Eckdaten:
Für die 122. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 367 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Landeshauptstadt Klagenfurt bezüglich ,der gänzlichen oder teilweisen Abschaffung der nicht mehr zeitgemäßen Pragmatisierung‘“(Ordnungsnummer 124) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „110-kV ade!“ (Ordnungsnummer 125) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht von der Abgeordneten Petra Bayr
Petition betreffend „Etablierung eines Weltmädchentags der Vereinten Nationen“ (Ordnungsnummer 126) (überreicht von der Abgeordneten Petra Bayr)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung der auf der Regierungsbank Platz nehmenden Bundesministerin Dr. Karl –: Dame!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP – in Richtung der auf der Regierungsbank Platz nehmenden Bundesministerin Dr. Karl –: Dame!) – Dame inzwischen auch, ja! Es ist uns wichtig, im Rahmen der heutigen Sondersitzung das Thema direkte Demokratie auch hier voranzutreiben, denn es ist notwendig und wichtig, direkte Demokratie endlich auch in unserem Land zu leben und die Mechanismen dafür sicherzustellen. Es ist daher heute diese Sondersitzung unter dem Titel „Direkte Demokratie statt rot-schwarzem Reformstillstand, Herr Bundeskanzler!“ von uns einberufen worden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP – in Richtung der auf der Regierungsbank Platz nehmenden Bundesministerin Dr. Karl –: Dame!) – Dame inzwischen auch, ja! Es ist uns wichtig, im Rahmen der heutigen Sondersitzung das Thema direkte Demokratie auch hier voranzutreiben, denn es ist notwendig und wichtig, direkte Demokratie endlich auch in unserem Land zu leben und die Mechanismen dafür sicherzustellen. Es ist daher heute diese Sondersitzung unter dem Titel „Direkte Demokratie statt rot-schwarzem Reformstillstand, Herr Bundeskanzler!“ von uns einberufen worden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es darum geht, dass wir konkret verbindliche Volksabstimmungen eingefordert haben, zum Beispiel in der Frage des Europäischen Rettungs- und Haftungsschirmes, oder wenn es um Volksbefragungen geht, dann haben wir immer wieder in diesem Ho-hes Haus erleben müssen, dass leider Gottes Vertreter von SPÖ, ÖVP, aber auch von den Grünen diese direkt-demokratischen Instrumente abgelehnt haben. Die heutige Sitzung wird daher auch für Sie eine Nagelprobe sein, denn heute haben wir Gelegenheit, endlich auch die direkte Demokratie gemeinsam in unserem Land durchzusetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
die Politik interessieren, aber nahezu drei Viertel der Bevölkerung sich heute abgestoßen abwenden von der Politik, vor allem von dieser Regierungspolitik, da man immer wieder erleben muss, dass gegen die Interessen der österreichischen Bevölkerung Politik betrieben wird und man nicht bereit ist, die eigene Bevölkerung in Entscheidungsprozesse einzubinden. Einfach drüberfahren über die eigene Bevölkerung, das ist in vielen Bereichen Ihr Motto. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher darf man sich nicht wundern, wenn eben drei Viertel der Österreicher heute das politische Geschehen und die Handlungsweisen dieser österreichischen Bundesregierung immer mehr kalt lassen, ja viel schlimmer, sich immer mehr angewidert abwenden von solchen politischen Mechanismen. Noch nie hat sich die Bevölkerung, laut der IMAS-Studie, so wenig für Politik interessiert. Da heißt es im IMAS-Report, dass vor allem die 16- bis 29-Jährigen immer weniger Interesse am politischen Geschehen zeigen. Da sollten bei uns allen die Alarmglocken schrillen, denn eine Demokratie lebt natürlich von der Beteiligung des Volkes. Sie lebt davon, dass sich die Menschen für Politik interessieren, aber sie lebt auch davon, dass wir die Menschen, die Bürger, ja das Volk ernst nehmen, auch einbinden und letztlich auch das leben, was in unserer Verfassung verankert ist, nämlich dass das Recht vom Volk ausgeht und auszugehen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber befragt man dazu das Volk? Nimmt man die Meinung der Bevölkerung ernst? Lässt man das Volk abstimmen? – Nein, das ist bis dato von SPÖ, ÖVP und den Grünen abgelehnt worden. Das zeigt, wie ernst Sie die direkte Demokratie nehmen, nämlich gar nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir bringen daher heute ein ganzes Maßnahmenpaket für mehr direkte Demokratie, für verbindliche direkt-demokratische Prozesse ein, weil wir Freiheitlichen schon seit Jahren, ja Jahrzehnten die Einführung von mehr direkter Demokratie fordern. Es gibt genügend Anwendungsbereiche dafür. Wir sehen es auch als einzige Möglichkeit, die Menschen wieder stärker für Politik zu interessieren, ja auch als Rettungsanker für notwendige demokratische Entwicklungen in unserer Heimat, um die Menschen zu motivieren, sie dafür zu begeistern, auch um ihnen zu zeigen, dass sie ein Mitspracherecht haben, dass sie auch ein Initiativrecht erhalten sollen, gegen den Willen des Parlaments verbindliche Volksabstimmungen durchzusetzen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen wollen ausdrücklich keine Wutbürger, wir wollen Mutbürger. Es hilft niemandem, wütend zu sein. Man muss mutig sein, um Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungsprozesse in unserer Heimat abzuändern, diesen entgegenzutreten. Dann kann man etwas erreichen, auch in unserem Land, und genau dafür stehen wir ein. Wir wollen mutige Bürger, die bereit sind, auch mit uns gemeinsam gegen diese Fehlentwicklungsprozesse aufzustehen und sich dagegenzustellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was spricht jetzt wirklich dagegen, dass es im Jahr meinetwegen drei, vier oder sollen es auch mehr sein, Volksbefragungen oder direkt-verbindliche Volksabstimmungen gibt, was spricht dagegen? – Nichts spricht dagegen. Ich sehe jetzt schon, quasi vor meinem geistigen Auge, viele Vertreter von SPÖ und ÖVP hier heraus kommen und wiederholen: Das kostet alles so viel Geld! Sie werden sozusagen jammern, welche Kosten da verursacht werden würden, und sagen, dass man es den Menschen ja nicht zumuten kann, dass sie in direkt-demokratische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Aber Demokratie kostet eben etwas, und das muss es uns auch wert sein. Wahlen sind auch teuer, und trotzdem leisten wir sie uns – ja, weil wir uns zur Demokratie bekennen und auch in die Demokratie investieren müssen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Ich sage: Respekt vor den Slowaken (Beifall bei der FPÖ), Respekt vor dem slowakischen Parlamentspräsidenten Richard Sulik, der gestern, gemeinsam mit vielen Abgeordneten, den Mut hatte, gegen diesen EFSF zu stimmen. Das war einmal ein Zeichen, dass man sich nicht alles gefallen lässt, dass man die Interessen der Bürger auch ernst nimmt. Aber man stimmt ja in den europäischen Staaten so lange ab, bis dann das Ergebnis passt; das kennen wir ja schon aus der Vergangenheit.
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, wir wollen auch Volksbefragungen (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek): eine Volksbefragung über die Einführung einer zeitlich limitierten Millionärssolidaritätssteuer, über die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht, über die Frage der Studiengebühren, über den Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung – weil das letztlich auch sicherstellen würde, dass sich Leistungsträger angezogen fühlen und nicht Zuwanderer in das Sozialsystem, wie das heute der Fall ist (Beifall bei der FPÖ) – und über die Beibehaltung der nationalstaatlichen Kompetenz zur temporären Wiedereinführung von Grenzkontrollen, wenn es um die zeitliche Aussetzung der Schengengrenzen geht, wie wir das seit längerer Zeit ja auch einfordern, um wieder mehr Sicherheit für unsere Bevölkerung sicherzustellen. (Abg. Öllinger: ja keine Ahnung!)
Beifall bei der FPÖ
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, wir wollen auch Volksbefragungen (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek): eine Volksbefragung über die Einführung einer zeitlich limitierten Millionärssolidaritätssteuer, über die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht, über die Frage der Studiengebühren, über den Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung – weil das letztlich auch sicherstellen würde, dass sich Leistungsträger angezogen fühlen und nicht Zuwanderer in das Sozialsystem, wie das heute der Fall ist (Beifall bei der FPÖ) – und über die Beibehaltung der nationalstaatlichen Kompetenz zur temporären Wiedereinführung von Grenzkontrollen, wenn es um die zeitliche Aussetzung der Schengengrenzen geht, wie wir das seit längerer Zeit ja auch einfordern, um wieder mehr Sicherheit für unsere Bevölkerung sicherzustellen. (Abg. Öllinger: ja keine Ahnung!)
Abg. Öllinger: ja keine Ahnung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, wir wollen auch Volksbefragungen (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek): eine Volksbefragung über die Einführung einer zeitlich limitierten Millionärssolidaritätssteuer, über die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht, über die Frage der Studiengebühren, über den Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung – weil das letztlich auch sicherstellen würde, dass sich Leistungsträger angezogen fühlen und nicht Zuwanderer in das Sozialsystem, wie das heute der Fall ist (Beifall bei der FPÖ) – und über die Beibehaltung der nationalstaatlichen Kompetenz zur temporären Wiedereinführung von Grenzkontrollen, wenn es um die zeitliche Aussetzung der Schengengrenzen geht, wie wir das seit längerer Zeit ja auch einfordern, um wieder mehr Sicherheit für unsere Bevölkerung sicherzustellen. (Abg. Öllinger: ja keine Ahnung!)
Beifall bei der FPÖ.
Hören Sie auf damit! Jetzt braucht es Entscheidungen! Wir müssen jetzt endlich bereit sein, diesen Stillstand, dieses Demokratiedefizit, das Sie zu verantworten haben, gemeinsam zu überwinden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen wollen grundsätzlich mehr direkte Demokratie! Wir wollen die Volksbefragung zu einem parlamentarischen Minderheitsrecht umgestaltet wissen, sodass auch ein Drittel der Abgeordneten im Nationalrat die Möglichkeit hat, eine Volksbefragung zu erwirken. Ja, das wäre eine Demokratisierung unseres Stillstandssystems! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
liche Volksabstimmung erzwingen kann. Ja, das ist notwendig! Das Recht hat vom Volk auszugehen, und es gehören diese direkt-demokratischen Mechanismen endlich gestärkt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist es ja: Heute wird ja das Volk gepflanzt. Wenn man heute ein Volksbegehren macht – so wie wir beispielsweise erfolgreich das Anti-Temelín-Volksbegehren in Gang gesetzt haben, das über eine Million Österreicher unterschrieben haben –, was erlebt man dann? – Da wird man als Bürger gepflanzt! Da unterschreiben über eine Million Österreicher ein Volksbegehren, fordern sozusagen die Bundesregierung auf, tätig zu werden, und dann gibt es im Parlament ein Begräbnis erster Klasse. Dann wird das ein Mal behandelt und dann schubladisiert und überhaupt nicht mehr ernst genommen. Genau das darf nicht mehr sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen nehmen uns ein Beispiel an der Schweiz. Die Schweiz ist ein Paradebeispiel für wirklich exzellent gelebte Demokratie: einerseits parlamentarische Demokratie, aber parlamentarische Demokratie ergänzt durch das Regulativ der direkten Demokratie und der Möglichkeiten des Initiativrechts für die Schweizer Bevölkerung, um in wesentlichen Fragen das Parlament zu zwingen, auf den Wunsch der Bevölkerung zu hören, diesen ernst zu nehmen und umzusetzen, und zwar ganz gleich, welche Regierung da oben sitzt, welche Farben in ihr vertreten sind, also auch für die Zukunft. Jede Regierung, egal, welche Partei in der Regierung sitzt, hat dann diese Abstimmungsergebnisse verbindlich umzusetzen und ernst zu nehmen. Das ist der entscheidende Prozess, für den wir uns die Schweiz als Vorbild nehmen. Warum soll das in Österreich nicht funktionieren oder nicht möglich sein? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
hundert an! Mit dem Bevormundungsstaat rot-schwarzer Prägung muss endlich Schluss sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist auch genau das, was die Menschen und Bürger von uns erwarten. Sie wollen, dass auch Sie einmal bereit sind, von Ihren alteingefahrenen und verfahrenen Prozessen abzugehen, endlich einmal bereit sind, eine neue Zeit im Bereich der Demokratie und der Demokratieentwicklung einzuläuten. Und ich kann deshalb nur an Sie appellieren: Nehmen Sie das ernst! Denn wenn Sie nicht bereit sind, in diesem Bereich umzudenken und auch einmal Fehler einzugestehen und vor allem auch einmal von Ihrem hohen Ross herunterzukommen, dann werden Sie vom Bürger und vom Wähler bei kommenden Wahlen durch Wahlergebnisse von Ihrem hohen Ross heruntergeholt werden. Die Bürger werden sich das auf Dauer nicht mehr gefallen lassen, dass Sie glauben, solche Proporzmechanismen fortsetzen zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ.
Es lebe die direkte Demokratie und unsere Heimat Österreich! Die Bürger haben es verdient, ernst genommen zu werden! (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag Stadler: Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich der Herr Bundeskanzler zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Mag Stadler: Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten!)
Abg. Mag. Stadler: Das haben wir auch gesagt!
Lassen Sie mich aber zuerst auf das Ernsthafte zu sprechen kommen: In Europa sind wir tatsächlich in einer politischen und wirtschaftlichen Situation, in der viele Menschen nicht nur in Österreich – und das zeigt sich nicht nur in IMAS- und Gallup- oder OGM-Umfragen, sondern in zahlreichen anderen wahrnehmbaren Reaktionen, die auch in den Eurobarometer-Befragungen und vielen anderen sichtbar werden – unsicher sind, ob wir in dieser Europäischen Union und speziell in der Eurozone in der Lage sind, die anstehenden Probleme zu lösen. Tatsächlich ist es so, dass in dieser Wirtschaftskrise in der Bevölkerung viel an Vertrauen verlorengegangen ist, weil die Menschen inzwischen vieles, das sie nie für möglich gehalten hätten, erlebt haben. Hätte vor der Wirtschaftskrise jemand erzählt, wie Banken in Schwierigkeiten kommen können, wie Staaten in Europa in Schwierigkeiten kommen können, hätte man das wahrscheinlich nicht geglaubt. Es waren wenige Mahner, Nobelpreisträger oder Buchautoren, die heute dafür bekannt geworden sind. (Abg. Mag. Stadler: Das haben wir auch gesagt!) Der Großteil der Menschen, der Wissenschaft, der Politik hat einen derartigen Zusammenbruch nicht vorhergesehen.
Abg. Mag. Stadler: Die Sozialdemokraten sind auch nicht ohne!
Dass 44 Parteien mit all dem, was da an Schielen auf die Innenpolitik zum Beispiel gerade bei unserem Nachbarn Slowakei bei einem Koalitionspartner der Fall ist, dass also bei 44 Parteien schon alleine ... (Abg. Mag. Stadler: Die Sozialdemokraten sind auch nicht ohne!) Auch die Sozialdemokraten, die dort in der Slowakei in Opposition sind, spielen so wie alle anderen. Die 44 Parteien, von denen ich spreche, sind ja eigentlich nur die Parteien der Regierungskoalitionen. Wenn wir jetzt auch noch die berücksichtigen, die etwa als Minderheitsregierungen zusätzliche Stimmen benötigen, um überhaupt regieren zu können, und wenn man bei Situationen wie den derzeitigen in der Slowakei auch noch die Oppositionsparteien dazurechnen muss, die mithelfen sollen, eine Mehrheitsentscheidung im Parlament zu bekommen, kommen wir auf eine weit höhere Zahl, die wir alle überzeugen müssen. Und das alles unter ständigen Zurufen, wir sollten das Tempo mit den Möglichkeiten zu einer verstärkten Koordination erhöhen. (Abg. Grosz: Es ist einfach alles sehr kompliziert!)
Abg. Grosz: Es ist einfach alles sehr kompliziert!
Dass 44 Parteien mit all dem, was da an Schielen auf die Innenpolitik zum Beispiel gerade bei unserem Nachbarn Slowakei bei einem Koalitionspartner der Fall ist, dass also bei 44 Parteien schon alleine ... (Abg. Mag. Stadler: Die Sozialdemokraten sind auch nicht ohne!) Auch die Sozialdemokraten, die dort in der Slowakei in Opposition sind, spielen so wie alle anderen. Die 44 Parteien, von denen ich spreche, sind ja eigentlich nur die Parteien der Regierungskoalitionen. Wenn wir jetzt auch noch die berücksichtigen, die etwa als Minderheitsregierungen zusätzliche Stimmen benötigen, um überhaupt regieren zu können, und wenn man bei Situationen wie den derzeitigen in der Slowakei auch noch die Oppositionsparteien dazurechnen muss, die mithelfen sollen, eine Mehrheitsentscheidung im Parlament zu bekommen, kommen wir auf eine weit höhere Zahl, die wir alle überzeugen müssen. Und das alles unter ständigen Zurufen, wir sollten das Tempo mit den Möglichkeiten zu einer verstärkten Koordination erhöhen. (Abg. Grosz: Es ist einfach alles sehr kompliziert!)
Abg. Dr. Graf: Alle haben es gewusst!
Ich möchte Ihnen also sagen, dass ich davon überzeugt bin, dass auch durch Versäumnisse aus der Zeit der Schaffung der Eurozone, weil man das nicht vorhergesehen hat – und das habe ich ja versucht, zu erläutern (Abg. Dr. Graf: Alle haben es gewusst!) –, weil es keine Propheten gibt mit Ausnahme weniger selbsternannter hier im Haus, also da man üblicherweise davon ausgeht, dass es keine ernsthaften und ernst zu nehmenden Propheten mit Anspruch darauf gibt, auch in Zukunft immer recht zu haben, heißt das ... (Abg. Dr. Graf: In Palermo wird es nicht viel Steuern geben!) Dass Sie ein Palermo-Experte sind, Herr Präsident, will ich Ihnen gar nicht absprechen. Der Wortmeldung, die Sie heute vielleicht noch halten, werde ich da jedenfalls geduldig zu
Abg. Dr. Graf: In Palermo wird es nicht viel Steuern geben!
Ich möchte Ihnen also sagen, dass ich davon überzeugt bin, dass auch durch Versäumnisse aus der Zeit der Schaffung der Eurozone, weil man das nicht vorhergesehen hat – und das habe ich ja versucht, zu erläutern (Abg. Dr. Graf: Alle haben es gewusst!) –, weil es keine Propheten gibt mit Ausnahme weniger selbsternannter hier im Haus, also da man üblicherweise davon ausgeht, dass es keine ernsthaften und ernst zu nehmenden Propheten mit Anspruch darauf gibt, auch in Zukunft immer recht zu haben, heißt das ... (Abg. Dr. Graf: In Palermo wird es nicht viel Steuern geben!) Dass Sie ein Palermo-Experte sind, Herr Präsident, will ich Ihnen gar nicht absprechen. Der Wortmeldung, die Sie heute vielleicht noch halten, werde ich da jedenfalls geduldig zu
Abg. Dr. Graf: Da braucht man kein Experte zu sein, um vorherzusagen, dass aus Palermo nicht viel an Steuern hereinkommen wird!
hören. (Abg. Dr. Graf: Da braucht man kein Experte zu sein, um vorherzusagen, dass aus Palermo nicht viel an Steuern hereinkommen wird!)
Beifall bei der SPÖ. – Abgeordnete der FPÖ erheben sich von ihren Plätzen und halten ein Transparent in die Höhe.
teieneinigung als auch bei der Ablehnung von Kernenergie und Nuklearenergie. (Beifall bei der SPÖ. – Abgeordnete der FPÖ erheben sich von ihren Plätzen und halten ein Transparent in die Höhe.)
Abg. Kickl: Schauen Sie sich das Transparent ruhig an, schauen Sie nicht so angestrengt weg!
Es gibt also Beispiele dafür, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das Volksbegehren, aber durchaus auch die Volksbefragung oder die Volksabstimmung einzusetzen. (Abg. Kickl: Schauen Sie sich das Transparent ruhig an, schauen Sie nicht so angestrengt weg!) Ich möchte das nicht so in einem Punkt fokussieren: Entweder ist man für das eine oder man lehnt alles, was direkte Demokratie betrifft, grundsätzlich ab. (Abg. Mag. Stadler: Auf dem Transparent fehlt noch ein zweiter Satz: Und kehrt nicht mehr zurück!)
Abg. Mag. Stadler: Auf dem Transparent fehlt noch ein zweiter Satz: Und kehrt nicht mehr zurück!
Es gibt also Beispiele dafür, dass es durchaus sinnvoll sein kann, das Volksbegehren, aber durchaus auch die Volksbefragung oder die Volksabstimmung einzusetzen. (Abg. Kickl: Schauen Sie sich das Transparent ruhig an, schauen Sie nicht so angestrengt weg!) Ich möchte das nicht so in einem Punkt fokussieren: Entweder ist man für das eine oder man lehnt alles, was direkte Demokratie betrifft, grundsätzlich ab. (Abg. Mag. Stadler: Auf dem Transparent fehlt noch ein zweiter Satz: Und kehrt nicht mehr zurück!)
Abg. Strache: Widerrechtlich!
Nun haben Sie ja in Hunderten Aussendungen – ich lese nicht alle Ihre Aussendungen, verzeihen Sie, aber ich habe das doch in vielen Ihrer Aussendungen gelesen – gemeint, die Transferunion gäbe es schon längst. Seit der ersten Maßnahme des Schutzschirmes hören wir, es gibt für Sie nach Ihrer Definition (Abg. Strache: Widerrechtlich!) – widerrechtlich – die Transferunion. Das haben Sie oft genug zum Ausdruck gebracht. Das heißt, die „Nichtteilnahme Österreichs an einer Europäischen Transferunion“, wie sie in Ihrem Dringlichen Antrag gefordert wird, heißt zur Stunde, mit dem, was beschlossen wurde, bereits in der Vergangenheit, auszutreten. (Abg. Strache: Blödsinn! – Abg. Kickl: So ein Schmarren! Das wird immer schlimmer!) Denn was ist sonst eine Nichtteilnahme an einer Transferunion, die es bereits gibt? (Abg. Strache: Das ist eine Operette, die Sie da aufführen!)
Abg. Strache: Blödsinn! – Abg. Kickl: So ein Schmarren! Das wird immer schlimmer!
Nun haben Sie ja in Hunderten Aussendungen – ich lese nicht alle Ihre Aussendungen, verzeihen Sie, aber ich habe das doch in vielen Ihrer Aussendungen gelesen – gemeint, die Transferunion gäbe es schon längst. Seit der ersten Maßnahme des Schutzschirmes hören wir, es gibt für Sie nach Ihrer Definition (Abg. Strache: Widerrechtlich!) – widerrechtlich – die Transferunion. Das haben Sie oft genug zum Ausdruck gebracht. Das heißt, die „Nichtteilnahme Österreichs an einer Europäischen Transferunion“, wie sie in Ihrem Dringlichen Antrag gefordert wird, heißt zur Stunde, mit dem, was beschlossen wurde, bereits in der Vergangenheit, auszutreten. (Abg. Strache: Blödsinn! – Abg. Kickl: So ein Schmarren! Das wird immer schlimmer!) Denn was ist sonst eine Nichtteilnahme an einer Transferunion, die es bereits gibt? (Abg. Strache: Das ist eine Operette, die Sie da aufführen!)
Abg. Strache: Das ist eine Operette, die Sie da aufführen!
Nun haben Sie ja in Hunderten Aussendungen – ich lese nicht alle Ihre Aussendungen, verzeihen Sie, aber ich habe das doch in vielen Ihrer Aussendungen gelesen – gemeint, die Transferunion gäbe es schon längst. Seit der ersten Maßnahme des Schutzschirmes hören wir, es gibt für Sie nach Ihrer Definition (Abg. Strache: Widerrechtlich!) – widerrechtlich – die Transferunion. Das haben Sie oft genug zum Ausdruck gebracht. Das heißt, die „Nichtteilnahme Österreichs an einer Europäischen Transferunion“, wie sie in Ihrem Dringlichen Antrag gefordert wird, heißt zur Stunde, mit dem, was beschlossen wurde, bereits in der Vergangenheit, auszutreten. (Abg. Strache: Blödsinn! – Abg. Kickl: So ein Schmarren! Das wird immer schlimmer!) Denn was ist sonst eine Nichtteilnahme an einer Transferunion, die es bereits gibt? (Abg. Strache: Das ist eine Operette, die Sie da aufführen!)
Abg. Strache: Das hat 2008 ganz anders von Ihnen geklungen!
Das heißt, allein die Tatsache, dass ein Schutz, eine Art von Anleihe gemeinsam aufgenommen wird – und da rede ich noch überhaupt nicht von Eurobonds, sondern da rede ich nur von dem, was wir in den verschiedensten Bereichen in der Europäischen Union einstimmig und nach oft zu langen Diskussionen beschlossen haben –, nennen Sie schon eine Transferunion – und aus der wollen Sie heraus! Das alleine heißt ja, die Bevölkerung zu fragen: Wollt ihr in dieser Situation, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wo wir vor reduzierten Wachstumsprognosen stehen, wo sich die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ArbeitnehmerInnen zu Recht die Frage stellen, ob wir das Wachstum und den Export wieder hinaufbringen, damit die Arbeitsplätze nicht gefährdet sind, aus der Eurozone austreten? (Abg. Strache: Das hat 2008 ganz anders von Ihnen geklungen!) Da fragen Sie also mehr oder weniger: Wollen Sie aus der Eurozone austreten oder nicht? – Aber ohne den Leuten zu sagen, was dann nach dem Austritt wäre. Ist das dann die Wiedereinführung des Schilling? Was ist das? (Abg. Strache: ... unser Steuergeld für unsere Staatsbürger!)
Abg. Strache: ... unser Steuergeld für unsere Staatsbürger!
Das heißt, allein die Tatsache, dass ein Schutz, eine Art von Anleihe gemeinsam aufgenommen wird – und da rede ich noch überhaupt nicht von Eurobonds, sondern da rede ich nur von dem, was wir in den verschiedensten Bereichen in der Europäischen Union einstimmig und nach oft zu langen Diskussionen beschlossen haben –, nennen Sie schon eine Transferunion – und aus der wollen Sie heraus! Das alleine heißt ja, die Bevölkerung zu fragen: Wollt ihr in dieser Situation, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wo wir vor reduzierten Wachstumsprognosen stehen, wo sich die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ArbeitnehmerInnen zu Recht die Frage stellen, ob wir das Wachstum und den Export wieder hinaufbringen, damit die Arbeitsplätze nicht gefährdet sind, aus der Eurozone austreten? (Abg. Strache: Das hat 2008 ganz anders von Ihnen geklungen!) Da fragen Sie also mehr oder weniger: Wollen Sie aus der Eurozone austreten oder nicht? – Aber ohne den Leuten zu sagen, was dann nach dem Austritt wäre. Ist das dann die Wiedereinführung des Schilling? Was ist das? (Abg. Strache: ... unser Steuergeld für unsere Staatsbürger!)
Abg. Strache: Aus der eigenen Partei haben ein paar dagegen gestimmt!
Sie zitieren manchmal Experten, die von einer neuen Eurozone sprechen, von einer Eurozone einiger Länder; es wird immer wieder Deutschland mitgenannt. Ich kann Ihnen aber versichern, dass die deutsche Bundeskanzlerin unmissverständlich, und zwar unterstützt von nahezu allen Parteien, auch von der Oppositionspartei SPD, deutlich erklärt hat, dass sie gar nicht daran denkt, irgendeine andere Zone zu begründen. (Abg. Strache: Aus der eigenen Partei haben ein paar dagegen gestimmt!) Also bleibt ja Ihre
Abg. Strache: Von CDU, CSU, FDP haben ein paar Abgeordnete dagegen gestimmt! So viel zur Wahrheit! – Abg. Bucher: Sie werden das noch erleben, Herr Bundeskanzler – nicht mehr als Kanzler, sondern als Privatperson!
Alternative, Sie werden die vier deutschen Parteien davon überzeugen, dass es besser für sie wäre, auf den Export zu verzichten und eine Eurozone mit einer völlig unberechenbaren Währung zu schaffen, die dazu führt, dass die Exporte dann ganz zusammenbrechen. Es wird Ihnen nicht gelingen. (Abg. Strache: Von CDU, CSU, FDP haben ein paar Abgeordnete dagegen gestimmt! So viel zur Wahrheit! – Abg. Bucher: Sie werden das noch erleben, Herr Bundeskanzler – nicht mehr als Kanzler, sondern als Privatperson!)
Beifall bei der SPÖ.
Und daher ist das zwar eine politisch gerechtfertigte Diskussion, aber eine Diskussion, bei der man, wenn man fair diskutiert, den Bürgerinnen und Bürgern die Konsequenzen nicht verheimlichen darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Nein, nein! EU-Bürger!
Das heißt, wie Sie richtigerweise festgestellt haben ... (Abg. Dr. Rosenkranz: Nein, nein! EU-Bürger!) – Wo steht das? Wo steht das? (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie verstehen es nicht!) – Das heißt, Sie müssen den Leuten einmal sagen, ob Sie die Bürger der Europäischen Union als Fremde meinen oder nicht. Jetzt gibt es die Regelung, dass man nach fünf Jahren – und unter anderem bei anderen Gesetzen ebenfalls – eine Gleichstellung auf europäischer Ebene zu erreichen hat. Wenn Sie das nicht wollen, stellt das ebenfalls die bestehende rechtliche Basis der Europäischen Union, die es gibt und die Ihretwegen nicht geändert werden wird, so in Frage, dass eigentlich auch nur der Austritt aus der Europäischen Union bleibt. (Abg. Strache: Der Familienlastenausgleichsfonds ist privatrechtlich zu sehen!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Sie verstehen es nicht!
Das heißt, wie Sie richtigerweise festgestellt haben ... (Abg. Dr. Rosenkranz: Nein, nein! EU-Bürger!) – Wo steht das? Wo steht das? (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie verstehen es nicht!) – Das heißt, Sie müssen den Leuten einmal sagen, ob Sie die Bürger der Europäischen Union als Fremde meinen oder nicht. Jetzt gibt es die Regelung, dass man nach fünf Jahren – und unter anderem bei anderen Gesetzen ebenfalls – eine Gleichstellung auf europäischer Ebene zu erreichen hat. Wenn Sie das nicht wollen, stellt das ebenfalls die bestehende rechtliche Basis der Europäischen Union, die es gibt und die Ihretwegen nicht geändert werden wird, so in Frage, dass eigentlich auch nur der Austritt aus der Europäischen Union bleibt. (Abg. Strache: Der Familienlastenausgleichsfonds ist privatrechtlich zu sehen!)
Abg. Strache: Der Familienlastenausgleichsfonds ist privatrechtlich zu sehen!
Das heißt, wie Sie richtigerweise festgestellt haben ... (Abg. Dr. Rosenkranz: Nein, nein! EU-Bürger!) – Wo steht das? Wo steht das? (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie verstehen es nicht!) – Das heißt, Sie müssen den Leuten einmal sagen, ob Sie die Bürger der Europäischen Union als Fremde meinen oder nicht. Jetzt gibt es die Regelung, dass man nach fünf Jahren – und unter anderem bei anderen Gesetzen ebenfalls – eine Gleichstellung auf europäischer Ebene zu erreichen hat. Wenn Sie das nicht wollen, stellt das ebenfalls die bestehende rechtliche Basis der Europäischen Union, die es gibt und die Ihretwegen nicht geändert werden wird, so in Frage, dass eigentlich auch nur der Austritt aus der Europäischen Union bleibt. (Abg. Strache: Der Familienlastenausgleichsfonds ist privatrechtlich zu sehen!)
Abg. Strache: Nach zehn Jahren soll er sie erhalten, wenn er etwas eingezahlt hat! Nur weil der Herr Bundeskanzler das nicht verstehen kann, mutet er das der Bevölkerung zu!
Also meinen Sie vielleicht jene Menschen, die außerhalb der Europäischen Union sind. Und da wird dann eine politische Diskussion zu führen sein, wieso jemand, der hier 20 oder 30 Jahre Steuern zahlt, hier arbeitet, von der Wirtschaft geholt wurde, weil gebraucht, dann von der Mindestsicherung ausgeschlossen werden soll. (Abg. Strache: Nach zehn Jahren soll er sie erhalten, wenn er etwas eingezahlt hat! Nur weil der Herr Bundeskanzler das nicht verstehen kann, mutet er das der Bevölkerung zu!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Alleine diese beiden Beispiele, von der Transferunion und vom Begriff „Fremde“ zeigen, dass für eine direkte Demokratie ein höheres Maß an Sachlichkeit, ein höheres Maß an inhaltlichem Tiefgang und ein höheres Maß an offener und konstruktiver Diskussion notwendig ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das fragen wir uns seit Jahren!
Daher begrüße ich jede ernsthafte politische Diskussion, die die Frage stellt: Wie können Reformen heute hier im Hohen Haus zustande gebracht werden, mit den Beschlüssen des österreichischen Nationalrates? (Abg. Bucher: Das fragen wir uns seit Jahren!) Wie können Reformen durch die österreichische Bundesregierung vorangetrieben werden, um diesen hohen Standard in Österreich abzusichern und in dieser schwierigen Situation in der Europäischen Union eine aktive Rolle zu spielen?
Abg. Dr. Graf: Das sagen gerade Sie?
Ich begrüße auch eine Diskussion über die Frage: Wo und wie kann direkte Demokratie dabei eine sinnvolle Rolle spielen? Ich habe auch selber immer wieder Vorschläge gemacht. Voraussetzung dafür ist aber, dass man das nicht dazu verwendet, politisches Kleingeld daraus zu schlagen (Abg. Dr. Graf: Das sagen gerade Sie?) und ein paar Begriffe etwas öfter in der Öffentlichkeit zu platzieren, sondern dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie man Entscheidungsprozesse in einem Land unter Einbeziehung der Bevölkerung zum Besten und zum Wohle des Landes durchführen kann. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei Ihnen geht es um 7 Millionen, nicht um Kleingeld!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei Ihnen geht es um 7 Millionen, nicht um Kleingeld!
Ich begrüße auch eine Diskussion über die Frage: Wo und wie kann direkte Demokratie dabei eine sinnvolle Rolle spielen? Ich habe auch selber immer wieder Vorschläge gemacht. Voraussetzung dafür ist aber, dass man das nicht dazu verwendet, politisches Kleingeld daraus zu schlagen (Abg. Dr. Graf: Das sagen gerade Sie?) und ein paar Begriffe etwas öfter in der Öffentlichkeit zu platzieren, sondern dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie man Entscheidungsprozesse in einem Land unter Einbeziehung der Bevölkerung zum Besten und zum Wohle des Landes durchführen kann. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Bei Ihnen geht es um 7 Millionen, nicht um Kleingeld!)
Abg. Dr. Jarolim: Ich habe geglaubt, der Martin Graf spricht!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kickl. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ich habe geglaubt, der Martin Graf spricht!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wir waren jetzt wieder einmal Ohren- und Augenzeugen eines weiteren missglückten Versuchs unseres Herrn Bundeskanzlers, seine Wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz unter Beweis zu stellen. Er hat bis zum heutigen Tag noch immer nicht begriffen, dass wir in diesen Pallawatsch, der jetzt gerade in Europa passiert und der den ganzen Kontinent hinunterzureißen droht, erst hineingekommen sind, weil das Problem der Euro als solcher ist. Der Fehler steht am Beginn. – So einfach ist die ganze Angelegenheit! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Ing. Lugar.)
Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir Freiheitliche von direkter Demokratie reden, dann meinen wir damit das unumstößliche Bekenntnis, das in einer Demokratie das letzte Wort beim Wähler liegt, beim Souverän, bei Staatsvolk. Das ist der entscheidende Unterschied! (Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Deshalb arbeiten wir auch Tag und Nacht daran, dass das Recht vom Volk ausgeht, während Sie Tag und Nacht daran arbeiten, dass das Recht dem Volk ausgeht. Und das ist ein wesentlicher Unterschied in unserer Zugangsweise! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, was war das denn, Herr Bundeskanzler, was Ihre Partei als Kanzlerpartei damals getan hat, als Sie im Zuge des Knebelvertrags von Lissabon den Österreicherinnen und Österreichern die Volksabstimmung verwehrt haben, gemeinsam mit der ÖVP und den Grünen? Was war das denn? – Das war doch eine vom hohen Ross herunter ausgesprochene Entmündigungserklärung an die eigenen Bürger und an das eigene Wahlvolk, an den Souverän, meine Damen und Herren! Das haben Sie zustande gebracht: dem eigenen Souverän die politische Kompetenz abzusprechen, um Entscheidungen zu treffen, die noch lange nachwirken werden, wenn in Österreich schon kein Mensch mehr wissen wird, wer Werner Faymann überhaupt war, außer Sie inserieren es! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und womit haben wir es jetzt im Zusammenhang mit der Euro-Krise und mit dem sogenannten Schutzschirm zu tun? Womit haben wir es jetzt zu tun? Das ist jetzt der nächste Anschlag, wo Sie den Pleitestaaten Milliarden nachschmeißen, wo Sie Spekulanten finanzieren. Was ist denn das? Nach dem Schlag der Entmündigung ist das der nächste Schlag und der heißt „Enteignung des Staatsvolkes“. Entmündigung und Enteignung: Das sind die beiden sozialistischen Stoßrichtungen, mit denen wir es zu tun haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damals, 1978, war es die einfache österreichische Bevölkerung, die gewusst hat, dass das, was Sie ihr mit all Ihren Experten und all Ihren Atomphysikern als größte Zukunftserrungenschaft im Energiebereich aufschwatzen wollten, der falsche Weg ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht ist es aber auch die eine oder andere Reise, die Sie in die Schweiz geführt hat. Den Tipp würde ich Ihnen geben, Herr Bundeskanzler: Wenn Sie schon in die Schweiz fahren, dann schauen Sie sich bitte in der Schweiz das funktionierende Modell der direkten Demokratie an, wie es dort seit vielen, vielen Jahren erfolgreich gelebt wird, und holen Sie sich nicht bei den Bilderberger-Sitzungen irgendwelche Befehle ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Aber versetzen wir uns einmal einen Moment in eine positive Fantasiewelt! Nehmen wir nur einmal einen Moment an, wir hätten einen Regierungschef, der sich durch Leadership auszeichnet und dem man etwas glauben kann, wenn er etwas verspricht! – Sie brauchen sich nicht betroffen zu fühlen, Sie sind damit nicht gemeint. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Muttonen: Ist das witzig?
Das wäre eine Lichtgestalt in der österreichischen Politik – also das Gegenteil von Ihnen, Herr Bundeskanzler! Eine richtige Lichtgestalt! (Abg. Mag. Muttonen: Ist das witzig?)
Beifall bei der FPÖ.
Aber dieser Politiker neuen Typs, den wir hier in Österreich ganz, ganz dringend bräuchten, würde bei jeder wesentlichen Entscheidungsfrage, wo es um Weichenstellungen für künftige Generationen geht, nach bestem Wissen und Gewissen handeln und es nicht übers Herz bringen, ohne die Einbindung der unmittelbar Betroffenen, nämlich des Staatsvolkes, solche Entscheidungen zu treffen, meine Damen und Herren. Das ist doch der Punkt, um den es geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und es wird Sie jetzt vielleicht wundern, dass ich trotz alledem eigentlich noch optimistisch bin. Wir stecken schon in einem ziemlichen Schlamassel in diesem Österreich – auch aufgrund Ihrer falschen Analysen und Ihrer falschen Weiterentwicklungen –, aber ich denke, dass für Österreich noch nicht alles verloren ist, meine Damen und Herren. Doch es wird erst dann etwas Gutes für dieses Land herauskommen, wenn wir in Zukunft einen Politiker an der Spitze der Bundesregierung haben, der so stark ist, dass er es zulassen kann, die Bevölkerung einzubinden und die Bevölkerung anzunehmen, und nicht mehr einen Bundeskanzler, der so schwach ist, dass er sich vor der Bevölkerung fürchten muss und dass er die Bevölkerung ausgrenzt, so wie Sie einer sind, Herr Bundeskanzler Faymann. (Beifall bei der FPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ.
Es ist daher so – ich komme zum Schluss –, dass Sie – und daran sind Sie selber schuld – als „Inserator“ in die Geschichte der Zweiten Republik eingehen werden und nicht als Reformator. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Oberlehrer!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Naja, das hat sich die österreichische Bevölkerung nicht verdient, dass die Freiheitlichen heute mit diesem Dringlichen Antrag die direkte Demokratie gar nicht ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Oberlehrer!)
Abg. Strache: Temelín! – Abg. Dr. Graf: Alles vergessen!
Denn ich sage Ihnen jetzt den Unterschied: Sie reden über die direkte Demokratie, aber als bei Ihnen in Ihrer Partei der Jörg Haider noch Vorsitzender war, da war er Manns genug, dass er sie auch angewendet hat. Da hat es eine Serie von Volksbegehren gegeben– zugegeben: vor dem Jahr 2000. Als er dann an der Regierung war, hat es plötzlich keine Volksbegehren mehr gegeben, da war es dann aus. (Abg. Strache: Temelín! – Abg. Dr. Graf: Alles vergessen!) Aber er war Manns genug, dass er jedenfalls damals wirklich das Volksbegehren auch als Instrumentarium eingesetzt hat. (Abg. Strache: Alzheimer hat Sie schon befallen! Temelín! Türkei-Beitritt!)
Abg. Strache: Alzheimer hat Sie schon befallen! Temelín! Türkei-Beitritt!
Denn ich sage Ihnen jetzt den Unterschied: Sie reden über die direkte Demokratie, aber als bei Ihnen in Ihrer Partei der Jörg Haider noch Vorsitzender war, da war er Manns genug, dass er sie auch angewendet hat. Da hat es eine Serie von Volksbegehren gegeben– zugegeben: vor dem Jahr 2000. Als er dann an der Regierung war, hat es plötzlich keine Volksbegehren mehr gegeben, da war es dann aus. (Abg. Strache: Temelín! – Abg. Dr. Graf: Alles vergessen!) Aber er war Manns genug, dass er jedenfalls damals wirklich das Volksbegehren auch als Instrumentarium eingesetzt hat. (Abg. Strache: Alzheimer hat Sie schon befallen! Temelín! Türkei-Beitritt!)
Rufe bei der FPÖ: Temelín!
Wo war damals ein Volksbegehren in der Frage: Griechenland in die Eurozone!? Wo war das damals? Wo war ein Volksbegehren oder eine Volksabstimmung über die Frage, 7 oder 8 Milliarden € für die Eurofighter auszugeben? Wo war das damals? Nehmen Sie Ihre Geschichtsbücher! Schauen Sie nach! (Rufe bei der FPÖ: Temelín!) – Temelín ist ja nicht von Ihnen ausgegangen. Das haben wir überall mitbetrieben. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) Hören Sie doch auf! Betreiben Sie jetzt doch nicht einfach Etikettenschwindel, damit wir uns da einmal klar sind.
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.
Wo war damals ein Volksbegehren in der Frage: Griechenland in die Eurozone!? Wo war das damals? Wo war ein Volksbegehren oder eine Volksabstimmung über die Frage, 7 oder 8 Milliarden € für die Eurofighter auszugeben? Wo war das damals? Nehmen Sie Ihre Geschichtsbücher! Schauen Sie nach! (Rufe bei der FPÖ: Temelín!) – Temelín ist ja nicht von Ihnen ausgegangen. Das haben wir überall mitbetrieben. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.) Hören Sie doch auf! Betreiben Sie jetzt doch nicht einfach Etikettenschwindel, damit wir uns da einmal klar sind.
Abg. Dr. Graf: Weil wir fleißige Leute haben!
Ich verstehe den Titel insofern nicht: Warum sind Sie nicht auch mit uns stolz darauf, dass es hier in Österreich die niedrigste Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich gibt, dass es die höchste Beschäftigung gibt, dass wir im Spitzenfeld der Kaufkraft sind (Abg. Dr. Graf: Weil wir fleißige Leute haben!), dass hier das beste Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem ist? Warum sind Sie nicht einfach mit stolz darauf? Das haben doch die fleißigen Österreicherinnen und Österreicher miterarbeitet, mitfinanziert. (Abg. Dr. Graf: Nur die!) Das ist doch allen so wichtig. Wieso wollen Sie das hier nicht auch anerkennen? (Abg. Strache: Die fleißigen Österreicher wollen mitbestimmen, was Sie verweigern!)
Abg. Dr. Graf: Nur die!
Ich verstehe den Titel insofern nicht: Warum sind Sie nicht auch mit uns stolz darauf, dass es hier in Österreich die niedrigste Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich gibt, dass es die höchste Beschäftigung gibt, dass wir im Spitzenfeld der Kaufkraft sind (Abg. Dr. Graf: Weil wir fleißige Leute haben!), dass hier das beste Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem ist? Warum sind Sie nicht einfach mit stolz darauf? Das haben doch die fleißigen Österreicherinnen und Österreicher miterarbeitet, mitfinanziert. (Abg. Dr. Graf: Nur die!) Das ist doch allen so wichtig. Wieso wollen Sie das hier nicht auch anerkennen? (Abg. Strache: Die fleißigen Österreicher wollen mitbestimmen, was Sie verweigern!)
Abg. Strache: Die fleißigen Österreicher wollen mitbestimmen, was Sie verweigern!
Ich verstehe den Titel insofern nicht: Warum sind Sie nicht auch mit uns stolz darauf, dass es hier in Österreich die niedrigste Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich gibt, dass es die höchste Beschäftigung gibt, dass wir im Spitzenfeld der Kaufkraft sind (Abg. Dr. Graf: Weil wir fleißige Leute haben!), dass hier das beste Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem ist? Warum sind Sie nicht einfach mit stolz darauf? Das haben doch die fleißigen Österreicherinnen und Österreicher miterarbeitet, mitfinanziert. (Abg. Dr. Graf: Nur die!) Das ist doch allen so wichtig. Wieso wollen Sie das hier nicht auch anerkennen? (Abg. Strache: Die fleißigen Österreicher wollen mitbestimmen, was Sie verweigern!)
Beifall bei der SPÖ.
Und in der Lebensqualität sind wir sowieso spitze in großen Städten, wie in Wien und in anderen großen Städten und überhaupt in Österreich. – Das sei nur einmal vorausgeschickt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Wieso steht das nicht da? – Weil Sie nicht Manns genug sind, das auch wirklich auf diese Liste hinzubringen. 22 Milliarden, und jetzt wieder 1,5 Milliarden überweisen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.) Und wieder hören wir, dass die Kärntner Landeshypo Geld braucht. Sie werden das noch genauer wissen. Der Schatten von Jörg Haider, der mitten unter Ihnen sitzt, wird Ihnen das vielleicht noch genauer berichten können. Ja, das ist FPK, Uwe Scheuch, den werden Sie möglicherweise sechs Monate lang nicht gescheit befragen können, weil er nämlich gerade eine unbedingte Strafe gekriegt hat aufgrund dieser „Part-of-the-Game“-Geschichte mit den Staatsbürgerschaften. Aber das werden wir uns im Untersuchungsausschuss eh noch anschauen. Aber nicht vergessen: Das wäre der erste Punkt gewesen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.
Wieso steht das nicht da? – Weil Sie nicht Manns genug sind, das auch wirklich auf diese Liste hinzubringen. 22 Milliarden, und jetzt wieder 1,5 Milliarden überweisen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.) Und wieder hören wir, dass die Kärntner Landeshypo Geld braucht. Sie werden das noch genauer wissen. Der Schatten von Jörg Haider, der mitten unter Ihnen sitzt, wird Ihnen das vielleicht noch genauer berichten können. Ja, das ist FPK, Uwe Scheuch, den werden Sie möglicherweise sechs Monate lang nicht gescheit befragen können, weil er nämlich gerade eine unbedingte Strafe gekriegt hat aufgrund dieser „Part-of-the-Game“-Geschichte mit den Staatsbürgerschaften. Aber das werden wir uns im Untersuchungsausschuss eh noch anschauen. Aber nicht vergessen: Das wäre der erste Punkt gewesen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz.)
Abg. Kickl: ... kriminell ist ...!
Punkt zwei: „Einführung einer zeitlich limitierten Millionärssolidaritätssteuer“. – Ha! Wieso eigentlich „zeitlich limitiert“? Haben Sie da an potenzielle Spender für Ihre Parteikassa gedacht, dass Sie sich nicht getraut haben, dass man grundsätzlich eine Millionärssteuer für die 80 000 Millionäre in Österreich einführt? (Abg. Kickl: ... kriminell ist ...!) Wieso nur zeitlich limitiert?
Abg. Dr. Graf: Einer davon sind Sie!
Sie wissen ganz genau, 1 Prozent der Österreicher haben 27 Prozent des Geldvermögens, 10 Prozent 54 Prozent, 80 000 Euromillionäre gibt es in Österreich. (Abg. Dr. Graf: Einer davon sind Sie!) Und dann sagen Sie: Tun wir es zeitlich limitieren! Tun wir die Millionäre nicht verärgern! Sind Sie der Vertreter der großen Masse der Österreicherinnen und Österreicher, des Mittelstandes, der „kleinen Leute“, wie früher der Jörg Haider immer gesagt hat? Sind Sie das? (Abg. Strache: Sind wir! Ja!) Sie sagen, 80 000 Millionäre zwicken wir ein bisschen, zwick, zwick, zwick, aber mehr wollen wir nicht machen, und das zeitlich limitiert und dann, husch, mit der Hand weg, sonst verbrennen wir sie uns. (Abg. Strache: Wir sind keine Kommunisten wie Sie, Herr Cap!) Also das ist eine ganz schwache Ansage bei Punkt zwei.
Abg. Strache: Sind wir! Ja!
Sie wissen ganz genau, 1 Prozent der Österreicher haben 27 Prozent des Geldvermögens, 10 Prozent 54 Prozent, 80 000 Euromillionäre gibt es in Österreich. (Abg. Dr. Graf: Einer davon sind Sie!) Und dann sagen Sie: Tun wir es zeitlich limitieren! Tun wir die Millionäre nicht verärgern! Sind Sie der Vertreter der großen Masse der Österreicherinnen und Österreicher, des Mittelstandes, der „kleinen Leute“, wie früher der Jörg Haider immer gesagt hat? Sind Sie das? (Abg. Strache: Sind wir! Ja!) Sie sagen, 80 000 Millionäre zwicken wir ein bisschen, zwick, zwick, zwick, aber mehr wollen wir nicht machen, und das zeitlich limitiert und dann, husch, mit der Hand weg, sonst verbrennen wir sie uns. (Abg. Strache: Wir sind keine Kommunisten wie Sie, Herr Cap!) Also das ist eine ganz schwache Ansage bei Punkt zwei.
Abg. Strache: Wir sind keine Kommunisten wie Sie, Herr Cap!
Sie wissen ganz genau, 1 Prozent der Österreicher haben 27 Prozent des Geldvermögens, 10 Prozent 54 Prozent, 80 000 Euromillionäre gibt es in Österreich. (Abg. Dr. Graf: Einer davon sind Sie!) Und dann sagen Sie: Tun wir es zeitlich limitieren! Tun wir die Millionäre nicht verärgern! Sind Sie der Vertreter der großen Masse der Österreicherinnen und Österreicher, des Mittelstandes, der „kleinen Leute“, wie früher der Jörg Haider immer gesagt hat? Sind Sie das? (Abg. Strache: Sind wir! Ja!) Sie sagen, 80 000 Millionäre zwicken wir ein bisschen, zwick, zwick, zwick, aber mehr wollen wir nicht machen, und das zeitlich limitiert und dann, husch, mit der Hand weg, sonst verbrennen wir sie uns. (Abg. Strache: Wir sind keine Kommunisten wie Sie, Herr Cap!) Also das ist eine ganz schwache Ansage bei Punkt zwei.
Abg. Strache: Weil das Volk entscheiden soll!
Punkt drei und Punkt vier von Ihnen sind überhaupt gut. Da steht: „Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht“. Sie wollen eine Volksbefragung durchführen über deren Beibehaltung. Und: „Beibehaltung des freien Hochschulzuganges“. Zu Letzterem möchte ich sagen: Wir haben gemeinsam hier herinnen die Studiengebühren abgeschafft. Warum Sie das plötzlich in Frage stellen auf diesem Weg, müssen Sie extra (Abg. Strache: Weil das Volk entscheiden soll!) – Na ja, Sie haben die Studiengebühren mit uns – Rot, Blau, Grün – abgeschafft. Aber das ist ja gar nicht das Thema.
Abg. Strache: Das soll das Volk entscheiden! Das wollen Sie verhindern!
Der Beweis, dass Sie heute die Debatte zur direkten Demokratie nicht ernst nehmen, sind unter anderem diese zwei Punkte. Sie sagen: Stimmen wir einfach ab, ob wir etwas beibehalten! Angenommen es geht so aus, dass wir etwas nicht beibehalten – was ist dann? – Das wissen Sie nicht. (Abg. Strache: Das soll das Volk entscheiden! Das wollen Sie verhindern!) Das steht ja auch gar nicht da. Na, das steht ja gar nicht da. Aber Sie müssen bitte sagen (Abg. Strache: Genieren Sie sich gar nicht mit dem Kasperltheater?) – Sie nehmen das einfach nicht ernst. Wir wissen, wenn das so ausgeht, dann gehört ein Profi her, das ist zeitgemäß, das ist modern, die anderen europäischen Länder haben das auch.
Abg. Strache: Genieren Sie sich gar nicht mit dem Kasperltheater?
Der Beweis, dass Sie heute die Debatte zur direkten Demokratie nicht ernst nehmen, sind unter anderem diese zwei Punkte. Sie sagen: Stimmen wir einfach ab, ob wir etwas beibehalten! Angenommen es geht so aus, dass wir etwas nicht beibehalten – was ist dann? – Das wissen Sie nicht. (Abg. Strache: Das soll das Volk entscheiden! Das wollen Sie verhindern!) Das steht ja auch gar nicht da. Na, das steht ja gar nicht da. Aber Sie müssen bitte sagen (Abg. Strache: Genieren Sie sich gar nicht mit dem Kasperltheater?) – Sie nehmen das einfach nicht ernst. Wir wissen, wenn das so ausgeht, dann gehört ein Profi her, das ist zeitgemäß, das ist modern, die anderen europäischen Länder haben das auch.
Abg. Strache: Es soll das Volk entscheiden, was es will – nicht wir! Da hat er Angst! Da könnte was rauskommen, was Sie nicht wollen!
Ja, wir können uns das vorstellen, dass wir eine Volksbefragung machen. Jawohl, aber wir haben ein Ziel: Wir können das vorgeben, Sie nicht. Sie sind da nicht Manns genug zu sagen, was Sie wirklich wollen. Sie stellen sich einfach nur her und sagen: Lassen wir es! Wie es ist, ist es gut. (Abg. Strache: Es soll das Volk entscheiden, was es will – nicht wir! Da hat er Angst! Da könnte was rauskommen, was Sie nicht wollen!) – Nein. Da machen Sie Punkte, schreiben Sie her, erstens, zweitens, drittens, viertens, wie es ist, ist es gut. Sind Sie auch der Meinung, wie es ist, ist es gut? – Na, super! So wollen Sie ernst genommen werden von der österreichischen Bevölkerung, wenn Sie über die direkte Demokratie reden? (Abg. Strache: Sie wollen die Bevölkerung nicht entscheiden lassen!) – Nein, so werden Sie nicht ernst genommen. Und ich kann Ihnen diese Frage schon jetzt beantworten: Das hilft nicht weiter.
Abg. Strache: Sie wollen die Bevölkerung nicht entscheiden lassen!
Ja, wir können uns das vorstellen, dass wir eine Volksbefragung machen. Jawohl, aber wir haben ein Ziel: Wir können das vorgeben, Sie nicht. Sie sind da nicht Manns genug zu sagen, was Sie wirklich wollen. Sie stellen sich einfach nur her und sagen: Lassen wir es! Wie es ist, ist es gut. (Abg. Strache: Es soll das Volk entscheiden, was es will – nicht wir! Da hat er Angst! Da könnte was rauskommen, was Sie nicht wollen!) – Nein. Da machen Sie Punkte, schreiben Sie her, erstens, zweitens, drittens, viertens, wie es ist, ist es gut. Sind Sie auch der Meinung, wie es ist, ist es gut? – Na, super! So wollen Sie ernst genommen werden von der österreichischen Bevölkerung, wenn Sie über die direkte Demokratie reden? (Abg. Strache: Sie wollen die Bevölkerung nicht entscheiden lassen!) – Nein, so werden Sie nicht ernst genommen. Und ich kann Ihnen diese Frage schon jetzt beantworten: Das hilft nicht weiter.
Zwischenruf des Abg. Strache.
Weiters steht in Ihrem Antrag: „Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung“. – Das hatten wir heute schon in der Diskussion. Sie wissen ganz genau: Weder die Illegalen noch die Asylwerber oder sonst jemand fällt da darunter. Wen meinen Sie damit? Meinen Sie damit österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund? Wen meinen Sie damit? (Zwischenruf des Abg. Strache.) Also das ist einfach nicht eruierbar, man weiß nicht, was da wirklich gemeint ist.
Abg. Strache: Aber nur, wenn Sie vorher in der EU nachgefragt haben! Nur dann, wenn Sie vorher in Brüssel angerufen und nachgefragt haben!
Dann steht hier: „Beibehaltung der nationalstaatlichen Kompetenz zur temporären Wiedereinführung von Grenzkontrollen“. – Das gibt es schon! Es gibt die Möglichkeit, bei bestimmten Anlässen Grenzkontrollen für eine gewisse Zeit einzuführen. Davon wird auch Gebrauch gemacht, und davon werden wir in nächster Zukunft selbstverständlich, wenn es notwendig ist, auch Gebrauch machen. (Abg. Strache: Aber nur, wenn Sie vorher in der EU nachgefragt haben! Nur dann, wenn Sie vorher in Brüssel angerufen und nachgefragt haben!)
Abg. Strache: Gegen den Türkei-Beitritt eintreten! Da werden wir das erste europaweite Begehren machen, gegen den Türkei-Beitritt einzutreten!
Ich wollte nur folgenden Unterschied aufzeigen: In der Zeit, als in Ihrer Partei der Jörg Haider Vorsitzender war, ist er hier herausgegangen und hat vieles kritisiert – und ich sage: Man kann zu ihm stehen, wie man will; wir haben ihn politisch bekämpft, wo es nur gegangen ist, weil wir in vielen Fragen nicht seiner Meinung waren, aber manchmal hat er auch Fragen aufgeworfen, die durchaus diskussionswürdig waren –, aber dann ist er in Aktion getreten. Aber was machen Sie auf europäischer Ebene? Es gibt die Europäische Bürgerinitiative. Was machen Sie da direktdemokratisch? (Abg. Strache: Gegen den Türkei-Beitritt eintreten! Da werden wir das erste europaweite Begehren machen, gegen den Türkei-Beitritt einzutreten!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist doch absurd!
Nichts machen Sie da, weil Sie nämlich außerhalb der österreichischen Grenzen in Wahrheit gar keine Ansprechpartner haben. Sie machen da nichts! Wir haben immerhin die Finanztransaktionssteuer – mit dem Herrn Bundeskanzler an der Spitze – so lange thematisiert, bis sogar der EU-Kommissionspräsident Barroso gesagt hat: Die Finanztransaktionssteuer wollen wir einführen! – Das ist ein messbarer Erfolg! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist doch absurd!)
Abg. Strache: Das war meine Wiener Landesgruppe!
Was machen Sie beim Ausstieg aus der Kernenergie auf europäischer Ebene? Nichts! Sie schwelgen da bei Temelín: Damals in den Zeiten mit Temelín – das waren in Wahrheit auch nicht Sie! (Abg. Strache: Das war meine Wiener Landesgruppe!) – Ja, genau! Jetzt sind Sie plötzlich auch Mitglied der FPÖ im Jahr 2000 gewesen. (Abg. Strache: Man sieht, dass Sie keine Ahnung von politischen Prozessen haben!) Hier sagen Sie dauernd, Sie seien eigentlich erst im Jahr 2006 sozusagen auf die politische Welt gekommen. Was vorher in Österreich los war, daran können Sie sich gar nicht er
Abg. Strache: Man sieht, dass Sie keine Ahnung von politischen Prozessen haben!
Was machen Sie beim Ausstieg aus der Kernenergie auf europäischer Ebene? Nichts! Sie schwelgen da bei Temelín: Damals in den Zeiten mit Temelín – das waren in Wahrheit auch nicht Sie! (Abg. Strache: Das war meine Wiener Landesgruppe!) – Ja, genau! Jetzt sind Sie plötzlich auch Mitglied der FPÖ im Jahr 2000 gewesen. (Abg. Strache: Man sieht, dass Sie keine Ahnung von politischen Prozessen haben!) Hier sagen Sie dauernd, Sie seien eigentlich erst im Jahr 2006 sozusagen auf die politische Welt gekommen. Was vorher in Österreich los war, daran können Sie sich gar nicht er
Abg. Strache: Sie haben keine Ahnung von politischen Prozessen!
innern. (Abg. Strache: Sie haben keine Ahnung von politischen Prozessen!) Ich sage Ihnen ja nur: Da könnten Sie auf der europäischen Ebene ebenfalls etwas unternehmen und sich in den Kampf für den Ausstieg aus der Kernenergie einreihen!
Abg. Dr. Graf: Gescheitert wieder einmal!
Summa summarum muss ich Ihnen sagen: Ich verstehe das auch deswegen nicht ... (Abg. Dr. Graf: Gescheitert wieder einmal!) – Nein, nein! Wir haben in diesem Haus 323 Gesetze beschlossen, davon waren 231 Regierungsvorlagen. Davon wurden nur 19 Prozent mit den Stimmen von Rot und Schwarz allein, 36 Prozent einstimmig und der Rest mehrstimmig, auch mit den Stimmen der Opposition, beschlossen.
Abg. Strache: Also wollen Sie weiter über das Volk drüberfahren?! Sagen Sie es doch ehrlich, dass Sie das Volk nicht mitbestimmen lassen wollen!
Also: Dieses Parlament arbeitet! Dieses Parlament funktioniert! Und mit 231 Regierungsvorlagen ... (Abg. Strache: Also wollen Sie weiter über das Volk drüberfahren?! Sagen Sie es doch ehrlich, dass Sie das Volk nicht mitbestimmen lassen wollen!) Auch diese Regierung arbeitet und funktioniert! Daher sparen Sie sich diese apokalyptischen Bilder mit der direkten Demokratie, so wie Sie sie verstehen und nicht ernst nehmen! Das schadet viel mehr der direkten Demokratie, als es Nutzen bringt. Es ist viel ernster zu nehmen, denn der Bürger hat natürlich ein Recht darauf, dass er an dem, was in diesem Land geschieht, beteiligt wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das verhindern Sie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das verhindern Sie!
Also: Dieses Parlament arbeitet! Dieses Parlament funktioniert! Und mit 231 Regierungsvorlagen ... (Abg. Strache: Also wollen Sie weiter über das Volk drüberfahren?! Sagen Sie es doch ehrlich, dass Sie das Volk nicht mitbestimmen lassen wollen!) Auch diese Regierung arbeitet und funktioniert! Daher sparen Sie sich diese apokalyptischen Bilder mit der direkten Demokratie, so wie Sie sie verstehen und nicht ernst nehmen! Das schadet viel mehr der direkten Demokratie, als es Nutzen bringt. Es ist viel ernster zu nehmen, denn der Bürger hat natürlich ein Recht darauf, dass er an dem, was in diesem Land geschieht, beteiligt wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das verhindern Sie!)
Abg. Strache: Das ist absurd! – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Herr Klubobmann Cap hat ebenfalls in dieser seiner Rede von diesem Rednerpult aus fälschlicherweise behauptet – und das ist das „Allerbeste“! –, er und die SPÖ seien es gewesen, die dieses Anti-Temelín-Volksbegehren eingebracht haben. (Abg. Strache: Das ist absurd! – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Es ist eine Schande, wie Sie hier die Menschen falsch zu informieren versuchen! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Neubauer zu Wort gemeldet. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Sie ziehen Ihre tatsächliche Berichtigung zurück? (Abg. Neubauer: Ja!)
Abg. Neubauer: Ja!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Neubauer zu Wort gemeldet. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Sie ziehen Ihre tatsächliche Berichtigung zurück? (Abg. Neubauer: Ja!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das heißt, Sie wollen keine Volksabstimmung und keine Volksbefragung!?
Das Recht geht vom Volke aus – vollkommen richtig! Die österreichische Bundesverfassung sieht vor, dass das Volk bei Wahlen sein Recht in der Weise wahrnimmt, dass es 183 Abgeordnete dazu legitimiert, das Recht dieses Volkes, stellvertretend für das Volk, hier herinnen wahrzunehmen und Entscheidungen im Namen des Volkes zu treffen. Und genau das tun wir hier herinnen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das heißt, Sie wollen keine Volksabstimmung und keine Volksbefragung!?)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das heißt, was Sie hier tun, ist: Sie verhöhnen die österreichische Verfassung und Sie verhöhnen das österreichische Volk! Das tun Sie hier herinnen! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Es geht um Aufklärung und Vertrauen!
Wir haben tatsächlich ein Problem mit dem Anstand: Wir diskutieren seit einiger Zeit über Korruptionsvorwürfe, und da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Politik – neben der Wirtschaft – ein hohes Maß an Vertrauensverlust zu gewärtigen hat. Aber meine Damen und Herren von der FPÖ und vom BZÖ, Sie sind da mittendrin: Sie arbeiten konsequent an diesem Vertrauensverlust, den die Politik hier erleidet, und dann zeigen Sie mit dem Finger auf die anderen und beklagen diesen Vertrauensverlust! Das ist doch wirklich eine unehrliche Vorgangsweise, die zum Himmel schreit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Es geht um Aufklärung und Vertrauen!)
Abg. Neubauer: Zum Beispiel in Wien!
Ich bin nicht ganz der Meinung von Josef Pröll, was seinen zweiten Vorwurf beziehungsweise seine zweite Feststellung anbelangt, nämlich zum Thema „Stillstand“. Okay, es gibt eine gewisse Unzufriedenheit, aber die ist in vielen Ländern Europas derzeit mit der Demokratie und mit dem, was demokratische Systeme im Augenblick weiterbringen, zu verspüren. (Abg. Neubauer: Zum Beispiel in Wien!) Und es ist fast ein bisschen zu einer „Running Message“ geworden, dass man überall den Stillstand beklagt – das ist in Deutschland und auch in anderen Ländern nicht anders. Das soll aber nicht heißen, dass es da oder dort nicht zügiger weitergehen müsste. Der Herr Bundeskanzler ist darauf schon eingegangen, dass wir auch auf europäischer Ebene mit dieser Konsensfindung unsere Probleme haben.
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Das Parlament schon – aber nicht die Regierung!
Aber: Ganztagskinderbetreuung, Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten, einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, „Neue Mittelschule“, Energiestrategie, Ökostromgesetz, thermische Sanierung, Einrichtung eines Integrationsstaatssekretariats, Verabschiedung eines Nationalen Aktionsplans für Integration, Einrichtung eines Pflegefonds, Sicherung der Pflegefinanzierung, und, und, und – diese Liste könnte man noch einige Zeit fortführen. Also so ist es nicht, meine Damen und Herren, dass dieses Parlament seiner Aufgabe nicht nachkommt, ganz im Gegenteil! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Das Parlament schon – aber nicht die Regierung!)
Ruf bei der FPÖ: Das tut doch kein Mensch!
Seien Sie doch nicht so selbstkritisch! Herr Kollege Cap hat doch vorhin darauf verwiesen, bei wie vielen Gesetzen Sie mitgestimmt haben, mitgewirkt haben. Viele davon sind sogar einstimmig beschlossen worden. Warum wollen Sie das alles jetzt schlechtreden?! (Ruf bei der FPÖ: Das tut doch kein Mensch!) Dieses Parlament funktioniert, dieses Parlament arbeitet, und zwar für das österreichische Volk! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Aber die Regierung nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Aber die Regierung nicht!
Seien Sie doch nicht so selbstkritisch! Herr Kollege Cap hat doch vorhin darauf verwiesen, bei wie vielen Gesetzen Sie mitgestimmt haben, mitgewirkt haben. Viele davon sind sogar einstimmig beschlossen worden. Warum wollen Sie das alles jetzt schlechtreden?! (Ruf bei der FPÖ: Das tut doch kein Mensch!) Dieses Parlament funktioniert, dieses Parlament arbeitet, und zwar für das österreichische Volk! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Aber die Regierung nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.
Faktum ist: Dieses von der Frau Rudas so gepriesene Mehrheitswahlrecht würde doch bedeuten, dass wir keine Abbildung des Wählerwillens mehr in der Zusammensetzung dieses Hauses hätten. Man würde dann zwar mehr Effizienz in der Regierungstätigkeit gewinnen – aber um den Preis von weniger Demokratie! Das wollen wir in dieser Form nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber interessant ist schon, dass dieselben Leute dann gleichzeitig nach mehr Demokratie rufen, und zwar in Form von Volksabstimmungen! Das ist ja eigentlich ein Widerspruch in sich: weniger demokratische Legitimation hier herinnen in der Volksvertretung und dafür so manche zweifelhafte plebiszitäre Einzelentscheidung. – Das wären Festspiele für Populisten, Festspiele für Kampagne betreibende Boulevardmedien! Das wäre, wenn man nämlich das Ganze noch als Minderheitsrecht einrichten würde, ein regelmäßiges Ausnützen von irgendwelchen ungünstigen Stimmungen für Zwischenwahlkämpfe. – Meine Damen und Herren, das hat sich die österreichische Bevölkerung nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Warten Sie, bis Sie auf 10 Prozent herunterkommen!
Meine Damen und Herren von der Opposition, Sie müssen das demokratische Prinzip schon akzeptieren können, das eine Mehrheit dazu legitimiert ist, Entscheidungen zu treffen – hier herinnen genauso wie an der Wahlurne. Die Mehrheit entscheidet in einer Demokratie – und nicht die Minderheit, ob Ihnen das passt oder nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Warten Sie, bis Sie auf 10 Prozent herunterkommen!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir, meine Damen und Herren, hier herinnen unsere Aufgabe wahrnehmen und mit Mehrheit – oft auch einstimmig, aber auf jeden Fall mit Mehrheit! – Entscheidungen treffen, dann verdient es dieser Vorgang nicht, von Ihnen als „Drüberfahren“ abqualifiziert zu werden. Nein, wir kommen unserer demokratischen Aufgabe nach und fällen Entscheidungen. Dazu sind wir von der österreichischen Bevölkerung legitimiert und beauftragt – ob es Ihnen passt oder nicht! Das ist kein Drüberfahren, sondern das ist die Wahrnehmung unserer demokratisch legitimierten Aufgabe hier herinnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Strutz: Ja, die ÖVP!
Zu guter Letzt noch eines, meine Damen und Herren: Wir gehen verdammt schwierigen Zeiten entgegen, und ich glaube ... (Abg. Dr. Strutz: Ja, die ÖVP!) – Das verdient ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit, meine Damen und Herren, als es Ihre sehr dümmlichen Zwischenrufe, die Sie hier machen, an den Tag legen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu guter Letzt noch eines, meine Damen und Herren: Wir gehen verdammt schwierigen Zeiten entgegen, und ich glaube ... (Abg. Dr. Strutz: Ja, die ÖVP!) – Das verdient ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit, meine Damen und Herren, als es Ihre sehr dümmlichen Zwischenrufe, die Sie hier machen, an den Tag legen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir sollten gemeinsam an diesen schwierigen Aufgaben arbeiten und Lösungen dafür erarbeiten und uns nicht mit diesen populistischen Nebenschauplätzen, die Sie hier eröffnen, beschäftigen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das Wort „Volk“ müsste aus Ihrem Parteinamen herausgestrichen werden! – Abg. Neubauer: Nehmen Sie den Namen „Volk“ von Ihrer Partei!
Eines ist klar: An der Lösung dieser schwierigen Aufgabe wird die regierende Mehrheit dieses Hauses ernsthaft und intensiv arbeiten. Und die Entscheidung darüber und die Bewertung dieser Arbeit wird in zwei Jahren das Volk vornehmen –und nicht Sie! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das Wort „Volk“ müsste aus Ihrem Parteinamen herausgestrichen werden! – Abg. Neubauer: Nehmen Sie den Namen „Volk“ von Ihrer Partei!)
Abg. Kickl: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Wenn man es sich ganz nüchtern ansieht, warum wir diese Sondersitzung heute haben, und wenn man weiß, dass Ende Oktober das Parlamentsjahr zu Ende ist und jede Fraktion eine Sondersitzung beantragen kann und die Freiheitlichen das noch nicht in Anspruch genommen haben, dann wird einem klar: Sie haben jetzt mit diesem absolut unvorbereiteten Antrag einfach ein neues Thema entdeckt. (Abg. Kickl: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!)
Abg. Kickl: Das ist ein kompletter Unsinn!
Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Kollege Kickl, war ich einige Jahre – wirklich Jahre, muss man sagen! – in der großen Verfassungsreformdiskussion im Österreich-Konvent mit dabei, und es ist dokumentiert – Sie können es in den Protokollen darüber nachlesen –, dass es damals von der Freiheitlichen Partei nicht einen einzigen Vorschlag zur Stärkung von Volksbegehren im Zusammenhang mit Volksabstimmungen gab. (Abg. Kickl: Das ist ein kompletter Unsinn!) Das können Sie nachlesen. Betreiben Sie Geschichtsforschung und kehren Sie einmal vor der eigenen Tür! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Kollege Kickl, war ich einige Jahre – wirklich Jahre, muss man sagen! – in der großen Verfassungsreformdiskussion im Österreich-Konvent mit dabei, und es ist dokumentiert – Sie können es in den Protokollen darüber nachlesen –, dass es damals von der Freiheitlichen Partei nicht einen einzigen Vorschlag zur Stärkung von Volksbegehren im Zusammenhang mit Volksabstimmungen gab. (Abg. Kickl: Das ist ein kompletter Unsinn!) Das können Sie nachlesen. Betreiben Sie Geschichtsforschung und kehren Sie einmal vor der eigenen Tür! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Zweite, was einem in den Sinn kommt, warum jetzt diese Sondersitzung stattfindet mittels dieses wirklich erbärmlichen Antrages im Umfang von einer Seite, der gerade einmal fünf Punkte umfasst, ist: Was passiert nämlich gerade real in der Außenwelt? – In Klagenfurt wird jetzt neuerlich einer Person aus dem blau-orangen Umfeld der Prozess gemacht, wo es um Geldwäsche und um Staatsbürgerschaften für zwei Russen, die offensichtlich gekauft worden sind, geht. Also, es ist nichts anderes als ein reines Ablenkungsmanöver von dem größten Korruptionssumpf, den es in der Zweiten Republik je gegeben hat. Davon abzulenken, versuchen Sie heute. Für diesen Korruptionssumpf ist die Freiheitliche Partei zu einem sehr großen Teil verantwortlich. Das wollen die Menschen aufgeklärt wissen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Das ist billig!
Erstens: durch schonungslose Aufklärung. Deswegen ist es bedauerlich, dass nicht schon heute die Einsetzung des Untersuchungsausschusses beschlossen wird – sehr bedauerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Das ist billig!) Wir versäumen wieder eine Woche an Zeit für Arbeit.
Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten?
der Bevölkerung wahrzunehmen haben – weil Sie immer sagen, das Recht geht vom Volke aus. Ich wiederhole: Rechtskräftig verurteilte Politiker müssen zurücktreten. Da könnten Sie vielleicht auch einmal verlangen, dass man das einer Volksbefragung unterzieht. Ich wäre neugierig, was das Volk dazu sagen würde. (Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten?) – Ja, bei rechtskräftig Verurteilten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten selbstverständlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten selbstverständlich!
der Bevölkerung wahrzunehmen haben – weil Sie immer sagen, das Recht geht vom Volke aus. Ich wiederhole: Rechtskräftig verurteilte Politiker müssen zurücktreten. Da könnten Sie vielleicht auch einmal verlangen, dass man das einer Volksbefragung unterzieht. Ich wäre neugierig, was das Volk dazu sagen würde. (Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten?) – Ja, bei rechtskräftig Verurteilten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bei rechtskräftig Verurteilten selbstverständlich!)
Abg. Grosz: Und Van der Bellen?!
Wir gehen da mit gutem Beispiel voran: Alle Abgeordneten von den Grünen haben die Nebeneinkünfte offengelegt, sofern sie welche haben. (Abg. Grosz: Und Van der Bellen?!) Wir haben unsere Parteikassen offengelegt. Und wir werden am Parteitag am Sonntag eine weitere Verschärfung beschließen. Stichwort: Beraterverträge, Gutachterverträge, Unternehmensbeteiligungen. (Abg. Grosz: Van der Bellen!) Sie können dann herauskommen und erklären, wie Ihre Parteifinanzen ausschauen.
Abg. Grosz: Van der Bellen!
Wir gehen da mit gutem Beispiel voran: Alle Abgeordneten von den Grünen haben die Nebeneinkünfte offengelegt, sofern sie welche haben. (Abg. Grosz: Und Van der Bellen?!) Wir haben unsere Parteikassen offengelegt. Und wir werden am Parteitag am Sonntag eine weitere Verschärfung beschließen. Stichwort: Beraterverträge, Gutachterverträge, Unternehmensbeteiligungen. (Abg. Grosz: Van der Bellen!) Sie können dann herauskommen und erklären, wie Ihre Parteifinanzen ausschauen.
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.
Noch einmal: Wir haben schonungslos offengelegt! Und das erwarte ich mir auch einmal vom BZÖ. Da gibt es genug Fälle. Gerade letzte Woche kam wieder ein Auslieferungsbegehren in dieses Haus: Kollege Westenthaler steht unter Verdacht der Untreue. Also: Kehren Sie einmal vor der eigenen Türe, bevor Sie auf den Kollegen Van der Bellen zeigen! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie machen hier in Wirklichkeit das Geschäft der Spekulanten, denn die warten nur darauf, dass diese Euro-Zone zerfällt, um sich dann jedes Land einzeln vorzunehmen. Seien Sie so mutig, dann auch zu sagen, dass die Spekulanten genau das wollen! Die wollen nämlich ganz genau das: nämlich, dass die Euro-Zone zerfällt, um jedes einzelne Land dann nach der Reihe in die Ecke zu drängen! – Wir wollen das nicht! Wir wollen eine Weiterentwicklung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Dieses Gesetz ist ein Papiertiger!
Über Ihre Formulierungen ist jetzt hier schon genug polemisiert worden, aber was soll denn das heißen: „Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung“? – Bleiben Sie zumindest bei der Wahrheit! Ohne fünfjähriges Einkommen gibt es keine Mindestsicherung. Ohne fünfjähriges Einkommen gibt es keinen Aufenthalt. (Abg. Kickl: Dieses Gesetz ist ein Papiertiger!) Wen wollen Sie denn da ausschließen: Leute, die fünf Jahre ernsthaft hier gearbeitet haben? Ich bin der Meinung: Wer ernsthaft in Österreich arbeitet, der soll auch Sozialleistungen beziehen. Selbstverständlich! Oder hetzen Sie wieder die Schwachen gegen die Schwachen auf, so wie immer und üblich? Ich finde es zutiefst verabscheuungswürdig, immer die Schwachen gegen die Schwachen aufzuhetzen. Und das ist bei der Mindestsicherung genau das Thema: die Schwachen gegen die Schwachen aufzuhetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Über Ihre Formulierungen ist jetzt hier schon genug polemisiert worden, aber was soll denn das heißen: „Ausschluss von Fremden aus der Mindestsicherung“? – Bleiben Sie zumindest bei der Wahrheit! Ohne fünfjähriges Einkommen gibt es keine Mindestsicherung. Ohne fünfjähriges Einkommen gibt es keinen Aufenthalt. (Abg. Kickl: Dieses Gesetz ist ein Papiertiger!) Wen wollen Sie denn da ausschließen: Leute, die fünf Jahre ernsthaft hier gearbeitet haben? Ich bin der Meinung: Wer ernsthaft in Österreich arbeitet, der soll auch Sozialleistungen beziehen. Selbstverständlich! Oder hetzen Sie wieder die Schwachen gegen die Schwachen auf, so wie immer und üblich? Ich finde es zutiefst verabscheuungswürdig, immer die Schwachen gegen die Schwachen aufzuhetzen. Und das ist bei der Mindestsicherung genau das Thema: die Schwachen gegen die Schwachen aufzuhetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Das Arbeitsloseneinkommen zählt als Einkommen! Da sind Sie wirklich nicht informiert!
Noch einmal: Es gibt keine Aufenthaltsgenehmigung, wenn man hier nicht ein Einkommen nachweisen kann. – Einmal logisch zu denken, wäre da vorausgesetzt. (Abg. Strache: Das Arbeitsloseneinkommen zählt als Einkommen! Da sind Sie wirklich nicht informiert!)
Abg. Kickl: So etwas von einer Traumwelt, die Sie da zusammenfabrizieren! So weit weg von der Wirklichkeit!
Ich möchte noch zwei Sätze zu unseren Vorschlägen, was die Weiterentwicklung der direktdemokratischen Instrumente betrifft, sagen. (Abg. Kickl: So etwas von einer Traumwelt, die Sie da zusammenfabrizieren! So weit weg von der Wirklichkeit!) Ich diskutiere gerne auch mit Ihnen diese Fragen. Im Österreich-Konvent waren Sie nicht dazu bereit, es zu diskutieren, da haben Sie keine Vorschläge gemacht. Die Grünen haben hier seit Jahren präzise durchdachte Vorschläge, und da geht es auch um die Rahmenbedingungen, unter welchen man Volksbefragungen, Volksabstimmungen durchführt. Mir ist es wichtig, dass es seriöse, objektive Information gibt – und nicht solche sinnentleerten, komischen Punkte wie in Ihrem Programm da drinnen. (Abg. Strache: Wenn für Sie die direkte Demokratie sinnentleert ist, dann haben Sie heute einen Offenbarungseid geleistet!) Mit dem kann man in keiner Weise direktdemokratische Instrumente stärken. Das ist ja eine Verhöhnung der direkten Demokratie, was Sie da aufgelistet haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: Wenn für Sie die direkte Demokratie sinnentleert ist, dann haben Sie heute einen Offenbarungseid geleistet!
Ich möchte noch zwei Sätze zu unseren Vorschlägen, was die Weiterentwicklung der direktdemokratischen Instrumente betrifft, sagen. (Abg. Kickl: So etwas von einer Traumwelt, die Sie da zusammenfabrizieren! So weit weg von der Wirklichkeit!) Ich diskutiere gerne auch mit Ihnen diese Fragen. Im Österreich-Konvent waren Sie nicht dazu bereit, es zu diskutieren, da haben Sie keine Vorschläge gemacht. Die Grünen haben hier seit Jahren präzise durchdachte Vorschläge, und da geht es auch um die Rahmenbedingungen, unter welchen man Volksbefragungen, Volksabstimmungen durchführt. Mir ist es wichtig, dass es seriöse, objektive Information gibt – und nicht solche sinnentleerten, komischen Punkte wie in Ihrem Programm da drinnen. (Abg. Strache: Wenn für Sie die direkte Demokratie sinnentleert ist, dann haben Sie heute einen Offenbarungseid geleistet!) Mit dem kann man in keiner Weise direktdemokratische Instrumente stärken. Das ist ja eine Verhöhnung der direkten Demokratie, was Sie da aufgelistet haben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte noch zwei Sätze zu unseren Vorschlägen, was die Weiterentwicklung der direktdemokratischen Instrumente betrifft, sagen. (Abg. Kickl: So etwas von einer Traumwelt, die Sie da zusammenfabrizieren! So weit weg von der Wirklichkeit!) Ich diskutiere gerne auch mit Ihnen diese Fragen. Im Österreich-Konvent waren Sie nicht dazu bereit, es zu diskutieren, da haben Sie keine Vorschläge gemacht. Die Grünen haben hier seit Jahren präzise durchdachte Vorschläge, und da geht es auch um die Rahmenbedingungen, unter welchen man Volksbefragungen, Volksabstimmungen durchführt. Mir ist es wichtig, dass es seriöse, objektive Information gibt – und nicht solche sinnentleerten, komischen Punkte wie in Ihrem Programm da drinnen. (Abg. Strache: Wenn für Sie die direkte Demokratie sinnentleert ist, dann haben Sie heute einen Offenbarungseid geleistet!) Mit dem kann man in keiner Weise direktdemokratische Instrumente stärken. Das ist ja eine Verhöhnung der direkten Demokratie, was Sie da aufgelistet haben! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Ich halte es für begrüßenswert, Verfassungsreformprozesse auch wieder in Gang zu setzen, aber das Allerwichtigste, die allerwichtigste Frage für die Bevölkerung heißt Vertrauen wiederherstellen, und das heißt schonungslose Aufklärung, auch Ihrer Skandale. Und ich kann Ihnen noch etwas ankündigen: Wir haben leider Beweise für illegale Parteienfinanzierung in der FPÖ. Kollege Pilz wird das weiter ausführen, ich habe jetzt leider keine Redezeit mehr. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Manchmal überfordern wir die Bürger wirklich, die Dinge noch einigermaßen auseinanderzuhalten, wenn eine Oppositionspartei wie die Grünen heute eine Sondersitzung kritisiert, in der es darum geht, mehr Demokratie in unserem Land zuzulassen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: Zum real existierenden Sozialismus zurückgekehrt!
Das ist schon eine erklärungsbedürftige Haltung, die Sie da einnehmen. Mir ist noch ein bisschen in Erinnerung, dass Sie aus einer Bürgerinitiative heraus entstanden sind (Abg. Strache: Zum real existierenden Sozialismus zurückgekehrt!), und jetzt wollen Sie sich in den Mainstream der Regierungsparteien einordnen und sagen: Nein, wir brauchen kein Volk, wir wissen besser, wo es langzugehen hat!
Beifall beim BZÖ.
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen, damit, glaube ich, werden Sie nicht als demokratische Partei in die Geschichte eingehen, sondern eher eingehen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Tschechien! Tschechien! England!
Das Zweite: Hören Sie doch bitte auf, Frau Kollegin Glawischnig, zu behaupten, dass Österreich, wäre es nicht in der Euro-Zone, ein Opfer der Spekulanten wäre! Das ist ja wirklich der größte Unsinn aller Zeiten! Soweit mein Volkswirtschaftsverständnis zurückreicht zumindest der größte Unsinn. Denken Sie an Norwegen, bitte denken Sie an Schweden, denken Sie an die Schweiz! (Abg. Strache: Tschechien! Tschechien! England!) Die sind alle nicht in der Euro-Zone, das sind Vorzeigedemokratien, Volkswirtschaften, die auf das Volk hören, die keine Europäische Union in der Ausprägung brauchen, wie wir uns da verpflichtet haben, ihr Folge zu leisten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das Zweite: Hören Sie doch bitte auf, Frau Kollegin Glawischnig, zu behaupten, dass Österreich, wäre es nicht in der Euro-Zone, ein Opfer der Spekulanten wäre! Das ist ja wirklich der größte Unsinn aller Zeiten! Soweit mein Volkswirtschaftsverständnis zurückreicht zumindest der größte Unsinn. Denken Sie an Norwegen, bitte denken Sie an Schweden, denken Sie an die Schweiz! (Abg. Strache: Tschechien! Tschechien! England!) Die sind alle nicht in der Euro-Zone, das sind Vorzeigedemokratien, Volkswirtschaften, die auf das Volk hören, die keine Europäische Union in der Ausprägung brauchen, wie wir uns da verpflichtet haben, ihr Folge zu leisten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben heute auch wieder einen Bundeskanzler erlebt, der keine Antworten liefert. – Herr Bundeskanzler, ganz ehrlich gesagt: Von einem Regierungsmanager erwartet sich die Bevölkerung nicht, dass er ständig Fragen stellt, sondern dass er Antworten liefert! Sie haben heute in Ihrer Stellungnahme unentwegt Fragen gestellt. Das ist ja auch der Grund für die Politikerverdrossenheit in Österreich, weil die Bevölkerung sagt: Da haben wir hoch bezahlte Politiker auf der Regierungsbank sitzen, ja, um Gottes willen, da dürfen wir uns doch erwarten und auch verlangen, dass sie die richtigen Antworten liefern – aber nicht die Fragen stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ
Hätten Sie den Mut, dem Volk die Frage zu stellen, dann würden Sie vom Volk auch klare Antworten erhalten! Aber Sie haben ja nicht den Mut, das Volk zu befragen, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ), sondern Sie verstecken sich hinter Ihrem Regierungsamt und wollen keine Entscheidungen treffen und bejammern die Instrumente, die Ihnen auf europäischer Ebene fehlen.
Beifall beim BZÖ.
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, da frage ich mich schon: Diese ganze Krise ist ja nicht erst seit gestern entstanden, sondern schon im Jahr 2008! Mittlerweile sind drei Jahre ins Land gezogen. Seit drei Jahren wartet der Finanzmarkt, warten die Wirtschaftsräume auf klare politische Entscheidungen, die das unterbinden, was im Jahr 2008 geschehen ist. Nur, bis heute wurden keine Entscheidungen getroffen! Die Politik hat sich nicht durchringen können, auf europäischer Ebene die richtigen Maßnahmen zu setzen, um Wirtschaftskrisen zu verhindern. Und wir stehen unmittelbar vor der nächsten Wirtschaftskrise, wenn wir uns heute die Daten von den Wirtschaftsforschungsinstituten ansehen, die uns bescheinigt haben, dass kein Wachstum mehr im vierten Quartal zustande kommen wird. Das sind die Versäumnisse der Regierungspolitiker in Österreich und auf europäischer Ebene! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das, was Sie unter direkter Demokratie verstehen, Herr Bundeskanzler, das ist nicht eine Volksbefragung, sondern Sie fragen einen Zeitungsherausgeber. Das ist Ihr Verständnis von Demokratie. Darauf sollten wir auch immer wieder hinweisen: dass das kein demokratisches Verständnis ist, sondern das ist ein demokratisches Missverständnis, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Aber wir haben es ihnen ja gesagt!
Gerade jetzt hätten wir uns Antworten auf so existenzbedrohende Fragen erwartet. Und Sie haben sie uns ja zu Recht gestellt, so quasi nach dem Motto: Was sollen wir tun? Wir stehen vor einer Riesenkatastrophe! Es ist nicht so einfach, die Probleme häufen sich, die Ereignisse werden von Tag zu Tag schlimmer! (Abg. Grosz: Aber wir haben es ihnen ja gesagt!) – Ja, Herr Bundeskanzler, dann treffen Sie doch endlich einmal eine Entscheidung! Wenn Sie nicht mutig genug sind, die Entscheidung zu treffen, dann lassen Sie doch das Volk entscheiden darüber, wie es weiterzugehen hat, ob wir diesen Rettungsschirm auf europäischer Ebene brauchen, ob wir uns ausliefern wollen einer europäischen Diktatur, die uns vorschreibt, was wir in Österreich zu tun und was wir zu unterlassen haben! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Gerade jetzt hätten wir uns Antworten auf so existenzbedrohende Fragen erwartet. Und Sie haben sie uns ja zu Recht gestellt, so quasi nach dem Motto: Was sollen wir tun? Wir stehen vor einer Riesenkatastrophe! Es ist nicht so einfach, die Probleme häufen sich, die Ereignisse werden von Tag zu Tag schlimmer! (Abg. Grosz: Aber wir haben es ihnen ja gesagt!) – Ja, Herr Bundeskanzler, dann treffen Sie doch endlich einmal eine Entscheidung! Wenn Sie nicht mutig genug sind, die Entscheidung zu treffen, dann lassen Sie doch das Volk entscheiden darüber, wie es weiterzugehen hat, ob wir diesen Rettungsschirm auf europäischer Ebene brauchen, ob wir uns ausliefern wollen einer europäischen Diktatur, die uns vorschreibt, was wir in Österreich zu tun und was wir zu unterlassen haben! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
sehr geehrten Damen und Herren, und das wollen wir unterbinden und bekämpfen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nehmen Sie doch endlich einmal diese Tatsachen zur Kenntnis, und binden Sie die Bevölkerung ein, denn sonst blüht Ihnen eines, nämlich dass die Politik auf den Straßen stattfinden wird – und dann brauchen nicht die Euroländer einen Schutzschirm, sondern dann brauchen Sie einen Schutzschirm, Herr Bundeskanzler, und das wollen wir alle vermeiden! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit des Abg. Öllinger.
Mein Appell, den ich neuerlich an die Grünen richte: Es liegt an den Grünen, an einer demokratisch legitimierten und gewählten Partei, diese Volksentscheidung zu ermöglichen, sie zuzulassen. (Heiterkeit des Abg. Öllinger.) Ja, Sie hätten die Möglichkeit in der Hand, das zuzulassen! (Abg. Strache: Beim real existierenden Sozialismus des Herrn Öllinger gibt es so etwas nicht!) Und ich appelliere neuerlich an Sie, nicht ein Anti-Korruptionsgesetz zur Volksabstimmung zuzulassen, sondern den europäischen Rettungsschirm.
Abg. Strache: Beim real existierenden Sozialismus des Herrn Öllinger gibt es so etwas nicht!
Mein Appell, den ich neuerlich an die Grünen richte: Es liegt an den Grünen, an einer demokratisch legitimierten und gewählten Partei, diese Volksentscheidung zu ermöglichen, sie zuzulassen. (Heiterkeit des Abg. Öllinger.) Ja, Sie hätten die Möglichkeit in der Hand, das zuzulassen! (Abg. Strache: Beim real existierenden Sozialismus des Herrn Öllinger gibt es so etwas nicht!) Und ich appelliere neuerlich an Sie, nicht ein Anti-Korruptionsgesetz zur Volksabstimmung zuzulassen, sondern den europäischen Rettungsschirm.
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen! Die Anti-Korruption können wir hier herinnen regeln, da brauchen wir keinen Volksentscheid dazu. Soweit ich informiert bin, wollen alle Parteien, dass Regeln ausgemacht werden, damit hier in Zukunft nichts mehr geschehen kann. Wir bekennen uns dazu, aber dazu brauchen wir nicht den Volkswillen! Wir brauchen jetzt ganz klar die Volksentscheidung in Sachen europäischer Rettungsschirm, damit wir wissen, ob wir diesen Rettungsschirm in Zukunft brauchen oder nicht. Wir sagen ganz klar, wir brauchen ihn nicht, weil wir schon genug gezahlt haben und uns das auch nicht leisten können, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Das wollen wir unterbinden, meine sehr geehrten Damen und Herren! Daher warne ich vor diesem Riesen-Desaster, das da auf uns zukommt, vor diesem Riesen-Tsunami, auf den Österreich niemals vorbereitet sein kann, weil wir finanziell gar nicht so ausgestattet sind, dass wir uns das werden leisten können, was da auf europäischer Ebene an Finanzierung auf uns zukommen wird in nächster Zukunft. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Alle Regeln, alle Prinzipien auf europäischer Ebene sind gebrochen worden. Daher gibt es kein Zutrauen mehr in diese europäische Politik. Wir brauchen mehr Demokratie, wir brauchen mehr Volk, dann hat Österreich auch mehr Zukunft! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! – So viele rhetorische Verrenkungen der beiden großkoalitionären Klubobleute Cap und Kopf, wo immer sie gerade sein mögen, habe ich überhaupt noch nie gehört, welche Argumente es gibt, direkte Demokratie im Staate möglichst zu verunmöglichen. Ich kann beiden nur eines empfehlen, einen Blick in unsere Bundesverfassung zu werfen, wo der Artikel 1 den wahrscheinlich vornehmsten und nobelsten Grundsatz unserer Republik normiert, nämlich: Alle Macht geht vom Volke aus! – und nicht nur von Ihren beiden Parteien und den Befehlen, die Sie aus Brüssel immer wieder entgegennehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und Herrn Bundeskanzler Faymann möchte ich auch eines mit auf den Weg geben: Es gibt nicht zwei Formen der direkten Demokratie, die ernste, die durch Sie vertreten wird und überhaupt nie stattfindet, und die lächerliche, die wir heute einmahnen. Es gibt eine einzige Form der direkten Demokratie: Das ist die Bestimmung durch die Bevölkerung selbst, und die haben Sie auch zu akzeptieren. Und Sie haben sie versprochen, die direkte Demokratie. Sie haben in einem Brief an sämtliche Leser einer großen Tageszeitung mittels Inserat versprochen, dass Sie bei sämtlichen Änderungen, welche die Europäische Union in ihrem Vertragswerk in signifikanter Form und Weise betreffen, eine Volksbefragung oder Volksabstimmung zulassen werden. Sie haben das bis heute nicht gemacht, und Sie machen sich über das Instrument der direkten Demokratie lustig. Das ist nicht gut in diesem Hohen Haus, wo wir diese Regelungen hier vorgesehen haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wird nur noch übertrumpft durch Klubobmann Kopf, der sagt, es gibt 183 Leute hier, die sollen sich den Kopf darüber zerbrechen. Im Prinzip hätte er recht, dass die Abgeordneten dieses Hohen Hauses sich damit zu befassen haben, nur: Die Vorschläge, die wir gemacht haben, resultieren aus der rot-schwarzen Unfähigkeit heraus. Ob das die Wehrpflicht ist, ob das die Studiengebühren sind, ob das die Frage der Millionärssteuer ist, alles Themen, wo Sie beide sich nur in Hader und Zank ergehen, der bereits über Wochen und Monate geht, und nicht in der Lage sind, auch nur einen kleinen Grundkonsens zu definieren. Daher haben wir gesagt: Ja, wir brauchen hier eine Volksabstimmung, damit wenigstens irgendetwas weitergeht in dieser Republik! Sie beide sind dazu nicht in der Lage. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Darüber hinausgehend wollen wir auch eine Volksabstimmung haben, wenn es darum geht, dass 60 Milliarden auf Basis unserer Staatseinnahmen jedes Jahr, die Hälfte davon jetzt, überwiesen werden sollen für einen europäischen Rettungsschirm. Wir wollen auch eine Volksabstimmung haben, wenn es darum geht, ob die Türkei zur Europäischen Union kommen soll oder nicht, wo wir als Freiheitliche Partei ein klares Meinungsbild haben und wo Sie bis zum heutigen Tag nicht in der Lage sind, hü oder hott zu sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bis zu zwei Drittel der Menschen sagen, sie sind damit, wie es jetzt ist, nicht mehr zufrieden. Diese Demokratie soll neuen Wind erhalten, diese Demokratie soll wieder belebt werden, wie es früher war, als die Österreicher noch auf der Straße diskutiert haben über Fragen, die sie als Teil des Wahlvolkes mitentscheiden haben dürfen. Das ist doch eine Entwicklung, die toll ist, wenn Menschen beginnen, sich wieder mit politischen Themen auseinanderzusetzen: wenn diskutiert wird auf der Straße, an den Stammtischen, wenn es Volksabstimmungen, Volksbefragungen gibt, wenn man als Bürger noch den Eindruck hat, irgendetwas mitbestimmen zu können, was durch Ihre Herrschaft unmöglich gemacht wurde! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Das ist aber nicht die Politik, für die wir stehen, sondern Sie sollten sich als Regierungsmitglied das Mandat der österreichischen Bevölkerung holen, bevor Sie nach Brüssel fahren, damit Sie wissen, wie die Österreicher denken, welchen Verhandlungsspielraum Sie in Brüssel bei der Gestaltung der europäischen Politik haben (Beifall bei der FPÖ) – und nicht nur darauf warten, was von den Mächtigen Europas, zu denen Sie nicht gehören, vorgegeben wird, in den 27 Ländern oder in den Mitgliedstaaten der europäischen Währungszone umzusetzen.
Beifall bei der FPÖ.
Stehen Sie zu diesen Punkten, die Sie versprochen haben – eine verbindliche Volksabstimmung in die Wege zu leiten –, und Sie werden dabei unsere Unterstützung haben! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Von großer intellektueller Qualität ist dieser Antrag wohl wahrlich nicht. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das muss man einmal an die Spitze aller Ausführungen hier stellen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie treten die Demokratie dort, wo Sie an der Macht sind, mit Füßen und stellen sich hier her und verkünden, die direkte Demokratie ist das Allheilmittel. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Na wo war denn die Befragung der Bevölkerung in Kärnten, als Sie eine Haftung von 20 Milliarden eingegangen sind, beide nämlich, die Freiheitlichen und das BZÖ?! Nirgends haben Sie gefragt, nirgends wurde darüber abgestimmt! Das sollte man einmal klar und deutlich hier sagen.
Beifall bei der SPÖ.
Ins Stammbuch der Freiheitlichen geschrieben: Wissen Sie, wann der Beschluss gefasst wurde, dass Griechenland in die Euro-Zone kommt? – Am 20. Juni 2000! Wissen Sie, wer damals bei uns in der Regierung war? – Die Freiheitlichen! Wo war denn das Volksbegehren gegen den Beitritt der Griechen zur Euro-Zone, wieso hat es da keines gegeben? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Jawohl!
Damals hat es sogar mit dem freiheitlichen Vorsitzenden der Steiermark, Kurzmann, der sogar im Hauptausschuss gesessen ist und das ausdrücklich befürwortet hat, eine Personalunion gegeben. (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Wo war denn damals das große freiheitliche Aufbegehren dagegen? – Sie haben das zu verantworten, Sie haben uns das eingebrockt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Ein Blödsinn!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Ein Blödsinn!
Damals hat es sogar mit dem freiheitlichen Vorsitzenden der Steiermark, Kurzmann, der sogar im Hauptausschuss gesessen ist und das ausdrücklich befürwortet hat, eine Personalunion gegeben. (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Wo war denn damals das große freiheitliche Aufbegehren dagegen? – Sie haben das zu verantworten, Sie haben uns das eingebrockt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Ein Blödsinn!)
Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt?
Und jetzt stellen Sie sich hier her und tun so, als wären Sie nicht dabei gewesen. Am 20. Juni 2000 ist dieser Beschluss gefasst worden, am 14. Juni war die Sitzung des Hauptausschusses. In diesem sind Kurzmann – jetzt seines Zeichens Parteiobmann in der Steiermark – und Scheuch – seines Zeichens Parteiobmann in Kärnten, von den Freiheitlichen! – gewesen. (Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt?) Wo waren die mit den großen Ankündigungen? Wo waren Sie? Warum haben Sie damals nichts gemacht? Dann hätten wir uns das alles erspart. (Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt? – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt? – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Und jetzt stellen Sie sich hier her und tun so, als wären Sie nicht dabei gewesen. Am 20. Juni 2000 ist dieser Beschluss gefasst worden, am 14. Juni war die Sitzung des Hauptausschusses. In diesem sind Kurzmann – jetzt seines Zeichens Parteiobmann in der Steiermark – und Scheuch – seines Zeichens Parteiobmann in Kärnten, von den Freiheitlichen! – gewesen. (Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt?) Wo waren die mit den großen Ankündigungen? Wo waren Sie? Warum haben Sie damals nichts gemacht? Dann hätten wir uns das alles erspart. (Abg. Kickl: Wie hat die SPÖ abgestimmt? – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Wie war denn das bei den Eurofightern, wo war denn da ein Volksbegehren? Wo haben Sie sich dagegen gewehrt? – Nirgends haben Sie sich dagegen gewehrt! Sie haben es angekündigt, aber sonst nichts gemacht. In Wirklichkeit ist das, was Sie hier verzapfen, ganz plumper Populismus, und der ist nicht intellektuell hochstehend. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Kickl: Reden Sie von sich selbst oder wie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das Zweite ist: Was geschieht denn bei einer Volksbefragung? – Manchmal können es sich ganz einfach Gruppen besser leisten, zu kampagnisieren. Wollen wir das? Wollen wir die Kampagnisierungsfähigkeit der Industrie auf die Probe stellen oder wollen wir die Reichen gegen die Armen ausspielen? (Abg. Kickl: Reden Sie von sich selbst oder wie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Oder will man sich dem Boulevard ausliefern, weil dort die Kampagnisierungsfähigkeit am größten ist? (Abg. Neubauer: Klassenkampf, was ihr da macht!)
Abg. Neubauer: Klassenkampf, was ihr da macht!
Das Zweite ist: Was geschieht denn bei einer Volksbefragung? – Manchmal können es sich ganz einfach Gruppen besser leisten, zu kampagnisieren. Wollen wir das? Wollen wir die Kampagnisierungsfähigkeit der Industrie auf die Probe stellen oder wollen wir die Reichen gegen die Armen ausspielen? (Abg. Kickl: Reden Sie von sich selbst oder wie? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Oder will man sich dem Boulevard ausliefern, weil dort die Kampagnisierungsfähigkeit am größten ist? (Abg. Neubauer: Klassenkampf, was ihr da macht!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!
In Grundsatzfragen: ja. Und da bin ich beim Bundeskanzler, denn das ist verantwortungsvoll. Über eine gesellschaftspolitisch bedeutende Frage wie die Wehrpflicht kann man sehr wohl abstimmen lassen, denn da ist jeder betroffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!) – je nachdem, wie man will. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?) Aber das ist auch eine wirklich grundlegende Frage. Da macht es Sinn, aber für eine Beibehaltung ein Volksbegehren durchzuführen, ist reiner Populismus. (Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?) Denn wenn Sie es nicht ändern wollen, warum wollen Sie dann darüber abstimmen lassen? Oder haben Sie den Hintergedanken (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es anders ausgehen könnte, und Sie wollen das provozieren? (Ruf: Reiner Populismus!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?
In Grundsatzfragen: ja. Und da bin ich beim Bundeskanzler, denn das ist verantwortungsvoll. Über eine gesellschaftspolitisch bedeutende Frage wie die Wehrpflicht kann man sehr wohl abstimmen lassen, denn da ist jeder betroffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!) – je nachdem, wie man will. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?) Aber das ist auch eine wirklich grundlegende Frage. Da macht es Sinn, aber für eine Beibehaltung ein Volksbegehren durchzuführen, ist reiner Populismus. (Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?) Denn wenn Sie es nicht ändern wollen, warum wollen Sie dann darüber abstimmen lassen? Oder haben Sie den Hintergedanken (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es anders ausgehen könnte, und Sie wollen das provozieren? (Ruf: Reiner Populismus!)
Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?
In Grundsatzfragen: ja. Und da bin ich beim Bundeskanzler, denn das ist verantwortungsvoll. Über eine gesellschaftspolitisch bedeutende Frage wie die Wehrpflicht kann man sehr wohl abstimmen lassen, denn da ist jeder betroffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!) – je nachdem, wie man will. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?) Aber das ist auch eine wirklich grundlegende Frage. Da macht es Sinn, aber für eine Beibehaltung ein Volksbegehren durchzuführen, ist reiner Populismus. (Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?) Denn wenn Sie es nicht ändern wollen, warum wollen Sie dann darüber abstimmen lassen? Oder haben Sie den Hintergedanken (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es anders ausgehen könnte, und Sie wollen das provozieren? (Ruf: Reiner Populismus!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
In Grundsatzfragen: ja. Und da bin ich beim Bundeskanzler, denn das ist verantwortungsvoll. Über eine gesellschaftspolitisch bedeutende Frage wie die Wehrpflicht kann man sehr wohl abstimmen lassen, denn da ist jeder betroffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!) – je nachdem, wie man will. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?) Aber das ist auch eine wirklich grundlegende Frage. Da macht es Sinn, aber für eine Beibehaltung ein Volksbegehren durchzuführen, ist reiner Populismus. (Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?) Denn wenn Sie es nicht ändern wollen, warum wollen Sie dann darüber abstimmen lassen? Oder haben Sie den Hintergedanken (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es anders ausgehen könnte, und Sie wollen das provozieren? (Ruf: Reiner Populismus!)
Ruf: Reiner Populismus!
In Grundsatzfragen: ja. Und da bin ich beim Bundeskanzler, denn das ist verantwortungsvoll. Über eine gesellschaftspolitisch bedeutende Frage wie die Wehrpflicht kann man sehr wohl abstimmen lassen, denn da ist jeder betroffen (Abg. Dr. Rosenkranz: Bravo!) – je nachdem, wie man will. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wann?) Aber das ist auch eine wirklich grundlegende Frage. Da macht es Sinn, aber für eine Beibehaltung ein Volksbegehren durchzuführen, ist reiner Populismus. (Abg. Mag. Stefan: Über die Beibehaltung der Wehrpflicht machen wir es, oder was?) Denn wenn Sie es nicht ändern wollen, warum wollen Sie dann darüber abstimmen lassen? Oder haben Sie den Hintergedanken (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es anders ausgehen könnte, und Sie wollen das provozieren? (Ruf: Reiner Populismus!)
Abg. Mag. Stefan: Die Beibehaltung der Wehrpflicht!
Es steht viel Populismus hinter Ihren Fragen, dahinter, die Beibehaltung zu hinterfragen. (Abg. Mag. Stefan: Die Beibehaltung der Wehrpflicht!)
Abg. Mag. Stefan: So wie die Wehrpflicht!
Wenn ich etwas will, das anders ist als der momentane Zustand, dann hat ein erfolgreich durchgeführtes Begehren die Konsequenz, dass sich die Situation ändert. Dann macht es Sinn – aber nicht, wenn etwas, das jetzt schon geltendes Recht ist, nochmals bestätigt werden soll (Abg. Mag. Stefan: So wie die Wehrpflicht!), denn dann ist das keine Weiterentwicklung, sondern die Beibehaltung einer bestimmten Situation (Abg. Kickl: Wie ist das jetzt bei der Wehrpflicht?), und dann ist das letztendlich Populismus.
Abg. Kickl: Wie ist das jetzt bei der Wehrpflicht?
Wenn ich etwas will, das anders ist als der momentane Zustand, dann hat ein erfolgreich durchgeführtes Begehren die Konsequenz, dass sich die Situation ändert. Dann macht es Sinn – aber nicht, wenn etwas, das jetzt schon geltendes Recht ist, nochmals bestätigt werden soll (Abg. Mag. Stefan: So wie die Wehrpflicht!), denn dann ist das keine Weiterentwicklung, sondern die Beibehaltung einer bestimmten Situation (Abg. Kickl: Wie ist das jetzt bei der Wehrpflicht?), und dann ist das letztendlich Populismus.
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte eine Volksbefragung über die Wehrpflicht für durchaus denkbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Wittmann hat hier behauptet, die Haftungen für die Hypo Alpe-Adria-Bank seien ohne die Zustimmung der Mitglieder des Kärntner Landtages eingegangen worden. (Ruf bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt!) Diese Aussage hat er getätigt, und diese Aussage ist falsch. Ich berichtige das.
Beifall des Abg. Neubauer. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Richtig und die Wahrheit ist – erstens: Die Möglichkeit, Haftungen für Banken, insbesondere für die Hypo Alpe-Adria-Bank in Kärnten zu übernehmen, wurde in den neunziger Jahren mit Stimmen der SPÖ und der ÖVP im Kärntner Landtag beschlossen. (Beifall des Abg. Neubauer. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall und Ah-Rufe bei der FPÖ.
Zweitens: Die Haftungen des Landes, insbesondere für die Hypo Alpe-Adria-Bank, sind fixer Bestandteil des Budgetbeschlusses. Und der Beschluss im Kärntner Landtag, der auch die Übernahme der Haftungen beinhaltet, wurde wechselseitig – einmal mit Zustimmung der Sozialdemokraten und einmal mit Zustimmung der ÖVP – beschlossen. (Beifall und Ah-Rufe bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Damit sie endlich einmal etwas arbeiten! – Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.
Erster Punkt: Der Antrag lautet: „,Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Nationalrat gemäß Art. 49b B-VG jeweils einen Antrag betreffend die Abhaltung einer Volksbefragung zu folgenden Angelegenheiten zur Beschlussfassung vorzulegen ...‘.“ – Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, warum bringen Sie den Antrag nicht selbst ein? Warum brauchen Sie die Bundesregierung dazu, dass sie Ihnen einen Antrag schreibt für die Punkte, die Sie wollen? (Abg. Neubauer: Damit sie endlich einmal etwas arbeiten! – Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie könnten schon längst etwas arbeiten, Herr Kollege! Sie haben es bis jetzt verabsäumt, diesen Antrag zu schreiben. Und das zeigt das auf, was in dieser Debatte schon gesagt wurde: Dieser Antrag ist schlampig und kurzfristig eingebracht worden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, eine zweite Frage habe ich mir während der heutigen Diskussion gestellt: Warum spricht die Freiheitliche Partei ständig von der Schweiz? Warum spricht sie nicht davon, wo sie in den vergangenen Jahren vielleicht Einfluss gehabt hat? Warum spricht sie nicht von Kärnten? (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Warum haben Sie nicht darüber geredet, dass Sie in Kärnten auch die Möglichkeit gehabt hätten, eine Volksabstimmung durchzuführen? – In Kärnten gibt es seit 1974 ein eigenes Kärntner Volksabstimmungsgesetz. In Ihrer Verantwortungszeit haben Sie kein einziges Mal davon Gebrauch gemacht, dem Kärntner Volk eine Gesetzesvorlage zur Abstimmung vorzulegen. Das zeigt, wo Sie wirklich stehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben vor wenigen Monaten eine Briefbefragung zu einem Gesetzeswerk durchgeführt, für das der Kärntner Landtag überhaupt keine Zuständigkeit hat. Sie haben sich darum bemüht, noch einmal über etwas zu befragen, wofür es eine Zuständigkeit des Bundes gibt. Lernen Sie die österreichische Bundesverfassung, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Schau dir was an!
Im vorhergegangenen FPÖ-Parteiprogramm, das jetzt nicht mehr gültig ist, haben Sie noch großspurig davon gesprochen, die Schaffung der Einleitungsmöglichkeit einer Volksabstimmung durch die Stimmbürger oder eine bestimmte Anzahl von Gemeinden forcieren zu wollen. Im jetzigen Parteiprogramm ist das nicht mehr drinnen, und in Kärnten haben Sie es noch kein einziges Mal gemacht, meine Damen und Herren. (Abg. Riepl: Schau dir was an!)
Abg. Riepl: Genau!
Das Grundprinzip der repräsentativen Demokratie, das es uns erst ermöglicht, effizient und rasch Entscheidungen herbeizuführen, ist wichtig, um wichtige Entscheidungen nicht unnötig zu verzögern. Aber Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, führen, glaube ich, nichts anderes im Schilde, als sich hier bewusst ins Rampenlicht zu stellen, wofür Ihnen jedes Mittel recht ist. Sie spielen gerne mit den Urängsten der Menschen, und zwar nicht im positiven Sinne, sondern schauen, wie Sie sie zur Befriedigung Ihre Machtgier missbrauchen können. (Abg. Riepl: Genau!)
Abg. Strache: Dass Sie das Volk nicht ernst nehmen, das können Sie besser gar nicht herausstreichen als heute!
Wenn Ihnen die Republik, die Stabilität des Staates ein Anliegen wäre, dann würden Sie nicht mit Neid und Missgunst schnell Schlagzeilen produzieren, sondern dann würden Sie verantwortungsvoll mitarbeiten, dann würden Sie sich hersetzen und sagen, reden wir über die Verantwortungsbereiche der direkten Demokratie und diskutieren wir das hier im Hause. Machen Sie in diesem Zusammenhang hier keine Show, die zu nichts führt, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Dass Sie das Volk nicht ernst nehmen, das können Sie besser gar nicht herausstreichen als heute!)
Abg. Strache: Da braucht man gar nichts zu versuchen, das beweisen Sie tagtäglich!
Wenn Sie sich dazu entschließen könnten, den Menschen reinen Wein einzuschenken, dass unendliches Wachstum nicht möglich ist, und gleichzeitig dazu beitragen würden, Sorge dafür zu tragen, wie man in diesem Land in Zukunft den Wohlstand sicherstellen kann, dann würden Sie produktiv an der Gestaltung Österreichs mitwirken – und nicht in dem Sinne, dass Sie versuchen, alles schlechtzumachen. (Abg. Strache: Da braucht man gar nichts zu versuchen, das beweisen Sie tagtäglich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Jetzt hat der letzte ORF-Zuseher bei Ihrer Rede abgeschaltet!
Es ist wichtig, mit den Menschen zu reden, und wir tun das – aber ohne Sie, Herr Kollege Strache, denn das ist wahrer und direkter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Jetzt hat der letzte ORF-Zuseher bei Ihrer Rede abgeschaltet!)
Abg. Strache: Pfui Teufel, direkte Demokratie ist für den Pilz ein Gräuel!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe ja schon viele Dringliche Anfragen und viele Dringliche Anträge erlebt, aber so etwas wie dieser Dringliche Antrag ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen. (Abg. Strache: Pfui Teufel, direkte Demokratie ist für den Pilz ein Gräuel!)
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Ha!
Ich gehe davon aus, dass Sie ein einziges Interesse verfolgt haben, nämlich von freiheitlichen Korruptionsaffären abzulenken. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Ha!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
So, was ist jetzt konkret passiert? Das Ganze ist überprüft worden und steht detailliert morgen auch im „Falter“. Was ist konkret passiert? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Neubauer: Tagesordnung!
Herr Meischberger nimmt Telekom-Gelder, die er von Herrn Hochegger gekriegt hat, 192 000 €, geht damit zur „Neuen Freien Zeitung“ und gibt ihr das Geld. Die „Neue Freie Zeitung“ ist bekanntlich das Parteiorgan der FPÖ (Abg. Neubauer: Tagesordnung!), das auch im Eigentum der FPÖ steht.
Abg. Ing. Höbart: Bitte, rufen Sie zur Sache!
So, und was geschieht jetzt für diese 192 000 €? (Abg. Ing. Höbart: Bitte, rufen Sie zur Sache!) – Sowohl der „Falter“-Journalist als auch ich haben uns Jahrgänge der „Neuen Freien Zeitung“ angeschaut: Es steht nichts drinnen, es ist nichts erschienen! Es gibt keine Leistung! Es ist das alte Meischberger-Problem: Herr Strache, wo ist die Leistung? Herr Kickl, wo ist die Leistung? 192 000 € von Telekom und keine Leistung vonseiten der FPÖ! Und deswegen gibt es den konkret begründeten Verdacht, diese 192 000 € von der Telekom stellen illegale Parteienfinanzierung an die Freiheitliche Partei Österreichs dar. So schaut es aus! Und das wird inzwischen untersucht, und das ist nicht der einzige Fall! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
So, und was geschieht jetzt für diese 192 000 €? (Abg. Ing. Höbart: Bitte, rufen Sie zur Sache!) – Sowohl der „Falter“-Journalist als auch ich haben uns Jahrgänge der „Neuen Freien Zeitung“ angeschaut: Es steht nichts drinnen, es ist nichts erschienen! Es gibt keine Leistung! Es ist das alte Meischberger-Problem: Herr Strache, wo ist die Leistung? Herr Kickl, wo ist die Leistung? 192 000 € von Telekom und keine Leistung vonseiten der FPÖ! Und deswegen gibt es den konkret begründeten Verdacht, diese 192 000 € von der Telekom stellen illegale Parteienfinanzierung an die Freiheitliche Partei Österreichs dar. So schaut es aus! Und das wird inzwischen untersucht, und das ist nicht der einzige Fall! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neubauer: Der große Aufdecker!
Ich schildere Ihnen jetzt einmal, bevor ich zur FPÖ komme, das Problem der Telekom. (Abg. Neubauer: Der große Aufdecker!) Wenn der Telekom-Vorstand von der FPÖ keine Leistung erhalten hat – und danach schaut es aus (Abg. Strache: Das war jetzt eine wirklich dünne Suppe!) –, dann besteht der konkrete Verdacht der Untreue, und
Abg. Strache: Das war jetzt eine wirklich dünne Suppe!
Ich schildere Ihnen jetzt einmal, bevor ich zur FPÖ komme, das Problem der Telekom. (Abg. Neubauer: Der große Aufdecker!) Wenn der Telekom-Vorstand von der FPÖ keine Leistung erhalten hat – und danach schaut es aus (Abg. Strache: Das war jetzt eine wirklich dünne Suppe!) –, dann besteht der konkrete Verdacht der Untreue, und
Beifall bei den Grünen.
Aber das Entscheidende ist die Freiheitliche Partei. Sie von der Freiheitlichen Partei bezeichnen den Bundeskanzler als „Inserator“? – Wahrscheinlich zu Recht, aber Sie, Herr „Inserator“ Kickl, und Sie, Herr „Inserator“ Strache, sollten einmal vor der eigenen Inseraten-Tür kehren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Jawohl!
Sind Sie bereit, Herr Strache, die 192 000 € an die Telekom zurückzuzahlen? (Abg. Mag. Kogler: Jawohl!) Sind Sie bereit, der Telekom ihr Eigentum zurückzugeben, oder sind Sie bereit, im Nachhinein irgendeine Leistung zu erbringen, oder haben Sie vielleicht schon eine Leistung erbracht, haben Sie vielleicht eine Leistung erbracht in Form von Gefälligkeiten, Gesetzeslobbying und so weiter für die Telekom?
Beifall bei den Grünen.
Deshalb ist es auch wichtig, den Untersuchungsausschuss so schnell wie möglich einzusetzen, damit wir die systematische freiheitliche Korruption, für die Herr Strache, Herr Kickl und andere die volle politische Verantwortung tragen, endlich aufklären und – ich hoffe es – beenden können. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ
Faktum ist, und ich stelle richtig: Ich bin im Jahr 2005 Obmann der Freiheitlichen Partei Österreichs geworden (lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ) und habe als Obmann der Freiheitlichen Partei Österreichs sofort über unabhängige Prüfer, die alle Bereiche überprüft haben, eine Kassaprüfung sichergestellt. Diese Prüfer haben festgestellt, dass meine Vorgänger Geld der Freiheitlichen Partei sozusagen abgesaugt haben und dass Schulden hinterlassen worden sind. Es sind alle unkorrekten Vorgänge aufgearbeitet und auch zur Anzeige gebracht worden; es haben sich sogar Gerichte damit auseinandergesetzt. Wir haben daher sichergestellt, dass im Jahr 2005 unter meiner Führung eine saubere, korrekte Freiheitliche Partei entstanden ist. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Faktum ist, und ich stelle richtig: Ich bin im Jahr 2005 Obmann der Freiheitlichen Partei Österreichs geworden (lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ) und habe als Obmann der Freiheitlichen Partei Österreichs sofort über unabhängige Prüfer, die alle Bereiche überprüft haben, eine Kassaprüfung sichergestellt. Diese Prüfer haben festgestellt, dass meine Vorgänger Geld der Freiheitlichen Partei sozusagen abgesaugt haben und dass Schulden hinterlassen worden sind. Es sind alle unkorrekten Vorgänge aufgearbeitet und auch zur Anzeige gebracht worden; es haben sich sogar Gerichte damit auseinandergesetzt. Wir haben daher sichergestellt, dass im Jahr 2005 unter meiner Führung eine saubere, korrekte Freiheitliche Partei entstanden ist. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich nehme wieder einmal zur Kenntnis, dass wir uns nicht in einer parlamentarischen Debatte über die Demokratie und die Stärkung der Demokratie befinden, sondern eine kollektive Vergangenheitsbewältigung stattfindet. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ.
Erstens bringt der Kollege Cap offenbar nach 40 Jahren hier im Parlament die Realität ein wenig durcheinander, sodass er plötzlich die Sozialdemokratie als Einbringer des Temelín-Volksbegehrens nennt. – Kollege Cap, ich verstehe das. Wenn man 40 Jahre lang nichts anderes als diesen Saal sieht, und das tagein, tagaus, verliert man wahrscheinlich wirklich den Blick für das Wesentliche, für die Wahrheit. Wenn man von diesem Pult der Republik aus von den „Leuten da draußen“ spricht und von den Lebensumständen eigentlich keine Ahnung mehr hat, dann kann man schon die eine oder andere Zahl durcheinander bringen. Nur, Kollege Cap: Es ist heilbar. Dafür gibt es im Übrigen auch Mediziner – oder die Frühpension. Das müssten Sie selbst entscheiden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Die Langthaler, die vom Hochegger was kassiert hat!
Die zweite Kuriosität des heutigen Tages: Der Vortrag des selbsternannten Savonarola der Republik, Peter Pilz, hat mir sehr gut gefallen, aber eine Antwort hat mir gefehlt. Ihre Kolleginnen und Kollegen haben heute alle T-Shirts, wo etwas von der „Gläsernen Parteikasse“ der Grünen draufsteht, von Parteispenden, Parteiförderung, Mitgliedsbeiträgen. Ich habe erstens überall die 220 000 € vom Herrn Kollegen Van der Bellen als jährliche illegale Parteispende der Stadt Wien für Rot und Grün vermisst, und das Zweite, was ich vermisst habe (Abg. Strache: Die Langthaler, die vom Hochegger was kassiert hat!) – bitte hört auf mit den Zwischenrufen! –, war diese Parteispende von Peek & Cloppenburg. Ich nehme aber an, das waren die grauslichen T-Shirts, die ihr von dort bekommen habt.
Abg. Strache: 29 Milliarden! Mit Zinsen 29 Milliarden!
Sie beschließen den Rettungsschirm und versenken 21 Milliarden € in Griechenland. (Abg. Strache: 29 Milliarden! Mit Zinsen 29 Milliarden!) Sie verweigern den Menschen eine Mitbestimmung beim Ausstieg aus EURATOM. Sie lassen sie nicht mitbestimmen, wenn es darum geht, im Rahmen einer Verwaltungsreform endlich 21 Sozialversicherungsanstalten zusammenzulegen, damit es zu keinen Beitragserhöhungen kommt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie beschließen den Rettungsschirm und versenken 21 Milliarden € in Griechenland. (Abg. Strache: 29 Milliarden! Mit Zinsen 29 Milliarden!) Sie verweigern den Menschen eine Mitbestimmung beim Ausstieg aus EURATOM. Sie lassen sie nicht mitbestimmen, wenn es darum geht, im Rahmen einer Verwaltungsreform endlich 21 Sozialversicherungsanstalten zusammenzulegen, damit es zu keinen Beitragserhöhungen kommt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Geschäftsführerin der SPÖ, Rudas, fordert nach Manier der Zentralsekretäre der KPdSU allen Ernstes, dass 26 Prozent für die Sozialdemokratie automatisch eine Mehrheit von knapp 50 Prozent in diesem Land bedeuten, obwohl, sehr geehrte Frau Kollegin, 74 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher mit Ihrer Partei aber überhaupt nichts mehr anfangen können! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Wir wollen direkte Demokratie. Wir fürchten uns nicht vor Volksabstimmungen wie in der Schweiz. Wir fürchten uns nicht vor der Intellektualität der Bürger, denn um diese geht es, nicht um Ihre sich sozusagen selbst verliehene Intellektualität. Die Menschen haben genügend Hausverstand (Beifall beim BZÖ), die Menschen haben genügend Logik, um ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen zu können, statt sie einer Nachtwächter-Regierung auf dieser Regierungsbank zu überantworten.
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie wirklich von Demokratie, wenn Sie wirklich von Bürgerbeteiligung sprechen, wenn Sie sich wirklich nicht vor den Bürgern dieses Landes fürchten, die Sie immer despektierlich „die da draußen“ nennen, wenn Sie wirklich, so wie wir, ein Bestandteil von „denen da draußen“ sind, dann stimmen Sie diesem Antrag heute zu. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Kopf hat uns hier erklärt, die Verfassung 1920 wurde etabliert, und da ist vorgesehen, dass es Wahlen gibt – und das ist es dann. Aber das Volk konnte niemals darüber entscheiden, wie es die Demokratie wünscht. Es hat nie darüber entschieden, und das ist der entscheidende Punkt, um den es heute hier geht. Und das ist genau das, was wir einfordern, dass nämlich das Volk entscheiden soll: Will es mehr direkte Demokratie? Welche Ausformung der indirekten Demokratie will es? Genau darum geht es hier, und das hier so „herunterzudodeln“ ist eine Unverschämtheit. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich stelle einen entsprechenden Antrag, und wenn Sie ein bisschen Geduld haben, werden Sie ihn sofort hören. Sie wissen genau, dass wir das schon sehr oft hier debattiert haben und dass das ganz klare Ansichten und Forderungen der Freiheitlichen Partei sind, die schon wiederholt gestellt wurden. Denn: Nur zu behaupten, dass Wahlen letztendlich uns Mandatare und damit auch alle Entscheidungen rechtfertigen würden, ist sehr kühn, das ist viel zu weit gegriffen. Daher ist es auch sehr wichtig, dass wir hier diese grundsätzliche Frage des Initiativrechts des Volkes zur Debatte stellen und dass wir das Volk darüber entscheiden lassen, wie es letztendlich diesen Staat und die Demokratie ausgestaltet haben will. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
gen geben: Freibier für alle und Abschaffung der Steuern! Das ist ja das, was Sie uns hier einreden wollen: Dass das Volk so dumm ist. Und diese bornierte Abgehobenheit ist in Wirklichkeit die größte Sauerei! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Kollege Kickl vom „Darüberfahren“ gesprochen hat, dann hat er nicht gesagt, dass das keine Demokratie ist, was hier abläuft, sondern er hat gesagt, dass es immer wieder Entscheidungen gibt, wo die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung diametral dem entgegensteht, was hier abgestimmt wird. Das nennen wir Darüberfahren, und da muss in der Sache entschieden werden können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist der entscheidende Punkt: Dass wir hier das Volk befragen, dass wir hier letztendlich dann auch das Initiativrecht des Volkes etablieren und dann einmal das Volk entscheiden lassen, wie es tatsächlich dieses Staatswesen will. Das ist jedenfalls im Sinne der Demokratie, und das ist jedenfalls im Sinne dieses Staates. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Letztendlich ist ja der entscheidende Punkt, dass wir die Demokratie in Österreich weiterentwickeln und der Bevölkerung die Möglichkeit geben, in Sachfragen selbstständig zu entscheiden, und zwar nicht immer nur, so wie bisher, aufgrund einer Gnade des Parlaments, indem wir vielleicht gnädig eine Volksbefragung, allenfalls gnädig eine Volksabstimmung gestatten. Nein! Es muss hier der Souverän von sich aus die Möglichkeit haben, aktiv zu werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
trifft, aber der auch Manns oder Frau genug ist und sich traut, in einer entscheidenden Sache auch das Volk zu befragen. Das sind die wirklich verantwortungsvollen Politiker, wie das Volk sie sich wünscht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Entwickeln wir also die Demokratie in Österreich weiter, beziehen wir das Volk tatsächlich auch in Sachentscheidungen mit ein! Das würde auf jeden Fall das Ansehen der Politik heben, den Zusammenhalt in der Bevölkerung und die Identifikation auch mit dem Staat und mit dem Gemeinwesen verbessern und damit Österreich jedenfalls besser auf die Zukunft vorbereiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Klubobmann Cap wie auch Herr Abgeordneter Dr. Wittmann haben tatsachenwidrig behauptet, es hätte unter Haider keine Volksabstimmung und auch kein Volksbegehren zum Euro gegeben. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, das war Temelín, aber es kommt ja noch dicker.
Abg. Silhavy: Das sieht man ja nicht!
Und letztlich, damit Sie auch ein Bild davon haben, dass wir damals dieses Volksbegehren getragen haben: „Kein EURO ohne Volksabstimmung!“ – mit dem Bild der Frau Dr. Riess-Passer. (Abg. Silhavy: Das sieht man ja nicht!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das heißt, die Behauptung der beiden Abgeordneten ist tatsachenwidrig und unrichtig. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie wollen ja eh alles beibehalten, nicht?
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! „Direkte Demokratie statt rot-schwarzem Reformstau“. – Schauen wir uns einmal an, wie Österreich im europäischen Vergleich dasteht. Was hat Österreich alles gemacht, damit wir so dastehen in einer Zeit, die sehr schwierig ist, in einer Zeit der Krise? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie wollen ja eh alles beibehalten, nicht?)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichzeitig gibt es auch einen Leistungsausweis und keinen Rückstand und keinen Stillstand. 320 Gesetze – und sie wurden heute hier zum Teil schon zitiert – haben wir beschlossen, damit Österreich so dasteht, wie es heute dasteht. Ich habe das Ganze noch auf zwölf Seiten zusammengefasst: Die Themenbereiche betreffen Wirtschaft, Finanzen, Arbeit und Soziales, Gesundheit, Demokratie und Verwaltung. Diese zwölf Seiten mit dieser Menge an Gesetzen sollten Sie eigentlich kennen, Herr Strache, und wissen, dass wir sie hier so beschlossen haben, denn sie sind die Basis dessen, wie Österreich in der Zeit der Krise heute dasteht. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Bürgermeister von Minimundus!
Was Sie heute machen, ist Folgendes: Sie benutzen eine Umfrage für einen Antrag, über dessen Inhalt ich nichts mehr sagen möchte. Sie haben damals gesagt: Ich werde Bürgermeister. Sie haben damals gesagt: Ich werde Bundeskanzler. – Es hat nicht geklappt. (Ruf bei der ÖVP: Bürgermeister von Minimundus!) Es wird auch jetzt nicht klappen, aber Sie glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Abg. Strache: Haben Sie Angst vor dem Volk?
Sie spielen mit einer Volksbefragung, die sehr, sehr schlecht formuliert ist, die Ihnen zweckdienlich ist und nützlich erscheint, um Ihre rechtspopulistische Parteipolitik zu machen. (Abg. Strache: Haben Sie Angst vor dem Volk?) Ich habe keine Angst vor den Menschen draußen, sicherlich nicht.
Abg. Strache: Wir wollen es jetzt! Sie verhindern es ja!
Da Sie vom „Drüberfahren“ sprechen: Die Menschen haben sich damals nicht gewünscht, dass die Passgebühren um 100 Prozent erhöht wurden, die Gerichtsgebühren um 100 Prozent erhöht wurden. Da haben Sie das Volk nicht befragt! (Abg. Strache: Wir wollen es jetzt! Sie verhindern es ja!) Das haben Sie damals in der Regierung mit beschlossen.
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben in einer wirklich schwierigen Zeit viel zu tun und wir stellen uns auch der Herausforderung gemeinsam mit dem Volk, aber mit anderen Mitteln, als Sie sie wählen. Wir machen unsere Politik in Zukunft verantwortungsvoll und sachlich und verbringen nicht unsere Zeit ausschließlich damit, Diskotheken zu besuchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Man lernt in jedem Kommunikationsseminar, dass man als Vortragender, als Trainer gut ankommt, wenn man sagt, meine lieben Damen und Herren, sagt mir, was ihr wollt, und ich werde das tun, damit ihr glücklich seid. Dass man so allerdings kein Land regieren kann, das ist uns hoffentlich auch klar. Ich glaube, darauf muss man auch oft genug hinweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Strutz: Schwarz ist geil!
Ihnen geht es nämlich nicht darum, in Österreich oder auch in Europa Probleme zu lösen. Sie sind berühmt geworden mit lustigen Sagern, die Sie plakatieren: „Unser Geld für unsere Leut“ oder der Euro-Rettungsschirm, den Sie als „Hoffnungs- und Knebelschirm“ bezeichnet haben. Mehr fällt Ihnen dazu nicht ein. (Abg. Dr. Strutz: Schwarz ist geil!) Das ist doch bloß Rhetorik.
Abg. Strache: Da haben Sie offenbar nicht zugehört!
Sie haben keine Lösung dafür, wie es mit der Finanzstabilität in der Euro-Zone ausschauen würde, wenn wir nicht so gehandelt hätten, wie wir es letzte Woche beschlossen haben. (Abg. Strache: Da haben Sie offenbar nicht zugehört!)
Abg. Strache: Die sind gesund?
Sie haben keine Lösung dafür, wie man verhindern kann, dass auch finanziell gesunde Länder von dieser Finanzkrise angesteckt werden. Sie haben auch keine Lösung dafür, wie verhindert werden kann, dass noch gesunde Länder wie Spanien, wie Portugal ein derartiges Schicksal erleiden. (Abg. Strache: Die sind gesund?)
Abg. Strache: Da haben Sie nicht zugehört! Es gibt ganz konkrete Vorschläge von uns!
Sie haben auch nicht gesagt, was es für das europäische, was es für das österreichische Wachstum, für die Beschäftigung bedeutet, wenn wir Griechenland in die Pleite schicken. (Abg. Strache: Da haben Sie nicht zugehört! Es gibt ganz konkrete Vorschläge von uns!) Davon wollen Sie nicht reden. Aber gut, Sie wollen ja auch nicht Mitglied der Europäischen Union sein. Wo sind denn nun Ihre Visionen? Wo sind denn Ihre Pläne? – Die gibt es nicht.
Abg. Strache: Das sehen aber die griechischen Bürger völlig anders!
Da ist es dreimal gescheiter, man setzt sich mit Themen, die auf der Tagesordnung sind, auseinander und versucht, diese auch zu bewältigen. Nur zu sagen, wir geben den Griechen das Geld nicht, was wir ja mit dem Gesetz, das wir in der vergangenen Woche beschlossen haben, nicht einmal getan haben, sondern wir haben die Haftung im Anlassfall beschlossen, bewegt genau gar nichts. Das löst auch die Griechenlandpleite nicht. Das Geld denen nicht zu geben ist keine Lösung, sondern die Lösung besteht darin, die Griechen zu motivieren und ihnen auch eine Chance zu geben, länger als vorgesehen Reformen in die Wege zu leiten. (Abg. Strache: Das sehen aber die griechischen Bürger völlig anders!) Darum wird es gehen, und dafür treten wir von der ÖVP auch ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da ist es dreimal gescheiter, man setzt sich mit Themen, die auf der Tagesordnung sind, auseinander und versucht, diese auch zu bewältigen. Nur zu sagen, wir geben den Griechen das Geld nicht, was wir ja mit dem Gesetz, das wir in der vergangenen Woche beschlossen haben, nicht einmal getan haben, sondern wir haben die Haftung im Anlassfall beschlossen, bewegt genau gar nichts. Das löst auch die Griechenlandpleite nicht. Das Geld denen nicht zu geben ist keine Lösung, sondern die Lösung besteht darin, die Griechen zu motivieren und ihnen auch eine Chance zu geben, länger als vorgesehen Reformen in die Wege zu leiten. (Abg. Strache: Das sehen aber die griechischen Bürger völlig anders!) Darum wird es gehen, und dafür treten wir von der ÖVP auch ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Bürgerinteressen!
Herr Strache, wenn Sie heute in einer Aussendung den slowakischen Parteien gratulieren und den Anstand der Politiker dort hervorheben, dann stellen Sie sich mit ihnen in dieselbe Ecke und sagen, eigene populistische Interessen gehen vor das Staatsziel, gehen auch vor europäischer Verantwortung. (Abg. Strache: Bürgerinteressen!) Für wen sind Sie jetzt? – Sind Sie für unsere Leute, sind Sie für Österreich oder sind Sie für die Slowakei? (Abg. Strache: Für die europäischen Bürger!) Sagen Sie, für wen sind Sie! – Für unsere Leute oder für die anderen? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Für die europäischen Bürger!
Herr Strache, wenn Sie heute in einer Aussendung den slowakischen Parteien gratulieren und den Anstand der Politiker dort hervorheben, dann stellen Sie sich mit ihnen in dieselbe Ecke und sagen, eigene populistische Interessen gehen vor das Staatsziel, gehen auch vor europäischer Verantwortung. (Abg. Strache: Bürgerinteressen!) Für wen sind Sie jetzt? – Sind Sie für unsere Leute, sind Sie für Österreich oder sind Sie für die Slowakei? (Abg. Strache: Für die europäischen Bürger!) Sagen Sie, für wen sind Sie! – Für unsere Leute oder für die anderen? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Strache, wenn Sie heute in einer Aussendung den slowakischen Parteien gratulieren und den Anstand der Politiker dort hervorheben, dann stellen Sie sich mit ihnen in dieselbe Ecke und sagen, eigene populistische Interessen gehen vor das Staatsziel, gehen auch vor europäischer Verantwortung. (Abg. Strache: Bürgerinteressen!) Für wen sind Sie jetzt? – Sind Sie für unsere Leute, sind Sie für Österreich oder sind Sie für die Slowakei? (Abg. Strache: Für die europäischen Bürger!) Sagen Sie, für wen sind Sie! – Für unsere Leute oder für die anderen? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Machen wir doch eine Abstimmung! Warum verhindern Sie die Volksabstimmung? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Eines noch: Wenn Sie sagen, das Volk soll entscheiden, warum sind Sie dann gegen die Einführung von Studiengebühren? Aus Umfragen wissen wir, das Volk will die Studiengebühren. (Abg. Strache: Machen wir doch eine Abstimmung! Warum verhindern Sie die Volksabstimmung? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen das Volk befragen, obwohl Sie wissen, dass die Bevölkerung Studiengebühren will. Das, was Sie tun, ist scheinheilig, sonst würden Sie nämlich schon längst tun, was das Volk will. Scheinheilig sage ich nur, scheinheilig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines noch: Wenn Sie sagen, das Volk soll entscheiden, warum sind Sie dann gegen die Einführung von Studiengebühren? Aus Umfragen wissen wir, das Volk will die Studiengebühren. (Abg. Strache: Machen wir doch eine Abstimmung! Warum verhindern Sie die Volksabstimmung? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wollen das Volk befragen, obwohl Sie wissen, dass die Bevölkerung Studiengebühren will. Das, was Sie tun, ist scheinheilig, sonst würden Sie nämlich schon längst tun, was das Volk will. Scheinheilig sage ich nur, scheinheilig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Kickl.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte ZuseherInnen hier im Haus und zuhause, ganz speziell die Grippekranken, die vielleicht jetzt die Möglichkeit haben, uns einmal ausnahmsweise zu folgen. Ich bin gerade der Grippe entkommen. (Beifall des Abg. Kickl.)
Abg. Mag. Stadler: Wie viele Universitäten hat die Stadt Wien?
Herr Kollege Grosz, bevor ich mich dem Thema widme: Nur weil Sie etwas mehrfach behaupten, wird es nicht wahrer. Tatsache ist, Kollege Van der Bellen ist seit der Wahl 2010 Universitätsbeauftragter der Stadt Wien (Abg. Mag. Stadler: Wie viele Universitäten hat die Stadt Wien?), und seinem Ressort steht ein Budget für Veranstaltungen, für Ressourcen, für Unterstützungen der universitären Institute zur Verfügung. Sie brauchen gar nicht zu versuchen, uns in ein Licht zu rücken, als wären die Grünen auch eine Partei, die Gelder nimmt, von wo auch immer. Das bleibt ganz schön bei Ihnen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir haben eindeutig weiße Hemden, auch wenn ich es jetzt oben gelassen und nicht angezogen habe.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Grosz, bevor ich mich dem Thema widme: Nur weil Sie etwas mehrfach behaupten, wird es nicht wahrer. Tatsache ist, Kollege Van der Bellen ist seit der Wahl 2010 Universitätsbeauftragter der Stadt Wien (Abg. Mag. Stadler: Wie viele Universitäten hat die Stadt Wien?), und seinem Ressort steht ein Budget für Veranstaltungen, für Ressourcen, für Unterstützungen der universitären Institute zur Verfügung. Sie brauchen gar nicht zu versuchen, uns in ein Licht zu rücken, als wären die Grünen auch eine Partei, die Gelder nimmt, von wo auch immer. Das bleibt ganz schön bei Ihnen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wir haben eindeutig weiße Hemden, auch wenn ich es jetzt oben gelassen und nicht angezogen habe.
Abg. Mag. Stefan: Beides!
kann wirklich Parteipolitikverdrossenheit beseitigen, aber nicht direkte Demokratie. (Abg. Mag. Stefan: Beides!)
Beifall bei den Grünen.
Parteipolitik braucht eine Ergänzung, und diese Ergänzung ist direkte Demokratie. Wenn Sie direkte Demokratie ernst meinen, dann meinen Sie sie immer ernst und nicht nur dann, wenn Ihnen Themen nicht recht sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ganz im Gegenteil: Sie hatten dazu null Ideen. Und wenn Sie hier heute – wenn wir das ernst nehmen wollen – den Kampf für direkte Demokratie beginnen wollen, dann beginnen Sie aber auch in Ihren Gemeinden und Ihren Bezirksgruppen; weil diese regelmäßig Anträgen zur BürgerInnenbeteiligung, beispielsweise in Wien zur Einrichtung der Lokalen Agenda 21, in bestimmten Bezirken ablehnend gegenüberstehen, weil ihnen die Inhalte nicht passen. Wenn Sie es ernst meinen, dann bitte von der Bezirksebene bis auf die nationale Ebene. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist aber auch klar, dass es da inhaltliche Grenzen geben muss. Herr Kollege Stefan, da muss ich Ihnen widersprechen. Grund- und Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Sie sind auch nicht abstimmbar, nicht von Mehrheiten niederstimmbar. Da liegt für mich ganz klar die Grenze von möglichen Abstimmungen und Volksbegehren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Den Anträgen des BZÖ werden wir zustimmen, weil sie in die gleiche Richtung wie unser Antrag gehen. Wir werden weiter für direkte Demokratie kämpfen! Wir werden aber auch weiter gegen Korruption und gegen Missbrauch in diesem Parlament kämpfen! (Beifall bei den Grünen.)
Antrag der Abg. Blau-Meissner und Freunde, Nr 68/A vom 4. Juni 1987
Die Grünen haben bereits 1987 einen Antrag für eine durch Volksbegehren ausgelöste Volksabstimmung eingebracht (Antrag der Abg. Blau-Meissner und Freunde, Nr 68/A vom 4. Juni 1987). Ebenso wurde im Österreich-Konvent 2003 – 2005 mittels Textvorschlägen ein Ausbau direkt-demokratischer Rechte (siehe www.konvent.gv.at) gefordert.
Zwischenruf: Da hat er recht gehabt!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wenn Kollege Wittmann – wo ist er denn? – am Antrag der FPÖ bemängelt, dieser sei intellektuell nicht hoch stehend (Zwischenruf: Da hat er recht gehabt!), und der Neo-Abgeordnete Gerstl dann noch eine Verfassungsrechtslesung versucht, nämlich mit dem Postulat: “Lernen Sie die österreichische Bundesverfassung!“, dann hätte man erwartet, dass wenigstens ein verfassungsrechtliches Argument kommt – auch von einem Obmann des Verfassungsausschusses, Herr Kollege Wittmann.
Abg. Strache: Die Verfassung kann man ändern!
Der Antrag der FPÖ ist tatsächlich verfassungswidrig. Meine Damen und Herren, so sehr wir das Anliegen unterstützen, aber man kann de lege lata über bereits existierende Regelungen keine Volksbefragung durchführen. Das geht nicht! (Abg. Strache: Die Verfassung kann man ändern!) – Das sieht unsere Bundesverfassung für Änderungsvorschläge vor, aber nicht für Beibehaltungen – dreimal Beibehaltung, das geht nicht. Das ist in der Lehre und in der Wissenschaft ganz eindeutig und ergibt sich auch aus dem Wortlaut des Art. 49b. Im Übrigen sage ich dazu, dass ich über die Frage Transferunion, EFSF oder ESM eine Volksabstimmung haben möchte.
Beifall beim BZÖ.
Ihr hingegen verlangt nur eine unverbindliche Volksbefragung. Daher werden wir, obwohl wir das Anliegen grundsätzlich unterstützen, diesen Antrag nicht unterstützen können, er ist eben tatsächlich verfassungswidrig. Wobei ich mir von dir, lieber Kollege Peter Wittmann, erwartet hätte, dass du ein verfassungsrechtliches Argument einbringst – und nicht nur eine Suada von politischen Presseaussendungen der sozialistischen Korrespondenz, das ist, bitte, zu wenig gewesen. Wenn man das Verfassungsrecht bemüht, sollte man auch verfassungsrechtliche Argumente haben. Das war aber nicht der Fall. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Wir haben eigene!
Ich weiß nicht, wer bei euch diese Anträge geschrieben hat, aber sie sind jedenfalls nicht von der Qualität, die man bei einer derartigen Debatte erwarten müsste. (Abg. Bucher: Wir haben eigene!) – Ich komme gleich dazu.
Abg. Kopf: Strafmandate!
Nächstes verfassungsrechtliches Argument – ja, von den Grünen. Ich habe nicht schlecht gestaunt. Was verlangt ihr? – Ein Volksbegehren auch über Vollzugsakte. Das heißt, wir verlangen in Zukunft, Volksbegehren über Asylbescheide (Abg. Kopf: Strafmandate!) – oder Strafmandate. Na, wunderbar, das hat eine neue Qualität, das ist nicht von schlechten Eltern! (Abg. Kopf: Auf das habe ich schon lange gewartet!)
Abg. Kopf: Auf das habe ich schon lange gewartet!
Nächstes verfassungsrechtliches Argument – ja, von den Grünen. Ich habe nicht schlecht gestaunt. Was verlangt ihr? – Ein Volksbegehren auch über Vollzugsakte. Das heißt, wir verlangen in Zukunft, Volksbegehren über Asylbescheide (Abg. Kopf: Strafmandate!) – oder Strafmandate. Na, wunderbar, das hat eine neue Qualität, das ist nicht von schlechten Eltern! (Abg. Kopf: Auf das habe ich schon lange gewartet!)
Heiterkeit beim BZÖ.
Dann: Volksbefragungen sollen in Zukunft vom Volk initiiert werden können, auch über Vollzugsakte. Was glaubt ihr, was die FPÖ da mit Asylbescheiden machen würde? – ich übrigens auch, das sage ich gleich dazu. Also das ist wirklich eine gefährliche Drohung. Dann werden wir auch darüber entscheiden, ob ihr sozusagen eine Baubewilligung bekommt oder nicht. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dann kommt die große Ankündigung, ich zitiere Werner Faymann: „Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung,“ – gemeint ist nicht wir, Werner Faymann von Gottes Gnaden, sondern wir, die Sozialdemokratie – „dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren,“ – berühren, nicht einmal beeinträchtigen – „durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen. Sollte also ein geänderter Reformvertrag neuerlich von Österreich ratifiziert werden müssen, so wollen wir den Koalitionspartner von dieser Vorgangsweise überzeugen.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Kollege Kopf, wie stark war denn die Überzeugungsarbeit, die der Herr Faymann geleistet hat? (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Ah, ist bei Ihnen nicht angekommen. Gut, da hat er schon das erste Mal sein eigenes Wort gebrochen, zu diesem Satz.
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Dann kommt die große Ankündigung, ich zitiere Werner Faymann: „Auf der Basis einer kontinuierlichen Information und einer offenen Diskussion sind wir der Meinung,“ – gemeint ist nicht wir, Werner Faymann von Gottes Gnaden, sondern wir, die Sozialdemokratie – „dass zukünftige Vertragsänderungen, die die österreichischen Interessen berühren,“ – berühren, nicht einmal beeinträchtigen – „durch eine Volksabstimmung in Österreich entschieden werden sollen. Sollte also ein geänderter Reformvertrag neuerlich von Österreich ratifiziert werden müssen, so wollen wir den Koalitionspartner von dieser Vorgangsweise überzeugen.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Kollege Kopf, wie stark war denn die Überzeugungsarbeit, die der Herr Faymann geleistet hat? (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Ah, ist bei Ihnen nicht angekommen. Gut, da hat er schon das erste Mal sein eigenes Wort gebrochen, zu diesem Satz.
Abg. Grosz: Na, wer weiß?
gen werden, weil „wir“ – und da meint er die Sozialdemokratie, denn er redet ja nicht im Pluralis Majestatis, das glaube ich nicht. (Abg. Grosz: Na, wer weiß?) – Wer weiß, ja, aber ich glaube es nicht. Er geht also davon aus, dass die SPÖ dann eine Volksabstimmung verlangen wird. Wir werden sehr bald schon den Testfall haben.
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich nehme Sie beim Wort, Herr Bundeskanzler. Und jetzt bin ich gespannt, wie Ihre Fraktion Sie selber mit Ihrem Brief an Dichand ernst nimmt. Wenn Sie von der SPÖ das tun, dann müssen Sie heute diesem Antrag zustimmen! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wenn Sie diesen Antrag heute ablehnen, dann ist von Ihrem Wort nichts zu halten, dann sind Sie wortbrüchig geworden, Herr Bundeskanzler. Das ist heute ein echter Testfall, und der ist verfassungskonform, glauben Sie mir das! Wenn österreichische Interessen berührt sind und das in einer Vertragsänderung mündet, dann, haben Sie versprochen, gibt es eine Volksabstimmung. Wir werden uns heute genau anschauen, wie Ihre Fraktion abstimmt. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Mag. Stadler: Das hab ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Er hat gesagt, dass das im Antrag drinnen steht! Er hat aus dem Antrag zitiert!
Ich korrigiere ihn tatsächlich (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist das für eine tatsächliche Berichtigung? – Abg. Mag. Stadler: Das hab ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Er hat gesagt, dass das im Antrag drinnen steht! Er hat aus dem Antrag zitiert!): Es ist bereits jetzt in der Bundesverfassung verankert, nämlich
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Bruch der Geschäftsordnung!
unter Artikel 141 Abs. 3 (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Bruch der Geschäftsordnung!) – ich lese es Ihnen noch einmal vor (Abg. Mag. Stadler: Das ist eindeutig ein Bruch der Geschäftsordnung!) –:
Abg. Mag. Stadler: Das ist eindeutig ein Bruch der Geschäftsordnung!
unter Artikel 141 Abs. 3 (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident! Bruch der Geschäftsordnung!) – ich lese es Ihnen noch einmal vor (Abg. Mag. Stadler: Das ist eindeutig ein Bruch der Geschäftsordnung!) –:
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Klubobfrau weiß, was eine tatsächliche Berichtigung ist!
Und das ist auch geregelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Klubobfrau weiß, was eine tatsächliche Berichtigung ist!) Und im Übrigen ist das auch sehr wichtig so. Ich glaube, dass Sie auch bei Wahlanfechtungen sehr genau überlegen sollten, ob Sie diese abschaffen wollen oder nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Sie distanzieren sich von Ihrem eigenen Anliegen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Sie distanzieren sich von Ihrem eigenen Anliegen!
Und das ist auch geregelt. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht einmal die Klubobfrau weiß, was eine tatsächliche Berichtigung ist!) Und im Übrigen ist das auch sehr wichtig so. Ich glaube, dass Sie auch bei Wahlanfechtungen sehr genau überlegen sollten, ob Sie diese abschaffen wollen oder nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Sie distanzieren sich von Ihrem eigenen Anliegen!)
Abg. Grosz: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Frau Kollegin, Sie sind an einer tatsächlichen Berichtigung ganz knapp vorbeigeschrammt, aber ich lasse sie einmal gelten. (Abg. Grosz: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er hat zitiert aus dem Antrag!
Der Abgeordnete Stadler hat hier festgestellt (Abg. Ing. Westenthaler: Er hat zitiert aus dem Antrag!), ...
Abg. Grosz: Das mach ich auch!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege – Sie haben schon den Hinweis geliefert –: Eine Wortmeldung zur Geschäftsordnung beinhaltet, dass Sie auch einen geschäftsordnungsmäßigen Antrag stellen. (Abg. Grosz: Das mach ich auch!) Ich bitte daher, stellen Sie diesen voran und begründen Sie ihn dann! – Bitte.
Heiterkeit beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (fortsetzend): Selbstverständlich! – Der Antrag ist an Sie, Herr Präsident, in Zukunft der Geschäftsordnung gerecht zu werden, auch bei Entgegnungen. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Abg. Grosz setzt ohne Mikrofon fort: Das ist das Erste! – Das Zweite ist, ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Abgeordneter, das ist kein Antrag gemäß der Geschäftsordnung. (Abg. Grosz setzt ohne Mikrofon fort: Das ist das Erste! – Das Zweite ist, ...!)
Beifall bei der FPÖ
Und wenn wir uns heute gerade vonseiten der ÖVP – des Klubobmanns Kopf – in diesem Zusammenhang mehrmals den Vorwurf des Populismus eingehandelt haben, dann sage ich Ihnen: Wenn es Populismus ist, das Volk in demokratische Entscheidungen einzubinden, wenn es Populismus ist, die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher zu vertreten, dann bin ich, dann sind wir Freiheitlichen gerne Populisten hier im Parlament (Beifall bei der FPÖ), denn die Österreicherinnen und Österreicher brauchen eine Lobby hier im Hohen Haus, eine Lobby im positiven Sinne, weil Sie von SPÖ und ÖVP schon lange nicht mehr die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Denn Sie, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, vertreten nicht die Interessen der Österreicher, Sie vertreten die Interessen der Banken – während wir sagen, wir haben in der jetzigen Zeit auf die kleinen Sparer Rücksicht zu nehmen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
der Möglichkeit eines Minderheitsrechts, hier auch die Bevölkerung einzubinden, eine Chance! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Der soeben eingebrachte Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt, steht in einem sachlichen Zusammenhang und steht mit in Verhandlung. (Abg. Mag. Stadler: Zur Geschäftsordnung!)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Der Antrag ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Blamage!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich rege eine kurze Sitzungsunterbrechung an, damit geklärt werden kann, was mit dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Daniela Musiol, Pirklhuber, Kolleginnen und Kollegen betreffend Direkte Demokratie los ist, denn dieser wurde „im Zuge der Debatte zum Dringlichen Antrag in der Sondersitzung am 13.10.2011“ eingebracht – das ist morgen. Die morgige Sondersitzung ist aber heute noch nicht Gegenstand. Vielleicht kann man das auf kurzem Weg klären. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Grosz: Der Antrag ist falsch! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Blamage!)
Abg. Grosz: Aber wir haben nicht den 13.10. heute!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sitzungsunterbrechung werde ich jetzt keine vornehmen, denn wir sind fast am Ende der Debatte zu diesem Verhandlungsgegenstand angelangt. Der Antrag ist außerdem erläutert und verteilt worden und steht so zur Abstimmung, wie er Ihnen vorliegt. (Abg. Grosz: Aber wir haben nicht den 13.10. heute!) Es bleibt Ihnen unbenommen, dazu pro oder kontra zu stimmen. (Abg. Mag. Stadler: Ist bei Ihnen auch der 13.? – Der Gregorianische Kalender sieht das nicht vor!)
Abg. Mag. Stadler: Ist bei Ihnen auch der 13.? – Der Gregorianische Kalender sieht das nicht vor!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sitzungsunterbrechung werde ich jetzt keine vornehmen, denn wir sind fast am Ende der Debatte zu diesem Verhandlungsgegenstand angelangt. Der Antrag ist außerdem erläutert und verteilt worden und steht so zur Abstimmung, wie er Ihnen vorliegt. (Abg. Grosz: Aber wir haben nicht den 13.10. heute!) Es bleibt Ihnen unbenommen, dazu pro oder kontra zu stimmen. (Abg. Mag. Stadler: Ist bei Ihnen auch der 13.? – Der Gregorianische Kalender sieht das nicht vor!)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, welches Datum haben Sie? Was ist bei Ihnen heute: der 12. oder der 13.? – Das können Sie ja nicht ernst nehmen! Das ist ja ein Kasperltheater, was die Grünen da machen!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, welches Datum haben Sie? Was ist bei Ihnen heute: der 12. oder der 13.? – Das können Sie ja nicht ernst nehmen! Das ist ja ein Kasperltheater, was die Grünen da machen!)
Abg. Strache: Das war ein Schauprozess wie bei der Timoschenko!
Zunächst zu Ihren Ausführungen, Herr Strache. Herr Strache, Sie reden hier von mehr Demokratie, davon, dass man in diesem Land mehr Demokratie leben muss. Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Fangen Sie einmal selbst damit an! Wie ist denn das mit einem wegen Korruption gerichtlich zu 18 Monaten Verurteilten in Ihren Reihen, der in öffentlichen Ämtern ist? – Das ist Demokratie, da können Sie etwas beweisen! Oder Frau Abgeordnete Winter, die, obwohl rechtskräftig wegen Hetze verurteilt, hier in einem demokratischen Parlament sitzt. (Abg. Strache: Das war ein Schauprozess wie bei der Timoschenko!) Oder: Wäre es nicht auch eine Voraussetzung für Demokratie der FPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!), dass Sie einmal mit den braunen Flecken in Ihrer Partei aufräumen? Wäre es nicht geboten, zur Causa Kurzmann, was Hetze und Auftreten gegen Religionsfreiheit betrifft, einmal klare Worte zu finden? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!
Zunächst zu Ihren Ausführungen, Herr Strache. Herr Strache, Sie reden hier von mehr Demokratie, davon, dass man in diesem Land mehr Demokratie leben muss. Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Fangen Sie einmal selbst damit an! Wie ist denn das mit einem wegen Korruption gerichtlich zu 18 Monaten Verurteilten in Ihren Reihen, der in öffentlichen Ämtern ist? – Das ist Demokratie, da können Sie etwas beweisen! Oder Frau Abgeordnete Winter, die, obwohl rechtskräftig wegen Hetze verurteilt, hier in einem demokratischen Parlament sitzt. (Abg. Strache: Das war ein Schauprozess wie bei der Timoschenko!) Oder: Wäre es nicht auch eine Voraussetzung für Demokratie der FPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!), dass Sie einmal mit den braunen Flecken in Ihrer Partei aufräumen? Wäre es nicht geboten, zur Causa Kurzmann, was Hetze und Auftreten gegen Religionsfreiheit betrifft, einmal klare Worte zu finden? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zunächst zu Ihren Ausführungen, Herr Strache. Herr Strache, Sie reden hier von mehr Demokratie, davon, dass man in diesem Land mehr Demokratie leben muss. Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Fangen Sie einmal selbst damit an! Wie ist denn das mit einem wegen Korruption gerichtlich zu 18 Monaten Verurteilten in Ihren Reihen, der in öffentlichen Ämtern ist? – Das ist Demokratie, da können Sie etwas beweisen! Oder Frau Abgeordnete Winter, die, obwohl rechtskräftig wegen Hetze verurteilt, hier in einem demokratischen Parlament sitzt. (Abg. Strache: Das war ein Schauprozess wie bei der Timoschenko!) Oder: Wäre es nicht auch eine Voraussetzung für Demokratie der FPÖ (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es notwendig!), dass Sie einmal mit den braunen Flecken in Ihrer Partei aufräumen? Wäre es nicht geboten, zur Causa Kurzmann, was Hetze und Auftreten gegen Religionsfreiheit betrifft, einmal klare Worte zu finden? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!
Und, Herr Strache, würden Sie nicht der Demokratie dienen, wenn Sie einmal, was die Skandale BUWOG, Hypo, Eurofighter und Telekom betrifft (Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!), ein Bekenntnis der FPÖ zu Ihrer Mitverantwortung ablegen würden? Und wäre es nicht demokratisch, wenn Sie einmal dem Kärntner Landeshauptmann entgegentreten würden, der den ÖGB abschaffen will, wo die Gewerkschafter darum ringen, dass die Arbeitnehmer gerechte Löhne bekommen? (Abg. Strache: Wo nicht einmal die eigenen Pensionen gezahlt werden und die Gewerkschaftsgelder gekürzt werden!) Dazu sollten Sie einmal Stellung nehmen, Herr Strache! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Wo nicht einmal die eigenen Pensionen gezahlt werden und die Gewerkschaftsgelder gekürzt werden!
Und, Herr Strache, würden Sie nicht der Demokratie dienen, wenn Sie einmal, was die Skandale BUWOG, Hypo, Eurofighter und Telekom betrifft (Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!), ein Bekenntnis der FPÖ zu Ihrer Mitverantwortung ablegen würden? Und wäre es nicht demokratisch, wenn Sie einmal dem Kärntner Landeshauptmann entgegentreten würden, der den ÖGB abschaffen will, wo die Gewerkschafter darum ringen, dass die Arbeitnehmer gerechte Löhne bekommen? (Abg. Strache: Wo nicht einmal die eigenen Pensionen gezahlt werden und die Gewerkschaftsgelder gekürzt werden!) Dazu sollten Sie einmal Stellung nehmen, Herr Strache! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und, Herr Strache, würden Sie nicht der Demokratie dienen, wenn Sie einmal, was die Skandale BUWOG, Hypo, Eurofighter und Telekom betrifft (Abg. Ing. Westenthaler: ..., Androsch!), ein Bekenntnis der FPÖ zu Ihrer Mitverantwortung ablegen würden? Und wäre es nicht demokratisch, wenn Sie einmal dem Kärntner Landeshauptmann entgegentreten würden, der den ÖGB abschaffen will, wo die Gewerkschafter darum ringen, dass die Arbeitnehmer gerechte Löhne bekommen? (Abg. Strache: Wo nicht einmal die eigenen Pensionen gezahlt werden und die Gewerkschaftsgelder gekürzt werden!) Dazu sollten Sie einmal Stellung nehmen, Herr Strache! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Sie meinen, die Hundstrümmerlfragen?
Schauen Sie, Ihr Antrag ist ja inhaltlich zersaust worden, da braucht man nicht mehr viel dazu zu sagen. Aber dass die Wiener FPÖ – daran möchte ich Sie schon erinnern – bei der letzten Volksbefragung dagegen gestimmt hat (Abg. Strache: Sie meinen, die Hundstrümmerlfragen?), daran sehen Sie, meine Damen und Herren: Populismus, irgendwas dahererzählen – die Realität hält dem nicht stand, Sie haben ja letztes Mal dagegen agitiert. (Abg. Strache: Das ist halt Ihr Hundstrümmerlfragen-Niveau!)
Abg. Strache: Das ist halt Ihr Hundstrümmerlfragen-Niveau!
Schauen Sie, Ihr Antrag ist ja inhaltlich zersaust worden, da braucht man nicht mehr viel dazu zu sagen. Aber dass die Wiener FPÖ – daran möchte ich Sie schon erinnern – bei der letzten Volksbefragung dagegen gestimmt hat (Abg. Strache: Sie meinen, die Hundstrümmerlfragen?), daran sehen Sie, meine Damen und Herren: Populismus, irgendwas dahererzählen – die Realität hält dem nicht stand, Sie haben ja letztes Mal dagegen agitiert. (Abg. Strache: Das ist halt Ihr Hundstrümmerlfragen-Niveau!)
Abg. Strache – in Richtung BZÖ –: Missbrauchsanfällig! Das ist nicht wirklich ...!
Mein Gott, mit dem BZÖ möchte ich mich nur entsprechend den 3 Prozent, die Sie in Umfragen noch darstellen, auseinandersetzen. Jetzt gibt es einen E-Voting-Vorschlag. Das ist ja ein kolossaler Unsinn, meine Damen und Herren! (Abg. Strache – in Richtung BZÖ –: Missbrauchsanfällig! Das ist nicht wirklich ...!) Wir haben ja bei den Hochschülerschaftswahlen eben erst erlebt, wozu das geführt hat: zu einem rechtlichen, sachlichen und formalen Desaster. 0,9 Prozent haben teilgenommen. Und jetzt kommt das BZÖ mit E-Voting daher! Sie sind auf dem Weg zu 2 Prozent, kann ich Ihnen nur sagen.
Abg. Neubauer: Unsinn! Was ist das für ein Blödsinn?
Nein, nein, die FPÖ ist nicht legitimiert, Herr Kollege, hier Ratschläge zu geben oder Systemkritik zu üben. Ihnen fehlt das konstruktive Element völlig! Wenn ich mir das beispielsweise in der Steiermark anschaue, wo es so anerkannt wird, was dort gemacht wird – aber der Kurzmann ist gegen alles. Da gibt es eine Charta über das Zusammenleben, über Migration – wird abgelehnt! Die neuen Strukturen in der Gesundheit – abgelehnt! Gemeindekooperationen – wird abgelehnt! (Abg. Neubauer: Unsinn! Was ist das für ein Blödsinn?) Zusammenlegung der Bezirkshauptmannschaften – wird von der FPÖ abgelehnt. Wer ist gegen die Verwaltungsreform? – Na die FPÖ! Wer ist gegen das Budget? – Die FPÖ!
Abg. Strache: Haben Sie die letzten Wahlergebnisse verfolgt? Ich glaube, die sind an Ihnen vorübergegangen!
Glauben Sie wirklich, die Bevölkerung hat Vertrauen in Ihre Demokratiethesen? Das ist ja zum Lachen! Ihre Partei hat einmal eine dritte Republik proklamiert, und am Ende ist der Hypo-Skandal herausgekommen, der größte Skandal in der Geschichte Österreichs, meine Damen und Herren. (Abg. Strache: Haben Sie die letzten Wahlergebnisse verfolgt? Ich glaube, die sind an Ihnen vorübergegangen!)
Abg. Dr. Strutz: Wo ist sie? – Abg. Strache: Die ist so „lang“, dass Ihnen nichts einfällt! – Abg. Dr. Strutz: Wo ist diese Liste? – Sie haben nichts zum Herzeigen!
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Die Darstellung der Arbeit der Bundesregierung, besonders durch gewisse Medien und die Opposition, ist schon etwas zu hinterfragen. Reform-Stau wird kritisiert, und es ist ja fast schon ein Volkssport geworden, Reformen zu fordern. Aber klar ist, und das muss man auch eingestehen: Die Diskussionen zu wichtigen Themen wie Wehrpflicht oder Studiengebühren brauchen auch ihre Zeit. Und man kann das auch kritisieren, das ist auch legitim, aber man sollte nicht die Erfolge dieser Bundesregierung kleinreden, denn da haben wir vieles vorzuweisen. Mein Vorredner hat vieles schon aufgezählt, ich erspare Ihnen diese lange Liste der bewältigten Aufgaben dieser Koalition. (Abg. Dr. Strutz: Wo ist sie? – Abg. Strache: Die ist so „lang“, dass Ihnen nichts einfällt! – Abg. Dr. Strutz: Wo ist diese Liste? – Sie haben nichts zum Herzeigen!)
Abg. Strache: Deshalb schließen Sie sie grundsätzlich aus, gell? Das ist Ihre Einstellung!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Österreich hat eine funktionierende Demokratie, und gerade die direkte Demokratie ist schon öfters erfolgreich zur Anwendung gekommen – Zwentendorf ist ein Paradebeispiel dafür. Aber ich wehre mich dagegen, solche Volksbefragungen und Volksabstimmungen inflationär einzusetzen, denn sie verlieren dann ihren Wert. (Abg. Strache: Deshalb schließen Sie sie grundsätzlich aus, gell? Das ist Ihre Einstellung!) Und grundsätzlich ist ja das Parlament dazu da, Gesetze zu beschließen und nicht ständig Volksbefragungen in Auftrag zu geben.
Abg. Neubauer: Da steht nichts drinnen! Nach fünf Jahren!
Interessant ist ja das Stimmverhalten der FPÖ zu manchen Gesetzen und ihre Begründung dazu, wie zuletzt gestern im Umweltausschuss zum Klimaschutzgesetz. Da hat man gesagt: Wir stimmen nicht zu, das Gesetz hat ja nur zweieinhalb Seiten, das kann ja kein gescheites Gesetz sein! – Wenn das Ihre Feststellung zur Qualität eines Gesetzes ist (Abg. Neubauer: Da steht nichts drinnen! Nach fünf Jahren!), dann werden wir in Zukunft sämtliche Gesetze mit 600 Seiten ausstatten, und dann wird es Ihnen vielleicht auch recht sein. (Abg. Dr. Rosenkranz: Waren Sie gestern im Umweltausschuss anwesend?) Aber da kann man schon verstehen, warum Ihnen das Instrument der Volksbefragung so wichtig ist, denn wenn man selber nicht weiß, warum und wieso, dann muss man eben andere fragen. (Abg. Neubauer: Ihr werdet es noch schaffen, dass euch die Bauern davonrennen!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Waren Sie gestern im Umweltausschuss anwesend?
Interessant ist ja das Stimmverhalten der FPÖ zu manchen Gesetzen und ihre Begründung dazu, wie zuletzt gestern im Umweltausschuss zum Klimaschutzgesetz. Da hat man gesagt: Wir stimmen nicht zu, das Gesetz hat ja nur zweieinhalb Seiten, das kann ja kein gescheites Gesetz sein! – Wenn das Ihre Feststellung zur Qualität eines Gesetzes ist (Abg. Neubauer: Da steht nichts drinnen! Nach fünf Jahren!), dann werden wir in Zukunft sämtliche Gesetze mit 600 Seiten ausstatten, und dann wird es Ihnen vielleicht auch recht sein. (Abg. Dr. Rosenkranz: Waren Sie gestern im Umweltausschuss anwesend?) Aber da kann man schon verstehen, warum Ihnen das Instrument der Volksbefragung so wichtig ist, denn wenn man selber nicht weiß, warum und wieso, dann muss man eben andere fragen. (Abg. Neubauer: Ihr werdet es noch schaffen, dass euch die Bauern davonrennen!)
Abg. Neubauer: Ihr werdet es noch schaffen, dass euch die Bauern davonrennen!
Interessant ist ja das Stimmverhalten der FPÖ zu manchen Gesetzen und ihre Begründung dazu, wie zuletzt gestern im Umweltausschuss zum Klimaschutzgesetz. Da hat man gesagt: Wir stimmen nicht zu, das Gesetz hat ja nur zweieinhalb Seiten, das kann ja kein gescheites Gesetz sein! – Wenn das Ihre Feststellung zur Qualität eines Gesetzes ist (Abg. Neubauer: Da steht nichts drinnen! Nach fünf Jahren!), dann werden wir in Zukunft sämtliche Gesetze mit 600 Seiten ausstatten, und dann wird es Ihnen vielleicht auch recht sein. (Abg. Dr. Rosenkranz: Waren Sie gestern im Umweltausschuss anwesend?) Aber da kann man schon verstehen, warum Ihnen das Instrument der Volksbefragung so wichtig ist, denn wenn man selber nicht weiß, warum und wieso, dann muss man eben andere fragen. (Abg. Neubauer: Ihr werdet es noch schaffen, dass euch die Bauern davonrennen!)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne glaube ich, wir müssen mehr sagen, was wir tun, und im Speziellen mehr tun, was wir sagen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Halten Sie die Rede heute oder morgen?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Öllinger. Die Restredezeit Ihrer Fraktion beträgt 3 Minuten. – Bitte. (Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Öllinger –: Halten Sie die Rede heute oder morgen?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!
Ich frage mich, woher die Aufgeregtheit in den Reihen von FPÖ und BZÖ kommt. Als Erklärung dafür bleibt für mich nur eines übrig. (Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!) Sie bringen einen Antrag auf Volksbefragungen über beliebig ausgewählte Themen ein, so zum Beispiel über eine zeitlich limitierte Millionärssolidaritätssteuer. Das ist schon vom Begrifflichen her völlig unverständlich. Ich will eigentlich keine Solidaritätssteuer mit Millionären. Wenn es in der Vergangenheit um eine Solidaritätssteuer von Millionären gegangen ist, war Ihr Parteiobmann, Herr Strache, immer dagegen, um das klar zu sagen. (Abg. Strache: Blödsinn!) – Ja, selbstverständlich. (Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!) Es gibt auch überhaupt keinen Grund dafür, Herr Strache, dass Millionäre oder – sagen wir – Personen mit hohem Einkommen nur befristet etwas zahlen sollen. (Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?) Warum denn nur befristet, Herr Kollege Strache? (Beifall bei den Grünen.) Wenn wir der Meinung sind, es braucht einen gerechten Beitrag von allen, dann bitte nicht von denen, die besonders viel haben, nur einen befristeten Beitrag.
Abg. Strache: Blödsinn!
Ich frage mich, woher die Aufgeregtheit in den Reihen von FPÖ und BZÖ kommt. Als Erklärung dafür bleibt für mich nur eines übrig. (Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!) Sie bringen einen Antrag auf Volksbefragungen über beliebig ausgewählte Themen ein, so zum Beispiel über eine zeitlich limitierte Millionärssolidaritätssteuer. Das ist schon vom Begrifflichen her völlig unverständlich. Ich will eigentlich keine Solidaritätssteuer mit Millionären. Wenn es in der Vergangenheit um eine Solidaritätssteuer von Millionären gegangen ist, war Ihr Parteiobmann, Herr Strache, immer dagegen, um das klar zu sagen. (Abg. Strache: Blödsinn!) – Ja, selbstverständlich. (Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!) Es gibt auch überhaupt keinen Grund dafür, Herr Strache, dass Millionäre oder – sagen wir – Personen mit hohem Einkommen nur befristet etwas zahlen sollen. (Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?) Warum denn nur befristet, Herr Kollege Strache? (Beifall bei den Grünen.) Wenn wir der Meinung sind, es braucht einen gerechten Beitrag von allen, dann bitte nicht von denen, die besonders viel haben, nur einen befristeten Beitrag.
Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!
Ich frage mich, woher die Aufgeregtheit in den Reihen von FPÖ und BZÖ kommt. Als Erklärung dafür bleibt für mich nur eines übrig. (Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!) Sie bringen einen Antrag auf Volksbefragungen über beliebig ausgewählte Themen ein, so zum Beispiel über eine zeitlich limitierte Millionärssolidaritätssteuer. Das ist schon vom Begrifflichen her völlig unverständlich. Ich will eigentlich keine Solidaritätssteuer mit Millionären. Wenn es in der Vergangenheit um eine Solidaritätssteuer von Millionären gegangen ist, war Ihr Parteiobmann, Herr Strache, immer dagegen, um das klar zu sagen. (Abg. Strache: Blödsinn!) – Ja, selbstverständlich. (Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!) Es gibt auch überhaupt keinen Grund dafür, Herr Strache, dass Millionäre oder – sagen wir – Personen mit hohem Einkommen nur befristet etwas zahlen sollen. (Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?) Warum denn nur befristet, Herr Kollege Strache? (Beifall bei den Grünen.) Wenn wir der Meinung sind, es braucht einen gerechten Beitrag von allen, dann bitte nicht von denen, die besonders viel haben, nur einen befristeten Beitrag.
Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?
Ich frage mich, woher die Aufgeregtheit in den Reihen von FPÖ und BZÖ kommt. Als Erklärung dafür bleibt für mich nur eines übrig. (Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!) Sie bringen einen Antrag auf Volksbefragungen über beliebig ausgewählte Themen ein, so zum Beispiel über eine zeitlich limitierte Millionärssolidaritätssteuer. Das ist schon vom Begrifflichen her völlig unverständlich. Ich will eigentlich keine Solidaritätssteuer mit Millionären. Wenn es in der Vergangenheit um eine Solidaritätssteuer von Millionären gegangen ist, war Ihr Parteiobmann, Herr Strache, immer dagegen, um das klar zu sagen. (Abg. Strache: Blödsinn!) – Ja, selbstverständlich. (Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!) Es gibt auch überhaupt keinen Grund dafür, Herr Strache, dass Millionäre oder – sagen wir – Personen mit hohem Einkommen nur befristet etwas zahlen sollen. (Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?) Warum denn nur befristet, Herr Kollege Strache? (Beifall bei den Grünen.) Wenn wir der Meinung sind, es braucht einen gerechten Beitrag von allen, dann bitte nicht von denen, die besonders viel haben, nur einen befristeten Beitrag.
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich, woher die Aufgeregtheit in den Reihen von FPÖ und BZÖ kommt. Als Erklärung dafür bleibt für mich nur eines übrig. (Abg. Dr. Rosenkranz: Momentan regt sich nur einer auf!) Sie bringen einen Antrag auf Volksbefragungen über beliebig ausgewählte Themen ein, so zum Beispiel über eine zeitlich limitierte Millionärssolidaritätssteuer. Das ist schon vom Begrifflichen her völlig unverständlich. Ich will eigentlich keine Solidaritätssteuer mit Millionären. Wenn es in der Vergangenheit um eine Solidaritätssteuer von Millionären gegangen ist, war Ihr Parteiobmann, Herr Strache, immer dagegen, um das klar zu sagen. (Abg. Strache: Blödsinn!) – Ja, selbstverständlich. (Abg. Strache: Das ist doch ein Unsinn! Wir haben das in unserem Programm schon vor Jahren verlangt!) Es gibt auch überhaupt keinen Grund dafür, Herr Strache, dass Millionäre oder – sagen wir – Personen mit hohem Einkommen nur befristet etwas zahlen sollen. (Abg. Neubauer: Haben Sie ein hohes Einkommen?) Warum denn nur befristet, Herr Kollege Strache? (Beifall bei den Grünen.) Wenn wir der Meinung sind, es braucht einen gerechten Beitrag von allen, dann bitte nicht von denen, die besonders viel haben, nur einen befristeten Beitrag.
Abg. Strache: Die Inserate!
Ich frage mich während dieser Debatte die ganze Zeit, ob die Themen in diesem Antrag auf Volksbefragungen irgendwie zusammengewürfelt sind wie bei einer Lotterie. Mit der Lotterie, Herr Kollege Strache, haben Sie ja Ihre Erfahrungen! Die „Neue Freie Zeitung“ ist ja von den Österreichischen Lotterien und von den Casinos Austria finanziert worden. (Abg. Strache: Die Inserate!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bring halt morgen einen neuen Antrag ein!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf (das Glockenzeichen gebend): Herr Kollege Öllinger, die Redezeit für die gesamte Fraktion ist bereits überschritten. (Abg. Ing. Westenthaler: Bring halt morgen einen neuen Antrag ein!) Daher ist es jetzt nicht mehr möglich, dass Sie den Antrag einbringen. Aber es gibt noch ausreichend Gelegenheit hier im Haus, derartige Themen zu behandeln, nämlich schon beim nächsten Verhandlungspunkt.
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.
(Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ.
Ich denke, das sollten wir tun. Das sollten wir beschließen, denn der Wähler hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie hoch die Haftungen sein werden und was er, vielleicht als Weihnachtsgeschenk, an Bankenhaftungen noch wird zahlen müssen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen
Ich zitiere zum Schluss – da das BZÖ jetzt immer Sprüche aus der Bibel plakatiert (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) –: „Hütet euch vor falschen Propheten!“ Auf ein derartiges Plakat gehören, glaube ich, einige von der Opposition. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aufpassen! Achtung, Unfallgefahr!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aufpassen! Achtung, Unfallgefahr!
Ich zitiere zum Schluss – da das BZÖ jetzt immer Sprüche aus der Bibel plakatiert (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) –: „Hütet euch vor falschen Propheten!“ Auf ein derartiges Plakat gehören, glaube ich, einige von der Opposition. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Aufpassen! Achtung, Unfallgefahr!)
Abg. Riepl: Fünf reichten auch!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als vorläufig letzter Redner zu diesem Verhandlungspunkt ist Herr Abgeordneter Ing. Lugar zu Wort gemeldet. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Riepl: Fünf reichten auch!)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Was war denn damals beim Euro? – Da war auch jemand mit viel Geld: die Europäische Union. Die Bundesregierung hat damals viel Geld aufgewendet, um den Menschen einzureden: Das ist genau das Richtige. Der Euro wird stabil sein, der Euro wird Sinn machen. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Riepl: Sagen Sie einmal, was Sie gerne machen würden!
Können Sie mir irgendetwas Produktives aufzählen, Herr Faymann, was Sie in den letzten drei Jahren gemacht haben, was in irgendeiner Form dazu angetan wäre, unsere Probleme zu lösen? (Abg. Riepl: Sagen Sie einmal, was Sie gerne machen würden!) Wir haben in fast allen Bereichen riesige Probleme. Wenn ich mir zum Beispiel den Schulbereich ansehe: Wir unterrichten unsere Kinder wie vor hundert Jahren, und das zu einer Zeit, zu der wir 50 Prozent der künftigen Berufe noch gar nicht kennen. Erst 20, 30 Jahre nachdem unsere Kinder ins Arbeitsleben eingestiegen sein werden, wird es diese Berufe geben. Das heißt, wir haben eine dynamische Welt, aber wir reagieren darauf nicht! Unser Schulsystem ist gleich dem vor hundert Jahren, und keiner tut etwas. ÖVP und SPÖ blockieren einander in dieser Sache.
Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!
Wir lassen die Leute bei den ÖBB mit 52 Jahren in Pension gehen. Wir verlängern die Hacklerregelung, die gut gemeint war, aber schlecht gemacht wurde, die letztlich nicht jenen zugutekommt, die es brauchen, nämlich den Bauarbeitern und Schwerarbeitern. Die brauchen sie, sicherlich nicht die Beamten und Vertragsbediensteten, die aber reihenweise in Pension gehen. Wir leisten uns 460 000 – knapp eine halbe Million – Invaliditätspensionisten und liegen damit im internationalen Vergleich ungefähr beim Doppelten bis Dreifachen. Entweder sind die Menschen bei uns so früh invalid, weil sie so hart arbeiten, oder das System ist so aufgebaut, dass es einfach jeden gehen lässt, der will. (Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!) – Ich komme schon dazu. (Abg. Riepl: Na hoffentlich! Die Redezeit ist gleich um!)
Abg. Riepl: Na hoffentlich! Die Redezeit ist gleich um!
Wir lassen die Leute bei den ÖBB mit 52 Jahren in Pension gehen. Wir verlängern die Hacklerregelung, die gut gemeint war, aber schlecht gemacht wurde, die letztlich nicht jenen zugutekommt, die es brauchen, nämlich den Bauarbeitern und Schwerarbeitern. Die brauchen sie, sicherlich nicht die Beamten und Vertragsbediensteten, die aber reihenweise in Pension gehen. Wir leisten uns 460 000 – knapp eine halbe Million – Invaliditätspensionisten und liegen damit im internationalen Vergleich ungefähr beim Doppelten bis Dreifachen. Entweder sind die Menschen bei uns so früh invalid, weil sie so hart arbeiten, oder das System ist so aufgebaut, dass es einfach jeden gehen lässt, der will. (Abg. Riepl: Machen Sie einen Vorschlag!) – Ich komme schon dazu. (Abg. Riepl: Na hoffentlich! Die Redezeit ist gleich um!)
Abg. Riepl: Wer hat das gesagt?
Wenn wir das Volk einbinden, dann müssen wir es bedingungslos einbinden und nicht nur dort, wo wir glauben, dass das in unsere Richtung geht. Das heißt, wenn ich von der SPÖ höre, wir wollen keine Volksabstimmung, es könnte ja sein, dass uns die Antworten nicht passen, dann muss ich sagen, das ist kein demokratischer Zugang. (Abg. Riepl: Wer hat das gesagt?)
Beifall des Abg. Strache. – Heiterkeit bei der ÖVP.
hören, was das Volk uns sagt. Das ist genau der Punkt. (Beifall des Abg. Strache. – Heiterkeit bei der ÖVP.) – Vielen Dank. (Abg. Strache: Was G’scheites gehört unterstützt!) Deshalb sollten wir das Volk befragen.
Abg. Strache: Was G’scheites gehört unterstützt!
hören, was das Volk uns sagt. Das ist genau der Punkt. (Beifall des Abg. Strache. – Heiterkeit bei der ÖVP.) – Vielen Dank. (Abg. Strache: Was G’scheites gehört unterstützt!) Deshalb sollten wir das Volk befragen.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Wenn es um Reformverweigerung geht, so kann ich Ihnen eines garantieren: Das Volk will eine handlungsfähige Regierung, die in unserem Land aufräumt und die Probleme endlich angeht. – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Riepl: Der Bucher ist gar nicht da! Der fehlt schon wieder!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Riepl: Der Bucher ist gar nicht da! Der fehlt schon wieder!) – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Strache: Was ist mit der SPÖ? – Abg. Ing. Westenthaler: Aus Solidarität stehen Sie auf, Herr Bundeskanzler!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Strache: Was ist mit der SPÖ? – Abg. Ing. Westenthaler: Aus Solidarität stehen Sie auf, Herr Bundeskanzler!) – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Rädler: ... Grünen auch nicht dafür!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Rädler: ... Grünen auch nicht dafür!)
Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich zum Beispiel!
Das Wort erhält zunächst der Antragsteller? (Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich zum Beispiel!) – Nein, das Wort erhält zunächst Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Ich erteile es ihm hiermit.
Beifall bei den Grünen.
Unter anderem ist damals in dem Paket dieses Lobbyistengesetz mit in Verhandlung und in Ausformulierung genommen worden. Nicht nur, dass jetzt am Schluss nur die Regierungsparteien die Geschichte verhandelt haben, zusammen mit den Kammern – das ist einmal eine Geschichte –, ist es so, dass vom Erstentwurf dieses Gesetzes weg bis zu dem, was jetzt übrig geblieben ist, sämtliche – wenn überhaupt vorhanden gewesene – Zähne gezogen wurden. Das ist wirklich eine Sauerei! Wir werden das jetzt und hier – und das ist auch mit ein Grund für diese Fristsetzung – zu Protokoll bringen, weil genau das nicht passieren darf und genau so diese Antikorruptions- und Transparenzgesetze nicht ausfallen können! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler – in Richtung Grüne deutend –: ... und wer zahlt das?
Es gibt zwei wesentliche Punkte, die es wert gewesen wären, in so einem Gesetz wirklich verankert zu werden. Dazu gehört, dass die Lobbyistentätigkeit, und zwar per Auftrag, registriert wird, nämlich in der Hinsicht: Wer zahlt wen wofür, damit er bei welchem Dritten interveniert? – Genau das alles ist jetzt nicht der Öffentlichkeitsverpflichtung unterworfen worden! (Abg. Rädler – in Richtung Grüne deutend –: ... und wer zahlt das?) Genau das wird nur registriert, ohne Auftragssumme, für die Quasi-Geheimhaltung. Nur der Lobbyist und derjenige, der dem Lobbyisten den Auftrag gegeben hat, können sich überhaupt einmal vergewissern, ob sie darin quasi richtig zitiert sind. Und die Amtsperson, die glaubt, von einem Lobbyisten angesprochen worden zu sein, darf dann nachschauen gehen – muss aber zuerst einmal nachweisen, dass das vielleicht ein Lobbyist war –, ob der wohl drinsteht. Etwas Absurderes gibt es nicht!
Abg. Kopf: Können Sie einmal normal mit den Leuten reden?
Auch hier: völlig dasselbe Verfahren – wenn das ein Transparenzgesetz sein soll, dann gute Nacht! Sie werden unseren erbitterten Widerstand für dieses Lobbyistengesetz an dieser Stelle ernten. Es ist eine Sauerei, was Sie hier vorgelegt haben, und zwar der Sache nach – weil Sie jetzt plötzlich so aufgeschreckt schauen; das schadet Ihnen ohnehin nicht –, also der Sache nach und auch der Vorgangsweise nach. (Abg. Kopf: Können Sie einmal normal mit den Leuten reden?)
Abg. Rädler: Van der Bellen schaut g’schreckt!
Sei‘s drum, wie Sie miteinander umgehen – aber dass gleichzeitig der ORF die Entwürfe gehabt hat, weil Frau Bundesminister Karl Stimmung machen wollte und etwas behauptet hat, was am Schluss gar nicht im Gesetz steht, nur um positiven Wind zu machen, obwohl sie in Wirklichkeit die Nebelmaschine angeworfen hat, ist inakzeptabel. So werden wir kein Transparenzgesetz auf den Boden bringen, allein schon wegen dieser Vorgangsweise! Ich mache hier alle Abgeordneten darauf aufmerksam – ein paar schauen ja schon ganz g’schreckt, vollkommen zu Recht, wissend, was sie hier dann wieder beschließen sollen. (Abg. Rädler: Van der Bellen schaut g’schreckt!)
Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!
Das können Sie sich behalten! Sie werden erkennen, dass das eigentlich die nächste Verunstaltung von Transparenzbestimmungen ist und nichts zur Transparenz beiträgt. (Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!) Wenn das Ihr Beitrag zum Neubeginn dieser Republik sein soll, dann gute Nacht! Aber wir werden Ihnen Beine machen und Licht in diese Sache bringen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!
Das können Sie sich behalten! Sie werden erkennen, dass das eigentlich die nächste Verunstaltung von Transparenzbestimmungen ist und nichts zur Transparenz beiträgt. (Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!) Wenn das Ihr Beitrag zum Neubeginn dieser Republik sein soll, dann gute Nacht! Aber wir werden Ihnen Beine machen und Licht in diese Sache bringen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!)
Abg. Mag. Kogler: Schon fünf Mal ausgemacht worden!
Ich verstehe zwei Dinge von den Grünen nicht, Werner Kogler. Erstens: Warum jetzt eine Regierungsvorlage? – Einmal grundsätzlich: Das Verständnis der Grünen (Abg. Mag. Kogler: Schon fünf Mal ausgemacht worden!) von Parlamentarismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis des Parlaments passt da nicht ganz dazu. (Abg. Mag. Kogler: Dann stimmen wir über meinen Antrag ab!) Wir sind ja mit den Verhandlungen im Finale! Wenn man jetzt die Regierung auffordert, etwas vorzulegen, dann sind ein paar Monate schnell ins Land gezogen, wie wir wissen, und dann wird es heuer nichts mehr damit werden. Daher verstehe ich auch vom Timing her nicht ganz dieses Ansinnen. (Abg. Mag. Kogler: Ist ja unglaublich!)
Abg. Mag. Kogler: Dann stimmen wir über meinen Antrag ab!
Ich verstehe zwei Dinge von den Grünen nicht, Werner Kogler. Erstens: Warum jetzt eine Regierungsvorlage? – Einmal grundsätzlich: Das Verständnis der Grünen (Abg. Mag. Kogler: Schon fünf Mal ausgemacht worden!) von Parlamentarismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis des Parlaments passt da nicht ganz dazu. (Abg. Mag. Kogler: Dann stimmen wir über meinen Antrag ab!) Wir sind ja mit den Verhandlungen im Finale! Wenn man jetzt die Regierung auffordert, etwas vorzulegen, dann sind ein paar Monate schnell ins Land gezogen, wie wir wissen, und dann wird es heuer nichts mehr damit werden. Daher verstehe ich auch vom Timing her nicht ganz dieses Ansinnen. (Abg. Mag. Kogler: Ist ja unglaublich!)
Abg. Mag. Kogler: Ist ja unglaublich!
Ich verstehe zwei Dinge von den Grünen nicht, Werner Kogler. Erstens: Warum jetzt eine Regierungsvorlage? – Einmal grundsätzlich: Das Verständnis der Grünen (Abg. Mag. Kogler: Schon fünf Mal ausgemacht worden!) von Parlamentarismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis des Parlaments passt da nicht ganz dazu. (Abg. Mag. Kogler: Dann stimmen wir über meinen Antrag ab!) Wir sind ja mit den Verhandlungen im Finale! Wenn man jetzt die Regierung auffordert, etwas vorzulegen, dann sind ein paar Monate schnell ins Land gezogen, wie wir wissen, und dann wird es heuer nichts mehr damit werden. Daher verstehe ich auch vom Timing her nicht ganz dieses Ansinnen. (Abg. Mag. Kogler: Ist ja unglaublich!)
Abg. Kickl: Seit damals geht es zurück!
Ich habe dann vor ungefähr eineinhalb Jahren die Initiative ergriffen und habe einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, in dem sich alle Generalsekretäre und Bundesgeschäftsführer getroffen haben. (Abg. Kickl: Seit damals geht es zurück!) Wir haben ja etwas erreicht, wir haben viele Dinge außer Streit gestellt: über 7 000 €, dass das über das Parlament, den Rechnungshof veröffentlicht werden muss, natürlich ein Stückelungs- und Umgehungsverbot, harte Sanktionen – das alles ist inzwischen unbestritten.
Abg. Amon: Geh, stimmt ja nicht!
Die ÖVP war sperrig, das muss man dazusagen. Das ist auch nachzulesen ... (Abg. Amon: Geh, stimmt ja nicht!) Kollege, das ist ja in der APA nachzulesen, da gibt es sozusagen jede Menge, was da historisch erkennbar ist. Das BZÖ wollte bei der Gelegenheit die Kammern abschaffen, die FPÖ war teilweise in Schockstarre wegen „Part of the game“-Affäre und so weiter. Aber Tatsache ist: Wir haben die Eckpunkte außer Streit gestellt. Das ist auch wichtig – da bin ich wieder bei Kollegen Kogler –, das können wir uns nicht erlauben: Wenn GRECO, also die internationale Behörde des Europarats, den Bericht über Österreich erstattet, dann sollte das doch endlich gelungen und beschlossen sein!
Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!
Aber ich habe damals den Herren – es waren nur Herren – von GRECO auch klargemacht, dass man in Österreich schon ein paar Dinge beachten muss. Wir haben einen Föderalismus, eine Verfassungsstruktur mit Länderautonomie, und wir haben ein Vereinsrecht. Und wie bestellt – meine Damen und Herren, meine ständigen Thesen! – haben ja gestern die Vorarlberger Parteien beschlossen, dass Spenden über 3 000 € offengelegt werden müssen. (Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!) So funktioniert das eben in Österreich. (Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!)
Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!
Aber ich habe damals den Herren – es waren nur Herren – von GRECO auch klargemacht, dass man in Österreich schon ein paar Dinge beachten muss. Wir haben einen Föderalismus, eine Verfassungsstruktur mit Länderautonomie, und wir haben ein Vereinsrecht. Und wie bestellt – meine Damen und Herren, meine ständigen Thesen! – haben ja gestern die Vorarlberger Parteien beschlossen, dass Spenden über 3 000 € offengelegt werden müssen. (Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!) So funktioniert das eben in Österreich. (Abg. Kopf: Das haben sie noch nicht beschlossen!)
Abg. Kopf: Sie werden es beschließen!
Gemäß der Vorarlberger Landespolitik – Kollege Kopf kennt das natürlich ganz genau – müssen Spenden an Parteien und Landesorganisationen von über 3 000 € künftig offengelegt werden. (Abg. Kopf: Sie werden es beschließen!) Das haben die Klubobleute der vier Vorarlberger Landtagsparteien entwickelt. Die Kontrolle hat der Landesrechnungshof. Da sieht man jetzt ganz klar, was ich die ganze Zeit schon predige: Die österreichische Struktur und der Föderalismus sind bei allen diesen Dingen zu beachten, das spielt eine ganz wichtige und entscheidende Rolle.
Abg. Kopf: Du warst aber auch schon sensibler bei dem Thema!
Sollten allerdings der Alpenverein oder die Naturfreunde diese Almhütte einer Partei zur Verfügung stellen oder sozusagen vermachen, dass dort Seminare stattfinden, dann muss das natürlich benannt werden (Abg. Kopf: Du warst aber auch schon sensibler bei dem Thema!), weil es eine Sachspende über 7 000 € ist! So einfach ist das Ganze. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sollten allerdings der Alpenverein oder die Naturfreunde diese Almhütte einer Partei zur Verfügung stellen oder sozusagen vermachen, dass dort Seminare stattfinden, dann muss das natürlich benannt werden (Abg. Kopf: Du warst aber auch schon sensibler bei dem Thema!), weil es eine Sachspende über 7 000 € ist! So einfach ist das Ganze. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Also, bitte, man muss ein bisschen aufpassen, was man da macht. Es gibt einerseits eine Verfassungsstruktur mit Verfassungsautonomie der Länder und auf der anderen Seite auch ein Vereinsrecht. Tatsache ist, dass die Parteienverhandlungen abgeschlossen sind und dass hier im Parlament die Verhandlungen im Finale sind. Dieser Antrag wird das Licht des Parlaments, der Öffentlichkeit in den nächsten Tagen erblicken, und dann werden wir das Gesetz beschließen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Die Spendentätigkeit kann man nur bundesweit regeln!
Es ist auch GRECO schon angesprochen worden. Die Vertreter von GRECO werden ja in absehbarer Zeit ihren Österreich-Bericht auf den Tisch legen. Hier bin ich auch wieder bei dem, was Abgeordneter Kräuter schon gesagt hat: Wir können als Nationalrat und als Bundesgesetzgeber natürlich nur das versprechen, was wir dann auch selbst einhalten können. Selbstverständlich müssen wir es schaffen, dass das auch die Landesgesetzgeber für ihren Bereich – es haben ja alle Bundesländer entsprechende Parteienförderungsgesetze und entsprechende Parteienförderung – übernehmen, auch auf landesgesetzlicher Ebene für den Bereich, der die Länder betrifft, entsprechende ... (Abg. Mag. Kogler: Die Spendentätigkeit kann man nur bundesweit regeln!)
Abg. Grosz: Eben!
Die Spenden sind nicht das Problem. Kollege Kogler, wenn wir nur die Spenden regeln, dann regeln wir nicht die Parteienfinanzierung. Das sage ich von hier aus als einer, der neun Jahre Landesgeschäftsführer und vier Jahre Generalsekretär einer Partei war. (Abg. Grosz: Eben!) Die Spenden allein, das wäre viel zu eng gegriffen, um das ganz deutlich zu sagen. (Abg. Grosz: ... Inkassoeintreiber von Klasnic und Krainer!)
Abg. Grosz: ... Inkassoeintreiber von Klasnic und Krainer!
Die Spenden sind nicht das Problem. Kollege Kogler, wenn wir nur die Spenden regeln, dann regeln wir nicht die Parteienfinanzierung. Das sage ich von hier aus als einer, der neun Jahre Landesgeschäftsführer und vier Jahre Generalsekretär einer Partei war. (Abg. Grosz: Eben!) Die Spenden allein, das wäre viel zu eng gegriffen, um das ganz deutlich zu sagen. (Abg. Grosz: ... Inkassoeintreiber von Klasnic und Krainer!)
Abg. Grosz: Wie war das bei Herberstein?
Hier ist unser Ziel nicht eine einseitige Konzentration (Abg. Grosz: Wie war das bei Herberstein?) auf die Parteispenden, sondern es geht um die gesamte Parteienfinanzierung. Es muss ja nicht immer eine Almhütte sein, die man geschenkt bekommt, es kann auch ein Arbeiterheim sein. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hier ist unser Ziel nicht eine einseitige Konzentration (Abg. Grosz: Wie war das bei Herberstein?) auf die Parteispenden, sondern es geht um die gesamte Parteienfinanzierung. Es muss ja nicht immer eine Almhütte sein, die man geschenkt bekommt, es kann auch ein Arbeiterheim sein. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: ... es wird nichts, es wird nur verzögert!
Wir müssen uns also schon die Bereiche ansehen, die im Rahmen einer umfassenden Regelung von uns betrachtet werden sollen. Wir waren hier ... (Abg. Mag. Kogler: ... es wird nichts, es wird nur verzögert!) Nein, es wird nicht verzögert, Kollege Kogler! Ich kann nur wiederholen – Klubobmann Kopf hat das mehrfach schon öffentlich gesagt –, dass im Zuge dieses umfassenden Transparenzpaketes – da sind ja auch schon andere Bereiche angesprochen worden, Kollege Kogler, heute zum Beispiel das Lobbyistengesetz, um nur einen weiteren Bereich zu nennen – wir hier auch zu dieser Regelung kommen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ein Nebelgesetz und kein Transparenzgesetz! Die Grünen ...!)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ein Nebelgesetz und kein Transparenzgesetz! Die Grünen ...!
Wir müssen uns also schon die Bereiche ansehen, die im Rahmen einer umfassenden Regelung von uns betrachtet werden sollen. Wir waren hier ... (Abg. Mag. Kogler: ... es wird nichts, es wird nur verzögert!) Nein, es wird nicht verzögert, Kollege Kogler! Ich kann nur wiederholen – Klubobmann Kopf hat das mehrfach schon öffentlich gesagt –, dass im Zuge dieses umfassenden Transparenzpaketes – da sind ja auch schon andere Bereiche angesprochen worden, Kollege Kogler, heute zum Beispiel das Lobbyistengesetz, um nur einen weiteren Bereich zu nennen – wir hier auch zu dieser Regelung kommen. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ein Nebelgesetz und kein Transparenzgesetz! Die Grünen ...!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Die Grünen waren ohnehin mit eingebunden; das ist heute schon angesprochen worden. Man war ja im August des Vorjahres schon relativ weit. Es gibt hier ein Ergebnisprotokoll, das meines Erachtens sogar von den Grünen verfasst worden ist, worin man diese entscheidenden Punkte damals schon festgehalten hat, die wiederum dem entsprechen, was der Europarat da bei seinen Empfehlungen hat. Daher sage ich Ihnen, es ist dann auch von unserer Seite her kritisch unter die Lupe zu nehmen, Kollege Kogler, was mit der Klubförderung passiert. Wird die Klubförderung bei den Grünen immer und ausschließlich für Klubarbeit verwendet, oder gibt es da auch Finanzierungen der Partei? Können Sie das bei den Grünen ausschließen? (Zwischenrufe bei den Grünen.) Können die Freiheitlichen das ausschließen? – Na, ganz sicher nicht!
Ruf bei der ÖVP: Oje!
Hier wurde ja schon öffentlich kritisiert, dass es Direktüberweisungen vom Klub, Bargeldüberweisungen vom Klub an die Partei gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Ist es das, was das Gesetz vorsieht? Frau Kollegin Moser, wollen wir, dass es in Zukunft möglich ist, dass Klubförderungsmittel für Parteienförderung verwendet werden? Oder soll es da auch Sanktionen geben? (Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich rede über alle Parteien. Auch die ÖVP ist davon betroffen, aber insbesondere auch die Grünen (Abg. Öllinger: Na!) – das sage ich Ihnen – und die Freiheitliche Partei. Das Nein kommt Ihnen sehr locker über die Lippen. Die Sache ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.)
Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Hier wurde ja schon öffentlich kritisiert, dass es Direktüberweisungen vom Klub, Bargeldüberweisungen vom Klub an die Partei gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Ist es das, was das Gesetz vorsieht? Frau Kollegin Moser, wollen wir, dass es in Zukunft möglich ist, dass Klubförderungsmittel für Parteienförderung verwendet werden? Oder soll es da auch Sanktionen geben? (Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich rede über alle Parteien. Auch die ÖVP ist davon betroffen, aber insbesondere auch die Grünen (Abg. Öllinger: Na!) – das sage ich Ihnen – und die Freiheitliche Partei. Das Nein kommt Ihnen sehr locker über die Lippen. Die Sache ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.)
Abg. Öllinger: Na!
Hier wurde ja schon öffentlich kritisiert, dass es Direktüberweisungen vom Klub, Bargeldüberweisungen vom Klub an die Partei gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Ist es das, was das Gesetz vorsieht? Frau Kollegin Moser, wollen wir, dass es in Zukunft möglich ist, dass Klubförderungsmittel für Parteienförderung verwendet werden? Oder soll es da auch Sanktionen geben? (Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich rede über alle Parteien. Auch die ÖVP ist davon betroffen, aber insbesondere auch die Grünen (Abg. Öllinger: Na!) – das sage ich Ihnen – und die Freiheitliche Partei. Das Nein kommt Ihnen sehr locker über die Lippen. Die Sache ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.
Hier wurde ja schon öffentlich kritisiert, dass es Direktüberweisungen vom Klub, Bargeldüberweisungen vom Klub an die Partei gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Ist es das, was das Gesetz vorsieht? Frau Kollegin Moser, wollen wir, dass es in Zukunft möglich ist, dass Klubförderungsmittel für Parteienförderung verwendet werden? Oder soll es da auch Sanktionen geben? (Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich rede über alle Parteien. Auch die ÖVP ist davon betroffen, aber insbesondere auch die Grünen (Abg. Öllinger: Na!) – das sage ich Ihnen – und die Freiheitliche Partei. Das Nein kommt Ihnen sehr locker über die Lippen. Die Sache ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne: Schauen wir, dass wir gemeinsam möglichst bald zu einer guten Regelung kommen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Kickl. – Bitte. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Was da in Wirklichkeit geschieht, ist nach einem fulminanten Start und nach einer fulminanten Startankündigung des Kollegen Kräuter nichts anderes, als dass wir seitdem in der Warteschleife hängen und niemand erklären kann, warum wir in dieser Warteschleife hängen – außer wir gehen davon aus, dass dieser Zeitraum, der jetzt gewonnen werden soll, dazu dient, dass man sich untereinander diejenigen Bereiche ausmacht, die möglichst intransparent gestaltet werden sollen. Das ist doch die Wirklichkeit, die da dahinter steht, und sonst gar nichts! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Herr Kollege Kräuter ist ja wirklich sehr, sehr intensiv vorgestoßen, hat auf die Trommel gehaut, hat „Reformbedarf“, „GRECO“ – alles Mögliche – geschrien. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen lieber heute handeln als morgen. – So war das. Wenn ich mir aber die jüngsten innerparteilichen Entwicklungen bei der SPÖ anschaue, habe ich schön langsam den Verdacht, dass Sie damals den Mund vielleicht etwas zu voll genommen und vielleicht etwas zu laut gerufen haben, dass jetzt etwas weitergehen muss, und dass jetzt Ihre innerparteiliche Entmachtung und die Gewichtverlagerung hin zur Frau Rudas auch eine der Konsequenzen daraus ist, dass Sie etwas zu weit vorgestoßen sind.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Rudas hat – das kann ich Ihnen sagen – relativ wenig Interesse daran, dass die Machenschaften der SPÖ Wien rund um einen Teppichhändler, Agenturen und was da sonst noch alles herumrennt auch tatsächlich unterbunden werden können. Herr Kräuter, ich glaube, Sie sind sozusagen ein Opfer Ihres eigenen Mutes geworden, und deswegen werden Ihre Leute auch innerparteilich in der Geschäftsstelle abmontiert. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig
Alle Punkte, die in diesem Fristsetzungsantrag drinnen sind oder die dieser Fristsetzungsantrag betrifft, sind sinnvoll. Wie ist es aber wirklich abgelaufen in der Debatte, in der es dann um das Eingemachte, um den Geltungsbereich gegangen ist? – Na selbstverständlich soll es um die Parteien auf Bundesebene gehen. Da waren wir uns alle einig, aber dann kam die SPÖ mit folgender Argumentation daher: Bundesländerorganisationen – nein, die haben mit der SPÖ nichts zu tun!; die Firmengeflechte der SPÖ Wien – bitte, das hat mit der SPÖ überhaupt gar nichts zu tun!; die Fraktion in der Arbeiterkammer – also bitte, das hat mit der SPÖ nicht das Mindeste zu tun!; die SPÖ-Fraktion in der Gewerkschaft – ja, die kennen wir überhaupt gar nicht, die kann davon niemals betroffen sein! (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig); der Arbeiterfischereiverein des Herrn Kräuter – alles das hat mit der SPÖ überhaupt gar nichts zu tun!; und wenn wir die Regelung der Parteienfinanzierung treffen wollen, dann muss das bitte alles draußen bleiben, für diese Dinge darf das nicht gelten!
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig
Das gleiche Muster haben wir dann umgekehrt bei der ÖVP gefunden. Dort war es so: Auch unsere neun Bundesländer haben mit der ÖVP nichts zu tun – obwohl man manchmal glaubt, diese Bundesländer sind die ÖVP (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig); die Bünde – die haben mit der ÖVP überhaupt gar nichts zu tun, wie kommt man auf die blöde Idee, dass man in einem Finanzierungsgesetz die Bünde und die Finanzierungsstruktur der Bünde mit hineinnehmen müsste?!; die Wirtschaftskammer – alles das hat mit der ÖVP überhaupt nichts zu tun!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Ich glaube ja, dass es nur einen einzigen Grund gibt, warum es immer heißt: Bitte warten! Bitte warten! Bitte warten! – Weil Sie sich in Wahrheit gar nicht trauen, das, was Sie sich jetzt ausgepackelt haben, dem Hohen Haus vorzulegen, weil es wahrscheinlich in der Luft zerrissen werden wird – genau wegen dieser Kritikpunkte. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Ruf bei der ÖVP: Frau Moser ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Moser. (Ruf bei der ÖVP: Frau Moser ...!)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Herr Kollege Lopatka, Sie haben gesagt: Jetzt wird es bald, jetzt wird es bald! Herr Kollege Kräuter hat auch gesagt, es handle sich wahrscheinlich nur mehr um Tage oder Stunden oder so ähnlich. Aber: Wir haben ja bereits – ich habe es mir extra noch einmal mitteilen lassen – am 6. Mai das Versprechen bekommen, jetzt – jetzt! – sei es so weit, am 20. Mai werde unterfertigt. Der Mai ist ins Jahr gegangen, der Sommer kam, und jetzt haben wir Herbst. Es beginnt dann der Winter, und ich weiß nicht, wie das zu Weihnachten ausschauen wird. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall bei den Grünen.
Wir könnten jederzeit – von unserer Seite sowieso lieber heute als morgen – endlich einmal dieses Gesamtpaket „Transparenz“ schnüren, beschließen, in Kraft treten lassen und umsetzen. Darum geht es! Das ist das Ziel dieses Fristsetzungsantrages! Wir wollen nicht ein ständiges Hinausschieben auf nächstes Mal. Bitte, die letzten Tage der Menschheit sollen nicht eintreten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Mensdorff-Pouilly wird uns ja auch im Untersuchungsausschuss sehr beschäftigen, ebenso die Verbindungen des Herrn Mensdorff-Pouilly, unter anderem ins Niederösterreichische Landhaus zu Herrn Landeshauptmann Erwin Pröll (Zwischenrufe bei der ÖVP) – Herr Kollege, hör jetzt zu! –, weil ÖVP-Mitarbeiter, von Kloibmüller bis Ulmer, die jetzt im Fokus der Staatsanwaltschaft stehen, Schüler beziehungsweise Jünger des Erwin Pröll sind; das alles sind Leute der ÖVP-Niederösterreich. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Mensdorff-Pouilly wird uns ja auch im Untersuchungsausschuss sehr beschäftigen, ebenso die Verbindungen des Herrn Mensdorff-Pouilly, unter anderem ins Niederösterreichische Landhaus zu Herrn Landeshauptmann Erwin Pröll (Zwischenrufe bei der ÖVP) – Herr Kollege, hör jetzt zu! –, weil ÖVP-Mitarbeiter, von Kloibmüller bis Ulmer, die jetzt im Fokus der Staatsanwaltschaft stehen, Schüler beziehungsweise Jünger des Erwin Pröll sind; das alles sind Leute der ÖVP-Niederösterreich. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieses System ÖVP-Niederösterreich werden wir uns noch genau anschauen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Deine Aufgeregtheit zeigt ja nur, dass der „Heilige Erwin“ schon Angst davor hat (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), was alles in diesem Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert werden wird. (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das wird einiges sein; das kann ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, jetzt schon versprechen.
ironische Heiterkeit des Abg. Rädler
Dieses System ÖVP-Niederösterreich werden wir uns noch genau anschauen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Deine Aufgeregtheit zeigt ja nur, dass der „Heilige Erwin“ schon Angst davor hat (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), was alles in diesem Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert werden wird. (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das wird einiges sein; das kann ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, jetzt schon versprechen.
Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Dieses System ÖVP-Niederösterreich werden wir uns noch genau anschauen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Deine Aufgeregtheit zeigt ja nur, dass der „Heilige Erwin“ schon Angst davor hat (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), was alles in diesem Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert werden wird. (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das wird einiges sein; das kann ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, jetzt schon versprechen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da stellt sich schon die Frage: Was hat Frau Mikl-Leitner zu verbergen? Warum schützt sie, warum deckt sie als Niederösterreicherin Herrn Kloibmüller sozusagen auf Teufel komm raus – im wahrsten Sinne des Wortes! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das alles werden wir noch genau klären, meine Damen und Herren von der ÖVP. Ich freue mich darauf, diese Aufklärungsarbeit gemeinsam mit Ewald Stadler zu leisten.
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
GRECO ist ja schon genannt worden, und deren Bericht – da haben wir also nicht mehr viel Zeit – kommt mit Jahresende. Ich fordere Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, auf, endlich einen Entwurf vorzulegen, wie das ja vereinbart wurde, und zwar einen ordentlichen Entwurf und nicht wieder irgendeinen Topfen, sondern einen Entwurf, der der zwischen allen Parlamentsparteien erzielten Einigung entspricht und diese Punktation beinhaltet. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) Andernfalls werden wir noch länger brauchen, denn einem zahnlosen Parteienfinanzierungsgesetz werden wir vom BZÖ sicherlich nicht zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
GRECO ist ja schon genannt worden, und deren Bericht – da haben wir also nicht mehr viel Zeit – kommt mit Jahresende. Ich fordere Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, auf, endlich einen Entwurf vorzulegen, wie das ja vereinbart wurde, und zwar einen ordentlichen Entwurf und nicht wieder irgendeinen Topfen, sondern einen Entwurf, der der zwischen allen Parlamentsparteien erzielten Einigung entspricht und diese Punktation beinhaltet. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) Andernfalls werden wir noch länger brauchen, denn einem zahnlosen Parteienfinanzierungsgesetz werden wir vom BZÖ sicherlich nicht zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Die Aussage von Mikl-Leitner ...!
Die Debatte ist geschlossen. (Ruf beim BZÖ: Die Aussage von Mikl-Leitner ...!)