Eckdaten:
Für die 18. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 263 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Brot auf die Teller und nicht in die Tanks!“ (Ordnungsnummer 21) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich begrüße den neuen Abgeordneten herzlich in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Vergangenen Freitag hat der ORF-Redakteursausschuss eine Resolution verfasst und beschlossen, die keinen alltäglichen Text beinhaltet. Man würde sich so etwas eher aus einer sogenannten Bananenrepublik irgendwo in Lateinamerika erwarten. (Heiterkeit.)
Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!
Die interessierte Öffentlichkeit liest von personellen Vorstellungen der großen Koalition, eine neue parteiengenehme Führung zu installieren, deren fachliche Qualifikation keinesfalls den notwendigen Anforderungen entspricht.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Hört! Hört!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Und das sollte in Erinnerung gerufen werden: Diese Unabhängigkeit des Österreichischen Rundfunks ist über Jahrzehnte mühsam erkämpft worden, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Dieses Volksbegehren fand dann vom 5. bis zum 12. Oktober 1964 – man muss das wirklich immer wieder wiederholen: 1964! – statt, und 832 353 Österreicherinnen und Österreicher unterstützten damals das ORF-Volksbegehren. Die Unabhängigkeit des ORF ist ein plebiszitärer Akt, meine Damen und Herren, und den lassen wir uns nicht so einfach antasten von einer machtbewussten Regierung, die glaubt, sich einen ORF zurechtschnitzen zu können. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Rufe: Drei!
und Herren, und das ist nicht irgendeine Phobie, die wir haben. Und glauben Sie ja nicht, meine beiden Herren auf der Regierungsbank (Rufe: Drei!) – drei sind es mittlerweile schon; ich begrüße Sie, Herr Bundesminister Hahn –, dass Sie im Windschatten der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ungestraft die Unabhängigkeit des Österreichischen Rundfunks antasten können! Glauben Sie das ja nicht! Glauben Sie ja nicht, dass den Österreichern aufgrund der derzeitigen anderen Sorgen, die sie auch haben, der ORF vergleichsweise egal ist! Das wäre ein schwerer Irrtum, glauben Sie mir das. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
und Herren, und das ist nicht irgendeine Phobie, die wir haben. Und glauben Sie ja nicht, meine beiden Herren auf der Regierungsbank (Rufe: Drei!) – drei sind es mittlerweile schon; ich begrüße Sie, Herr Bundesminister Hahn –, dass Sie im Windschatten der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ungestraft die Unabhängigkeit des Österreichischen Rundfunks antasten können! Glauben Sie das ja nicht! Glauben Sie ja nicht, dass den Österreichern aufgrund der derzeitigen anderen Sorgen, die sie auch haben, der ORF vergleichsweise egal ist! Das wäre ein schwerer Irrtum, glauben Sie mir das. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Der Österreichische Rundfunk ist ein solch zentrales Medium der Identität, der kulturellen Eigenständigkeit Österreichs, dass er den Österreicherinnen und Österreichern sehr wohl ein großes Anliegen ist, glauben Sie mir das! Die Leute haben Interesse daran. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege, von Ihnen höre ich alle heiligen Zeiten einmal irgendeinen Satz; vernünftig ist jedoch noch selten einer davon gewesen. Sie als Sozialdemokrat sollten der Tradition ihres Bruno Kreisky treu bleiben und für die Sicherung der Unabhängigkeit des Österreichischen Rundfunks sorgen – anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie Sie diesen ORF für Ihre Machtspielchen missbrauchen können! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Rolle der Österreichischen Volkspartei ist dabei völlig unklar. Das Ganze geht schwergewichtig vom Propaganda-Staatssekretär Ostermayer aus, das wissen wir; das ist offensichtlich zu seiner eigenen Angelegenheit gemacht worden. Deswegen sitzt Ostermayer ja auch als Staatssekretär in dieser Bundesregierung, denn ich habe noch nie erlebt, dass man einen Kabinettschef zum Staatssekretär macht. Jetzt wissen wir es endlich. Mein Verdacht bei der Vorstellung der Bundesregierung, wieso wir zum ersten Mal einen Propaganda-Staatssekretär haben, hat sich leider bewahrheitet: Es droht der Anschlag auf die Unabhängigkeit der Medien! Das ist Ostermayers Hauptaufgabe in dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage noch einmal: Die ÖVP ist zufrieden, wenn sie ein paar Posten bekommt; und die ÖVP hat offensichtlich den Deal mit ihrem Regierungspartner geschlossen, dass man auf EU-Ebene die Posten schwarz besetzt, dafür darf die SPÖ im ORF alles rot besetzen, und dass man das, was die ÖVP im ORF noch bekommt, quasi als Brosamen akzeptiert. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ihre Deals schaden einer objektiven Berichterstattung und schaden einem unabhängigen Journalismus in unserem Land! (Beifall beim BZÖ.) Das sollten Sie sich vergegenwärtigen, wenn Sie mit Ihrem Regierungspartner solche Deals zu Lasten unabhängiger Medien schließen!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Es genügt Ihnen aber nicht, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, dass Sie überproportional im Staatsrundfunk vorkommen, nein, denn Sie wollen auch noch bestimmen, wie Sie vorkommen! Das ist Ihr Anliegen. Sie wollen auch noch bestim- men können, was im ORF berichtet wird! Sie wollen bestimmen können, dass dort gejubelt werden muss, wenn Faymann und Josef Pröll etwas sagen! (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das alles ist jedoch – das konzediere ich – nicht neu. Ich erinnere mich daran – und Ältere hier im Hause werden sich sicherlich auch noch daran erinnern –, dass auch früher schon Interventionen aus Kanzlerkabinetten kamen, Berichterstattungen „abzudrehen“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe das selbst einmal erlebt (Abg. Faul: Westenthaler!), damals haben sich sogar sozialdemokratische Redakteure bei mir gemeldet und gesagt: Das ist eine Schweinerei, was der Herr Kalina bei uns aufführt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.)
Abg. Faul: Westenthaler!
Das alles ist jedoch – das konzediere ich – nicht neu. Ich erinnere mich daran – und Ältere hier im Hause werden sich sicherlich auch noch daran erinnern –, dass auch früher schon Interventionen aus Kanzlerkabinetten kamen, Berichterstattungen „abzudrehen“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe das selbst einmal erlebt (Abg. Faul: Westenthaler!), damals haben sich sogar sozialdemokratische Redakteure bei mir gemeldet und gesagt: Das ist eine Schweinerei, was der Herr Kalina bei uns aufführt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.
Das alles ist jedoch – das konzediere ich – nicht neu. Ich erinnere mich daran – und Ältere hier im Hause werden sich sicherlich auch noch daran erinnern –, dass auch früher schon Interventionen aus Kanzlerkabinetten kamen, Berichterstattungen „abzudrehen“. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe das selbst einmal erlebt (Abg. Faul: Westenthaler!), damals haben sich sogar sozialdemokratische Redakteure bei mir gemeldet und gesagt: Das ist eine Schweinerei, was der Herr Kalina bei uns aufführt! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.)
Ruf beim BZÖ: Unglaublich! Skandalös!
Abgesehen davon, dass Kalina damals dauernd am Küniglberg angerufen hat und so eine bestimmte Berichterstattung für den damaligen Bundeskanzler Vranitzky sicherstellen wollte, ist bei der NR-Sitzung, in der ich der SPÖ vorgeworfen habe, dass der Briefbomben-Attentäter ein Sozialist war – Sie erinnern sich, mein Credo damals: Ein Sozi war’s! –, die linke Seite dieses Hauses hier hinausgeflüchtet in die Couloirs, und Herr Kalina hat im ORF so lange interveniert, bis das alles gar nicht gesendet werden durfte – so, als ob das ein alltäglicher Vorgang im Parlament gewesen wäre. (Ruf beim BZÖ: Unglaublich! Skandalös!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Graf.
und SPÖ wollen das Rad der Geschichte um 50 Jahre zurückdrehen, damit Sie sich eine Medienmacht im ORF sicherstellen können! Das wird aber nur gegen entschlossenen Widerstand stattfinden. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Faul: Aber der Westenthaler öfter!
Ich selbst habe noch nie im ORF interveniert; Sie können jeden Redakteur fragen, Sie werden keinen finden, der anderes sagt. Ich habe noch nie interveniert! (Abg. Faul: Aber der Westenthaler öfter!) Dort, wo ich mit dem ORF zusammengearbeitet habe, etwa im Bereich der Sendung der Volksanwaltschaft, habe ich über jede weltanschauliche Grenze hinweg mit dem Team unter Dr. Peter Resetarits hervorragend zusammengearbeitet. Der ORF hat – Weltanschauung hin oder her – hervorragende Leute, die in der Lage sind, ein gutes Leitmedium dieses Landes zu führen.
Beifall beim BZÖ.
Ich bin überzeugt davon, meine Damen und Herren, dass hier in diesem Hause 99,9 periodisch Prozent der Abgeordneten, aber auch der Regierungsmitglieder in Wirklichkeit keine Ahnung haben, wie man ein Medienunternehmen wie den ORF führt! Sie sind zwar alles keine Fachleute, mischen sich aber „halstief“ in den ORF ein: Sie sagen, was der ORF zu tun hat, Sie sagen, was der ORF nicht zu tun hat, Sie sagen, wer dort oben zu sitzen hat – und Sie wollen in Zukunft auch noch sagen, wie über Sie berichtet werden soll! Das ist zu viel, das ist „bananenrepublikanisch“, aber nicht der Standard einer westlichen Demokratie! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden uns zur Wehr setzen – gemeinsam mit allen Künstlerinnen und Künstlern, mit Schriftstellern, mit Schauspielern, mit der Zivilgesellschaft – gegen Ihre Versuche, den ORF zu Ihrem Propagandainstrument zu machen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es mag schon sein, dass man über Missstände im ORF wird reden müssen. Es kann sein, dass man darüber nachdenken muss, ob der Betriebsrat tatsächlich an der Wahl des Direktors mitwirken soll. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ja, man kann darüber diskutieren. Man kann darüber diskutieren, ob es Sinn macht, dass Stiftungsratsmitglieder wie etwa die Ihnen nahestehende Frau Wentner seit Jahr und Tag Geschäfte mit dem ORF machen. Man sollte auch darüber diskutieren, ob es gescheit ist, dass sich Frau Langthaler dort selbst Aufträge holt und – sie hat diesbezüglich einen eigenen Auftrag bekommen – über den CO2-Ausstoß im Funkhaus nachdenkt. Das war eine „epochale“ Studie! Auch das ist zu hinterfragen.
Beifall beim BZÖ.
men und Herren von SPÖ und ÖVP, das dazu nützen, um jetzt den im Gesetz festgeschriebenen Programmauftrag zu ändern, wie Sie das vorhaben, ist nicht akzeptabel! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... Hauptabendprogramm!
Sie von SPÖ und ÖVP wollen die Krise des ORF dazu nützen, Ihre Macht dort auszuüben, und Sie wollen das zum Teil anerkannt schlechte Hauptabendprogramm dazu nützen, den Programmauftrag zu ändern – wiederum in Ihrem Sinne, um Ihre Machtspielchen dabei treiben zu können. (Abg. Ing. Westenthaler: ... Hauptabendprogramm!)
Beifall beim BZÖ.
Diese Entscheidungen sollten jene treffen, die etwas davon verstehen – und Sie sollten aufhören, von außen mit gesetzgeberischen Maßnahmen in diesen ORF hineinzufunken. Das ist nicht Aufgabe einer Bundesregierung! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Die einzige sachliche Kritik, die wir gelten lassen, ist die Kritik des Rechnungshofes. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Der Rechnungshof hat einen Bericht verfasst, den man sachlich diskutieren kann und der eine Grundlage für eine Reform des Österreichischen Rundfunks wäre.
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Über all das sollte man sachlich diskutieren, und über all das kann man auch im Hohen Haus diskutieren, aber all das ist kein hinreichender Vorwand für den machtpolitischen Anschlag, den Sie auf den ORF vorhaben, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP! (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wenn der Herr Bundeskanzler glaubt, er könne sich hier zu einem „Austrian Silvio“ machen, dann erklärt das zwar, warum er so wie Silvio Berlusconi dauernd grinst, ohne zu wissen, warum – aber es ist jedenfalls nicht angezeigt, dass dieser Bundeskanzler versucht, aus dem ORF ein Privatmedium des Werner Faymann zu machen – sozusagen nach der Devise: Was Silvio Berlusconi mit Geld zusammengebracht hat, werde ich immer noch mit meiner parteipolitischen Macht zusammenbringen! (Beifall beim BZÖ.) Da werden wir nicht mitspielen, sondern wir werden entschlossenen Widerstand leisten.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Oppositionsfraktionen werden sich zu wehren wissen, nicht nur mit einem plebiszitären Akt (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – Frau Präsidentin, es ist der letzte Satz –, sondern wir haben mit 60 Abgeordneten auch die Möglichkeit, an den Verfassungsgerichtshof heranzutreten, wenn Sie glauben, Ihre machtpolitischen Gelüste in ein neues ORF-Gesetz schreiben zu können. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Oppositionsfraktionen werden sich zu wehren wissen, nicht nur mit einem plebiszitären Akt (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – Frau Präsidentin, es ist der letzte Satz –, sondern wir haben mit 60 Abgeordneten auch die Möglichkeit, an den Verfassungsgerichtshof heranzutreten, wenn Sie glauben, Ihre machtpolitischen Gelüste in ein neues ORF-Gesetz schreiben zu können. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf beim BZÖ: ... vorgehabt!
Wir haben im Ministerrat keine Vorlage beschlossen (Ruf beim BZÖ: ... vorgehabt!), auch nicht vorgehabt, eine Vorlage zu beschließen. (Abg. Grosz: Dann hat sie der Osterhase wahrscheinlich versteckt!) Wir haben vor, aus der Kritik des Rechnungshofs, aus der wirtschaftlichen Situation des ORF, Konsequenzen zu ziehen dort, wo wir für Rahmenbedingungen verantwortlich sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!) – zur Sicherung eines objektiven ORF, zur Sicherung eines ORF, der nicht in die Lage gerät, einen oder beide Sender zu verkaufen, zur Sicherung und zur Unterstützung der Leistung jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort, die engagiert und – ich sage das bewusst: auch im Informationsbereich – sehr fair ihre Arbeit machen.
Abg. Grosz: Dann hat sie der Osterhase wahrscheinlich versteckt!
Wir haben im Ministerrat keine Vorlage beschlossen (Ruf beim BZÖ: ... vorgehabt!), auch nicht vorgehabt, eine Vorlage zu beschließen. (Abg. Grosz: Dann hat sie der Osterhase wahrscheinlich versteckt!) Wir haben vor, aus der Kritik des Rechnungshofs, aus der wirtschaftlichen Situation des ORF, Konsequenzen zu ziehen dort, wo wir für Rahmenbedingungen verantwortlich sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!) – zur Sicherung eines objektiven ORF, zur Sicherung eines ORF, der nicht in die Lage gerät, einen oder beide Sender zu verkaufen, zur Sicherung und zur Unterstützung der Leistung jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort, die engagiert und – ich sage das bewusst: auch im Informationsbereich – sehr fair ihre Arbeit machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!
Wir haben im Ministerrat keine Vorlage beschlossen (Ruf beim BZÖ: ... vorgehabt!), auch nicht vorgehabt, eine Vorlage zu beschließen. (Abg. Grosz: Dann hat sie der Osterhase wahrscheinlich versteckt!) Wir haben vor, aus der Kritik des Rechnungshofs, aus der wirtschaftlichen Situation des ORF, Konsequenzen zu ziehen dort, wo wir für Rahmenbedingungen verantwortlich sind (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja nicht die „Millionenshow“ da!) – zur Sicherung eines objektiven ORF, zur Sicherung eines ORF, der nicht in die Lage gerät, einen oder beide Sender zu verkaufen, zur Sicherung und zur Unterstützung der Leistung jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort, die engagiert und – ich sage das bewusst: auch im Informationsbereich – sehr fair ihre Arbeit machen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!
Ich gehöre nicht zu jenen, die sich über die Berichterstattung beklagen – und Sie werden auch keine Passage finden, wo ich mich, seit ich Verantwortung in dieser Regierung und für diese Regierung trage, als Bundeskanzler je über die Berichterstattung beklagt hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!) Es ist dies daher ein Unterschied zu der Zeit, als Sie in der Regierung waren (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!) – da waren noch andere Verhältnisse, und Sie werden kaum eine Redakteurin oder einen Redakteur finden, die/der sich die Zeit, als Sie in der Regierung waren, wieder herbeiwünscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!
Ich gehöre nicht zu jenen, die sich über die Berichterstattung beklagen – und Sie werden auch keine Passage finden, wo ich mich, seit ich Verantwortung in dieser Regierung und für diese Regierung trage, als Bundeskanzler je über die Berichterstattung beklagt hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!) Es ist dies daher ein Unterschied zu der Zeit, als Sie in der Regierung waren (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!) – da waren noch andere Verhältnisse, und Sie werden kaum eine Redakteurin oder einen Redakteur finden, die/der sich die Zeit, als Sie in der Regierung waren, wieder herbeiwünscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich gehöre nicht zu jenen, die sich über die Berichterstattung beklagen – und Sie werden auch keine Passage finden, wo ich mich, seit ich Verantwortung in dieser Regierung und für diese Regierung trage, als Bundeskanzler je über die Berichterstattung beklagt hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben den Herrn Ostermayer! Er sitzt ja da!) Es ist dies daher ein Unterschied zu der Zeit, als Sie in der Regierung waren (Abg. Ing. Westenthaler: Aber der Ostermayer nicht!) – da waren noch andere Verhältnisse, und Sie werden kaum eine Redakteurin oder einen Redakteur finden, die/der sich die Zeit, als Sie in der Regierung waren, wieder herbeiwünscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Also, ich war in keiner Bundesregierung, Herr Faymann!
Daher sind Sie auch der Falsche – das gilt sowohl für Herrn Strache als auch für Sie vom BZÖ, die Sie damals in der Regierung waren (Abg. Strache: Also, ich war in keiner Bundesregierung, Herr Faymann!) –, denn, Herr Strache: Eher setzt sich ein Bankräuber für eine Sicherheitstür ein als Sie für die Objektivität der Berichterstattung! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Daher sind Sie auch der Falsche – das gilt sowohl für Herrn Strache als auch für Sie vom BZÖ, die Sie damals in der Regierung waren (Abg. Strache: Also, ich war in keiner Bundesregierung, Herr Faymann!) –, denn, Herr Strache: Eher setzt sich ein Bankräuber für eine Sicherheitstür ein als Sie für die Objektivität der Berichterstattung! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Minus 10 Prozent! – AK-Wahlen in Oberösterreich!
Es gibt daher eine Reihe von Aufgaben, die zu bewältigen sind (Abg. Dr. Haimbuchner: Minus 10 Prozent! – AK-Wahlen in Oberösterreich!), um die wirtschaftliche Basis eines ORF zu sichern, die nämlich die Voraussetzung dafür ist, um überhaupt über jene wichtigen Punkte zu reden, die sehr wohl zu den wichtigen Gütern in unserer Gesellschaft gehören, nämlich objektive Berichterstattung, eigenständiges Unternehmen und die Möglichkeit, ein Programm zu gestalten (Abg. Kickl: Ein Faymann-TV!) ohne parteipolitische Einflüsse.
Abg. Kickl: Ein Faymann-TV!
Es gibt daher eine Reihe von Aufgaben, die zu bewältigen sind (Abg. Dr. Haimbuchner: Minus 10 Prozent! – AK-Wahlen in Oberösterreich!), um die wirtschaftliche Basis eines ORF zu sichern, die nämlich die Voraussetzung dafür ist, um überhaupt über jene wichtigen Punkte zu reden, die sehr wohl zu den wichtigen Gütern in unserer Gesellschaft gehören, nämlich objektive Berichterstattung, eigenständiges Unternehmen und die Möglichkeit, ein Programm zu gestalten (Abg. Kickl: Ein Faymann-TV!) ohne parteipolitische Einflüsse.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Krammer zum Beispiel!
Die ehemalige Generaldirektorin Lindner hat kürzlich bei einer öffentlichen Diskussion – sonst würde ich es nicht erwähnen – erzählt, dass das dann so abläuft, dass man ja mit 35 Aufsichtsräten gar nicht in der Lage ist, ein Unternehmen zu führen, sondern es entwickeln sich dann jeweilige Sprecher einzelner Gruppen dieser 35 (Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Krammer zum Beispiel!), mit denen man dann zu verhandeln hat. – Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie haben recht: Für diese Art der Führung des ORF – und da teile ich die Bedenken des Rechnungshofes – bin auch ich nicht.
Abg. Strache: Dann soll Ihre Parteizentrale in Zukunft die ORF-Gebühren übernehmen, Herr Kanzler! Aber die Bevölkerung entlasten von den Zwangsgebühren, Herr Kanzler!
Ich bin für drei Punkte. Erstens: für einen kleineren und damit leistungsfähigeren Aufsichtsrat. Zweitens: keine Vertreter von Parteien im Aufsichtsrat, die sich als Parteienvertreter im Aufsichtsrat verstehen. Es gibt nur eine Partei, das ist der ORF – und Aufsichtsräte haben die Verantwortung, für diesen Bereich tätig zu sein. (Abg. Strache: Dann soll Ihre Parteizentrale in Zukunft die ORF-Gebühren übernehmen, Herr Kanzler! Aber die Bevölkerung entlasten von den Zwangsgebühren, Herr Kanzler!) Und Sie werden ja sehr genau beurteilen, was in dem Gesetz steht, Sie werden sehr genau beurteilen, welche Leute entsandt werden, und Sie können ja dann entweder den Beweis – oder wir den Gegenbeweis – führen für Ihre selbst erfundenen Vorwürfe.
Abg. Dr. Graf: Und die Reform geht ohne Gesetz, oder wie?
Drittens: Ich bin auch für eine Teilrefundierung der Gebührenbefreiung, für ein wirtschaftliches Fundament des ORF. Allerdings sage ich, dass eine Reform und eine Strukturreform nicht mit einer zusätzlichen Leistung beginnen soll (Abg. Dr. Graf: Und die Reform geht ohne Gesetz, oder wie?) – weil das ja auch vom Steuerzahler zu be-
Abg. Strache: Es gibt eh nur die Abschaffung der Zwangsgebühren, die wir ... müssen!
zahlen ist, auch Teilrefundierungen bezahlt der Steuerzahler (Abg. Strache: Es gibt eh nur die Abschaffung der Zwangsgebühren, die wir ... müssen!) –, sondern eine Reform für eine gesunde wirtschaftliche Basis bedarf zuerst einer Strukturreform, damit dann auch ein zusätzlicher Beitrag der Politik verlangt werden kann – und nicht umgekehrt. (Abg. Dr. Graf: Und das alles ohne Gesetz?)
Abg. Dr. Graf: Und das alles ohne Gesetz?
zahlen ist, auch Teilrefundierungen bezahlt der Steuerzahler (Abg. Strache: Es gibt eh nur die Abschaffung der Zwangsgebühren, die wir ... müssen!) –, sondern eine Reform für eine gesunde wirtschaftliche Basis bedarf zuerst einer Strukturreform, damit dann auch ein zusätzlicher Beitrag der Politik verlangt werden kann – und nicht umgekehrt. (Abg. Dr. Graf: Und das alles ohne Gesetz?)
Abg. Weinzinger: Ich hab’ geglaubt, es gibt noch gar kein Konzept?
Wenn wir uns also für einen kleineren und leistungsfähigen Aufsichtsrat einsetzen, wenn wir keine Parteienvertreter in den Aufsichtsrat, die sich auch als solche verstehen, entsenden wollen (Abg. Weinzinger: Ich hab’ geglaubt, es gibt noch gar kein Konzept?), wenn wir aber für eine Teilrefundierung der Gebührenbefreiung nach Klarlegung einer wirtschaftlichen Basis für den ORF eintreten, dann geschieht das aus Respekt vor jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sehr engagiert im ORF ihre Leistung erbringen, und dann geschieht das aus der Überzeugung, dass weder von Ihnen als Oppositionspartei noch von irgendjemand anderem der ORF zerschlagen, verkauft oder beeinflusst werden sollte. Es ist notwendig, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schützen, indem man auch die wirtschaftliche Basis erhält. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir uns also für einen kleineren und leistungsfähigen Aufsichtsrat einsetzen, wenn wir keine Parteienvertreter in den Aufsichtsrat, die sich auch als solche verstehen, entsenden wollen (Abg. Weinzinger: Ich hab’ geglaubt, es gibt noch gar kein Konzept?), wenn wir aber für eine Teilrefundierung der Gebührenbefreiung nach Klarlegung einer wirtschaftlichen Basis für den ORF eintreten, dann geschieht das aus Respekt vor jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sehr engagiert im ORF ihre Leistung erbringen, und dann geschieht das aus der Überzeugung, dass weder von Ihnen als Oppositionspartei noch von irgendjemand anderem der ORF zerschlagen, verkauft oder beeinflusst werden sollte. Es ist notwendig, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schützen, indem man auch die wirtschaftliche Basis erhält. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Der Portisch hat das alles erfunden, wahrscheinlich!
Nicht an falschen Behauptungen sind wir zu messen, sondern an Taten. (Abg. Mag. Stadler: Der Portisch hat das alles erfunden, wahrscheinlich!) Und tatsächlich ist es notwendig, im heurigen Jahr einen Vorschlag zu machen, der in diese Richtung geht (Abg. Mag. Stadler: Hat der Portisch alles erfunden?), und Sie können ja dann mitberaten, wie Sie sich das vorstellen.
Abg. Mag. Stadler: Hat der Portisch alles erfunden?
Nicht an falschen Behauptungen sind wir zu messen, sondern an Taten. (Abg. Mag. Stadler: Der Portisch hat das alles erfunden, wahrscheinlich!) Und tatsächlich ist es notwendig, im heurigen Jahr einen Vorschlag zu machen, der in diese Richtung geht (Abg. Mag. Stadler: Hat der Portisch alles erfunden?), und Sie können ja dann mitberaten, wie Sie sich das vorstellen.
Abg. Strache: Aber die Opposition ausradieren, das ist der Hintergrund!
Es hat übrigens im jetzigen Stiftungsrat mit den 35 Mitgliedern auch die Regierung die Mehrheit. Also, dass eine Regierung sagt, sie bestellt überhaupt niemanden mehr und sie weiß überhaupt nichts mehr (Abg. Strache: Aber die Opposition ausradieren, das ist der Hintergrund!) – nach dem Motto: mein Name ist Hase, und mit dem Unternehmen habe ich nichts zu tun! –, das ist eine unsinnige Forderung. (Abg. Strache: Das ist Ihr Name, „Hase“! „Osterhase“! Der heimliche Kanzler daneben!)
Abg. Strache: Das ist Ihr Name, „Hase“! „Osterhase“! Der heimliche Kanzler daneben!
Es hat übrigens im jetzigen Stiftungsrat mit den 35 Mitgliedern auch die Regierung die Mehrheit. Also, dass eine Regierung sagt, sie bestellt überhaupt niemanden mehr und sie weiß überhaupt nichts mehr (Abg. Strache: Aber die Opposition ausradieren, das ist der Hintergrund!) – nach dem Motto: mein Name ist Hase, und mit dem Unternehmen habe ich nichts zu tun! –, das ist eine unsinnige Forderung. (Abg. Strache: Das ist Ihr Name, „Hase“! „Osterhase“! Der heimliche Kanzler daneben!)
Abg. Brosz: ... Gebührenbefreiungen?
Für die ist sie aber deshalb verantwortlich, weil man sich auch das Gegenteil davon ausrechnen kann: Auch wenn Sie nämlich die verschiedenen Szenarien, die jetzt im ORF diskutiert werden, durchrechnen, kommen Sie ohne zusätzliche Mittel – im Bereich etwa des Szenarios Rezession, also einer wirtschaftlichen Entwicklung, wie wir sie derzeit vorfinden – überhaupt nicht in die schwarzen Zahlen, sondern Sie verbrauchen dann noch das Stiftungsvermögen, das vorhanden ist (Abg. Brosz: ... Gebührenbefreiungen?) – und ein Volksschüler kann ausrechnen, wie lange es dauert, bis die wirtschaftliche Basis völlig entzogen ist. (Abg. Dr. Graf: Nur, weil die Volksschulen so gute Schulen sind! – Abg. Neugebauer: Weil sie gute Lehrer haben! So sehe ich das auch!)
Abg. Dr. Graf: Nur, weil die Volksschulen so gute Schulen sind! – Abg. Neugebauer: Weil sie gute Lehrer haben! So sehe ich das auch!
Für die ist sie aber deshalb verantwortlich, weil man sich auch das Gegenteil davon ausrechnen kann: Auch wenn Sie nämlich die verschiedenen Szenarien, die jetzt im ORF diskutiert werden, durchrechnen, kommen Sie ohne zusätzliche Mittel – im Bereich etwa des Szenarios Rezession, also einer wirtschaftlichen Entwicklung, wie wir sie derzeit vorfinden – überhaupt nicht in die schwarzen Zahlen, sondern Sie verbrauchen dann noch das Stiftungsvermögen, das vorhanden ist (Abg. Brosz: ... Gebührenbefreiungen?) – und ein Volksschüler kann ausrechnen, wie lange es dauert, bis die wirtschaftliche Basis völlig entzogen ist. (Abg. Dr. Graf: Nur, weil die Volksschulen so gute Schulen sind! – Abg. Neugebauer: Weil sie gute Lehrer haben! So sehe ich das auch!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Für eine derartige wirtschaftliche Rechnung, wo man so tut, als wäre alles in Ordnung, stehen wir nicht zur Verfügung. Wir wollen die Augen öffnen, auch die Analyse des Rechnungshofes als Basis heranziehen, und wir wollen die Prinzipien und Grundsätze, die wir vertreten, auch in entsprechende Taten umsetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Abg. Mag. Stadler: Das rechtfertigt Ihren Machtmissbrauch nicht!
Ich bin also davon überzeugt, dass der ORF in den letzten Jahren in vielen Bereichen durch den zusätzlichen Wettbewerb, etwa durch die Digitalisierung einerseits, aber andererseits auch durch die Werbeeinnahmen der Programmfenster, die es in anderen Bereichen auch möglich gemacht haben, den ORF zu konkurrenzieren, in eine schwierigere Situation gekommen ist. Es sind auch die Wirtschaftskrise und die Fragen etwa der Veranlagung ja nicht nur ein Thema des ORF, sondern sie sind ein Thema auch in anderen Bereichen. (Abg. Mag. Stadler: Das rechtfertigt Ihren Machtmissbrauch nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Aber das rechtfertigt Ihren Machtmissbrauch nicht!
Es gibt auch noch eine Reihe von Privilegien, die mitzudiskutieren sind, die viele Jahre zurück schon bestehen, als auch die Opposition dort im Stiftungsrat zugeschaut und keine Anträge gestellt hat, Herr Stadler. Hier ist die Glaubwürdigkeit der Oppositionsvertreter in den letzten Jahren nicht erreicht worden (Abg. Mag. Stadler: Aber das rechtfertigt Ihren Machtmissbrauch nicht!), und in der Zeit, als Sie in der Regierung waren, war von dieser Glaubwürdigkeit überhaupt nichts zu merken und zu spüren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist alles keine Basis für Ihren Machtmissbrauch!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist alles keine Basis für Ihren Machtmissbrauch!
Es gibt auch noch eine Reihe von Privilegien, die mitzudiskutieren sind, die viele Jahre zurück schon bestehen, als auch die Opposition dort im Stiftungsrat zugeschaut und keine Anträge gestellt hat, Herr Stadler. Hier ist die Glaubwürdigkeit der Oppositionsvertreter in den letzten Jahren nicht erreicht worden (Abg. Mag. Stadler: Aber das rechtfertigt Ihren Machtmissbrauch nicht!), und in der Zeit, als Sie in der Regierung waren, war von dieser Glaubwürdigkeit überhaupt nichts zu merken und zu spüren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist alles keine Basis für Ihren Machtmissbrauch!)
Abg. Strache: Dort führen Sie den ORF hin!
Hier ist ein Neubeginn zu setzen, der der Bevölkerung beweist, dass auch zusätzliche Mittel, die notwendig sind, gut aufgehoben sind – in einem reformierten ORF, in einem ORF, der die journalistische Leistung in den Vordergrund rückt, der die Seherinnen und Seher mit Innovationen im Programm, einem verbesserten Programm zufriedenstellt und der rechtfertigt, dass die Politik Rahmenbedingungen schafft, die belegen sollen, dass dieser ORF eine Zukunft hat und dass all jene, die nur darauf warten, dass der ORF gegen die Wand fährt (Abg. Strache: Dort führen Sie den ORF hin!), um dann vielleicht irgendwelche Bestandteile herauszukaufen, unrecht behalten. (Abg. Strache: Genau dort führen Sie ihn hin! Genau zur Zerschlagung des ORF wollen Sie beitragen! Das ist genau Ihr Plan! Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten, Herr Kanzler? Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten?)
Abg. Strache: Genau dort führen Sie ihn hin! Genau zur Zerschlagung des ORF wollen Sie beitragen! Das ist genau Ihr Plan! Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten, Herr Kanzler? Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten?
Hier ist ein Neubeginn zu setzen, der der Bevölkerung beweist, dass auch zusätzliche Mittel, die notwendig sind, gut aufgehoben sind – in einem reformierten ORF, in einem ORF, der die journalistische Leistung in den Vordergrund rückt, der die Seherinnen und Seher mit Innovationen im Programm, einem verbesserten Programm zufriedenstellt und der rechtfertigt, dass die Politik Rahmenbedingungen schafft, die belegen sollen, dass dieser ORF eine Zukunft hat und dass all jene, die nur darauf warten, dass der ORF gegen die Wand fährt (Abg. Strache: Dort führen Sie den ORF hin!), um dann vielleicht irgendwelche Bestandteile herauszukaufen, unrecht behalten. (Abg. Strache: Genau dort führen Sie ihn hin! Genau zur Zerschlagung des ORF wollen Sie beitragen! Das ist genau Ihr Plan! Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten, Herr Kanzler? Was hat Ihnen der Herr Konrad dafür angeboten?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Von 15 Minuten 10 Minuten ÖVP-Kritik – und die ÖVP klatscht Beifall bei der ÖVP-Kritik!
Recht müssen die behalten, die Objektivität ernst meinen, die die Zukunft des ORF sichern wollen und die auf der Seite der Seherinnen und Seher stehen, die ebenfalls Ansprüche an dieses Programm haben. Und für diese Vorgangsweise werden wir sorgen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Von 15 Minuten 10 Minuten ÖVP-Kritik – und die ÖVP klatscht Beifall bei der ÖVP-Kritik!)
Abg. Dr. Graf: Die Ausschaltung der Opposition!
stück! (Abg. Dr. Graf: Die Ausschaltung der Opposition!) Und ich werde Ihnen sagen, warum dieses Gesetz noch nicht beschlossen ist, warum es nicht den Ministerrat passiert hat: weil Sie etwas ganz anderes vorgehabt haben. Sie wollten, in Absprache mit der ÖVP, dieses Gesetz gar keiner Begutachtung unterziehen, sondern gleich über einen Initiativantrag hier beschließen. (Abg. Strache: Und die ÖVP über den Tisch ziehen!) Und nur der Aufschrei österreichischer Medien, der geschlossene Aufschrei der Opposition haben dies verhindert – denn sonst hätten wir schon das, was Sie nämlich in Wirklichkeit geplant haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Und die ÖVP über den Tisch ziehen!
stück! (Abg. Dr. Graf: Die Ausschaltung der Opposition!) Und ich werde Ihnen sagen, warum dieses Gesetz noch nicht beschlossen ist, warum es nicht den Ministerrat passiert hat: weil Sie etwas ganz anderes vorgehabt haben. Sie wollten, in Absprache mit der ÖVP, dieses Gesetz gar keiner Begutachtung unterziehen, sondern gleich über einen Initiativantrag hier beschließen. (Abg. Strache: Und die ÖVP über den Tisch ziehen!) Und nur der Aufschrei österreichischer Medien, der geschlossene Aufschrei der Opposition haben dies verhindert – denn sonst hätten wir schon das, was Sie nämlich in Wirklichkeit geplant haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
stück! (Abg. Dr. Graf: Die Ausschaltung der Opposition!) Und ich werde Ihnen sagen, warum dieses Gesetz noch nicht beschlossen ist, warum es nicht den Ministerrat passiert hat: weil Sie etwas ganz anderes vorgehabt haben. Sie wollten, in Absprache mit der ÖVP, dieses Gesetz gar keiner Begutachtung unterziehen, sondern gleich über einen Initiativantrag hier beschließen. (Abg. Strache: Und die ÖVP über den Tisch ziehen!) Und nur der Aufschrei österreichischer Medien, der geschlossene Aufschrei der Opposition haben dies verhindert – denn sonst hätten wir schon das, was Sie nämlich in Wirklichkeit geplant haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ehrlicher, Herr Bundeskanzler, wäre es, zu sagen, was Sie wirklich vorhaben: Sie wollen keinen kritischen Journalismus, Sie wollen keine kritischen Fragen à la Wolf, à la Thurnher – mehr fallen mir im Moment nicht ein –, sondern Sie wollen Hofberichterstattung, so wie es schon bei einigen Zeitungen gelungen ist, auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben. Sie haben Berlusconi als Ihr großes Vorbild erkoren – offenbar mutiert Faymann mit dieser Gesetzesnovelle, die Sie vorhaben, zum „Alpen-Berlusconi“. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Herr Bundeskanzler, Sie planen in Wirklichkeit die größte Umfärbeaktion in der Geschichte des ORF, einen Rückfall in die schlimmsten Zeiten des rot-schwarzen Proporzes (Beifall beim BZÖ), und Sie planen in Wirklichkeit den Zugriff auf die Information. Ihnen geht es nicht um Köpfe, Ihnen geht es nicht um Konzepte!
Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!
Apropos Köpfe: Der Klubobmann der ÖVP Kopf sieht all dem tatenlos zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!) In Wirklichkeit hat er ja nicht gesehen, welche rote Dampfwalze über ihn drüberfährt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!) Hätte er den Beitrag im „Jahrbuch für Politik“ seines Parteikollegen Morak gelesen, dann wüsste er, was ihm blüht, wenn dieser rot-schwarze Pakt umgesetzt wird: Die ÖVP versorgt ihre Günstlinge auf der europäischen Ebene, die SPÖ bekommt den Ein-
Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!
Apropos Köpfe: Der Klubobmann der ÖVP Kopf sieht all dem tatenlos zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Der lobt ihn noch!) In Wirklichkeit hat er ja nicht gesehen, welche rote Dampfwalze über ihn drüberfährt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der applaudiert noch!) Hätte er den Beitrag im „Jahrbuch für Politik“ seines Parteikollegen Morak gelesen, dann wüsste er, was ihm blüht, wenn dieser rot-schwarze Pakt umgesetzt wird: Die ÖVP versorgt ihre Günstlinge auf der europäischen Ebene, die SPÖ bekommt den Ein-
Beifall beim BZÖ.
fluss über den ORF. Und nur der massive Aufschrei und einige Gespräche, die Andersdenkende in der ÖVP aufgeweckt haben, haben es verhindert, dass dieser Anschlag auf die Unabhängigkeit des ORF heute schon umgesetzt ist. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt gibt es ein neues Sendekonzept. Die Strategen des ORF haben ein neues Sendeformat entwickelt, „tschuschen:power“, womit eine neue Zielgruppe angesprochen werden soll, nämlich die Immigranten. Da sie nicht arbeiten, sind sie am Nachmittag zu Hause und können fernsehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Wenn das die Strategie des ORF ist, na dann, „Gute Nacht!“ (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt gibt es ein neues Sendekonzept. Die Strategen des ORF haben ein neues Sendeformat entwickelt, „tschuschen:power“, womit eine neue Zielgruppe angesprochen werden soll, nämlich die Immigranten. Da sie nicht arbeiten, sind sie am Nachmittag zu Hause und können fernsehen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Wenn das die Strategie des ORF ist, na dann, „Gute Nacht!“ (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Hohes Haus! Ihre Aufgabe ist es, ordentliche Gesetze vorzulegen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch die ökonomische Basis des ORF sicherstellen. Dazu gehört sicherlich, die Frage der Gebührenbefreiung klar gesetzlich zu regeln. Wir brauchen vernünftige Sparmaßnahmen. Schicken Sie die weißen Elefanten endlich nach Schönbrunn und geben Sie jungen, unabhängigen Journalisten eine Chance, endlich auch Kreativität in dieses Unternehmen einzubringen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Der ORF ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Institutionen unseres Landes, auf die wir stolz sind, auf die die Österreicher stolz sind und waren wie auf die AUA. Wir waren stolz auf die AUA als österreichisches Unternehmen, wir waren stolz auf die Post, auf die Bahn – ersparen Sie dem ORF dasselbe Schicksal und entlassen Sie ihn endlich aus dem rot-schwarzen Würgegriff! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder eine Rede aus den siebziger Jahren!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Klubobmann Dr. Cap zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt wieder eine Rede aus den siebziger Jahren!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ob Herr Abgeordneter Strutz gerade der Richtige war, die Unabhängigkeit des ORF zu verteidigen, wage ich zu bezweifeln. Denn wir alle, die wir ein etwas längeres Gedächtnis haben, können uns erinnern, dass er einmal in einer Gruppe von anderen Rabauken seiner Partei versucht hat, das ORF-Landesstudie Kärnten zu stürmen. Das nur einmal kurz zur Erinnerung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Grosz: Deshalb haben Sie ja die Gebühren erhöht!
Ich glaube, dass das sehr treffend formuliert ist, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, das hier zu Beginn meiner Ausführungen darzubringen. Ich denke, die Politik steht unter der Beobachtung der Medien und der Zeitungen, der Bevölkerung, und was mich besonders verblüfft, ist: Am wenigsten wird immer von jenen gesprochen, die die Gebühren bezahlen. Das sind diejenigen, die zuschauen und zuhören (Abg. Grosz: Deshalb haben Sie ja die Gebühren erhöht!), und das sind diejenigen, die der Zielpunkt jeder Programmreform sein müssen; diejenigen sind es, und nicht Machtspiele von irgendwelchen selbsternannten Befreiern. Es geht darum, dass genau dieser Gruppe entgegengekommen wird, dass sie ein Programm serviert bekommen, von dem sie sagen: Jawohl, es lohnt sich wirklich, diese Gebühren zu bezahlen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich glaube, dass das sehr treffend formuliert ist, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, das hier zu Beginn meiner Ausführungen darzubringen. Ich denke, die Politik steht unter der Beobachtung der Medien und der Zeitungen, der Bevölkerung, und was mich besonders verblüfft, ist: Am wenigsten wird immer von jenen gesprochen, die die Gebühren bezahlen. Das sind diejenigen, die zuschauen und zuhören (Abg. Grosz: Deshalb haben Sie ja die Gebühren erhöht!), und das sind diejenigen, die der Zielpunkt jeder Programmreform sein müssen; diejenigen sind es, und nicht Machtspiele von irgendwelchen selbsternannten Befreiern. Es geht darum, dass genau dieser Gruppe entgegengekommen wird, dass sie ein Programm serviert bekommen, von dem sie sagen: Jawohl, es lohnt sich wirklich, diese Gebühren zu bezahlen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Die rufen um Hilfe! Die haben die Opposition gebeten um diese öffentliche Debatte, die Mitarbeiter!
Die zweite Gruppe, die mir ein Anliegen ist, kommt auch oft zu kurz: Das sind die fleißigen und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ORF, die jetzt unter dieser öffentlichen Debatte leiden, und das sind auch die Journalistinnen und die Journalisten. (Abg. Strache: Die rufen um Hilfe! Die haben die Opposition gebeten um diese öffentliche Debatte, die Mitarbeiter!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Bei Ihnen (in Richtung BZÖ) bin ich mir nicht ganz sicher, bei Ihren Reden, was Sie in Wirklichkeit unter „Unabhängigkeit“ verstehen. Wenn, dann ist Unabhängigkeit unteilbar. Das ist im Rundfunkgesetz festgeschrieben, das ist in der Verfassung festgeschrieben, und wir alle hier herinnen haben das zu respektieren. Daran werden wir gemessen, daran werden wir zu messen sein auch in Zukunft. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich sage auch ganz ehrlich, das Zukunfts- und Strukturkonzept – und da mische ich mich jetzt nicht ein – ist Sache des Stiftungsrates, Sache des Finanzausschusses, und wir sollten nicht klüger sein als diejenigen, die dazu berufen sind, darüber zu urteilen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Die haben das zu beurteilen, die haben ihre Sitzungen dafür, die haben die Besprechungen und die haben auch zu entscheiden. Es ist deren Sache, wie das vor sich geht.
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Bitte, wie oft ist der ORF mit einem stillen Sportministerium, Kulturministerium verwechselt worden, wo Sportsendungen übertragen worden sind, die nicht einmal die Quote gebracht haben, aber ohne ORF wären die Sponsoren nicht dabei gewesen? Oder Festivals in den verschiedensten Teilen Österreichs; man hat gesagt, na logisch, selbstverständlich überträgt der ORF. – Jawohl, ich bekenne mich dazu, ist auch in Ordnung so. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) – Über Kärnten können Sie dann gleich reden, was dort alles von Ihnen übertragen worden ist. Ich sage es nur, denn das ist ein wesentlicher Aspekt.
Abg. Scheibner: Machen! Machen!
Wenn unter dem Titel „Rundfunkgebühren“ 650 Millionen € abkassiert werden und 450 Millionen davon der ORF bekommt, dann muss man das nur sehen. Mehr sage ich dazu nicht. (Abg. Scheibner: Machen! Machen!)
Abg. Strache: Geh bitte, das glaubt ja nicht einmal Ihre Großmutter, Herr Cap!
Das ist die aktuelle objektive Situation, plus Wirtschaftskrise, weniger Finanzmarkterträge und Einbrüche im Werbebereich. Daher ist es berechtigt, wenn sich heute die Politik zusammensetzt – und nur aus diesem Grund und nur, um die materielle Absicherung des ORF zu besprechen – und sich Gedanken darüber macht, wie man den ORF für die Zukunft absichert. Das ist das einzige Motiv, und das muss das einzige Motiv sein. (Abg. Strache: Geh bitte, das glaubt ja nicht einmal Ihre Großmutter, Herr Cap!)
Abg. Dr. Graf: Und ohne Änderung wird es durchgezogen!
uns so wichtig sind, weil wir in Wirklichkeit ja für das duale System sind (Abg. Dr. Graf: Und ohne Änderung wird es durchgezogen!), „Puls“, „Pro7“, „ATV“, die selbstverständlich auch einmal mehr Medienförderung bekommen sollen, und die vielen anderen, auf dem Prüfstand stehen.
Abg. Dr. Graf: Und keine Änderung!
Dann wird das wahrscheinlich noch einmal bearbeitet werden, und dann wird es hier ins Haus hereinkommen, und hier herinnen wird es einen sauberen Diskussionsprozess geben (Abg. Dr. Graf: Und keine Änderung!), einen transparenten Diskussionsprozess. Hier wird nicht drübergefahren werden, denn das ist eine gesellschaftspolitisch relevante Angelegenheit, die gründlich zu debattieren ist. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Dann wird das wahrscheinlich noch einmal bearbeitet werden, und dann wird es hier ins Haus hereinkommen, und hier herinnen wird es einen sauberen Diskussionsprozess geben (Abg. Dr. Graf: Und keine Änderung!), einen transparenten Diskussionsprozess. Hier wird nicht drübergefahren werden, denn das ist eine gesellschaftspolitisch relevante Angelegenheit, die gründlich zu debattieren ist. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Strache: Das sollten Sie einstellen! Das ist der Kern!
Vor diesem Bild des Wettbewerbs gilt es, in einem 80 Millionen Bürger umfassenden deutschsprachigen Raum dafür zu sorgen, dass der ORF diese Kulturaufgabe weiterhin erfüllen kann, dass das Element des Österreichischen weiterhin in den vielen Kanälen im Wettbewerb Bestand hat, weiter ein Leitmedium ist, dass die Fahne Österreichs weiter in diesem Medienbereich wehen kann. Dazu sind wir aufgerufen und nicht, um zu streiten und billige machtpolitische Spiele auf dem Rücken des ORF auszutragen. Das sollte unser Ziel sein! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Strache: Das sollten Sie einstellen! Das ist der Kern!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich teile die Meinung der Proponenten der Aktion „Rettet den ORF!“, wenn sie sagen, der ORF sei ein Sanierungsfall. Aber, liebe Damen und Herren von den antragstellenden Parteien BZÖ, FPÖ und Grüne, Sie sorgen sich jetzt so wirkungsvoll und bedeutungsvoll um die Zukunft und Unabhängigkeit des ORF: Es waren vor zwei Jahren Ihre Vertreterinnen und Vertreter im ORF-Stiftungsrat (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), die diese Situation mit herbeigeführt haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich teile die Meinung der Proponenten der Aktion „Rettet den ORF!“, wenn sie sagen, der ORF sei ein Sanierungsfall. Aber, liebe Damen und Herren von den antragstellenden Parteien BZÖ, FPÖ und Grüne, Sie sorgen sich jetzt so wirkungsvoll und bedeutungsvoll um die Zukunft und Unabhängigkeit des ORF: Es waren vor zwei Jahren Ihre Vertreterinnen und Vertreter im ORF-Stiftungsrat (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), die diese Situation mit herbeigeführt haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Strache: Der Herr Konrad, der die Linken eingesetzt hat ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ihre Vertreterin, Frau Glawischnig, Ihr Vertreter, Herr Bucher, Ihr Vertreter, Herr Strache, waren es (Abg. Strache: Der Herr Konrad, der die Linken eingesetzt hat ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und sie sitzen heute noch in diesem Gremium im Stiftungsrat und sind damit mit verantwortlich für das, Kollege Stadler (Abg. Mag. Stadler: Ohne SPÖ wäre es nicht gegangen! Die SPÖ war mit dabei!), was du vorhin alles kritisiert hast. Also ich bitte, an die eigene Brust zu klopfen und nicht etwa bei den Regierungsparteien anzuklopfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Opposition hat ja nicht die Mehrheit gehabt im Stiftungsrat! Das ist ja absurd!)
Abg. Mag. Stadler: Ohne SPÖ wäre es nicht gegangen! Die SPÖ war mit dabei!
Ihre Vertreterin, Frau Glawischnig, Ihr Vertreter, Herr Bucher, Ihr Vertreter, Herr Strache, waren es (Abg. Strache: Der Herr Konrad, der die Linken eingesetzt hat ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und sie sitzen heute noch in diesem Gremium im Stiftungsrat und sind damit mit verantwortlich für das, Kollege Stadler (Abg. Mag. Stadler: Ohne SPÖ wäre es nicht gegangen! Die SPÖ war mit dabei!), was du vorhin alles kritisiert hast. Also ich bitte, an die eigene Brust zu klopfen und nicht etwa bei den Regierungsparteien anzuklopfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Opposition hat ja nicht die Mehrheit gehabt im Stiftungsrat! Das ist ja absurd!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Opposition hat ja nicht die Mehrheit gehabt im Stiftungsrat! Das ist ja absurd!
Ihre Vertreterin, Frau Glawischnig, Ihr Vertreter, Herr Bucher, Ihr Vertreter, Herr Strache, waren es (Abg. Strache: Der Herr Konrad, der die Linken eingesetzt hat ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und sie sitzen heute noch in diesem Gremium im Stiftungsrat und sind damit mit verantwortlich für das, Kollege Stadler (Abg. Mag. Stadler: Ohne SPÖ wäre es nicht gegangen! Die SPÖ war mit dabei!), was du vorhin alles kritisiert hast. Also ich bitte, an die eigene Brust zu klopfen und nicht etwa bei den Regierungsparteien anzuklopfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Opposition hat ja nicht die Mehrheit gehabt im Stiftungsrat! Das ist ja absurd!)
Beifall bei der ÖVP – Abg. Strache: Seit wann?
Ich sage für die ÖVP ganz deutlich dazu, wir bekennen uns uneingeschränkt zu diesem öffentlich-rechtlichen Auftrag (Beifall bei der ÖVP – Abg. Strache: Seit wann?), wie auch zu einem unabhängigen, zu einem erfolgreichen, zu einem eben öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Abg. Brosz: Ist das das neue Programm? Unter Schüssel war das anders!), nur, damit wir diesen ORF in seiner Existenz auch absichern können, braucht es – und auch da bin ich wieder mit den Proponenten eins – dringend eine Gesetzesnovelle. Das bestreiten ja nicht einmal Sie in Ihrem Antrag.
Abg. Brosz: Ist das das neue Programm? Unter Schüssel war das anders!
Ich sage für die ÖVP ganz deutlich dazu, wir bekennen uns uneingeschränkt zu diesem öffentlich-rechtlichen Auftrag (Beifall bei der ÖVP – Abg. Strache: Seit wann?), wie auch zu einem unabhängigen, zu einem erfolgreichen, zu einem eben öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Abg. Brosz: Ist das das neue Programm? Unter Schüssel war das anders!), nur, damit wir diesen ORF in seiner Existenz auch absichern können, braucht es – und auch da bin ich wieder mit den Proponenten eins – dringend eine Gesetzesnovelle. Das bestreiten ja nicht einmal Sie in Ihrem Antrag.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Allerdings, was mich schon wundert, meine Damen und Herren, ist: Es liegt nicht einmal ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, trotzdem veranstalten Sie hier diese Sitzung. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Auch das Manifest der Proponenten kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem es wirklich nur auf Zeitungsmeldungen, auf Gerüchten basieren kann. (Abg. Mag. Stadler: Lesen Sie die APA-Meldung! – Abg. Strache: Lesen Sie die Zeitungen nicht? – Abg. Mag. Stadler: APA-Meldung 12.28 Uhr!)
Abg. Mag. Stadler: Lesen Sie die APA-Meldung! – Abg. Strache: Lesen Sie die Zeitungen nicht? – Abg. Mag. Stadler: APA-Meldung 12.28 Uhr!
Allerdings, was mich schon wundert, meine Damen und Herren, ist: Es liegt nicht einmal ein Gesetzentwurf auf dem Tisch, trotzdem veranstalten Sie hier diese Sitzung. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Auch das Manifest der Proponenten kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem es wirklich nur auf Zeitungsmeldungen, auf Gerüchten basieren kann. (Abg. Mag. Stadler: Lesen Sie die APA-Meldung! – Abg. Strache: Lesen Sie die Zeitungen nicht? – Abg. Mag. Stadler: APA-Meldung 12.28 Uhr!)
Abg. Strache: Wenn man so will, ist das ein ORF-Putsch!
Lesen Sie Ihren Dringlichen Antrag, meine Damen und Herren! Darin ist die Rede von „verdichten sich die Anzeichen“, es gibt „Pläne“. Sie schreiben, es ist „angedacht“. (Abg. Strache: Wenn man so will, ist das ein ORF-Putsch!) Weiters: „sollen“ dieser oder jener „abgelöst werden“. – Meine Damen und Herren, wenn wir auf dieser Grundlage von Gerüchten, von Vermutungen Politik machen und Gesetze, die es noch gar nicht gibt, diskutieren wollen, dann „Gute Nacht!“ für dieses Parlament. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lesen Sie Ihren Dringlichen Antrag, meine Damen und Herren! Darin ist die Rede von „verdichten sich die Anzeichen“, es gibt „Pläne“. Sie schreiben, es ist „angedacht“. (Abg. Strache: Wenn man so will, ist das ein ORF-Putsch!) Weiters: „sollen“ dieser oder jener „abgelöst werden“. – Meine Damen und Herren, wenn wir auf dieser Grundlage von Gerüchten, von Vermutungen Politik machen und Gesetze, die es noch gar nicht gibt, diskutieren wollen, dann „Gute Nacht!“ für dieses Parlament. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Geld verspekuliert!
Aber, noch einmal zurück: Diskutieren wir es nicht weg: Der ORF befindet sich in einer existenziellen Krise! Daran sind nicht etwa nur der Finanzmarkt und die Wirtschaftskrise schuld, daran ist auch nicht etwa nur die Gebührenbefreiung schuld, sondern da handelt es sich um eine Vielzahl hausgemachter Probleme (Abg. Strache: Geld verspekuliert!), eine gescheiterte Programmreform zum Beispiel (Abg. Strache: Und ein paar Gelder verspekuliert!) oder die Beibehaltung überholter Strukturen in dem Unternehmen oder – wie der Rechnungshof festgestellt hat – eine fehlende Unternehmensstrategie; eine Vielzahl von Dingen also, die mit der Wirtschaftskrise nichts zu tun haben und die auch mit gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel der Gebührenbefreiung nur am Rande zu tun haben.
Abg. Strache: Und ein paar Gelder verspekuliert!
Aber, noch einmal zurück: Diskutieren wir es nicht weg: Der ORF befindet sich in einer existenziellen Krise! Daran sind nicht etwa nur der Finanzmarkt und die Wirtschaftskrise schuld, daran ist auch nicht etwa nur die Gebührenbefreiung schuld, sondern da handelt es sich um eine Vielzahl hausgemachter Probleme (Abg. Strache: Geld verspekuliert!), eine gescheiterte Programmreform zum Beispiel (Abg. Strache: Und ein paar Gelder verspekuliert!) oder die Beibehaltung überholter Strukturen in dem Unternehmen oder – wie der Rechnungshof festgestellt hat – eine fehlende Unternehmensstrategie; eine Vielzahl von Dingen also, die mit der Wirtschaftskrise nichts zu tun haben und die auch mit gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel der Gebührenbefreiung nur am Rande zu tun haben.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
den ORF nicht aufs Spiel, indem wir den enormen strukturellen und organisatorischen Reformbedarf ignorieren, und setzen wir den ORF nicht aufs Spiel, indem wir so tun, als würden weitere Geldspritzen allein das Unternehmen dauerhaft sichern können! Nein, es braucht grundlegende Strukturreformen, und die werden wir Ihnen demnächst vorlegen. – Zweiter Teil folgt nach der Unterbrechung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Die Reprise! – Abg. Öllinger: Es kann nur besser werden!
Am Wort ist Herr Klubobmann Kopf mit weiteren 5 Minuten im Rahmen seiner Redezeit von 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Moser: Die Reprise! – Abg. Öllinger: Es kann nur besser werden!)
Abg. Bucher: Nach dem Mittagessen, das ist die beste Redezeit!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (fortsetzend): Meine Damen und Herren, ich darf meine durch die „Zeit im Bild“ unterbrochene Rede fortsetzen. (Abg. Bucher: Nach dem Mittagessen, das ist die beste Redezeit!)
Abg. Öllinger: Aber die Identitätsstiftung ist nicht der einzige Auftrag!
Es ist nicht einfach, inhaltlich ständig dem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden, die identitätsstiftenden Ereignisse im Land – kultureller Art, sportlicher Art und so weiter –in ihrer ganzen Breite und Qualität zu präsentieren und auf der anderen Seite aber doch auch, weil man als Unternehmen in einem kleinen Land durchaus auf die duale Finanzierung – Gebühren und Werbung – angewiesen ist, entsprechende Quoten zustande zu bringen, die natürlich nicht immer mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag und dem, was man da genötigt oder auch gewillt ist zu zeigen, einhergehen können. Dieser Schwierigkeit bin ich mir selbstverständlich bewusst. (Abg. Öllinger: Aber die Identitätsstiftung ist nicht der einzige Auftrag!)
Abg. Öllinger: Das ist ein Widerspruch!
Eine Alternative wäre, sich anzustrengen und sich zu bemühen, das, was der Rechnungshof festgestellt hat – nämlich all die strukturellen Mängel im Unternehmen ‑, zu beseitigen, die natürlich eine Menge an Geld verschlingen und Kosten verursachen. Das geschieht in unzureichendem Maße, so wie auch die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrages – wenn ich nur an ORF 1 denke – in unzureichendem Maße stattfindet. (Abg. Öllinger: Das ist ein Widerspruch!) Und daraus resultiert enormer Handlungsbedarf in mehrerlei Hinsicht.
Abg. Hagen: Der Herr Bundeskanzler !
Der Herr Bundeskanzler hat schon darauf hingewiesen (Abg. Hagen: Der Herr Bundeskanzler !), dass ein 35-köpfiges Aufsichtsorgan bei dem, was heute bei Entscheidungen an Schnelligkeit notwendig ist, nicht immer das Optimale darstellt. (Abg. Strache – auf leere Plätze auf der Regierungsbank deutend –: Da schau’ ich mir nur die Regierungsbank an!)
Abg. Strache – auf leere Plätze auf der Regierungsbank deutend –: Da schau’ ich mir nur die Regierungsbank an!
Der Herr Bundeskanzler hat schon darauf hingewiesen (Abg. Hagen: Der Herr Bundeskanzler !), dass ein 35-köpfiges Aufsichtsorgan bei dem, was heute bei Entscheidungen an Schnelligkeit notwendig ist, nicht immer das Optimale darstellt. (Abg. Strache – auf leere Plätze auf der Regierungsbank deutend –: Da schau’ ich mir nur die Regierungsbank an!)
Widerspruch bei Grünen und BZÖ
Kein Mensch denkt daran, die Opposition oder die Länder auszuschalten (Widerspruch bei Grünen und BZÖ), kein Mensch denkt daran (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... aus der APA!) – haben Sie je etwas über die Zusammensetzung gelesen? –, die Breite der demokratischen Entscheidungsfindung in Frage zu stellen, aber es muss erlaubt sein, über effizienzsteigernde Strukturen in diesem Unternehmen nachzudenken – und nichts anderes werden wir tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... aus der APA!
Kein Mensch denkt daran, die Opposition oder die Länder auszuschalten (Widerspruch bei Grünen und BZÖ), kein Mensch denkt daran (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... aus der APA!) – haben Sie je etwas über die Zusammensetzung gelesen? –, die Breite der demokratischen Entscheidungsfindung in Frage zu stellen, aber es muss erlaubt sein, über effizienzsteigernde Strukturen in diesem Unternehmen nachzudenken – und nichts anderes werden wir tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kein Mensch denkt daran, die Opposition oder die Länder auszuschalten (Widerspruch bei Grünen und BZÖ), kein Mensch denkt daran (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... aus der APA!) – haben Sie je etwas über die Zusammensetzung gelesen? –, die Breite der demokratischen Entscheidungsfindung in Frage zu stellen, aber es muss erlaubt sein, über effizienzsteigernde Strukturen in diesem Unternehmen nachzudenken – und nichts anderes werden wir tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich wird, meine Damen und Herren, seriös vorgegangen in der Entscheidungsfindung. Das heißt, es wird eine ordentliche Begutachtung eines Gesetzentwurfes geben, wo ausreichend Zeit sein wird zur Stellungnahme für alle auch immer Involvierten bei Gesetzentwürfen. Es wird ausreichend Zeit sein, hier in diesem Hohen Haus diesen Gesetzentwurf zu diskutieren, mit Hearings und allem, was wir auch in der Vergangenheit bei solch wichtigen Gesetzesmaterien immer wieder angewendet und eingesetzt haben. Und es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass wir diesen demokratischen Weg in der Entscheidungsfindung auch weiter gehen werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Kopf.
(Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Kopf.)
Beifall und Bravorufe beim BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich Herrn Klubobmann Strache das Wort erteile, halte ich fest, dass Herr Klubobmann Dr. Cap aufgrund seiner Aussage „in einer Gruppe von anderen Rabauken seiner Partei“ einen Ordnungsruf von mir erhält. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Strutz hat zu Recht gesagt, Faymann sei ein „Alpen-Berlusconi“. Ich würde aber eher sagen, der „Alpen-Berlusconi“ ist Herr Konrad vom Giebelkreuz-Regime in Österreich! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der wahre „Alpen-Berlusconi“!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.
Wir kennen das. Wir kennen diese Methoden, und deshalb ist es gut, dass alle drei Oppositionsparteien die heutige Sondersitzung initiiert haben, und das nicht aus Jux und Tollerei, sondern wegen Gefahr im Verzug. Und was die Bundesregierung mit dem neuen ORF-Gesetz plant: Herr Faymann, das ist ein Plan, den Sie mit Herrn Ostermayer in den letzten Wochen rauf und runter getrommelt haben in den Medien, und dieser Plan bedeutet nichts anderes als die Ausschaltung der Opposition im öffentlich-rechtlichen Rundfunk! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen einen ORF, der sich dem Objektivitätsauftrag auch wirklich verpflichtet fühlt und diesen auch umsetzt und die Qualität steigert. Transparenz, Qualität, Objektivität – das ist gefragt, aber das haben wir leider in den letzten Jahren nicht immer erlebt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Kann nur Raiffeisen sein!
Für solch ein Vorhaben könnte es mehrere Hintergründe geben. (Abg. Bucher: Kann nur Raiffeisen sein!) Und ich sage ganz offen, da gibt es nun einmal den Raiffeisen-Chef Konrad, der schon ein begehrliches Auge auf den Kanal ORF 1 geworfen hat und ein begehrliches Auge auf den Radiosender Ö 3 geworfen hat. Das ist seit Längerem bekannt. Und Monika Lindner, eine enge persönliche Busenfreundin von Herrn Konrad, ermöglichte ja zu ihrer Zeit als ORF-Generalintendantin eine strategisch enorm wichtige Beteiligung an einem Kernpunkt der ORF-Macht.
Oh-Rufe bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Als Dank ist Lindner nach ihrer Abwahl gleich „weich gefallen“ und berät heute die Medien-Holding von Raiffeisen. Geschäftsführer dieser Holding ist der ÖVP-Abgeordnete Ferdinand Maier. (Oh-Rufe bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.) – Es sitzen ja viele, die dem Raiffeisen-Konzern von Konrad nahestehen, heute hier auf Mandaten der ÖVP.
Beifall bei der FPÖ.
All das sind Entwicklungen, die man sich einmal im Detail ansehen muss. Und ich sage, diese monopolistischen Entwicklungen und Bestrebungen müssen verhindert werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend: Spargedanken, Transparenz, Qualität, Objektivität – das erwarten sich die Österreicherinnen und Österreicher von einem rot-weiß-roten ORF, den sie auch wollen. Aber wenn das ein parteipolitischer Apparat von Rot und Schwarz werden soll, dann sollen in Zukunft die Parteisekretariate von Rot und Schwarz auch die Gebühren zahlen – und nicht die Österreicher mit ihrer manipulativen Berichterstattung belasten, einer Berichterstattung ohne Qualität, ohne Objektivität und ohne Transparenz! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich frage mich ja in den letzten Jahren immer wieder, wenn ich an die Zwangsgebührenzahler denke, die immer wieder erleben müssen, dass eine Gebühr nach der anderen erhöht wird, und das bei dieser Qualität, bei fehlender Objektivität –, und Sie wollen das noch weiter verschlechtern! –, wie Sie das rechtfertigen können. Sie sollten eigentlich den Seherinnen und Sehern Schmerzensgeld dafür bezahlen, was ihnen da zum Teil geboten wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Über all das sollten Sie einmal nachdenken (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), anstatt hier eine Mediendiktatur im Sinne des rot-schwarzen Proporzsystems errichten zu wollen. Das wird auf heftigen Widerstand stoßen, und zwar nicht nur der Opposition, sondern auch der gesamten österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Über all das sollten Sie einmal nachdenken (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), anstatt hier eine Mediendiktatur im Sinne des rot-schwarzen Proporzsystems errichten zu wollen. Das wird auf heftigen Widerstand stoßen, und zwar nicht nur der Opposition, sondern auch der gesamten österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Petzner: Genau! – Widerspruch bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Petzner – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Lesen Sie die APA!
Bundeskanzler Faymann spricht davon, es werde in Zukunft ausschließlich so besetzt werden, dass es keine Parteienvertreter mehr in den zentralen Gremien des ORF geben soll. Gleichzeitig spricht er davon, dass in Zukunft die Regierung alles allein besetzt, das heißt: SPÖ und ÖVP. (Abg. Petzner: Genau! – Widerspruch bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Petzner – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Lesen Sie die APA!)
Beifall bei den Grünen.
Ist das die Entpolitisierung? Sagen Sie, wollen Sie uns für dumm verkaufen?! Oder wen wollen Sie hier für dumm verkaufen? Das ist ja unglaublich! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Dieses Recht gilt es auch zu verteidigen, und deswegen ist die Sondersitzung heute auch schon ein erster Erfolg, denn: Hätte es diese Sondersitzung nicht gegeben, hätte es, im Hinterzimmer vorbereitet, das Durchpeitschen eines ORF-Gesetzes mit Sicherheit gegeben – mit Sicherheit! Daher ist die heutige Sitzung ein Erfolg! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache: Faymann kauft sich die Medien eh mit Inseraten – und mit Steuergeldern!
Herr Bundeskanzler, wenn Sie einen Sender wollen, dann kaufen Sie sich einen, aber lassen Sie den ORF frei! (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache: Faymann kauft sich die Medien eh mit Inseraten – und mit Steuergeldern!)
Beifall bei den Grünen.
Schauen wir uns das einmal näher an: Der Abgang des ORF bewegt sich in diesem Jahr in einer Größenordnung von 80 Millionen €. Das ist ein Unternehmen, das nicht verschuldet ist. Dieses Unternehmen wird finanziert aus Gebühren und Werbung. 300 Millionen € von den Gebühren, die die österreichischen Haushalte bezahlen, bekommt nicht der ORF, sondern die werden eingestreift von den Landeshauptleuten und vom Finanzminister: 125 Millionen € der Finanzminister Pröll, 110 Millionen € die Landeshauptleute, Erwin Pröll. Was macht er damit? – In Niederösterreich wird nur ein Bruchteil davon tatsächlich für Kultur, für Filmförderung ausgegeben, der Rest rinnt einfach ins Budget beziehungsweise – ich weiß nicht – in Hofstaat-Veranstaltungen oder in Dinge, die mit Medienförderung, mit Unabhängigkeit, mit Objektivität, für die die Gebühren eigentlich gedacht sind, überhaupt nichts zu tun haben. Darüber sollten wir auch einmal reden! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Millionen! Nicht übertreiben! – Abg. Dr. Bartenstein: Millionen, nicht Milliarden!
300 Millionen € „sackeln“ sich die Landesregierungen, die Landeshauptleute und der Finanzminister ein, und Sie sprechen von einer dramatischen Situation, von einer Katastrophe bei 80 Millionen €! Man muss das ernst nehmen, allerdings: Das mit der AUA zu vergleichen grenzt an Rufmord! Ich finde das sogar noch schlimmer als Rufmord. 500 Milliarden – in der letzten Nationalratssitzung war das überhaupt kein Problem; die AUA braucht das, da gibt es keine Alternative. (Abg. Kopf: Millionen! Nicht übertreiben! – Abg. Dr. Bartenstein: Millionen, nicht Milliarden!) – 500 Millionen, Entschuldigung!
Beifall bei den Grünen.
Warum wollen Sie das erst machen – und das macht die Erpressung so deutlich! – als Einstandsgeschenk? Das Einstandsgeschenk für eine neue Geschäftsführung könnte die Refundierung der 57 Millionen € Gebühren für die sozial Befreiten sein. Das Einstandsgeschenk! Warum war es nicht möglich, das bereits vorher zu machen? Warum entziehen Sie zuerst die wirtschaftliche Grundlage, um eine erpresserische Situation herzustellen und dann die ganze Geschäftsführung auszutauschen, die Direktoren neu zu bestimmen? Und sozusagen als Einstandsgeschenk ist es dann möglich, einfach 60 Millionen € herzugeben. Was ist das für eine Strategie, wenn nicht eine Erpressungsstrategie?, frage ich Sie. Und Sie haben dazu gar nichts gesagt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
ÖVP: Recht hat er!) – „Recht hat er“, sagen Sie! Ihre Vertreter sagen doch immer, die Politik habe sich in die Konzeptgestaltung, in die Programmgestaltung, auch in die Wahl der Direktoren nicht einzumischen, sonst bestimmen Sie es ja ohnehin gleich selber. Dann machen Sie es direkt politisch, aber dann gehen Sie nicht den Umweg über einen Stiftungsrat. „Recht hat er!“ – Das war ein glattes Schuldeingeständnis. Sie wollen politisch unliebsame Personen einfach weghaben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Diesen unverschämten Missbrauch bei den Gebühren, der jetzt passiert, sollten Sie zuerst abstellen, bevor Sie über politische Zugriffe auf Personen in einem Unternehmen nachdenken, das noch lange nicht in einer dramatischen und katastrophalen Situation ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Mein erster Appell bei dieser Live-Übertragung ist einmal: Herr Bundeskanzler, Schluss mit der Märchenstunde, die Sie heute hier von sich gegeben haben! (Beifall beim BZÖ.) Hören Sie auf, Ihre Schmähs da zu erzählen! Die glaubt Ihnen doch ohnehin niemand. Das sage ich Ihnen jetzt auch anhand konkreter Beispiele. Sie stellen sich heute vor das Hohe Haus und erklären den Leuten draußen, es gibt überhaupt keine Novelle, Sie kennen keine Novelle. (Bundeskanzler Faymann: Kennen Sie sie?)
Bundeskanzler Faymann: Kennen Sie sie?
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Mein erster Appell bei dieser Live-Übertragung ist einmal: Herr Bundeskanzler, Schluss mit der Märchenstunde, die Sie heute hier von sich gegeben haben! (Beifall beim BZÖ.) Hören Sie auf, Ihre Schmähs da zu erzählen! Die glaubt Ihnen doch ohnehin niemand. Das sage ich Ihnen jetzt auch anhand konkreter Beispiele. Sie stellen sich heute vor das Hohe Haus und erklären den Leuten draußen, es gibt überhaupt keine Novelle, Sie kennen keine Novelle. (Bundeskanzler Faymann: Kennen Sie sie?)
Abg. Mag. Stadler: ... Opposition raus!
Ich kenne sie, weil Sie selber am heutigen Tag in einer APA-Meldung von 12.28 Uhr von einer Novelle berichtet haben, in der Sie quasi parallel genau im Detail berichten, was Sie mit dem ORF vorhaben. Sie sagen, der Stiftungsrat soll auf zwölf bis 15 Mitglieder verkleinert werden. (Abg. Mag. Stadler: ... Opposition raus!) Dann reden Sie genau von dem Exekutivausschuss, von dem Sie jetzt hier nichts wissen wollen. Sie sagen auch – wie Frau Glawischnig schon ausgeführt hat –, es sollen keine Parteienvertreter drinnen sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nur Regierung!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nur Regierung!
Ich kenne sie, weil Sie selber am heutigen Tag in einer APA-Meldung von 12.28 Uhr von einer Novelle berichtet haben, in der Sie quasi parallel genau im Detail berichten, was Sie mit dem ORF vorhaben. Sie sagen, der Stiftungsrat soll auf zwölf bis 15 Mitglieder verkleinert werden. (Abg. Mag. Stadler: ... Opposition raus!) Dann reden Sie genau von dem Exekutivausschuss, von dem Sie jetzt hier nichts wissen wollen. Sie sagen auch – wie Frau Glawischnig schon ausgeführt hat –, es sollen keine Parteienvertreter drinnen sein. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nur Regierung!)
Beifall beim BZÖ.
Da keimt dann Hoffnung auf, so ein bisschen Obama-Hoffnung, wo man sich denkt: Na, er hat es vielleicht doch kapiert. Aber schon zwei Zeilen weiter sagen Sie, aber natürlich sollen schon Regierungsvertreter – das heißt Vertreter von SPÖ und ÖVP – drinnen sein. Das ist genau die Umfärbeaktion, die Sie vorhaben und die wir mit allen Mitteln verhindern werden. Das sage ich Ihnen auch an dieser Stelle. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Genau so!
Wenn Sie sagen, Sie wissen nichts von dieser Novelle, dann weiß jeder in diesem Haus, dass diese Novelle in der Schublade des Osterhasen Ostermayer liegt und dass Herr Klubobmann Cap, Ihr Klubobmann, der ja gegen Ihre Reformbestrebungen im ORF ist, diese Novelle hinausgespielt hat, um genau das mit dem ORF zu verhindern, was Sie vorhaben. Das ist die Wahrheit, dass es nämlich einen Streit in der SPÖ gibt: der Klubobmann Cap gegen den Herrn Bundeskanzler! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Genau so!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Er hat das selber an die Austria Presse Agentur hinausgespielt, um genau diese Novelle, die Sie und Ihr Staatssekretär, der Herr „Osterhase“, durchdrücken wollen – ohne parlamentarische Bestimmungen –, zu verhindern. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: Langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Gleiche gilt für Herrn Klubobmann Kopf. Das ist ja auch so ein Experte, der heute wieder einmal seine unglaubliche Inkompetenz als Klubobmann gezeigt hat. Ich frage mich immer, wo die ÖVP diesen Klubobmann ausgegraben hat, der immer so tut, als ob die ÖVP mit dem Herrn Wrabetz nichts zu tun hätte. (Abg. Neugebauer: Langsam! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Warten Sie einmal, nicht nervös werden! Ich habe eine Frage an Ihren Klubobmann, nicht an Sie.
Ah-Rufe beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Da schau her!
Herr Klubobmann Kopf, wissen Sie nicht, dass bei der Wahl des Herrn Wrabetz zwei ÖVP-Betriebsräte den Herrn Wrabetz gewählt haben? Zwei sogar: Heinz Fiedler und Roland Schmidl! (Ah-Rufe beim BZÖ. – Abg. Mag. Stadler: Da schau her!)
Beifall beim BZÖ.
Erkundigen Sie sich zuerst, informieren Sie sich, und dann stellen Sie sich hier heraus und halten kluge Reden! Ich gebe Ihnen gerne die diesbezügliche APA-Meldung. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Was sonst?
Sie sprechen auch von Vermutungen, die Opposition stelle Vermutungen an. Sie sagen, wir würden vermuten und irgendetwas spekulieren. (Abg. Grillitsch: Was sonst?) Wissen Sie, dass Ihr eigener ÖVP-Bundesparteiobmann und Finanzminister auch immer nur vermutet? Der vermutet auch immer irgendetwas! Er hat zu Beginn dieser Legislaturperiode gesagt, keine neuen Schulden. Das war das Motto der ÖVP. Dann ist er hergegangen und hat gesagt, er vermutet, die Neuverschuldung wird doch höher sein, 2 Prozent ungefähr. Jetzt ist er hergegangen und hat gesagt, er vermutet, die Neuverschuldung wird noch höher sein, 3 oder 4 Prozent.
Heiterkeit beim BZÖ.
Zum Schluss gehe ich noch auf den SPÖ-ÖVP-Entschließungsantrag der Klubobmänner Cap und Kopf ein. Der ist ja besonders „lustig“. Herr Klubobmann Cap, haben Sie den überhaupt selber gelesen? (Der Redner hält ein Exemplar des erwähnten Antrags in die Höhe.) – Ich bin mir nicht ganz sicher. Das, was hier drinnen steht, ist ja wirklich ganz interessant. Sie schreiben: „Die Antragsteller“ – das heißt die SPÖ und die ÖVP – „rufen in diesem Zusammenhang § 4 Abs. 5 und 6 ORF-Gesetz in Erinnerung: ...“ (Heiterkeit beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da geben Sie ja selber zu, dass Sie diese Paragraphen schon vergessen haben, dass Sie sich nicht an diese Paragraphen halten, dass Sie sich nie daran gehalten haben, dass Sie Ihrem eigenen Bundeskanzler diese Paragraphen in Erinnerung rufen müssen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Riepl – auf das Leibchen des Redners zeigend –: Gibt es das Leiberl auch in Orange?
In § 4 Abs. 5 Ziffer 1 steht, dass der ORF „für eine objektive Auswahl und Vermittlung von Informationen“ zu sorgen hat. Ich frage Sie, findet das statt? (Abg. Riepl – auf das Leibchen des Redners zeigend –: Gibt es das Leiberl auch in Orange?) – Das Leiberl ist giftgrün und passt heute genau zu Ihrer Politik, die Sie hier machen, und ist nicht leuchtorange. (Beifall beim BZÖ.) – Diese objektive Berichterstattung findet jetzt schon nicht statt.
Beifall beim BZÖ.
In § 4 Abs. 5 Ziffer 1 steht, dass der ORF „für eine objektive Auswahl und Vermittlung von Informationen“ zu sorgen hat. Ich frage Sie, findet das statt? (Abg. Riepl – auf das Leibchen des Redners zeigend –: Gibt es das Leiberl auch in Orange?) – Das Leiberl ist giftgrün und passt heute genau zu Ihrer Politik, die Sie hier machen, und ist nicht leuchtorange. (Beifall beim BZÖ.) – Diese objektive Berichterstattung findet jetzt schon nicht statt.
Abg. Strache: Das Leiberl ist gelb und nicht giftgrün!
In § 4 Abs. 5 Ziffer 2 steht, dass es darum geht, die „Vielfalt der im öffentlichen Leben vertretenen Meinungen“ angemessen zu berücksichtigen. Ich frage Sie, findet das statt? – Nein, das findet jetzt schon nicht statt und wird mit Ihrer Novelle noch weniger stattfinden. Das ist auch das Problem des ORF: Er war nie unabhängig und wird mit Ihrer Novelle noch weniger unabhängig sein. (Abg. Strache: Das Leiberl ist gelb und nicht giftgrün!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
überhaupt gestrichen werden, denn da steht (Zwischenrufe bei der SPÖ), dass Unabhängigkeit wichtig ist, und: „Unabhängigkeit bedeutet Unabhängigkeit von Staats- und Parteieinfluss ...“. Und genau diese Unabhängigkeit wollen Sie abschaffen.
Beifall beim BZÖ.
Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren, gemeinsam mit den Gebührenzahlern draußen, gemeinsam mit den Medien, mit den Zeitungen, die diese Plattform „Rettet den ORF!“ gebildet haben. Das unterstützen wir. Sie von den Regierungsparteien werden mit dieser ORF-Reform nicht durchkommen, weil wir heftigsten Widerstand leisten werden. Das garantiere ich Ihnen an dieser Stelle. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: ... ein Geschäftsordnungsseminar!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nur zur Erinnerung, weil es diesbezüglich Zwischenrufe gegeben hat: Ich stelle die gewünschte Redezeit ein. Das rote Licht leuchtet weiter. Unterbrochen wird die Rede nach 10 Minuten, so, wie es die Geschäftsordnung vorsieht. (Abg. Mag. Stadler: ... ein Geschäftsordnungsseminar!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das den Regierungsabgeordneten auch?!
Ich möchte auf noch etwas aufmerksam machen. Es hat jetzt mehrere Wortmeldungen gegeben, in denen Namen von Ministern beziehungsweise Abgeordneten und anderen Personen verunglimpft wurden. Wir haben diese Debatte schon öfter in der Vergangenheit geführt und haben uns im Konsens in der Präsidiale darauf geeinigt, das zu unterlassen. Daran möchte ich Sie alle an dieser Stelle auch erinnern. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das den Regierungsabgeordneten auch?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist unbestreitbar, dass der ORF einer schwierigen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderung gegenübersteht. Daher ist es angemessen, darüber zu diskutieren. Weil das so ein ernsthaftes Thema ist, verkneife ich mir ein Schmunzeln angesichts der Krokodilstränen, die hier von einigen Abgeordneten der Opposition in den letzten zwei Stunden vergossen wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Scheibner: Sie regieren ja! Sie sollen was tun!
Ich beziehe mich da unter anderem auch auf Ihre Anträge. Sie, Herr Kollege Petzner, haben sich gerade über den Entschließungsantrag der Regierungsparteien etwas lustig gemacht beziehungsweise haben ihn inhaltlich kritisiert. Ich hoffe, dass Sie jedes Wort auf die Waagschale legen und mit Bedacht wählen, wenn Sie Ihre Dringlichen Anfragen formulieren. (Abg. Scheibner: Sie regieren ja! Sie sollen was tun!) Oder wenn Sie sie „hinnudeln“, wäre das auch sozusagen erhellend.
Ironische Heiterkeit des Abg. Strache.
Nun frage ich mich: Heißt das im Umkehrschluss, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, die politische Einflussnahme der Opposition auf das Unternehmen nicht wirksam auszuschließen, wenn Sie sozusagen die Forderung erheben, dass ausschließlich der Einfluss von Regierungsseite auszuschließen wäre? (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache.) Also ich würde schon darum ersuchen, dass Sie hier die Dinge mit gleichem
Abg. Strache: Sie versuchen krampfhaft lustig zu sein, aber das gelingt Ihnen nicht! – Abg. Brosz: ... Nachfolger von Morak!
Maß messen und eine ernsthafte Debatte führen. Und um diese ernsthafte Debatte ersuche ich Sie. (Abg. Strache: Sie versuchen krampfhaft lustig zu sein, aber das gelingt Ihnen nicht! – Abg. Brosz: ... Nachfolger von Morak!)
Abg. Öllinger: Das ist unglaublich!
Ich habe heute noch keinen wirklich inhaltlichen Debattenbeitrag gehört, der sich mit der Frage beschäftigt hätte, was denn nun in der Tat die Anforderungen an einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beginn des 21. Jahrhunderts sind. (Abg. Öllinger: Das ist unglaublich!) Was ist die Aufgabenstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am Beginn des 21. Jahrhunderts? Diese Diskussion haben wir zu führen! (Abg. Öllinger: Sie haben nicht aufgepasst! – Abg. Brosz: Sie sollten den Schüssel fragen! Der weiß das genau!)
Abg. Öllinger: Sie haben nicht aufgepasst! – Abg. Brosz: Sie sollten den Schüssel fragen! Der weiß das genau!
Ich habe heute noch keinen wirklich inhaltlichen Debattenbeitrag gehört, der sich mit der Frage beschäftigt hätte, was denn nun in der Tat die Anforderungen an einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beginn des 21. Jahrhunderts sind. (Abg. Öllinger: Das ist unglaublich!) Was ist die Aufgabenstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am Beginn des 21. Jahrhunderts? Diese Diskussion haben wir zu führen! (Abg. Öllinger: Sie haben nicht aufgepasst! – Abg. Brosz: Sie sollten den Schüssel fragen! Der weiß das genau!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum Zweiten – und das sollten wir uns auch in Erinnerung rufen –: Es ist damals drei Jahre lang mit großer Ernsthaftigkeit unter Aufbietung in- und ausländischer Experten über die Frage der Positionierung des ORF mit einem öffentlich-rechtlichen Auftrag diskutiert worden. Nun haben wir nicht mehr die Zeit, drei Jahre lang darüber zu diskutieren, aber wir haben diese Diskussion sehr wohl zu führen. Und die heutige Debatte war wieder davon gekennzeichnet, dass wir zuerst über Strukturen und über Personen diskutieren und keineswegs über Strategien. Wir haben die Aufgabe und die Verpflichtung, meine Damen und Herren, auch und gerade hier im Parlament darüber zu diskutieren. Ehrlich gesagt, es ist skurril, zu meinen, ein Gesetz könne am Parlament vorbeigeschmuggelt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Wie kann man die Kammern in den Verfassungsrang erheben? Alles schon erlebt! Die Absurditäten dieser Regierung!
Wie kann man, meine Damen und Herren, ... (Abg. Strache: Wie kann man die Kammern in den Verfassungsrang erheben? Alles schon erlebt! Die Absurditäten dieser Regierung!) – Ja, dann frage ich mich, welche Aufgabe die Opposition hier im Parlament erfüllt, wenn sie sich in einen Gesetzwerdungsprozess offensichtlich nicht hinreichend einbringen kann. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Wie kann man, meine Damen und Herren, ... (Abg. Strache: Wie kann man die Kammern in den Verfassungsrang erheben? Alles schon erlebt! Die Absurditäten dieser Regierung!) – Ja, dann frage ich mich, welche Aufgabe die Opposition hier im Parlament erfüllt, wenn sie sich in einen Gesetzwerdungsprozess offensichtlich nicht hinreichend einbringen kann. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Unglaublich!
Also: Sie sind gefordert, auch dann hier im Parlament die Diskussion zu führen, zunächst vor allem über den öffentlich-rechtlichen Auftrag, dann über die Strukturen und dann über die Finanzen. (Abg. Öllinger: Unglaublich!) Und die Personalentscheidungen werden von jenen getroffen, die dann organschaftlich die Verantwortung haben. (Abg. Grosz: Sie sind auch noch nie im Parlament gesessen!)
Abg. Grosz: Sie sind auch noch nie im Parlament gesessen!
Also: Sie sind gefordert, auch dann hier im Parlament die Diskussion zu führen, zunächst vor allem über den öffentlich-rechtlichen Auftrag, dann über die Strukturen und dann über die Finanzen. (Abg. Öllinger: Unglaublich!) Und die Personalentscheidungen werden von jenen getroffen, die dann organschaftlich die Verantwortung haben. (Abg. Grosz: Sie sind auch noch nie im Parlament gesessen!)
Abg. Strache: Dann beginnen Sie damit!
Darum möchte und muss ich Sie ersuchen, nämlich dass wir eine ORF-Debatte mit dieser Qualität, mit diesem Anspruch, mit dieser Seriosität und mit dieser Ernsthaftigkeit führen, denn damit sind wir dem wichtigsten Medium dieses Landes mit seinen tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet. (Abg. Strache: Dann beginnen Sie damit!) Und diese Verantwortung haben wir hier gemeinsam – ob Regierung oder Opposition! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Parlamentarismus, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Parlamentarismus, Herr Minister!
Darum möchte und muss ich Sie ersuchen, nämlich dass wir eine ORF-Debatte mit dieser Qualität, mit diesem Anspruch, mit dieser Seriosität und mit dieser Ernsthaftigkeit führen, denn damit sind wir dem wichtigsten Medium dieses Landes mit seinen tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet. (Abg. Strache: Dann beginnen Sie damit!) Und diese Verantwortung haben wir hier gemeinsam – ob Regierung oder Opposition! – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Lernen Sie Parlamentarismus, Herr Minister!)
Abg. Petzner: Das macht der Staatssekretär in Interviews!
Aber eines will ich nicht, und zwar dass man den ORF mit Behauptungen schlechtmacht, die nicht stimmen (Abg. Petzner: Das macht der Staatssekretär in Interviews!), denn 64 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass der ORF sehr gut bis gut arbeitet.
Beifall bei der SPÖ.
Wir Politiker sind jedoch gefordert, hier die Rahmenbedingungen abzustecken. Und wenn man weiß, dass zu wenig Geld im System ist, dann müssen wir dafür Sorge tragen, dass genug Geld ins System kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ganz kurz noch zum Kollegen Petzner, der hier wirklich eine Talentprobe als Schauspieler aus dem Theaterstück „Das Nullerl“ in Steirisch Laßnitz abgegeben hat. Du hast ja dazu passend auf deinem Leiberl heute auch ein Nullerl stehen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ
Lieber Stefan Petzner, ich sage dir ehrlich, ich hätte mir mehr Ernsthaftigkeit in dieser Diskussion erwartet, und ich bin froh, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, dass wir einen Finanzminister haben, der sich jetzt nicht nur an Budgetzahlen festkrallt, sondern für den es ein Anliegen und ein Gebot der Stunde ist, die Menschen in Beschäftigung zu halten (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), dass die Menschen Arbeit haben, dass die Menschen Einkommen verdienen können. Das ist verantwortungsvolle Politik! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Lieber Stefan Petzner, ich sage dir ehrlich, ich hätte mir mehr Ernsthaftigkeit in dieser Diskussion erwartet, und ich bin froh, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, dass wir einen Finanzminister haben, der sich jetzt nicht nur an Budgetzahlen festkrallt, sondern für den es ein Anliegen und ein Gebot der Stunde ist, die Menschen in Beschäftigung zu halten (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ), dass die Menschen Arbeit haben, dass die Menschen Einkommen verdienen können. Das ist verantwortungsvolle Politik! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Sie als Konrad-Stimme wollen den ORF an den Raiffeisen-Konzern verkaufen! Sie sind die Konrad-Stimme! Sie wollen, dass der Herr Konrad den ORF1-Kanal kaufen kann!
Ich glaube, es ist jetzt wichtig, in einer zweiten Etappe eine Gesamtstrategie für den ORF zu entwerfen, und da haben wir doch alle ein Ziel: Wir wollen einen unabhängigen rot-weiß-roten Rundfunk in Österreich haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Sie als Konrad-Stimme wollen den ORF an den Raiffeisen-Konzern verkaufen! Sie sind die Konrad-Stimme! Sie wollen, dass der Herr Konrad den ORF1-Kanal kaufen kann!)
Abg. Strache: Aber Sie sehen das nicht so!
Herr Strache, Ihre Kaffeesudleserei wird zerplatzen wie eine Seifenblase. Ich wundere mich immer, woher Sie diese Informationen haben. Der ORF ist ein wichtiger Partner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport. Sagen wir das auch ehrlich! Wir brauchen diese österreichische Identität, wir brauchen diese rot-weiß-rote Identität in der Anstalt des ORF. (Abg. Strache: Aber Sie sehen das nicht so!) Das sehe ich ganz genauso, Herr Strache. Hier können Sie uns nichts anhaben, weil wir das ehrlich meinen und hier verantwortungsbewusst vorgehen.
Abg. Strache: Die Verscherbelung des ORF1-Kanals an den Raiffeisen-Konrad – ist das Ihre Strategie?
Der ORF befindet sich jetzt in einem Prüfungszeitraum, und es gibt auch den diesbezüglichen Rechnungshofbericht. Das ist aber auch Auftrag, jetzt eine entsprechende Gesamtstrategie für diesen Rundfunk zu erarbeiten. Das ist unsere Aufgabe hier, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Strache: Die Verscherbelung des ORF1-Kanals an den Raiffeisen-Konrad – ist das Ihre Strategie?) Verweigern Sie sich nicht,
Beifall bei der ÖVP.
machen Sie mit, bringen Sie Ihre Ideen ein! Das ist ein Ideenwettbewerb hier in diesem Haus – nützen Sie doch endlich einmal diese Möglichkeit, und üben Sie sich nicht immer nur in billiger Oppositionspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei FPÖ, BZÖ und Grünen – Rufe bei den Grünen: Wir von der ÖVP!
Wer sonst, wenn nicht wir, soll die Rahmenbedingungen machen (Widerspruch bei FPÖ, BZÖ und Grünen – Rufe bei den Grünen: Wir von der ÖVP!) hier in diesem Hohen Haus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! Wer sonst, wenn nicht wir hier in diesem Haus?! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Haben Sie keine Angst, wir werden mit den Versäumnissen, die es gibt, aufräumen, damit wir hier eine ordentliche Finanzplanung durchführen können (Abg. Strache: So wie bei der AUA, so erfolgreich!) – und das erhalten können, was wir uns alle wünschen, nämlich einen unabhängigen rot-weiß-roten ORF in Österreich, mit Qualität, mit Transparenz, Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, das ist wichtig, und das wünschen sich die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wer sonst, wenn nicht wir, soll die Rahmenbedingungen machen (Widerspruch bei FPÖ, BZÖ und Grünen – Rufe bei den Grünen: Wir von der ÖVP!) hier in diesem Hohen Haus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! Wer sonst, wenn nicht wir hier in diesem Haus?! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Haben Sie keine Angst, wir werden mit den Versäumnissen, die es gibt, aufräumen, damit wir hier eine ordentliche Finanzplanung durchführen können (Abg. Strache: So wie bei der AUA, so erfolgreich!) – und das erhalten können, was wir uns alle wünschen, nämlich einen unabhängigen rot-weiß-roten ORF in Österreich, mit Qualität, mit Transparenz, Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, das ist wichtig, und das wünschen sich die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: So wie bei der AUA, so erfolgreich!
Wer sonst, wenn nicht wir, soll die Rahmenbedingungen machen (Widerspruch bei FPÖ, BZÖ und Grünen – Rufe bei den Grünen: Wir von der ÖVP!) hier in diesem Hohen Haus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! Wer sonst, wenn nicht wir hier in diesem Haus?! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Haben Sie keine Angst, wir werden mit den Versäumnissen, die es gibt, aufräumen, damit wir hier eine ordentliche Finanzplanung durchführen können (Abg. Strache: So wie bei der AUA, so erfolgreich!) – und das erhalten können, was wir uns alle wünschen, nämlich einen unabhängigen rot-weiß-roten ORF in Österreich, mit Qualität, mit Transparenz, Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, das ist wichtig, und das wünschen sich die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wer sonst, wenn nicht wir, soll die Rahmenbedingungen machen (Widerspruch bei FPÖ, BZÖ und Grünen – Rufe bei den Grünen: Wir von der ÖVP!) hier in diesem Hohen Haus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! Wer sonst, wenn nicht wir hier in diesem Haus?! (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Haben Sie keine Angst, wir werden mit den Versäumnissen, die es gibt, aufräumen, damit wir hier eine ordentliche Finanzplanung durchführen können (Abg. Strache: So wie bei der AUA, so erfolgreich!) – und das erhalten können, was wir uns alle wünschen, nämlich einen unabhängigen rot-weiß-roten ORF in Österreich, mit Qualität, mit Transparenz, Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, das ist wichtig, und das wünschen sich die Menschen in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, der Herr Bundeskanzler und SPÖ-Chef Faymann verwechselt da einiges. Er verwechselt die Republik Österreich und den ORF mit der MA 53 der Stadt Wien, mit dem PID, wo entweder der Herr Bürgermeister Häupl oder er angerufen hat, nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“. (Beifall bei der FPÖ.) Das macht dann entweder der PID oder der neue Vertraute des Herrn Bundeskanzlers, der Karl Amon, der schon als Chef des Studio Wien gezeigt hat, wie er in Wien Medienpolitik macht. Ich denke, er wird in Zukunft nur mehr zwei Telefonnummern haben: die eine ist vom „Onkel Hans“, die andere vom „Onkel Karl“, vom Karl Amon nämlich, der Faymanns Favorit für den künftigen ORF-Generaldirektor ist. (Abg. Strache: Und der Fellner! Das ist der Cousin!)
Abg. Strache: Und der Fellner! Das ist der Cousin!
Ich glaube, der Herr Bundeskanzler und SPÖ-Chef Faymann verwechselt da einiges. Er verwechselt die Republik Österreich und den ORF mit der MA 53 der Stadt Wien, mit dem PID, wo entweder der Herr Bürgermeister Häupl oder er angerufen hat, nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“. (Beifall bei der FPÖ.) Das macht dann entweder der PID oder der neue Vertraute des Herrn Bundeskanzlers, der Karl Amon, der schon als Chef des Studio Wien gezeigt hat, wie er in Wien Medienpolitik macht. Ich denke, er wird in Zukunft nur mehr zwei Telefonnummern haben: die eine ist vom „Onkel Hans“, die andere vom „Onkel Karl“, vom Karl Amon nämlich, der Faymanns Favorit für den künftigen ORF-Generaldirektor ist. (Abg. Strache: Und der Fellner! Das ist der Cousin!)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich die Misere des ORF ein bisschen anhand des Programm-Schemas qualifizieren. Da gibt es auf der einen Seite das Duo Faymann/Ostermayer, so ein bisschen wie die „Dancing Stars“, die jeden Schritt, den sie setzen, verfehlt setzen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist Faymanns Politik, und da verwechselt er offensichtlich einiges. Die Republik Österreich und die Komplexität der Entscheidungen sind nicht die diktatorische Verfassung der Bundeshauptstadt Wien, wo entweder der Bürgermeister Häupl oder er anruft und alles geschieht, was sie sich wünschen. Hier gibt es noch demokratische Spielregeln, die Sie völlig außer Acht lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine weitere Gruppe ist die „Millionenshow“, das ist das Direktorium des ORF. Ich hätte mir gewünscht, dass ein führender Sozialdemokrat – Faymann, Cap, Ostermayer, wie immer sie heißen – seine Stimme erhebt, wenn abkassiert wird ohne Ende, wenn der Generaldirektor des ORF mehr verdient als der Bundeskanzler und wenn der Bundeskanzler mehr verdient als der von ihm so beschworene Obama. Das ist unanständig! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und das Unanständigste überhaupt ist, dass zwei Direktoren des ORF, die nur ihre Funktion und das Zimmer wechseln, dafür eine halbe Million als Abfertigung kassieren. Eine halbe Million als Abfertigung für den Informationsdirektor und den Programmdirektor, die beide mehr als schlechte Spuren in ihren Wirkungen hinterlassen haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen eines: Wenn es gelingt, Blau, Grün und Orange unter einen Nenner zu bringen, dann ist wirklich Feuer am Dach. Und Sie sollten sich überlegen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so umzufärben, diesen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, zu dem wir uns bekennen, der eine Chance haben muss, der auch als identitätsstiftendes Merkmal Österreichs eine gedeihliche Zukunft haben muss und nicht im parteipolitischen Würgegriff durch Rot und ein bisschen Schwarz eine mehr als schlechte Zukunft nehmen darf. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen abschließend: Diese Ihre Politik, das, was Sie sich parteipolitisch in Sachen ORF ausgemauschelt haben, wird das Ziel sein, das wir bekämpfen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das war der Kanzler Schüssel damals, gell?
Für die Leute zu Hause zur Erinnerung: Da gab es den Herrn Jelinek, der diese „Sommergespräche“ moderiert hat, und damit der Bundeskanzler richtig ins Bild kommt, ist der Sessel, der bei diesen „Sommergesprächen“ Verwendung fand, mit dem Auto vom Küniglberg zum Herrn Bundeskanzler geführt worden – wohlgemerkt vom Herrn Jelinek persönlich –, und es wurde eine Sitzprobe gemacht und geschaut, ob der Bundeskanzler eh richtig ins Bild kommt. Und ich glaube, dass wir uns mit Recht darüber aufgeregt haben, dass das mit unabhängiger Berichterstattung nichts zu tun hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das war der Kanzler Schüssel damals, gell?) – Schüssel war das, ja, ja.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Suderei“!
Und wenn man eines konstatieren, eines feststellen kann nach dieser Änderung im Jahr 2006, dann war es das, dass eine willfährige Berichterstattung in Richtung einer Partei in dieser Form, glaube ich, nicht mehr stattgefunden hat. Man kann ja viel sagen, aber dass Gusenbauer, der damals ja auch als Mitarchitekt dafür kritisiert beziehungsweise genannt worden ist, in den letzten zwei Jahren eine besondere Schonung durch den ORF erfahren hätte, das kann, glaube ich, nicht einmal jemand von der Opposition behaupten. Man erinnere sich nur an den „Report“ mit dem Sager – wie war das?; aber lassen wir das! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Suderei“!) –, mit dem „Gesudere“. All das hat der ORF aufgedeckt, das muss man schon dazusagen.
Beifall bei den Grünen.
Man muss sich einmal vorstellen, ob das unter Schüssel möglich gewesen wäre, dass irgendjemand vom ORF einen solchen Sager ins Programm nimmt, wenn ihn Schüssel damals getätigt hätte. Das wäre damals unmöglich gewesen, dass so etwas auch nur ansatzweise den Weg in den ORF gefunden hätte. Und das war die Qualität, die sich verändert hat – bei aller Kritik, die es jetzt an dem ORF noch immer gibt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Millionen an die Zeitung „ÖSTERREICH“, damit die nicht in Konkurs gehen müssen!
Herr Bundeskanzler Faymann, ich finde Ihre Form von Medienpolitik ziemlich bedenklich. Schauen wir uns an: Was haben Sie in den letzten Jahren gemacht? Sie sind jener Minister gewesen – und das war erstmalig seit vielen Jahren so –, der bei den Werbeausgaben seines Ministeriums sogar den Bundeskanzler übertroffen hat. (Abg. Strache: Millionen an die Zeitung „ÖSTERREICH“, damit die nicht in Konkurs gehen müssen!) Ministerien haben eine unsägliche Praxis, Berichterstattung zu beeinflussen. Das
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wer war der, der das meiste Geld in die Hand genommen hat, um die Berichterstattung über sein Ministerium einzufärben, um eine positive Berichterstattung zu gewährleisten? – Es war der Verkehrsminister Faymann, der im Jahr 2008 allein mehr als 6 Millionen € aus Steuermitteln für Medienkooperationen aufgewendet hat. Und das genau mit den Medien – man kann sich das anschauen –, in denen die Berichterstattung dann besonders Faymann-freundlich war. Das ist eine Form von politischer Berichterstattung und von „Unabhängigkeit“, die uns zutiefst zuwider ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist genau die Form, wie Sie, Herr Bundeskanzler, Medienpolitik betreiben: Geld gibt es dann, Förderung gibt es dann, wenn eine entsprechende Berichterstattung erfolgt. Und Sie sagen das beim ORF ident und ganz klar auch jetzt: Zunächst werden meine Reformen umgesetzt, und dann können wir über die finanziellen Grundlagen reden. Und das ist genau etwas, was einem Bundeskanzler aus unserer Sicht absolut nicht zusteht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Hallo-Rufe bei der ÖVP
Man zahlt im Monat 22, 23 € – das ist unterschiedlich –, und jeder hat das Gefühl, die gehen an den ORF. – Mitnichten geht der ganze Betrag an den ORF! Von den ORF-Gebühren gehen lediglich 15,10 € wirklich an den ORF. Niederösterreich ist ein wunderbares Beispiel, da zahlt man im Monat 22,70 €, also 8,20 € zusätzlich, und die werden schön aufgeteilt, nämlich an die Familie Pröll (Hallo-Rufe bei der ÖVP): Der Finanzminister Pröll ist der eine, der das Geld bekommt, und der andere ist der Landeshauptmann Pröll, und die können das Geld dann sehr gut vermarkten. (Abg. Strache: Und der Konrad ist im Hintergrund!)
Abg. Strache: Und der Konrad ist im Hintergrund!
Man zahlt im Monat 22, 23 € – das ist unterschiedlich –, und jeder hat das Gefühl, die gehen an den ORF. – Mitnichten geht der ganze Betrag an den ORF! Von den ORF-Gebühren gehen lediglich 15,10 € wirklich an den ORF. Niederösterreich ist ein wunderbares Beispiel, da zahlt man im Monat 22,70 €, also 8,20 € zusätzlich, und die werden schön aufgeteilt, nämlich an die Familie Pröll (Hallo-Rufe bei der ÖVP): Der Finanzminister Pröll ist der eine, der das Geld bekommt, und der andere ist der Landeshauptmann Pröll, und die können das Geld dann sehr gut vermarkten. (Abg. Strache: Und der Konrad ist im Hintergrund!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das war ja besonders lustig, dass Sie hier sitzen, Herr Kollege Hahn, sozusagen als Alibi-Schwarzer, der sich heute auf die Regierungsbank setzen darf. Eigentlich müsste da der Finanzminister Pröll sitzen, jener, der nämlich genauso den ORF attackiert wegen seiner schwierigen finanziellen Lage und jährlich 125 Millionen € aus den ORF-Gebühren nimmt und im Budget vermarktet und damit alles Mögliche macht, nur nicht die Medienvielfalt fördert. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das, was Sie machen, den ORF finanziell zu erpressen, Berichterstattung über Finanzen zu beeinflussen und herzugehen und letztlich die Unabhängigkeit des ORF in Frage zu stellen, das ist eines Bundeskanzlers in Österreich unwürdig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren: Ja, es ist ein Thema! Dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk, dieser ORF ist auch in diesen schwierigen Zeiten ein Thema, weil er eigentlich das einzige Medium sein sollte, das objektive Medium, das im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes diese Situation kritisch beleuchten sollte. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der ORF hat den Auftrag – nicht zuletzt durch das Gesetz –, sich nicht in monarchistischer Hofberichterstattung vor den Faymanns, den Prölls und den Ostermayers zu üben, sondern jenen Menschen in diesem Land endlich wieder eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben, die keinen Arbeitsplatz haben und die in ihrer Armut und in ihren Sorgen von der Politik – und zwar von Rot und Schwarz – völlig alleingelassen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher kämpfen wir auch für einen objektiven ORF und gegen die parteipolitische Einflussnahme, die tagtäglich von Seiten der Ostermayers und Faymanns und wie sie alle heißen mögen stattfindet. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Entspricht das den Problemen der Österreicherinnen und Österreicher, wenn wir zulassen, dass ein sinnbegabter Bundeskanzler über seine eigene Bildersammlung sinniert? Sollte ein Bundeskanzler nicht eher danach trachten, dass wir in Österreich wieder Arbeitsplätze haben und dass es der Wirtschaft wieder besser geht, sehr geehrte Damen und Herren?! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher sage ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren: Der ORF ist nicht das Eigentum Ihrer Handlanger, Ihrer Pressesprecher! (Beifall beim BZÖ.) Der ORF muss in Zukunft wieder entfilzt, ich sage Ihnen: entseucht von Ihren rot-schwarzen Politoffizieren werden, die dieses Unternehmen den Bach hinuntergetrieben haben. Sie müssen wissen, Sie machen das ja nicht auf dem Rücken Ihrer eigenen Parteizentralen, sondern auf dem Rücken der Gebührenzahler. Sie vergessen es! Die Leute, die heute hier zuschauen, können sich den ORF, den ihnen Wrabetz & Co. servieren, jeden Tag anschauen.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wer’s glaubt!
Wir kämpfen für einen ORF, das versprechen wir Ihnen, sehr geehrte Seherinnen und Seher, der in Zukunft wieder dem Auftrag der Gebührenzahler nachkommt. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wer’s glaubt!)
Abg. Grosz: Das glaubst du ja selber nicht!
Sehr geehrter Herr Kollege Grosz, ich habe Sportminister Darabos am Sonntag gesehen, als er sehr fundiert Antworten zu Fragen des Dopings gegeben hat. (Abg. Grosz: Das glaubst du ja selber nicht!) – Man sieht, das BZÖ orientiert sich in seiner Medienpolitik an historischen Konserven. Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Kollege Grosz, ich habe Sportminister Darabos am Sonntag gesehen, als er sehr fundiert Antworten zu Fragen des Dopings gegeben hat. (Abg. Grosz: Das glaubst du ja selber nicht!) – Man sieht, das BZÖ orientiert sich in seiner Medienpolitik an historischen Konserven. Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Petzner: Dass objektive Berichterstattung stattfindet!
Die gesamte Diskussion, die wir hier heute schon durchgeführt haben beziehungsweise durchführen, ist meiner Meinung nach seitens der Oppositionsparteien getragen gewesen davon, dass sie benachteiligt seien im ORF und zu wenig Einfluss hätten, dass sie wahrscheinlich mehr „Sport am Montag“-Sendungen haben wollen und noch einiges mehr in diese Richtung. (Abg. Petzner: Dass objektive Berichterstattung stattfindet!)
Abg. Petzner: Ohne Oppositionsvertreter! Nur mit Regierungsvertretern!
Der Stiftungsrat wird kleiner werden. Bundeskanzler Faymann hat hier heute – das können Sie alle im Protokoll nachlesen – gesagt, es soll einen kleineren Aufsichtsrat geben und nicht „gar keinen Aufsichtsrat“, sehr geehrter Herr Kollege Vilimsky! Es soll auch weniger beziehungsweise gar keine Parteienvertreter geben. (Abg. Petzner: Ohne Oppositionsvertreter! Nur mit Regierungsvertretern!) Das sind also die Strukturen, mit denen es weitergehen wird in der Entwicklung des ORF.
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ treten ein für einen starken Marktführer, für einen unabhängigen Marktführer, der sich am öffentlichen Interesse und an der Pluralität ausrichtet und orientiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Das glaube ich! Da war die ÖVP-Herrschaft noch ungebrochen!
Es ist heute schon der seinerzeitige Generalintendant des ORF, Gerd Bacher, zitiert worden. Bacher ist in einer Zeit aktiv gewesen, als der ORF ein Vorzeigeunternehmen war. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das glaube ich! Da war die ÖVP-Herrschaft noch ungebrochen!) Er selbst hat sogar von einer Zentralanstalt der österreichischen Identität gesprochen. Und das ist schon richtig! Damals hatte der ORF ein Korrespondentennetz, um das uns viele beneidet haben, es gab Programminnovationen, kreative Sendungskonzepte, und vor allem gab es eine Vielzahl österreichischer Produktionen, die es heute in dieser Form leider nicht mehr gibt. Das hat diese Phase geprägt, und dadurch konnten wir auch einen hohen Kulturstatus genießen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Man kann ja vieles glauben, aber das glaube ich nicht!
Wir von der ÖVP stehen jedenfalls für die Zukunftssicherung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; die ÖVP ist definitiv ein Garant für Stabilität und Wirtschaftlichkeit. Unser Interesse, meine sehr geehrten Damen und Herren, gilt dem Programm und dem Kulturauftrag. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Man kann ja vieles glauben, aber das glaube ich nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie sagen, es seien zu viele Mitglieder des Aufsichtsrates, des Stiftungsrates, sie seien nicht geeignet – na ja, es ist Ihnen ja unbenommen, die von Ihnen entsendeten, Ihnen nicht geeignet erscheinenden Personen abzuziehen. Da haben wir überhaupt nichts dagegen. Sie können auch durchaus von 35 zehn der Ihren wegnehmen, oder auch 20. Das kann es ja nicht sein, daran kann es nicht liegen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Umschwung vom 17. August 2006 war zutiefst wertvoll. Ich bekenne mich apodiktisch zur Regenbogenkoalition, auch wenn die ÖVP über diesen Sachverhalt ewig beleidigt sein wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Und was ist das Resultat?
Man hat ihr den Rundfunk weggenommen! Lindner/Mück wurde abgeschafft! (Abg. Kopf: Und was ist das Resultat?) Das Resultat bestand in einer Verbesserung, aber nicht in einer Vervollkommnung.
Abg. Kopf: Interessant!
Sie wollen die Zurücknahme (Abg. Kopf: Interessant!), zurück in die Anfangsstube, in der die ORF-Gesellschaft unter der Herrschaft, der möglichen Herrschaft einer ÖVP-Struktur steht! Das steht im Herzen Ihres Vorhabens, und deshalb lassen Sie sich auf diesen Deal ein. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Die Unabhängigkeit des ORF ist etwas, was täglich am Prokrustesbett steht.
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Sie wollen die Zurücknahme (Abg. Kopf: Interessant!), zurück in die Anfangsstube, in der die ORF-Gesellschaft unter der Herrschaft, der möglichen Herrschaft einer ÖVP-Struktur steht! Das steht im Herzen Ihres Vorhabens, und deshalb lassen Sie sich auf diesen Deal ein. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Die Unabhängigkeit des ORF ist etwas, was täglich am Prokrustesbett steht.
Beifall bei der FPÖ.
Ein letzter Satz: Ich fordere, dass das ORF-Orchester nicht aufgelöst wird! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Regierung! Die Reihen der ÖVP haben sich ordentlich gelichtet, offensichtlich ist das Thema ORF doch nicht ganz so interessant. Es ist auch kein Regierungsmitglied der ÖVP hier, kein Finanzminister. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ja, ich weiß, der Wissenschaftsminister ist zu spät gekommen, hat uns kurz die Welt erklärt, und dann ist er wieder gegangen. (Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Regierung! Die Reihen der ÖVP haben sich ordentlich gelichtet, offensichtlich ist das Thema ORF doch nicht ganz so interessant. Es ist auch kein Regierungsmitglied der ÖVP hier, kein Finanzminister. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ja, ich weiß, der Wissenschaftsminister ist zu spät gekommen, hat uns kurz die Welt erklärt, und dann ist er wieder gegangen. (Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Ah-Rufe bei der ÖVP.
tackieren muss. Das ist natürlich sehr unangenehm; das heißt ja eigentlich, dass das Gesetz damals nicht in Ordnung war. Meine Damen und Herren, ich war damals gleich danach Stiftungsrat, und ich kann Ihnen erzählen, dass sämtliche ... (Ah-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Weinzinger: Alle gleich viel!
Es ist dies in Wirklichkeit – dessen müssen wir uns bewusst sein – eine Sondersteuer, werte Kolleginnen und Kollegen von der Sozialdemokratie, nämlich eine, die der Progression nicht unterliegt. Das heißt, die Reicheren und die Ärmeren zahlen gleich viel. (Abg. Weinzinger: Alle gleich viel!) Wenn der gesamte staatliche Haushalt so zusammengesetzt wäre, hätten wir erstens kein Geld und zweitens Unruhen. Daher ist das etwas sehr Eigenartiges, das natürlich abgeschafft gehört.
Beifall bei den Grünen.
Aufgabe einer Regierung wäre es eigentlich, das zu verhindern und diese wirtschaftliche Abhängigkeit zu reduzieren. Das macht die Regierung aber nicht! (Beifall bei den Grünen.) Sie macht es deswegen nicht, weil sie so die Geschäftsführung jederzeit am Gängelband hat. Das erleben wir gerade jetzt! Man kann sozusagen jederzeit mit dem wirtschaftlichen Argument kommen und Ablösen fordern. Die Regierung könnte das ändern.
Abg. Strache: Oder die Landesstudios von neun auf vier reduzieren! Ost, West, Süd und Nord!
Mit Büros wäre das also ganz genauso getan, aber natürlich müssen diese Landeshauptleute bedient werden. Das ist ein feudales System, das da anhält. Ich frage mich, ob wirklich alle Österreicher und Österreicherinnen um 19 Uhr ihren Walter Ulbricht als ihren jeweiligen Landeshauptmann sehen wollen. Da ist Handlungsbedarf gegeben! Ich glaube, da könnten eigentlich entweder die Gebühren wieder um bis zu 20 Prozent reduziert oder ein besseres Programm geleistet werden. (Abg. Strache: Oder die Landesstudios von neun auf vier reduzieren! Ost, West, Süd und Nord!)
Abg. Strache: Ein wahres Wort! Das gilt für heute!
Sie wollen den ORF gleichschalten. Der ORF soll ein regierungsabhängiges Organ sein, das endlich einmal die Hörer und Seher so beeinflussen kann, dass“ sie „trotz schlechter Politik andere Wahlergebnisse“ liefern! (Abg. Strache: Ein wahres Wort! Das gilt für heute!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist genau das, was heute gelten kann für das, was Sie vorhaben! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Ich hoffe, wir langweilen Sie hier nicht. Wir haben den Eindruck, wenn Sie da hinten so sitzen – das erinnert mich an „Pat & Patachon“, Sie kennen dieses Duo. Ich weiß schon, es ist Ihnen unangenehm ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ja, wenigstens wird jetzt die SPÖ-Fraktion wieder munter. Guten Morgen, meine Damen und Herren! Es ist heute Sondersitzung, es geht um den Österreichischen Rundfunk, ganz besonders wichtig! (Beifall beim BZÖ.) Ich weiß, auch Kollege Cap hat es schon gesagt: Ihnen ist die Debatte heute unangenehm. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Er hat hier – allerdings wahrscheinlich aus einem anderen Grund – gesagt: Die Redakteure leiden unter dieser ORF-Debatte.
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ja, wenigstens wird jetzt die SPÖ-Fraktion wieder munter. Guten Morgen, meine Damen und Herren! Es ist heute Sondersitzung, es geht um den Österreichischen Rundfunk, ganz besonders wichtig! (Beifall beim BZÖ.) Ich weiß, auch Kollege Cap hat es schon gesagt: Ihnen ist die Debatte heute unangenehm. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Er hat hier – allerdings wahrscheinlich aus einem anderen Grund – gesagt: Die Redakteure leiden unter dieser ORF-Debatte.
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Cap, ich glaube nicht, dass die Redakteure unter dieser Debatte leiden, sondern sie leiden unter diesem Politdruck, den Sie hier permanent ausüben und den Sie jetzt auch in das Gesetz hineinschreiben. Das wollen wir verhindern! Deshalb haben wir diese Sondersitzung verlangt, und deshalb haben wir vom BZÖ auch diesen Dringlichen Antrag eingebracht. Wir wollen genau die unabhängigen Redakteure schützen vor dem Druck, den Sie ausüben, vor der Hofberichterstattung, die hier eingesetzt werden soll. Das ist der Grund für diese Sondersitzung, und dieser Debatte wird sich sowohl die Regierung stellen müssen als auch Sie, meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: ... auch nicht da!
Ich weiß schon, an der ÖVP geht das Ganze ein bisschen vorbei. (Ruf bei der SPÖ: ... auch nicht da!) Wir haben auch versucht, ein bisschen darüber zu diskutieren, haben aber nicht wirklich einen Ansprechpartner gefunden, weil wir den Eindruck gehabt haben, es interessiert niemanden. Ich verstehe, anscheinend haben Sie sich das aufgeteilt: Die Zeitungen – über Raiffeisen und andere Eigentümerstrukturen – berichten über Ihre (in Richtung ÖVP) Sachen positiv, und der ORF soll eben über die SPÖ positiv berichten.
Abg. Großruck: Al Jazeera berichtet positiv ...!
Das ist aber, glaube ich, nicht der Punkt, wie wir uns die Medienlandschaft in Österreich vorstellen. (Abg. Großruck: Al Jazeera berichtet positiv ...!) Da sind Sie sich ja einig: Bis jetzt wird nichts gemacht gegen die Krise, es wird nichts gemacht, um die Arbeitslosigkeit entsprechend zu beheben. Aber beim Postenschacher, beim Proporz und bei der Aufteilung des medialen Österreichs ist man sich einig: auf der einen Seite die Zeitungen, auf der anderen Seite der ORF. – Nicht mit uns, meine Damen und Herren, sicherlich nicht mit uns! In einer Demokratie braucht es auch eine unabhängige, objektive Medienlandschaft, und dafür werden wir einstehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist aber, glaube ich, nicht der Punkt, wie wir uns die Medienlandschaft in Österreich vorstellen. (Abg. Großruck: Al Jazeera berichtet positiv ...!) Da sind Sie sich ja einig: Bis jetzt wird nichts gemacht gegen die Krise, es wird nichts gemacht, um die Arbeitslosigkeit entsprechend zu beheben. Aber beim Postenschacher, beim Proporz und bei der Aufteilung des medialen Österreichs ist man sich einig: auf der einen Seite die Zeitungen, auf der anderen Seite der ORF. – Nicht mit uns, meine Damen und Herren, sicherlich nicht mit uns! In einer Demokratie braucht es auch eine unabhängige, objektive Medienlandschaft, und dafür werden wir einstehen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn es darum geht, die finanzielle Situation des ORF zu beleuchten, dann sagen wir eines, Herr Kollege Wittmann: Nicht so, wie Sie das hier eingebracht haben! Denn das war auch interessant, und man muss genau zuhören, wenn hier die SPÖ spricht. Er hat gesagt: Wenn man weiß, dass zu wenig ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Offensichtlich hören Sie selbst nicht zu, weil Sie da in den eigenen Reihen immer schlafen. (Abg. Mag. Gaßner: Was?) Aber dann werde ich es Ihnen noch einmal sagen. Kollege Wittmann hat gesagt: Wenn man weiß, dass zu wenig Geld im System ist, dann muss man schauen, dass mehr Geld in das System hineinkommt. – Man höre und staune! Was heißt das in der Praxis? – Gebührenerhöhung!
Abg. Mag. Gaßner: Was?
Wenn es darum geht, die finanzielle Situation des ORF zu beleuchten, dann sagen wir eines, Herr Kollege Wittmann: Nicht so, wie Sie das hier eingebracht haben! Denn das war auch interessant, und man muss genau zuhören, wenn hier die SPÖ spricht. Er hat gesagt: Wenn man weiß, dass zu wenig ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Offensichtlich hören Sie selbst nicht zu, weil Sie da in den eigenen Reihen immer schlafen. (Abg. Mag. Gaßner: Was?) Aber dann werde ich es Ihnen noch einmal sagen. Kollege Wittmann hat gesagt: Wenn man weiß, dass zu wenig Geld im System ist, dann muss man schauen, dass mehr Geld in das System hineinkommt. – Man höre und staune! Was heißt das in der Praxis? – Gebührenerhöhung!
Abg. Strache: ... Landesstudios streichen!
Wenn die Landeshauptleute mehr Steuergeld haben wollen, dann soll man ihnen das über den Finanzausgleich geben – und wenn man für die Kultur etwas investieren will, dann soll man das über die Kulturförderung machen, aber nicht über den Umweg der ORF-Gebührenzahler! (Abg. Strache: ... Landesstudios streichen!)
Beifall beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Gebühren ja – wir wollen ja keine Unterbrechung durch Werbespots haben –, aber dann ausschließlich für den Österreichischen Rundfunk und zur Hebung der Qualität in diesem Bereich. (Beifall beim BZÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Im Zweifelsfall glauben wir Hugo Portisch. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... „Tick, Trick und Track“ auch sagen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
rausstellt und Herrn Bundeskanzler Faymann und Herrn Staatssekretär Ostermayer mit „Pat & Patachon“ vergleicht, so ist das wirklich respektlos und ungebührlich, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... „Tick, Trick und Track“ auch sagen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Petzner: Seien Sie vorsichtig, Herr Kollege ...!
Wenn ein jugendlicher Redner des BZÖ sich hier heraus stellt und der Bevölkerung via Fernsehen Versprechen macht, ist das eine gefährliche Drohung – weiß man doch, wie das BZÖ mit der Wahrheit umzugehen pflegt. Ich darf nur an Folgendes erinnern: Der BZÖ-Parteigründer hat einmal behauptet und auch der Bevölkerung versprochen, kein Mitglied seiner Partei werde mehr als 60 000 Schilling von der Bevölkerung als Salär nehmen. – Wir wissen, dass das nicht gestimmt hat. Wir wissen, dass genau jener Parteiobmann, der Ihre Partei gegründet hat, dann wegen Spesen aus der Parteikasse, und zwar in Millionenhöhe, Schwierigkeiten bekam. Der Kollege ist dafür ja der beste Zeuge. (Abg. Petzner: Seien Sie vorsichtig, Herr Kollege ...!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Weinzinger. – Abg. Petzner: Dass Sie hier Behauptungen aufstellen ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Petzner, erzählen Sie uns keine Märchen! Sie haben hier Versprechungen abgegeben, die Sie jedoch nicht halten können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Weinzinger. – Abg. Petzner: Dass Sie hier Behauptungen aufstellen ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Letztklassig, Herr Prähauser!
Meine Damen und Herren! Wir in der Politik haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der ORF aus der täglichen Diskussion herausgenommen wird, in einer Situation, in die Sie ihn mit Ihrer Politik gebracht haben, meine Damen und Herren vom BZÖ. (Abg. Grosz: Letztklassig, Herr Prähauser!)
Abg. Grosz: Sie sind die fleischgewordene unterste Schublade!
Was also dürfen wir keinesfalls? – Wir dürfen den ORF keinesfalls krankreden, wir dürfen ihn keinesfalls zerschlagen und eine Privatisierung nicht zulassen. Wir bekennen uns zum dualen System: Wir wollen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wollen aber auch, dass privaten Sendeanstalten die Arbeit ermöglicht wird. (Abg. Grosz: Sie sind die fleischgewordene unterste Schublade!)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Da sich einige Kollegen hier so aufregen, kann ich nur sagen: Natürlich tut Ihnen die Wahrheit weh! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Aber es war nun einmal so, Herr Kollege Westenthaler, dass Sie in Bezug auf den ORF geradezu ein Berufsintervenierer waren; wir haben das ja mehrmals gesehen. (Abg. Grosz: Sie sind ein Nullum ...!) Tun daher Sie, Herr Westenthaler, jetzt nicht so, als würden Sie davon nichts mehr wissen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Sie sind ein Nullum ...!
Da sich einige Kollegen hier so aufregen, kann ich nur sagen: Natürlich tut Ihnen die Wahrheit weh! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Aber es war nun einmal so, Herr Kollege Westenthaler, dass Sie in Bezug auf den ORF geradezu ein Berufsintervenierer waren; wir haben das ja mehrmals gesehen. (Abg. Grosz: Sie sind ein Nullum ...!) Tun daher Sie, Herr Westenthaler, jetzt nicht so, als würden Sie davon nichts mehr wissen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da sich einige Kollegen hier so aufregen, kann ich nur sagen: Natürlich tut Ihnen die Wahrheit weh! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Aber es war nun einmal so, Herr Kollege Westenthaler, dass Sie in Bezug auf den ORF geradezu ein Berufsintervenierer waren; wir haben das ja mehrmals gesehen. (Abg. Grosz: Sie sind ein Nullum ...!) Tun daher Sie, Herr Westenthaler, jetzt nicht so, als würden Sie davon nichts mehr wissen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Sie sind tiefste Schublade, Herr Prähauser!
Meine Damen und Herren! Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den ORF zu unterstützen – auch dahin gehend, dass im ORF die Einnahmen, die er hat, einer Verwendung zugeführt werden, die ihm ein Überleben ermöglicht. (Abg. Grosz: Sie sind tiefste Schublade, Herr Prähauser!)
Abg. Ing. Westenthaler: Du weißt ja gar nicht, was ein Skirennen ist, das ist dein Problem!
Mir persönlich ist es ein Anliegen, hier auch Folgendes zu sagen. Ich ärgere mich bei jeder größeren Sportveranstaltung, etwa bei einem Abfahrtslauf am Hahnenkamm, darüber, dass bereits eine Stunde vorher mit der „Übertragung“ begonnen wird – und dann wird oft eine Stunde lang nur geredet, bevor das Rennen beginnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Du weißt ja gar nicht, was ein Skirennen ist, das ist dein Problem!) Ob man in der Stunde nicht etwas anderes machen könnte, frage ich da schon. Das ist zwar nicht wirklich meine Angelegenheit; jedenfalls sollte man seitens des ORF schon darüber nachdenken.
Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!
Der Rechnungshof hat ganz klar aufgelistet, welche Maßnahmen gesetzt werden sollten. Wir alle sollten gemeinsam dafür sorgen, dass auch im ORF einmal darüber nachgedacht wird. Dann können wir dem ORF helfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück!)
ironische Heiterkeit beim BZÖ
Sie, meine Damen und Herren vom BZÖ, werden ja wahrscheinlich in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr hier sein (ironische Heiterkeit beim BZÖ), aber zumindest an Enqueten hier können Sie vielleicht noch teilnehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Das sagt der „Wahlsieger“ aus Salzburg!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Das sagt der „Wahlsieger“ aus Salzburg!
Sie, meine Damen und Herren vom BZÖ, werden ja wahrscheinlich in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr hier sein (ironische Heiterkeit beim BZÖ), aber zumindest an Enqueten hier können Sie vielleicht noch teilnehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Das sagt der „Wahlsieger“ aus Salzburg!)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Kopf, der sich jetzt gerade in Richtung Ausgang bewegt, hat hier ohnehin die Position der ÖVP verraten, indem er diese „Regenbogen-Koalition“ im ORF kritisiert hat. Kollege Kopf hat gezeigt, worum es der ÖVP wirklich geht: Ohne der ÖVP darf in diesem Staat nichts mehr zustande kommen, ohne der ÖVP darf kein ORF-Generaldirektor mehr bestellt werden. Darum geht es Ihnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: „Ohne die ÖVP“ heißt das! Deutsch lernen!
Herr Kollege Kopf, Sie sollten einmal ein bisschen nachdenken, denn offensichtlich ist es so, dass Sie von der ÖVP damals Ihre eigenen Leute nicht so unter Kontrolle hatten, eben bei dieser maßgeblichen Sitzung des ORF-Stiftungsrates vor einigen Jahren. (Abg. Großruck: „Ohne die ÖVP“ heißt das! Deutsch lernen!) Wenn damals nicht auch ÖVP-nahe Stiftungsräte für Herrn Dr. Wrabetz gestimmt hätten, würde es Herrn Dr. Wrabetz als ORF-Generaldirektor gar nicht geben.
Beifall bei der FPÖ.
Was den ORF betrifft, gibt es viel zu tun; es steht dazu auch viel an Kritik im Rechnungshofbericht zu lesen. Aber eines habe ich in diesem Rechnungshofbericht wahrlich nicht gelesen, nämlich dass der Rechnungshof empfehlen würde, im Stiftungsrat die Opposition auszuschalten. Davon hat der Rechnungshof mit keinem einzigen Wort gesprochen! (Beifall bei der FPÖ.) Aber darum bemühen Sie von der mittlerweile immer kleiner werdenden „großen Koalition“ sich offensichtlich.
Beifall bei der FPÖ.
Sie wollen es vielmehr so haben wie bei der ASFINAG oder in der Energiewirtschaft. Sie wollen es überall so haben wie bei öffentlichen Unternehmungen: Ohne Rot und Schwarz darf in diesem Land niemand etwas werden! Entweder man ist ein Roter, oder man ist ein Schwarzer – und auch jetzt wollen Sie es sich ganz genau auspackeln. Jetzt wird man sich schon aushandeln, wer EU-Kommissar wird, wer der nächste ORF-Generaldirektor wird, wer vielleicht wieder einen höheren Posten in der Energiewirtschaft bekommt. Das ist Proporz, das ist ganz, ganz mieser Proporz, wie wir ihn aus den letzten Jahrzehnten kennen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eines sage ich Ihnen: Die Freiheitliche Partei sagt selbstverständlich ja zu einem ORF in österreichischer Hand, ja zur Unabhängigkeit des ORF, ja zur Medien- und Pressefreiheit – und nein zum Allmachtswahn von Rot und Schwarz! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Und das noch vom Steuergeld!
ist? Bei der Europäischen Volkspartei, meine Damen und Herren von der ÖVP. Wissen Sie, was das heißt? Wissen Sie, wen Sie da haben? Sie haben da jemanden, der Ihnen anscheinend dazu Tipps gibt, wie man es bewerkstelligt, dass es auch in Österreich so wird, wie Sie das gerne hätten – am liebsten alles in Ihrer Hand, und niemand anderer darf mitreden. (Abg. Strache: Und das noch vom Steuergeld!) So wird das nicht gelingen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
ist? Bei der Europäischen Volkspartei, meine Damen und Herren von der ÖVP. Wissen Sie, was das heißt? Wissen Sie, wen Sie da haben? Sie haben da jemanden, der Ihnen anscheinend dazu Tipps gibt, wie man es bewerkstelligt, dass es auch in Österreich so wird, wie Sie das gerne hätten – am liebsten alles in Ihrer Hand, und niemand anderer darf mitreden. (Abg. Strache: Und das noch vom Steuergeld!) So wird das nicht gelingen, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler, Sie haben ein gestörtes Verhältnis zu Medienvielfalt und Opposition, Sie wollen offensichtlich nur Hofberichterstattung. Herr Bundeskanzler, die Monarchie ist seit fast 100 Jahren vorbei und wird auch im ORF nicht mehr eingerichtet werden, weder unter Ihnen noch unter sonst jemandem! Auch wir werden dafür sorgen, dass das nicht mehr geschieht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler, das ist mieseste Abtauschpolitik in einer Regierungskoalition! Das ist eine Absage an jegliche Unabhängigkeit des ORF und auch an jegliche europäische Politik einer Regierung, der Sie vorstehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann nur sagen: Keine Berlusconisierung des ORF! Dieser Entwicklung werden wir Einhalt gebieten! Das wird es in Österreich nicht geben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Meine Damen und Herren! Es ist vielleicht ganz gut, wenn ich als letzter Redner die Gelegenheit nutze, mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF zu bedanken. (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Zielsetzung ist. Wir haben in der Medienbranche eine massive Entwicklung in Richtung eines verstärkten Prekariats. Wir haben viele junge Menschen, die nur mehr Praktikantenjobs bekommen. Es gibt viele Anstrengungen und Bemühungen, um das zu verhindern. Da kann man doch jetzt nicht hergehen und sagen, wir wollen den kleinen Schritt, den wir hiezu gesetzt haben, wieder rückgängig machen! Wir brauchen fixe Anstellungsverhältnisse in den Medien – und ganz besonders im ORF, denn er soll in diesem Zusammenhang ein Vorbild sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Drehen Sie sich um und sagen Sie das dem Herrn Bundeskanzler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher, Dr. Glawischnig-Piesczek und Strache.
Ich komme zum zweiten Punkt, der mir sehr wichtig ist. Herr Mag. Stadler hat so nonchalant gesagt, man könne darüber reden, ob die Mitbestimmung der Betriebsräte so stattfinden muss, wie dies der Fall ist. Dazu sage ich sehr, sehr deutlich: Spielen Sie bitte nicht mit diesem wichtigen Stück der Demokratie! (Abg. Mag. Stadler: Drehen Sie sich um und sagen Sie das dem Herrn Bundeskanzler! – Zwischenrufe der Abgeordneten Bucher, Dr. Glawischnig-Piesczek und Strache.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir reden, Sie alle reden hier andauernd von der Notwendigkeit der Demokratie. Auch Betriebsrätinnen und Betriebsräte und die betriebsrätliche Mitbestimmung sind ein Teil der Demokratie, vergessen Sie das nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Es geht darum, dass die Möglichkeiten der Betriebsrätinnen und Betriebsräte nicht eingeschränkt werden und auch in Zukunft vorhanden sind – auch als Vorbild, das der ORF in Zukunft sein soll. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir reden, Sie alle reden hier andauernd von der Notwendigkeit der Demokratie. Auch Betriebsrätinnen und Betriebsräte und die betriebsrätliche Mitbestimmung sind ein Teil der Demokratie, vergessen Sie das nicht! (Beifall bei der SPÖ.) Es geht darum, dass die Möglichkeiten der Betriebsrätinnen und Betriebsräte nicht eingeschränkt werden und auch in Zukunft vorhanden sind – auch als Vorbild, das der ORF in Zukunft sein soll. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)