Eckdaten:
Für die 24. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 31 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Mag. Kogler: ...! Das hat uns auch nicht gepasst!
Sollte der Entschließungsantrag der Grünen hinsichtlich des Europastatuts kommen, wie es im Verfassungsausschuss der Fall gewesen ist, möchte ich darauf hinweisen, dass es nicht Usance ist, Bezüge von Abgeordneten über eine Regierungsvorlage zu regeln, sondern dass wir das hier im Hause erledigen und selbst die Regeln geben (Abg. Mag. Kogler: ...! Das hat uns auch nicht gepasst!) und vor dem 14. das regeln können. Ich glaube auch, dass wir zu einem Fünf-Parteien-Antrag kommen können, wenn man das hier gemeinsam macht. – Das war nur präventiv, sollte dieser Entschließungsantrag kommen, der auch im Ausschuss gekommen ist.
Abg. Ing. Hofer: Zur Sache!
Aber nun kurz zu einem vorherigen Schauspiel. – Ich halte es wirklich für eine mangelnde Sensibilität, wenn Sie genau in jenem Punkt, mit dem dieses Haus jetzt drei Tage lang beschäftigt war, nämlich mit der Auseinandersetzung um ihren Dritten Nationalratspräsidenten (Abg. Ing. Hofer: Zur Sache!), auch noch beginnen, die Abstimmung über diesen Antrag, exakt über diesen Antrag, zu manipulieren. (Abg. Dr. Kurzmann: Zur Sache! – Abg. Kickl: Lächerlich!)
Abg. Dr. Kurzmann: Zur Sache! – Abg. Kickl: Lächerlich!
Aber nun kurz zu einem vorherigen Schauspiel. – Ich halte es wirklich für eine mangelnde Sensibilität, wenn Sie genau in jenem Punkt, mit dem dieses Haus jetzt drei Tage lang beschäftigt war, nämlich mit der Auseinandersetzung um ihren Dritten Nationalratspräsidenten (Abg. Ing. Hofer: Zur Sache!), auch noch beginnen, die Abstimmung über diesen Antrag, exakt über diesen Antrag, zu manipulieren. (Abg. Dr. Kurzmann: Zur Sache! – Abg. Kickl: Lächerlich!)
Abg. Kickl: Haben Sie nicht zugehört?
Ich halte es für unerträglich, wenn man dann noch in der Rechtfertigung dieselbe Art und Weise an den Tag legt, nämlich die Methode: Wir sagen, wir sind die Opfer! (Abg. Kickl: Haben Sie nicht zugehört?)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen.
Er ist kein Opfer, er kann nur alleine dieses Wahlrecht ausüben, und er ist geheim und mit Namen aufgerufen, dieses Wahlrecht auszuüben. Und die Manipulation genau bei diesem Entschließungsantrag ist moralisch verwerflich und hat in diesem Haus nichts zu suchen! (Beifall bei SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen.)
Abg. Amon: Der Kostelka hat auch schon zwei hineingeschmissen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Molterer. Gewünschte Redezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Amon: Der Kostelka hat auch schon zwei hineingeschmissen!)
Abg. Kickl: Also bitte, was wollen Sie denn noch?!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Natürlich ist es eine völlig unzumutbare Vorgangsweise – darüber brauchen wir überhaupt nicht zu reden. Und es ist auch klar, dass einer, der eine Spur von Selbstrespekt hat, herausgehen und sagen würde: Ich habe einen Fehler gemacht! (Abg. Kickl: Also bitte, was wollen Sie denn noch?!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, BZÖ und Grünen.
sich in einer Art und Weise lächerlich – das ist nicht mein Problem, aber Sie machen das Haus lächerlich, und dann wird es unser Problem. Und das geht nicht! (Beifall bei ÖVP, SPÖ, BZÖ und Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir werden das am 30. Juni tun – hoffentlich einstimmig. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das tät’ euch so passen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Die große Aufregung könnte in eine gewisse amikale Phase übergeleitet werden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das tät’ euch so passen!) Es gibt eine Einvernehmensmaterie, und diese Einvernehmensmaterie besteht in dem zur Beschlussfassung anstehenden Gesetz. Damit ist eigentlich alles gesagt.
Ruf bei den Grünen: Berauscht sind Sie auch?!
Zweitens: Lieber Kollege Wittmann, die künstliche Aufregung steht dir nicht gut, wenn ich das in aller Freundschaft sagen darf. Du hast zwei Irrtümer in deiner Aufregung mit eingepackt. Nummer eins: Es handelt sich um keine geheime Abstimmung, sondern um eine offene, namentliche Abstimmung. Zweitens: Es wurde natürlich gar nichts manipuliert. Der Fehler wurde begangen, und noch einmal, für alle geistigen Berauschungen in diesem Zusammenhang (Ruf bei den Grünen: Berauscht sind Sie auch?!), verkünde ich namens meiner Fraktion ausdrücklich noch einmal eine Entschuldigung – namens der Fraktion und für die beiden Betroffenen.
Beifall bei der FPÖ.
So. Jetzt ich hoffe, dass großes Schreien nicht mehr erforderlich ist. Hätten Sie lieber laut geschrien, als der Kollege Keck, der zuerst unheimlich geschrien und österreichische Soldaten als Tellerwäscher beschimpft hat. Im heutigen „Kurier“ steht, dass die SPÖ-Stiftungen jetzt von der Justiz durchleuchtet werden. Also, es gäbe mehr als genug Gründe, sich über Skandale zu erregen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Damit hat es meines Erachtens sein Bewenden. Der Fehler wurde begangen, er wird von unserer Fraktion nie wieder begangen werden, und ich bitte noch einmal furchtbar um Entschuldigung. Ich lege noch eins drauf: Ich bitte abermals um Entschuldigung, noch dazu, was die zweimalige Zeitverzögerung betrifft. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Kollegin Ridi Steibl sagt schon, ich soll aufhören. Ich folge ihrem Rat. – Danke, dass Sie mir zugehört haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Hallo!
gerade in einer Zeit der Wirtschaftskrise. Unsere Fraktion unterstützt das, denn gerade seit dem Jahr 2006, nach einem Wiederauferstehen der großen Koalition, ist es sehr notwendig, dass wir auf Transparenz bei Politikerbezügen achten, dass wir Transparenz einführen, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen. Denn: Wie es eine große Koalition bis 1999 gemacht hat, ist Österreich nach wie vor schmerzlich in Erinnerung. (Ruf bei der ÖVP: Hallo!)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
Jetzt zu dieser Schande für die Demokratie (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), zu dieser Missachtung der Demokratie. Herr Abgeordneter Vilimsky, Sie sind jetzt nicht im Haus, aber Abgeordneter Weinzinger, Sie sind hier: Für 8 400 € brutto im Monat ab 1. Juli laut Rechnungshof nicht einmal den ureigensten Uraufgaben eines Abgeordneten nachzukommen und hier ins Plenum zu treten und so das Stimmrecht in einer Demokratie auszuüben, das ist doch Schande schlechthin! Das ist kein Umgang mit Demokratie, den Sie hier gezeigt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt zu dieser Schande für die Demokratie (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), zu dieser Missachtung der Demokratie. Herr Abgeordneter Vilimsky, Sie sind jetzt nicht im Haus, aber Abgeordneter Weinzinger, Sie sind hier: Für 8 400 € brutto im Monat ab 1. Juli laut Rechnungshof nicht einmal den ureigensten Uraufgaben eines Abgeordneten nachzukommen und hier ins Plenum zu treten und so das Stimmrecht in einer Demokratie auszuüben, das ist doch Schande schlechthin! Das ist kein Umgang mit Demokratie, den Sie hier gezeigt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit beim BZÖ.
Und dann noch mit einer Ausrede daherzukommen, obwohl man ja zweimal an einer Abstimmung teilgenommen hat, aber bei zwei Abstimmungen tat einem die „linke Zehe weh“: Das wäre, wenn ich nicht einen Ordnungsruf dafür bekommen würde, verlogen. Deswegen sage ich es auch gar nicht. (Heiterkeit beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: „Schwacher Applaus beim BZÖ“ – fürs Protokoll!
Daher: Machen Sie in Zukunft nicht mehr das, was Sie heute gemacht haben, wo Sie einmal mehr Schande über dieses Haus gebraucht haben! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: „Schwacher Applaus beim BZÖ“ – fürs Protokoll!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrten Dame und Herren! Ich halte es für ein schönes Beispiel an politischer Bildung in diesem Haus, und ich bin überzeugt davon, dass diese Szene auf YouTube mehr Treffer landen wird als der Abgeordnete Schwab, der ja auch schon für eifrigen Zuspruch gesorgt hat. Das sollen sich auch die Österreicherinnen und Österreicher ansehen können, wie sich die Herren Vilimsky und Weinzinger gerechtfertigt haben! Ich finde, die Österreicherinnen und Österreicher können daraus lernen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Sinn und Zweck dieses Antrages, von dem wir glauben, er folgt der Systematik des alten Bezügegesetzes. Es ist keine maßlose Forderung, sondern ein sinnvoller Beitrag, weil wir glauben, dass auch die Bezieher von Pensionen nach dem alten Bezügegesetz ihren entsprechenden und adäquaten Beitrag leisten sollten. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Entschuldigen Sie sich!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als weiterer Redner hat sich Herr Abgeordneter Dr. Pilz zu Wort gemeldet. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pilz –: Entschuldigen Sie sich!)
Abg. Kopf: Jetzt reicht es aber! Das ist ja unglaublich!
Der Herr Vizekanzler hat in seinem Debattenbeitrag zum Kapitel innere Sicherheit etwas fortgesetzt, was die Innenministerin anlässlich Ebensee begonnen hat, nämlich eine Umverteilung der Schuld von der extremen Rechten zu den sogenannten Linken und Linksextremen. Und genau das ist wieder passiert. (Abg. Kopf: Jetzt reicht es aber! Das ist ja unglaublich!) Wer ist schuld? Die Linken und Linksextremen und die Rechten und Rechtsextremen.
Abg. Strache: Was sind die „Kinderfreunde“ und die „Roten Falken“?
Ich kenne keine linke Beteiligung in Ebensee. (Abg. Strache: Was sind die „Kinderfreunde“ und die „Roten Falken“?) Ich kenne keine linke Beteiligung an der Burschenschaft „Olympia“. Ich kenne keine linken Hintermänner von Martin Graf. Darauf habe ich mit einem Zwischenruf hingewiesen, und der hat gelautet – in Ergänzung –: die Linksextremisten und die Rechtsextremisten und euren Austrofaschisten an der Klubwand. Ich meinte Engelbert Dollfuß und nicht Josef Pröll, und mir ist der Unterschied zwischen Josef Pröll und Engelbert Dollfuß nach wie vor sehr, sehr wichtig, weil er sehr viel in Bezug auf unsere österreichische Demokratie ausmacht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kenne keine linke Beteiligung in Ebensee. (Abg. Strache: Was sind die „Kinderfreunde“ und die „Roten Falken“?) Ich kenne keine linke Beteiligung an der Burschenschaft „Olympia“. Ich kenne keine linken Hintermänner von Martin Graf. Darauf habe ich mit einem Zwischenruf hingewiesen, und der hat gelautet – in Ergänzung –: die Linksextremisten und die Rechtsextremisten und euren Austrofaschisten an der Klubwand. Ich meinte Engelbert Dollfuß und nicht Josef Pröll, und mir ist der Unterschied zwischen Josef Pröll und Engelbert Dollfuß nach wie vor sehr, sehr wichtig, weil er sehr viel in Bezug auf unsere österreichische Demokratie ausmacht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist in diesem Haus für das Ansehen der Republik und des Parlaments mit Sicherheit nicht gut, wenn sich Martin Graf und seine Freunde in der FPÖ darauf verlassen können, dass sie dann, wenn es um das Amt von Dr. Graf geht, letzten Endes mit dem Schutz der ÖVP rechnen können. Und da ist mir ein Bekenntnis zum Antifaschismus zu wenig. Da geht es darum, dass es in diesem Haus eine Mehrheit nicht nur im Bekenntnis, sondern auch in den Konsequenzen gibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Erst wenn eine Mehrheit dieses Hauses in der Lage ist, unmissverständlich Schritte zu setzen, dass Nationalratssitzungen so bald wie möglich von nicht einschlägig belasteten Präsidenten und Präsidentinnen geleitet werden, erst dann hat der Nationalrat sein eigenes Ansehen und das Ansehen der österreichischen Demokratie wiederhergestellt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kollege Pilz, an und für sich hat Ihre Wortmeldung keine Antwort verdient (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ), aber ein, zwei Klarstellungen müssen es sein.
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Bundesministerin Dr. Fekter hat hier ganz minutiös, genau die APA-Meldungen und ihre Aussagen zitiert, und Sie wissen das auch. – Und jetzt behaupten Sie wider besseres Wissen hier schon wieder etwas anderes. Sie sollten sich schämen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Sie wollen sich eine Option offenhalten!
Zum Zweiten, einmal mehr und hoffentlich nicht mehr oft nötig: Wir von der ÖVP haben in aller Klarheit die Aussagen des Herrn Dr. Graf zu Herrn Dr. Muzicant verurteilt, und zwar auf das Schärfste verurteilt. Es war gerade Herr Mag. Molterer, der das vorher noch einmal klargemacht hat – und es ist dem eigentlich auch nichts mehr hinzuzufügen. (Ruf bei den Grünen: Sie wollen sich eine Option offenhalten!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Nehmen Sie zur Kenntnis: Sie werden es wahrscheinlich in der nächsten Zeit noch des Öfteren versuchen, hier dieses Thema hochzuziehen. Vielleicht ist dann nach dem 7. Juni der Beweis erbracht, dass es Ihnen jetzt einmal zunächst um die Mobilisierung Ihrer eigenen Leute geht, die bisher offenbar an der Europawahl kein besonderes Interesse haben. Aber benutzen Sie bitte nicht uns dafür, um Ihre Leute zu mobilisieren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)