieses Parlament – mit dem Vorsatz, positiv zu arbeiten. Bei dem, was ihr hier heute macht – sorry –, kann ich davon nichts erkennen. (Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Abg. El Habbassi: Mich hat ja nicht gestört, dass ...!
Ich möchte mich auch noch an Kollegen Asdin El Habbassi wenden, der so süffisant gesagt hat, die OECD sei eine Wirtschaftsorganisation, und gefragt hat, warum sich die Grünen da jetzt plötzlich an der OECD orientieren. – Ja, die Wirtschaft hat erkannt, dass es eine unglaubliche Verschwendung von Talenten ist, wenn wir unser Bildungssystem nicht dahin gehend ändern, dass Bildung nicht mehr vererbt wird. Nicht umsonst ist die Industriellenvereinigung seit Jahren auch eine treibende Kraft in diesen Fragen und offensichtlich progressiver, als es die ÖVP je sein wird, was man erkennt, wenn man ihr Wahlprogramm jetzt wieder durchliest. (Abg. El Habbassi: Mich hat ja nicht gestört, dass ...!)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben noch zwei Wochen. Hier können wir an einem Beispiel zeigen, dass wir in der Schulpolitik gemeinsam etwas zusammenbringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Maurer: Das ändert aber nichts daran, dass der Landeshauptmann nach wie vor den Bildungsdirektor bestellt! – Abg. Rädler: Das war keine Berichtigung!
heißt, Sie haben das Bild nicht vollständig referiert, und das ist hiermit korrigiert. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Maurer: Das ändert aber nichts daran, dass der Landeshauptmann nach wie vor den Bildungsdirektor bestellt! – Abg. Rädler: Das war keine Berichtigung!)
Abg. Deimek: Die SPÖ ... Pyrrhussieg ...!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe mir natürlich auch meine Gedanken darüber gemacht, warum die grüne Fraktion diesen Vorschlag heute, vor den Wahlen, einbringt, bin aber zu einer anderen Schlussfolgerung gekommen als Kollege Strolz. Ich habe nämlich ein gewisses Verständnis dafür, dass eine politische Kraft, der es um einen Fortschritt im Bildungssystem geht, sich mit großer Sorge überlegt, was in den nächsten Jahren passieren wird, wenn eine schwarz-blaue Mehrheit droht. (Abg. Deimek: Die SPÖ ... Pyrrhussieg ...!)
Abg. Neubauer: Ach was! – Abg. Rädler: Seitdem hat sich ja viel geändert!
Wir erinnern uns noch gut daran, was in den Jahren der blau-schwarzen Mehrheit im Bildungssystem nicht weitergegangen ist, dass das die Jahre des großen Stillstands waren, in denen Schulstunden abgebaut wurden, Lehrerstunden abgebaut wurden, die Chancen von Kindern abgebaut wurden. (Abg. Neubauer: Ach was! – Abg. Rädler: Seitdem hat sich ja viel geändert!) Und nicht zuletzt wurden die ÖVP und die Freiheitlichen damals abgewählt, weil sie genau in der Bildungspolitik, die den Leuten in unserem Land zu Recht besonders wichtig ist, nichts weitergebracht haben. (Abg. Neubauer: Die SPÖ sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern, da gäbe es genug zu tun!)
Abg. Neubauer: Die SPÖ sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern, da gäbe es genug zu tun!
Wir erinnern uns noch gut daran, was in den Jahren der blau-schwarzen Mehrheit im Bildungssystem nicht weitergegangen ist, dass das die Jahre des großen Stillstands waren, in denen Schulstunden abgebaut wurden, Lehrerstunden abgebaut wurden, die Chancen von Kindern abgebaut wurden. (Abg. Neubauer: Ach was! – Abg. Rädler: Seitdem hat sich ja viel geändert!) Und nicht zuletzt wurden die ÖVP und die Freiheitlichen damals abgewählt, weil sie genau in der Bildungspolitik, die den Leuten in unserem Land zu Recht besonders wichtig ist, nichts weitergebracht haben. (Abg. Neubauer: Die SPÖ sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern, da gäbe es genug zu tun!)
Abg. Peter Wurm: ... 30 Prozent Analphabeten, das ist eine Schande! Eine Schande ist das! 30 Prozent Analphabeten dank der roten Bildungspolitik! – Abg. Neubauer: Wer in der Regierung sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
Ich verstehe die Motivation der grünen Fraktion, teile aber nicht deren Schlussfolgerung, weil ich der festen Überzeugung bin, dass – die Frau Bundesministerin hat es aufgezählt – bereits viele Studien, Analysen, Schlussfolgerungen, Ratschläge vorliegen. (Abg. Peter Wurm: ... 30 Prozent Analphabeten, das ist eine Schande! Eine Schande ist das! 30 Prozent Analphabeten dank der roten Bildungspolitik! – Abg. Neubauer: Wer in der Regierung sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!) Wenn man faktenbasiert Politik machen möchte, was leider häufig nicht der Fall ist, so fehlen, davon bin ich überzeugt, nicht die Studien, sondern es fehlt – wie jetzt auch die vielen Zwischenrufe beweisen – der politische Wille. (Abg. Neubauer: Eine Million Menschen unter der Armutsgrenze! – Abg. Peter Wurm: Da wäre ein bisschen Selbstkritik angebracht!) Daher, fürchte ich, werden wir mit dem Vorschlag der grünen Fraktion diese Blockade, diesen fehlenden politischen Willen, nicht durchbrechen können.
Abg. Neubauer: Eine Million Menschen unter der Armutsgrenze! – Abg. Peter Wurm: Da wäre ein bisschen Selbstkritik angebracht!
Ich verstehe die Motivation der grünen Fraktion, teile aber nicht deren Schlussfolgerung, weil ich der festen Überzeugung bin, dass – die Frau Bundesministerin hat es aufgezählt – bereits viele Studien, Analysen, Schlussfolgerungen, Ratschläge vorliegen. (Abg. Peter Wurm: ... 30 Prozent Analphabeten, das ist eine Schande! Eine Schande ist das! 30 Prozent Analphabeten dank der roten Bildungspolitik! – Abg. Neubauer: Wer in der Regierung sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!) Wenn man faktenbasiert Politik machen möchte, was leider häufig nicht der Fall ist, so fehlen, davon bin ich überzeugt, nicht die Studien, sondern es fehlt – wie jetzt auch die vielen Zwischenrufe beweisen – der politische Wille. (Abg. Neubauer: Eine Million Menschen unter der Armutsgrenze! – Abg. Peter Wurm: Da wäre ein bisschen Selbstkritik angebracht!) Daher, fürchte ich, werden wir mit dem Vorschlag der grünen Fraktion diese Blockade, diesen fehlenden politischen Willen, nicht durchbrechen können.
Beifall bei der SPÖ.
Es wird also nur nutzen – es stehen Wahlen bevor –, dass diejenigen, die wollen, dass die Chancen für die Kinder in dem Land verbessert werden, bei den Wahlen diejenigen politischen Kräfte stützen, wählen und stärken, die im Bildungssystem konstruktiv etwas für unsere Kinder weiterentwickeln wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehr geehrte Damen und Herren, worum geht es denn, wenn wir das Bildungssystem weiterentwickeln wollen? – Wir wollen, dass die Schule weiterhin Schritt für Schritt nach dem Grundgedanken, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, verbessert wird. Wir wollen weitere Schritte gehen, sodass – Fernziel, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht bei allen Kindern so weit – die Kinder gerne in die Schule gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen eine Schule, die dazu beiträgt, die Talente der Kinder zu fördern, und zwar aller Kinder. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?) Wir wollen kein Kind auf der Strecke bleiben lassen. (Abg. Hauser: Das ist doch normal!) – Das ist nicht normal, dazu brauchen wir noch viele Schritte. Das sollte normal sein, Herr Kollege, da bin ich auf Ihrer Seite. Wir wissen aber, nicht zuletzt auch aus den Befunden der OECD, die auf dem Tisch liegen, dass gerade in Österreich die Ver-
Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?
Sehr geehrte Damen und Herren, worum geht es denn, wenn wir das Bildungssystem weiterentwickeln wollen? – Wir wollen, dass die Schule weiterhin Schritt für Schritt nach dem Grundgedanken, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, verbessert wird. Wir wollen weitere Schritte gehen, sodass – Fernziel, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht bei allen Kindern so weit – die Kinder gerne in die Schule gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen eine Schule, die dazu beiträgt, die Talente der Kinder zu fördern, und zwar aller Kinder. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?) Wir wollen kein Kind auf der Strecke bleiben lassen. (Abg. Hauser: Das ist doch normal!) – Das ist nicht normal, dazu brauchen wir noch viele Schritte. Das sollte normal sein, Herr Kollege, da bin ich auf Ihrer Seite. Wir wissen aber, nicht zuletzt auch aus den Befunden der OECD, die auf dem Tisch liegen, dass gerade in Österreich die Ver-
Abg. Hauser: Das ist doch normal!
Sehr geehrte Damen und Herren, worum geht es denn, wenn wir das Bildungssystem weiterentwickeln wollen? – Wir wollen, dass die Schule weiterhin Schritt für Schritt nach dem Grundgedanken, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, verbessert wird. Wir wollen weitere Schritte gehen, sodass – Fernziel, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht bei allen Kindern so weit – die Kinder gerne in die Schule gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen eine Schule, die dazu beiträgt, die Talente der Kinder zu fördern, und zwar aller Kinder. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?) Wir wollen kein Kind auf der Strecke bleiben lassen. (Abg. Hauser: Das ist doch normal!) – Das ist nicht normal, dazu brauchen wir noch viele Schritte. Das sollte normal sein, Herr Kollege, da bin ich auf Ihrer Seite. Wir wissen aber, nicht zuletzt auch aus den Befunden der OECD, die auf dem Tisch liegen, dass gerade in Österreich die Ver-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: ... die jetzt alles versemmelt haben!
Wir wollen mehr Lehrer, und diese Lehrer wollen wir auch durch die Nutzung der Aktion 20 000 unterstützen und sie ein bisschen von administrativen Tätigkeiten entlasten, damit sie sich mehr den Kindern widmen können. Es wäre viel mehr zu sagen, die Zeit ist kurz; ganz wichtig ist es aber, die politischen Kräfte zu stärken, die in den nächsten Jahren den Kindern stärker Chancen vermitteln wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Peter Wurm: ... die jetzt alles versemmelt haben!)
Abg. Weninger: Ich habe mir gedacht, Kollege Rädler ist jetzt dran, weil der redet ...!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Töchterle. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Weninger: Ich habe mir gedacht, Kollege Rädler ist jetzt dran, weil der redet ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kuntzl, in der schwarz-blauen Koalition ist immerhin in Sachen Bildung zum Beispiel das UG 2002 beschlossen worden, das die Universitäten einen gewaltigen Schritt vorwärts gebracht hat und das international ein Vorbild für Universitätsreformen in anderen Ländern war. Also so schlecht war es da um die Bildung auch nicht bestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das ist ein Wortbewegungsmittel!
Die zweite Replik geht an Kollegen Walser, der sich ja zum Korrektor von Texten anderer Parteien aufschwingt. Da möchte ich einfach fragen, was er meint – ich könnte ein paar Fälle aus seinem Text zitieren, aber ich will es nur für einen wissen –, wenn auf Seite 5 im drittletzten Absatz von einem Bildungsstandrad die Rede ist. Ist das ein neues Fitnessgerät, oder was ist das? Also ich kenne das Wort schlicht nicht. (Abg. Rädler: Das ist ein Wortbewegungsmittel!)
Abg. Moser: Das ist einerseits Ausbildung, andererseits Bildung!
Letztlich ist dieser Dualismus auch der Grund dafür beziehungsweise mit ein Grund dafür, dass die OECD nach wie vor Bildung so bewertet, dass der Höhepunkt und der Gipfel dieser Bildung das Absolvieren einer Universität ist, also sozusagen eine geistige Bildung und nicht etwa eine gelungene Berufsausbildung. Diese Ungleichbewertung zweier Bildungsverläufe schlägt sich auch ganz stark in diesem Dringlichen Antrag nieder, in dem wieder darüber geklagt wird, dass es so schrecklich ist, wenn man sozusagen die Universität nicht erreicht. (Abg. Moser: Das ist einerseits Ausbildung, andererseits Bildung!) Das ist eine massive Abwertung und eine Beleidigung von Hunderttausenden Menschen in Österreich, die nicht durch die Universität gegangen sind, die aber genauso ein gelingendes, sehr erfolgreiches, berufliches Leben führen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Walser: Das ist eine Beleidigung für alle intelligenten Menschen, was hier erzählt wird!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Walser: Das ist eine Beleidigung für alle intelligenten Menschen, was hier erzählt wird!
Letztlich ist dieser Dualismus auch der Grund dafür beziehungsweise mit ein Grund dafür, dass die OECD nach wie vor Bildung so bewertet, dass der Höhepunkt und der Gipfel dieser Bildung das Absolvieren einer Universität ist, also sozusagen eine geistige Bildung und nicht etwa eine gelungene Berufsausbildung. Diese Ungleichbewertung zweier Bildungsverläufe schlägt sich auch ganz stark in diesem Dringlichen Antrag nieder, in dem wieder darüber geklagt wird, dass es so schrecklich ist, wenn man sozusagen die Universität nicht erreicht. (Abg. Moser: Das ist einerseits Ausbildung, andererseits Bildung!) Das ist eine massive Abwertung und eine Beleidigung von Hunderttausenden Menschen in Österreich, die nicht durch die Universität gegangen sind, die aber genauso ein gelingendes, sehr erfolgreiches, berufliches Leben führen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Walser: Das ist eine Beleidigung für alle intelligenten Menschen, was hier erzählt wird!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme aus einer Gegend, in der es viel Industrie gibt, in der es ganz viele Menschen gibt, die keine akademische Ausbildung haben, die unglaublich erfolgreich sind, die klug sind, die auch ökonomisch viel besser gestellt sind, als das zunehmende Prekariat an Universitäten. Ich verwehre mich dagegen, dass man all diese Menschen sozusagen als Halbgescheiterte hinstellt, weil das gelingende Leben nur eines ist, das zur Matura und dann zur Universität führt. Das ist eine ganz falsche Bewertung, das ist auch sachlich falsch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Mayer.
Wenn wir ein wirklich starkes und verantwortungsvolles Parlament wären, dann bräuchte es solche Appelle nicht. Das sind wir nicht. Ich mache mir um unseren Parlamentarismus Sorgen. Ich appelliere an die jungen und künftigen Parlamentarier, hier Reformen anzustreben. Die können beim Kleinen beginnen, zum Beispiel damit, dass ein Präsident irgendwann auch einmal sagt: Bitte, zur Sache reden! – Das ist etwas, was bei uns nie passiert. Sie müssen bei Großem enden, indem dem Parlament mehr Macht und mehr Einfluss zukommt. Das wird zugegebenermaßen ein sehr schwieriges Unterfangen sein, denn wer Macht will, muss sie einem anderen nehmen, und niemand lässt sich die gern nehmen. – Vielen Dank und alles Gute! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Mayer.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Unterrichtsministerin! Hohes Haus! Ich habe es als unglaublich mutig empfunden, dass sich Kollegin Kuntzl hierhergestellt und kritisiert hat, was eine mögliche zukünftige Regierung alles schlecht machen wird, obwohl die SPÖ in dieser Legislaturperiode den Bildungsminister beziehungsweise die Unterrichtsministerin in einer Koalition mit der ÖVP gestellt hat und wir in Wirklichkeit vor einem bildungspolitischen Desaster stehen; das ist das Unglaubliche. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zur Information für die Zuseher, die wir noch nicht vom Bildschirm vertrieben haben: Der Bund investiert derzeit 8,6 Milliarden € ins Bildungssystem, dazu investieren die Länder und die Gemeinden weiteres Geld ins Bildungssystem – in Summe sind das 15 Milliarden € pro Jahr. Das ist eine unglaubliche Summe. Wenn man sich aber anschaut, was da unterm Strich herauskommt, ist das wirklich sehr, sehr bedauerlich. Ein Drittel unserer Schüler kann nicht lesen, schreiben, rechnen – ein Drittel! Die Pisa-Ergebnisse sind desaströs. Im Bereich Naturwissenschaften erreichen wir von 38 OECD-Staaten den 20. Platz, beim Lesen den 25. von 38 Ländern; und in Mathematik sind wir mit Platz 15 gerade im Mittelfeld. Das Ergebnis ist ein Desaster. Das haben Sie – nicht als Person, Sie sind erst zu kurz da –, das hat die SPÖ als Fraktion in Koalition mit der ÖVP aufgrund vieler falscher Entscheidungen zu verantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Vergleich: In der Hauptschule betragen diese Kosten pro Schüler und Jahr 6 700 € und in der vielgelobten, leider fehlgeschlagenen Neuen Mittelschule 7 200 €. Das heißt, das Modell, das Sie jetzt mit Vehemenz durchgetragen haben, auch mit Unterstützung der ÖVP und selbstverständlich auch der Grünen, ist nicht nur das teuerste, sondern auch das ineffizienteste Schulsystem überhaupt. Das haben Sie zu verantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hätte nicht die Freiheitliche Partei Widerstand geleistet, hätten Sie auch noch die Sonderschulen abgeschafft, eine unglaublich wichtige Bildungseinrichtung. Auch da hat die ÖVP massiv geschwächelt. Es ist im Wesentlichen nur der Freiheitlichen Partei zu verdanken, dass es die Sonderschulen auch weiterhin geben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Nächste, und das zeigt das Scheitern Ihres Systems auf: Diese Woche hat der Philosoph Liessmann in einem Interview, das er der „Kleinen Zeitung“ gegeben hat (eine Ausgabe der von ihm genannten Zeitung in die Höhe haltend), Folgendes festgestellt: „Wenn politisch Verantwortliche die Gesamtschule propagieren, ihre eigenen Kinder jedoch in die katholische Privatschule schicken, weiß man, was los ist.“ – Das sollte Ihnen zu denken geben! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist ein anerkannter österreichischer Philosoph, nicht aus unserem Eck stammend. (Zwischenruf des Abg. Mayer.) Er sagt Ihnen das, was wir Ihnen schon mehrmals gesagt haben. Sie predigen Wasser und trinken Wein! Das ist das Unglaubliche, das Sie sich da leisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mayer.
Das Nächste, und das zeigt das Scheitern Ihres Systems auf: Diese Woche hat der Philosoph Liessmann in einem Interview, das er der „Kleinen Zeitung“ gegeben hat (eine Ausgabe der von ihm genannten Zeitung in die Höhe haltend), Folgendes festgestellt: „Wenn politisch Verantwortliche die Gesamtschule propagieren, ihre eigenen Kinder jedoch in die katholische Privatschule schicken, weiß man, was los ist.“ – Das sollte Ihnen zu denken geben! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist ein anerkannter österreichischer Philosoph, nicht aus unserem Eck stammend. (Zwischenruf des Abg. Mayer.) Er sagt Ihnen das, was wir Ihnen schon mehrmals gesagt haben. Sie predigen Wasser und trinken Wein! Das ist das Unglaubliche, das Sie sich da leisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Nächste, und das zeigt das Scheitern Ihres Systems auf: Diese Woche hat der Philosoph Liessmann in einem Interview, das er der „Kleinen Zeitung“ gegeben hat (eine Ausgabe der von ihm genannten Zeitung in die Höhe haltend), Folgendes festgestellt: „Wenn politisch Verantwortliche die Gesamtschule propagieren, ihre eigenen Kinder jedoch in die katholische Privatschule schicken, weiß man, was los ist.“ – Das sollte Ihnen zu denken geben! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist ein anerkannter österreichischer Philosoph, nicht aus unserem Eck stammend. (Zwischenruf des Abg. Mayer.) Er sagt Ihnen das, was wir Ihnen schon mehrmals gesagt haben. Sie predigen Wasser und trinken Wein! Das ist das Unglaubliche, das Sie sich da leisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Über die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Schüler bei deren Einschulung hat schon mein Vorredner, Kollege Wendelin Mölzer, gesprochen. Sie haben sich beharrlich geweigert, es anzuerkennen, dass ein Unterricht ohne Deutschkenntnisse nicht möglich ist. Da braucht man kein Wissenschaftler zu sein. Wie soll einem Kind, das nicht Deutsch kann, Fachwissen beigebracht werden? – Das kann nicht funktionieren. Sie haben jeden diesbezüglichen Antrag der Freiheitlichen Partei abgelehnt, mit dem wir gefordert haben, dass vor Schuleintritt Deutschkenntnisse vorhanden sein müssen. Das wurde von der ÖVP und auch von der SPÖ abgelehnt. Das hat das Desaster an den Schulen weiter verschärft. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Es wäre doch – und darauf habe ich vielfach, in vielen Reden hingewiesen – höchst an der Zeit, dass Sie hergehen und die Lehrpläne entrümpeln, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Weniger ist mehr! (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Damit wird der Stress der Schüler geringer, die Schüler müssten dann weniger lang im Unterricht sitzen und könnten auch in der Schule lernen. In der Schule muss gelernt werden, nicht zu Hause und nicht mithilfe von Stunden zusätzlichen Unterrichts, die bezahlt werden müssen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Großartige Rede!
Unterm Strich halten wir fest, dass es unglaublich viele Reformen für die Schule und damit für unsere Kinder benötigt, damit die Schule das wird, was heute übereinstimmend jeder gefordert hat: eine menschliche Schule, eine Schule mit Herz. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Großartige Rede!)
Abg. Walter Rosenkranz: Nicht alle, weil es eben nicht alle sind! Legen Sie Ihre Scheuklappen ab!
Abgeordnete Claudia Angela Gamon, MSc (WU) (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es sehr schön, dass es in dieser Sondersitzung auch um das Thema Fakten im Bildungsbereich geht. Ich glaube, das ist einer der Bereiche in der Politik, bei denen sehr viele Menschen zu Hause vor dem Fernsehgeräten sitzen und das Gerät wahrscheinlich an jedem Abend am liebsten anschreien würden, weil sie sich denken: Wenn alle Experten sich einig sind, wenn alle sagen, das und das muss gemacht werden, warum tut ihr es nicht einfach? Was hindert euch daran? Warum wollt ihr die wichtigen Reformen nicht weiterführen? Die Haltung der FPÖ in diesem Bereich kann man wirklich bloß als postfaktisch bezeichnen, denn dass man sich konsequent gegen alle Expertenmeinungen stellt (Abg. Walter Rosenkranz: Nicht alle, weil es eben nicht alle sind! Legen Sie Ihre Scheuklappen ab!), ist natürlich ein Wert der FPÖ.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Strolz: Bravo!
An meine Mentee: Liebe Angelina, ich find dich ganz großartig, und ich weiß, dass du etwas Tolles aus deinem Leben machen wirst! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Strolz: Bravo!)
Beifall bei den Grünen.
Als das Wahlalter auf 16 gesenkt wurde, ist uns versprochen worden, dass damit auch das Unterrichtsfach Politische Bildung in den Schulen eingeführt wird; das ist bis heute nicht passiert. Wir wollen wirklich in allen Schulen das Unterrichtsfach Politische Bildung, wir wollen das fördern. Wir wollen, dass es mündige Bürgerinnen und Bürger gibt, die nicht den Politikerinnen und Politikern alles glauben müssen, was sie im Wahlkampf sagen und dann nicht einhalten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: Also wenn wir so direkt aufgefordert werden, dann, glaube ich, tun wir’s lieber nicht!
Ich sage das ganz konkret in Richtung der FPÖ, die oft im Wahlkampf groß sagt, sie sei für die Lehrlinge da. Das wäre etwas ganz Konkretes, wobei wir heute den Respekt gegenüber den Lehrlingen in Österreich ausdrücken könnten. Ich bitte darum, dass Sie diesem Antrag zustimmen. Das wäre etwas ganz Konkretes für junge Menschen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Walter Rosenkranz: Also wenn wir so direkt aufgefordert werden, dann, glaube ich, tun wir’s lieber nicht!)
Beifall bei den Grünen.
umsetzen. Für uns ist es einfach wichtig, dass jeder Jugendliche in Österreich die Chance auf eine Ausbildung, auf eine faire Ausbildung, auf echte Perspektiven hat und dass jeder Jugendliche wirklich alle Möglichkeiten, alle Chancen und alle Rechte hat, egal, welcher sozialen Herkunft er ist. Dafür setzen wir Grüne uns ein. Auch dafür wird am 15. Oktober jede Stimme notwendig sein. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kollege Schmid, lieber Julian, Lehrlinge werden in der SPÖ ungemein wertgeschätzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Moser.
Deshalb zum einen heute unser Antrag zur Abschaffung der Internatskosten. Ich bin wirklich gespannt, wer hier definitiv mitgeht, weil man dann im Konkreten sieht, wer sich für Gerechtigkeit für Lehrlinge einsetzt. (Beifall der Abg. Moser.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist gut! Mit echter Küche, bitte, mit gekochtem Essen!
Auch das wollen wir mit den verschränkten ganztägigen Schulen leisten. Es soll, so wie die Frau Ministerin gesagt hat, kostenfrei sein, denn das ist das wichtigste Element. (Ruf bei der FPÖ: Das ist gut! Mit echter Küche, bitte, mit gekochtem Essen!) In diesem Sinn braucht es freilich noch mehr.
Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Sicht für ganz zentral und hoffe, dass diese Modellregion in Bälde auf den Weg kommt. Warum? – Weil ich davon überzeugt bin, dass jene, die immer blockieren – und ich schaue ganz bewusst in die Richtung der FPÖ und der ÖVP –, auch einmal abbröckeln werden, wenn sie sehen, wie gut die gemeinsame Schule für die Kinder und Jugendlichen im Hinblick – es ist heute schon oftmals gefallen – auf den Druck, der herausgenommen wird, funktioniert. Man braucht sich mit neun, zehn Jahren nicht mehr zu entscheiden, ob man vermeintlich zu den Besseren oder vermeintlich zu den Schlechteren kommt. Das ist so etwas von überholt, und wir müssen endlich aufhören damit! Ich hoffe, dass die gemeinsame Schule – und das ist mit dem Schulautonomiepaket gelungen – wirklich flächendeckend Schule macht. Wir bleiben da dran, definitiv, und kämpfen da auch weiter. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.
Es muss doch, bitte, ein Miteinander und auch eine Feedback-Kultur geben, in der nicht die LehrerInnen auf die SchülerInnen herunterblicken, sondern ein Miteinander möglich ist, was durch eine Feedback-Kultur etabliert werden soll, sodass ein Miteinander, ein Lebensraum Schule entsteht. Das ist eine Vision, aber sie soll einfach endlich mit Leben gefüllt werden. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Vielleicht noch ganz kurz – mir läuft die Zeit davon: Ich halte den Chancenindex, der ebenfalls im Paket enthalten ist, für ganz zentral, um nicht mit der Gießkanne drüberzufahren. In Summe – und ich sage das noch einmal in aller Vehemenz – muss das Ziel eine gemeinsame Schule für alle Kinder sein, und wenn ich alle Kinder sage, dann spreche ich auch von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache, mit Behinderung und vielem, vielem mehr. Bildung ist ein Kinderrecht, Bildung ist ein Menschenrecht, und wir sind KämpferInnen dafür, dass die beste Bildung für alle möglich ist, für alle Kinder und Jugendlichen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.
Eines ist hoffentlich allen klar: Wenn man in einem Staat davon spricht, das Schema links und rechts sei überholt, dann regieren dort schon die Linken. Diese Entideologisierung, die Sie durch die OECD haben wollen, ist doch nichts anderes als das, was wir schon in den letzten Jahren und Jahrzehnten erlebt haben, nämlich dass dort eine bildungspolitische Planwirtschaft einkehren soll, mit der wir nicht können. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.
Wer hat denn die ganze Zeit auf uns eingeredet, dass die Lehrlinge nichts sind, dass man ohne Matura kein glückliches Leben führen kann? – Das waren Sie alle von der linken Seite dieses Hauses, die den Facharbeiter abgestempelt haben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Walser.) – Jetzt schütteln Sie den Kopf. Nein, fahren Sie doch ab mit solchen Sachen, das glaubt Ihnen doch kein Mensch mehr!
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Walser.
Der Quotenwahn, das ist doch das, was bei Ihnen an allen Ecken und Enden raustrieft. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Walser.) – Kollege Walser, Sie können sich vielleicht noch ein zweites Mal zu Wort melden, doch ich weiß nicht, was die Geschäftsordnung und die kommende Wahl für Sie überhaupt noch hergeben werden.
Oh-Rufe bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.
Eines sage ich Ihnen auch – und es ist schon zitiert worden: dieses Wasser-Predigen und Wein-Trinken. Ja, für unsere Kinder die beste Bildung! Wie hat es denn Herr Bundeskanzler Kern, die Nummer eins der Bundesliste der SPÖ, gelöst? – Katholische Privatschule! Wie hat es denn die Nummer zwei der Bundesliste, Frau Ministerin Rendi-Wagner gelöst? – Theresianum! So stelle ich mir die Neue Mittelschule in Wien vor! (Oh-Rufe bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.) Das ist dieses Wasser-Predigen und Wein-Trinken. Nein, da spielen wir nicht mit!
Beifall bei der FPÖ.
Wir wissen eines leider Gottes ganz genau: dass sehr viele Eltern wissen – und da gehören offensichtlich auch die roten Spitzen dazu –, dass ein gutes Bildungssystem für ihre Kinder nur in einer Privatschule möglich sein wird, aber umgekehrt lassen Sie durch Ihr Ministerium alle hineinlaufen, sodass sie an dieser Bildung nicht teilhaben können. Das ist verwerflich. Wir stehen zu Privatschulen, und es sollen alle hingehen, die wollen und die es sich leisten können. – Nur keine Neiddebatte! Wir wollen ein öffentliches Schulwesen in diesem Land haben, das seinen Namen auch verdient, wo alle Kinder ihre Chancen haben und nicht nur deswegen, weil sie Ministerkinder sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Walser.
Ich sage Ihnen und vor allem den Österreicherinnen und Österreichern: Am 16. Oktober wird ein großes Erwachen eintreten, wenn Sebastian Kurz vor der Frage stehen wird, was er überhaupt darf; wenn nicht nur Frau Merkel, Herr Macron und Herr Juncker sagen, was in Österreich möglich sein darf, sondern auch die Landeshauptleute, die Kammern und die Bünde in den eigenen Reihen sagen werden: Lieber Basti, so geht es nicht, schau dir jetzt eine kleine gedemütigte SPÖ als Juniorpartner an, und wir machen munter so weiter! – Mit uns sicher nicht! Uns Freiheitlichen geht es um die Zukunft der Republik Österreich, und da spielen die Kinder, alle Kinder, eine ganz bedeutende Rolle. (Zwischenruf des Abg. Walser.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Dazu ein Beispiel zur Frage der Lehrlingspolitik: Ein oberösterreichischer Unternehmer hat mir gesagt, er sei Baumeister und habe drei unbegleitete Minderjährige bei sich in einem Wohngebäude aufgenommen und ihnen gesagt: Ihr könnt bei mir die Lehre anfangen. Darauf haben sie gefragt: Na, wie viel bekommen wir als Lehrlinge? Seine Antwort war: 550 €. Da haben sie gesagt: Wir sind ja nicht deppert, bei der Mindestsicherung kriegen wir 870 €, das brauchen wir gar nicht! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Daran allein sehen Sie schon, wie falsch es sein wird. Da muss man diesen Menschen auch sagen, wie man es in Österreich durch Anständigkeit, Leistung, Anstrengung und Disziplin tatsächlich zu etwas bringen kann. Die Schule muss dafür unterstützend wirken. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.) Die Schule ist ein Bildungsinstitut und kein Sozialinstitut, so wie Sie es wollen, wo die Kinder nur verdummt und verdodelt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daran allein sehen Sie schon, wie falsch es sein wird. Da muss man diesen Menschen auch sagen, wie man es in Österreich durch Anständigkeit, Leistung, Anstrengung und Disziplin tatsächlich zu etwas bringen kann. Die Schule muss dafür unterstützend wirken. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.) Die Schule ist ein Bildungsinstitut und kein Sozialinstitut, so wie Sie es wollen, wo die Kinder nur verdummt und verdodelt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde, jedes Kind hat das Recht auf die optimale Förderung, sie darf nicht von der Familie abhängig sein. Jedes Kind sollte den bestmöglichen Lehrplan erhalten und die Fördermaßnahmen, die es dazu braucht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Walter Rosenkranz: Aber wenn es ein Irrweg ist, muss man einmal umkehren auch können! Der Irrweg kann nie das Ziel sein! – Ruf bei der FPÖ: Eine permanente Verschlimmbesserung!
Denn Sie kritisieren zu Recht einige Bereiche in unserem Schulsystem, die wir abschaffen sollten – berechtigterweise! –, aber Sie sagen nie, in keinem Ansatz, wie Sie es anders machen würden, sondern nur, dass man das, was wir jetzt haben, stärker einzementieren soll. Genau das ist der falsche Weg! Denn: Schule entwickelt sich, Schule bildet sich, wir müssen neue Wege gehen, und diese ist man, Gott sei Dank, in ersten Schritten jetzt in den letzten Jahren gegangen. (Abg. Walter Rosenkranz: Aber wenn es ein Irrweg ist, muss man einmal umkehren auch können! Der Irrweg kann nie das Ziel sein! – Ruf bei der FPÖ: Eine permanente Verschlimmbesserung!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte, weil es ziemlich sicher meine letzte Rede zum Bereich Bildungspolitik ist, die mir auch von Berufs wegen sehr am Herzen gelegen ist, vier Bereiche herausstreichen, von denen ich glaube, dass sie für die Zukunft entscheidend und wichtig sind und wo niemand – egal, wie die kommende Regierung zusammengesetzt sein wird – daran vorbeikommt. Das ist die Frühpädagogik, die Frühkinderziehung. Ich habe viele Beispiele im Laufe der Jahre gebracht. Den Rucksack, den unsere Kleinsten mit in die Schule bringen, kann das Schulsystem, wie es jetzt aufgebaut ist, nicht abbauen. Den schleppen sie mit, bis sie dann beim AMS landen. Daher ist die Früherziehung, die Kindergartenbetreuung wichtig. Der erste Bildungsweg ist der Kindergarten, und nur dort können wir die entscheidenden Chancen bieten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Zweite ist und bleibt – und das sage ich aus tiefster Überzeugung –: Genau das, was katholische Privatschulen haben, eine ganztägige Betreuung, ein gesundes Mittagessen, Abwechslung, Sport, Freizeit, Kultur, das wollen wir allen Kindern bieten, genau das wollen wir auch für das öffentliche Schulsystem haben. Wir brauchen eine ganztägige Betreuung, die den Namen verdient, mit Qualität und entsprechend ausgebildeten Pädagogen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Moser: Aber nicht zu wenig Praxis! Berufsbegleitend!
Weiters: Ich bedauere es, dass sich Kollege Töchterle ebenfalls heute verabschiedet hat, der mit der Vater dessen war, dass wir eine neue PädagogInnenbildung haben. Kollegen Strolz habe ich in der Fernsehdiskussion reden gehört, als wenn er das nicht mitbeschlossen und mitberaten hätte. Wir haben jetzt eine neue PädagogInnenbildung, die genau dort den Hebel ansetzt, damit nicht mehr jeder, der glaubt, er wisse nicht, was er studieren soll, dann auf Lehrer macht. Es kann nicht mehr jeder Lehrer werden, sondern man prüft ganz gezielt die Qualität. Gute Pädagogen sind die entscheidenden Player im Schulsystem. (Abg. Moser: Aber nicht zu wenig Praxis! Berufsbegleitend!) Da haben wir auch in der Vergangenheit entsprechend die Weichen gestellt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strolz: Jetzt hättest du mich schon fast überzeugt!
Daher glaube ich schon: Es stimmt, was gesagt wurde, Schule ist nichts Fixes, es ist auch mit dieser Reform nicht abgeschlossen, es bleibt in Bewegung. Ich kann nur hoffen und dafür plädieren und kämpfen, dass jene, die das entscheidend miteingeleitet hat, nämlich unsere Bildungsministerin, die Möglichkeit hat, auch nach dem 15. Oktober dieses Amt weiter zu führen und die Reform weiterzubringen. Daher muss man am 15. Oktober SPÖ wählen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strolz: Jetzt hättest du mich schon fast überzeugt!)
Abg. Walter Rosenkranz: Genau, das Theresianum!
Es sind auf beiden Seiten ideologische Scheuklappendiskussionen, es geht nicht darum, dass man soziale Gerechtigkeit im Bildungsbereich herstellt, dass man sich die Frage stellt, was die Kinder betrifft, was die Schüler und Schülerinnen am Ende des Tages betrifft. Es geht in der Debatte nicht darum, die gleichen Chancen und Startmöglichkeiten für Kinder herzustellen, sondern man will einfach verfestigte und eingefahrene Systeme weiterhin erhalten. (Abg. Walter Rosenkranz: Genau, das Theresianum!)
Abg. Walter Rosenkranz: Geht es auch um Wissen?
Es gibt unzählige Vorschläge aus der Praxis, was unser Schulsystem betrifft, die den täglichen Unterricht sofort weiterbringen könnten. Junge Leute wollen keinen Frontalunterricht mehr, sie wollen kein stures Auswendiglernen. Vielmehr fordern junge Menschen, dass sie Schlüsselkompetenzen der heutigen Berufs- und Arbeitswelt erlernen. Da geht es um Teamarbeit, es geht um Konfliktlösung, Managen, Organisieren, Teamführung, Medienkompetenz und viele weitere Bereiche, die umfassend gelernt werden müssen und die genau in diesem Bereich wichtig sind. (Abg. Walter Rosenkranz: Geht es auch um Wissen?) Es geht um ein Anforderungsportfolio, von dem es wichtig ist, dass man es in der heutigen Welt in jedem Beruf, in jeder Berufssparte draufhat.
Abg. Belakowitsch: Wollen!
Da spreche ich ganz konkret das Unterrichtsfach Politische Bildung und Recht an. Wenn wir hergehen und die Lehrpläne entstauben und die Schüler von dem freimachen, was sie nicht lernen sollen, weil sie es im weiteren Leben nicht brauchen (Abg. Belakowitsch: Wollen!), dann ist es uns möglich, dass wir genau solche Unterrichtsfächer wie das Pflichtfach Politische Bildung und kritisches Denken ermöglichen und einführen können. (Abg. Walter Rosenkranz: Warum muss man wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht?)
Abg. Walter Rosenkranz: Warum muss man wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht?
Da spreche ich ganz konkret das Unterrichtsfach Politische Bildung und Recht an. Wenn wir hergehen und die Lehrpläne entstauben und die Schüler von dem freimachen, was sie nicht lernen sollen, weil sie es im weiteren Leben nicht brauchen (Abg. Belakowitsch: Wollen!), dann ist es uns möglich, dass wir genau solche Unterrichtsfächer wie das Pflichtfach Politische Bildung und kritisches Denken ermöglichen und einführen können. (Abg. Walter Rosenkranz: Warum muss man wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht?)
Abg. Walter Rosenkranz: Und, war das schlecht? Waren die sinnlos, die fünf Jahre vorher?
Ich möchte aber auch größer denken. Stellen wir einfach einmal das ganze Bildungssystem auf den Prüfstand, wie es heute auch schon andiskutiert worden ist. Hinterfragen wir einfach einmal, dass heute schon 15-Jährige die Entscheidung treffen müssen, ob sie in eine HTL gehen, ob sie in eine HAK gehen, in welche Richtung sich ihr weiterer Lebensweg entwickeln wird. Da ist es oft so, dass es Familientradition ist, dass man in eine HAK oder in eine HTL geht, und dass es nicht das Kind selbst ist, das sich mit 15 Jahren entscheidet, in welche Richtung es weitergehen wird. Ich kenne unzählige Beispiele und bin auch selbst eines davon, wo unter anderem eine HTL oder HAK absolviert worden ist und danach etwas völlig Sachfremdes studiert worden ist, weil ich mit 15 Jahren noch nicht gewusst habe, was ich machen will. (Abg. Walter Rosenkranz: Und, war das schlecht? Waren die sinnlos, die fünf Jahre vorher?)
Abg. Walter Rosenkranz: Mit 15 Jahren habe ich mein Studium auch noch nicht angefangen!
Deshalb ist es wichtig, dass wir ein Bildungssystem erbauen, erdenken und gemeinsam entwickeln, in dem es um eine gemeinsame Ausbildung geht – eine gemeinsame Ausbildung aller Kinder und Jugendlichen bis zu einer allgemeinbildenden mittleren Reife mit 16, 17 Jahren, wo ein Abschluss da ist, wo ein kritischer Bürger herangebildet worden ist. (Abg. Walter Rosenkranz: Mit 15 Jahren habe ich mein Studium auch noch nicht angefangen!) Es ist wichtig, dass man hier eine ganz breite Ausbildung ermöglicht und auf die Beine stellt.
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.
Wichtig ist, dass wir die Einschätzungen, die Expertisen, die bei den Schülern, bei den Eltern und bei den Pädagogen vorhanden sind, auch wahrnehmen und in unsere Politik miteinbeziehen. Da brauchen wir keine großmächtigen Studien, da müssen wir nur die ideologischen Debatten endlich beenden und fragen: Was ist Sache? Was sind die Fakten? Was liegt auf dem Tisch? Das müssen wir dann auch mit der Erfahrung der Betroffenen umsetzen. – Danke sehr. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.)
Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Schenk.
Was soll hier denn eigentlich geprüft werden? Die wahren Probleme und Defizite liegen doch schon längst auf dem Tisch, werden allerdings von den eine Willkommenskultur fördernden Grünen überspielt, verharmlost und ignoriert. Sie beschäftigen sich lieber mit der Förderung fremder Kulturen oder eben ihren homosexuellen Genderschulbüchern. Dieser Antrag ist zugunsten einer fundierten Bildungspolitik abzulehnen. – Danke. (Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Schenk.)
Abg. Heinzl: Zah aun, Leo!
Abgeordneter Leopold Steinbichler (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Heinzl: Zah aun, Leo!) Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Der Redner stellt eine Tafel auf das Rednerpult, auf der Orang-Utans vor einem gerodeten Wald zu sehen sind.)
Ruf bei der FPÖ: Für die Grundschule!
Ich darf noch kurz auf den Vormittag zurückkommen, weil ich beim Tierschutzgesetz leider keine Redezeit hatte, und noch einmal den Welttierschutztag erwähnen. Wir haben zwar über alle gehandelten Tierarten gesprochen, aber nicht über Futtertiere, nicht darüber, was wir mit unserer Lebensweise aufführen, was die Konzerne zerstören. Ich glaube, heute ist dieser denkwürdige Tag, an dem auch wir hier darauf verweisen können. Ich lasse diese Tafel bewusst noch stehen, weil das mit Bildung zu tun hat, Kolleginnen und Kollegen. (Ruf bei der FPÖ: Für die Grundschule!)
Abg. Steinhauser: Wer sagt denn das? Das sagt ja niemand!
Kollege Schmid hat zur Bildung von Lehrlingen, zur dualen Lehrlingsausbildung gesprochen. Ja, wenn wir den Lehrberuf aufwerten wollen, wenn wir den Lehrberuf wertschätzen wollen, dann müssen wir ihn auch so diskutieren, aber nicht sagen: Was? Du gehst in eine Lehre? Du studierst gar nicht? (Abg. Steinhauser: Wer sagt denn das? Das sagt ja niemand!) Ja, wir haben da noch eine Redewendung, mit der wir das von Haus aus schon in zwei Richtungen spalten.
Ruf: Die Taferln sind schon so dreckig ...!
Ich komme zuerst zur SPÖ und möchte, wie heute schon einmal, den Kaufkraftverlust der Arbeitnehmer ansprechen. (Ruf: Die Taferln sind schon so dreckig ...!) Als Arbeitnehmerpartei müsstet ihr das am heftigsten aufzeigen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – von den 1,7 Millionen Armutsgefährdeten sind 10 Prozent in Vollbeschäftigung, 17 Prozent in Teilzeitbeschäftigung – können sich das Leben nicht mehr leisten, und bei den Pensionisten ist es auch so. Wir sehen, das sind fleißige Bürgerinnen und Bürger, die 40, 45 Jahre lang fleißig gearbeitet haben, Gewerbetreibende, Bauern, Arbeitnehmer, Angestellte, die eingezahlt haben ...
Abg. Steinhauser: Das ist die Abschlussrede!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Steinbichler, wir sind bei der dringlichen Behandlung des Themas Bildung. Ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen und würde Sie ersuchen, wieder zum Thema zurückzukommen. (Abg. Steinhauser: Das ist die Abschlussrede!)
Abg. Steinacker: Zur Sache!
Zur ÖVP darf ich sagen – Frau Präsidentin, das wäre interessant –: Sollten wir nicht eine Fahndung nach dem Spitzenkandidaten aufgeben? Ich möchte ihn wieder einmal nicht nur auf Plakaten sehen! Bei keiner einzigen Sitzung hier in diesem Hause ist er anwesend. Das sollen die Wählerinnen und Wähler bewerten, nämlich wie wichtig ihm dieses Haus ist, wenn er das Bundeskanzleramt anstrebt. Und ich denke, es ist angebracht, hier zu sagen: Nach drei Monaten Türkis kommt schön langsam die echte Farbe zum Vorschein – ich habe gestern zum ersten Mal wieder ÖVP-Farbe auf den Plakaten gesehen. (Abg. Steinacker: Zur Sache!) Ich würde sagen, das ist der Rubbelkanzler. Bis nach dem Wahltag wird er wieder richtig schwarz, aber Vorsicht, beim Rubbeln gibt es, Frau Abgeordnete, irrsinnig viele Nieten. Aufpassen!
Abg. Walter Rosenkranz: Kann man jetzt sagen, wir haben ein Beispiel schlechter Bildung bekommen?!
Leider ist Heinz-Christian Strache nicht mehr im Saal, vorhin war er kurz hier. Ich bin überzeugt, sein Vorgänger Jörg Haider hätte ihm die Kiste mit Kreide bereits versteckt. Man spürt so richtig den Zug zur Macht, er will sich im Wahlkampf unbedingt anschmiegsam verhalten. Man spürt es bei jeder Diskussion, an der wir nicht teilnehmen dürfen. (Abg. Walter Rosenkranz: Kann man jetzt sagen, wir haben ein Beispiel schlechter Bildung bekommen?!) Deshalb, Frau Präsident, bitte ich, aus demokratischen Gründen noch ganz kurz ...
Abg. Walter Rosenkranz: Die Rede selbst zielt aber auf ein gewisses Bildungsproblem!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Steinbichler, ich habe Sie ersucht, zur Sache zu reden. Ich habe mich sehr darum bemüht, den Zusammenhang zu erkennen. Es ist nicht nur kaum, sondern gar nicht gelungen. (Abg. Walter Rosenkranz: Die Rede selbst zielt aber auf ein gewisses Bildungsproblem!) Ich würde Sie jetzt bitten, zum Thema der Dringlichen zu reden. Sie haben, wenn ich das richtig sehe, noch 1 Minute Restredezeit. Thema ist Bildungspolitik.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen
An dieser Stelle möchte ich damit abschließen, weil es die wichtigste Ausbildungsstätte ist neben sämtlichen Zusatzausbildungen (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen): Die erste Bildungsstätte ist das Elternhaus, die Eltern, begleitend neben den Lehrern, neben den diversen Ausbildungsebenen. Ich bin überzeugt davon, dann haben wir in Zukunft ganz, ganz gute soziale Verhältnisse, das ist das Allerwichtigste. Deshalb am 15. Oktober ...
Abg. Steinbichler – das Rednerpult verlassend –: ... am 15. Oktober aktiv Die Weißen wählen!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist ausgeschöpft. (Abg. Steinbichler – das Rednerpult verlassend –: ... am 15. Oktober aktiv Die Weißen wählen!)
Abg. Lopatka: Klimaschutz!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Uns Grünen war es heute wichtig, auf die zentralen Zukunftsthemen zu setzen, die unserer Meinung nach im Wahlkampf völlig zu kurz kommen, nämlich Themen, die ja über eine Legislaturperiode weit hinausgehen. Das eine ist die Bildung, das andere ist (Abg. Lopatka: Klimaschutz!) der Klimaschutz. – Ja, da sollten Sie vielleicht aufpassen, denn in Ihren Programmen ist das nicht so gut verankert, beziehungsweise auch in der letzten Periode nicht.
Beifall bei den Grünen.
Meine Kollegin Alev Korun hat heute schon Barack Obama zitiert, und ich finde, das ist einfach sehr treffend: Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt, und die letzte, die noch etwas dagegen tun kann, und davon leitet sich einfach eine große Verantwortung ab, die unsere Generation hat! Ich sehe nicht, dass sie wahrgenommen wird, und das ist unser Versuch heute hier, dass wir in dieser Legislaturperiode noch einen Schritt setzen, diese Verantwortung wahrzunehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das sehen wir auch schon, denn die Energiewende ist international der dynamischste Markt, den wir überhaupt haben, und ich wundere mich, warum das Klimathema von Wirtschaftsparteien – sogenannten Wirtschaftsparteien – so abgetan wird. Es ist der dynamischste Markt, und jeder, der wirtschaftlich denkt, muss in Klimaschutz investieren. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Geh bitte!
Trotzdem hat die Bundesregierung aktiv keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, und sie hat jede einzelne Maßnahme, die wir setzen wollten, die wir vorgeschlagen haben, blockiert. 42 Anträge der Grünen für den Klimaschutz, 69 Maßnahmen: alles weggewischt, alles vertagt, nie hier ins Plenum gekommen. Und jetzt wissen wir: Die FPÖ, die den Klimawandel leugnet, ist die fossile Partei Österreichs. (Ruf bei der FPÖ: Geh bitte!) Aber ÖVP und SPÖ, was Sie machen, ist fossile Politik. (Abg. Lugar: Das ist ja Fake News!)
Abg. Lugar: Das ist ja Fake News!
Trotzdem hat die Bundesregierung aktiv keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, und sie hat jede einzelne Maßnahme, die wir setzen wollten, die wir vorgeschlagen haben, blockiert. 42 Anträge der Grünen für den Klimaschutz, 69 Maßnahmen: alles weggewischt, alles vertagt, nie hier ins Plenum gekommen. Und jetzt wissen wir: Die FPÖ, die den Klimawandel leugnet, ist die fossile Partei Österreichs. (Ruf bei der FPÖ: Geh bitte!) Aber ÖVP und SPÖ, was Sie machen, ist fossile Politik. (Abg. Lugar: Das ist ja Fake News!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rauch und Neubauer.
Das ist jenseitig! Das ist jenseitig! (Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rauch und Neubauer.) Wenn Sie Wirtschaftspolitik machen wollen, nehmen Sie sich ein Beispiel an der Rockefeller-Stiftung; die zieht ihre Gelder aus fossilen Energien ab – nicht deshalb, weil sie ihr ökologisches Gewissen entdeckt hat, sondern weil sie weiß, dass Investitionen in fossile Energie verlorene Investitionen sind. Und wenn man wirtschaftlich denkt und kompetent ist, dann setzt man auf erneuerbare Energieträger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist jenseitig! Das ist jenseitig! (Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rauch und Neubauer.) Wenn Sie Wirtschaftspolitik machen wollen, nehmen Sie sich ein Beispiel an der Rockefeller-Stiftung; die zieht ihre Gelder aus fossilen Energien ab – nicht deshalb, weil sie ihr ökologisches Gewissen entdeckt hat, sondern weil sie weiß, dass Investitionen in fossile Energie verlorene Investitionen sind. Und wenn man wirtschaftlich denkt und kompetent ist, dann setzt man auf erneuerbare Energieträger. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und an die SPÖ gerichtet: Das Gleiche gilt für Sozialpolitik! Man kann Sozialpolitik nicht ohne Klimakompetenz machen. Die Ärmsten der Armen sind am meisten von den Folgen der Klimakrise betroffen. Auch in Österreich leben die Menschen, die am wenigsten Geld zur Verfügung haben, in den am schlechtesten gedämmten Häusern. Wer wird sich in Zukunft eine Klimaanlage leisten können, wenn es immer heißer wird und wir hier in Wien mit Temperaturen rechnen müssen, die wir heute in Athen haben?! Man kann verantwortungsvolle Sozialpolitik nicht ohne Klimakompetenz machen. (Beifall bei den Grünen.) Und ich vermisse das völlig.
Beifall bei den Grünen.
Ich persönlich und wir Grüne werden in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren dafür kämpfen, dass Österreich diese Verantwortung wahrnimmt. Dafür müssen wir aber auch jetzt unsere Hausaufgaben machen, und das kann nur bedeuten, dass wir dieses Klimaschutzgesetz so beschließen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nutzen Sie diese letzte Chance, die wir noch haben! Aber eines ist klar: Österreich braucht ganz dringend ein starkes, eigenständiges, engagiertes Klima-, Energie- und Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steinhauser: Richtig! – Abg. Schimanek: Der ist im Wahlkampf!
Abgeordneter Mag. Dr. Klaus Uwe Feichtinger (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus! Es ist ja mehr oder weniger ein schöner Zustand, wenn bei einer Debatte über den Klimaschutz so viele Kolleginnen und Kollegen im Forum, im Plenum hier anwesend sind. Das ist nicht immer der Fall. Was aber auffällt, ist die Abwesenheit des zuständigen Ministers. (Abg. Steinhauser: Richtig! – Abg. Schimanek: Der ist im Wahlkampf!)
Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!
Wir werden uns auch gewaltig anstrengen müssen, um diesen Zielpfad in Zukunft erreichen und einhalten zu können. Aber grundsätzlich dazu eines: Eine einzige, isolierte gesetzliche Festlegung spart uns noch kein einziges Gramm CO2 ein, vor allem, wenn sich die Frage nach der Sanktionierbarkeit dieser Normen stellt. (Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!) Im Kontext der Zwischenziele müsste vor einer entsprechenden Festlegung zunächst die Effort-Sharing-Entscheidung auf europäischer Ebene abgewartet und dann im Klimaschutzgesetz entsprechend verankert werden. (Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!)
Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!
Wir werden uns auch gewaltig anstrengen müssen, um diesen Zielpfad in Zukunft erreichen und einhalten zu können. Aber grundsätzlich dazu eines: Eine einzige, isolierte gesetzliche Festlegung spart uns noch kein einziges Gramm CO2 ein, vor allem, wenn sich die Frage nach der Sanktionierbarkeit dieser Normen stellt. (Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!) Im Kontext der Zwischenziele müsste vor einer entsprechenden Festlegung zunächst die Effort-Sharing-Entscheidung auf europäischer Ebene abgewartet und dann im Klimaschutzgesetz entsprechend verankert werden. (Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!)
Abg. Brunner: Schweden kann es ...!
Dazu Folgendes: Der weitere Weg Österreichs (Abg. Brunner: Schweden kann es ...!) muss zunächst in einer integrierten Klima- und Energiestrategie festgelegt werden. Das war auch der Konsens, den wir mit dem Regierungspartner hatten. Es ist daher mehr als bedauerlich, dass durch die einseitige Aufkündigung der Koalition durch die ÖVP diese Strategie bis dato nicht vorliegt, wiewohl sie uns bis Mitte dieses Jahres von Bundesminister Rupprechter versprochen worden ist.
Zwischenruf der Abg. Brunner.
Gestern haben wir, die SPÖ-Fraktion, aber auch die Grünen, im Umweltausschuss den Herrn Bundesminister gefragt, in welcher Schublade diese Klima- und Energiestrategie wohl derzeit liegt. Die Antwort darauf war: Es gibt mehrere Ministerien, die für diese Klima- und Energiestrategie zuständig sind. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) Das Problem dabei ist nur: Der Minister, der dafür verantwortlich ist, diese Strategie zusammenzuführen, ist Bundesminister Rupprechter! Und die Antwort, welche Schublade nunmehr in seinem Ministerium darauf wartet, geöffnet zu werden, ist er uns gestern leider schuldig geblieben. (Abg. Fekter: Habt ihr nicht aufgepasst? Er hat eh erklärt, was er tun wird! – Abg. Brunner: Aber wir müssen ja nicht auf den Minister warten! Wir können selber etwas beschließen!)
Abg. Fekter: Habt ihr nicht aufgepasst? Er hat eh erklärt, was er tun wird! – Abg. Brunner: Aber wir müssen ja nicht auf den Minister warten! Wir können selber etwas beschließen!
Gestern haben wir, die SPÖ-Fraktion, aber auch die Grünen, im Umweltausschuss den Herrn Bundesminister gefragt, in welcher Schublade diese Klima- und Energiestrategie wohl derzeit liegt. Die Antwort darauf war: Es gibt mehrere Ministerien, die für diese Klima- und Energiestrategie zuständig sind. (Zwischenruf der Abg. Brunner.) Das Problem dabei ist nur: Der Minister, der dafür verantwortlich ist, diese Strategie zusammenzuführen, ist Bundesminister Rupprechter! Und die Antwort, welche Schublade nunmehr in seinem Ministerium darauf wartet, geöffnet zu werden, ist er uns gestern leider schuldig geblieben. (Abg. Fekter: Habt ihr nicht aufgepasst? Er hat eh erklärt, was er tun wird! – Abg. Brunner: Aber wir müssen ja nicht auf den Minister warten! Wir können selber etwas beschließen!)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Bis 2030 brauchen wir eine Treibhausgasreduktion um 36 Prozent und eine Senkung des Energieverbrauchs um 24 Prozent. Maßnahmen hierzu: eine kosteneffiziente Ökostromförderung, die den Fokus auf die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen legt, ein Investitionsvolumen von 40 Milliarden €, 45 000 neue Jobs; ein Energieeffizienzpaket, in der Wohnbauförderung effiziente Bauweise stärker verankern, thermische Sanierung wieder vermehrt fördern, Förderung des Umstiegs bei Heizungs- und Warmwassersystemen mit jeweils 100 Millionen € pro Jahr, eine Forcierung der Elektromobilität. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brunner: Warum nicht heute?
Das sind lauter Maßnahmen, die wir gemeinsam in der nächsten Gesetzgebungsperiode schnell und umgehend beschließen wollen! Eine Vielzahl von Maßnahmen wird notwendig sein, wir stehen dazu zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brunner: Warum nicht heute?)
Abg. Brosz: Es ist nicht verankert, dass er nicht da sein kann! Was ist das für ein Holler? Er kann jederzeit kommen und gehen!
Herr Kollege Feichtinger, Sie haben erwähnt, der Herr Bundesminister wäre jetzt nicht hier. In der Geschäftsordnung ist es durchaus nicht vorgesehen, dass bei der Debatte über einen Fristsetzungsantrag ein Bundesminister anwesend ist. Das ist in der Geschäftsordnung so verankert – bitte, das auch zur Kenntnis zu nehmen! (Abg. Brosz: Es ist nicht verankert, dass er nicht da sein kann! Was ist das für ein Holler? Er kann jederzeit kommen und gehen!)
Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!
Entgegen allen Beteuerungen, es wäre im Umweltschutz nichts geschehen, können wir klipp und klar festhalten, dass in den letzten Jahren bei uns für den Umweltschutz sehr viel passiert ist, dass wir da gut unterwegs sind. Die Zahlen zeigen uns das: Wir konnten die Emissionen verringern (Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!), obwohl die Wirtschaftsleistung gestiegen ist. Die Wirtschaftsleistung ist enorm gestiegen. Ich denke, das sind zwei korrelierende Faktoren, die gerade in der heutigen Diskussion, wie es denn weitergehen soll, enorm wichtig sind.
Abg. Brunner: Aber die Ziele muss man setzen!
Wenn wir antreten und sagen: Ja, wir haben uns dem Pariser Abkommen verpflichtet!, dann heißt das auch, dass wir die Weiterentwicklung, dass wir die Weichen, wie sie jetzt gestellt werden müssen, Hand in Hand mit der Wirtschaft stellen müssen, Hand in Hand mit den Menschen stellen müssen, denn diese Weiterentwicklung passiert nicht, indem wir den Menschen Vorschriften machen, indem wir der produzierenden Industrie Vorschriften machen (Abg. Brunner: Aber die Ziele muss man setzen!), dem produzierenden Gewerbe, den kleinen und mittleren Unternehmen, sondern wir müssen gemeinsam Ziele definieren und auch schauen (Abg. Pirklhuber: Genau das tun wir mit dem Antrag!), wie wir diese Ziele gemeinsam umsetzen können, denn das ist auch eine Standortfrage.
Abg. Pirklhuber: Genau das tun wir mit dem Antrag!
Wenn wir antreten und sagen: Ja, wir haben uns dem Pariser Abkommen verpflichtet!, dann heißt das auch, dass wir die Weiterentwicklung, dass wir die Weichen, wie sie jetzt gestellt werden müssen, Hand in Hand mit der Wirtschaft stellen müssen, Hand in Hand mit den Menschen stellen müssen, denn diese Weiterentwicklung passiert nicht, indem wir den Menschen Vorschriften machen, indem wir der produzierenden Industrie Vorschriften machen (Abg. Brunner: Aber die Ziele muss man setzen!), dem produzierenden Gewerbe, den kleinen und mittleren Unternehmen, sondern wir müssen gemeinsam Ziele definieren und auch schauen (Abg. Pirklhuber: Genau das tun wir mit dem Antrag!), wie wir diese Ziele gemeinsam umsetzen können, denn das ist auch eine Standortfrage.
Abg. Brunner: Sie verhindern die Klimapolitik ...! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen
Wenn ich so oft erlebe, dass vor allem die Grünen, aber auch viele andere immer beim Verhindern an erster Stelle stehen (Abg. Brunner: Sie verhindern die Klimapolitik ...! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen) und sagen: Je mehr ich in Österreich verhindere, dass produziert wird, desto weniger Emissionen habe ich!, dann muss ich sagen: Das ist eindeutig der falsche Weg! Denn: Wir haben eine große Verantwortung, was die Arbeitsplätze in diesem Land betrifft. Wir haben große Chancen (Abg. Brunner: Aber nicht, wenn Sie ständig nur davon reden und nie etwas tun!), und zwar haben wir innovative Unternehmen, die gerade auf diesem Sektor unheimlich gut unterwegs sind, und Hand in Hand mit diesen Unternehmen werden wir auch diesen Weg weitergehen.
Abg. Brunner: Aber nicht, wenn Sie ständig nur davon reden und nie etwas tun!
Wenn ich so oft erlebe, dass vor allem die Grünen, aber auch viele andere immer beim Verhindern an erster Stelle stehen (Abg. Brunner: Sie verhindern die Klimapolitik ...! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen) und sagen: Je mehr ich in Österreich verhindere, dass produziert wird, desto weniger Emissionen habe ich!, dann muss ich sagen: Das ist eindeutig der falsche Weg! Denn: Wir haben eine große Verantwortung, was die Arbeitsplätze in diesem Land betrifft. Wir haben große Chancen (Abg. Brunner: Aber nicht, wenn Sie ständig nur davon reden und nie etwas tun!), und zwar haben wir innovative Unternehmen, die gerade auf diesem Sektor unheimlich gut unterwegs sind, und Hand in Hand mit diesen Unternehmen werden wir auch diesen Weg weitergehen.
Abg. Brunner: Wissen Sie, worum es bei dem Antrag geht? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Kollegin Brunner, Sie haben den Mix angesprochen, den es bei uns an Energiemöglichkeiten gibt. Ja, den forcieren wir, den bauen wir aus. Aber denken wir nur an die Wasserkraft! Denken wir daran, wo ihr in der Vergangenheit gestanden seid, um Wasserkraft zu verhindern. Denkt an Graz, denkt an die Steiermark, das jüngste Beispiel! (Abg. Brunner: Wissen Sie, worum es bei dem Antrag geht? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Brunner: Was machen Sie da?
Viele, viele andere Möglichkeiten gibt es. Wir müssen bei all diesen Sektoren, egal, ob es Wasser ist, ob es Wind ist, ob es Sonne ist, also erneuerbare Energien, in jenen Bereichen nachziehen und aufbauen, wo sie in unseren Regionen am besten hinpassen. Das alles wird zusammengefasst in der Klima- und Energiestrategie, die gemeinsam mit allen Sektoren erarbeitet wird. Wir stehen nicht blind und blauäugig hier, um Menschen etwas vorzuschreiben, sondern wir wollen gemeinsam, Hand in Hand mit den kleinen und mittleren Unternehmen, mit den Menschen, die Verantwortung tragen für ihr Eigenheim, mit den Menschen, die Verantwortung tragen in der Industrie und damit auch für die Arbeitsplätze in diesem Land, einhergehen. (Abg. Brunner: Was machen Sie da?)
Abg. Brunner: Ja, zum Beispiel in der ÖVP!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieses Ziel ist uns sehr wichtig, aber eines sollte uns klar sein: Vielen ist noch gar nicht bewusst, was mit dem Beschluss von Paris in Wirklichkeit passiert ist. (Abg. Brunner: Ja, zum Beispiel in der ÖVP!) Da geht es nicht nur darum, dass wir eine Zieldefinition in der Senkung der Treibhausgasemissionen haben, sondern das bedeutet den kompletten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel Erdgas, Erdöl, Kohle und so weiter! (Abg. Pirklhuber: Das sagen wir die ganze Zeit!)
Abg. Pirklhuber: Das sagen wir die ganze Zeit!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieses Ziel ist uns sehr wichtig, aber eines sollte uns klar sein: Vielen ist noch gar nicht bewusst, was mit dem Beschluss von Paris in Wirklichkeit passiert ist. (Abg. Brunner: Ja, zum Beispiel in der ÖVP!) Da geht es nicht nur darum, dass wir eine Zieldefinition in der Senkung der Treibhausgasemissionen haben, sondern das bedeutet den kompletten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel Erdgas, Erdöl, Kohle und so weiter! (Abg. Pirklhuber: Das sagen wir die ganze Zeit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brunner: Haben Sie den Antrag verstanden?
Das bedeutet aber eine Veränderung im Leben der Menschen. Das bedeutet eine Veränderung in der Produktion, wie sie viele noch nicht erfasst haben. Und: Die Schnellschüsse, die jetzt von Ihrer Seite gemacht werden, sind nicht zielführend, sondern diese gewaltige Veränderung in allen unseren Lebensbereichen kann nur Hand in Hand gehen. Dafür stehen wir, und das wird auch in Zukunft so sein. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brunner: Haben Sie den Antrag verstanden?)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Walter Rauch (FPÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Brunner, ganz ehrlich: Sie sprechen von Dingen wie Wasserkraft, über Umwelt- und Klimaprobleme. Dann schauen wir nach Graz: Was haben Sie da gemacht? – Ihre eigene Fraktion stimmt gegen diese erneuerbaren Energien, gegen Wasserkraft. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Also: Wein trinken und Wasser predigen, das geht nicht konform. Das ist nicht das, was Sie da im Endeffekt verkörpern sollten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Walter Rauch (FPÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Brunner, ganz ehrlich: Sie sprechen von Dingen wie Wasserkraft, über Umwelt- und Klimaprobleme. Dann schauen wir nach Graz: Was haben Sie da gemacht? – Ihre eigene Fraktion stimmt gegen diese erneuerbaren Energien, gegen Wasserkraft. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Also: Wein trinken und Wasser predigen, das geht nicht konform. Das ist nicht das, was Sie da im Endeffekt verkörpern sollten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da muss man ansetzen. Wir praktizieren Placebos, aber im Endeffekt, direkt bei der Umwelt, gibt es keinen einzigen Euro, der dafür bei diesem Zertifikatehandel ankommt. Das ist nicht in Ordnung. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist nicht nur nicht in Ordnung, sondern das gehört abgestellt, und deswegen haben wir auch diesem Pariser Abkommen nicht zugestimmt. Deswegen haben wir diesem Abkommen nicht zugestimmt, weil genau diese CO2-neutrale Geschichte mit den Atomkraftwerken dadurch implementiert wird. (Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!) Genau das implementiert das, dass dieser ... (Abg. Brunner: Haben Sie den Klimavertrag gelesen?)
Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!
Da muss man ansetzen. Wir praktizieren Placebos, aber im Endeffekt, direkt bei der Umwelt, gibt es keinen einzigen Euro, der dafür bei diesem Zertifikatehandel ankommt. Das ist nicht in Ordnung. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist nicht nur nicht in Ordnung, sondern das gehört abgestellt, und deswegen haben wir auch diesem Pariser Abkommen nicht zugestimmt. Deswegen haben wir diesem Abkommen nicht zugestimmt, weil genau diese CO2-neutrale Geschichte mit den Atomkraftwerken dadurch implementiert wird. (Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!) Genau das implementiert das, dass dieser ... (Abg. Brunner: Haben Sie den Klimavertrag gelesen?)
Abg. Brunner: Haben Sie den Klimavertrag gelesen?
Da muss man ansetzen. Wir praktizieren Placebos, aber im Endeffekt, direkt bei der Umwelt, gibt es keinen einzigen Euro, der dafür bei diesem Zertifikatehandel ankommt. Das ist nicht in Ordnung. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist nicht nur nicht in Ordnung, sondern das gehört abgestellt, und deswegen haben wir auch diesem Pariser Abkommen nicht zugestimmt. Deswegen haben wir diesem Abkommen nicht zugestimmt, weil genau diese CO2-neutrale Geschichte mit den Atomkraftwerken dadurch implementiert wird. (Abg. Brunner: Das stimmt doch nicht!) Genau das implementiert das, dass dieser ... (Abg. Brunner: Haben Sie den Klimavertrag gelesen?)
Abg. Brunner: Nein, das war ...!
Selbstverständlich, Frau Kollegin Brunner! Sie reden von zweierlei Dingen: auf der einen Seite sagen Sie ja zur Wasserkraft, auf der anderen Seite stimmen Sie dagegen. (Abg. Brunner: Nein, das war ...!) Das ist das Entscheidende bei Ihnen, und dafür sind wir nicht zu haben. Wir schauen, dass wir definitiv in diesem Bereich nationale Lösungen finden müssen. Das ist, glaube ich, für uns das Wichtigste in dem Bereich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Selbstverständlich, Frau Kollegin Brunner! Sie reden von zweierlei Dingen: auf der einen Seite sagen Sie ja zur Wasserkraft, auf der anderen Seite stimmen Sie dagegen. (Abg. Brunner: Nein, das war ...!) Das ist das Entscheidende bei Ihnen, und dafür sind wir nicht zu haben. Wir schauen, dass wir definitiv in diesem Bereich nationale Lösungen finden müssen. Das ist, glaube ich, für uns das Wichtigste in dem Bereich. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Natürlich!
Ein weiterer Punkt, weil die E-Mobilität angesprochen wurde: Wissen Sie eigentlich, dass man, wenn man eine Tesla-Batterie erzeugt, mit dem gleichen CO2-Ausstoß acht Jahre lang mit einem Dieselfahrzeug fahren kann? (Abg. Pirklhuber: Natürlich!) Ist das in Ordnung?
Abg. Brunner: Aber nicht von ungefähr!
Wir brauchen alternative Antriebsformen, in Form von Wasserstoff und auch anderen Alternativen. Da müssen wir auch Maßnahmen in Form der Mobilität setzen, dass wir umwelttechnisch Vorreiter werden können. Wir haben hier die Chance mit Green Jobs, wir haben hier auch die Chance mit ... (Abg. Brunner: Aber nicht von ungefähr!) – Selbstverständlich. – Wir haben hier die Chance, in dem Bereich mit erneuerbaren Energien wirklich Arbeitsplätze zu schaffen. – In diesem Sinne: Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir brauchen alternative Antriebsformen, in Form von Wasserstoff und auch anderen Alternativen. Da müssen wir auch Maßnahmen in Form der Mobilität setzen, dass wir umwelttechnisch Vorreiter werden können. Wir haben hier die Chance mit Green Jobs, wir haben hier auch die Chance mit ... (Abg. Brunner: Aber nicht von ungefähr!) – Selbstverständlich. – Wir haben hier die Chance, in dem Bereich mit erneuerbaren Energien wirklich Arbeitsplätze zu schaffen. – In diesem Sinne: Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Minister Tatenlos, der Jäger aus Tirol und Herz-Jesu-Kämpfer, Herr Rupprechter: Was hat er gemacht, bitte? – Nichts hat er gemacht! Lippenbekenntnisse sind es, sonst gar nichts, und das ist einfach schauerlich. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn es darum geht, dass dieses Parlament aktiv wird, KollegInnen von SPÖ, ÖVP und FPÖ, auch alle anderen Abgeordneten, die hier jetzt Ansagen machen: Bitte entscheiden wir hier den Zukunftspfad! Den können wir mit einer Fristsetzung entscheiden, dann haben wir das Thema nächste Woche im Plenum und können auch noch einmal verhandeln. Sie können ja dort einen Abänderungsantrag einbringen.
Beifall bei den Grünen.
Unser Zielpfad ist ein linearer Zielpfad bis 2050 und entspricht unserer vertraglichen Vereinbarung von Paris. Meine Damen und Herren, was ist daran schlecht, wenn wir die Ziele feststellen? – Über den Weg, Kollege Sieber, Kollege Höfinger, können wir natürlich, werden wir diskutieren und wird in der nächsten Legislaturperiode diskutiert werden müssen. Aber dass dieses Ziel angegangen und erreicht werden muss, darüber sollten wir eigentlich nicht streiten. Darüber sollte Klarheit in diesem Haus herrschen, eindeutige Klarheit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Denn das ist der Zielpfad, über den es keine Diskussion mehr geben kann, der Zielpfad, den wir international unterzeichnet haben. Wir fordern eigentlich nur die Politik, die zuständigen Ministerien auf, indem wir das ins Gesetz schreiben, dann auch die Maßnahmen festzulegen, die Maßnahmen, damit dieser Zielpfad erreicht wird. Das wird eine lange Diskussion werden, aber dieser Zielpfad sollte außer Streit stehen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen
Man muss auch sagen, die ÖVP hat alles verhindert, seit 2013, seit ich im Umweltausschuss bin (Beifall bei NEOS und Grünen), gab es keine einzige Reform, nichts, in keinem Bereich, auch nicht im Bereich des Klimawandels. Und der SPÖ kann man ankreiden – da Kollege Feichtinger jetzt den großen Reformer gegeben hat –: Sie haben seit 2013 zugeschaut, Sie waren der Kopilot bei der Reformunwilligkeit im Umweltausschuss.
Abg. Brunner: Das ist heute schon mehrmals gefallen!
Es gibt ganz viele verschiedene Einzelmaßnahmen, aber ein Stichwort ist heute noch nicht gefallen, nämlich, dass unser Steuersystem in der Frage des Klimawandels nicht steuert. (Abg. Brunner: Das ist heute schon mehrmals gefallen!) Es ist so, dass wir ein Steuersystem haben, wo es, abgesehen von der Mineralölsteuer, keinen Unterschied macht, wie sehr man Ressourcen verschwendet. Und wir haben ein zweites Thema, das damit einhergeht, nämlich, dass wir fossile Energieträger im Wert von 17 Milliarden € importieren. Das ist eine Wertschöpfung, die wir ins Ausland abgeben. So weit, noch gut, wenn man an die globale Wirtschaft denkt, wenn man aber daran denkt, dass das hauptsächlich autoritäre Regime sind, unterstützen wir damit politische Prozesse, die wir NEOS nicht gut finden. Das kann man so sehr klar sagen.
Abg. Brunner: Wir kennen das Konzept schon!
Was wäre also hier ganz konkret zu tun? – Dass wir auf der einen Seite nach der Umsetzung der ersten Phase in einer zweiten Phase die CO2-Steuer erhöhen und im gleichen Ausmaß die Lohnsteuern reduzieren. (Abg. Brunner: Wir kennen das Konzept schon!) Das bedeutet, dass jedem Menschen ganz grundsätzlich mehr Geld im Geldbörsel bleibt, aber dass dann, wenn man sich entscheidet – aus welchem Grund auch immer –, Ressourcen überdurchschnittlich zu verwenden, sich dieses Einkommen auch wieder reduziert. Man hat es also selbst in der Hand und braucht nicht Vater Staat dazu, der von allen Seiten nimmt.
Abg. Pirklhuber: Schweden ist ein Nachzügler bei der Ökosteuer!
Die Kritik, die dann oft kommt, lautet, das sei träumerisch und nicht umsetzbar. Es ist seit Langem bewiesen, dass es funktioniert, ich möchte hier das Beispiel Schweden anführen (eine Tafel, auf der ein Kurvendiagramm dargestellt ist, in die Höhe haltend), liebe Kollegen. Man sieht am oberen Teil bei der blauen oder roten Linie das Wirtschaftswachstum (Abg. Pirklhuber: Schweden ist ein Nachzügler bei der Ökosteuer!) in Schweden, wo es 68 Prozent Wachstum gegeben hat, und in Österreich 58 Prozent, gerechnet ab dem Jahr 1990, und gleichzeitig sind die Emissionen in Österreich um 6 Prozent gestiegen und in Schweden um 25 Prozent gefallen.
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Wir können als dieses Parlament ganz klare Schritte setzen. Wir dürfen nur nicht mehr so klein denken, wir müssen große Konzepte denken und wir müssen den Mut haben, diese großen Konzepte umzusetzen. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Moser.
Mein Abschlusssatz, Frau Präsidentin: Es liegt in unserer Hand, dass wir in der nächsten Legislaturperiode tatsächlich große Konzepte in diesem Land umsetzen, und zwar solche, die den Menschen auch wirklich dienen. – Danke. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Moser.)