Eckdaten:
Für die 64. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 259 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das BZÖ hat sich dazu durchgerungen, zu beantragen, dass eine Sondersitzung in einer nicht zu unterschätzenden wichtigen Angelegenheit einberufen wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich weiß schon, in der ÖVP gibt es Unruhe. Aber wenn man so nonchalant und fast nebenbei Milliarden beim Fenster hinauswirft, sage ich dazu, das sind jene Milliarden, meine sehr geehrten Damen und Herren, die die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu zahlen haben und nicht die Damen und Herren von der ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das BZÖ hat sich dazu durchgerungen, zu beantragen, dass eine Sondersitzung in einer nicht zu unterschätzenden wichtigen Angelegenheit einberufen wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich weiß schon, in der ÖVP gibt es Unruhe. Aber wenn man so nonchalant und fast nebenbei Milliarden beim Fenster hinauswirft, sage ich dazu, das sind jene Milliarden, meine sehr geehrten Damen und Herren, die die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu zahlen haben und nicht die Damen und Herren von der ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber wer, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird niemals befragt oder gefragt? – Das sind die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, das sind die Bürgerinnen und Bürger Österreichs, die immer dann zur Kasse gebeten werden, wenn es darum geht, den Banken zu helfen und den Banken Milliarden zuzuschieben, damit diese ihre Geschäfte machen können. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: In Kärnten auch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In beiden Fällen hat der Steuerzahler die Rechnung zu begleichen. (Ruf bei der SPÖ: In Kärnten auch!) In beiden Fällen hat der Steuerzahler in die Schatulle zu greifen, in sein Geldbörsel zu greifen, damit wir in allererster Linie jene retten und vom Galgen herunterschneiden, die eigentlich die Verantwortung für die Finanzmarkt- und Spekulationskrise, für die Bankenkrise und für die Wirtschaftskrise tragen, die wir teuer zu bezahlen haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In beiden Fällen hat der Steuerzahler die Rechnung zu begleichen. (Ruf bei der SPÖ: In Kärnten auch!) In beiden Fällen hat der Steuerzahler in die Schatulle zu greifen, in sein Geldbörsel zu greifen, damit wir in allererster Linie jene retten und vom Galgen herunterschneiden, die eigentlich die Verantwortung für die Finanzmarkt- und Spekulationskrise, für die Bankenkrise und für die Wirtschaftskrise tragen, die wir teuer zu bezahlen haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Über diese Finanztransaktions- oder Spekulationssteuer diskutieren wir seit vielen Jahren, aber es geht nichts weiter. Es geht bis zum heutigen Tag nichts weiter! Es gibt keine Entscheidung, obwohl das die Antwort darauf wäre, den Spekulanten endlich das Handwerk zu legen und sie zur Kasse zu bitten (Beifall beim BZÖ), aber auch dafür zu sorgen, dass wir diese Spekulationen unterbinden, dass wir den Euro schützen und dass unsere Finanzmärkte sauber bleiben, auch was die Wertpapiere anlangt.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Gradauer.
Und die Ehrlichkeit sollte man heute auch einmal ansprechen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Die Ehrlichkeit ist, dass auch diese Hilfsmaßnahme für Griechenland das Bankenrettungspaket II ist; wieder einmal wird den Banken geholfen zu Lasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Gradauer.)
Beifall beim BZÖ.
Nur, meine sehr geehrten Damen und Herren: Jetzt geht die Spekulation gegen Portugal los. Die Spekulanten sind schon abgezogen von Griechenland und konzentrieren sich massiv auf Portugal und Spanien. Wenn es jedoch Spanien tatsächlich trifft, dann sind der Euro und die Europäische Gemeinschaft Geschichte. Und daher ist es so wichtig, sich mit diesem Thema elementar und inhaltlich auseinanderzusetzen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie befinden sich neuerlich im Blindflug, Herr Finanzminister! Sie belasten die Republik mit 3,2 Milliarden € an neuen Schulden. Der Verschuldungsgrad steigt zu Lasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Und das ist ein unverantwortlicher Akt, ein selbstherrlicher Akt geradezu, den Sie hier gesetzt haben, wo Sie dem IWF und auch der Euro-Zone Mittel versprochen haben, für die Sie keine Autorisierung haben, Herr Finanzminister. Daher ist das ein Verzweiflungsakt ohne Legitimation und ohne Zustimmung des Nationalrates gewesen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist genau der Punkt, daher sprechen wir das auch an und sagen: Es ist falsch, wenn Sie jetzt hergehen und Griechenland Tür und Tor öffnen und den Griechen Milliarden zuschanzen. Es wäre redlich und wichtig, die anderen Optionen zu wählen, die Griechenland noch hat, nämlich die Option, entweder in eine eigene Währung zu gehen, oder jene, die wir favorisieren, und zwar einen zweiten Euro, einen „Euro light“ zu machen, einen Med-Euro, einen Euro für die PIGS-Staaten, für die betroffenen Länder, die noch nicht die Kriterien erfüllt haben, um einen wirklichen harten Euro zu gewährleisten. Das wäre der sinnvollste, nationalökonomisch vertretbarste Weg, den es zu favorisieren und umzusetzen gelte. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, die Zeitungen können gar nicht so schnell Inserate drucken, wie der Schuldenberg in Österreich wächst, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.) Es ist verwerflich und eine Verhöhnung des Steuerzahlers, dass Sie sich überhaupt getrauen, solche Inserate zu schalten.
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist völlig klar, dass diese Informationspolitik der Bundesregierung einen Verblendung der Tatsachen ist. Sie blenden die Menschen mit Ihren Argumentationen, die Sie wählen. Die Wahrheit ist, diese Hilfsmaßnahme für Griechenland ist eine Hilfe für die Banken, ist eine Hilfe für die Zocker, ist eine Hilfe für die Spekulanten, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und dafür haben die Steuerzahler in unserem Land kein Verständnis. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
mer, dass Sie in Kärnten selbst in Regierungsverantwortung stehen, bedenken Sie dabei immer, dass Ihr ÖVP-Parteichef Martinz in Kärnten selbst für die Hypo und für das Debakel mitverantwortlich ist, dass er selbst im Aufsichtsrat sitzt und dass es letztlich sein Steuerberater war, der Herr Birnbacher, der für diesen Deal verantwortlich ist, der diese Millionen kassiert hat! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Hypo Niederösterreich!
Es ist auch ein ÖVP-Desaster, meine sehr geehrten Damen und Herren, das sich hier abgezeichnet hat. Ich fordere von Ihnen, dass Sie mit Ihrer CSI endlich ausrücken, die Verantwortlichen festmachen und hinter Schloss und Riegel bringen, dass Sie aufklären, dass Sie uns auch einmal hier berichten, was denn von diesen Untersuchungsergebnissen schon berichtenswert ist, ob es tatsächlich schon Anschuldigungen gibt. Man erfährt ja gar nicht, was in diesem Hypo-Sumpf tatsächlich vorgekommen ist. (Abg. Petzner: Hypo Niederösterreich!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und wenn Sie das Wort „Hypo“ schon gut und gerne in den Mund nehmen, dann sagen Sie auch „Hypo Niederösterreich“. Sprechen Sie auch einmal von „Hypo Niederösterreich“! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Sprechen Sie davon, dass Ihr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich 1 Milliarde € an Wohnbauförderung verspekuliert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!), dass auch da die Verantwortung für ein Riesendesaster zu suchen ist! Und geben Sie die Schuld für ein Debakel nicht immer anderen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!
Und wenn Sie das Wort „Hypo“ schon gut und gerne in den Mund nehmen, dann sagen Sie auch „Hypo Niederösterreich“. Sprechen Sie auch einmal von „Hypo Niederösterreich“! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Sprechen Sie davon, dass Ihr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich 1 Milliarde € an Wohnbauförderung verspekuliert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!), dass auch da die Verantwortung für ein Riesendesaster zu suchen ist! Und geben Sie die Schuld für ein Debakel nicht immer anderen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und wenn Sie das Wort „Hypo“ schon gut und gerne in den Mund nehmen, dann sagen Sie auch „Hypo Niederösterreich“. Sprechen Sie auch einmal von „Hypo Niederösterreich“! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Sprechen Sie davon, dass Ihr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich 1 Milliarde € an Wohnbauförderung verspekuliert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!), dass auch da die Verantwortung für ein Riesendesaster zu suchen ist! Und geben Sie die Schuld für ein Debakel nicht immer anderen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim BZÖ.
Und: Die Banken, die in den letzten Jahren sehr gut verdient haben, müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Das ist gut für Österreich, das ist gut für Griechenland, und das ist gut für die Europäische Gemeinschaft. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir stehen ohne Zweifel vor gewaltigen Herausforderungen. Es sind sehr entscheidende Tage nicht nur für Griechenland, sondern für Europa und damit auch für Österreich. Und es gibt eine Grundaufgabe, die wir zu erledigen haben in diesen Tagen, dass die Misere Griechenlands nicht zur Misere Europas und damit auch nicht zur Misere Österreichs wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
„Die alles entscheidende Frage lautet nicht, ob Griechenland gerettet werden muss oder nicht, sondern wie es am sinnvollsten zu geschehen hat.“Ja, das ist der Punkt. Und ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie klarstellen, dass es Ihnen um die Frage des „wie“ geht – da kann man alles diskutieren, und ich werde auch die Eckpunkte noch vorlegen –, und selbst Sie außer Streit stellen, dass wir helfen müssen. Das nehme ich wohlwollend auch im Sinne Österreichs zur Kenntnis. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: 6,3 Milliarden sind es!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage auch, gerade hier im Haus, denke ich, sollten wir darüber sehr offen diskutieren, denn das ist die Stunde von Verantwortung, die es zu übernehmen gilt, und nicht die Stunde für Populismus. Und ich werde auch die Hypo Alpe-Adria jetzt nicht in den Mund nehmen und an eine Partei zuweisen. Nur um den Rahmen zurechtzurücken, wenn wir diskutieren, um welche Risiken und um welche Größenordnungen es geht: Wir werden den Griechen mit zirka 2,3 Milliarden € Kreditvolumen über drei Jahre zur Seite stehen müssen. (Abg. Strache: 6,3 Milliarden sind es!) Das Zehnfache an Risiko barg die Hypo Alpe-Adria, bevor wir sie gerettet haben für die Republik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Vergessen wir die Größenordnungen nie, auch in diesem Zusammenhang aus einer Verantwortung, die wir gemeinsam haben!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage auch, gerade hier im Haus, denke ich, sollten wir darüber sehr offen diskutieren, denn das ist die Stunde von Verantwortung, die es zu übernehmen gilt, und nicht die Stunde für Populismus. Und ich werde auch die Hypo Alpe-Adria jetzt nicht in den Mund nehmen und an eine Partei zuweisen. Nur um den Rahmen zurechtzurücken, wenn wir diskutieren, um welche Risiken und um welche Größenordnungen es geht: Wir werden den Griechen mit zirka 2,3 Milliarden € Kreditvolumen über drei Jahre zur Seite stehen müssen. (Abg. Strache: 6,3 Milliarden sind es!) Das Zehnfache an Risiko barg die Hypo Alpe-Adria, bevor wir sie gerettet haben für die Republik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Vergessen wir die Größenordnungen nie, auch in diesem Zusammenhang aus einer Verantwortung, die wir gemeinsam haben!
Abg. Strache: Und jetzt zahlen wir 6,3 Milliarden mit der Nationalbank! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Raiffeisen-Partie hätte zahlen müssen, die schwarze Raiffeisen! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Frage der Zahlungsunfähigkeit und der Alternativen ist zu stellen. Viele sagen, lassen wir Griechenland den Bach hinuntergehen, als Alternative. Wir haben heute Konsens – ich habe schon auf die Anfrage verwiesen –, dass Griechenland gerettet werden soll. Was wäre die Alternative? Und die muss man diskutieren in Zeiten wie diesen. Da sieht man die Alternativlosigkeit der Vorgangsweise der Euro-Zone. Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands hätte alleine Österreich auf einen Schlag, bei Insolvenz, 5 Milliarden € gekostet. (Abg. Strache: Und jetzt zahlen wir 6,3 Milliarden mit der Nationalbank! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Raiffeisen-Partie hätte zahlen müssen, die schwarze Raiffeisen! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Kickl: Genau! – ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ
Wenn Griechenland in weiterer Folge – und das wäre anzunehmen – die Euro-Zone destabilisiert hätte, den Euro an den Rand der gemeinsamen Währungsunion gebracht hätte, würde ein Auseinanderbrechen bedeuten, dass wir einen volkswirtschaftlichen Verlust zwischen 20 und 40 Milliarden € und damit Tausende und Hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet hätten, dass wir einen Wirtschaftseinbruch von 0,3 bis 0,4 Prozent zu verzeichnen hätten. Das ist nicht zu verkraften für Europa, und es ist auch nicht zu verkraften für Österreich. Und deswegen sind die Rettung und die Unterstützung für Griechenlos (Abg. Kickl: Genau! – ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), Griechenland alternativlos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ahnungslos, „griechenlos“, hoffnungslos!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ahnungslos, „griechenlos“, hoffnungslos!
Wenn Griechenland in weiterer Folge – und das wäre anzunehmen – die Euro-Zone destabilisiert hätte, den Euro an den Rand der gemeinsamen Währungsunion gebracht hätte, würde ein Auseinanderbrechen bedeuten, dass wir einen volkswirtschaftlichen Verlust zwischen 20 und 40 Milliarden € und damit Tausende und Hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet hätten, dass wir einen Wirtschaftseinbruch von 0,3 bis 0,4 Prozent zu verzeichnen hätten. Das ist nicht zu verkraften für Europa, und es ist auch nicht zu verkraften für Österreich. Und deswegen sind die Rettung und die Unterstützung für Griechenlos (Abg. Kickl: Genau! – ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), Griechenland alternativlos, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Ahnungslos, „griechenlos“, hoffnungslos!)
Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?
Deswegen werden wir ganz genau hinschauen, ob sie das alles wahrmachen: Kürzungen beim 13. und 14. Gehalt im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen (Abg. Mag. Stefan: Und wenn nicht?), Streichung von Zulagen, Einführung einer Solidaritätsabgabe (Abg. Kickl: Und was ist der Plan B?), Erhöhung der Mehrwertsteuer, Erhöhung der Abgaben auf Treibstoffe, Zigaretten, Alkohol (Abg. Ing. Westenthaler: Und was, wenn nicht?), Sondersteuer für gewinnbringende Unternehmen, Steuer auf Glücksspiel und so weiter. Wir werden darauf schauen, dass diese Liste von Maßnahmen, die in Griechenland weh tun wie nie zuvor, von den Griechen abgearbeitet und umgesetzt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Und was ist, wenn das nicht geschieht?)
Abg. Strache: Das haben Sie im österreichischen Bankenpaket auch nicht anders gelöst!
Wir werden die 2,3 Milliarden € auch nicht, wie das manche unterstellen, zahlen und dann warten, was passiert, sondern wir werden den Kredit tranchenweise nach Quartalsberichten aus Griechenland und bei Bedarf Punkt für Punkt, Zug um Zug bereitstellen. (Abg. Strache: Das haben Sie im österreichischen Bankenpaket auch nicht anders gelöst!) Wir gehen nicht in Vorlage in Europa, sondern wir zahlen dann, wenn Griechenland die Forderungen erfüllt hat und wenn Griechenland auf der zweiten Seite auch die notwendigen Mittel braucht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden die 2,3 Milliarden € auch nicht, wie das manche unterstellen, zahlen und dann warten, was passiert, sondern wir werden den Kredit tranchenweise nach Quartalsberichten aus Griechenland und bei Bedarf Punkt für Punkt, Zug um Zug bereitstellen. (Abg. Strache: Das haben Sie im österreichischen Bankenpaket auch nicht anders gelöst!) Wir gehen nicht in Vorlage in Europa, sondern wir zahlen dann, wenn Griechenland die Forderungen erfüllt hat und wenn Griechenland auf der zweiten Seite auch die notwendigen Mittel braucht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Überall abgewertet worden!
Die dem Rettungskonzept zugrunde liegenden Zahlen beruhen auf einer eingehenden Vor-Ort-Analyse durch den Internationalen Währungsfonds. Ich sage an dieser Stelle dazu: Wir sollten nicht so tun, als ob es diese Hilfe wie jetzt für Griechenland erstmals geben würde – für viele andere Länder hat sie bereits gewirkt. Die Experten des Währungsfonds werden die Einhaltung überprüfen und haben in der Vergangenheit auch immer garantiert – immer garantiert! –, dass die Kredite an die Kreditgeber zurückgeflossen sind. Auch das bitte aus der Geschichte des Währungsfonds, auch betreffend Hilfsmaßnahmen für Ungarn und andere Ländern nicht zu vergessen! (Abg. Mag. Stadler: Überall abgewertet worden!)
Abg. Strache: Warum vergessen Sie die Nationalbank?
Die Zahlungen an Griechenland decken das mit Griechenland vereinbarte Drei-Jahres-Programm ab. Insgesamt stellt Österreich über drei Jahre maximal rund 2,3 Millionen € – genau: 2,29 Millionen € – zur Verfügung. (Abg. Strache: Warum vergessen Sie die Nationalbank?)
Abg. Strache: 6,3 Milliarden sind es! Das ist richtig!
Es stimmt daher nicht, dass Österreich eine zusätzliche Gesamtbelastung von bis zu 5,6 Milliarden € für Griechenland zu tätigen hätte. (Abg. Strache: 6,3 Milliarden sind es! Das ist richtig!)
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Es darf gelacht werden!
Wir gehen von einer vollständigen Rückzahlung des Kredits samt Zinsen aus. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Es darf gelacht werden!) – Griechenland ist kein Entwicklungsland, sondern hat bereits einen relativ hohen Lebensstandard. 94 Prozent von EU-27 im Schnitt. Griechenland stehen bis zum Jahr 2013 EU-Strukturfonds-Mittel (Abg. Kickl: Also auf gut Deutsch: Das wird ein Riesengeschäft!) – meine sehr geehrten Damen und Herren, hören Sie sich auch den zweiten Teil der Antwort an! – in Höhe von 16 Milliarden € zur Verfügung. Diese Mittel können gestoppt und umgeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!)
Abg. Kickl: Also auf gut Deutsch: Das wird ein Riesengeschäft!
Wir gehen von einer vollständigen Rückzahlung des Kredits samt Zinsen aus. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Es darf gelacht werden!) – Griechenland ist kein Entwicklungsland, sondern hat bereits einen relativ hohen Lebensstandard. 94 Prozent von EU-27 im Schnitt. Griechenland stehen bis zum Jahr 2013 EU-Strukturfonds-Mittel (Abg. Kickl: Also auf gut Deutsch: Das wird ein Riesengeschäft!) – meine sehr geehrten Damen und Herren, hören Sie sich auch den zweiten Teil der Antwort an! – in Höhe von 16 Milliarden € zur Verfügung. Diese Mittel können gestoppt und umgeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!
Wir gehen von einer vollständigen Rückzahlung des Kredits samt Zinsen aus. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Es darf gelacht werden!) – Griechenland ist kein Entwicklungsland, sondern hat bereits einen relativ hohen Lebensstandard. 94 Prozent von EU-27 im Schnitt. Griechenland stehen bis zum Jahr 2013 EU-Strukturfonds-Mittel (Abg. Kickl: Also auf gut Deutsch: Das wird ein Riesengeschäft!) – meine sehr geehrten Damen und Herren, hören Sie sich auch den zweiten Teil der Antwort an! – in Höhe von 16 Milliarden € zur Verfügung. Diese Mittel können gestoppt und umgeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Mauritius-Urlaub ist gesichert!)
Abg. Bucher: Das sieht man bei den Inseraten! Die Inserate sind der Beleg dafür!
Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist für mich als Finanzminister oberstes Gebot. (Abg. Bucher: Das sieht man bei den Inseraten! Die Inserate sind der Beleg dafür!) Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler arbeiten täglich hart für ihr Geld, und ich bin deren Anwalt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) So sehe ich mich, und so definiert sich auch unsere Arbeit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.
Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist für mich als Finanzminister oberstes Gebot. (Abg. Bucher: Das sieht man bei den Inseraten! Die Inserate sind der Beleg dafür!) Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler arbeiten täglich hart für ihr Geld, und ich bin deren Anwalt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) So sehe ich mich, und so definiert sich auch unsere Arbeit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist für mich als Finanzminister oberstes Gebot. (Abg. Bucher: Das sieht man bei den Inseraten! Die Inserate sind der Beleg dafür!) Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler arbeiten täglich hart für ihr Geld, und ich bin deren Anwalt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) So sehe ich mich, und so definiert sich auch unsere Arbeit. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Gleichzeitig verpflichten wir auch die österreichischen Banken, nicht gegen Griechenland zu spekulieren. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Damit geben wir ein ganz klares Signal, dass wir niemanden in Stich lassen und daran arbeiten, dass auch niemand anderer ins Schussfeld der Spekulation gerät. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gleichzeitig verpflichten wir auch die österreichischen Banken, nicht gegen Griechenland zu spekulieren. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Damit geben wir ein ganz klares Signal, dass wir niemanden in Stich lassen und daran arbeiten, dass auch niemand anderer ins Schussfeld der Spekulation gerät. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja jetzt schon nicht vorhanden!
Bei 70 Prozent Abschreibungen würden Banken und österreichische Anleger etwa 5 Milliarden € verlieren. Das wäre zwar systemisch noch nicht bedrohlich, vermindert aber das Kreditvergabepotential in Österreich (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja jetzt schon nicht vorhanden!) gerade für die klein- und mittelständische Wirtschaft, für jene, die investieren, deutlich. Hinzu kämen indirekte Effekte über die Auswirkung einer griechischen Bankenkrise auf Rumänien und Bulgarien, wo ja Österreichs Banken stark engagiert sind. Schätzungen dazu sind nicht möglich; aber der wirtschaftliche Schaden liegt – jedenfalls potentiell – im einstelligen Milliardenbereich.
Abg. Kickl: Na bravo! – Abg. Grosz: 728 000 € für Inserate! – Abg. Strache: 728 000 € für diese Pflanzerei! Das gibt es ja alles nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Ziel der Kampagne ist es, über den Schulden-Rucksack, den jede Österreicherin und jeder Österreicher in Höhe von rund 24 000 € zu tragen hat, zu informieren. Bis dato hat diese Informationsmaßnahme rund 728 000 € gekostet. (Abg. Kickl: Na bravo! – Abg. Grosz: 728 000 € für Inserate! – Abg. Strache: 728 000 € für diese Pflanzerei! Das gibt es ja alles nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Die Mittel stehen dem BMF – wie jedem anderen Ressort – für Informationsarbeit zur Verfügung. Information muss etwas wert sein, noch dazu, wo es um eine zentrale Zukunftsfrage für Österreich geht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ziel der Kampagne ist es, über den Schulden-Rucksack, den jede Österreicherin und jeder Österreicher in Höhe von rund 24 000 € zu tragen hat, zu informieren. Bis dato hat diese Informationsmaßnahme rund 728 000 € gekostet. (Abg. Kickl: Na bravo! – Abg. Grosz: 728 000 € für Inserate! – Abg. Strache: 728 000 € für diese Pflanzerei! Das gibt es ja alles nicht! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Die Mittel stehen dem BMF – wie jedem anderen Ressort – für Informationsarbeit zur Verfügung. Information muss etwas wert sein, noch dazu, wo es um eine zentrale Zukunftsfrage für Österreich geht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Die Zeit der Ehrlichkeit ist gekommen, um die Daten und Fakten auf den Tisch zu legen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir haben heute hier in diesem Hohen Haus eine Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus abgehalten und dabei auch über das Friedensprojekt Europa und die unglaubliche Aufholgeschichte dieses Kontinents über Jahrzehnte gesprochen. Europa hat aber nicht nur dann, wenn es um Frieden geht, seine Verantwortung zu erfüllen, sondern auch dann, wenn es um gemeinsames Krisenmanagement geht. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, gilt es in diesen Tagen zu erfüllen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
hen Sie: Das, was die Europäische Union Griechenland verordnet, wird Griechenland in ein Chaos stürzen! Den Vorgeschmack darauf haben wir heute schon bekommen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ich werde Ihnen zeigen, wo Ihr Versagen liegt, Herr Finanzminister! (Neuerliche Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sie werden noch Grund haben, zu schweigen, das werde ich Ihnen heute noch zeigen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
hen Sie: Das, was die Europäische Union Griechenland verordnet, wird Griechenland in ein Chaos stürzen! Den Vorgeschmack darauf haben wir heute schon bekommen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ich werde Ihnen zeigen, wo Ihr Versagen liegt, Herr Finanzminister! (Neuerliche Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sie werden noch Grund haben, zu schweigen, das werde ich Ihnen heute noch zeigen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
hen Sie: Das, was die Europäische Union Griechenland verordnet, wird Griechenland in ein Chaos stürzen! Den Vorgeschmack darauf haben wir heute schon bekommen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ich werde Ihnen zeigen, wo Ihr Versagen liegt, Herr Finanzminister! (Neuerliche Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sie werden noch Grund haben, zu schweigen, das werde ich Ihnen heute noch zeigen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das haben Sie auch gesagt!
Die Bürger draußen haben derzeit zwei Gefühle, nämlich zum einen Zorn darüber, was da stattfindet. Vor drei Wochen hat dieser unser Finanzminister gesagt, es sei nicht sicher, dass sich Österreich daran beteiligen wird, weil das zu viel kostet. Heute sagt er, es gebe überhaupt keine Alternative dazu. Das ist genau das Volumen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das haben Sie auch gesagt!) – jetzt nicht reden, sondern zuhören! –, genau das Volumen, das man jetzt bei der Steuerreform dringend bräuchte. Dieses Volumen wird jetzt sozusagen für Griechenland aufgewendet. Was, glauben Sie, sagt der Bürger dazu, wenn der Herr Finanzminister da von „alternativenlos“ spricht? – Der nackte Zorn hat die Bürger erfasst.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Als wir gesagt haben, es gibt Länder, die sich massiv in die Euro-Zone hineinschwindeln, haben Sie uns gehöhnt. – Heute sind Sie ratlos, Sie wissen gar nicht mehr, wie Sie mit diesen Ländern umgehen sollen. So schaut es aus, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Das ist Ihr Versagen, und das hätten Sie zu tragen. Sie hätten heute Grund, sich Asche auf das Haupt zu streuen, zu schweigen und einmal darüber nachzudenken, ob es nicht andere Alternativen gibt. Über andere Alternativen müsste man nachdenken.
Beifall bei BZÖ und FPÖ
Wenn ich bedenke, wie Ihr Staatssekretär gestern Abend schmähstad war, als ihm ein deutscher Professor vorgerechnet hat, vor laufender Kamera, dass das ein Bankenrettungspaket ist und nichts mit Griechenland zu tun hat, meine Damen und Herren (Beifall bei BZÖ und FPÖ) – das ist das, was der Bürger wahrnimmt, weil es auch wahr ist. So dumm, wie Sie glauben, dass die Leute sind, sind sie nicht. Glauben Sie mir das! So dumm sind auch die Bürger in Athen nicht.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Unser Herr Finanzminister ist vor drei Wochen bei der Raiffeisenbank, bei einer Tochtergesellschaft, gewesen und hat gemeint, er verlange das Primat der Politik über die Banken. – Es ist genau umgekehrt, meine Damen und Herren, und dafür haben wir schon wieder den Beweis: Die Banken diktieren Ihnen die Politik, nicht Sie machen Politik! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher, meine Damen und Herren, ist Ihre Politik von einer bereits gefährlichen Phantasielosigkeit gekennzeichnet, denn nur die Phantasie zu haben, dem Steuerzahler in die Westentasche zu greifen und Haftungen anzubieten, dazu braucht es keinen Josef Pröll, dazu würde Baumeister Lugner auch genügen. So viel Phantasie würde der auch noch zustande bringen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath
Daher, Herr Finanzminister, sind Sie ein Risiko in diesem Amt. Sie sind ein Risiko in diesem Amt, und das ist ein Problem für Sie. Ich will Ihnen sagen, worin ich das große Problem sehe; Sie brauchen mir nicht zu glauben, prüfen Sie es einfach nach! Das größte Risiko ist, dass Sie jetzt die Büchse der Pandora, um bei der griechischen Mythologie zu bleiben, öffnen. Die Währungsunion ist aus guten Gründen – und deswegen steht es auch im EU-Primärrecht – so weit gegangen, ausdrücklich zu verbieten (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath) – Sie haben recht, Griechenland kann man nicht ausschließen; Primärrecht –, ausdrücklich zu verbieten, und das ist ebenso Primärrecht, dass die Union für Staaten und die Unionsstaaten untereinander füreinander Haftungen übernehmen, um sozusagen Scheinstabilität zu erzeugen.
Beifall beim BZÖ.
Genau das aber machen Sie jetzt. Sie machen jetzt aus der Währungsunion eine Haftungsunion! – Ich frage Sie: Mit welcher Begründung werden Sie übermorgen den Portugiesen sagen, dass Sie eine Haftung ablehnen, die Sie den Griechen schon gegeben haben, danach den Italienern, danach den Spaniern? Grotesk ist auch, dass jetzt sogar Länder mit in die Haftung genommen werden, die selbst Haftungskandidaten sind; Spanien zum Beispiel. Das ist Pyramidenspiel, meine Damen und Herren, und an diesem Pyramidenspiel beteiligen Sie sich. (Beifall beim BZÖ.) Sie sind die Hauptverantwortlichen dafür und sonst niemand!
Abg. Hörl: Kärntner Hypo!
Das ist Pyramidenspiel und endet damit, dass die Währung in Gefahr kommt. Jeder weiß das, jeder, mit dem Sie zumindest im Hinterkämmerchen einmal eine kritische Reflexion durchführen, wird Ihnen das bestätigen. Jeder wird Ihnen das bestätigen. Frau Merkel ist schon so weit. Frau Merkel greift eine Idee auf, die wir im Jahr 1997 vertreten haben. Damals haben Sie uns verhöhnt. Wir haben damals gesagt, man muss mindestens zwei Währungszonen einrichten: einen stabilen Euro und für jene Länder, die die Stabilitätskriterien in der vollen Breite nicht erfüllen können, eine andere Währungszone. (Abg. Hörl: Kärntner Hypo!) – Ich bitte, das im Protokoll zu vermerken: Das Einzige, was einem schwarzen Abgeordneten einfällt, wenn der Österreicher zornig ist und Angst um seine Währung hat, ist die Kärntner Hypo. Das ist das Einzige, was Ihnen einfällt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist Pyramidenspiel und endet damit, dass die Währung in Gefahr kommt. Jeder weiß das, jeder, mit dem Sie zumindest im Hinterkämmerchen einmal eine kritische Reflexion durchführen, wird Ihnen das bestätigen. Jeder wird Ihnen das bestätigen. Frau Merkel ist schon so weit. Frau Merkel greift eine Idee auf, die wir im Jahr 1997 vertreten haben. Damals haben Sie uns verhöhnt. Wir haben damals gesagt, man muss mindestens zwei Währungszonen einrichten: einen stabilen Euro und für jene Länder, die die Stabilitätskriterien in der vollen Breite nicht erfüllen können, eine andere Währungszone. (Abg. Hörl: Kärntner Hypo!) – Ich bitte, das im Protokoll zu vermerken: Das Einzige, was einem schwarzen Abgeordneten einfällt, wenn der Österreicher zornig ist und Angst um seine Währung hat, ist die Kärntner Hypo. Das ist das Einzige, was Ihnen einfällt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Glauben Sie wirklich, dass Sie mit so geistlosen Zwischenrufen ein Problem dieses Ausmaßes lösen können?! Glauben Sie das wirklich? Sagen Sie das dem Bürger draußen! Wenn Sie glauben, dass der Bürger damit zufriedenzustellen ist, dann täuschen Sie sich, das garantiere ich Ihnen. Mit dieser Linie können Sie weder Griechenland stabilisieren, noch können Sie die Stabilität des Euro wahren, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Daher führt an einer Änderung der Währungsunion kein Weg vorbei.
Beifall beim BZÖ.
Sagen Sie dem Parlament bitte, wo Ihre Schmerzgrenze ist! Der Bürger hat diese schon erreicht, sage ich Ihnen nur. Sagen Sie das heute den Bürgern, oder geben Sie offen zu, dass Sie es nicht wissen! Das wäre auch ehrlich, denn Sie wissen es gar nicht. Sie wissen gar nicht, wie viel Sie noch hineinzahlen müssen, und daher ist das der falsche Weg. Gehen Sie bitte einen richtigen Weg, der von der Nationalökonomie auch vorgegeben ist, der in der Geschichte der Volkswirtschaften und der Finanzmärkte erprobt ist! Und dieser erprobte Weg hat noch nie funktioniert, wenn man nur Haftungen übernimmt und keine echte Währungsparität herstellt. Sie müssen eine andere Währungszone schaffen, um echte stabile Verhältnisse, auch wirtschaftspolitisch, in Angriff nehmen zu können. (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltender Beifall beim BZÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich fordere Sie heute auf, den Bruch der Regeln zu unterlassen – im Interesse des österreichischen Steuerzahlers und im Interesse eines stabilen Euro! (Anhaltender Beifall beim BZÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich glaube, jetzt durchaus auch im Interesse der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der österreichischen Unternehmer und der Realwirtschaft zu sprechen, wenn ich sage, dass für ein kleines Land wie Österreich die Euro-Zone, der Euro absolut unverzichtbar sind. Damit sind wir nicht Objekt von wilden Spekulationen. Wir sind daran interessiert, dass dieser Euro stabil ist und dass daher alles zu unternehmen ist, damit das auch abgesichert ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist ja nur mehr absurd!
Ich sage Ihnen in diesem Zusammenhang auch, die wichtigste Frage für uns ist: Sind diese 2,3 Milliarden, die wir gemeinsam mit anderen für Griechenland in Bewegung setzen, für Griechenland, für Europa oder vor allem für Österreich? – Ich sage, das geschieht in erster Linie für Österreich (Abg. Strache: Das ist ja nur mehr absurd!), wenn man bedenkt, dass Griechenland ein Land ist, das viele österreichische Produkte gekauft hat, Produkte in Milliardenhöhe, dass wir von der Exportwirtschaft sehr stark beeinflusst und abhängig sind, dass Arbeitsplätze in Österreich damit in Zusammenhang stehen. Das ist ein ganz entscheidender Punkt.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP
Es ist also im österreichischen Interesse, dass wir diesen Schritt tun (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP), aber, sage ich jetzt, es kommt schon noch etwas dazu. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat am 27. April etwas geschrieben, das richtig ist:
Beifall bei der SPÖ.
Noch etwas, weil wir gelesen haben, sogar in letzter Zeit: wieder 8 Milliarden € aus Griechenland in die Schweiz. Die hoch gelobte Schweiz wird ständig als Beispiel angeführt, obwohl die Schweizer Banken sich anbieten für Steuerflüchtlinge, sich zu verstecken. Die Schweiz ist eine Steueroase, die in Wahrheit geschlossen gehört. Anderenfalls sind wir permanent immer nur Objekt im Monopoly der Finanzhaie, der Spekulanten und der Supervermögenden, weil diese das Geld global hin- und herschieben können und weil die nationalen Staaten und die großen Wirtschaftszonen sich nicht genügend akkordieren, um sich zur Wehr setzen zu können. Das wäre einmal ein Thema, zu dem Sie hier Dringliche verlangen könnten, damit wir gemeinsam nach Methoden und Mitteln suchen, um dem entgegenwirken zu können. – Ein ganz wesentlicher Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: Und die finanzieren Sie jetzt!
Wenn diesbezüglich nichts passiert, dann sind die Blöden immer die Steuerzahlerinnen, die Steuerzahler, die kleinen, die mittleren Unternehmer, die Arbeitnehmer, die Arbeitnehmerinnen, die Pensionisten, die Staaten. Das sind die, die sich immer mehr verschulden. Immer mehr Reichere entziehen sich der Steuerpflicht, organisieren sich global, sind nicht mehr aufzufinden, sind auf den Cayman Inseln, in der Schweiz oder sonstwo. (Rufe bei der FPÖ: Und die finanzieren Sie jetzt!) Griechenland ist nur ein Beispiel für viele Beispiele. Sie (in Richtung FPÖ) als soziale Heimatpartei könnten mit uns einmal mitdenken, wie man dem habhaft wird, wenn Sie ernst genommen werden wollen, und nicht immer nur abwehren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn diesbezüglich nichts passiert, dann sind die Blöden immer die Steuerzahlerinnen, die Steuerzahler, die kleinen, die mittleren Unternehmer, die Arbeitnehmer, die Arbeitnehmerinnen, die Pensionisten, die Staaten. Das sind die, die sich immer mehr verschulden. Immer mehr Reichere entziehen sich der Steuerpflicht, organisieren sich global, sind nicht mehr aufzufinden, sind auf den Cayman Inseln, in der Schweiz oder sonstwo. (Rufe bei der FPÖ: Und die finanzieren Sie jetzt!) Griechenland ist nur ein Beispiel für viele Beispiele. Sie (in Richtung FPÖ) als soziale Heimatpartei könnten mit uns einmal mitdenken, wie man dem habhaft wird, wenn Sie ernst genommen werden wollen, und nicht immer nur abwehren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wie bekommen wir das in den Griff? (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Ich kann Ihnen sagen, wie wir das in den Griff bekommen. Nicht durch irgendwelche Wolkenkuckuckskonzepte, sondern das müssen wir in den Griff bekommen, indem sich einmal die Staaten anders organisieren, indem endlich einmal auf EU-Ebene, als eine der großen Wirtschaftszonen mit einer starken Währung, die entscheidenden Schritte diesbezüglich gesetzt werden. (Abg. Kickl: Ihr könnt nicht einmal eine Verwaltungsreform machen! Was reden Sie so daher?) Die Finanzmarktaufsicht ist nicht zahnlos, sondern wirksam; einer der ganz entscheidenden Punkte.
Abg. Kickl: Ihr könnt nicht einmal eine Verwaltungsreform machen! Was reden Sie so daher?
Wie bekommen wir das in den Griff? (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Ich kann Ihnen sagen, wie wir das in den Griff bekommen. Nicht durch irgendwelche Wolkenkuckuckskonzepte, sondern das müssen wir in den Griff bekommen, indem sich einmal die Staaten anders organisieren, indem endlich einmal auf EU-Ebene, als eine der großen Wirtschaftszonen mit einer starken Währung, die entscheidenden Schritte diesbezüglich gesetzt werden. (Abg. Kickl: Ihr könnt nicht einmal eine Verwaltungsreform machen! Was reden Sie so daher?) Die Finanzmarktaufsicht ist nicht zahnlos, sondern wirksam; einer der ganz entscheidenden Punkte.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zweiter Punkt: Rating-Agenturen. – Das muss man sich anschauen in den letzten Tagen. Drei amerikanische Rating-Agenturen werden in einer Zeitung bezeichnet nicht als etwas, das gegen die Finanzmisere auftritt, sondern als Teil der Krise, als Kollaborateure in dieser Krise. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es braucht eine Bankensteuer, dass die ebenfalls Abgaben zu leisten haben. Natürlich stimmt das indirekt schon auch, dass das, was wir in Bezug auf Griechenland machen, in gewissem Sinne die Banken stabilisiert. Radermacher sagt in seinem Interview auch, die verdienen sehr, sehr gut. Aber dann muss auch eine Bankenabgabe her, eine Solidarabgabe. Wenn man schon gut verdient und manchmal sogar in der Krise noch besser verdient – Herr Ackermann von der Deutschen Bank hat schon wieder 10 Millionen Boni abkassiert –, dann muss man gemeinsam etwas unternehmen, damit die entscheidenden Schritte gesetzt werden. Und man kann etwas unternehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
In Zukunft wird das bedeuten, dass man bei Neuaufnahmen in die Euro-Zone sehr genau hinschauen muss. Da muss man sehr penibel sein. Ich sehe keine Neuaufnahme in Zukunft – da brauchen Sie keine Sorge haben. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Aber bei Neuaufnahmen in der Europäischen Union wird man in Zukunft sehr genau hinschauen müssen. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.
In Zukunft wird das bedeuten, dass man bei Neuaufnahmen in die Euro-Zone sehr genau hinschauen muss. Da muss man sehr penibel sein. Ich sehe keine Neuaufnahme in Zukunft – da brauchen Sie keine Sorge haben. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Aber bei Neuaufnahmen in der Europäischen Union wird man in Zukunft sehr genau hinschauen müssen. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Wo sind denn die Schuldigen, Kollege Cap? Wer sind sie?
Aber man muss auch die Schuldigen benennen. (Abg. Bucher: Wo sind denn die Schuldigen, Kollege Cap? Wer sind sie?) Man muss verhindern, dass diejenigen, die
Abg. Bucher: Die sitzen ganz woanders!
schon einmal Opfer dieser Krise geworden sind, es ein zweites und ein drittes Mal werden. Das ist auch eine soziale Frage. Da muss man sich zur Wehr setzen gegen diejenigen, die dafür auch die Verantwortung tragen. (Abg. Bucher: Die sitzen ganz woanders!)
Abg. Kickl: Na, na, na!
Sie mit Ihrem kleinen, bescheidenen nationalen Sichtwinkel (Abg. Kickl: Na, na, na!) sollten ein bisschen über den Zaun schauen und einmal erkennen, was sich da global wirklich abspielt, dass man hier wirklich eine Koordinierung anstreben soll (Abg. Grosz: Über so einen intellektuellen Ausbruch freuen sich alle in der SPÖ!), damit wir endlich dazu kommen, dass dieser Raum, dieses Europa, als Projekt mehr akzeptiert wird und wir in der globalen Konkurrenz und Auseinandersetzung diese Einflüsse, diese Regulierungen erkämpfen können, die notwendig sind, damit es nicht zu einer permanenten Wiederholung dieser Krisen kommt.
Abg. Grosz: Über so einen intellektuellen Ausbruch freuen sich alle in der SPÖ!
Sie mit Ihrem kleinen, bescheidenen nationalen Sichtwinkel (Abg. Kickl: Na, na, na!) sollten ein bisschen über den Zaun schauen und einmal erkennen, was sich da global wirklich abspielt, dass man hier wirklich eine Koordinierung anstreben soll (Abg. Grosz: Über so einen intellektuellen Ausbruch freuen sich alle in der SPÖ!), damit wir endlich dazu kommen, dass dieser Raum, dieses Europa, als Projekt mehr akzeptiert wird und wir in der globalen Konkurrenz und Auseinandersetzung diese Einflüsse, diese Regulierungen erkämpfen können, die notwendig sind, damit es nicht zu einer permanenten Wiederholung dieser Krisen kommt.
Abg. Bucher: Wovon reden Sie überhaupt, Herr Kollege Cap?
Aber Namen nennen – das kann manchmal auch unangenehm sein, aber da können Sie sich einbringen (Abg. Bucher: Wovon reden Sie überhaupt, Herr Kollege Cap?), und nicht bloß das kleinliche Schrebergartenkonfliktspiel hier spielen. Damit werden Sie keinen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten können! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber Namen nennen – das kann manchmal auch unangenehm sein, aber da können Sie sich einbringen (Abg. Bucher: Wovon reden Sie überhaupt, Herr Kollege Cap?), und nicht bloß das kleinliche Schrebergartenkonfliktspiel hier spielen. Damit werden Sie keinen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten können! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Riepl: Na ja ...!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stadler ist ja ein bekanntermaßen guter Rhetoriker. (Abg. Riepl: Na ja ...!) – Lassen wir ihm das doch. – Aber immer dann, wenn er laut wird, versteht man ihn erstens nicht mehr, und zweitens ist Vorsicht angebracht, denn dann tritt er meist die Flucht nach vorne an. Und wenn dann noch ein Zuruf, aus welchen Reihen auch immer, kommt (Abg. Mag. Stadler: Aus Ihren!), aus meinen Reihen in diesem Fall, der sich irgendwo mit der Hypo-Alpe-Adria beschäftigt – FPÖ, BZÖ, FPK, wer auch immer dafür die Verantwortung trägt, dass der Staat in eine Haftung mit 17 Milliarden € eintreten musste (Zwischenrufe beim BZÖ) –, dann wird er laut und nervös.
Abg. Mag. Stadler: Aus Ihren!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stadler ist ja ein bekanntermaßen guter Rhetoriker. (Abg. Riepl: Na ja ...!) – Lassen wir ihm das doch. – Aber immer dann, wenn er laut wird, versteht man ihn erstens nicht mehr, und zweitens ist Vorsicht angebracht, denn dann tritt er meist die Flucht nach vorne an. Und wenn dann noch ein Zuruf, aus welchen Reihen auch immer, kommt (Abg. Mag. Stadler: Aus Ihren!), aus meinen Reihen in diesem Fall, der sich irgendwo mit der Hypo-Alpe-Adria beschäftigt – FPÖ, BZÖ, FPK, wer auch immer dafür die Verantwortung trägt, dass der Staat in eine Haftung mit 17 Milliarden € eintreten musste (Zwischenrufe beim BZÖ) –, dann wird er laut und nervös.
Zwischenrufe beim BZÖ
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Geschätzte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Stadler ist ja ein bekanntermaßen guter Rhetoriker. (Abg. Riepl: Na ja ...!) – Lassen wir ihm das doch. – Aber immer dann, wenn er laut wird, versteht man ihn erstens nicht mehr, und zweitens ist Vorsicht angebracht, denn dann tritt er meist die Flucht nach vorne an. Und wenn dann noch ein Zuruf, aus welchen Reihen auch immer, kommt (Abg. Mag. Stadler: Aus Ihren!), aus meinen Reihen in diesem Fall, der sich irgendwo mit der Hypo-Alpe-Adria beschäftigt – FPÖ, BZÖ, FPK, wer auch immer dafür die Verantwortung trägt, dass der Staat in eine Haftung mit 17 Milliarden € eintreten musste (Zwischenrufe beim BZÖ) –, dann wird er laut und nervös.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Absolut ausgeschlossen!
Und wenn dann noch eine Nebelbombe fällt bezüglich EU-Primärrecht: Lieber Ewald Stadler, du weißt genau, diese freiwillige Aktion der Mitgliedstaaten verstößt niemals gegen das Primärrecht, weil die Staaten diese Hilfsaktion freiwillig, weil notwendig, machen. Das weißt du ganz genau, das ist nur eine Nebelbombe von dir. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Absolut ausgeschlossen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sauer sind sie auf den Finanzminister! – Abg. Bucher: Inserate auf Pump!
Meine Damen und Herren! In Griechenland sind schwere Fehler passiert, überhaupt keine Frage. Die Situation dort ist größtenteils selbst verschuldet, und die Menschen in Österreich sind zu Recht verunsichert, verärgert (Abg. Ing. Westenthaler: Sauer sind sie auf den Finanzminister! – Abg. Bucher: Inserate auf Pump!), auch zornig, zu Recht, denn die Ursachen für die Misere in Griechenland liegen im eigenen Land.
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Cap, es ist auch, aber nicht nur so, dass dort ein paar Reiche Steuerflucht betreiben und damit dem Staat Steuergelder vorenthalten. Es ist leider viel schlimmer dort: Der Staat wird dort systematisch, nicht von allen, aber von vielen, ausgebeutet. Wenn man sich anschaut, dass in Griechenland jeder Vierte beim Staat beschäftigt ist oder zumindest vom Staat eine Gage erhält, oder wenn Beamte eine Zulage bekommen, damit sie pünktlich zur Arbeit kommen – diese Liste könnte man beliebig fortsetzen –, dann, Kollege Cap, erkennt man, das Ganze geht tiefer als nur in die Richtung von ein paar Reichen, die ihre Steuern nicht zahlen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Ihr beteiligt euch doch auch an der Diskussion!
ern erschallt. Das, glaube ich, ist nicht die Lösung des Problems. (Abg. Bucher: Ihr beteiligt euch doch auch an der Diskussion!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Die sind es eh schon!
Meine Damen und Herren! Trotz all dieser Missstände in Griechenland dürfen wir Griechenland in dieser Situation nicht allein lassen, sonst werden die Probleme der Griechen heute oder morgen unsere Probleme. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Die sind es eh schon!)
Abg. Bucher: Sie helfen den Banken! Sie helfen den Banken und nicht den Griechen! – Abg. Strache: Das haben wir gesehen beim österreichischen Bankenpaket, was da „auferlegt“ worden ist!
Die Vernunft zwingt uns also hier zur Hilfe. Und wenn Kollege Bucher vom BZÖ auch im Antrag hier einmahnt, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten: Ja, das ist ja gerade Hilfe zur Selbsthilfe, Griechenland über diese Hürde drüberzuhelfen, aber dem Land gleichzeitig auch aufzuerlegen, jene Strukturen im eigenen Land in Ordnung zu bringen, die eben derzeit nicht in Ordnung sind. (Abg. Bucher: Sie helfen den Banken! Sie helfen den Banken und nicht den Griechen! – Abg. Strache: Das haben wir gesehen beim österreichischen Bankenpaket, was da „auferlegt“ worden ist!)
Abg. Bucher: Wo ist die Spekulationssteuer?
Meine Damen und Herren, erinnern wir uns zurück: Die Finanzkrise wurde damals in ihrer ganzen Dimension ausgelöst, als die erste Bank in Amerika, Lehman Brothers, in Konkurs gegangen ist und man ihr nicht geholfen hat. (Abg. Bucher: Wo ist die Spekulationssteuer?) Da ist ein Dominoeffekt in Gang gesetzt worden – mit fatalen Auswirkungen! „Lehman“ darf sich nicht wiederholen, und deshalb müssen wir Griechenland jetzt helfen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, erinnern wir uns zurück: Die Finanzkrise wurde damals in ihrer ganzen Dimension ausgelöst, als die erste Bank in Amerika, Lehman Brothers, in Konkurs gegangen ist und man ihr nicht geholfen hat. (Abg. Bucher: Wo ist die Spekulationssteuer?) Da ist ein Dominoeffekt in Gang gesetzt worden – mit fatalen Auswirkungen! „Lehman“ darf sich nicht wiederholen, und deshalb müssen wir Griechenland jetzt helfen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ja, das sieht man!
Meine Damen und Herren! Aber wir können, wir dürfen Griechenland nicht helfen, ohne von Griechenland eigene Anstrengungen zu verlangen, und zwar enorme eigene Anstrengungen. Die Menschen in Griechenland stehen vor großen Opfern. Die Politik dort steht vor einer Riesenaufgabe, aber diese Aufgabe muss gelöst werden. Ich denke, die meisten Griechen und Griechinnen haben die Zeichen der Zeit erkannt (Abg. Mag. Stadler: Ja, das sieht man!), und sie haben meines Erachtens alles andere verdient – bei aller Kritik an den Fehlern, die dort passiert sind –, sie haben alles andere verdient als Häme oder Polemik, wie sie leider mancherorts zu hören und zu lesen ist.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube auch nicht, dass es eine Lösung wäre, den Griechen jetzt den Sessel vor die Tür zu stellen, denn das wäre der Anfang vom Ende unseres Integrations- und Friedensprojektes, auf das wir in Europa zu Recht stolz sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Siehe Schweiz!
Manche zweifeln derzeit auch die Sinnhaftigkeit des Euro insgesamt an. Ich sage, Österreich und auch Europa brauchen den Euro. Denken wir nur daran: 70 Prozent unserer Exporte – und unser Wohlstand wäre ohne die Exporte nicht möglich – gehen in die Länder der EU. Wir haben uns in den letzten Jahren Milliarden gespart an Kurssicherungsgeschäften, die sonst notwendig gewesen wären, und auch die Finanzkrise hätte uns um vieles härter getroffen, wenn wir den Euro nicht gehabt hätten. (Abg. Strache: Siehe Schweiz!)
Abg. Strache: Die Schweiz nicht!
Und wenn wir Hilfe gewähren wollen, dann müssen wir auch die Ursachen analysieren. Alle Länder – oder fast alle; die meisten, nicht alle – finanzieren ihren Wohlstand mit Schulden. (Abg. Strache: Die Schweiz nicht!) Wir haben zusätzlich zu den Schulden, die wir leider zu unserer Wohlstandsfinanzierung aufgenommen haben, auch noch eine Unsumme an Schulden zur Krisenbewältigung machen müssen. Die Welt ist verschuldet wie noch nie in Friedenszeiten!
Ah-Rufe beim BZÖ
Meine Damen und Herren, wir erleben es ja jetzt in den Debatten in den Medien: Die Vorstellungen bezüglich der Sanierung unseres Haushaltes gehen derzeit weit auseinander – und das ist auch in einer politischen Debatte normal und legitim, aber, meine Damen und Herren, über Folgendes sollten wir uns einig sein: Alle in Österreich werden ihren Beitrag zur Sanierung leisten müssen, jedoch gemäß ihrer Leistungsfähigkeit. Wir sollten daher hier nicht kleinlich sein, nicht klientel-orientiert herumdiskutieren und herumstreiten (Ah-Rufe beim BZÖ), denn das wird uns nicht zum Ziel führen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wir erleben es ja jetzt in den Debatten in den Medien: Die Vorstellungen bezüglich der Sanierung unseres Haushaltes gehen derzeit weit auseinander – und das ist auch in einer politischen Debatte normal und legitim, aber, meine Damen und Herren, über Folgendes sollten wir uns einig sein: Alle in Österreich werden ihren Beitrag zur Sanierung leisten müssen, jedoch gemäß ihrer Leistungsfähigkeit. Wir sollten daher hier nicht kleinlich sein, nicht klientel-orientiert herumdiskutieren und herumstreiten (Ah-Rufe beim BZÖ), denn das wird uns nicht zum Ziel führen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir das alles bei der Sanierung unseres Haushaltes berücksichtigen, dann werden wir auch gemeinsam erfolgreich sein können. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Aha-Rufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Werte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eingangs ein paar Anmerkungen zu bisher getätigten Ausführungen. Herr Klubobmann Kopf hat von der Hypo-Alpe-Adria gesprochen, aber rein beiläufig „vergessen“, dass da der Aufsichtsratspräsident sein Parteifreund Martinz, also der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz gewesen ist. (Aha-Rufe bei der FPÖ.) Diese eigene Verantwortung wird da heraußen also so beiläufig zu erwähnen „vergessen“. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Werte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eingangs ein paar Anmerkungen zu bisher getätigten Ausführungen. Herr Klubobmann Kopf hat von der Hypo-Alpe-Adria gesprochen, aber rein beiläufig „vergessen“, dass da der Aufsichtsratspräsident sein Parteifreund Martinz, also der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz gewesen ist. (Aha-Rufe bei der FPÖ.) Diese eigene Verantwortung wird da heraußen also so beiläufig zu erwähnen „vergessen“. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und Sie tun heute so, Herr Finanzminister, Herr Bundeskanzler, ja die ganze Bundesregierung, als hätten Sie davon nichts gewusst?! – Da kann ich nur sagen: Wollen Sie die Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich für dumm verkaufen?! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Welche Vorgaben haben Sie denn bei den 15 Milliarden € für das österreichische Bankenpaket getroffen?! – Überhaupt keine haben die österreichischen Banken bekommen! (Beifall bei der FPÖ.) Bis heute kann der Rechnungshof die Bilanzen nicht überprüfen; bis heute gibt es 3 bis 4 Millionen € Jahresgagen für Bankdirektoren, die unser aller Geld im Sinne einer Casino-Mentalität verspekuliert haben! Nichts dergleichen ist also Ihrerseits geschehen!
Beifall bei der FPÖ.
Das ist doch alles nicht glaubwürdig, Herr Finanzminister! (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!
Diese bittere Wahrheit lassen Sie von ÖVP und SPÖ aber unter den Tisch fallen! Sie haben das alles zu verantworten, machen das aber alles über die Köpfe der österreichischen Bevölkerung hinweg! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!) Da wird Ihrerseits einfach drübergewalzt! Da gibt es keinen Parlamentsbeschluss, keine Volksbefragung – nichts! Und nachdem Sie eiskalt über die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher drübergefahren sind, versuchen Sie auch noch, das alles als „Geschäft“ zu verkaufen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese bittere Wahrheit lassen Sie von ÖVP und SPÖ aber unter den Tisch fallen! Sie haben das alles zu verantworten, machen das aber alles über die Köpfe der österreichischen Bevölkerung hinweg! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt nicht!) Da wird Ihrerseits einfach drübergewalzt! Da gibt es keinen Parlamentsbeschluss, keine Volksbefragung – nichts! Und nachdem Sie eiskalt über die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher drübergefahren sind, versuchen Sie auch noch, das alles als „Geschäft“ zu verkaufen! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Angesichts Ihrer Vorgangsweise ist es, wie ich meine, ein geradezu dramatisches Omen, dass dem Finanzminister im zeitlichen Zusammenhang mit der Griechenland-Hilfe ausgerechnet die Achillessehne gerissen ist. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.) Das hat offenbar wirklich einen dramatischen Zusammenhang, wenn man das als Omen betrachtet, denn: Was ist denn in den letzten Jahren geschehen?
Beifall bei der FPÖ.
All das zeigt auf, Herr Finanzminister, dass Ihre Argumentation – nach Ihrer heutigen Rede sah man das ganz deutlich – eine grob fahrlässige ist. Nach Ihrer heutigen Rede hier kann ich nur sagen: Es ist lediglich die Frage, ob es sich um fahrlässige oder um betrügerische Krida handeln wird, wenn Sie unser Land weiterhin so steuern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Denn: Portugal, Spanien, Italien, all diese Länder sind schon als die Nächsten, die da auf uns zukommen werden, genannt worden. Italien beispielsweise hat bereits eine höhere Staatsverschuldung, als es dessen BIP ausmacht. Wir müssen daher die Überlegung anstellen, ob es nicht sinnvoll wäre, im Mittelmeerraum wieder die alten Währungen einzuführen, damit der Euro nicht zugrunde geht, damit wir nicht unsere letzten Sparguthaben verlieren und damit Sie uns nicht zwingen, eine weitere Steuererhöhung über uns ergehen lassen zu müssen, indem Sie Massensteuern erhöhen und neue Steuern einführen und indem Sie die Mehrwertsteuer erhöhen und so diese Hilfspake- te durch Steuerbeitrage der österreichischen Bevölkerung ausgleichen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist der falsche Weg! Und den Österreichern reicht es, denn es steht ihnen das Wasser bereits bis zum Hals – aber Sie sind offenbar nicht gewillt, da gegenzusteuern. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: In der Holding!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Abg. Strache: In der Holding!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Abg. Strache: Er war Vorsitzender!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Herr Klubobmann Bucher und Herr Klubobmann Strache haben in ihren Ausführungen behauptet, dass Landesrat Martinz Aufsichtsrat in der Kärntner Hypo war. (Abg. Dr. Graf: In der Holding!) Herr Klubobmann Strache hat gesagt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender war. – Das ist nicht richtig! (Abg. Strache: In der Holding!) Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat in der Hypo (Abg. Strache: Er war Vorsitzender!), sondern der Vertreter der Kärntner Landesregierung in der Hypo war immer der Finanzreferent (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ), und zwar war das der Herr Pfeifenberger, dann der Herr Landeshauptmann Haider, und jetzt ist es der Herr Dobernig. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist peinlich, was Sie da aufführen! Setzen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Peinlich war das!
Landesrat Martinz war nie Aufsichtsrat oder Aufsichtsratsvorsitzender. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Peinlich war das!)
Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es gelangt nun Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen zu Wort. 10 Minuten Redezeit. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Darf ich um etwas mehr Ruhe bitten, es ist derart laut im Saal!
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Also: Wir stehen jetzt vor der unangenehmen Entscheidung, in Griechenland mehr oder weniger direkt einzugreifen oder, wenn wir das nicht tun, den europäischen Banken wiederum direkt zu helfen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Ja, das ist so, das kann man auch offen so sagen. Deswegen sage ich nicht, dass die Banken die Misere verschuldet hätten. Das ist zumindest im Falle Griechenland ausnahmsweise nur beschränkt so.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Zweitens und drittens – zwei Botschaften an die Gläubiger –: Risikoaufschläge auf Kredite zu verlangen, ohne das Risiko zu tragen – nein! Wenn man Risikoaufschläge verlangt, dann hat man nachher auch zumindest einen Teil des Risikos zu tragen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Und – ein Punkt, der bisher noch nicht in der Debatte war –: Die Nicht-Euro-Zonenländer sollen nicht zu Trittbrettfahrern der Euro-Zone werden. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren von BZÖ und FPÖ, ob jetzt Griechenland aus der Euro-Zone austritt oder nicht, ist nicht so wichtig, denn damit würde sich nur verdammt wenig an dieser Rosskur ändern, denn selbst dann, wenn Griechenland die Drachme wieder einführen und es eine sofortige Abwertung – sagen wir 30 bis 50 Prozent – geben würde, wären die Schulden noch immer da, damit würden sie nicht verschwinden. Die Schulden in Euro – und sie haben zu 98 oder 99 Prozent Euro-Schulden – würden dadurch nicht verschwinden, die wären dann umso teurer zu bedienen. Sie müssten sich umso mehr anstrengen, in Drachmen so viel Geld zu verdienen, dass sie es in Euro zahlen könnten. Also, an der Rosskur ändert sich dadurch gar nichts! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Dieser Herausforderung müssen wir uns in den kommenden Jahren so schnell wie möglich stellen! – Danke schön. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben ja jetzt auch gesagt, es müsste einen Sanktionsmechanismus geben. Ja ich frage Sie: Welchen denn? – Schlimmstenfalls wohl auch den Ausschluss oder den Austritt eines Landes, das permanent gegen die Kriterien und gegen die Anforderungen verstößt, aus dieser gemeinsamen Währung, denn sonst hat ja ein Sanktionsmechanismus keinen Sinn. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Eine riesige Herausforderung!
Ja was bedeutet denn das auch für unsere Wirtschaft? Was bedeutet denn das für die Volkswirtschaft Griechenlands? Wie sollen denn die dort gesunden mit diesen Maßnahmen, die ihnen da oktroyiert werden? Werden diese Maßnahmen überhaupt durchgesetzt werden, oder bricht daran die Regierung, und die künftige Regierung sagt dann: Das interessiert uns überhaupt nicht, wir können das nicht!? – Dann stehen wir wieder am Beginn, Herr Kollege Kopf, der Sie hier auch gesagt haben, das alles sei ohnehin in Ordnung und das seien notwendige Maßnahmen. (Abg. Kopf: Eine riesige Herausforderung!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Finanzminister, zum einen ist es ja schon merkwürdig, dass es einer Forderung des BZÖ nach einer Sondersitzung bedarf, um hier überhaupt einmal über diese Misere zu diskutieren. Sie haben nicht einmal, Herr Finanzminister ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, aber Sie haben hier eine Regierungsmehrheit. Zum Telefonhörer hätten Sie doch greifen können, um wenigstens die Klubchefs oder die Parteichefs der Opposition über diese Dinge zu informieren. Nicht einmal das war es Ihnen wert, darüber zu reden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister, zum einen ist es ja schon merkwürdig, dass es einer Forderung des BZÖ nach einer Sondersitzung bedarf, um hier überhaupt einmal über diese Misere zu diskutieren. Sie haben nicht einmal, Herr Finanzminister ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, aber Sie haben hier eine Regierungsmehrheit. Zum Telefonhörer hätten Sie doch greifen können, um wenigstens die Klubchefs oder die Parteichefs der Opposition über diese Dinge zu informieren. Nicht einmal das war es Ihnen wert, darüber zu reden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Nicht mehr!
Und eines war schon interessant, Herr Finanzminister: Sie haben gesagt, Sie haben die österreichischen Banken aufgefordert, nicht gegen Griechenland zu spekulieren (Abg. Bucher: Nicht mehr!) oder nicht mehr gegen Griechenland zu spekulieren. Herr Finanzminister, war das notwendig? (Abg. Kopf: „Nicht mehr“ hat er nicht gesagt!) Na von mir aus: nicht gegen Griechenland zu spekulieren. War diese Aufforderung notwendig? Haben auch österreichische Banken gegen Griechenland spekuliert?
Abg. Kopf: „Nicht mehr“ hat er nicht gesagt!
Und eines war schon interessant, Herr Finanzminister: Sie haben gesagt, Sie haben die österreichischen Banken aufgefordert, nicht gegen Griechenland zu spekulieren (Abg. Bucher: Nicht mehr!) oder nicht mehr gegen Griechenland zu spekulieren. Herr Finanzminister, war das notwendig? (Abg. Kopf: „Nicht mehr“ hat er nicht gesagt!) Na von mir aus: nicht gegen Griechenland zu spekulieren. War diese Aufforderung notwendig? Haben auch österreichische Banken gegen Griechenland spekuliert?
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Na das wäre ja überhaupt interessant, meine Damen und Herren! Und das zeigt zum wiederholten Mal: Wir, die Österreicherinnen und Österreicher beziehungsweise die Europäer in diesem Fall müssen in die Tasche greifen, um das auszugleichen, was Banken und Spekulanten da verbrochen haben! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Cap, Ihre Rede ist über weite Bereiche zu 100 Prozent zu unterstreichen, wenn Sie davon sprechen, gegen Spekulanten etwas zu unternehmen, oder wenn Sie sich für Sanktionsmechanismen aussprechen. Nur: Das war eine Oppositionsrede, wunderbar – aber Sie sind in der Regierung! Wo ist eine einzige Initiative der österreichischen Bundesregierung, aufgrund der Finanzkrise und jetzt der Griechenland-Krise Maßnahmen von der Europäischen Union einzufordern, um gegen das Spekulantentum auch wirklich zu Felde zu ziehen? Ich höre nichts davon – ich höre überhaupt nichts davon! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister, eines muss ich Ihnen schon sagen: Sie haben hier in Österreich die falsche Diskussion geführt, indem Sie den leichten Weg gehen – Steuererhöhungen anstatt wirkliche Sanierungen vorzunehmen. Und Sie gehen jetzt auch gemeinsam mit den anderen europäischen Ländern den falschen Weg, wenn es darum geht, diese europäische Krise zu meistern. Dieser Weg führt in die falsche Richtung. Nehmen Sie unsere Ideen an! Das wäre wesentlich besser, als hier nur zu mauern und zuzudecken. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Abg. Scheibner: Umsetzen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Abg. Ing. Hofer: Vor allem in der Steiermark!
Seit vier Wochen führt Andreas Schieder da sogar den Vorsitz, weil Österreich, vor allem die österreichische Sozialdemokratie, auch diesbezüglich Vorreiter war. Das ist etwas, das Ihnen vielleicht nicht auffällt (Abg. Ing. Hofer: Vor allem in der Steiermark!), weil Sie auf europäischer Ebene nicht vertreten sind, aber Sie können sich darauf verlassen, dass die Sozialdemokratie auf europäischer Ebene arbeitet und aktiv ist und die richtigen Forderungen einbringt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Neubauer: Sind da die Stiftungen auch dabei?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Neubauer: Sind da die Stiftungen auch dabei?
Seit vier Wochen führt Andreas Schieder da sogar den Vorsitz, weil Österreich, vor allem die österreichische Sozialdemokratie, auch diesbezüglich Vorreiter war. Das ist etwas, das Ihnen vielleicht nicht auffällt (Abg. Ing. Hofer: Vor allem in der Steiermark!), weil Sie auf europäischer Ebene nicht vertreten sind, aber Sie können sich darauf verlassen, dass die Sozialdemokratie auf europäischer Ebene arbeitet und aktiv ist und die richtigen Forderungen einbringt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Neubauer: Sind da die Stiftungen auch dabei?)
Abg. Mag. Kogler: Welches Rettungspaket?
sen. Griechenland zahlt ja in der Zwischenzeit um die 10 Prozent – Prognosen sprechen von 15 bis 20 Prozent, wenn es jetzt kein Rettungspaket gibt –, um sich zu refinanzieren. (Abg. Mag. Kogler: Welches Rettungspaket?)
Abg. Mag. Stadler: Es geht aber nur so!
Also nur zu sagen: Die sollen aus dem Euro raus, dann ist alles super, denn dann zahlen wir nicht!, ist komplett falsch. (Abg. Mag. Stadler: Es geht aber nur so!) Wir haben in der Vergangenheit wesentlich mehr bezahlt, als das jetzt der Fall ist. (Abg. Mag. Stefan: Haben wir denn eine stabile Währung?)
Abg. Mag. Stefan: Haben wir denn eine stabile Währung?
Also nur zu sagen: Die sollen aus dem Euro raus, dann ist alles super, denn dann zahlen wir nicht!, ist komplett falsch. (Abg. Mag. Stadler: Es geht aber nur so!) Wir haben in der Vergangenheit wesentlich mehr bezahlt, als das jetzt der Fall ist. (Abg. Mag. Stefan: Haben wir denn eine stabile Währung?)
Abg. Bucher: Lettland!
Ein anderes Beispiel: Ungarn, weil das auch gebracht wurde. (Abg. Bucher: Lettland!) Als es um Ungarn gegangen ist, das den Forint hat, waren wir alle der Meinung: Ja, das ist richtig! Wir sind Nachbarn, wir haben starke Verbindungen zu Ungarn. Das haben in Österreich alle in Ordnung gefunden. Aber auch viele andere Staaten, die kaum oder keine Handelsbeziehungen mit Ungarn haben, waren genauso dabei und haben genauso mitfinanziert.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
sofern ist es in Ordnung, wenn auch wir uns solidarisch zeigen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich halte es für fatal, wenn jetzt jeder auf Griechenland zeigt, denn das Sprichwort: Mit einem Finger zeigt man auf jemanden, und der andere Finger deutet auf jemand anderen!, stimmt. Das gilt nicht für Griechenland allein, natürlich gibt es andere Länder in der Union, die sich auch in einer schwierigen Diskussionsphase befinden, UK beispielsweise. Wir werden es möglicherweise nach den morgen stattfindenden Wahlen mit einem anderen Ministerpräsidenten im UK zu tun haben. Aber wer glaubt, dass der Sozialdemokrat Gordon Brown nicht alles getan hat, um die Finanztransaktionssteuer zu verhindern und Rating-Agentur-Regelungen zu verhindern und Hedgefonds-Regelungen zu verhindern, der irrt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Krainer
Zweitens: in Europa (Zwischenruf des Abg. Krainer), in Europa meiner Meinung nach in vier Bereichen. Erstens: Die Maastricht-Kriterien, wie wir sie jetzt haben, genügen nicht mehr. Es reicht nicht, Vorgaben bezüglich Defizit, Schuldenstand und Inflation zu haben. Wir brauchen vertiefte Kriterien für eine kohärente Wirtschaftspolitik.
Zwischenruf bei der FPÖ.
Aber all das bedeutet in Wirklichkeit – Herr Kollege Strache, das auch zu Ihrer Rede –, dass wir mehr Europa brauchen und nicht weniger. Der zentrale Fehler ist, dass Europa immer dann reagiert, wenn eine Krise herrscht. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Wir diskutieren jetzt den europäischen Luftraum, weil in Island ein Vulkan ausgebrochen ist, wissen aber, dass ein einheitlicher Luftraum schon viel früher notwendig gewesen wäre.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Eine gefährliche Drohung!
Ja, auch ich habe dazugelernt. Ich habe nicht alles dafür getan, dass wir eine europäische Finanzaufsicht haben. Mehr Europa, meine Damen und Herren, braucht es in dieser Situation, und nicht weniger Europa! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Eine gefährliche Drohung!)
Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.
Alle, die meinen, die Staaten sind die Lösung aller Probleme, müssen doch jetzt munter werden. Wenn sich der Staat nicht zurückzieht auf das, was er zu tun hat, sondern zu viel macht, dann bedeutet das, dass die Staaten nicht die Lösung sind, sondern das Problem. (Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, unser größtes Risiko sind in der Zwischenzeit die Schulden der Staaten. Die Schulden der Staaten sind das wirkliche Problem für die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Defizite in ungeahnter Höhe in der Europäischen Union, in den USA beispielsweise müssen doch alle munter machen, die immer nach dem Staat rufen. Wir müssen die Schulden senken (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und die Staaten müssen wieder das tun, was sie zu tun haben: Regulative gestalten, aber nicht direkt in die Wirtschaft eingreifen, denn das führt letztlich nicht zum gewünschten Erfolg, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Defizite in ungeahnter Höhe in der Europäischen Union, in den USA beispielsweise müssen doch alle munter machen, die immer nach dem Staat rufen. Wir müssen die Schulden senken (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und die Staaten müssen wieder das tun, was sie zu tun haben: Regulative gestalten, aber nicht direkt in die Wirtschaft eingreifen, denn das führt letztlich nicht zum gewünschten Erfolg, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Vierter Punkt: Die zentrale Aufgabe liegt daher für uns darin, einerseits die Schulden wieder zu senken und andererseits auf europäischer Ebene jene Regulative zu setzen, dass die Wirtschaft wieder wachsen kann. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist die wirkliche Perspektive. Nicht der Staat ist die Lösung aller Dinge, sondern manchmal schafft der Staat Probleme, die wir dann gemeinsam zu lösen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Herr Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren Kollegen! Herr Abgeordneter Molterer, lassen Sie mich zunächst mit einem Satz in Ihre Richtung replizieren: Ich glaube, den mehrheitlichen Wunsch der österreichischen Bevölkerung hier zum Ausdruck zu bringen, wenn ich sage, die Österreicher wollen nicht mehr Europa, die Österreicher wollen wieder mehr Rot-Weiß-Rot in der Politik haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Jetzt frage ich Sie – aber nur rhetorisch, denn ich weiß, Sie sind ein gebildeter Mensch und kennen die Antwort, nur haben Sie sie verschwiegen –, warum dieses Problem eigentlich entstanden ist. Das Problem ist deswegen entstanden, weil die europäischen Banken bei der Europäischen Zentralbank um 1 Prozent – um 1 Prozent! – Geld im Ausmaß mehrerer Milliarden € aufgenommen haben und dieses Geld dann in Hochrisikopapiere in Griechenland investiert haben. Das heißt, dass die Banken mit diesen griechischen Anleihen mit 8 Prozent, mit 10 Prozent, mit 12 Prozent, kurzfristig waren sie auf 20 Prozent, Zinsen gemacht haben dafür, dass sie das Geld quasi gratis erhalten haben. Und das sichern Sie mit Ihren heutigen Beschlüssen ab. (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm
Ich sage Ihnen Folgendes: Von diesem Geld kommt nicht ein Euro, nicht ein Cent bei der griechischen Bevölkerung an. Die griechische Bevölkerung wird mit Tränengas niedergehalten, wenn sie heute gegen ein derartiges Paket der Grausamkeiten demonstriert. Die erste Bank brennt in Athen, und die Einzigen, die davon Profit nehmen (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), von dieser europaweiten „Rettungsaktion“ – zwischen Anführungszeichen –, sind die Banken (Beifall bei der FPÖ), die deutschen Banken (Abg. Strache: Französische!), die Hypo Real Estate mit 8 Milliarden €, die WestLB, die Commerzbank, die französischen Banken, die Crédit Agricole, die Société Générale. 60 Milliarden € sind es bei den französischen Banken, in Österreich sollen es 4 Milliarden € sein, habe ich vom Herrn Finanzminister gehört (Abg. Strache: Raiffeisen 4 Milliarden!); jetzt sind es 5 Milliarden €.
Beifall bei der FPÖ
Ich sage Ihnen Folgendes: Von diesem Geld kommt nicht ein Euro, nicht ein Cent bei der griechischen Bevölkerung an. Die griechische Bevölkerung wird mit Tränengas niedergehalten, wenn sie heute gegen ein derartiges Paket der Grausamkeiten demonstriert. Die erste Bank brennt in Athen, und die Einzigen, die davon Profit nehmen (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), von dieser europaweiten „Rettungsaktion“ – zwischen Anführungszeichen –, sind die Banken (Beifall bei der FPÖ), die deutschen Banken (Abg. Strache: Französische!), die Hypo Real Estate mit 8 Milliarden €, die WestLB, die Commerzbank, die französischen Banken, die Crédit Agricole, die Société Générale. 60 Milliarden € sind es bei den französischen Banken, in Österreich sollen es 4 Milliarden € sein, habe ich vom Herrn Finanzminister gehört (Abg. Strache: Raiffeisen 4 Milliarden!); jetzt sind es 5 Milliarden €.
Abg. Strache: Französische!
Ich sage Ihnen Folgendes: Von diesem Geld kommt nicht ein Euro, nicht ein Cent bei der griechischen Bevölkerung an. Die griechische Bevölkerung wird mit Tränengas niedergehalten, wenn sie heute gegen ein derartiges Paket der Grausamkeiten demonstriert. Die erste Bank brennt in Athen, und die Einzigen, die davon Profit nehmen (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), von dieser europaweiten „Rettungsaktion“ – zwischen Anführungszeichen –, sind die Banken (Beifall bei der FPÖ), die deutschen Banken (Abg. Strache: Französische!), die Hypo Real Estate mit 8 Milliarden €, die WestLB, die Commerzbank, die französischen Banken, die Crédit Agricole, die Société Générale. 60 Milliarden € sind es bei den französischen Banken, in Österreich sollen es 4 Milliarden € sein, habe ich vom Herrn Finanzminister gehört (Abg. Strache: Raiffeisen 4 Milliarden!); jetzt sind es 5 Milliarden €.
Abg. Strache: Raiffeisen 4 Milliarden!
Ich sage Ihnen Folgendes: Von diesem Geld kommt nicht ein Euro, nicht ein Cent bei der griechischen Bevölkerung an. Die griechische Bevölkerung wird mit Tränengas niedergehalten, wenn sie heute gegen ein derartiges Paket der Grausamkeiten demonstriert. Die erste Bank brennt in Athen, und die Einzigen, die davon Profit nehmen (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), von dieser europaweiten „Rettungsaktion“ – zwischen Anführungszeichen –, sind die Banken (Beifall bei der FPÖ), die deutschen Banken (Abg. Strache: Französische!), die Hypo Real Estate mit 8 Milliarden €, die WestLB, die Commerzbank, die französischen Banken, die Crédit Agricole, die Société Générale. 60 Milliarden € sind es bei den französischen Banken, in Österreich sollen es 4 Milliarden € sein, habe ich vom Herrn Finanzminister gehört (Abg. Strache: Raiffeisen 4 Milliarden!); jetzt sind es 5 Milliarden €.
Beifall bei der FPÖ.
Griechenland ist ja die Wiege des Parlamentarismus. Und warum sollen die Griechen nicht selbst darüber abstimmen, ob sie im Euroverbund bleiben oder eventuell zur Drachme zurückkehren wollen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte nie wieder von irgendjemandem aus dem Bereich der Sozialdemokratie hören, dass Sie für Verteilungsgerechtigkeit sind, dass Sie für eine Vermögensteuer sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Das ist ja unerhört! – Abg. Strache: Das sind die Netzwerke!
Heinz-Christian Strache hat heute Spiros Latsis, den reichsten Mann Griechenlands, schon erwähnt. 12 Milliarden €, das ist knapp das Fünffache dessen, was den Griechen von österreichischer Seite gegeben werden soll, hat er in griechische Anleihen investiert, natürlich mit 10 oder 12 Prozent Rendite. Nur so nebenbei erwähnt: Herr Latsis geht immer mit EU-Kommissions-Präsident Barroso segeln auf seiner Yacht. (Abg. Dr. Graf: Das ist ja unerhört! – Abg. Strache: Das sind die Netzwerke!) Das ist die Politik, die Sie hier stützen! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Heinz-Christian Strache hat heute Spiros Latsis, den reichsten Mann Griechenlands, schon erwähnt. 12 Milliarden €, das ist knapp das Fünffache dessen, was den Griechen von österreichischer Seite gegeben werden soll, hat er in griechische Anleihen investiert, natürlich mit 10 oder 12 Prozent Rendite. Nur so nebenbei erwähnt: Herr Latsis geht immer mit EU-Kommissions-Präsident Barroso segeln auf seiner Yacht. (Abg. Dr. Graf: Das ist ja unerhört! – Abg. Strache: Das sind die Netzwerke!) Das ist die Politik, die Sie hier stützen! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall des Abg. Dr. Hübner.
Ob Kollege Krainer irgendwelche Knöpfe auf seinem Revers trägt und vermeint, dass die Sozialdemokratie gegen die internationale Finanzwirtschaft toll auftrete, ist nicht maßgebend: Sie machen genau das Gegenteil! Sie machen eine Politik für Milliardäre. Sie machen eine Politik für Bankenbosse und erklären Ihren letzten Genossen das Gegenteil. (Beifall des Abg. Dr. Hübner.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, der Euro, der von Ihnen als Erfolgsstory gedacht war und dazu, Österreich in eine gute Zukunft zu führen, ist in Wirklichkeit eine Misserfolgsstory. Fragen Sie die österreichische Bevölkerung heute, was ihr lieber ist oder wo sie das Gefühl hat, dass mehr Wert dahinter war beziehungsweise ist: hinter dem damaligen Schilling oder hinter dem Euro?! 2002 ist der Euro eingeführt worden. Rechnen Sie heute, nicht einmal zehn Jahre später, das, was heute Güter in Euro kosten, auf den ehemaligen Schilling um! Da werden Sie sehen, es hat eine gigantische Abwertung stattgefunden, und zwar zu Lasten der österreichischen Steuerzahler, zu Lasten der österreichischen Beschäftigten. Das ist die Problemlage, die man den Menschen auch einmal sagen muss. Ihr Euro in der Form war ein purer Misserfolg, dieser Euro war ein purer Flop! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!
Da sieht man, dass gestern nicht nur die amerikanischen Börsen, sondern auch die europäischen Börsen und der Euro im absoluten Sturzflug unterwegs waren. Sogar heute, wo der Euro nur mehr 1,30 gegenüber dem US-Dollar steht, ist er weiter im Sinkflug befindlich. (Abg. Amon: Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei der FPÖ
Wir stehen auf dem Standpunkt, dass in Europa die Völker Europas über ihre Zukunft entscheiden sollen (Beifall bei der FPÖ), die Parlamente über ihre Zukunft entscheiden sollen und wir, wenn es sein muss, die Hedgefondsmanager und die Rating-Agenturen aus dem Land jagen sollen. – Danke. (Lebhafter Beifall bei der FPÖ.)
Lebhafter Beifall bei der FPÖ.
Wir stehen auf dem Standpunkt, dass in Europa die Völker Europas über ihre Zukunft entscheiden sollen (Beifall bei der FPÖ), die Parlamente über ihre Zukunft entscheiden sollen und wir, wenn es sein muss, die Hedgefondsmanager und die Rating-Agenturen aus dem Land jagen sollen. – Danke. (Lebhafter Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn es nicht so ernst wäre, wäre man versucht, in Richtung FPÖ zu sagen, kümmern Sie sich um Ihre Schlösser am Wörthersee oder um Ihre Luftschlösser, aber lassen Sie, bitte, die Akropolis aus dem Spiel, die hat das nun tatsächlich nicht verdient. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Es laufen Ihnen sonst die Bürgerinnen und Bürger in Europa davon, wo Sie das doch immer so beschwören. Ich sage Ihnen, wir haben auch immer mehr Verständnis dafür, und deshalb: Jetzt ist einmal Schluss mit dieser Schönrederei! (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Bucher: Konrad!
Es kommt einem so vor, als ob es auf der Regierungsbank lauter Bankensprecher gäbe und keine Minister. (Abg. Bucher: Konrad!) Das ist genau der Grund. Wenn ich ein Bankensprecher wäre, würde ich mich auch da herstellen und sagen, es gibt keine Alternativen, in der Tat. Wenn ich nur das nachhüpfen würde, was man in Brüssel jetzt
Abg. Strache: Warum schaffen das die Slowenen, die noch kleiner sind als wir?
Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Sie sich nicht gegen Angela Merkel oder gegen Nicolas Sarkozy durchsetzen, das ist nicht der Punkt. Aber es ist auch zu hinterfragen, warum die so agieren. (Abg. Strache: Warum schaffen das die Slowenen, die noch kleiner sind als wir?)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!
Dabei kann es nicht bleiben, und das nennen Sie alternativlos. Das ist die Krux. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) Und die Alternative ist – ich sage es Ihnen gleich dazu –, da man Griechenland nicht durchfallen lassen kann, das ist aber ein zweiter Punkt ... (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, nein, nein. Ja, aber die Frage ist immer noch: Wer zahlt? Und da gibt es die Alternative, dass man diejenigen, die an der Sache auch noch verdient haben, zumindest einen Teil mitzahlen lässt, zumindest einen Teil! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Dabei kann es nicht bleiben, und das nennen Sie alternativlos. Das ist die Krux. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) Und die Alternative ist – ich sage es Ihnen gleich dazu –, da man Griechenland nicht durchfallen lassen kann, das ist aber ein zweiter Punkt ... (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, nein, nein. Ja, aber die Frage ist immer noch: Wer zahlt? Und da gibt es die Alternative, dass man diejenigen, die an der Sache auch noch verdient haben, zumindest einen Teil mitzahlen lässt, zumindest einen Teil! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.
Dabei kann es nicht bleiben, und das nennen Sie alternativlos. Das ist die Krux. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) Und die Alternative ist – ich sage es Ihnen gleich dazu –, da man Griechenland nicht durchfallen lassen kann, das ist aber ein zweiter Punkt ... (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, nein, nein. Ja, aber die Frage ist immer noch: Wer zahlt? Und da gibt es die Alternative, dass man diejenigen, die an der Sache auch noch verdient haben, zumindest einen Teil mitzahlen lässt, zumindest einen Teil! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Sie wissen ganz genau, wie das geht. Das ist eine Frage von Umschuldungsverhandlungen, wo es am Schluss gar nicht anders sein kann. Jeder vernünftige Ökonom weiß das, einer ist heute schon zitiert worden. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Moment! – Umschulden, wo es um mehrere Dinge geht. Professor Van der Bellen hat es Ihnen erklärt, da haben Sie noch genickt. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja!) Also passen Sie jetzt noch einmal auf, die Geschichte ist so: Es geht erstens darum, dass wir eine Fristerstreckung bei diesen Schulden erreichen. Allein das hilft schon. Zweitens kann es da zu Zinsminderungen kommen. In Wirklichkeit ist die ökonomische Situation von Griechenland ja so, dass jeder weiß, dass die das auf diese Art und Weise gar nicht mehr zurückzahlen können, selbst wenn sie wollten.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja!
Sie wissen ganz genau, wie das geht. Das ist eine Frage von Umschuldungsverhandlungen, wo es am Schluss gar nicht anders sein kann. Jeder vernünftige Ökonom weiß das, einer ist heute schon zitiert worden. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Moment! – Umschulden, wo es um mehrere Dinge geht. Professor Van der Bellen hat es Ihnen erklärt, da haben Sie noch genickt. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja!) Also passen Sie jetzt noch einmal auf, die Geschichte ist so: Es geht erstens darum, dass wir eine Fristerstreckung bei diesen Schulden erreichen. Allein das hilft schon. Zweitens kann es da zu Zinsminderungen kommen. In Wirklichkeit ist die ökonomische Situation von Griechenland ja so, dass jeder weiß, dass die das auf diese Art und Weise gar nicht mehr zurückzahlen können, selbst wenn sie wollten.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
wieder auf die Füße kommen, die Sie ihnen gerade wegamputieren, und zweitens, weil da auch andere zur Kasse gebeten werden. Wer denn nun? – Eben die Gläubiger! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich sage schon dazu, dass wir nicht naiv sind, was das betrifft. Wir wissen ganz genau, dass das nicht 1 : 1 durchschlagen kann, weil Domino-Effekte drohen, und dann stehen wir wieder so da wie vielleicht im Herbst 2008. Aber in Teilen, und das verweigern Sie, in Teilen!
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Wieso sollen die nicht diesen Anteil wenigstens leisten, soweit man gehen kann, ohne dass sie umfallen und die Volkswirtschaften gefährden? Auch dieses Argument ist einmal zu überprüfen. Immer wieder haben wir davon geredet, wir können uns von den Banken, den sogenannten Systembanken, nicht auf Dauer erpressen lassen. Zuerst nehmen sie das hohe Risiko, dann stellen sie sich bei uns hier und in ganz Europa an. Auch das gehört überprüft, wie weit eine Zumutbarkeit da ist, ohne dass die Volkswirtschaften gefährdet werden. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Sie reden doch immer von der Marktwirtschaft – ja, zu Recht! Wir haben die auch im Programm, aber gesteuert und gelenkt. Wo ist denn da jetzt der freie Markt? Zuerst erzeugt der freie Markt hohe Preise, ist gleich Zinsen, und nachher zahlen die anderen! Das ist doch keine Marktwirtschaft, das ist das Gegenteil von Marktwirtschaft! Das ist eine geschützte Werkstätte für die, die viel Geld haben, es herborgen können, um noch mehr Geld damit zu verdienen, und wir zahlen. Das ist Ihre Marktwirtschaft? Und dazu gibt es keine Alternative? – Nein! (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist einfach klar. Herr Bartenstein nickt die ganze Zeit. Also man sieht, es zieht sich ja schon eine Trendwende hier durchs Haus. Vielen Dank! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben zugeschaut, und jetzt ist eigentlich die Frage: Was tut Brüssel, um die Damen und Herren zur Verantwortung zu ziehen? Das ist auch eine Art von Betrug. Jeder Hendldieb, wie man sagt, in Österreich oder in Griechenland wird verfolgt, da nicht? Alsdann, es muss auch da etwas geschehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und als Letztes: Meine Damen und Herren von der FPÖ! In Kärnten haben Sie das schon lange zustande gebracht. Rechnen Sie einmal den Schuldenstand, den Pro-Kopf-Schuldenstand eines Kärntners und eines Griechen aus und sagen Sie mir in einer Woche das Ergebnis! Wir werden es nachprüfen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Bundesminister und Vizekanzler! Die heutige Diskussion, auch wie wir sie führen, macht mich zutiefst betroffen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie löst bei vielen Menschen in unserem Land Wut im Bauch aus, und zwar nicht deswegen, weil wir über die Krise eines Landes im Süden Europas diskutieren, sondern ausschließlich deswegen, Herr Finanzminister, weil Sie seit Monaten latent überführt worden sind, die Unwahrheit gesagt zu haben, und zwar nicht nur den Österreicherinnen und Österreichern, sondern auch den Menschen hier im Parlament, den Abgeordneten, den Volksvertretern. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Bundesminister und Vizekanzler! Die heutige Diskussion, auch wie wir sie führen, macht mich zutiefst betroffen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie löst bei vielen Menschen in unserem Land Wut im Bauch aus, und zwar nicht deswegen, weil wir über die Krise eines Landes im Süden Europas diskutieren, sondern ausschließlich deswegen, Herr Finanzminister, weil Sie seit Monaten latent überführt worden sind, die Unwahrheit gesagt zu haben, und zwar nicht nur den Österreicherinnen und Österreichern, sondern auch den Menschen hier im Parlament, den Abgeordneten, den Volksvertretern. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!
Und diese 2,3 Milliarden € nehmen Sie auch noch in Ihrer wirtschaftspolitischen Weitsichtigkeit, um – und die „Krone“ schreibt das heute richtig – mit Ihrer EU-Hilfe auch noch Super-Reiche, Banken und jene, die bereits jetzt schon die Steuern hinterzogen haben, in Griechenland zu finanzieren. Das mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher, mit dem Steuergeld von Menschen in einem Land, das derzeit eine Million Menschen in Armut zu verzeichnen hat und 400 000 Arbeitslose! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Ja, es gibt Familien in diesem Land – Herr Finanzminister, Ihre Familie nicht! –, die nicht wissen, wie sie sich das tägliche Leben noch in irgendeiner Form leisten sollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und diese 2,3 Milliarden € nehmen Sie auch noch in Ihrer wirtschaftspolitischen Weitsichtigkeit, um – und die „Krone“ schreibt das heute richtig – mit Ihrer EU-Hilfe auch noch Super-Reiche, Banken und jene, die bereits jetzt schon die Steuern hinterzogen haben, in Griechenland zu finanzieren. Das mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher, mit dem Steuergeld von Menschen in einem Land, das derzeit eine Million Menschen in Armut zu verzeichnen hat und 400 000 Arbeitslose! (Abg. Ing. Westenthaler: So ist es!) Ja, es gibt Familien in diesem Land – Herr Finanzminister, Ihre Familie nicht! –, die nicht wissen, wie sie sich das tägliche Leben noch in irgendeiner Form leisten sollen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Er lacht auch noch darüber!
Sehr geehrter Herr Bundesminister, mit Ihrer Vorgangsweise brechen Sie – das muss man sich einmal vergegenwärtigen – das Stabilitätsgesetz, indem Sie die 2 Milliarden auf 2,3 Milliarden im Alleingang erhöhen. Nur auf Initiative des BZÖ und Klubobmannes Bucher können wir aufgrund einer Bringschuld, wo Sie eigentlich eine Holschuld hier dem Parlament gegenüber hätten, heute mit Seiner Majestät, dem Herrn Finanzminister, einmal darüber diskutieren, wie er mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher umgeht. Sehr huldvoll! (Abg. Ing. Westenthaler: Er lacht auch noch darüber!) Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie persönlich erschienen sind.
Abg. Bucher: Das Geld haben wir gar nicht!
Ihr eigenes Desaster in der Finanzpolitik, Ihre Steuererhöhungen kaschieren Sie mit Inseraten in Höhe von 700 000 €, mit einer Inseratenkampagne, die sich gewaschen hat, wo Sie den Menschen in unserem Land erklären, dass sie durch Ihre Politik Schulden mitzutragen haben. (Abg. Bucher: Das Geld haben wir gar nicht!) Ja, Herr Finanzminister, wo leben wir denn?
Beifall beim BZÖ.
Wir wissen ja, dass wir einem Eitelkeitsdrang Ihrerseits nachgeben müssen, aber ich sehe nicht ein, dass wir mittlerweile mit 700 000 € Steuergeld am Höhepunkt einer Finanz- und Wirtschaftskrise dafür aufkommen sollen, dass Sie und Ihr Ministerium über die traurige Realität hinwegtäuschen können und mit Inseraten vielleicht den Menschen in diesem Land verkaufen, dass 2,3 Milliarden € Steuergeld plötzlich auftauchen, das Sie dann nach Griechenland überführen. Herr Bundesminister, Sie sind kein Finanzminister, Sie sind bestenfalls der Chef eines Reiseunternehmens nach dem Motto: Fahren Sie nach Griechenland, Ihr Geld ist schon dort. Danke. Josef Pröll. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Erzählen Sie das bitte den Österreicherinnen und Österreichern, den Frauen und Männern, die mit 63 und 65 Jahren laut ASVG in Pension gehen müssen! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Das können Sie bei den Österreichischen Bundesbahnen machen! Das ist ja Ihr „Prinzip Bundesbahnen“, diese Verschleuderung von Steuergeld, das Sie jetzt offenbar auf Griechenland übertragen. Sie nehmen Geld, um das Chaos weiter zu tradieren. Was Sie machen, ist politische Konkursverschleppung und Beihilfe zur fahrlässigen Krida.
Beifall beim BZÖ
Ich habe damit den Antrag der Abgeordneten Grosz, Mag. Stadler und Ing. Westenthaler eingebracht, weil ich der Meinung bin, dass dieser Antrag gerechtfertigt ist (Beifall beim BZÖ), weil ich der Meinung bin, dass Sie hoffnungslos agieren, dass Sie planlos agieren, dass Sie inhaltslos agieren (Zwischenruf des Abg. Großruck), weil ich der Meinung bin, dass Sie die Menschen in unserem Land mit zusätzlichen Steuererhöhungen – Mineralölsteuer, Flächensteuern – belasten, um das Geld in der anderen Tasche Staaten zu geben, wo es versickert, und zwar in einem groß angelegten European Kings Club. Denn das ist ja eigentlich dieses Pyramidenspiel.
Zwischenruf des Abg. Großruck
Ich habe damit den Antrag der Abgeordneten Grosz, Mag. Stadler und Ing. Westenthaler eingebracht, weil ich der Meinung bin, dass dieser Antrag gerechtfertigt ist (Beifall beim BZÖ), weil ich der Meinung bin, dass Sie hoffnungslos agieren, dass Sie planlos agieren, dass Sie inhaltslos agieren (Zwischenruf des Abg. Großruck), weil ich der Meinung bin, dass Sie die Menschen in unserem Land mit zusätzlichen Steuererhöhungen – Mineralölsteuer, Flächensteuern – belasten, um das Geld in der anderen Tasche Staaten zu geben, wo es versickert, und zwar in einem groß angelegten European Kings Club. Denn das ist ja eigentlich dieses Pyramidenspiel.
Beifall beim BZÖ.
Ihr Bundeskanzler Werner Faymann hat Ihnen gestern einmal erklärt, dass er nicht glaubt, dass dieses „Löschwasser“ ausreichen wird, abgesehen davon, dass Geld kein Löschwasser ist. Ihr eigener Bundeskanzler hat Ihnen die Kurzsichtigkeit Ihres Versagens vor Augen geführt. Herr Bundesminister, treten Sie zurück! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ich möchte kurz die Aussage des Herrn Kollegen Molterer relativieren. Herr Kollege Molterer, selbst die Finanzwirtschaft, das Symbol des Kapitalismus hat in der Krise, die sie ja letztendlich selbst verursacht hat, zuerst ganz laut nach dem Staat gerufen. Es ist also nicht der Staat an allem schuld, wie Sie das offensichtlich meinen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichzeitig muss aber auch klar sein, dass jene, die diese Misere mitverursacht haben, schlussendlich bezahlen müssen. In der Europäischen Union müssen wir daher mit ganzer Kraft darauf drängen, dass jene ihren Beitrag leisten, die durch verantwortungslose Zockerei die Krise in diesem Ausmaß mitbewerkstelligt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Lehren aus dieser Krise sind rasch zu ziehen, und zwar national und international zu ziehen. Bessere internationale Regulierung und Kontrolle des Finanzsektors muss also ein zentrales Anliegen sein, sonst droht uns früher oder später nach der systemischen Gesetzmäßigkeit wieder eine neue Krise. Die Frage ist immer: Wer ist das nächste Opfer? – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist nicht der Weg, den wir gehen wollen. Wir brauchen Lernfähigkeit: Lernfähigkeit auf der europäischen Ebene und auf der griechischen Ebene. Ich verstehe den Zorn und die Verunsicherung vieler Menschen auch in Griechenland. Ich wehre mich dagegen, dass man die Griechen hier samt und sonders verteufelt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das ist kein Zustand! Es ist nicht nur etwas, was die Bevölkerung vollkommen entmutigt und für die Jugend keinen Platz lässt, es ist nicht nur moralisch verwerflich, es ist auch wirtschaftspolitisch extrem schädlich. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen uns angewöhnen, genauer hinzuschauen. (Beifall bei der ÖVP.) Wir müssen gleiche Regeln für Große und für Kleine in der Europäischen Union haben, die auch konsequent bei Groß und Klein gleich eingesetzt werden. Es ist ja auch kein Zufall, dass gerade kleinere Staaten unter Druck kommen.
Beifall bei der ÖVP.
seits, volle Transparenz gegenüber unseren Partnern, aber auch Kontrolle, Sanktionen und Durchgriff. Nur so werden wir auch in Zukunft unsere gemeinsame europäische Währung, aber auch unsere gemeinsame europäische Glaubwürdigkeit und unsere Wertegemeinschaft erfolgreich verteidigen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist absolut verständlich, dass die Österreicherinnen und Österreicher, die Arbeiter, Angestellten, Bauern, und so weiter, eine Mordswut haben, denn auf der einen Seite droht man ihnen mit neuen Steuern, mit höheren Steuern, auf der anderen Seite ist man sofort bereit, für die Griechen 2,3 Milliarden € zur Verfügung zu stellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist aber ein großer Irrtum!
Herr Bundesminister, Sie irren, wenn Sie sagen, es gibt in der Frage Griechenland keine Alternative. Wir haben uns gestern im Budgetausschuss darüber unterhalten. Und es freut mich, dass sich Herr Professor Van der Bellen jetzt unserer Wirtschaftspolitik anschließt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist aber ein großer Irrtum!) – Frau Doktor, leider Gottes ist das so! Wir haben uns gestern darüber unterhalten, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt. Und ich werde Ihnen gleich erklären, welche Möglichkeiten es gibt. Zunächst aber einige Dinge noch voraus.
Beifall bei der FPÖ.
Nicht die griechische Bevölkerung verteufeln wir, nicht die griechische Bevölkerung ist zu verurteilen, sondern die griechischen Regierungen, die dieses Desaster verursacht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das darf nicht unsanktioniert bleiben. (Beifall bei der FPÖ.) Es wäre das falsche Signal. Da kommen sofort alle anderen sogenannten PIGS-Staaten daher und schreien und gieren nach Hilfe. Und es geht schon los. Portugal wird von Moody’s schon heruntergestuft. Portugal ist schon auf demselben Weg.
Beifall bei der FPÖ.
Zu den Banken: Es ist eigentlich eine Ungerechtigkeit, dass die Banken zuerst hohe Zinsen verdienen, sich mit den Staatsanleihen der Griechen bereichern, und weil es jetzt brennt, weil der Hut brennt, das Risiko auf die Steuerzahler abwenden. Das ist einfach nicht in Ordnung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Darüber hinaus, glaube ich, es sollte überprüft werden, ob es nicht zu einem Verstoß gegen das EU-Recht im Bereich der Bail-Out-Bestimmungen des Art. 103 Abs. 1 EGV kommen sollte. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das hat niemand gesagt! – Abg. Gahr: Das hat niemand behauptet!
All das sind Fragen, die seit Wochen und Monaten auch schon Experten in den verschiedenen Fachzeitschriften aufwerfen. Herr Minister, eine Frage müssen Sie sich schon ganz klar stellen und auch beantworten: Glauben Sie tatsächlich, dass das Paket, das jetzt für Griechenland vorgelegt wird, auch die Lösung all der Probleme, die wir auf den Finanzmärkten haben, darstellt? (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das hat niemand gesagt! – Abg. Gahr: Das hat niemand behauptet!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist es nicht, und das wird es nicht sein, denn eines haben die Griechenland-Krise und die Finanzkrise gemeinsam. – Die griechische Krise wird nicht nur Griechenland allein betreffen, wir haben heute schon über die anderen Länder gehört, die ebenfalls von Budgetdefiziten im hohen Ausmaß betroffen sind, von Schulden, die sie kaum mehr begleichen können. – Die Krise in Griechenland und die Finanzkrise haben eines gemeinsam: Sie bahnen sich seit Jahren an, alle haben es gewusst, und nichts ist getan worden. Nichts ist getan worden! Und das, Herr Finanzminister, ist auch unser Vorwurf: Wir wissen seit der Finanzkrise, dass es einen ganz konsequenten Umbau der Finanzmarktarchitektur nicht nur in Europa, sondern weltweit geben muss, und passiert ist bislang gar nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir denken, im Sinne einer zukunftsorientierten Finanz- und Europapolitik ist dieser Antrag der Zustimmung wert, und wir ersuchen in diesem Sinne um Ihre Zustimmung. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf von der Regierungsbank: „Eiertanz“!
Da hat wieder Professor Van der Bellen recht: Eine Schuldige gibt es schon, und die Schuldige heißt unter anderem Angela Merkel. Mit dem Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen so einen Eierkurs über zwei Monate zu fahren, ist nicht verantwortlich! (Ruf von der Regierungsbank: „Eiertanz“!) – Danke: Eiertanz. (Neuerlicher Ruf von der Regierungsbank: Nein, nicht „Eierkurs“!)
Neuerlicher Ruf von der Regierungsbank: Nein, nicht „Eierkurs“!
Da hat wieder Professor Van der Bellen recht: Eine Schuldige gibt es schon, und die Schuldige heißt unter anderem Angela Merkel. Mit dem Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen so einen Eierkurs über zwei Monate zu fahren, ist nicht verantwortlich! (Ruf von der Regierungsbank: „Eiertanz“!) – Danke: Eiertanz. (Neuerlicher Ruf von der Regierungsbank: Nein, nicht „Eierkurs“!)
in Richtung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll
auch bei der Steuerpolitik eine Harmonisierung brauchen und europaweite Regeln auch bei diesen Steuern. Vielleicht ist die Finanztransaktionssteuer ein erster Schritt. Wenn Sepp Pröll das durchsetzt, dann soll er unser ganzes Vertrauen haben, und das würde ich ihm jetzt geben. Dann kann er ausziehen, um dafür zu kämpfen. – Ich wünsche dir (in Richtung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll), dass du es bestehst! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
auch bei der Steuerpolitik eine Harmonisierung brauchen und europaweite Regeln auch bei diesen Steuern. Vielleicht ist die Finanztransaktionssteuer ein erster Schritt. Wenn Sepp Pröll das durchsetzt, dann soll er unser ganzes Vertrauen haben, und das würde ich ihm jetzt geben. Dann kann er ausziehen, um dafür zu kämpfen. – Ich wünsche dir (in Richtung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll), dass du es bestehst! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bucher: Aber das ist ein Investmenthaus! Das ist ein Unterschied!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Vielleicht zur Gedächtnisauffrischung – das Gedächtnis ist oft sehr kurz – widme ich im Besonderen dem Kollegen Strache und dem Kollegen Bucher ein Zitat aus dem September 2008. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers hat damals die französische Finanzministerin Lagarde festgestellt: Wir haben uns verpflichtet, dass wir einen europäischen Fall Lehman Brothers nicht hinnehmen werden. – Und sie hat das zu Recht gesagt, denn wir wissen mittlerweile, dass gerade der Zusammenbruch von Lehman Brothers und die mangelnde Bereitschaft der US-Regierung, diesen zu verhindern, eine Kettenreaktion ausgelöst haben (Abg. Bucher: Aber das ist ein Investmenthaus! Das ist ein Unterschied!), die in der Folge die Welt in eine sehr, sehr dramatische Situation gestürzt hat.
Abg. Bucher: Das geht auch nicht!
Was wir nicht wollen, Kollege Bucher, ist, dass Griechenland zu einem Lehman Brothers für die Euro-Zone, für Europa und daher natürlich auch für Österreich wird. Das wollen wir nicht, weil wir es nicht wollen dürfen und nicht verantworten können. (Abg. Bucher: Das geht auch nicht!) – Das sei einmal ins Stammbuch geschrieben. Wenn Sie es auch nicht wollen, dann sind wir uns wenigstens in der Zielsetzung einig. (Abg. Bucher: Das geht ja auch nicht!)
Abg. Bucher: Das geht ja auch nicht!
Was wir nicht wollen, Kollege Bucher, ist, dass Griechenland zu einem Lehman Brothers für die Euro-Zone, für Europa und daher natürlich auch für Österreich wird. Das wollen wir nicht, weil wir es nicht wollen dürfen und nicht verantworten können. (Abg. Bucher: Das geht auch nicht!) – Das sei einmal ins Stammbuch geschrieben. Wenn Sie es auch nicht wollen, dann sind wir uns wenigstens in der Zielsetzung einig. (Abg. Bucher: Das geht ja auch nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Und weil wir es nicht wollen, da damit eben jene Kettenreaktion ausgelöst würde, die von Portugal nach Irland und Spanien springen könnte und damit wohl den Super-GAU für den europäischen Währungsraum auslösen würde, mit jenen Folgen, die Professor Van der Bellen heute schon sehr plastisch geschildert hat – nämlich einem Verfall der Währungen, einem Steigen der Zinsen, einem Zusammenbruch des Wirtschaftswachstums und Arbeitslosenzahlen, die wir uns alle nicht wünschen dürfen, und letztlich schweren Wohlstandsverlusten –, musste Europa handeln und musste folgerichtig auch unser Finanzminister handeln. Und sie haben – Europa spät, unser Finanzminister und unsere Regierung rechtzeitig – gehandelt und haben jetzt mit dem Griechenland-Stabilisierungspaket diese drohende Kettenreaktion im Ansatz schon verhindert. Und das ist richtig, weil es notwendig und alternativenlos ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Weißt du, was ich am 9. Mai mach’? – Muttertag!
Wir sollten auch daran denken, dass wir jetzt vor dem Europatag stehen. Am Sonntag, dem 9. Mai, ist Europatag. Da werden wir die Stärken Europas herausstreichen! (Abg. Ing. Westenthaler: Weißt du, was ich am 9. Mai mach’? – Muttertag!) Vor 60 Jahren hat Robert Schuman – auch das möchte ich ins Gedächtnis rufen – seine Erklärung abgegeben, die eine Gründungserklärung für Europa war. Und ich möchte auch darauf hinweisen – und das ist nicht sehr lange her, Kolleginnen und Kollegen! –, dass, als am Höhepunkt der Finanzkrise, gerade Österreich als eine kleine Volkswirtschaft enorm davon profitiert hat, dass damals die Stabilität der Euro-Zone verhindert hat, dass man gegen unsere Volkswirtschaft erfolgreich spekulieren konnte, wie das etwa gegen Ungarn der Fall war. Da waren wir sehr, sehr dankbar. Und daher ist es jetzt sinnvoll und richtig, Griechenland im Sinne von Solidarität und europäischer Verantwortung beizustehen, aus wohlverstandenem europäischem und daher auch österreichischem Interesse.
Abg. Dr. Graf: Damit sie noch weiter ...!
Das ist eine Schlüsselfrage für die Wirtschaftsentwicklung der Zukunft. Und wenn so viel auf dem Spiel steht, sind unsere 2,3 Milliarden € ein Betrag, der mehr als gerechtfertigt ist. Wir geben ihn als Kredit, also verzinst, und haben die Banken – und das wurde heute unverständlicherweise kritisiert – gleichermaßen durch den Finanzminister verpflichtet, wie das auch in anderen Ländern der Fall ist, ihre Kreditlinien für Griechenland jetzt auch weiter offen zu halten und für die Dauer der Laufzeit zu erhalten (Abg. Dr. Graf: Damit sie noch weiter ...!) und damit das Vertrauen in die Stabilisierungsmaßnahmen weiter zu stärken.
Beifall bei der ÖVP.
Alles in allem richtige und unverzichtbare Maßnahmen: Für die Zukunft müssen wir in Europa aber jene einschneidenden Konsequenzen ziehen, von denen heute vielfach bereits die Rede war, um sicherzustellen, dass es eine einmalige Krise bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Parlament! Wir haben heute als Abgeordnete, als Vertreter des Parlaments, das erste Mal die Möglichkeit gehabt, zu dem Milliardengeschenk, das Sie, Herr Finanzminister, in Brüssel bereits abgegeben haben (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), auch Stellung zu beziehen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!) Es ist eine beschlossene Sache (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) – Sie haben es selbst gesagt. Sie haben das zwar netterweise mit Ihrem Koalitionspartner abgestimmt, Sie haben aber das Hohe Haus, das Parlament, das die eigentliche Budgethoheit in unserem demokratischen System hat, dazu nicht befragt.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Parlament! Wir haben heute als Abgeordnete, als Vertreter des Parlaments, das erste Mal die Möglichkeit gehabt, zu dem Milliardengeschenk, das Sie, Herr Finanzminister, in Brüssel bereits abgegeben haben (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), auch Stellung zu beziehen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!) Es ist eine beschlossene Sache (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) – Sie haben es selbst gesagt. Sie haben das zwar netterweise mit Ihrem Koalitionspartner abgestimmt, Sie haben aber das Hohe Haus, das Parlament, das die eigentliche Budgethoheit in unserem demokratischen System hat, dazu nicht befragt.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (ohne Klubzugehörigkeit): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Parlament! Wir haben heute als Abgeordnete, als Vertreter des Parlaments, das erste Mal die Möglichkeit gehabt, zu dem Milliardengeschenk, das Sie, Herr Finanzminister, in Brüssel bereits abgegeben haben (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), auch Stellung zu beziehen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Stimmt ja nicht!) Es ist eine beschlossene Sache (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein, das stimmt nicht!) – Sie haben es selbst gesagt. Sie haben das zwar netterweise mit Ihrem Koalitionspartner abgestimmt, Sie haben aber das Hohe Haus, das Parlament, das die eigentliche Budgethoheit in unserem demokratischen System hat, dazu nicht befragt.
Beifall bei der FPÖ.
Sie, Herr Finanzminister, sagen, es gibt keine Alternative dazu. – Wir sind der Meinung, das ist der falsche Weg, und es gibt sehr wohl eine Alternative. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Finanzminister, glauben Sie wirklich, dass sich unter diesen Voraussetzungen Griechenland stabilisieren und jemals in den nächsten Jahren in der Lage sein wird, auch nur die Zinsen zurückzuzahlen? – Wir sagen, das wird nicht der Fall sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht! Unsinn!
Wem dieses Milliardengeschäft nützt: Es nützt den Banken. (Abg. Dr. Bartenstein: Das stimmt doch nicht! Unsinn!) Es nützt aber vor allem – und jetzt, bitte, die Kollegen von den Grünen aufpassen – der Rüstungsindustrie! Während wir die Milliarden nach Griechenland überweisen, entnehmen wir der „Süddeutschen Zeitung“ vor wenigen Wochen: Milliardenbestelllungen an Kampfflugzeugen, Steuergelder werden für Panzerfahrzeuge und Unterseeboote ausgegeben.
Beifall bei der FPÖ.
Österreich macht es anders, der Herr Finanzminister sagt: Selbstverständlich, wir zahlen, unsere Bevölkerung ist gerne mit dabei, und danach verhandeln wir vielleicht über Gegengeschäfte. (Beifall bei der FPÖ.) Oder haben Sie mit Griechenland ein einziges Gegengeschäft vereinbart, bevor die Steuermittel fließen?
Zwischenrufe beim BZÖ.
Wir sagen, es gibt eine Alternative zur Vorgangsweise der Bundesregierung, und ich frage Sie, Herr Finanzminister: Was würden Sie mit einem Mitarbeiter machen, der Sie jahrelang belügt, hinters Licht führt, Ihnen falsche Zahlen vorlegt? – Sie würden sich von diesem Mitarbeiter trennen! Griechenland hat seit 1997 die Europäische Union belogen, hat falsche Zahlen vorgelegt und betrügt uns nach wie vor. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Wir sollten uns von Griechenland trennen.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist nicht der Wunsch der Bevölkerung, und Sie haben vor allem die Österreicherinnen und Österreicher nicht gefragt, ob sie mit dieser Vorgangsweise einverstanden sind. (Beifall bei der FPÖ.) Deshalb werden wir auch einen Antrag im Hauptausschuss einbringen, der die Durchführung einer Volksbefragung gemäß Artikel 49b vorsieht (Abg. Grosz: ... mit falschen Zahlen!), nämlich über die Umsetzung der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen. Wir sind der Meinung, die österreichische Bevölkerung sieht sich hier auf der Seite der Freiheitlichen, die mit dieser Vorgangsweise keine Freude haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: ... mit falschen Zahlen!
Es ist nicht der Wunsch der Bevölkerung, und Sie haben vor allem die Österreicherinnen und Österreicher nicht gefragt, ob sie mit dieser Vorgangsweise einverstanden sind. (Beifall bei der FPÖ.) Deshalb werden wir auch einen Antrag im Hauptausschuss einbringen, der die Durchführung einer Volksbefragung gemäß Artikel 49b vorsieht (Abg. Grosz: ... mit falschen Zahlen!), nämlich über die Umsetzung der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen. Wir sind der Meinung, die österreichische Bevölkerung sieht sich hier auf der Seite der Freiheitlichen, die mit dieser Vorgangsweise keine Freude haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist nicht der Wunsch der Bevölkerung, und Sie haben vor allem die Österreicherinnen und Österreicher nicht gefragt, ob sie mit dieser Vorgangsweise einverstanden sind. (Beifall bei der FPÖ.) Deshalb werden wir auch einen Antrag im Hauptausschuss einbringen, der die Durchführung einer Volksbefragung gemäß Artikel 49b vorsieht (Abg. Grosz: ... mit falschen Zahlen!), nämlich über die Umsetzung der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen. Wir sind der Meinung, die österreichische Bevölkerung sieht sich hier auf der Seite der Freiheitlichen, die mit dieser Vorgangsweise keine Freude haben. (Beifall bei der FPÖ.)
In Richtung des die Regierungsbank verlassenden Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll:
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Herr Präsident! (In Richtung des die Regierungsbank verlassenden Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll:) Herr scheidender Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Sie sollten noch dableiben!) Die Fragen: Was zahlen die Steuerzahler/innen Europas?, Wer trägt die Ver
Abg. Öllinger: Sie sollten noch dableiben!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Herr Präsident! (In Richtung des die Regierungsbank verlassenden Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll:) Herr scheidender Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Sie sollten noch dableiben!) Die Fragen: Was zahlen die Steuerzahler/innen Europas?, Wer trägt die Ver
Beifall bei den Grünen.
Der Herr Finanzminister hat die Direktive ausgegeben: Er will Lehman! Lehman hat den Steuerzahler, hat die Steuerzahlerin mindestens 3 Millionen € mehr an Honorar gekostet als der ursprüngliche Bestbieter CA IB. Der Herr Finanzminister bestreitet bis heute seine Einflussnahme, obwohl diese aktenmäßig dokumentiert ist. Deswegen brauchen wir einen Untersuchungsausschuss! Wir wollen Aufklärung, wir wollen eine genaue Durchleuchtung der Vorgänge, und wir wollen auch die politisch Verantwortlichen in die Verantwortung bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das glaubt kein Mensch!
Ich darf es Ihnen noch einmal personell vor Augen führen. Da gibt es den Ex-Finanzminister Grasser, der einen wirklich alten netten Freund hat, sozusagen einen, mit dem man durch dick und dünn geht, Herrn Walter Meischberger. Dieser hat eine wunderbare Agentur, die berät, mit der macht er sozusagen Hunderttausende von Einnahmen durch netzwerkartiges Beraten, rechtzeitige Weitergabe von Information. Dieser Herr ist so eng befreundet mit dem Ex-Finanzminister, dass er sogar Trauzeuge ist. Eng arbeiten sie zusammen, privat und auch beruflich. Sie haben gemeinsame Firmen, sie haben fast bis zum letzten Herbst auch beruflich wunderbar gemeinsam gearbeitet. Da soll also sozusagen die Wand dicht gewesen sein in der Frage des BUWOG-Kaufpreises? (Abg. Dr. Lichtenecker: Das glaubt kein Mensch!) – Da müssen wir parlamentarisch nachforschen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf es Ihnen noch einmal personell vor Augen führen. Da gibt es den Ex-Finanzminister Grasser, der einen wirklich alten netten Freund hat, sozusagen einen, mit dem man durch dick und dünn geht, Herrn Walter Meischberger. Dieser hat eine wunderbare Agentur, die berät, mit der macht er sozusagen Hunderttausende von Einnahmen durch netzwerkartiges Beraten, rechtzeitige Weitergabe von Information. Dieser Herr ist so eng befreundet mit dem Ex-Finanzminister, dass er sogar Trauzeuge ist. Eng arbeiten sie zusammen, privat und auch beruflich. Sie haben gemeinsame Firmen, sie haben fast bis zum letzten Herbst auch beruflich wunderbar gemeinsam gearbeitet. Da soll also sozusagen die Wand dicht gewesen sein in der Frage des BUWOG-Kaufpreises? (Abg. Dr. Lichtenecker: Das glaubt kein Mensch!) – Da müssen wir parlamentarisch nachforschen! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren, deswegen sehe ich es überhaupt nicht ein, wenn Sie uns heute wieder ablehnend gegenübertreten. Sie werden damit gar nichts erreichen. Im Gegenteil, die Öffentlichkeit wird leicht empört sein. Die Öffentlichkeit akzeptiert ja jetzt schon nicht, dass Menschen (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), die längst hätten vernommen werden müssen, ungeniert nach wie vor immer wieder ihre Unschuld beteuern, aber Sie nicht zulassen, dass diese Unschuld wirklich genauer untersucht wird.
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Deshalb: Stimmen Sie heute zu, im Sinne der politischen Kultur (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), der rechtsstaatlichen Vorantreibung eines Verfahrens und insgesamt der Kontrolltätigkeit des Nationalrates zuliebe! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb: Stimmen Sie heute zu, im Sinne der politischen Kultur (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), der rechtsstaatlichen Vorantreibung eines Verfahrens und insgesamt der Kontrolltätigkeit des Nationalrates zuliebe! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das wird jetzt schwierig! – Abg. Bucher: Jetzt bin ich gespannt!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. – Bitte. (Abg. Öllinger: Das wird jetzt schwierig! – Abg. Bucher: Jetzt bin ich gespannt!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Sie richten es sich aber auch!
tiert, da wir ja selbige Diskussion am 15. Oktober 2009 geführt haben. Ich bin bekanntlich ein Fan von Untersuchungsausschüssen, aber nur dann, wenn sie einen Sinn haben. (Abg. Dr. Lichtenecker: Sie richten es sich aber auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Nach den Justizerhebungen ist für mich der Untersuchungsausschuss unverzichtbar. Es geht um das System Schwarz-Blau, es geht um Verschleuderung von Staatsvermögen in großem Stil, es geht um Freunderlwirtschaft, es geht um einen moralischen Verfall. Das manifestiert sich bei Grasser, das stimmt ja, und dieses System wird auch über die Schlüsselperson Grasser entlarvt werden. Es geht um demokratiepolitische Hygiene und auch um Prävention. Diese Sache gehört nach den Strafverfahren auch politisch untersucht, denn solche Abgründe sollen für alle Zukunft ausgeschlossen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Wenn man sie besser ausstattet!
Ich persönlich habe das Vertrauen in die Justiz nicht verloren, Frau Kollegin. Ich glaube, dass die Justiz in der Lage ist, das zu ermitteln – wenn wir sie in Ruhe ermitteln lassen. (Abg. Dr. Moser: Wenn man sie besser ausstattet!) Man hat in letzter Zeit beschlossen, dass man sie besser ausstattet. Es gibt zusätzliche Staatsanwälte, Richter und entsprechende Justizbeamte. Ich bin überzeugt davon, dass wir da zu einem Urteil kommen, dass mit Sicherheit unabhängig ermittelt wird.
Abg. Dr. Moser: Das dauert seit 2005, das ist ja das Problem!
Wenn sich nach dem Urteil dieser Behörden beziehungsweise des Gerichtes ergibt, dass strafrechtliche Konsequenzen zu ziehen sind, dann werden diese auch gezogen. (Abg. Dr. Moser: Das dauert seit 2005, das ist ja das Problem!) Wenn es sich ergibt, dass auch politische Konsequenzen zu ziehen sind, dann wird ein entsprechender Untersuchungsausschuss auch vonseiten der ÖVP in diesem Haus unterstützt werden.
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Untersuchungsausschuss wäre zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich einmal mehr ein Medienspektakel, das natürlich die Oppositionsparteien gerne nützten. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
nen bestimmt, der immer dann auftritt, wenn die Namen Grasser und Schüssel fallen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Aber nicht jeder Antrag, der andere als rein sachliche Gründe hat, ist unberechtigt. In diesem Fall muss ich Kollegin Moser recht geben, und den beiden Vorrednern von ÖVP und SPÖ kann ich nicht recht geben.
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen werden wir in diesem Fall den Antrag der Grünen mittragen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Cap: ... Ich war schon unsicher! – Abg. Dr. Pilz – auf dem Weg zum Rednerpult –: Diese Unsicherheit kann beseitigt werden, lieber Josef!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: ... Ich war schon unsicher! – Abg. Dr. Pilz – auf dem Weg zum Rednerpult –: Diese Unsicherheit kann beseitigt werden, lieber Josef!)
Abg. Ursula Haubner: Nein, nein, nein!
Meine Damen und Herren von FPÖ, ÖVP und BZÖ, ich kann Ihnen eines sagen: Mit Sicherheit wird es jemanden von Ihnen treffen – weil Sie einfach alle dabei waren! Die Plünderungen in dieser Republik, die von einer organisierten Freundesgruppe unter Führung von Herrn Mag. Grasser durchgeführt wurden, waren zuerst freiheitliche Plünderungen, dann waren sie Plünderungen des BZÖ, und die ganze Zeit waren sie Plünderungen mit Unterstützung der Österreichischen Volkspartei. (Abg. Ursula Haubner: Nein, nein, nein!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Warum wollen wir jetzt untersuchen? – Weil es um Milliardenschäden geht und weil es um eine politische Kultur geht, die es in dieser Republik möglich gemacht hat, dass alles von einem Freundeskreis rund um einen Finanzminister gestohlen wird, was nicht niet- und nagelfest ist. Es handelt sich um organisierte politische Diebestouren in dieser Republik, wobei kein Gesetz und kein öffentliches Eigentum respektiert worden ist, nur ein Gesetz gegolten hat: Was in meine Tasche passt, das kommt auch in meine Tasche! Das war die Zeit von Mag. Grasser. Das war die Zeit der Schüssel/Haider/Grasser-Gruppe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist ja unfassbar! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn es gelungen ist, die Staatsanwaltschaft in Tiefschlaf zu versetzen, Kollege Kräuter, darf das Parlament erst dann wieder arbeiten und kontrollieren, wenn die Staatsanwaltschaft aufgewacht ist? Haben wir am Bett der Staatsanwaltschaft zu stehen und zu bitten: Bitte, bitte, wacht auf, denn wir würden gerne ein paar Jahre später einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss durchführen!? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
tionalrat! Das ist ein weiterer Grund, warum wir einen Untersuchungsausschuss brauchen (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen): weil die österreichische Justiz sehr schnell parlamentarisch aufgeweckt werden kann!
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Wenn am Ende einige Täter aus FPÖ, BZÖ und ÖVP ihrer Strafe zugeführt werden, dann ist das Sache der Justiz. Wenn diese Täter und Täterinnen mit vielen Jahren Verspätung endlich politisch zur Verantwortung gezogen werden, dann ist das eine wichtige Aufgabe des österreichischen Nationalrates (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), die wir gemeinsam dringend zu erledigen hätten! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn am Ende einige Täter aus FPÖ, BZÖ und ÖVP ihrer Strafe zugeführt werden, dann ist das Sache der Justiz. Wenn diese Täter und Täterinnen mit vielen Jahren Verspätung endlich politisch zur Verantwortung gezogen werden, dann ist das eine wichtige Aufgabe des österreichischen Nationalrates (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen), die wir gemeinsam dringend zu erledigen hätten! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Pilz, ich stehe weder im Verdacht, ein besonders enger Freund von Karl-Heinz Grasser gewesen zu sein ... (Zwischenruf.) – Nein, nie! In aller Form: Ich habe ihn immer für einen der größten Blender dieser Republik gehalten und bin in all meinen Bewertungen jeweils bestätigt worden. Es gab nur einen, der an ihn herangereicht hat, der war einmal Vizekanzler. Ich bin also nicht jemand, der Herrn Grasser schützen muss – im Gegenteil.
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Herr Kollege Jarolim, Herr Kollege Donnerbauer, Herr Kollege Kräuter, gleich die erste Frage: Wie ist es möglich, dass nicht die Korruptionsstaatsanwaltschaft für diesen Fall zuständig ist? (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Schon, ihr tragt die Regierung.
Abg. Dr. Kräuter: ... sehr kritisch!
Wie ist das möglich? Das heißt, um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin sehr wohl für einen Untersuchungsausschuss, aber dieser muss eine andere Zielrichtung haben. Hier geht es nämlich nicht in erster Linie um die Aufklärung dieses Falles, sondern wieder um die Untätigkeit der Justiz! Wie ist es möglich, dass der falsche Staatsanwalt – ich behaupte wieder einmal: im Zugriff der ÖVP – für diesen Fall tätig ist? Dann erklärt sich manches! (Abg. Dr. Kräuter: ... sehr kritisch!) – Schon, aber das ist eurer Regierungspartner!
Abg. Dr. Rosenkranz: Am 1. Jänner ...!
Wir haben eigens eine eigene Korruptionsstaatsanwaltschaft eingerichtet, die jetzt ... (Abg. Dr. Rosenkranz: Am 1. Jänner ...!) – Bitte? Es sind andere Fälle auch zur Korruptionsstaatsanwaltschaft gewandert, natürlich, dorthin gehören sie auch. Übrigens, Herr Kollege Rosenkranz: Wie ist es möglich, dass sich die FPÖ nie um diesen Fall gekümmert hat?
Zwischenruf.
Klärt das bitte einmal mit eurer Justizministerin! Ich weiß, sie ist nicht von eurer Partei, aber das wäre eine lohnende Aufgabe, denn: Mein Fall wird nicht sein, zu klären, was die Justiz zu klären hat, meine Damen und Herren von den Grünen, sondern mein Untersuchungsgegenstand ist, zu klären, warum die Justiz wieder einmal nicht klärt, was sie zu klären hätte! (Zwischenruf.) – Staatsanwaltschaft, ja, aber der Antrag ist deswegen falsch formuliert.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Das heißt, es ist schon wieder bei der Justiz und es ist schon wieder einmal eine politisch implizierte Justizangelegenheit, die hier zu untersuchen wäre. Ich möchte nicht haben, dass der Untersuchungsausschuss die Tätigkeit der Justiz ersetzt, sondern ich möchte haben, dass der Untersuchungsausschuss kontrolliert, warum die Justiz schon wieder politisch agiert. Das ist mein Anliegen, und ich lade Sie ein, darüber einen Untersuchungsausschuss mit uns zu installieren! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)