Eckdaten:
Für die 162. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 307 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Murauer: Wo ist diese Schule?
Wenn man mit den Menschen in Österreich, mit den Betroffenen spricht, dann wird man eine Reihe von Erkenntnissen gewinnen. Zum Beispiel war ich zum Wochenende in Oberösterreich unterwegs, da kommt eine Lehrerin zu mir her und sagt: Ich habe am Montag Schulbeginn und habe erneut 36 Kinder in meiner Klasse. Sagen Sie mir, wie man mit 36 Kindern einen anständigen Unterricht machen kann! – Das ist eine Lehrerin, die in der Tat sehr engagiert ist und die sich die Frage stellt, wie sie ihre Arbeitsleistung am besten einbringen kann. (Abg. Murauer: Wo ist diese Schule?)
Abg. Mag. Molterer: Das schreibt eine Siebenjährige? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Jetzt müssen wir das Lesebuch von der ersten Klasse verwenden, weil wir in der zweiten Klasse kein Lesebuch bekommen. Auch haben wir in unserer Schule viele Kinder, die aus unterschiedlichen Ländern stammen und nicht so gut Deutsch sprechen. Dafür gibt es eine Förderstunde, aber leider können pro Klasse nur drei bis vier Kinder in diese Förderstunde gehen, da wir nur eine Lehrerin in der ganzen Schule haben. Es können also nicht alle, die das brauchen würden, an der Förderstunde teilnehmen. Warum bekommt die Schule nicht genügend Geld? – Zitatende. (Abg. Mag. Molterer: Das schreibt eine Siebenjährige? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.) – Ja, ich zeige es Ihnen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und jetzt kommt es: Meine Mama hat mir erzählt, dass diese Woche im Parlament über die Schule geredet wird. Vielleicht können Sie die Frau Minister Gehrer fragen, ob wir doch ein Lesebuch bekommen und noch eine Frau Lehrerin, dass auch alle Kinder, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, in den Förderunterricht gehen können. Ich möchte auch einmal, wie meine Geschwister, die Matura machen und vielleicht studieren, aber wenn unsere Schule so wenig Geld und Lehrer hat, werden wir keine gute Ausbildung haben, obwohl wir eine super Lehrerin und super Direktorin haben, die sich um uns Kinder sehr kümmern. – Zitatende. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das schreibt eine betroffene Schülerin! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Ich finde, das ist eine ziemlich präzise Analyse der völlig verfehlten Bildungspolitik dieser Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das schreibt eine betroffene Schülerin! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Ich finde, das ist eine ziemlich präzise Analyse der völlig verfehlten Bildungspolitik dieser Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Schöls: Ja, Gusenbauer!
Dafür gibt es politisch Verantwortliche! (Abg. Schöls: Ja, Gusenbauer!) Die politische Verantwortung liegt bei der ÖVP und der von ihr nominierten Unterrichtsministerin. Und das ist genau das Thema, das wir heute zu besprechen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Von einigen Abgeordneten der ÖVP werden Tafeln mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ hochgehalten.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Von einigen Abgeordneten der ÖVP werden Tafeln mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ hochgehalten.
Dafür gibt es politisch Verantwortliche! (Abg. Schöls: Ja, Gusenbauer!) Die politische Verantwortung liegt bei der ÖVP und der von ihr nominierten Unterrichtsministerin. Und das ist genau das Thema, das wir heute zu besprechen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Von einigen Abgeordneten der ÖVP werden Tafeln mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ hochgehalten.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In einem Land, in dem die Geburtenrate zurückgeht, müsste man sich in Wirklichkeit um jedes Kind noch viel mehr kümmern, weil es nicht nur um die Chancen der Kinder, sondern auch um den Wohlstand des gesamten Landes geht. Ich finde, man kann über viele Fehlgriffe der derzeit amtierenden Regierung reden, aber das Schlimmste, das absolut Schlimmste, was diese schwarz-blau-orange Regierung Österreich angetan hat, ist diese völlig verfehlte Bildungspolitik der letzten Jahre, die nämlich Chancen gekostet hat! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dass diese Regierung, die in den letzten sechs Jahren eine Verdoppelung der Jugendarbeitslosigkeit zu verantworten hat, sich jetzt auf einmal herstellt und sagt: wir werden dafür sorgen, dass die Jugendarbeitslosigkeit verschwindet – meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist eine Verhöhnung der österreichischen Jugend! Sechs Jahre lang hätten Sie Zeit gehabt, etwas zu tun – verdoppelt haben Sie die Jugendarbeitslosigkeit! Das ist Ihre Bilanz! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wer in die Bildung nicht investiert, der investiert nicht in die Zukunft unseres Landes. Daher ist es ganz, ganz entscheidend, dass ein Land, das im internationalen Wettbewerb mithalten will, in seine Kinder und Jugendlichen und daher in die Bildung investiert! Das ist dringend erforderlich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Schöls.
Dazu ist es einfach nicht ausreichend, dass wir eine Akademikerquote nur auf dem Niveau der Türkei oder von Brasilien haben, sondern dazu müssen wir mit den Besten in Europa und der Welt mithalten. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Das heißt, dass man auch wieder einen freien Zugang zu den Universitäten schaffen und die Studiengebühren abschaffen muss, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dazu ist es einfach nicht ausreichend, dass wir eine Akademikerquote nur auf dem Niveau der Türkei oder von Brasilien haben, sondern dazu müssen wir mit den Besten in Europa und der Welt mithalten. (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Das heißt, dass man auch wieder einen freien Zugang zu den Universitäten schaffen und die Studiengebühren abschaffen muss, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Man braucht ja nur dafür zu sorgen, dass Kinder vor dem Schuleintritt bereits geeignete Deutschkenntnisse haben, damit sie in der Schule mitkommen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Man braucht nur dafür zu sorgen, dass es in der Schule die geeignete Anzahl von Stütz- und Begleitlehrern gibt, damit die Kinder mehr Möglichkeiten haben. Man braucht nur dafür zu sorgen, dass keine Schulklasse mehr als 25 Kinder hat und die Lehrerinnen und Lehrer damit wieder mehr Möglichkeiten und Zeit haben, sich mit den Kindern zu beschäftigen. Man braucht nur dafür zu sorgen, dass in der Schule bestehende Talente gefördert werden und dass die Schüler auch gefordert werden – aber individuell, auf Basis ihrer Begabungen und ihrer Probleme. Und man muss nur dafür sorgen, dass es in Österreich auch genügend Ganztagsschulplätze gibt, als Alternative zur Halbtagsschule, wobei die Eltern frei wählen können, damit in einer solchen Ganztagsschule auch verstärkt Bildung stattfinden kann.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Es ist gar nicht so schwierig, es liegt eigentlich klar auf der Hand, wenn man sich die Empfehlungen der Zukunftskommission ansieht, wenn man die verschiedensten bildungspolitischen Programme in Österreich vergleicht – der Grünen, der Industriellenvereinigung, der Bundeswirtschaftskammer, der SPÖ –, wenn man die Expertenmeinungen hernimmt. Es sind sich in Wirklichkeit alle einig – bis auf eine Ausnahme: Die ÖVP und Frau Bundesministerin Gehrer sind zu einer modernen Bildungspolitik nicht bereit. Das ist das Problem, meine sehr verehrten Damen und Herren, das wir in Österreich haben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man nicht einmal nach zehn Jahren als Bildungsministerin imstande ist, sich selbstkritisch mit den eigenen Ergebnissen auseinander zu setzen, nämlich mit dem Absinken bei den PISA-Ergebnissen, mit der Frustration der Lehrer und mit der Situation, dass 64 Prozent aller Eltern mit der Schule nicht zufrieden sind, sondern meint, alles wäre „goldrichtig“ gewesen, dann ist das eine Art von Realitätsverdrängung, die eigentlich nur eine Konsequenz zulässt: Am besten, Sie treten ab, Frau Bildungsministerin! Das wäre der einzig sinnvolle Schritt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Schöls: Wie viel verdient der Präsident Verzetnitsch ...?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir bei der Bildungspolitik, die Sie machen, oft die Frage gestellt: Was haben Sie eigentlich gegen gut ausgebildete junge Menschen? (Abg. Schöls: Wie viel verdient der Präsident Verzetnitsch ...?) Was haben Sie dagegen, dass es mehr Studenten gibt, dass mehr Kinder in Österreich mehr lernen? (Abg. Dr. Brinek: Gibt es eh!) Mögen Sie kritische junge Leute nicht? Mögen Sie es nicht, wenn es eine aufgeklärte, gut ausgebildete Jugend in unserem Land gibt? Was ist Ihr Problem? Oder haben Sie ein Problem damit, wenn Bildung in unserem Land breit gestreut ist, und gehen Sie davon aus, dass höhere Bildung nur einer vermeintlichen Elite zugänglich sein soll? Was ist Ihr Problem damit? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Gibt es eh!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir bei der Bildungspolitik, die Sie machen, oft die Frage gestellt: Was haben Sie eigentlich gegen gut ausgebildete junge Menschen? (Abg. Schöls: Wie viel verdient der Präsident Verzetnitsch ...?) Was haben Sie dagegen, dass es mehr Studenten gibt, dass mehr Kinder in Österreich mehr lernen? (Abg. Dr. Brinek: Gibt es eh!) Mögen Sie kritische junge Leute nicht? Mögen Sie es nicht, wenn es eine aufgeklärte, gut ausgebildete Jugend in unserem Land gibt? Was ist Ihr Problem? Oder haben Sie ein Problem damit, wenn Bildung in unserem Land breit gestreut ist, und gehen Sie davon aus, dass höhere Bildung nur einer vermeintlichen Elite zugänglich sein soll? Was ist Ihr Problem damit? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mir bei der Bildungspolitik, die Sie machen, oft die Frage gestellt: Was haben Sie eigentlich gegen gut ausgebildete junge Menschen? (Abg. Schöls: Wie viel verdient der Präsident Verzetnitsch ...?) Was haben Sie dagegen, dass es mehr Studenten gibt, dass mehr Kinder in Österreich mehr lernen? (Abg. Dr. Brinek: Gibt es eh!) Mögen Sie kritische junge Leute nicht? Mögen Sie es nicht, wenn es eine aufgeklärte, gut ausgebildete Jugend in unserem Land gibt? Was ist Ihr Problem? Oder haben Sie ein Problem damit, wenn Bildung in unserem Land breit gestreut ist, und gehen Sie davon aus, dass höhere Bildung nur einer vermeintlichen Elite zugänglich sein soll? Was ist Ihr Problem damit? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In der Bildungspolitik ist es dringend erforderlich, dass es in Österreich einen Kurswechsel gibt und dass wir für eine moderne, soziale und integrative Bildungspolitik in Österreich sorgen, die den Kindern mehr Chancen und Möglichkeiten bietet. Das ist dringend erforderlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, darüber einfach hinwegzugehen und zu sagen, dass das Wahlkampf ist – als ob wir heute zum ersten Mal über die Defizite der Bildungspolitik der schwarz-blau-orangen Regierung reden würden! –, ist zynisch gegenüber den Jugendlichen und Kindern in unserem Land! Die haben sich so etwas wahrlich nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dabei gibt es ja auch Dinge, die man billiger machen kann. Ich habe kürzlich eine Lehrerin getroffen, die gesagt hat: Mir tun die Kinder so leid, die jetzt wieder sitzen bleiben müssen! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Lehrerin sagt: Okay, die haben vielleicht in einigen Gegenständen Probleme, aber dass sie das Ganze noch einmal machen müssen, das ganze Jahr wieder alle Gegenstände, die sie auch gut absolviert haben, noch einmal absolvieren müssen – mir tun diese Kinder leid!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen, das Sitzenbleiben als Strafklausel hat mit einer leistungsorientierten Schule nichts zu tun! Eine leistungsorientierte Schule sorgt dafür, dass die Lehrerinnen und Lehrer Zeit haben, sich mit den Kindern zu beschäftigen, statt sie mit Sitzenbleiben abzustrafen. Das wäre der bedeutend klügere Weg, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Uns geht es um die Zukunft der Kinder, uns geht es um die Zukunft der Jugendlichen. Es ist wirklich gut, dass nach dem 1. Oktober die Möglichkeit besteht, die Dinge in Österreich zum Besseren zu wenden. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war ein Fehler!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe Herrn Abgeordnetem Dr. Gusenbauer sehr genau zugehört. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war ein Fehler!) Er versteht unter einer leistungsorientierten Schule eine Schule, in der alle ohne jedwede Leistung zur Matura kommen. Und das ist dann die „Hochleistungsgesellschaft“, von der Sie vorhin gesprochen haben?!
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich meine, dass es richtig ist, auch von den jungen Menschen Leistung zu verlangen. (Beifall bei der ÖVP.) Und ich meine, dass es richtig ist, den jungen Menschen eine zweite und eine dritte Chance zu geben, etwas nachzuholen, etwas nachzumachen.
Abg. Brosz: Das war wahrscheinlich eine Tochter von Bartenstein!
Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, haben aber mit einer Geschichte angefangen. Ich komme tatsächlich in viele Schulen. Es ist also nicht nur so, dass ich viele Schreiben bekomme. Ich komme tatsächlich in viele Schulen, ich komme tatsächlich in viele Gemeinden. Vor Kurzem ist ein Mädchen auf mich zugekommen – es geht in eine Hauptschule – und hat zu mir gesagt: Frau Ministerin, wieso sind denn unsere Schulen so schlecht? Wieso gibt es da so eine Misere? – Dann habe ich sie gefragt: Ja, was ist denn in deiner Schule? – Nein, sagt dieses Mädchen, bei uns ist es eh super, aber es wird doch immer so geredet und immer gesagt, dass alles so schlecht ist! (Abg. Brosz: Das war wahrscheinlich eine Tochter von Bartenstein!) Das, meine Damen und Herren von der SPÖ, sind Sie! Sie nehmen den jungen Menschen die Freude; Sie nehmen den jungen Menschen den Optimismus! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, haben aber mit einer Geschichte angefangen. Ich komme tatsächlich in viele Schulen. Es ist also nicht nur so, dass ich viele Schreiben bekomme. Ich komme tatsächlich in viele Schulen, ich komme tatsächlich in viele Gemeinden. Vor Kurzem ist ein Mädchen auf mich zugekommen – es geht in eine Hauptschule – und hat zu mir gesagt: Frau Ministerin, wieso sind denn unsere Schulen so schlecht? Wieso gibt es da so eine Misere? – Dann habe ich sie gefragt: Ja, was ist denn in deiner Schule? – Nein, sagt dieses Mädchen, bei uns ist es eh super, aber es wird doch immer so geredet und immer gesagt, dass alles so schlecht ist! (Abg. Brosz: Das war wahrscheinlich eine Tochter von Bartenstein!) Das, meine Damen und Herren von der SPÖ, sind Sie! Sie nehmen den jungen Menschen die Freude; Sie nehmen den jungen Menschen den Optimismus! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Jedes Jahr zum Schulanfang kommt Ihre Schlechtmacherei. Jedes Jahr zum Schulanfang kommen die großen Klagen, wie schlecht alles im Schulbereich sei. Ihre Wortwahl – „Krise“, „Desaster“, „Misere“, „Notstand“ – kann ich mir nur so erklären, dass Sie Wahlkampf zur Potenz betreiben, Wahlkampf in höchster Höhe, so wie das Ihr Wahlwerber ja auch angekündigt hat, mit „Napalm“ eben. Das ist Ihr Wahlkampfstil! So etwas lehne ich ab! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: So wie bei den Studiengebühren!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, Ihre Unwahrheiten richten sich selbst. Glauben Sie, dass ein Mensch in Österreich glaubt, dass die Bundesregierung ein Schulgeld einführen wird; „abkassiert“ haben Sie geschrieben?! (Abg. Dr. Gusenbauer: So wie bei den Studiengebühren!) Also das ist eine Unwahrheit, die sich von selbst richtet; kein Mensch in ganz Österreich glaubt das, und Sie müssten eigentlich wissen, dass wir gemeinsam die Schulgeldfreiheit in der Verfassung verankert haben. Wir haben es gemeinsam in der Verfassung verankert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, Ihre Unwahrheiten richten sich selbst. Glauben Sie, dass ein Mensch in Österreich glaubt, dass die Bundesregierung ein Schulgeld einführen wird; „abkassiert“ haben Sie geschrieben?! (Abg. Dr. Gusenbauer: So wie bei den Studiengebühren!) Also das ist eine Unwahrheit, die sich von selbst richtet; kein Mensch in ganz Österreich glaubt das, und Sie müssten eigentlich wissen, dass wir gemeinsam die Schulgeldfreiheit in der Verfassung verankert haben. Wir haben es gemeinsam in der Verfassung verankert! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Der OECD-Bericht belegt das!
Die zweite Unwahrheit, die so viele im Schulbereich verunsichert und demotiviert: das angebliche Kaputtsparen, die Behauptung, dass es kein Geld für die Bildung gebe. (Ruf bei der SPÖ: Der OECD-Bericht belegt das!) Wir haben das Bildungsbudget um 24 Prozent erhöht; es ist von 4,8 Milliarden € auf 6 Milliarden € gestiegen; es wird jeder zehnte Euro aus dem Budget für Bildung ausgegeben!
Abg. Dr. Jarolim: Sie haben also auch den nicht gelesen!
Wenn Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, den OECD-Bericht richtig lesen würden, nämlich unvoreingenommen, dann würden Sie wissen, dass wir mehr Geld für den Bildungsbereich, für den Schulbereich ausgeben als andere Länder, dass wir über dem OECD-Schnitt liegen bei den Ausgaben pro Schüler und Schülerin, dass wir über dem OECD-Schnitt liegen bei den Ausgaben für die Studierenden! (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben also auch den nicht gelesen!) Wir geben viel Geld aus für Bildung, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wenn Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, den OECD-Bericht richtig lesen würden, nämlich unvoreingenommen, dann würden Sie wissen, dass wir mehr Geld für den Bildungsbereich, für den Schulbereich ausgeben als andere Länder, dass wir über dem OECD-Schnitt liegen bei den Ausgaben pro Schüler und Schülerin, dass wir über dem OECD-Schnitt liegen bei den Ausgaben für die Studierenden! (Abg. Dr. Jarolim: Sie haben also auch den nicht gelesen!) Wir geben viel Geld aus für Bildung, und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Niederwieser hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Universitäten – finanziell ausgehungert“ in die Höhe.
Die Universitäten arbeiten gut. Sie bereiten sich bereits auf das Universitätsjahr vor. Die Universitäten haben unter Ihrer Ära 1,4 Milliarden € an Budget gehabt – sie haben jetzt 2,1 Milliarden €. (Abg. Dr. Niederwieser hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Universitäten – finanziell ausgehungert“ in die Höhe.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Stellen Sie sich vor: Die Universitäten haben zusätzlich Gelder erhalten: für Infrastruktur, für Personal. Die Universitäten wissen, wie viel Budget sie die nächsten drei Jahre bekommen werden. Das gibt es in ganz Europa nicht, weit und breit nicht! Unsere Universitäten sind abgesichert. Und der Bauzustand, in dem ich die Universitäten von Ihnen übernommen habe, der war jämmerlich. Aber wir sanieren die Universitäten, wir bauen sie aus. Und wir haben gute Universitäten! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Keck hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Schulen – Schulklassen wie Sardinendosen“ in die Höhe. – Abg. Mag. Darabos: Das ist ja keine Beantwortung!
Ich gebe alle Zahlen, die ich von den Bundesländern erhalte, gerne weiter. Sobald ich diese vollständig habe, werden Sie sie jederzeit bekommen, aber Sie haben ja lange genug dafür gesorgt, dass das Bildungsdokumentationsgesetz verhindert beziehungsweise als schlecht hingestellt wurde und Widerstand dagegen organisiert wurde. (Abg. Keck hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Schulen – Schulklassen wie Sardinendosen“ in die Höhe. – Abg. Mag. Darabos: Das ist ja keine Beantwortung!)
Abg. Mag. Darabos: Das ist ja keine Beantwortung!
Von den 33 Vorschlägen der Zukunftskommission haben wir 22 umgesetzt. (Abg. Mag. Darabos: Das ist ja keine Beantwortung!) Ich kann Ihnen gerne sagen, welche: Die Qualifizierung des Führungspersonals, die Qualität an den Schulen, das neue Feedback, die Schulprogramme, die Bildungsstandards. Wir haben die Lehrpläne entrümpelt, wir haben 254 Lehrpläne neu geschaffen, wir haben Kernbereiche/Erweiterungsbereiche, wir haben die frühe Sprachförderung eingeführt, wir haben die Unterrichtsgarantie eingeführt, wir haben Englisch in der 1. Klasse Volksschule eingeführt, wir haben die Optimierung der Unterrichtszeit gemacht, der Unterricht beginnt am ersten Tag und endet am letzten Tag. Wir haben die ganztägige Betreuung ausgebaut, meine Damen und Herren. Wissen Sie, wie viele ganztägige Betreuungsplätze ich damals 1995 übernommen habe? – 28 000! Jetzt haben wir 80 000, also um 52 000 mehr! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Von den 33 Vorschlägen der Zukunftskommission haben wir 22 umgesetzt. (Abg. Mag. Darabos: Das ist ja keine Beantwortung!) Ich kann Ihnen gerne sagen, welche: Die Qualifizierung des Führungspersonals, die Qualität an den Schulen, das neue Feedback, die Schulprogramme, die Bildungsstandards. Wir haben die Lehrpläne entrümpelt, wir haben 254 Lehrpläne neu geschaffen, wir haben Kernbereiche/Erweiterungsbereiche, wir haben die frühe Sprachförderung eingeführt, wir haben die Unterrichtsgarantie eingeführt, wir haben Englisch in der 1. Klasse Volksschule eingeführt, wir haben die Optimierung der Unterrichtszeit gemacht, der Unterricht beginnt am ersten Tag und endet am letzten Tag. Wir haben die ganztägige Betreuung ausgebaut, meine Damen und Herren. Wissen Sie, wie viele ganztägige Betreuungsplätze ich damals 1995 übernommen habe? – 28 000! Jetzt haben wir 80 000, also um 52 000 mehr! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Gradwohl: Da bin ich jetzt aber gespannt!
Wir sorgen dafür, dass die Eltern jene Angebote bekommen, die sie brauchen. Ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis. (Abg. Gradwohl: Da bin ich jetzt aber gespannt!) Diese Zwangstagsschule, diese verpflichtende Ganztagsschule lehnen 70 Prozent der Eltern in Österreich ab! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Zu Recht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Zu Recht!
Wir sorgen dafür, dass die Eltern jene Angebote bekommen, die sie brauchen. Ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis. (Abg. Gradwohl: Da bin ich jetzt aber gespannt!) Diese Zwangstagsschule, diese verpflichtende Ganztagsschule lehnen 70 Prozent der Eltern in Österreich ab! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Zu Recht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist Realitätsverweigerung!
Ihren Uralthut aus der Mottenkiste, die Gesamtschule, lehnen 75 Prozent der Eltern ab! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist Realitätsverweigerung!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Ihre neueste Idee, wie Sie in Ihren Programmen nachzulesen ist, nämlich dass wir die guten Oberstufen der Gymnasien, die guten technischen Lehranstalten, die guten Handelsakademien, die guten Tourismusschulen, die guten Wirtschaftsschulen, alle zu einem undefinierbaren Modulsystem, zu einer Inklusion oder so etwas Ähnlichem zusammenlegen, das lehnen 80 Prozent der Eltern ab! Und wir werden dafür sorgen, dass unsere guten berufsbildenden Schulen, unsere guten Handelsakademien, unsere guten technischen Lehranstalten, unsere guten Tourismusschulen, unsere guten wirtschaftlichen Schulen erhalten bleiben und dass unsere guten Gymnasien ihre gute Stellung bewahren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ
Was haben wir nicht verwirklicht? – Wir haben die Noten nicht abgeschafft (Zwischenruf bei der SPÖ), denn: In einer Hochleistungsgesellschaft, wie Sie sie hier ja immer
Abg. Dr. Brinek: Peinliche Ergebnisse für die SPÖ!
Laut OECD-Bericht, der heute herausgekommen ist, haben die 12- bis 14-Jährigen in Österreich 985 verpflichtende Unterrichtsstunden im Jahr; der OECD-Schnitt liegt bei 928 Stunden. Wir liegen also mit den Unterrichtsstunden drüber; das ist gut so. Und dazu kommen noch die freiwilligen Angebote. (Abg. Dr. Brinek: Peinliche Ergebnisse für die SPÖ!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Diese Anfragebeantwortung ist eine Zumutung! – Abg. Mag. Darabos: Nicht genügend!
An den Bundesschulen werden heuer 543 Lehrerinnen und Lehrer mehr eingestellt, weil wir eben mehr Schülerinnen und Schüler haben. An den Landesschulen gibt es 60 800 Dienstposten; darin enthalten sind Zuschläge für die Deutschförderung sowie Zuschläge für die Tagesbetreuung. (Abg. Dr. Gusenbauer: Diese Anfragebeantwortung ist eine Zumutung! – Abg. Mag. Darabos: Nicht genügend!) Meinen Informationen nach – die Anstellung der Lehrerinnen und Lehrer wird ja von den Ländern durchgeführt – gibt es in Oberösterreich keine einzige Kündigung, gibt es in Niederösterreich keine einzige Kündigung, und ich hoffe, dass die anderen Bundesländer ebenso gut arbeiten. (Abg. Mag. Darabos: Das ist keine Antwort! Wenn ein Schüler so antworten würde, wäre das ein glattes Nichtgenügend! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ: Das ist gelogen! – Das ist ja unglaublich!)
Abg. Mag. Darabos: Das ist keine Antwort! Wenn ein Schüler so antworten würde, wäre das ein glattes Nichtgenügend! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ: Das ist gelogen! – Das ist ja unglaublich!
An den Bundesschulen werden heuer 543 Lehrerinnen und Lehrer mehr eingestellt, weil wir eben mehr Schülerinnen und Schüler haben. An den Landesschulen gibt es 60 800 Dienstposten; darin enthalten sind Zuschläge für die Deutschförderung sowie Zuschläge für die Tagesbetreuung. (Abg. Dr. Gusenbauer: Diese Anfragebeantwortung ist eine Zumutung! – Abg. Mag. Darabos: Nicht genügend!) Meinen Informationen nach – die Anstellung der Lehrerinnen und Lehrer wird ja von den Ländern durchgeführt – gibt es in Oberösterreich keine einzige Kündigung, gibt es in Niederösterreich keine einzige Kündigung, und ich hoffe, dass die anderen Bundesländer ebenso gut arbeiten. (Abg. Mag. Darabos: Das ist keine Antwort! Wenn ein Schüler so antworten würde, wäre das ein glattes Nichtgenügend! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ: Das ist gelogen! – Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Eine Aufnahmeprüfung für die allgemein bildenden höheren Schulen wurde nicht gefordert; daher gibt es auch nichts dazu zu sagen. Ich bin aber dafür, dass die Kinder ihrem Können, ihrem Vermögen entsprechend in der richtigen Schule sitzen. Das ist mein Anliegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Broukal hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Universitäten – finanziell ausgehungert“ in die Höhe.
Was die Universitäten anlangt, so gibt es für sie eine Budgeterhöhung von 1,4 Milliarden auf 2,1 Milliarden € im Jahre 2006. (Abg. Broukal hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Universitäten – finanziell ausgehungert“ in die Höhe.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Ab 2007 gibt es weitere Erhöhungen, und zwar in Höhe von 520 Millionen €. – Sie können halt eines nicht: Sie können nicht loslassen! – Die Universitäten müssen mit dem Geld selber wirtschaften, selber Schwerpunkte setzen, und sie haben das Geld, das sie zum Beispiel für die Pädagogik-Studenten in Graz brauchen. Das, was Sie von der SPÖ da herausziehen, sind doch Uralthüte. Ich habe heute mit dem Vizerektor in Graz gesprochen und kann Ihnen sagen: Dieses Problem betreffend Pädagogik-Studenten ist schon seit dem vergangenen Semester gelöst! Vergessen Sie doch Ihre Uralthüte! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Mag. Darabos: Und das wegen der Studiengebühren?
Was die Studiengebühren anlangt, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, dass das für mich eine wirklich schwierige Entscheidung war – das wissen auch alle –, aber: Die Studiengebühren haben sich bewährt! In Österreich haben wir mehr Studierende an den Universitäten, wir haben um 27 Prozent mehr Studienanfänger, und wir haben 23 Prozent mehr Absolventen. (Abg. Mag. Darabos: Und das wegen der Studiengebühren?) Die jungen Menschen studieren in der vorgesehenen Zeit. Die Studienbeiträge werden sozial gerecht eingehoben. 48 000 Studierende erhalten ein Stipendium und zahlen keine Studienbeiträge.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Genau, das stimmt! – Abg. Silhavy: Sie wollen keine Almosen!
Ich sage Ihnen auch noch Folgendes: Sozialistisch ist es, da mit der Gießkanne drüber zu gehen und zu sagen: Alle zahlen nichts! – Sozial hingegen ist es, von jenen, die es sich leisten können, einen mäßigen Beitrag zu nehmen und denen, die es sich nicht leisten können, diesen Beitrag zu erlassen und ihnen eine Unterstützung zu geben! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Genau, das stimmt! – Abg. Silhavy: Sie wollen keine Almosen!)
Abg. Gradwohl: Nein, das haben Sie nicht!
Damit, meine Damen und Herren, habe ich Ihre Fragen beantwortet. (Abg. Gradwohl: Nein, das haben Sie nicht!) Ich möchte aber jetzt noch die Unterschiede herausarbeiten, die es zwischen unserer Bildungspolitik und Ihren bildungspolitischen Vorstellungen gibt. – Ich weiß schon, Sie ärgern sich, weil ich keine grün-rote oder rot-grüne Bildungspolitik mache. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Damit, meine Damen und Herren, habe ich Ihre Fragen beantwortet. (Abg. Gradwohl: Nein, das haben Sie nicht!) Ich möchte aber jetzt noch die Unterschiede herausarbeiten, die es zwischen unserer Bildungspolitik und Ihren bildungspolitischen Vorstellungen gibt. – Ich weiß schon, Sie ärgern sich, weil ich keine grün-rote oder rot-grüne Bildungspolitik mache. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wissen Sie, was Herr Präsident Scholz, als er noch Präsident des Wiener Stadtschulrates war und bevor er bei Ihnen in Ungnade gefallen ist, gesagt hat? – Präsident Scholz hat gesagt, dass es unter Ministerin Gehrer in Wien die größte Schulbauoffensive aller Zeiten gegeben hat. Das haben wir gemacht! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind unsere beste Wahlwerberin! Wunderbar!
Wir haben gute Rahmenbedingungen geschaffen, Rahmenbedingungen, unter denen motivierte Lehrerinnen und Lehrer gut unterrichten können. – Was Sie von der Opposition aber machen, ist nichts anderes als Demotivierung und alles schlecht zu reden! (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie sind unsere beste Wahlwerberin! Wunderbar!) Das ist jedoch für eine Bildungsdebatte äußerst ungeeignet!
Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ein weiterer Unterschied zwischen unserer und Ihrer Bildungspolitik: Wir stellen das Kind mit all seinen Begabungen, mit all seinen Fähigkeiten und Anliegen in den Mittelpunkt – und wir kümmern uns um jedes einzelne Kind. (Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie hingegen diskutieren nur über Systeme; Sie wollen mit einer Gesamtschule, wo alles zusammengeworfen wird, eine nebulose „individuelle Förderung“ machen! Wissen Sie, was wir brauchen? – Wir brauchen Leistungsgruppen, in denen die Kinder ihren Fähigkeiten und Kompetenzen entsprechend gefördert werden! Wir brauchen die Möglichkeit der Übergänge, etwas, was wir geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Meine Damen und Herren, ein weiterer Unterschied zwischen unserer und Ihrer Bildungspolitik: Wir stellen das Kind mit all seinen Begabungen, mit all seinen Fähigkeiten und Anliegen in den Mittelpunkt – und wir kümmern uns um jedes einzelne Kind. (Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie hingegen diskutieren nur über Systeme; Sie wollen mit einer Gesamtschule, wo alles zusammengeworfen wird, eine nebulose „individuelle Förderung“ machen! Wissen Sie, was wir brauchen? – Wir brauchen Leistungsgruppen, in denen die Kinder ihren Fähigkeiten und Kompetenzen entsprechend gefördert werden! Wir brauchen die Möglichkeit der Übergänge, etwas, was wir geschaffen haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist doch eine Verhöhnung!
Wer hat denn die Berufsreifeprüfung geschaffen?! – Wir geben den jungen Menschen die Chance, nach einer abgeschlossenen Bildung immer noch eine weitere Bildung zu machen. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist doch eine Verhöhnung!) Wir geben den jungen Menschen die Chance, nach der Hauptschule weiterführende Schulen zu besuchen. Wir geben den jungen Menschen die Chance, nach der Lehre eine Berufsreifeprüfung zu machen. Und 8 000 junge Menschen haben diese Chance bereits wahrgenommen!
Abg. Dr. Gusenbauer: Wann haben Sie Ihre Weiterbildung eingestellt? Vor 40 Jahren? – Staatssekretär Mag. Kukacka: Gusenbauer hat sie nie begonnen!
Wir stellen den einzelnen jungen Menschen, den einzelnen Studierenden in den Mittelpunkt! (Abg. Dr. Gusenbauer: Wann haben Sie Ihre Weiterbildung eingestellt? Vor 40 Jahren? – Staatssekretär Mag. Kukacka: Gusenbauer hat sie nie begonnen!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Meine Damen und Herren, ich fasse zusammen: Wir wollen konstruktiv mit allen Schulpartnern zusammenarbeiten, wir binden die Eltern ein, wir hören auf sie. Wir wollen die Lehrer motivieren und den Schülern die beste Ausbildung geben, sagen ihnen aber auch, dass wir Leistungsbereitschaft von ihnen erwarten. Wir wollen den Menschen in Österreich Mut machen. – Sie hingegen wollen ihnen Angst machen! Und glauben Sie mir: Das mögen die Menschen nicht! Wir leben in einem Land, in dem es uns gut geht. Wir haben ein Wirtschaftswachstum von über 3 Prozent; im Exportbereich sind enorme Zuwächse festzustellen. Dadurch sind Arbeitsplätze gesichert; 3,4 Millionen Arbeitsplätze haben wir in Österreich. Und das ist geradezu als Sensation zu bezeichnen: Wir haben 60 000 Arbeitsplätze mehr als im vergangenen Jahr zu verzeichnen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wir werden neue Offensiven vorantreiben. Der Herr Bundeskanzler hat ja schon eine Breitbandoffensive für den ländlichen Raum angekündigt. Das wird den Menschen in den ländlichen Gegenden nutzen, und das wird auch den Schulen nutzen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Öllinger: Ah, da schau her!
Wir werden in Alternativenergien investieren. (Abg. Öllinger: Ah, da schau her!) Wir werden auch Schulen mit alternativen Energieformen bauen. Ich habe in Vorarlberg eine Sonnenschule mit lauter Sonnenkollektoren gebaut. Da können Sie mir kein X für ein U vormachen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Sie haben eine Schule gebaut? Sie haben in Vorarlberg eine Schule gebaut?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Sie haben eine Schule gebaut? Sie haben in Vorarlberg eine Schule gebaut?
Wir werden in Alternativenergien investieren. (Abg. Öllinger: Ah, da schau her!) Wir werden auch Schulen mit alternativen Energieformen bauen. Ich habe in Vorarlberg eine Sonnenschule mit lauter Sonnenkollektoren gebaut. Da können Sie mir kein X für ein U vormachen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Sie haben eine Schule gebaut? Sie haben in Vorarlberg eine Schule gebaut?)
Abg. Öllinger: Lesen Sie ruhig weiter!
Wir werden die Pflegesicherung ausbauen. Mehr Geld für die Universitäten, mehr Geld für die Forschung. Wir werden den jungen Menschen auch in Zukunft Mut machen. Wir werden konstruktiv mit ihnen arbeiten (Abg. Öllinger: Lesen Sie ruhig weiter!), und wir
Beifall bei der ÖVP.
werden vor allem die Zukunftschancen der jungen Menschen durch eine gute Wirtschaftspolitik, durch eine gute Arbeitsplatzpolitik, durch eine gute Forschungspolitik, durch eine gute Bildungspolitik absichern, denn das ist die Grundlage einer positiven Entwicklung. (Beifall bei der ÖVP.)
Einige SPÖ-Abgeordnete halten Tafeln mit verschiedenen Aufschriften in die Höhe. – Daraufhin halten einige ÖVP-Abgeordnete Exemplare der Zeitung „Österreich“ in die Höhe. – Lebhafte Rufe sowie Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, trotz aller Ihrer Unkenrufe, trotz aller Ihrer Schlechtmachereien werden wir weiter den Menschen Mut machen. (Einige SPÖ-Abgeordnete halten Tafeln mit verschiedenen Aufschriften in die Höhe. – Daraufhin halten einige ÖVP-Abgeordnete Exemplare der Zeitung „Österreich“ in die Höhe. – Lebhafte Rufe sowie Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Wir werden die Menschen einladen, mit uns einen positiven Weg zu gehen. Und ich lade alle, die es mit der Jugend in Österreich gut meinen, ein, mit uns diesen positiven Weg weiterzugehen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Zahlreiche Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Erwin, gib ihnen eine Nachhilfestunde! – Abg. Neugebauer – in Richtung SPÖ –: Ahnungslosigkeit bis zum Gehtnichtmehr!
Zum Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter DDr. Niederwieser. Er wünscht 8 Minuten Redezeit. – Bitte, Sie sind am Wort. (Zahlreiche Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Niederwieser –: Erwin, gib ihnen eine Nachhilfestunde! – Abg. Neugebauer – in Richtung SPÖ –: Ahnungslosigkeit bis zum Gehtnichtmehr!)
Bundesministerin Gehrer: Ja!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Was man vom Wahrheitsgehalt der Aussagen der Frau Bundesministerin halten kann, wird bei einer Aussage deutlich: „Ich habe in Vorarlberg eine Schule gebaut.“ (Bundesministerin Gehrer: Ja!) Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie Bauarbeiterin waren! (Beifall bei der SPÖ.) Eine Schule baut ein Land, baut der Bund, baut eine Gemeinde, aber eine Schule baut nicht ein Politiker persönlich, das baut er mit öffentlichen Geldern, das sollten Sie wissen! Nicht ich, sondern wir haben vielleicht eine gebaut! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesministerin Gehrer: Das Land baut, und ich war Landesrätin!) Auch nicht eine Landesrätin baut eine Schule, Frau Ministerin. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen wir Ihrem Landeshauptmann beim nächsten Spatenstich!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Was man vom Wahrheitsgehalt der Aussagen der Frau Bundesministerin halten kann, wird bei einer Aussage deutlich: „Ich habe in Vorarlberg eine Schule gebaut.“ (Bundesministerin Gehrer: Ja!) Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie Bauarbeiterin waren! (Beifall bei der SPÖ.) Eine Schule baut ein Land, baut der Bund, baut eine Gemeinde, aber eine Schule baut nicht ein Politiker persönlich, das baut er mit öffentlichen Geldern, das sollten Sie wissen! Nicht ich, sondern wir haben vielleicht eine gebaut! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesministerin Gehrer: Das Land baut, und ich war Landesrätin!) Auch nicht eine Landesrätin baut eine Schule, Frau Ministerin. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen wir Ihrem Landeshauptmann beim nächsten Spatenstich!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesministerin Gehrer: Das Land baut, und ich war Landesrätin!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Was man vom Wahrheitsgehalt der Aussagen der Frau Bundesministerin halten kann, wird bei einer Aussage deutlich: „Ich habe in Vorarlberg eine Schule gebaut.“ (Bundesministerin Gehrer: Ja!) Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie Bauarbeiterin waren! (Beifall bei der SPÖ.) Eine Schule baut ein Land, baut der Bund, baut eine Gemeinde, aber eine Schule baut nicht ein Politiker persönlich, das baut er mit öffentlichen Geldern, das sollten Sie wissen! Nicht ich, sondern wir haben vielleicht eine gebaut! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesministerin Gehrer: Das Land baut, und ich war Landesrätin!) Auch nicht eine Landesrätin baut eine Schule, Frau Ministerin. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen wir Ihrem Landeshauptmann beim nächsten Spatenstich!)
Abg. Mag. Molterer: Das sagen wir Ihrem Landeshauptmann beim nächsten Spatenstich!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Was man vom Wahrheitsgehalt der Aussagen der Frau Bundesministerin halten kann, wird bei einer Aussage deutlich: „Ich habe in Vorarlberg eine Schule gebaut.“ (Bundesministerin Gehrer: Ja!) Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie Bauarbeiterin waren! (Beifall bei der SPÖ.) Eine Schule baut ein Land, baut der Bund, baut eine Gemeinde, aber eine Schule baut nicht ein Politiker persönlich, das baut er mit öffentlichen Geldern, das sollten Sie wissen! Nicht ich, sondern wir haben vielleicht eine gebaut! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesministerin Gehrer: Das Land baut, und ich war Landesrätin!) Auch nicht eine Landesrätin baut eine Schule, Frau Ministerin. (Abg. Mag. Molterer: Das sagen wir Ihrem Landeshauptmann beim nächsten Spatenstich!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die aufmerksamen Zuhörer haben soeben gehört, was alles bestens ist und was Sie alles geleistet haben. Sie haben auch gehört, dass Sie im Grunde überhaupt nichts ändern wollen. Wir hingegen bekommen laufend Briefe, Anrufe, e-Mails, in den letzten Tagen jede Menge. Alle Abgeordneten von uns können aus ihrem Wahlkreis erzählen, dass Begleitlehrer gestrichen werden, dass Förderlehrer gestrichen wurden, dass für Legasthenikerkinder niemand da ist, dass Kinder trotz bester Zeugnisse keinen Platz an der Wunschschule bekommen, dass man Schulbücher selber bezahlen muss und dass die Kinder wie in den Sardinenbüchsen in den Schulklassen sitzen. Das ist es, was die Eltern jetzt bewegt, und darauf haben Sie überhaupt keine Antwort gegeben, Frau Ministerin. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Bildungsministerin, der etwas an den Schulen und an den Universitäten liegt, würde diese Zahlen nehmen, auf den Tisch hauen und zum Finanzminister sagen: So geht das nicht weiter! Aber was sagen Sie? Von Ihnen hört man überhaupt nichts dergleichen. Sie sagen: Alles in Ordnung! Alles paletti! Ich brauche ja nicht einmal mehr Geld, es ist eh genug da. – Das ist es, was niemand versteht angesichts solcher Zahlen, und das ist, was Ihre Bildungspolitik so verwerflich macht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Der ist wunderbar, der Amon! Der Amon ist wunderbar!
Herr Abgeordneter Amon hat zu unserem Antrag auf eine Sondersitzung gemeint (Abg. Murauer: Der ist wunderbar, der Amon! Der Amon ist wunderbar!), wir lassen uns eine erfolgreiche Ministerin nicht herausschießen, und er hat auch gleich einen Antrag eingebracht, der lautet: Fortführung einer erfolgreichen Bildungspolitik. (Abg. Murauer: Da hat er Recht!)
Abg. Murauer: Da hat er Recht!
Herr Abgeordneter Amon hat zu unserem Antrag auf eine Sondersitzung gemeint (Abg. Murauer: Der ist wunderbar, der Amon! Der Amon ist wunderbar!), wir lassen uns eine erfolgreiche Ministerin nicht herausschießen, und er hat auch gleich einen Antrag eingebracht, der lautet: Fortführung einer erfolgreichen Bildungspolitik. (Abg. Murauer: Da hat er Recht!)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Dann schauen wir uns einmal an, was für die Regierungsparteien ein Erfolg ist. Ein Erfolg ist für Dr. Schüssel und für Sie der fünfzehnte Platz in der PISA-Studie in Mathematik. Ein Erfolg ist der neunzehnte Platz im Lesen, der zwanzigste in den Naturwissenschaften und der vorletzte, vor der Türkei, bei der Akademikerquote. Das ist für Sie ein Erfolg. Na, da gratuliere ich aber! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die PISA-Studie sagt aber auch noch, dass wir zwischen 2000 und 2003 deutlich zurückgefallen sind: im Lesen vom zehnten auf den neunzehnten, in Mathematik vom elften auf den fünfzehnten Platz und in Naturwissenschaften gar vom achten auf den zwanzigsten Platz. Das bezeichnen Sie als die Arbeit einer erfolgreichen Ministerin, die auch die nächsten vier Jahre in der Regierung des Dr. Schüssel bleiben will, wenn er wiedergewählt wird. Den Österreicherinnen und Österreichern reicht das nicht, und 64 Prozent sind mit dieser Leistung absolut unzufrieden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: 22 Punkte sind umgesetzt!
Was die internationalen Fachleute noch sagen, ist: Die Ursache für dieses schlechte Abschneiden sind nicht die Schülerinnen und Schüler und auch nicht die Lehrerinnen und Lehrer – die haben es mit der Ministerin ohnedies schwer genug –, sondern es geht um die Bildungspolitik, die hier am Pranger steht, es geht um eine bildungsfeindliche Politik der ÖVP und auch des BZÖ und der FPÖ, die dieser bildungsfeindlichen Politik nie etwas Wirkungsvolles entgegengesetzt haben. Während nämlich andere Länder versucht haben, sich zu verbessern und sich anzustrengen, haben Sie konsequent jeden Vorschlag – sei er von uns, von den Grünen oder von der Zukunftskommission –, etwas zu verbessern, zurückgewiesen. Sie haben eine Zukunftskommission unter dem Vorsitz von Professor Haider eingerichtet. Der hat ein umfangreiches Papier auf den Tisch gelegt. (Abg. Dr. Fekter: 22 Punkte sind umgesetzt!) Sie haben rund 10 Prozent davon erfüllt und dann gesagt: Es reicht! Genug! Wir haben unsere Arbeit erledigt, jetzt brauchen wir nichts mehr zu tun. Die Bildungsreform ist damit erledigt.
Abg. Dr. Fekter: 22 Punkte sind umgesetzt!
Wer sich in diesem internationalen Wettbewerb nicht anstrengt und nicht wirklich immer wieder Reformen angeht, der fällt zurück (Abg. Dr. Fekter: 22 Punkte sind umgesetzt!), denn inzwischen haben uns viele Länder überholt: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen und eine Reihe anderer Staaten. (Abg. Dr. Fekter: Wir nehmen einen guten Platz ein in Europa!)
Abg. Dr. Fekter: Wir nehmen einen guten Platz ein in Europa!
Wer sich in diesem internationalen Wettbewerb nicht anstrengt und nicht wirklich immer wieder Reformen angeht, der fällt zurück (Abg. Dr. Fekter: 22 Punkte sind umgesetzt!), denn inzwischen haben uns viele Länder überholt: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen und eine Reihe anderer Staaten. (Abg. Dr. Fekter: Wir nehmen einen guten Platz ein in Europa!)
Abg. Mag. Molterer: Sehr gut!
Es geht uns bei der PISA-Studie um noch eines, was sie deutlich zum Ausdruck bringt: Es wird bei uns zu wenig auf das einzelne Kind eingegangen. Wir schätzen die Meinung der Fachleute und wir wollen sie daher auch umsetzen. Sie glauben, dass Sie mit Werbung und mit Inseraten eine wirkungsvolle Bildungspolitik ersetzen können. Wir haben da letztes Wochenende in vielen Zeitungen ein Inserat gefunden: „In unserer Schule tut sich was.“ (Abg. Mag. Molterer: Sehr gut!) Das Größte, was dabei auffällt, ist die Unterschrift der Ministerin Gehrer. (Der Redner hält ein Blatt in die Höhe.) Wenn
Bundesministerin Gehrer: Ja!
„Tagesbetreuung für alle, die es wollen“ nur als ein Beispiel. Stimmt denn das? (Bundesministerin Gehrer: Ja!) – Sie sagen „ja“ hinter mir. Sie wissen genau, dass die Regelung so ausschaut, dass 15 Kinder zusammenkommen müssen, damit eine solche Tagesbetreuung überhaupt eingeführt werden kann. Und was ist, wenn nur zehn Kinder oder elf oder zwölf zustande kommen? Dann gibt es eben diese Tagesbetreuung nicht. Da können Sie nicht einfach schreiben: „Tagesbetreuung für alle, die es wollen.“ Das ist eine bewusste Irreführung. Und Sie machen Werbung anstatt ordentlicher Politik, Werbung, die der Rechnungshof in dieser Form ausdrücklich untersagt hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
„Tagesbetreuung für alle, die es wollen“ nur als ein Beispiel. Stimmt denn das? (Bundesministerin Gehrer: Ja!) – Sie sagen „ja“ hinter mir. Sie wissen genau, dass die Regelung so ausschaut, dass 15 Kinder zusammenkommen müssen, damit eine solche Tagesbetreuung überhaupt eingeführt werden kann. Und was ist, wenn nur zehn Kinder oder elf oder zwölf zustande kommen? Dann gibt es eben diese Tagesbetreuung nicht. Da können Sie nicht einfach schreiben: „Tagesbetreuung für alle, die es wollen.“ Das ist eine bewusste Irreführung. Und Sie machen Werbung anstatt ordentlicher Politik, Werbung, die der Rechnungshof in dieser Form ausdrücklich untersagt hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist aber an der Zeit, dass diese unfaire Bildungspolitik ein Ende nimmt. Am 1. Oktober besteht die Chance dazu! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Genau!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wir haben ja schon lange darauf gewartet, dass von der Opposition eine Sondersitzung einberufen wird (Ruf bei der ÖVP: Genau!), denn in Nichtwahlkampfjahren gab es ja viel mehr an Sondersitzungen, als das heuer der Fall ist. Offenbar ist Ihnen nichts eingefallen. Die Zufriedenheit mit der Politik in Österreich ist eine weitreichende. Ihnen ist nichts eingefallen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wir haben ja schon lange darauf gewartet, dass von der Opposition eine Sondersitzung einberufen wird (Ruf bei der ÖVP: Genau!), denn in Nichtwahlkampfjahren gab es ja viel mehr an Sondersitzungen, als das heuer der Fall ist. Offenbar ist Ihnen nichts eingefallen. Die Zufriedenheit mit der Politik in Österreich ist eine weitreichende. Ihnen ist nichts eingefallen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese heutige Sondersitzung hat offensichtlich nur eine Aufgabe: von der tiefsten Krise der Sozialdemokratie seit mehr als einem Jahrzehnt abzulenken! Das ist der wahre Hintergrund dieser Sondersitzung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schöls: ARBÖ!
Überall dort, wo Sie Verantwortung tragen, meine Damen und Herren von der SPÖ, oder Verantwortung getragen haben, herrscht eine beispiellose Misswirtschaft vor. Sie haben die „Arbeiter-Zeitung“ in den Ruin geführt, Sie haben den „Konsum“ in den Ruin geführt (Abg. Schöls: ARBÖ!), Sie haben den ARBÖ an den Rand des Ruins geführt, Sie haben die Gewerkschaftsbank an den Rand des Ruins geführt, und Sie haben den
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
ÖGB in den Bankrott geführt, meine Damen und Herren! – Das ist die Wahrheit, und über die wollen Sie nicht reden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Hört!-Hört!-Rufe sowie Beifall bei der ÖVP.
Dort, wo Sie von der SPÖ am längsten Verantwortung tragen, geht das auch in der Bildungspolitik schief. Sehen wir uns doch in Wien um, wie die Situation ist, meine Damen und Herren. Während sich Bildungsministerin Gehrer dafür einsetzt, dass es mehr Lehrerinnen und Lehrer gibt in Bezug auf die Probleme, die es natürlich auch auf Grund einer starken Migration gibt, nämlich 300 zusätzliche Planstellen für die frühe Sprachförderung, hat Ihre Vizebürgermeisterin in Wien 700 Planstellen gestrichen! – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren. (Hört!-Hört!-Rufe sowie Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie dann sagen, Herr Dr. Niederwieser, die Lehrerinnen und Lehrer stehen auf der Straße, so ist das schon richtig. Die stehen auf der Straße, insbesondere in Wien. Dort werden nämlich Lehrerinnen und Lehrer für Sozialarbeit und für die Jugendwohlfahrt eingesetzt, weil sich die Wiener Stadtregierung am Bundesbudget abputzt. – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Darabos: Schauen Sie Ihre ÖAAB-Plakate an!
Sie reden – und das scheint überhaupt der Stil in diesem Wahlkampf zu sein – alles schlecht. Es ist alles schlecht im Lande. (Abg. Mag. Darabos: Schauen Sie Ihre ÖAAB-Plakate an!) Es gibt überall Notstand, alles ist ein Chaos, alles ist eine Katastrophe. Das zeichnet Ihren Wahlkampf aus. „Napalm“-Wahlkampf. (Abg. Parnigoni: Ja, auf Ihren Plakaten!) Ein Wahlkampf der verbrannten Erde, den Sie hier führen wollen.
Abg. Parnigoni: Ja, auf Ihren Plakaten!
Sie reden – und das scheint überhaupt der Stil in diesem Wahlkampf zu sein – alles schlecht. Es ist alles schlecht im Lande. (Abg. Mag. Darabos: Schauen Sie Ihre ÖAAB-Plakate an!) Es gibt überall Notstand, alles ist ein Chaos, alles ist eine Katastrophe. Das zeichnet Ihren Wahlkampf aus. „Napalm“-Wahlkampf. (Abg. Parnigoni: Ja, auf Ihren Plakaten!) Ein Wahlkampf der verbrannten Erde, den Sie hier führen wollen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, sehen Sie sich doch im Lande um! Ich weiß nicht, in welchem Land Sie unterwegs sind. Sie gehen her, zitieren eine Zeile aus einem Bericht, wonach unser Bildungssystem angeblich gleich wäre mit dem in der Türkei. Meine Damen und Herren, Sie wissen nicht, wovon Sie reden. – Das ist die Wahrheit – und nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Riskieren Sie doch einen Blick in den neuen World Competitiveness Report, ins World Competitiveness Yearbook 2006! Da stellen Sie fest, welche Plätze Österreich in unterschiedlichen Bereichen einnimmt. In der Infrastrukturentwicklung: Platz eins; bei der Frage nach qualifizierten Arbeitsplätzen: Platz eins; bei der Positionierung der kleinen und mittleren Unternehmen im internationalen Wettbewerb: Platz zwei; bei der Motivation der Arbeitskräfte: Platz drei; beim wirtschaftsnahen Bildungssystem: Platz drei, meine Damen und Herren. – Das sind die Fakten, und die wollen Sie nicht wahrhaben, denn das passt nicht in Ihre Wahlkampfstrategie. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Natürlich gibt es Herausforderungen im Bildungssystem. Wir haben rückläufige Schülerzahlen. Während wir am Land damit kämpfen, dass wir Schulstandorte erhalten müssen und erhalten wollen – nicht nach Ihrem Vorschlag; Ihr Vorschlag sieht vor, dass jeder zweite Pflichtschulstandort geschlossen oder zusammengelegt wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ); wir wollen den Standort in der Gemeinde erhalten, das ist der Unterschied zu Ihnen (Beifall bei der ÖVP) –, haben wir natürlich in den Ballungsräumen, insbesondere an den Nahtstellen, ein Problem mit den Klassenschülerzahlen. Das stimmt. Aber hier, meine Damen und Herren und Frau Bundesministerin, geht es uns nicht um eine billige Effekthascherei, wie Sie das betreiben – so gleichsam: jene Lehrerinnen und Lehrer, die auf Grund der rückläufigen Schülerzahlen nicht im System bleiben können, ein Jahr lang erhalten, und damit haben wir das Problem gelöst. – Damit lösen wir diese Herausforderung nicht.
Beifall bei der ÖVP
Natürlich gibt es Herausforderungen im Bildungssystem. Wir haben rückläufige Schülerzahlen. Während wir am Land damit kämpfen, dass wir Schulstandorte erhalten müssen und erhalten wollen – nicht nach Ihrem Vorschlag; Ihr Vorschlag sieht vor, dass jeder zweite Pflichtschulstandort geschlossen oder zusammengelegt wird (ironische Heiterkeit bei der SPÖ); wir wollen den Standort in der Gemeinde erhalten, das ist der Unterschied zu Ihnen (Beifall bei der ÖVP) –, haben wir natürlich in den Ballungsräumen, insbesondere an den Nahtstellen, ein Problem mit den Klassenschülerzahlen. Das stimmt. Aber hier, meine Damen und Herren und Frau Bundesministerin, geht es uns nicht um eine billige Effekthascherei, wie Sie das betreiben – so gleichsam: jene Lehrerinnen und Lehrer, die auf Grund der rückläufigen Schülerzahlen nicht im System bleiben können, ein Jahr lang erhalten, und damit haben wir das Problem gelöst. – Damit lösen wir diese Herausforderung nicht.
Abg. Dr. Fekter: Ah!
Wahr ist: Wir brauchen eine nachhaltige Lösung für das Bildungssystem. Wir wollen gemeinsam mit den Finanzausgleichspartnern – die Finanzausgleichspartner sind im Übrigen Ihre sozialdemokratischen Landeshauptleute (Abg. Dr. Fekter: Ah!), die diese Lehrer-Schüler-Verhältniszahlen gemeinsam mit uns beschlossen haben; das ist die Wahrheit, Sie putzen sich da immer ab und sagen, Sie haben keine Verantwortung – die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 absenken. Das ist unser Programm. Aber nachhaltig und gemeinsam mit den Finanzausgleichspartnern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wahr ist: Wir brauchen eine nachhaltige Lösung für das Bildungssystem. Wir wollen gemeinsam mit den Finanzausgleichspartnern – die Finanzausgleichspartner sind im Übrigen Ihre sozialdemokratischen Landeshauptleute (Abg. Dr. Fekter: Ah!), die diese Lehrer-Schüler-Verhältniszahlen gemeinsam mit uns beschlossen haben; das ist die Wahrheit, Sie putzen sich da immer ab und sagen, Sie haben keine Verantwortung – die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 absenken. Das ist unser Programm. Aber nachhaltig und gemeinsam mit den Finanzausgleichspartnern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Tun Sie von der SPÖ doch nicht dauernd so, als hätten Sie mit der Bildungspolitik in unserem Lande nichts zu tun! Bis vor einem Jahr, meine Damen und Herren, mussten Sie jede bildungspolitische Entscheidung mittragen, eben auf Grund des Zweidrittelerfordernisses. Bis vor einem Jahr haben Sie blockiert, gezaudert und gezögert! Wenn es wo ein Problem gibt, dann haben Sie da eine große Mitverantwortung! Da können Sie sich nicht aus der Verantwortung stehlen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Amon braucht einen Stützlehrer!
Sie haben in einem Recht, ich gestehe Ihnen das zu – ich gestehe Ihnen das zu, und ich bin der Frau Bildungsministerin außerordentlich dankbar dafür –: Wir machen keine rot-grüne Bildungspolitik. Wir wollen keinen Eintopf in der Bildungspolitik, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Gusenbauer: Amon braucht einen Stützlehrer!) Wir wollen nicht das, Herr Dr. Gusenbauer, was Sie wollen: die Abschaffung der Hauptschule, die Abschaffung der AHS-Unterstufe und die Abschaffung der berufsbildenden höheren und mittleren Schulen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Sie wollen – wie haben Sie das genannt? Sie wollen – ich glaube, so steht es in Ihrem Programm – eine modulare Oberstufe, wo sich jeder aus der Oberstufe der AHS, der Handelsakademie, der HTL, der HBLA sozusagen herausnehmen kann, was ihm oder ihr gerade gefällt. Und in Finnland, dessen System Sie uns immer als Vorbild vorhalten, diskutieren sie die Einführung eines berufsbildenden Schulwesens, weil sie nämlich eine doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit haben wie wir im Lande. – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren, und nichts anderes. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wir sind dafür, dass Amon Deutsch lernt!
Die berufsbildenden höheren Schulen sind eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Wir wollen die AHS ermutigen, noch stärker in den Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens zu gehen, das ist wichtig als Vorbereitung auf das universitäre Studium, aber wir wollen auch, dass die Handelsakademien, die HTLs und die HBLAs, die exzellent sind, in dieser Form erhalten bleiben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Wir sind dafür, dass Amon Deutsch lernt!)
Abg. Dr. Fekter: Und Bilanz legen!
Dann lese ich in diesen Tagen und heute, dass sich der geschäftsführende ÖGB-Präsident jetzt mit Bildungsfragen auseinandersetzt. Es wäre eigentlich wünschenswert, dass er sich mit dem ÖGB auseinandersetzt und endlich schaut, dass er dort Ordnung macht. Das wäre viel wichtiger. (Abg. Dr. Fekter: Und Bilanz legen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich komme zum Schluss und betone nochmals: Ihnen von der SPÖ geht es heute in dieser Debatte nur darum, von einem beispiellosen Skandal abzulenken! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Meine Damen und Herren! Es geht Ihnen darum, davon abzulenken, dass Ihr ehemaliger Parteivorsitzender Vranitzky 1 Million Schilling dafür kassiert hat, dass er angeblich im Jahre 1999 die BAWAG für die Einführung des Euro beraten hat. – So ist sozialistische Bildungspolitik und Wirtschaftspolitik! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Sie kommen immer zu spät, denn der Euro als Buchgeld wur-
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Ich komme zum Schluss und betone nochmals: Ihnen von der SPÖ geht es heute in dieser Debatte nur darum, von einem beispiellosen Skandal abzulenken! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Meine Damen und Herren! Es geht Ihnen darum, davon abzulenken, dass Ihr ehemaliger Parteivorsitzender Vranitzky 1 Million Schilling dafür kassiert hat, dass er angeblich im Jahre 1999 die BAWAG für die Einführung des Euro beraten hat. – So ist sozialistische Bildungspolitik und Wirtschaftspolitik! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Sie kommen immer zu spät, denn der Euro als Buchgeld wur-
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
de bereits am 1. Jänner 1999 eingeführt! Die Währung war bereits gleichgeschaltet! Im Hinblick darauf frage ich mich, wozu Vranitzky dort beraten hat! Klären Sie die Österreicherinnen und Österreicher darüber auf, was da gelaufen ist und wie Sie Ihre Parteifinanzen saniert haben! – Davon wollten Sie heute ablenken, aber das wird Ihnen nicht gelingen! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Unglaublich!
Etwas anderes ist für mich aber noch gravierender. Wir können natürlich auch über die 13 Millionen € reden, die Sie auf Grund Ihrer eigenen Aufzeichnungen über fünf Jahre hinweg vom ÖGB bekommen haben. Das wäre vielleicht ein bisschen Schadenswiedergutmachung in diesem Bereich. Aber wenn wir schon über Kosten und öffentliche Finanzierung des Bildungswesens und darüber reden, wo das Geld herkommen kann, dann ist eine andere Aussage, die heute gekommen ist, noch viel gravierender, nämlich jene des Finanzministers, der sagt: Der ÖGB legt seine Finanzen nicht offen. (Abg. Dr. Matznetter: Unglaublich!) Der ÖGB handelt nicht so, dass dieser beispiellose Skandal lückenlos aufgeklärt werden kann. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Etwas anderes ist für mich aber noch gravierender. Wir können natürlich auch über die 13 Millionen € reden, die Sie auf Grund Ihrer eigenen Aufzeichnungen über fünf Jahre hinweg vom ÖGB bekommen haben. Das wäre vielleicht ein bisschen Schadenswiedergutmachung in diesem Bereich. Aber wenn wir schon über Kosten und öffentliche Finanzierung des Bildungswesens und darüber reden, wo das Geld herkommen kann, dann ist eine andere Aussage, die heute gekommen ist, noch viel gravierender, nämlich jene des Finanzministers, der sagt: Der ÖGB legt seine Finanzen nicht offen. (Abg. Dr. Matznetter: Unglaublich!) Der ÖGB handelt nicht so, dass dieser beispiellose Skandal lückenlos aufgeklärt werden kann. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, das wäre ein Beitrag! Wir wollen nämlich die 900 Millionen € an Steuergeld, die wir als Haftung im Zusammenhang mit diesem Skandal bereitstellen mussten, nicht dafür aufwenden, dass diese Löcher gestopft werden, sondern wir brauchen das Geld für andere Dinge, zum Beispiel für eine Aufstockung des Bildungsbudgets im nächsten Jahr. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wir reden über Bildung! – Abg. Neudeck: Ja, über Vermögensbildung!
Meine Damen und Herren, das wäre ein wirklicher Beitrag in dieser Debatte gewesen! Aber es war zu befürchten, dass von Ihnen auch heute hier nichts Neues kommt – mit einer Ausnahme: Herr Kollege Gusenbauer! Es war wirklich interessant, als Sie uns den Brief dieses siebenjährigen Mädchens vorgelesen haben! (Abg. Öllinger: Wir reden über Bildung! – Abg. Neudeck: Ja, über Vermögensbildung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Man muss bei Briefen – ich sage Ihnen das durchaus offen und ehrlich – immer aufpassen, ob es sich nicht um eine Fälschung handelt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da muss man immer aufpassen! Also Vorsicht, Herr Kollege Gusenbauer! Aber wenn dieser Brief wirklich authentisch gewesen ist, dann ist das in Wahrheit ein Beweis für das ausgezeichnete Grundschulsystem! Wenn so ein Brief, wie Sie ihn heute zitiert haben, von einer Siebenjährigen stammt, dann brauchen wir jetzt nicht mehr weiterzureden! (Heiterkeit, Beifall und wiederholte Bravorufe bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Heiterkeit, Beifall und wiederholte Bravorufe bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Man muss bei Briefen – ich sage Ihnen das durchaus offen und ehrlich – immer aufpassen, ob es sich nicht um eine Fälschung handelt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da muss man immer aufpassen! Also Vorsicht, Herr Kollege Gusenbauer! Aber wenn dieser Brief wirklich authentisch gewesen ist, dann ist das in Wahrheit ein Beweis für das ausgezeichnete Grundschulsystem! Wenn so ein Brief, wie Sie ihn heute zitiert haben, von einer Siebenjährigen stammt, dann brauchen wir jetzt nicht mehr weiterzureden! (Heiterkeit, Beifall und wiederholte Bravorufe bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Öllinger: Sie haben das nicht verstanden!
ten. – Kommen Sie mir nicht immer mit PISA! Ich sage Ihnen, was da gefragt wird, nämlich beispielsweise die Entwicklung des Pegelstandes des Tschadsees in den letzten 20 000 Jahren. – Das interessiert mich überhaupt nicht, wenn es um das Niveau des österreichischen Bildungssystems geht! Mir geht es vielmehr darum, dass man unseren Kindern und Jugendlichen das Handwerkszeug beibringt, das sie in die Lage versetzt, in den Arbeitsprozess einzutreten. (Abg. Öllinger: Sie haben das nicht verstanden!) Herr Kollege Öllinger, das wird im Zuge der zunehmenden Globalisierung immer schwieriger. Flexibilität und lebenslanges Lernen sind gefragt, Herr Kollege Öllinger, und das muss auch wirklich praktiziert werden. Das sind die Herausforderungen an ein modernes, zukunftsorientiertes Bildungssystem! Darüber wollen wir diskutieren – anstatt immer wieder gebetsmühlenartig irgendwelche auswendig gelernte Dinge vorgehalten zu bekommen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
ten. – Kommen Sie mir nicht immer mit PISA! Ich sage Ihnen, was da gefragt wird, nämlich beispielsweise die Entwicklung des Pegelstandes des Tschadsees in den letzten 20 000 Jahren. – Das interessiert mich überhaupt nicht, wenn es um das Niveau des österreichischen Bildungssystems geht! Mir geht es vielmehr darum, dass man unseren Kindern und Jugendlichen das Handwerkszeug beibringt, das sie in die Lage versetzt, in den Arbeitsprozess einzutreten. (Abg. Öllinger: Sie haben das nicht verstanden!) Herr Kollege Öllinger, das wird im Zuge der zunehmenden Globalisierung immer schwieriger. Flexibilität und lebenslanges Lernen sind gefragt, Herr Kollege Öllinger, und das muss auch wirklich praktiziert werden. Das sind die Herausforderungen an ein modernes, zukunftsorientiertes Bildungssystem! Darüber wollen wir diskutieren – anstatt immer wieder gebetsmühlenartig irgendwelche auswendig gelernte Dinge vorgehalten zu bekommen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Gusenbauer, Sie werden vielleicht wissen, wie der Pegelstand des Tschadsees vor 4 000 Jahren war! Ich weiß es nicht, und ich muss es auch nicht wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. )
Abg. Dr. Gusenbauer: Es fürchten sich schon alle!
Welche Initiativen haben Sie gezeigt? – Noten abschaffen, das Repetieren verhindern und die Gesamtschule als Zwang. Das war das, was wir hier von Ihnen gehört haben, also ganz typisch linke, sozialistische Ideologie. Das ist aber keine Reaktion auf die Herausforderungen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Es fürchten sich schon alle!) Ja, davor fürchte ich mich, Herr Kollege, wenn das Leistungsprinzip im Schulsystem abgeschafft wird! Das Leistungssystem ist nämlich im Berufsleben nicht abzuschaffen, auch nicht durch Ihre ideologischen Ansätze! Die Schule soll auf das Leben vorbereiten, und dazu gehören auch Leistungskriterien und das Überprüfen von Leistungsparametern. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Welche Initiativen haben Sie gezeigt? – Noten abschaffen, das Repetieren verhindern und die Gesamtschule als Zwang. Das war das, was wir hier von Ihnen gehört haben, also ganz typisch linke, sozialistische Ideologie. Das ist aber keine Reaktion auf die Herausforderungen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Es fürchten sich schon alle!) Ja, davor fürchte ich mich, Herr Kollege, wenn das Leistungsprinzip im Schulsystem abgeschafft wird! Das Leistungssystem ist nämlich im Berufsleben nicht abzuschaffen, auch nicht durch Ihre ideologischen Ansätze! Die Schule soll auf das Leben vorbereiten, und dazu gehören auch Leistungskriterien und das Überprüfen von Leistungsparametern. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine Damen und Herren! Vor 13 Jahren habe ich das erste Mal eine solche Initiative hier im Hohen Haus gesetzt. Sie wurde von der großen Koalition immer wieder abgelehnt. – Heute werden wir diese wichtige Maßnahme zur Integration und zur Aufrechterhaltung der Qualitätsnormen im öffentlichen Schulsystem endlich das erste Mal mit Mehrheit beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Frau Kollegin, wir beheben das, was Sie von der SPÖ verursacht haben! Wir wollen die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 beschränken. Wir wollen die Lehrberufe attraktivieren, aber auch zeigen, dass jemand, der eine Lehre macht, auch Matura machen, ein entsprechendes Bildungsniveau und vergleichbare Abschlüsse haben kann. Wir wollen aber auch den Eltern Hilfestellungen geben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Gusenbauer, wir hätten etwa in Wien – trotz Ihrer Einsparungsmaßnahmen – genug Lehrposten. Die Lehrer müssten nur in den Schulen eingesetzt werden und nicht in irgendwelchen Bezirksschulräten und Landesschulräten sozusagen verschwinden. Dann hätten wir auch genug Lehrkräfte für unsere Kinder! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. )
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
den Sie davon nicht abhalten! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. )
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das wird sie aushalten!
(Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das wird sie aushalten!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich höre einen Zwischenruf von der Regierungsbank: Die Frau Ministerin Gehrer wird das aushalten! – Daran zweifle ich nicht. Dass Österreich jedoch weitere vier Jahre ÖVP-Gehrer-Bildungspolitik aushält, das bezweifle ich sehr! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Uns reicht es jetzt wirklich! Bildungspolitik, Ausbildungspolitik, Weiterbildungspolitik sowie Forschung und Entwicklung sind der Schwachpunkt dieser Bundesregierung und der Schwachpunkt der ÖVP-Regierung dieser letzten Jahre. Das braucht man draußen nicht zu erklären, meine Damen und Herren, nur Sie glauben es halt nicht! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Reden Sie mit Kindern und Jugendlichen auf der Straße! Die können Ihnen erzählen, wie es ist, wenn man nicht zu 25, sondern zu 30 oder zu mehr in einer Klasse sitzt. Die können Ihnen erzählen, wie viele Stunde in den letzten Jahren auf Grund der Gehrer-Grasser’schen Politik mit Zustimmung der Freiheitlichen gestrichen wurden. Die Schüler können Ihnen erzählen, was an musischen Fächern, an Freifächern und an Fächern aller Art, die den Kindern Spaß machen, gestrichen wurde. Die können Ihnen das erzählen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Zwischenruf des Abg. Freund.
Die Eltern, die ihren Kindern zuhören, könnten Ihnen das auch erzählen, aber die ÖVP will das halt nicht hören. Sie wollen das nicht wahrnehmen und nicht wahrhaben! – Das ist überhaupt ein Kernpunkt der ÖVP-Regierung der letzten Monate. Stichwort: Es gibt keinen Pflegenotstand. – Es gibt in Ihren Augen offensichtlich auch keinen Bildungsnotstand und keine Bildungsmisere. (Zwischenruf des Abg. Freund.) Sie wollen das nicht wissen! Sie hören den Lehrerinnen und Lehrern, wenn sie über ihren eigenen Bereich reden, nicht zu! Sie interessieren sich gar nicht dafür, was in den Volksschulen
Abg. Amon: Ich bin mehr an Schulen als Sie!
Herr Amon, das betrifft auch Sie persönlich! Sie haben sich offenbar nicht dafür interessiert, was es heißt, mehr als 5 000 Posten von Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrern in den letzten Jahren zu streichen. (Abg. Amon: Ich bin mehr an Schulen als Sie!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie sind Weltklasse, meine Damen und Herren von der ÖVP, aber Weltklasse im Problem-Leugnen und im Nicht-wahrnehmen-Wollen von Problemen! Dann macht man sich natürlich über entsprechende Lösungen auch keine Gedanken. Jede Kritik wird von dieser Bundesregierung als Majestätsbeleidigung empfunden. – Na schön: Majestät! Unser Vertrauen haben Sie nicht mehr, wenn Sie das unbedingt hören wollen! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter: Das rote Wien!
Aber immerhin kann man mit Schiller sagen: Spät kommt ihr, doch ihr kommt! – Die SPÖ auf Bundesebene hat die Botschaft nun verstanden, dass es so nicht weitergeht. Aber damals waren Sie dabei, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten. Sie haben die Dramatik der Entwicklung damals auch nicht erkannt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter: Das rote Wien!)
Abg. Rädler: Ja, keine Besucher! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Aber heute ist es wirklich schlimm. Ich glaube, wenn ich Kabarettist wäre, würde ich verzweifeln an meinem Beruf! (Abg. Rädler: Ja, keine Besucher! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn wie kann man das noch überbieten, was die ÖVP hier macht? Sie streichen 5 000 Posten von Lehrern und Lehrerinnen. Die Schüler- und Schülerinnenzahl pro Klasse steigt. Fast 10 Prozent aller Schüler und Schülerinnen sitzen in Klassen mit über 30 Schülern, was an sich schon gesetzwidrig ist.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Heute, drei Wochen vor der Wahl, kommen Sie daher und stellen einen Antrag, dass Bundesministerin Gehrer, zuständig für Bildung, Wissenschaft und Kultur, doch umgehendst die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 begrenzen möge. Nach sechseinhalb Jahren Schwarz-Blau und Schwarz-Orange und davor Schwarz-Rot beziehungsweise Rot-Schwarz, nämlich Bildungsministerin Gehrer – ich habe die Übersicht verloren, ob sie jetzt schon zehn oder zwölf Jahre für die Bildungspolitik bei der ÖVP zuständig ist –, kommen Sie jetzt, drei Wochen vor der Wahl, auf einmal drauf, dass es zu viele Schüler und Schülerinnen pro Klasse gibt, was es den Lehrerinnen und Lehrern unmöglich mache, auf das Individuum, das einzelne Kind einzugehen! – Für wie blöd halten Sie die Leute da draußen eigentlich?! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Jetzt kommt die Frau Ministerin hierher ins Parlament und sagt: Wir – gemeint ist die ÖVP – kümmern uns um jedes einzelne Kind. – Haben Sie das wirklich in den letzten Jahren getan? Müssen Sie deswegen jetzt und heute, drei Wochen vor der Wahl, einen Antrag stellen, dass es zu viele Kinder pro Klasse gibt und dass es gar nicht möglich ist, auf das einzelne Kind einzugehen? Genieren Sie sich nicht wenigstens ein bisschen für diese Versäumnisse in der Schulpolitik? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Kollege von der ÖVP, die Grünen haben im Lauf der letzten Jahre fünf Anträge auf Senkung der Klassenschülerhöchstzahl eingebracht. Was ist aber geschehen? – Diese Anträge wurden natürlich von der ÖVP abgeschmettert, abgeschmettert, abgeschmettert, abgeschmettert und das fünfte Mal abgeschmettert. Heute aber kommen Sie daher und tun so, als hätten Sie jetzt gerade entdeckt, dass tatsächlich zu viele Kinder in den Klassen sitzen, oje! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Freund: Was Sie da sagen, stimmt aber auch nicht!
18 000 Schülerinnen und Schüler entlässt unser Schulsystem, das in den letzten zehn Jahren von der ÖVP geprägt war, jährlich auf den Arbeitsmarkt, ohne dass sie ausreichend sinnerfassend lesen können. Das sind 18 000 Schicksale, von denen Sie von der ÖVP behaupten, Sie kümmern sich um jedes einzelne Kind. (Abg. Freund: Was Sie da sagen, stimmt aber auch nicht!) Wenn Sie das bestreiten, dann haben Sie die PISA-Studie nicht sinnerfassend gelesen, Herr Kollege! (Beifall und Bravorufe bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen.
18 000 Schülerinnen und Schüler entlässt unser Schulsystem, das in den letzten zehn Jahren von der ÖVP geprägt war, jährlich auf den Arbeitsmarkt, ohne dass sie ausreichend sinnerfassend lesen können. Das sind 18 000 Schicksale, von denen Sie von der ÖVP behaupten, Sie kümmern sich um jedes einzelne Kind. (Abg. Freund: Was Sie da sagen, stimmt aber auch nicht!) Wenn Sie das bestreiten, dann haben Sie die PISA-Studie nicht sinnerfassend gelesen, Herr Kollege! (Beifall und Bravorufe bei den Grünen.)
Abg. Amon: Jede Studie misst die Vergangenheit, es gibt keine Studie, die die Zukunft misst!
Ich kann es nur zum wiederholten Male auch Ihnen, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, sagen: Das gleiche Problem haben wir an der Spitze, bei den Hochbegabten: Es ist nicht einzusehen, warum in Österreich nur halb so viele Schülerinnen und Schüler der Altersklasse der 15-Jährigen, verglichen mit den Siegern und Siegerinnen der PISA-Studie, in diesen Hochbegabten-Bereich fallen. Mit denen sollten wir uns messen und nicht immer mit irgendeinem Durchschnitt! Ja! Wir sollten uns an der Weltklasse messen! Sie kommen immer daher und zitieren irgendwelche Wirtschaftsstudien, die im Wesentlichen den Status quo oder die Vergangenheit betreffen, meine Damen und Herren! (Abg. Amon: Jede Studie misst die Vergangenheit, es gibt keine Studie, die die Zukunft misst!) In die Zukunft investieren heißt aber, Wachstumspolitik heute betreiben. Wachstumspolitik heute heißt Bildung, Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, und das versäumen Sie Tag für Tag, Herr Kollege Amon! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann es nur zum wiederholten Male auch Ihnen, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, sagen: Das gleiche Problem haben wir an der Spitze, bei den Hochbegabten: Es ist nicht einzusehen, warum in Österreich nur halb so viele Schülerinnen und Schüler der Altersklasse der 15-Jährigen, verglichen mit den Siegern und Siegerinnen der PISA-Studie, in diesen Hochbegabten-Bereich fallen. Mit denen sollten wir uns messen und nicht immer mit irgendeinem Durchschnitt! Ja! Wir sollten uns an der Weltklasse messen! Sie kommen immer daher und zitieren irgendwelche Wirtschaftsstudien, die im Wesentlichen den Status quo oder die Vergangenheit betreffen, meine Damen und Herren! (Abg. Amon: Jede Studie misst die Vergangenheit, es gibt keine Studie, die die Zukunft misst!) In die Zukunft investieren heißt aber, Wachstumspolitik heute betreiben. Wachstumspolitik heute heißt Bildung, Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, und das versäumen Sie Tag für Tag, Herr Kollege Amon! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Ich weiß nicht, ob es Sinn hat, mitten im Wahlkampf noch ein paar Zahlen zu zitieren. Frau Bundesministerin Gehrer ist so stolz darauf, dass das Universitätsbudget 2006 bis 2010 steigt – steigen soll. Abgesehen davon, dass das reine Absichtserklärungen sind (Zwischenrufe bei der ÖVP), wissen Sie schon, Frau Ministerin Gehrer, wie viel Prozent der Wirtschaftsleistung in Österreich für Universitäten inklusive Fachhochschulen ausgegeben werden: 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und Sie wissen schon, was die industrialisierten Länder im Schnitt ausgeben: 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und Sie wissen schon, wie viel Milliarden € das im Jahr sind, die Österreich fehlen im Vergleich zur OECD. (Abg. Dr. Fekter: Wir sind im ersten Drittel der OECD!)
Abg. Dr. Fekter: Wir sind im ersten Drittel der OECD!
Ich weiß nicht, ob es Sinn hat, mitten im Wahlkampf noch ein paar Zahlen zu zitieren. Frau Bundesministerin Gehrer ist so stolz darauf, dass das Universitätsbudget 2006 bis 2010 steigt – steigen soll. Abgesehen davon, dass das reine Absichtserklärungen sind (Zwischenrufe bei der ÖVP), wissen Sie schon, Frau Ministerin Gehrer, wie viel Prozent der Wirtschaftsleistung in Österreich für Universitäten inklusive Fachhochschulen ausgegeben werden: 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und Sie wissen schon, was die industrialisierten Länder im Schnitt ausgeben: 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und Sie wissen schon, wie viel Milliarden € das im Jahr sind, die Österreich fehlen im Vergleich zur OECD. (Abg. Dr. Fekter: Wir sind im ersten Drittel der OECD!)
Abg. Dr. Fekter: Zusätzlich! Zusätzlich!
Ein halber Prozentpunkt des BIP, Frau Kollegin, ist über 1 Milliarde € jährlich! Und was Sie versprechen – ob Sie es halten wollen, ist eine andere Sache –, ist eine Milliarde für alle vier Jahre zusammen, statt einer Milliarde jährlich ab dem Jahre 2010, sage ich, um realistisch zu bleiben. (Abg. Dr. Fekter: Zusätzlich! Zusätzlich!)
Abg. Dr. Fekter: Ihr wollt die Studiengebühren den Unis wegnehmen!
Das ist Ihre Wachstumspolitik, das ist Ihre Entwicklungspolitik für Österreich. Sie wissen ganz genau, dass wir nicht genug Menschen mit tertiärem Abschluss haben (Abg. Dr. Fekter: Ihr wollt die Studiengebühren den Unis wegnehmen!), dass das Wirtschaftswachstum eine viel stärkere Ausbildung an den Universitäten verlangen würde und dass die Forderung der Grünen, die Anzahl der Studierenden um die Hälfte zu erhöhen, in Wirklichkeit das Minimum ist, verglichen mit den entwickelten Industriestaaten USA, Skandinavien, Großbritannien und so weiter und so fort.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Die EU-Kommission – meine Damen und Herren, lesen Sie manchmal solche Berichte! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen); danke, Herr Präsident, letzter Satz (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Der hat noch keinen Vorschlag gemacht, der braucht noch eine Zeit!) –, die EU-Kommission schlägt einen Universitätsanteil inklu-
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Der hat noch keinen Vorschlag gemacht, der braucht noch eine Zeit!
Die EU-Kommission – meine Damen und Herren, lesen Sie manchmal solche Berichte! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen); danke, Herr Präsident, letzter Satz (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Der hat noch keinen Vorschlag gemacht, der braucht noch eine Zeit!) –, die EU-Kommission schlägt einen Universitätsanteil inklu-
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
sive Fachhochschulen von 2 Prozent der Wirtschaftsleistung vor. Das wären in Österreich, Stand heute, plus 3 Milliarden € pro Jahr. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Aber was ich dabei vermisse: Warum ergänzen Sie nicht, dass keine Regierung so wie unsere in Forschung und Entwicklung investiert hat und wir heuer mit 2,43 Prozent ein absolutes All-time-High in Sachen F&E-Anteil am BIP erreichen werden, sehr geehrter Herr Professor Van der Bellen? (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Warum zitieren Sie nicht an dieser Stelle die heute mehrfach diskutierte OECD-Studie, jüngst herausgekommen, wonach Österreich pro Schüler kaufkraftbereinigt nicht weniger als 9 000 Dollar ausgibt; im OECD-Schnitt sind es 6 800 Dollar, bei uns also ein Drittel mehr? Warum halten Sie sich nicht an diese Zahlen, an diese Fakten? Dann würden Sie vermutlich in Bezug auf die Wachstumspolitik und ihre Auswirkungen sagen: So schlecht liegen wir in Sachen Forschung und Entwicklung nicht, so schlecht liegen wir in Sachen Investitionen in den Bildungsbereich nicht! Da liegen wir nämlich über dem OECD-Schnitt, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es hat Herr Dr. Gusenbauer in der Begründung seiner Anfrage formuliert: Viele Jugendliche finden keinen Lehrplatz. – Als Arbeitsminister bin ich gewissermaßen das Bindeglied von Frau Ministerin Gehrer, dem Bildungssystem zum Arbeitsmarkt, und da muss ich Herrn Dr. Gusenbauer ganz energisch widersprechen: Jeder junge Mensch, der einen Lehrplatz in Österreich sucht, bekommt einen! Diese Garantie gibt es von mir, die gibt es von Bundeskanzler Schüssel, und diese Garantie können wir jederzeit erneuern! (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aber dann sagen Sie auch dazu, dass die Wirtschaft heuer im Vergleich zum Vorjahr nicht weniger als 7 Prozent mehr Lehrplätze zur Verfügung stellt: plus 7 830. 119 471 Lehrverhältnisse haben wir in diesem Lande – plus 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das kränkt unsere Intelligenz! Das ist unglaublich!
Wir haben mit Ihnen gemeinsam, noch mit dem früheren Präsidenten Verzetnitsch, das Lehrgangssystem verfeinert. (Abg. Öllinger: Das kränkt unsere Intelligenz! Das ist unglaublich!) Jeder junge Mensch, der keinen Lehrplatz in einem Unternehmen bekommt, bekommt einen gleichwertigen Lehrgangsplatz. Daher für Bundeskanzler Schüssel und für mich die Möglichkeit, diese Garantie abzugeben und zu erneuern: Jeder junge Mensch, der einen Lehrplatz sucht, bekommt einen!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wir haben auch die Qualifizierungsoffensive gemeinsam mit Ihnen vor einigen Monaten beschlossen; das sollten Sie auch während eines Wahlkampfes nicht vergessen, meine sehr verehrten Damen und Herren: 285 Millionen €, davon fast 160 Millionen € für junge Menschen. Das ist mit ein Grund dafür, warum wir bei den jungen Menschen nicht nur die Trendwende am Arbeitsmarkt geschafft haben, sondern warum bei den jungen Menschen die Arbeitslosenzahlen noch deutlicher zurückgehen als insgesamt: insgesamt minus 8,4 Prozent, bei den jungen Menschen in diesem Lande minus – sogar zweistellig – 11,2 Prozent. Das ist ein hervorragender Erfolg! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
dieser drei Monate entweder einen Beschäftigungsplatz, einen Arbeitsplatz bekommt oder einen Ausbildungsplatz. Das AMS ist auf gutem Wege dorthin, und bitte unterstützen Sie uns dabei, denn es ist, glaube ich, ein gemeinsames wichtiges Anliegen, länger andauernde Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen in diesem Lande zum Verschwinden zu bringen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Er hat nichts zu sagen gehabt!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Broukal ans Rednerpult. Sie haben an sich 7 Minuten Redezeit, weil Herr Niederwieser um 2 Minuten weniger geredet hat. Sie können also 7 Minuten reden. (Abg. Dr. Fekter: Er hat nichts zu sagen gehabt!) Wenn Sie nur 5 Minuten reden, hat der nächste sozialdemokratische Redner um 2 Minuten mehr. – Bitte, Sie sind am Wort.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Minister Bartenstein, ich weiß, Sie sind sehr geübt im Verlesen von Zahlen, aber ich habe eine einfache Frage an Sie: Wenn dieser Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit jetzt auf Ihr Wirken zurückzuführen ist, warum haben Sie dann fünf Jahre die Jugendarbeitslosigkeit so steigen lassen? Oder ist das, was Sie jetzt sagen, nur ein Glück, das Ihnen zupasskommt, und es hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was Sie tun oder nicht getan haben oder vielleicht hätten tun sollen? (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Danke für die Werbung!
Ich glaube jedenfalls, dass alle Eltern, die jetzt an den Fernsehschirmen diese Lehrplatzgarantie gehört haben, auch wissen sollten, dass man den Herrn Bundesminister unter der E-Mail-Adresse martin.bartenstein@bmwa.gv.at erreichen kann. Schreiben Sie ihm, wenn Ihr Kind noch keinen Lehrplatz hat! Schicken Sie mir bitte eine Kopie davon, dann kann ich ihn auch ein bissel damit konfrontieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Danke für die Werbung!)
Abg. Amon: Ich bekomme viele!
Weil Sie sagen „Werbung“, noch eine E-Mail-Adresse: werner.amon@oevp.at. Herr Abgeordneter Amon, Ihnen würde ich auch gern wünschen, dass Sie viele E-Mails bekommen (Abg. Amon: Ich bekomme viele!) von Menschen, die jetzt erfahren, mit welch unflätigen Worten Sie über den Herbert Tumpel herziehen, der sich gerade einer lebensgefährlichen Krebsoperation unterzogen hat und von dem gezweifelt wird, ob er je wieder aufkommt. Schämen Sie sich dafür, Herr Generalsekretär! Unglaublich, wirklich! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Pfui-Rufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Pfui-Rufe bei der SPÖ.
Weil Sie sagen „Werbung“, noch eine E-Mail-Adresse: werner.amon@oevp.at. Herr Abgeordneter Amon, Ihnen würde ich auch gern wünschen, dass Sie viele E-Mails bekommen (Abg. Amon: Ich bekomme viele!) von Menschen, die jetzt erfahren, mit welch unflätigen Worten Sie über den Herbert Tumpel herziehen, der sich gerade einer lebensgefährlichen Krebsoperation unterzogen hat und von dem gezweifelt wird, ob er je wieder aufkommt. Schämen Sie sich dafür, Herr Generalsekretär! Unglaublich, wirklich! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Pfui-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Geh, bitte!
Und zum Beispiel für die Wiener MedizinstudentInnen, die Sie nach Innsbruck verschieben wollten und dafür die deutschen, die in Innsbruck studieren wollen, weil es näher nach Hause ist, nach Wien verfrachten. Ein Monat habe ich darum kämpfen müssen (Abg. Dr. Brinek: Geh, bitte!), bis Sie sich dazu herabgelassen haben, dieser Forderung des gesunden Menschenverstandes nachzugeben. „Alles goldrichtig“.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
An der Medizin-Uni in Wien warten immer noch hundert Studentinnen und Studenten darauf, einen Platz im zweiten Studienabschnitt zu bekommen. Da ist nämlich etwas ganz Merkwürdiges passiert: Diese jungen Leute haben im ersten Studienabschnitt so gut gelernt, dass auf einmal hundert mehr als üblich die Prüfung geschafft haben – Gratulation den jungen Damen und Herren! Aber jetzt stecken sie, weil es für den zweiten Studienabschnitt kein Geld gibt. Wissen Sie, wie viel Geld die MedUni Wien brauchen würde? – 1 200 000 €. Das geben Sie für Inseratenkampagnen aus, aber nicht für die jungen Studierenden an der MedUni in Wien. „Alles goldrichtig“. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
(Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
45 Prozent – auch das sagt uns die OECD – der jungen Leute, die in Österreich an die Universitäten gehen, verlassen diese ohne akademischen Abschluss. Da sind wir, was Europa betrifft, ein einsames Schlusslicht. Da ist gar nichts „goldrichtig“, da ist alles grundfalsch, Frau Bundesministerin, und Sie sind dafür verantwortlich! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Aber weil wir schon bei „goldrichtig“ sind, und das soll ja mein Thema heute sein: Wir fänden es goldrichtig, wenn Sie die Studiengebühren wieder abschaffen würden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Ich finde es nämlich wirklich genant, wenn junge Leute, die jahrelang auf die Fortsetzung ihres Studiums warten, in der Wartezeit noch Studiengebühren zahlen müssen. Ich nenne es eine Gehrer-Steuer und stelle daher folgenden Antrag:
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie eine?
Sehr peinlich und gar nicht „goldrichtig“ ist, was der heute vorliegende Bericht der Organisation der Industriestaaten OECD darüber aussagt, wie wenig junge Leute in unserem Land pro Jahrgang eine Ausbildung an den Universitäten erhalten können: Hartes OECD-Urteil ... (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie eine?) – Jetzt kommt wieder die Frage, ob ich eine akademische Ausbildung habe. Gnädigste, ich weiß, Sie sind Magistra und Schotterwerkbesitzerin (Abg. Dr. Fekter: Und Doktor auch!), ich gratuliere Ihnen zu dieser profunden Ausbildung! Ich habe mich immer mit einem abgebrochenen Englischstudium durchquälen müssen. Es ist mir aber, wie man beim ORF gesehen hat, halbwegs gut gelungen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Und auch hier herinnen kann ich mit so manchen zweifelsfrei mithalten. (Abg. Hornek: Peinlich, peinlich, peinlich!)
Abg. Dr. Fekter: Und Doktor auch!
Sehr peinlich und gar nicht „goldrichtig“ ist, was der heute vorliegende Bericht der Organisation der Industriestaaten OECD darüber aussagt, wie wenig junge Leute in unserem Land pro Jahrgang eine Ausbildung an den Universitäten erhalten können: Hartes OECD-Urteil ... (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie eine?) – Jetzt kommt wieder die Frage, ob ich eine akademische Ausbildung habe. Gnädigste, ich weiß, Sie sind Magistra und Schotterwerkbesitzerin (Abg. Dr. Fekter: Und Doktor auch!), ich gratuliere Ihnen zu dieser profunden Ausbildung! Ich habe mich immer mit einem abgebrochenen Englischstudium durchquälen müssen. Es ist mir aber, wie man beim ORF gesehen hat, halbwegs gut gelungen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Und auch hier herinnen kann ich mit so manchen zweifelsfrei mithalten. (Abg. Hornek: Peinlich, peinlich, peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Sehr peinlich und gar nicht „goldrichtig“ ist, was der heute vorliegende Bericht der Organisation der Industriestaaten OECD darüber aussagt, wie wenig junge Leute in unserem Land pro Jahrgang eine Ausbildung an den Universitäten erhalten können: Hartes OECD-Urteil ... (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie eine?) – Jetzt kommt wieder die Frage, ob ich eine akademische Ausbildung habe. Gnädigste, ich weiß, Sie sind Magistra und Schotterwerkbesitzerin (Abg. Dr. Fekter: Und Doktor auch!), ich gratuliere Ihnen zu dieser profunden Ausbildung! Ich habe mich immer mit einem abgebrochenen Englischstudium durchquälen müssen. Es ist mir aber, wie man beim ORF gesehen hat, halbwegs gut gelungen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Und auch hier herinnen kann ich mit so manchen zweifelsfrei mithalten. (Abg. Hornek: Peinlich, peinlich, peinlich!)
Abg. Hornek: Peinlich, peinlich, peinlich!
Sehr peinlich und gar nicht „goldrichtig“ ist, was der heute vorliegende Bericht der Organisation der Industriestaaten OECD darüber aussagt, wie wenig junge Leute in unserem Land pro Jahrgang eine Ausbildung an den Universitäten erhalten können: Hartes OECD-Urteil ... (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie eine?) – Jetzt kommt wieder die Frage, ob ich eine akademische Ausbildung habe. Gnädigste, ich weiß, Sie sind Magistra und Schotterwerkbesitzerin (Abg. Dr. Fekter: Und Doktor auch!), ich gratuliere Ihnen zu dieser profunden Ausbildung! Ich habe mich immer mit einem abgebrochenen Englischstudium durchquälen müssen. Es ist mir aber, wie man beim ORF gesehen hat, halbwegs gut gelungen. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Und auch hier herinnen kann ich mit so manchen zweifelsfrei mithalten. (Abg. Hornek: Peinlich, peinlich, peinlich!)
Abg. Dr. Fekter: Wir haben die Akademikerquote verdoppelt!
Ich setze aber nun da fort, wo ich unterbrochen worden bin: Zehntausende lesen jetzt gerade auf ORF ON: „Hartes OECD-Urteil zu Akademikerquote: Nur noch Türkei hinter Österreich“. Das lesen jetzt gerade zehntausende Leute in den Online-Medien, und das werden morgen Millionen Österreicherinnen und Österreicher in den Zeitungen lesen – und da stellen Sie sich hin und sagen: „Alles goldrichtig“?! (Abg. Dr. Fekter: Wir haben die Akademikerquote verdoppelt!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ versprechen den Universitäten mehr Geld, mehr Ressourcen, mehr Freiheit für die jungen Wissenschafterinnen und Wissenschafter, mehr Freude am Studieren und eine bessere Laufbahn für mehr Frauen, als Sie das heute zur Verfügung stellen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wolfgang Fellner, Herausgeber der neuen Zeitung „Österreich“, meint heute – goldrichtig –: „Ab in die Pension, sehr geehrte Frau Bildungsministerin!“ Dem schließen wir von der SPÖ uns mit besten Wünschen an. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Lauter blaue Balken!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren Regierungsmitglieder! Geschätzte Damen und Herren hier im Hohen Haus! Goldrichtig, ja – goldrichtig ist es, in einer Bildungsdebatte mit Zahlen und Fakten zu arbeiten, goldrichtig ist das Abschneiden Österreichs bei den Ausgaben für die Studierenden. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit einem Balkendiagramm vor sich auf das Rednerpult.) Laut OECD schlägt Österreich bei den jährlichen Ausgaben pro Studierenden sowohl Deutschland als auch das immer wieder zitierte Musterland Finnland. Wunderbar, goldrichtig! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Öllinger: Lauter blaue Balken!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Meine Damen und Herren! Goldrichtig wäre es auch, mit Daten und Fakten zu arbeiten, damit nicht wie gestern ein Kommentator in Richtung Opposition schreiben muss, in Richtung derjenigen, die gerne hier die Herausforderer spielen. Zitat: Sie stolperte selbst über einfaches – vielleicht war damit auch gemeint, er wusste das Uni-Budget nicht –, erstaunlich, wie unsicher sie war. – Schade, denn das fällt eigentlich auf alle Abgeordneten zurück. Ich wünsche mir, dass man in eine Bildungsdebatte besser vorbereitet geht, als es auch der Herr Gusenbauer war, der von Ganztagsbetreuungsplätzen gesprochen hat, aber Gemeinplätze geliefert hat, meine Damen und Herren. So können wir die Bildungsdebatte nicht gewinnen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Ich zitiere Fakten und Daten. Es schreiben der Chef der Pflichtschullehrer, die Chefin der Lehrer an höheren Schulen, der Chef der Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen: Das Schuljahr hat gerade begonnen, und die SPÖ verunsichert mit ihren Negativkampagnen über unsere erfolgreichen Schulen motivierte Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer. – Das ist Missbrauch an unseren Bildungs- und Schulpartnern, meine Damen und Herren. So stellen wir uns eine Bildungsdebatte nicht vor. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Ich bringe noch einmal ein paar objektive Daten und Fakten. Österreichs Bildungssystem wird in der Focus-Studie das beste Zeugnis ausgestellt: Wir sind mit dem Bildungssystem zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden, sagen 90 Prozent. Zum gleichen Ergebnis kommt eine Fessl-Studie vom Mai 2006: 90 Prozent der Bevölkerung sind damit zufrieden. Competitiveness-Report und andere Dinge sind schon genannt worden. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) – Ja, ja, Herr Öllinger.
Abg. Dr. Niederwieser hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Schule: Wegen Überfüllung geschlossen!“ in die Höhe.
In Bezug auf die OECD: Österreichs Schüler erhalten viel Unterricht, durchschnittlich mehr als in den OECD-Ländern insgesamt. (Abg. Dr. Niederwieser hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Schule: Wegen Überfüllung geschlossen!“ in die Höhe.) Also das mit dem Kaputtsparen schauen wir uns noch an, Herr Kollege Grünewald, vor allem in Wien. Ausgaben plus 25 Prozent für das Schulbudget und plus 15 Prozent für das Uni-Budget. Da können Sie Taferl hochhalten, so viel Sie wollen, den Wettbewerb trete ich mit Ihnen an! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In Bezug auf die OECD: Österreichs Schüler erhalten viel Unterricht, durchschnittlich mehr als in den OECD-Ländern insgesamt. (Abg. Dr. Niederwieser hält eine Tafel mit der Aufschrift „Gehrer-Schule: Wegen Überfüllung geschlossen!“ in die Höhe.) Also das mit dem Kaputtsparen schauen wir uns noch an, Herr Kollege Grünewald, vor allem in Wien. Ausgaben plus 25 Prozent für das Schulbudget und plus 15 Prozent für das Uni-Budget. Da können Sie Taferl hochhalten, so viel Sie wollen, den Wettbewerb trete ich mit Ihnen an! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Die Forschungszahlen?
Meine Damen und Herren! Auch die Forschungszahlen können sich sehen lassen, die steigende Zahl der Studierenden ... (Abg. Öllinger: Die Forschungszahlen?) – Die Forschungszahlen, ja, Sie haben richtig gehört! Wir liegen in Sachen Forschungsquote bei knapp 2,5 Prozent. So eine tolle Steigerung, so eine Dynamik hat kein anderes Land auf diesem Kontinent. So viel hat nie eine Regierung vorher den Forscherinnen und Forschern, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geboten – beispielhaft, mustergültig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die blauen Forscher von Seibersdorf!) Das sind Zahlen und Fakten, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die blauen Forscher von Seibersdorf!
Meine Damen und Herren! Auch die Forschungszahlen können sich sehen lassen, die steigende Zahl der Studierenden ... (Abg. Öllinger: Die Forschungszahlen?) – Die Forschungszahlen, ja, Sie haben richtig gehört! Wir liegen in Sachen Forschungsquote bei knapp 2,5 Prozent. So eine tolle Steigerung, so eine Dynamik hat kein anderes Land auf diesem Kontinent. So viel hat nie eine Regierung vorher den Forscherinnen und Forschern, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geboten – beispielhaft, mustergültig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Die blauen Forscher von Seibersdorf!) Das sind Zahlen und Fakten, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Ich zitiere Ihnen auch Expertinnen und Experten, damit ich mir den Vorwurf der Parteilichkeit nicht zuziehe. Der Vorsitzende des Österreichischen Wissenschaftsrates sagt: Österreich hat ein Universitätsgesetz geschaffen, das als das modernste und fortschrittlichste seiner Art in Europa gelten darf. – Meine Damen und Herren, dem ist nicht viel hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: Ich habe von denen geredet, die dann noch übrig bleiben! Bitte zuhören!
Kollege Broukal, die Probleme an der Med-Uni Graz und Wien und an der Uni-Klinik für Zahntechnik werden derzeit gerade gelöst. Dort haben die Rektoren, dort haben die entsprechenden Professoren in den Verhandlungen, die noch laufen, Steigerungen zugesagt, ebenso den Abbau von Warteschleifen. In Drei-Jahres-Schritten wird das geschehen – schneller, als Sie glauben! (Abg. Broukal: Ich habe von denen geredet, die dann noch übrig bleiben! Bitte zuhören!) Sie können sich das Federl ruhig auf den Hut stecken – wir arbeiten für die Studierenden und die dort Lehrenden, und das ist entscheidend!
Abg. Broukal: Und wie viele bekommen das?
Noch eine Zahl möchte ich Ihnen nennen zum Thema „goldrichtig“. – Goldrichtig hat diese Regierung gehandelt, indem sie die Studienbeihilfen erhöht hat. Wissen Sie, was ein 26-jähriger Studierender als höchstes Stipendium, das heißt als Studienförderung, plus Familienbeihilfe im Jahr bekommen kann? – Fast 10 000 € auf die Hand! Ich wiederhole: Das höchste Stipendium plus Familienbeihilfe ist 10 000 € auf die Hand! (Abg. Broukal: Und wie viele bekommen das?) Seien wir doch froh, dass nicht mehr bedürftig sind! Seien wir doch froh, dass nicht mehr bedürftig sind – das ist ja ein Zeichen für unsere Wohlstandspolitik! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Noch eine Zahl möchte ich Ihnen nennen zum Thema „goldrichtig“. – Goldrichtig hat diese Regierung gehandelt, indem sie die Studienbeihilfen erhöht hat. Wissen Sie, was ein 26-jähriger Studierender als höchstes Stipendium, das heißt als Studienförderung, plus Familienbeihilfe im Jahr bekommen kann? – Fast 10 000 € auf die Hand! Ich wiederhole: Das höchste Stipendium plus Familienbeihilfe ist 10 000 € auf die Hand! (Abg. Broukal: Und wie viele bekommen das?) Seien wir doch froh, dass nicht mehr bedürftig sind! Seien wir doch froh, dass nicht mehr bedürftig sind – das ist ja ein Zeichen für unsere Wohlstandspolitik! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (fortsetzend): Abschließend: Wenn man studieren will, kann man studieren. Die Schulpolitik in Wien schauen wir uns beim nächsten Kapitel an, denn da gibt es einiges zu reformieren, und nicht nur das, was der Rechnungshof aufgezeigt hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Ich dachte, das war die Frau Gehrer?!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche - BZÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Zweite Schulwoche in Ostösterreich, zweiter Schultag im Süden und im Westen – und wir sind stolz, dass es auf Initiative des BZÖ gelungen ist, dass die Kinder erstmals in der ersten Schulwoche einen gültigen Stundenplan haben. Das ist eine Errungenschaft des BZÖ! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Ich dachte, das war die Frau Gehrer?!) Das haben wir mühsam auch der Lehrergewerkschaft abgerungen, und ich habe viele Rückmeldungen bekommen: Die Eltern freuen sich, dass endlich von Anfang an kalkulierbar ist, wie lange die Kinder in der Schule sind und was sie zu tun haben.
Abg. Broukal nickt.
Jedes Kind freut sich nach den Ferien auf die Schule. Die Lehrer sind gut erholt und sind motiviert. (Abg. Broukal nickt.) Sie nicken – das freut mich. Und was macht die SPÖ? – Ihr fällt nichts Besseres ein, als in den ersten zwei Schulwochen hier eine Dringliche Anfrage zum angeblichen Chaos in der Bildung zu stellen. Schämen Sie sich! Sie motivieren damit weder die Eltern noch die Lehrer, und schon gar nicht die Schüler. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Jedes Kind freut sich nach den Ferien auf die Schule. Die Lehrer sind gut erholt und sind motiviert. (Abg. Broukal nickt.) Sie nicken – das freut mich. Und was macht die SPÖ? – Ihr fällt nichts Besseres ein, als in den ersten zwei Schulwochen hier eine Dringliche Anfrage zum angeblichen Chaos in der Bildung zu stellen. Schämen Sie sich! Sie motivieren damit weder die Eltern noch die Lehrer, und schon gar nicht die Schüler. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Wir wissen, dass das Unterrichtssystem einem ständigen Wandel unterzogen ist und dass wir Veränderungen vornehmen müssen. Darüber sind wir uns hier alle einig, auch alle Bildungssprecher. Es ist aber äußerst durchsichtig und wirklich fadenscheinig, dass die SPÖ ein Bildungschaos heraufbeschwört. Das haben Sie heute nur aus taktischen Gründen gemacht. Ich sage nicht einmal: aus wahltaktischen Gründen, sondern Sie haben es aus taktischen Gründen gemacht, um vom größten Bankenskandal und vom ÖGB-Skandal abzulenken. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ein Held, hat es geheißen!
Der Kollege Verzetnitsch ist vor vier Monaten noch hier in Ihren Reihen gesessen, ist oft vorne neben dem Parteivorsitzenden Gusenbauer gesessen und war ein beliebter Kollege. (Abg. Scheibner: Ein Held, hat es geheißen!) Er war ein beliebter Kollege und wurde auch als Spitzenkandidat für diese Nationalratswahl gehandelt. Das haben Sie, glaube ich, auch schon wieder vergessen.
Abg. Broukal: Je nachdem, wie man ihn misst!
Und jetzt stelle ich Ihnen eine „PISA-Frage“: Wie groß ist der Erdumfang? – Der ist rund 42 000 km. (Abg. Broukal: Je nachdem, wie man ihn misst!) Und jetzt stellen wir uns einmal Folgendes vor: Der Herr Verzetnitsch spaziert den Äquator entlang, Hand in Hand mit Herrn Elsner und Herrn Flöttl und sonstigen Genossen. Er spaziert den ganzen Globus entlang und verliert jeden Kilometer – jeden Kilometer! – 1 Million Schilling. Wenn er die Erde umrundet hat, am Äquator, hat er sage und schreibe 42 000 Millionen Schilling verloren! Das ist genau die Summe, die die BAWAG und der ÖGB in den Sand gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Broukal: Das wissen aber nur Sie! Alle anderen wissen, dass es 2,1 Milliarden sind!) Dann rechnen Sie einmal nach! Aber ich weiß, das wollen Sie nicht hören, Sie wollen davon ablenken. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Broukal: Das wissen aber nur Sie! Alle anderen wissen, dass es 2,1 Milliarden sind!
Und jetzt stelle ich Ihnen eine „PISA-Frage“: Wie groß ist der Erdumfang? – Der ist rund 42 000 km. (Abg. Broukal: Je nachdem, wie man ihn misst!) Und jetzt stellen wir uns einmal Folgendes vor: Der Herr Verzetnitsch spaziert den Äquator entlang, Hand in Hand mit Herrn Elsner und Herrn Flöttl und sonstigen Genossen. Er spaziert den ganzen Globus entlang und verliert jeden Kilometer – jeden Kilometer! – 1 Million Schilling. Wenn er die Erde umrundet hat, am Äquator, hat er sage und schreibe 42 000 Millionen Schilling verloren! Das ist genau die Summe, die die BAWAG und der ÖGB in den Sand gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Broukal: Das wissen aber nur Sie! Alle anderen wissen, dass es 2,1 Milliarden sind!) Dann rechnen Sie einmal nach! Aber ich weiß, das wollen Sie nicht hören, Sie wollen davon ablenken. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Und jetzt stelle ich Ihnen eine „PISA-Frage“: Wie groß ist der Erdumfang? – Der ist rund 42 000 km. (Abg. Broukal: Je nachdem, wie man ihn misst!) Und jetzt stellen wir uns einmal Folgendes vor: Der Herr Verzetnitsch spaziert den Äquator entlang, Hand in Hand mit Herrn Elsner und Herrn Flöttl und sonstigen Genossen. Er spaziert den ganzen Globus entlang und verliert jeden Kilometer – jeden Kilometer! – 1 Million Schilling. Wenn er die Erde umrundet hat, am Äquator, hat er sage und schreibe 42 000 Millionen Schilling verloren! Das ist genau die Summe, die die BAWAG und der ÖGB in den Sand gesetzt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Broukal: Das wissen aber nur Sie! Alle anderen wissen, dass es 2,1 Milliarden sind!) Dann rechnen Sie einmal nach! Aber ich weiß, das wollen Sie nicht hören, Sie wollen davon ablenken. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Öllinger: Rasch – vor der Wahl noch?
Der Nationalrat wolle beschließen, dass die Bundesregierung weiterhin zur Sicherung und zur Steigerung der Qualität den eingeschlagenen Weg fortsetzt, dass die Familien mit dem Schulstartgeld unterstützt werden, dass die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 rasch umgesetzt wird (Abg. Öllinger: Rasch – vor der Wahl noch?), dass Kinder, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen, nicht mehr als 30 Prozent pro Klasse ausmachen, dass eine weitere Ausweitung der Tagesbetreuung möglich ist, dass die Berufsreifeprüfung an den Berufsschulen, die so genannte Lehre mit Matura, eingeführt wird und Kooperationsmodelle zwischen den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten entwickelt werden, damit die Durchlässigkeit der Lehrerausbildung gewährleistet ist. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Der Nationalrat wolle beschließen, dass die Bundesregierung weiterhin zur Sicherung und zur Steigerung der Qualität den eingeschlagenen Weg fortsetzt, dass die Familien mit dem Schulstartgeld unterstützt werden, dass die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25 rasch umgesetzt wird (Abg. Öllinger: Rasch – vor der Wahl noch?), dass Kinder, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen, nicht mehr als 30 Prozent pro Klasse ausmachen, dass eine weitere Ausweitung der Tagesbetreuung möglich ist, dass die Berufsreifeprüfung an den Berufsschulen, die so genannte Lehre mit Matura, eingeführt wird und Kooperationsmodelle zwischen den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten entwickelt werden, damit die Durchlässigkeit der Lehrerausbildung gewährleistet ist. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Sie reden – wir handeln! Das ist der Unterschied, und die Menschen wissen das zu schätzen. Sie werden es auch am 1. Oktober zu schätzen wissen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Bundesministerin! Wissen Sie, welcher Zustand es völlig unmöglich macht, etwas dazuzulernen? – Das ist dieses „Ich weiß eh schon alles, ich habe die Weisheit mit dem Löffel gefressen!“ Und das ist, glaube ich, das Problem. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen – BZÖ.) Das sagt man im Volksmund (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Woher wissen Sie, was man im Volksmund sagt?), und das kann man daher durchaus auch so im Hohen Haus sagen. Und das ist das Problem der ÖVP-Bildungspolitik und der ÖVP-Politik insgesamt. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Ihr seid Besserwisser!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Woher wissen Sie, was man im Volksmund sagt?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Bundesministerin! Wissen Sie, welcher Zustand es völlig unmöglich macht, etwas dazuzulernen? – Das ist dieses „Ich weiß eh schon alles, ich habe die Weisheit mit dem Löffel gefressen!“ Und das ist, glaube ich, das Problem. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen – BZÖ.) Das sagt man im Volksmund (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Woher wissen Sie, was man im Volksmund sagt?), und das kann man daher durchaus auch so im Hohen Haus sagen. Und das ist das Problem der ÖVP-Bildungspolitik und der ÖVP-Politik insgesamt. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Ihr seid Besserwisser!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Ihr seid Besserwisser!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Frau Bundesministerin! Wissen Sie, welcher Zustand es völlig unmöglich macht, etwas dazuzulernen? – Das ist dieses „Ich weiß eh schon alles, ich habe die Weisheit mit dem Löffel gefressen!“ Und das ist, glaube ich, das Problem. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen – BZÖ.) Das sagt man im Volksmund (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Woher wissen Sie, was man im Volksmund sagt?), und das kann man daher durchaus auch so im Hohen Haus sagen. Und das ist das Problem der ÖVP-Bildungspolitik und der ÖVP-Politik insgesamt. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Ihr seid Besserwisser!)
Beifall bei den Grünen.
Bezeichnend ist ja auch, dass heute der Bundeskanzler wieder nicht da ist, um genau das zu tun, nämlich Rechenschaft über die letzten sieben Jahre – und auch, wenn er antritt, Rechenschaft für kommende vier Jahre – abzulegen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ich habe gedacht, Seriosität ist gefragt? – Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie in der SPÖ-Werbeabteilung! Fühlen Sie sich wohl dort?
Genauso hören wir es heute: Jeder Jugendliche erhält einen Lehrplatz, die Klassenschülerhöchstzahlen werden gesenkt. – „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...!“ Und das ist, glaube ich, insbesondere ein Problem vom Bundeskanzler, der es nicht der Mühe wert findet, bei einer Bildungsdiskussion, wo es um das Schicksal von tausenden Jugendlichen geht, anwesend zu sein. (Abg. Scheibner: Ich habe gedacht, Seriosität ist gefragt? – Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie in der SPÖ-Werbeabteilung! Fühlen Sie sich wohl dort?)
Beifall bei den Grünen.
Herr Klubobmann Molterer, es ist Ihnen offensichtlich wurscht, dass tausende Jugendliche im Wesentlichen keine Chance mehr im Leben haben, wenn sie nicht lesen können. Und das sind nicht hunderte, sondern das sind jedes Jahr 18 000 junge Menschen. Diese Menschen haben nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in ihrem Alltag auf Grund von zehn Jahren ÖVP-Bildungspolitik eine wesentliche Kulturtechnik verwehrt bekommen. Und wenn jemand sagt: Es ist alles in Ordnung!, dann ignoriert er das Schicksal dieser jungen Menschen, denen Sie große Steinbrocken in den Weg gelegt haben – vor allem die Bildungsministerin. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös! – Abg. Amon: Typisch Wahlkampf!
Das sind Ihre Prioritäten, die Sie setzen. Und ich glaube, man kann den Österreicherinnen und Österreichern nicht verübeln, dass sie sagen: Von dieser Prioritätensetzung haben wir tatsächlich die Nase voll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös! – Abg. Amon: Typisch Wahlkampf!) – Typisch Wahlkampf? – Herr Kollege Amon, ich glaube, das Taferl mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ können Sie sich selber vors Gesicht halten. Sie erzählen Märchen – nachweislich! –, Sie erzählen Märchen, wie es auch 2002 war. Und heute ist es wieder so. Die Menschen haben sich das gemerkt. Fragen Sie sie einfach! Fragen Sie einfach irgendjemanden auf der Straße, ob er das Gefühl hat, dass Bildungsministerin Gehrer engagiert ist, was das Schicksal von jungen Leuten betrifft, dass sie da etwas bewegen will! – Im Gegenteil: Das typische Bild, das man von ihr hat, ist: Bitte lasst mich in Ruhe, mir ist das alles wurscht, es ist eh alles super, reden wir von etwas anderem! – Das ist das Bild der ÖVP-Bildungspolitik, und nicht diese Taferl-Geschichte! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dasselbe Gewäsch wie am Sonntag! Noch schwächer!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dasselbe Gewäsch wie am Sonntag! Noch schwächer!
Das sind Ihre Prioritäten, die Sie setzen. Und ich glaube, man kann den Österreicherinnen und Österreichern nicht verübeln, dass sie sagen: Von dieser Prioritätensetzung haben wir tatsächlich die Nase voll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös! – Abg. Amon: Typisch Wahlkampf!) – Typisch Wahlkampf? – Herr Kollege Amon, ich glaube, das Taferl mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ können Sie sich selber vors Gesicht halten. Sie erzählen Märchen – nachweislich! –, Sie erzählen Märchen, wie es auch 2002 war. Und heute ist es wieder so. Die Menschen haben sich das gemerkt. Fragen Sie sie einfach! Fragen Sie einfach irgendjemanden auf der Straße, ob er das Gefühl hat, dass Bildungsministerin Gehrer engagiert ist, was das Schicksal von jungen Leuten betrifft, dass sie da etwas bewegen will! – Im Gegenteil: Das typische Bild, das man von ihr hat, ist: Bitte lasst mich in Ruhe, mir ist das alles wurscht, es ist eh alles super, reden wir von etwas anderem! – Das ist das Bild der ÖVP-Bildungspolitik, und nicht diese Taferl-Geschichte! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dasselbe Gewäsch wie am Sonntag! Noch schwächer!)
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ergibt sich von selbst, glaube ich!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Kollegin, das war nicht korrekt, was die Redezeit betrifft! Dafür müsste ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. Das tue ich aber nicht. Der Antrag ist entsprechend eingebracht und hinreichend unterstützt. Sie haben aber nicht verlesen, dass es der Antrag der Abgeordneten Glawischnig-Piesczek, Pilz, Kogler, Freundinnen und Freunde betreffend Stornierung des Eurofighter-Kaufs zur Umschichtung von Budgetmitteln in den Bildungsbereich ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ergibt sich von selbst, glaube ich!)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Einzig Kollege Niederwieser hat einen Antrag eingebracht, und zwar auf Senkung der Klassenschülerzahl auf 25. – Herr Kollege Niederwieser, Ihnen ist entgangen, dass dieser Antrag bereits von den Regierungsparteien am 6. Juli dieses Jahres beschlossen wurde. Also, auch damit sind Sie zu spät gekommen. Unter dem Strich also keine einzige Idee von den Oppositionsparteien! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.) Ich glaube, das ist Grund genug dafür, dass man Sie auch dort belässt, wo Sie heute sind: in der Opposition – mangels Ideenlosigkeit.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Broukal, Sie versuchen, unser Bildungssystem in die Nähe des Bildungssystems der Türkei zu bringen. Auch hier agieren Sie so wie seinerzeit im ORF, wo Sie ja sehr selektiv agiert haben. Sie haben den Bericht offensichtlich nicht gelesen, Herr Kollege Broukal. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, ich wiederhole es noch einmal: So, wie er im ORF selektiv agiert hat und Partei ergriffen hat, agiert er auch hier im Parlament. Hier steht es ihm zu, nur muss er damit rechnen, dass wir darauf antworten.
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Ich glaube, es steht Ihnen nicht gut an, Dinge suggerieren zu wollen, die jeglicher Grundlage entbehren. Lesen Sie genau und bleiben Sie bei der Wahrheit, Kollege Broukal! Das reicht dann schon. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir haben die Zweidrittelmehrheit beseitigt, damit endlich Reformen umgesetzt werden können. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Wir haben die Jahresarbeitszeitregelung eingeführt. Wir haben die Schulrechtspakete I und II beschlossen, und es hat einen hervorragenden Schulstart gegeben – das können Sie nicht wegdiskutieren. Vom ersten Tag an einen ordentlichen Stundenplan, vom ersten Tag an einen ordentlichen Unterricht, und Schüler werden bis zum letzten Schultag ordnungsgemäß unterrichtet.
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Meine Damen und Herren, das sollten Sie sich merken: keine Vorschläge von der Opposition, aber sehr, sehr gute Vorschläge vom Kollegen Scheibner! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Kein einziger Vorschlag von der SPÖ!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Kein einziger Vorschlag von der SPÖ!)
Abg. Dr. Fekter: Nein! Ganz im Gegenteil!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Der überwiegende Anteil der Eltern ist sehr unzufrieden mit der Situation an Österreichs Schulen. (Abg. Dr. Fekter: Nein! Ganz im Gegenteil!) Das haben Sie auch gelesen. Das hören Sie wahrscheinlich auch. Sie bekommen wahrscheinlich ähnlichen Briefe wie wir. (Abg. Dr. Fekter: Höchstens in Wien! Es kann sein, dass das rote Wien wieder versagt!) Wahrscheinlich sind diese noch ein Stück empörter, da Sie der Grund dafür sind!
Abg. Dr. Fekter: Höchstens in Wien! Es kann sein, dass das rote Wien wieder versagt!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Der überwiegende Anteil der Eltern ist sehr unzufrieden mit der Situation an Österreichs Schulen. (Abg. Dr. Fekter: Nein! Ganz im Gegenteil!) Das haben Sie auch gelesen. Das hören Sie wahrscheinlich auch. Sie bekommen wahrscheinlich ähnlichen Briefe wie wir. (Abg. Dr. Fekter: Höchstens in Wien! Es kann sein, dass das rote Wien wieder versagt!) Wahrscheinlich sind diese noch ein Stück empörter, da Sie der Grund dafür sind!
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Und da haben Sie kalte Füße bekommen: Nachdem Sie jahrelang nichts für die Verbesserung der Situation an den Schulen gemacht haben, legen Sie jetzt einen Antrag vor, der bestenfalls schöne Worte beinhaltet, aber für die Situation an den Schulen genau nichts bewirken wird. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Und Sie wollen nicht einmal jetzt mitstimmen!
Sie haben kalte Füße bekommen! Jahrelang hat das BZÖ sozusagen als Ministrant bei der Sparpolitik an Österreichs Schulen mitgearbeitet. Österreichs Schulen wurden auch mit Ihrer Hilfe kaputtgespart! Und jetzt auf einmal tun Sie so, als ob etwas geändert werden sollte. (Abg. Scheibner: Und Sie wollen nicht einmal jetzt mitstimmen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie haben Anträge der SPÖ zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen abgelehnt. Durch den Antrag, den Sie jetzt zitiert und den Sie vor wenigen Wochen beschlossen haben, wurde nicht beschlossen, dass die Klassenschülerzahl gesenkt werden soll, sondern, dass geprüft werden soll, ob das wirklich notwendig ist! Das ist ein riesengroßer Unterschied! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Und Sie stimmen dagegen!
Jahrelang haben Sie die Kosten an den Schulen durch Ihre Politik erhöht, aber die Schülerbeihilfe wurde die ganzen langen Jahre, seitdem Sie im Amt sind, nicht angepasst, nicht erhöht! Anträge der SPÖ sind nicht behandelt worden. Das haben Sie nicht der Mühe wert gefunden. Erst jetzt haben Sie kalte Füße bekommen und Ihr Schulstartgeld als kleines Trostpflaster in Diskussion gebracht. (Abg. Scheibner: Und Sie stimmen dagegen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Der Antrag, den Sie heute beschließen wollen, verspricht aber kein Schulstartgeld: Es soll wieder geprüft werden, ob so etwas Ähnliches wie ein Schulstartgeld vielleicht eingeführt werden soll. Sie beschließen hier nur heiße Luft – an den Schulen wird sich dadurch leider nichts verändern! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie können ja nicht einmal lesen, Frau Kollegin!
Zu den Kosten, sehr geehrte Damen und Herren: Warum sind die Eltern so unzufrieden? – Die Situation an den Schulen ist in den letzten Jahren leider immer schlechter geworden, aber die Kosten sind deutlich angestiegen. Die Eltern geben für ein Schulkind im Jahr bereits 1 800 € aus (Abg. Scheibner: Sie können ja nicht einmal lesen, Frau Kollegin!), und der größte Brocken davon betrifft die Nachhilfekosten.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
140 Millionen € geben die Eltern für Nachhilfe aus. Das ist eine Verlagerung der Kosten, die Sie durch den Abbau von Lehrern, durch den Abbau von Lehrerstunden, durch den Abbau von Unterstützung an den Schulen einsparen. Die Unterstützung müssen jetzt die Eltern aus der eigenen Brieftasche teuer zukaufen. Sie sparen in Ihrem Budget ein und verschieben die Kosten auf das Haushaltsbudget der Privathaushalte. Die Eltern müssen das berappen, was Sie einsparen, und dafür werden Sie bei der Wahl die Rechnung präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ihre Zuwanderungspolitik!
Zurück zu den Nachhilfekosten: Die erschütternste Zahl, die die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist, dass schon die Volksschüler in hohem Ausmaß Nachhilfe brauchen! Nahezu jedes zehnte Volksschulkind braucht bereits Nachhilfe. Das ist die erschütterndste Zahl, die ich seit den PISA-Ergebnissen gehört habe. Jedes zehnte Volksschulkind! (Abg. Scheibner: Ihre Zuwanderungspolitik!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir wollen mit dieser Politik Schluss machen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir brauchen eine Politik, die nicht darauf abzielt, dass die Bildungschancen der Kinder darin bestehen, ob die Eltern dicke Brieftaschen haben oder nicht. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Wir wollen mit dieser Politik Schluss machen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir brauchen eine Politik, die nicht darauf abzielt, dass die Bildungschancen der Kinder darin bestehen, ob die Eltern dicke Brieftaschen haben oder nicht. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Sehr geehrte Regierungsbank! Herr Dr. Niederwieser, ich hoffe Sie haben vorhin gut zugehört! Frau Kuntzl, ihre Kollegin, hat nämlich gesagt beziehungsweise sich beschwert, dass im Bildungsbereich wenig weitergegangen wäre. Wie Sie und ich und alle anderen hier wissen, war es die SPÖ, die uns immer vor die Herausforderung gestellt hat, ob es eine Zweidrittelmehrheit im Bildungsbereich geben wird oder nicht. Ich hoffe, Sie haben sich diesen Vorwurf, der ihnen ins Stammbuch geschrieben sei, zu Herzen genommen! Wir haben ja gemerkt, dass seit der Abschaffung der Zweidrittelmehrheit wesentlich mehr weitergegangen ist und die Reform tatkräftig vollzogen werden konnte. Also: Dieser Vorwurf ist an Sie gerichtet! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Kontingent im Schuljahr 2002/2003 überzogen haben! Sie selbst haben sozusagen dafür gesorgt, dass dabei etwas nicht in Ordnung ist. Um das zu vertuschen, haben sogar Sachbearbeiter, die im Wiener Stadtschulrat dafür zuständig sind, alle Daten von Beauftragten, die sich jetzt im Ruhestand befinden, zu löschen versucht, damit ja nicht mehr herausgefunden werden kann, worum es sich dabei eigentlich handelt. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig!
Das ist Schummeln höchster Klasse! Das sind Unwahrheiten, die verbreitet werden! Wenn Ihnen jetzt in Wien Lehrer und Lehrerinnen abgehen, dann sind Sie dafür selbst verantwortlich, dass die Situation nicht in Ordnung ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Ganz richtig!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das ist allemal ein Grund, sich von irgendwelchen Wahlkampfplattitüden und Anträgen, die nicht einmal ausgereift sind, nicht beirren zu lassen. Herr Abgeordneter Broukal fordert nämlich zum Beispiel in einem Antrag, die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur solle die Studiengebühren abschaffen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Herr Kollege, seit wann schaffen einzelne Personen in Österreich Gesetze ab? (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Bereiten Sie zumindest Ihre Anträge ordentlich vor! Die BürgerInnen werden sich am Wahltag ihr eigenes Bild machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Herr Kollege, seit wann schaffen einzelne Personen in Österreich Gesetze ab? (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Bereiten Sie zumindest Ihre Anträge ordentlich vor! Die BürgerInnen werden sich am Wahltag ihr eigenes Bild machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
die Zukunft der SPÖ! Denn das, was Sie heute hier machen, ist Wahlkampf auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern. Das ist es, was Sie mit der heutigen Anfrage tun! Es geht Ihnen nur um Ihre eigene Zukunft! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe meine Tochter mit gutem Gewissen in eine – im Gegensatz zu Herrn Dr. Gusenbauer – öffentliche Schule gegeben. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wir ein gutes Schulsystem haben und dass unsere öffentlichen Schulen gut, wenn nicht sogar besser als private Schulen sind. Auf jeden Fall sind sie sehr gut! Im Gegensatz zu Dr. Gusenbauer, der meint, dass er sein Kind lieber in eine private Schule gibt, halte ich es für richtig, dass man sein Kind in eine öffentliche Schule gibt, wenn man Regierungspolitik betreibt. Sie haben es in der Zeit, in der Ihre Partei in der Regierung war, nicht für notwendig erachtet, Ihr Kind in eine öffentliche Schule zu geben. Das zeugt von Ihrer Art, Regierungspolitik zu machen, dass Sie selbst das nicht in Anspruch nehmen, was Sie für andere zur Verfügung stellen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Broukal: Mit nichtdeutscher Muttersprache ...!
Wir wollen aber mit unserem Entschließungsantrag noch einen Schritt weiter gehen, indem wir sagen, es darf in Schulen nicht sein – und es gibt Beispiele in Wien und in Graz –, dass der Ausländeranteil in Klassen mehr als 30 oder sogar über 50 Prozent beträgt, sodass ein gedeihlicher Ablauf in der Klasse für Lehrer und Schüler nicht mehr machbar ist. In unserem Entschließungsantrag steht, dass der Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache 30 Prozent nicht übersteigen darf. (Abg. Broukal: Mit nichtdeutscher Muttersprache ...!) – Mit nichtdeutscher Muttersprache, ja! (Abg. Brosz: Deutschkenntnisse!)
Abg. Brosz: Deutschkenntnisse!
Wir wollen aber mit unserem Entschließungsantrag noch einen Schritt weiter gehen, indem wir sagen, es darf in Schulen nicht sein – und es gibt Beispiele in Wien und in Graz –, dass der Ausländeranteil in Klassen mehr als 30 oder sogar über 50 Prozent beträgt, sodass ein gedeihlicher Ablauf in der Klasse für Lehrer und Schüler nicht mehr machbar ist. In unserem Entschließungsantrag steht, dass der Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache 30 Prozent nicht übersteigen darf. (Abg. Broukal: Mit nichtdeutscher Muttersprache ...!) – Mit nichtdeutscher Muttersprache, ja! (Abg. Brosz: Deutschkenntnisse!)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Das ist ein guter Schritt und ich freue mich, dass Sie selbst erkannt haben, dass es wichtig und notwendig ist, dass Kinder vor dem Schuleintritt geeignete Deutschkenntnisse besitzen müssen. Wir leisten mit unserer Arbeit unseren Beitrag dazu, dass das ermöglicht wird, damit unsere österreichischen Kinder auch einen guten Schulunterricht erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Ich finde es äußerst bedauerlich, dass gerade Sie seitens der SPÖ es schon in dem Gespräch mit Peter Westenthaler abgelehnt haben, so einer guten Initiative überhaupt Ihre Zustimmung zu geben, weil Sie das nur als Tropfen auf den heißen Stein empfinden. Wir halten das Schulstartgeld für Österreicherinnen und Österreicher für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Gusenbauer.
Was ich heute hier an Selbstlob gehört habe, steht doch in einem ungeheuren Widerspruch zu dem, was Sie ständig sagen wollen: Die Unis müssen sich dem internationalen Wettbewerb stellen, die Forscher sollen sich dem Wettbewerb stellen. – Und was geschieht dann? Kaum werden internationale Daten und Zahlen genannt – und zwar die der OECD und anderer internationaler Experten –, hört man immer: Nein, das stimmt nicht! Das ist falsch! – Nur Sie liegen goldrichtig, aber nur dann, wenn der Goldpreis am Tiefpunkt steht, so denke ich. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Gusenbauer.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war ein Witz mit Vorurteilen!
Wenn man die Realität dermaßen verleugnet, ist auch eine wissenschaftliche Debatte nicht möglich. Wir sehen laut OECD, nur Frankreich und Österreich hatten im Jahr 2004 weniger Studierende als 1995. Nur zwei Länder! Ich muss die ÖVP und das BZÖ anflehen: Nehmen Sie die Türkei in die EU auf! Wissen Sie, warum? Dann sind wir nicht mehr am letzten Platz, was die Akademikerrate pro Jahrgang betrifft, sondern am vorletzten! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war ein Witz mit Vorurteilen!) Ja, so ist das.
Abg. Dr. Fekter: Das ist eine von zwei ...!
Schauen Sie auf die Universität Zürich: Die Technische Hochschule Zürich ist gleich groß wie die Technische Hochschule Wien und hat das vierfache Budget! (Abg. Dr. Fekter: Das ist eine von zwei ...!) Und da sagen Sie: alles in Butter, alles super!
Abg. Dr. Fekter: Nein!
Österreich hat Betreuungsverhältnisse für Studierende, die weit unter dem OECD-Schnitt liegen: 20 Studierende pro einen Lehrenden. Der OECD-Schnitt liegt bei 15,3. (Abg. Dr. Fekter: Nein!) – Nein? Dann sagen Sie bitte: Die APA lügt, die OECD lügt. – Das ist doch unerhört, über Wissenschaft zu reden und alle Daten und Fakten einfach zu leugnen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Österreich hat Betreuungsverhältnisse für Studierende, die weit unter dem OECD-Schnitt liegen: 20 Studierende pro einen Lehrenden. Der OECD-Schnitt liegt bei 15,3. (Abg. Dr. Fekter: Nein!) – Nein? Dann sagen Sie bitte: Die APA lügt, die OECD lügt. – Das ist doch unerhört, über Wissenschaft zu reden und alle Daten und Fakten einfach zu leugnen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Also bitte keine Märchen, sondern Bildung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist aber eine andere Information! ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Da uns mitgeteilt wurde, dass die Fernsehübertragung um 16.30 Uhr enden wird, werde ich die Redezeit der letzten Runde in dieser Zeit auf jeweils 2 Minuten reduzieren. (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber eine andere Information! ...!)
Weitere Zwischenrufe. – Abg. Scheibner: Kann man das einmal klären?
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap zu Wort. (Weitere Zwischenrufe. – Abg. Scheibner: Kann man das einmal klären?)
Ruf: ... 46!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Das ist zwar alles absprachenwidrig, ... (Ruf: ... 46!) 46? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Also wie lange ist das jetzt? Kann man das klären? (Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Das ist zwar alles absprachenwidrig, ... (Ruf: ... 46!) 46? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Also wie lange ist das jetzt? Kann man das klären? (Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!)
Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Das ist zwar alles absprachenwidrig, ... (Ruf: ... 46!) 46? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Also wie lange ist das jetzt? Kann man das klären? (Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!)
Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: So geht das aber nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Der ORF hat uns mitgeteilt, die Fernsehübertragung endet um 16.30 Uhr. Daher muss ich die letzte Runde auf alle vier Fraktionen aufteilen, und daher verbleiben für jede Fraktion 2 Minuten. (Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: So geht das aber nicht!)
Abg. Mag. Molterer begibt sich zum Präsidium.
Ich glaube, dass die Bildungspolitik der Regierung, der Frau Ministerin Gehrer auch wirtschaftsfeindlich ist – nicht nur emanzipationsfeindlich, nicht nur gegen die sozial Benachteiligten, nicht nur gegen die geographisch Benachteiligten, sondern auch wirtschaftsfeindlich! Die Wirtschaft will gut ausgebildete Arbeitskräfte haben. Das Ergebnis – siehe PISA, siehe OECD –: Das ist nicht garantiert! – Und das ist auch einer der vielen Kritikpunkte, die zu Recht vorgebracht werden. (Abg. Mag. Molterer begibt sich zum Präsidium.)
Abg. Dr. Brinek: In Deutschland!
Wenn Sie keinen Vergleich mit anderen Ländern zulassen, so kann ich Ihnen schon Folgendes sagen: In einer der letzten Ausgaben des „profil“ ist gestanden, nur noch Sie halten fest daran, dass man im Alter von zehn Jahren in Gymnasiasten und Hauptschüler zu trennen hat. Weder in den USA noch in Japan, noch in Finnland, noch in Portugal noch sonstwo ist das noch der Fall – dort ist das längst nicht mehr so! (Abg. Dr. Brinek: In Deutschland!) –, und das sind alles Länder, die kein linksradikales Bildungssystem haben! Also skandalös! (Abg. Dr. Brinek: In Bayern, in Baden-Württemberg!)
Abg. Dr. Brinek: In Bayern, in Baden-Württemberg!
Wenn Sie keinen Vergleich mit anderen Ländern zulassen, so kann ich Ihnen schon Folgendes sagen: In einer der letzten Ausgaben des „profil“ ist gestanden, nur noch Sie halten fest daran, dass man im Alter von zehn Jahren in Gymnasiasten und Hauptschüler zu trennen hat. Weder in den USA noch in Japan, noch in Finnland, noch in Portugal noch sonstwo ist das noch der Fall – dort ist das längst nicht mehr so! (Abg. Dr. Brinek: In Deutschland!) –, und das sind alles Länder, die kein linksradikales Bildungssystem haben! Also skandalös! (Abg. Dr. Brinek: In Bayern, in Baden-Württemberg!)
Zwischenbemerkung des auf seinen Platz zurückkehrenden Abg. Mag. Molterer.
Und bei den Universitäten sage ich Ihnen das Gleiche: Vorher versprechen, es gebe keine Studiengebühren – und dann kommen die Studiengebühren! (Zwischenbemerkung des auf seinen Platz zurückkehrenden Abg. Mag. Molterer.) – Es ist eine recht spannende Möglichkeit, hier zu reden: Einmal heißt es, kürzer, einmal länger. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich meine, ich bin ja durchaus flexibel, und ich könnte über diese gesamte Misere der Bildungspolitik der Frau Ministerin ja nicht nur 2 Minuten oder 4 Minuten oder 5 Minuten, sondern eine halbe Stunde reden!
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Und bei den Universitäten sage ich Ihnen das Gleiche: Vorher versprechen, es gebe keine Studiengebühren – und dann kommen die Studiengebühren! (Zwischenbemerkung des auf seinen Platz zurückkehrenden Abg. Mag. Molterer.) – Es ist eine recht spannende Möglichkeit, hier zu reden: Einmal heißt es, kürzer, einmal länger. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich meine, ich bin ja durchaus flexibel, und ich könnte über diese gesamte Misere der Bildungspolitik der Frau Ministerin ja nicht nur 2 Minuten oder 4 Minuten oder 5 Minuten, sondern eine halbe Stunde reden!
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ
Abgeordneter Dr. Josef Cap (fortsetzend): Dann schlage ich vor: Ich fange jetzt von vorne an (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ) und habe jetzt doch noch 5 Minuten.
Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!
Der ganze Entschließungsantrag ist eine Lächerlichkeit! Zuerst kommt unterbrochen Weihrauch heraus – „den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortsetzen“ –, und dann kommt plötzlich mit dem Schulstartgeld die Forderung des BZÖ. (Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!) Ich frage mich: Haben Sie das nicht schon seit Jahren gewusst, dass sich auf Grund Ihrer Sozial- und Wirtschaftspolitik die Einkommen der Familien verschlechtert haben? Jetzt, 5 vor 12, am Abend, wo der Faule fleißig wird, kommen Sie daher (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mit einer Sondersitzung! – Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Wer hat denn die Sondersitzung einberufen?) mit all diesen Forderungen! Einfach lächerlich! Und genauso bei den Klassenschülerhöchstzahlen: Viel zu spät! Alles nur 5 Minuten vor 12! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mit einer Sondersitzung! – Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Wer hat denn die Sondersitzung einberufen?
Der ganze Entschließungsantrag ist eine Lächerlichkeit! Zuerst kommt unterbrochen Weihrauch heraus – „den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortsetzen“ –, und dann kommt plötzlich mit dem Schulstartgeld die Forderung des BZÖ. (Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!) Ich frage mich: Haben Sie das nicht schon seit Jahren gewusst, dass sich auf Grund Ihrer Sozial- und Wirtschaftspolitik die Einkommen der Familien verschlechtert haben? Jetzt, 5 vor 12, am Abend, wo der Faule fleißig wird, kommen Sie daher (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mit einer Sondersitzung! – Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Wer hat denn die Sondersitzung einberufen?) mit all diesen Forderungen! Einfach lächerlich! Und genauso bei den Klassenschülerhöchstzahlen: Viel zu spät! Alles nur 5 Minuten vor 12! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Der ganze Entschließungsantrag ist eine Lächerlichkeit! Zuerst kommt unterbrochen Weihrauch heraus – „den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortsetzen“ –, und dann kommt plötzlich mit dem Schulstartgeld die Forderung des BZÖ. (Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!) Ich frage mich: Haben Sie das nicht schon seit Jahren gewusst, dass sich auf Grund Ihrer Sozial- und Wirtschaftspolitik die Einkommen der Familien verschlechtert haben? Jetzt, 5 vor 12, am Abend, wo der Faule fleißig wird, kommen Sie daher (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mit einer Sondersitzung! – Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Wer hat denn die Sondersitzung einberufen?) mit all diesen Forderungen! Einfach lächerlich! Und genauso bei den Klassenschülerhöchstzahlen: Viel zu spät! Alles nur 5 Minuten vor 12! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Murauer. – Abg. Wattaul: ... Flöttl-Konto?
bildungspolitischen Bereich! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Murauer. – Abg. Wattaul: ... Flöttl-Konto?)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben immerhin sechs Jahre Zeit gehabt! Und ich habe mich die ganze Zeit gefragt: Wieso gibt es diese Bildungsvendetta gegen den von Ihnen eingesetzten Günter Haider, den Vorsitzenden dieser Bildungszukunftskommission? Der wird ja verfolgt von Ihnen! – Nun: weil er eben keine Marionettenfigur war, weil er erkannt hat, nicht anhand ausländischer Beispiele, sondern auf Grund der Untersuchungen, was für das österreichische Bildungssystem notwendig wäre, damit ein emanzipierter Mensch, ein sozial denkender Mensch und vor allem ein qualifizierter Mensch für die Wirtschaft herauskommt – und nicht der Gehrer-Mensch in der Gehrer-Schule und in der Gehrer-Universität. Das ist Ideologie, was Sie betreiben, tiefste konservative Steinzeit-Ideologie! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber den Marx müssen wir auch nicht auswendig können!
Sie von der ÖVP hätten doch am liebsten immer noch die Klosterschule, eine Schule wie im 13. und 14. Jahrhundert, in der man mit der Entenfeder auf Pergament kratzt und die Bibel abschreibt! Das kann doch kein Bildungsmodell sein! (Abg. Scheibner: Aber den Marx müssen wir auch nicht auswendig können!) Ich weiß eh, warum Sie es nicht wollen, wenn Günter Haider sagt: Kein Sitzenbleiben, Wegfall des Wiederholens einer Klasse, jeder Schüler soll nur den Kurs wiederholen, in dem er negativ war! – Da sagen Sie von der ÖVP, das sei „linksradikale Leistungsfeindlichkeit“! – Günter Haider hat das als einen von zwölf Punkten präsentiert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Sonnberger: Der war gut! Der war sehr gut! – Lebhafte ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Sonnberger.
Letzter Punkt – Klubobmann Molterer wird sicherlich mit dem kommen –, zur heutigen Ausgabe von „Österreich“: Die ÖVP hat da die Finger drinnen, wenn sie jetzt so tut, als ob es da irgendeine BAWAG-Finanzierung der SPÖ gäbe! Das ist ein Justizskandal, wenn hier behauptet wird, Herr Flöttl junior habe so zwischen Tür und Angel gesagt, es hätte eine Parteifinanzierung für die SPÖ gegeben! Ein Plaudern war das, steht da drinnen! – Das ist doch nichts anderes als eine ÖVP-Intrige für Ihren Wahlkampf! Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Sonnberger: Der war gut! Der war sehr gut! – Lebhafte ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Sonnberger.) Ihr verräterisches Lachen beweist das auch!
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das ist ein wirklicher Skandal, ein Justizskandal! Und Sie von der ÖVP haben da die Finger drin! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Heute aber stellen Sie sich hier her und tun so, als ob Sie damit nichts zu tun hätten! Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist ein wirklicher Skandal, ein Justizskandal! Und Sie von der ÖVP haben da die Finger drin! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Heute aber stellen Sie sich hier her und tun so, als ob Sie damit nichts zu tun hätten! Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit sowie Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Mitglieder der Bundesregierung! Wenn da jemand einen Notstand hat, dann ist es die SPÖ. Offensichtlicher hätten Sie das gar nicht bestätigen können, Herr Kollege Cap! (Beifall bei der ÖVP.) Sie von der SPÖ haben einen Erklärungsnotstand – und einen politischen Notstand! Wie wollen Sie denn den kleinen Sparerinnen und Sparern, wie wollen Sie Ihren Mitgliedern erklären, dass in der BAWAG 3,5 Milliarden € verzockt, verspielt und in der Karibik verschwunden sind?! (Abg. Dr. Fekter: Aber die
Abg. Dr. Fekter: Ja! So schaut’s aus!
Wie erklären Sie denn den Mitgliedern der Gewerkschaft, dass die BAWAG ins Ausland verkauft werden muss, an jene „Heuschrecken-Kapitalisten“, gegen die die SPÖ Sturm gelaufen ist? Das ist Ihr Erklärungsnotstand. Wie erklären Sie denn, dass der Gewerkschaftsbund 2,2 Milliarden € Schulden hat?! Stellen Sie sich nur vor, was man alleine bildungspolitisch mit diesem Geld hätte machen können! Das Geld aber ist weg, futsch; fort ist es! (Abg. Dr. Fekter: Ja! So schaut’s aus!) Das ist Ihr Notstand, Herr Kollege Cap! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Wie erklären Sie denn den Mitgliedern der Gewerkschaft, dass die BAWAG ins Ausland verkauft werden muss, an jene „Heuschrecken-Kapitalisten“, gegen die die SPÖ Sturm gelaufen ist? Das ist Ihr Erklärungsnotstand. Wie erklären Sie denn, dass der Gewerkschaftsbund 2,2 Milliarden € Schulden hat?! Stellen Sie sich nur vor, was man alleine bildungspolitisch mit diesem Geld hätte machen können! Das Geld aber ist weg, futsch; fort ist es! (Abg. Dr. Fekter: Ja! So schaut’s aus!) Das ist Ihr Notstand, Herr Kollege Cap! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wir haben eine Bildungsdebatte, das wissen Sie eh?
Wie erklären Sie denn Ihren Mitgliedern, den vielen kleinen Wählerinnen und Wählern, dass das vor Kurzem noch hier im Nationalrat sitzende „SPÖ-Urgestein“ Verzetnitsch, ehemaliger Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 820 000 € an Abfertigungs- und Pensionsanspruch stellt?! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wir haben eine Bildungsdebatte, das wissen Sie eh?) Das ist Ihr Notstand, ein wirklicher politischer Erklärungsnotstand! (Abg. Dr. Puswald: Zur Sache, Herr Molterer!)
Abg. Dr. Puswald: Zur Sache, Herr Molterer!
Wie erklären Sie denn Ihren Mitgliedern, den vielen kleinen Wählerinnen und Wählern, dass das vor Kurzem noch hier im Nationalrat sitzende „SPÖ-Urgestein“ Verzetnitsch, ehemaliger Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 820 000 € an Abfertigungs- und Pensionsanspruch stellt?! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wir haben eine Bildungsdebatte, das wissen Sie eh?) Das ist Ihr Notstand, ein wirklicher politischer Erklärungsnotstand! (Abg. Dr. Puswald: Zur Sache, Herr Molterer!)
Die Abgeordneten Dr. Stummvoll und Dr. Sonnberger: Ungeheuerlich!
Wie erklären Sie denn den ÖGB-Mitarbeitern, dass sie bei den Pensionen befürchten müssen, bis zu 70 Prozent zu verlieren? – So weit haben Sie es gebracht mit dieser Politik des roten Netzwerkes! (Die Abgeordneten Dr. Stummvoll und Dr. Sonnberger: Ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Stummvoll: 1 Million!
Und, Herr Kollege Cap, wie erklären Sie denn, dass sich Ihr ehemaliger Parteivorsitzender ganz offensichtlich in diesem roten Netzwerk BAWAG-Geld mittendrin befindet? (Abg. Dr. Stummvoll: 1 Million!) SPÖ mittendrin, kann ich nur sagen!
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wenn Sie, Herr Kollege Cap, den Redakteurinnen und Redakteuren der Zeitschrift „Österreich“ die Unabhängigkeit absprechen, dann ist das Ihr politischer Stil. Ich tue das nicht! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich denke, dass diese ein höheres Maß an politischer Verantwortung haben als Sie, Herr Kollege Cap. Dass Sie vertuschen wollen, das verstehe ich, denn wer solche Probleme hat, die er niemandem mehr erklären kann, der geht dann sogar so weit, die unabhängige Presse anzuagitieren und zu attackieren. – Wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Wenn Sie, Herr Kollege Cap, den Redakteurinnen und Redakteuren der Zeitschrift „Österreich“ die Unabhängigkeit absprechen, dann ist das Ihr politischer Stil. Ich tue das nicht! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich denke, dass diese ein höheres Maß an politischer Verantwortung haben als Sie, Herr Kollege Cap. Dass Sie vertuschen wollen, das verstehe ich, denn wer solche Probleme hat, die er niemandem mehr erklären kann, der geht dann sogar so weit, die unabhängige Presse anzuagitieren und zu attackieren. – Wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wir sagen ganz klar nein zu einem rot-grünen Bildungsexperiment, das dem Bildungsstandort und dem Wirtschaftsstandort Österreich schweren Schaden zufügen würde. Nein, sagen wir dazu, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Öllinger: Wo denn?
Wir wollen die Wahlfreiheit, und darin, Herr Kollege Van der Bellen, unterscheiden wir uns massiv! Wir sind gemeinsam mit 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für Wahlfreiheit und nicht für Zwang. Das verstehe ich bei Ihnen ja überhaupt nicht: dass Sie sich jetzt plötzlich im Windschatten der SPÖ, die ja immer eher für Zwang gewesen ist und für Zentralismus, bei Rot-Grün anhängen und am Ende ein sozialistisches Bildungsmodell billigen werden. (Abg. Öllinger: Wo denn?) Das verstehe ich überhaupt nicht mehr. Das ist doch völlig jenseits von dem, was Sie bisher gesagt haben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Wahlfreiheit ist unser Angebot an die Eltern und an die Schüler. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ sowie Bravorufe bei der ÖVP.
Diese Nivellierung von Rot-Grün wird es mit uns nicht geben! Wir sind für ein duales Berufssystem, wir sind für ein dezentrales Modell der Verantwortung und nicht für den rot-grünen Einheitsbrei in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ sowie Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Vom Westenthaler!
Angefangen hat es mit einem Brief, verlesen von Herrn Dr. Gusenbauer; er hat wahrscheinlich schon davon gehört, dass Briefe interessant sein können. Er hat den Brief einer siebenjährigen Schülerin vorgelesen, die sich bei ihm beschwert hat. (Abg. Öllinger: Vom Westenthaler!) Der ist nicht sieben Jahre, Kollege Öllinger; aufpassen! Wenn man auch eine Tafel oben hat, man ist nicht gleich irgendwie – Sie wissen wie.
Rufe bei der SPÖ: Leider!
Ich habe mir dann schon gedacht, Herr Dr. Gusenbauer: Das ist doch dieselbe Frau Bundesministerin Gehrer, die Sie jahrelang in einer großen Koalition unterstützt haben, oder? Ist das dieselbe Bundesministerin Gehrer, die Sie fünf Jahre ... (Rufe bei der SPÖ: Leider!) Dass Ihre Kollegen in den hinteren Reihen „leider“ sagen, zeugt wahrscheinlich davon, dass Sie in der Partei weit umstrittener sind, als das Wahlergebnis von letzter Woche zeigt, denn fünf Jahre lang haben Sie diese Bundesministerin und diese Regierung federführend als Abgeordneter mitbestimmt, mitunterstützt und auch mitgetragen.
Abg. Dr. Fekter: Im September?!
Und Herr DDr. Niederwieser fordert in einem Antrag, dass ab 1. Oktober 2006 die Klassenschülerhöchstzahl auf maximal 25 Schüler gesenkt werden soll. (Abg. Dr. Fekter: Im September?!) Mit 1. Oktober. – Das fällt ihm jetzt ein.
Abg. Silhavy: Wie viele Kinder sind in der Klasse?
Die Schüler sind nun aber aufgeteilt, die Klassen sind in Betrieb, das ganze System beginnt zu funktionieren – auch meine Tochter hat gestern ihren ersten Schultag gehabt –, die Klassen sind verteilt; mein Sohn ist in der vierten Klasse, freut sich über seine Mitschüler und Mitschülerinnen. (Abg. Silhavy: Wie viele Kinder sind in der Klasse?) Leider sehr wenige, weil es eine kleine Schule ist. Aber in Kärnten bleiben auch kleine Schulen erhalten, und daher können diese Kinder in einer kleinen Schule auf dem Land eine ordentliche Ausbildung genießen.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... Problem, dass österreichische Schulen gesperrt werden!
Jetzt will die SPÖ (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... Problem, dass österreichische Schulen gesperrt werden!) – Frau Kollegin Glawischnig, hören Sie zu!; ich hoffe, Sie stimmen da nicht zu – ab 1. Oktober die Klassenschülerhöchstzahlen ändern und somit den gesamten Schulbetrieb verändern. Wenn das nicht so wäre und Sie das auch erst im nächsten Jahr umgesetzt haben wollten, dann könnten Sie unserem Antrag zustimmen, denn wir haben einen Antrag dahin gehend eingebracht. Ihr Antrag würde für Chaos in den Schulen sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Silhavy: Dafür ist Frau Ministerin Gehrer zuständig!) – Frau Kollege Silhavy, danke für den Zwischenruf.
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Silhavy: Dafür ist Frau Ministerin Gehrer zuständig!
Jetzt will die SPÖ (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... Problem, dass österreichische Schulen gesperrt werden!) – Frau Kollegin Glawischnig, hören Sie zu!; ich hoffe, Sie stimmen da nicht zu – ab 1. Oktober die Klassenschülerhöchstzahlen ändern und somit den gesamten Schulbetrieb verändern. Wenn das nicht so wäre und Sie das auch erst im nächsten Jahr umgesetzt haben wollten, dann könnten Sie unserem Antrag zustimmen, denn wir haben einen Antrag dahin gehend eingebracht. Ihr Antrag würde für Chaos in den Schulen sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Silhavy: Dafür ist Frau Ministerin Gehrer zuständig!) – Frau Kollege Silhavy, danke für den Zwischenruf.
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Und das waren – und das muss man auf der Zunge zergehen lassen! – die Anträge der SPÖ zur heutigen Sondersitzung. Das sind die „innovativen“, „tollen“ Ideen einer Partei, die mehr Fairness für das Land fordert, einer Partei, die die Macht übernehmen will und den Kanzleranspruch stellt! – Da glaube ich, dass Sie zu weinen anfangen, Herr Kollege Cap, da würde ich mir auch die Nase putzen, denn: Drei Anträge, davon zwei Anträge zum Studienbereich und einen betreffend die Klassenschülerhöchstzahlen des nächsten Jahres – wenn das die ganze Vision der Opposition zur Bildungspolitik ist, dann hat sich, glaube ich, das Ganze mit dem heutigen Tag selbst gerichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Abg. Scheibner: In Wien nicht!
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
in Richtung des Abg. Gradwohl
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Abg. Parnigoni: O ja!
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Nein!
Da die Kollegen von der ÖVP heute schon gesagt haben, es laufe alles gut und wir seien gut unterwegs, und weil es ja auch die Inserate mit dem Slogan „Österreich. Bleibt besser.“ gibt, wo der Herr Bundeskanzler sagt: Wir müssen ordentlich weitermachen!, muss ich natürlich die Frage ansprechen: Mit wem will man ordentlich weitermachen? – Mit den Roten? (Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Nein!) Mit diesen Visionen? – Mit den Grünen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schon gar nicht! Das schon gar nicht!), die in Wirklichkeit inhaltsleer waren, wie bei der „Pressestunde“? – Oder schaut man, dass es nach dem 1. Oktober eine ordentliche bürgerliche Mehrheit gibt?
Abg. Dr. Partik-Pablé: Schon gar nicht! Das schon gar nicht!
Da die Kollegen von der ÖVP heute schon gesagt haben, es laufe alles gut und wir seien gut unterwegs, und weil es ja auch die Inserate mit dem Slogan „Österreich. Bleibt besser.“ gibt, wo der Herr Bundeskanzler sagt: Wir müssen ordentlich weitermachen!, muss ich natürlich die Frage ansprechen: Mit wem will man ordentlich weitermachen? – Mit den Roten? (Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Nein!) Mit diesen Visionen? – Mit den Grünen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schon gar nicht! Das schon gar nicht!), die in Wirklichkeit inhaltsleer waren, wie bei der „Pressestunde“? – Oder schaut man, dass es nach dem 1. Oktober eine ordentliche bürgerliche Mehrheit gibt?
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir werden für diese Mehrheit kämpfen! Und ich möchte, nachdem die Sondersitzung der SPÖ (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – heute so sehr in die Hose gegangen ist, wie wenn ein Erstklassler das erste Mal in die Schule kommt, Herrn Cap stellvertretend, weil Herr Doktor Gusenbauer nicht da ist, eine orange Schultüte mitgeben (der Redner hält eine große, leere orange Papiertüte in die Höhe), die leer ist – nämlich genauso inhaltsleer wie Ihre Ideen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Orange Schultüte: Leer! – Abg. Parnigoni: Eine orange Schultüte – und leer! Nichts drin! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch überreicht Herrn Abg. Dr. Cap die obgenannte orange Papiertüte.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Orange Schultüte: Leer! – Abg. Parnigoni: Eine orange Schultüte – und leer! Nichts drin! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch überreicht Herrn Abg. Dr. Cap die obgenannte orange Papiertüte.
Wir werden für diese Mehrheit kämpfen! Und ich möchte, nachdem die Sondersitzung der SPÖ (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – heute so sehr in die Hose gegangen ist, wie wenn ein Erstklassler das erste Mal in die Schule kommt, Herrn Cap stellvertretend, weil Herr Doktor Gusenbauer nicht da ist, eine orange Schultüte mitgeben (der Redner hält eine große, leere orange Papiertüte in die Höhe), die leer ist – nämlich genauso inhaltsleer wie Ihre Ideen! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Orange Schultüte: Leer! – Abg. Parnigoni: Eine orange Schultüte – und leer! Nichts drin! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch überreicht Herrn Abg. Dr. Cap die obgenannte orange Papiertüte.)
Beifall bei den Grünen.
Fünf Anträge auf Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen, laufend Anträge, alle haben Sie niedergestimmt, und jetzt glauben Sie, dass Ihnen irgendwer da draußen abnimmt, dass Sie die Klassenschülerzahlen senken werden? – Da sitzt dann wieder Herr Finanzminister Grasser oben – den werden Sie dazu nämlich brauchen –, und er hat sich da immer klar deklariert: Dafür wird es keinen einzigen Euro geben! ÖVP wählen heißt also, große Klassen wählen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Und heute? – Sie können sich gerne informieren: ein renommiertes Gymnasium in Graz, drei 5. Klassen, eine Klasse mit 37 SchülerInnen, eine mit 35 und eine mit 26 SchülerInnen. 37 und 35 SchülerInnen in der 5. Klasse AHS unter Ihrer Bildungspolitik – das ist nicht zu rechtfertigen, Frau Bildungsministerin! Das ist eine Bildungsmisere, da können Sie es drehen und wenden, wie Sie wollen. Diese Bildungspolitik, die sie gemacht haben, hat versagt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Ja!
fragen, was da heute beschlossen werden soll. Ich lese Ihnen einmal folgende Forderung vor: „die Verabschiedung eines Bundesgesetzes, mit dem eine Begrenzung des Anteils von SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache in Pflicht- und Berufsschulklassen auf höchstens 30 Prozent gewährleistet wird“. (Abg. Dr. Fekter: Ja!)
Abg. Dr. Fekter: Ist ein gutes Modell!
Das finden Sie gut, Frau Kollegin Fekter, oder? (Abg. Dr. Fekter: Ist ein gutes Modell!) „Ist ein gutes Modell“, sagt Frau Fekter. (Abg. Dr. Fekter: Ein gutes Modell!) Wissen Sie, woher diese Forderung ist? – Das steht wörtlich im Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 – wortwörtliches Zitat! Das sei eine wunderbare Idee, sagen Sie, Frau Kollegin Fekter. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die ÖVP setzt heute das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 um, mit einer Forderung, dass nicht mehr als 30 Prozent an SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache in den Klassen sitzen sollen.
Abg. Dr. Fekter: Ein gutes Modell!
Das finden Sie gut, Frau Kollegin Fekter, oder? (Abg. Dr. Fekter: Ist ein gutes Modell!) „Ist ein gutes Modell“, sagt Frau Fekter. (Abg. Dr. Fekter: Ein gutes Modell!) Wissen Sie, woher diese Forderung ist? – Das steht wörtlich im Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 – wortwörtliches Zitat! Das sei eine wunderbare Idee, sagen Sie, Frau Kollegin Fekter. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die ÖVP setzt heute das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 um, mit einer Forderung, dass nicht mehr als 30 Prozent an SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache in den Klassen sitzen sollen.
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das finden Sie gut, Frau Kollegin Fekter, oder? (Abg. Dr. Fekter: Ist ein gutes Modell!) „Ist ein gutes Modell“, sagt Frau Fekter. (Abg. Dr. Fekter: Ein gutes Modell!) Wissen Sie, woher diese Forderung ist? – Das steht wörtlich im Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 – wortwörtliches Zitat! Das sei eine wunderbare Idee, sagen Sie, Frau Kollegin Fekter. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die ÖVP setzt heute das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1994 um, mit einer Forderung, dass nicht mehr als 30 Prozent an SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache in den Klassen sitzen sollen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wissen Sie, was das heißen wird? – Da werden Sechsjährige in Busse gesetzt und durch die Stadt transportiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Na selbstverständlich, sie werden durch die Stadt transportiert (Abg. Dr. Brinek: Nein!), damit Sie endlich Herrn Dr. Haider und seiner Fraktion Recht geben, die Ihnen eine integrationsfeindliche und ausländerfeindliche Politik vorgeschlagen haben. (Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Ich bin entsetzt, ich bin wirklich entsetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Nein!
Wissen Sie, was das heißen wird? – Da werden Sechsjährige in Busse gesetzt und durch die Stadt transportiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Na selbstverständlich, sie werden durch die Stadt transportiert (Abg. Dr. Brinek: Nein!), damit Sie endlich Herrn Dr. Haider und seiner Fraktion Recht geben, die Ihnen eine integrationsfeindliche und ausländerfeindliche Politik vorgeschlagen haben. (Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Ich bin entsetzt, ich bin wirklich entsetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wissen Sie, was das heißen wird? – Da werden Sechsjährige in Busse gesetzt und durch die Stadt transportiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Na selbstverständlich, sie werden durch die Stadt transportiert (Abg. Dr. Brinek: Nein!), damit Sie endlich Herrn Dr. Haider und seiner Fraktion Recht geben, die Ihnen eine integrationsfeindliche und ausländerfeindliche Politik vorgeschlagen haben. (Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Ich bin entsetzt, ich bin wirklich entsetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wissen Sie, was das heißen wird? – Da werden Sechsjährige in Busse gesetzt und durch die Stadt transportiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Na selbstverständlich, sie werden durch die Stadt transportiert (Abg. Dr. Brinek: Nein!), damit Sie endlich Herrn Dr. Haider und seiner Fraktion Recht geben, die Ihnen eine integrationsfeindliche und ausländerfeindliche Politik vorgeschlagen haben. (Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Ich bin entsetzt, ich bin wirklich entsetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Drei Wochen vor der Nationalratswahl setzt die ÖVP im Parlament das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ um – wunderbar! Und wissen Sie, warum? – Damit Sie einen gemeinsamen Entschließungsantrag mit Herrn Kollegen Scheibner und seiner Fraktion zusammenbekommen, damit diese nicht zustimmen, dass Bildungsministerin Gehrer mit einem Misstrauensantrag bedroht wird und heute ihr Amt verliert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dafür sind Sie bereit, alles über Bord zu werfen, und dafür sind Sie bereit, alles anzunehmen – selbst die Forderungen, die Sie jahrelang abgelehnt haben. Jahrelang sind Sie hergegangen und haben gesagt: Kommt mit uns nicht in Frage, das Ausländer-Volksbegehren überschreitet Grenzen! Heute setzen Sie es um. Ihre WählerInnen sollten sich genau anschauen, was Sie da heute beschließen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Drei Wochen vor der Nationalratswahl setzt die ÖVP im Parlament das Ausländer-Volksbegehren der FPÖ um – wunderbar! Und wissen Sie, warum? – Damit Sie einen gemeinsamen Entschließungsantrag mit Herrn Kollegen Scheibner und seiner Fraktion zusammenbekommen, damit diese nicht zustimmen, dass Bildungsministerin Gehrer mit einem Misstrauensantrag bedroht wird und heute ihr Amt verliert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dafür sind Sie bereit, alles über Bord zu werfen, und dafür sind Sie bereit, alles anzunehmen – selbst die Forderungen, die Sie jahrelang abgelehnt haben. Jahrelang sind Sie hergegangen und haben gesagt: Kommt mit uns nicht in Frage, das Ausländer-Volksbegehren überschreitet Grenzen! Heute setzen Sie es um. Ihre WählerInnen sollten sich genau anschauen, was Sie da heute beschließen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Unsinn! Haben Sie heute nicht aufgepasst?
Frau Bildungsministerin Gehrer, Sie haben elf Jahre lang Zeit gehabt, Bildungspolitik in Österreich zu betreiben. Sie stellen sich jetzt her und tun so, als sei im Bildungsbereich alles bestens. Ich meine, das ist schon bemerkenswert. Sie könnten ja zumindest die eine Seite an Zusammenfassung der OECD lesen, das wäre eine Möglichkeit, wo steht, dass Österreich die niedrigsten AkademikerInnenraten in Europa hat, die niedrigsten Raten bei Übertritten von den Gymnasien in die Universitäten in ganz Europa, Klassenschülerzahlen, die steigen; Bildungsausgaben, die eingebrochen sind. Es gibt kein anderes europäisches Land, in dem ... (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Unsinn! Haben Sie heute nicht aufgepasst?)
Abg. Dr. Fekter: Und ob das ein Unsinn ist!
Das ist ein Unsinn? (Abg. Dr. Fekter: Und ob das ein Unsinn ist!) Frau Fekter, Sie haben heute einen schlechten Tag. Jetzt muss man schon wieder vorlesen, was da steht: Die Ausgaben sind in Österreich in den Jahren von 1995 bis 2003 um 0,6 Prozent des BIP zurückgegangen. – Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist weit mehr als 1 Milliarde € pro Jahr. 1 Milliarde € pro Jahr haben Sie im Bildungssystem weggespart! (Abg. Dr. Fekter: Wir haben eine der höchsten Ausgaben pro Schüler! Wir sind in der OECD ...!)
Abg. Dr. Fekter: Wir haben eine der höchsten Ausgaben pro Schüler! Wir sind in der OECD ...!
Das ist ein Unsinn? (Abg. Dr. Fekter: Und ob das ein Unsinn ist!) Frau Fekter, Sie haben heute einen schlechten Tag. Jetzt muss man schon wieder vorlesen, was da steht: Die Ausgaben sind in Österreich in den Jahren von 1995 bis 2003 um 0,6 Prozent des BIP zurückgegangen. – Wissen Sie, wie viel das ist? – Das ist weit mehr als 1 Milliarde € pro Jahr. 1 Milliarde € pro Jahr haben Sie im Bildungssystem weggespart! (Abg. Dr. Fekter: Wir haben eine der höchsten Ausgaben pro Schüler! Wir sind in der OECD ...!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie mit dieser Bilanz in die Wahl gehen wollen, dann sei Ihnen das unbenommen. – Sie werden es tun. Ich hoffe, die WählerInnen werden Ihnen am 1. Oktober die Antwort darauf geben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)