Eckdaten:
Für die 77. Sitzung der 25. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 240 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Ing. Waltraud Dietrich
Petition betreffend „Für den Erhalt des Bankgeheimnisses – Stopp dem totalen Überwachungsstaat!“ (Ordnungsnummer 50) (überreicht von der Abgeordneten Ing. Waltraud Dietrich)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend Petition des Gemeinderates der Stadt Mödling für die Widerrufung der Zulassung von Pestizid-Produkten mit dem Wirkstoff Chlorpyrifos und ähnlichen giftigen Substanzen (Ordnungsnummer 51) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei den NEOS.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): Danke schön, Frau Präsidentin! – Der Lärmpegel ist durchaus symptomatisch, weil diese Bundesregierung versucht, im Vorbeigehen Ihre Freiheit zu beschneiden, geschätzte Bürgerinnen und Bürger, jeden Tag ein Scheibchen mehr – im Vorbeigehen. (Beifall bei den NEOS.) Man versucht, dieses Thema im allgemeinen Lärm nicht groß werden zu lassen, aber die Bürger haben sehr wohl überrissen, Herr Finanzminister Schelling, dass da etwas unterwegs ist. Meine Parlamentsrede von der letzten Sitzung wurde über eine halbe Million Mal gesichtet. Die Bürger haben gemerkt: Da ist etwas unterwegs, wo es nicht gut läuft für mich als Bürgerin und Bürger, wo etwas schief hängt in diesem Staat. Sie wollen uns zum gläsernen Bürger machen, und Sie sind als Staat nicht bereit, Transparenz zu leben. Da brauchen wir eine Umkehrung der Tatsachen, und darüber will ich heute sprechen, weil es absolut ungehörig ist, meine Damen und Herren, den Bürger und die Bürgerin, frei geboren, gleich an Würde geboren, unter Generalverdacht zu stellen.
Ruf bei der SPÖ: Wobei?
Während wir Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem Umsatz von über 700 000 € pro Jahr in die doppelte Buchhaltung zwingen, Herr Finanzminister, hat es diese Regierung auch in den letzten zweieinhalb Jahren immer noch nicht geschafft, die doppelte Buchhaltung für Milliardenbudgets allerorts einzuführen. Und der Bürger wird weiter unter Generalverdacht gestellt, denn es ist das Motto dieser Regierung: Wir kriegen dich! Wir kriegen dich, geschätzter Bürger, geschätzte Bürgerin! Dich erwischen wir! (Ruf bei der SPÖ: Wobei?) – Wobei? Bei allen möglichen Dingen.
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Sie sind nicht fähig, die großen Dinge zu regeln. Die großen Konzerne gehen immer noch ohne nennenswerte Steuerbeiträge irgendwo ins Ausland. Sie sind nicht fähig, das auf europäischer Ebene zu regeln. Aber den Mittelstand, den wollen Sie ausquetschen wie eine Zitrone, den einzelnen Bürger, den wollen Sie ausquetschen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was sind die letzten Anschläge, die Sie planen? – Sie wollen in jedes Konto Einsicht nehmen, ohne richterlichen Beschluss. Sie wollen wissen: Wo sind Sie Mitglied, bei welchen Vereinen? Welches Abo beziehen Sie von welcher Zeitung, von welchem Magazin? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wo waren Sie zuletzt auf Urlaub? – Aha, Sie sind bei einem Massageverein. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Daten wollen Sie sammeln. Meine Damen und Herren, damit wollen Sie die Bürger in die Delinquenz treiben, Sie wollen die Bürger in die Abhängigkeit treiben. Wenn Sie jetzt hier, meine Damen und Herren (Abg. Lopatka: Das ist ja nicht ernst zu nehmen! – Unruhe im Saal.) – Frau Präsidentin, können wir hier noch einmal für Ruhe sorgen? Ich höre mein eigenes Wort kaum.
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was sind die letzten Anschläge, die Sie planen? – Sie wollen in jedes Konto Einsicht nehmen, ohne richterlichen Beschluss. Sie wollen wissen: Wo sind Sie Mitglied, bei welchen Vereinen? Welches Abo beziehen Sie von welcher Zeitung, von welchem Magazin? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wo waren Sie zuletzt auf Urlaub? – Aha, Sie sind bei einem Massageverein. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Daten wollen Sie sammeln. Meine Damen und Herren, damit wollen Sie die Bürger in die Delinquenz treiben, Sie wollen die Bürger in die Abhängigkeit treiben. Wenn Sie jetzt hier, meine Damen und Herren (Abg. Lopatka: Das ist ja nicht ernst zu nehmen! – Unruhe im Saal.) – Frau Präsidentin, können wir hier noch einmal für Ruhe sorgen? Ich höre mein eigenes Wort kaum.
Abg. Lopatka: Das ist ja nicht ernst zu nehmen! – Unruhe im Saal.
Was sind die letzten Anschläge, die Sie planen? – Sie wollen in jedes Konto Einsicht nehmen, ohne richterlichen Beschluss. Sie wollen wissen: Wo sind Sie Mitglied, bei welchen Vereinen? Welches Abo beziehen Sie von welcher Zeitung, von welchem Magazin? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wo waren Sie zuletzt auf Urlaub? – Aha, Sie sind bei einem Massageverein. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Daten wollen Sie sammeln. Meine Damen und Herren, damit wollen Sie die Bürger in die Delinquenz treiben, Sie wollen die Bürger in die Abhängigkeit treiben. Wenn Sie jetzt hier, meine Damen und Herren (Abg. Lopatka: Das ist ja nicht ernst zu nehmen! – Unruhe im Saal.) – Frau Präsidentin, können wir hier noch einmal für Ruhe sorgen? Ich höre mein eigenes Wort kaum.
Abg. Kickl: Manchmal ist es das einzige Lebenszeichen!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe schon vor wenigen Minuten darauf aufmerksam gemacht. An sich sind Zwischenrufe natürlich Teil eines lebendigen Parlamentarismus (Abg. Kickl: Manchmal ist es das einzige Lebenszeichen!), allerdings nicht dann, wenn man den Ausführungen des Redners nicht mehr folgen kann. Daher ersuche ich, den allgemeinen Lärmpegel so zu senken – ohne dass Gespräche nicht möglich sein sollten, diese können weiter geführt werden –, dass man den Ausführungen des Redners auch folgen kann. (Abg. Rädler: Das liegt an den Ausführungen!)
Abg. Rädler: Das liegt an den Ausführungen!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe schon vor wenigen Minuten darauf aufmerksam gemacht. An sich sind Zwischenrufe natürlich Teil eines lebendigen Parlamentarismus (Abg. Kickl: Manchmal ist es das einzige Lebenszeichen!), allerdings nicht dann, wenn man den Ausführungen des Redners nicht mehr folgen kann. Daher ersuche ich, den allgemeinen Lärmpegel so zu senken – ohne dass Gespräche nicht möglich sein sollten, diese können weiter geführt werden –, dass man den Ausführungen des Redners auch folgen kann. (Abg. Rädler: Das liegt an den Ausführungen!)
Rufe bei der ÖVP: Sie machen das lächerlich!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): Herr Rädler, wenn Sie das alles lächerlich machen wollen, und wenn ich hier Leute (Rufe bei der ÖVP: Sie machen das lächerlich!) im SPÖ- und ÖVP-Sektor gesehen habe, die das lächerlich machen, dass man die Leute in die Abhängigkeit ziehen will, dann darf ich an dieser Stelle einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht bringen.
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Als ich beschlossen habe, in die Politik zu gehen, wurde meinen engsten Mitstreiterinnen und Mitstreitern mehrfach wortident Folgendes überbracht: Den Strolz, den werden wir umbringen in zwei Tagen, wenn es so weit ist. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das kam vom Generalsekretär einer Regierungspartei. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wer? Wer?) Und diese Partei hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die systematisch über die Exponenten von NEOS Daten gesammelt hat. Offensichtlich haben sie nichts gefunden. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wer? Wer?
Als ich beschlossen habe, in die Politik zu gehen, wurde meinen engsten Mitstreiterinnen und Mitstreitern mehrfach wortident Folgendes überbracht: Den Strolz, den werden wir umbringen in zwei Tagen, wenn es so weit ist. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das kam vom Generalsekretär einer Regierungspartei. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wer? Wer?) Und diese Partei hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die systematisch über die Exponenten von NEOS Daten gesammelt hat. Offensichtlich haben sie nichts gefunden. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Als ich beschlossen habe, in die Politik zu gehen, wurde meinen engsten Mitstreiterinnen und Mitstreitern mehrfach wortident Folgendes überbracht: Den Strolz, den werden wir umbringen in zwei Tagen, wenn es so weit ist. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das kam vom Generalsekretär einer Regierungspartei. (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wer? Wer?) Und diese Partei hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die systematisch über die Exponenten von NEOS Daten gesammelt hat. Offensichtlich haben sie nichts gefunden. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Ich kann Ihnen aber auch berichten, was ich erlebt habe. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Mein Koinitiator hat ganz plötzlich eine Steuerprüfung bekommen. Weitere Kandidatinnen und Kandidaten, die heute im Parlament sitzen, haben plötzlich Steuerprüfungen bekommen, als wir diese Partei gegründet haben. Ich habe die Absage eines Bankkredits bekommen, aus heiterem Himmel. Der Bankkredit war zugesagt von einer Landesbank und wurde später zurückgezogen. (Abg. Wöginger: Verfolgungswahn!) – Das ist nicht Verfolgungswahn, das sind ganz konkrete Erlebnisse!
Abg. Wöginger: Verfolgungswahn!
Ich kann Ihnen aber auch berichten, was ich erlebt habe. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Mein Koinitiator hat ganz plötzlich eine Steuerprüfung bekommen. Weitere Kandidatinnen und Kandidaten, die heute im Parlament sitzen, haben plötzlich Steuerprüfungen bekommen, als wir diese Partei gegründet haben. Ich habe die Absage eines Bankkredits bekommen, aus heiterem Himmel. Der Bankkredit war zugesagt von einer Landesbank und wurde später zurückgezogen. (Abg. Wöginger: Verfolgungswahn!) – Das ist nicht Verfolgungswahn, das sind ganz konkrete Erlebnisse!
Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo?
dass Leute auf Gemeindeämtern mit folgenden Worten empfangen wurden: Ah, Sie wollen hier für die NEOS unterschreiben? Das sehen wir hier nicht gerne. (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo?) Und das sagen nicht einmal politische Würdenträger. Sie gehen so weit, dass sogar Gemeindebedienstete das den Bürgerinnen und Bürgern ausrichten. (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wer?)
Rufe bei der SPÖ: Wo? Wer?
dass Leute auf Gemeindeämtern mit folgenden Worten empfangen wurden: Ah, Sie wollen hier für die NEOS unterschreiben? Das sehen wir hier nicht gerne. (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo?) Und das sagen nicht einmal politische Würdenträger. Sie gehen so weit, dass sogar Gemeindebedienstete das den Bürgerinnen und Bürgern ausrichten. (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wer?)
Rufe bei der SPÖ: Wer?
Wir haben Leute gehabt, Primarärzte, die haben eine Veranstaltung von uns besucht, die wurden später zu ihrem Dienstgeber zitiert. Denen wurde gesagt: Wir wünschen uns keine politische Agitation (Rufe bei der SPÖ: Wer?), wenn Sie eine Verlängerung Ihres Vertrages haben wollen. (Ruf bei der SPÖ: Welche Gemeinde?) Wir haben Lehrerinnen gehabt, die 100 € gespendet haben und später vom Dienstgeber drangsaliert wurden. (Abg. Matznetter: Die NEOS sind eh !)
Ruf bei der SPÖ: Welche Gemeinde?
Wir haben Leute gehabt, Primarärzte, die haben eine Veranstaltung von uns besucht, die wurden später zu ihrem Dienstgeber zitiert. Denen wurde gesagt: Wir wünschen uns keine politische Agitation (Rufe bei der SPÖ: Wer?), wenn Sie eine Verlängerung Ihres Vertrages haben wollen. (Ruf bei der SPÖ: Welche Gemeinde?) Wir haben Lehrerinnen gehabt, die 100 € gespendet haben und später vom Dienstgeber drangsaliert wurden. (Abg. Matznetter: Die NEOS sind eh !)
Abg. Matznetter: Die NEOS sind eh !
Wir haben Leute gehabt, Primarärzte, die haben eine Veranstaltung von uns besucht, die wurden später zu ihrem Dienstgeber zitiert. Denen wurde gesagt: Wir wünschen uns keine politische Agitation (Rufe bei der SPÖ: Wer?), wenn Sie eine Verlängerung Ihres Vertrages haben wollen. (Ruf bei der SPÖ: Welche Gemeinde?) Wir haben Lehrerinnen gehabt, die 100 € gespendet haben und später vom Dienstgeber drangsaliert wurden. (Abg. Matznetter: Die NEOS sind eh !)
Abg. Matznetter: Die NEOS !
Ich habe heute einen Journalisten getroffen, der mir erzählt hat, wie er mit einem Sozialversicherungsverfahren und Finanzverfahren abgestraft wurde, nachdem er besonders kritisch geschrieben hat. Ich habe Leute getroffen, die sind fünfmal mit dem Fahrrad um die Gemeinde gefahren, weil sie gesagt haben: Ich musste schauen – denn da wird eine Stricherlliste geführt –, ob ich da hineindarf, denn ich brauche diesen Kindergartenplatz für meinen Enkel. Und auf der Gemeinde wurde ihm ja schon bedeutet: Achtung, wenn du dich hier exponierst, dann gibt’s das nicht! Ich habe Leute getroffen, denen wurde gesagt: Achtung, diesen Wisch da, diese Unterstützungserklärung, nimm ihn wieder mit (Abg. Matznetter: Die NEOS !), denn das können wir ja bei der nächsten Bauverhandlung besprechen, oder?
Abg. Brosz: Warum ?
Deswegen ist der Staat kein einziges Stück bereit, sich selbst zurückzunehmen, sondern handelt hier in einem Wahn von Selbstüberschätzung. Es ist doch der Staat für den Bürger da und nicht der Bürger für den Staat. Dann frage ich Sie aber: Warum brauchen wir als Letzte in Europa das Amtsgeheimnis noch in dieser Form? Dann frage ich: Warum, Herr Finanzminister, wollen Sie die Fingerabdrücke auf Verdacht ohne richterlichen Beschluss nehmen? (Abg. Brosz: Warum ?)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Und, Peter Pilz, das ist natürlich auch für dich der Lackmustest. Du hast dich ja mehrere Male hin und her entschieden, wofür du bist. Du hast schlussendlich getwittert: Es gibt keine Kontenöffnung ohne richterlichen Beschluss. Und wir werden die Grünen hier beim Wort nehmen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Ich habe diesen Tweet gespeichert. Sie sind unter Beobachtung, Herr Pilz, in dieser Frage. Ich werde Sie dokumentieren. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.) Sie können nicht da heraußen stehen und hier auf Grundrechtsverfechter machen, durch Europa touren und Bürgerrechte – natürlich großartig – vertreten. Ich schätze Ihr Engagement, aber ich hoffe, dass Sie nicht einer Doppelbödigkeit unterliegen. (Abg. Pilz: Fingerabdrücke? Fingerabdrücke?) – Ja, die Fingerabdrücke, das wird das Nächste: Werden Sie Fingerabdrücke im Finanzbereich zulassen? (Abg. Brosz: Das wollt ja ihr! Das steht da drin!) Werden Sie das zulassen oder nicht? Vorratsdatenspeicherung – werden Sie hier mitgehen oder nicht?
Abg. Pilz: Fingerabdrücke? Fingerabdrücke?
Ich habe diesen Tweet gespeichert. Sie sind unter Beobachtung, Herr Pilz, in dieser Frage. Ich werde Sie dokumentieren. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.) Sie können nicht da heraußen stehen und hier auf Grundrechtsverfechter machen, durch Europa touren und Bürgerrechte – natürlich großartig – vertreten. Ich schätze Ihr Engagement, aber ich hoffe, dass Sie nicht einer Doppelbödigkeit unterliegen. (Abg. Pilz: Fingerabdrücke? Fingerabdrücke?) – Ja, die Fingerabdrücke, das wird das Nächste: Werden Sie Fingerabdrücke im Finanzbereich zulassen? (Abg. Brosz: Das wollt ja ihr! Das steht da drin!) Werden Sie das zulassen oder nicht? Vorratsdatenspeicherung – werden Sie hier mitgehen oder nicht?
Abg. Brosz: Das wollt ja ihr! Das steht da drin!
Ich habe diesen Tweet gespeichert. Sie sind unter Beobachtung, Herr Pilz, in dieser Frage. Ich werde Sie dokumentieren. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.) Sie können nicht da heraußen stehen und hier auf Grundrechtsverfechter machen, durch Europa touren und Bürgerrechte – natürlich großartig – vertreten. Ich schätze Ihr Engagement, aber ich hoffe, dass Sie nicht einer Doppelbödigkeit unterliegen. (Abg. Pilz: Fingerabdrücke? Fingerabdrücke?) – Ja, die Fingerabdrücke, das wird das Nächste: Werden Sie Fingerabdrücke im Finanzbereich zulassen? (Abg. Brosz: Das wollt ja ihr! Das steht da drin!) Werden Sie das zulassen oder nicht? Vorratsdatenspeicherung – werden Sie hier mitgehen oder nicht?
Abg. Pilz: Sind Sie bei den NEOS oder ? – Abg. Brosz: Nicht über !
Zweitens: keine Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken und IP-Adressen. IP-Adressen wollen Sie ja auch noch sammeln. Auch das wird die Frage sein: Gebt ihr die Zweidrittelmehrheit her für die hemmungslose Sammlung von IP-Adressen oder nicht? (Abg. Pilz: Sind Sie bei den NEOS oder ? – Abg. Brosz: Nicht über !)
Abg. Brosz: Das steht aber nicht drin!
Viertens: keine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. Wir verwahren uns ganz heftig gegen das. (Abg. Brosz: Das steht aber nicht drin!) – Wir werden dazu, Kollege Brosz, heute noch einen eigenen Antrag einbringen.
Abg. Pilz: Und wie?
Fünftens: parlamentarische Kontrolle des Nachrichtendienstes. Natürlich muss der Nachrichtendienst parlamentarisch kontrolliert werden. (Abg. Pilz: Und wie?)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Sechstens: Es braucht eine effiziente und effektive Transfer- und Transparenzdatenbank. Das, was Sie sich vorgenommen haben vor Jahren, Herr Minister – bringen Sie das endlich zu Ende, und lassen Sie sich diese Pläne nicht von irgendwelchen Landesfürsten durchkreuzen, die natürlich weiterhin schamlos ihre Klientel anfüttern wollen, ohne beobachtet zu werden. Das müssen wir beobachten! Warum? – Da geht es um unser Geld. Gläserner Staat, nicht gläserne Bürger – da sollten Sie sich engagieren, da müssen wir Überwachungskameras aufstellen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.) Wohin geht das Geld? Wohin wird es verteilt? Wer wird damit besonders wohlwollend beschenkt in der Art und Weise, wie Sie in den letzten Jahren Klientelpolitik machen?
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Achtens: klare Regeln für Ausgliederungen. Natürlich brauchen wir klare Regelungen bei Ausgliederungen im öffentlichen Bereich. Warum? – Der Herr Häupl ist da ja das Paradebeispiel, der versteckt ja noch einmal so viel, wie er Schulden hat, in ausgelagerten Bereichen. Beate Meinl-Reisinger hat das öfter aufgezeigt. Das ist unverschämt! Da brauchen wir Transparenz. Da brauchen wir eine Kamera (der Redner hält die Überwachungskamera wieder in die Höhe), die hinschaut, und zwar permanent. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Kogler: Das ist ja ein Blödsinn!
Wir brauchen einen öffentlichen Kontoauszug der Landesregierungen, einen öffentlichen Kontoauszug der Bundesregierung und nicht des gläsernen Bürgers. Nicht der Kontoauszug von Ihnen, geschätzte Bürgerinnen und Bürger, soll einfach hemmungslos durch die Gegend gondeln und jeder soll Einschau nehmen können (Abg. Kogler: Das ist ja ein Blödsinn!), sondern da soll eben der Staat transparent sein.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
rinnen im Oktober eine Korrektur verpassen. Diese Haltung „Ich bin ich, und die anderen geht es nichts an“, die werden wir in Wien nicht akzeptieren. Warum? – Weil alle, von den Oberösterreichern, Steirern bis zu den Vorarlbergern, zum Beispiel die Sonderprivilegien bei den Pensionen mitzahlen. Solang wir das mitzahlen, dass bis 2042 die Wiener aus dem geschützten Bereich mit 55 und früher in Pension gehen, so lange haben alle Bürger aller Bundesländer den Anspruch, dass Herr Häupl seine Haftungen offenlegt. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.
Ich bleibe bei Herrn Häupl. Elftens: Inkraftsetzen eines bundeseinheitlichen Spekulationsverbots. Den Bürgerinnen und Bürgern hat man verboten, dass sie in Schweizer Franken spekulieren, als Lehre aus der Finanzkrise. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) – Ich bin mit diesem Gedanken dann am Ende. (Zwischenruf des Abg. Schönegger.) Den Bürgerinnen und Bürgern hat man das verboten. Herr Pröll und Herr Häupl spekulieren weiter mit Franken. Das abschließend als letztes Beispiel. Man hält den Staat offensichtlich für souverän und für unfehlbar, und dem Bürger misstraut man auf Schritt und Tritt.
Zwischenruf des Abg. Schönegger.
Ich bleibe bei Herrn Häupl. Elftens: Inkraftsetzen eines bundeseinheitlichen Spekulationsverbots. Den Bürgerinnen und Bürgern hat man verboten, dass sie in Schweizer Franken spekulieren, als Lehre aus der Finanzkrise. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) – Ich bin mit diesem Gedanken dann am Ende. (Zwischenruf des Abg. Schönegger.) Den Bürgerinnen und Bürgern hat man das verboten. Herr Pröll und Herr Häupl spekulieren weiter mit Franken. Das abschließend als letztes Beispiel. Man hält den Staat offensichtlich für souverän und für unfehlbar, und dem Bürger misstraut man auf Schritt und Tritt.
Abg. Rädler: Ende!
Deswegen sagen wir: Völlige Umkehrung! Das Recht auf Privatsphäre, auf Familienleben ist ein Grundrecht. Wir sind freie Bürger eines freien Landes (Abg. Rädler: Ende!), und wir werden gegen diese Gläsernmachung der Bürger demonstrieren, wo immer wir können. Daher: Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürger! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Deswegen sagen wir: Völlige Umkehrung! Das Recht auf Privatsphäre, auf Familienleben ist ein Grundrecht. Wir sind freie Bürger eines freien Landes (Abg. Rädler: Ende!), und wir werden gegen diese Gläsernmachung der Bürger demonstrieren, wo immer wir können. Daher: Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürger! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Strache: So ist das nicht! – Abg. Kickl: Das geht aber nicht!
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Klubobmann Strolz, ich kenne dich jetzt schon sehr lange, aber dass du sozusagen psychisch unter Verfolgungswahn leidest, kann nur damit begründet werden (Abg. Strache: So ist das nicht! – Abg. Kickl: Das geht aber nicht!), dass offensichtlich bewusst und gezielt Informationen verbreitet werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind wir eigentlich?), die nicht der Realität entsprechen.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind wir eigentlich?
Bundesminister für Finanzen Dr. Johann Georg Schelling: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Klubobmann Strolz, ich kenne dich jetzt schon sehr lange, aber dass du sozusagen psychisch unter Verfolgungswahn leidest, kann nur damit begründet werden (Abg. Strache: So ist das nicht! – Abg. Kickl: Das geht aber nicht!), dass offensichtlich bewusst und gezielt Informationen verbreitet werden (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wo sind wir eigentlich?), die nicht der Realität entsprechen.
Beifall bei FPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach. – Ruf bei der FPÖ: Ordnungsruf!
Präsidentin Doris Bures: Herr Bundesminister, die Aufregung herrscht deshalb, weil es, als persönlicher Vorwurf formuliert, doch, was die Würde des Hauses betrifft, an die Grenzen stößt. (Beifall bei FPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach. – Ruf bei der FPÖ: Ordnungsruf!) Aber Sie haben jetzt das Wort.
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat das jemand gesagt? – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Was den Generalverdacht anbelangt, so scheint mir das doch so zu sein, dass dieses Argument vordergründig gebracht wird, so ähnlich, als würde man argumentieren: Wenn wir ein Auto fahren, sind wir verpflichtet, ein Autokennzeichen zu haben. Dafür gibt es ein Register, in dem man sich in jeder Bezirksverwaltungsbehörde anschauen kann, wer der Fahrzeughalter ist. Und wir sagen nun, dies sei ein Generalverdacht dafür, dass jeder, der ein Autokennzeichen hat, automatisch ein Verkehrssünder ist. Wenn Ihre Lösung darin besteht, dass wir die Autokennzeichen abschaffen und den Polizisten die Radarpistolen wegnehmen, dann werden wir nicht wirklich weiterkommen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Hat das jemand gesagt? – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Abg. Strolz: Die haben auch so angefangen wie wir!
Zum Punkt Bankgeheimnis und Kontenregister: Wir sind internationale Verpflichtungen mit der OECD eingegangen. Wir haben den OECD-Standard fixiert. Wir haben uns verpflichtet, ab 2017 Daten im internationalen Datenaustausch zu liefern. Wir haben uns daher entschlossen, ein solches Kontenregister einzuführen, wie es übrigens in vielen Ländern Europas der Fall ist. Das, was da mit Deutschland argumentiert wird, hat natürlich mit dem, was Österreich anbelangt, überhaupt nichts zu tun, denn in Deutschland darf in alles hineingeschaut werden – auch in den Arbeitsmarkt, in den Sozialbereich. (Abg. Strolz: Die haben auch so angefangen wie wir!) Das ist alles nicht vorgesehen, und daher würde ich schon meinen: Bleiben wir bei den Tatsachen, die der Gesetzentwurf dann auch beinhalten wird! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum Punkt Bankgeheimnis und Kontenregister: Wir sind internationale Verpflichtungen mit der OECD eingegangen. Wir haben den OECD-Standard fixiert. Wir haben uns verpflichtet, ab 2017 Daten im internationalen Datenaustausch zu liefern. Wir haben uns daher entschlossen, ein solches Kontenregister einzuführen, wie es übrigens in vielen Ländern Europas der Fall ist. Das, was da mit Deutschland argumentiert wird, hat natürlich mit dem, was Österreich anbelangt, überhaupt nichts zu tun, denn in Deutschland darf in alles hineingeschaut werden – auch in den Arbeitsmarkt, in den Sozialbereich. (Abg. Strolz: Die haben auch so angefangen wie wir!) Das ist alles nicht vorgesehen, und daher würde ich schon meinen: Bleiben wir bei den Tatsachen, die der Gesetzentwurf dann auch beinhalten wird! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strolz: Ist okay! Ist okay! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Was steht in dem Kontenregister? – Da stehen der Name und die Kontonummer drin. Es steht kein Betrag drin, es steht keine Bewegung drin, und das darf nicht aufgerufen werden, bevor nicht ein abgabenrechtliches Verfahren eingeleitet wurde. (Abg. Strolz: Ist okay! Ist okay! – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Daher ist diese Information aus dem Kontenregister im Rahmen von Prüfverfahren möglich. Und ich sage noch dazu: Es wird auch nur aufgerufen, wenn der Betroffene, der geprüft wird, nicht von sich aus bekannt gibt, dass er diese Konten hat. Das ist immer die erste Stufe.
Ruf bei den Grünen: Ex post oder ex ante?
Zusätzlich werden wir einen Rechtschutz beauftragen oder eine richterliche Stelle vorsehen, die überprüft, dass die festgelegten verfahrensrechtlichen Grundsätze eingehalten werden. (Ruf bei den Grünen: Ex post oder ex ante?) Diese Vorgangsweise ist jetzt vorgesehen und wird dann entsprechend auch vorgestellt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strolz: Das heißt, Sie bringen ein Gesetz ein?) – Wir haben noch überhaupt kein Gesetz. Wir haben ein Gesetz in Begutachtung, und nach der Begutachtung kommt der endgültige Vorschlag.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strolz: Das heißt, Sie bringen ein Gesetz ein?
Zusätzlich werden wir einen Rechtschutz beauftragen oder eine richterliche Stelle vorsehen, die überprüft, dass die festgelegten verfahrensrechtlichen Grundsätze eingehalten werden. (Ruf bei den Grünen: Ex post oder ex ante?) Diese Vorgangsweise ist jetzt vorgesehen und wird dann entsprechend auch vorgestellt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strolz: Das heißt, Sie bringen ein Gesetz ein?) – Wir haben noch überhaupt kein Gesetz. Wir haben ein Gesetz in Begutachtung, und nach der Begutachtung kommt der endgültige Vorschlag.
Abg. Strolz: Das ist nicht Aufgabe der Finanz!
Die Fingerabdrücke werden auch nicht gespeichert, sondern nur zur Beweissicherung abgenommen, und werden anschließend wieder gelöscht. Eine nachhaltige Speicherung ist unzulässig. Die sieht das Gesetz auch nicht vor. (Abg. Strolz: Das ist nicht Aufgabe der Finanz!) Wir sind übrigens auch die Zollverwaltung, und bei der Zollverwaltung geht es sehr wohl darum, dass wir bei Schmuggelware feststellen können, ob der, der ertappt wird, das Ganze auch geschmuggelt hat oder nicht, denn im Regelfall
Abg. Strolz: Dann spezifizieren Sie das entsprechend!
lautet die Schutzbehauptung: Ich war es nicht, das hat mir wer anderer in die Tasche gesteckt! (Abg. Strolz: Dann spezifizieren Sie das entsprechend!)
Zwischenruf des Abg. Strolz.
Im Zusammenhang mit den von Ihnen zitierten Haftungen möchte ich Folgendes klarstellen: Grundsätzlich ist in jedem Abschluss, auch in einem Landesrechnungsabschluss, jede Haftung vermerkt. Das, was der Rechnungshof kritisiert – und das kann ich durchaus verstehen –, ist die Festlegung der sogenannten Haftungsobergrenzen. Die Liste der Haftungen liegt jedoch vollständig vor. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Abg. Strolz: Die Länder, Herr Minister!
Daher ist es aus Sicht des Bundes sehr wohl so, dass wir transparent darstellen, welche Haftungen wir übernehmen. Und welche Haftungen wir übernehmen, berichten wir auch regelmäßig in den Ausschüssen. Wir berichten das in den (Abg. Strolz: Die Länder, Herr Minister!)
Abg. Strolz: Die Hypo ist auf Landesebene passiert!
Ich habe jetzt einmal gesagt, was der Bund macht, denn Sie sprechen ja von einer staatlichen Überwachung, und da gehört der Bund dazu, zumindest nach meinem verfassungsrechtlichen Verständnis. (Abg. Strolz: Die Hypo ist auf Landesebene passiert!)
in Richtung des Abg. Strolz
Was die Vereinheitlichung der Rechnungslegung anlangt, sind wir so weit vorangekommen, dass in Zukunft die Bundesländer im Sinne eines – wir sind doch (in Richtung des Abg. Strolz) bei den Bundesländern, Matthias – modernen und transparenten Rechnungswesens mit doppelter Buchführung und Bilanzierung arbeiten werden. Das Inkrafttreten eines bundeseinheitlichen Spekulationsverbots und das transparente Finanzausgleichsgesetz wurden ja bereits angesprochen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hoffe, wir können wieder zu einer sachlichen Basis zurückfinden und hier eine vernünftige Diskussion dieses Antrags führen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist gut!
Abgeordnete Ing. Waltraud Dietrich (STRONACH): Geschätzte Frau Präsident! Geschätzte Herren Minister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Dass das Thema Aufhebung des Bankgeheimnisses ein Thema ist, das wirklich jeden Einzelnen betrifft, zeigt schon, dass diese Sondersitzung von drei Klubs unterstützt wurde: vom Team Stronach, von den NEOS und von zwei Parlamentariern von der ÖVP. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist gut!)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ.
Wenn ich meinen Kollegen Vetter anschaue, dann fällt mir ein, wie wir noch gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben haben und vehement gegen die Aufhebung des Bankgeheimnisses eingetreten sind. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ.)
Abg. Pilz: Der Bürger ist kein Schwein!
Matthias Strolz hat ja schon einige Punkte angesprochen; ich möchte fokussieren auf die Kontoöffnung ohne richterlichen Beschluss. Wie zeigt sich die Situation? – Aus unserer Sicht will der Staat eines, er will den gläsernen Bürger schaffen. (Die Rednerin hält ein durchsichtiges Sparschwein in die Höhe.) Das heißt, alle Vermögenswerte, die jemand fleißig im Laufe seines Lebens zusammengesammelt hat, will er genau unter die Lupe nehmen. (Abg. Pilz: Der Bürger ist kein Schwein!) Warum will er das? Warum will er den gläsernen Bürger? Warum will er die Vermögenswerte? – Damit er dann die Vermögenssteuer einführen kann, wenn das Geld nicht reicht, und damit er dann vielleicht noch einen Schnitt am Konto vornehmen kann und eben Geld für sich selbst lukrieren kann.
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.
Wir sind völlig anderer Meinung. Dann nämlich, wenn es darum geht, wirklich Skandale aufzuklären im staatsnahen, im politnahen Bereich, im Bereich der Hypo, wenn wir Informationen haben wollen, wie es dazu kommen kann, dass mehr als 20 Milliarden € irgendwo im Sand verschwinden, verhält sich der Staat so. (Die Rednerin hält eine entsprechende Tafel in die Höhe.) Dann wird nichts gezeigt, dann wird alles vertuscht und geschwärzt. Meine geschätzten Damen und Herren! Wir wollen den gläsernen Staat und nicht den gläsernen Bürger! (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Herr Minister, Betrug muss auf jeden Fall bekämpft werden, aber Betrug sollte dort bekämpft werden, wo er entsteht. Wer voriges Wochenende die „Kronen-Zeitung“ gelesen hat, der hat darin lesen können, dass zum Beispiel Ikea bei 2 Milliarden € Reingewinn nur im Promillebereich Steuern zahlt. Dazu sage ich: Diese Betrugs- und Steueroasen sind endlich zu heben! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Strolz.
Meine geschätzten Damen und Herren, Sie sollen, ja müssen darüber nachdenken, was Sie da tun, denn: Sie kriminalisieren die Bürger! Diesen Weg kann man nicht unterstützten, und dieser Weg ist einfach wieder zu korrigieren. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Strolz.)
Abg. Schieder: Das gibt es ja, das Sparbuch!
Auch andere Experten aus ÖVP und SPÖ, sogenannte Granden, haben sich immer für die Beibehaltung des Bankgeheimnisses ausgesprochen. Ich sage Ihnen: Der Schritt, den Sie jetzt setzen, ist ein Tabubruch! Ich zitiere nur zur Erinnerung, weil die Zeit ja so schnell fortschreitet und man das eine oder andere vergessen will: Viktor Klima hat gemeint: Es liegt uns daran, dass wir das traditionelle, kleine österreichische Sparbuch, zu dem Österreicherinnen und Österreicher Vertrauen haben, in der Form aufrechterhalten wollen. (Abg. Schieder: Das gibt es ja, das Sparbuch!) Das haben wir versprochen, und das werden wir auch halten. – Daran werden wir Sie jedes Mal erinnern! (Abg. Weninger: Da waren Sie noch in der FPÖ damals!)
Abg. Weninger: Da waren Sie noch in der FPÖ damals!
Auch andere Experten aus ÖVP und SPÖ, sogenannte Granden, haben sich immer für die Beibehaltung des Bankgeheimnisses ausgesprochen. Ich sage Ihnen: Der Schritt, den Sie jetzt setzen, ist ein Tabubruch! Ich zitiere nur zur Erinnerung, weil die Zeit ja so schnell fortschreitet und man das eine oder andere vergessen will: Viktor Klima hat gemeint: Es liegt uns daran, dass wir das traditionelle, kleine österreichische Sparbuch, zu dem Österreicherinnen und Österreicher Vertrauen haben, in der Form aufrechterhalten wollen. (Abg. Schieder: Das gibt es ja, das Sparbuch!) Das haben wir versprochen, und das werden wir auch halten. – Daran werden wir Sie jedes Mal erinnern! (Abg. Weninger: Da waren Sie noch in der FPÖ damals!)
Beifall beim Team Stronach.
Den Grünen möchte ich sagen: Wenn Sie vom „Schurkenstaat“ sprechen, so tut mir das persönlich weh, denn ich kenne so viele Leute, die hart arbeiten, so viele Unternehmer, die am Ende des Monats nicht wissen, wie sie die Zahlungen berappen sollten. Und die alle pauschal als Schurken zu bezeichnen, das ist meiner Meinung nach absolut unfair. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Sturm des Vertrauensverlustes ernten. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strolz: Wie beweist man „Zufälle“?
Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Herren Minister! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Bei der Rede vom Kollegen Strolz, die vor allem im ersten Teil getragen war von Verfolgungserzählungen, war ich mir nicht sicher, ob das jetzt noch der Klubobmann des liberalen Klubs der NEOS ist oder ob das eine Bewerbungsrede war für den freigewordenen Platz des Dr. Franz im Team Stronach, denn es war recht unklar, worauf Sie da genau hinauswollten. Auf jeden Fall konnte ich da NEOS oder das Neue gar nicht erkennen, eher das recht Altvaterische. Das Entscheidende ist: Wenn Sie finden, dass Sie da gemobbt und was weiß ich noch alles wurden von Banken oder sonst wem, ist es das Einfachste, dass man es anzeigt und es so an die Öffentlichkeit bringt. Wenn es passiert ist, dann ist es natürlich eine Sauerei, die da passiert ist. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strolz: Wie beweist man „Zufälle“?)
Abg. Strolz: Da bin ich dabei!
Das Entscheidende, das wir heute diskutieren, ist ja das, was auch Kollegin Dietrich angesprochen hat, nämlich: Wie können wir diese internationale Entwicklung, dass immer größere Firmen immer weniger Steuer zahlen, international und national so bekämpfen, dass auch für den Staat wieder sein fairer Anteil überbleibt? (Abg. Strolz: Da bin ich dabei!)
Beifall bei der SPÖ.
Zweiter Punkt: Die Bundesregierung hat sich darüber verständigt, eine Steuerreform zu machen, aus mehreren Gründen, nämlich: um die Konjunktur durch Senkung des Einstiegsteuersatzes, dadurch, dass die Leute mehr Geld im Börsel haben, anzukurbeln, eine Entlastung der arbeitenden Menschen in unserem Land durchzuführen, aber auch Steuerfairness einen Schritt weit voranzubringen. Und zur Steuerfairness gehört nicht nur die Entlastung der Arbeitnehmer, da gehört auch dazu, dass die, die Steuern zahlen müssen und jetzt ihr Geld am Fiskus vorbei auf Schwarzgeldkonten legen, in Zukunft auch erwischt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde es schade, dass Team Stronach und NEOS hier anfangen, den Steuerhinterziehern die Mauer zu machen, und zwar mit fadenscheinigen Argumenten. Vielleicht gehen Sie noch einmal in sich oder in den Wald und denken darüber nach, ob es nicht besser wäre, die Steuerhinterzieher trotzdem dranzubekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister und Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir lassen uns ganz sicherlich von niemandem diese 5-Milliarden-€-Steuerreform schlechtreden, auch nicht in der heutigen Sondersitzung, Klubobmann Strolz. Ganz sicher nicht, sage ich Ihnen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Denn das ist eine Kraftanstrengung, die diese Bundesregierung unternimmt, um zu entlasten. (Abg. Kickl: Da müssen Sie einmal mit Ihren beiden Neo-Abgeordneten reden! – Abg. Strolz: Es ist Ihr Landeshauptmann!)
Abg. Kickl: Da müssen Sie einmal mit Ihren beiden Neo-Abgeordneten reden! – Abg. Strolz: Es ist Ihr Landeshauptmann!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister und Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir lassen uns ganz sicherlich von niemandem diese 5-Milliarden-€-Steuerreform schlechtreden, auch nicht in der heutigen Sondersitzung, Klubobmann Strolz. Ganz sicher nicht, sage ich Ihnen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Denn das ist eine Kraftanstrengung, die diese Bundesregierung unternimmt, um zu entlasten. (Abg. Kickl: Da müssen Sie einmal mit Ihren beiden Neo-Abgeordneten reden! – Abg. Strolz: Es ist Ihr Landeshauptmann!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strolz: Das ist ja absurd! Ich verweise auf Wallner und Platter!
Wenn man genau hinhört, was Sie gesagt haben – und auch auf das, was durchgeklungen ist bei der Klubobfrau vom Team Stronach –, muss man dann schon aufpassen, wen man schützen möchte. Wir sagen: Je mehr diejenigen, die Steuern zahlen müssen, tatsächlich ihre Steuern zahlen, umso weniger muss der Einzelne an Steuern zahlen! – Das ist unser Zugang! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strolz: Das ist ja absurd! Ich verweise auf Wallner und Platter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was ist dann mit der versteckten Erbschaftssteuer?
Und ich sage Ihnen auch noch eines ganz klar und deutlich, weil Klubobfrau Dietrich heute Kollegen Vetter angesprochen hat: Wir versprechen allen Österreicherinnen und Österreichern, und das habe ich natürlich auch unserem neuen Klubmitglied Vetter versprechen können: Mit uns wird es keine Vermögenssteuern geben! Seien Sie also beruhigt! Keine Vermögenssteuern mit der ÖVP! Das hat gegolten, das gilt und das gilt auch in Zukunft! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und was ist dann mit der versteckten Erbschaftssteuer?)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt: Herr Klubobmann Dr. Strolz! Im Jahr 2011 haben Sie in Ihrem Buch “Warum wir Politikern nicht trauen: “ gemeint: Weniger Energie geht in die inhaltliche Arbeit. Nicht „Was ist gut für unsere Gesellschaft, für die Menschen?“ ist die Leitfrage, sondern: Wie lautet die Schlagzeile? Was bringen wir aufs Titelblatt? – Genau danach gehen Sie jetzt vor! Das ist das, was Sie damals kritisiert haben! Genau danach! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Wer ist denn der Herr Alois Schöpf?
Genau das haben Sie heute wieder gemacht: ordentlich gemeckert! (Abg. Neubauer: Wer ist denn der Herr Alois Schöpf?) Das sollte Ihnen zu denken geben. Den Schöpf kenne ich nicht, aber vielleicht kennen Sie ihn, er ist Kommentator von der „Tiroler Tageszeitung“. Keine Ahnung, aber die „Tiroler Tageszeitung“ dürften jedenfalls auch Sie kennen. (Abg. Kickl: Ist das das ÖVP-Parteizentralorgan?) Wenn Sie sie nicht kennen, gebe ich Ihnen gerne ein Exemplar vom letzten Samstag zum Nachlesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Ist das das ÖVP-Parteizentralorgan?
Genau das haben Sie heute wieder gemacht: ordentlich gemeckert! (Abg. Neubauer: Wer ist denn der Herr Alois Schöpf?) Das sollte Ihnen zu denken geben. Den Schöpf kenne ich nicht, aber vielleicht kennen Sie ihn, er ist Kommentator von der „Tiroler Tageszeitung“. Keine Ahnung, aber die „Tiroler Tageszeitung“ dürften jedenfalls auch Sie kennen. (Abg. Kickl: Ist das das ÖVP-Parteizentralorgan?) Wenn Sie sie nicht kennen, gebe ich Ihnen gerne ein Exemplar vom letzten Samstag zum Nachlesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Genau das haben Sie heute wieder gemacht: ordentlich gemeckert! (Abg. Neubauer: Wer ist denn der Herr Alois Schöpf?) Das sollte Ihnen zu denken geben. Den Schöpf kenne ich nicht, aber vielleicht kennen Sie ihn, er ist Kommentator von der „Tiroler Tageszeitung“. Keine Ahnung, aber die „Tiroler Tageszeitung“ dürften jedenfalls auch Sie kennen. (Abg. Kickl: Ist das das ÖVP-Parteizentralorgan?) Wenn Sie sie nicht kennen, gebe ich Ihnen gerne ein Exemplar vom letzten Samstag zum Nachlesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Der sitzt dort hinten!
Wir haben in den letzten Monaten einen intensiven Diskussionsprozess in der Partei gehabt, den sogenannten Evolutionsprozess, und das Ergebnis dieses Erneuerungsprozesses in der Partei ist unser neues Parteiprogramm. (Abg. Kickl: Der sitzt dort hinten!) Und genau das ist dort festgehalten: Datenschutz, Privatsphäre, Bekenntnis zur Freiheit. Das sind für uns unabdingbare Werte, und sie sind auch fest in unserem Parteiprogramm verankert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.
Wir haben in den letzten Monaten einen intensiven Diskussionsprozess in der Partei gehabt, den sogenannten Evolutionsprozess, und das Ergebnis dieses Erneuerungsprozesses in der Partei ist unser neues Parteiprogramm. (Abg. Kickl: Der sitzt dort hinten!) Und genau das ist dort festgehalten: Datenschutz, Privatsphäre, Bekenntnis zur Freiheit. Das sind für uns unabdingbare Werte, und sie sind auch fest in unserem Parteiprogramm verankert. (Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Strache: Immer „Wiglwagl“! Keine klare Linie! – Abg. Strolz: Richterlicher Beschluss: ja oder nein?
ten schon gibt. Aber es ist kein Mittel, um auf irgendein Konto blicken zu können, um über Kontoumsätze und Kontostände Bescheid zu wissen. Ganz sicher nicht! (Abg. Strache: Immer „Wiglwagl“! Keine klare Linie! – Abg. Strolz: Richterlicher Beschluss: ja oder nein?)
Abg. Strolz: Ja oder nein?
Und ich sage es Ihnen: Das, was Sie angesprochen haben, den „gläsernen Bürger“, den wird es mit uns nicht geben. Wir wollen eine gute Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Kampf gegen den Steuerbetrug. (Abg. Strolz: Ja oder nein?) Zweimal Ja: Ja zum Schutz der Privatsphäre, aber auch Ja zum Schutz im Kampf gegen den Steuerbetrug! Das ist im Sinn der Mehrheit. Und das ist die ganz, ganz große Mehrheit der Österreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und ich sage es Ihnen: Das, was Sie angesprochen haben, den „gläsernen Bürger“, den wird es mit uns nicht geben. Wir wollen eine gute Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Kampf gegen den Steuerbetrug. (Abg. Strolz: Ja oder nein?) Zweimal Ja: Ja zum Schutz der Privatsphäre, aber auch Ja zum Schutz im Kampf gegen den Steuerbetrug! Das ist im Sinn der Mehrheit. Und das ist die ganz, ganz große Mehrheit der Österreicher. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Sinn der ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler werden wir den Kampf gegen den Steuerbetrug natürlich verstärken müssen, aber ich sage es Ihnen noch einmal: Diese Bundesregierung wird hier – wir brauchen die Unterstützung einer Oppositionspartei – gemeinsam mit den Grünen hoffentlich zu einer guten Lösung kommen. Nach den Gesprächen, die wir heute Vormittag geführt haben, bin ich sehr zuversichtlich, da wir natürlich hier im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher auch als Regierungsparteien den Kompromiss suchen müssen. Und dass Datenschutz den Grünen nicht unwichtig ist, sollten auch die NEOS wissen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neubauer: Ein gewisser Herr Amon auch!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kenne mich jetzt nach der Rede des Klubobmanns Lopatka nicht mehr aus. Da gibt es den Gigl und den Gogl, und jeder in der ÖVP sagt etwas anderes. Sie vertreten heute hier diese Position, der Herr Schützenhöfer, Ihr Parteiobmann in der Steiermark, sagt etwas völlig anderes, nämlich dass das ja nicht kommen darf. (Abg. Neubauer: Ein gewisser Herr Amon auch!) Also offenbar ist es genau diese Konzeption der nicht geradlinigen Politik, immer wieder vor Wahlen etwas zu versprechen, was man nach der Wahl nicht hält. Genau das ist eine Kontinuität Ihrer Politik. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kenne mich jetzt nach der Rede des Klubobmanns Lopatka nicht mehr aus. Da gibt es den Gigl und den Gogl, und jeder in der ÖVP sagt etwas anderes. Sie vertreten heute hier diese Position, der Herr Schützenhöfer, Ihr Parteiobmann in der Steiermark, sagt etwas völlig anderes, nämlich dass das ja nicht kommen darf. (Abg. Neubauer: Ein gewisser Herr Amon auch!) Also offenbar ist es genau diese Konzeption der nicht geradlinigen Politik, immer wieder vor Wahlen etwas zu versprechen, was man nach der Wahl nicht hält. Genau das ist eine Kontinuität Ihrer Politik. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ.
Und wenn heute zu Recht eine Sondersitzung zum Thema „Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürger“ einberufen wurde, so bin ich dafür dankbar, da auch wir das von Beginn an – auch ich in Interviews – genauso immer eingefordert haben, dass wir einen gläsernen Staat brauchen, aber keine gläsernen Bürger und nicht in Richtung Kontrollüberwachungsstaat à la George Orwell gehen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.
Das ist ein wichtiges Prinzip! Wir haben daher auch ein Volksbegehren dazu angekündigt, da es notwendig ist, hier Druck aufzubauen. So gesehen freue ich mich, dass das heute mit Unterstützung der Oppositionsparteien auch möglich geworden ist, und natürlich hat Klubobmann Strolz recht, wenn er heute durchaus berechtigterweise ein Sittenbild von Rot und Schwarz aufgezeigt hat, das wir ja mit Mobbing und Stalking auf Behördenebene, auf Ortsgruppenebene und auf Gemeindeebene gegen Andersdenkende erleben. Das ist kein Schmäh oder Verfolgungswahn des Herrn Klubobmann Strolz, nein, das ist brutale Realität in diesem Land, die wir gemeinsam abzustellen haben! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Wir haben den Missbrauch, wenn es um Daten geht, wir haben illegale Abhörungen durch Geheimdienste mit dem NSA-Skandal, wir haben Entwicklungen, dass Sie diese Daten natürlich speichern wollen, damit man dann wieder befürchten muss, das geht eh alles eins zu eins zu den diversen Geheimdiensten oder zumindest zur NSA. Wir haben illegale Abhörung, illegale Abspeicherungen bis hin zu der Registrierkassenverpflichtung, über die wir heute auch schon in der Debatte gehört haben, mit der Sie alle Unternehmer einmal sofort unter Generalverdacht stellen, Betrüger zu sein. Ich gratuliere Ihnen zu dieser tollen Vorgangsweise! Sie haben mit Griechenland und Italien wirklich die besten Beispiele ausgewählt, wo die Registrierkassenpflicht gar nichts nützt, aber dort seit Jahren praktiziert wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach
Das sind genau diese Muster in unterschiedlichen Bereichen, wie sich der Staat Dinge anmaßt, die ihm nicht zustehen (neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach), bis hin zur Aufhebung des Bankgeheimnisses, das eine gute österreichische Tradition darstellt und wo unterschiedliche Vertreter der Sozialdemokratie und der Österreichischen Volkspartei, als man die erste Aufweichung vorgenommen hat, immer wieder versprochen haben, es wird nicht zu einer Aufhebung kommen, es betrifft nur nichtösterreichische Staatsbürger.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Und wieder sieht man, dass Sie im Liegen umfallen und Dinge versprechen, die Sie dann nicht halten. Denn das ist natürlich der nächste Schritt in Richtung Aufhebung des guten österreichischen Bankgeheimnisses, wobei Sie ohne richterlichen Bescheid in Wirklichkeit den Rechtsstaat außer Kraft setzen. Und Sie holen sich vielleicht auch noch, wie schon so oft, die Grünen als Mitunterstützer für so etwas nach dem Motto an Bord: Na da setzen wir halt irgendein Gremium ein. Aber Hauptsache der Rechtsstaat wird außer Kraft gesetzt. Da wird man genau achten müssen, wie dann mit Bürgerrechten, wie mit Datenschutzrechten verfahren wird. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Schieder: Wir reden über Österreich!
Sie wollen hier letztlich den Behörden den Einblick in alle privaten Konten gewähren. Sie sagen: Wir wollen die großen Steuerhinterzieher erwischen, wir wollen die Milliardäre erwischen, die ihre Gelder verschieben! Glauben Sie wirklich, die verschieben ihr Geld nicht in Richtung Karibik, Cayman Islands oder sonst wohin?! Die werden Sie nicht erwischen! Aber Ihnen geht es um die kleinen Bürger, bei denen Sie dann auf die Privatkonten schauen, wie es in Deutschland ja gang und gäbe ist, beispielsweise wenn du dort als Arbeitnehmer deinen Arbeitsplatz verlierst. Ich sage das in Richtung Sozialdemokratie, da Sie heute gesagt haben, es geht um den Schutz der Arbeiter. Na gute Nacht, wie Sie die Arbeiter im Stich lassen! In Deutschland sehen wir es (Abg. Schieder: Wir reden über Österreich!): Hartz IV ist eingeführt worden, jede Behörde kann dort ohne richterlichen Bescheid auf die Privatkonten der arbeitslos gewordenen
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Bürger schauen, und wenn es Ersparnisse gibt, die er nicht gestohlen hat, sondern sich durch Lohn und harte Arbeit verdient hat und für die er Steuern gezahlt hat, dann muss er seine Ersparnisse ausgeben, bevor er Anspruch auf Arbeitslosengeld bekommt. Das ist asozial, aber genau in diese Richtung geht es für Sie offensichtlich, wieder einmal den Schutz und die Rechte der Bürger und der Arbeitnehmer mit Füßen zu treten. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Das heißt, das sind alles Entwicklungen in Richtung eines Staates, der die Bürger durchleuchten will, überwachen will, kontrollieren will und unter Kontrolle halten will. Da lacht man dann noch, wenn manche sogar schon darüber nachdenken, nach Abschaffung des Bargeldes vielleicht sogar noch jedem Menschen einen Chip zu implantieren, damit wir keine Pässe und Kreditkarten mehr brauchen, damit wir die totale Kontrolle haben und wissen, wann wer aufsteht und wo er sich bewegt. In Zukunft zahlt man mit dem Chip an der Kasse und hat immer auch gleich alle seine Ausweise dabei. Dann wird gesagt: Er hat ja nichts zu befürchten, weil der große Bruder bewacht einen eh, und wenn er nichts Böses macht, hat er ja nichts zu befürchten. Na gute Nacht! Das sind genau diese unredlichen Begründungen, Entwicklungen und Diskussionsrichtungen, die auf gar keinen Fall stattfinden dürfen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Da geht es um Freiheit, um Bürgerrechte, um Selbstbestimmungsrechte gegen ein metternichsches Kontrollstaatssystem, das wir ja zum Glück in der Geschichte auch einmal überwunden haben. Aber Sie führen uns dort wieder hin! Genau das brauchen und wollen die Bürger nicht. Was wir brauchen – und das ist vollkommen richtig –, ist der gläserne Staat, dass nämlich alles, was mit öffentlichen Steuergeldern finanziert wird, na selbstverständlich gläsern und transparent zu sein hat und öffentlich gemacht werden muss. Aber nicht so, wie Sie in dem Bereich dann mit Aktenschwärzungen agieren, um alles zu vertuschen und alles zu verdecken, um in Wirklichkeit die eigentlichen Täter dieses Bankenverbrechens damit zu schützen. Das ist genau der falsche Weg, von dem sich die Bürger entsetzt und auch mit Grauen abwenden. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.
Ich habe in den letzten Wochen gerade von ehemaligen Sozialdemokraten und auch Unterstützern und Wählern der ÖVP erlebt, dass sie entsetzt sind, dass Sie sich in diese Richtung entwickeln und alle Ihre Grundsätze über Bord geworfen haben. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.)
He-Rufe bei der FPÖ. – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Herren Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Abgeordnete und liebe Zuseher hier und zu Hause! Eines kann ich Ihnen vorweg gleich versichern, Herr Klubobmann Strache: Das Geschäftsmodell der FPÖ – Österreich als Standort für russische oder ukrainische Schwarzgeldkonten – als Wirtschaftsmodell etablieren zu wollen, das ist mit Sicherheit nicht unser Modell. (He-Rufe bei der FPÖ. – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich habe Sie immer vermisst, wenn es darum gegangen ist. Sie haben das mit mir auch einmal offen diskutiert. Sie haben gesagt, es ist ein gutes Vorbild, wie die Schweiz das macht. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum soll man es nicht auch hier in Österreich verstecken können? Also ich sage Ihnen, wenn Sie internationale Solidarität so verstehen, dann stehen Sie mit dieser Solidarität alleine da. Das nur einmal vorweg. Aber ich komme gerne auch noch zu den anderen Punkten. (Abg. Darmann: Ist das alles, was Sie haben? Das ist peinlich!)
Abg. Darmann: Ist das alles, was Sie haben? Das ist peinlich!
Ich habe Sie immer vermisst, wenn es darum gegangen ist. Sie haben das mit mir auch einmal offen diskutiert. Sie haben gesagt, es ist ein gutes Vorbild, wie die Schweiz das macht. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Warum soll man es nicht auch hier in Österreich verstecken können? Also ich sage Ihnen, wenn Sie internationale Solidarität so verstehen, dann stehen Sie mit dieser Solidarität alleine da. Das nur einmal vorweg. Aber ich komme gerne auch noch zu den anderen Punkten. (Abg. Darmann: Ist das alles, was Sie haben? Das ist peinlich!)
Abg. Strache: Beim Pass gibt es sie ja!
Jetzt haben Sie hier eine Zusammenarbeit und legen einen Entschließungsantrag vor, über den wir uns schon sehr gewundert haben. Ich meine, Sie als NEOS hätten die Sondersitzung auch alleine einbringen können. Aber eine Zusammenarbeit mit dem Team Stronach und diese Aufregung rechtfertigen aus unserer Sicht nicht, die Sammlung von Fingerabdrücken zu beantragen, rechtfertigt nicht, die Sammlung von IP-Adressen zu beantragen, und steht auch nicht dafür, die Vorratsdatenspeicherung mit parlamentarischer Kontrolle zu beantragen. Das ist nämlich das, was in dem Antrag drinnen steht. Ich möchte das noch einmal vorlesen. Es steht hier drinnen: „Der Nationalrat wolle beschließen: keine überbordende Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken und IP-Adressen im Finanzstrafgesetz“. (Abg. Strache: Beim Pass gibt es sie ja!)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen, ich will nicht nur keine überbordende, ich will überhaupt keine Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken und IP-Adressen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Stefan: Seit einer Woche oder seit wann?
Ich gehe weiter; ich muss mich nur entschuldigen, ich bin etwas verkühlt. (Abg. Stefan: Seit einer Woche oder seit wann?) Ich gehe weiter. Sie wollen „keine Einführung einer systematischen, anlasslosen, personenbezogenen Datenspeicherung ohne parlamentarische Kontrolle“. Das heißt im Umkehrschluss, Sie sind für die Einführung einer systematischen, anlasslosen, personenbezogenen Datenspeicherung mit parlamentarischer Kontrolle. Das steht da, Entschuldigung! Wir sind auch gegen diese Form der Überwachung mit parlamentarischer Kontrolle. Da kann es überhaupt keine Frage geben. Das ist der Kern der Vorratsdatenspeicherung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich gehe weiter; ich muss mich nur entschuldigen, ich bin etwas verkühlt. (Abg. Stefan: Seit einer Woche oder seit wann?) Ich gehe weiter. Sie wollen „keine Einführung einer systematischen, anlasslosen, personenbezogenen Datenspeicherung ohne parlamentarische Kontrolle“. Das heißt im Umkehrschluss, Sie sind für die Einführung einer systematischen, anlasslosen, personenbezogenen Datenspeicherung mit parlamentarischer Kontrolle. Das steht da, Entschuldigung! Wir sind auch gegen diese Form der Überwachung mit parlamentarischer Kontrolle. Da kann es überhaupt keine Frage geben. Das ist der Kern der Vorratsdatenspeicherung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Meinl-Reisinger: Das haben Sie nicht gesagt!
Deswegen vermisse ich bei Ihrer Aufregung auch ein bisschen ein ernsthaftes Engagement, wie man dieses große Problem löst, denn es sind wirklich die Großen, die es schaffen. Wenn man das auf Österreich runterrechnet, sind es immer noch mindestens 3 Milliarden €, die in diesen 1 000 Milliarden aufgehen. Vorschläge vor, gerne! Wir machen sie! Wir verhandeln jetzt zumindest. Wir als Grüne haben immer eines klargestellt: Es muss selbstverständlich einen Rechtsschutz geben, der einem Strafverfahren gleichkommt. Das heißt aus meiner Sicht richterliche Kontrolle. Wir haben auch ein Modell vorgelegt. (Abg. Meinl-Reisinger: Das haben Sie nicht gesagt!)
Abg. Neubauer: Da wären sie schön blöd!
Sie können jetzt glauben, was Sie wollen. Es gibt für Sie, glaube ich, überhaupt keinen Anlass, sich jetzt nicht auf unsere Seite zu schlagen. (Abg. Neubauer: Da wären sie schön blöd!) Sie könnten gleich mitverhandeln und gute Lösungen finden, wenn es
Abg. Deimek: Man kann auch sparen!
Die Stoßrichtung ist hier sehr, sehr klar, und ich verstehe nicht, warum Sie sich nicht auf die Seite derjenigen stellen, für die wir genau dieses Geld wirklich dringend brauchen. Schauen Sie sich die Budgetsituation an, 350 Millionen € fehlen im Bildungsbudget. Kindergartenbetreuung – das Gratiskindergartenjahr ist immer noch nicht ausverhandelt. (Abg. Deimek: Man kann auch sparen!) Man kann natürlich auch sparen, selbstverständlich, aber warum soll ich trotzdem Steuerbetrüger im großen Stil dadurch unterstützen, dass ich ihnen ermögliche, hier ins österreichische Bankgeheimnis abzutauchen? Angeblich sind allein aus der Schweiz wieder 10 Milliarden € zurück ins österreichische Bankgeheimnis abgetaucht. Das ist ja offensichtlich, dass man das nicht wollen kann, außer man möchte wirklich der Schutzpatron von Steuerbetrug sein. Das ist ja nicht anders erklärbar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die Stoßrichtung ist hier sehr, sehr klar, und ich verstehe nicht, warum Sie sich nicht auf die Seite derjenigen stellen, für die wir genau dieses Geld wirklich dringend brauchen. Schauen Sie sich die Budgetsituation an, 350 Millionen € fehlen im Bildungsbudget. Kindergartenbetreuung – das Gratiskindergartenjahr ist immer noch nicht ausverhandelt. (Abg. Deimek: Man kann auch sparen!) Man kann natürlich auch sparen, selbstverständlich, aber warum soll ich trotzdem Steuerbetrüger im großen Stil dadurch unterstützen, dass ich ihnen ermögliche, hier ins österreichische Bankgeheimnis abzutauchen? Angeblich sind allein aus der Schweiz wieder 10 Milliarden € zurück ins österreichische Bankgeheimnis abgetaucht. Das ist ja offensichtlich, dass man das nicht wollen kann, außer man möchte wirklich der Schutzpatron von Steuerbetrug sein. Das ist ja nicht anders erklärbar. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der FPÖ: Der Inhalt auch nicht!
Meine Stimme ist heute nicht wirklich gut. (Ruf bei der FPÖ: Der Inhalt auch nicht!) Ich möchte noch einen letzten Gedanken anführen. Was bedeutet das Bankgeheimnis eigentlich? Wir haben im Moment nicht einmal die Möglichkeit herauszufinden, wer wie viele Konten besitzt, und das ist – auch für die Justiz im Übrigen – ein unerträglicher Zustand, jede einzelne Bank anzuschreiben, ob jemand Konten hat. Das hat diesen Drehkreislauf, und das können sich wirklich nur die leisten, die sehr viel Geld haben und die auch sehr viel Unterstützung beim Verstecken ihres Geldes haben. Oder kennen Sie die berühmte Krankenschwester aus dem steirischen Wahlkampf, die fünf Steuerberatungskanzleien, eine davon in Liechtenstein, eine in Wien und eine in Luxemburg, beschäftigt, um Steuern zu hinterziehen? Ich nicht! Ich denke, damit ist die Stoßrichtung klar. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Stimme ist heute nicht wirklich gut. (Ruf bei der FPÖ: Der Inhalt auch nicht!) Ich möchte noch einen letzten Gedanken anführen. Was bedeutet das Bankgeheimnis eigentlich? Wir haben im Moment nicht einmal die Möglichkeit herauszufinden, wer wie viele Konten besitzt, und das ist – auch für die Justiz im Übrigen – ein unerträglicher Zustand, jede einzelne Bank anzuschreiben, ob jemand Konten hat. Das hat diesen Drehkreislauf, und das können sich wirklich nur die leisten, die sehr viel Geld haben und die auch sehr viel Unterstützung beim Verstecken ihres Geldes haben. Oder kennen Sie die berühmte Krankenschwester aus dem steirischen Wahlkampf, die fünf Steuerberatungskanzleien, eine davon in Liechtenstein, eine in Wien und eine in Luxemburg, beschäftigt, um Steuern zu hinterziehen? Ich nicht! Ich denke, damit ist die Stoßrichtung klar. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pilz – auf den Antrag zeigend –: Das steht ja da drinnen! Das sind faule Kompromisse!
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauer! Ich gratuliere, Frau Klubobfrau Glawischnig, dass Sie einen Unterschied zwischen dem Team Stronach und den NEOS festgestellt haben. Wir waren bedingungslos hier in diesem Haus in unzähligen Anträgen gegen die Vorratsdatenspeicherung, und selbstverständlich stehen wir auch weiter dazu. Bei diesen Winkelzügen, die Sie heute offensichtlich versucht haben, um aus der Defensive zu kommen, verwechseln Sie dann Offensive mit Aggression. (Abg. Pilz – auf den Antrag zeigend –: Das steht ja da drinnen! Das sind faule Kompromisse!)
Abg. Strache: Steuererhöhungen sind das!
Die zweite Sache ist, niemand, aber auch wirklich niemand bei den NEOS schützt Steuerhinterzieher! Niemand! Aber worum es hier geht, Frau Klubobfrau und sehr geehrte Regierungsparteien, ist die Imbalance, die Sie hier bringen. Sie machen eine Steuerreform – wenn man „Tarifreform“ sagt, redet der Herr Klubobmann schon schlecht, der Herr Finanzminister hat letztlich selber in einer Runde von Wirtschaftsmanagern gesagt, dass es eigentlich nur eine Tarifreform ist –, die fast ausschließlich von den Bürgerinnen und Bürgern und vor allem von den Unternehmern getragen wird. (Abg. Strache: Steuererhöhungen sind das!) Ausgabenseitig gibt es gar nichts, bei
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
dem Sie einsparen, und als Erstes werden die Bürger unter Generalverdacht gestellt. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Abg. Glawischnig-Piesczek: Da bin ich ja nicht dafür!
Frau Glawischnig, reden Sie bitte mit kleinen Standlern am Meiselmarkt oder bei Jahrmärkten, wie die die Registrierkasse finden! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Da bin ich ja nicht dafür!) Und dann sagen Sie mir, ob das wirklich das ist, wo Sie sagen: Na ja, also Arbeitnehmer und Beamte nehmen wir selbstverständlich aus allem raus, aber bei Unternehmern, da schauen wir genauer hin. (Abg. Steinhauser: Das ist ein ganz anderes Thema!) Sie differenzieren nach Ihrer eigenen Moralvorstellung und haben in dieser Frage keine Haltung, und das ist das, was mich empört. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Abg. Steinhauser: Das ist ein ganz anderes Thema!
Frau Glawischnig, reden Sie bitte mit kleinen Standlern am Meiselmarkt oder bei Jahrmärkten, wie die die Registrierkasse finden! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Da bin ich ja nicht dafür!) Und dann sagen Sie mir, ob das wirklich das ist, wo Sie sagen: Na ja, also Arbeitnehmer und Beamte nehmen wir selbstverständlich aus allem raus, aber bei Unternehmern, da schauen wir genauer hin. (Abg. Steinhauser: Das ist ein ganz anderes Thema!) Sie differenzieren nach Ihrer eigenen Moralvorstellung und haben in dieser Frage keine Haltung, und das ist das, was mich empört. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Frau Glawischnig, reden Sie bitte mit kleinen Standlern am Meiselmarkt oder bei Jahrmärkten, wie die die Registrierkasse finden! (Abg. Glawischnig-Piesczek: Da bin ich ja nicht dafür!) Und dann sagen Sie mir, ob das wirklich das ist, wo Sie sagen: Na ja, also Arbeitnehmer und Beamte nehmen wir selbstverständlich aus allem raus, aber bei Unternehmern, da schauen wir genauer hin. (Abg. Steinhauser: Das ist ein ganz anderes Thema!) Sie differenzieren nach Ihrer eigenen Moralvorstellung und haben in dieser Frage keine Haltung, und das ist das, was mich empört. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Sie werden sich wohl unwohl fühlen und Sie werden vielleicht zu ihm hingehen und sagen, also bitte, Entschuldigung, ich möchte ein bisschen Freiheit auch haben. Wieso kontrollierst du mich so? Und stellen Sie sich vor, Ihr Partner sagt dann, ja, wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten. Wie fühlen Sie sich dann? Das ist ein Generalverdacht, der hier ausgesprochen wird, und genau unter diesen Generalverdacht stellen Sie die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Abg. Weninger: Das ist die ganz banale Amtsverschwiegenheit!
Und jetzt schauen wir auf die andere Seite. Stellen Sie sich vor, Sie gehen dann zum Partner und sagen: Na gut, dann möchte ich auch wissen, wo du denn dein Geld ausgegeben hast, mit wem du telefoniert hast, welche E-Mails du geschrieben hast, und so weiter. Und dann sagt der Partner: Das geht nicht, weil die Verschwiegenheit quasi auf der vertraglichen Grundlage unserer Beziehung, was meine Person angeht, vertraglich verankert ist. (Abg. Weninger: Das ist die ganz banale Amtsverschwiegenheit!) Das ist die Amtsverschwiegenheit, ganz richtig. Oder der Partner sagt – was wir natürlich auch oft hören, wenn wir im Parlament quasi als verlängerter Arm der Bürgerinnen und Bürger Anfragen an Ministerien stellen –, das herauszufinden oder diese Daten zur Verfügung zu stellen, das würde einen zu großen Verwaltungsaufwand darstellen.
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach. – Abg. Strache: Da ist kein Aufwand groß genug!
Das ist nämlich die jetzige Situation. Sie wollen die Daten der Bürgerinnen und Bürger, aber geben Ihre Daten in keiner Weise her, und das ist eine Imbalance. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach. – Abg. Strache: Da ist kein Aufwand groß genug!)
Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.
Worum es mir aber hier schon geht, ist noch einmal zu sagen: Für uns ist das eine Frage der Haltung. Herr Klubobmann Schieder hat gesagt, das ist kein Eingriff in die Privatsphäre, er hat, glaube ich, dann sogar gesagt, es ist das Gegenteil. Das ist selbstverständlich ein Eingriff in die Privatsphäre! Die Frage bei solchen Eingriffen in Grundrechte ist immer die Frage der Verhältnismäßigkeit, und aus unserer Sicht ist es hier nicht verhältnismäßig. Das ist eine grundlegende Haltung, die wir haben und die wir auch nicht verlassen werden, wenn es uns vielleicht einmal in unsere eigene Moralvorstellung passt. Und das ist der Appell an die Grünen. – Danke sehr. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Sehr geehrte Regierungsvertreter, das klingt nach den allerletzten Geschützen. Mit der Abschaffung des Bankgeheimnisses wird den Bürgern die letzte Privatsphäre genommen. Die Erfassung aller Firmenkonten und privaten Konten in einem Register und Einblick ohne richterlichen Beschluss, das ist schlicht und ergreifend unzumutbar! (Beifall beim Team Stronach. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Um Terrorismus- und Geldwäschebekämpfung geht es dabei gar nicht, denn wir haben schon gehört: In Deutschland gibt es seit 2005 ein Kontenregister, und die Zahlen der deutschen Aufsicht zeigen, dass nur 4 Prozent der knapp 300 000 Kontoabfragen für den Zweck der Terrorismus- und Geldwäschebekämpfung verwendet werden. Alles andere ist reine Schnüffelei im Steuerakt ohne richterliche Kontrolle. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Ruf bei der FPÖ: Richtig!)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Interessant ist auch, dass die betroffenen Kunden nicht einmal über die Abfrage informiert werden. Was den österreichischen Gesetzestext anlangt – ganz abgesehen von juristischen Unklarheiten, ob das möglicherweise zu vage formuliert ist oder ob das dem Legalitätsprinzip widerspricht –: Es ist einfach eine weltanschauliche Grenze, es ist ein gesellschaftspolitisches Tabu, das da gebrochen wird. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Abg. Strache: Das ist absolut richtig!
Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang den ehemaligen ÖVP-Nationalrat Michael Ikrath. Er sagte: „Der gezielte Angriff auf das Bankgeheimnis ist Ausdruck des tiefen Misstrauens der Politik und weiter Teile der Gesellschaft gegen finanzielle Unabhängigkeit, Vermögensbildung und materielle Erfolge von Leistungsträgern.“ (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Strolz. – Abg. Strache: Das ist absolut richtig!)
Beifall bei Team Stronach, FPÖ und NEOS.
Die Sozialisten in allen Parteien spielen hier auf dem Neidklavier, anstatt auf die Leistung der Bürger zu setzen. Apropos Sozialisten, ich zitiere auch sehr gerne Hannes Androsch. Auch er kritisiert die Abschaffung des Bankgeheimnisses scharf. Er sagt: „So landen wir in einem Überwachungs-, Bespitzelungs- und Vernaderungsstaat.“ (Beifall bei Team Stronach, FPÖ und NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Liebe ÖVP, liebe SPÖ! Hört auf eure Weisen, die ihr in der Partei habt! Wo bleiben die Freiheit, die Leistungsgerechtigkeit und das Ideal der solidarischen Hochleistungsgesellschaft? (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Strache: Der fleißige Arbeiter ist grundsätzlich ein Verbrecher – oder wie?
Schaffen Sie nicht ein Klima, wo Besitz, Vermögen und Eigentum als etwas Anrüchiges gelten, seien Sie doch froh, dass es Menschen in unserem Land gibt, die fleißig arbeiten und sich etwas ansparen! Das ist durch diese Riesensteuerlast ohnehin praktisch unmöglich geworden. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Strache: Der fleißige Arbeiter ist grundsätzlich ein Verbrecher – oder wie?)
Beifall beim Team Stronach.
Noch ein Appell: Lassen Sie den Menschen die Nachbarschaftshilfe! Wir wissen alle, dass es da Grauzonen gibt. Ja, das ist so und das ist auch nicht korrekt. Aber seien wir ehrlich, ohne diese großzügige Nachbarschaftshilfe würde die Hälfte der Häuser in Österreich gar nicht stehen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Loacker.
Es hat den Anschein, dass durch dieses Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz die Großbanken ihre schlechten Kredite einfach an den Bund, sprich an die Steuerzahler, weitergereicht haben. Die Verluste sind also dem Steuerzahler zugeflossen, und es kann und darf nicht sein, dass die Steuerzahler für schlecht geführte Unternehmen, die dann pleitegehen, haften müssen! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Loacker.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn es um Steuergeld geht, sehr geehrte Regierung, dann darf es keinen Datenschutz geben, aber wenn es um das versteuerte Geld der Bürger geht, brauchen wir den Datenschutz. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Bei einer SPÖ ohne große Köpfe wie Androsch und Gusenbauer ist sowieso Hopfen und Malz verloren, aber, lieber Marcus Franz, lieber Georg Vetter, dreht mir die ÖVP um! – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Kickl: Die alten Zetteln! – Zwischenruf des Abg. Hauser.
Das Erste, das wir gesehen haben, ist, dass der Anteil des Kuchens, als dieser verteilt wurde, zwischen denen, die über Vermögen verfügen, und denen, die für ihr Einkommen arbeiten gehen, aus dem Gleichgewicht gekommen ist, weil nämlich die Einkommen aus Vermögen massiv angestiegen sind, wohingegen die Einkommen der Millionen von Österreicherinnen und Österreichern, die jeden Tag hart und fleißig arbeiten gehen, und deren Stück vom Kuchen kleiner wurde. Das ist eine Imbalance, die wir gesehen haben. (Abg. Kickl: Die alten Zetteln! – Zwischenruf des Abg. Hauser.)
Abg. Kickl: Eine vernichtende Bilanz der sozialdemokratischen Regierungstätigkeit!
Die nächste Imbalance, die wir gesehen haben, ist, wer Steuern zahlt und wer welchen Anteil an der Gesamtleistung der Steuern aufbringt in diesem Land. Zum Beispiel, dass der Anteil des Kuchens für diejenigen, die arbeiten gehen für ihr Einkommen (Abg. Kickl: Eine vernichtende Bilanz der sozialdemokratischen Regierungstätigkeit!) – ja, das ist eine Bilanz der blauen Regierungstätigkeit, da haben Sie vollkommen recht –, zwar nur zirka 60 Prozent beträgt, aber die zahlen 85 Prozent der Steuern (Abg. Kickl: Sie wissen das so genau! Sie demonstrieren Jahr für Jahr am 1. Mai!), wohingegen jene, die ihr Einkommen über Vermögen lukrieren, zwar nur etwa 15 Prozent der Steuern zahlen in diesem Land, aber 40 Prozent des Einkommens bekommen. – Ja, auch da haben wir eine Imbalance.
Abg. Kickl: Sie wissen das so genau! Sie demonstrieren Jahr für Jahr am 1. Mai!
Die nächste Imbalance, die wir gesehen haben, ist, wer Steuern zahlt und wer welchen Anteil an der Gesamtleistung der Steuern aufbringt in diesem Land. Zum Beispiel, dass der Anteil des Kuchens für diejenigen, die arbeiten gehen für ihr Einkommen (Abg. Kickl: Eine vernichtende Bilanz der sozialdemokratischen Regierungstätigkeit!) – ja, das ist eine Bilanz der blauen Regierungstätigkeit, da haben Sie vollkommen recht –, zwar nur zirka 60 Prozent beträgt, aber die zahlen 85 Prozent der Steuern (Abg. Kickl: Sie wissen das so genau! Sie demonstrieren Jahr für Jahr am 1. Mai!), wohingegen jene, die ihr Einkommen über Vermögen lukrieren, zwar nur etwa 15 Prozent der Steuern zahlen in diesem Land, aber 40 Prozent des Einkommens bekommen. – Ja, auch da haben wir eine Imbalance.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir über Datentransfer reden, über Transparenz, über das, was der Staat weiß und was er nicht weiß, so haben wir da erst recht eine Imbalance. Der Staat weiß alles über jede Pensionistin, jeden Pensionisten in diesem Land, über jeden Arbeiter, über jede Angestellte, über jeden Vertragsbediensteten, über jeden Beamten: das Einkommen, das Jahreseinkommen, die Lohn- und Einkommensteuer, die einbehalten wurde, die Sozialversicherung et cetera, aber der Staat weiß nichts über Vermögen, über Vermögenseinkommen und über diejenigen, die zum Beispiel selbständig sind und Steuern hinterziehen – der Großteil der Selbständigen ist sicher total steuerehrlich, aber viele nützen die Möglichkeiten des Bankgeheimnisses eben aus, um Steuern zu hinterziehen. Auch das ist eine Imbalance, die wir haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Aber das ist natürlich Macht, und Macht braucht Kontrolle. Das wissen wir auch aus der Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen, denn wie die mit der Macht umgegangen sind, haben wir gesehen – die Taschen vollgeräumt. (Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Abg. Scherak: Das war gut!
Gerade wenn es ums Bankgeheimnis geht: Ich erinnere mich noch ganz gut daran, dass im Auftrag von Grasser die damalige Finanzmarktaufsicht die SPÖ-Konten ausspioniert hat (Abg. Scherak: Das war gut!), und die Zahlen, die sie recherchiert hat, 14 Tage später in der Zeitung gestanden sind, zufälligerweise vier Wochen vor einer Wahl. (Abg. Kickl: Apropos Parteisanierung, das ist eh ein interessantes Kapitel!) Das heißt, ja, Macht braucht Kontrolle. Deswegen ist es wichtig, da einen vernünftigen Rechtschutz zu machen, auch einen Datenschutz zu machen. Ja, dafür setzen wir uns ein.
Abg. Kickl: Apropos Parteisanierung, das ist eh ein interessantes Kapitel!
Gerade wenn es ums Bankgeheimnis geht: Ich erinnere mich noch ganz gut daran, dass im Auftrag von Grasser die damalige Finanzmarktaufsicht die SPÖ-Konten ausspioniert hat (Abg. Scherak: Das war gut!), und die Zahlen, die sie recherchiert hat, 14 Tage später in der Zeitung gestanden sind, zufälligerweise vier Wochen vor einer Wahl. (Abg. Kickl: Apropos Parteisanierung, das ist eh ein interessantes Kapitel!) Das heißt, ja, Macht braucht Kontrolle. Deswegen ist es wichtig, da einen vernünftigen Rechtschutz zu machen, auch einen Datenschutz zu machen. Ja, dafür setzen wir uns ein.
Zwischenruf der Abg. Schimanek.
Wenn die Freiheitlichen hier von Datenschutz reden, dann erinnere ich nur an eines: Als die FPÖ in der Regierung war – Kollege Bösch und Kollegin Rosenkranz, Sie haben dafür gestimmt –, was hat denn da der Staat gemacht? Was hat denn da die Regierung gemacht? Das Zentralmelderegister, die Meldedaten aller Österreicherinnen und Österreicher, verkauft! Verkauft um Geld! So schauen die Freiheitlichen auf den Datenschutz, wenn sie an der Macht sind. Das sind nicht Datenschützer, sondern Datenhändler! (Zwischenruf der Abg. Schimanek.)
Beifall bei der SPÖ.
Also ich meine, Sie sollten sich nur ein bisschen an Ihre eigenen Beschlüsse erinnern, die Sie in diesem Haus mitgetragen haben, bevor Sie hier mit dem Finger auf andere zeigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strolz: Wer ist in der Regierung?
Bosnienkrieg in den 1990er Jahren: Innerhalb weniger Monate sind 90 000 Menschen gekommen. Kein einziger musste eine Nacht im Zelt verbringen. (Abg. Strolz: Wer ist in der Regierung?)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir von Imbalance reden, sage ich eines: Es ist eine Schande, dass Flüchtlinge, die vom Krieg hier ankommen, erstens von der FPÖ so begrüßt werden wie in Erdberg, und zweitens, dass sie dann womöglich noch im Zelt untergebracht werden. Das gehört geändert! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strolz: Dann macht das!
„Transparente Finanzausgleichsverhandlungen“ wünsche ich mir, seit ich hier im Parlament bin. Denn wir haben ja in Österreich eine Finanzungleichbehandlung und keinen Finanzausgleich – eine Ungleichbehandlung! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strolz: Dann macht das!)
Abg. Strolz: Aber nicht im Wohnzimmer!
Es wäre auch gut, wenn sie eingeschaltet wären. Das wäre wirklich gut, wenn Sie das einmal sehen und vergleichen könnten. Denn ich sage Ihnen ganz offen: Nein zu einem Überwachungsstaat, aber Ja zu gewissen Überwachungen (Abg. Strolz: Aber nicht im Wohnzimmer!), denn derartige Überwachungskameras und auch die Fingerabdrücke haben schon oft zur Aufklärung von Verbrechen geführt. Das ist die andere Seite, damit auch das einmal klargestellt wird, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP.
sollte nicht so tun, als ob die Banken da nur Vorteile gehabt hätten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum nächsten, dem Kapitalabfluss-Meldegesetz. Darüber wird ganz wenig diskutiert. Auch da wäre die Frage zu stellen, ob es tatsächlich notwendig ist, jede Transaktion zu melden. Wir haben in Österreich die Endbesteuerung durch die KESt. Wenn also ein noch so kleines Guthaben sozusagen die Zinsen abzuliefern hat, dann, glaube ich, sollte man nicht übers Ziel schießen, sondern man sollte sich fragen, ob tatsächlich jeder kleinste Betrag sozusagen nach diesem Kapitalabfluss-Meldegesetz zu melden ist, weil die Summe der Beträge zusammenzuzählen ist. Wenn es ein einzelner Betrag wäre, okay, dann könnte man darüber diskutieren, aber wenn die Summe der Beträge eine bestimmte Grenze überschreitet und dies zu melden ist, dann frage ich mich, wer diesen Aufwand bezahlt, wer diesen Aufwand durchführt und welchen Nutzen dieser Aufwand nach sich ziehen soll. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Auer übt sich schon als Oppositioneller. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man da zuhört, stellt man sich die Frage, wer dieses Gesetz eingebracht hat, das er da jetzt auseinandergenommen hat. Also wenn Sie wirklich dieser Überzeugung sind, dann machen Sie noch einmal eine interne Runde und blasen Sie das ganze Manöver ab. Dann hätte die heutige Veranstaltung auch einen wirklichen Niederschlag gefunden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist mehr als ein begründeter Verdacht, das ist eine Tatsache. Und mit dem, was Sie hier vorlegen, leisten Sie einen weiteren Beitrag zu dieser Fehlentwicklung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Hagen.
Bald gibt es nichts mehr, wo der Staat nicht seine gierigen Finger und seine Schnüffelnase drinnen hat. Und da muss man sich irgendwann auch die Frage stellen: Was ist denn eigentlich die Rolle des Staates? Und da gibt es offensichtlich zwei verschiedene Denkmodelle. Wir sind der Meinung, dass der Staat die Privatsphäre des Bürgers zu schützen hat, dass er sie zu hüten hat als einen seiner größten Schätze; Sie hingegen sind offenbar der Meinung, dass diese Privatsphäre zu torpedieren, auszuhöhlen und auszuspionieren ist. Und da trennen uns natürlich Welten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Strolz und Hagen.)
Zwischenruf des Abg. Schieder
Dieses Modell kennen wir – diesen Überwachungsstaat, diesen Staat, der überall seine Finger drinnen hat, der es insbesondere auf das Vermögen seiner Bürger abgesehen hat –: Das ist das marxistische Denkmodell. Das kennen wir vonseiten der SPÖ (Zwischenruf des Abg. Schieder), das kennen wir vonseiten der Grünen. Aber dass jetzt der Modernisierungsschub innerhalb der ÖVP dazu führt, dass auch die Volkspartei auf diesen Unsinn aufhüpft, das ist doch einigermaßen abenteuerlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Modell kennen wir – diesen Überwachungsstaat, diesen Staat, der überall seine Finger drinnen hat, der es insbesondere auf das Vermögen seiner Bürger abgesehen hat –: Das ist das marxistische Denkmodell. Das kennen wir vonseiten der SPÖ (Zwischenruf des Abg. Schieder), das kennen wir vonseiten der Grünen. Aber dass jetzt der Modernisierungsschub innerhalb der ÖVP dazu führt, dass auch die Volkspartei auf diesen Unsinn aufhüpft, das ist doch einigermaßen abenteuerlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach.
Es gibt ein Beispiel dafür: Wenn wir als Volksvertreter hier herinnen im Auftrag der Bevölkerung zum Beispiel wissen wollen, ob ein Regierungsmitglied, zum Beispiel der österreichische Bundeskanzler, zum Beispiel an einem Treffen wie zum Beispiel diesem Bilderberg-Treffen, das gegenwärtig in Tirol stattfindet und uns Millionen an Kosten für die Überwachung verursachen wird, teilnimmt, wenn wir wissen wollen, was dort geredet wird – vielleicht geht es um Umverteilung, Herr Kollege Schieder oder Herr Kollege Krainer, vielleicht bläst man dort sozusagen zum Kampf für Gerechtigkeit –, dann werden wir, Kontrollorgane dieser Regierungsmitglieder, abgeschasselt, indem man sagt, das geht euch nichts an, das ist privat. Also dort steht der Privatraum total im Mittelpunkt, dort beruft man sich auf jene Privatsphäre, die man den Menschen in diesem Land nicht geben will. Das ist ein interessanter Unterschied. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.
den Privatbereich der Bevölkerung hineinzuschauen, bis zu den Handyverbindungen, zu den SMS-Verbindungen von Menschen, die nie im Leben irgendetwas mit Terror oder ähnlichen Dingen zu tun gehabt haben, dann gilt diese Privatsphäre nicht. Da hat der Staat überall die Finger drinnen, und ich halte das für unanständig. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach.
Meine Damen und Herren von ÖVP und von SPÖ, bitte, das war kein Lob, keine Anerkennung, die Rousseau da ausgesprochen hat, sondern das ist als Anklage zu verstehen für einen Zustand, der unhaltbar ist. Hören Sie also auf, die Menschen mit Ihren Spitzelmethoden, mit ihrem Hineingreifen in das Privateste des Privaten an die Kette zu legen! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach.)
Abg. Strache: Warum schützen Sie denn das Oma-Konto nicht, und das der Arbeitnehmer?
Wenn sich Herr Strache hier herausstellt und sagt, wenn das Bankgeheimnis gelockert werden soll, dann geht das gegen die Kleinen los, weil die Großen haben ihr Geld auf den Cayman Islands oder anderswo, muss ich sagen: Nein, Herr Kollege Strache, eben nicht! (Abg. Strache: Warum schützen Sie denn das Oma-Konto nicht, und das der Arbeitnehmer?)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
In der Phase, als Österreich ein entsprechendes Abkommen mit der Schweiz geschlossen hat, sind eine Reihe von Menschen, sogenannte Abschleicher, mit ihrem Vermögen, mit ihrem Geld, nach Österreich „zurückgeflüchtet“, um hier den Schutz des österreichischen Bankgeheimnisses zu suchen und sich vor der Finanz zu verbergen. Da geht es um 10 Milliarden €, Herr Kollege Strache. Da geht es nicht um den kleinen Mann und um Kleinigkeiten. Da geht es um große Beträge, da geht es um Großbetrug, und an diesen Großbetrug wollen und müssen wir heran. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Abg. Strolz: internationaler Datenaustausch!
Wenn sich dann in weiterer Folge der Herr Kollege Strolz oder die Frau Meinl-Reisinger hier herausstellen und sagen, niemand ist gegen Bekämpfung von Steuerhinterziehung, gleichzeitig aber Panikmache betreiben, dann muss ich sagen: Ich erkenne es nicht, dass Sie nicht gegen Steuerbetrugsbekämpfung wären. (Abg. Strolz: internationaler Datenaustausch!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strolz hält seine Überwachungskamera mit der Aufschrift „Überwachungsstaat“ in die Höhe.
Was meine ich mit Panikmache? – Es beginnt schon damit, dass Sie sagen, es stünden alle unter Generalverdacht. – Bitte, das doch ein Affront gegen die Millionen von ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern in diesem Lande, das nehmen Sie einmal zur Kenntnis! (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Strolz hält seine Überwachungskamera mit der Aufschrift „Überwachungsstaat“ in die Höhe.) – Mit dieser Kamera sehen Sie in überhaupt kein Konto rein.
Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.
Wenn Sie sich hier herstellen, Vergleiche mit Deutschland anstellen und sagen, zu wie vielen Kontoeinschauen es in Deutschland in den letzten Jahren gekommen ist, so muss man einmal einiges richtigstellen. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Strolz: Das wird nach Österreich kommen! Finden Sie das gut?!
Es geht also in Deutschland bei diesen 230 000 Fällen, von denen Sie hier berichten, nicht um Einschauen in Konten, um das Abfragen von Kontoabflüssen, sondern es geht ausschließlich um das Kontenregister. Und warum explodieren diese Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland so? – Weil eben neben den Strafbehörden, neben den Finanzbehörden und Abgabenbehörden viele andere Behörden Abfragen in das Kontoregister machen können. (Abg. Strolz: Das wird nach Österreich kommen! Finden Sie das gut?!) – Dazu komme ich noch! Und diese Zahl ist unter anderem deshalb zuletzt so gestiegen – das hätten Sie in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 15. April nachlesen können; das tun Sie aber nicht, Sie stellen sich einfach her und behaupten irgendetwas, was nicht stimmt und machen damit Panik –, da im Vorjahr die Gerichtsvollzieher als neue Gruppe hinzugekommen sind, die Abfragen in das Kontoregister machen. Eine Einschau in das Kontoregister mit Abfragen von Kontendaten hat in Deutschland aber ausschließlich die Finanz. (Abg. Strolz: Sie machen die Türe auf!)
Abg. Strolz: Sie machen die Türe auf!
Es geht also in Deutschland bei diesen 230 000 Fällen, von denen Sie hier berichten, nicht um Einschauen in Konten, um das Abfragen von Kontoabflüssen, sondern es geht ausschließlich um das Kontenregister. Und warum explodieren diese Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland so? – Weil eben neben den Strafbehörden, neben den Finanzbehörden und Abgabenbehörden viele andere Behörden Abfragen in das Kontoregister machen können. (Abg. Strolz: Das wird nach Österreich kommen! Finden Sie das gut?!) – Dazu komme ich noch! Und diese Zahl ist unter anderem deshalb zuletzt so gestiegen – das hätten Sie in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 15. April nachlesen können; das tun Sie aber nicht, Sie stellen sich einfach her und behaupten irgendetwas, was nicht stimmt und machen damit Panik –, da im Vorjahr die Gerichtsvollzieher als neue Gruppe hinzugekommen sind, die Abfragen in das Kontoregister machen. Eine Einschau in das Kontoregister mit Abfragen von Kontendaten hat in Deutschland aber ausschließlich die Finanz. (Abg. Strolz: Sie machen die Türe auf!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Strolz, jetzt sage ich Ihnen eines: Wir sind der Garant dafür, dass es in Österreich nicht dazu kommen wird, dass jemand außer diesen Behörden, die ich erwähnt habe – Strafbehörden, Finanzstrafbehörden und Abgabenbehörden –, Einschau in dieses Kontoregister und Einschau in Daten nehmen wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein letzter Punkt noch, was die Frage des Rechtsschutzes und die tatsächliche Einschau angeht: Auch da können Sie davon ausgehen, dass wir der Garant dafür sind, dass es eine rechtsstaatliche Lösung mit einem Richter geben wird. Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den NEOS.
Ich will hier niemandem Bösartigkeit unterstellen, aber eines kann ich sicher konstatieren: dass hier ein sorgloser Umgang mit Grundrechten passiert. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn wir jenen Leuten, die noch den Mut haben, ein Unternehmen zu führen, jenen Leuten, die noch die Bereitschaft haben, etwas zu unternehmen, etwas zu gestalten, unterstellen, dass sie Steuerhinterzieher sind, dann schadet das nachhaltig diesem Wirtschaftsstandort Österreich, dann ist niemand mehr bereit, etwas zu unternehmen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wir lehnen diese Kriminalisierung der Bürger, wir lehnen diese Kriminalisierung der Unternehmer ganz deutlich ab! Wir wollen freie Bürger! Wir wollen freie Unternehmer! Wir wollen ein Land, in dem das Leben, das Wirtschaften, das Arbeiten Freude macht! – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben den Auftrag, dass wir dagegen arbeiten, dass große Vermögenseliten sich einfach der Besteuerung in Österreich entziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun sagen viele, dass man mit Reformen keine Wahlen gewinnen kann. Das stellt zugegebenermaßen einige Entscheidungsträger vor paradoxe Situationen. Trotzdem wird die ÖVP, solange wir von der Notwendigkeit von Reformen überzeugt sind, diese weiter initiieren und auch weiter versuchen, sie umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Strolz.
Auf der anderen Seite geht es aber darum, auch die finanzielle Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger vor leichtfertigen Angriffen zu schützen. Wir brauchen die entscheidenden Momente eines begründeten Verdachtes und richterliche Genehmigung – begründeter Verdacht und richterliche Genehmigung, meine Damen und Herren. Dazu hat es allerdings weder die NEOS noch die Stronachs gebraucht. Ich glaube, wir können uns erinnern, die Steirische Volkspartei hat von Beginn der Diskussion an mit Hermann Schützenhöfer als erstes sehr lautstark kommuniziert, dass es darum geht, die Privatsphäre der Bürger vor diesen leichtfertigen Angriffen zu schützen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Strolz.) – Wir können die Daten gern nachsehen, ich glaube, da liegen zwei Wochen dazwischen.
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Strolz hat, glaube ich, noch den Bedarf, das Zitat tatsächlich zu hören. Ich glaube, wir können uns erinnern, dass bereits am 22. Mai Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer deutlich gesagt hat – wörtliches Zitat: „Die derzeit im Zuge der Steuerreform diskutierte Kontenöffnung ohne einen Gerichtsbeschluss oder ohne einen Richter ist für uns nicht denkbar“. – Und Schützenhöfer hat das heute, nebenbei bemerkt, in einer Aussendung wiederholt, damit man auch sieht, es geht hier wirklich nicht um Wahltaktik, sondern es geht um inhaltliche Themen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP war immer schon und ist eine Partei, für die der gläserne Staat und nicht der gläserne Bürger umgesetzt werden soll. Meine Damen und Herren, die Einführung eines Generalverdachts gegenüber Privaten und Wirtschaftstreibenden würde zu einer Art Spitzelstaat führen. Das kann und darf es nicht sein. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter MMag. DDr. Hubert Fuchs (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Ein klares Ja zur Betrugsbekämpfung – egal, ob Steuer- oder Sozialbetrug –, aber auch ein klares Nein zur Abschaffung des Bankgeheimnisses für Inländer. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nicht nur wir Freiheitliche, sondern auch der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes, mehrere Landesregierungen, der ÖGB und viele andere Institutionen warnen in ihren Stellungnahmen vor unverhältnismäßigen Eingriffen in die Privatsphäre und den überschießenden Befugnissen der Abgabenbehörden. Auch das Justizministerium hat in seiner Stellungnahme den mangelnden Rechtsschutz im Falle der Einsicht durch die Abgabenbehörde kritisiert. Ein wirksamer Rechtsschutz vor einem willkürlichen Zugriff durch die Abgabenbehörden ist künftig nicht mehr gegeben. Das verfassungsrechtliche Grundrecht des Datenschutzes wird hier mit Füßen getreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
den Generalverdacht der Steuerhinterziehung. Das Vertrauensprinzip im Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern wird damit durch das Misstrauensprinzip ersetzt. Die Abschaffung des Bankgeheimnisses und die Pauschalverdächtigung durch die Bundesregierung werden die Einstellung der Bevölkerung zum Staat und die Steuermoral der Bevölkerung beeinträchtigen, weil sich die Bevölkerung zu Unrecht verdächtigt fühlt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da stelle ich mir schon die Frage, warum bei den Großkonzernen die vorhandenen Werkzeuge zur Betrugsbekämpfung nicht angewendet werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die künftige Rechtslage wird dazu führen, dass es für Inländer aus Datenschutzgründen sicherer sein wird, ein Konto in der Schweiz zu haben, weil die Schweiz der österreichischen Finanz nur die Erträgnisse meldet, aber die österreichische Finanz in der Regel nicht Einsicht in das Schweizer Konto nehmen lässt. Herr Finanzminister! Das kann doch nicht in Ihrem Sinn sein, dass die österreichischen Sparer in der Schweiz in Hinkunft besser geschützt werden als in Österreich? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Hausdurchsuchung darf nur im Rahmen eines ordentlichen rechtsstaatlichen Verfahrens erfolgen. Warum soll für ein Bankkonto etwas anderes gelten? – Der Entwurf dieses unerträglichen staatlichen Schnüffelgesetzes darf niemals Gesetz werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Für uns Freiheitliche sind das Grundrecht auf Datenschutz und der Rechtsschutz im Rahmen eines ordentlichen rechtsstaatlichen Verfahrens unabdingbar. Wir Freiheitliche werden den Regierungsparteien sicher keine Zweidrittelmehrheit verschaffen. Das Bankgeheimnis für Inländer ist unantastbar. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Der dritte Punkt ist, dass der kleine Angestellte, der kleine Arbeiter gar nicht gefragt wird. Seine Daten und seine Steuer werden direkt vom Unternehmer abgeführt. Der hätte gar nicht die Chance zum Steuerbetrug. Das ist gut so. Es hat aber noch nie jemanden aufgeregt, dass diese Meldung automatisch erfolgt, dass es hier keinen Datenschutz gibt und dass das Einkommen dieser Person praktisch gegenüber dem Finanzamt bereits offengelegt ist. Es gab keinen Protest des Teams Stronach, keinen Protest der FPÖ, keinen Protest der NEOS. Das stört euch alles nicht, denn das ist auch nicht euer Problem, um diese Leute geht es euch ja nicht. Euch geht es offensichtlich um ganz andere. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Nur, weil ihr von uns gestoßen worden seid!
Dass Steuerbetrug aufregt, heißt aber noch nicht, dass alles im Kampf gegen Steuerbetrug erlaubt ist. Es ist ganz klar, wir bewegen uns in einem Spannungsverhältnis zwischen Grundrechten und effizienten Abgabenverfahren. Wenn Abgeordneter Strolz fordert, dass es eine richterliche Kontrolle bei der Öffnung der Bankkonten gibt, dann sage ich, das ist der feine Unterschied zwischen NEOS und Grünen. Ihr fordert, wir werden genau das in den Verhandlungen durchsetzen, dass es diese richterliche Kontrolle gibt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Nur, weil ihr von uns gestoßen worden seid!)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Wenn Abgeordneter Strache herauskommt und sagt, er will nicht, dass den kleinen Arbeitslosen von den Sozialämtern aufs Konto geschaut wird, dann sage ich, er fordert das, die Grünen werden in den Verhandlungen genau das durchsetzen, dass die Sozialämter den kleinen Arbeitslosen nicht nachspionieren können. Wir werden noch ganz andere Dinge durchsetzen. Wir werden durchsetzen, dass die Zugriffskriterien genau definiert sind und dass eingebaut ist, dass jedenfalls die missbräuchliche Einsicht verhindert, dokumentiert und damit dargelegt werden kann. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Zwischenrufe des Abg. Strolz.
Das ist Politik. Wir stellen uns den schwierigen Aufgaben. Ihr fordert, wir werden das umsetzen, denn uns interessieren in der Politik jene Wege, auf denen wir etwas erreichen und verbessern können. (Zwischenrufe des Abg. Strolz.) Mit Selbstbewusstsein sage ich daher, dieses Spannungsverhältnis ist bei den Grünen in den besten Händen. Wir haben hier immer eine klare Linie in allen Fragen gefahren, sind unverdächtig und werden diese Linie weiterfahren.
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Dass sich das Team Stronach ernsthaft herausstellt und die Begriffe Grundrecht und Bürgerrecht in den Mund nimmt – das ist euer Recht –, ist, gelinde gesagt, empörend. Ihr habt bei der Vorratsdatenspeicherung eine Position, euer Kollege Hagen sagt klar, wir wollen die Vorratsdatenspeicherung. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) – Er nickt noch. Ein Geständnis. (Abg. Hagen: Sie tun da die Tatsachen verdrehen!) Für die Vorratsdatenspeicherung sein, aber bei der Konteneröffnung zu sagen, das geht nicht, das ist nicht schlüssig.
Abg. Hagen: Sie tun da die Tatsachen verdrehen!
Dass sich das Team Stronach ernsthaft herausstellt und die Begriffe Grundrecht und Bürgerrecht in den Mund nimmt – das ist euer Recht –, ist, gelinde gesagt, empörend. Ihr habt bei der Vorratsdatenspeicherung eine Position, euer Kollege Hagen sagt klar, wir wollen die Vorratsdatenspeicherung. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) – Er nickt noch. Ein Geständnis. (Abg. Hagen: Sie tun da die Tatsachen verdrehen!) Für die Vorratsdatenspeicherung sein, aber bei der Konteneröffnung zu sagen, das geht nicht, das ist nicht schlüssig.
Zwischenruf des Abg. Strolz
Ihr NEOS habt durchaus, das gestehe ich euch zu (Zwischenruf des Abg. Strolz), bei den Grundrechten eine relativ klare Linie. Was ihr aber heute mit eurem Antrag aufführt, ist nicht mehr nachvollziehbar. Mit dem Team Stronach, das für die Vorratsdatenspeicherung eintritt, gemeinsame Sache zu machen, das ist schon einmal fragwürdig, dann aber auch noch Kompromisse zu machen, um diesem Team Stronach entgegenzukommen (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz) und ernsthaft in Anträge hineinzuschreiben, dass nur mehr die überbordende Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken problematisch ist, das geht nicht! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz
Ihr NEOS habt durchaus, das gestehe ich euch zu (Zwischenruf des Abg. Strolz), bei den Grundrechten eine relativ klare Linie. Was ihr aber heute mit eurem Antrag aufführt, ist nicht mehr nachvollziehbar. Mit dem Team Stronach, das für die Vorratsdatenspeicherung eintritt, gemeinsame Sache zu machen, das ist schon einmal fragwürdig, dann aber auch noch Kompromisse zu machen, um diesem Team Stronach entgegenzukommen (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz) und ernsthaft in Anträge hineinzuschreiben, dass nur mehr die überbordende Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken problematisch ist, das geht nicht! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.
Ihr NEOS habt durchaus, das gestehe ich euch zu (Zwischenruf des Abg. Strolz), bei den Grundrechten eine relativ klare Linie. Was ihr aber heute mit eurem Antrag aufführt, ist nicht mehr nachvollziehbar. Mit dem Team Stronach, das für die Vorratsdatenspeicherung eintritt, gemeinsame Sache zu machen, das ist schon einmal fragwürdig, dann aber auch noch Kompromisse zu machen, um diesem Team Stronach entgegenzukommen (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz) und ernsthaft in Anträge hineinzuschreiben, dass nur mehr die überbordende Ermächtigung zur Sammlung von Fingerabdrücken problematisch ist, das geht nicht! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.)
Abg. Strolz: Sie sind ein Polemiker!
Es geht auch nicht, zu sagen, die Einführung einer systematischen personenbezogen Datenspeicherung wäre nur ohne parlamentarische Kontrolle problematisch. (Abg. Strolz: Sie sind ein Polemiker!) Das heißt übersetzt, Vorratsdatenspeicherung ja, aber mit parlamentarischer Kontrolle. Da hätte ich mir von euch schon mehr Klarheit erwartet. Die Grünen haben immer eine klare Linie gefahren. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.
Es geht auch nicht, zu sagen, die Einführung einer systematischen personenbezogen Datenspeicherung wäre nur ohne parlamentarische Kontrolle problematisch. (Abg. Strolz: Sie sind ein Polemiker!) Das heißt übersetzt, Vorratsdatenspeicherung ja, aber mit parlamentarischer Kontrolle. Da hätte ich mir von euch schon mehr Klarheit erwartet. Die Grünen haben immer eine klare Linie gefahren. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Strolz.)
Beifall bei den Grünen.
Nein zum Missbrauch des Bankgeheimnisses für jene, die glauben, sie müssen unter diesem Gesichtspunkt keine Steuern zahlen. Nein zum Missbrauch der Kontoeinsicht durch mangelnde Schutzmechanismen. Genau das werden wir in den Verhandlungen durchsetzen. Wir bohren die harten Bretter. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Ich habe zwei Anmerkungen kurz vorweg. Herr Kollege Zakostelsky, entweder Sie waren bei der Sitzung am 20. Mai nicht hier, als Klubobmann Strolz gesagt hat, dass er für die Konteneinsicht den richterlichen Beschluss fordert, oder Sie bringen den 22. Mai und den 20. Mai durcheinander, weil Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer gesagt hat, er war am 22. Mai da. Der 20. Mai ist meiner Meinung nach jedenfalls davor. (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi.
Herr Finanzminister, es geht auch niemanden etwas an, wie Ihr privater Kontostand ausschaut. Das ist auch Ihr gutes Recht. Und ich will nicht, dass Sie massenhaft Daten von mir speichern, damit Rückschlüsse auf mein Privatleben ziehen können und dementsprechend wissen, was ich wann mache, weil mein Privatleben niemanden etwas angeht. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi.
Menschen haben jahrhundertelang dafür gekämpft, dass wir grundlegende Freiheits- und Menschenrechte haben. Diesen Kampf opfern wir Tag für Tag und Monat für Monat, es geht nämlich um die Freiheit vom Staat. Und wenn die Bundesregierung systematisch diesen Kampf konterkariert, indem sie im Monatsrhythmus neue Freiheitseinschränkungen vorschlägt und beschließen will – immer unter dem Deckmantel der Terrorismus- oder Verbrechensbekämpfung –, dann stellt sie alle Österreicherinnen und Österreicher damit unter Generalverdacht. Damit muss endlich Schluss sein. Die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger, die Freiheit des Einzelnen muss wieder in den Mittelpunkt kommen. Sie muss, glaube ich, die ultimative Maxime unseres politischen Handelns sein, damit wir jetzt, 66 Jahre nach der Veröffentlichung von George Orwells „1984“, eben nicht bei dem angelangen, was George Orwell vor 66 Jahren schon beschrieben hat, nämlich diesem allumfassenden, alles überwachenden Staat. Das kann es nicht sein. Wir müssen endlich wieder anfangen, für die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger zu kämpfen. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi.)
Abg. Strolz: Jeder Cent ist bei uns offengelegt! Crowdfunding !
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist bei Wahlen leider kein Beipackzettel dabei, so wie bei Medikamenten, sonst hätten Wählerinnen und Wähler auch die Nebenwirkungen der zwei von Millionären gesponserten Wahlkämpfe – wie zum Beispiel dem Team Stronach und den NEOS – beschrieben bekommen und sich schneller überlegen können, ob das gescheit ist. (Abg. Strolz: Jeder Cent ist bei uns offengelegt! Crowdfunding !) Inzwischen sind sie schon intelligenter geworden, wie man am Wahlergebnis sieht. (Abg. Strolz: Das ist bewusst nicht die Wahrheit gesagt!)
Abg. Strolz: Das ist bewusst nicht die Wahrheit gesagt!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist bei Wahlen leider kein Beipackzettel dabei, so wie bei Medikamenten, sonst hätten Wählerinnen und Wähler auch die Nebenwirkungen der zwei von Millionären gesponserten Wahlkämpfe – wie zum Beispiel dem Team Stronach und den NEOS – beschrieben bekommen und sich schneller überlegen können, ob das gescheit ist. (Abg. Strolz: Jeder Cent ist bei uns offengelegt! Crowdfunding !) Inzwischen sind sie schon intelligenter geworden, wie man am Wahlergebnis sieht. (Abg. Strolz: Das ist bewusst nicht die Wahrheit gesagt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Scherak.
Es gibt § 109a Einkommensteuergesetz – seit Jahren, Herr Strolz! (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Scherak.) Der ist Ihnen auch noch nicht aufgefallen! Dort wird nämlich zum Beispiel von jedem Bausparkassenvertreter die Höhe der Honorare auf den Cent genau von seinem Auftraggeber direkt an die Finanz übermittelt, selbst für den Zeitungskolporteur, für den Unterrichtenden und Lehrenden, für alle. Das ist kein Problem für die Millionärsparteien, denn da geht es ja um das einfache Volk! Daher ist das Abfragen kein Problem! (Zwischenrufe bei den NEOS.)
Zwischenrufe bei den NEOS.
Es gibt § 109a Einkommensteuergesetz – seit Jahren, Herr Strolz! (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Scherak.) Der ist Ihnen auch noch nicht aufgefallen! Dort wird nämlich zum Beispiel von jedem Bausparkassenvertreter die Höhe der Honorare auf den Cent genau von seinem Auftraggeber direkt an die Finanz übermittelt, selbst für den Zeitungskolporteur, für den Unterrichtenden und Lehrenden, für alle. Das ist kein Problem für die Millionärsparteien, denn da geht es ja um das einfache Volk! Daher ist das Abfragen kein Problem! (Zwischenrufe bei den NEOS.)
Zwischenrufe des Abg. Strolz – eine Attrappe einer Radarpistole in die Höhe haltend.
Nein, beim ausschlaggebenden Punkt, zu dem es eine Sondersitzung braucht, geht es darum, dass jene, die vielleicht Millionen Euro ohne Steuer auf die Seite geschafft haben, einen Beitrag zahlen, damit die anderen weniger Steuer zahlen. (Zwischenrufe des Abg. Strolz – eine Attrappe einer Radarpistole in die Höhe haltend.)
Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie Ihre Parteifinanzen offengelegt?!
Da winkt er mit Attrappen, der Herr Strolz. Es ist typisch dafür, wenn man aus einem bestimmten Interesse finanziert wird. Entschuldigung, beim Frank waren es dann, wie sich nachträglich herausgestellt hat, Darlehen. An denen kiefelt die Fraktion auch, die Abgeordneten müssen deswegen schon wechseln. Dort ist es ein bisschen anders formuliert, aber bezahlt haben sie es, und sie wussten, welches Interesse sie haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie Ihre Parteifinanzen offengelegt?!) – Das hat damit gar nichts zu tun, Frau Kollegin. (Abg. Meinl-Reisinger: Das hat damit wohl etwas zu tun!) Wenn Sie von Zehntausenden Menschen gewählt sind, dann nehmen Sie Ihr Mandat wahr. Die Stimme von Herrn Stronach war nicht Ihr Mandat hier, sondern die Stimme von jenen Zehntausenden, die heute auch zum Teil hier zuschauen.
Abg. Meinl-Reisinger: Das hat damit wohl etwas zu tun!
Da winkt er mit Attrappen, der Herr Strolz. Es ist typisch dafür, wenn man aus einem bestimmten Interesse finanziert wird. Entschuldigung, beim Frank waren es dann, wie sich nachträglich herausgestellt hat, Darlehen. An denen kiefelt die Fraktion auch, die Abgeordneten müssen deswegen schon wechseln. Dort ist es ein bisschen anders formuliert, aber bezahlt haben sie es, und sie wussten, welches Interesse sie haben. (Abg. Meinl-Reisinger: Haben Sie Ihre Parteifinanzen offengelegt?!) – Das hat damit gar nichts zu tun, Frau Kollegin. (Abg. Meinl-Reisinger: Das hat damit wohl etwas zu tun!) Wenn Sie von Zehntausenden Menschen gewählt sind, dann nehmen Sie Ihr Mandat wahr. Die Stimme von Herrn Stronach war nicht Ihr Mandat hier, sondern die Stimme von jenen Zehntausenden, die heute auch zum Teil hier zuschauen.
Zwischenrufe bei den NEOS.
Das sind nicht die, die die Millionen gescheffelt haben. (Zwischenrufe bei den NEOS.) Das sind die, die jeden Monat warten müssen, dass sie eine Überweisung kriegen, denen die Steuer vorher abgezogen wurde. Die haben Sie gewählt, nicht Herr Stronach und andere Millionäre. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Hören Sie auf, die Politik dafür zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Darmann.
Das sind nicht die, die die Millionen gescheffelt haben. (Zwischenrufe bei den NEOS.) Das sind die, die jeden Monat warten müssen, dass sie eine Überweisung kriegen, denen die Steuer vorher abgezogen wurde. Die haben Sie gewählt, nicht Herr Stronach und andere Millionäre. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Hören Sie auf, die Politik dafür zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind nicht die, die die Millionen gescheffelt haben. (Zwischenrufe bei den NEOS.) Das sind die, die jeden Monat warten müssen, dass sie eine Überweisung kriegen, denen die Steuer vorher abgezogen wurde. Die haben Sie gewählt, nicht Herr Stronach und andere Millionäre. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Hören Sie auf, die Politik dafür zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Meinl-Reisinger: Dann freuen Sie sich doch!
Hans Peter Haselsteiner kann sich selbst vertreten, der braucht nicht Ihre Fraktion hier. Und der hat gesagt, die, die genug Geld haben, sollen sogar eine höhere Steuer zahlen. Da ist mir Hans Peter Haselsteiner noch zehnmal lieber als Sie, Herr Strolz (Abg. Meinl-Reisinger: Dann freuen Sie sich doch!), denn der ist wenigstens bei dem Teil ehrlich.
Abg. Meinl-Reisinger: Das ist nicht egal!
Noch etwas: Wenn Ihnen egal ist, wie es dem Rest der Bevölkerung geht, wenn Ihnen egal ist, dass die auf den Cent genau abrechnen (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist nicht egal!), wenn die Millionäre kommen, wenn es endlich gilt, das Schwarzgeld aufzudecken (Abg. Strolz: Geht’s noch?! – anhaltende Zwischenrufe der Abg. Meinl-Reisinger), dann hören Sie auf, die Verteidiger der Schwarzgeldmillionen zu sein – auch Sie, Frau Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Außer Schreierei nichts dabei!)
Abg. Strolz: Geht’s noch?! – anhaltende Zwischenrufe der Abg. Meinl-Reisinger
Noch etwas: Wenn Ihnen egal ist, wie es dem Rest der Bevölkerung geht, wenn Ihnen egal ist, dass die auf den Cent genau abrechnen (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist nicht egal!), wenn die Millionäre kommen, wenn es endlich gilt, das Schwarzgeld aufzudecken (Abg. Strolz: Geht’s noch?! – anhaltende Zwischenrufe der Abg. Meinl-Reisinger), dann hören Sie auf, die Verteidiger der Schwarzgeldmillionen zu sein – auch Sie, Frau Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Außer Schreierei nichts dabei!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Außer Schreierei nichts dabei!
Noch etwas: Wenn Ihnen egal ist, wie es dem Rest der Bevölkerung geht, wenn Ihnen egal ist, dass die auf den Cent genau abrechnen (Abg. Meinl-Reisinger: Das ist nicht egal!), wenn die Millionäre kommen, wenn es endlich gilt, das Schwarzgeld aufzudecken (Abg. Strolz: Geht’s noch?! – anhaltende Zwischenrufe der Abg. Meinl-Reisinger), dann hören Sie auf, die Verteidiger der Schwarzgeldmillionen zu sein – auch Sie, Frau Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Außer Schreierei nichts dabei!)
Abg. Hübner: Ja, grundsätzlich!
Ich möchte klarstellen, damit das auch alle jungen Damen und Herren, die da oben auf der Galerie sitzen, mitbekommen: Das Bankgeheimnis besteht ja grundsätzlich weiterhin. (Abg. Hübner: Ja, grundsätzlich!) Es besteht aus der Pflicht der Kreditinstitute zur Verschwiegenheit über kundenbezogene Tatsachen und Wertungen. Bitte schön, wir regeln die Einschau und die Offenlegung, aber nicht die Abschaffung dessen, was ein Kreditinstitut uns beim Anlegen eines Kontos versprochen hat. Dass das Bankge-heimnis gegenüber Finanzbehörden in Europa, in der Schweiz und in den USA bereits in den letzten Jahren gelockert wurde, das wissen wir mittlerweile auch. Das geschah insbesondere im Hinblick darauf, dass wir den internationalen Steuerbetrug hintanhalten wollen, unbedingt wirksam bekämpfen wollen.
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Ich versteife mich nicht auf den Richter – schön, wenn er kommt –, meiner Ansicht nach ist auch ein unabhängiger, unparteilicher und weisungsfreier Rechtsschutzbeauftragter sicher eine gute Möglichkeit. Da gilt es auch abzuwägen, wie ein Verfahren auch sinnvoll, auch schnell organisiert werden kann. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube trotzdem, dass es jedenfalls eine Möglichkeit geben muss, ein Rechtsmittel zu ergreifen. Ich verwahre mich gegen einen schrankenlosen Eingriff in die Privatsphäre – der ist auch nicht vorgesehen. Die Menschen unter Generalverdacht zu stellen kann und wird niemals ein Ziel sein, aber diejenigen, die betrügen, zu fangen, zu fassen und entsprechend zu bestrafen, das ist schon das Ziel dieser Regierungsvorlage. Daher hoffe ich, dass wir in den nächsten zwei, drei Wochen intensive Gespräche haben und dann zu einem guten gemeinsamen Ergebnis kommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: So wie bei der Hypo!
mit seinen Mitteln sorgsam umgegangen wird und sie nicht dazu dienen, Einzel- oder Gruppeninteressen zu befriedigen. (Abg. Rädler: So wie bei der Hypo!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Rädler.
Professor Friedrich Schneider von der JKU Linz sagt, dass 85 Prozent der Bevölkerung gerne ihren Obolus leisten würden. Österreich zählt hinter der Schweiz, den Niederlanden und Luxemburg zu den steuerehrlichsten Ländern – Originalzitat Schneider. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Rädler.) Deshalb ist es unerklärlich, wieso gerade der Finanzminister glaubt, dass wir zur Gegenfinanzierung der Steuer-reform 1,9 Milliarden € aus dem Titel Steuerbetrug lukrieren können.
Abg. Rädler: Hallo! Ordnungsruf!
Die Regierung verhält sich wie ein Rauschgiftsüchtiger, der eine immer höhere Dosis benötigt, um alle Versprechen halten und das eigene Klientel bedienen zu können. (Abg. Rädler: Hallo! Ordnungsruf!) In der Folge ist der Regierung jedes Mittel recht, um noch zusätzliche Einnahmen erzielen zu können; auf der Strecke bleiben die Bürgerrechte. Die Errungenschaften der Revolution von 1848 wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und allgemeine Bürgerrechte gehen nunmehr durch diese Maßnahmen sukzessive verloren.
Abg. Rädler: Ah geh!
Die Visionen aus George Orwells (Abg. Rädler: Ah geh!) Roman „1884“ (Abg. Matznetter: „1984“, Herr Kollege!) – Entschuldigung, „1984“ – sind mittlerweile schon längst eingetreten – wie zum Beispiel das Neusprech, welches längst schon Einzug in unsere Gehirne gehalten hat. Wir haben bereits die nächste Stufe eines Überwachungsstaates erreicht. Wir befinden uns nämlich im Stadium der sogenannten „Tribute von Panem“, in dem jedes Jahr ein neues Opfer in Form einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gefunden wird, das die Gier des Staates befriedigen soll.
Abg. Matznetter: „1984“, Herr Kollege!
Die Visionen aus George Orwells (Abg. Rädler: Ah geh!) Roman „1884“ (Abg. Matznetter: „1984“, Herr Kollege!) – Entschuldigung, „1984“ – sind mittlerweile schon längst eingetreten – wie zum Beispiel das Neusprech, welches längst schon Einzug in unsere Gehirne gehalten hat. Wir haben bereits die nächste Stufe eines Überwachungsstaates erreicht. Wir befinden uns nämlich im Stadium der sogenannten „Tribute von Panem“, in dem jedes Jahr ein neues Opfer in Form einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gefunden wird, das die Gier des Staates befriedigen soll.
Beifall bei der FPÖ.
Was wir benötigen, sehr geehrte Damen und Herren, ist ein gläserner Staat – und nicht der gläserne Bürger. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Steinhauser: Waren wir immer!
Den größten Rückwärtssalto in dieser ganzen Diskussion – und das muss ich schon auch deutlich sagen – haben aber die Grünen hingelegt. Herr Kollege Rossmann, auch Herr Kollege Steinhauser, wenn Sie sich hier jetzt als Verteidiger des Rechtsstaates aufführen (Abg. Steinhauser: Waren wir immer!), dann ist das doch wirklich sowas von unglaubwürdig! Sie sind diejenigen gewesen, die überhaupt kein Auge auf den Rechtsschutz hatten. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Sie sind diejenigen gewesen, die der Regierung die Verfassungsmehrheit geben wollen, damit in die Konten hineingeschaut werden kann.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Den größten Rückwärtssalto in dieser ganzen Diskussion – und das muss ich schon auch deutlich sagen – haben aber die Grünen hingelegt. Herr Kollege Rossmann, auch Herr Kollege Steinhauser, wenn Sie sich hier jetzt als Verteidiger des Rechtsstaates aufführen (Abg. Steinhauser: Waren wir immer!), dann ist das doch wirklich sowas von unglaubwürdig! Sie sind diejenigen gewesen, die überhaupt kein Auge auf den Rechtsschutz hatten. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Sie sind diejenigen gewesen, die der Regierung die Verfassungsmehrheit geben wollen, damit in die Konten hineingeschaut werden kann.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Erst, als dieses Thema von uns NEOS angestoßen worden ist, und erst, als Sie bemerkt haben, welche Emotionen es in der Bevölkerung auslöst, dass in die privaten Konten hineingeschaut werden soll – na, Überraschung, klar löst das Emotionen aus! –, erst dann haben Sie begonnen, zurückzurudern. Erst dann haben Sie nebulös von einem Rechtsschutzbeauftragten gesprochen und auch nicht dazugesagt, dass der nicht im Vorhinein, sondern erst im Nachhinein kontrolliert. Erst dann haben Sie, hin und her gesprungen, von irgendeinem richterlichem Beschluss gesprochen. Sagen Sie offen und ehrlich dazu, dass das nicht Ihre Erfindung war: Ganz am Anfang ist null Rechtsschutz gestanden! (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Rossmann: Sie sollten nicht nur die „Kronen Zeitung“ lesen!
Wenn Sie sich da bewegen, unserem Druck und dem berechtigten Druck der Bürger und Bürgerinnen draußen nachgeben und einen richterlichen Schutz einfordern, dann ist das positiv zu sehen, aber wir werden genau darauf achten, ob Sie das auch tatsächlich machen. (Abg. Rossmann: Sie sollten nicht nur die „Kronen Zeitung“ lesen!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
das Ende von Rechtsstaaten! Und das, liebe Kollegen von den Grünen, müssen Sie sich hier in dieser Diskussion auch gefallen lassen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.
Herr Finanzminister, ich kann Ihnen zum Abschluss nur Folgendes mitgeben: Richten Sie diese Kameras bitte auf die Konten des Staates, denn die Konten des Staates brauchen Transparenz, nicht die Konten der Bürger. – Danke. (Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Wer da heute vom Spitzelstaat spricht, wer da von Generalverdacht spricht, dem geht es in Wirklichkeit darum, dass ein Geschäftsmodell, das auf Betrug und Steuerhinterziehung aufgebaut ist, salonfähig gemacht wird! Das geht mit uns nicht. (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, dem werden wir nie unsere Zustimmung geben. Daher ist es vollkommen klar, dass es das braucht, um hier diejenigen, die verpflichtet sind, Steuern zu bezahlen, auch zur Steuerzahlung zu bringen!
Abg. Meinl-Reisinger: Hören Sie doch auf! Jeder Unternehmer richtet es sich? Oder was ist das? Was heißt das?
Jedem Arbeitnehmer, jeder Arbeitnehmerin werden in völliger Transparenz am Monatsersten die Steuer, die Sozialversicherung und Sonstiges mehr abgezogen. Das weiß jeder. Über den Arbeitnehmer weiß man alles – und andere haben die Gelegenheit, es sich zu richten! Mit unterschiedlichen Möglichkeiten ... (Abg. Meinl-Reisinger: Hören Sie doch auf! Jeder Unternehmer richtet es sich? Oder was ist das? Was heißt das?)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, auch der ÖGB und die Arbeiterkammer haben im Zuge der Begutachtung noch ihre Anmerkungen eingebracht. Ich gehe davon aus, dass wir es auf Basis des Ministerratsvortrages umsetzen. Dafür möchte ich mich und werden wir uns auch einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strolz: Ihr tut so!
Ich sage Ihnen auch, warum mir das so wichtig ist und warum uns das so wichtig ist: Weil wir heute eine Debatte über einen ganz kleinen Ausschnitt des Datenschutzes führen. NEOS und Team Stronach wollen, dass wir heute über den Datenschutz von Steuerbetrugsverdächtigen diskutieren. Ich halte es für richtig, weil auch Steuerbetrugsverdächtige das Recht auf Datenschutz haben. Aber tun Sie bitte nicht so, meine Damen und Herren von Team Stronach und NEOS, als wären die Steuerbetrugsverdächtigen die Mehrheit der Bevölkerung der Republik Österreich! Das ist doch absurd und lächerlich. (Abg. Strolz: Ihr tut so!)
Beifall bei den Grünen
Das ist ein Generalverdacht (Beifall bei den Grünen), und das ist eine wirkliche Unverschämtheit gegenüber allen Menschen in dieser Republik, die ehrlich ihre Steuern zahlen und, wenn sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, ja gar keine Möglichkeiten haben wie etwa parteienfinanzierende Großunternehmer. Da gibt es einen Riesenunterschied, und auf diesen Unterschied legen wir sehr, sehr großen Wert.
Zwischenruf des Abg. Strolz
Nur, eines garantiere ich Ihnen: Wir werden mit der Bundesregierung nicht so schlecht verhandeln, wie die NEOS mit dem Team Stronach verhandelt haben. Selbstverständlich, denn als NEOS, wenn man eine einzige Sondersitzung im ganzen Jahr hat – eine einzige Sondersitzung! –, diese Sondersitzung herzuschenken, um einen Antrag vom Team Stronach zu unterstützen, in dem wenig verklausuliert vorgeschlagen wird (Zwischenruf des Abg. Strolz), zwar unter parlamentarischer Kontrolle, aber die Vorratsdatenspeicherung einzuführen, Fingerabdrücke zu sammeln, IP-Adressen zu sammeln, und dann muss für den Abgeordneten Strolz ein anderer Abgeordneter herauslaufen und zur Reparatur dieses überwachungspolitischen Totalschadens geschwind wieder einen Antrag einbringen, man sei doch ohnehin gegen die Vorratsdatenspeicherung (Heiterkeit des Redners) – das hätten Sie sich heute wirklich sparen können!
Heiterkeit des Redners
Nur, eines garantiere ich Ihnen: Wir werden mit der Bundesregierung nicht so schlecht verhandeln, wie die NEOS mit dem Team Stronach verhandelt haben. Selbstverständlich, denn als NEOS, wenn man eine einzige Sondersitzung im ganzen Jahr hat – eine einzige Sondersitzung! –, diese Sondersitzung herzuschenken, um einen Antrag vom Team Stronach zu unterstützen, in dem wenig verklausuliert vorgeschlagen wird (Zwischenruf des Abg. Strolz), zwar unter parlamentarischer Kontrolle, aber die Vorratsdatenspeicherung einzuführen, Fingerabdrücke zu sammeln, IP-Adressen zu sammeln, und dann muss für den Abgeordneten Strolz ein anderer Abgeordneter herauslaufen und zur Reparatur dieses überwachungspolitischen Totalschadens geschwind wieder einen Antrag einbringen, man sei doch ohnehin gegen die Vorratsdatenspeicherung (Heiterkeit des Redners) – das hätten Sie sich heute wirklich sparen können!
Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ja eine Eifersuchtssache!
Okay, wir setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Ich lege großen Wert darauf, Herr Abgeordneter Strolz, dass diese Unterschiede sichtbar werden. Sie werden sich manchmal die Frage stellen – etwa bei Ihrer heutigen Allianz mit Team Stronach und Freiheitlicher Partei –, ob Sie nicht etwas stark dazu neigen, politisch die falschen Bäume zu umarmen. Sie sollten sich die politischen Bäume anschauen, bevor Sie sie umarmen. (Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ja eine Eifersuchtssache!) Heute haben Sie falsch umarmt, und heute müssen Sie wieder erklären, dass Sie eigentlich doch gegen Vorratsdatenspeicherung sind, dass Sie eigentlich doch auf unserer Seite und auf der Seite des Rechtsstaates sind. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) Willkommen – wenn Sie wieder zurückkommen, willkommen bei uns!
Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Okay, wir setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Ich lege großen Wert darauf, Herr Abgeordneter Strolz, dass diese Unterschiede sichtbar werden. Sie werden sich manchmal die Frage stellen – etwa bei Ihrer heutigen Allianz mit Team Stronach und Freiheitlicher Partei –, ob Sie nicht etwas stark dazu neigen, politisch die falschen Bäume zu umarmen. Sie sollten sich die politischen Bäume anschauen, bevor Sie sie umarmen. (Abg. Walter Rosenkranz: Das ist ja eine Eifersuchtssache!) Heute haben Sie falsch umarmt, und heute müssen Sie wieder erklären, dass Sie eigentlich doch gegen Vorratsdatenspeicherung sind, dass Sie eigentlich doch auf unserer Seite und auf der Seite des Rechtsstaates sind. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) Willkommen – wenn Sie wieder zurückkommen, willkommen bei uns!
Beifall bei den Grünen.
Aber wir werden es auch ohne Sie schaffen. Wir werden erfolgreich mit der Bundesregierung vollen Rechtsschutz beim Bankgeheimnis und bei den Kontenöffnungen verhandeln! Ohne das wird es keine grüne Zustimmung geben. Und ich wünsche Ihnen, Herr Abgeordneter Strolz, dass Sie das nächste Mal erfolgreicher mit dem Team Stronach verhandeln. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Geschätztes Regierungsmitglied! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ja, Herr Pilz, dass die Eifersucht eine ganz große ist, weil wir heute auch einmal mit anderen zusammenarbeiten – also wir machen auch gerne wieder, wenn ihr gescheite Vorschläge habt, mit den Grünen gemeinsame Sache! Wir sind hier ins Hohe Haus gekommen, um sachbezogene Kooperationen zu machen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pilz.
Wenn Sie als Grüne hoffentlich auch etwas für Bäume übrig haben, dann darf ich Ihnen, Herr Pilz, einen Baum aufstellen: Dass Sie fast 30 Jahre nach Einzug ins Hohe Haus die Geschäftsordnung noch immer nicht beherrschen, ist ein bisschen betrüblich. (Zwischenruf des Abg. Pilz.) Natürlich haben wir auch noch ein Klubverlangen offen. Und wir haben heute den Weg gewählt, gemeinsam mit einer anderen Fraktion ein Thema vorzubringen.
Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Was bleibt übrig von diesem Tag? – Zum einen: Wir konnten die Grünen in den letzten drei Wochen bewegen und haben sie heute festgelegt: Keine Kontoeinschau ohne richterlichen Beschluss! Die Grünen sind festgelegt; wir nehmen euch beim Wort. (Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Brosz.) Wir nehmen euch beim Wort, denn ihr wart nicht immer auf der Position. Ihr wart Flip-Flopper: 360-Grad-Wendung innerhalb von 24 Stunden und dann noch einmal zurück. Wir nehmen euch beim Wort.
Abg. Brosz: Ihr stimmt da nicht zu?
gesagt!) Sie bewegen sich in die richtige Richtung, Sie sind noch nicht festgelegt. Die ÖVP hat innerhalb von drei Wochen (Abg. Brosz: Ihr stimmt da nicht zu?) eine 720-Grad-Wendung geschafft: Sie sind Flip-Flop-Flop-Flipper, das ist unglaublich! Wir werden Sie natürlich weiterhin im Schwitzkasten halten. Wir werden das nicht akzeptieren. Keine Kontoeinschau ohne richterlichen Beschluss! Wir werden den Generalverdacht nicht dulden.
Abg. Glawischnig-Piesczek: ... Veranlagung!
Eines noch an die Grünen: Ich hoffe, dass das, was ihr heute zumindest für euch festgelegt habt, auch für Freiberufler, EPUs, kleine und mittlere Unternehmen hält. Denn: Eva Glawischnig, was du gemacht hast, dass du sagst, na ja, bei den Unternehmern müssen wir vielleicht schon eine andere Regelung treffen, vielleicht ohne richterlichen Beschluss – das wird mit uns nicht möglich sein! (Abg. Glawischnig-Piesczek: ... Veranlagung!) Da werden wir natürlich den Finger in die Wunde legen, wann immer Sie hier durch diese Hintertür gehen. Wir werden Ihnen, wenn Sie den nächsten Flip-Flop hinlegen, die Schuhe nehmen, dann müssen Sie barfuß weitertanzen. (Beifall bei NEOS und Team Stronach.)
Beifall bei NEOS und Team Stronach.
Eines noch an die Grünen: Ich hoffe, dass das, was ihr heute zumindest für euch festgelegt habt, auch für Freiberufler, EPUs, kleine und mittlere Unternehmen hält. Denn: Eva Glawischnig, was du gemacht hast, dass du sagst, na ja, bei den Unternehmern müssen wir vielleicht schon eine andere Regelung treffen, vielleicht ohne richterlichen Beschluss – das wird mit uns nicht möglich sein! (Abg. Glawischnig-Piesczek: ... Veranlagung!) Da werden wir natürlich den Finger in die Wunde legen, wann immer Sie hier durch diese Hintertür gehen. Wir werden Ihnen, wenn Sie den nächsten Flip-Flop hinlegen, die Schuhe nehmen, dann müssen Sie barfuß weitertanzen. (Beifall bei NEOS und Team Stronach.)
Heiterkeit bei den Grünen
Sie sind nämlich der Steigbügelhalter der Regierung in vielen Sachen; ich möchte nur EMS und, und, und ansprechen. Das ist die grüne Partei: Die Verbotspartei (Heiterkeit bei den Grünen) sind die Grünen, und das wissen wir. Meine Damen und Herren, hier haben Sie sich selbst entlarvt! – Ja, Sie können lachen; das ist Fakt. Sie sind ertappt worden, Herr Pilz von den Grünen, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Brosz: Was wollen Sie uns jetzt sagen?)
Abg. Brosz: Was wollen Sie uns jetzt sagen?
Sie sind nämlich der Steigbügelhalter der Regierung in vielen Sachen; ich möchte nur EMS und, und, und ansprechen. Das ist die grüne Partei: Die Verbotspartei (Heiterkeit bei den Grünen) sind die Grünen, und das wissen wir. Meine Damen und Herren, hier haben Sie sich selbst entlarvt! – Ja, Sie können lachen; das ist Fakt. Sie sind ertappt worden, Herr Pilz von den Grünen, nehmen Sie das zur Kenntnis! (Abg. Brosz: Was wollen Sie uns jetzt sagen?)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.
Vielleicht noch ein letztes Wort zu unseren Ex-Kollegen Marcus Franz und Georg Vetter: Was ich nicht verstehe – liebe Kollegen, ich schätze euch persönlich sehr als Mensch, aber das verstehe ich nicht –, ist, dass Sie eine solche Linie einschlagen. Frank Stronach wollte dieses verkorkste System aufbrechen, und Sie setzen sich genau in dieses System hinein! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das sind die Fakten, und das ist für mich nicht verständlich. Wenn ihr zur FPÖ gegangen wärt, hätte ich es verstanden – aber nicht zur ÖVP! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)